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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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schaft zu erlernen; die Mädchen finden Beschäftigung in häuslichen Arbeiten.

Früher pflegten die Indianer, um eiserne Gegenstände zum gewöhnlichen Gebrauche zu erhalten, ihre Kinder den Missionären zu überlassen; jetzt ist dieser Tausch ziemlich erleichtert, denn die Eltern bieten häufig ihre Kinder von selbst an.

Die Regierung hofft, dass diese Kinder, in den Grund­sätzen der Religion und den Sitten des civilisirten Le­bens erzogen, mit der Zeit mächtige Agenten sein wer­den, um deren Eltern und Geschwister in den Bereich der Civilisation einzuführen.

Derselbe Gedanke war für die Regierung maassge­bend, als sie der zu Manáos errichteten Schule eine Sub­vention unter der Bedingung gewährte, dass eine ge­wisse Anzahl Indianerkinder Unterricht bekommen.

Die Regierung hat auch die Absicht, eine andere ähn­liche Schule am Fluss Mucury oder im Thale des Rio Doce für die Kinder der dort herumwandernden Horden errichten zu lassen.

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Ausser den älteren Ansiedelungen, deren halb civili­sirte Bewohner mit der übrigen Bevölkerung so ziemlich verschmolzen sind, sind noch folgende zu erwähnen, welche von Missionsgeistlichen geleitet werden:

Amazonas. S. Francisco am Fluss Madeira; Caldei­rão am Fluss Solimões. Man wird cine neue unweit der Stromschnellen des Madeira gründen.

Pará. Capim und Tapajoz an den Ufern der gleichna­migen Ströme.

Goyaz.- S. José de Jamimbú, bestehend aus Indianern, genannt Carajas und Chavantes,-Gorgulho am Fluss Ara­guaya, bestehend aus Chambioás, 36 Leguas,( 237,6