$z- r\ wF ' Exner - ^ ^ »K ^ r fu 83 tellung 3 -BibliotheK‘ BESCHREIBUNG v KOLONIE VICTORIA, Ihre Geographie, Politik, Land- u. Hirtenwirthschaft und ihren Bergbau betreffend. Gesammelt und herausgegeben unter der Autorität dos Agent-General von Victoria, 8, Victoria Chambers, Westminster, London. i ¥ llUli, 1873. 1 t>f l a V l I r f r tjj .ij# i'& tail V WK-; itAftfjfÿx,» */, . . .' .n sni '// .<.. >;»# iüift ; ^wjÿnS^ BESCHREIBUNG der KOLONIE VICTORIA, Ihre Geographie, Politik, Land- und Hirtenwirthschaft, und ihren Bergbau betreffend. Victoria, obgleich eine der jüngsten, und was Fläche betrifft die kleinste der Kolonien der Australischen Gruppe, ist doch die wichtigste, da sie in Ausdehnung des Handels alle andern Kolonien, Indien allein ausgenommen, übertrifft. Victoria besteht aus der Süd-Ost Ecke von Australien, grade wo das Land am weitesten in der kühlen südlichen Breite hervorspringt. Her südlichste Punkt ist Wilson’s Vorgebirge, 89° 7' 5" Breite und 146° 26' östl. Länge. Im Westen ist die Grenze Süd-Australien. Im Norden Neu-Süd- Wales, von letzterem durch den Fluss Murray getrennt. Im Süden und Süd-Osten werden die Küsten von der Süd-See bespült. Ihre äusserste Länge ist 500 Meilen von Osten nach Westen, und ihre äusserste Breite 300 Meilen von Norden nach Süden. Ihr Flächeninhalt ist 55,571,840 Acker oder 86,831 Quadrat-Meilen. PHYSISCHE BESCHAFFENHEIT. Trotzdem dass man Victoria fast gebirgig nennen darf im Vergleich zur allgemeinen Flachheit von Australien, doch zeigt sie viele von den eigenthümlichen ruhigen Landschaften, so characteristisch zu jenem Welttheile. Der offene Wald bildet eine sehr angenehme Abwechselung von Landschaften characteristisch zu Australien und sehr hervorherrschend in Victoria. Es unterscheidet das wellenförmige Land des fruchtbaren Bodens, dies ist mit grossen Bäumen überwachsen, hauptsächlich mit rothem Gummi (Eucalyptus) und silbernem Wattle (Acacia). Da die Bäume selten und mit wenig Laub bedeckt sind, auch die Erde frei von Unterholz ist, gibt es gewöhnlich ziemlich viel Gras, daher sind die Landschaften parkartig und schön, obgleich etwas monoton, durch den überall vorherrschenden Mangel an Wasser. Eine Bergkette 1 2 theilt die ganze Länge von Victoria in zwei Theile, diese Bergkette heisst daher die Dividing Range. Die Ströme im Norden derselben fliessen alle in den Murray, die im Süden in das Meer. Der östliche Theil, der den Gippsland District von dem Murray District trennt, heisst die Australischen Alpen. Der Theil, welcher den Wimmern District von der Grafschaft Ripon trennt, heisst die Pyreneen. Es gibt noch andere Kettengebirge, die sich nach verschiedenen Richtungen des Landes ausdehnen, von denen die merkwürdigsten die Benambra Gebirge, die Gibbo, Bozong, Buffalo und Futter-Ketten in dem Murray District sind. Die Delegate, M** Wellington, Baw Baw, Hoddle und Strzelecki Ketten in Gippsland, letztere sind 6500 Fuss über der Meeresfläche. Die M l - Alexander Ketten in dem Loddon District und Grafschaft von Talbot, die Grampians, Victoria und Sierra Ketten in den Grafschaften von Dundas, Ripon und dem Wimmern District. Der Westen ist durch zahlreiche abgesonderte Hügel von vulkanischer Bildung merkwürdig, wodurch Victoria einen so grossen Theil von gutem Ackerland besitzt. Die Flüsse der Kolonien sind von geringer Bedeutung, da viele derselben im Sommer ganz ausgetrocknet sind und nur Wasserhöhlen bilden. Die Hauptflüsse sind der Murray und seine Nebenflüsse, der Snow River, der Thomson, der Mitchell, der Macallister und der Latrole in Gippsland, der Goulburn, der Yarra-Yarra, an dessen Ufer die Hauptstadt Melbourne gebaut ist, der Barwon, der Hopkins und Glenelg, die drei letzteren aber sind nicht das ganze Jahr dauernde Ströme. Sehr wenige von diesen Flüssen sind schiffbar ausser mit Böten; da sie aber die Gewässer von grossen Land- • flächen sammeln, dienen sie dazu die Reservoirs zur Bewässerung für die Goldminen und Manufacturen zu unterhalten. Von der verschiedenen Flora, die man in der Kolonie bemerkt, gibt es keine mehr in die Augen fallende und werthvollere als die grosse Familie der Eucalypti, von der sich nicht weniger als 27 Gattungen in Victoria vorfinden. Sie characterisiren nicht nur die Landschaft und die besseren Sorten des Bodens, sondern auch die Bäume sind bemerkens- werth durch ihre Eigenschaften, dass ihr Holz zu Zierrathen gebraucht wird, und dass sie sowohl dem Verrotten als den Insecten widerstehen. Einige erreichen die aussergewöhnliche Höhe von 400 bis 500 Fuss, und sind gleichfalls bemerkenswerth durch die Schnelligkeit ihres _ C - J © Wachsens. Unter den Eigentkümlichkeiten von Australien müssen wir die sehr sonderbare Fauna und hauptsächlich die Kangaroo oder die Marsupial Familie und den Emu oder den grossen flügellosen Vogel hervorheben. Das Klima der Kolonie ist gesund und angenehm für die Europäer, obgleich häufige und plötzliche Veränder- 3 ungen in der Wärme der Temperatur stattfinden. Das Wetter ist niemals sehr drückend, ausgenommen wenn der heisse Nordwind vor* herrschend ist, und selbst dann nur in Zwischenräumen während der Sommer-Monate. In einem Districte findet man Eis in der Mitte des Winters im Juli, aber es widersteht selten der Mittagssonne. Die Kälte des Winters ist häufig scharf und die Hausfeuer werden häufig während sechs Monate des Jahres des Morgens und des Abends gebraucht. Die heissesten Monate sind Januar und Februar, der kälteste Juli. Die meisten Regentage sind im August, die wenigsten im Februar. CIVIL UND POLITISCHE DIVISIONEN. Victoria ist in Grafschaften mit vielen Stadtgemeinden eingetheilt und hat ihren Bürgermeister und Stadtrath. Ein Gesetz in der Kolonie ist besonders dazu gemacht worden, um es zu erleichtern eine Stadtgemeinde mit ihrem Stadtrath zu erwählen, sobald es nothwendig ist. Die Shires und Boroughs werden von gewählten Räthen regiert, viele erwählen ihre Präsidenten und Bürgermeister. Die Kolonie besitzt eine verantwortliche Regierung mit einem Gouverneur, den die englische Krone ernennt, und zwei gesetzgebenden Kammern; die erste Kammer, die Rathsversammlung, besteht aus 30 Mitgliedern, die von sechs Wahl-Districten gewählt werden, und die zweite, eine Versammlung, besteht aus 78 Mitgliedern von 37 Wahlkreisen erwählt. Durch die ganze Kolonie ist das Prinzip der localen Selbstregierung hervorleuchtend. Nach dem letzten Census von 1871 besteht die Bevölkerung der Kolonie aus 730,198 Menschen. Wenn man dieses vergleicht mit der Bevölkerung von 1836, als sie sich nur auf 177 belief, so zeigt es sich klar wie bewunderungswürdig schnell die Bevölkerung zunimmt. Von allen Städten sind die am meisten bevölkerten Melbourne die Hauptstadt, die mit ihren Vorstädten eine Bevölkerung von 212,298 enthält, Geelong, Ballant, Sandhurst, Castlemaine etc. Die Sterbelisten belaufen sich auf 17 im Tausend, viel niedriger als im Durchschnitt in Frankreich und England. Die Bevölkerung ist hauptsächlich englisch, das ausländische Element ist nur ein wenig mehr als ein Zehntel. Die Deutschen sind die einzigen Ausländer von bemerkenswerther Kraft, sie haben sich als vortlieil. hafte Einwanderer bewiesen, denn obgleich sie sich schwer mit ihren herkömmlichen Gebräuchen in die neuen Umstände fügen, haben sie doch ein empfehlungswürdiges Beispiel von Sparsamkeit, Fleiss und Miissigkeit gegeben. Die Urbewohner des Landes sterben rasch in der Kolonie aus, denn die Kultur, die der Weisse einführt, hat eine schlechte Wirkung auf den Eingebornen, der in einer ziellosen Existenz 4 verschmachtet, ein Opfer zu den Lastern, ohne die Tugenden der neuen Ankömmlinge zu lernen. Für die Bedürfnisse der Religion in der Kolonie gab es im Jahre 1870, 1095 protestantische Kirchen und Kapellen, und 137 römisch-katholische. Dieses Department des Census ist in demselben Verhiiltniss als in England. Alle Religionen aber haben gleiche Berechtigung vor der Regierung. Sehr viel Aufmerksamkeit wird der Erziehung des Volkes gewidmet, man kann sie mit irgend einem Lande Europas günstig vergleichen. Die Universität von Melbourne ist ein gedeihendes Institut, und gibt Titel wie die Universitäten in Europa. Im Durchschnitt besuchen 122 Studenten ihre Classen. Im Jahre 1870 gab es mehr als 900 Schulen mit Staatsunterstützungen, die für die Kinder von jeder Religion offen sind; in diesen Schulen muss jeder Schüler unentgeltlich vier Stunden täglich an seculai’isclien Studien theilnehmen. Das Schulgeld wird erlassen, wenn man es genügend zu den Vorstehern beweisen kann, dass man zu arm ist; kein religiöses Bekenntniss wird gefordert. Dass man auch für die Erwachsenen sorgt, beweist die Existenz einer freien Bibliothek in Melbourne, die 75,000 Bände enthält und die der Staat jährlich vei’grössert. Auch gibt es in der Kolonie 77 öffentliche Bibliotheken und Mechanische Institute, Museums und Kational-Gallerien. Die hauptsächlichsten Beschäftigungen der Kolonie Victoria sind ausser dem Gross- und Klein-Handel und den Fabriken, der Ackerbau, die Viehzucht und das Bergwerk. 1. ACKERBAU. In den letzten Jahren hat man viele Aufmerksamkeit diesem Gegenstände geschenkt, derselbe wurde früer gänzlich von den Ansprüchen der Viehzucht und dem Bergwerk in den Hintergrund gesetzt. Durch statistische Tabellen von 1872 findet man, dass die ganze Ausdehnung des Landes in Gebrauch, war folgende— Gekauftes Land. 7,663,759 Acker Kron-Land. 2,436,920 „ Zusammen 10,100,679 Acker Auf dieser Fläche wuchs folgendes Getreide: Ö Weizen . Hafer. Gerste. Anderes Korn .... Grünes Getreide . Heu. Grünes Futter Anderes Getreide. Brachland. 334,609 Acker 175,944 „ 16,772 „ 11,204 „ 42,707 „ 103,206 „ 150,775 „ 22,419 „ 79,584 „ Zusammen 937,220 Acker 5 Die Producte desselben Jahres waren geschätzt auf— Weizen . 4,500,795 Büschel Hafer. 3,299,889 „ Gerste . 335,506 „ Die Zahl der Weinstöcke wurde auf 9,691,292 geschätzt; diese brachten 713,589 Gallonen Wein ein. Der Betrag des Landes für Weizen-Kultur ist 35.7 pc. Die Weine der Kolonie, die theilweise in der Ausstellung vertreten sind, steigen rasch in der Achtung des Publikumsund sind schon ein wichtiger Posten in den Staatstabellen. Das Obst wächst gut und in Fülle, alle englische Arten eingeschlossen, mit Apfelsinen, Citronen und Pompeinüsse. Die Tahackspflanze wächst in Gippsland und der Wachs in Warnombool.—Dank der Gesellschaft für Acclimasation, dass die Seriecultur (die Production der Seide) bald wahrscheinlich einen wichtigen Platz einnehmen wird. Folgende Tabellen zeigen die Preise von dem Getreide und den Durchschnitts-Lohn : Weizen. Hafer . Heu . Kartoffeln . Lohn Pflüger . Ackerbauer.. Verheirathete Paare Weiber.. Schnitter. Mäher . . 4s 8d per Bushel . 2s lld £3 4s Od per Tonne £3 5s 6d .18s 4d per Woche mit llationen .15s Od „ „ .22s ld „ . 9s 4d „ .36s Od „ „ .26s ld Die Hauptpunkte von Interesse die Erwerbung des Landes nach dem Landes-Gesetze von 1869 betreffend, sind die folgenden: Irgend Jemand kann nachsuchen und erhalten (nach dem Gutdünken des Gouverneurs) eine Erlaubniss ein Stück Land von nicht mehr als320 Acker während drei Jahre für 2s per Acker zu bewohnen. Die Bedingungen der Erlaubniss sind : (a) Dass die Miethe halbjährlich im A^oraus bezahlt wird, (b) Dass der Miether muss nicht übertragen oder vermiethen unter der Strafe seine Konzession zu verlieren, (c) Dass er dasLand mit einer starkenZäunung umschliesst und zum wenigsten einen Acker von zehn innerhalb zweier Jahre seiner Konzession cultivirt. (d) AVenn diese Bedingungen vollfüllt sind, kann der Miether an dem Ende von drei Jahren das Land von der Krone für eine Bezahlung von 14s (7 Florins) per Acker kaufen, oder er kann fortfahren das Land für sieben Jahre mehr unter denselben Bedingungen als vorher zu miethen. Hieraus kann man ersehen, dass für den bona fide landwirthschaftlichen Ansiedler, die Bedingungen unter welchen er ein Landbesitzer werden könne, so leicht wie möglich gemacht sind. 6 VIEHZUCHT. ✓ Das “Squatting” Interesse war bis vor wenigen Jahren das hervorherrschende in Victoria. Zuerst waren die Hirten-Stationen oder “ Runs,” wie sie genannt werden, uneingeschlossene Flächen, die man für eine nominelleMietheoder für dieGebühren einesBesitz- scheines erhielt. Nun sind jedoch diese Flächen in viele kleinere Theile getheilt worden, und man hat viel für sie gethan, dass man sie mit starken Gehägen eingeschlossen hat. Die Erlaubniss für “Runs” unter dem Landgesetz wird unter den Bedingungen bestimmt wie das Land fähig ist Gras zu produciren, nämlich 8d für jedes Schaf oder 4s (2 Florins) für jedes Hornvieh, das das Land für fähig gehalten wird zu ernähren. Nach den letzten Berichten von 1871 gab es in der Kolonie 974 “ squatting runs ” mit einer Pläche von 27,972,623 Acker.—Die Zahl der Thiere, die auf diesen runs erhalten wurden, waren: Pferde. 181,643 Hornvieh. 799,509 Schafe.10,002,381 Der Ertrag der squatting Flächen besteht hauptsächlich, wie es klar ist, aus Wolle und Fleisch. Von der ersteren wurden 1871 68,764,809 Pfd. von dem Werthe von £4,287,011 ausgeführt. Die Zubereitung von eingemachtem Fleische ist zu einer grossen Ausdehnung gewachsen, und wenn wir in Betrachtung ziehen die immer sich vergrössernde Forderung für Fleisch von England und den anderen europäischen Staaten, so ist es unmöglich, dass wir richtig die wahrscheinliche Grösse dieses Handels abschätzen. Es gibt 22 grosse Fleisch-Einmacli-Anstalten in der Kolonie, 1871 wurden 14,870,878 Pfd. von eingemachtem Fleische vom Werthe von £355,761 exportirt. Die folgende Tabelle zeigt den Durchschnitts- Lohn in den Squatting Districten : Hirt (Stockinan) . £40 17s 3d per Jahr mit Rationen Schäfer . £31 12s Od „ „ Hütten-Wächter . £25 3s 4d „ „ Verheirathete Leute. £51 10s Od „ „ Weiber ..*. £26 12s Od „ „ Stations-Arbeiter. 15s 7d per Woche „ Schafswascher . 18s 6d „ „ Schafsscheerer . 12s lld BERGWERK. Von der ganzen Fläche von 86,831 Quadrat-Meilen enthält ein Drittel sicherlich Gold-Felsen, von denen jedoch nur ein kleiner Theil ordentlich untersucht worden ist. Dessenungeachtet sind 7 seit dem Jahre 1851, als Gold zuerst entdeckt wurde, mehr als £147,000,000 ausgegraben und von der Kolonie Victoria exportirt worden. Dann gibt es 18,523,947 Acker für den Minengräber ; beinahe überall findet man goldreiche quarzige Adern und goldreiche alluviale Strata, und nach den Berichten von 1871 sind die hauptsächlichsten Minen-Beffe :— 1. Ballarat. 2. Beechworth. 3. Sandhurst. 4. Maryborough. 5. Castlemaine. 6. Ararat. 7. Gippsland. Der ganze Inhalt von Quadrat-Meilen war 984 und der Gewinn davon £12,275,046. Die Durchschnittszahl der Tonnen von zermalmtem Quarz war 924,704, die 484,303 Unzen Gold enthielten. Gold findet man nicht nur in den Quarz-Adern und in denen von diesen gebildeten Alluvialen und sie umgebenden Felsen, sondern auch in dem Thonstein. Gegen alle Erwartung sind flache Streifen von goldreichem Quarze in Dykes von Diorite, die die oberen Silurian oder unteren Devonian Felsen durch- schneiden, gefunden. Viele grosse Adern findet man in allen diesenTheilen der Kolonie, wenn die Schiefer-Felsen auf der Oberfläche erscheinen, und man trifft sieauch durchschneidend die alten sedimentären Felsen unter den Tertiären. Im Jahre 1867 waren 17,730 Minenarbeiterin Quarz-Mineralarbeiten bei wenigstens 2000 Beefen beschäftigt, wobei man 522 Dampfmaschinen und 62 Maschinen vom Wasser oder Pferden getrieben zum Zerstossen, Heraufwinden, Pumpen, &c. Hier waren auch 65,484 Minenarbeiter beschäftigt Gold aus den goldreichen alluvia zu erhalten; sie gebrauchten 5835 Schleusen-Biichsen und 621 Schleusen und “Toms.” Aber da die letzten Berichte zeigen, dass die ganze Bevölkerung der Goldfelder zum wenigsten 270,900 ist, so muss die Zahl der Minenarbeiter sich sehr vergrössert haben. Um die alten goldreichen Strata zu erreichen, so muss man tiefe Schafte her unter sinken und dann untersuchende Trifte sind bisweilen 1200 oder 1500 Fuss fortgeführt ehe man den goldreichen Boden berührt. Der “ Waschschmutz ” variirt in Dicke von 1 bis 12 Fuss und der Durchschnitts-Ertrag des Goldes ist von 10 dwts. zu 2^ Unzen per Cubic-Elle. Die Minen in Ballarat dehnen sich rasch nach dem Süden aus, und wenn man von der Dividing Bange gegen Bokewood reist, so sieht man überall grosse Schornsteine 8 und Maschinenhäuser und sehr ausgebreitete “ verdorbene ” Haufen. Die Schafte variiren in Tiefe von 50 bis 500 Fuss und viele der Minen sind sehr ausgedehnt und gut geleitet. Die goldreiche Erde besteht aus Quarz, Gravel (englischer Sand), Sand und Thon. Das Gold erscheint in kleinen Körnern, Schuppen und gelegentlich in grossen Wasser geriebenen Stücken, mitunter 1000, 2000 oder 3000 Unzen wiegend. Die Zahl von grossen Nuggets, die in der Kolonie bis zum Jahre 1867 gefunden wurden, war nach den Berichten des Minen-Departments 98, und ihr ganzes Gewicht betrug 36,218 Unzen. Einige von diesen wogen über 2000 Unzen und in der gegenwärtigen Ausstellung sind mehrere Facsimiles. Unter derVerordnung des Minen-Statutes ist ein Document erschienen, das Recht des Minenarbeiters genannt, das in Kraft während eines Jahres bleibt und den Besitzer berechtigt nach Gold im Kronlande für 5s zu graben. Dieses Kecht besteht für irgend eine Anzahl Jahre bis zu 15. Leute, die ein Geschäft auf den Goldfeldern errichten wollen, haben die Erlaubniss eine Fläche von nicht mehr als einen viertel Acker vonKronland für £5 per Jahr zu bewohnen. Die Mietlien für Gold-Minen sind durch die Regulationen auf £1 per Jahr für den Acker, für Mineralien auf 2s per Jahr, für den Acker und für Untersuchungen £10 per Jahr für die Quadratmeile festgesetzt. Die anderen Mineralien, die man in der Kolonie findet, bestellen aus Silber (in St. Arnaud bearbeitet), Strom-Zinn, Kupfer-Erz, Antimonium, Blei, Kohle, Lignit. Edelsteine sind auch entdeckt worden iu der Form von Diamanten, Saphire, und Agate. TMW-Bibliothek