Vienne ce 10 Novembre 1847. Mon cher collegue! J'ai recu votre lettre du 23. 8bre et je m'empresse d’y repondre. Par votre lettre du 1. 7bre vous m'avez communiqué que M. R. Stephenson au lieu de partir selon le convenu de la conference de Paris du 30 Novembre 1846 avec nous pour l'Egipte vers la fin d’octobre ne pourra partir que a la fin de 9bre au plutot- en me proposent en consequence le bateau du 4 Xbre pour notre depart convin de Marseille-que si le 4 Xbre serait trop rapproché pour Stephenson nous pourrons partir le 14, ou le 24- au plus tard- et que quant a Vous Vous tiendriez a ma disposition a toutes deux epoques. [Quoique] ce retard m’ait contrarie dans mes dispositions, ne'anmoins j'ai taché de m’y con former, ce que je Vous annonçai par ma lettre du 10 8bre En attendent, Stephenson est passé par ici le 24 8bre, et il m’a confirmé son desir de remettre notre depart a la fin du Xbre a cause de la pose en execution d’une partie de son gran pont sur le Tweed a la quelle il veut assister personellement, et qui s’effectuerait vers le 15 de ce mois. Sur cet avis ritèré, et confirme a vivé voix par Stephenson j’ai pois de novelles disposition pour le depart ainsi prefixé pour la fin du Xbre prochain. Vous pouvez ainsi bien y penser, que la proposition portée par votre lettre du 23 8bre, de dilationer de nouveau le depart de Marseille j'usque au 4 de mars prochain ne me pouvait pas être agreable, und zwar um so weniger, als die Gründe, die Sie dafür anführen, nach meiner Ansicht nach geeignet. sind, diese neue Verzögerung zu rechtfertigen, zumal Sie sowohl, als Stephenson vorgaben, bis Ende Xbre. frey zu seyn, und somit abreisen zu können. EntgegendenAeußerungdes Wenn nach der Aeußerung IngenieursM.Mougel,wonach des H. Mougel der Monat Dezember für unsere Besichtigung der Wüste nicht geeignet ist, kann ich Ihnen die Aeußerung unseres Collegen Enfantin, und des Obristen Brunnot in das Gedächtniß zurük rufen, wonach die Monate des Winters bei uns, jene des Frühlings für Egypten sind. Enfantin, Brunnot, und selbst ein Egipter, Ekekian Bey, Schwager des Artim Bey, Minister des Auswärtigen in Egypten, welcher sich seit einiger Zeit hier befindet, versichern, daß keine Jahreszeit für unsere Geschäfte geeigneten sey, als der Frühling, nämlich der Jänner, und der Februar- denn in März u. April steigt die Hitze schon so hoch als hier im höchsten Sommer- und die Witterung soll zu jener Zeit beständig schön seyn, u. die Temperatur nie unter 10° über 0 fallen. Nach den Beobachtungen meiner Brigade zeigte das Thermometer im Monat Mai 21° über 0 als Minimum, und 29° über 0 als Maximum an, während sie in Juni bis auf 30° gestiegen ist. Sie sehen also, daß der Mai und Juni zu einer Reise in die Wüste nicht geeignet ist. Aber abgesehen davon glaube ich, daß unsere Reise um so weniger einer weiteren Verschiebung zu unterziehen sey, als außer der technischen, uns auch die Lösung der politischen Frage gegenüber Mehemet Ali obliegt, und daß in Ansehung seines hohen Alters kein Tag versäumt werden darf, seine gegen unserer Gesellschaft fortwährend bewiesene, Geneigtheit zum besten der großen Unternehmung gehörig auszubeuten, und die Frage hinsichtlich der Concession in das Reine zu bringen, was uns vielleicht bei seinen Nachfolgern nicht so leicht seyn dürfte, und wobei dann die ganze Unternehmung zum scheitern gebracht werden könnte. Bis zum Jänner, oder Februar wird Ihre Brigade ihre Aufgabe sicher gelöst haben— und Stephenson hat mich versichert, von der Ostindischen Compagnie solche Erhebungen über die Bucht von Suez erhalten zu haben, daß die Absendung seiner Brigade zu neuen Erhebungen ganz überflüßig ist. Die Resultate der Erhebung meiner Brigade habe ich bereits Ihnen u Stephenson mitgetheilt. Bis zu unserer Ankunft in Egypten können wir also rechnen, alles was wir für unsere speziellen Studien bedürfen sicher zu erhalten, und ich glaube, und fürchte, daß wenn wir unsere Abreise bis zum Monat März wieder vorschieben, der großen Unternehmung daraus nur Nachtheil erwachsen kann. Meinerseits bin ich aber zu der unliebsamen Erklärung gezwungen, daß, wenn ich zufolge der Convention vom 30. Nov. v. J. meinen Geschäften einige Wochen abgewinnen kann, um sie der Suezer Canal-Angelegenheit zu widmen, dieser Gewinn nur auf die Winterzeit bezug hat. In den Sommermonaten ist es mir absolut unmöglich mich von meinen hiesigen Geschäften zu entfernen, und muß darauf rechnen, längstens bis Ende März wieder hier zurük zu seyn. Bei uns sind die Monate April Mai u Juni bis Ende October die wichtigsten Baumonate, u. ich glaube, daß auch für Sie u. Stephenson das Gleiche seyn wird. Wenn Sie Ende Dezember, oder Anfangs Jänner nicht abkommen können, werden Sie u. Stephenson noch weniger im Monat März die Zeit hiezu finden- u. dann ist wieder ein Jahr für unsere Unternehmung verloren. Meinerseits muß ich bedauern mich Ihrer Ansicht hinsichtlich der Verschiebung der Reise nicht anschließen zu können, u. mich vielmehr zur Erklärung veranlaßt zu sehen, daß wenn unsere Reise während des kommenden Winters, nemlich vom Ende Dezember bis Ende März nicht statt finden kann, ich mich in der Lage versetzt finden würde jeder weiteren Theilnahme an diesen, unter so glüklichen Auspizien begonnenen Geschäfte zu entsagen. Ich theile zum Zeitgewinn eine Abschrift dieser Erklärung sowohl an H. Enfantin, als auch an H. Stephenson mit, und in Erwartung einer baldigen, ganz entschiedenen Antwort versichere ich Sie meiner freundschaftlichen Hochachtung A Monsieur Paulin Talabot Ingènieur en Chéf du chemin de fer de Marseille a Avignon a Nimes. 10 November 847. An H. P. Enfantin 34 rue des victories a Paris Ich theile Ihnen die Abschrift einer an unseren Collegen Talabot ertheil. Antwort hinsichtlich des Antrages, unsere Reise nach Egypten bis zum 4. März k. J. zu verschieben. Eine Abschrift hievon habe ich an Stephenson abgesendet. Ich hoffe, daß Sie mir beistimmen werden, daß unsere Reise nicht 3. Bogen. länger, als höchstens bis Anfangs Jänner aufgeschoben werden könne - und wird sie doch wieder aufgeschoben, so muß ich mich gänzlich zurükziehen, weil meine Geschäfte es mir unmöglich gestatten, mich erst im Monat März von hier zu entfernen. Die Pläne, und den Bericht über die Erhebungen bei Tineh, welche Ihnen unter dem 20. v. M. zugesendet wurden, werden Sie hoffentlicerhalten haben. Die hiebei ergangene Rechnung im Betrage von 11016 f 4x C. M., oder....... 28131. frfr. 3 [cent] erhalten Sie in der Anlage. Die Documente behalte ich wegen des großen Volumens einstweilen zu rük, und werde sie aber bei der nächsten Versammlung vorlegen. Da ich über die empfangenen Beträge zusammen per 9750 f. 46 x aus dem Eigenen noch 1265 f. 18 x ausgelegt habe, ersuche ich Sie mir diesen Betrag hier bei Henikstein et Comp. oder bei wem immer, zum Ersatze anzuweisen. Im Journal des Debats sind schon einige Artikel über die Suezer-Canal-Angelegenheit erschienen, welche zwar im allgem. gut abgefaßt sind- im einzelnen hingegen einige Unrichtigkeiten enthalten. Es spricht nemlich vom Groupe allemand so, als ob diese nur Oesterreich angehen würde, während nebst Oesterreich, auch ganz Teutschland in dieser Groupe begrifen ist, und mich macht es zum Oberingeneur der Eisenbahn von Wien nach Triest, während mir zwar als Mitglied der Centraldirection, die Eisenbahnen von Wien gegen den Norden obliegen. Auch hier fängt die Presse an sich der Sache zu bemächtigen, und läßt viele Unrichtigkeiten erscheinen, weil ich noch nicht an der Zeit finde, einläßliche Nachrichten dem großen Publikum mitzutheilen, bis die Verhandlungen mit Mehemed Ali nicht zum Abschluß gebracht sind. Was also erscheint, ist nur auf oberflächlichen Gerüchte gegründet. Diese haben indessen die Regierung von Holland veranlaßt, durch die hiesige Gesandschaft wiederholt mir die entschiedenste Theilnahme bezeigen, u. selbst eine directe Unterstützung unseres Vorhabens förmlich antragen zu lassen. In Erwartung Ihrer baldigen Berichte füge ich noch die Bemerkung bei, daß wenn Sie mit mir einverstanden sind, daß die Reise nach Egypten nicht aufgeschoben werden könne, ich willens bin, gegen Ende Dezember in Paris einzutreffen, mich dort mit Ihnen zu besprechen, u sodann die Reise zu Talabot u. nach Marseille fortzusetzen. Mit freundlichem Gruße Negrelli