"Besuch im- Im 19. Jahrhundert war der Sklavenhandel in Ägypten, insbesondere infolge von Kriegen und Besetzungen (z.B. in Nubien ) weit verbreitet. Viele weibliche Kriegsgefangene wurden Opfer von Versklavung, sexualisierter Gewalt und Zwangsprostitution. Diese Zeichnung verdeutlicht, wie versklavte Afrikanerinnen auf bloße „Handelsware“ reduziert und schonungslos entmenschlicht wurden. Im Zentrum der Bildkomposition steht der ägyptische Zwischenhändler neben einer sitzenden Afrikanerin mit nacktem Oberkörper, die schützend mit dem Arm ihre Brust bedeckt. Die österreichischen Ingenieure betrachten die versklavten Frauen und berühren deren unbedeckte Haut. Die Darstellung verweist auf koloniale und sozialhierarchische Machtstrukturen und offenbart zugleich eine Diskrepanz zwischen Junkers schriftlichen Aufzeichnungen und der Zeichnung. Im Reisetagebuch schildert Junker, dass die Österreicher „über die Entwürdigung der Menschenrechte“ empört sind und Mitgefühl für das entsetzliche Schicksal der versklavten Frauen zeigen. Zudem erwähnt er, dass die Frauen angeblich durch ihre Reize die Aufmerksamkeit der Österreicher suchten – ein Kontrast zur Abbildung, in der die Frauen abgewandt und sich verdeckend dargestellt sind, während die Männer ihre nackte Haut berühren.