und unbekannt mit den dortigen Sitten könnte ich leicht was vorschreiben, was nicht passend seyn könnte, und H. Jasnüger ist hierin ebenso unbekannt wie ich, daher ich ganz auf Ihren Rath abstelle, wobey ich mir noch zu bemerken finde, daß die französische und die englische Brigade, welche in August dahin kommen werden, auch in den Fall kommen werden, solche Erkenntlichkeiten fließen zu lassen; daß wir denselben nicht nachstehendürfen,und wollen und dürfen, daß es aber nur eine Gleichheit zu beobachten wohlgethan seyn würde, auch mit H. Linant dißfalls in das Einvernehmen zu treten. Auch habe ich Er. W. darauf aufmerksam zu machen, daß dieBrigadenvon aus, nemlich mir, Talabot, und Stephenson auch bevorstehet, künftigen Herbst als Chef der Unternehmung, solcher Erkenntlichkeiten mehrere zu ertheilen, und daß demnach zwischen uns, und unsere untergeordneten Brigade die gehörige Abstufung in dem Werthe der zu ertheilenden Spenden zu beobachten seyn wird. In der Hofnung, von Er. W. in dieser Beziehung den richtigen Maastab zu erhalten, zeige ich Ihnen zugleich an, daß ich unter einem für die Bedürfniße der Brigade bei den H. Briggs et Comp. außer den bereits erhobenen Mitteln noch 9000 fr. fr. anweisen ließ, und daß der von Jasnüger an H. v. Bruk gezogene Wechsel von 2000 fl. M. gehörig honorirt worden ist. Genehmigen Sie bei diesem Anlaß die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung, womit ich die Ehre habe zu verharren. Er. W. ganz ergeb. Diener Negrelli An Herrn von Bruk in Triest. Ich nehme mir die Freyheit beiliegend einen, an H. v. Laurin gerichteten Brief mit der Bitte einzuschließen,da von dem Inhalt desselben Kenntniß zu nehmen, u. allfällige Bemerkungen, u. guten Rath in einer mir ganz unbekannten Sache beizufügen, den Grundsatz, daß wir, ohne Verschwender zu seyn, dem deutschen, u namentlich dem österreichischen Namen bei unserem ersten Auftreten keine Unehre machen wollen, festzuhalten, und den Brief sodann nach Alexandria abzusenden. Beiliegend erhalten Sie den Wechsel per 2000 f.- C. M. als Ersatz für die gleiche, durch Honorirung von des vom H..Jasnüger erlassenen Wechsels, von Ihnen ausgelegte Summe mit der Bitte, mir den Empfang gefälligst anzeigen zu wollen. Gleichzeitig schließe einen Brief an H. Jasnüger bei, wovon Sie ebenfalls Kenntniß nehmen und sodann an seine Bestimmung abgehen lassen wollen. Dieser Tage werden wir die zweyte Einzahlung für die Societé d'Etudes, und die 3. in September einfordern, weil wir in 8ber das Geld in Egypten brauchen werden. CapitainBrunneauistbereitsnach AlexandrienvonParisabgereistund TalabotsundStephensonsBrigaden werdeninAugustnachfolgen,und unsereAnkunftsodanninEgypten abwarten. Mit ausgezeichneter Achtung Hr. v. An H. C. Jasnüger, Brigade-Secretär der Societé d'Etudes du Canal de Suez Thineh in Egypten Ich habe Ihren Bericht vom 19. v. M. aus Thineh erhalten, und freue mich zu vernehmen, daßSie die Brigade ohne Unfälle in die Bucht von Thineh eingelaufen ist, und die Arbeiten begonnen hat. Die Abfindung mit dem Beduinenhäuptling der Wüste, wird, als ein unausweichliches Uebel, gut geheißen. Daß Sie durch denselben in die Kenntniß des Bestehens eines Binnensees gelangt sind, aus welchem Sie süsses Wasser nichtnur für die Bedürfniße Ihrer Mannschaft beziehen können, nehme ich 2 Bogen zu d. Briefe vom 14. Juni. zur angenehmen Nachricht. Dieser Fund dürfte seiner Zeit bei Vollziehung des Durchstiches von großem Nutzen seyn. Ebenso beruhigend ist mir die Anzeige über den Barometerstand, und es ist zu hoffen, daß wenn die Mitglieder der Brigade keine Unvorsichtigkeiten begehen, bei einerver so mäßigen Temperatur jederinge seine gute Gesundheit behaupten wird. Wir hatten hier gegen Ende Mai auch 25 Grade über Null im Schatten. Eine solche Temperatur ist auch der Förderung der Feldarbeiten sehr nützlich, und ich hoffe, daß nunmehr ein großer Theil der von der Instruktion geforderten Arbeiten bereits bewirkt seyn wird. Mit dem nächsten Berichte erwarte ich übrigens den Auszug aus dem Tage buch, um mich über die Dauer der Expedition orientiren zu können. Uebrigens beziehe ich mich auf meine Schreiben vom Mai, und d. M. und kann meine Freude nicht verhehlen, daß schon bei einer Entfernung von nur 3 Meilen von der Küste eine Wassertiefe von 27' vorgefunden wird. Ueber die Art der Ausführung des Kanals, ob durch den Pascha selbst oder durch eine europaeische Gesellschaft lassen Sie sich in eine Erörterungen ein. Erfreulich ist es jedenfalls zu vernehmen, daß dort Leute genug zu geringen Taglöhne zu bekommen sind. Vermög eines Schreibens Enfantins vom 4. d. M. sind zur Verfügung der Brigade und zur Dekung Ihres ihres Geldbedarfes nach Ihrem Berichte vom 26. Mai. bei den H. Briggs et Comp. in Alexandrien 9000 fr. fr. angewiesenworden, und der auf H. v. Bruk von Ihnen gezogene Wechsel von 2000 f. C. M. ist eingelößt worden, und hoffe, daß Sie mit diesen Mitteln bis zu Ihrer Ankunft in [hier], wenn nichts Neues, unvorhergesehenes vorkommt, ausreichen werden. Hinsichtlich der, der Mannschaft, und den Offizieren des, der Brigade von Mehemed Ali zur Verfügung gestellten Schiffes werden Sie sich mit Herrn von Laurin und mit H. Linant besprechen- und dabei ein solches Maas zu halten trachten, daß dem österr. und teutschen Namen keine Unehre geschieht, mich aber im Herbste als Chef der Unternehmung nicht für die teutsche Groupe nicht in die Nothwendigkeit versetzt verhältnißmäßig größern Cadeaux zu ertheilen. Enfantin schreibt mir, daß wenn man die Leute zu splendig honorirt, uns im Herbste ganze Regimenter zur Begleitung werden beigegeben werden. Auch glaubt er, daß die Offiziere ebenso gerne wie die Mannschaft mit Geld Vorliebnahme, u. rathet mir ab, hier, oder in Paris Etwas hiefür einzukaufen. Kurz berathen Sie sich mit H. v. Laurin u. mit Linant wegen der anderen zwey Brigaden, damit wir mit keinen zu großen Opfern das Beispiel geben, und andererseits denselben in keiner Beziehung nachstehen. Uebrigens räth H. Enfantin, daß Sie die Gratification u. die Cadeaux jedenfalls selbst austheilen,undsich wenn Sie wollen daß sie sicher an ihre Bestimmung gelange. Auch hierin weise ich Sie an H. v. Laurin an. Herr Lambert befindet sich jetzt in Paris mit einer besonderen Mission des Vicekönigs, und wird in Bälde mit den Ingenieurs der französischen Brigade, und mit dem Sohn des H. Enfantin nachParis Egipten zurükkehren. Capitaine Brunneau, welcher früher die Artillerie in Egypten leitete, wird voran reisen um die Vorbereitungen, und die nöthigen Einkäufe für die Brigade zu besorgen, damit dieselbe hieran keinen Tag verliere. Ihm, dem Capitaine Brunneau, und im Falle Sie vor seiner Ankunft schon abgereist wären, den H. Briggs et Comp. oder dem H. v. Laurin werden Sie zur Verfügung der französischen Brigade gegen Empfangschein die Instrumente, u. alle Utensilien unserer Brigade zurüklassen. In der Hofnung Erwartung recht bald fernere Berichte von Ihnen zu empfangen, grüße ich Sie mit Ihren Begleitern L. Negrelli