FAJ 559 OFFICIELLER AUSSTELLUNGS- BERICHT HERAUSGEGEBEN DURCH DIE GENERAL- DIRECTION DER WELTAUSSTELLUNG 1873. DIE KESSELARMATUREN UND SCHMIERVORRICHTUNGEN. ( Gruppe XIII, Section 1.) BUCHERE BERICHT VON VICTOR NOVELLY, 2. Ingenieur bei der Generaldirection der Wiener Weltausstellung WER Technologisches Gewerbe- xseum WIEN WIEN. DRUCK UND VERLAG DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI. 1874. DIE KESSELARMATUREN UND SCHMIERVORRICHTUNGEN. ( Gruppe XIII, Section 1.) Bericht von VICTOR NOVELLY, f. z. Ingenieur bei der Generaldirection der Wiener Weltausstellung. 6. KESSELARMATUREN. Einleitung. Es kann im Allgemeinen als eine erfreuliche Thatfache hingeftellt werden, dafs fich heute bereits eine ftattliche Anzahl von folchen Unternehmungen und Etabliffements vorfinden, welche das Princip der Arbeitstheilung durch Erzeugung von Specialitäten angenommen und durchgeführt haben. Befonders die hierdurch zum currenten Handelsartikel gewordenen Keffelarmaturen, die als integrirende Beftandtheile der Producte der Mafchinenfabriken früher ausfchliefslich von denfelben oder nach ihren Modellen und Conftructionen von den Gelbgiefsern für diefelben theils unbearbeitet, theils fertig hergeftellt worden waren, befinden fich feit einer kurzen Reihe von Jahren beinahe ausfchliefslich in Händen eigener folcher Fabriken, die fich einzig und allein mit der Anfertigung diefer Artikel befaffen und in Folge der hiedurch erlangten Möglichkeit, das Gefammtaugenmerk auf diefes Zweigfach des Mafchinenbaues allein concentriren zu können, find auch zu folch' hoher Stufe der Vollkommenheit gebracht, dafs es heute fchwer möglich ift, Neueres und Befferes vorzuführen, als diefs bereits bei der letzten Parifer Induftrie- Ausftellung gefchehen. Wenn wir nun diefem fpeciellen Gegenftande trotzdem etwas mehr Aufmerkfamkeit fchenken und auch folche Objecte in den gegenwärtigen Bericht aufnehmen, die nicht mehr abfolut neu find, fo gefchieht diefs hauptfächlich darum, weil eben diefe an und für fich doch fo wichtigen Gegenftände bis jetzt ftets fehr nebenfächlich behandelt wurden. I. Die Manometer. Die häufigft vertretenen waren die Metallmanometer und unter diefen wieder jene mit dem Bourdon'fchen, oder, wie in Deutſchland auch genannt, Schinz'fchen Federfyfteme. Weniger war die Schäffer'fche einfache Plattenfeder, fowie die Gäbler'fche doppelte Stahlplatten- Feder anzutreffen. Verticale gewellte I* 2 Victor Novelly. Plattenfedern hatte die New- Yorker Cleveland Steam Gauge Company in der amerikanifchen und die Firma Raven& Zabel in Quedlinburg in der deutfchen Abtheilung ausgeftellt. Manometer zur graphifchen Darftellung der Dampfspannungen waren in Amerika, England und Deutfchland vertreten. Die Art der Bewegungsüberfetzung von der Feder oder Platte auf den Zeiger war meift die mittelft Zahnrad- Segment. Es warenjedoch mitunter die complicirteften Hebelüberfetzungen anzutreffen und war die deutfche Abtheilung in diefer, wie auch überhaupt in quantitativer und qualitativer Richtung von allen übrigen Ländern, diefe beinahe alle zufammengenommen, unübertroffen; es waren nicht weniger als 22 Ausfteller von Manometern in der deutfchen Abtheilung vertreten; Amerika mit 3, England ebenfalls mit 3 und Frankreich mit 8, Oefterreich mit 2, exclufive der Manometer der verfchiedenen Fabriken, welche folche auf den Locomotiven und Dampfkeffeln hatten, die jedoch nicht als felbftftändige Ausftellungsobjecte fungirten. Die Zifferblätter, meift aus Metall, verfilbert oder lackirt, mit fchwarzer, refpective weifser Schrift; welch' letztere bekanntlich in der kürzeften Zeit oft total unlesbar wird. Die deutfche Firma Suckow& Comp. in Breslau hatte fehr fchöne mit weifsem Email überzogene Kupferplatten mit fchwarzer Schrift als Zifferblätter, eben folche hatten die meiften öfterreichifchen Fabricate, was wohl das Deutlichfte und Dauerhaftefte ift. Durchfichtige Glas- Zifferblätter mit eingeätzter rother Schrift hatten Bourdon und Schäffer- Budenberg; letzterer hatte für Leuchtmanometer matte Glas- Zifferblätter mit fchwarzer Lackfchrift angewendet. Zur Markirung der Maximalfpannungen find fehr zweckmäfsig an den betreffenden Zahlen grelle rothe radiale Striche gemacht und zur Controle Maximalzeiger angewendet, die vom eigentlichen Hauptzeiger, auf deffen Achfe derfelbe lofe auffitzt, einfach mitgenommen werden, jedoch nur in der Richtung der höheren Spannungen; beim Rückgange des Hauptzeigers( Sinken der Spannung) bleibt der andere ftehen, fo dafs ftets die höchft erreichte Dampffpannung erfichtlich gemacht ift. Zur Controle auch diefes Controlzeigers hat Schäffer- Budenberg auch noch auf der Rückfeite diefes Manometers mit verfperrbarem Deckel diefelbe Vorrichtung angebracht. Statt der bisher üblichen Art der Beleuchtung des Manometers mittelft feparater feitlicher Lampe hatte Schäffer Budenberg ein Manometer nach E. Rau's Syftem ausgeftellt, das hinter dem durchfcheinenden Zifferblatte und dem Mechanismus eines gewöhnlichen Federmanometers in der verlängerten Kapfel eine Oellampe hatte, die feitlich einführbar ift. Da hier das Zifferblatt felbft die Lichtquelle ift, der Zeiger auch keinen Schatten wirft, fo ift ersterer bedeutend in die Augen fallender und deutlicher sichtbar als bei feitlicher Lampe. Das Zifferblatt aus matt gefchliffenem Glas ift auch bei Tag auf gröfsere Entfernung fehr deutlich lesbar. Queckfilber- Manometer waren beinahe gar nicht ausgeftellt; wahrfcheinlich des fchwierigen Transportes wegen, was wohl auch das Unpraktiſche diefer Inftrumente für den Gebrauch darthut. Controlmanometer, wie folche von der Gefetzgebung des deutfchen Reiches vorgefchrieben, waren auch nur ausfchliefslich von deutfchen Fabrikanten. exponirt. Die im Betriebe befindlichen Dampfkeffel, die übrigen Locomotiven und Motoren hatten mit ganz geringer Ausnahme Röhrenfeder- Manometer der Firmen Bourdon oder Schäffer- Budenberg. Im Allgemeinen ift feit der letzten Parifer Induftrie- Ausftellung doch ein entfchiedener Fortfchritt in der gefälligeren Form und Ausftattung diefer Inftrumente erreicht worden. Keffelarmaturen. 3 Die Metallmanometer. Aufser der Anwendung gebohrter und gebogener Gufsftahl- Röhrenfedern für hohe Spannungen, wie folche Schäffer- Budenberg, Julius Blanke& Comp. in Merfeburg, Bourdon und Andere heute anfertigen, wurde betreffs des Materiales fonft nichts nennenswerthes Neue vorgeführt; immerhin aber ift diefe Anwendung des Gufsftahles ein glücklicher Gedanke zu nennen, wenn wir bedenken, dafs folche Röhren zur Indicirung bis zu 2000 Atmofphären( bei hydraulifchen Preffen) dienen, und wir uns hiefür ein entſprechendes Queckfilber- Manometer denken. - Die meifte Variation war in der Montirungsart der Feder und in der Ueber. tragung ihrer Bewegungen auf den Zeiger zu bemerken. Von diefen war entfchieden die befte und finnreichfte, weil die einfachfte, diejenige, welche die Röhrenfeder in der Mitte, im Untertheile des Gehäufes gefafst, den zwei freien Enden ungehinderte Ausdehnung geftattet und ihre Ofcilationen direct auf den Zeiger, der daher excentrifch, überträgt. Diefe Art war in fehr fchöner Ausführung von der Firma Gäbler in Hamburg unter der Benennung Locomotiv Röhrenfeder- Manometer ausgeftellt; nebft dem erwähnten hat diefe Art der Montirung noch den Vorzug für fich, bei Erkalten des Keffels abfolut kein Waffer in der Feder zurückzulaffen, was bei Manometern, die der freien Luft ausgefetzt find, von hoher Wichtigkeit ift. Die andere häufigft angewendete Art der Bewegungsübertragung von der einen vollen Kreis bildenden Röhrenfeder auf die Zeigerwelle war die mittelft des an dem blos einen freien Ende derfelben angebrachten verzahnten Kreisfectors, der, in die verzahnte Welle oder in ein auf der Welle fixirtes Zahnrädchen eingreifend, felbe, mithin den ebenfalls auf diefer Welle fixen Zeiger in Bewegung brachte. Es ift eben diefes Syftem das urfprünglich von Bourdon angewendete und hat fich auch bis jetzt der meiften Anwendung zu erfreuen, obzwar dasfelbe bei Weitem nicht fo praktiſch ift, wie das früher erwähnte von Gäbler; aufserdem hat es den grofsen Nachtheil des fteten Zurücklaffens von Condenſationswaffer in der Röhre, was, abgefehen von dem fo gefährlichen Einfrieren, noch den Umftand der fortwährend anwachfenden Verfchmutzung der Röhre nach fich zieht.* Im Principe mit demfelben Bewegungsübertragungs- Syfteme, jedoch mit verkürztem( Gäbler'fchem) Rohre und feitlicher Anbringung des Sectors hatten Gäbler und die Firmen Lion Guichard und Bourdon in der franzöfifchen Abtheilung diefem Uebel zwar abgeholfen, hiedurch jedoch die gröfsere Empfindlichkeit der langen Feder beeinträchtigt. Bourdon hatte unter den ausgeftellten Manometern( ausfchliefslich feines Syftems) die gröfste Anzahl in ovaler Form, welche in Folge der befonderen Krümmung der Feder entftanden ift; diefelbe hat die Form einer Birne und an dem blos einen freien Ende derfelben, alfo excentrifch, durch einfache Hebelüberfetzung den Zeiger; hiedurch wurde eine gröfsere Pfeilhöhe der Federausdehnung erreicht und der Vortheil weiter auseinander ftehender Scalen erzielt. Sehr fchöne Manometer hatte diefelbe Firma in vollſtändig elliptifcher Form, die Röhrenfeder jedoch ebenfo finnreich als einfach 12mal als Spirale gedreht und den S- förmig gebogenen Zeiger fix auf dem ebenfalls einen freien Ende der Feder befeftigt. Die Spitze des Zeigers bildet fozufagen das eigentliche Ende der Feder. Im oberen Drittel des Gehäuſes ift eine kreisrunde Oeffnung, welche blos die Scala mit dem Zeiger fehen läfst. Solche Manometer waren in riefigen Dimenfionen angefertigt( Längenachfe 50 Centimeter in der auf diefelbe fenkrechten, 35 Centimter). Auch diefem Syfteme * Berichterstatter hatte felbft Gelegenheit, ein nach zweimonatlichem Betriebe geplatztes Manometerrohr durchgefchnitten zu fehen. Dasfelbe war vollkommen feft gepfropft, mit von den Wandungen des neuen Keffels durch den Dampf mitgeriffenem Eifenoxyd, gemengt mit dem Niederfchlage des Speifewaffers, eine fo fefte harte Maffe bildend, dafs felbft der Meifsel nur fchwer eindringen konnte. C 4 Victor Novelly. läfst fich der Nachtheil des ftets zurückbleibenden Waffers nicht abfprechen; es hat jedoch den andererfeits grofsen Vortheil hoher Empfindlichkeit und Anbringung fehr weit auseinander ftehender Theilungen. Für wiffenfchaftliche Unterfuchungen find jedenfalls gerade diefe diefer Vortheile wegen die beften, und kommt hiebei der erwähnte Nachtheil nicht als folcher in Betracht; endlich, weil in gröfseren Dimenfionen ausgeführt, find diefe Monometer auch leichter einer Reinigung zu unterziehen, und ist überhaupt auch eine forgfältigere und exactere Ausführung möglich. Um die conftanten Fehler, die mit der Zeit bei den Röhrenfedern eintreten, zu corrigiren, hat uns die Firma Raven und Zabel in der deutfchen Abtheilung eine einfache Regulirvorrichtung vorgeführt, die darin befteht, dafs das freie Ende der Feder, ftatt direct oder mit einem fixen Hebelarm mit dem Zahnradfector( ältere Bourdon'fche Anordnung) verbunden zu fein, als Zwifchenftück, refpective als Hebel eine mit einem Schraubengewinde verfehene Stange, die ihre Mutter im Endftücke der Feder hat, diefelbe jedoch durchdringend als Vierkant endet, um mittelft eines Piftonfchlüffels gedreht, das heifst verlängert oder verkürzt zu werden. Der vierkantige Theil ragt aus dem Gehäufe heraus; das andere Ende diefer Stange ift am Sector fixirt. In der Mitte trägt diefelbe ein Kugelgelenk eingefchaltet, um den verfchiedenen Bewegungsrichtungen leichter folgen zu können. Zur Gleichftellung mit dem Normalmanometer ift diefe Einrichtung recht praktiſch gedacht, und verdient befonders bei der Anfertigung und Juftirung der Scalen angewendet zu werden. An einem folchen Schraubenkopfe haben wir eine Plombe angebracht gefehen, die den Zweck hat, einer muthwilligen Zeigerftellung vorzubeugen. Die in der deutfchen Abtheilung ausgeftellten amtlichen und nicht amtlichen Control- Manometer waren Alle nach Bourdon's Syftem( gefetzlich in Deutſchland angeordnet) conftruirt und hatten Schäffer- Budenberg, Gäbler und Julius Blancke& Comp. das entfchieden Befte und Gefälligfte in diefem Fache aufzuweifen. 12 14 16 18 O H+ 10 12 14 16 18 In obenftehender Figur ift ein folcher, wie fie Gäbler anfertigt, in Einviertel der Natur dargestellt, und befteht aus zwei gleichen Bourdon- Manometern, mit einander zwar communicirend, jedoch mittelft der Hähne auch ifolirbar; die längliche Flantfche mit den Schlitzen dient zur Befeftigung an den Keffel, an welchem fich eine diefer correfpondirenden Flantfchen* befindet, mittelft der beiden Flügelfchrauben und Kautfchukfcheiben. Nach jeweiligem Gebrauche müffen die Manometer von einander durch Abfchrauben vom gemeinſamen Rohre getrennt und ftark gefchüttelt werden, um das zurückgebliebene Condenſationswaffer hinauszubringen, was wohl ziemlich zeitraubend und unbequem ift * Gefetzlich angeordnet. Keffelarmaturen. 5 Der ganze Apparat fammt Schrauben und Kautfchukfcheiben ift in einem Etui, fowie in der Figur zufammengeftellt, eingelegt. Schäffer- Budenberg hatte eben folche, jedoch mit vertical geftellter Scala und darauf fenkrecht ftehender Schrift; jedenfalls ift die Anbringung von Scalen mit verticaler Schrift rationeller. 10 100 6611 - - In diefer Figur, Einviertel der Naturgröfse, ift auch ein von Gäbler conftruirter Controlmanometer mit zweifacherSicherheit dargestellt. Derfelbe vereinigte die beiden früher erwähn' en Manometer in ein Gehäufe, jedenfalls das Zweckmäfsigere. Durch die Nähe der beiden Scalen ift auch eine bequemere Vergleichung und durch die compendiöfere Form ein handlicheres Inftrument gefchaffen worden. D. A. Löhdefink in Hannover hatte noch beffer bei derfelben Conftruction beide Scalen auf eine Seite nebeneinander gebracht( um eine Einheit vertical verfchoben; die Zeiger find daher nicht wie oben gekreuzt, fondern, von einem Punkte ausgehend, bilden beide einen der verfchobenen Einheit entſprechenden fpitzen Winkel). Die Zahlen find ebenfalls vertical. Manometer mit vierfacher Sicherheit hatte ebenfalls Gäbler durch Verbindung zweier feiner letztgenannten Manometer mit zweifacher Sicherheit auf Art der erftgenannten conftruirt. Diefelben haben den Zweck, den einen Manometer als Referve für allfälliges Befchädigen des anderen gleich bei der Hand zu haben, oder den einen Controlmanometer durch den andern Controlmanometer zu controliren. Es wird ftets durch das Abfperren des einen mittelft des eingefchalteten Hahnes nur einer in gewöhnlichen Gebrauch genommen. Die von Schäffer patentirten„ einfachen Plattenfedermanometer" waren von eben diefer Firma in fehr gefälliger und wirklich forgfältigfter Ausführung und verfchiedenen Dimenfionen ausgeftellt.( Einer war mit einem Durchmeffer von circa 70 Centimeter mit der, hinter der Mafchinenhalle vorüberführenden Niederdruck- Wafferleitung in Verbindung und zeigte deren Druckhöhe in der Mafchinenhalle an.) Obwohl diefe Stahlplatten- Feder gewellt, ift felbe doch bei zufälligen und plötzlichen Ueberfpannungen, wie fich folche oft als Folge des fogenannten Siedeverzuges ergeben, mehr oder weniger einem Ausbauchen, felbft manchmal, nicht mehr in ihre urfprüngliche Lage zurückkehrend, fogar dem Zerplatzen ausgefetzt wefshalb diefe auch nur bei verhältnifsmäfsig niederen Spannungen Anwendung finden, als Maximum wohl 15 bis 18 Atmoſphären. Schäffer- Budenberg hatte folche bis 20 Atmofphären ausgeftellt, was felbft für Obiges fpricht. - In nachftehender Figur dargestellte Conftruction ift die von Gäbler, ebenfalls im Schnitte von derfelben Firma in der deutfchen Abtheilung, unter der Benennung„ Doppelplatten Federmanometer" ausgeftellt, und an einem im Betriebe befindlichen Dampfkeffel in Verwendung. Diefe beugen dem früher erwähnten Ausbauchen vor, indem auf beide Seiten diefer doppelten Platte der Dampf gleichmäfsig wirkt, diefelbe daher ftets im Gleichgewichte hält; bei eintretenden Ueberfpannungen werden beide * Die Ziffern find, wie erfichtlich, vertical ftehend.( Verkürztes Rohr.) 6 Victor Novelly. Platten, refpective die Auflager feft aneinander gedrückt, aber nicht ausgebaucht, jedoch an den Verbindungsftellen der Platten undicht; - aus diefem Grunde wahrfcheinlich macht auch diefe Firma folche Manometer blos bis 20 Atmoſphären. Bei diefem Syfteme findet die Uebertragung der Bewegung der Plattenfeder auf die Zeigerwelle nicht, wie bei der Schäffer'fchen Conftruction, durch Zahnrad und Trieb ftatt, fondern es wird, durch die mit der unteren Plattenfeder verbundene verticale Stange, mittelft eines kleinen Hebels, ein Rechen auf- und abbewegt, welcher am oberen und unteren horizontalen Theile eine kleine Gall'fche Kette befeftigt hat, welche fich um die verzahnte Zeigerwelle fchlingt und derfelben jede ihrer Bewegungen mittheilt, hiedurch ift dem todten Gange des Zahnradfectors möglichft vorgebeugt. Wir halten jedoch diefe Conftruction für etwas zu complicirt, und glauben, dafs eine directe Uebertragung von der verticalen aufund abgehenden Stange auf den Zeiger, der demnach excentrifch fein müfste, eine wefentliche Vereinfachung wäre. Verticale Plattenfedern waren von der American Cleveland Steam Gauge Company und von Ashcroft in der amerikanifchen, und von Raven und Zabel in der deutfchen Abtheilung ausgeftellt. Von Erfteren konnte man abfolut keine Aufklärungen erhalten; fo viel fichtbar, war die Platte fehr ftark in concentrifchen Ringen gewellt, das Gehäufe verfilbert, der übrige fichtbare MeO e B $ Atm. chanismus jedoch der art complicirt erfchei nend, dafs deffen praktifche Anwendung fehr in Frage fteht. Nebenftehende Figur zeigt in Schnitt und Anficht den Raven& Zabel'fchen Manometer mit verticaler gewellter Stahlplattenfeder. Ein mit der Platte fefter horizontaler Stift drückt auf einen auf die Stiftrichtung fenkrechten horizontalen Hebel, deffen verticaler Arm in einem Spurzapfen laufend am unteren Ende ebenfalls einen horizontalen Arm hat, der gegen den erfteren jedoch um 90 Grad verftellt ift; diefer Hebelarm greift nun in eine Gabel ein, deffen Drehpunkt die Zeigerwelle bildet. Keffelarmaturen. 7 Durch diefe Lage der Feder im Gehäufe gewinnt zwar das gefällige Ausfehen des Inftrumentes, ift aber im Ganzen der Mechanismus viel zu complicirt; dann ist auch noch der Uebelftand vorhanden, daſs, indem der Dampf nicht auf die Mitte der Plattenfeder, fondern fchief von unten auf diefelbe geleitet wird, diefer Theil durch den directen Dampfftrahl mehr ausgedehnt und überhaupt mehr afficirt wird, als der obere; dafs diefe falfche Bewegung auf den ganzen Bewegungsmechanismus übertragen wird und diefen und die Platte felbft einem rafcheren Ruin entgegengeführt, ift wohl klar. - Auch wird nach kurzem Gebrauche der fchmale Dampfraum zwifchen Federplatte und Gehäuſewand fo ftark mit feften Niederfchlägen angefüllt fein, dafs blos der vom Dampfftrahl direct getroffene Theil der Feder von diefen frei bleibt und fodann abfolut blos eine excentrifche Blähung der Federplatte eintritt. Die in der franzöfifchen Abtheilung ausgeftellten Ducomet'fchen Federmanometer mit herzförmig gebogenem flachen Stahl- Federbande und Dampfbüchfe erfuhren feit ihrer Erfindung keine Aenderung. Die Anwen dung weifser Emailzifferblätter ftatt der früheren Metallblätter ift als ein entfchie dener Fortfchritt auch an den Manometern diefer Firma hervorzuheben. Die Claffe derjenigen Manometer, welche die in verfchiedenen Zeiteinheiten entwickelten Dampffpannungen„ graphifch" bleibend anzeigen, waren in mehreren, meift fehr finnreichen, mitunter jedoch auch fehr complicirten Exemplaren, von amerikaniſchen, englifchen und deutfchen Ausftellern exponirt. von Im öfterreichifchen Keffelhaufe an G. Sigl's Dampfkeffel war ein folcher den amerikanifchen Ingenieuren Marmont, B. Edson& Sohn in Newyork in Thätigkeit und mit der Benennung ,, Edfon's Recording Steam- Gauge" bezeichnet. Der eigentliche Manometer desfelben befteht aus kreisrunden, paarweife übereinander angeordneten Stahlplatten, wovon entweder ein oder mehrere Paare, je nach der Höhe der erforderlichen Dampffpannung, eingelegt und in Wirkung gebracht werden können. Diefelben find in ihren Mittelpunkten durch kurze Rohrftücke derart mit einander verbunden, dafs fie dem gefpannten Dampfe von einer auf diefe Art gebildeten Kammer in die andere zu gelangen geftatten. Die einzelnen Platten find, ohne jede andere Zwifchenlage, durch einen Metallring getrennt, und zwifchen zwei ftarken Eifenflantfchen durch Schrauben an der Peripherie eingeklemmt und gedichtet. Die Wirkung des Dampfes auf diefe Platten ift gerade die entgegengefetzte von der bei der Gäbler'fchen doppelten Plattenfeder, indem bei diefer der Dampf die zwei Platten zufammenprefst, bei den Edfon'fchen aber auseinandertreibt. Eine verticale Zahnftange greift in ein auf der Zeigerwelle befeftigtes Zahnrad und überträgt nun die verticale Bewegung der Federn in eine drehende, behufs Markirung der Dampffpannung, durch den auf die Welle fixirten Zeiger. Diefs die Einrichtung des Manometers. Die auf diefe Weife erlangte Drehbewegung wird nun auf ein anderes Zahnrad übertragen, welches ebenfalls in eine verticale Zahnftange greifend, diefe auf- und abbewegt; derfelben Bewegung folgt eine mit derfelben verbundene parallele Stange, welche am unteren Ende, in ein Auge gefafst, den horizontalen Zeichenftift trägt; diefer ruht auf einem, über zwei verticale Trommeln gefpannten, in Horizontal colummen, die Pfunde bezeichnend, getheilten Papierftreifen auf. Die Papiertrommeln find derart mit der Federbewegung des Manometers in Contact gebracht, dafs fich diefelben blos dann drehen( und den Papierftreifen unter dem Stifte wegziehen), wenn der Druck des Dampfes abnimmt und die * Officieller Bericht der Parifer Ausftellung 1867. Us 8 Federn fich zufammenziehen. - Victor Novelly. Es entſteht nun, da der Zeichenftift ebenfalls nieder geht, eine fchiefe gerade Linie. Hebt fich die Dampffpannung, fo bleibt die Papiertrommel ftehen, der Stift geht in die Höhe und befchreibt eine gerade verticale Linie. Bei conftantem Dampfdrucke ift der ganze Zeichenapparat in Ruhe. Das fo erhaltene Diagramm ift continuirlich und zeigt die Spannungen des Dampfes ohne Rückficht auf die Zeit an. An demfelben Inftrumente war auch noch ein regulirbares Allarmfignal angebracht, welches bei erreichter Maximalfpannung des Dampfes von der Manometerfeder aus durch ein Hebelwerk ein, refpective ausgerückt wird. Der ganze Apparat ift in einem circa 20 Centimeter breiten, 25 Centimeter langen und 10 Centimeter tiefen, verfchliefsbaren, mit Glasdeckel verfehenen Metallgehäufe. Der Dampfeinlafshahn ift innerhalb des Gehäufes, um einem willkürlichen Abfperren desfelben vorzubeugen. Bedeutend einfacher war der von John Dewrance& Comp. in London, im englifchen Keffelbaufe in Thätigkeit, ausgeftellte„ Manographe". Derfelbe, in einem Mahagoni- Holzgehäufe, hatte diefelben Dimenfionen wie der frühere. Der Manometer war ein gewöhnlicher mit Bourdon- Röhre, wobei jedoch diefelbe in einem eigenen, fehr ſtarken, vollkommen dichten Gehäufe eingefchloffen war, um bei eventuellem Platzen derfelben den übrigen Mechanismus nicht zu befchädigen. Statt des gewöhnlichen centrifchen Zeigers ift derfelbe hier excentrifch in Form einer Alhidade, deren Limbus das am unteren Theile befindliche Kreisfegment mit der Atmoſphärenfcala war. Das Ende des Zeigers ift gegen innen zu eingebogen und bildet das Auge zur Aufnahme des Zeichenftiftes, der wie früher fenkrecht auf die Verticalebene des Zeigers fteht. Durch einen Rechen, von dem Mechanismus der in der Mitte des Gehäuſes befindlichen Uhr bewegt, wird der Stift in gleichen, fehr kurzen Zeit Zwifchenräumen auf die, ebenfalls vom Uhrwerke gedrehte, horizontale, mit in Atmoſphären und Stunden eingetheilten farbigen Papierftreifen umfpannte Trommel angedrückt und abgehoben. Es entſtehen nun dadurch fchwarze, dicht angereihte Punkte, welche das Dampffpannungs- Diagramm geben. Die Papiertrommel dreht fich in 24 Stunden einmal um ihre Achfe und mufs fodann der Papierftreifen( Hülfe) erneuert werden. ( Der Preis diefes Apparates war mit 250 Francs angegeben.) Der conftructiv einfachfte derartige Apparat war der von Bourdon in der franzöfifchen Abtheilung ausgeftellte Nouveau Manomètre enregistreur“ bei Beibehaltung der früher erwähnten elliptifchen Gehäufeform mit fpiralförmig gebogener Röhrenfeder und fixem Zeiger an derfelben. Symmetrifch zur oberen kreisrunden Oeffnung( für die Scala) befindet fich unten eine andere, welche das Uhrwerk enthält. Der Zeichenftift mit dem Zeiger des Manometers bildet ein Stück, daher auch abfolut keine Uebertragungs- Vorrichtung nöthig. Das Papierblatt ift kreisrund und in einer verticalen Ebene, auf der Achfe des Uhrwerkés befeftigt. Es dreht fich in 24 Stunden einmal um die Achfe. Dieses Blatt ift in concentrifche Kreife und radiale Curven getheilt, die Kreife zeigen die Stunden, die Curven die Spannungen. Ift z. B. während 24 Stunden fortwährend eine gleich hohe Spannung im Keffel, fo bildet das durch den Zeichenftift gezeichnete Diagramm einen vollſtän digen Kreis, deffen Radius der betreffenden Dampffpannung entspricht. Hat jedoch der Dampfdruck während diefer Zeit variirt, fo entſteht dem entſprechend eine Abweichung von der Kreislinie, der Radius wird an der diefer Zeit entsprechenden Stelle verringert oder vergrössert. Keffelarmaturen. 9 Der ganze Apparat ift nicht gröfser als die übrigen gewöhnlichen Manometer und auch in feiner äufseren Form denfelben gleich. Das Uhrwerk kann auch ausgefchaltet und der Manometer allein benützt werden.( Derfelbe koftet 150 Francs.) Die Firma C. W. Julius Bancke& Co. in Merfeburg hatte in der deutfchen Abtheilung einen ganz ähnlichen Apparat; ftatt jedoch das Uhrwerk im Manometer felbft, hat derfelbe eine horizontale Walze, von dem feitlichen Uhrwerke bewegt, auf welcher das Papierblatt, in horizontalen und fenkrechten Colummen getheilt, in einem feparaten Gehäufe aufliegt. Der indicirende Stift wird mittelft Hebel vom Zeiger des Manometers geführt. Manometer, Uhr und Walzengehäufe find wieder in einem grofsen Gehäufe oder aber beide auf eine Tafel befeftigt. Schäfer- Budenberg hatte in feiner fehr hübfchen Ausftellungscollection. ebenfalls ,, Federmanometer mit graphifcher Darftellung des Druckes," u. zw. den Manometer mit Plattenfeder, bis zu 20 Atmoſphären, über diefe mit Bourdon'fcher Röhre( hartgezogene Metallcompofitionen, Silber, Gufsftahl). Die Papierwalze, die vertical geftellt ist, wird entweder von einem feparaten Uhrwerke, einmal in 12 Stunden um ihre Achfe gedreht, oder ohne die Stundenuhr durch einen Schlitzhebel, welcher mit irgend einem bewegenden Theile der Keffelfpeife- Pumpe etc. verbunden wird, in drehende Bewegung gebracht. Bei erfterer Einrichtung ift die Stunde, bei letzterer der Pumpenhub etc. die Zeiteinheit, in welcher die Spannungen aufgezeichnet werden. Die Bewegungsübertragung von dem Schlitzhebel der letzteren Art gefchieht, indem derfelbe beim Hingange in verticaler Ebene ein Sperrwerk und eine damit verbundene Schraube ohne Ende, welch' letztere in eine Schnecke greift und fo die die Walze tragende Welle zur Umdrehung bringt, bewegt. Der verfchiedenen Angriffsrichtungen der bewegenden Mafchinentheile wegen ift diefer Schlitzhebel in verticaler fowohl als auch in horizontaler Ebene drehbar. Der Zeichenftift ift bei beiden Arten durch Hebelüberfetzungen von der Zeigerwelle des Manometers, mit Hilfe von Gegenlenkern in verticaler Richtung auf- und abbewegt. Der Papierftreifen zur Aufnahme des Diagrammes ift in Horizontal colummen, welche mit dem Drucke, und in Vertical colummen, welche mit der Zeit correfpondiren, eingetheilt. Der developpirte Papierftreifen zeigt das Diagramm bei conftantem Drucke als gerade horizontale Linie. Uhr und Manometer find auf einer Platte von circa 45 Centimeter Breite und 25 Centimeter Höhe fymmetriſch rechts und links, die Papierwalze mit den Gegenlenkern und Zeichenftift oberhalb zwifchen beiden angeordnet, angebracht. Solche waren bis zur Indicirung von 600 Atmoſphären ausgeftellt und fertigt diefe Firma, diefe bis zu 2000 Atmoſphären als Hydraulikmanometer, für hydraulifche Preffen etc. an. ( Der Preis beträgt 100 Thaler.) Die Queckfilbermanometer. Diefe fcheinen fo ziemlich für den praktiſchen Dienft ein überwundener Standpunkt geworden; die in der Natur derfelben liegende höchft unbequeme und unpraktiſche Höhe, die leichte Verunreinigung und Gebrechlichkeit der Röhre, die Oxydation des Queckfilbers etc. find alle Factoren, die diefelben blos zu wiffenfchaftlichen Unterfuchungen und Richtigſtellung, Rectificirung aller anderen Manometer etc. in ruhigen Räumen brauchbar machen. Aus den Keffelhäufern find fie theils fchon ganz verbannt, theils im Zuge, es zu werden. 10 Victor Novelly. Diefen Gründen ift es wohl zuzufchreiben, dafs wir folche auf der Ausftellung fehr fpärlich vertreten fanden. Schäffer Budenberg hatte Queckfilber- Manometer mit verkürzter Scala am Fallrohr; hiebei zeigte der Stand des Queckfilbers die Spannungen an. Diefelbe Firma ftellte auch folche mit verkürzter Scala am Steigrohr aus, jedoch mit Schwimmer und Auffanggefäfs aus Eifen. Die Firma Dreyer, Rofenkranz& Droop in Hanover hatte ein Quecksilbermanometer ausgeftellt, deffen Einrichtung folgende war: Ein U- förmig gebogenes Metallrohr, deffen einer Schenkel mit dem Dampfraume in Verbindung, hatte in dem anderen eine Eifenftange in Queckfilber fchwimmend. Das obere, aus dem Rohre hinausreichende Ende ftützte fich auf den horizontalen Theil eines auf einer eben folchen Achfe drehbaren rechtwinkelig gebogenen Hebels, deffen verticales Ende ein Gewicht trägt, das horizontale jedoch zugleich die an einer Scala geführte Zeigerfpitze bildet. Das Gegengewicht dient dazu, den Auftrieb des Queckfilbers theilweife zu paralyfiren, um fo kleinere Theilungen an der Scala zu erhalten. Im öfterreichifchen Keffelhaufe war an G. Sigl's Keffel ein QueckfilberManometer von L. Lotter, deffen ganze Höhe 30 Centimeter war und die Compreffion, refpective Expanfion der eingefchloffenen Luftfäule zum Principe hatte. Als wir dasfelbe gefehen, war das Queckfilber fo ftark oxydirt, dafs das Ablefen ganz illuforifch geworden. Abgefehen von diefem Uebelftande find diefe doch ziemlich die am meiften für die Praxis geeigneten Queckfilber- Manometer; nebft ihrem gefälligen Aeufsern haben diefelben auch eine ganz handliche Form. وو Sogenannte Thermomanometer" waren blos in der deutfchen Abtheilung von der Firma Raven& Zabel in Quedlinburg und vom Mafchinenmeifter Volk in Regensburg ausgeftellt. Das Princip war bei beiden die Folgerung der Dampffpannung aus der Temperatur des Waffers oder des demfelben entſtiegenen Dampfes. Erfterer hatte zum Beftimmen der Wärmegrade einen Metallpyrometer, der auf dem Principe der ungleichen Ausdehnung verfchiedener Metalle bafirt. Die Scala zeigt die Wärmegrade und die diefen entſprechenden Dampffpannungen an. Diefes Inftrument läfst fehr gut, mit Vergleich eines gewöhnlichen Manometers, den Siedeverzug im Keffel erkennen. Mehr complicirter Art war der andere von Volk ausgeftellte Apparat. Derfelbe ift ein ,, Queckfilber Thermomanometer". Aus nebenftehender Figur ift derfelbe leicht verftändlich. Derfelbe ift, an die Wandung des Keffels befeftigt, in Ein Viertel Naturgröfse dargestellt. Das ganze Inftrument ift, ausgenommen die vor der Scala befindliche communicirende Glasröhre, aus Metall. Das Queckfilber befindet fich in dem vom Dampfe umfpielten gabelförmigen Rohre( innerhalb des Keffels) und ift derart angefüllt, dafs deffen Oberfläche ( diefe indicirt) beim Theilftrich 100 das unter dem Drucke einer Atmoſphäre ( 760 Millimeter Quecksilberfäule) fiedende Waffer anzeigt. Um nun die für die jeweiligen Atmoſphären von Volk angegebenen irregulären Wärmegrade in eine möglichft gleiche Atmoſphärenfcala zu bringen, hat. derfelbe eine Differenzröhre berechnet und conftruirt, deren Dimenfionen aus der Figur erfichtlich sind. Nach Volk's Angaben find für diefes Manometer, das bis 12 Atmoſphären indicirt, 1492 Gramm Queckfilber nöthig. Die ganze Scala hat eine Länge von 180 Millimeter, das konifche Rohr jene von 198 Millimeter, der mittlere Durchmeffer derfelben 2.9 Millimeter. Keffelarmaturen. 11 Der ganze Apparat hat eine Länge von circa 60 Centimeter. Ein folcher war angeblich zwei Jahre auf einer Locomotive nebft anderen ge wöhnlichen Metallmanometern in Verwendung und hat die letzteren an Gena uigkeit und Dauer übertroffen.* 22.0 13.0+ 12.5+ 17.0 16.0 14.5 13.0 12.5 12.5+ 12+ 12+ 125101200 FUA 100 th Grade Druck Atmos 193.7 12 190.0 11 186.0 10 181.5 9 177.0 172.1 اد 1665 6 1602 5 153.0 4 1+ 145H 3 135.1 1214 16 16 16+16+16+16+16+16+16+16+16> 0.5 9 0.5 +0.5 +1.0 16 +1.0 9 4.1.0 2.0 2.5 3.0 100.0 22 27.0 13.5 * Von den Vacuummetern, die eigentlich nicht in den Rahmen diefes Berichte s gehören, fei erwähnt, dafs diefelben mit Ausnahme der Schäffer'fchen Plattenfeder, von derfelben Firma auch ausgeftellt, ausfchliefslich Bourdon- Röhren hatten, und fand auch diefelbe Art der Montirung und Bewegungsübertragung, wie bei den betreffenden Manometern erwähnt, Anwendung. Die Firma Gäbler in Hamburg hatte ein Vacuummeter mit einem Manometer combinirt, um auf einem Zifferblatte Druck und Luftleere anzuzeigen. 12 Victor Novelly. II. Die Wafferftandszeiger. Beinahe fämmtliche früher angeführten Firmen hatten auch diefe unter ihren Ausstellungsobjecten, und zwar mit ganz vereinzelter Ausnahme ganz gleicher Conftruction. Die Anbringung des Wafferftandsglafes und der Probirhähne, fowie auch die des Manometers und der Controlflantfche auf einem feparaten, mit der Stirnwand oder dem Vorkopfe des Keffels zu verbindenden Gufsrohre( Geftell) ift gewifs eine ganz rationelle Einrichtung, da durch diefelbe erreicht wird, dafs alle, den Stand, die Arbeit im Keffel darftellenden, controlirenden Apparate zufammengedrängt den Wärter mit einem Blick das Nöthige erfehen laffen, und wird nächftdem auch das jeweilige Anbohren des Keffels für jeden einzelen Apparat erfpart. Diefe Vortheile erkennend, haben auch die meiften Ausfteller folche Wafferftands- Zeiger gebracht, welche bereits an diefen Gufsröhren nebft den übrigen Armaturen angebracht waren. Diefe Eifenkörper, meift fehr maffiv gehalten, waren in folgenden Dimenfionen: Entfernung von Mitte zu Mitte Hahnkopf( Höhe) von 250 bis 600 Millimeter; innerer Durchmeffer des Körpers von 30 bis 90 Millimeter; Durchmeffer der zwei Anfchlufsflantfchen von 120 bis 250 Millimeter, Wandftärke von 6 bis 20 Millimeter. Die Anbringung zweier Wafferftands- Gläfer, je eines an der rechten und linken Seite diefes Eifenrohres, war allgemein, nebftdem jedoch auch ftets mindeftens zwei Probirhähne an der Vorderseite. In Oefterreich, England und Frankreich ift noch immer die Art der directen Anbringung der Wafferftands- Hahnköpfe an der Stirnwand des Keffels, ohne jedwede Verbindung untereinander, beliebt, was oft( bei zugemauerter Vorderwand) fehr lange Verbindungsröhren erheifcht, welche unter fich felten jenes ftramme Syftem bilden, welches für das zwifchen diefe eingelegte Wafferftandsglasrohr bedingt ift.* Julius Blancke& Comp. in Merfeburg und Schäffer- Budenberg hatten Wafferftandsglas- Garnituren, auf einer ftarken Gufseifenplatte aufgefchraubt, welche wieder mit vier Schrauben direct an die Keffelwand befeftigt werden, ausgeftellt. Richtiger ift, diefe Haltfchiene unmittelbar an den Hahnköpfen und mit diefen feft verbunden anzubringen, wie felbe in der franzöfifchen Abtheilung von Herdevin in Paris ausgeftellt gewefen; diefe Art der Verfteifung der zwei Hahnköpfe hat noch den befonderen Vortheil, die Glasröhre gegen direct ftrahlende Wärme der Keffelwand zu fchützen. Die geneigte Lage der Wafferftandsgläfer ift befonders in den weftlichen Staaten fehr beliebt, in Oefterreich und Deutfchland dagegen, fanden wir diefelben ftets vertical. Eigenthümlich find die Unterfchiede in den Glasröhren- Dimenfionen, die von den verfchiedenen Ländern angewendet und ausgeftellt waren. Amerika, England und Frankreich hatten die längften, weiteften und dünnwandigften Röhren, während Oefterreich und Deutfchland die kürzeften, engften und dickwandigften anwendeten. Wir fanden folgende Dimenfionen: Länge der Röhre unter dem tiefften Wafferftande: * Berichterstatter hatte Gelegenheit, an einem auf der Ausftellung in Thätigkeit befindlichen Dampfkeffel eine Unzahl von Gläfern( verfchiedener Fabriken, die an anderen Keffeln vortrefflich Stand hielten), befonders bei Beginn des Anheizens, brechen zu fehen. Die beiden langen horizontalen Verbindungsröhren mit den Hahnköpfen waren direct an die vorgemauerte Stirnwand des Keffels ohne jede Verbindung unter einander befeftigt. Nachdem diefelben durch eine flache Eifenfchiene unter einander verbunden, hielt das Glas während der ganzen übrigen Ausftellungszeit; vorher jedoch wurde alles Mögliche vergeblich verfucht-- Metallhülfe, Einhüllung mit Tuchlappen etc. etc. Keffelarmaturen. 13 Amerika 40 Centimeter, England 25, Frankreich 20, Oefterreich und Deutfchland 10 bis 15 Centimeter. Innerer Durchmeffer: Amerika, England, Frankreich 20 bis 25 Millimeter, Deutfchland und Oefterreich 5 bis 10 Millimeter. Wandftärken: Erftere I bis 3 Millimeter, letztere fogar bis 8 Millimeter. In der franzöfifchen Abtheilung der Mafchinenhalle hatte die bekannte Firma Ducomet( Paris) Wafferftandsglas- Röhren ausgeftellt, die eine auffallend geringe Wandftärke befafsen, und thatfächlich an einer beinahe gänzlich im Freien. ftehenden Locomobile in Verwendung gewefen, und Berichterftatters Wiffens und laut der Aeufserung des Heizers während der ganzen fechsmonatlichen Betriebsdauer nicht ausgewechfelt wurden. Die in der deutfchen Abtheilung, ausgeftellten" Wafferftandsglas- Röhren waren alle mit fehr dicken Wänden. Vorrichtungen, um das Ausftrömen von Dampf oder Waffer beim Zerplatzen der Glasröhre zu verhindern, hatte blos ein Ausfteller in der öfterreichifchen Abtheilung vorgeführt, und zwar deren Patentinhaber Erneft Schebefta Dasfelbe beftand aus dem bereits von Mehreren angewendeten Kugelventil, das bei Entlaftung des ober der Kugel befindlichen Druckes zur Wirkung kommt. Neu hiebei ift die Art der Montirung des Ventils, die erlaubt, dasfelbe in jeden bereits vorhandenen Wafferftandsglas- Hahnkopf einzubringen. b Die nebenftehende Figur zeigt in halber Naturgröfse das eigentliche Ventil, aus dem unteren mit drei vorfpringenden Anfätzen verfehenen flachen Ring, dem darauf gefetzten Gehäufe mit der oberen Oeffnung( Sitzfläche der Kugel beim Abfchlufs) und der eingelegten Kugel beftehend, im Schnitte, den flachen Ring jedoch im Grundrifs, Alles aus Rothgufs. Die folgenden Figuren zeigen in Viertel- Naturgröfse, die nachträgliche Einbringung des Ventils in einige von einander verfchiedene Hahnköpfe, die nach den Normalien öfterreichifcher Eifenbahnen conftruirt find. Diefes Ventil wird blos in den unteren Hahnkopf eingelegt und beim Platzen des Rohres blos das Waffer abgefperrt; dem nun oben heftig ausftrömenden Dampfe, der bekanntlich weniger verbrüht, fällt die Aufgabe zu, die Glasfplitter gegen Boden zu reifsen und möglichst unfchädlich zu machen. Dem Verkruften beugt der Reinigungshahn des unteren Hahnkopfes vor, indem bei deffen fo oftmaligem Oeffnen der Dampfftrahl, an der Kugel gebrochen, diefe und das Kugelgehäuſe felbft reinigt. An einigen Locomotiven zeigten Täfelchen, dafs in den Wafferftandshahnkopf ein folches Ventil eingelegt ift. Die gewöhnliche Art der Umhüllung der Glasröhre mit einer gefchlitzten Metallhülfe war vorwiegend. An den in Betrieb befindlichen Keffeln jedoch war meift das blofse Glasrohr ohne jede Umhüllung angebracht. In der belgifchen Abtheilung hatte die Firma J. Go offens- Vancaenegem 14 Victor Novelly. in Gent ein fehr fchönes doppeltes Wafferftandsglas mit in der Mitte befindlichem Metallkörper zur Verfteifung, ausgeftellt. Die Glasröhren bei denfelben waren von einem zweiten, weiteren Glascylinder umgeben. Zur Herftellung, refpective dem Absperren der Communication der Waffer ftandsröhre mit dem Keffelinnern dienten vorwiegend Hähne mit Lilien( Kücken), feltener Ventile mit Spindel und Griffrad. Oefterreich und Frankreich brachten Hähne, Deutſchland und England Ventile. Die Verbindung des Hahngriffes, des unteren Hahnes mit dem des oberen durch eine Eifenftange, zum Zwecke des gleichzeitigen Abfchliefsens, ift in der belgifchen Abtheilung vorgeführt worden, was jedenfalls eine Vereinfachung in der Handhabung des Apparates und beim allfälligen Platzen der Röhre ein rafcheres Schliefsen der Hähne ermöglicht. Ein fehr finnreich conftruirter Hahnkopf war in der englifchen Ahtheilung von der Firma Whitley- Partners Railway Works in Leeds unter der Benennung: Webb's Patent ausgeftellt. Nachftehende Zeichnung zeigt das obere Garniturftück, an die Keffelwand gefchraubt im vertical- und horizontal Schnitte, in Fünftel- Naturgröfse. Der Hahnkopf ift ftets direct an die Keffelwand anzufchrauben, bedarf daher. keiner anderen Verfteifung. Der Dampf communicirt durch horizontale Seitencanäle mit dem Glasrohr. Das Ventil hat vorne und rückwärts Sitzflächen und ift mit der Spindel und dem Griffrädchen fix. Wird nun letzteres nach rechts gedreht, fo fperrt das Ventil den Dampf vom Glas, rohre ab. In dem Seitencanale jedoch, der vom Keffel nicht abgefperrt werden kann, befindet fich nun der Dampf, der fich durch das lockere Schraubengewinde der Spindel durchdrängt und an dem fcheibenförmigen concaven Griffrädchen bricht und einen fchrillen Ton gibt. Diefs zeigt an, dafs der Apparat nicht in derjenigen Stellung ift, in welcher er während des Betriebes des Keffels fein foll. Die Figur zeigt denfelben in eben diefer Stellung. Wird nun das Griffrädchen nach links gedreht, fo kommt die rückwärtige Seite des Ventilkonufs zur Wirkung und verhindert das Durchdrängen des Dampfes dem Gewinde entlang, öffnet jedoch den Zutritt zum Glasrohre und der Apparat befindet fich in feiner Normalftellung. Das auf das obere Ende aufgefetzte Kupferrohr mit Ueberwurfmutter hat den Zweck, das Manometer zu tragen, eventuell nach Abfchrauben desfelben das Einführen einer neuen Glasröhre zu ermöglichen. Das Manometer ſpielt, wenn der Wafferftandszeiger in Thätigkeit. Der untere Ventilkopf ift ganz dem oberen ähnlich, hat jedoch noch ein Ausblafeventil am unterften Ende, welches fo conftruirt ift, dafs es Dampf oder Keffelarmaturen. 15 Waffer nur dann durch das Gewinde läfst, wenn es offen; es hat daher nur einen Ventilfitz. Alle Theile waren aus Bronce. Die Ventile eingefchliffen, ohne jede Dichtung. In England follen angeblich alle Locomotiven der North- Western- Bahn mit folchen Wafferftandsglas- Ventilköpfen verfehen fein. Schwimmer zur Anzeige der Wafferſtände waren nur vereinzelt anzutreffen, und wo folche gewefen, waren diefe meift mit irgend einer mehr oder weniger wirkfamen Allarmvorrichtung, Speifewaffer- Rufer, Warner etc. in Verbindung. In der Anwendung diefer letzteren ift feit der letzten Parifer Ausstellung ein entfchiedener Fortfchritt zum Befferen gemacht worden. Während nämlich dort die meiſten Keffel mit derartigen Automaten überbürdet waren, waren die auf diefer Ausstellung vorgeführten Keffel, der Mehrzahl nach, von diefen wehkla genden Apparaten befreit und blos mit ihren normalen Ausrüftungsgegenständen verfehen. Im Nachftehenden glauben wir der Berichterstattung diefer Objecte zu genügen. Im Allgemeinen waren blos zwei Syfteme diefer Sicherheitsvorrichtungen refpective Wafferftands- Anzeiger anzutreffen, nämlich das Oeffnen, refpective Schliefsen eines Ventils( Pfeife) durch einen Schwimmer und die Anwendung leicht fchmelzbarer Metallpfropfen. Unter den Apparaten des erften Syſtems nimmt entfchieden der von SchäferBudenberg conftruirte( Officieller Bericht der Parifer Ausftellung 1867) auch bei diefer Ausstellung den erften Rang ein. Raven& Zabel in Quedlinburg hatten einen Univerfalapparat, der zu viel Waffer, zu viel Dampf und zu wenig Waffer durch die Pfeife anzeigen kann. Die hohle Ventilftange durch den Ventilkonus gehend ift ober demfelben durchlöchert und in Communication mit der Dampfpfeife. Durch diefe hohle Stange führt ein anderer Stab, welcher die erftere unten durch einen Anfatz abfchliefst und am oberen Ende durch eine Feder ftets in diefer Stellung gehalten wird. Die Schwimmerftange hat einen bügelförmigen Mitnehmer, welcher bei Hochwaffer beide Stangen nach aufwärts ftöfst und das Ventil hebt. Beim Sinken des Wafferftandes nimmt diefer Mitnehmer die innere Stange mit und läfst nun den Dampf in die hohle Ventilftange eintreten, von welcher diefer durch die Löcher derfelben zur Pfeife tritt. Diefer Apparat ift an und für fich recht finnreich und compendiös conftruirt. Ebenfalls auf dem Schwimmerprincip bafirend war der von derfelben Firma conftruirte elektro- galvanifche Wafferftandszeiger. Die Schwimmerftange hatte zwei vorfpringende Metallftifte, welche mit zwei ifolirten, an der Schwimmerftangen- Hülfe befeftigten und der Batterie verbundenen Schrauben correfpondirten; beim Sinken, refpective Erheben des Wafferftandes berühren nun diefe Metallftifte die Schrauben und fchliefsen den Strom, der ein Läutewerk in Bewegung bringt. Zu hohe Dampffpannungen zeigt diefer Apparat auch an; zu diefem Zwecke find in ein Queckfilber- Manometer zwei ifolirte Leitungsdrähte in der entſprechenden Höhe angebracht. Bei dem zu hohen Steigen des Queckfilbers werden diefe berührt und der Strom gefchloffen. Der Keffel der Compagnie Fives- Lille, hatte ebenfalls einen ähnlichen Wafferftandszeiger, deffen Einrichtung zu erforfchen uns leider nicht gegönnt wurde. Die Anwendung leicht fchmelzbarer Pfropfen,( Rofe'fches Metall) ift befonders in England beliebt und war fowohl in der Mafchinenhalle als auch an eng2 16 Victor Novelly. lifchen Keffeln unter der Benennung„ the Afhcroft Low- water Detector and Alarm" ausgeftellt. Derfelbe befteht aus einem circa 60 Centimeter hohen, verticalen, zwei Centimeter ftarken Rohre, das oben auf einer hohlen Kugel die Dampfpfeife hat, die durch einen eingefchraubten, bei 212 Grad Fahrenheit( Siedepunkt des Waffers unter dem gewöhnlichen Luftdruck) fchmelzenden Metallpfropfen abgeSperrt ift. Die untere Oeffnung des Rohres befindet fich im Niveau des Tiefwaffers; bei dem Fallen des Wafferfpiegels im Keffel bis zu diefer Höhe fällt das bis dahin in der Röhre befindliche Waffer herunter und es dringt nun Dampf in diefelbe, die den Pfropfen fchmilzt und die Pfeife ertönen läfst. In England, fagt der Profpect, find 10.000 folche Apparate in Verwendung. In der deutfchen Abtheilung waren die Apparate diefes Syſtems noch nach der Art der bekannten Black'fchen Conftructtion, mit einer KupferrohrSpirale.( Ausgeftellt von Watremetz und Kloth, welche bis 1871 laut Profpect über 6000 Stück erzeugten.) III Die Sicherheitsventile. Von diefen waren zwar ziemlich alle Syfteme vertreten, jedoch durchwegs nach ihren urfprünglichen Conftructionen ohne jedwede Aenderung; blos in der amerikanifchen Abtheilung fanden wir ein ganz eigenthümlich conftruirtes Sicherheitsventil, benannt" Afhcroft's Patent Nickel seat Pop( fchnell öffnendes) Safety valve". Der Ventilfitz ift aus Nickel; der Profpect fagt, fo hart wie Stahl, unoxydirbar wie Gold, fo dafs jede Corrosion unmöglich wird. Die eigenthümliche Conftruction des eigentlichen Ventils ift die, dafs das felbe über der konifchen Sitzfläche in der Peripherie nach abwärts geftülpt ift und fo eine halbkreisförmige Hohlkehle bildet. Der untere Sitz des Ventils jedoch hat in feiner äufseren Peripherie ebenfalls eine kreisförmige Hohlkehle, die jedoch nach aufwärts geftülpt und einen gröfseren Durchmeffer, als die obere hat. Beim Auffitzen des Ventils greift nun die obere Stulpe in jene der unteren ein. Hebt fich nun der Konus nur um ein Geringes, fo ftaut fich der ausftrö mende Dampf in diefen Mulden und vergröfsert momentan den Druck auf das Ventil, hebt dasfelbe höher, als es der im Keffel befindlichen Dampffpannung entfpricht ein Vortheil, welcher befonderen Werth bei plötzlich grofsen Dampfentwicklungen( Siedeverzug etc.) hat. Ausserdem ift die Ventilfläche demzufolge bedeutend kleiner, und leichtere Dichtung ermöglicht. Das Ventil wird auf feinen Sitz durch eine verticale Spiralfeder( quadratifchen Querfchnittes) niedergehalten und kann auch durch einen Hebel mit der Hand leicht geöffnet werden. Blos in England waren die Ventile direct mit Gufseifenplatten belaftet, alle anderen Keffel hatten Sicherheitsventile mittelft indirecter Hebelbelaftung. An den Locomotiven waren blos an einer belgifchen, zwei deutfchen und einer öfterreichifchen die Meggenhofer'fche Federwage mit verftellbaren Gegenlenkern, alle übrigen Locomotiven hatten die gewöhnlichen Federwagen mit Schraubenftellung. IV. Dampthähne und Ventile. Im Allgemeinen fanden wir weder zur Dampfentnahme, noch zur Abfperrung von Dampfleitungen Hähne in Thätigkeit, und fcheint die richtige Keffelarmaturen. 17 Erkenntnifs der bekannten Uebelftände der Hähne zu diefen Zwecken eine allgemeine zu fein.* Für beftimmte Zwecke jedoch ift auch den Hähnen ein gewiffer Vortheil eigen, der fich auch durch die grofse Anzahl der in der Maſchinenhalle ausgeftellten( meiftens blos in ihren Dimenfionen unterfchiedlichen) Hähnen kundgab. Unter allen jedoch war nur der in der englifchen Abtheilung von Whitley Partners ausgeftellte Hahn nach„ Farron" von allen anderen abweichen d. Nebenftehende Figur zeigt denfelben im Verticalfchnitte und ohne Weiteres verftändlich. Kücken und Gehäufe find aus Bronce, bedürfen weder Schmierung noch einer Packung. Die Figur zeigt das kleinfte Modell in Naturgröfse und werden folche bis zu fünf Centimeter Durchgangsöffnung angefertigt. Einen fehr fchön gearbeiteten Metallhahn mit Gehäufe, in Riefendimenfionen ausgeführt, hatte die Firma F. Hager in Wien ausgeftellt. Derfelbe hatte 165 Millimeter Durchgang, 325 Millimeter Flantfchendurchmeffer, 450 Millimeter von Flantfche zu Flantfche und eine Hahnlänge von 700 Millimeter, Alles aus Meffing. Die Speife, Dampf, Abfperr- und Ablafsventile waren allgemein noch nach den alten bekannten Conftructionen, mit Stegen und Schraubenfpindel in Verwendung. Für Letzteres waren, mit ganz geringer Ausnahme, Hähne angewendet. Unferes Wiffens hatte blos ein englifcher Keffel ein Champignonventil, ohne Stege und auf fcharfem Ventilfitze ruhend, zu diefem Zwecke in Thätigkeit. In der deutfchen Abtheilung hatte Schäffer. Budenberg in feiner Ausftellungsgruppe Ventile mit flachem Halbkugel- Ventilkegel( champignonartig), bei welchen die Führungsfchraube nach oben über dem Kegel angebracht ist, ausgeftellt. Den Ventilfitz bildet die innere Kante der flach abgefchliffenen kreisrunden Ventilöffnung, welche durch diefe Conftruction den vollen Quer fchnitt liefert. Nach demfelben Principe hatte diefe Firma ein„ Patent- Univerfalventil", welches fich fowohl als Durchgangs-, wie auch als Eckventil für alle Winkel zwifchen 180 und 90 Grad verwenden läfst. Das Gehäufe bildet eine vollkommene Kugel, an welcher fich im Winkel von 90 bis 180 Grad die Rohrftutzen und Flantfchen, für Ein- und Ausgang anfchliefsen. Die Kugel ift unter 45 Grad durch die Mitte gefchnitten und bilden diefe Schnittflächen gedichtete, mit Feder und Nuth verfehene Drehungsflächen. In der oberen Halbkugel befinden fich die Ventilöffnung, das Ventil und die Ventilftange mit der Stopfbüchfe; letztere fteht fenkrecht, alfo auch einen Winkel von 45 Grad mit der horizontalen bildend; in der Schnittfläche der Kugel ift die Ventilöffnung in einem Stege angebracht, deffen Verlängerung einen Bolzen bildet, der, in der Achfe der Ventilfpindel fich befindend, die untere Halbkugel durchbricht und mittelft einer Schraubenmutter von Aufsen angezogen * Blos im franzöfifchen Keffelhaufe waren Hähne zu diefen Zwecken in Verwendung. 2* 18 Victor Novelly. ( fixirt) werden kann. Die Ventilfpindel und deren Verlängerung, der Bolzen, bilden daher die Drehungsachfe des Ventilgehäuſes. Von neuen Schieberventilen zur Dampfabfperrung kam blos das feit kurzer Zeit auch in den öfterreichifchen Handel gebrachte Peet'fche Ventil zur Anwendung, und zwar im englifchen Keffelhaufe, wo es fich auch vollkommen bewährte. Die Verfertiger diefer Ventile, Whitley Partners in Leeds, hatten folche, in verfchiedenen Dimenfionen, in der englifchen Abtheilung der Mafchinenhalle ausgeftellt. Nebige Figur zeigt im Verticalfchnitte ein folches Ventil mit 12 Millimeter Durchgang in Naturgröfse. Die Abfchlufsbacken find kreisrund und werden diefelben durch einen als Keil wirkenden Konus an die Dichtungsränder angeprefst. Beim Linksdrehen der Spindel werden diefe Backen an ihren vorfpringenden Angüffen gefafst und durch den fich hebenden Konus gehoben und fo der volle Durchgangsquerfchnitt freigegeben. Die in der Figur an den Gleitflächen eingelegten Metallftücke werden blos bei gröfseren Ventilen angewendet, deffen übrige Theile aus Gufseifen angefertigt find; die kleineren Ventile jedoch find ganz aus Metall gearbeitet; diefelben werden von diefer Firma in den Dimenfionen von 10 bis 456 Millimeter( 18 Zoll englifch) typifch fabricirt. Wilhelm Ofimitfch in Pola hatte eine Zeichnung einer fehr zweckmässigen Verbefferung an Kingſton- Ventilen ausgeftellt, die darin beftand, dafs der frühere hutförmige Auffatz und die beiden daran befindlichen, den zweiten Verfchlufs bildenden Zweighähne durch einen einzigen Dreiweghahn erfetzt find. Keffelfpeife- Vorrichtungen, als zu dem fpeciellen Berichte über Pumpen gehörig, find in den Rahmen diefes Berichtes nicht aufgenommen worden. V. Dampfentwäfferungs- Apparate und CondenſationswafferSammler. Von jenen Apparaten, welche zur Verhütung des Mitreifsens von Waffer durch den dem Keffel entftrömenden Dampfe erfunden und bis jetzt angewendet wurden, war auf der Ausftellung aufser dem in einigen im Betriebe befindlichen deutfchen Keffeln, in dem Dampfdome, refpective vor der Mündung des Dampfrohres angebrachten Blechteller nur ein solcher eigener Apparat von R. R.Werner in Darm ftagt in der Mafchinenhalle ausgeftellt; derfelbe beftand aus einem nach innen eingebôrtelten horizontalen Teller mit einem nach unten, unter den tiefften Wafferfpiegel reichenden Rohre. In den Teller, auf Pratzen geftützt, reicht ein weites, kurzes, bis an die Mündung des Dampfrohres führendes, von der Verfchraubung desfelben jedoch unabhängiges Rohrftück, welches fich innerhalb der Umbörtelung des Tellers gegen diefen ausbiegt und fo den letzteren bis auf eine geringe Spalte in der Peripherie abfchliefst. Der Dampf tritt nun durch diefe fchmale Ringöffnung ein und wird fofort gebrochen, um durch eine nochmalige Biegung in das Dampfrohr zu gelangen. Durch diefes zweifache Drehen des Dampfftromes verliert derfelbe fein mechanifch mitgeriffenes Waffer, welches fich durch das nach abwärts gehende Rohr aus dem Teller nach dem Keffelinnern ergiefst. Keffelarmaturen. 19 Der Profpect fagt, dafs diefer Apparat auch in Dampfrohr- Leitungen eingefchaltet werden kann und dann nebft dem mechanifch mitgeführten Waffer auch jenes durch Condenfation fich angefammelte auszufcheiden im Stande ift. Die Apparate, welchen die ſpecielle Aufgabe zufällt, das in DampfrohrLeitungen angefammelte Condenfationswaffer abzuführen, waren blos in der deutfchen und englifchen Abtheilung der Mafchinenhalle ausgeftellt und in der Dampf- Rohrleitung der General direction in bedeutender Anzahl in Thätigkeit. Es bleibt uns blos zu bemerken übrig, dafs diefe Apparate theils nach dem bekannten Kirchweger'fchen Principe und von Schäffer& Budenberg verbefferten und patentirten automatifch wirkenden Schwimmergefäfs conftruirt waren, theils jedoch nach Robinſon's Syfteme ftatt des Schwimmergefä fses einen ſchwimmenden Drehhahn hatten und ebenfalls Automaten waren. Die in Thätigkeit befindlichen waren die erft erwähnten Schäffer- Buden berg'fchen und haben fich felbe während der ganzèn Arbeitsperiode als ganz praktifch bewährt.* VI. Dampf- Leitungsröhren. Die Ausstellung zeigte uns den unfchätzbaren Beweis der praktifchen Anwendung von Eifenblech- Röhren zu Dampfleitungen. Ein Vortheil, der fich wohl nur dann ermeffen läfst, wenn man fich die circa einen Kilometer lange Dampfleitung für die Mafchinenhalle aus Kupferröhren hergeftellt denkt! Diefe Eifenblech- Röhren aus der Fabrik der Brünner Zuckerformen- Eifenblech- Waaren- und Mafchinenfabriks- Gefellſchaft, vormals C. Brand& F. Lhuil lier, waren theils hart gelöthet( für Röhren mit kleinem Durchmeffer), theils genietet und verftemmt, mit abgedrehten Flantfchen und einem unter 125 Grad Celfius eingebrannten inneren und äufseren Miniumanftrich verfehen. Diefe Röhren waren bis 15 Atmoſphären Ueberdruck geprüft, und kamen während der ganzen Arbeitsperiode im gefammten Strange blos vier Fälle vor, wo das Rohr an der Nath platzte; von den meiften diefer Fälle ift jedoch die Schuld der Keffelwärter, durch plötzliches Oeffnen der Ventile beim Anlaffen erwiefen. Die Länge der Dampfleitung für die Inbetriebfetzung der Mafchinen der verfchiedenen Ländergruppen in der Mafchinenhalle war folgende: Amerika England Frankreich Belgien . Schweiz Deutſchland Oefterreich • • . " . • 44.87 Meter, • 144'75 91.98 29 131179 " 56.90 " 7 • I 10'30 258.19 27 27 99 Ungarn und Rufsland. 137.80 Gefammtlänge 976 58 Meter. Die Blechftärke war bei den kleinen Röhren 2, bei den gröfseren 3 bis 4 Millimeter. Die Durchmeffer variirten zwifchen 6 bis 30 Centimeter. Die Dichtung zwifchen durch Schrauben angezogenen, abgedrehten, ftarken Flantfchen bildeten Filzfcheiben, Hanfzöpfe und Kautfchukringe; von diefen hielten alle gleichmäfsig gut und dauerhaft. * Diefe Apparate waren bereits auf der Parifer Induftrie- Ausftellung im Jahre 1867 ausgeftellt und haben feither keinerlei nennenswerthe Aenderungen erfahren. Die Befchreibung bringt der betreffende öfterreichifche officielle Ausstellungsbericht. ** Sammt der Dampfleitung im Keffelhaufe der Niederdruck- Wafferleitung. 20 Victor Novelly. In der Mafchinenhalle hatte diefelbe Firma auch Eifenblech- Dampfröhren ausgeftellt, die gezogen, und ebenfalls auf 15 Atmoſphären erprobt waren. In der deutfchen Abtheilung waren von K. Dörfel in Kirchberg( Sachfen) verzinnte Eifenblech- Röhren ausgeftellt. Diefe hatten nur innen einen ftarken Miniumanftrich, waren doppelt gefalzt und mit Zinnloth gelöthet, ohne genietet zu fein. Bis 5 Atmoſphären Ueberdruck garantirt gemäfs Profpect der Fabrikant. Die Blechftärke ift 15 Millimeter. Die Flantfchen bilden gebogene und gefchweifste Winkeleifen, die auf das Rohr gefchoben find, deffen Ende dann aufgebörtelt wird. Diefe Flantfche ift mit dem Rohre nicht befonders befestigt und hat das den Vortheil, dafs die anftofsenden Rohrenden bedeutend fefter gegen einander geprefst werden können, als da, wo die Flantfchen fixirt find, und ift auch diefe Art bedeutend leichter und einfacher herzuftellen. werden. Wie fich das Zinn im hochgefpannten Dampfe verhält, konnte nicht erfahren Solche Röhren fertigt diefe Firma in den Durchmeffern von 25 bis 250 Millimeter, in einer Baulänge bis zu 2.8 Meter an. Für Dampfheizungs- Anlagen, wo die Dämpfe eine ganz unbedeutende Spannung und Gefchwindigkeit haben, dürften diefe Röhren praktiſcher fein, als für Dampfleitungen, die über 1½ Atmoſphären Ueberdruck haben. Ebenfo fteht es mit den von J. Hilger in Rheinbrohl in der deutfchen Abtheilung ausgeftellten Röhren aus verzinktem Eifenblech. Die in der franzöfifchen und englifchen Abtheilung ausgeftellten Kupferröhren zeichneten fich blos durch ihre Dimenfionen aus und bildeten lediglich Schauftücke der Producte des modernen Hüttenwefens. VII. Schutzmittel gegen Wärme- Ausftrahlung. Von diefen waren blos drei vertreten; das eine war die bereits fehr ftark verbreitete Leroy'fche, die Wärme nicht leitende Compofition, von der Firma Posmansky& Strelitz in Wien erzeugt und in der öfterreichifchen Mafchinenabtheilung, auf einem Rohrftück aufgetragen, ausgeftellt und im öfterreichiſchen Keffelhaufe auf den Dampfkeffeln G. Sigl's, in circa 6 Centimeter Stärke umhüllt, in Thätigkeit. So weit das Geheimnifs diefer Compofition zu fehen geftattete, beſteht diefelbe aus einer erdigen, mit organifchen Stoffen gemengten klebrigen Maffe. Der Profpect zeigt eine Achtung einflöfsende Anzahl von Fabrikshäufern, die diefe Maffe im Gebrauche haben. Thatfächlich war das öfterreichiſche Keffelhaus trotz feiner Riefenkeffel, befonders in heifsen Sommertagen, in auffallender Weife fühlbar kühler als das nachbarliche deutfche Keffelhaus, wo die Keffel mit Ausnahme eines einzigen, jeder Einhüllung entbehrten. Das andere, von W. Hafsmann in Augsburg in der deutfchen Maſchinenabtheilung ausgeftellte Schutzmittel war ebenfalls aus Erdtheilen und„ Chemikalien" fabricirt und ebenfalls als Umhüllung der Keffel und DampfleitungsRöhren anzuwenden. In vortheilhafter Weife unterfcheidet fich diefes vom erfteren durch in die Umhüllungsmaffe eingelegte Strohzöpfe, welche, in Spiralen um die erfte Lage der Maffe gewunden, durch die zweite überdeckt werden. Diefe bilden dann Luftcanäle, welche jedenfalls das Nichtwärmeleitungs- Vermögen diefer Umhüllung bedeutend erhöhen. In praktifcher Anwendung auf der Ausftellung war diefe Maffe nicht; wir fahen blos eine Zeichnung, ein Stück Mufter der Maffe und den Profpect. Das Dritte war von R. Schlichtegroll in Baiern, dem Leroy'fchen ähnlich, auf den erwähnten deutfchen Keffel aufgetragen. Keffelarmaturen. 21 Die Eifenblech- Röhren der im Betriebe befindlichen Dampfleitung waren theils mit Filz, theils mit Wollvliefsen umhüllt, theils lagen fie ganz frei. VIII. Apparate zur Verminderung und Regulirung der Dampffpannungen. Den Gegenstand der Vorführung und Befprechung diefer Apparate, ftrenge genommen nicht zu den eigentlichen Keffelarmaturen gehörig, bilden doch jene integrirenden, bei gewiffen Fabricationszweigen unentbehrlichen Theile derfelben, deren Aufnahme in den Rahmen diefes Berichtes umfomehr gerechtfertigt erfcheint, als eben diefe Apparate feit der Parifer Ausstellung vielfache Verbefferungen und Neugeftaltungen erlitten, welche uns auf diefer Ausstellung vorgeführt wurden. Es find wieder meift jene Firmen, Erzeuger und Ausfteller diefer Artikel, welche fchon bei den bereits genannten Armaturen Erwähnung fanden. Schäffer- Budenberg hatte feine ältere Conftruction mit Doppelfitzventil, deffen Stange in der Verlängerung nach unten einen Kolben hat, der durch eine regulirbare Spiralfeder dem Dampfdrucke entgegenwirkt und demfelben das Gleichgewicht hält. Die Feder ift durch eine Membrane vom Dampfraume abgefchloffen. Die Höhe der reducirten Dampffpannung zeigt ein oberhalb des Ventiles angebrachtes Manometer. Das Reducirventil von Crofsley& Hanfon in Halifax, in der englifchen Abtheilung von Whitley Partners ausgeftellt, ift ebenfalls ein Doppelfitz- Ventil. Nebenftehende Figur zeigt dasfelbe im Verticalfchnitte. Die Dampfdurchftrömung gefchieht von links nach rechts. Auf das eigentliche Ventilgehäufe ift eine oben mit kleinen Oeffnungen verfehene Hülfe gefchraubt, in welche das innerfte kurze Rohrftück reicht; innerhalb desfelben bewegt fich die mit direct wirkendem Gegengewichte verfehene Ventilſtange, mit welcher ein oben gefchloffenes Rohrftück feft und dampfdicht, innerhalb des Gehäufes verbunden ift. Zwischen der äufseren Hülfe und dem innerften Rohrftücke befindet fich das durch das Krummrohr eingebrachte Quecksilber, in welchem das an der Ventilftange hefeftigte Rohr fchwimmt und dadurch auch unten abgefchloffen wird. Tritt nun durch das im normalen Zuftande durch das Gegengewicht offen gehaltene Ventil Dampf von höherer Spannung, als benöthigt, fo wird der Schwimmer gehoben, das Ventil im Verhältniffe gefchloffen. 22 Victor Novelly. Bei Verminderung des Dampfdruckes wirken die regulirbaren Gufseifenfcheiben des Gegengewichtes auf das Ventil, diefes öffnend. Für den Fall, als fich das Ventil nicht in dem entſprechenden Momente fchliefsen follte( Unreinigkeiten etc.) und fortwährend Dampf von höherer Spannung einftrömt, als die das Gegengewicht paralyfiren kann, fo wird das Queckfilber durch die in der äufseren Hülfe oben befindlichen kleinen Löcher hinausgetrieben, die Strahlen an der über denfelben befindlichen Glocke gebrochen und in den Behälter abfallen, von wo es durch die verfchraubte Oeffnung abgezogen und neu verwendet werden kann Das Pfeifen des Dampfes bei feinem Entweichen zeigt, dafs der Apparat nicht in regelrechter Function ift. Diefer Apparat zeichnet fich befonders vortheilhaft vor allen anderen dadurch aus, dafs bei demfelben gar keine Dichtungs- und Reibungsflächen vorkommen. Der Umftand noch, dafs derfelbe fein Nichtfunctioniren felbft anzeigt und nicht allein dem nebenftehenden Manometer diefs Gefchäft überläfst, läfst diefen Apparat trotz des fonft unbequemen Queckfilbers als recht praktiſch erfcheinen. Der Ausfteller benützt folche Ventile, um Dämpfe von angeblich 40 Pfund auf 2 Pfund und folche von 160 auf 20 Pfund zu reduciren. 0 Der Dampfregulator von Suckow& Comp. in Breslau hat, wie aus nebenftehender Figur erfichtlich, ftatt des Ventils einen durch Waffernuthen abgedichteten hohlen Kolben, welcher die Einftrömung an feiner Peripherie ab. und zufchliefst. Der Dampf wirkt auf einen zweiten, mit der Kolbenftange verbundenen vollen unteren Kolben oder Stöpfel, welcher vom Dampfe durch eine Lederftulpe abgedichtet ift und die indirecte Belaftung des oberen Hohlkolbens trägt. Diefes Gegengewicht hält nun die Einftrömöffnung bei geringeremDrucke als zuläffig ftets offen; ift diefer Druck ftärker, fo wird durch den Ueberdruck desfelben das Gewicht am Hebel überwunden, gehoben und die Einftrömöffnung gefchloffen. Die Lederftulpe ift durch das in dem 30 Centimeter langen Rohre befindliche Condenfations Waffer gefchützt. Der ganze Apparat ift aus Rothgufs. Die richtige Höhe des reducirten Dampfdruckes zeigt das durch feitliche Oeffnungen mit dem Dampfraume communicirende Manometer. Der Gegengewichtshebel trägt eine Atmoſphärenfcala zur Juftirung des Gewichtes. Die Zeichnung ftellt den Apparat in dem Augenblicke dar, in welchem der Dampfzuflufs gänzlich abgefperrt ift. Durchgang des Dampfes in der Richtung von rechts nach links. Keffelarmaturen. 23 Dampfdruck- Reducirungsventil von Blancke& Comp. in Merfeburg. Nebenftehende Figur macht die Conftruction erfichtlich 1000000 Der Dampf tritt links ein und ftrömt reducirt rechts aus. Das Ventil bildet der hohle eingefchliffene Metallkolben, durch deffen durchbrochene Oeffnungen der Dampf( je nachdem diefelben mit dem Ventileingange correfpondiren) durchzieht. Der Durchgang hört auf, fobald der Kolben vom höher gefpannten Dampfe nach aufwärts bewegt wird. Um in Fällen, in denen der Druckregulator zum Durchlaffen von Dämpfen unter 5 Pfund Spannung benützt werden foll, ift der Gegengewichtshebel noch über feinen fixen Stützpunkt nach links verlängert und mit einem Gewichte verfehen, mittelft deffen man das Ausbalanciren des rechten eigentlichen Gegengewichtes leichter bewerkstelligen kann. Die Platte, auf welche der Stützpunkt des Hebels befeftigt ift, ift drehbar, um fo dem Hebel im Horizontalkreife jede beliebige Stellung geben zu können. Das dünne Rohr ober dem Kolben dient zur Abführung des Condenfations waffers. Das Röhrchen unten trägt auf einem fenkrecht aufgebogenen Anfatzrohre ( Wafferf ack) ein Manometer. O SCHMIERVORRICHTUNGEN. Einleitung. - Diefe, als zu den Mafchinenarmaturen gehörig, werden mit geringer Ausnahme von jenen Fabriken erzeugt, welche fich mit der fpeciellen Fabrication von Keffelarmaturen befaffen, thatfächlich fanden wir bei allen letztere Gegenftände ausftellenden Firmen auch Schmierapparate. Es dürfte daher gerechtfertigt erfcheinen, wenn wir diefe jenen folgen laffen, um fo die Erzeugniffe diefer fpeciellen Etabliffements, fo weit es der Rahmen diefes Berichtes geftattet, vereinigt zu haben. Im grofsen Ganzen fcheint noch immer die einfachfte Schmierbüchfe mit Docht, refpective der einfache und doppelte Schmierhahn, die neueren mehr oder weniger complicirten Automaten aus der Praxis fern zu halten. Diefem entgegen trachtet die ganz refpectable Anzahl„ neuefter" Erfinder von Schmiervorrichtungen die gröfstmögliche Complicirung zu erlangen. - Von der refpectiven Anzahl der auf der Wiener Ausftellung in Anwendung gewefenen Apparaten auf ihre factifche Verbreitung und ihre praktiſche Verwendbarkeit eine Confequenz zu ziehen, war ganz unmöglich, da nicht nur die meiſten Mafchinenausfteller ihre Schmiervorrichtungen aus„ ,, Freundlichkeit" zu dem betreffenden Erfinder oder Erzeuger von diefem für ihre Ausftellung annak men, fondern auch gar keine Vergleichsverfuche vorgenommen wurden, noch entſprechende Refultate vorlagen. I. Schmiervorrichtungen für nicht im Dampfe fich bewegende Mafchinentheile. Unftreitig die gröfste Verbreitung und häufigfte Anwendung finden und fanden auch an den Maſchinen und Apparaten der Ausftellung jene Schmierbüchfen, welche unter dem Namen des urfprünglichen Erfinders und Fabrikanten Lieuvain bekannt find. Diefelbe Firma V. Lieuvain in Rouen hatte eine Collection von folchen Nadelölern in der franzöfifchen Abtheilung in verfchiedenen Gröfsen ausgeftellt und fanden wir die fehr praktifchen und bereits allgemein verwendeten Holzftöpfel ftatt der früheren Metallverfchraubungen auch hier vor. Der Apparat hatte eine glatte bewegliche Nadel in der Hülfe und die Glasbüchfen in ovaler Form ohne jede andere Garnirung. * Die Achfenlager der Eifenbahnwagen und die Schmiervorrichtungen derfelben, als nicht in den Bereich diefes Berichtes gehörig, find hier nicht behandelt. Schmiervorrichtungen. 25 De la Coux in Paris, einer der gröfsten Fabrikanten für Schmierapparate, legt in feine Nadelöler ein Siebrohr ftatt der vollen Hülfe, gegen Unreinigkeiten und zum Zwecke langfameren Oelausfluffes. In der That haben diefe Nadelöler irgend ein Oelausflufs- Verzögerungsmittel nöthig, da in den meiften Fällen aus Furcht vor zu geringer Schmierung die Nadel recht feft abgefeilt, und der eigentliche Vortheil diefes Apparates iluforifch gemacht wird; andererfeits jedoch kommt fehr häufig vor, dafs der Raum zwifchen Hülfe und Nadel fo ftark mit dem unvermeidlichen Oelfatze verfetzt wird, dafs gar kein Oel durchfliefst, und dem nur durch Abnehmen und Reinigen des Apparates abgeholfen werden kann; natürlich nimmt der Maſchinift dann wieder eine noch dünnere Nadel und erweitert vielleicht noch dazu. die Hülfe, um einem Verftopfen, refpective Reinigen auf längere Zeit auszuweichen. Aus diefen und anderen Gründen halten wir die eigentlichen Lieuvain'fchen Nadelöler einfachfter Conftruction für den beften Schmierapparat diefes Syftems. Bei deffen Anwendung gilt der Grundfatz: für jeden Schmierort einen Wechfelöler ftets vorräthig zu haben, der für den Fall, dafs der eine Oeler leer wird, diefer durch den anderen bereit gehaltenen gefüllten fofort erfetzt werden kann, hiebei mufs unwillkürlich die Hülfe durch die Nadel felbft( beim Stellen) gereinigt werden, und kann ein Anfetzen während der verhältnifsmässig kurzen Functionsdauer nicht platzgreifen. - Diefs Auswechfeln gefchieht um fo leichter, als eben diefe urfprünglichen Nadelöler eine fehr einfache Manipulation erheifchen und fehr wohlfeil find( auf der Ausftellung waren diefe in jeder Gröfse mit 1 Franc bewerthet). Fixe Nadelöler, das heifst folche, die einmal eingefchraubt auch immer fo bleiben, und zum Füllen des Oeles einen verfchraubbaren Deckel haben, hatte De la Coux unter der Benennung: Graiffeur blindé ausgeftellt. Diefe beftehen je aus einem ftarken Glascylinder, der in einer mehrfach gefchlitzten Meffinghülfe( Blindage) eingebracht ift und oben einen mit Lederdichtung verfehenen, eingefchraubten Deckel hat. Solche waren auch von J. Blake borough in der englifchen Abtheilung und von mehreren amerikanifchen und deutfchen Ausftellern gebracht. Merkwürdig erfcheint der Umftand, dafs Lieuvain allein feine Nadel am unteren Ende gerade abfchneidet, und alle übrigen autorifirten Erzeuger Lieuvain'fcher Nadelöler diefen eine olivenförmige Abrundung geben; jedenfalls ift diefs das Richtigere;-wenn wir jedoch bedenken, dafs das untere Ende diefer Nadel fich in kürzefter Zeit an die Drehungsfläche des von ihr berührten Mafchinentheiles fchmiegt und deffen Fläche annimmt, zur fabriksmäfsigen Erzeugung jedoch jedenfalls das Lieuvain'fche Verfahren billiger zu ftehen kommt, fo entfällt wohl der einfeitige Vortheil der abgerundeten Nadel, der fich während kurzer Zeit beim Beginn der erften Ingangfetzung kundgibt. Unter der Benennung" The Havre Lubricator" fanden wir in der englifchen Abtheilung einen Nadelöler( mit Lieuvain's Patent bezeichnet), welcher aus einer oben und unten abgefchnittenen Glaskugel mit Meffingarmirung und verfchraubtem Deckel beftand und an das zu fchmierende Lager anzufchrauben ift. Die Nadelhülfe geht durch den Glasbehälter und hat an ihrem oberen Ende die Schraubenmutter für die am Deckel befindliche Schraube, welche nun fo die ganze obere Meffingarmirung mit der unteren verbindet; diefe Hülfe hat an mehreren Stellen ihres Umfanges kleine Löcher, die jedoch erft circa einen Centimeter vom Boden des Gefäfses beginnen und fo das Schlammabfetzen ermöglichen und einem zu rafchen Verftopfen der Hülfe vorbeugen, zugleich auch als Moderateur für den Oelabflufs dienen. Die fogenannten ärodynamifchen Schmierbüchfen erlitten blos ihren Formen nach Aenderungen, und zwar fanden wir allgemein die gefälligere 26 Victor Novelly. flach ovale Form des Glafes gegen die frühere Flafchenform vorherrschend und ebenfalls den praktiſchen Holzconus und eben folchen Deckel. Der in der englifchen Abtheilung ausgeftellte patentirte ,, Auftin'fche Syphon Lubricator" ift ein gewöhnliches ärodynamifches Schmierglas; dasfelbe wirkt jedoch als Heber, indem das Ausflufsrohr im Gehäufe durch ein zweites weiteres oben gefchloffenes Rohr umgeben ift, welches den kurzen Arm, das dünnere Ausflufsröhrchen den längeren Arm des Hebers bildet. Der eigentliche Zweck diefer Complicirung ift uns nicht bekannt. In der deutfchen Abtheilung hatte die Berliner Firma Schwartz einen ärodynamifchen Patent- Schmierapparat ausgeftellt. Derfelbe befteht aus einer nur von unten zu öffnenden Glaskugel, in welche mittelft Lederfcheibe abgedichtet ein Bündel feiner Metallröhrchen reicht. Diefe Capillarröhrchen find von einer ftarken Metallhülfe umgeben, welche am oberen Ende im Inneren der Glaskugel eine Saugkapfel trägt, welche mit einer einzigen Oeleinftrömungsöffnung( die je nach der abzugebenden Oelmenge vergröfsert werden kann) verfehen ift. Zwifchen der Metallhülfe und dem Röhrenfyfteme wird feine lockere Baumwolle( Watte) gelegt, um fo bei Entſtehen eines Vacuums das zu heftige Ausfpritzen des Oeles zu hindern und um gleichzeitig das Oel etwas zu reinigen. Die Metallhülfe fammt dem Röhrenbündel kann leicht von der Glaskugel abgefchraubt und mittelft heifsen Waffers gereinigt werden. Hiebei muss die inliegende, jedenfalls verkruftete Watte erfetzt werden, welcher Umftand der Handlichkeit diefes Apparates ftarken Abbruch thut; durch engere Aneinanderreihung der Capillarröhrchen, refpective bei Anwendung einer dünneren Hülfe, dürfte das„ Verftopfungsmittel" erfetzt fein. Berichterstatter hatte felbft Gelegenheit, diefen Apparat auch ohne eingelegte Baumwolle, jedoch mit feinem Drahtfieb verfehen, recht befriedigend arbeiten zu fehen. Sowohl die Nadelöler, als die ärodynamifchen Schmierbüchfen werden direct von dem rotirenden, zu fchmierenden Mafchinentheile in Betrieb gefetzt; bei den erfteren ift es die auf dem drehenden Körper aufruhende, durch diefen in Ofcillation gebrachte Nadel, bei den letzteren ift es das durch diefen rotirenden Körper erzeugte Saugen in dem ganz nahe an diefem befindlichen Oelausflufsrohre. Diefelben fchmieren daher blos beim Imgangefein der bezüglichen Theile und erzielen factifch eine ganz beträchtliche Oelökonomie gegen die gewöhnlichen Dochtbüchfen. Es ist jedoch für die richtige Function diefer Apparate Hauptbedingnifs, dafs mit denfelben ein fehr dünnflüffiges und reines Oel verwendet wird, da allen diefen das Capillarvermögen der Flüffigkeit als Conftructionsbafis dient, und das dicke Oel nicht nur diefe Eigenfchaft im geringften Mafse befitzt, fondern auch fehr rafch die dünnen Röhren verkruftet. In der That find auch auf der Ausftellung alle diefe Schmierapparate mit beftem, reinem Olivenöl verfehen worden.* Die Schmiervorrichtungen, welche diefen Apparaten am nächfte ftehen, find die Glasbecher mit lofem Deckel und conifchem Ausflufsrohr, das in den * Wir erfüllen unfere Pflicht, hier zu erwähnen, dafs oben genanntes Olivenöl für die Gefammtbedürfniffe der Mafchinenhalle, während der ganzen Ausftellungsperiode, von der bekannten Wiener Firma S. Eysler unentgeltlich geliefert wurde. Unter folchen Umständen war natürlich von einem ökonomifchen Schmieren keine Rede und wehe dem, der fich die Aufgabe geftellt, auf der Ausstellung Studien über Schmierung zu machen. Nicht unerwähnt können wir gleich hier laffen, dafs auch die Firma G. W agemann in Wien fich an der unentgeltlichen Lieferung von Schmiermaterial für die Mafchinenhalle in hervorragender Weife betheiligte. Es war Mineralöl, und wurde in der Mafchinenhalle ebenfalls angewendet. Schmiervorrichtungen. 27 Becher ragt und in welches ein Draht gefteckt ift, der fortwährend das Oel tropfenweife abgibt und nachfaugt. Diefe Apparate waren am häufigften in der öfterreichifchen Abtheilung zu finden in den übrigen beinahe gar nicht. Es ift diefs wohl dem unten bemerkten Umftande zuzufchreiben; wir fanden fogar im Laufe der Ausftellung beffere und neuere Apparate durch folche ausgewechfelt. II. Schmiervorrichtungen für die im Dampfe fich bewegenden Mafchinentheile. Die Grundprincipien diefer in diefe Claffe gehörenden Apparate find der Hauptfache nach die, welche continuirlich ein beſtimmtes Quantum Oel abgeben, und jene, welche diefs nur dann thun, wenn die bewegenden Theile( Dampfkolben, Schieber etc.) ohne Dampf arbeiten.( Bei den Locomotiven: Einlaufen in die Station, ftarkes Gefälle etc. Bei Fördermafchinen, Dampfkrahnen, beim Herablaffen der Laften durch die Bremfe etc.) Endlich diefe, welche in beliebigen Zeitintervallen eine unbeftimmte Menge Oel abgeben( einfache und doppelte Schmierhähne). A. Apparate mit continuirlicher Oelabgabe. Die in diefe Kategorie gehörigen Schmiervorrichtungen waren naturgemäfs am ftärksten vertreten, fo zwar, dafs alle übrigen, nicht diefes Princip befolgenden Apparate als Ausnahmen erfchienen. Naturgemäfs, weil die neuere Anficht: dafs eine fortwährend gleichmäfsige, geringe Oelzuführung beffer und ficherer fei, als die in Zeitintervallen abgegebene gröfsere Oelmenge, anfängt fich Bahn zu brechen und principiell auch factifch angewendet wird. Dafs diefes alle einfachen und doppelten Schmierhähne verbannende Princip trotzdem fehr langfam feine Bahn bricht, geht daraus hervor, dafs auf der Ausftellung verhältnifsmäfsig eine ganz bedeutende Anzahl von Dampfcylindern mit folchen verfehen war. Befonders auffallend erfchien diefer Umftand an den Maſchinen der englifchen Abtheilung, wo wir beinahe ausfchliefslich Doppelhähne bemerkten, jedoch als„ Ausftellungsobjecte" beinahe alle bekannten Schmierapparate von befferer und minderer Verwendbarkeit antrafen. " The Ashcroft patent Regulating Tallow Cup", von der gleichnamigen amerikaniſchen Firma ausgeftellt und auf einer Mafchine in Thätigkeit. Nebenftehende Figur zeigt diefen Apparat im Schnitte in circa einem Viertel der Naturgrösse. Der ganze Apparat ift aus Rothgufs, fehr maffiv gehalten und befteht eigentlich blos aus zwei Theilen, der Kugel( Oelbehälter) und dem eingefchraubten Deckel. Die übrigen Theile find in denfelben derart fixirt, dafs fie aus diefen nie herausgenommen zu werden brauchen. Der befondere Vortheil diefes Apparates ift der, dafs ein Oelnachfüllen auch während des Ganges der Mafchinen Ein Urtheil über diefe beiden ,, Fettwaaren" zu fällen, gehört nicht in den Bereich diefes Berichtes. 28 Victor Novelly. bewerkstelligt werden kann, ohne die läftigen verfchiedenen Hähne, wie bei vielen anderen Apparaten, zuerft handhaben zu müffen. Sobald man den Deckel von der Kugel abfchraubt, hebt der Dampf, oder, wenn die Mafchine leer geht, die Spiralfeder, das Ventil und fchliefst fo die Communication mit dem Innern des Cylinders ab. Die Figur zeigt den Apparat in diefem Momente. Um die Ausflufsmenge des Oeles zu reguliren, hat die obere Druckftange eine graduirte Scheibe, mit einem Prifonftift verfehen, fo die Gröfse der Ventilöffnung, die fehr genau eingeftellt werden kann, erfichtlich machend. Genau nach Afhcroft's Princip find die Schmierapparate von Scharn berger und Görgel conftruirt. Erfterer ftellte feinen Apparat in der deutfchen Abtheilung aus. Diefer hatte ftatt des Afhcroft'fchen Ventils eine konifche, fcharfgängige Schraube, durch deren Windungen, je nachdem diefelbe fefter oder lofer angezogen, weniger oder mehr Oel abfliefst. Die Regulirung diefer Schraube gefchieht durch einen in den angegoffenen Deckel mittelft einer Stellfchraube und eines Bügel niedergehaltenen, jedoch drehbaren konifch eingefchliffenem Knopf, in welchen die Regulirfchraube mit einem viereckigen Kopf eingreift. Der Knopf wirkt daher als Schraubenfchlüffel. Auch diefer Appariat kann während des Ganges der Mafchine gefüllt wer den; man fchraubt näml ch die konifche Regulirfchraube feft ein und löft den den Knopf niederhaltenden Bügel. Ift nun nach der Füllung wieder der Knopf in den Deckel und auf die Schraube gebracht, fo wird diefe gelüftet, um Oel durchzulaffen. Ob nun zu viel oder zu wenig in den Cylinder fliefst, kann bei diefem Apparate leider nicht fo wie bei dem Ashcroft's ermittelt werden. Auch Scharnberger's Apparat ift ganz aus Metall und recht maffiv gehalten. Die früheren Apparate desfelben Erfinders hatten einen feparaten, nicht luftdicht fchliefsenden Deckel( Ausfpritzen von Oel und Dampf), find jedoch fehr bald aus der Praxis verfchwunden, um dem gegenwärtig befchriebenen Platz zu räumen. Der andere Görgel'fche Apparat ift auch ziemlich verlaffen und war auch auf der Ausftellung unferes Wiffens nicht vertreten. Alle diese Vorrichtungen haben den gemeinfamen Nachtheil, bei plötzlicher Abftellung oder beträchtlicher Dampfdruck- Verminderung den ganzen oder einen grofsen Theil des Oelinhaltes auf einmal in den Schieberkaften oder Cylinder nutzlos zu ergiefsen. Es iſt diefs der im Oelgefäfse zurückgebliebene hochgefpannte Dampf, welcher, keinen Gegendruck habend, das unter ihm befindliche Oel vor fich hinaustreibt. Fr. Schauwecker in Weiden( Baiern) ftellte feinen bereits ziemlich allgemein bekannten felbftthätigen Oel- Tropfapparat in der deutfchen Abtheilung in verfchiedenen Gröfsen als felbftftändiges Ausftellungsobject aus; nebft diefem waren mehrere deutfche Locomotiven mit folchen Apparaten verfehen. Die Einrichtung desfelben ift kurz folgende: In einem weiten Rohre, das mit dem Dampfraume( Schieberkaften) direct in Verbindung ift und welches in den Oelbehälter, das Niveau des höchften Oelftandes überragend, eindringt, befindet fich nahe der Bodenebene des Behälters ein eingefchraubtes Capillarröhrchen, welchem die Aufgabe der tropfenweifen Oelzuführung in den Dampfraum zufällt, hervorgerufen durch die bei jedem Kolbenhube( Schieberwechfel) entſtehenden Dampffpannungs Aenderungen. Der in den Schieberkaften eintretende Dampf erfüllt nun ebenfalls den im Oelbehälter befindlichen freien, luftdicht abgefchloffenen Raum und ift bei Stillftand der Mafchine vollſtändig im Gleichgewichte, daher auf das Oel wirkungslos. Sobald nun aber die Schieberöffnung zur Einftrömung in den Dampfcylinder fich öffnet, Schmiervorrichtungen. 29 fo ftrömt auch aus dem Oelgefäfse durch die weite Röhre der Dampf ab; da jedoch der vor der Mündung der Capillarröhre befindliche früher entweicht, als jener, der über dem Oelfpiegel liegt, fo wird diefer durch den dadurch momentan erzeugten ftärkeren Druck auch einen folchen erleiden und durch das Röhrchen einige Tropfen herauspreffen, welche dann durch den nachftrömenden Dampf in den Cylinder geriffen werden und fein vertheilt die Schieberflächen und Kolben ölen. Zur Regulirung der auszufliefsenden Oelmenge dient eine in die untere, in den Schieberkaftenraum mündende, Oeffnung der weiten Röhre eingefchraubte Verjüngungsröhre, welche durch engere oder weitere ausgewechfelt werden kann und fo der rafchere oder verzögertere Dampfabfluss aus dem Oelbehälter erzeugt werden kann. Die Füllung gefchieht durch eine hohle, am unteren Ende in der Längenacafe zur Hälfte abgefchnittene, in den Deckel eingefchraubte kurze Schraube, die daher beim Füllen nie ganz herausgedreht zu werden braucht. Vor der Capillarröhre befindet fich ein die Unreinigkeiten abhalten des Metallfieb. Der ganze Apparat ift aus Metall und durch den aufgefchraubten, abge. dichteten Deckel dampfdicht. Diefs die urfprüngliche Conftruction, welche jedoch in den auf der Ausftellung vorgeführten Apparaten unter Beibehaltung des Principes mehrfache Verbefferungen erhielt und fo mehreren der urfprünglichen Conftruction anhaftenden Uebelftänden wie da find: das fich anfammelnde Condenfations- und mitgeriffene Keffelwaffer, das keine Oelfüllung geftattete und das Oel aufserdem durch Ueberfliefsen in die weite Röhre fehr fchnell aus dem Apparate hinaustrieb, dann das nur bei kalter Mafchine mögliche Nachfüllen- abgeholfen und hie durch eine fehr rationelle Schmiervorrichtung gefchaffen wurde. In erfter Linie ift gegen das mitgeriffene Keffelwaffer durch ein am unteren Ende der weiten Röhre in diefe felbft ein freies Stegventil eingelegt, welches wohl den Dampf durchläfst, das Waffer aber, das in diefer im Verhältniffe zur Dampfrohr- Leitung doch fehr dünnen Röhre einen ziemlich continuirlichen Strahl bildet und das Ventil an feinen Sitz treibt bekanntlich ift die lebendige Kraft des Dampfftrahles bedeutend geringer als jene des Wafferftrahles- beim Aufhören des Waffermitreifsens fällt das Ventil durch feine eigene Schwere nieder und läfst dem Dampf durch feine Seitenftege freie Communication. Nebft diefer Einrichtung ift das weite Rohr am oberen Ende ebenfalls mit einem Ventil verfehen, deffen Verlängerung die Füllfchraube bildet, die der früher befchriebenen ähnlich. Wird diefe gelüftet, alfo Oel gefüllt, fo fchliefst das Ventil die Einftrömröhre vom Dampfe ab und es kann diefer blos durch das Capillarröhrchen und auch durch diefes in kaum bemerkbarer Menge durch. Es kann dadurch nun ein Nachfüllen auch während des Betriebes bewerkstelligt werden. Der viereckige Füllfchraubenkopf( obere Ventilverlängerung) trägt eine Kurbel zur leichteren, rafcheren Manipulation. Die Apparate für im Freien arbeitende Maſchinen find noch aufserdem mit einem Metallmantel mit eingefchloffener Luftfchichte, der befferen Wärmehaltung wegen, verfehen. Der Profpect fagte uns, es feien 8000 Stück folcher Apparate in Ver wendung. Nachftehende Figur zeigt den Zabel'fchen felbftthätigen Schmierapparat, von der Firma Raven& Zabel in Quedlinburg in der deutfchen Abtheilung. ausgeftellt. Bei offenem Abſchluſshahne dringt der Dampf durch das weite Einftrömrohr in die Dofe, biegt dann feitlich in die zweite nach abwärts reichende dünnere Röhre, welche fich in einer an dem erfteren Rohre befeftigten Hülfe drehen läfst und auf diefe Art die Mündung zu erweitern oder zu verengern ermöglicht. Aus 30 R Victor Novelly. diefem Rohre fteigt nun der Dampf, das in der Büchfe enthaltene Oel durchbrechend, in den über dem Oelfpiegel befindlichen leeren Raum und drückt bei eintretendem Spannungswechfel auf denfelben, fo ein gewiffes Oelquantum in die weite Röhre drängend, welche oben mit einem Schieberdeckel mehr oder weniger abgefchloffen werden kann. Von da wird nun das Oel durch den direct durch die weite Röhre nachftrömenden Dampfin den Schieberkaften und Dampfcylinder in fein zertheiltem Zuftande getrieben. In der Figur ift a die weite Röhre mit dem oberen regulirbaren Schieberdeckel e ( in der nebenbefindlichen Fig. A im Grundriffe dargeftellt); 6 bildet das niederfteigende Rohr, das eigentlich ein Hahnkücken ift. Die Spalte K kann nun durch entſprechendes Drehen fehr fein eingeftellt werden. Der Deckel v fchliefst ventilartig dampfdicht. Vor zu rafcher Abkühlung ist auch diefer Apparat durch Doppelwand geſchützt. Diefe Schmierdofe und jene von Schauwecker haben ein gleiches Princip zu Grunde gelegt. Nur ift bei dem Zabel'fchen gegen das fich anfammelnde Condenfations waffer fehr wenig gethan und ift es jeden falls nöthig, den Apparat erft durch den Dampf indirect( bei gefchloffenem Hahne) erwärmen zu laffen, bevor er zur Wirkung gelangen foll. Die einzige diefsbezügliche Vorkehrung ift der auf dem Rohre e befindliche Schieberdeckel, welcher weiter geöffnet den Dampf rafcher ausläfst und demfelben zum Condenfiren keine Zeit läfst natürlich wenn der ganze Apparat die hiezu erforderliche Wärme bereits befitzt. Jedenfals aber ift diefe Schmiervorrichtung durch den Wegfall der Schauwecker'fchen Ventile etc. einfacher und leicht verftändlich" conftruirt. " Diefer Apparat arbeitet bei Leergang ebenfalls und kann fowohl an dem Haupt- Dampfzuleitungsrohr, am Schieberkaften, als auch direct an dem Dampfcylinder angebracht werden. Whitley's Ventillubricator in der englifchen Abtheilung hatte ebenfalls die Principien der beiden eben genannten Apparate zu Grunde gelegt. Statt der Schauwecker'fchen Capillarröhre ift an derfelben in die weite Röhre mündenden Stelle eine vier Millimeter weite Bohrung, welche durch das konifche Ende einer von der entgegengefetzten Seite eingefchraubten Schraube, deren Kopf aufser dem Oelbehälter ift, verengt, refpective erweitert oder abgefperrt werden kann. Die weite, fenkrechte Röhre hat im höchften Oelniveau eine horizontale Bohrung, durch welche der Dampf eintritt, aus dem unteren Rohre Oel ausdrückt und fich wieder auf demfelben Wege entfernt und das unten ausgetretene Oel mitreifst. Die Verlängerung der fenkrechten Röhre nach oben bildet einen eingefchraubten Trichter mit Seitenöffnungen zur Füllung und wird diefs durch geringes Lüften derfelben bewerkstelligt. Schmiervorrichtungen. 31 Auch diefer Apparat hat keine Wafferabhaltungs- Vorrichtung, überhaupt aufser den eben erwähnten Theilen keinen anderen. Jedenfalls der einfachfte Apparat diefes Syſtems. Die in der öfterreichifchen Abtheilung ausgeftellte A. Gebauer'fche Schmiervafe ift gleichfalls den Zabel- Schauwecker'fchen Principien unterworfen. Die Dampfeinftrömungsröhre derfelben ift unten enger, erweitert fich nach oben und ift durch eine Schraube vollkommen gefchloffen. In der Mitte des erweiterten Rohrtheiles finden wir das Capillarrörchen, welches in ein zweites, dünneres, mit der Dampfeinftrömungsröhre paralleles Rohr mündet; diefes, bis nahe an den Boden des Oelgefäfses reichend, verjüngt fich gegen abwärts und kann, durch eine fehr fpitze glatte Nadel noch mehr verengt, regulirt werden. Diefe Nadel endet nach aufwärts in eine Schraube, deren Kopf eine Theilung zur genaueren Juftirung enthält. Ein nennenswerther Unterfchied gegenüber den anderen Apparaten diefes Syftemes befteht darin, dafs der Dampf fowohl beim Eintritt als auch beim Austritt die Capillarröhre, die regulirbare dünne fenkrechte Röhre und das Oel felbft paffiren mufs; ein Uebelftand, welcher jedenfalls zu Gunften der früher erwähnten fpricht. Gegen das Anfammeln des Condenfationswaffers ift ebenfalls nicht geforgt. Der Verfchlufs und die Füllung werden durch eine mit Blei abgedichtete Deckelfchraube bewerkstelligt. Von jenen Schmierbüchfen, welche das bei den bisher erwähnten fo nachtheilige Condensationswaffer zum Zwecke des continuirlichen Oelabgebens nutzbar machen, ift in erfter Reihe der in der franzöfifchen Abtheilung ausgeftellt gewefene und an fehr vielen dortigen Mafchinen angewendete automatifche Conden1 fations- Schmierapparat von M. J. Bouillon in Lyon, welcher dort eine im grofsen Mafsftabe eingerichtete Fabrik zur fpeciellen Erzeugung diefer Handelsartikel befitzt; daher wohl die fo auffallend grofse Anzahl diefer in Frankreich in Verwendung ftehenden Apparate. Obwohl Schäffer- Budenberg in Magdeburg bereits feit geraumer Zeit eben folche Apparate erzeugt und felbft einen folchen unter der Benennung Schmierhahn nach Jacobi" in feiner Ausftellungsgruppe hatte, find diefe am deutfch- öfterreichifchen Markte bedeutend fpärlicher anzutreffen. " Nebenftehende Figur zeigt einen Bouillonfchen Apparat mittlerer Sorte im Verticalfchnitte in Viertel natürlicher Gröfse. Die Handhabung und Wirkung ist folgende: Nachdem der Oelbehälter durch das Abfperren des unteren Hahnes vom Dampfe abgefchloffen, wird der obere geöffnet und die Büchfe mit Oel gefüllt; ift diefer nun gefchloffen und der untere Hahn geöffnet, fo tritt der Dampf durch die durch das Oel gehende, mit zwei gegenüberliegenden Seitenöffnungen verfehene Röhre ein und condenfirt fich, das hiedurch entstandene niederfinkende Waffer hebt den Oelfpiegel und lässt ihn durch die Seitenöffnungen in die Röhre fallen; der nicht condenfirte Dampf ftrömt dann beim nächften Spannungswechfel durch das oben offene 3 15 32 Victor Novelly. Rohr in den Schieberkaften oder Cylinder der Mafchine zurück und reifst fo das ausgetretene Oel mit fich. Zum Ablaffen des Condensationaswaffers beim Neufüllen ift feitlich am Boden des Gefäfses ein Hahn angebracht. Der ganze Apparat ift aus fehr dünnem Metall gearbeitet, um möglichft rafch abzukühlen. Um den Dampfraum( Condenſationsfläche) über dem Oelfpiegel nach Bedarf vergröfsern oder vermindern zu können, ift das Einftrömrohr am unteren Ende tiefer oder höher zu fchrauben und mittelft der Mutter arretirbar. Ein grofser Vortheil, der diefem und ähnlichen Principien unterlegten Apparate eigen ift, ift der, dafs das beim Anlaffen der Mafchine fo nothwendige ftärkere Schmieren in vorzüglicher Weife bewerkstelligt wird, indem fich, fo lange der Oelbehälter noch kalt ift, der gröfste Theil des einftrömenden Dampfes condenfirt und demzufolge mehr Oel in das Rohr abführt, als diefs beim bereits erwärmten Apparate gefchehen kann, wo auch oft der Fall eintreten kann, dafs abfolut keine Condenſation des Dampfes ftattfindet.* Durch das Oeffnen des Seitenhahnes kann man fich davon überzeugen, ob der Apparat in richtiger Function ift. Adolf Sehwartz in Berlin hatte eine ganz ähnliche Schmierdofe in der deutfchen Abtheilung ausgeftellt; diefe hatte ftatt der an dem Einftrömrohr angebrachten Regulirfchraube ein Schraubenventil feitlich aus der Büchfe ragend, welches einen zum Einftrömrohr führenden Seitencanal mehr oder weniger abfperren kann, fo den Dampfeintritt regulirend. Die Hauptröhre ift fix und kann die Condenfirfläche über dem Oelfpiegel nicht geändert werden. Zum Abführen des Condenfationswaffers hatte Schwartz ebenfalls ein Schraubenventil. Das erftere Ventil dient zugleich zur gänzlichen Abfperrung des Dampfes; zum Füllen blos der eingefchraubte Deckel. Diefer Apparat fieht bedeutend gefälliger aus, als der mit den drei Hähnen verfehene Bouillon'fche. Nur glauben wir, dafs das Vergröfsern oder Vermindern der Condenfirfläche zum Zwecke der Oelabflufsregulirung vortheilhafter fei, als die Regulirung der Dampfeinftrömmenge zum gleichen Zwecke. Dagegen ift die Anwendung von Ventilen ftatt Hähnen beffer, da bekanntlich die Hähne fehr bald von dem fehr felten fäurefreien Oel angegriffen werden und ihre bedingte Dichtheit verlieren. Dafür aber verlangen Ventile zu ihrer Führung eine Complicirung der Canäle, die jedoch den Vortheil des fteten Dichtfeins aufwiegt. - Die Conftruction des bereits ziemlich verbreiteten Wilfon'fchen Schmierhahnes ift nebenftehend von mehreren amerikanifchen, englifchen and deutfchen Keffel- und Mafchinenarmaturen- Fabriken ausgeftellt im Schnitte in einem Viertel Naturgröfse( gröfstes in der deutfchen Abtheilung ausgeftelltes Modell) dargestellt. Das Gefäfs zur Oelaufnahme ift cylindrifch und durch einen in dem oberen Theile des Gefäfses eingefchliffenen flachen Metallconus mittelft ein es mit umlegbarer Flügelfchraube fehr feft anziehbaren Bügels niedergedrückt, dampfdicht abgefchloffen. In dem Oelbehälter befindet fich ein hohler Hahnbolzen, in deffen äufserem Gehäuſe nach oben drei ungleich lange dünne Röhren ftehen. Nach abwärts führt von demfelben Gehäufe aus nur eine Röhre, welche am Ende durch eine eingelegte fiebartig durchbrochene Erweiterung abgefchloffen ift. Der Hahnbolzen hat derartig angelegte Querbohrungen, dafs man jedes der oberen drei Rohre einzeln mit dem unteren, in das Dampfleitungsrohr hinein* Oft wird dann der untere Hahn auf einige Minuten abgelperrt und nachdem das Gefäfs genügend abgekühlt ift, wieder geöffnet.( In diefem Falle haben wir dann die periodifche Wirkung eines gewöhnlichen Schmierhahnes vor uns. Schmiervorrichtungen. 33 ragende Rohr, in Verbindung fetzen kann. Auch kann man behufs der Oelfüllung den Hahnbolzen fo ftellen, dafs alle Rohre abgefperrt werden. An dem, aus dem Oelbehälter ragenden Theile des Hahnbolzens ift. eine Markirung angebracht, welche den jeweiligen Contact der unteren Röhre mit der betreffenden oberen, refpective den totalen Dampfabfchlufs ( fhut) anzeigt. Die Wirkungsweife diefes Apparates ift wie folgt: Wird die obere längfte Röhre mit der unteren in Verbindung gebracht( Marke I), fo ftrömt der Dampf über den Oelfpiegel und es fliefst derfelbe bis zum Rande diefes Rohres durch das Küken und das untere Rohr in die Siebkugel, von welcher es der vorüber- und durchftreifende Dampf( im Dampfleitungsrohre) mitreifst; nun condenfirt fich der zurückgebliebene Dampf und das Oelniveau fteigt, um durch dasfelbe Rohr wieder abzufallen. Stellt man den Bolzen auf die nächfte Marke( II), fo kommt das nächft gröfste obere Rohr zur gleichen Wirkung; es erfolgt jedoch eine kräftigere Schmierung, indem bei diefer Stellung dem Dampfe eine gröfsere Condenfationsfläche geboten wird, als früher, fich daher der Oelfpiegel rafcher, momentan höher über den Rand diefes Rohres heben wird. Dasfelbe gefchieht beim Gebrauche des kleinften Rohres( Marke III), jedoch in noch erhöhterem Mafse. Das kleine feitlich angebrachte Ventil dient für den Condenfations- Wafferablafs. Als Beigabe fanden wir an einem folchen Apparate noch ein äufserlich angebrachtes, Oelftands Glasrohr". Im Ganzen ift diefer fehr praktifche und höhft einfach conftruirte Oelhahn ein Bouillon Apparat mit fixer, jedoch relativ variabler Dampfeinftrömröhre. Die im Betrieb befindlichen haben fich auch auf der Ausftellung vortrefflich bewährt. Die Figur zeigt ,, Wilfon's Patent Impermeator" auf Marke II ftehend in Thätigkeit. Noch ift zu bemerken, dafs die im Betriebe befindlichen Oelhähne circa 3 Meter vom Cylinder entfernt auf dem Dampfzuleitungsrohre angebracht waren. Im Pavillon der k. k. ausfchl. priv. Kaifer Ferdinands- Nordbahn war eine ebenfalls in die Claffe der continuirlich- felbftthätigen Schmierapparate gehörige, vcn A. Anfchütz conftruirte Schmiervafe, die in ihrer Anordnung von den bisher befchriebenen wefentlich verfchieden ift. shildis O sid In dem Boden eines dampfdicht abgefchloffenen doppelwandigen Oelbehälters ift ein cylindrifches Metallftück eingefchraubt, welches mit zwei Bohrungen verfehen ift; in einer derfelben ist ein kleiner, mit einer Bourdon'fchen Manometerröhre verbundener Kolben eingepafst; die andere Bohrung, die mit 3" 16 34 Victor Novelly. dem Dampfraum des Schieberkaftens oder Cylinders in Verbindung fteht, dient zur directen Dampfeinftrömung einerfeits in die flexible Manometerröhre, andererfeits in die Bohrung der Kolbenführung. Die Communicationsröhre für den Dampf zur Kolbenbohrung hat ein kleines Schraubenventil zur Regulirung der Dampfeinftröm-, refpective Oelaus flufsmenge. Durch die entſtehenden Dampffpannungswechfel wird der ftets mit Schmiermaterial umgebene Kolben durch die Bewegungen der Bourdonfeder auf- und abbewegt und bringt fo ein beftimmtes Fettquantum vor die mit dem Dampfe communicirende Röhre, von wo der nachftrömende Dampf dasfelbe mit fich in den Schieberkaften, refpective Dampfcylinder reifst. Die diefen Schmierapparat austellende Eifenbahnverwaltung hebt eine befonders günftige Oelökonomi, bei diefen dort im Gebrauche ftehenden Apparaten, in ihren Berichten hervor. In der deutfchen Abtheilung hatte J. Sufenbeth in Frankfurt a/ M. eine ,, regulir bare felbftthätige Oelpumpe in Zeichrung und Modell ausgeftellt, welche ihrer Conftruction urd Anordnung nach von allen anderen Schmie vorrichtungen gänzlich abweicht. Der eigentliche Oelbehälter mit feinem felbftthätigen Pumpenmechanismus ift ab eits von dem zu fchmierenden Cylinder, Schieber oder Dampfrohr an der Mauer des Mafchinenhaufes oder an fonft einem fixen kalten Mafchinentheile angebracht und durch ein einen Waferfack bildendes, die Oelabgabe beforgendes dünnes Kupferrohr, von diefem durch ein Schrauben ventil abfchliefsbar, verbunden. Es ift demnach der Oelapparat nie vom Dampfe berührt und kommt deffen Wirkung auf den Pumpenmechanismus blos durch das denfelben von diefem abfchli sende, mit Oel gemengte Condenfationswaffer zur Geltur 3. Der im Oelbehälter befindliche, mit, Lederliederungen" veehene Kolben ift durchbohrt und durch ein ebenfalls mit Lederdichtung verfehenes Druckventil, mittelft einer Spiralfeder an diefen angedrückt, abgefchloffen. Der Kolben wird ebenfo durch eine ftarke Spiralfeder ftets herabgedrückt gehalten. Drückt nun der Dampf die Flüffigkeit im Bogenrohr( Wafferfack:) auf den Kolben fo fteigt derfelbe in eine nach Bedarf regulirbare( darci e Spirale) Höhe, um dann beim nächften Spannungswechfel durch die Feder herabgedrückt zu werden; hiebei faugt derfelbe ein gewiffes, durch die Hubhöbe bedingtes Quantum Oel nach und drückt diefes in das zu dem zu fchmierenden Mafchinentheil führende Bogenrohr, aus deffen in den Dampfraum mürdendem Ende eine eben folche Menge abfliefst. An diefer Stelle befindet fich auch das friher erwähnte Abfperrventi'. Die Oelfüllung gefchieht nach Löfung einer am oberen Ende der Oelvafe angebrachten Schraube. Die Vafe ift fchliefslich durch einen die ganze Oberfläche derfelben verfchallenden Kelchdeckel, der auf diefe Weife die Doppelwandung bildet, fehr folid abgefchloffer. Die Schmierdofe bildet daher in ihrer äufseren Form einen eine ganz glatte Oberfläche befitzeuden, oben und unten durch Ha'bkugelflächen abgefchloffenen Cylinder ohne Hähne, Ventile oder fonftige schrauben. So complicirt der Apparat zu fein fcheint, ift derfelbe doch einfacher als mancher andere und in der That blos aus dem Saugkolben, dem Druckventil und den refpectiven Spiralfedern beftehend. Die Oelbüchfe ift fehr grofs gehalten und aus fehr dünnflüffigem Rothguffe hergeftellt; die fehr zweckmäfsige Gröfse hat neben dem, dafs ein oftmaliges Nachfüllen vermieden wird, noch den Vortheil, dafs man von einem folchen Apparate mehrere Maſchinentheile( Zwillingsmafchinen oder Schieber und Kolben je für fich) mit Schmiere verfehen kann. - Schmiervorrichtungen. 35 Noch ift anzuführen, dafs das Bogenrohr, das fortwährend mit Waffer ( Oel) gefüllt fein mufs, beim erften Ingangfetzen des Apparates ein für alle Mal mit diefem angefüllt werden mufs, da, fobald der directe Dampf in den Behälter gelangt, alle feine Dichtungen, die, wie bereits bemerkt, aus Leder beftehen, verderben, und der Apparat deffen Hauptbedingnifs, die durch Leder fo vorzüglich dauerhaft und leicht beweglich herftellbaren Liederungen, verlierend, wirkungslos wird. B. Schmiervorrichtungen, welche blos beim Leergange der Mafchinen( ohne Dampf) Fett abgeben. Es ift die Errungenfchaft verhältnifsmäfsig ganz kurzer Zeit, dass man fich vergewiffert dafs fich unter Dampfdruck bewegende Mafchinentheile der Locomotive auch ohne c're befondere Schmierung mittelft Fettes gut erhalten, dicht bleiben und gleich hohen Effect erzeugen; Zeugnifs hiefür, dafs eine grofse Anzahl Locomotive beim Betriebe mittelft Dampfes thatfächlich ohne jede Fettintroduction functioniron und rur e folche bewirkt wird, wenn die Mafchine gezwungen wird, vermöge iurer während des Dampfganges aufgefpeicherten lebendigen Kraft auch ohre D: mpfeinwirkung fich weiter zu bewegen oder ftarke Gefälle zu überwinden e.c. Auch die letzte Ausftellung beftärkte uns darin, indem mit ganz geringer Ausnahme ale exponisten Locomotive bereits mit derartigen Schmiervorrichtungen verfchen ware., welche obigem Principe en.fprachen. Unwillkürlich drängt fich uns hier die Frage auf, warum wir nicht desgleichen mit unferen ftabilen Dampfmafchinen thun? Wesha'o find wir für diefelben in einem fortwährer den Kampfe mit uns felbft um einen recht, ausgiebigen" Schmierapparat von der in unzähligen Variationen auf den Markt gebrachten ausfindig zu machen? Freilich last fich dem entgegnen, dafs die ftabilen Mafchinen meift mit trockenem Dampe arbeiten- oder follen- und dafs bei Locomotiven ftets fehr uaffer Drmp in die Mafchine ftrört das Schmiervermögen des Dampfes jedoch blos in diefem Zuftande in richtigem Mafse befteht. Dom läfst fich aber erwidern, dafs einestheils die Anzahl der Mafchinen, welche mit facch trockenen Dämpfen arbeiten, eine verfchwindend kleine ift, andererfe is uns auch die Austellung die häufigfte Anwendung der alten Schmierhähne zeigte, welche doch den Kolben die längfte Zeit feines Laufes ohne Fett laffen, indem derfelbe periodifch- von der Laune des Mafchinenwärters abhängig geöffnet wird, um e Quantum Fett einzulaffen, von welchem jedoch der Cylinder nach einem bis zwei Kolbenhüben durch den ftark gefpannten Dampf vollſtändig gereinigt wird. Es gehen daber unfere meisten Dampfmafchinen, trotz der kolof falen Oelverfchwendung, ohne andere Schmiere als die des Dampfes. - Nur durch die Anwendung folcher Apparate, welche in dem erwähnten Zuftande des Leergebens den fich trocken reibenden Theilen felbftthätig Fett zuführen, kann diefer verfchwenderi chen Oelung vorgebeugt werden. Auf der Austellung waren folche Schmiervorrichtungen nach A. Anfchütz, Kefsler und Zabel. Der Anfchütz'fche Apparat, im Pavillon der k. k. ausschl. priv. KaiferFerdinands- Nordbahn und an mehreren in- und ausländifchen Locomotiven ausgeftellt, beruht, wie in nebenftehender Figur im Vertical- und Horizontalfchnitt in halber Naturgröfse* gezeigt ift, auf dem Zweiventil- Syftem, wobei beide Ventile derart * Unter Dampfdruck. 36 Victor Novelly. geftellt find, dafs fie durch den Dampfdruck ftets gefchloffen gehalten und blos bei dem durch den Leergang erzeugten Saugen fich von ihren Sitzen abheben und Fett ablaffen. Die Oelzuführung gefchieht von dem Oelbehälter aus durch den Garndocht, von welchem das Fett durch ein Metallfieb und zwei kleine Communicatbohrungen in den Raum unter das obere Ventil tritt und den Weg zum Ausflufs blos diefes paffirend machen kann. Die Gröfse der durch das Heben der Ventile erzeugten Durchlafsöffnung kann durch die oberhalb reſpective unterhalb derfelben befindlichen eingefchraubten Anfchläge regulirt werden. Der Horizontfchnitt zeigt den kreisrunden Oelbehälter und die Form des eigentlichen Apparates mit dem Sieb, den( punktirten) Communicationsbohrungen und dem oberen Ventile im Schnitt. Schmiervorrichtungen. 37 Durch diefe Anordnung ift der befondere Vortheil erreicht, dafs auch bereits beftehende gewöhnliche Schmiervafen ohne nennenswerthe Aenderungen mit diefem Apparate verfehen werden können. Vorftehende zweite Figur zeigt eine folche Adaptirung einer alten Schmierbüchfe, diefe im Schnitt und den eigentlichen Anfchütz'fchen Apparat in der Anficht und im Grundrifs. Das Füllen gefchieht nach Heben des im Deckel befindlichen Knopfes. Ein nur diefem Apparat eigenthümlicher, befonders hervorzuhebender Vortheil, anderen derartigen gegenüber, befteht darin, dafs beim kalten Stillftande der Mafchine das untere Ventil auf feinen Anfchlagefitz niederfällt und das zwifchen diefem und dem oberen Ventil befindliche Fett in den Schieberkaften, refpective Cylinder abläfst, wo dasfelbe die Wandungen mit einer dünnen Schichte überzieht und fo dem bei längerem Stillftande fonft unvermeidlichen An- und Verroften entgegenwirkt. Der Bericht der k. k. priv. öfterreichifchen Kaifer- Ferdinands- Nordbahn conftatirt eine Oelerfparnifs von 50 Percent, das durch diefes Princip der Schmierung mittelft diefes Apparates erzielt wurde. Anfchütz'fche Schmierbüchfen find bis jetzt 9400 Stück in Anwendung, wovon 6500 complete Apparate und 2900 in bereits vorhandene Vafen eingelegte Einfätze find. Kessler's Patent- Schmierapparat. Durch beiliegende Figur ift deffen Conftruction erfichtlich gemacht. Die Wirkung ift folgende: Die beiden übereinanderftehenden Ventile find bei Stillftand der Mafchine durch die Spiralfedern, beim Gange mit Dampf auch noch durch diefen, an ihren Sitzen angedrückt, das Oel abgefperrt. Arbeitet die Mafchine faugend( ohne Dampf), fo wird die Federkraft der Spiralen paralyfirt und das untere Ventil finkt bis auf den höher oder tiefer einfchraubbaren unteren Ring( Regulirung der Ausflufsmenge). Das obere Ventil fammt der mit demfelben ein Stück bildenden Hülfe, welche am Boden ein Sieb hat und das durch den Docht eingeführte Fett enthält, finkt ebenfalls und es dringt durch die Seitenöffnungen das Oel in das untere Ventil, welches dasfelbe ebenfalls durch Seitenlöcher in den Cylinder abgibt. Dafs diefer Apparat gegen jenen An fchütz's bedeutend complicirter ift, braucht nicht erft hervorgehoben zu werden. Ausserdem ift bei diefer Conftruction noch der Uebelftand, dafs die das untere Ventil an das obere drückende Spiralfeder ftets der directen Dampfeinwirkung ausgefetzt ift und gar bald ein Ruin derfelben eintreten mufs, wo dann die richtige Function des Apparates theilweife illuforifch wird. Kefsler'fche Apparate waren an einigen deutfchen Locomotiven und von Withley- Partners in der englifchen Abtheilung ausgeftellt. Befonders häufige Anwendung finden diefelben in Frankreich und Belgien. La . 38 Victor Novelly. Der Zabel'fche Apparat ift genau fo conftruirt, wie feine früher befchriebene continuirlich fchmierende Büchfe, mit dem Unterfchiede, dafs ftatt des den Dampfzutritt abfperrenden Hahnes ein fich nach unten zu öffnendes, durch eine Spiralfeder aufwärts gezogenes" corifches Ventil erfetzt ift. Man kann fehr leicht die anderen Zabel'chen Schmiervorrichtungen durch Einlegen der Feder und des Ventils in folche für den Leergang beſtimmte umgeftalten. C. Schmiervorrichtungen mit periodifcner, nicht felbftthätiger Fettabgabe. Von diefen bisher ihrer fo häufigen Anwendung wegen öfters erwähnten, in diefe Claffe gehörigen Oelhähnen kann natürlich wenig Neues erzeugt werden und find auch demzufolge auf der Ausstellung blos die urfprünglichen einfachen und doppelten Schmierhähne in mehr oder weniger gefälliger äufserer Form zur Anfchauung gelangt. Blos in der englifchen Abtheilung fanden wir ein dreifaches derartiges Schmierungethüm; es hiefs„ Sutcliffe's Patent" und hatte drei Hähre zwei durch diefe gefchloffene Oelbehälter( Kugeln) und eine halbkugelförmige Füllvafe, Alles fenkrecht übereinander angebracht; der angegebene Zweck diefer Anordnung war, dem fonft blos mit zwei Hähnen verfehenen Apparat durch Einschaltung diefes dritten eine 12 mal längere Dauer zu ertheilen.( Die Hähne werden nämlich ziemlich rafch vom Dampfdrucke leck gemacht und zwar zuerft der unterfte, der ⚫ zweite etc.) Schäffer- Budenberg hatte eine Schmiervafe, durch einen fehr forgfältig( dafür ziemlich complicirt) abgedichteten Schraubenventil- Deckel gefchloffen zur Anwendung von„ rohem Abfallfett" ausgeftellt. Die Büchfe hat ein eingelegtes Metallfieb an dem mit dem Cylinder in Verbindung ftehenden, durch einen Hahn von diefem abfperrbaren Rohrende am Boden des Behälters angebracht. Diefes kugelförmige Sieb ift drei Centimeter hoch mit Putzwolle zu überdecken. Ausserdem befitzt diefer Apparat keine andere Einrichtung. Schliefslich erwähnen wir noch die Oelkannen, die fich ebenfalls unter den Objecten der meiften bis jetzt erwähnten Ausfteller befanden, und bemerken, dafs diefe meift mit einem Druckventil verfehen und durch Schraubenftöpfel verfchliefsbar waren. Diefe Ventile, für den Oelausflufs beftimmt, find durch Spiralfedern zugehalten und durch einen äufserlich, in der Nähe des Henkels befindlichen Kropf beim Gebrauche zu öffnen. Der Form nach waren diefe am häufigften länglich flach mit grofser Auffitzbafis und langem Ausdufsfchnabel. Von der Schmiervorrichtung nach Leraul's Patent aus München wurde uns blos die äufsere Form zu beurtheilen geflattet.