OFFICIELLER AUSSTELLUNGS- BERICHT HERAUSGEGEBEN DURCH DIE GENERAL- DIRECTION DER WELTAUSSTELLUNG 1 8 7 3. BERGBAU UND HÜTTENWESEN. ( Gruppe I.) MONTANPRODUCTE MIT AUSNAHME DER FOSSILEN BRENNSTOFFE. ( Gruppe I, Section 1.) BERICHT VON DR. FRANZ V. VIVENOT. BUCHERE YUSEL WIEN. Technologisches Gewerbe-* e* m WIEN DRUCK UND VERLAG DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI. 1873. BE VORWORT. Nach dem Programm der officiellen Berichterstattung über die Wiener Weltausftellung 1873 foll der officielle Bericht noch ,, während der Feier des internationalen Feftes abgefafst und aufgelegt werden". Diefe Beftimmung zu erfüllen, übergibt die gefertigte Redaction des officiellen Berichtes in der vorliegenden Form die einzelnen Sectionsberichte der Oeffentlichkeit und glaubt damit den Befuchern der Weltausftellung das Studium derfelben wefentlich zu erleichtern. Nur eine Bemerkung fei an diefer Stelle geftattet. Der vorliegende, wie jeder andere während der Weltausftellungs- Feier publicirte Bericht wird einen Theil des officiellen Berichtes bilden, welcher nach dem Schluffe der Weltausftellung als ein Ganzes erfcheinen und die wiffenfchaftlichen Refultate der Ausstellung für die Dauer erhalten foll. Diefs mag dem Lefer die ftiliftifche Form, in welcher bereits die Vergangenheit der Ausftellung angenommen ift, erklären. PROFESSOR DR. CARL TH. RICHTER, Chefredacteur des officiellen Berichtes. MONTANPRODUCTE MIT AUSNAHME DER FOSSILEN BRENNSTOFFE. ( Gruppe 1, Section 1.) Bericht von DR. FRANZ V. VIVENOT. Wenngleich die Wiener Weltausstellung vom Jahre 1873, die Stätte friedlichen Wettftreites aller Culturvölker der Erde, auf Jedermann einen überrafchenden Eindruck ausüben musste, fo vermag doch wohl nur der Fachgenoffe jedes einzelnen Zweiges zu beurtheilen, welcher Aufwand von geiftigen und phyfifchen Anftrengungen erforderlich ift, um alle Kräfte und Beftrebungen der Induſtrie und der Cultur zu jener Entfaltung zu bringen, wie diefs eben auf der jetzigen Ausftellung der Fall war. In diefer Hinficht bot die Gruppe I, Berg- und Hüttenwefen, ein wahrhaft impofantes Bild dar und legte ein würdiges Zeugnifs davon ab, welche hohe Stufe der Entwicklung die Montaninduftrie in unferen Tagen erreicht hat. Obfchon eine vergleichende Betrachtung der verfchiedenen Länder und Staaten hinfichtlich ihrer ausgeftellten Objecte dadurch eine etwas fchwierigere war, als zur Grundlage die geographifche Reihenfolge der Länder auf der Erde diente, mithin die einer Gruppe angehörigen Gegenftände nicht concentrirt werden konnten, fo ift doch dadurch eine wefentliche Verbefferung gegen die Parifer Ausftellung erzielt worden, dafs man die fämmtlichen geologifchen Karten, Gefteinfammlungen und Steinbruch Producte naturgemäfs in der Gruppe I vereinigte. Der vorliegende Bericht behandelt nun alle Bergbau- Producte, ausfchliefslich der foffilen Brennftoffe: des Torfes, der Lignite, der Braun- und Steinkohlen, die einer gefonderten Berichterftattung vorbehalten blieben. Eine auffallende Thatfache ift entfchieden die, dafs Länder, welche reich an Mineralproducten der verfchiedenften Art find, nicht in jener Weife auf der Ausstellung vertreten waren, wie diefs in Anbetracht des erwähnten Umftandes hätte fein können und auch zu erwarten ftand. GJ 2 Dr. Franz v. Vivenot. In diefer Beziehung ift es zunächft das vereinigte Königreich Grofsbritannien fo weit es nicht die Colonien betrifft welches nur fpärlich feine Montanproducte zur Schau ftellte. Auch Belgien und Frankreich dann Brafilien - hätten weit beffer vertreten fein können. In wirklich grofsartiger Weife aber, was fowohl Quantität als Qualität der ausgeftellten Objecte betrifft, hat fich Oefterreich- Ungarn, Deutſchland und Schweden- Norwegen an der Ausftellung betheiligt, und find fchon die Specialkataloge diefer Länder, wobei der von Schweden in erfte Reihe geftellt werden mufs, von grofsem Werthe. Dem entſprechend foll auch bei der nachfolgenden Berichterstattung zuerft Oefterreich- Ungarn, dann Deutfchland und Schweden behandelt werden, woran fich weiter die übrigen europäifchen Länder, dann jene von Afien, Afrika und Amerika in alphabetifcher Reihenfolge anfchliefsen, während die Colonien bei ihren Mutterländern in Betracht kommen. Oefterreich- Ungarn. Ein wahrhaft unübertreffliches Bild bot der Pavillon des k. k. AckerbauMinifteriums, wofelbft nicht nur der Inhalt einen hohen Werth repräfentirte, fondern auch bezüglich der Anordnung der ausgeftellten Objecte Treffliches geleiftet wurde. Zunächft foll die, gleichfalls in dem Pavillon des Ackerbau- Minifteriums ausgeftellte Collectivausftellung der Staatsfalinen näher erörtert werden. In der öfterreichifch- ungarifchen Monarchie ift das Salz( Chlornatrium) ein Gegenftand des Staatsmonopols, und find gegenwärtig in Cisleithanien für den eigenen Bedarf und für jenen einiger angrenzenden Theile ungarifcher Länder, wie endlich für den Export in das Ausland 18 Staatsfalinen und 5 Salinen von Privaten in Thätigkeit, von welch' letzeren das Salz um fixirte Preife per Centner von der k. k. Finanzverwaltung eingelöft wird. Das Salzmonopol hat in Cisleithanien in den letzten drei Monaten ein durchſchnittliches Reinerträgnifs von 16,000.000 fl. öfterr. Währung geliefert. Die gegenwärtig von der Finanzverwaltung in eigener Regie betriebenen Salinen find die folgenden: 1. Ebenfee, 2. Ifchl, 3. Hallftadt in Oberösterreich, 4. Auffee in Steiermark, 5. Hallein in Salzburg, 6. Hall in Tirol, 7. Wieliczka, 8. Bochnia, 9. Lacko, 10. Stebnik, II. Drohobycz, 12. Bolechow, 13. Dolina, 14. Delatyn, 15. Lanczyn. 16. Koffow in Galizien, 17. Kaczyka in der Bukowina und endlich 18. Stagno ( Seefaline) in Dalmatien. Die Producte fämmtlicher 18 Staatsfalinen waren in äufserft inftructiver Weife aneinander gereiht und wurden diefelben als Formatftücke 1), Naturalftücke 2). Bergkerne), Minutien 4) und Mahlfalze der öfterreichifchen Länder, Blank- 5) und Stöckelfalze 6) aus den Alpen, Seefalz aus dem Küftenlande, Fabriks- und Dungfalze, Soolen, Mutterlaugen und Abfälle zur Anfchauung gebracht. Hieran fchlofsen fich Handftücke der Salzformation, von Polyhalit( Gyps mit Kalifalzen), von Gyps, Breunerit, Anhydrit und endlich von jenen Gefteinen, welche die Salz- Lagerftätten begleiten. 1) Formatftücke find geformte Steinfalz- Bruchftücke. Naturalftücke find ungeformte Steinfalz- Bruchftücke. 3) Bergkerne find kleinere oder gröfsere Partien von reinem Salz aus dem Hafelgebirge ( Maffe des Salzlagers). 4) Kleine Steinfalz- Bruchftücke. 5) Lofes Sudfalz. 6) Geformtes Sudfalz. Montanproducte. 3 Befonders hervorgehoben zu werden verdienen ein Obelisk aus Wielickaer Steinfalz und ein folcher aus geformtem Sudfalz; ferner eine mächtige Gruppe von wafferhellen Steinfalz- Würfeln, welche fechs Zoll und darüber Kantenlänge befitzen, aus der Salzkammer ,, Erzherzogin Gifela" gleichfalls von Wielicka. Zahlreiche, bis in die kleinften Details ausgeführte Modelle der einzelnen Salzbergwerke und deren Werksanlagen, darunter insbefondere das Ebenfeer Sudwerk und die Soolenleitung über das Gofauthal zwifchen Ifchl und Hallftadt, ferner verfchiedene Apparate, Grubenpläne und Karten, darunter der Grundrifs des Auffeer Salzberg- Baues vom Jahre 1611 auf Pergament gezeichnet, endlich die bei dem Salzbergbaue in Verwendung kommenden Werkzeuge und Geräthfchaften gaben ein vollſtändiges Bild über die Entwicklung diefes Montanzweiges. Die Menge der Salzerzeugung betrug in Wiener Centnern: in den Jahren Steinfalz, I, 255.444 Sudfalz, 1,878.779 1841 1851 1,306.924 2,164.019 1861 1,607.297 2,336.234 1871 1,662.996 2,633.579 1872 1,740.920 2,610.744 fomit im Jahre Seefalz. 8.038 19.817 46.286 32.821 II. 144 1872 gegenüber 1841 mehr 39% 39% 39% Im Privatbetriebe befinden fich drei Salinen, und zwar der Kli- Bergbau und Saline zu Kalusz in Galizien, von welcher Sylvin mit blauem Steinfalz, Grubenkarten und Pläne ausgeftellt waren; dann die zu Pirano und Capo d'Iftria in Iftrien und zu Pago und Arbe in Dalmatien. im Jahre Die Production der eben genannten Seefalinen betrug: 1841 1851 1861 1871 1872 an Seefalz: 789.955 528.872 702.902 623.292 686.738 Wiener Centner. Der Werth der Production bei den Staatsfalinen betrug im Jahre 1871 19,880.544 fl. öfterreichifcher Währung und waren bei denfelben 9720 Arbeiter befchäftigt. Wenden wir uns nun der Montanausftellung des k. k. AckerbauMinifteriums zu, fo dürfte fich felbft der Laie des Urtheiles nicht haben entfchlagen können, dafs hier ein unübertreffliches Bild über die Bergbau- Thätigkeit Cisleithaniens gefchaffen wurde. Folgen wir dem vorgezeichnet gewefenen Wege, fo feffeln das Auge in erfter Reihe die Montan- Production, welche durch eine grofse Anzahl von Karten, darftellend die Mengen und den Werth der erzeugten Bergwerks- Producte in der Zeit von 1855 bis 1871, wofelbft eine ftete Zunahme ftattfand, fowie die Ver theilung der Bergwerks- Producte( Betriebsjahr 1871) und ihrer Werthe auf die einzelnen Länder verfinnlicht wurde. Hieran reihten fich äufserft inftructive Karten über die geographifche Vertheilung der Grubenmafsen- Flächen, die Freifchurf- Gebiete, endlich der beim Bergbau im Jahre 1871 verwendeten Menfchen-, thierifchen und Mafchinenkräfte. Von grofsem Intereffe waren befonders für den Fachmann die auf fchwarzem Carton mit Kreide gezeichneten Vortragszeichnungen der Bergakademien zu Přibram und Leoben, wie die vom k. k. Ackerbau- Minifterium herausgegebenen Druckfchriften, insbefondere die ,, berg- und hüttenmännifchen Jahrbücher". Hervorgehoben möge werden, dafs zu Beginn des Jahres 1872 von Seite der Bergbehörden 36.705 Freifchürfe( in Cisleithanien) beftätigt waren, welche eine Grundfläche von faft 362 Quadratmeilen bedecken. Auf einer Fläche von 22 35 Quadratmeilen( 1286 Myriameter) wird thatfächlich Bergbau betrieben und betrug die Zahl der verliehenen Grubenmafsen 28.508. I* 4 Dr. Franz v. Vivenot. Dem Kohlen- und Eifenftein- Bergbau fällt der gröfste Theil an Freifchürfen zu. Nachftehende Tabelle diene zur Veranfchaulichung der BergwerksProduction im Jahre 1871, wobei jedoch auf beide Reichshälften, Oefterreich und Ungarn Rückficht genommen ift. Art der Werke Zahl d. Werke in Oefterreich Zahl der Arbeiter in Oefterreich Menge der Production in Centnern Werth der Production in Gulden ö. W. Silber Oefterreich Ungarn Zufammen Oefterreich Ungarn Zufammen Eifenerze. Zinkerze Bleierze Kupfererze 241.107 241.107 160 10.285 15,427.952 5,441.815 20,869.767 3,031.308 712.684 3,743.992 159.296 159.296 773-551 201.131 974.682 332.983 734.217 1,067.200 2,642.020 1,785.309 4,427.329 16 712 57 3.299 I5 1.315 57 144.461 30.495 174.956 431.794 416.916 848.710 Andere Erze 105 7.838 1,156.022 2,671.636 3,827.658 Vitriolerze Alaunerze Andere Mine. I2 143 965.761 175.500 1,141.261 rale. 15 704 23.028 16.290 39.318 223.504 816.406 1,039.910 133.415 167.051 300.466 Zufammen. 380 24.296 18,590.601 9,552.768 28,143.369 7,095.001 3,616.682 10,712.283 Uebergehend auf die Ausftellungsgegenstände der ärarifchen Montanwerke, ift es zunächft das altberühmte Silber- und Bleibergwerk Přibram in Böhmen, welches Werk am reichften vertreten war. Hier fah man eine mächtige Silberplatte von 1015 Zollpfund. Die in diefem Silberblick fehr deutlichen. Eruptionskegel, welche beim Spratzen entſtehen und ein befonderes Intereffe haben mit Rückficht auf die in neuerer Zeit von Profeffor Dr. v. Hochftetter*) beim Erftarren von Schwefel beobachteten Eruptionskegel, waren aufser an diefem Silber noch an zwei Stücken auf der Ausftellung zu bemerken. Das eine war von der Bergwerks- Gefellſchaft Georg Giefche's Erben zu Breslau ausgeftellt, das andere von der Société anonyme du Bleyberg in Belgien. Dann war exponirt: ein hoher, aus lauter Gangftücken aufgebauter Obelisk, ferner das feltene Vorkommen von Haarfilber( gediegenes Silber), Bleiglanz( Galenit), Kampylit( Trauben- Bleierz), Cerusit( Weifs- Bleierz), Wulfenit ( Gelb- Bleierz), Calcit, Baryt( Schwerfpath), Rhodochrosit( Manganfpath), Quarz, Göthit( Sammtblende), Pyrit, Boulangerit, Uran- Pecherz etc. Eine Anzahl von Karten, Modellen und graphifchen Darftellungen diente zur weiteren Erläuterung. Unter letzteren war befonders jene, welche die ver fchiedenen Schachttiefen des Werkes illuftrirte, von hohem Intereffe. Danach ift der Adalbert- Schacht 3000 Fufs tief und 1200 Fufs unter dem Niveau des adriatifchen Meeres gelegen. In 121 Jahren hat die gefammte Silberproduction Přibrams 996.445 Münzpfund betragen. Die letzten zehn Jahre participirten daran mit einer Erzeugung von 285.941 Münzpfund, das find 28.7 Percent. Joachimsthal in Böhmen ift durch Glaserz vom Geiftergang, ein durch die Gröfse feiner Kryftalle ausgezeichnetes Rothgiltigerz, Sternbergit, Rittingerit des neuen Vorkommens mit Silberkies und Leberkies, Eliasit, Uranerz, Voglit und dergl. vertreten. Erwähnt mag noch werden, dafs Rittingerit, Silberkies und Eliasit nur von Joachimsthal bekannt find. *) Ueber den inneren Bau der Vulcane und über Miniaturvulcane aus Schwefel, ein Verfuch, vulcanifche Eruptionen und vulcanifche Kegelbildungen im Kleinen nachzuahmen, von Profeffor Dr. Ferd. v. Hochftetter, Sitzungsbericht der kaiferlichen Academie der Wiffenfchaften zu Wien. LXII. Band, II. Abtheilung, November 1870. Montanproducte. 5 Von Idria in Krain, der an Ergiebigkeit zweitgröfsten Quecksilber- Grube Europas, waren Stufen von Queckfilber-, Zinober-, Stahl- und Korallenerz Zinobervaritäten), ein gufseiferner Keffel mit 15.000 Pfund Queckfilber, ferner eine Sammlung von Gefteinen und foffilen Reften aus der Umgebung von Idria nebft einer dazu gehörigen geologifchen Karte von Bergrath Lipold, fowie mehrere andere auf die Werksanlagen, den Betrieb und dergl. Bezug habende Karten und graphifche Darftellungen ausgeftellt. Die Queckfilber Erzeugung erreichte im Jahre 1872 die Höhe von 6847 Wiener Centner und im Ganzen feit dem Jahre 1823 inclufive 1872 von 28,000.000 fl. öfterr. Währung. Das Kupferwerk zu Brixlegg in Tirol war illuftrirt durch fyftematiſche Sammlungen feiner Ganggefteine und Erze. Swoszowice in Galizien ftellte feine Schwefelftufen aus. Die in ärarifcher Verwaltung ftehenden Bergwerke des griechifch- orientalifchen Religionsfondes in der Bukowina ftellten Erze und Karten aus. Der Ausftellung des Ackerbau- Minifteriums reihten fich die befonders reichhaltige und intereffante der Banater Eifen- und Kohlenwerke der StaatsbahnGefellſchaft, jene der Eifeninduftrie Steiermarks und der Pavillon der Kärntner Eifen-, Blei- und Zinkinduftrie würdig an. Die fteierifchen und kärntnerifchen Eifenerze( Spath- Eifenftein und BraunEifenftein) Bleiglanz, Galmei und Zinkblüthe waren in fehr reicher Auswahl vorhanden. Von Mineralien find noch zu nennen: Eifenblüthen von Eifenerz in Steiermark und Hüttenberg in Kärnten, Wulfenite( Gelb- Bleierz) und Anglefite von Bleiberg und Schwarzenbach in Kärnten, dann Vanadinite von Petzen in Kärnten eine hübfche Sammlung von Vanadiniten hatte auch Graf Guftav Egger ausgeftellt dann opalifirende Mufchelmarmore von Bleiberg. Ausserdem waren zahlreiche geologifch- montaniftifche Karten über die Baue von Kärnten nebft Modellen vorhanden. - - Das kärntnerifche Landesmufeum betheiligte fich auch mit einer ausgewählten Sammlung kärntnerifcher Mineralien, worunter fich ein Prachtftück von Wölchit von St. Gertraude, Plumbo calcit von Bleiberg, Gold aus dem im 17. Jahrhunderte fo ergiebigen Bergbau von der Goldzeche etc., dann Prehnit, Apatit, Rutil, Karinthin von der Sau- Alpe und Ullmanit vom Hüttenberger Erzberg befanden. Zur Vervollſtändigung der vorerwähnten Sammlungen trug in hohem Mafse noch bei die in der Abtheilung des k. k. Unterrichtsminifteriums befindliche Ausftellung der k. k. geologifchen Reichsanftalt in Wien, welche durch eine Menge von Arbeiten und lehrreichen Sammlungen ein glänzendes Zeugnifs über ihre mehr als zwanzigjährige Thätigkeit lieferte. Was fpeciell die Sammlungen betrifft, fo waren diefelben fo fyftematiſch und zweckmäfsig angeordnet, dafs auch in diefer Hinficht das vollfte Lob gefpendet werden mufs. In erfter Reihe erwähnenswerth ift die grofse geologifche Ueberfichtskarte der öfterreichiſch- ungarifchen Monarchie in zwölf Blättern, vom Director diefer Anftalt, Herrn Hofrath Dr. Ritter v. Hauer. Auf der Parifer Ausstellung waren bereits zwei Blätter diefer fchönen Karte exponirt gewefen. Die gröfste aller ausgeftellt gewefenen Karten ift jene eines Theiles von Iftrien, bearbeitet vom Bergrath Dr. Stache im Mafsftabe von 1: 28.800, worauf die Art der Ausführung, wie durch die Anftalt die Originalaufnahme gefchehen, erfichtlich gemacht ift. Ferner möge noch befonders erwähnt fein die Karte über Production, Conumtion und Circulation des foffilen Brennftoffes für das Jahr 1872 von Bergrath Foetterle, endlich eine geologifche Karte von Wiens Umgebung von Theodor Fuchs und ein geologifches Prophil der Trace der neuen Wiener Wafferleitung. Die von der Anftalt ausgeftellte Sammlung von 1600 Nummern zerfiel in drei Abtheilungen. Den Anfang bildeten die Erze, beginnend mit den Golderzen, und war man bemüht, die verfchiedenen Erzlagerftätten in, durch die Art ihres Vorkommens 6 Dr. Franz v. Vivenot. charakteriftifche Gruppen zu bringen, wodurch eine rafche Orientirung ermöglicht war. Den Erzen fchloffen fich endlich die Vorkommen von Graphit, Petroleum, Erdwachs und bituminöfen Schiefern an. Die nächfte Abtheilung bildeten die foffilen Brennftoffe, die dritte Abtheilung hingegen eine Sammlung fämmtlicher Baumaterialien, beftehend aus Würfeln von fechs Zoll Kantenlänge. Diefe Sammlung, welche von allen Seiten unterſtützt, in dem kurzen Zeitraume von kaum einem Jahre, wenn auch nicht vollſtändig, fo doch die wichtigften Vorkommniffe repräfentirend, vom Bergrath Wolf zufammengeftellt wurde, war geographifch nach Ländern angeordnet. Hieran fchlofsen fich verfchiedene Vorkommniffe von Dachfchiefern, hydraulifchen Kalken, Porcelanerden u. dergl. Schliefslich mufs noch befonders zweier rein wiffenfchaftlicher Sammlungen gedacht werden, und zwar der paläontologifchen Sammlung der in Oefterreich vorkommenden Formationen, bearbeitet vom Bergrath Stur, und jene, im Laboratorium der k. k. geologifchen Reichsanftalt durch Bergrath Carl Ritter v. Hauer erzeugten Sammlung von künftlichen Kryftallen. Im Hofe der Abtheilung I der öfterreichifchen Ausftellung waren Erdöl und Ozokerite von Boryflaw in Galizien, Graphite von den fürftlich Schwarzenberg'fchen Gruben im Böhmerwalde und von der Mugrauer Gewerkschaft dafelbft, von Wolmersdorf bei Raabs, Lichtenau, Brunn und Taubitz in Niederöfterreich, von Iglau und Kunftadt in Mähren, von St. Lorenzen, von Wald und Hochtauern in Steiermark ausgeftellt. Gleichfalls aus Steiermark waren Talk von Mautern, Kapfenberg und von den Gruben des Herrn Wiffiak, vom bekannten Nickelund Arfenwerk zu Schladming waren Kupfernickel, Gersdorffit und Arfenik exponirt. Das reiche Antimonwerk zu Millefchau in Böhmen lenkte die Aufmerkfamkeit auf fich durch einen Antimonitblock von 2308 Zollpfund. Punnau in Böhmen ftellte ebenfalls Antimonit aus. Vom reichen böhmifchen Bleibergwerk zu Mies waren unter Anderem Drufen von grofsen Bleiglanz- Kryftallen, von Peggau in Steiermark Bleiglanz und dichter Baryt, von Okozelka in Krain Piauzit und Kohle vorhanden. Von Krain war noch Bauxit aus der Wochein, verfchiedene Eifenerze, Bleiglanz und Queckfilber von Knapous zu fehen. Kalusz hatte in diefer Abtheilung grofse Blöcke von Kainit. Die im Reichenberger Kammerbezirke vorkommenden Mineralien hatte Herr Pollak hübfch zufammengeftellt, von dem k. k. penfionirten Bergmeifter Florian Vogel in Platten erregte eine geologiſche Reliefkarte, welche vom Fabriksdirector Speck ausgeführt war, verdientes Auffehen. Die durch Barrande's claffifche Forfchungen zur Berühmtheit gelangten Verfteinerungen der Silurformation repräfentirte Med.-Dr. Schary aus Prag in fehr fchönen Exemplaren. Ebenfalls in der öfterreichifchen Unterrichtsausftellung hatte der k. k. Sectionsgeologe Julius Niedzwiedzki eine Sammlung von Mineralien, die in Oefterreich häufig oder in grofsen Maffen vorkommen, für den Unterricht an Mittelfchulen zufammengeftellt. Vom Realfchul- Director Eduard Döll in Wien war hier eine Sammlung feltener öfterreichifcher Mineralien in ausgezeichneten Exemplaren( Tellur von Fazebay, Tellur- Sibergold von Szekerembe, Kenngottit von Felföbanya, Wagnerit von Werfen, Cronstedtit von Příbram, kryftallifirter Muriacit von Auffee u. f. w.), einige Meteorite von Knyahinya( 1866) von fehr intereffanter Form und Oberflächen- Befchaffenheit, inftructive Pfeudomorphofen, das OriginalAreometer von Mohs, Kryftallmodelle aus Holz von Haidinger gefchnitten, welche zu den erften derartigen Modellen gehörten, die von Haidinger zu feinen optifchen Unterfuchungen benützten Doppelfpathe, deffen dichrofkopifche Loupe und optifche Präparate aufgeftellt. Was Ungarn und die Länder der ungarifchen Krone betrifft, fo war vom königlich ungarifchen Finanzminifterium eine Sammlung von Bergwerks- Producten Montanproducte. 7 und Mineralien, von der königlich ungarifchen Bergdirection zu Marmaros- Szigeth eine mächtige Salzpyramide ausgeftellt. Die königliche Bergakademie Chemnitz exponirte eine Lehrmittel- Sammlung, während das königlich ungarifche geologifche Inftitut zu Peft, unter Leitung des Herrn Directors Max Hantken durch Druckwerke, geologifche Aufnahmskarten, petrographifch- geologifche und paläontologifche Sammlungen vertreten war. Hier möge auch der vom Director Hantken ausgeftellten fyftematifchen Sammlung präparirter Nummuliten fammt einer geologifchen Tafel Erwähnung gefchehen, wie auch der von Profeffor Szabo in Peft zufammengeftellten Sammlung jüngerer Eruptivgefteine und einer von F. Herbich zufammengeftellten Sammlung fiebenbürgifcher Eruptivgefteine. Von den ausgeftellt gewefenen Mineralien find erwähnenswerth: kryftallifirtes Gold von Felföbanya und Abrudbanya, Blättertellur von Nagyay, Schrifttellur von Offenbanya; Silbererze, Eifen-, Kupfer-, Chrom- und Bleierze von verfchiedenen Fundorten, Kobalterze von Libethen und Kolbay, Opale von Czerwenitza, Alabafter von Leutfchau, Grahpit von Brood, Amethyfte von Schemnitz, Baryte von Felföbanya, dann Queckfilber- Fahlerz, ausgeftellt von der oberungarifchen Waldbürgerfchaft. Deutfches Reich. Ehe die befonders erwähnenswerthen Objecte diefer grofsartigen Ausftellung in Betracht kommen, möge zunächft darauf verwiefen werden, dafs feit der letzten Parifer Ausftellung auf dem Gebiete des deutfchen Bergbauwefens enorme Fortfchritte zu verzeichnen find, die fich in einer riefigen Steigerung der Productionshöhe kundgeben und dadurch erzielt wurden, dafs in umfangreicher Weife ftatt der Menfchenkräfte mechanifche Mittel in Anwendung kamen. Nach den amtlichen Tabellen, welche über die Ergebniffe des Bergbaues im Zollverein für die Jahre 1861 bis 1870 veröffentlicht worden find, betrug der Gefammtwerth aller geförderten Montanproducte, ausfchliefslich des Salzes, im Jahre 1861 63.454.430 fl. Silber, 122,571.922" وو " 1870 79 Stellt man diefe Productionswerthe einander gegenüber, fo ergibt fich für das letztere Jahr eine Zunahme um 93 Percent, an welcher hauptfächlich die Kohlen- und Eifenerz- Bergbau betheiligt war. Es möge nur erwähnt werden, dafs fich der Werth der geförderten Kohlen von 1867, wo er 581 Millionen Gulden betrug, auf 91% Millionen Gulden im Jahre 1871 gehoben hat, jener der Eifenerze von 7 Millionen Gulden auf 12 Millionen Gulden Silber fteigerte. Der Werth aller zur Zeit in Deutfchland geförderten Bergwerksproducte dürfte fich auf 150 Millionen Gulden jährlich beziffern, während die gefammte Bergwerks-, Hütten- und Salzwerksproduction von 3102 Millionen Gulden im Jahre 1867 auf mehr als 375 Millionen Gulden, mithin um 20.8 Percent im Jahre 1871 fich fteigerte. Die Salzproduction Deutfchlands hat im letzten Jahrzehnt durch die Aufdeckung mächtiger Steinfalzlager eine erhebliche Zunahme erfahren und ift in die Zeit von 1861 bis 1870 von 6.517.966 Centnern auf 14,187.085 Centner, alfo mehrals das doppelte angewachfen. Hiebei kommt lediglich die ftärkere Steinfalzförderung in Betracht, während die Kochfalz- Gewinnung faft unverändert blieb. In dem berühmten Stafsfurter Werke in Preufsen wurden im Jahre 1871 allein 4,169.000 Centner, darunter 3,203.000 Centner Kalifalze und Kieferit gewonnen. Ausserdem find neue Steinfalzlager bei Spremberg in der Mark Brandenburg, bei Inowraclaw( Pofen) und bei Segeberg( Holftein) erbohrt worden. Nachftehende Tabelle der Productions- Ueberficht der Bergwerke und Salinen Deutfchlands diene zur weiteren Erläuterung. K 8 Dr. Franz v. Vivenot. Vitriolerze Allaunerze. Andere Minerale. Art der Werke Baiern, Sachfen, Württemberg Preufsen mit Lauenburg Gefammtreich Deutſchland 1870 ohne Elfafs Lothringen. Zahl der Werke Zahl der Arbeiter Menge der Production in Centnern Werth d. Production in fl. ö.W.Silber Baiern, SachPreufsen mit Lauenburg fen, Württemberg Gefammtreich Preufsen Baiern, mit Lauenburg Sachfen, Württemberg Gefammtreich Preufsen Baiern, mit Sachfen, Lauen- Württemburg berg Gefammtreich I. Bergwerke. Eifenerze 1.065 130 Zinkerze 68 Bleierze 173 I 1.258 22.902 72 9.714 174 18.049 1.320 24.973 53,528.008 2,851.450 9'797 8 18.057 Kupfererze. 36 39 6.038 6.156 Andere Erze. 70 214 359 977 9.735 II.333 7,271.658 1,977.160 4,082.954 257.864 511.458 u. 1066Münz- u. 1066 Münz60 58,550.539 9,824.689| 7,335.603 3,455.892 2,111.810 7,656.768 4,147.627 2,383.988 839.190. 575.010 180 10,675.242 583.459 8.859 317.800 2,184.015 3,473.144 8,266.852 2,429.907 2,577.165 II. Salinen. Steinfalz. Koch- und Sudfalz • pfund pfund 16 5 24 640 45 3 381 3 3 80 Zufammen. 1.812 48 433 3.545 285 3.840 398 2.362 61.945 11.393 74.951 70,027.755 707 88 1,969.301 350.540 590.270 45.359 2,054.836 351.140 557.75I 18.317 33.692 609.133 18.636 49.558 652.052 924.939 19.659 946.767 3,457.885 76,042.797 25,140.144 3,404.8741 28,996.846 u. 1066 Münz- u. 1066 Münzpfund pfund 2 8 4 34 I I 547 61 1.766 344 1.454 4,063.056 542 3.156 3,380.013 901.666 1,336.656 Zufammen. 36 15 69 2.313 886 4.610 7,443.069 2,238.322 8,913.875 841.133 233.239 5,745.115 2,098.489 922.730 14,658.990 2,939.622 1,155.969 2,075.284 3,814.691 5,889.975 I. und II.. 1.848 413 2.431 64.258 12.279 79.561 77,470.824 u. 1066Münz- u. 1066 Münz5,696.207 90,701.787 28,079.766 4,560.843 34,886.821 pfund pfund Montanproducte. 9 Von den exponirten Gegenftänden beanspruchten zunächft die vollfte Aufmerkfamkeit die von Stafsfurt, dem anhaltifchen Leopoldshall und dem württembergifchen Friedrichshall vorhandenen Steinfalze und Kaliverbindungen. Von Stafsfurt machten die fchönen Sylvinkryftalle( Chlorkalium) Auffehen. Friedrichshall hatte einen riefigen Block von weifsem Kryftallfalz ausgeftellt, welcher Spaltungsstücke von der Gröfse der bekannten Wieliczkaer Stücke lieferte. Von Stafsfurt war aufserdem Kainit, Tachydrit und Borazit ausgeftellt. Derbes Sylvin, Carnallit und Kieferit, welches in Stafsfurt wie Leopoldshall vorkommt und Aftrakanit von Leopoldshall waren gleichfalls zu fehen. Zahlreich und fchön waren auch die in neuerer Zeit für die Landwirthfchaft fo wichtig gewordenen Phosphate( Staffelite) von der Lahn vertreten. Die Bergbaue zu Freiberg in Sachfen, Andreasberg und Clausthal am Harz, die königliche Friedrichshütte bei Tarnowitz in Schlefien und die Werke im Mannsfelder Kupferfchiefer waren prächtig repräfentirt; nicht minder hatten Heffen, Baiern, Elfafs- Lothringen ausgeftellt, von letzterem waren auch Foffilien da; von Müfen in Rheinpreufsen war Kobaltnickel( Müfenit) ausgeftellt. Freiberg, Andreasberg und Clausthal brachten Silber und Bleierze, Sachfen auch Nickel, Wismuth und Kobalterze, Altenberg bei Aachen Zinkerze, Commern in der Eifel die Knottenerze( Bleiglanz- Körner in buntem Sandftein) und Stollberg Blei- und Zinkerze. Befonders hervorgehoben müffen fchliefslich noch zwei ausgeftellt gewefene Manganite von Ilefeld im Harz werden. Die Bernfteingräbereien an der Oftfee hatten mehrfach ihre Bernfteinfuiten zur Anficht gebracht. An diefen Reichthum ausgeftellter Bergwerks- Producte fchloffen fich würdig die zahlreich ausgeftellten geologifchen Karten, die vom königlich preufsifchen Handelsminifterium herausgegebenen Verkehrskarten für Kohle, Eifen, Blei und Zink, die graphifchen Tabellen, Druckfchriften und dergl. an. Die geologifche Landesanftalt in Berlin ftellte im Mafsftab von 1: 25.000 Karten des füdöftlichen Theiles des Harzgebirges, des nordweftlichen Theiles von Jena, des füdlichen Theiles des Saarbrückener Kohlenreviers etc. aus. Aus Baiern find befonders hervorzuheben Bergrath Gümb els Karten über das baierifche Alpengebiet. Vom mittelrheinifchen geologifchen Verein( Darmftadt) waren Karten und Suiten der darauf zur Darstellung gebrachten Gefteinsarten ausgeftellt. zwar Aus der Menge der in gröfseren Gruppen und Collectivausftellungen vereinigten Expofitionen möge nur noch Einiges hervorgehoben werden, und die Profile der zahlreichen Bohrungen zur Erforfchung des Untergrundes der norddeutfchen Ebene, durch welche die unerfchöpflich reichen Salzlager in der Triasformation erfchloffen wurden,( das Bohrloch zu Spremberg reicht, ohne das Salzflötz durchfunken zu haben, mehr als 4000 Wiener Fufs unter die Oberfläche, in die gröfste bisher durch Menfchenhand aufgefchloffene Tiefe) und die Modelle und graphifchen Darftellungen verfchiedener Kohlenbecken, in welchen die Biegungen, Knickungen und Verwerfungen der einzelnen Flötze zur Darstellung gebracht find. Schweden- Norwegen. Wie fchon erwähnt wurde, reihte fich Schweden fowohl dem Umfang nach, als auch in Bezug auf Qualität der ausgeftellten Objecte würdig der öfterreichischungarifchen Monarchie und dem deutfchen Reiche an. In glänzender Weife konnte man fich von dem unermesslichen Reichthum Schwedens an Erzen und Mineralien aller Art, insbefondere an Eifen, Kupfer und Silber überzeugen. Was die Gewinnung des Letzteren betrifft, fo ift diefelbe in neuerer Zeit in einer erfreulichen Steigerung begriffen und ift es hauptfächlich das alte Bergwerk zu Sala, welches nach wie vor das weitaus wichtigfte unter den 10 Dr. Franz v. Vivenot. acht im Betriebe ftehenden Silber- Bergwerken Schwedens ift. Silberhältiger Bleiglanz wird an mehreren Stellen gebrochen. Die Production an Silber betrug im Jahre 1871: 2292 fchwedifche Pfund( 975 Kilogramme), während an Blei 2095 fchwedifche Centner( 89.850 Kilogramm) gewonnen wurden. Die Eifenproduction Schwedens ift in Anbetracht des Reichthumes an Eifenerzen gegenüber mehreren anderen Ländern nicht fo bedeutend, und ift die Urfache davon in der Schwierigkeit, das zur Niederfchmelzung erforderliche Brennmaterial zu erhalten, gelegen. Im Jahre 1871 wurden in Schweden 15,215.590 fchwediſche Centner ( 646,778.300 Kilogramm), Bergerz und 370.784 fchwedifche Centner See- und Rafenerze gewonnen, fo dafs die gefammte Eifenerz- Production 15,586.374 Centner ( 662,539.460 Kilogramm) betrug. Die Eifenerze Schwedens( das bedeutendfte Eifenerz- Vorkommen ift zu Dannemora in der Statthalterfchaft Upfala und der Taberg am füdlichen Ende des Wetterfees) find hauptfächlich Magnet- Eifenerze( Eifenoxyd- Oxydul) und Eifenglanz ( Eifenoxyd), welche unter dem Namen Bergerze zufammengefasst werden zum Unterfchiede von den, übrigens nur in der Provinz Småland zur Ausbeutung gelangenden See- und Rafenfteinerzen. Bei Gewinnung diefer Eifenerze waren 4939 Perfonen befchäftigt. Was das Kupfer betrifft, fo ift es nach dem Eifen unter den Metallen Schwedens das Wichtigfte und find die Hauptgruben die feit langer Zeit fchon bearbeiteten bei Falun und Åtvidaberg. Im Jahre 1871 wurden im ganzen Lande 33.426 Centner( 1,420.860 Kilogramm) Kupfer und 2272 Centner( 96.580 Kilogramm) Kupfervitriol producirt. Norwegen förderte im Jahre 1870: 1. Kupfererze in 27 Gruben mit 1270 Arbeitern: 2. Eifenerze 3. Nickelerze 944.000 Zollcentner 16 29 " 9 99 175 29 390.000 دو IO 99 29 77 134 27 " " 27 510 27 88.000 986.000 99 29 99 7 " 22 363 * 97 44.000 29 2 99 99 148 " " 64.000 Schwefelkies 14 Silbererze 4. Kobalt etc. Zufammen: in 70 Gruben mit 2.600 Arbeitern: 2,516.000 Zollcentner. Die Ausfuhr unverarbeiteter Mineralien Schweden- Norwegens betrug im Jahre 1871: 36,874.854 Rigsdaler oder 21,203.041 fl. öfterreichifche Währung Silber. Unter den exponirten Gegenftänden waren befonders hervorragend und in der Rotunde aufgeftellt die vom berühmten Silber- Bergwerk zu Kongsberg in Norwegen herftammenden Silberwürfel von ½ Zoll Kantenlänge, Silberzähne, Kryftalle von Stephanit und, alle übrigen Stücke an Seltenheit übertreffend, Magnetkies- Kryftalle in der bekannten Form von mehreren Linien Dicke und zolllangen Seitenkanten. Aufser den ausgeftellt gewefenen Eifen-, Kupfer-, Nickel- und Kobalterzen nebft den daraus dargestellten Producten find noch die Apatite( Phosphorite) von Bamble und die von der Univerfität Chriftiania ausgeftellten Mineralien und Gefteinsproben lobend zu erwähnen. Auffehen erregte ein Erzklumpen( inniges Gemenge von Schwefel- und Kupferkies) von circa 10.000 Pfund Gewicht aus dem Kupferwerk Vigsnaes. Die Collectivausftellung des Eifencomptoirs bot vieles Intereffante. Die gröfste Anerkennung ift auch der vom Herrn Ed. Erdmann, Geologen und Ammanuenfis der Landesuniverfität, geordneten Ausftellung der geologifchen Landesunterfuchung zu zollen. Es waren 49 Karten und 14 dazu gehörige Befchreibungen exponirt. Befonders hervorgehoben mufs werden. die in der Rotunde aufgeftellt gewefene Karte der Umgegend des Mälarfees im Mafsftabe von 1: 50.000. Diefelbe mafs 13 Fufs in der Länge und 10 Fufs in der Höhe und brachte ein Areal von 370 geographifchen Quadratmeilen des mittleren Schwedens zur Anfchauung. Montanproducte. Noch möge der Karte von Schenen Erwähnung gefchehen. 11 Die fämmtlichen geologifchen Karten begleiteten zahlreiche Belegítücke an Gefteinproben und foffilen Reften aus den verfchiedenen Formationen, insbefondere den glacialen Ablagerungen Schwedens. Sehr fchön war eine aus 176 Stück beftehende Sammlung gefchliffener kubifcher Probeftücke( 5 Kubikzoll), welche Marmor, Porphyr, Tropfftein, Kalkftein, Diorit, Granit, Gneifs, Conglomerate, Sandfteine etc. umfasste. Norwegen hatte gleichfalls geologiſche Karten fammt Gefteinsfammlungen exponirt und ist zunächft zu erwähnen: Profeffor Dr. Th. Kjerulf's Aufnahme des füdlichen Norwegens, geologifche Detailkarten der Umgebung von Chriftiania ( 1: 20.000) nebft Hauptprofil und Gefteingängen, Karte von Trondhjems Stift, Karte des füdlichen Norwegens von demfelben, dann C. Petterfen's Karte des Amtes Tromfö. Es folgen nun die übrigen Länder Europas in alphabetifcher Reihenfolge. Belgien. Von diefem Lande waren nur äufserft wenige Bergbauproducte ausgeftellt, die in keiner Weife. hervorragend waren. Eifen, Zink- und Bleierze, endlich kadmiumhaltige Blende fand fich vor.- Von geologifchen Publicationen wären zu nennen: Dr. Koninck's Karten der Production, des Verbrauches und des Transportes belgifcher Kohle und Erze. Ueber Fangvorrichtungen, Sicherheitsapparate im Allgemeinen und dergl. waren Modelle ausgeftellt. Dänemark. Die Aalborger Compagnie für Brunnenbohrung in Aalborg hatte Proben durchbohrter Steine exponirt. Aus Grönland war Kryolith und Doppelfpath vorhanden, darunter ein Doppelfpath von 274 Pfund; ferner war Bernftein durch ein grofses Stück vertreten. Frankreich. Hier ift befonders nennenswerth der Marbre onyx( wahrfcheinlich ein Aragonit) aus der Provinz Oran( Algier), welcher durchfcheinend wie Alabafter ift, und zu Sculpturarbeiten verwendet wird. In der Kunfthalle waren Statuen zu fehen, deren Bekleidung aus diefem durchfcheinenden Marmor verfertigt war. Die Collectivausftellung der Metallurgie der Loire enthielt Eifenerze und geologifche Querfchnitte mehrerer Bergwerke. Von den franzöfifchen Colonien hatte Algier goldhältigen Quarz, Goldkörner, Silber-, Eifen-, Kupfer-, Blei-, Zink- und Antimonerze, dann Salz, Arfenik, Schwefel und Porcellanerde ausgeftellt. Guadeloupe zeigte Magneteifen- Steine die 74-8 Percent reines Eifen enthielten, dann Seefalz, welches maffenhaft exportirt wird. Von St. Pierre und Miguel on war Seefalz, von Guyana Alluvialgold( 3 Stück von 288 Gramm) ausgeftellt. Im Jahre 1871 betrug in Guyana die Zahl der Goldgräber 1175, der Ertrag 661 Kilogramm 881 Gramm Gold, der Werth 1,985.643 Francs oder 794.257 fl. öfterreichifcher Währung Silber. Ferner war noch exponirt Eifen und Kaolin. Die Colonie am Senegal hatte Kupfer von Loango, Ile de Reunion Salz und Natron, Neu- Caledonien Gold, Chromeifen, Schwefel und Magnesia; endlich war von Indien( Pondichéry Coromandelküfte) und Cochinchina Einiges ausgeftellt. Von Letzterem befonders Seefalz, wovon jährlich circa 15.000 Tonnen exportirt werden. 12 Dr. Franz v. Vivenot. Griechenland. Das Wenige, was wir über den Bergbau Griechenlands nachftehend mitzutheilen vermögen, verdanken wir den gefchätzten Mittheilungen des Herrn v. Metaxa, Präfidenten der griechifchen Ausftellungscommiffion. Seit der Unabhängigkeit Griechenlands hat der Bergbau nicht jenen Auffchwung genommen, welchen man erwartete und welcher in anderen Ländern während derfelben Zeitepoche thatfächlich eintrat, weil es nicht nur an den nothwendigen Betriebs capitalien, fondern mehr noch an wiffenfchaftlichen und praktifchen Arbeitskräften mangelte; man befchränkte fich bis vor 15 Jahren lediglich darauf, die zu Tage tretenden Mineralien auszunützen. Und doch befitzt Griechenland keinen geringen Metallreichthum. Beweis deffen die Ueberrefte und Spuren von Bergwerken der alten Griechen, welche fich noch bei dem in den letzten Jahren fo berühmt gewordenen Laurion in Attika und an anderen Orten vorfinden, wo die Metalle zu Tage treten, ohne dafs es irgend welcher Schürfungen oder anderer koftfpieliger Arbeiten bedurft hätte. Kohlen und Eifenerze, diefe Hauptmotoren induftrieller Thätigkeit unferer Tage, treten mannigfaltig auf. Griechenland ift aber auch an folchen Bergproducten reich, welche entweder wegen ihrer befonderen Befchaffenheit oder ihres überreichen Vorkommens die Concurrenz anderer Länder ausfchliefsen. Hiezu gehören: der Schmirgel von Naxos, die vulcanifche Erde von Santorin, die Mühlfteine der Infel Mylos, die Magnefite von Euboea, die verfchiedenen Arten von Marmor, z. B. derjenige von Paros, jener von Pentēle( Pentelikon), das gefuchtefte und gefchätztefte Material der alten, claffifchen Bildhauer; dann der altbekannte grüne Porphyr( Verde antico von Sparta), endlich die fo fchönen, verfchieden gefleckten Marmorforten der Infel Skyros und vieler anderer. Seit nun das dem franzöfifchen Gefetze vom Jahre 1810 nachgebildete Berggefetz von 1861 in Wirkfamkeit fteht, hat fich die Luft am Bergbaue unendlich gehoben; es bildeten fich Affociationen und auch Private befaffen fich damit, feitdem in Folge der Berufung von Ingenieuren aus dem nördlichen Europa die Ausbeute gegen früher auf das Doppelte geftiegen ift. Seit diefer Zeit arbeiten auf filber- und fchwefelhältiges Blei fieben Gefellfchaften mit einem Capitale von 2 Millionen Gulden und einer verliehenen Fläche von 37,345.500 Quadratklafter hauptfächlich auf den Cykladen, auf Antiparos, Zea, Karyftie und im Lauriongebirge, an welch letzterem Orte man mit den Schächten bereits 80 Meter( 252 Fufs) tief gedrungen und auf mächtige Schichten von Bleierzen vorzüglichfter Qualität ftiefs. Kupfer wird auf einer verliehenenen Fläche von Chromeifen auf einer Fläche von 5,211.000 Quadratklafter, 29,529.000 Braunftein" 9 " 7 99 Steinkohlen 99 وو 79 وو " 5,211.000 8,665.000 " 99 " gefchürft und beträgt bei einer verliehenen Fläche von 10,422.000 die Production an Eifenftein 100.000 Centner. Die zu Laurion vorhandenen, auf 30 Millionen Centner gefchätzten Bleierzfchlacken werden dermal mit Hilfe von zwölf Oefen umgefchmolzen, und ergeben noch immer jährlich circa 170.000 Centner Metall. Im Durchfchnitte der letzten drei Jahre wurde producirt per Jahr: Schmirgel von Naxos 28.000 Centner im Werthe von 120.000 fl. ö. W. Silber. Gyps Mühlfteine von Milos Erde von Santorin 35.000 Stück 12.200 " 9 " 9 " " 9 " " 9 29 1.200 Centner 2.000 " وو 99 19 " 99 500.000 Kiften 12.200 77 " 99 97 3. " Magnefit. 50.000 Centner 20.000 " وو " 29 " " Schwefel gefchmolzen Schwefelerde 6.000 6.000 99 99 " 30.000 " 99 27 6.000 وو " 99 79 " " E 77 Montanproducte. 13 Von der Ausftellungscommiffion war eine Collection von 122 Nummern, darunter 35 Marmorarten exponirt. Aufserdem waren filberhaltige Bleierze, Eifen- und Kupfererze, Zinkblende, lithographifche Steine, Schmirgel( Naxos), Tuffe, endlich Stücke von den Bleihalden im Laurion vertreten. Grofsbritannien. Gleich 1867 auf der Parifer Ausftellung hatte England aufser Kohlen auch diefsmal keine anderen Bergwerks- Producte exponirt, dagegen waren deffen Colonien gut und fchön vertreten. Zunächft ift Oftindien bemerkenswerth und ftehen hier vornehmlich Kohlen und Eifenerze im Vordergrunde. Unter der Sammlung ausgeftellter Mineralproducte, welche durch das Inftitut für die geologifche Landesaufnahme( Geological Survey) in Calcutta veranlafst und durch den Director diefer Anftalt Herrn Dr. T. Oldham, fowie durch den Geologen genannter Anftalt Herrn B. Foote ausgeführt worden ist, waren es in erfter Reihe die Salze, welche die vollfte Aufmerkfamkeit auf fich lenkten. Zunächft erwähnenswerth find die verfchiedenen Steinfalz- Varietäten, Haarfalz, fleifchrothes und tropffteinartiges Steinfalz. An einem riefigen Parallelopiped von rothem Steinfalz war durch Zerfliefsen an der Oberfläche die Structur des Ganzen recht deutlich hervorgetreten. Inftructive Sammlungen von Meerund Seenfalz( der bekanntefte Salzfee ift der von Sambhar), dann von Stücken, die das Vorkommen des Steinfalzes mit Kalifalz in der Salzkette des Pendfchab, einem bisher nicht bekannten Fundorte, darftellten, waren gleichfalls exponirt. Die Salzkette( salt range), in welcher das Salzvorkommen fchon feit alter Zeit bekannt ift und gegenwärtig das weftliche Indien und Afghaniſtan mit diefem Producte verforgt, zieht fich im Norden des Pendfchab in nordweftlicher Richtung hin. Der Salzreichthum dafelbft ift ein fo bedeutender, dafs bei Kalabagh, wofelbft es frei zu Tage tritt, die Strafse mitten durch das Steinfalz gebrochen wurde. Eine weitere Eigenthümlichkeit diefes Salzlagers befteht auch darin, dafs es unter den bisher bekannten als das Aeltefte erfcheint, nachdem es der Silurformation angehörig ift. In der letzteren Zeit ward man in dem Salzwerke zu Mayo auf ein Salzvorkommen aufmerkfam, welches durch feine Härte auffiel und bei genauerer Unterfuchung durch den dort befchäftigten Chemiker Warth einen bedeutenden Gehalt an Magnefia und Kali erkennen liefs. Die Proben diefes Salzgemenges, welche ausgeftellt waren, enthalten nach der von Profeffor Dr. Guftav Tfchermak in Wien angeftellten Unterfuchung thatfächlich Sylvin( Chlorkalium) und Kieferit ( Magnefiafulfat) und dürfte nach Profeffor Tfchermak's Anficht auch Kainit darin enthalten fein, obgleich fich derfelbe bisher von deffen Gegenwart nicht überzeugen konnte. Anhydrit, Gyps, Glauberit und Bitterfalz waren ebenfalls vertreten. Die Production des Seefalzes beträgt jährlich circa 12 Millionen Centner und wirft die gefammte Salzproduction dem Staate einen jährlichen Gewinn von faft 50 Millionen Gulden öfterreichiſcher Währung ab. Von den ausgeftellt gewefenen Erzen mögen zunächft die Eifenerze erwähnt werden. Indien ift reich an Eifenerzen aller Art. So befitzt der 400 Fufs hohe Magneteifen- Berg von Kandfchamallay bei Salem weithin fichtbare Lager diefes Erzes von 100 Fufs Dicke. Ausserdem waren Kupfer- und Zinnerze, filberhältiger Bleiglanz, Chromit, Antimonit, dann Schwefel und Graphit exponirt. - Proben von Wafchgold aus verfchiedenen Gegenden faft alle Flüffe Indiens find goldführend konnte man auch fehen. An manchen Punkten beträgt - 14 Dr. Franz v. Vivenot. der Gehalt an Gold in 100 Centner Gerölle 4 Loth, meiftens aber weniger. Ferner waren kleine Diamanten aus Panna und Sumbulpur, Spinell aus der Provinz Mysore, Berylle aus dem Sand der Flüffe, Schauftücke von Apophyllit und Desmin von Bor Ghat in der Gegend von Poonah, ein fpangrüner Avanturin von Madras, Schmirgel von Rewa von Edelſtein- Schleifern vielfach verwendet- endlich Glimmer aus dem Godavery diftrict ausgeftellt. - Von nutzbaren Gefteinen find Alaun, Schiefer und Thon zu erwähnen. Von wiffenfchaftlichem Intereffe ift fchliefslich noch der biegfame Sandftein von Kalyana bei Dadri, welcher fehr an den bekannten Itakolumit( Gelenkquarz) Brafiliens erinnert und der Melaphyr( auch Bafalt genannt) Indiens, welcher von Bombay an in horizontalen Lagern über das ganze Dekan ausgebreitet ift und einen Flächenraum bedeckt, der jenem der öfterreichifch- ungarifchen Monarchie gleichkommt. Das gröfste bisher bekannte Melaphyrvorkommen. Von Kartenwerken ift befonders namhaft zu machen die geologifche Ueberfichtskarte der oftindifchen Halbinfel und die Specialkarte der Salzkette von Pendfchab. - Vollständig neu und vom höchften Intereffe war die Ausftellung der CapColonie. Von den neu entdeckten Goldfeldern der Trans- Vaal'fchen Republik und Natals waren die reichen Goldquarze zu fehen, die aus 1000 Kilogramm 70 Unzen reines Gold geben, von welchem 14 Unzen exponirt gewefen find. Den Diamantenreichthum des Caps veranfchaulichte eine Sammlung von 31 Rohdiamanten, enthaltend alle Zwifchenftufen von ganz rundlichen Formen bis zum vollendetften weifsen Diamantkryftall, der durch einen Stein von 16 Karat repräfentirt war. Die weltberühmten grofsen Capdiamanten waren durch Gypsmodelle, der Stern von Afrika" durch ein Kryftallglas- Modell illuftrirt. Das Original diefes auf 200.000 Gulden gefchätzten Diamanten, im Befitze der durch ihren koftbaren Schmuck, den fie zur Ausftellung gebracht, wohl bekannnten Lady Dudley war in diefer Schmuckausftellung. Der 2883 Karat fchwere" Stewart"- Diamant, im Werthe von 375.000 Gulden, war in der Ausftellung der Wiener Juweliere Kobek& Aegydi zu fehen. " 9 Die am Ausfluffe des Orange gelegenen Kupfergruben waren durch Erze von 4 Minen repräfentirt. Der Gehalt diefer Erze an Kupfer beträgt zwifchen 36 und 50 Percent und werden jährlich viele Schiffsladungen davon aus dem Hafen Port Noloth nach England exportirt. Von Ceylon war Graphit ausgeftellt. " Auftraliens reiche Ausftellung bot vielfach Werthvolles. Zunächft fielen auf die dortfelbft( Viktoria) gefundenen riefigen Goldklumpen, welche durch Gypsmodelle veranfchaulicht waren. Da war der Goldklumpen: Willkommen" 2195 Unzen fchwer, gefunden im Jahre 1858 in einer Tiefe von 180 Fufs zu Bakery Hill, Ballarat und der ,, Viscount Canterbury" 1105 Unzen fchwer, im Jahre 1870 aus einer Tiefe von nur 15 Fufs in Joins Paddok, Berlin Diggings zu Tage gefördert. Statiftifche Daten gaben Auffchlufs über die Goldbewegung und möge nur erwähnt werden, dafs die Gefammtproduction an Gold feit deffen Entdeckung( die Goldgewinnung begann in Auftralien im Jahre 1852) circa 2000 Millionen Gulden beträgt. Bereits im Jahre 1858 übertraf die Goldproduction Victorias jene der Uralgebirge ungefähr um das Dreifache. Erwähnenswerth ift endlich von diefer Colonie noch Spiefsglanz in derben Maffen von feinkörniger Zufammenfetzung. Ein treffliches Bild bot auch Queensland dar, welches die gröfste der auftralifchen Colonien ift, und den ganzen nordöftlichen Theil des Continents ausmacht. Die Flächenausdehnung beträgt 678.600 englifche Quadratmeilen. Befonders fchön war eine grofse Malachitplatte von ähnlicher Zeichnung wie die fibirifchen, aber von dunklerer Farbe. Ein von der Regierung ausgeftellter Goldklumpen aus reinem Golde wog 104 Unzen und man fah daran noch die Spuren der Haue des Goldgräbers. Montanproducte. 15 Hervorzuheben find noch die fchönen Opale, die an Feuer in manchen Stücken die ungarifchen übertreffen und in Knollen von Braun- Eifen tein vorkommen, welche fich in einem grofsen Kalkzuge eingelagert finden, der die Grundlage jener grofsen öftlichen Ebene bildet, die von den Flüffen Rivers und Thompfon eingefchloffen wird. Die Vorkommniffe von Kupfer, Blei, Zinn, fowie auch Marmor und Bauftein- Sorten find noch namhaft zu machen. Eine prächtige Ergänzung zu diefer Ausftellung Queenslands bildeten die von Mr. Dantree, früheren Geologen der Colonialverwaltung, bearbeiteten Bilder über die Producte der Colonie und die Lebensweife ihrer Bewohner, wobei erfichtlich gemacht ift, wie diefe von der geologifchen Befchaffenheit des Bodens abhängig find. Von Neu- Seeland waren Proben von Alluvialgold aus Otago, Nelfon und Weftland, dann goldhältiger Quarz, Rubin und Rubinfand, Dunit( der von Hochftetter benannte Olivinfels), Nephrit, filberhältiger Bleiglanz, Eifen- und Kupfererze, Erden und Skelette der neufeeländifchen Riefenvögel( Moas) aus dem Canterbury Muſeum zu Chriftchurch, welch letzteres der Leitung des Dr. Julius Haaft unterfteht, exponirt. Um fich eine Vorftellung von den Verhältnifsen diefer Riefenvögel zu machen, mögen nachftehend die Dimenfionen der wichtigſten Species erwähnt werden. Der Riefenmoa( Dinornis giganteus) mifst 9 Fufs 10 Zoll; der elephantenfüfsige Moa( Palapteryx elephantopus), welche dem neuholländifchen Casuar verwandter ift, als dem Kiwi, dem heute noch lebenden flügellofen Vogel Neu- Seelands, mifst 5 Fufs 9 Zoll und der grofse Moa( Dinornis ingens) 5 Fufs 6 Zoll, endlich der dodoähnliche Moa( Dinornis didiformis) 4. Fufs 3 Zoll. Im obigen Muſeum befinden fich noch Dinornis crassus, robustus upd casuarinus. Die meiften Ueberrefte davon wurden bis jetzt in der Umgegend des Vorgebirges Egmont, an der Mündung des Fluffes Maingongoro in Glenmark, und in den Provinzen Nelfon und Canterbury entdeckt. Von den weft afrikanifchen Befitzungen war Goldftaub zu fehen. Italien. Hier find die fchönen Marmorforten, die Schwefel, Cöleftine und Aragonite von Girgenti, die Anglesite von Monteponi befonders hervorzuheben. Aus dem Venetianifchen war das Kupferwerk zu Agordo und das Queckfilber- Bergwerk von Val alta vertreten. Ferner war Schwefel aus Cefena, Borfäure aus Saffo und Kaolin aus dem Römifchen, Asbest, ausgeftellt von der Handelskammer in Civita vecchia von Val- Malenco, vorhanden. Pläne von diverfen Bergwerken, dann Karten von der geologifchen Commiffion für Italien, von Centralitalien, 8 Blätter im Mafsftabe 1: 50.000 von Ig. Cocchi der lombardifchen Alpen, des St. Gotthard mit. einem Profil des bereits im Bau begriffenen Tunnels von Giardano, endlich eine Karte des Mont Cenis von Cavaliere Gaftaldi in Turin vervollſtändigten diefe Ausftellung. Portugal hatte fchöne Marmore, dann filberhaltige Erze aus Beja und Porto, Antimonerze und Strahlenblende, letztere in grofsen nierenförmigen Geftalten exponirt. Rumänien ftellte verfchiedene Erze, Ozokerite und lithographifche Steine dann Mineralwäffer von 40 Quellen aus. 16 Dr. Franz v. Vivenot. Rufsland. Befonders hervorzuheben find die dichten Graphite aus den Aliberti'fchen Gruben am Jenifei und die mit denfelben vereint exponirt gewefenen Nephritplatten aus derfelben Gegend. Die von der kaiferlichen Steinfchleiferei zu Katharinenburg gelieferte riefige Rhodonitvafe mit einem Poftament aus grauem Jafpis von Kafjanfk, die Tifche, Vafen, Leuchter etc. aus fibirifchem Malachit waren ebenfo fchön als koftbar. Als ruffifches Product ift noch der in der deutfchen Abtheilung placirte, aus dem Chloritfchiefer der Takowaja ftammende 2000 Karat fchwere Smaragd zu erwähnen, welchen Alexander von Humboldt von Kaifer Nicolaus verehrt erhielt. Weiter zu erwähnen find die fchönen Malachite, Eifen- und RothkupferErze aus der Fürft Demidoff'fchen Sammlung, weiters die Phosphorite von den Ufern des Dniefter, ausgeftellt von Graf Wladimir Dzieduszycki.- Im Samojedenzelte von Sidoroff war dem Anthracit ungemein ähnlicher Graphit vom oberen Jenifei zu fehen. Aus dem Kaukafus waren aus der Gegend von Tiflis Kupfererze vorhanden. Das Bergcomité des kaiferlichen ruffifchen Finanzminifteriums brachte geologifche Karten und Durchfchnitte. Nachftehend folgt eine Tabelle über die Production der wichtigften Mineralproducte Rufslands:* 1868 Erze Production Centner Gold ausgewafchen Platina 2 Silber- u. bleiführ. Erze. Kupfer- führende Erze Eifen" " Zink" 3 د, Zinn" " Kobalt " "" Chrom" " Salze Die Menge des durchwafchenen Sandes betrug: 1 beim Gold " • 2 Platin 22 1869 1870 1870 gegen 1868( 1869) Zahl der Werke Production Centner Zahl der Werke 93 59 1.129 66.75 10 6 1,562.962 40 4,401.561'60 17 98 22,092.16740 1.165 78 5 P P I 4.923 I 2 17,579.626 4.220 36.555 14,756.022 IIO' 77 70 1,686.380* 40 4,386.566.70 23,235.562'40 1.283 1,342.946 116.505 36TH 1.208 60 6 Production Centner 117 92 64 55 Zu- Abnahme in Percenten 260 26 1,157.611'90 3'3 26.0 71 6 3,496.579 80 26,672.039 40 1,458.637 20'5 20'8 86 I I 2 328.196 9,215.680 35.713 683 799 69'3 86'1 .3 36 643,942.701 9,884.124 576,710.183 7,348.886 537,932.501 5,255.928 165 46.8 Schweiz. Dem Generalcommiffariat der fchweizerifchen Eidgenoffenfchaft verdanken wir einige gefchätzte Mittheilungen, die nachstehend folgen: Obgleich die Berge der Schweiz nicht arm an abbauwürdigen Mineralien find, fo ftehen doch der Gewinnung derfelben oft unüberwindliche Hinderniffe entgegen. Störungen durch Felsrutfchungen, die unwirthliche Höhe der Alpen, Mangel an foffilem Brennftoff und oft auch die äufserft verwickelten Eigenthumsrechte find die Hinderniffe, die fich dem fchweizerifchen Bergbau entgegenftellen. * Siehe Wilhelm v. Lindheim's als Manufcript gedrucktes Werk über ,, die wirthschaftlichen Verhältniffe des ruffifchen Reiches etc. Wien, Mechithariften- Buchhandlung 1873". Montanproducte. 17 Gewonnen werden circa 160.000 Centner Eifen, und zwar in den Cantonen Wallis, St. Gallen, befonders aber im Berner Jura, wo ein fehr fchöner Siderit auftritt. Leider genügt diefe Production fo wenig, dafs zur Ergänzung des heimifchen Verbrauches grofse Quantitäten von belgifchem und engliſchem Eifen eingeführt werden müffen. Auch die Bleiproduction, welche fich auf das Bleiglanz- Vorkommen zu Lötfch( Wallis), Lauterbrunnen( Bern) und an mehreren anderen Orten in Graubündten gründet, genügt nicht der Nachfrage. Noch unbedeutender ift die Gewinnung von Kupfer und anderen Metallen. Salz findet fich in der Alpenregion nur bei Bex im Waadt, dagegen im nördlichen Jura zu Schweizerhall bei Bâle, Kleinfelden, Rybourg im Aargau, doch mufs trotz deren grofser Production ein Theil des Landesbedarfes eingeführt werden. Asphalt findet fich im Berner Jura und in Neuenburg; der berühmtefte ift jener aus dem Thale von Travers. Einen aufserordentlichen Reichthum befitzt die Schweiz an Mineralquellen. Nicht weniger als 609 Quellen find bekannt, worunter fich falz-. falpeter-, fchwefel-, eifen-, jod-, gas- und bitumenhältige Quellen befinden. Bei einer grofsen Anzahl derfelben ift die chemifche Analyfe ihrer Beftandtheile bisher noch nicht vorgenommen worden. Unter den ausgeftellten Objecten befand fich eine Pyramide von Neuenburger Asphalt und einige Bergkryftalle, die namhaft zu machen wären. Vom Departement des Innern war eine geologifche Karte der Schweiz exponirt. Spanien. Steinfalze von Cordona, Zinnober von Almaden, Bleierze von Linares und Apatite( Spargelfteine) von Jumilla lenkten hier das Auge befonders auf fich. Aufserdem waren zahlreiche Suiten der wichtigften Erzvorkommniffe zur Schau geftellt. Nachftehende Tabelle, die wir der Generalcommiffion für Spanien verdanken, gibt ein Bild über die Production und den beiläufigen Werth der Montaninduftrie Spaniens im Jahre 1869 Mineralien: Eifenerz Blei Silberhältiges Blei Silber Kupfer Zinn Zink Queckfilber Antimon Schwefel Mangan Kalkphosphate • Production: 29.314 Kilogramm 3,066.195 metr. Ctr. Beiläufiger Werth: 846.860 fl. öft. W. Silb. 3,113.453 metr. Ctr. 2,783.736 77 10,578.196 99 334.402 99 3.644.981 99 244.478 21 22,813.948 99 35.700 97 22,696,920 99 58,133.466 59 30.200 59 9,250.592 49 II, 701.250 1,180.000 27 238 99 1,134.846 99 280.838 99 755 29 125.008 99 294.025 180.000 99 99 Brennftoffe circa 6,000,000 Ctr. Von Kartenwerken wäre zu erwähnen eine geologifche Bergbau- Skizze des Diftrictes Madrid, Darftellung des Bergbaues und ftatiftifche Tabellen des Bezirkes. Cartagena. Türkei. Erze, Marmor, Salze, Gyps, Erden u. f. w. bildeten hier die Ausftellungsobjecte. Aufserdem waren Gefteine und Foffilien aus der Devonformation des Bosporus durch Abdullah Bey( Dr. Hammerfchmid) zur Anficht gebracht worden. 18 Dr. Franz v. Vivenot. Afien. China. Durch den See- Zolldienft gelangten verfchiedene Erze und Gefteine zur Expofition, die jedoch nichts Bemerkenswerthes enthielten. Japan. Nebft einer hübfchen, von Seite der Regierung zur Ausftellung gebrachten Collection von Erzen waren auch Gefteinsproben ausgeftellt, welche zum Entwurfe einer geologifchen Karte diefes Landes dienen könnten. Grofse und fehr reine Bergkryftalle zeigten, dafs fich fchöne Exemplare derfelben in Japan häufig finden. Perfien. Die Regierung ftellte Marmorforten, Erze, Salze aus; endlich war ein transparenter Aragonit, ähnlich dem von Algier bekannten Vorkommen, von Dfchufchegan bei Kafchan ausgeftellt. Afrika. Egypten. In der Collectivausftellung Sr. Hoheit des Khedive fanden fich fchöner Türkis vom Sinai, Smaragd von der Grube Djebel Zabara, endlich Opal von verfchiedenen Fundorten, dann Schwefel, Salze und Natron vor. Eine Productionsftatiftik ift noch nennenswerth. worden. Von Marocco und Tunis ift nichts Bemerkenswerthes ausgeftellt Amerika. Brafilien. Wie fchón Eingangs erwähnt, ift diefes Land in Bezug auf deffen Bergbau- Production nicht in jener Weife vertreten gewefen, als hätte erwartet werden können. Hervorzuheben wären zunächft ein riefiger an beiden Enden ausgebildeter Quarzkryftall von Minas Geraes, Amethyfte und Topafe, ein Topas war mit Titaneifen verwachfen, ruffifches Glas, Beryll, Turmalin, ein Feueropal von Therefina( Provinz Piauhy), Palladiumgold von Gongo Socco und daraus dargeftelltes Palladium, ein Diamant und Itakolumit, endlich Gefteine aus den Diamantund Goldfeldern, Marmorforten und Verfteinerungen führende Gefteine aus der Provinz Amazones. Vereinigte Staaten von Nordamerika. Von verfchiedenen Ausftellern waren Bergbau- Producte und Mineralienfammlungen exponirt, worunter zunächft die höchft intereffante Sammlung des Herrn Profeffors Küftel, welche auch dadurch einen erhöhten Werth erhielt, als fich dabei chemifche Analyfen der ausgeftellten Mineralien befanden, näher betrachtet werden foll. Diefelbe enthielt Mineralien aus Californien, Nevada, Arizona, Idaho und Utah. Die reichen Erze des Territoriums Utah waren vom Profeffor Küftel noch befonders in grofsen Schauftücken repräfentirt. Aus der erfteren Collection find zunächft hervorzuheben das fehr feltene ell ur gold mit dem noch felteneren Tellurnickel( Melonit) aus der Melones- Mine in Californien, ferner Tellurgold aus Jefferfon Canon( Nevada), Miargyrit von Flint( Idaho), Sternbergit von Goldfill( Nevada), Stephanit von der Humboldt Montanproducte. 19 Mine und von Austin( Nevada), dann von der Heinzelmann- Mine in Arizona, Metacinobaryt von der Redington- Mine( Californien), Chlor- und Bromfilber, Stettefeldit von Belmont( Nevada), Jod- und Chlorfilber, Chlor-, Jod- und SilberQuecksilber von der Heinzelmann- Mine( Arizona), Gold in Lava vom Bumkerhill ( Nevada), Gold- und Chlorfilber vom Comftock( Nevada), Hübnerit von Elsworth ( Nevada), Stolzit von Belmont( Nevada), endlich Wulfenit von der Tecoma- Mine ( Utah). In der Ausftellung des Territoriums Utah waren ein Würfel des Granites, aus welchem der Mormonentempel erbaut ift, feuerfefter Thon, Steinfalz, Silbererze, darunter ein fehr reiches Stück Chlorfilber von der Eureka- Mine, Bleiglanz, worunter ein folcher mit Linarit, der fehr an das Vorkommen von Rézbanya in Ungarn erinnert, endlich Kupfererze von der Mammoth- Mine enthalten. Aus Nord- Carolina war eine hübfche Sammlung von Mineralproducten ausgeftellt, darunter fchöner Diamantfpath, welcher bereits in Europa zu Zapfenlagern bei Uhren zur Anwendung kommt, Itakolumit von dem Ausfehen des brafilianifchen, ruffifches Glas und mit demfelben vorkommender Beryll, Marmor, Talk, Asbeft, Magneteifen, Gold, Graphit und Kohle. Graphit war auch von der Ticonderago- Mine in New- York vorhanden, und zwar in drei Varietäten. In einer blättrigen, welche wie die Glimmerfchuppen in einem grobkörnigen Granit erfcheint, in einer derben blättrigen und einer dichten Varietät. Die beiden letzteren Abänderungen haben beziehungsweife die gröfste Aehnlichkeit mit dem blättrigen Graphit von Ceylon und dem dichten von den Alibertifchen Gruben. Sehr fchöne Nickel und Kobalterze, worunter flach nierenförmiger fafriger Millerit, war von der Gapmine in Pennſylvanien zu fehen. Schliefslich wäre noch aus den Unionftaaten zu erwähnen eine Platte rothen Sandfteins mit den bekannten Vogelfährten, reiche Bleiglanz- Stufen, worunter fehr grofse Würfel von St. Louis in Miffouri, Magneteifen von der Clifton- Mine und lofe Magnetitkryftalle von Port Henry in New- York, reiche Eifenglanz- und Rotheifen- Stufen aus den Gruben des Mrs. Tuttle hervorzuheben. Von der Linie der Northern Pacific- Railway waren Erze und Gefteinsproben exponirt. Ueber Clevelands( Ohio) Eifenerz- Production lagen ftatiftifche Daten, über Ohio geologifche Berichte vor. Intereffant war auch das Modell des Comftockganges. San Salvador. Diefe Republik brachte Schwefel vom Vulcan San Miguel und Silbererze zur Ausftellung. Uruguay. Nennenswerth ift eine Marmorcollection aus der Provinz Maldonado. Venezuela. Reiche Goldquarze aus den Minen von Upata und Caratal in Guayana find zunächft anzuführen. Der Export hievon betrug: Im Jahre 1867 17. 118 Unzen 1868 59 99 79 وو وو 1869 1870 17.053 22.575 35.713 29 99 99 Ferner waren Kalkphosphate, die 418 bis 44.6 Percent phosphorfauren Kalk enthalten, zu fehen.- Diefelben werden von der Regierung und einer englifchen Cómpany ausgebeutet und maffenhaft zu landwirthschaftlichen Zwecken exportirt. Ausserdem find noch Schwefel und Urao( Lagunilla) zu erwähnen.