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Die Motoren : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger, Prof. der k.k. techn. Hochschule in Wien
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J. F. Radinger.

Da alfo dem Dampfe bei geringer Gefchwindigkeit weite und bei grofser Gefchwindigkeit enge und gedroffelte Wege geboten werden, fo fcheint diere Steuerung für hohe Kolbengefchwindigkeiten, für die fie ja angewendet ift, gerade nicht als Ideal, wirkt aber immerhin ähnlich wie eine Stephenfon'fche Couliffe.

Durch das weite oder geringe Einftellen des Excenterarmes vor dem Beginne der Regulatoreinwirkung ift die Normalfüllung für die Normalarbeit zu regeln, und durch das Stellen nach der einen oder der andern Seite der todten Lage hin die Umdrehungsrichtung zu ändern. Beides wird aber nur beim Still­ftand der Mafchine möglich.

Die Arbeitsftellung des Excenters beforgt nun ein Centrifugalregulator eigenthümlicher Conftruction, welcher fich in der Schwungfcheibe mit unterge. bracht vorfindet. Zwei faft radial nach einwärts gekehrte Gewichte. deren Dreh­punkte nahe dem Scheibenumfange liegen, nehmen an der Drehung Theil und fuchen in deren Folge nach aufwärts zu fchlagen. Hievon werden fie aber durch je eine Spiralfeder abgehalten, welche fie nach einwärts zu drehen ftrebt.

Für jede Gefchwindigkeit wird fich alfo eine beftimmte Stellung ergeben, in der das Moment der Federfpannung dem der Flugkraft der Gewichte eben das Gleichgewicht hält, und auf diefe Art ein ftatifcher Regulator gefchaffen fein, welcher fich durch eine mögliche Regulirung der Federfpannung auf verfchiedene Normalgefchwindigkeit einftellen läfst.

Die beiden Gewichte ftehen durch eine Kuppelftange derart in Verbin­dung, dafs fich allfällige Ungleichheiten der Spannun¸en etc. ausgleichen.

Von der Lage diefer Gewichte hängt aber nun die Lage des Excenters ab, indem diefe feinen Hebelarm fefthalten, wenn fie im Gleichgewicht ſtehen und mitnehmen, wenn fie in Bewegung kommen.

Diefes Halten und Mitnehmen findet nicht direct. fondern mit einer ftarken Ueberfetzung ins Langfame ftatt. um das Excenter trotz Ring- und Schieberrei­bung energifch zu regieren, und gefchieht( nach Hartuell& Guthrie's Patent) mit einer an das eine Gewicht angefchraubten kreisgekrümmten Flachfchiene, deren Krümmungs- Mittelpunkt bei mittlerer Stellung im Drehpunkte ihres Gewichtes liegt, und welche durch eine Führung im Excenterhebel hindurchgeht.

Ift nun diefe Schiene nicht etwa fo geftellt, dafs thatfächlich ihr Krüm­mungs Mittelpunkt mit dem Drehpunkte des fie tragenden Gewichtes zufammenfäl.t, wobei fie durch die Führung im Excenterarm taub hindurchgleiten würde fondern ift fie excentrifch zum Gewichts- Drehpunkt fixirt, fo mufs fie beim Aus­einandergehen diefer Gewichte ihren Aufsengleitbacken, und weil diefer vom Excenterarm gehalten wird, auch diefen um den Ausfchlag ihrer eigenen Excen­tricität mitnehmen, indem fie dabei eben felbft als Theil eines Fixirexcen­ters wirkt.

PO

Das Excentrifchftellen diefer ans Regulatorgewicht befeftigten Führungsfchiene gefchieht auf folgende Art: An das Gewicht ift ein wegftehender fefter Arm ge­fchraubt, an deffen Aufsentheile das eine Ende der Schiene drehbar fitzt. Das andere Ende derfelben ift verlängert und enthält einen Schlitz, durch welchen eine ins Gewicht ge­fchraubte Stellfchraube hindurch­geht, und fo die Schiene durch Klemmung hält.

Steht die Stellfchraube genau in der halben Schlitzlänge. fo fteht die Führungsfchiene centrifch zum Gewichts- Drehpunkt und es fällt die Ex­centricität des Steuerexcenters in die verlängerte Kurbel­richtung, wobei Alles die todte Lage einnimmt. Dreht.