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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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THEATER.

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Die Residenzstadt besitzt zehn Theater; drei grössere, zwei kleinere, drei Volks- und ländliche Theater und zwei Schauspielsalons.

Das auf dem Acclamations- Platze gelegene Lyrische Theater, das neuerdings in der Strasse Guarda Velha erbaute Theater D. Pedro II, und das Theater S. Pedro de Alcantara am Constitutions- Platze, in welch beiden ersteren lyrische, in letzterem dramatische Vorstellun­gen gegeben werden, bieten dem Publicum grosse Räumlichkeiten.

In denselben finden grossartige Maskenbälle statt, die seit dem Carnaval von 1845 eingeführt, und welche den Fastnachtsbelustigungen aus den Colonialzeiten ein Ende gemacht haben; und hat diese Veränderung vor­theilhaft auf die Volkssitten eingewirkt.

In den Theatern Gymnasio und S. Luiz, welche klei­ner sind, geben Schauspielertruppen Vorstellungen in der Landessprache, während die Liebhaber von leichterem Genre, Vaudevilles, in den Volkstheatern, Alcazar, Phö­nix und Casino Gelegenheit finden, dergleichen in fran­zösischer und portugiesischer Sprache zu geniessen.

Die Schauspielsalons in S. Christovão und Botafogo werden von Liebhaber- Gesellschaften unterhalten.

Französische und italienische Sänger, oder französische, italienische und spanische Schauspieler, unter ihnen sehr häufig die grössten europäischen Celebritäten, kommen oft nach Rio de Janeiro, in Folge der Leichtigkeit und Schnelligkeit der transatlantischen Verbindungen, und zeigen sich auf den hiesigen Theatern.