Dufour in Leipzig Wien am 19. Januar 1847. Euer Wohlgeboren! Geehrter Herr und Freund! In Beantwortung Ihrer beider werthen Schreiben vom 12. u. 13. d. M. spreche ich mein Bedauen aus, Ihrem Wunsche nicht nachkommenzu kommen, Ihnen keine und selbst keinen Theil der für Oesterreich vorbehaltenen 5 Stimmen überlassen zu können, da die letzte freie Stimme an die Stadtkammer und Handelsgesellschaft der für unsere weiteren Unternehmungen sehr wichtige Stadt Venedig mit Zustimmung S. E. F. v. Kübeck bereits vergeben ist, und beziehe mich auf den in früheren Briefen ausgesprochenen Grundsatz. Wenn Preußen mit Beitrittserklärungen sich verspätete, so darf Oesterreich deßhalb nicht verkürzt werden, so groß auch der Einfluß Preußens in dieser Angelegenheit sich gestalten mag, und diesem Staate nur denjenigen einflußreichen Männern desselber, welche im eigenen Intresse und in [unleserlich] bewußtsein eines der größten Werke des Jahrhunderts zu fördern, beabsichtigen, bleibt es für die Zukunft vorbehalten in die thätigste und beste Wirksam keitzutreten durch directe Betheiligung an der später sich bildende Ausführungsgesellschaft, zu tretten. Die in Oesterreich in Beschlag genommenen 5 Stimmen, werden von Korporationenin Besitz vertretten und sind demnach ohnedemaufdas so zergliedert, daß eineweitere VerzweigengderVertheilung einerüderderandere[unleserlich] nichtmehrzulässigwürde. Zulassung oder Betheilung von Privaten hierum durchaus nicht soweniger zuträglich wird.als Und ich [unleserlich] eine in einem früheren Schreiben geäußerte Meinung wiederhole, daß eine Vereinigung mehrerer Personen auf eine und dieselbe Stimme nur bei jenen Stimmen möglich wird, welche an Personen vergeben sind, jedoch nicht bei Stimmen, welche Korporationen einheben. Rüksichtlich der an Ihr Haus zu leistende Rükzahlungen # # für die von E. W. gemachte Anzahlung der ersten Rate, von Seite unserer 5 Stimmen habe ich das nöthige Ihrem Wunsche gemäß eingeleitet, und erwarte nur die umghende Antwort der Betheiligten, ob Sie auf die Korporationen ziehen können, oder ob dieselben diese erste Rate directe an Ihr Haus einsenden wollen, um Sie schleunigst davon zu verständigen. Ich bitte Sie Sellier von mir freundlichst zu grüßen, und ihm zu sagen, daß ich mich seiner baldigen Ankunft in Wien freue. Mich Ihrer ferneren Freundschaft bestens empfehlend um neuer Mittheilungen entgegenstehend bleibe ich E. Wohlgeboren ergebener N Wien am 19ten Jänner 1847. H. v. Bruck in Triest Euer Wohlgeboren! In Folge eines Schreibens von H. v. Dufour an mich, vom 12ten d. Mts. mache ich Ihnen bekannt, daß derselbe die erste Rate von 20% der von der deutschen Groupe aufzubringenden Summe von 50,000 francs wegen Einhaltung des Termins laut Vertrag von 30ten November 846 + + mit 10000 fr. fr. bereits nach Paris eingezahlt habe. Ich bin daher so frei Sie zu fragen, ob das Haus Dufour und Compagnie aus Leipzig die auf jede Korporationen als erste Einzahlung entfallenden 20% des ganzen mit 1000 fr. fr. von denselben für [unleserlich] Stimme gezeichneten Antheils auf die respectiven Corporationen selbst, nach dem [unleserlich] [unleserlich] Course ziehen könne, oder ob es die Korporationen verziehen, die sie jetzt treffende Einzahlung directe an das genannte Hausehestens einzusenden. In der Anlage beehre ich mich Ihnen ferner eine Abschrift des Formúlaire d'Adhésion an die Société d'Étude du Canal de Suez mit dem Ansuchen zu übermachen, dasselbe gefälligst, gehörig ausfertigen undgehörig unterzeichnen fertigen zu lassen und es mir sodann mit möglichster Beschleunigung einzusenden. Die Vergebung der für Oesterreich vorbehaltenen 5 Stimmen habe ich Ihnen bereits in einem früheren Schreiben bekannt gegeben und habe daher hier nur beizufügen, daß sich der böhmische Gewerbeverein laut Zuschrift des H. Fürsten v. Salm, als Vorstand dieses Vereins, + + aus finanziellen Rüksichten nicht in der Lage befindet,welcheihmden der Groupe beizutreten Beitritterlaubt, daß ich aber diese Stimme nach früher eingehalten Verständigung Sr. E. F. v. Kübeck an die Stadt- [unleserlich] und Handelsgesellschaft Venedig überlassen habe. Die mehrfach eingelaufenen Beitrittserklärungen von Privaten müßten nach unserm Grundsatze in Oesterreich Korporationen den Vorrang zu gewähren, unberücksichtiget bleiben. Wovon E. W. d. Erlaucht den Herrn Gouverneur der Küstenlande Grafen von Stadion [unleserlich] in die Kenntniß setzen wollen. Mit Beziehung auf mein letztes Schreiben wiederhole ich die Bitte mir jene Individuen aus Triest zu bezeichnen, welche bei der bevorstehenden Sondage am mittell. Meere mit Vortheil verwendet werden könnten, und Ich verharre mit besonderer Achtung Euer Wohlgeboren ergebenster Hochgeborener Herr Graf! Auf die sehr geehrte Eröfnung vom 12. d. M. Ich gebe mir die Ehre, mich nachder Euer Hochgeboren ergebenst anzuzeigen # # daß dem löbl. n. ö. Gewerbvereine in der deutschen Groupe zur Förderung der Suezer-Canal-Angelegenheit der Beitritt mit einer Stimme zuerkannt worden ist, und daß das Großhandlungshaus Dufour & Compagnie in Leipzig bereits wegen Einhaltung des Termins, laut Vertrag zu Paris am 30. November 1846, die erste Rate pr. 20%, den von der deutschen Groupe aufzubringenden Summe pr 50,000 francs, nach Paris, eingezahlt habe, und erlaube mir in Folge dessen Euer Hochgeborenehrfurchtsvollst ergebenst zu fragen, ob das genannte Großhandlungs-Haus den auf den n. öst. Gewerbeverein entfallenden Antheil pr: 20 %, des als erste Rate des ganzen von ihm für die einhebende Stimme, gezeichneter Betrages pr. 5000 francs, mit 1000 fr. fr. auf ein von Euer Hochgeboren bezeichnetes Haus hier in Wien ziehen könne, oder ob es Euer Hochgeboren verziehenden diese erste Einzahlung in Betrage pr: 1000 francs an das bezeichnete Haus in Leipzig directe einzusenden. In der Anlage beehre ich mich Euer Hochgeboren zugleich eine das Abschriftdes Formúlaire d'Adhésion an die Socièté d'Etude du Canal de Suez, mit dem ergebensten Ansuchen zu überreichen, dasselbe gehörig ausfertigen zu lassen, und mir nach den Statuten des Vereins gefertiget, gütigst mit [mügler] Beschleunigung einzusenden zuzumitteln. Mit diesem verbinde ich den Ausdruk meiner aufrichtigen Hochachtung womit ich die Ehre habe zu verharren Euer Hochgeboren ganz ergebenster Diener