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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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netledar

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MATO- GROSSO.

Diese Provinz verwendet auf die Volkserziehung mehr als ein Neuntel( Rs. 23: 960$ 000) ihrer ganzen Einnahme ( Rs. 226: 000$ 000.)

Es gibt in derselben 32 Schulen, nämlich 27 öffent­liche und 5 Privatschulen; in diesen lernten 60, in jenen 1,176 Zöglinge.

Die Provinz unterkält 9 Classen für Mathematik, Geo­graphie, Geschichte, Latein und Französisch. Es waren 26 Schüler eingeschrieben.

Wenn wir das oben Erwähnte zusammenfassen, er­gibt sich, in Betreff des Primär- Unterrichts, dass im ganzen Reiche 4,653 öffentliche und Privatanstalten von 155,058 Zöglingen beider Geschlechter besucht werden.

Angesichts der Schwierigkeiten, Nachweisungen dieser Art zu sammeln in einem so ausgedehnten Lande und überall zerstreuten Bevölkerung, ist kaum zu bezweifeln dass das erreichte Resultat hinter der Wahrheit zurück­blieb, nicht allein in Betreff der Zahl von Schulen, sondern auch in dem der Zöglinge beiderlei Geschlechts welche sie wirklich besuchen.

Ausserdem muss noch bemerkt werden, dass in dieser unvollkommenen und mangelhaften Statistik die Kin­der nicht eingerechnet sind, welche primären und se­cundären Unterricht im elterlichen Hause geniessen.

Viele brasilianische Pflanzer, welche fern von be­völkerten Orten wohnen, ziehen es vor, auf ihren Pflanzungen, Primär und Secundär- Schulen zu halten, zu welchen, ausser ihren eigenen Kindern, auch die der weniger begüterten benachbarten Einwohner freien Zutritt haben.