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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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DIE MUENZE.

Die erste Münze in Brasilien wurde 1694 in der Stadt S. Salvador da Bahia eingerichtet, und von da nach Rio de Janeiro verlegt, woselbst sie im Jahre 1699 zu arbeiten anfing; darauf siedelte sie nach Per­nambuco über, wo sie bis 1702 blieb.

Alle diese Anstalten waren dazu bestimmt, das soge­nannte Provinzial- Geld zu prägen, weil es nur in Bra­silien Cours hatte. In Gold wurden Rs. 3.200: 000$ 000 geprägt, und in Silber Rs. 800: 000$ 000.

Im Jahre 1702 verordnete die Regierung, dass die Münze wieder nach Rio de Janeiro verlegt werden solle; und so geschah es, dass dieselbe im Januar 1703 definitiv in dieser Stadt eingerichtet wurde. Von da an begann man in Brasilien allgemein gültiges Geld zu prägen, welches in ganz Portugal Kurs hatte. Allein in Folge der ungeheuren Ausbeute an Gold, welches die Minen lieferten, wurde abermals in Bahia ein Münzhaus eröffnet, und später auch in Minas Geraes; dieses wurde 1735, und jenes 1830 wieder geschlossen.

Die Münze von Rio de Janeiro befand sich anfangs in wenig dazu geeigneten Gebäuden. Im Jahre 1858 wurde der Bau des jetzigen in Angriff genommen und ist eines der ansehnlichsten Gebäude im Kaiserreiche.

Die Officinen derselben sind geräumig, luftig und befinden sich in besseren Verhältnissen als viele gleich­artige in Europa. Seit ihrer definitiven Einrichtung im Jahre 1703 bis zum Jahre 1833 sind daselbst geprägt Rs. 216,257: 629$ 929 in Gold, und Rs. 16,460: 866$ 319 in Silber; von 1833-1849, nach dem gegenwärtig geltenden Modell, Rs. 950: 684$ 000 in Gold und Rs. 67: 390$ 680 in