Societe d'Etudes du Canal de Suez Groupe Allemand. Vienne, Herrengasse No. 27 Euer Hochwohlgeboren! Ich beehre mich Euer Hochwohlgeboren ergebenst anzuzeigen, daß ich mit meinen Reisegefährten am 27. in Triest angekommen bin und mit dem am 30. d. Mts um 4 Uhr Nachmittag von hier nach Alexandrien seegelnde Dampfschiffe Imperatore dahin abgehen werde. Das Schreiben der Staatskanzlei an H. v. Laurin, welches Euer Hochwohlgeboren mir unter der Adresse des H. v. Bruck nachzusenden die Güte hatten, habe ich durch denselben erhalten. Ich wurde von ihm sehr gütig empfangen, und stellte mich nach seiner Andeutung den Direktoren des Lloyd, dem Präses der Stadt-Commune und dem Präses der Handelskammer vor. Ich hatte die Ehre S. Erlaucht aufwarten zu dürfen, der mich seiner Tafel beizug, um sich ungestört über die SuezCanal-Angelegenheit unterhalten zu können. Ich erlaube mir Euer Hochwohlgeboren zu versichern, daß wohl kein Gegenstand in Triest mit mehr Feuer und Intelligenz aufgegriffen wurde, und daß alle 3 Körperschaften Triests bereit sind zur Realisirung und Förderung des Unternehmens in ihrem eigenen wohlverstandenen Interesse beizutragen, was sie vermögen. Sr Erlaucht und H. v. Bruck stehen an der Spitze und sind wie immer die Seele des Ganzen, besonders hat letzterer mich mit Empfehlungen an Laurin und an alle Agenten des Lloyd in Egipten bestens versehen. Ich entledige mich des ehrenvollen Auftrages Euer Hochwohlgeboren die achtungsvollsten Empfehlungen und die dankbarste Anerkennung von Seiten aller der Herrn zu melden, mit denen ich in Berührung trat. H. v. Bruck war so gefällig zu vermitteln, daß ich die Kosten der Ueberfahrt erst in Alexandrien zu bezahlen haben werde, und hat mich mit dem zur Auszahlung der Gagen zu April an uns, und mit dem für etwaige unverhergesehene Fälle nöthigen Gelde versehen, welches ich dem Lloyd'schen Agenten in Alexandrien ersetzen werde. Wir haben hier den zur Aufnahme nöthigen Spiegelsextanten und einen Barometer angekauft. Ich erlaube mir in meinem und meiner Gefährten Namen Euer Hochwohlgeboren unsern ergebenstem Dank dafür auszusprechen, daß Sie uns eine so wichtige Unternehmung anvertrauten, wodurch uns die Gelegenheit gegeben ist, den ersten Schritt zur Förderung eines so großen Werkes, an dessen Spitze Euer Hochwohlgeboren stehen, stof zu machen. Wir werden dagegen trachten dieser Ehre, und des geschenkten Vertrauens dadurch vollkommen würdig zu sein, daß wir uns durch die Lösung der uns gestellten Aufgabe die Zufriedenheit Euer Hochwohlgeboren erwerben. Wenn wir in Alexandrien angekommen sind und ich mich nur etwas orientire, werde ich die Ehre haben Euer Hochwohlgeboren einen ausführlichen Bericht zu erstatten und verharre mit besonderer Hochachtung Euer Hochwohlgeboren ganz gehorsamster Diener Karl Jaßnüger Triest am 29. Maerz 1847.