während Freund Kubli die Basis meßt, und die Ansicht zeichnet. Meine Stellung ist jetzt in alto mare, da wir seit einigen Wochen keinen Minister mehr haben, und großen Reformen entgegen sehen. Ich gehe in einigen Tagen nach Wien um die Lage zu erforschen, und einige wichtige Anträge zu unterbreiten. Obwohl spät, wünsche ich dir u. den Deinen auf dies begonnene Jahr alles Glük, und viele Bauten, an welchen Du Freude erleben sollst trotz der Berneren, und ihres Rathhauses. Es ging mir mit der G'staldenbrüke nicht beßer! Dieses Jahr haben mich meine Beamten mit der Ansicht meiner hiesigen Etschbrüke, im Hintergrund Verona, u in der Ferne die heimatlichen Berge, eine meisterhafte Aquarelzeichnung des berühmten Professors Maggia aus Venedig, überrascht, u. jene Mailands haben mir die Zeichnung in [unleserlich] dort bisher nur ideirten Centralbahnhofes, eingesendet, und heute erfahre ich soeben, daß der Consiglio dell'accademia delle belle Arti Venedigs mich per acclamazione zum Socio d'Arte ernannt hat. Sage es also dem würdigen alten Herrn Schwiegervatter, daß der Herr Negrelli einen neuen Titel bekommen hat. Nun schließe ich mit tausend herzlichen Grüße an Frau Kubli und Kinder, an Schwäger u. Schwägerinnen, an Freunde u. Bekannte, und Dir einen treuherzlichen Händedruk Von deinem alten unverbeßerlichen Freund Negrelli-Moldelbe