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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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liens 11,780.000 Seelen, unter diesen 500.000 wilde Indianer und 1.400.000 Sklaven.

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Die Sklaven, gut genährt, leben meist in angemessenen Wohnungen und werden auch human behandelt. Sie besi­tzen selbst auf den meisten Plantagen ihnen zugetheilte Stücke Land, über deren Produkte sie frei verfügen.

Die Arbeit ist heutzutage mässig, und gewöhnlich nur den Tag über, während die Nächte der Ruhe und theilweise religiösen Gebräuchen oder Zerstreungen gewid met sind. at novellon Sie dürfen aus ihren Ersparnissen einen Emancipations­fonds bilden, um sich freizukaufen.

Diese Institution, welche Brasilien durch Zwang be­sonderer Verhältnisse seit den ersten Colonial- Niederlas­sungen aufgebürdet worden ist, neigt sich nun glücklich ihrem raschen Ende zu.

Kraft des Gesetzes vom 28 September 1871 wird in Brasilien Niemand mehr als Sklave geboren.

Diejenigen, welche Staatseigenthum, oder im Dienste des kaiserlichen Hauses waren, wurden freigegeben.

Für diejenigen, welche Privateigenthum sind, hat man einen Emancipationsfonds gebildet, um alljährlich nach den bereits erlassenen und in Kraft getretenen Vorschriften der Regierung, eine gewisse Anzahl frei zu kaufen.

In den Finanzjahren von 1871-1873 betrugen die für obigen Zweck bestimmten Posten die Summe von Rs. 1.776: 717$ 176.

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Hiezu kommen noch die in den Provinzial- Budgets für Emancipation votirten und angewiesenen Summen, ausser denen, welche durch die Philanthropie der Bewohner Brasiliens zugeschossen werden, Dank welcher jährlich eine beträchtliche Anzahl ihre Freiheit erlangen.als