Hochverehrter Herr und Freund. Sie werden hoffentlich überzeugt seyn, daß ich mit Freude u. Eifer jede Gelegenheit ergreife, um einen Ihrer Wünsche zu erfüllen. Ich habe daher mit H. Veit Besitzer der Herrschaften Liboch, [Zells], [etc] zu sprechen getrachtet, und ihn bei seiner ersten Anwesenheit in Prag dazu vermocht, daß er die Stimme für Böhmen übernimmt und auch schon die Verfügung zur Auszahlung des von Ihnen zugedeuteten Geldbetrags getroffen hat. Ich konnte Ihnen das Resultat dieser meiner Verwendung bisher nicht mittheilen, weil ich Ihren Aufenthaltsort nicht mit Bestimmtheit wußte. Bei dieser Erklärung des H. Veit durfte es nicht wohl [angenagen] scheinen, dieselbe gegenwärtig zurückzuweisen und den Gewerbeverein, der ohnehin nicht auf sehr kräftigen Füßen steht, anzugehen; besonders ab dann, wenn derselbe sich zum Beitritte nicht herbeiläßt, so kalt sich dann durch seiner scheinbaren Zurücksetzung verletzt fühlen u. sein Wort zur zurücknehmen könnte. Wollen Sie gefälligst diese neue Ansicht prüfen u. [unleserlich] schleunigst [unleserlich] weiteres Benehmen vorzeichnen. Ich werde unterdessen mit dem Gewerbevereine Rüksprache pflegen, den Praesidenten von der ganzen Sachenlage in Kenntniß setzen und demselben für den ihm später zu wesenden bestimmten Antrag blos vorbereiten, wenn Sie der Meinung wären, den Antrag des H. Veit zu bestätigen, [unleserlich] Sie zugleich die Versehung meiner innigsten Hochachtung und aufrichtigsten Verehrung mit der ich zu seyn die Ehre habe, Euer Wohlgeboren Prag 9 Jänner 1847 ergebenster Freund und Diener J. Müller