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Die Motoren : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger, Prof. der k.k. techn. Hochschule in Wien
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Millimeter 100 o' I

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J. F. Müller in Prag.

3 4 5 6 7 8 9 Meter

Mafsftab 1: 25 der Natur.

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Extremftellung des überleg­ten Schiebers vertaufcht deren Function und die Mittelftel­lung desfelben fchliefst beide.

Durch die Doppelfchieber der Dampfcylinder, unter wel­chen derart aufser ihren eige­nen Dampfwegen noch der Zu: und der Abftrömcanal mit vertaufchbaren Rollen münden, wird nun die Mafchine zum Vor oder Rückwärtsgang ver­anlafst. je nachdem der Tausch gefchah. Da aber die arbei­tenden Steuerkanten wechfeln, fo ift kein lineares Voreilen oder eine Vorausftrömungmög­lich und das Excenter jeder Mafchine mufs unter 90 Grad gegen feine Kurbel gekeilt fein.

Die Dampffpannung wird mit einem Drehfchieber gere­gelt, welcher direct auf der Aufsenfeite des mittleren Steuerfchieberkaftens liegt. Um diefen Drehfchieber fchmiegt fich der Fufs und obenauf fteht der Schaft einer kleinen Säule( unteres Ende des

Dampfrohres), durch welchen die Welle des Drehfchiebers nach aufwärts und nach aufsen führt, wo fie mit einem Handgriff geftellt wird.

Aus dem Haupt- Dampfrohr geht noch je ein dünnes Rohr in die Haupt­Schieberkäften, um die, auch den Zuftrömdampf innehaltenden Doppelfchieber an ihr Geficht zu drücken.

Diefe einfache und handliche Steuerung, welche nur den Nachtheil der ent­fallenden Voreilungen und gehäufter Winkel in den Dampfwegen bietet, fcheint für derart kleine Mafchinen( hier 16pferdige genannt) gut am Platz.

Die Dampfwege des Cylinders tangirten unter deren tiefften Geraden, was die Wafferentfernung erleichtert; die Schieberkaften waren angegoffen, aber mit eingefetzten Stopfbüchfenvafen verfehen.

Weiters wäre über diefe Mafchine zu bemerken, dafs ein untenliegender Grundbalken, aufser den angegoffenen fchiefen Lagern, noch kurze Seitenpratzen für die ebenen fchmiedeifernen Geradeführungslineale trägt, welche innen auf den Stopfbüchfen aufruhen.

Die Schubftange war von je einer Augenführung getragen und Folge deffen aufsen gegabelt. Nun müfste entweder ein weit vorftehender Kurbelzapfen oder, falls das Streifen der Gabelftange an der Kurbelfcheibe vermieden werden wollte, die Scheibe felbft entſprechend weit ausgenommen werden. Hier gefchah letzteres, was aber einen unbefriedigenden und häfslichen Anblick gewährte, weil gerade dort( gegenfeits der Kurbel) die Ausnehmung erfolgen mufs, wo das Balance. Gewicht hingehört.

Zwifchen Scheibennabe und Lagerborten fah man noch die unverfenkten Zapfenbunde. Die vorftehenden Schraubenbolzen der Geradführung waren ober­halb der Muttern mit angedrehten Kugeln gefchmückt und überhaupt fanden fich etwas viel Linien in der Zeichnung.