"Egyptische Frauen" Junkers Zeichnungen sind keine naturgetreuen Abbildungen, sondern vielmehr eine Kombination von Realität und Imagination. Seine skizzenhaften Darstellungen orientieren sich an den damals üblichen grafischen Vorlagen. Die Frauendarstellung folgt gängigen orientalistischen Klischees, wie sie ab dem 18. Jahrhundert in der bildenden Kunst verbreitet waren – mit einem Fokus auf die Verhüllung als äußeres Merkmal des "Fremden" und des "Geheimnisvollen“. Schemenhaft im Hintergrund treten die Umrisse einer Moschee hervor - erkennbar an der angedeuteten Kuppel und dem Halbmondsymbol. Die architektonischen Elemente weisen auf den islamischen Kulturraum hin und verorten die dargestellten Figuren kulturell und geografisch. Drei Fotografien aus der Sammlung des Archivs des Technischen Museums Wien verdeutlichen, dass der koloniale Blick auf die ‚orientalische Frau' auch in späteren visuellen Medien unverändert blieb und die Wahrnehmung muslimischer Frauen nachhaltig beeinflusste. Siehe Fotografien: BPA-017714 BPA-017975 BPA-018760