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P. F. Radinger.
dod Das Wafferrad. Syftem Zuppinger, hatte circa 537 Meter Durchmeffer 1.58 Meter Breite und war bei 2- Füllung für eine Waffermenge von 0632 Cubikmeter per Secunde bei einem Gefälle von 1 58 Meter beftimmt. Es macht normal drei Umdrehungen per Minute, wobei die Umfangsgefchwindig. keit o'84 Meter, etwas weniger als 1 der Zulaufgefchwindigkeit des Waffers beträgt. Die fchmiedeiferne Welle trug zwei Gufsrofetten, von welchen je fieben Arme aus I Eifen ausgingen, welche erft je durch einen Tee- und dann einen Flacheifenring im Umfange verbunden waren. Beide Ringe trugen dann die nach der Schaufelkrümmung gebogenen Schaufelträger- Winkeleifen angenietet, an welche die aus je fünf Holzbrettern beftehenden Schaufeln mit Flacheifen- Gegenfchienen und je acht kleinen Schrauben befeftigt waren. Das Rad hatte 35 Schaufeln, deren Länge von je 1 Meter gegen die originale Zuppinger- Zeichnung bedeutend verkürzt erfchien. Nachdem das Rad nur durch kargen Wafferzulauf ( des normalen) gefpeift wurde, konnte über das Genügen der verkürzten Schaufeln nicht geurtheilt werden.
Diefes Rad hatte mit den Lagern ein Eifengewicht von 4250 Kilogramm und fammt 750 Kilos Holz ein Gefammtgewicht von 5000 Kilogramm, und koftet circa fl. 2500, wozu noch fl. 200 für die circa 400 Kilos Ueberfallfchützzeug hinzukommen.
Ich habe diefes Rad unter gleichzeitiger Waffer- und Gefällsmeffung am 1. November 1873 gebremft und Folgendes erhoben:
Zulaufende Waffermenge. Diefe konnte an zwei gefonderten Stellen mittelft Ueberfälle gemeffen werden, deren einer fich beim Ueberfallpolfter von felbft ergab, während ein zweiter mit gehobelter Schmiedeifen Kante auf die ganze Breite des Unterwaffers eingebaut war.
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Der Polfter hatte 150 Meter Breite und lag 0: 125 Meter unter dem ungefenkten Spiegel des Oberwaffers. Der eingebaute Ueberfall unten war 135 Meter breit und das Waffer rann mit o 145 Meter Druckhöhe über ihn. Nach der für Metermafs reducirten Francis- Formel Q= 1.838( b- o'1 n h) h³/ 2, worin n die Zahl der Contractionsftellen bedeutet, gibt die ein Meffung o'12 und die zweite 0 13 Cubikmeter Waffer per Secunde, aus welcher der nahen Uebereinstimmung halber beruhigt das Mittel o 125 Cubikmeter in die Rechnung genommen wurde. Nebenher fei erwähnt, dafs die gewöhnlich gebrauchte Formel Q= 06.bhVagh aus dem unteren Ueberfall eine Waffermenge von 0132
und die Weifs bach- Formel o'18 Cubikmeter vermuthen liefsen.
Das Gefälle betrug 149 Meter, woraus fich mit der obigen Waffermeffung der dem Wafferlauf innewohnende Effect( bei einem möglichen Fehler von 4 Percent) auf 2:48 Pferdeftärken berechnet
Die Bremfung. Auf der verlängerten Radwelle fteckte eine Bremfe, welche in dem zu Ende diefes Berichtes folgenden eigenen Capitel befchrieben ift, und am 180 Meter langen Hebel von 23 Kilogramm Eigengewicht noch 231 8 Kilogramm Anhänglaft dauernd trug. Nachdem ferner das Rad 2.63 Umdrehungen per Minute vollzog, fo war der geleiftete Effect 168 Pferde.
Der Wirkungsgrad des Rades ftellte ich aus dem Vorhergehenden auf 68 Percent, wobei berücksichtigt werden mufs, dafs die normale Waffermenge weitaus gröfser als die hier verwendete ift. Nachdem aber der Stirnzapfen des Rades 120 und der Wellzapfen 150 Millimeter dick find, läfst fich nach den bekannten Eigengewichten und Gefchwindigkeiten der wahrfcheinliche Reibungs verluft auf o 12 Pferdeftärken fchätzen, was zu dem gebremften Effecte hinzukommend den reinen hydraulifchen Nutzeffect auf 72 Percent erhöht.
Das Rad mit Inneneinlauf( Millot Rad). Bei diefer Conftruction tritt das Waffer auf der inneren Seite der Schaufelung ein, während es aufsen ausgegoffen wird. Diefs bietet den Vortheil, dafs andere Krümmungen für die