Mailand den 19. April 1849. Liebe Lotti! Alle Zeugniße die mir im Jahre 1846 u. 1847 wegen der Expedition nach Egipten eingereicht, wurden nacheinander zurükgestellt, und war kein Grund da diejenigen des Albert Buttinger, wenn er solche eingereicht hat, zurükzubehalten. Da seither bereits mehr als zwey Jahre verstrichen sind, so ist es sonderbar, daß er diese Zeugniße, wenn er wirklich solche übergab, nicht früher zurük verlangte. Mir ist also nichts darüber bekannt. Sollten sie jedoch in den Egyptischen Papieren vorkommen, was ich sehr bezweifle, so werde ich sie ihm zurückschiken. Dem Buchbinder zahle nur die Converte u die Note, u laß dir quittiren, u wenn's über 2 f. C. M., auf Stempel. Dann bitte ich dich auch Herrn Feldbacher holen zu lassen, u ihm auch gegen Quittung 5 f. C. M. für 2 Abschriften die er in der Angel. der lomb. venet. Eisenbahn besorgte, auszubezahlen. Mir ist leid, daß meine plötzliche Abreise dir solchen Zuwachs an Sorgen erwachsen ließ. Ich hoffe, die versendeten Kisten werden wie die ersten, gut in Verona eintreffen u. werden dem Bosio rüksichtlich des Silbers gehörig anweisen.- Es ist wohl eine Verräthung wenn Alles so zerrissen ist! u ich noch nicht einmal weiß, wann ich nach Verona werde zurükkehren könne! Es ist recht, daß die Lizitation am 24. ist- u. daß dir H. v. Hoch beisteht!- Den Tag der Abreise zu bestimmen habe ich ganz dir überlassen, u auch eine Reiseinstruction eingesendet, die Du ebenfalls nach Belieben benützen kannst. Hinsichtlich der Knaben kann ich Dir wohl keine neue Mühen aufbürden; und solange man den neuen Commandanten nicht kennt, läßt sich wohl kaum von hier ausrathen, was man am besten veranlassen kann. Zudem weiß ich nicht wie deine Gesundheit sey, und ob Du so viel Mühen jetzt ertragen kannst. Ich hoffe, daß Ferdinand nun beßer seyn wird- doch mache ich dich aufmerksam, daß er ja nicht in die Luft kommt- denn sonst könnte ihm der Ausschlag gefährlich werden. Um Gotteswillen Acht auf das liebe Kind! Der August ist wieder besser, steht auf, u er wartet nun auf sein Urlaub. Viele Grüße an die Mutter u allen anderen, u lebe recht wohl, nicht vergessend Deinen geplagten Louis