Seiner K. K. Hoheit dem Durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Fardinand Maximilian Joseph, Ritter des gold. Vließes etc. ect. k. k. Contre-Admiral, Obercommandant der Kriegs-Marine, Inhaber des Uhlanen Regiments No. 8 etc. etc. etc. Euer Kaiserliche Hoheit! Die große Weltfrage der Durchstechung der Landenge von Suez, welchedurch so geschichtlich durch so viele Jahrhunderte die Aufmerksamkeit der Regenten mehrerer Nationen zur Zeit ihrer höchsten Blüthe beschäftiget hat, wurde auch während des letzten Dezeniums neuerdings angeregt. Schon im Jahre 1846 hatte sich eine Gesellschaft unter der Benennung "Societé d'Etudes du Canal de Suez" in Paris gebildet. Sie bestand aus drey Groupen: die englische, die französische, u. die deutsche Groupe, wovon die erstere den Ingenieur Robert Stephenson, die zweyte den Ingenieur Paulin Talabot und die dritte Unterzeichneten als Techniker und theilnehmende Mitglieder des Gesellschaft-Ausschußes ernannt hatte. Jede Groupe hatte 10 Stimmen, wovon für Deutschland # # unter den Auspizien der hohen k.k. StaatsVerwaltung fünfe auf Oesterreich gefallen sind. Davon kamen drey auf Triest, nemlich eine auf die Stadtcomune, eine auf die Handelskammer, u. eine auf den Lloyd. Eine Stimme wurde von der Handelskammer in Venedig, und die fünfte endlich vom Oesterreichischen Gewerbverein in Wien übernommen. Alle fünf Stimmen wurden von dem ehrfurchtvollst Unterzeichneten repräsentirt, und das Beginnen der Gesellschaft erfreute sich der wohlwollendsten Unterstützung Sr. Durchlaucht des ehemaligen k. k. Staatskanzlers Fürsten v. Metternich, und Sr. Excellenz des ehemaligen k.k. Hofkamemr Praesidenten [...ehrigen] Praesidenten des hohen Reichsrathes Freyherrn von Kübek. Und als Unterzeichneter zur Vollziehung des ihm zu Theil gewordenen Aufgabe- nemlich die Art der Ausführung der Einmündung des Suezer Canals in das mitteländische Meer durch Absendung einer eigenen Brigade österreichischer Ingenieurs zur Aufnahme der Vorarbeiten schritt, wurden ihm von allen Seiten die schmeichelhaftesten Simpathien zu Theil. Die abgesendete Ingenieurs Brigade vollzog auch am mittelländischen Meer nach meinen Instruktion die Erhebungen alle, welche als Grundlage meiner weiteren Anträge dienen sollten, zur vollen Zufriedenheit, während die französischen Ingenieure unter der Leitung Talabots das Nivellement zwischen den zwei Meere vornahmen, u. Stephenson hatte seinerseits alle Karten gesammelt, welche als Grundlage für die am rothen Meere nothwendig werdenden Arbeiten dienen sollten. Im Frühling 1848 die Art des Projectes, so wie die, von den öster. Ingeneurs aufgenommenen Situationspläne, Nivellements und Sonden der Küste des mittelländischen Meeres bei Tineh kennen zu lernen, wovon besonders die Sonden auch für die kk. Marine nicht ohne Interesse seyn dürften, und nehme mir demnach die Freyheit, ein Exemplar des ganzen Elaborats Eu. K. H. hiermit ehrfurchtvollst zu Füssen zu legen, wobei ich mir die unterthänigste Bitte noch erlaube, das Streben der Societé d'Etudes du Canal de Suez wohlwollend anzuerkennen, und unter Ihrem mächtigen Schutze nehmen zu wollen. Verona den 26. Feb. 1855. Negrelli