Mafchinenwerkftätte St. Georgen bei St. Gallen.
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Zahnräder werden durch je eine endlofe Schraube geftellt, deren Wellen durch Kegelräder gekuppelt und von einem gemeinſamen Stellzeug bewegt werden. Eine der ausgeftellten Turbinen hatte ein Zulaufrohr von 350 Millimeter Weite, welches allmälig in den innern Leitkranz von 620 Millimeter überging Aufsen mafs der Leitapparat 800 Millimeter im Durchmeffer, während der des Laufrades 1 04 Meter betrug.. I
Die jederfeits zwölf Leitcanäle waren je 47 Millimeter hoch, 23 Millimeter weit und derart geformt. dafs ihre Austrittsöffnungen je die zweite Schaufel des Laufrades trafen, wodurch jeder Wafferfti ahl richtig geführt an den Treibfchaufeln antreffen mufs. Ob aber durch diefe nun eintretende regelmäfsig wiederkehrende Arbeitsweife des Waffers nicht jener pulfende Gang des Motors eintritt, welchen man fo wohl kennt und zu vermeiden trachtet, konnte an der trocken ftehenden Mafchine nicht erhoben werden.
Das Treibrad enthielt 56 Blechfchaufeln, welche innen 38 Millimete lichte Weite mafsen, während ihre axiale Höhe von 47 Millimeter gegen aufsen bedeutend wuchs und an der freien Mündung 190 Millimeter mafs.
Hier fcheint die Erweiterung auf die vierfache Höhe der Innenöffnung des Guten zu viel zu fein und dürfte umfoweniger vom Waffer gänzlich benützt werden, als es eine verticale Oeffnung ift.
Aufsen war wohl der fenkrechte Abftand zweier Schaufeln 18 Millimeter. was mit den 190 Millimetern Höhe einen faft doppelt fo grofsen Querschnitt ( 3420 Quadratmillimeter) als beim Einlauf( 47-38 1786 Quadratmillimeter) gibt und dem Waffer noch immer jenen freien Austritt geftatten foll, welcher nöthig ift, damit diefes nicht vom Rücken der nächften Schaufel berührt wird und eine Centrifugalwirkung erfährt. Da aber jede Zelle noch Luft fafst, welche mit ausftrömen mufs, fo fcheint jene Querfchnittserweiterung refpective der kleine Austrittswinkel doch durch eine zu grofse Erhöhung der Canäle erkauft Die Ausführung der Conftruction war tadellos und insbefondere die Schaufelflächen fielen durch mufterhafte Reinheit und Glätte auf.
Joh. Jacob Rieter& Comp. in Winterthur.
In der Fernleitung von motorifchen und hauptfächlich von Wafferkräften durch die Seiltransmiffion hat diefes Haus einen wohlverdienten Ruf. Die erfte Anlage im grofsen Stil diefer Art wurde bekanntlich für Schaffhaufen gebau: und nachdem fich diefe fo wohl bewährte, greift die Verwendung der concentrirten Kraftentnahme an grofsen Wafferläufen und Vertheilung der Arbeit längs einer Seiltransmiffion ftets weiter um fich. In Wien ftellte die Firma die Pläne und einzelne Beftandtheile einer neuen eben im Bau begriffenen Anlage, nämlich der für Bellegarde aus, deren wefentlichfte Glieder folgende find:
Die Turbinen. Die disponible Wafferkraft der Rhone, welche dort benützt wird, beträgt über 10.000 Pferdeftärken. Es find nun fünf Turbinen zur Autftellung projectirt, von welchen drei bereits ausgeführt find und nachdem diefe bei 70 Percent Nutzeffecte je 630 effective Pferdeftärken zu geben haben, fo ift ein fteter Wafferüberflufs vorhanden welcher das einfachfte, faft keiner Regu lirung fähige Syftem, nämlich Hentfchel- Jonval Turbinen zu verwenden geftattet. nachdem folche jedesfalls die billigften find. Das überflüffige Waffer erlaubt auch bei jeder Hauptturbine eine 20pferdige Hilfsturbine in dauerndem Gang zu halten, welche die Hauptregulirung mittelft Droffelung, die Stellung der Abfperr. fchieber etc. beforgt.
Das Gefälle der Rhone ift variabel und beträgt bei Hochwaffer II'l und bei Tiefwaffer 13 o Meter, wodurch eine Differenz von 19 Meter entsteht. Dabei variirt der Stand des Oberwaffers um 3'05 und der des Unterwaffers