Hochverehrter Herr und Freund. Sie werden hoffentlich überzeugt seyn, daß ich mit Freude u. Eifer jede Gelegenheit ergreife, um einen Ihrer Wünsche zu erfüllen. Ich habe daher mit H. Veit Besitzer der Herrschaften Liboch, [Zells], [etc] zu sprechen getrachtet, und ihn bei seiner ersten Anwesenheit in Prag dazu vermocht, daß er die Stimme für Böhmen übernimmt und auch schon die Verfügung zur Auszahlung des von Ihnen zugedeuteten Geldbetrags getroffen hat. Ich konnte Ihnen das Resultat dieser meiner Verwendung bisher nicht mittheilen, weil ich Ihren Aufenthaltsort nicht mit Bestimmtheit wußte. Bei dieser Erklärung des H. Veit durfte es nicht wohl [angenagen] scheinen, dieselbe gegenwärtig zurückzuweisen und den Gewerbeverein, der ohnehin nicht auf sehr kräftigen Füßen steht, anzugehen; besonders ab dann, wenn derselbe sich zum Beitritte nicht herbeiläßt, so kalt sich dann durch seiner scheinbaren Zurücksetzung verletzt fühlen u. sein Wort zur zurücknehmen könnte. Wollen Sie gefälligst diese neue Ansicht prüfen u. [unleserlich] schleunigst [unleserlich] weiteres Benehmen vorzeichnen. Ich werde unterdessen mit dem Gewerbevereine Rüksprache pflegen, den Praesidenten von der ganzen Sachenlage in Kenntniß setzen und demselben für den ihm später zu wesenden bestimmten Antrag blos vorbereiten, wenn Sie der Meinung wären, den Antrag des H. Veit zu bestätigen, [unleserlich] Sie zugleich die Versehung meiner innigsten Hochachtung und aufrichtigsten Verehrung mit der ich zu seyn die Ehre habe, Euer Wohlgeboren Prag 9 Jänner 1847 ergebenster Freund und Diener J. Müller Wien am 15ten d. M. Jenner 847 Herrn Apellationsrath u. Bürgermeister Müller aus Prag. Euer Wohlgeboren, Geehrtester Herr und Freund! In Beantwortung Ihres geschätzten Schreibens dato Prag am 9ten Jänner 1847 sage ich Ihnen vorerst meinen Dank für Ihre gütige Bemühung in den für unsere [Menrefie] anerkannt wichtigen Unternehmung. Während des längern Stillschweigens Euer Wohlgeboren hat die Sachlage eine Wendung genommen, welche mich immer mehr überzeugt, wie nothwendig es für das Beste der Unternehmung ist, daß bei Vertheilung der Stimmen moralischer Personen, ich meine Reparationen, dem Vorzug gegeben werde. Eben deßhalb habe ich mich+ an den böhmischen Gewerbeverein und respective dessen + nach erhaltener Andeutung Sr Excell. des H. Bar. v. Kübeck Vorstand S. Durchlaucht Herrn Fürsten Salm-Reifferscheid mit dem Ansuchen zum Beitritte gewendet und sehe der dießfälligen Erklärung entgegen. Sollte aber diese Erklärung wider Vermuthen nicht zustimmend ausfallen, so über nimmt diese dem böhmischen Gewerbeverein zugedachte Stimme die Stadt Venedig und zwar repartirt auf die dortige Stadt Cammer und Handelsgesellschaft der Kaufleute. Ich bitte Herrn von Veith meinen besondern Dank für seine Bereitwilligkeit zum Beitritte zur Gesellschaft gefälligst auszusprechen und ihn nebst meiner Achtungsbezeugung zu versichern, daß ich mir bei der weiteren Realisation dieses großen Werkes seine Mitwirkung wie jene aller Männer von Herz u. Sinn vorzubehalten erlaube. Die Vertheilung der auf Oesterreich entfallenden 5 Stimmen, welche uns eine gewisse Superiorität [leihen], wurde nachstehend vorgenommen und acceptirt. 1. Stadt Triest|: Stadtkammer 2. Triest's Gesellschaft der Kaufleute 3. Gesellschaft des öster. Lloyd, 4. n. öst. Gewerbeverein und 5 böhmischer Gewerbever. oder bei dessen Nichtbeitritt, die Stadt Venedig. Anmeldungen zum Beitritt von Privaten sind in Menge eingekommen. Schenken E.Wohlgeboren Sie werther Freund uns ferner unsere Angelegenheiten Ihr Interesse um Theilnahme und seien Sie überzeugt, daß ich Sie durch meine Mittheilungen in [unleserlich] wer den bezüglichen [Vorgängen] erhalten werd. Mit der Versicherung meinen besonderen Hochachtung verbleibe ich Ihr A.N.