OFFICIELLER AUSSTELLUNGS- BERICHT HERAUSGEGEBEN DURCH DIE GENERAL- DIRECTION DER WELTAUSSTELLUNG 1 8 7 3. DAS HÜTTENWESEN. ( Gruppe I, Section 2 und 3.) BERICHT VON PRANZ KUPEL WIESER, Profeffor der Probir- und Hüttenkunde an der Bergakademie in Leoben. WIEN. DRUCK UND VERLAG DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI 1873. CH HOLLEZI VORWORT. Der gefertigte Redacteur des officiellen Berichtes über die Wiener Weltausftellung wurde am 30. März 1873 für seine fchwierige Aufgabe nach Wien berufen, und nach kurzen vorhergehenden Berathungen ganz allein mit der Durchführung des grofsen Werkes betraut. Das Programm der officiellen Berichterstattung, Ende April von der Generaldirection genehmigt, wurde am 25. Juni 1873, Zahl 686 H. M., von Seiten des hohen k. k. Handelsminifteriums genehmigt. Erft von diefer Zeit an war der gefertigte Redacteur im Stande, officiell an die Einladungen zu gehen und Berichterftatter für den officiellen Bericht zu gewinnen. Es ist jetzt nach dem Schluffe der Weltausftellung an der Zeit, an diefe kurze Gefchichte der Redaction des officiellen Berichtes zu erinnern. In den erften Tagen des Auguft erfchien mit dem Berichte ,, Der Pavillon des kleinen Kindes" von Dr. Ferdinand Stamm das erfte Heft des officiellen Berichtes. In rafcher Aufeinanderfolge find bis zum Schluffe der Ausftellung 29 Hefte erfchienen und kann man darnach ficherlich weder den Herren Berichterftattern, die mit hingebender Liebe an das patriotifche Werk und an die Erfüllung der fchwierigen Aufgabe gingen, noch der Redaction den Vorwurf machen, dafs fie fich nicht bemühten, das officielle Programm der Berichterstattung, welches beftimmte, dafs der officielle Bericht ,, noch während der Feier des internationalen Feftes abgefafst und aufgelegt werden" folle, zur Wahrheit zu machen. Was die Arbeitskraft des Einzelnen vermag, das haben die Herren Berichterstatter wirklich geleiftet, und Alle, ebenso wie die gefertigte Redaction müffen ihnen zu Dank ver pflichtet fein. Was ein Einzelner, dem die Redaction eines fo grofsen und vielfeitigen Werkes, welches der officielle Bericht ift, allein anvertraut worden ift, was ein Einzelner unter fo fchwierigen Umständen leiften kann, um den Befuchern der Ausftellung zu dienen, das hat der gefertigte Redacteur verfucht zu leiften. Mit der Neige des Jahres 1873 wird der officielle Bericht in feiner ganzen grofsen Ausdehnung und in feiner erften Ausgabe vollendet fein. Ich glaube, dafs die Herren Berichterstatter den Dank des Publicums verdienen, die gefertigte Redaction wenigftens keinen Tadel zu fürchten hat. PROFESSOR DR. CARL TH. RICHTER. Chefredacteur des officiellen Berichtes. DAS HÜTTENWESEN. ( Gruppe I, Section 2 und 3.) Bericht von FRANZ KUPELWIESER, Profeffor der Probir- und Hüttenkunde an der k. k. Bergakademie in Leoben. Das Eifenhüttenwefen. Welch' grofse Rolle dem Eifenhüttenwefen auf der Erde zugewiefen ift, kann nur durch Zahlen gezeigt werden, indem die jährlichen Productionsmengen der einzelnen Länder neben einander geftellt erfcheinen. Leider ist es nicht möglich, vollkommen verlässliche Zahlen zu geben, da es in diefem Falle, fowie überhaupt bei allen ftatiftifchen Zufammenftellungen an richtigen Daten fehlt. Ebenfo. war es einerfeits unmöglich, die Productionsmengen der einzelnen Länder aus demfelben Jahrgange zufammenzuftellen, fowie anderfeits die Production einer Reihe von Ländern gar nicht aufgenommen werden konnte, weil fie eben nicht zu ermitteln war. Diefer letztere Umftand kann jedoch als nicht fchwerwiegend betrachtet werden, da die Eifenproduction folcher Länder gegenüber den in folgender Tabelle angeführten Ländern als verfchwindend angefehen werden kann. Die diefsbezüglichen Zahlen wurden daher annäherungsweife ermittelt und eingefetzt, um ein möglichft vollständiges Bild zu geben. Das Vorausfenden von ftatiftifchen Daten bei einem Berichte über eine Abtheilung einer internationalen Ausftellung hat allerdings zunächft nur den Werth, bei der Beurtheilung, inwieweit fich ein Land an der Ausftellung betheiligte, einen Anhaltspunkt zu geben, es gewährt uns aber eine derartige Zufammenftellung auch einen Ueberblick über den Werth der erzeugten Fabricate und läfst die Wichtigkeit diefes Induftriezweiges erft recht erkennen. Die Production an Roheifen und Schmiedeifen unmittelbar aus Erzen dürfte betragen: I 2 und zwar in England im Zollverein Franz Kupelwiefer. In Europa im Jahre Zollcentner 1871. 134,664.277 1871. 33,296.042 in Frankreich 1871. 23,620.000 Belgien 1871 II, 306.480 99 Oefterreich- Ungarn 1871 8,492.122 Rufsland 1871 7,208.141 72 Schweden und Norwegen 1871 6,138.349 99 Italien 1872. 1,474.180 99 99 Spanien 1866. 1,443.508 der Schweiz 1872. 150.000 27 Annäherungsweife erzeugte Roheifenmenge 227,793.099 In Amerika die Vereinigten Staaten von Nordamerika 1872. das übrige Amerika annäherungsweife 46,000.000 1,000.000 Zufammen annäherungsweife 47,000.000 In Afien Japan im Jahre 1871 die übrigen Länder Afiens beiläufig 187.000 800.000 Zufammen annäherungsweife 1,000.000 In Afrika fchätzungsweife In Auftralien 500.000 fchätzungsweife 200.000 Roheifen- Production auf der Erde annäherungsweife 276.500.000 Noch viel fchwieriger als die Menge des erzeugten Eifens läfst fich der Werth der erzeugten Eifenfabricate ermitteln; es foll diefs jedoch hier für Europa defshalb annäherungsweife gefchehen, um auf den ungeheueren Einflufs der Eifeninduftrie auf den Nationalreichthum hinzuweifen. Aus den 227.8 Millionen Centner Roheifen dürften erzeugt worden fein circa 30 Millionen Centner Gufswaare, etwa 24 Millionen Centner Stahl und 150 Millionen Centner diverfe Stabeifen- Sorten, Bleche etc. Bewerthet man diefe Producte im grofsen Durchfchnitte fehr gering, und zwar die Gufswaare mit 5 fl., den Stahl mit 10 fl., das Eifen mit 7 fl., fo beträgt der Werth der Jahresproduction an Eifen in Europa nahe 1500 Millionen Gulden öfterreichifcher Währung. Inwieweit die Eifeninduftrie, über deren Ausdehnung und Einfluss auf den Reichthum einzelner Länder im Vorftehenden einige Worte angeführt wurden, auf der internationalen Ausftellung in Wien vertreten war, kann aus nachfolgenden Zufammenftellungen entnommen werden. Es wurde bei der Betrachtung der Ausftellungsobjecte bezüglich der Reihenfolge der ausftellenden Länder die Anordnung beibehalten, welche im Ausftellungsgebäude felbft gefunden wurde, nur wurden felbftverständlich die in den einzelnen Pavillons zerftreuten Ausftellungen überall dort eingereiht, wo diefelben bei fyftematifcher Ordnung einzureihen find. Was die Ordnung bezüglich der ausgeftellten Objecte der einzelnen Länder anbe Das Hüttenwefen. 3 langt, war es weit zweckmäfsiger, die Reihenfolge, welche in den Specialkatalogen. der einzelnen Länder angetroffen wurde, beizubehalten, anftatt die Reihenfolge des Hauptkataloges zu adoptiren. Wenn der Bericht vielleicht nicht allen Anforderungen entspricht, in manchen Partien als unvollkommen bezeichnet werden kann, fo mögen diefe Mängel dem Berichterstatter nicht zur Laft gelegt werden, weil die Schwierig. keiten, mit welchen die Berichterstatter zu kämpfen hatten, in der That nicht unbedeutend waren. Abgefehen davon, dafs es bei diefer Ausftellung mehr als bei allen vorhergehenden an entſprechenden Auffchriften, an erläuternden Befchreibungen fehlte, fomit der Berichterstatter darauf angewiefen war, fich die nöthigen Daten von den Ausftellern felbft zu verfchaffen, wurden die Berichterstatter viel zu fpät von Seite der Generaldirection mit ihrer Miffion betraut, indem der Befchlufs, einen officiellen Bericht erftatten zu laffen, erft Ende Juli veröffentlicht wurde, zu einer Zeit, wo die Arbeiten der Beurtheilungscommiffion bereits abgefchloffen und viele von den Ausftellern und deren Vertreter nicht mehr in Wien waren. Auf diefe Weife wurde es den officiellen Berichterftattern ungemein fchwer, ja oft beinahe unmöglich, fich über einzelne Ausftellungsobjecte Daten zu verfchaffen. Es lag im Intereffe der Ausfteller, alle Daten der Beurtheilungscommiffion zur Verfügung zu ftellen, es liegt dem Ausfteller aber häufig fehr wenig daran, ob feiner Fabricate in dem officiellen Berichte gedacht wird oder nicht, ja es ift vielen Ausftellern erwünſcht, wenn in einem derartigen Berichte fo wenig als möglich über ihre Fabricate gefprochen wird, weil fie der Gefahr, dafs ihre Fabriksgeheimniffe verrathen werden, entgehen. Aber auch die Ausstellungscommiffionen mancher Länder waren auffallend zurückhaltend und fanden es häufig nicht der Mühe werth, fchriftliche Anfragen, die defshalb nothwendig wurden, weil die betreffenden Ausfteller beinahe nie aufzufinden waren, zu beantworten. Die von den Ausftellern ausgefüllten und der Generaldirection eingefandten Fragebögen zu benützen, war lange Zeit ganz unmöglich, da fie unzugänglich waren, während es fpäter viel zu umftändlich und zeitraubend war, fich diefelben zu verfchaffen, ja diefe oft gar nicht zu finden waren. Unter diefen Umständen mögen es jene P. T. Ausfteller, die eine eingehendere Befprechung ihrer Objecte gewünſcht hätten, vergeben, wenn diefs nicht in entſprechender Ausdehnung erfolgt. Wäre die Ernennung der officiellen Berichterstatter gleichzeitig mit der Ernennung der Mitglieder der Beurtheilungscommiffion erfolgt, wäre es denfelben ermöglicht worden, wie es in der Abficht der Redaction lag, fich der Beurtheilungscommiffion anzufchliefsen, fo wäre die Zeit der Ausfteller nur einmal in Anfpruch genommen, den Berichterstattern die Arbeit wefentlich erleichtert worden und der Bericht hätte die Vollständigkeit erhalten können, welche überall wünſchenswerth ift. So mögen die Daten, wie fie unter den eben angeführten Umftänden gefammelt werden konnten, hingenommen und beurtheilt werden. Nordamerika. Ungeachtet der enormen Reichthümer an Erzen und Kohlen, über welche Nordamerika verfügt, ungeachtet des grofsen Auffchwunges, welchen die Eifeninduftrie feit Beginn diefes Jahrhunderts dafelbft genommen hat, war diefelbe auf der Ausftellung in verhältnifsmäfsig fehr untergeordneter Weife vertreten. Häufig fehlte es an entſprechenden Notizen über die ausgeftellten Gegenftände, fowie an Repräfentanten, welche Auskunft über diefelben zu geben im Stande waren, wodurch das Wenige, was ausgeftellt war, noch werthlofer wurde. Dafs die Vereinigten Staaten von Nordamerika in den letzten Jahren ungemeine Fortfchritte in der Erzeugung von Eifen machten, kann aus folgender im 1* 4 Franz Kupelwiefer. Coal ftatiftical regifter für 1872, welches zu Pottsville erfcheint, enthaltenen Tabelle entnommen werden. Die Roheifen- Production betrug im Jahre 1810 1830 1840 · 1850 1860 1864 1866 • • 1867 1868. 1869 . 1870 1871 • . 1872 • • • • Zollcentner 600.000 3,300.000 6,900.000 • • 12,000.000 18.275.480 24,080.000 27,0 18.660 29,23 2.520 32,060.000 38,3 32.8 20 • • 37,000.000 • • 38,000.000 • • 46,000,000 Demzufolge hat fich die Production innerhalb 60 Jahren verfiebenzigfacht, innerhalb der letzten 10 Jahre verdoppelt. Kaum glaublich dürfte es erfcheinen, dafs bei diefem ungeheueren Auffchwunge Nordamerika noch immer bedeutende Mengen Eifen aus England, fogar auch etwas aus Schweden bezieht. Nordamerika mufs feine Erze theilweife fehr weit führen, um diefelben verarbeiten zu können; fo werden beiſpielsweife Hämatite von Marquette am Superior See nach New- York und Pittsburg in Pennſylvanien, fomit gegen 500 Meilen weit, bis zum Orte ihrer Verhüttung theils auf dem Waffer, theils auf Bahnen transportirt. Der grofsen Transportkoften halber werden felbſtverſtändlich nur Hämatite und Magneteifenfteine, welche mehr als 60 Percent Eifen halten, zugeführt. Da das Erzvorkommen ein fehr ausgedehntes und reiches ift, fo denkt man fogar fchon daran, Erze nach Europa auszuführen. Die Roheifen- Production ift überwiegend in Pennfylvanien bei Pittsburg concentrirt, wo viele grofse Coaks- Hochöfen, welche per 24 Stunden 30 bis 40 Tonnen= 600 bis 800 Centner Eifen erzeugen, in Betrieb ftehen, während am See Champlain grofse Anthrazit- Hochöfen Roheifen liefern. Nichts deffen ungeachtet beftehen gegenwärtig in Nordamerika von Trenton bis New- Jerfey viele catalonifche Feuer, welche directe aus Erzen Stabeifen erzeugen. - In der Anwendung der neueren Hüttenproceffe wurden in den letzten Jahren bedeutende Fortfchritte gemacht; fo ift beiſpielsweife die Steigerung der Stahlerzeugung aus den Aufzeichnungen des M. Mac Allifter, des Secretärs der Gefellſchaft der amerikaniſchen Hüttenbefitzer, welche hier folgen, zu entnehmen: Die Stahlproduction betrug im Jahre 1865 1866 1867 1868 1869 Zollcentner 305.240 379.460 380.000 600.000 700.000 4 . 1,500.000 1870 1871 . 2,000.000 Diefe Stahlproduction, welche fich überwiegend des Beffemerproceffes bedient, dürfte in nächfter Zeit bedeutend fteigen, da eine grofse Anzahl von Beffemerhütten in Bau ift. Der Beffemerftahl wird vorzüglich auf Schienen( im Jahre 1871: 1,200.000 Centner) und andere Eifenbahn- Materialien verarbeitet. Auch in der Durchführung des Puddlingsproceffes find in den letzten Jahren durch Danks Verfuche zur Verbefferung, fowie zur Erfparung von Arbeitskräften gemacht worden. Das Hüttenwefen. Von den Ausstellungen find befondes hervorzuheben: 5 Park Brothers& Comp. zu Pittsburg, welche Tiegelgufs- Stahl, daraus erzeugte Stangen und Bleche( Keffelbleche) von vorzüglicher Qualität ausftellten; verfchiedenartig aufgebördelte Böden, im kalten Zuftande doppelt zufammengelegte Keffelbleche waren beigegeben, um die Qualität des Materiales zu zeigen. Atlas Works in Pittsburg, Pennfylvanien, ftellte Roheifen, Hartgufs- und befonders feftes Gufseifen, welches nach den beigegebenen Atteften erft bei einer Belaftung von 24.270 Pfund per Quadratzoll geriffen ift, aus. Unter den ausgeftellten Hartgufs- Stücken find befonders Hammerkerne etc. zu erwähnen. Clifton Mining Comp. ftellte nicht blofs Roheifen, fondern auch Stabeifen, welches direct in catalonifchen Feuern erzeugt wurde und recht hübfche Qualität zeigte, aus. Ebenfo ftellte Alabama mit kaltem Winde erblafenes graues Roheifen und Conneblevile coal Coked tiefgraues Roheifen fammt den bei der Erzeugung abgefallenen Schlacken aus. Befonderes Intereffe würde eine erft fehr fpät zugefandte Ausftellung gewährt haben, wenn ein erklärender Text beigegeben gewefen wäre oder der angegebene Vertreter wenigftens auf eine fchriftliche Anfrage eine Antwort gegeben hätte. J. T. Wilder aus Teneffee ftellte Erze, Roth- Eifenfteine, Kohlen von fehr fchöner Qualität, eine Luppe von circa zehn Centnern, die offenbar in einem rotirenden Ofen erzeugt wurde, fowie einen aus einer folchen Luppe geprefsten oder gefchmiedeten Cylinder von 3 Fufs Höhe und circa 12 Zoll Durchmeffer, dann fertige Schienen aus. Wie jedoch bereits angeführt, war über die Methode der Fabrication leider nichts zu erfahren. Zu erwähnen ift noch das von Richman Henry ausgeftellte Modell eines rotirenden Puddlingsofens nach Danks und der in Naturgröfse von William Sellers& Comp. aus Philadelphia ausgeftellte rotirende Puddlingsofen, der fich von dem Danks'fchen nur durch folgende Modificationen unterfcheidet: Die Feuerung ift keine directe, fondern Gasfeuerung, ähnlich dem Siemens'fchen Principe eingerichtet, jedoch dem ausgeftellten Ofen nicht beigegeben. Der Arbeitsraum befteht aus einem rotirenden, birnförmigen Gefäfse, welches mit Dampf in Bewegung gefetzt und von dem Feuerraume auf einer kreisförmigen Bahn weggedreht werden kann. Die Durchführung der wenigen im Ofen nothwendigen mechanifchen Arbeiten erfolgt durch eine Arbeitsthüre, welche auf der Seite der Feuerung angebracht ift. Der aus Eifen hergeftellte birnförmige, rotirende Ofen wird mit einem Gemenge, beftehend aus hundert Volumtheilen Erzklein, zwanzig Theilen hydraulifchen Cement und achtzehn Theilen Wafferglas auf zwei Zoll Dicke ausgefüttert, bis zur Rothgluth erhitzt und mit flüffiger Schlacke übergoffen, welcher fortwährend Erze zugefetzt werden, um eine Erzkrufte von vier Zoll zu erhalten. Entfteht in diefer oberen Krufte während des Betriebes eine Vertiefung, fo wird diefelbe bis zum erften Futter ausgebrochen, mit Erzen und flüffiger Schlacke gefüllt und etwas gekühlt. Die Charge befteht aus einer Tonne Roheifen, welches flüffig( meift in Cupolofen eingefchmolzen) in den Ofen eingetragen wird. Der Ofen erhält eine Bewegung von acht Umdrehungen per Minute und foll das Eifen nach dreifsig Minuten gar werden. Es wird nun die fich in ziemlicher Menge bildende Schlacke abgelaffen, der Ofen macht dann innerhalb fünf Minuten noch etwa zehn Umdrehungen, um das Eifen zu einer Luppe zufammen zu ballen, worauf die Luppe behufs weiterer mechanicher Bearbeitung ausgenommen wird. Da das Futter des Ofens fehr ftark angegriffen wird, find per Tonne Eifen 350 bis 400 Pfunde Erze erforderlich, um die Reparaturen durchzuführen. Bei jedem Ofen ift nur ein Mann befchäftigt, während für je fünf Oefen zum Chargiren und Ausnehmen noch je fünf Arbeiter erforderlich find. Die Vereinigten Staaten von Venezuela und die Republik de San Salvador ftellten kein Eifen aus. 6 Franz Kupelwiefer. Brafilien. Die Ausftellung Brafiliens in Beziehung auf Eifeninduftrie ift fo unbedeu tend, als die Eifenproduction dafelbft zu fein fcheint. Ueberwiegend deckt Brafilien feinen Bedarf an Eifen aus England. Von Ausftellern find nur folgende zwei zu erwähnen: Souza Murfa Joaquim de, welcher die Producte des Eifen- Hüttenwerkes zu San Joâo de Ipanáma ausftellte. Es wird dafelbft aus Magnet- Eifenfteinen unter Zufchlag von Kalk mit Holzkohlen Roheifen erzeugt, welches in Frifchfeuern auf Stabeifen verarbeitet wird. Die Luppen werden in zwei Theile zerfchrotten und zu Stangen ausgefchmiedet, welche meift keine gleichbleibende Breite haben, und ein- oder zweimal zufammengebogen, in Handel gebracht werden. Dr. Ubatuba ftellte neben Steinkohlen aus der Grube von San Jeronimo aus der Provinz Rio Grande do Sul etwas Stabeifen aus. Das Stabeifen zeigte( es waren keine Bruchproben ausgeftellt) dem äusseren Ausfehen nach keine befondere Qualität, welche jedoch weniger durch die Zufammenfetzung der Erze als durch die Art der Erzeugung veranlafst fchienen. England. Unter allen eifenproducirenden Ländern nimmt England weitaus die erfte Stelle ein, indem dasfelbe nicht nur den immenfen eigenen Bedarf an diverfen Eifenfabricaten deckt, fondern noch beinahe auf der ganzen Erde feine Producte dort abfetzt, wo die Production der Confumtion nicht folgen kann, und auf diefe Weife den Eifenmarkt beherrscht. Um den Einflufs, den England auf den Eifenmarkt ausübt, richtig beurtheilen zu können, mögen folgende ftatiftifche Nachweifungen dienen: Im Jahre 1871 wurden erzeugt an: Steinkohlen 2384.593.209 Zollcentner. Roheifen 134,664.277 " Unter den Ausftellungsgegenständen Englands, ja vielleicht denen aller Länder, welche der erften Gruppe angehörten, erregte das meifte Auffehen die Ausftellung des Sir C. William Siemens, obwohl die Ausftellungsobjecte klein, gerade nicht in die Augen fallend, zu nennen find. Die Ausstellung war des Fortfchrittes halber, den diefelbe zu conftatiren hatte, intereffant und wichtig, weil der eingefchlagene Fabricationsweg vielleicht berufen fcheint, in der Entwicklung der Eifeninduftrie eine wichtige Rolle zu fpielen. Siemens ftellte in Modellen und Zeichnungen Regenerativöfen aus, in welchen unmittelbar aus Erzen, ohne diefelben zuerft in Hochöfen auf Roheifen zu verarbeiten, Eifen oder Stahl erzeugt werden foll. Ebenfo waren die mit Hilfe diefes Proceffes erzeugten Producte, wie ungegänzte Luppen, Rohfchienen, durch Umfchmelzen diefer Producte erzeugter Stahl mit ausgeftellt. Wenn der Procefs, wie er gegenwärtig in Anwendung fteht, auch bereits über das Stadium der erften Verfuche hinaus ift, fo foll damit nicht behauptet werden, dafs derfelbe fchon als vollkommen hingeftellt werden kann. In einigen Worten das Wichtigfte des neuen Proceffes, den Siemens theils auf den Landore Siemens- Steel- Works bei Swanfea, theils in einem kleineren Verfuchsofen in einem Werke bei Sheffield durchführt. Bei den feit dem Jahre 1868 begonnenen Verfuchen, wurden der Reihe nach folgende Ofeneinrichtungen in Anwendung gebracht. Einfache Siemensöfen, wie diefelben zur Durchführung des SiemensMartin- Proceffes verwendet werden, in welchen in einem Roheifen- Bade fehr reiche Erze von Mokta mit nahe 60 Percent Eifengehalt aufgelöft wurden, indem durch den Sauerstoff- Gehalt der Erze der Kohlenftoff und die übrigen Verunreinigungen des Roheifens oxydirt wurden. Um die Schlackenbildung zu erleichtern, wurde Kalkftein oder ein anderes Flufsmittel zugefetzt. Diefe Methode, welche übrigens fchon Das Hüttenwefen. 7 früher an mehreren Orten durchgeführt wurde, ergab keine gewünſchten Refultate, weil kein Ofenmaterial gefunden werden konnte, welches der Einwirkung der meift ziemlich eifenoxydulreichen Schlacke entſprechend widerftand. Die Entkohlung wurde foweit als möglich getrieben, und dann mittelft manganhältigen Spiegeleifens bis zum gewünſchten Härtegrade zurückgekohlt. Nachdem man diefen Ofen, der zur Durchführung des Siemens- MartinProceffes ganz vorzüglich ift, als nicht ganz entfprechend gefunden hatte, baute Siemens den fogenannten Cascadenofen, in welchem Erze mit Flufsmitteln auf der höheren, der Gaseinftrömung näher gelegenen Ofenfohle eingetragen, eingefchmolzen und in die zwei tiefer gelegenen Ofenabtheilungen abwechſelnd abgelaffen wurden, worauf Kohlenftoff haltende gepulverte Materialien, welche mit Erzklein gemifcht waren, eingetragen, und mittelft Krücken eingerührt wurden. Nach und nach erfolgte die Reaction, die Eifenoxydate wurden reducirt und das Eifen durch Handarbeit zu einer Luppe geformt, ausgenommen und auf die gewöhnliche Weife gezängt. Bei all diefen Verfuchen zeigte fich aber, dafs die Reaction erft dann vollkommen erfolgt, wenn das Erz früher vollkommen eingefchmolzen ward. Selbft die Anwendung von früher reducirten Erzen führte zu fchlechteren Refultaten, als die waren, welche durch Reduction des Eifens in bereits gefchmolzenen Erzen. erzielt wurden. Wenn die Refultate, welche mit Hilfe des Cascadenofens erreicht wurden, auch gerade nicht fchlecht waren, fo war doch mit diefer Arbeit noch der Uebelftand verbunden, dafs viele Handarbeit, ähnlich wie beim gewöhnlichen Puddlingsproceffe erforderlich war, wefshalb Siemens fchliefslich auf die Anwendung von rotirenden Oefen überging. Die Schwierigkeiten, welche fich bei Anwendung von rotirenden Oefen überhaupt herausftellten, wurden bei der directen Verarbeitung der Erze noch empfindlicher; es war beinahe nicht möglich ein Materiale zu finden, welches gleichzeitig die hohe Temperatur aushielt, und der Einwirkung der Schlacke, den Eifenfilicaten, widerftehen konnte. Endlich fand Siemens, durch Herrn Le Chatelier aufmerkfam gemacht, in den Bauxiten ein Materiale, welches den Anforderungen noch am beften entſprach. Die befferen Sorten von Bauxiten enthalten, nach einer grofsen Anzahl von Analyfen, welche Siemens gibt, im gebrannten Zuftande nahezu 60 bis 80 Percente Thonerde, 2 bis 8 Percente Kiefelerde und den Reft an Eifenoxyd. Diefe gebrannten Bauxite werden nur mit fo viel Percenten feuerfeften Thones angemacht, um eine bindende Maffe zu geben, mit welcher der rotirende Ofen ausgekleidet werden kann. Ein Zufatz von fünf bis fechs Percent Graphit dient dazu, bei der hohen Temperatur das Eifenoxyd des Bauxites zu reduciren, um auf diefe Weife einer Verfchlackung vorzubeugen. Diefe Auskleidung von Bauxit wird dann noch mit einer dünnen Schlackenkrufte überzogen, und wird diefe Ausfütterung während des Gebrauches fo feft, dafs fie auch der mechanifchen Abnützung gut zu widerftehen vermag. Der Verlauf des Proceffes ift etwa folgender: Ein rotirender Ofen von etwa neun Fufs Länge und fieben Fufs fechs Zoll Durchmeffer wird, nachdem er durch Regenerativfeuerung bis zur Weifsglüh- Hitze erwärmt wurde, mit zwanzig Centner von etwas über fechzig Percent Eifen haltenden Hämatiten chargirt, die nöthigen Flufsmittel zugefetzt, und bei voller Hitze in langfame Rotation verfetzt. Die eingetragenen Erze follen nur Erbfen- bis Bohnengröfse haben. Als Flufsmittel wird je nach der Zufammenfetzung der erdigen Beftandtheile der Erze, Kalk oder auch Thoneifenftein genommen. Ein Zufatz von manganhältigen Erzen ift immer erwünfcht. Nach etwa vierzig Minuten Zeit find die Erze nahe bis zum Schmelzpunkte erhitzt und nun werden 5 bis 6 Centner magerer Kohle, etwa in der Gröfse einer Nufs, eingetragen, und der Ofen nun in rafchere rotirende Bewegung verfetzt, um eine innige Mifchung des Erzes mit der Kohle zu bewerkstelligen. Es erfolgt nun eine rafche Reaction; das Eifenoxyd wird zu Eifenoxydul- Oxyd verwandelt, welches gefchmolzen mit den Kohlenftücken in 8 Franz Kupelwiefer. Berührung kommt und in Eifen verwandelt wird, während die erdigen Beftandtheile der Erze mit den Flufsmitteln verfchlackt werden. Dabei wird der Ofen wieder in fchnellere Bewegung verfetzt, fo dafs fich die Oberfläche fortwährend erneuert und das Eifen mit der Flamme und den heifsen Ofenwänden in Berührung kommt. Während diefer Zeit entweicht aus dem Erz und Kohlengemenge Kohlenoxydgas, welches, indem die Gaszuftrömung aus den Generatoren abgefperrt wird, durch heifse Luft verbrannt wird. Sobald die Gasentwicklung aufgehört, ift die Reduction des Erzes nahezu vollendet, und es wird der rotirende Ofen in der Weife gedreht, dafs die Schlacke mit Hilfe der am Ofen angebrachten Stichöffnung abgelaffen werden kann. Sollen Luppen gebildet werden, fo läfst man den Ofen fchneller rotiren, damit das Eifen fich beffer zufammenballt. Die Dauer einer Operation ift felten länger als zwei Stunden und man erhält etwa zehn Centner Eifen. Unter diefen Umftänden würde die Production per Ofen und Tag hundert Centner betragen. Werden zum Reduciren der Erze Anthracite oder harte Coaks verwendet, fo müffen diefelben fehr fein zerkleinert werden, während diefs bei Anwendung von Kohlen oder Braunkohlen nicht nothwendig ift. Das erzeugte Eifen wird felten, da es manchesmal noch unvollkommen verbrannte Kohlenftückchen enthält, directe auf Stabeifen verarbeitet, fondern meift entweder im Rotator felbft durch Zufatz von Spiegeleifen bei erhöhter Temperatur zu Stahl umgefchmolzen, welcher dann ebenfalls abgeftochen wird, oder es werden die Luppen, was noch beffere Refultate gibt, in einem flüffigen Roheifen- Bade eines Siemens- Martin- Ofens aufgelöft. Die Combination diefer beiden Proceffe fcheint gegenwärtig die beften Refultate zu geben, und überwiegend in Landore Siemens Works angewendet zu werden. Was den Brennftoff- Verbrauch bei der Durchführung diefes Proceffes anbelangt, fo ftellt fich derfelbe nach Siemens fchon aus theoretifchen Gründen niederer als beim Hochofen- Betrieb, weil die Ausnützung des Brennmateriales eine vollkommenere fein kann, da die Gafe nach ihrer Verbrennung aus dem Ofen entfernt werden, während beim Hochofen- Procefs, wo die Gafe fortwährend mit Kohlen in Berührung kommen, überwiegend Kohlenoxyd- Gas enthalten, und auch enthalten müffen, weil fonft die Reduction der Erze nicht vollkommen erfolgt. Anderfeits entweichen beim Hochofen die Gafe mit einer Temperatur von 350 Graden, während fie bei Siemens öfen höchftens mit 150 bis 175 Graden aus der Effe ftrömen. Theoretifch berechnet Siemens den Brennftoff- Verbrauch bei der Erzeugung von Stahl und Weicheifen aus Hämatiten bedeutend niederer, als er ihn gegenwärtig bei feinen Verfuchen gefunden und find diefe Angaben in folgender Tabelle enthalten: Bei Erzeugung von einer Tonne ftellt fich der theoretifch berechnete Verbrauch an Kohlenftoff auf 8.91 Centner bei Stahl, 6.4 Centner bei Weicheifen. Bei Erzeugung von einer Tonne ftellt fich der theoretifch berechnete Ver. brauch an guter Kohle auf II 00 Centner bei Stahl, 8.0 Centner bei Weicheifen. Der wirkliche Verbrauch zu Landore und Birmingham ftellt fich auf 12 Centner bei Stahl, 14 Centner bei Weicheifen per Tonne erzeugten Eifens. Nach der Angabe des Ausftellers gewährt diefer Procefs noch den Vortheil, dafs wenig Handarbeit erforderlich, und felbft aus Erzen, welche ziemlich viel Schwefel und Phosphor halten, Producte erzeugt werden können, welche nur wenig von diefen Verunreinigungen enthalten. Diefer Procefs wurde bis jetzt auf einer Verfuchshütte zu Birmingham, dann auf Landore Siemens Steel- Works bei Swanfea durchgeführt und wird bei VickersSons in Sheffield, bei Charles Cammel& Comp. in Sheffield fowie in Dowlais- Steel and iron Works eingeführt werden. Auch in Oefterreich ift bereits ein Schritt zur Einführung desfelben gefchehen, indem die Hüttenberger Eifenwerks- Gefellſchaft in Prävali einen Ofen erbaut, und denfelben in kürzester Zeit in Betrieb fetzen wird. Landore Siemens Works ftellte eine Luppe, Rohfchienen, Bandagen, Achfen, Schienen etc. aus, welche nach dem eben befchriebenen Verfahren erzeugt wurden. Das Huttenwefen. 9 Die Production des Werkes beträgt per Jahr nahezu vier Millionen Centner und befchäftigt dasfelbe bei 4000 Arbeiter. Ein zweiter Fortfchritt ift in Nr. 3 der Gruppe I der englifchen Ausstellung durch Th. Whitwell erfichtlich gemacht, indem er feine feit einer Reihe von Jahren gebauten Winderhitzungs- Apparate in Modellen und Zeichnungen verfinnlicht. Der Wichtigkeit des Gegenftandes halber, fei es geftattet, einige Worte darüber zu bemerken. Es beruhen diefelben auf dem Siemens'fchen Regenerativprincip, find jedoch von den älteren Winderhitzungs- Apparaten diefer Art der Hauptfache nach dadurch unterfchieden, dafs kein Ziegel- Gitterwerk, fondern eine Reihe von nebeneinanderliegenden Kammern aus feuerfeftem Mauerwerk dazu dient, Wärme aufzunehmen und an den durch die erhitzten Kammern geleiteten Wind wieder abzugeben. Diefe Modification erleichtert das Reinigen der Kammern, ohne gezwungen zu fein, die Apparate abzukühlen. Die zur Reinigung der Kammern erforderliche Zeit inclufive der Aus- und Wiederinbetriebfetzung des Apparates beträgt nur 6 Stunden. Man kann die Temperatur des Windes leicht auf 700 Grad Celfius fteigern, bei welcher Temperatur keiner der gufseifernen Apparate für längere Zeit dienfttauglich erhalten werden kann. Es findet keine Abnützung ftatt, keine Entwerthung durch Verbrennen von Gufseifen. Die Apparate in genieteten Blechmänteln find vollkommen luftdicht und erfetzen durch das grofse Volumen, welches fie einnehmen, gleichzeitig die Windregulatoren. Durch die hohe Temperatur, welche man dem Winde ertheilen kann, ift eine bedeutende Erfparung von Brennmateriale ebenfo ermöglicht, wie die Erzeugung eines Roheifens befferer Qualität, weil der Hochofen- Procefs bei höherer Temperatur, bei gröfserem Kalkzufchlag durchgeführt werden kann. Im Minimum müffen drei folche Apparate für je einen Hochofen vorhanden fein, beffer ift es, wenn deren vier find, eine Anzahl, die bei gröfseren Oefen auch immer getroffen wird. Für Hochöfen von einer folchen Gröfse, dafs die Production per Tag circa 1000 Centner erreicht, erhält jeder der vier Apparate bei 6.7 Meter Durchmeffer und 8.3 Meter Höhe. Wenn auch die meiften Fachleute von der vorzüglichen Verwendbarkeit diefer Apparate überzeugt find, fo hört man doch gegen die Anwendbarkeit derfelben vorzüglich das Bedenken ausfprechen, dafs diefelben in ihrer erften Anlage zu koftfpielig find. Winderhitzungs- Apparate für fo grofse Windmengen und hohe Temperaturen find auch bei Anwendung von gufseifernen Röhrenapparaten koftfpielig und unterliegen die letzteren eines fehr grofsenAbbrandes. Umjedoch ein Bild über die Koften eines folchen Apparates zu geben, mögen folgende Angaben dienen: In Frankreich waren zum Baue je eines Apparates erforderlich: Blechmantel mit 8 Millimeter Dicke fammt Armatur. Schmiedeifen- Stücke Zollcentner à 30 Frcs.: 30 Frcs.15.000 Frcs. 500 22 " 99 50 I.IOO " 94 Stahlfedern 2 IOO 200 99 " f 97 Roher Gufs 116 99 15 46 Bearbeiteter Gufs 105 29 29 25 1.740 2.625 27 90 Kautfchukröhren 0.30 . 29 99 5° 99 15 " Feuerfefte Ziegel I. Qualität Formatziegel 1329 Stück... - 218 Cubikfufs 1.720 99 = 1.330 " = 2.101 I.255 Koften eines Apparates Feuerfefte Ziegel I. Qualität gewöhnliche 28.320 Stück.. Feuerfefte Ziegel II. Qualität 44.700 Stück Ordinäre Ziegel 26.600 Stück Fundirung circa . oder etwa 12.900 fl. öfterreichifcher Währung in Silber. 53° 2.833 94 32.165 Fres 2.832 . 3.570 99 10 - Franz Kupelwieter. In England koftete je ein Apparat bei den zuletzt aufgeführten Bauten 1.309 Pfund Sterling= 13.000 fl. öfterreichifcher Währung in Silber. Die Firma Head Wrighton& Comp. in Teesdale Iron Works bei Stockton on Tees liefert fertige Apparate zu vier Oefen, jedoch ohne Ziegel- Mauerwerk um 40.000 Thaler, welcher Betrag die obenangeführten Preife ungebührlich überfteigt. Das Umfteuern der Ventille erfolgt etwa alle 3 Stunden. Erwähnt zu werden verdient, dafs die Anwendung der Apparate bereits eine nicht unbedeutende Ausdehnung erfahren hat, indem gegenwärtig bei 57 Hochöfen 58 Apparate in Thätigkeit und 161 im Bau find, fo dafs in kürzefter Zeit 219 Apparate beim Hochofen- Betrieb in Anwendung ftehen werden. Dafs die Anwendung des heifsen Windes um fo wichtiger ift, je erwünſchter die Erzeugung von grauem Roheifen, ift nur zu bekannt. Im Allgemeinen war die Eifeninduſtrie Englands fehr wenig vertreten, und waren es zunächft einige Tiegelgufs- Stahlfabrikanten Sheffields, welche unfere Aufmerkfamkeit auf fich zogen, wie Robert Smith& Comp., John Kenyon& Comp., Wilfon Hawksworth& Comp. Es haben diefelben theils rohe und überfchmiedete Gufsftahl- Könige, etwas Cement ftahl, theils Fabricate aus diefen Materialien, wie Federn, Feilen, Draht, Werkzeuge etc. recht fchön ausgeftellt. Ein zweites Fabricat, welches ebenfalls Beachtung verdient, find die von Brown& Comp. in Wednesbury Staffordſhire, fowie von James Ruffel and Sons in Wednesbury, von Budde& Comp. in Birmingham ausgeftellten SchmiedeifenRöhren von ausgezeichneter Qualität. Erfterer ftellte diefelben nach der Qualität des zur Erzeugung verwendeten Materials zufammen und ftellte Röhren von Wrought- Eifen, von Holzkohlen- Eifen und Homogeneousmetall aus, während der zweite Röhren mit den verfchiedenft geformten Querfchnitten zur Ausftellung brachte. Sehr fchöne Schwarz- und Weifsbleche, verzinkte Bleche und Drähte hatten Budde& Comp. in Birmingham und Baldwin& Comp. zu Stourport ausgeftellt. Befonders Letzterer hat Qualitätproben gebracht, die nur bei ausgezeichneter Befchaffenheit des Bleches herzuftellen find. Zu erwähnen ift noch die Ausftellung von Bowling Iron Comp. zu Bradford in Yorkſhire, in welcher recht hübfcher Façon- Stahlgufs, Achfen, Bandagen, letztere kalt gebogen, fehr fchönes Puddlingseifen und daraus hergestellte Rundböden mit verfchiedenen Aufbördelungsproben zur Anfchauung gebracht waren. Sehr fchöne Schmiedeftücke in Form von Ankern nach dem Patente von Wafteneys Smiths und jenem Martins find ebenfalls hervorzuheben. Thomas Firth and Sons in Sheffield ftellte Gufsftahl- Stücke für daraus zu verfertigende Projectile abgefchmiedete und gebohrte Röhren für Gefchütze aus Stahl und Homogeneousmetall im weichen und gehärteten Zuftand aus. Die Härtung erfolgt in Oel und bemühte fich der Ausfteller die Vortheile der Härtung durch die beigegebenen Refultate von Zerreifsproben zu erläutern. Die Feftigkeit ift aus folgenden Ziffern zu entnehmen: Weicher Stahl.. Kern einer Kanone weich 28.53 99 " 99 " 29 • 35 55 Tonnen 0.271 99 " gehärtet 46 37 49.03 Zerreifsgewicht per Quadratzoll. Zolle Längen. o. 27 Dehnung auf 0.175 0.188 2 Zoll Länge. Intereffant waren noch die von Cyclops Iron Works( Cammel), fowie die von Brown in Sheffield ausgeftellten Panzerplatten. Eine Armirungswand für das preufsifche Kriegsfchiff ,, Boruffia" von circa 6 Schuh Breite, 18 Schuh Länge und 6 Zoll Dicke, fomit von einem Gewichte von etwas über 320 Zollcentner im fertigen Zuftande ftellte die erftere Firma aus. Um die Feftigkeit ihrer Fabricate zu zeigen, hatten beide Ausfteller mit Spitz- und Rundkugeln befchoffene Panzerplatten ausgeftellt, die ebenfogut die Treffficherheit ihrer Gefchütze, wie die Qualität der Platten zeigten. Das Hüttenwefen. 11 Vier Schüffe mit Spitzkugeln, welche auf eine Fläche von nahe zwei Quadratfufs zufammenfielen und nahe 6 Zoll tief eindrangen, verurfachten in einer Brown'fchen Platte von 9 Zoll Dicke nur eine kleine Durchbiegung mit unbedeutenden Riffen an der Rückfeite. Bei einer 12 Zoll dicken Platte von Cammel verurfachten vier derartige Schüffe eine kaum merkliche Durchbiegung. Armstrong hatte Gefchütze mit Stahlkernen, welche mit Eifenringen und Eifenhülfen armirt waren, ausgeftellt, unter Anderem ein neunzölliges Hinterladungs- Gefchütz von 290 Centner, ein zehnzölliges Rohr von 360 Centner Gewicht. Lehrreich waren die Details, welche er über die Fabrication der Schmiedeifen- Hülfen ausftellte, und zwar einen aus Lamellen gefchweifsten und zu einer Hülfe zufammengerollten Stab von etwa 6 und 4 Zoll, fowie eine gefchweifste, abgedrehte und geätzte fertige Armirungshülfe, um die vorzügliche Schweifsung an derfelben zu zeigen. Richard Johnfon, Clapham& Morris ftellten unter einer ganzen Serie von Drähten und Drahtfabricaten auch einen Telegrafendraht von 1619 Meter Länge aus, der ein Gewicht von 638 Zollpfund hatte und aus einem Stück gemacht wurde. Zu erwähnen ift noch die Fabrik von Edward Clarke, welche gerade Wellen fowie aus Rundeifen gebogene Kurbelwellen in fehr hübfchen Exemplaren fowie Kirk ft all Forge bei Leeds, welche Bandagen, Achfen aus Stahl, fowie eine Reihe von vorzüglichen Qualitätsproben ausftellten. Die Fortfchritte, welche England feit 1867 in der Eifeninduftrie machte, beftehen vorzüglich in der zweckentfprechenden Vergröfserung feiner Hochöfen, der Anwendung von fehr ftark erhitztem Wind, um mit möglichst wenig Brennmateriale Roheifen guter Qualität zu erzeugen. Der Beffemerprocefs findet immer mehr und mehr Anwendung feit das Patent erlofchen ift. Am meisten hervorgehoben zu werden verdienen jedoch die Bemühungen Siemens, direct aus Erzen Stahl oder Stabeifen zu erzeugen. Wenn diefelben auch noch nicht als abgefchloffen anzufehen find, fo ift doch nicht zu leugnen, dafs die bis jetzt erzielten Refultate Hoffnung geben, dafs die Löfung diefer Frage nicht mehr fo ferne liege. Victoria ftellte eine zu Ilfracombe- iron Tasmania erzeugte Glocke aus Eifen ohne nähere Angabe auf einem äufserft primitiven fchmiedeifernen Geftelle aus. Britifch- Indien. Diefe Colonie Englands fcheint nach den ausgeftellten Objecten weder Mangel an mineralifchen Brennmaterialien noch an reichen und reinen Erzen zu haben, es würde diefelbe fomit die Grundbedingungen zum Aufblühen der Eifeninduftrie befitzen. Die Erzeugung an mineralifcher Kohle ift gegenwärtig nicht ganz unbedeutend, es beträgt diefelbe per Jahr fchon über 10 Millionen Centner, und ift die Qualität der Kohle meift eine recht gute. Die Kohlen von Chanda, Rannegange geben recht gute Coaks, während die von Pondfchab der Numuliten, die von Majo Sall der Tertiärformation angehören. An Eifenerzen ift kein Mangel und find grofsartige Ablagerungen in Madaras, im Diftricte Salem bei Godumulay, zu Karnul, Kadapeh, zu Kunjamullay bei Sooramunglam und an mehren anderen Orten bekannt, aber wenig oder gar nicht ausgebeutet. Es exiftirten bereits die Anfänge einer gröfseren Eifeninduftrie in Indien, aber alle Unternehmungen gingen nach und nach zu Grunde, weil fie vermuthlich von Seite Englands wenig Unterftützung fanden, fo dafs gegenwärtig nur die Ruinen der bereits beftandenen Hohöfen zu finden find. 12 Franz Kupelwiefer. Die Eifenerzeugung befchränkt fich auf die Gewinnung des Stabeifens und Stahls direct aus Erzen nach den primitivften älteften Methoden. Von den Localcomités zu Miffore und Madaras waren in kleinen Modellen die landesüblichen Stücköfen von etwa 4 Fufs Höhe ausgeftellt, welche von je drei durch Menfchenhände bewegten Gebläfen betrieben werden. Die erzeugten Luppen find etwa 50 Pfund fchwer, werden zerhauen und in Stäbe von 12 bis 15 Zoll Länge ausgefchmiedet. Die ausgeftellten Gufsftahl- Schmelztiegel waren fehr klein, 4 bis 5 Zoll hoch, 3 Zoll weit und waren die von Miffore beigegebenen Gufsftahl- Könige nur nahe ein Pfund fchwer. Der Stahl wird nicht ausgegofsen und zeigten die Gufsftahl- Könige an der Oberfläche ein eigenthümlich geftricktes Gefüge. Die Erzeugung des Wootzftahles ift befchränkt auf wenige Bezirke von Miffore und auf Salem in Madaras und foll derfelbe aus chromhältigen MagnetEifenfteinen erzeugt werden. Die Methode der Erzeugung wird von den Eingebornen als Geheimnifs ftreng bewahrt, ja es find die Punkte, an welchen derfelbe erzeugt wird, kaum mit Sicherheit anzugeben. Spanien. Ueber die Production der Montan-, fpeciell Eifeninduftrie Spaniens exiftiren nur aus früheren Jahren Auffchreibungen und die neueften, welche in den ausgeftellten Annalen zu finden waren, datiren vom Jahre 1866. Nach diefen erzeugte Spanien an Steinkohle 7,862.102 Zollcentner Braunkohle 791.172 zufammen 8,653.274 Zollcentner. An Eifen wurde erzeugt, und zwar: an Gufseifen.. Schmiedeifen Zollcentner . 785.196 • 646.768 " Stahl 99 Zufammen II.544 . 1,443.508 Zu erwähnen ist hierbei, dafs in Spanien nicht alles Schmiedeeifen aus Roheifen erzeugt wird, fondern dafs eine nicht unbeträchtliche Menge directe aus Erzen nach der alten Methode in catalonifchen Herden gewonnen wird. Ein Theil des Roheifens wird mit Holzkohlen, jedoch ein Theil fchon mit Coaks erblafen. Spanien ift nach den in der Ausftellung gebrachten Erzen fehr reich an den fchönften Eifenerzen, von welchen jedoch nur ein Theil im Lande verarbeitet, eine gröfsere Menge jedoch exportirt wird. Von den ausgeftellt gewefenen Objecten find hervorzuheben: Compañia de Minas y hierros del Pedrofo bei Sevilla. Diefes Werk erzeugt aus Magnet- Eifenfteinen und etwas Hämatiten Roheifen in Holzkohlen- Hochöfen, welches in Puddlingsöfen verarbeitet wird. Die Hauptproducte beftehen in Walzeifen, und zwar in Flach-, Rund- und etwas Bandeifen. Die Bruchproben zeigten eine fehnige Textur von ziemlich gleicher Befchaffenheit. Fabrica de mineros de Guilhou Muma in Mieres bei Oviedo. Die Ausftellung diefes Etabliffement zeichnete fich dadurch aus, dafs über den Coaks- Hochofen- Betrieb dafelbft doch einige Daten beigegeben waren, welchen wir folgende Zahlen entnehmen konnten. Das Gichtquantum befteht aus 1200 Pfund Erz, 552 Pfund Kalk und 920 Pfund Coaks, welche aus gewafchenen Kohlen erzeugt werden. Diefe Befchickung wird mit einer Windpreffung von 10 Centimeter Quecksilber und bei einer Windtemperatur von 215 Grad Celfius verfchmolzen. Die Zufammenfetzung der Erze kann aus folgender Gattirung entnommen werden: Das Hüttenwefen. 13 Percente Eifenoxyd Gehalt an: Kiefelerde Thonerde Kalkerde Summe Erze von Piquete. .45 48 4I 5 5.98 99.98 " 99 Fuente& Fueve. 25 49 40 5 5.96 99.96. " " Rogneron " Lallam. 27 29 25 5 44 43 6 6.96 99.96 42 32 14 12 00 IOO OO Aus diefer Befchichung wird Roheifen, welches meift halbirt bis grau ift, erblafen und zeigten die aus demfelben erzeugten und ausgeftellten Rohfchienen eine fchöne fehnige Textur. An Roheifen, einzelnen Eifenftangen etc. fanden wir noch von Balduin y Carnefe Manuel in Vera bei Navarra, von Lopez Pelegrin zu Cobeta in Quadalajara, von Richard Francisco zu Burgos Gufseifen und Schmiedeifen, ebenfo von Morencos Roman aus Checa in Quadalajara und von Dampilo Francisco aus Almeira Schmiedeifen ausgeftellt. Ausserdem waren gewalzte T- und Doppel- T- Eifen, fowie gefchmiedete Stangen aus Tiegel Gufsftahl ausgeftellt, welche auf einem Eifenwerke zu Alicante erzeugt worden fein follen. Diefes Werk dürfte den ausgeftellten Gegenftänden zufolge zu den bedeutenderen Etabliffements Spaniens gehören. Leider fehlte es hier ganz befonders an Ordnung, die ausgeftellten Mufter waren immer verftaubt; es fehlte zwar nicht an Etiquetten, diefelben waren jedoch entweder gar nicht oder unrichtig aufgeftellt, und das von Spanien beigegebene Auffichtsperfonale war nicht im Stande, die geringften Auskünfte zu ertheilen. Portugal ftellte an Eifenfabricaten nichts aus. Frankreich. Die Eifeninduftrie Frankreichs war, wenn auch nicht vollſtändig, fo doch würdig durch einen grofsen Theil der Grofsinduftriellen vertreten. Wenn auch die abfolute Productionsmenge feit der Abtrennung von Elfafs- Lothringen nicht unbedeutend abgenommen hat, da ein wichtiger Eifendiftrict dadurch verloren ging, fo nimmt Frankreich noch immer eine hervorragende Stelle in den Eifen producirenden Ländern ein.- Frankreich dürfte im Jahre 1872 producirt haben: • 300,000.000 Zollcentner. 23,6 20.000 an Kohlen nahe. an Roheifen • 99 Unter den Ausftellern find befonders hervorzuheben: Schneider& Comp. zu Creufot, welche die weitaus gröfste Hütte Frankreichs befitzen, deren Jahresproduction aus folgender Tabelle entnommen den kann: Kohlenproduction Roheifen Stabeifen Stahl.. • Locomotiven 100 im Werthe von . 14,300.000 Zollcentner. B 3,600.000 " 9 • 1,800.000 " 1,200.000 ° 7,000.000 Francs. 99 وو Diverfe Mafchinen und Brücken im Werthe von 8,500.000 An Arbeitern find befchäftigt 15.500, 308 Dampfmaſchinen arbeiten mit 19.000 Pferdekräften. Creufot bezieht, aufser den Erzen der Umgebung, Erze aus Algier und Sardinien und in neuefter Zeit auch Spath- Eifenfteine aus der Nähe des Mont Cenis, arbeitet daher meift mit reichen und guten Erzen. An Brennmaterialien waren Kohlen der eigenen Gruben aus dem Becken von St. Etienne, daraus erzeugte Coaks, fowie Anthracit- Briquettes, welche mit Brai sec gebunden find, ausgeftellt. war befonders zu Unter der ausgeftellten Suite von Roheifen- Sorten beachten: Ferromangan, welches bis gegen 70 Percent Mangan enthalten foll. Es wird dasfelbe nicht in Tiegeln, fondern in Siemensöfen dargestellt, indem 2 14 Franz Kupelwiefer. Manganerze mit Kohlen gemengt, in ein ftark erhitztes Roheifen- Bad eingetragen werden. Das Eintragen erfolgt partienweife bis der entſprechende Mangangehalt erreicht ift. Der Ofen unterfcheidet fich von einem gewöhnlichen Siemens- Martinofen nur dadurch, dafs die Sohle nicht aus Maffe, fondern aus Graphit und feuerfeftem Thon hergeftellt ift. Die bei diefer Arbeit erzeugte, oft bis 25 Percent Manganoxydul haltende Schlacke wird beim Hochofen- Procefs zugefetzt. Das auf diefe Weife erzeugte Ferromangan findet beim Beffemer- und Martinprocefs dann ftatt Spiegeleifen Anwendung, wenn ein Zufatz einer gröfseren Menge Mangans erwünſcht ift, ohne viel Kohlenftoff in das Metallbad zu bringen. Intereffant und lehrreich ift die Art der Claffification des erzeugten Eifens und Stahles, indem man nicht blofs nach der Qualität der zur Erzeugung ver. wendeten Rohmaterialien claffificirt, fondern auch nach der Feftigkeit, welche die Proben bei Zerreifsverfuchen zeigen, indem nicht wie an den meiften anderen Hütten die Härte nach dem Kohlenftoff- Gehalte, fondern die Feftigkeit nach bleibender Längenausdehnung im Momente des Reifsens als Anhalten genommen wird. Da diefer Eintheilungsgrund neu, meines Wiffens noch an keiner anderen Hütte Anwendung fand, fo fei es geftattet, darüber etwas mehr nach den Veröffentlichungen Schneider's zu bemerken. Bei Stahl werden der Qualität nach drei Sorten in Handel gefetzt: A) Maffenftahl für gewöhnliche Zwecke, B) Maffenftahl aus befferen Roheifen- Sorten für fpecielle Zwecke, C) Werkzeug- Stahl für ausnahmsweife Verwendung von vorzüglicher Qualität. Jede der drei Sorten wird regelmäfsig aus genau fortirten Materialien nach denfelben gleichbleibenden Proceffen erzeugt, fo dafs die Producte weder in den chemifchen noch phyſikaliſchen Eigenfchaften wefentliche Unterfchiede zeigen. Die Gröfse der Dehnung beim Zuge, bei einer gegebenen Probe ift die charakteriftifchefte Eigenfchaft, um den Grad der Feftigkeit des Metalles zu beftimmen, und diefe Eigenfchaft wurde als Grundlage zur Claffificirung benützt. Man hat beifpielsweife für Stahl als Nr. I nach den Erfahrungen bezüglich des Verbrauches jene Sorten bezeichnet, bei welchen die bleibende Ausdehnung im Momente des Riffes im Mittel 13 Percent beträgt, und läfst die Nummern mit je 2 Percent der Längenausdehnung fteigen, fo dafs beiſpielsweife Nr. 2 eine Dehnnng von 15 Percent, Nr. 3 eine von 17 Percent u. f. w. hat. Auf diefe Weife wurden II Nummern gefchaffen, von welchen Nr. I das härtefte und Nr. II das weichfte ift. Die weicheren Sorten Stahl von Nr. 8 bis II find der fchwierigeren Fabrication halber im Preife höher gehalten. Nach diefer Scala kann fich der Confument diejenigen Sorten, welche feinen Zwecken am beften entſprechen, wählen; fo wird für Schienenfabrication in der Regel die Qualität A und die Nr. 1 bis 5 gewählt, ebenfo wird für Bandagen, Maſchinenftücke, Achfenbleche Qualität A fowie B gewählt. Während Qualität C befonders in den weichften Sorten für Qualitätsbleche, Achfen, Kanonen etc. Verwendung findet. Zur Durchführung der Proben wurden Rundftäbe von 200 Quadrat- Millimeter Querfchnitt und 100 Millimeter Länge genommen. Für die Zerreifsproben bei Blechen werden die Probeftangen aus 1000 Millimeter breiten, 2500 Millimeter langen und 10 bis 12 Millimeter dicken Blechen nach der Walzrichtung herausgefchnitten. Durch einen empirifchen Procefs, welcher feit langer Zeit bei allen Eifen. forten in Anwendung gebracht wird, und fich als brauchbar erwies, wird der vergleichungsweife Werth bezüglich des Verhaltens im warmen Zuftande durch einen Coefficienten ausgedrückt, deffen Maximum für Eifen gleichfam bei den beften Holzkohlen Eifenforten erreicht wird. Für Stahl werden die Proben nicht nur im weichen, fondern auch in. gehärteten Zuftande durchgeführt. In nachfolgenden Tabellen find die Refultate diefer Erfahrungen auf eine fehr grofse Anzahl von Verfuchen begründet, aufgenommen. 2* Stahl. Tabelle über die phyfikalifchen Eigenfchaften und die Qualität des Stahles, fowie die Nummern der Feftigkeit. Nummern der Feftigkeit Qualitätsmarke härtet ungeI 2 3 härtet ungegehär. tet + 9 15 gehärtet ungehärtet gehärtet 8 7 ungehärtet gehärtet ungehärtet gehärtet unge6 härtet gehärIO I I tet härtet ungegehärtet ungehärtet gehärtet Bleibende Verlängerung im Momente des Reifsens B APC Belaftung per Q. Mm. des urfprünglichen Querfchnittes ABC Belaftung per Q. Mm. d. Reifsquerfchnittes B ABC Reifsquerfchnitt im A Verhältnifs zum urfprünglichen X: I Belaftung entfpre333 13 13 3.8 15 13 5'0 2'0 555 4.8 5'7 17 6.6 17 777 17 7'2 7.8 8.6 19 19 19 9'4 21 II'I IO 2 21 23 12.6 23 IO 8 21 13 3 23 13'2 25 14.8 25 16.0 25 14'6 27 17 0 27 18.2 27 18.0 29 19'5 29 20'6 29 21'O 22'0 23 4 32 333 32 24'2 27.6 35 33'0 76 2 1170 73'6 110'5 77'2 119 3 74'9 115'0 71'8 1080 79'0 1230 76 2 118 3 70'3 105 6 66.8 96.8 62.8 88.6 58.0 78.7 53'2 68.6 49'2 61 2 450 56'2 . 68.2 99'0 64'4 910 59'7 82'0 550 73.8 505 65 8 467 58.8 41 3 51 2 732 112'0 69.8 104 8 65'9 99'0 615, 89.8 56.8 812 52'2 72.6 48.2 63.8 43'5, 53'2 39'3 46 0 95 2 1190 98.5 120'0 101'0 122'0 103 2 123'5 105 6 125'0 106.8 126.5 108 0 128 1 110'0 129'7 1140 1313 980 125'2 101'0 128'0 104'2 130 8 1070 133'5 110'8 136'2 113'0 138.7 115-2 142.0 119'0 145 1 123 0 147'5 1270 152'0 100'2 132'2 104'0 136.5 1080 141'0 1130 146.3 115 5 151'2 119'6 1560 123'2 160 5 127 5 165 4 132 6 1700 1400 175'2 146 6 180 5 0800 0.980 0749 0.930 0.697 0.865 0.646 0.770 0'595 0'710 0'544 0625 0493 0 535 0441 0.473 0 395 0'428 B0792 0950 0.740 0.900 0.687 0.827 0.636 0.775 0582 0.670 0 529 0 590 0'477 0.520 0 425 0'453 0379 0 398 0 325 0337 C 0788 0930 0732 0.867 0.678 0794 0.617 0'720 0'5700655 0'514 0'575 0'460 0'508 0409 0'440 0 363 0375 0310 0 305 0.268 0.255 ABC chend der Elafticitäts- B grenze 50'3 28.8 43.8 26.6 37 8 22'5 33'6 39'0 720 37.8 68.3 36.4 65.8 349 60 6 33'2 56'2 310 411 78.5 400 75'5 38.8 71'0 373 65'4 35.8 62.1 35.8 55'0 31 8 49.8 29.6 44'7 27.5 40'0 23.6 33 0 512 30 7 45'3 27 8 37 2 24 4 32.8 43 2 850 42'2 82'0 41'0 78'0 39.8 72'5 38.3 68.8 36.5 62'2 34'8 56'9 32'7 Qualitäts coefficient in der Wärme ABC 120 120 120 120 120 120 I20 II5 IIO 125 125 125 125 125 125 125 120 115 IIO 130 130 130 130 130 130 130 125 120 II5 IIO Das Hüttenwefen. 15 Stab Blech Stab Blech Stab Blech 16 Franz Kupelwiefer. Eifen und Blech. Tabelle über die, die phyfikalifchen Eigenfchaften bezeich nenden, Qualitäts Nummern. I 2 Qualitätsnummern 3 5 9 7 Stab Bleibende Verlängerung im Momente des Reifsens IO'O 150 6.5 18.0 IO'O 21'5 14'6 25'0 18.2 29'0 22'0 34'0 26.5 Blech Belaftung per Q. Mm. des urfprünglichen 41'0 37 8 33'2 38.0 337 38.5 34.4 38.6 34 8 38.75 35'6 39'2 367 Querschnittes Belaftung per Q. Mm. des Reifs- Querfchnittes 513 55 5 35'6 60'3 37'6 67.0 40 5 736 430 835 480 112'0 55'0 Reifs- Querfchnitt im Ver-) hältnifs zum o'800 0.680 0.940 0.630 0.805 0.575 0.827 0.524 0.808 0462 0740 0350 0.665 urfprünglichen gleich x: 1 Qualitätscoefficient in der Wärme 40 50 60 70 80 90 IOO Bei diefer grofsen Anzahl von phyfikalifchen Unterfuchungen, auf welche fich diefe Tabellen bafiren, wurden die chemifchen Unterfuchungen nicht vernachläffigt, jedoch die Refultate derfelben leider nicht gleichzeitig mit veröffentlicht. Erwähnen kann ich jedoch, dafs man dabei die Erfahrung gemacht haben foll, dafs Phosphor das Eifen und den Stahl bedeutend härter mache( daher bei einer gewiffen Härte auch brüchiger), und dafs ein Gewichtstheil Phosphor nahe diefelbe Wirkung in diefer Beziehung ausübt, wie zwei Gewichtstheile Kohlenftoff. Zu bemerken ift noch, dafs Creufot gegenwärtig vier Converter für je 200 Zollcentner Einfatz in Betrieb und zwei in Bau hat, ebenfo find fechs Martinöfen ununterbrochen in Betrieb. Société anonyme des aciers et fontes de Firminy befitzt diejenigen Hütten, auf welchen der Siemens- Martin- Procefs zuerft in gröfserem Mafsftabe ausgeführt wurde. Es befitzt diefelbe auch gegenwärtig neun Martinöfen, verwendet jedoch zur Durchführung des Proceffes meift felbft erzeugtes Puddlingseifen und nur wenig Abfalleifen, weil letzteres einerfeits zu theuer und anderfeits die Qualität desfelben zu unverlässlich und ungleich ift, fo dafs ein gleichförmiges Product nicht erzeugt werden könnte. Die Productionsfähigkeit des Werkes kann aus folgenden Zahlen entnommen werden: Jahresproduction an Roheifen 432.000 Zollcentner, Rails 240.000, Federn 72.000, Achfen und Bandagen 237.000, an diverfen Eifen- und Stahlforten 120.000, zufammen 669.000 Zollcentner Verkaufswaare. Ausgeftellt waren Räderpaare, Achfen, Bandagen, Federn, Rails, Kanonen und Projectile für fchwere Gefchütze, theils maffiv, theils hohl aus Stahl, theils Stab Blech Stab Blech Stab Blech Das Hüttenwefen. 17 aus Gufseifen nach einem patentirten Verfahren erzeugt, von welch' letzteren Projectilen das Kilogramm mit einem Franc verkauft wird. Compagnie des fonderies forges et acieriers de St. Etienne ( Barrouin) befitzt aufser den Raffinirwerken( Beffemerhütte à 2 Converter und 4 Martinöfen) bei St. Etienne noch Hochöfen bei Givor und ftellte nebft anderen Producten gewalzte Reifen zum Armiren von Kanonen, fowie Schildzapfen- Reifen, ebenfo fchöne Bleche von grofsen Dimenfionen aus, wie z. B.: 99 وو von " 9 95 00 Zollcentnern 50.00 14.300 X 1.270 X 33 Millimeter im Gewichte 8.500 2.400 X 16 Rundboden 25.000 Millimeter Durchmeffer, 16 Millimeter dick 44.00 um die Gröfse ihrer Einrichtungen, ihre Leiftungsfähigkeit zu zeigen. 99 99 Societé des aciers d'Ermont ftellte nach einem geheim gehaltenen Verfahren( Procefs Lepet) erzeugten Façon- Stahlgufs aus, der fich fowohl durch feine fchöne Oberfläche, wie durch fein feines Korn und Freiheit von Blafen in feinen Brüchen auszeichnet. Compagnie des fonderies et forges de Pont- Eveque et Givors( Harel& Compagnie). Beide Hütten befchäftigen nahe 1000 Arbeiter. Während die Hütten in Eveque aus dem dafelbft in zwei Hochöfen erzeugten Roheifen überwiegend Façoneifen für Schiffbau und Brückenbau erzeugen, produciren die Hochöfen von Givors aus Erzen von Mokta, Elba, Spanien und aus dem Departement Ifère theils Spiegeleifen( nahezu 360.000 bis 400.000 Zollcentner) zum Verkauf an die Beffemerhütten an der Loire. Die Gefammtproduction beträgt per Jahr an Verkaufsproducten, und zwar an Spiegeleifen 360.000 bis 400.000 Zollcentner und an Stab- und Façoneifen bei 400.000 bis 420.000 Zollcentner. Die Firmen Brunon fréres maitres des forges à Rive de Gier und Arbel Lucien forge de Couzon à Rive de Gier und Déflaffieux fréres& Peillon à Rive de Gier ftellten ganze Suiten fehr fchön gefchmiedeter Radfterne fowie ganze Räderpaare aus. Befonders hervorgehoben zu werden verdient noch die Fabrication von gufseifernen Röhren und haben fich an diefer Ausftellung gleichfalls drei Werke betheiligt, und zwar Marquife Societé anonyme des hauts fourneaux, fondereies et ateliers de Conftruction, Haldy, Köchling& Comp. zu Ponte à Mouffon, und endlich Societé metallurgique de la Vienne, von welchen hier das erftere als das wichtigſte Werk befonders hervorgehoben werden foll. Aufser allen Gattungen von gewöhnlicher Gufswaare erzeugt die Hütte zu Marquife, gleichfam als Specialität, Röhren und gufseiferne Schachtverklei dungen. Es werden current Röhren bis zu einem Durchmeffer von 1100 Millimeter und 4 Meter nutzbarer Länge herab bis zu 40 Millimeter Durchmeffer und 25 Meter Länge erzeugt. Von Muffenröhren, welche die gröfste Menge der Fabricate bilden, werden drei Typen erzeugt. Alle Röhren werden ſtehend gegoffen, und die Formen mit Hilfe der A. Dewailly'fchen Formmafchine her geftellt. Alle Röhren, welche einen gröfseren Durchmeffer als o 350 Meter haben, werden mit den Muffen unten gegoffen und erhalten diefelben am dünnen Ende einen 100 bis 200 Millimeter hohen Aufgufs, welcher auf der Drehbank abgeftochen wird. Alle Röhren hingegen, welche einen kleineren Durchmeffer als 0 350 Meter haben, werden mit den Muffen oben gegoffen. Alle Röhren werden, bevor fie verkauft werden, auf 15 Atmoſphären geprüft. Die der Länge nach und fenkrecht auf die Achfe durchgefchnittenen Röhren zeigen an allen Punkten eine gleiche Wandftärke und einen blafenfreien, homogenen Gufs. Die Productionsfähigkeit diefer Giefserei ift eine fehr bedeutende, da diefelbe nach den veröffentlichten Daten per Arbeitstag zu erzeugen vermag an Röhren von: 18 Franz Kupelwiefer. Meter Länge Meter Durchmeffer Stück circa Centner I'I bis I 12 600 4 0.9 99 0.35 16 bis 48 960 0.325 72 0.03 36 240 0.275 " 0.225 48 240 3 0.200 0.162 108 " 300 0.150 m 0.108 260 520 99 Ο ΙΟΟ 0.070 260 420 2'5 0.070, 0.040 240 192 3472 fomit Tageserzeugung zufammen circa. IOOO Die Röhrenfabrik allein erzeugt per Jahr etwa 750.000 Zollcentner. In dem Gufse von Schachtverkleidungen machte Marquife in den letzten Jahren ebenfalls bedeutende Fortfchrittte, indem es fich auf viel gröfsere Schachtdimenfionen eingerichtet hat. Die gröfsten Dimenfionen, welche erzeugt wurden, waren: vor dem Jahre 1868.. 2'40 Meter äufserer und 21 6 Meter innerer Durchmeffer in den Jahren 1868 bis 71 3.45 in dem Jahre 1872/73 3.89 dabei ift die Wandftärke je nach den localen Verhältniffen des Druckes verfchieden und kann bis auf 45 Millimeter gefteigert werden. . " " 9 " 27 72 " 3.2 I 3.65 " " " " " Die Gefammt- Jahresproduction an diverfer Gufswaare erreicht nahezu 1,000.000 Zollcentner. Die beiden übrigen Giefsereien erzeugen nahezu gleiche Fabricate mit ähnlichen Einrichtungen, nur befitzen diefelben bis jetzt keine fo grofse Productionsfähigkeit. Hardy Capitaine& Comp. in Nouzon ftellte nebft gewöhnlicher Gufsrecht hübfchen hämmerbaren hämmerbaren Gufs, darunter befonders Waggonbefchläge aus. waare Forges et Ateliers de la Chaléassiere bei St. Etienne, im Befitze der Herren Revollier, Bietrix& Comp., erzeugt recht hübfchen Martinftahl. Obwohl Frankreich durch die Kriegsjahre unendlich gelitten, fo ift doch nicht zu leugnen, dafs dasfelbe, wenn auch nicht durch neue Erfindungen, fo doch durch theilweife Erweiterungen und Verbefferungen im Betriebe nicht unbedeutende Fortfchritte machte. Während im Jahre 1867 nur an wenigen Hütten der Beffemerprocefs Eingang gefunden hatte, finden wir denfelben gegenwärtig fchon an vielen Orten in ausgedehntem Mafse angewendet. Der Martinprocefs, damals eine Neuerung, hat fich ebenfalls eingebürgert und dürften diefe beiden Proceffe gegenwärtig auf folgenden Hütten zu finden fein: Verdie( Firminy) Einfatz Martinöfen Converter Terre noire Beffelle Petin Gaudet zu Affailly zu Givor 6 999220 6 4 6 4 120 100 bis 120 Centner IOO 19 2 140 Zollcentner Creufot Commentry Mont Lucont Four Chambot 4 " Imphy Ancin 2 im Bau Barouin 4 Revollier bei St. Etienne 3 - Zufammen. 42 3 I 44222322 140 200 29 99 2 im Bau Das Hüttenwefen. 19 Die Production diefer Oefen dürfte nahe 2,000.000 Zollcentner erreichen und werden diefe Producte meift auf Schienen, Achfen und Bandagen verarbeitet, von welchen ein Theil auch nach Amerika ausgeführt wird. Beim Beffemerprocefs wird theilweife Roheifen vom Hochofen weg verwendet, wie z. B. in Givor, Beffelle, Terre noire. Zum Rückkohlen wird theils Spiegeleifen, theils Ferromangan verwendet. Bei der Weiterverarbeitung der Beffemer Ingüffe fieht man meift mit möglichst wenig Arbeit durchzukommen, fo werden z. B. in Creufot Rails mit einer Hitze in 14 Kalibern fertig gewalzt. Colonien Frankreichs. Unter den franzöfifchen Befitzungen gebührt bezüglich der Eifeninduftrie unbedingt Algier der erfte Rang und find befonders deffen grofse Schätze an vorzüglichen Eifenerzen hervorzuheben, weil diefelben gegenwärtig fchon in ausgedehntem Mafse ausgebeutet werden, während in den anderen Colonien das Vorkommen von Eifenerzen wohl an vielen Orten nachgewiefen ift, jedoch meift weder eingehend unterfucht wurde, noch weniger aber ausgenützt wird. Algiers Erze werden nur in untergeordneter Menge in Algier verarbeitet, find jedoch für die Eifeninduftrie Frankreichs fchon fozufagen unentbehrlich geworden, da diefelben das Hauptmateriale für die Erzeugung des Qualitäteifens in Frankreich bilden. Der wichtigfte Punkt für die Erzausfuhr ift Mokta el Hadid, von wo gegenwärtig jährlich über 4 Millionen Centner ausgeführt werden. Die Gefammtausfuhr von Eifenerzen aus Algier betrug im Jahre 1872 7.823.790 Zollcentner. Die einzige nennenswerthe Eifenhütte Algiers, welche auch Eifen ausftellte, fteht zu Alélik bei Bône im Departement von Conftantine, wofelbft aus Spath- Eifenfteinen mit Coaks aus Kohlen von l'Edough& Ben Salah Roheifen erzeugt wird. Schweiz. Die Schweiz ift an Eifenerzen fehr arm, indem diefelbe nur einige BohnenerzAblagerungen in Wallis, St. Gallen, Bern, Solothurn, Neuenburg befitzt. Ebenfo leidet die Schweiz Mangel an Steinkohle und erzeugt eben diefes Mangels halber jährlich nur etwa 150.000 Centner Roheifen mit Anwendung von Holzkohlen. Von den Einzelnausftellungen find befonders hervorzuheben die Erzeugniffe der Gefellfchaft der Ludwig v. Roll'fchen Eifenwerke von Solothurn. Diefe Gefellfchaft befitzt vier Werke zu Gerlafingen, Choindez, Clus und Olten. Bohnenerze mit circa 43 Percent Eifenhalt werden mit Holzkohlen und Coaks( in Choindez) auf Roheifen verfchmolzen, und diefes meist unmittelbar zur Erzeugung von Gufswaaren verwendet. Von diefer Fabrication find befonders hervorzuheben Hartwalzen und adoucirte Hartwalzen als Kaliberwalzen für feine Kaliber verwendbar. Choindez ftellte vertical gegoffene Röhren aus, welche auf 20 bis 25 Atmoſphären geprüft worden, und deren Normalgewicht auf 5 Percente garantirt wird. Die Erzeugung an Gufswaare beträgt im Jahre bei 70.000 Centner. Die übrige Production von Roheifen wird in Herden verfrifcht und auf Walzeifen und Bleche, von welchen jährlich bei 80.000 Centner erzeugt werden, verarbeitet. Die Qualität des ausgeftellten Eifens ift eine recht gute, da die Proben eine fehnige Textur zeigen und offenbar fehr zähe find. Hämmerbaren Gufs hat Georg Fifcher aus Schaffhaufen recht hübfch in einzelnen Specialitäten ausgeftellt. Italien. Italiens Eifeninduftrie ift eine noch verhältnifsmäfsig geringe, obgleich das Land mit den fchönften Erzen gefegnet ift. Die Eifeninduftrie felbft macht 20 Franz Kupelwiefer. wenig Fortfchritte, hingegen wächft die Ausfuhr von Erzen von Jahr zu Jahr und erreichte im Jahre 1872 fchon 3,369.240 Zollcentner, während in Italien an Rohund Gufseifen nur 520.000 Centner, an Stabeifen, Stahl und diverfen Eifenfabricaten aber 954.180 Zollcentner erzeugt wurden, wobei bemerkt werden mufs, dafs Stabeifen in Italien überwiegend directe aus Erzen erzeugt wird, während man fich des Roheifens nur dann bedient, wenn Qualitätseifen oder Stahl producirt werden foll. In Anwendung kommt dabei noch die alte Methode in Herden, welche nach Mittheilungen der königlich italienifchen Ausftellungscommiffion auffallender Weife weniger Brennmaterial verbrauchen foll, als diefs der Fall ift, wenn zuerft Roheifen erzeugt und diefes raffinirt wird. Als Brennmaterial wird in der Eifeninduftrie beinahe ausfchliefslich Holzkohle verwendet und betrug die Production an mineralifchen Brennftoffen im Jahre 1872 in ganz Italien an Anthraziten nur 40.000 Centner, an Ligniten nur 1,909.580 Centner. Dafs bei einer fo geringen Production an mineralifehen Brennftoffen der Eifeninduftrie nur wenig zu Gute kommen kann, ift begreiflich, wefshalb es bis jetzt rentabler erfcheint, die Erze auszuführen, ftatt fie im Lande zu verarbeiten. Von den Ausftellern find vorzüglich hervorzuheben: Morandi Peter zu Valle Bondione bei Bergamo, welcher Erze und daraus erzeugtes Roheifen ausftellte. Graffi Benedetto& Scabrino Fiorino erzeugen zu Schilpafio und Derfo bei Bergamo jährlich bei 10.000 Centner Eifen und 1200 Centner Stahl, und ftellten diefe Producte recht hübfch aus. Gregorine Cav. Gio. Andrea von Lovere bei Bergamo ftellte rohe und geröftete Spath- Eifenfteine und daraus erzeugtes Roheifen von verfchiedenen Sorten aus. Das graue Roheifen, fowie theilweife Spiegeleifen wird zur Erzeugung von Puddlingsftahl verwendet, von welchem gehärtete und abgeriebene Stangen in Form von Brescianftahl ausgeftellt waren. Das weifse und halbirte Roheifen wird zur Erzeugung von Herd- Frifcheifen, aus welchem theils Walzeifen, theils diverfe Schmiedeartikel verfertigt werden, verwendet. Die vielen beigegebenen Proben zeigen eine meift recht gute Qualität. Damioli Gio. Maria von Pifogne bei Brescia, ftellte Spatheifenfteine und daraus erzeugtes Roheifen und unter diefem recht fchönes Spiegeleifen aus. Ragazzoni Calino& Comp. von Payzare in Val Trompia bei Brescia, ftellte Erze, Roheifen und in Coquillen gegoffene Rundkugeln von beiläufig zwei Zoll Durchmeffer, fowie Stabeifen, jedoch ohne Bruchproben aus. Giuſeppe Ferrari& Comp. in Vobarno bei Brescia ftellte Roheifen, Stabeifen und Bandeifen aus, und zeigte die gute Qualität des Eifens, welches meift fehnigen Bruch hatte, durch viele beigegebene Proben, welche theils kalt, theils warm gebogen und gelocht waren. Schwarzbleche, welche ausgeftellt waren, hatten ein recht fchönes Ausfehen und waren weich und biegfam. Redaelli Giuſeppe& fratello in Lecco bei Como war der einzige Ausfteller Italiens, welcher Draht blank wie verkupfert ausftellte. Ueberwiegend waren die ftärkeren Nummern vertreten. Zu den Specialitäten der Fabrication gehören noch Hauen, Schaufeln und diverfe Werkzeuge. Zu erwähnen ift noch Cambioggio Filippo& Comp. in Mailand, welcher aus Roheifen mittelft Holzkohle in Comté- Frifchfeuern Frifcheifen erzeugt, welches er auf 4 bis 5 Zoll breites Flacheifen, feines Bandeifen, Nageleifen und fchmiedeiferne Röhren verarbeitet, welche Fabricate in vielen Exemplaren ausgeftellt waren. Monaco erzeugt kein Eifen. Das Hüttenwefen. Schweden. 21 Ein Land, welches fo reich an reinen und guten Eifenerzen ift, als diefs bei Schweden der Fall ist, wird felten gefunden, ebenfo findet man aber auch felten ein Land, welches fozufagen aufchliefslich auf die Verwendung von Holzkohle zur Roheifen- Erzeugung angewiefen, daher bezüglich der Productions. mengen fehr befchränkt ift. Schweden befitzt gegenwärtig noch eine fehr grofse Anzahl von Frifchfeuern, weil es nur wenig mineralifchen Brennftoff in den füdweftlichen Statthalterfchaften zur Verfügung hat und diefer erft feit verhältnifsmäfsig kurzer Zeit ausgebeutet wird. Sobald jedoch die Braunkohlen- Gruben beffer ausgebeutet werden, wird es möglich fein, den Verbrauch an Holzkohle bei den Frifchfeuern zu vermindern, und dadurch die Production an Holzkohlen- Roheifen zu fteigern. Nichts deffen ungeachtet fteht die Eifeninduftrie Schwedens auf einer verhältnifsmäfsig hohen Stufe der Ausbildung und ergreift freudig jede Neuerung, um vorwärts zu fchreiten. Wefentlich trägt hierzu das fogenannte Eifencomptoir, eine Vereinigung von Gewerken, dazu bei, indem dasfelbe oft die Koften von Verfuchen ganz oder theilweife trägt, wiffenfchaftliche Arbeiten und Studien unterſtützt und felbft veranlafst. Wie fehr man in Schweden bemüht ift, fich über den eigenen Standpunkt klar zu werden und anderen das Studium der fchwedifchen Verhältniffe zu erleichtern, kann aus der Vollständigkeit des Specialkataloges, aus den von Dr. Elis Sidenbladh aus Anlafs der Weltausftellung veröffentlichten ftatiftifchen Mittheilun gen, und endlich bezüglich der Eifenfabrication aus dem auf Koften des Eifencomptoir's herausgegebenen von Herrn Richard Akerman zufammen geftellten Heftchen„ Ueber den Standpunkt der Eifenfabrication in Schweden zu Anfang des Jahres 1873" entnommen werden. Die hier im Nachfolgenden angeführten Zahlen find daher auch diefen werthvollen Schriftftücken entnommen. Schweden erzeugte im Jahre 1871: an Bergerzen See und Rafen- Eifenftein " Zufammen . Zollcentner. 12,942.380. 315.389. 13,257.769. Bei der Erzeugung verwendete Arbeiter beim Bergbau 4979. Anzahl der Hochöfen 292. Davon in Betrieb 207. Zollcentner. In 37.471 Blafetagen wurde Roheifen erzeugt 5.978.349. In 827 Frifchfeuern wurden erzeugt an Stabeifen 3.755.833. In 7 Beffemerhütten an Stabl 160.765. An Stahl( überwiegend Cementftahl) 83.745. An Blech. 131.277. 99 Nägeln Eifenbahn- Schienen " diverfen Eifenforten 29 122.760 64.426. 201.149. Beim Eifenhütten- Betrieb befchäftigte Arbeiter 15.480. Schweden führt beträchtliche Quantitäten Eifen aus, und zwar Roheifen nach England, Deutfchland, Stabeifen nach England, Nordamerika, Rufsland etc., und zwar die beften Sorten Herd- Frifcheifen, welches cementirt und zur Erzeugung der beften Werkzeug- Gufsftahl- Sorten verwendet wird; hingegen führt Schweden etwas Giefserei- Roheifen und nahe 200.000 Zollcentner Eifenbahn- Schienen ein. Die Ausftellung befand fich in der nördlichen Quergallerie 7 b, und war auf einen ziemlich engen Raum zufammengedrängt. Befonders hervorzuheben 22 Franz Kupelwiefer. find die Collectivaus ftellung des Eifen comptoirs. An diefer Ausftellung haben fich 23 Mitglieder betheiligt. Alle Mitglieder des Eifencomptoirs, welche fich an diefer Collectivausftellung betheiligten, haben Roheifen eigener Erzeugung, fowie Luppeneifen und Stabeifenforten fammt Bruchftücken ausgeftellt, da jedes der Mitglieder Hochöfen, die meiſten aber auch Frifchfeuer befitzen. Die ausgeftellten Roheifen- Sorten waren überwiegend grau. Nur an wenigen Orten, wie z. B. in Hamarby, wird current eine Partie Weiſseifen erzeugt. Hingegen fand man von Forsbacka und Mölnbacka Roheifen- Gänze ausgeftellt, welche an der unteren Seite ftrahlig weifs und davon fcharf abgegrenzt, oben grau waren. In Forsbacka ift diefes Roheifen als Beffemer- Roheifen ausgeftellt. Graf Hermanfon hat von Ferna& Bernshammar Spiegeleifen mit 9 bis II Percent Mangan ausgeftellt. Unter den Frifchmethoden wird überwiegend die Lancashire- Schmiede betrieben, und waren viele Qualitätsproben, die meift ein fehr fchönes gleichförmiges Korn zeigen, ausgeftellt. Die Lancaſhire- Schmiede fcheint die früher allgemeiner in Anwendung gebrachte fchwedifche Wallonfchmiede immer mehr zu verdrängen, und erfcheint diefs fchon dadurch gerechtfertigt, dafs die letztere ungeachtet des gröfseren Brennftoff- Aufwandes ein fchlackiges, ungleichförmigeres, daher weniger werthvolles Product gibt. Bei genauer Befichtigung der ausgeftellten Qualitäts- und Bruchproben war diefer Unterfchied fehr deutlich zu erkennen. Beim Ausfchweifsen bedient man fich theils der Ekman'fchen Holzkohlen- Gasfchweifsöfen, theils der Siemensöfen mit oder ohne Lundin'fchen Condenfatoren. An fertiger, gefchlagener und gewalzter Waare enthielt beinahe jede der kleinen Ausstellungen etwas von den currenten Sorten. Die auffallendften hierhergehörigen Producte find Walzendraht von Kohlfva, von welchem ein Stück von 36 2 Kilogramm Gewicht, 155 Meter lang war, ein zweites Stück 41 2 Kilogramm fchwer ift und 194'4 Meter Länge hatte. Um die Qualität desfelben zu zeigen, war auch Draht von Nro. 40 der englifchen Lehre beigegeben. Schönes, feines Bandeifen in Scheibenform gerollt hat vorzüglich die Actiengeſellſchaft Degerfors ausgeftellt. Mit der Schienenfabrication befchäftigen fich vorzüglich Nyham mar und Degerfors. An Beffemerftahl haben ausgeftellt Freiherr von Effen von der Hütte Lenna, die Gefellfchaft Forsbacka, die Gefellſchaft Stora Kopparberg vom Stahlwerk Svartnäs, die Gefellfchaft Nyhammar. Alle diefe Beffemerhütten verarbeiten das Roheifen unmittelbar vom Hochofen und fetzen am Ende des Proceffes wenig oder gar kein Spiegeleifen zu. Die Production diefer Werke ift. noch nicht fehr bedeutend. Mit der Erzeugung von Martinftahl befchäftigt fich vorzüglich die Gefellſchaft Udeholm, welche nicht nur Stahl, fondern auch ganz weiches Eifen mit nur 0.15 Percent Kohlenftoff ausftellte, welches für Draht und Nageleifen verwendet wird. Unter den ausgeftellten Stahlforten ift noch befonders hervorzuheben der in Wikmannhyttan erzeugte Uchatiusftahl. Es ift diefs vermuthlich die einzige Hütte, welche gegenwärtig derartigen Stahl erzeugt. In Betrieb ftehen 4 Tiegelöfen mit je 4 Tiegel und wird Coaks als Brennmaterial verwendet. Die Qualität des Stahles ift nach den beiliegenden Atteften eine fo vorzügliche, dafs er für Werkzeuge, Münzftempel etc. Anwendung findet. Es zeigt derfelbe felbft bei bedeutender Härte noch eine grofse Feftigkeit. Nicht zu leugnen ift, dafs die Qualität der beften Sorten der fchwediſchen Erze für diefe StahlfabricationsMethode fich befonders eignet. Die reinften Erze werden fehr forgfältig geröftet, mit Roheifen und Holzkohlen- Pulver in entſprechenden Verhältniffen gemengt, in Gufsftahl- Tiegel in Zugöfen mit Coaks eingefchmolzen. Stockenftröm ftellte adducirtes Eifen aus. Aufser diefer Collectivausftellung finden wir noch eine Reihe von anderen Separatausftellungen, von welchen die wichtigeren hervorgehoben werden follen. Das Hüttenwefen. 23 Oefter by ftellte nur Tiegel- Gufsftahl aus. Wichtiger war die Ausstellung des Eifenwerkes Fagerfta in der Rotunde. Aufser Erzen, Roheifen und Luppen ift es vorzüglich Beffemerftahl und Producte aus demfelben, welche eine befondere Beachtung verdienen. Das Beffemermaterial fcheint nach den ausgeftellten Qualitätsproben von vorzüglicher Qualität zu fein, obwohl die gebrochenen Stahlblöcke nichts weniger als blafenfrei waren. Sehr inftructiv ift die Zufammenftellung, durch welche die Fabrication der Gewehrläufe erfichtlich gemacht wird. Es differirt diefe Methode wefentlich von den gewöhnlich angewandten, indem ein Stück Stahl abgefchmiedet mit einer hydraulifchen Preffe gelocht, über einen Dorn aus. gefchmiedet, gewalzt und endlich konifch zu einem Laufe fertig gewalzt wird. Der Kohlenftoff- Gehalt des verwendeten Stahles beträgt o 35 bis o 4 Percent. Die Qualität der fo gefertigten Läufe ift nach den beigegebenen Certificaten eine vorzügliche. Als Qualitätsprobe ift endlich noch ein Stück Dampfkeffel, welcher in Folge Waffermangels überhitzt, ohne zu fpringen, fich einbauchte, ausgeftellt gewefen. Aufser gröfseren Schmiedeftücken wie Achfen, Kurbeln etc. waren es feine Stahlwaaren, wie Federn, Sägen etc., welche das Auge des Beobachters feffelten. Fagerfta hat zur Beleuchtung der Qualität des erzeugten und ausgeftellten Stahles fehr vollſtändige Verfuche über die Feftigkeit von David Kirkaldy in London durchführen laffen, welche hier defshalb detaillirt folgen follen, weil fie auch über den Einflufs der mechanifchen Bearbeitung Auffchlufs geben, und weil fie zu den vollſtändigften Verfuchen diefer Art zu zählen find. Leider fehlt es bei diefen Tabellen an einem erklärenden Texte, fo dafs manche Angaben ergänzt werden mufsten. So fcheint z. B. die Bezeichnung der Probe. ftangen den Kohlenftoffgehalt in Percenten anzugeben. Belaftung bei der Dehnung. Gefchmiedeter Beffemerstahl von verfchiedener Härte, Länge der Stäbe= 9 Durchmeffern. - Ausdehnung Stäbe von 2 QuadratBelaftung an der Elafticitätsgrenze zoll bezeichnet A Gröfste Belaftung per Quadratzoll in Pfunden B Verhältnifs zwifchen A: B Percente Verminderung des Querfchnittes beim Bruche in Percenten bei 60.000 bei 80.000 fchliefslich Pfund pr. Quadratzoll in Percenten Ausfehen des Bruches I'2 62.033 85.200 73.1 2.65 0.00 132 1.8 100% körnig 0.6 0.9 63.066 58.100 106.613 59.4 102.632 56.6 6.11 0.00 14 43 0.49 184 I'42 5'1 6.6 100% 77 100% " 0.3 43.100 61.312 70.3 61.52 16.5 100% fehnig Durchfchnittszahlen aus je 3 Verfuchen. 24 Franz Kupelwiefer. Belaftung beim Verwinden. Länge des Hebels= 12 Zoll.- - Länge des Stabes= 12 Durchmeffern. Stäbe von 2 Quadratzoll bezeichnet mit per Quadratzoll in Pfunden Belaftung bei der Elafticitätsgrenze A Gröfste Belaftung B Verhältnifs zwifchen A: B in Percenten Schliefsliche VerwinO.I= Sunp I Drehung Anmerkung I'2 1.135 2.120 09 I.125 2.336 53.9 0.291 48.2 0.793 0.6 1.083 2.261 48.3 I'O2I Beide Enden gebrochen Ein Ende gebrochen Das andere Ende einmal ungebrochen Ein Ende gebrochen Das andere Ende einmal ungebrochen. Ein Ende gebrochen 0.3 763 1.520 50.2 3.219 Das andere Ende einmal nicht, einmal nur theilweife gebrochen. Stäbe von 2 Quadr. zoll bezeichnet mit Belaftung bei der Elafticitätsgrenze Durchfchnittszahlen aus je drei Verfuchen. Belaftung beim Druck. ftung Gröfste BelaSchliesslich bleibende Zufammendrückung in Anmerkung Belaftung bei der Elafticitätsgrenze Gröfste Belaftung Schliesslich bleibende Zufammendrückung in pr. Q.Zoll in Pfd. Zollen% Länge gleich 1 Durchmeffer. 64.000 200.000 0.236 20 9 pr. Q.Zoll in Pfd. Zollen% Länge gleich 2 Durchmeffern. 63.333 169.907 Anmerkung I 2 66% zerdrückt 0.9 62.666 200.000 0.252 22° 4 58.666 173.287 33% zerdrückt 0.6 60.000 200.000 0.294 26.0 Ausgebaucht 57-333 156.000 0.517 23 0 3 ་ ༠/) fchief 0* 3 39.000 200.000 0.543 48.1 42.000 Länge gleich 4 Durchmeffern. 121.333 0.829 36.8 gedrückt Länge gleich 8 Durchmeffern. I* 2 62.333 133.333 0 400 8.9 61.666 102.173 Ausgebaucht u. theilweife abgefchnappt 0* 9 58.666 117.560 0.304 6.8 fchief gedrückt 58.000 95.207 0* 324 3.6 0.6 53.333 105.333 0.248 5* 5 52.666 84.827 0.355 4'0 Ausgebaucht 0* 3 41.000 81.760 0.844 18-8 40.666 47.513 0 435 4.8 Durchfchnittszahlen aus je 3 Verfuchen. Stäbe von 2 Quadratzoll bezeichnet mit Das Hüttenwefen. Belaftung beim Abfcheren. An jedem der beiden Enden des Probeftückes. Druck beim Deformirung Gröfster Verhältnifs Abfcheren A vor dem Druck B von A: B Bruche in in Percenten per Quadratzoll in Pfunden Zollen Anmerkung I'2 61.412 85.200 73.3 0.193 Gebrochen 0.9 79.737 106.613 7512 0.249 وو 0.6 71.648 102.632 69.5 0.281 وو 0.3 45.410 61.312 74 0 0.323 99 Belaftung bei der Biegung. Entfernung der beiden Auflagspunkte. 20 Zolle. Querfchnitt 19 X 19 Zoll. BD2= 6.859. Stäbe von 2 Quadratzoll bezeichnet mit per Quadratzoll in Pfunden Belaftung an der Elafticitätsgrenze A Gröfste Belaftung B Verhältnifs von A: B in Percenten Schliefsliche Durchbiegung in Zollen für die Einheit von BD2 Elafticitätsgrenze Gröfste Belaftung Anmerkung I'2 21.133 32.589 66.0 0.78 0.9 21.700 43.833 49.6 149 3 164 3.081 4.800 3.164 6.390 Gebrochen 99 c.6 18.333 38.145 48.0 3.31 03 15.767 25.283 62.3 5.II 2: 299 3.686 Ungebrochen und verbogen. 2.673 5.568 25 26 Franz Kupelwiefer. Das Hüttenwefen. 27 Um den Einfluss der, längere oder kürzere Zeit, fortgefetzten Schmiedung fowie durchdes Ausglühens nach der Schmiedung zu ftudiren, wurden folgende Verfuche geführt. 10 Zoll lange Stäbe Die Probe Querfchnitt war abgedreht Art der Bearbeitung der Stäbe un ausgeglüht Ausdehnung Gröfste Belaftung B Ausfehen des Bruches Pf p.Q.Z. Zolle in Pfunden per Quadratzoll in Percenten Stahl bezeichnet mit o'8. 10 Zoll lange Belaftung Stäbe Ausdehnung bei ausgeglüht an der Elafticitätsgrenze A Gröfste Belaftung B von A: B Ver- Querhältnifs fchnittsAbnahme 50.000 60.000 der SchlufsBelaftung Ausfehen des Bruches Pfd. per Q. Zoll in Pfunden per Quadratzoll i n Percenten Stahl bezeichnet mit o'8. Gehämmert 22 39 3X3 4X4 33 5X5 Gegoffen 6X6 1335 1400 66.500 98.624 674 32 0.00 0.03 I'335 84.27 68.9 23 002 035 1.400 58.100 I'597 2'000 55.300 76.410 72'4 2'2 0'04 0'42 ( 1514 1800 49.500 69.100 71'6 18 014 052 1514 1800 49.50 68.980 71.8 18 0 14 0'50 11694 2.250 48.200 67.835 71'0 1'6 0'22 0'58 1694 2.250 47.100 19 1'7 37 297 2'2 100 Perc. körnig 47.500 86.073 55° 2 E.I 0.67 1° 42 5° 5 100 Percent körnig. 45.200 77-480 58.3 512 0* 90 1* 59 3.8 33 " 39 33 " 42.400 74-935 56.6 3.5 0* 99 1* 79 3.0 39 دو دو 33 33 "" I 4 38.900 66.560 58.6 3.1 c.98 I'73 2° 5 دو 3 دو 29 دو 11 33 14 39.800 62.120 64° 1 1.8 0160 * 1* 27 I O دو 33 23 23 " 29 I'2 38.100 63.960 59'6 2'7 I'I2 1.89 2'1 " دو دو 11 23 66.440 709 1'4 0'25 0'69 10 39.600 63.125| 62.7 1.6 0* 70 1.29 I 4 12 "" " 33 " 39 Stahl bezeichnet mit o'6. Stahl bezeichnet mit o 6. و" " Gehämmert 2 × 2 3X3 4X4 " 5X5 Gegoffen 6X6 1335 1400 47-700 I'335 1400 45 800 1.597 2.000 43.300 1514 1800 39.200 1514 1-800 39.100 1694 2.250138.300 1597 2.000 38.800 97.887 48.7 28.4 0.21 0.82 10'2 5% fehn.95%/ krn. 89.480 51'2 8.8 0.38 0.97 5'2 100 Perc. körnig 78.115 55'4 4'6 0'40 091 2.8 65.493 59'9 1.8 0.60 125 1'4 62.040 630 18 0.62 128 1'4 69.910 548 27 081 1'521 2'3 66.550 58.3 2.3 0.64 1'22 17 46.300 91.807) 50° 4 46.0 0* 30 I- 73 12' 42.100 86.213 48.8 28.4 0.67 2.00 40.200 75.990 52.9 5.7 0* 74 1'44 11.8 4° 2 100 Percent fehnig. 5 Perc. fehnig 95 Perc. körnig. 100 Percent körnig. دو 13 33 * * 38.200 60.520 63.1 3'I I'17 2° 02 2° 1 19 " وو " " 3 * * 38.100 60.147 63.3 3'I I'22 2'14 2.2 دو " "" 12 33 33 36.500 84.032 43'6 27.6 1'30 2.26 12'3 10 Perc. fehn. 90 Perc. körn. دو " 3 33 37.800 64.055 59'0 2'3 1.09 I'97 2.2 100 Percent körnig. دو 33 دو Stahl bezeichnet mit o 4. Stahl bezeichnet mit o 4. Gehämmert 2 × 2 I'335 1* 400 39.200 32 " 3X3 4X4 " 5X5 Gegoffen 66 I'335 I'597 ( 1.514 1.800 29.900 1514 1.800 29.800 J1 694 2.250 28.400 1.694 2.250 28.200 1400 35.800 2'000 32.300 75.013 52'3 52 5 2 12 4'08 17'9 100 Perc. körnig 73.580 48.7 417, 2'24 4 16 16.7 30% f. 70% k. 72.260 44'7 18.6 2.32 4'32 36.500 70.787 51.6 57'6 3'13 6.02 19.1 100 Percent fehnig. 32.100 68.653 46.8 55.6 3'37 6.39 19'0 دو دو 13.8 100 Perc. körnig 30.200 69.480 43'5 35'7 2'72 5'13 2017 61 960 48.3 5.8 2.72 4'90 61.707 48.3 5.8 2.82 5'32 56.310 50'4 44 270 54.135 52 1 40 269| 5'4* 28.300 61.407 46.1 915 3.30 6.55 7: 0 15 Perc. fehn. 85 Perc. körn. * 100 Percent körnig. 33 "" " . * 5'7" 28.300 60.010 47° 2 7'1 3'17 5.79 5.8 * " د, وو " 19 * 26.200 " 3'7 " 23 33 3.2., * 26.100 55.920 50.085 52'1 46.9 6.1 3'52 4.8 * دو 22 44 3.60 * 3.7 دو "" 37 " 33 Stahl bezeichnet mit o'2. Stahl bezeichnet mit o 2. Gehämmert 2X2 I 335 1400 35.200 دو 3X3 I 335 دو 4X4 I 597 دو 5X5 Gegoffen 6X6 I 400 34.100 2'000 30.300 1514 1800 25.400 1514 1.800 25.200 ( 1.694 2.250 22.300 ( 1.694 2.250 22.100 59.940 58.7 61 3| 170| 5.00 22.5| 100 Perc. fehnig 59.387 57 4, 60˚4, 2.67 6.10 25'9 58.055 52 2 52 5 295 6.73 27 1 56.107 45 3 22 3.23 7.87 19 2 55 520 45.6 28.5 3.47 8 37 19.8 55-740 400 142 3.68 7.89 14.9 50.056 44 2 9.0 3.93,8.38 8.41 33.100 56.347 58.7 64'1 3.40 8.32 22'2 100 Percent fehnig, 31.100 55.207 56.3 62° 3 3'92 9.50 29'9 دو " دو دو 332 د" 28.400 56.86c 49° 9 50.8 3'57 8.35 20'7 دو "" دو 33 دو " * * دو 32 körng 22.900 54.447 42'1 41 3 4.16 9.60 24 I körnig. " د" 22.800 51.640 44'2 245 4.18 9'98 * 12'3 " " 32 دو 33 31 33 20.200 53.755 37.6 28.6 4'39 10.82 19 3 وو 31 35 * * 33 20.100 51.845 38.8 25'7 4.5° II 14 17 I دو د, دو د, دو " دو 33 * Diefe Proben etwas blafig. * Diefe Proben etwas blafig 28 Franz Kupelwiefer. Um den Unterfchied, der durch die Art der mechanifchen Bearbeitung, ob das folgende Verfuche 10 Zoll lange Stäbe unausgeglüht Die Probe war Querfchnitt abgedreht Art der Bearbeitung der Stäbe Gröfste Belaftung B Ausdehnung Das Hüttenwefen. 29 Stück gefchmiedet oder gewalzt wird, hervorgebracht wird, zu ftudiren, wurden durchgeführt. Io Zoll lange Stäbe ausgeglüht Belaftung Gröfste BeAusdehnung bei Ausfehen des Bruches Pf.p.Q.Z. grenze A an der Elafticitäts- laftung B von A: B Ver- Querhältnifs fchnittsAbnahme 50.000 60.000 der SchlufsBelaftung Ausfehen des Bruches Pfd. per Q. Zoll Zolle in Ptunden per Quadratzoll in Percenten in Pfunden per Quadratzoll in Percenten Stahl bezeichnet mit ro. Stahl bezeichnet mit 1'o. Gehämmert Gewalzt Gehämmert Gewalzt Gehämmert Gewalzt Gehämmert Gewalzt Gehämmert Gewalzt Gehämmert Gewalzt 12 × 12 IXI 12X12 2X2 21/ 2X21/ 2 3X3 jo 357 O'100 94.200 0357 O'100 78.600 jo 619 0300 80 500 0619 0300 72.200 ( 1009 0800 70.300 1009 0800 66.800 1335 1400 68.200 1335 1400 65.100 1597 2.000 65.600 1597 2.000 64.500 1785 2.500 61.500 1785 2.500 60.200 135.720 694 20'0 139.980 56 2 20'0 123.060 65'4 10'2 129.280 55'8 12'0 103.950 67.6 3.8 111.560 59.9 83.727 81'2 94.187 69 1 78.620 83 4 0.8 84.090 767 09 70.262 87'5 04 75.605 79.6 0'51 . 0'00 5'7 90 Perc. körnig. 69.700 122.760 . 0'00 7'3 95 " 64.800 127.980 56.8 50.6 25'0 0˚00 O'12 8.3 30'0 0.00 O'20 8.5 95 Percent körnig 80" " . 0° 00 5'3 100 31 27 66.500 117.810 56.4 12'0 0° 00 0.26 74 IOO 33 12 4.6 086 . 0° 00 6.1 33 33 61.200 118.740 51-5 18.0 0'00 0.40 6.0 90 ," 12 33 1'9 2'0 . . . . O'IO 2'0 0'52 2'5 0'37 I'3 33 0'72 0'50 07 25 33 58.600 102.160 57'4 7.6 0'07 0.68 4.8 IOO د" 3 " دو 33 33 53.700 108.740 49° 4 7.9 O'13 0.61 4'7 دو وو " 12 33 50.800 82.271 61.7 5.2 0.66 I'35 4'4 " " 22 1.6" 33 33 46.500 91.310 50° 9 5* 5 0.89 I'40 4.6 225 " دو دو 33 " 43.800 79.840 54'9 416 I'33 2° 30 3'3 دو د, . 0* 32 0.8 23 33 27 41.900 82.810 5016 5'7 1 37 2'32 3.8 " " 29 . 0.34 04 دو 17 93 46.700 70.925 65.8 1.6 I'OI I'47 1'7 33 " 222 " 2 0'30 0.6 "" 12 44.300 72.912 60° 7 2.8 1'09 I'50 2'0 32 دو دو Stahl bezeichnet mit o 5. Stahl bezeichnet mit o 5. Gehämmert) Gewalzt Gehämmert) Gewalzt Gehämmert Gewalzt Gehämmert) Gewalzt Gehämmert Gewalzt Gehämmert Gewalzt 1/ 2 × 12 IXI 1/2 X 11/2 2X2 21/ 2X21/ 2 3X3 jo 357 0100 78.300 0357 0100 46.800 fo 619 0300 49.800 0619 0300 43.100 ( 1009 0.800 46.700 1009 0800 40.500 1382 1500 44.800 1382 1'500 38.300 ( 1.694 2 250 34'700 1694 2.250 36.600 ( 1994 3'000 38.800 1994 3'000 30.400| 95.960 816 47'0 0'000'00' 6'9| 100 Perc. fehn. 90.730 51 6 43'0 110 1'95 16.0 83.720 59'5 44'7 0'21 2'30 16'0 87.760 49 1 29'3 1'02 1.84 16.2 40 77.720 60 1 38.8 0.72 2'17 12'6 100 79.280 51'1 15'8 1'10 2'12 10'2 80.920 55'4 35'5 121 2'55 19'2 65 84 073 45'6 20 8 1'38 2'57 15'9 70 78.840 440 26 2 181 3'40 21'4 80 72.585 50'4 10'3 1'55 2.80 70.080 55'4 4'4 0'66 1'24 62.393 48.7 4'4 1'20 1'98 2'5 47.800 82.120 33 " " 1 58.2 41.200 80.210 514 55'0 0.18 1.56 7'7 100 Percent fehnig. 51'0 1.62 3'15 9.8 33 دو د, 33 37 دو 40.800 51.6 78.650 54'0 1.98 3'38 15'2 دو دو دو 25 33 40.100 83.720 47* 9 39'7 I'22 2.28 II 3 70 د, 23 "" " 42.300 77.810 54'4 47 7 0.82 2.62 13'7 IOO دو د, körn. " 32 37.800 82.780 45'7 38.7 1-49 2.66 15'2 70 د" körnig. 16 16 41.300 78.893 52'4 41'2 I'39 2'71 17'7 50 3) 32 33 - 97 36.100 80.330 5416 38.9 1.80 3'21 16.8 29 37 55 31.300 66.140 47'3 45'4 3.02 5'90 14'7 60" دو 8.2 100 25 32.700 71.630 45.6 35'5 2'52 4'56 13.8 80 دو 2'3 33 37 33 23 33 29.800 69.640 42.8 27.600 8.4 2'10 3.84 7'7 IOO دو 60.193 45.8 5'4 2.16 2.60 3.8 " " Stahl bezeichnet mit o 15. Stahl bezeichnet mit o 15. Gehämmert) Gewalzt Gehämmert Gewalzt Gehämmert Gewalzt Gehämmert) Gewalzt Gehämmert) Gewalzt Gehämmert Gewalzt 12X12 IXI 12X12 2X2 21/ 2X212 jo 357 0.357 o 357 O'100 33.800 Jo619 0.300 48.600 0619 0 300 31.200 ( 1009 0.800 39.500 1'009 0800 29 300 1382 1500 36.200 1382 1'500 27.500 ( 1 694 2.250 33.600 1694 2 250 25.200 0100 57.500 72.140 797 59'0 0'000'00 10'1 100 Perc. fehn. 60.780 55'6 72'0 3'41 9'48 22 2 65.220 77'9 64'3 000 0'42 15'4" 54.560 57'2 69 7 4'59 9'98 27.8 58.110 680 58.6 0'29 2'87 130 57.960 50.6 560 310 7'40 27'3 56.093 64 5 585 044 670 29.8 57.453 478 518 3'00 7'19 28.6 95 56.820 59 1 48.8 2'02 5'90 26.4 100 57.345 43'9 31 4 3'26 7'48 20'2 31.900 56.870 56.1 75'0 2.12 "" " " 27.900 52.640 53'0 78.0 4'41 33 37 دو 17 " 33 12 " 39 33 29.900 54-790 54.6 26.800 53.210 50° 4 28.400 52.970 69.7 2'30 6.25 12.6 13.80 32'1 9'21 100 Percent fehnig. وو 33 وو 15'0 " 33 73° 3 2.84 12'79 30.8 " دو د, 53.6 69'2 1'94 8.62 19.1 د, " 2 دو دو 23 35 26.200 54.480 48.1 68.1 3.08 9* 50 22'7 "" 39 22 33 27 33 28.400 53.973 52.6 67.3 1'92 7'51 28.7 " دو " 33 29 25.800 55.779 46.3 62'2 3.28 7.88 2512 " " " دو 37 28.500 52.220 54.6 67* 9 3'20 9.30 24.8 دو körn. 29 33 23.800 53.090 44.8 60* 1 4* 48 10'45 27.7 دو 32 12 12 12 " 3X3 1994 1994 3.000 28.400 56.623 50'2 41'9 254 7'82 25 2 60 33 35 24.600 51.587 47'7 52'3 3.88 13 20 26.0 95 " " 3 3.000 22 900 52.962 43'2 57'8 4'41 1210 311 100 fehn. 20.900 50'227 41.6 64.2 5'32 18.40 32'7 IOO 27 22 3 Dicke der Probeftange in Zollen 10.000 12.000 14.000 16.000 18.000 20.000 22.000 24.000 26.000 28.000 Zugbelaftung in P unden per Quadratzoll 30.000 Längenzunahme bei allmälig erhöhter Zugbelaftung. Gewalzte Stahlbleche von verfchiedener Dicke bezeichnet mit o 15. Länge der genau parallel gearbeiteten Probeftange 100 Zolle. 32.000 Längen zunahme in Zollen Unausgeglüht 0.125 0.022 0.020 0036 0.043 0.050 0.057 0.064 0.071 0.078 0.086 0'094 0102 0111 0'121 0131 0160 0321 0'522, 0.985 0245 0027 0034 0'041 0'048 0056 0'064 0'072 0079 0'086 0'094 0102 0-110 0118 0133 0'15: 0'428 184 3'07 3.83 463 5'40 6.56 2'45 3'08 3.61 4.59 5'55 2.60 3'12 3'79 4'78 5'90 0.380 0.030 0.038 0'046 0.054 0'062 0070 0.078 0.086 0' 104 0'204 0175 2.49 0'500 0'020034 0040 0046 0.052 0058 0.064 0070 0'077 0130 0.64 1'92 0.625 0.029 0.035 0.041 0047 0.053 0'059 0.065 0.071 0'078 0'310 929| 0: 035 0.041 0.065 I'35, 2'10 I 53 4 15 Pf. pr.Quain Perc. dratzoll 2.18 38.900 55.135 70'6 5.34 35.600 54.140 65'7 25.400 48.925 51'9 2'70 3.26 8:05 10 45 14 55 7:00 8:55 11'00 14 15 27.500 50.16 54.8 7.05 8.85 11.95 26.100 49.280 52'9 049.280 Ausgeglüht O'124 0032 0039 0046 0053 0'060 0.067, 0'074 0081 0'091, 0'256 0'591 0908 138 3'19 O'255 0027 0034 00 41 0048 0'055 0'063 0'070 0077 0084 0.092 0'102 0'211 0819 1.80 0.380 0.032 0.040 0048 0056 0.064 0072 0.080 0088 0104 0'220 0'551 0'500 0.032 0.039 0.046 0053 0060 0'066 0072 0'078 0084 0112 0'330 4'92 6.25 7.85 9.98 26.700 45 460 58.7 1'08 2.56 3.60 4'24 5'20 0.625 0.625 0034 0.041 0048 0055 0.062 0069 0'076 0'084 0.124 0'346 0170 0170 2:53 3'19 3.80 4'72 5.88 7'35 3'13 4'31 5.82 6.90 8.20 10'58 1'64 2'93 4.33 5'11 6.12 7'20 9.87 13'25) 6.32 7'45 9'57 11'51 8.80 1186 29.800 49.605 60'1 25.900 46.740 55'4 27 300 49.490 55'2 4 25 200 47.455 53 I 34.000 36.000 38.000 Franz Kupelwiefer. 40.000 42.000 44.000 46.000 48.000 50.000 A Elafticitätsgrenze Belaftung an der Gröfste Belaftung B Verhältnifs von A: B 30 Schliefsliche Um die Vertheilung der Längenzunahme auf die einzelnen Theile der Länge zu ftudiren, wurde jeder Stab in 20, je 5zöllige Zwifchenräume getheilt und die Längenzunahme der einzelnen Theile gemeffen. Urfprüngliche Dimenfionen in Zollen Querschnitt in Quadratzoll Schliesslich bleibende Ausdehnung in Zollen in jedem von den 20 5zölligen Zwifchenräumen I 2 3 4 5 9 7 8 9 IO I I 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Dimenfionen in Zollen Querfchnitt in Quadratzoll Querfchnitt- Abnahme in Percenten Schliefslich bleibende Ausdehnung in Zollen Ausfehen des Bruches 100 Percent fehnig Unausgeglüht 5'21 0172 37'9 0224 59 7 10'17 2'22 X 0125, 0.277 0.12 0.12 0.20 0.26 0.21 0.17 0.16 0.16 0.21 0.22 0.20 0.20 0 32 027 028 036 037, 037 045 055 215X008 2.27 X 0245 0556 130 101 0.64 0.52 0.54 0.36 0.20 040 048 042 0.42 042 042 040 032 038 038 049 051 056 172 X 013 2.28 X 0380 0.866 0.90 1'09 1'12 138 129 131 1'00 o'90 078 0.85 0.70 0.72 0.95 1'01 1'12 1'73 1'00 0.97 0.96 0.86 1.62 X 015 2:27 X 0'500 1135 0.88 1'04 0.99 0.86 0.78 0.66 0.66 0.66 0.65 0.60 0.62 0.63 0.64 0.60 0.65 0.75 0.76 0.80 2'05 1'08 1.57 X 0'28 0'440 61 2 16 30 2.26 X 0.62 1412 097 2 29 1'01 097 0.83 072 055 070 079 081 0.90 0.99 0.80 0.72 0.55 0.80 0.86 0.87 0.80 0.80 1.50 X 0.37 0'555 60'7 17.95 097 083 072 055 070 10.80 0.86 O'251 71.0 20.64 Ausgeglüht Das Hüttenwefen. 100 Percent fehnig 0187 67.5 16.88 0.262 69.6 18.19 0403 64.3 19.15 0.521 631 17 45 2.24 X 0124 0277 045 045 040 0'27 030 040 040 045 0.80 o'98 o'98 1'28 0'54 0'48 0.53 0.65 0.56 041 0 33 0.32 1'97 X 005 0098 64.6 10.98 2.26 X0255 0576 060 0.54 0.42 0.48 0.68 0.98 0.89 0.72 0.89 0.96 0.78 0.68 0.70 0.98 105 0.83 1'08 1'93 097 0.72 170X0'11 2:27 X 0.380 0.862 0.82 0.94 2.07 0.93 0.80 0.78 104 0.90 0.7 0.73 0.81 0.96 0.93 0.93 1'12 1'00 0.78 0.64 0.62 0.61 164 X 0.16 2.26 X0500 1130 0.96 0.92 0.73 0.89 0.81 0.81 0.71 0.70 0.80 0.80 0.82 0.85 0.99 2'08 109 106 106 103 102 1'00 155 X 0'26 2.26 X 0.625 1412 0.75 0.75 0.82 0.82 0.89 1'05 1'19 1 21 2'13 092 0 88 0.82 0.79 0.68 0.65 0.61 061 066 062 0.60 1 49 X 0.35 bezeichneten Zahlen erfolgte der Bruch. Bei den mit - 3* 31 Dicke der Probeftange in Zollen 10.000 12.000 14.000 0'500 0'022 0'030 0'038 0.046 0'053 0'061 0'069 0'077 0'085 0'092 O'102 0113 0'140 0.313 0.640 1'01 0.625 0'026 0'034 0'042 0.050 0'058 0'066 0'074 0'082 0'092 O'102 0125 0'450 0.896 1.46 1* 50 Ausgeglüht O'I22 0'020 0'025 0'029 0'034 0'040 0'048 0.057 0'075 O'112 0'221 0'385 0'514 0653 0.768 0.891 1'02 O'255 0'023 0'030 0037 0044 0051 0058 0066 0.074 0.082 0092 0.108 O'152 0'297 0540 0.811 1'21 0'380 0'026 0.033 0.039 0'045 0'052 0'060 0.069 0.078 0.090 O'III o'176 0.688 0.964 1'36 171 0'500 0'026 o'032 0'038 0044 0051 0'060 0'070 0'084 0'115 0381 0.980 1'42 o'628 0'029 0035 0'042 0050 0'058 0066 0084 0'105 0136 0'497 1* 18 16.000 18.000 20.000 22.000 24.000 26.000 Längenabnahme bei allmälig zunehmender Druckbelaftung. Gewalzte Stahlbleche von verfchiedener Dicke bezeichnet mit o 15. Länge der genau bearbeiteten Probeftange 100 Zoll. Die Enden find genau rechtwinkelig abgearbeitet. Druckbelaftung in Pfunden per Quadratzoll 28.000 30.000 0.125 0'017 O'021 0'025 0'029 0'033 0.039 0.045 Längen abnahme in Zollen Unausgeglüht 39.900 0'051 0'057 0064 0'071 0078 0.085 0'092 0'099 0.108 0.120 0'135 149 0170 0'200 0.248 0'020 0'026 0'033 0'040 0'048 0056 0.063 0'070 0077 0'084 0'091 0'078 0'106 0114 0124 0136 0153 018 291 0'555 0807 36.300 0.380 0'025 0'032 0'039 0'046 0'053 0'060 0'069 0'078 0.087 0'098 0113 0 160 0'491 0.802 1'06 1'28 0165 I'13 1'25 1'39 I'55 I 74 23.300 I'74 27.500 25.200 22.700 20.100 26.500 29.800 25.500 32.000 34.000 36.000 38.000 40.000 42.000 44.000 46.000 48.000 50.000 Belaftung an der Elafticitätsgrenze Pfund pr. Quadratzoll Franz Kupelwiefer. 32 Um die Vertheilung der Längenabnahme auf die einzelnen Theile der ganzen Länge zu ftudiren, wurden die Stäbe in 20 je 5zöllige Zwifchenräume getheilt und die Längenabnahme der einzelnen Theile gemeffen. Ursprüngliche Dimenfionen in Zollen Querschnitt in Quadratzollen Bleibende Zufammendrückung in Zollen in jedem der 20 5zölligen Zwifchenräume I 2 3 4 5 227 X 0125 0'283 2'27 X 0248 0'563 2'26 X 0380 0858 2'26 X 0'500 1'130 227 X 0625 1.418 9 7 8 6 ΙΟ II Unausgeglüht 0'07 0'06 0'05 007 60.0 O'II ΟΙΟ 80.0 60.0 60.0 60.0 O'IO OI.O 60.0 OI.O ΙΟ OI.O OI.O OI.O 80.0 80.0 OI.O II.O ΟΙΟ 0.07 II.O II.O 60.0 80.0 II.O O'14 O'14 OI.O 0.08 60.0 60.0 80.0 80.0 80.0 II.O II.O ΟΙΟ O.IO I2 13 14 15 16 17 18 19 20 Ο ΙΟ Ο ΙΟ Ο ΙΟ Lo.o OI.O 0:09 0'07 O'II II.O II.O II.O O'II 0'09 0'05 90.0 Bleibende Zufammendrückung auf 100 Zoll in Zollen Ο ΙΟ 1.83 1'95 1'93 06.1 16.1 60.0 ΟΙ, Ο Ο ΙΟ II.O 60.0 OI.O 60.0 OI.O 80.0 0.08 O'12 O'12 OI.O II.O O'12 O'12 OI.O 80.0 80.0 OI.O OI.O OI.O OI.O II.O O'12 ΟΙΟ 90.0 OI.O 80.0 OI.O O'12 O'12 OI.O OI.O II.O 0'07 0.07 O'I2 0'07 0.09 OI.O 80.0 Ausgeglüht Das Hüttenwefen. 2'26 X 0122 0'275 2'26 X 0'255 0.576 227 0380 0.862 2:27 X 0'500 1'135 2.26 X 0628 1'419 II.O 80.0 0'05 I I O OI.O O'I2 O'13 0'14 O'14 O'13 O'13 OI.O OI.O II.O OI.O II.O 0.07 OI.O II.O OI.O O'12 II.O 60.0 60.0 80.0 O'13 II.O 60.0 OI.O ΟΙΟ 80.0 0.05 O'15 So.o 60.0 60.0 II.O OI.O 01.0 90.0 60.0 0.0 60.0 0'02 0.07 OI.O ΟΙΟ O. II II.O 80.0 II.O II.O 60.0 60.0 80.0 80.0 OI.O 80.0 60.0 60.0 OI.O OI.O II.O II.O O.IO 60.0 OI.O OI.O II.O OI.O 80.0 II.O OI.O OI.O 60.0 0'07 0'13 O'12 ΟΙ Ο II.O 90.0 II.O OI.O 80.0 O'12 80.0 ΟΙ.Ο II.O O'12 O'12 O'II O.IO 96.1 06.1 2'00 1'92 1'97 80.0 80.0 OI.O OI.O 60.0 60.0 60.0 O'12 33 Ausgeglüht Unausgeglüht Ausgeglüht Unausgeglüht Befchaffenheit der Probe Dimenfion in Zollen 34 Franz Kupelwiefer. Verfuche über den Einflufs, welchen eine verfchiedene Form hervorbringt. Stahlplatten von verfchiedener Dicke bezeichnet mit o 15. Ursprüngliche Ausdehnung bei Querfchnitt in Quadratzollen in Pfd. pr. Q. Zoll Belaftung an der Elafticitäts grenze A ftung B Gröfste BelaStahlplatten 10 Zoll breit; Länge gleich der Breite. in Percenten in Percenten Verhältnis zwifchen A und B Verminderung des Querfchnittes beim Bruche 40.000 Pfd. per Q. Zoll der gröfsten Belaftung Ausfehen derBruchfläche 9'95 X0'129 9'95 X 0'250 1* 283 53.300 74.915 2* 487 37.900 60.480 71'1 43'1 0'00 10* 8 62'7 48.5 O'22 28.2 9.95 X 0.380 3'781 29.500 51.456 57'3 59° 3 7'33 36.1 9'95 X 0'495 4.925 31.100 55.803 55'7 50° 0 5.82 36.4 9.95 X 0.625 6.218 28.000 52.924 52'9 55'1 6.66 37'2 9'95 X 0.124 9'95 X 0.255 9.95 X 0.380 9'95 X 0.490 1'233 35.500 57.485 61.8 57'I I'II 22'9 2'537 33.800 54.543 62° 0 60° 9 3'90 33.8 3.781 28.900 4.875 27.800 51.076 56.6 63 4 7* 39 35.8 51.338 54'2 61.0 8.70 38.5 9.95 X 0.628 6.248 25.500 50.432 50.6 62'0 9'98 34'4 Stahlplatten 15 Zoll breit; Länge gleich der dreifachen Breite. 1* 5 X 0'129 15X0'250 0'193 50.500 71.940 0'375 35.400 56.740 62'4 70° 2 47'1 0'00 135 54'2 1'03 35'5 1* 5 X 0.380 0* 570 29.300 50.345 58.2 62'5 7.81 415 15X0495 0* 742 30.800 54.425 56.6 58.6 6.04 40˚0 1.5 X 0625 01937 28.300 52'475 53'9 61.7 6.85 44'7 1'5 X 0124 I'5 X 0'255 0* 186 33.200 55.459 59* 9 60.8 1.16 28.4 0 382 30.500 52.715 57'9 63.5 4.69 40° 1 15 X 0.380 0* 570 28.100 50.350 55.8 63.6 8.23 42'0 15 X 0'490 O'735 27.900 50.842 54'9 65'1 8.79 42'5 15 X 0.628 0'942 25'700 50'025 514 64° 3 9'37 43'5 100 Percent fehnig. 100 Percent fehnig. Verfuch mit gelochten Platten von verfchiedener Dicke bezeichnet mit 0.15. In jeder Pr beplatte waren mehrere Reihen von je 5 Löchern von o 77 Zoll Durchmeffer angebracht, fomit 30 8 Percente der Breite weggenommen. Dimenfionen der Probe Breite, Dicke Querschnitt in Quadratzollen Gebohrte Löcher Unterfchied Schliefsliche Belaftung Geper per fammt Quadrat Quadrat zoll zoll Pfunde in Per% centen Schliefsliche Ausdehnung Bruches Ausfehen des Geftanzte Löcher Schliefsliche Belaftung Unterfchied Gefammt per per Quadrat Quadrat zoll zoll Pfunde Ausfehen des Bruches Unterfchied zu Gunften der gebohrten Löcher in Beziehung auf Belaftung Ausdehnung % in Percenten centen in PerSchliefsliche Ausdehnung Schliefsliche Belaftung einer vollen Platte in Pfund per Quadratzoll Unausgeglühte Platten. 12'50'129| 1.612 12'50'250 3'125 125 X 0380 4.750 90.420 144.780 188.270 56.091 18.824 25'13 5'7 46 330 39.636 14.150 23'39 14'I 11.820 22'97 17'2 12'50'495 6.187 270.290 43.680 12.123 21'72 18.7 12'5 X 0.625 7'912 319.110 40.849 12.075 22'82 19'0 100 Percent fehnig 80.850 50.155 24.760 33'05 3'2 100%/ fehn.| 7'92 2'5 129.490 41.435 169.890 35.766 19.045 15.690 31'49 9.6 8.10 4.5 74.915 60.480 30'50 13'5 7'53 3'7 51.456 189.320 30.600 25.203 45.17 3'2 95% körn. 23.45 15'5 55.803 210.71026.973 25.951 19 100% fehn. 26.22 49.04 17'I 52.924 Platten. 59.760 38.555 18.930 117.890 36.991 17.552 32.93 10 3 32.20 14.6 165.960 34.939 16.137 31.60 18.1 219.730 35.874 15.464 30 12 19 3 271.870 34.633 17.599 31 32 20 7 100 Percent fehnig 7.08 7.18 5.85 I 2 57-485 6.70 1* 5 6.74 I'3 54.543 51.076 I˚7 51.338 I 2 50.432 Ausgeglühte 12 5 X 0124 1.550 12.5 X 0.255 3.187 129.490 12.5 0.380 12.5 X 0.490 12.5 X 0.628 4* 750 182.310 6.125 7.850 241* 970 39.505 64.970 41.916 40.631 13.912 38.381 12.695 11.833 15.569 27.08 115 25.50 16.3 24.86 19 4 23.04 21° O 300.320 38.257 12.175 24 14 21'9 100 Percent fehnig Das Hüttenwefen. 35 O'125 2'33 Dicke der Scheibe in Zollen 250.00 50.000 36 Franz Kupelwiefer. Gewalzte Stahlplatten bezeichnet mit 0'15 verfucht auf Widerftand gegen Ausbauchung. Durchmeffer der Scheiben 12 Zoll, Durchmeffer des Unterlagsringes 10 Zoll. Bei einer Belaftung in Pfunden Schliefsliche 75.000 100.000 125.000 war die Ausbauchung in Zollen 0.625 0° 44 0.97 I 33 1.61 0* 500 0.68 I 20 1.58 1.93 2° 28 2.73 150.000 175.000 200.000 Ausbauchung in Zollen Belaftung in Pfunden Unausgeglüht. 1* 92 2* 15 2'42 2177 3'44 219.310 nicht angeriffen 3.33 160.890 " 0.380 0.89 1* 51 2* 01 2.68 O'255 1.09 1.86 3* 22 105.070" دو 3.11 71.540 0* 124 1* 36 3.00 32.485 verbogen 0.625 0* 45 0.98 1* 36 1.67 1* 96 2'19 2.48 2.88 3* 44 212 060 nicht angeriffen 0* 500 0.65 1.16 I- 53 1.86 2* 21 2.62 3.33 164.580 " 0* 380 0* 92 I* 55 2° 06 0* 245 1.03 1.68 2.81 3'22 104 620 3.11 72.060 " 3 " " " 0* 125 1.58 3.00 28.310 37 verbogen Ausgeglüht. 0.625 0* 52 1.03 I- 41 I'72 2° 03 2* 27 2.62 3* 14 3'45 201 770[ nicht angeriffen 0* 500 e.73 1* 28 1* 70 2.06 0* 380 0* 94 1.58 2* 14 2.46 2.99 3.34 150 740 دو 3.23 97.830 د" " 0* 255 1* 32 2.18 3.12 59* 970 31 29 دو 0* 124 2.25 3.04 25.820 verbogen 0.625 0° 54 1.06 1° 45 1* 79 2'12 2.38 2'75 3° 45 194 240 nicht angeriffen 0* 500 0* 72 1* 26 1.67 0* 380 1* 04 1.69 2* 28 2° 02 2.43 2.94 3* 34 157* 720" 33 3.23 93.380 32 27 0* 245 1* 34. 2.25 3.12 58.880 9 , "" 3.04 25'050 دو " verbogen Anmerkung Das Hüttenwefen. 37 Lesjöfors bewährte feinen alten Ruf und erzeugt aus LancaſhireEifen, Drähte, Drahtfeile, letztere auch aus verzinkten Drähten, fo wie Martinſtahl für denfelben Zweck und zur Fabrication von Werkzeugen. Die Qualität desfelben fowohl in den härteren wie weicheren Nummern ift eine vorzügliche. Bofors hat in der Gröfse der Production wefentliche Fortfchritte gemacht, indem es feit 10 Jahren diefelbe verdreifsigfachte. Es erzeugt dasfelbe vorzüglich Stabeifen, Nageleifen, Drahteifen, fowie Spaten, Schaufeln etc. Hervorzuheben ift die Ausftellung des Eifenwerkes Schifshyttan, Eigenthum des Herrn Alexander Keiller jun., welches aus Svartberger Erzen Spiegeleifen erzeugt, welches fich feines hohen Mangangehaltes wegen vorzüglich zum Rückkohlen bei Durchführung des Beffemer- und Martinproceffes eignen würde. Die zur Erläuterung beigegebene Analyfe zeigt folgende Zufammenfetzung: Eifen. Mangan Kohlenftoff Kiefel Schwefel 75.100 20.350 3.800 0.254 0.010 0.029 Phosphor Kupfer Spur Die bei der Erzeugung diefer Roheifen- Sorte abfallende ausgeftellte Schlacke ift dunkelgrün und nahe undurchfichtig. Sundström ftellte von feinem Werk Charlottenberg in Wermland aufser Erzen, Roheifen, Torf, Stabeifen, alle Gattungen von Schnitt- und Schienennägeln von vorzüglicher Qualität aus. Finspong, eines der wichtigften und bekannteften Eifenwerke Schwedens, ftellte Erze, Roheifen, Gufswaaren, Kanonen, Hartgufs, Schalen- Gufsräder, Projectile, getemperten Gufs, fo wie Stabeifen, Mafchinen etc. aus. Der wichtigfte Betriebszweig, die Kanonengiefserei, erlitt in Folge der gröfseren an die Gefchütze geftellten Anforderungen wefentliche Veränderungen. Die Gefchütze, welche früher ohne Ausnahme unmittelbar aus dem Hochofen gegoffen wurden, werden jetzt, um eine gröfsere Feftigkeit zu erzielen, aus im Flammofen umgefchmolzenem Roheifen erzeugt. Die fchweren Gefchütze werden aufserdem mit Stahlringen armirt, um ihre Feftigkeit zu vermehren.. Bezüglich der Erzeugung von Panzer durchbrechenden Hartgufs- Projectilen haben fich Finspong und Ankarsrum vereinigt, um eingehende gröfsere Beftellungen rafch effectuiren zu können. Beide Werke wenden die gleiche Fabricationsmethode an, und decken nicht blofs den inländifchen Bedarf, fondern übernehmen auch Lieferungen ins Ausland. Ferna erzeugt auf feinem Hochofen zu Finnbo Spiegeleifen, welches 6 und 10 Percent Mangan hält und feiner übrigen Zufammenfetzung nach als vollkommen verwendbar anzufehen ift. Die beiden Hochöfen von Björnhyttan und Trummelsberg hingegen erzeugen Roheifen für die Frifchereien in Ferna, welche ausfchliefslich die Lancaſhire- Frifchmethode verwenden. G.& A. Lurmann& Comp. von Gunebo erzeugen vorzüglich Draht und ftellten unter Anderem Walzendraht 800 Fufs lang mit einem Gewichte von 156 Pfund aus. Bezüglich des Hochofen- Proceffes haben wir in Schweden wenig Fortfchritte hervorzuheben. Die vielen meift ziemlich kleinen Hochöfen konnten nicht vergröfsert werden, da es nicht möglich war, an einzelnen Orten entfprechende Mengen von Holzkohle zu concentriren, wefshalb fich auch die Betriebsrefultate wenig änderten. Hingegen werden die Gafe ziemlich vollſtändig ausgenützt. Als der einzige Fortfchritt kann vielleicht die regelmäfsige Erzeugung von manganreichem Spiegeleifen auf den Hochöfen von Schifshyttan und Finnbo bezeichnet werden. 38 Franz Kupelwiefer. Bei der Erzeugung von Stabeifen geht man ziemlich allgemein von der alten, Kohle verfchwendenden fchwedifchen Wallonfchmiede zur LancaſhireSchmiede über, was um fo gerechtfertigter erfcheint, als die Qualität des mit letzterer Methode erzeugten Eifens eine weitaus gleichförmigere und beffere ift. Bei der Bearbeitung des Eifens findet man allmälig mehr und mehr Walzwerke angewendet, und verdient unter diefen als Neuerung das zu Forsbacka gebaute Reverfir- Walzwerk mit zwei Turbinen von entgegengefetzter Schaufelung erwähnt zu werden. Wefentliche Fortfchritte machte Schweden in den letzten Jahren bezüglich der Anwendung des Beffemerproceffes. Während in Schweden diefer Procefs bei feiner Einführung zuerft brauchbare Refultate gab, ging es verhältnifsmäfsig langfam vorwärts. Erft als man von dem ftehenden Ofen zu den beweglichen englifchen Oefen überging, wurden wefentliche Fortfchritte erzielt. Beffemerhütten waren im Jahre 1871: 7 mit je 2 Oefen in Betrieb, und zwar in Sandviken, Weftanfors, Svartnäs, Bäcka mit beweglichem Ofen, und 3 andere Werke mit alten ftehenden Oefen, die jedoch ebenfalls umgebaut werden follen. Im Jahre 1872 wurden 4 gröfsere Werke gebaut, und zwar zu Forsbacka, Abäckshyttan, Längshyttan und Iggefund; im Jahre 1873 wurden in Bau genommen Längbanshyttan und Ulfshyttan etc., fo dafs Schweden in kurzer Zeit 13 bis 14 Beffemerhütten mit je 2 Converten in Betrieb haben wird. Der Einfatz per Charge beträgt 50 bis 80 Zollcentner. Die neuen Anlagen zeichnen fich vorzüglich durch fehr kräftige Gebläfemafchinen aus. Als Fortfchritt ift noch die Einführung des Martin- Siemensproceffes anzufehen, welcher in den Hütten von Munkfors, Lesjöfors, Udeholm etc. Eingang fand und vorzügliche Refultate liefert. An Tiegel- Gufsftahl wird nur wenig erzeugt, ebenfo an Puddlings- und Herdfrifch- Stahl, und find diefsbezüglich wenig Fortfchritte zu verzeichnen. Norwegen. Norwegen erzeugt in 18 kleinen Eifenhütten mit etwa 1300 Arbeitern jährlich 125.000 Centner Roheifen, 35.000 Centner Gufswaare und etwa 80.000 Centner Stabeifen, und bedient fich bei der Eifenfabrication beinahe ausfchliefslich des Holzes und der Holzkohle. Die Fabrication von Eifen entſpricht dem Verbrauche nicht und werden jährlich an 124.000 Centner Eifenwaaren eingeführt. Ausgeftellt hatte Jacob A all& Sohn, Eifenwerk- Befitzer zu Naes und Egeland per Tvefteftrand, Roheifen und daraus in Frifchfeuern erzeugtes und gewalztes Stangeneifen, Stahl in Stangen und in grofser Auswahl von vorzüglicher Arbeit aus Stahl erzeugte Werkzeuge, wie Feilen, Beile, Mafchinenmeffer und Hobeleifen etc. Nach den ausgeftellten Qualitätsproben ift fowohl Eifen wie Stahl gut zu nennen, fowie auch die daraus erzeugten Producte fchön ausgeführt find. Von den 9 Giefsereien, welche in Norwegen beftehen, hat nur Wingaard aus Bergen ausgeftellt. Dänemark erzeugt kein Eifen. Belgien. Belgiens Metall- und vorzüglich Eifeninduftrie ift als grofsartig bekannt, es vermag dasfelbe, ungeachtet des eigenen grofsen Verbrauches, nicht unbedeutende Mengen an Eifen und Eifenfabricaten zu exportiren. Das Hüttenwefen. 39 Wenn man die Ausfteller nach dem belgifchen Specialkatalog der Reihe nach durchgeht, fo find befonders hervorzuheben: Chaudoir Charles& Hyacinthe zu Grivegnée mit einem grofsen Affortiment von meift fehr dünnwandigen Röhren aus Schmiedeeifen von dem kleinften Durchmeffer bis über 6 Zoll und einer Wandftärke von 3 bis 4 Linien. Die Röhren find nach den ausgeftellten Proben gezogen, und wenn fie auch theilweife gewalzt find, doch dann nochmals überzogen. Viele Qualitätsproben zeigen die Vorzüglichkeit diefer Producte. Eifenröhren von Extraqualität mit oder ohne Kupferftutzen für Locomotive, Röhren aus Homogenmetall, auf einer Seite verfchloffen, find befonders hervorzuheben. Victor Gillieaux& Comp. zu Charleroi erzeugen aus belgifchem, englifchem und fchwedifchem Roheifen, von welchem 14 verfchiedene Sorten ausgeftellt find, Luppeneifen verfchiedener Qualität( meift 5 Sorten) und daraus Bleche für Schiffe, Refervoirs, Brücken, Keffel, Locomotive etc. Flacheifen, befonders breites, von welchem Mufter von 150 bis 600 Millimeter Breite ausgeftellt find. Diefes Etabliffement befafs in Belgien das erfte Univerfal- Walzwerk. Brückeneifen wird geliefert mit einer folchen Feftigkeit, dafs dasfelbe erft bei einer Belaftung von 39 bis 40 Kilogramm per Quadratmillimeter reifst. Bleche von 6 Millimeter Dicke reifsen nach Verfuchen, welche von der franzöfifchen Marine durchgeführt wurden, erft bei einer Belaftung von 36 Kilogramm per Quadratmillimeter. Als Specialität der Erzeugung ift noch geripptes Blech fürTreppen, Fufsböden etc. zu erwähnen. Société anonyme des lamin oirs de Chatelet bei Charleroi ftellte alle Gattungen Weicheifen in Form von Stabeifen, vorzüglich aber von Bandeifen aus. Die Bandeifen- Fabrication ift eine Specialität diefes Werkes und ftellte dasfelbe unter Anderem auch Bandeifen- Sorten von 20 Millimeter Breite, 1'25 Millimeter Dicke und 85 Meter Länge aus. Lackirte und mit Theer eingebrannte Bandeifen zum Einbinden von Ballen werden ebenfalls erzeugt. Goffin Jofef in Clabecq bei Hall ftellte aus feinen Giefsereien fehr hübfche Gufsröhren von verfchiedenen Dimenfionen, aus den Walzhütten und Schmieden viele Sorten von Façoneifen- Blechen, Platten bis zu 8000 X 1000 X 30 Millimeter, fowie feine Bleche, gefchmiedete Achfen für Locomotive, Tender und Waggons aus. Jova Delhid& Comp. in Lüttich erzeugen aus Feinkorn- Eifen Bandagen ohne Schweifsung; das paquetirte und gefchweifste Feinkorn Eifen zeigt einen fehr fchönen, gleichen Bruch. Feines Rundeifen, daraus erzeugter Draht, feine Bleche verzinkt und gewellt für Dächer, Brückenbleche etc. find in fchöner Weife vertreten. Ufines de Colonfter von Raikem- Verdbois& Comp. erzeugt der Hauptfache nach vier Sorten von Blechen und zwar: I. aus Holzkohlen- Roheifen, polirte Bleche 2. " 3. Coaks- Roheifen 99 4. 79 ordinäre polirte ordinäre 11 Von jeder diefer 4 Sorten werden 14 Nummern von Blechen erzeugt, welche je 2 Meter lang, I Meter breit find und nach den Nummern folgende Dicken und Gewichte zeigen: Nr. 15 02 Mm. dick, 3.05 Kil. fchwer Nr. 7 0 102 Mm. dick, 1680 Kil. fchwer " I4 0.2 3.01 27 وو 99 99 6 0.093 11 99 ,, 13 0.158 د, 11 2'45 19 21 5 0.093 31 99 1* 35°" 1.35°" وو ") 12 17 0.145 11 ,, 2.25 17 27 II 97 Ο 13Ο " 1 2.05 ,, 27 IO و, Ο 13Ο 2.02 19 ,, ,, د, دو وو 4 0.083 17 3 0.078 I 300 I'220 و, 2 0.072 I'I20 وو 27 د, وو. وو و, وو 11 9 0130 2.00 I 0.066 I'O20 97 "" 22 8 O'122 39 19 12 1.90 د, و, ,, 17 دو >) 40 Franz Kupelwiefer. Wenn gleich bei diefer Numerirung weder in der Dicke noch in der Gewichtsabnahme bei den auf einander folgenden Nummern ein Syftem beobachtet werden kann, fo ift doch die Qualität der ausgeftellten Bleche eine fehr gute, und die polirten Bleche find recht fchön und verlieren beim Liegen wenig von ihrer Politur. Gebrüder Schuhmacher in Châtelineau erzeugen Stabeifen, Walzendraht rund und viereckig in vier verfchiedenen Qualitäten, darunter vorzüglich Ketteneifen, fehr kleine Façoneifen- Sorten von felbft fehr verfchiedenen Querſchnitten. Es wird befonders auf Qualität hingearbeitet und fowohl Feinkorn Eifen, fowie weiches Eifen erzeugt. Franz Sillyé Pauwels erzeugt in feiner Hütte zu Regiffa bei Huy drei Sorten von Blechen, und zwar: 1. Bleche polirt aus Holzkohlen, Coaks- Roheifen und Stahl( Beffemerftahl) nach folgenden Nummern und Dimenfionen: Polirte Bleche aus Holzkohlen Roheifen: Nr. I I 3.000 - 1.250 0.1 Millimeter und o 8 Kilogramm per Quadratmeter " 2 2.500 - 1.250 ΟΙ 0.8 " 9 " " 99 " 9 " 3 2.500 - 1.250 - " 9 4 3,000 - 1.250 0 15 0.15 0.2 I'2 " 99 " " " F 1.6 " " " 79 5 3.000 - 1.250 - 0.2 1.6 1 " " " " 6 79 3.500 - 1.250 0 45 " 29 3.6 " 29 " 9 " 7 2.500 - 1.250 - 0.5 29 40 " " 8 99 2.500 1.250 - 0.5 י " 40 " 9 94 " 9 9 3.500 1.250 0.6 17 4.8 16 99 " IO " 3.000 - I I " 29 29 13 29 " 12345 3.000 2.500 2.500 - 1.250 0.65 1.250 " 512 " " " 0.65 22 512 16 77 " - 1.250-0.75 6.0 99 " 99 99 - 1.250 0.8 " " 6.4 " " 14 2.500 2.500 - - 1.250 I.250 - 0.8 77 F " 6-4 99 0.9 6.8 " " " 46 99 Nr. 16 2.500 - Polirte Bleche aus gemifchtem Eifen: 1.25004 Millimeter und 3.2 Kilogramm per Quadratmeter 17 2.500 - " 18 2.500 - 1.250 0.5 1.250-0.55 " 9 40 י 29 " 99 44 " " " 19 3.000 - 1.250 - - 0.7 27 " 5.6 " " " 20 27 3.000 1.250-0.7 " 5.6 " 99 2 I " 2.500 1.250 - 0.8 29 6.4 " " Nr. 22 2.500 29 23 2.500-1.250 0.55 Polirte Beffemerbleche: -1.25005 Millimeter und 4'0 Kilogramm per Quadratmeter - 99 99 44 " " " " 24 2.500-1.250 0.55 " 9 44 " 97 99 99 25 2.500 - 29 26 2.500 99 27 3.000 - " 28 3.000 99 29 3.000 99 30 2.000 " 1.250 0.6 " " 4.8 " 99 99 - 1.250 0.6 " 4.8 " I.250 0.6 16 4.8 99 " 9 " 1.250 0.65 29 5.2 " " 9 29 1.250 - - - 0.7 0.75 97 99 " 5.6 6.0 29 27 " " " " 1.250 2. Bleche für getiefte Waare: Polirte Bleche von 1.500-7500.65 bis 0.80 Millimeter. وو 27 Extraqualität 1.500 - 75° 0.65 bis o 80 Millimeter. Das Hüttenwefen. 41 3. Dachbieche von 1.422- 711 Millimeter und 45 Kilogramm per Tafel. 948-632 99 2.8 99 وو Das äufsere Ausfehen, fowie die beigelegten Qualitätsproben zeigen eine fehr empfehlenswerthe Qualität. Societé anonyme de la fabrique de fer d'Ougrée erzeugt überwiegend weiches Eifen und hat in grofser Anzahl Bruchproben mit fehnigem Gefüge und tadellofer Qualität ausgeftellt. Proben von kaltgebogenen Blechen von 6 bis 9 Linien Dicke zeigen, obwohl fcharf zufammengebogen, keine Spur eines Riffes etc. Von Fabricaten find vorzüglich ausgeftellt: Achfen und Bandagen aus Eifen und angekauftem Stahl, breites Univerfaleifen, Bleche von grofsen Dimenfionen, wie z. B. von II.500 X 800 X 4 Millimeter. Societé anonyme de Marcinelle et Couillet erzeugt aus belgifchen und Luxemburg'fchen Erzen zu Couillet und Châtelineau Roheifen, welches verpuddelt und auf Feinkorn und Weicheifen verarbeitet wird. Die Hauptfabricate beftehen in Schienen mit harten Köpfen, T und doppel T- Eifen, Rinneneifen, Façoneifen für eifernen Unterbau bei Bahnen, Rund- und Quadrateifen. Als Specialität ift die Erzeugung von aus einem Stück gefchmiedeten Rädern für Grubenbahnen zu erwähnen. Diefe Anlage befchäftigt bei 6500. Arbeiter. Societé anonyme des charbonnages, hauts fourneaux et lamminoirs de l'Espérance. Diefe Gefellſchaft befitzt eigene Kohlen- und Eifenftein- Gruben und erzeugt per Jahr 5 bis 600.000 Centner Roheifen in vier Hochöfen, welches gröfstentheils auf Bleche, theilweife auf Stabeifen- Sorten verarbeitet wird. Unter den Blechen find Glanzbleche, dreffirte und verzinnte Bleche recht hübfch ausgeftellt. Beffemerbleche werden aus angekauftem Materiale erzeugt. Die Gefellſchaft befchäftigt bei 3000 Arbeiter. Societé anonyme des forges de Zone zu Marchienne erzeugt fowohl Roh- und Feineifen, Bleche, Façoneifen und Eifenbahn- Materiale von bekannter Qualität. Societé anonyme de hauts fourneaux, ufines et charbonnages de Scleffin ftellte ein Sortiment von Roheifen vom grauen bis zum grobftrahligen und daraus erzeugtes Luppeneifen, fowie daraus erzeugte fchwere Façoneifen- Sorten, wie Winkeleifen, I- und Eifen bis zu einer Länge von 20 Meter aus. Nebenbei find aber auch die kleinften Façoneifen- Sorten recht fchön vertreten. Scleffin hat auch einen Martinofen und hat die Producte desfelben recht fchön in Form von Rundftahl und Schienen ausgeftellt. Societé anonyme John Cockerill in Seraing. Diefes Etabliffement, welches in der Entwicklung des Eifenhütten- Wefens am Continente eine fo hervorragende Stellung einnimmt, ftellte alle Rohmaterialien und die daraus erzeugten Fabricate, vom Erze und den Kohlen angefangen, bis zum fertigen Locomotiv und anderen Mafchinen aus. Das Etabliffement, welches gegenwärtig in feinen Kohlengruben mit 2400 Arbeitern bei 7 Millionen Centner Kohlen erzeugt und einen Theil auf 2.8 Millionen Centner Coaks verarbeitet, producirt in 5 Hochöfen 1'1 Millionen Centner Roheifen. Die Hochofen- Anlage wird durch den Bau von 4 neuen Hochöfen bedeutend erweitert. Diefes Werk ift das einzige Belgiens, welches eine Beffemerhütte in Betrieb hat und mit 4 Convertern 340.000 Centner Ingots per Jahr erzeugt; 6 Converters find in Aufftellung, um diefe Anlage zu erweitern. Die Walzhütte erzeugt bei 800.000 Centner Schienen und verfchiedene Sorten Walzeifen. Die Giefsereien, Schmieden, Keffelfchmieden, Mafchinen- Werkstätten verarbeiten einen grofsen Theil des erzeugten Eifens. Das Werk befchäftigt bei 900 Arbeiter und verfügt über Maſchinen von 7800 Pferdekräften. Die Ausftellung an Eifenfabricaten, mit Ausnahme der fertigen Mafchinen, war für ein fo grofses Etabliffement verhältnifsmäfsig wenig anfprechend und zeigt in der Fabrication nichts Neues. Recht hübfch find übrigens die Schmiedeftücke und die Fabricate der Stahlhütten. 42 Franz Kupelwiefer. Societé des laminoirs, forges et fonderies de Jemmapes bei Mons ftellte Roheifen in allen Dimenfionen, façonirtes Eifen für Eifenconftructionen etc. aus. Als Specialität, Qualitätseifen zur Fabrication von Kabelketten, garantirt für eine Belaftung von 45 Kilogramm per Quadratmillimeter. An Façon eifen find befonders hervorzuheben: Winkeleifen von 13 bis 127 Millimeter Schenkelbreite, ungleichfchenklige Winkel bis zu 150 und 90 Millimeter, Schienen, U- und T- Eifen etc. Hervorzuheben find noch Gufsftücke, welche current bis zu einem Gewichte von 300 Centnern roh oder bearbeitet geliefert werden. Was die Fortfchritte, welche Belgiens Eifeninduftrie in der letzten Zeit machte, anbelangt, fo ift nur verhältnifsmäfsig wenig zu verzeichnen. Man bemühte fich überwiegend, die bereits vorhandenen Einrichtungen entſprechend auszunützen und zu erweitern. Wenig gefchah in der Vergröfserung der Hohöfen, indem erft jetzt mehrere gröfsere Bauten in Angriff genommen wurden. Auffallen mufs es, dafs ungeachtet der guten Refultate, welche in Seraing beim Betriebe der Beffemerhütten erreicht wurden, diefe Hütte die einzige blieb und bei diefer auch erft in der neueften Zeit ein Neubau, eine Vergröfserung in Angriff genommen wurde. In neuefter Zeit foll auch in der Nähe von Seraing von einer anderen Gefellfchaft der Bau einer neuen Hütte begonnen worden fein. Auch die Einführung des Martinproceffes fchreitet nur fehr langfam vorwärts und wir fanden nur die Producte eines Martinofens( Scleffin) ausgeftellt. Es ift daher Belgien in der Erzeugung von Stahl, foweit aus den ausgeftellten Gegenständen gefchloffen werden kann und weitere erklärende Notizen meift nicht beigegeben und felbft mit aller Mühe nicht zu erfragen waren, im Verhältnifs zu anderen Ländern mehr als zu erwarten war, zurückgeblieben. Bezüglich der Fabrication von Schwarzblechen hat Belgien feinen alten Ruf bewährt. Deutſchland. Nicht zu leugnen ift, dafs die Ausftellung der deutfchen Montaninduftrie nicht blofs fchöne Ausftellungsftücke enthielt, fondern vorzüglich fchon defshalb befonders erwähnenswerth ift, weil diefelbe fyftematiſch zufammengeftellt und wenn gleich viele grofse Werke gar nicht ausgeftellt haben, dennoch ein richtiges Bild über die Gröfse der deutfchen Montaninduftrie gegeben war, weil alle Objecte fo viel als möglich an einem Punkte vereint ausgeftellt waren. Gerade dadurch, dafs diefe Einigung bezüglich der Aufftellung von Seite der deutfchen Regierung ange ftrebt wurde, war es möglich, ein impofantes Bild zu geben; es ift der Eindruck, den diefe Ausftellung hervorbrachte, ein mächtiger. Was die Productionsverhältniffe anbelangt, fo mögen diefelben aus folgenden Tabellen entnommen werden, welche fo vollständig als möglich zufammengeftellt wurden: An Roheifen wurde erzeugt in den Zollvereins- Staaten: im Jahre Zollcentner in Preufsen 1871 24,144.263 Baiern 1870 99 959.151 Sachfen 1070 255.060 " " 9 Württemberg 1871 201.42 1 " Thüringen 1870 23.933 Anhalt 1870 8.296 29 im Grofsherzogthum Heffen. 1870 244.886 in Oldenburg 1870 7.484 Braunfchweig 1870 421.333 وو " 9 Luxemburg. 1870 2,588.814 Elfafs- Lothringen 1872 4.441.401 Zufammen 33,296.042 Das Hüttenwefen. 43 Vollkommen richtig ift es allerdings nicht, die Productionsmengen der einzelnen Länder von verfchiedenen Jahrgängen zu addiren, es gefchah jedoch nur, um ein annäherndes Bild über die Gröfse der Fabrication zu geben. Intereffant und detaillirt find die über Preufsen, den Hauptproducenten Deutſchlands, veröffentlichten Daten, welche hier fpeciell für das Jahr 1871 folgen follen: Erzeugte Steinkohlen Braunkohlen Zollcentner 531,340.875 Anzahl der Hochöfen. davon in Betrieb Erzeugtes Roheifen Gufswaare aus Erzen Davon wurden erblafen: mit Coaks Holzkohlen 99 Coaks und Holzkohlen " 137,524.902 Summe 668,865.777 336 263 23,506.924 637.339 Summe 24,144.203 22,362.911 1,328.481 452.871 Gufswaaren Erzeugung: Zufammen an Roheifen 24,144.263 von Hochöfen. durch zweite Schmelzung 637.339 5.052.605 Zufammen an Gufswaare 5,689.944 An Weicheifen wurde erzeugt: Stabeifen und Schienen Schwarzblech Weifsblech Draht.. An Stahl wurden producirt: Herdfrifchftahl Cementftahl Puddlingsftahl Gufs- und Flufsftahl 13,382.850 1,840.159 157.443 1,091.042 Summe 16,47 1.494 20.430 20.000 653.44 I 2,963.3 13 Zufammen 3,657.184 Raffinirter Stahl. 178.973 Der Roheifen- Verbrauch war in diefem Jahre 32,474.926 Zollcentner, fomit wurden eingeführt 8,331.000 Zollcentner. Bezüglich der Reihenfolge der Betrachtungen über die einzelnen Ausfteller und deren Ausftellungsobjecte wollen wir uns an den amtlichen Katalog der Ausftellung des deutfchen Reiches halten. Oberfchlefien. Vereinigte Königs- und Laurahütte erzeugt in 13 Hochöfen 1,850.000 Centner Roheifen, welches in 3 Feinfeuern, 8 Umfchmelzöfen, 120 Puddlingsöfen, 42 Schweifsöfen mit 16 Walzenftrafsen auf 120.000 Centner 44 Franz Kupelwiefer. Gufswaare und 1,400.000 Centner Stabeifen, Blech und Schienen verarbeitet wird. All' die erwähnten Producte find in würdiger Weife durch Proben, felbft von fehr guter Qualität, was fehniges Eifen anbelangt, vertreten. Die Producte finden theils auf dem deutfchen, theils auf dem ruffifchen Markte Abfatz. Befchäftigt find dafelbft 4558 Arbeiter. Die in der Königshütte ftehende Beffemeranlage mit zwei Convertern ift fchon längere Zeit aufser Betrieb. A. Borfig's Berg- und Hüttenverwaltung zu Borfigwerk bei Biskupitz. Die Hüttenanlage ift verhältnifsmäfsig neu und fehr fchön. Diefelbe befitzt 4 Hochöfen, 40 Puddlings und 21 Schweifsöfen, 3 Martinöfen etc. und producirte 1872 mit 1542 Arbeitern 400.000 Centner Roheifen, 26.000 Centner Gufswaare, 300.000 Centner Walzeifen und 26.000 Centner Martinftahl, welch' letzteres Product als Specialität diefer Hütte anzufehen ift. Um möglichst gute Qualität zu erzeugen, wird aus manganhältigen Erzen von Neu- Beuthen Roheifen erzeugt, diefes verpuddelt und die auf diefe Weife erzeugten Rohfchienen zur Erzeugung des Martinftahls verwendet. Die Qualität des erzeugten Productes fcheint nach den ausgeftellten Proben in der That ganz vorzüglich zu fein und find Stahlbleche von 5.300X1700X13 Millimeter im Gewichte von 19 Zollcentnern, aufgebördelte Feuerboxbleche ausgeftellt, welche fehr gute Qualität zeigen. Eine zweite Specialität befteht in der Erzeugung von grofsen Puddlingsluppen von 20 und mehr Centnern, welche vornehmlich zur Fabrication von grofsen Blechen verwendet werden. Bruchftücke zeigen ein fchönes, gleichförmiges Korn. Eine dritte Specialität diefer Hütte ift endlich die Erzeugung von Stahl-, Schmiede- und Prefsftücken für den Locomotiv- und Waggonbau. Die ausgeftellten Stücke zeigen eine grofse Fertigkeit in der Erzeugung von Façon- Schmiedeftücken und die mit diefen Stücken durchgeführten Proben eine vorzügliche Qualität. Königliche Eifengiefserei in Gleiwitz. Diefe Hütte führte am Continente zuerft den Hochofen- Betrieb mit Coaks ein. Das in zwei Hochöfen erzeugte Roheifen wird überwiegend zur Darstellung von Gufswaare verwendet, zu welchem Zwecke dasfelbe meift umgefchmolzen wird. Unter den ausgeftellten Gegenständen find befonders hervorzuheben emaillirte Röhren für Pumpenfätze in Gruben, bei fauren Wäffern anwendbar, um diefelben dauerhafter zu machen. Sehr intereffant ift auch die Sammlung von Zeichnungen, welche dazu beftimmt ift, die Fortfchritte beim Betrieb der Coaks- Hochöfen, welche in Gleiwitz gemacht wurden, darzuftellen, indem man die Dimenfionen der Hochöfen- Zuftellungen, fowie die damit erzielte Production von den Jahren 1799, 1829, 1854, 1872 bildlich nebeneinander ftellte. Die wichtigften Daten, die aus diefer Zufammenftellung entnommen werden können, find folgende: Dimenfionen der Hochofen- Zuftellung in den Betriebsjahren: Höhe des Ofens in Metern Durchmeffer an der Gicht " im Kohlenfack " am Geftelle Faffungsraum in Cubikmetern Wochenproduction in Zollcentnern 1799 1829 1854 1872 II 18 13 14 0.96 15.04 13.40 1.38 194 3.82 3:45 314 470 5.34 0.94 0.63 40 31 48 14 274 500 2:56 220.70 0.94 117.58 1125 5000 Man kann aus diefen wenigen Zahlen entnehmen, dafs man lange bemüht war, in Oberfchlefien die Betriebsverhältniffe der Hochöfen nur dadurch zu verbeffern, dafs man die Hochöfen höher machte, während eine entſprechende Erweiterung der Oefen, fowie die dadurch erzielte Volumsvermehrung erft dazu beitrug, die Production wefentlich zu fteigern. Gleiwitz befchäftigt bei 700 Arbeiter und erzeugte im Jahre 1872 bei 188.000 Centner Roheifen und 119.000 Centner Gufswaare. Als Fortfchritt wird Das Hüttenwefen. 45 fowohl in Gleiwitz wie an den übrigen Hütten Schlefiens die allgemeine Verwendung von eifenreichen Schlacken zur Roheifen- Production bezeichnet. Wilhelm Hegenfcheit's Baildonhütte zu Kattowitz und Drahtwerk zu Gleiwitz zeichnen fich durch verhältnifsmäfsig gute Qualität der ausgeftellten Producte aus und ift die garantirte Tragfähigkeit der ausgeftellten Ketten eine ziem lich hohe. Nicht zu überfehen ift die Ausftellung der Redenhütte bei Zabrze, welche fich vorzüglich durch die Gröfse ihrer Coaksproduction, welche 1,000.000 Centner erreicht, auszeichnet. Die Roheifen- Production beträgt bei zwei Hochöfen 450.000 Centner und find als Beleg für die Schwierigkeiten, mit welchen der Hochofen- Betrieb zu kämpfen hat, Analyfen der dafelbft verwendeten Erze beigegeben, aus welchen zu entnehmen ift, dafs die Erze nur 21 bis 32 Percent Eifen, hingegen aber auch 40 bis 49 Percent Kiefelerde enthalten. So arme Erze find aber eben nur unter fonft fehr günftigen Verhältniffen, wie fie dafelbft beſtehen, zu verarbeiten. Zu erwähnen find noch die Ausftellungen von Ruffer zu Piela und die der Hohenlohehütten. Niederfchlefien. Das Eifenhüttenwerk von B.& O. Glöckner zu Tfchirndorf bei Halbau fabricirt nach dem Katalog als Specialartikel aus Flufsftahl, Stahlgufs genannt, Artikel und darunter vorzüglich fchöne Bremsblöcke für Bahnen. Nach dem Bruchausfehen der ausgeftellten Gegenftände find diefe Fabricate aber nicht aus dem Materiale, welches in Deutſchland in neuefter Zeit Flufsftahl genannt wird, fondern aus feinkörnigem Roheifen offenbar dargestellt durch Umfchmelzen von Roheifen unter Zufatz von Stahlabfällen und dergleichen. Oberbergamts- Bezirk Clausthal. Actiengefellfchaft Ilfederhütte zu Grofsilfede bei Peine erzeugt mit Coaks aus gröfstentheils gewafchenen Bohnenerzen Roheifen und hatte von 1860 bis 1872 zwei Hochöfen und fetzte den dritten im Juli 1872 in Betrieb. Diefer letztere Ofen gehört zu denjenigen Oefen Deutfchlands, welche die gröfste Production haben. Bei einem Cubikinhalt desfelben von 216 Cubikmetern, einer Windtemperatur von 300 Graden und einer Preffung von o 265 Kilogramm per Quadratcentimeter werden in 24 Stunden bei 4690 Centner Erze mit 1885 Centner Coaks verfchmolzen und daraus 1706 Centner Roheifen erzeugt. Es ftellt fich fomit der Brennftoff- Aufwand für 100 Pfund Roheifen auf 110 5 Pfund bei einem Eifenhalte der Erze von 36 Percent. Die Roheifen- Production betrug 1872 an 1,100.000 Centner. Die deutfche Actiengefellfchaft für Bergbau, Eifen- und Stahlinduftrie zu Neuftädterhütte erzeugt aus felbft erblafenem Roheifen recht fchöne Bleche, darunter vorzüglich Keffelbleche von ziemlich grofsen Dimenfionen und nach den ausgeftellten Proben auch von guter Qualität. Zu erwähnen ift noch die Ausftellung von Draht etc. des Halle'fchen Puddling Hammer- und Walzwerkes bei Halle a. d. Saale und die Mafchinenbau- Anftalt von Dittmann& Brix bezüglich einer ausgeftellten recht hübfchen Hartwalze. Mittelrhein. Neuhoffnungshütte bei Herborn von W. Ernft Hans& Sohn erzeugt aus fehr fchönen Roth- Eifenfteinen mit Buchenholz- Kohlen graue Gufsroheifen- Sorten, welche behufs Erzeugung von Gufswaare durch Füttern von reichen Roth- Eifenfteinen bis auf den entſprechenden Grad entkohlt werden. Lichtgraue Roheifen- Sorten werden verfrifcht. 4 46 Franz Kupelwiefer. Unter den Ausstellungen der Eifenwerke des Mittelrheins ift ferner die von L. Fr. Buderus hervorzuheben. Derfelbe erzeugt auf der Hütte zu Germania bei Neuwied Puddlings- und Herd- Frifcheifen, welches auf Schwarzblech, verzinntes und verzinktes Blech verarbeitet wird. Die verzinkten Bleche werden als Specialität für Dachbedeckungen erzeugt. Die Production beträgt im Jahre bei 55.000 Centner Schwarzblech, 11.300 Centner Weifsblech und 5500 Centner verzinktes Blech. Zu erwähnen ift noch die hiftorifch- intereffante Thatfache, dafs in diefem Bezirke in der Hütte Reffelftein Deutſchlands erfter Puddlingsofen 1824, die erfte Walzenftrafse mit kalibrirten Walzen 1825 betrieben und 1835 die erfte EifenbahnSchiene gewalzt wurde. Oberpfalz und Oberfranken in Baiern. Gewerkschaft von Achthal, Hammerau und Hohenafchau ftellten vorzügliche Gufswaaren und unter diefen Walzen, weich in Maffe gegoffen, fowie Hartwalzen, aufserdem auch noch Stabeifen aus. Das gröfste Etabliffement diefes Bezirkes ift die Maximilianhütte bei Regensburg. Es befitzt diefe Eifenwerks- Gefellfchaft einen Holzkohlen- Hochofen zu Rittenau in der Oberpfalz, welcher jährlich bei 40.000 Centner Roheifen erzeugt, dann 3 Coaksöfen zu Rofenau, welche bei 700.000 Centner erzeugen und 2 Hochöfen zu Unterwellenborn in Thüringen, welche bei 260.000 Centner Roheifen und darunter auch Spiegeleifen erzeugen. Die Erze, welche verarbeitet werden, find theils Spath- und Braun- Eifenfteine, theils Roth- und Magnet- Eifenfteine, theils Eifenglanze etc. von im grofsen Durchfchnitte meift nahe 40 Percent Eifengehalt. Die Beffemerhütte mit zwei Convertern erzeugt per Jahr etwa 100.000 Centner Stahlingüffe, jedoch meift aus angekauftem Roheifen und wird diefes Product zur Erzeugung von Stahl- Kopffchienen verwendet. Die Jahresproduction der Raffinirwerke erreicht 850.000 Centner, wovon bei 500.000 Schienen find. Zu erwähnen ift noch das königlich baierifche Hüttenamt zu Bingen und das königlich württembergifche Hüttenwerk zu Wafferalfingen, welches nebft Erzen Roheifen und Gufswaare ausftellte. Königsbronn ift wegen Ausftellung feiner vorzüglichen Hartwalzen ganz befonders hervorzuheben. Saarbrückener Bezirk. Gebrüder Gebrüder Baron Gienanth bei Kaiferslautern. Das Werk derfelben befteht aus einer Beffemerhütte mit zwei nicht fehr grofsen Convertern, in welchen per Jahr bei 30.000 Centner Stahl erzeugt werden. Ein Theil( circa 5000 Centner) wird an der Hütte für StahlFaçongufs, der ziemlich hübfch ausfieht, verwendet, ein Theil,( circa 7000 Centner,) wird unter Hämmern ausgefchmiedet, um in Handel gefetzt zu werden. während der Reft in Form von rohen Stahlblöcken verkauft wird. Erwähnt mufs werden, dafs Gienanth anführt, im Jahre 1868 bereits weifses Roheifen zum Beffemern angewendet zu haben. Ob diefs current oder nur verfuchsweife der Fall war, wie die Refultate waren, ift leider nicht angegeben. Gienanth ftellte Bruchproben, Qualitätsproben, Façon- Stahlgufs etc. recht hübfch aus. - Gebrüder Kraemer zu St. Ingberth. Ein altes, jedoch grofses und den Anforderungen der Neuzeit entſprechend erweitertes Hüttenwerk, welches 1350 Arbeiter befchäftigt, und aus dem in fünf Hochöfen erzeugten Roheifen im Jahre 1872: 535.000 Centner Stabeifen, 36.000 Centner Walzendraht und 37.000 Centner Schrauben, Nägel etc. producirte. Das Weicheifen zeigt eine fehr ſchöne Sehne und find unter den Ausftellungsgegenständen befonders lange Winkeleifen hervorzuheben. Erwähnt mufs noch werden, dafs diefes Werk auch Gienanth'fchen Beffemerftahl verarbeitet und diefsbezügliche Producte ausftellte. Das Hüttenwefen. 47 Unter ähnlichen Verhältniffen arbeitet auch das Herrn Adolf Kraemer gehörige Eifenwerk zu Quint bei Trier. Es befitzt ebenfalls fünf Hochöfen, ausgedehnte Puddlings- und Walzwerke und producirt mit 1200 Arbeitern bei 450.000 Centner diverfe Stabeifen- Sorten, welche auf dem deutfchen Markte Abfatz finden. Gebrüder Stumm zu Neunkirchen producirten mit 2000 Arbeitern im Jahre 1872 bei 800.000 Centner Schienen und Walzeifen, 53.000 Centner Gufswaare und 18.000 Centner Hammereifen. Die Qualität des erzeugten Eifens ift. nach den ausgeftellten Proben eine gute, und zeigen die Brüche ein weiches, fehniges Eifen. Luxemburger Bergwerks- und Saarbrücker EifenhüttenActiengefellfchaft zu Burbach. Auf den Hochöfen diefer Hütte wurde im Jahre 1857 mit dem Verfchmelzen der Luxemburger'fchen Minette begonnen, und werden gegenwärtig in vier Hochöfen jährlich über eine Million Centner Roheifen und daraus 418.000 Centner Schienen und 422.000 Centner Façoneifen erzeugt. Als Specialität diefes Hüttenwerkes kann die Erzeugung von diverfen Sorten Conftructionseifen, welche in befonders grofsen und fehr langen Dimenfionen erzeugt werden, gezählt werden, fo find z. B. ausgeftellt Mm. Höhe Mm. Breite Mm. Dicke Mm. Länge I- Eifen von folgenden Dimenfionen: 18.000 355 142 13 18.000 300 125 13 99 " 18.000 266 96 9 97 18.000 235 96 IO 29 27 18.000 200 IOO 99 99 18.000 175 915 27 " 9 18.000 150 80 " 99 18.000 125 75 " " 9 16.500 400 140 IO " 29 J- Eifen 16.500 29 158 58 26.000 157 96 12 2896072 " י 99 99 -Träger mit fehr hohem Stege -Eifen mit folgenden Dimenfionen Dillinger Hüttenwerke. Als Specialität diefer Hüttenwerke ift die Erzeugung von Blechen aller Art, die aus felbft erzeugtem Roheifen producirt werden, zu erwähnen. Das Roheifen wird aus Erzen erblafen, welche bei Saarbrücken, in Naffau, Lothringen, Luxemburg etc. erzeugt werden. Im Jahre 1872 wurden mit 2000 Arbeitern 480.000 Centner Blech erzeugt, und zwar von den fchwerften Keffelblechen bis zu den feinften Druck- und Knopfblechen, wozu Herd- Frifcheifen verwendet wird. 16.500 230 I 42 13 20.000 I 9.200 163.5 280 70 86 18 338 13 Ausgeftellt waren: Locomotivbleche von Refervoirbleche 4100 X1900 X19 6500 X1900 XII Mm. im Gewichte von 2300 Pfund 29 99 Brückenbleche 15000 X1000 X 9 2130 2 100 99 99 99 99 99 Druckbleche I 200 X 650 X I " 99 Schwarzbleche " Knopfbleche 77 1500 X 100 X 0.85 456x 305 x 0.026 99 Weifsbleche 650X 528X 0.4 etc. 99 Eine weitere Specialität bilden fehr fchön verbleite Platten, Wellenbleche 3000 X1000 XI Mm., Druckproben, um die vorzügliche Qualität der Druckbleche zu zeigen, und endlich noch Buckled Platten. ** 48 Franz Kupelwiefer. Elfafs Lothringen. In Elfafs- Lothringen beftanden im Jahre 1872 14 Eifen- und 12 meift kleinere Stahlhütten, in welchen von den vorhandenen 42 Hochöfen 30 in Betrieb waren. In den Eifen- Raffinirwerken waren von den 189 Puddlingsöfen 145 in Betrieb. An Tiegelgufs- Stahlöfen find 3, an Beffemerretorten 2 vorhanden und betrieben. Die Montanproduction betrug im Jahre 1872: an Steinkohle 5,804.1 10 Zollcentner 44.654 13,692.000 4,44 1.40 1 835-540 " 29 " 29 Braunkohle 29 Eifenerzen 99 Roheifen 17 Gufswaare " 77 rohen Eifenfabricaten 2,767.725 rohen Stahlfabricaten 99 Salz " 70.419 560.734 " " wobei an Arbeitern befchäftigt waren: beim Bergbau 3.563 Mann 99 Hüttenbetrieb 11.173 " 14.922 Mann. Salinenbetrieb 186 " " Das Roheifen, welches erzeugt wird, ift überwiegend Coaks- Roheifen, da in Elfafs- Lothringen gegenwärtig nur 2 kleine Holzkohlen- Hochöfen beftehen. Der zur Roheifen- Erzeugung erforderliche Coaks wird aus dem Saarbecken bezogen, während an Erzen überwiegend oolitifche Braun- Eifenfteine( Minette) und nur in untergeordneter Menge naffauifche Roth- Eifenfteine verwendet werden. Von den grofsen Etabliffements haben fich an der Weltausftellung betheiligt: Die Lothringer Eifenwerke in Ars fur Mofelle bei Metz, früher Dupont& Dreifufs. Aufser Roheifen und den currenten Stabeifen- Sorten zeichnet fich diefe Ausstellung vorzüglich durch eine fehr reichhaltige Mufterkarte der verfchiedenften, oft fehr fchwierig zu erzeugenden Sorten von Façoneifen für Hochbauten, Mafchinenfabriken, Waggonbau- Anftalten etc. aus. Baron Dietrich in Niederbronn und Mutterhaufen. Aufser Hochofen, Puddlings- und Walzwerken, fowie Stahlfeuern, befitzt diefes Etabliffement die einzige Beffemerhütte Elfafs- Lothringens mit zwei Convertern. Da das aus eigenen Erzen erzeugte Roheifen wenig zur Erzeugung von Beffemerftahl taugt, mufs Roheifen für diefen Proceſs angekauft werden. Aufser Roheifen, Stabeifen, Façoneifen etc. ift auch noch Schmelzftahl in Herden erzeugt mit recht fchönem Korne im Bruche ausgeftellt. Gebrüder Gouvie& Comp. zu Homburg an der Droffel ftellten aus ihrem Stahlwerke recht hübfchen Stahl in Stangen gefchmiedet aus, während Jahiet, Gorand, Lamotte& Comp. aus Oettingen Roheifen und daraus erzeugtes Stabeifen von fehnigem Bruche ausftellten. Aachen Eifel Bezirk. Diefer Bezirk verbraucht weitaus mehr Roheifen als dafelbft erzeugt wird, und felbft das im Bezirke erzeugte Roheifen wird überwiegend aus Erzen, welche aus dem Naffauifchen eingeführt werden, erzeugt, weil die in Neftern vorkommenden Braun- Eifenfteine nur eine geringe Ausbeute geben. Ausgeftellt haben: Concordiahütte zu Ichenberg bei Efchweiler, welche aus meift von Naffau und dem Siegnerlande zugeführten Erzen, in drei Hochöfen jährlich etwa 500.000 Centner weifses, ftrahliges Roheifen von fehr guter Qualität erzeugt. Aachener Hütten- Actienverein zu Rothe- Erde bei Aachen erzeugt aus angekauftem Roheifen nahe 20.000 Centner Drahtfabricate und 790.000 Centner verfchiedene Sorten Walzeifen. Eine Beffemerhütte, welche gebaut wurde Das Hüttenwefen. 49 kommt erft 1873 in Betrieb. Ausgeftellt find fehr viele Sorten Façoneifen, fchönes, fehniges Weicheifen, Schienen mit Stahlköpfen und ganz aus Stahl, fowie recht hübfcher Draht. Englerth& Cünzer zu Efchweiler- Pümpchen erzeugen ebenfalls aus angekauftem Roheifen alle Gattungen von Façoneifen, wie Brücken- und Baueifen, Univerfaleifen und gewöhnliches Handels- Walzeifen. Als Specialität der dortigen Fabrication kann die Erzeugung von fchmiedeifernen Scheibenrädern und Bandeifen angefehen werden. Die Jahresproduction befteht aus 170.000 Centner Walzwerks- und 9000 Centner Giefsereifabricaten, wobei 500 Arbeiter Befchäftigung finden. Zu erwähnen find noch die Carlshütte, Hammer- und Walzwerk zu Herzogenrath bei Aachen; Eberhard Höfch& Söhne zu Düren, welche Puddlings- und Martinftahl und daraus verfertigte Bandagen, fowie fchmiedeiferne Scheibenräder und Speichenräder mit gefchmiedeten Sternen ausftellten und A. Emil Leguis, Servais& Comp. Eifenwalzwerk zu Efchweilerau. Niederrheinifch- weftphälifcher Diftrict und Osnabrück. Die Eifenin duftrie diefes Bezirkes war urfprünglich auf das Vorkommen der Kohlen- Eifenfteine im Ruhrbecken bafirt und wurde durch Vorkommen anderer Erze im Teutoburger Walde, im Wefergebirge u. f. w. unterſtützt. Jedoch alle diefe Erz- Lagerftätten reichen nicht aus, um den Anforderungen zu entſprechen, wefshalb Erze von der Lahn, vom Siegner Land, aus Luxemburg, Spanien und Schweden eingeführt werden müffen, ja es wurde fogar die Frage ventilirt, ob nicht Erze zweckmäfsig aus Nordamerika bezogen werden könnten.- Nur bei Osnabrück und Ibbenbüren finden fich im Zechftein Braun- Eifenfteine, welche der Georg- Marienhütte in Osnabrück genügend Materiale liefern. Unter den Ausftellern find hervorzuheben: Actiengefellfchaft: Hörder Bergwerks- und Hüttenverein zu Hörde in Weftphalen. Die Hüttenanlage befitzt acht Hochöfen fammt den dazugehörenden Vercoakungsöfen und erzeugt aus Erzen eigener Gruben, welche die Gefellſchaft am Harz, im Siegenfchen und an der Lahn befitzt, nicht blofs Roheifen für den Puddlingsofen- Betrieb, fondern auch für den Bedarf der eigenen Beffemerhütte, welche acht Converter befitzt. Es war ein wefentlicher Fortfchritt beim Hochofen- Betrieb, Qualitäts- Roheifen, für den Beffemerprocefs tauglich, zu erzeugen, weil dadurch der Bezug von englifchem Roheifen entbehrlich wurde. Die Jahresproduction des ganzen Complexes erreicht bei 1,000.000 Centner Verkaufswaare, welche theils in Commerzwaare, in Eifenbahn- Schienen, theils aber auch in fertigen Räderpaaren( Erzeugung per Jahr 6 bis 7000 Paare) beſtehen. Die Räder find meift geprefste Scheibenräder, auf welche die Bandagen aufgezogen werden. Ausserdem ift ein Luppen- Walzwerk in Zeichnung ausgeftellt, mit drei Walzen übereinander, mit welchen zwei Mann beim Walzen und Ueberheben 600 Centner Rohfchienen in zwölf Stunden erzeugen können. Gufsftahl- und Waffenfabrik Witten, früher Berger& Comp., erzeugt überwiegend weichere Sorten Tiegel- Gufsftahls für Gefchütz- und GewehrlaufFabrication, die Gefchützfabrication ift nicht fehr bedeutend, und werden meiſt kleinere Gefchütze erzeugt. Als Specialität ift die Gewehrlauf- Fabrication anzufehen. Aufserdem werden Schmiedeftücke für Mafchinenfabriken, wie Zugftangen, Kolben fammt Stangen etc. verfertigt. Als Beweis, dafs Façon- Stahlgufs erzeugt wird, ift ein derartiges Zahnrad ausgeftellt. Etwas Stahl wird in Form von Stangenftahl verkauft und in der Umgebung für Werkzeuge verarbeitet. Diefe Gufsftahl Hütte befchäftigt 550 Arbeiter. Vulcanhütte von Duisburg erzeugt überwiegend Roheifen, aus einer grofsen Anzahl der verfchiedenften Erze, und ift die Ausstellung durch Zugabe von fehr inftructiven Analyfen von hohem Werthe. 50 Franz Kupelwiefer. Die Annener Gufsftahl- Hütte erzeugte 1872 mit 230 Arbeitern 54.000 Centner Tiegel- Gufsftahl. Das Schmelzen des Stahles erfolgt in Gasöfen ( Regenarativöfen). Ausgeftellt ist vorzüglich fchöner Façongufs und unter diefem Scheibenräder aus Stahl gegoffen, mit ganz makellofer Lauffläche. Actiengefellfchaft Steinhaufer- Hütte zu Witten an der Ruhr erzeugte 1872 mit 670 Arbeitern 451.000 Centner Schienen und diverfes Walzeifen, unter welchen befonders Winkeleifen als Specialität diefer Hütte hervorzuheben ift. Die Beffemerhütte arbeitet überwiegend für die Schienenfabrication und ift in den ausgeftellten Objecten folgende Eigenthümlichkeit zu beobachten. Es find Stahlblöcke für die Erzeugung je einer Schiene gegoffen, ausgeftellt, in deren Achfe ein Schienenftück eingegoffen ift. In den ausgeftellten Bruchftücken von Schienen, welche aus folchen Blöcken gewalzt wurden, fieht man, da die eingegoffenen Schienenftücke aus Weicheifen hergeftellt waren, deutlich eine weiche Seele, welche von härterem Stahl umhüllt ift. Der Grund, warum diefe Fabricationsweife eingefchlagen wurde, kann entweder darin zu fuchen fein, durch die weiche Einlage die Gefahr des Brechens der Schienen zu vermindern oder ein Stück Altfchiene ohne viele Koften auf einen höheren Werth zu bringen. Sehr fraglich mufs es aber erfcheinen, ob der gefuchte Vortheil in der That erreicht wird, da ein vollkommenes Zufammenfchweifsen der Altfchiene mit dem Stahl während des Gufses, während des Erhitzens vor dem Walzen etc. mehr als zweifelhaft erfcheinen mufs. Handelt es fich aber blos um ein Unterbringen von Altfchienen, fo ftehen doch andere Wege zur Verfügung, welche verlässlichere Refultate geben. Der Durchfchnitt eines Puddlingsofen- Modelles fammt ftehendem Keffel zeigt die Eigenthümlichkeit in der Conftruction, dafs der Keffel nach oben allmälig erweitert ift, während er unten ganz fchmal gehalten erfcheint. Actienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb, Gute Hoffnungshütte bei Sterkrade bezieht die zum Betrieb ihrer eilf Hochöfen von meift fehr grofsen Dimenfionen erforderlichen Erze aus den bedeutendften Eifenerz- Diftricten Naffau's, aus Wetzlar, Siegen, Effen, von der Eifel etc. und erzeugt daraus Roheifen für den Puddlings-, Giefserei- und Beffemerbetrieb. In den Raffinir- Werkstätten find in Betrieb 2 Converter, 2 im Bau, ferner 100 Puddlingsöfen, 63 Schweifsöfen etc. Die gefammte Maſchinen- Betriebskraft, welche dem Vereine zur Verfügung steht, beziffert fich auf 8000 Pferdekräfte und finden 8500 Arbeiter Befchäftigung. Die Fabricate beftehen aus Eifenbahn- Schienen, Commerzeifen, Eifenblech, Dampfkeffeln, Gufswaare, fertigen Mafchinen und werden auf der Schiffswerfte zu Ruhrort Dampffchiffe gebaut. Um die Qualität der ausgeftellten Eifenforten zu zeigen, find vierzehn Meter lange U- Eifen kalt gerollt und auf Univerfal- Walzwerken erzeugtes Flacheifen von 17.000 X530 X 9 Millimeter kalt mehrfach zufammengebogen worden. Neu- Oeger Bergwerks- und Hütten Actienverein zu NeuOege bei Limburg an der Lenne erzeugt in zwei Hochöfen Roheifen, darunter viel Spiegeleifen( 277.000 Centner), Gufswaare, darunter Hartwalzen( 12.000 Centner), bei welchen der graue Kern von der weifsen harten Rinde ziemlich fcharf getrennt ift, endlich Walzeifen( 178.000 Centner) verfchiedener Dimenfionen. Befchäftigt find bei 570 Arbeiter. Grillo, Funke& Comp. zu Gelfenkirchen mit einer Jahresproduction von circa 190.000 Centner, worunter etwa 120.000 Centner Bleche find. Phönix, Actiengefellſchaft für Bergbau und Hüttenbetrieb zu Laar bei Ruhrort. Auf den Hütten zu Efchweiler- Aue, Borbeck, Laar bei Ruhrort und Kupferdreh erzeugten aus Erzen eigener Gruben im Jahre 1872 an Roheifen 1,126.000 Centner, an Walzwerks- Fabricaten 827.000 Centner, an Rädern und Achfen 156.000 Centner, wozu vorzüglich die Materialien von den Beffemerhütten mit vier Convertern und acht Martinöfen zu Laar geliefert werden. Ausgeftellt find die oben angeführten Materialien, Mittel- und Endproducte, darunter hervorzuheben die Roth- Eifenfteine von Rottenberg nebft Analyfen derfelben, fowie fehr Das Hüttenwefen. 51 fchöne Schmiedeftücke. Diefe Actiengeſellſchaft befchäftigt bei 1700 Berg- und bei 3000 Hüttenarbeiter. Neues Stahlwerk Commanditgefellfchaft Daelen, Schreiber& Comp. zu Bochum. Diefes Etabliffement, welches erft 1869 gegründet wurde, erzeugt mit zwei Convertern etwa 180.000 Centner Stahl und verarbeitet denfelben meift zu Achfen und Bandagen. Bei der Bandagenfabrication ift ein eigenthümliches Verfahren in Anwendung, indem nach den ausgeftellten Zwifchenproducten die Radreifen viel länger als gewöhnlich gehämmert und auf weitere Durchmeffer gefchmiedet und dann nur fertig gewalzt werden. Dafs das lange Schmieden die Qualität verbeffert, ift wohl zweifellos. Actiengefellfchaft Bergwerksverein Friedrich- Wilhelmshütte zu Mühlheim an der Ruhr erzeugt aus einem Hochofen und mehreren Cupolöfen ziemlich viel Gufswaare und Mafchinenbeftandtheile, und ftellte unter Anderem. auch liegend gegoffene Röhren aus. Gufswaaren- Erzeugung etwa 163.000 Centner. Franz Bicheroux Söhne& Comp. zu Duisburg erzeugen überwiegend Feineifen auf einem mit Riemen angetriebenen Walzwerke. Stahl, Puddlings- und Walzwerk von Asbeck, Ofthaus, Eiken& Comp. zu Hagen ftellte eine reiche Collection von Federn, der verfchiedenften Formen für Eifenbahn Betriebsmittel aus, welche aus Cementftahl, Gufsftahl etc, erzeugt werden. Raffinirter Stahl ift in fehr fchönen Proben ausgeftellt. Jahresproduction 177.000 Centner. Söding& Halbach erzeugen aus gekauftem Stahl, raffinirten Stangenftahl, Façonftücke und Amboffe in Summe circa 18.000 Centner. Schulz, Knaudt& Comp. erzeugten jährlich bei 150.000 Centner Eifenbleche. Als Specialität der Fabrication ift die fabriksmässige Erzeugung von gebördelten Keffelböden zu bezeichnen, welche Arbeiten durch Mafchinen ausgeführt werden. Ausgeftellt find folche umgebördelte Keffelböden in allen Dimenfionen bis zu einem Durchmeffer von 2510 Millimeter. Puddlings-, Walz- und Hammerwerk von Gebrüder Reufch zu Hoffnungsthal bei Rösroth. Von den ausgeftellten Fabricaten find vorzüglich Bleche aus Holzkohlen- Roheifen, von welchen per Jahr bei 35.000 Centner erzeugt werden, fowie die daraus fabricirten Waaren, wie verzinnte, emaillirte, polirte und lackirte Waaren fehr fchön ausgeftellt. Actiengefellfchaft für Eifeninduft rie zu Styrum in Oberhaufen erzeugt per Jahr mit 650 Arbeitern bei 300.000 Centner fertige Walzwaare und unter diefen find vorzüglich hervorzuheben Keffelbleche, von welchen Rundböden mit 2550 Millimeter Durchmeffer, 15 Millimeter Dicke und einem Gewichte von 1250 Pfund, Keffelbleche von 3770 X2305 X 13 Millimeter und 2050 Pfund Gewicht, fo wie fogenanntes Univerfaleifen, welches felbft bis zu einem Meter Breite erzeugt werden foll. Ausgeftellt ist ein Stück von 830 Millimeter Breite, welches das breitefte in der Ausstellung fein dürfte. Die Drahtfabrication Weftphalens ift vorzüglich durch folgende zwei Hüttenwerke repräfentirt: Weftphälifche Union in Hamm erzeugt per Jahr mit 2800 Arbeitern 840.000 Centner Eifen und Draht fammt Stiften, Nieten etc., von welchen ein Theil, meift für den überfeeifchen Markt verzinkt wird. Die Fabricationsverlufte find nach den ausgeftellten Tabellen folgende: Aus 100 Gewichtstheilen Roheifen erhält man 88 Gewichtstheile Luppen, 75.68 Walzendrath, 73 41 grob. gezogenen und72.30 feingezogenen Drath. Die Querfchnittsabnahme in den Kalibern bei der Fabrication gibt folgende Tabelle, in welcher die Gewichte per Meter Länge, in Kilogrammen nach jedem Durchgang durch ein Kaliber und beim Drath durch ein Zieheifen angegeben find. Vorftrecke 103, 73, 55, 41, 30, 22, 18, 16, 15. Feinftrecke, wobei das erfte Kaliber Quadrat, das zweite oval u. f. w. das letzte der Vollend- Rundkaliber ift. Die Gewichte per Meter find folgende: 52 Franz Kupelwiefer. 13, 12, 8: 270, 6 · 065, 4'428, 3'181, 2'254, 1'575, 1100, 0.782, 0.585, 0'440, 0.342, 0.277, 0.231, 0.198, 0.174. Die Gewichte des Drahtes find per Meter in Grammen: 391, 341, 282, 220, 198, 178, 135, 105, 90, 68, 55, 43, 34, 23, 19, 15, II, 8.8, 7.4, 5.8, 4'9, 40, 3.6, 3.2, 3.0. An Ausstellungsobjecten waren aufser Walzeifen und Drähten von fehr guter Qualität, befonders cylindrifch und conifch gewalzte, mit Sand und Thon ausgefüllte Telegraphenftangen, die geringes Gewicht mit grofser Steifigkeit verbinden, bemerkenswerth. Weftphälifcher Drahtinduftrie- Verein, Actiengeſellſchaft zu Hamm erzeugt mit 950 Arbeitern 300.000 Centner Walzendraht, von welchem etwa 135.000 Centner zu Feindraht, 75.000 Centner zu Drahtftiften verarbeitet werden, während der Reft als Telegraphendraht verkauft wird. Als Specialitäten find zu erwähnen Telegraphendrähte und feine Drähte für den Export. Nebft den eben angeführten Fabricaten find noch zu erwähnen Vierkantdraht, fowie verzinkter Draht. Die beiden Etabliffements verarbeiten gekauftes Roheifen auf Puddlingseifen, welches zur Drahtfabrication verwendet wird. Gebrüder Conrad und Franz Büttgenbach, Hütteningenieurs zu Neufs, ftellten ein Modell und verfchiedene Zeichnungen ihres patentirten und bei Gelegenheit der Ausftellung in Paris 1867 prämiirten Hochofen- Syſtems aus. An dem Modell und an den Zeichnungen find alle. jene Verbefferungen, welche in den letzten Jahren durch gemachte Erfahrungen veranlafst wurden, angebracht, wie z. B. Verfchwächung des unteren Ofenftockes, Verminderung der Armirung des oberen Kernfchachtes etc., um den Bau der Hochöfen billiger zu machen. Neufser Bergbau und Hütten- Commanditgefellfchaft ftellte Erze und Roheifen aus. Die weftphälifche Gufsftahl- Fabrication ift durch die Ausstellungen der beiden gröfsten Fabriken, der zu Bochum und Effen, würdig, vertreten. Es gehören beide Etabliffements zu den gröfsten, nicht blofs des Continentes, fondern der Erde. Beide Hütten unterfcheiden fich wefentlich hinfichtlich der Richtung, welche fie bezüglich ihrer Fabrication eingefchlagen haben. Während die Hütte in Effen die weitaus gröfsere Hütte, etwa zwei ein halb Mal fo viel als Bochum erzeugt, Walzen, Kanonen, Gefchoffe, Schienen und diverfes Eifenbahn- Materiale erzeugt, in feinen gegenwärtigen Einrichtungen Bochum bedeutend überragt, fo ift doch nicht zu leugnen, dafs in Bochum die erften Gufsftahl- Kanonen erzeugt wurden, und dafs Bochum es in Gufsftahl- Façongufs ungleich weiter gebracht hat als Effen. Erwähnt mufs noch werden, dafs fich in neuerer Zeit in Deutfchland eine neue Nomenclatur herausgebildet hat, um Tiegel- Gufsftahl von Beffemer und Martinmetall zu unterfcheiden, indem man dem erfteren den Namen Gufsftahl, den beiden letzteren den Namen Flufsftahl beilegte, während lange Zeit alle drei Sorten ohne Unterfchied Gufsftahl genannt wurden, woher es kam, dafs mancher Beffemerftahl als Tiegel- Gufsftahl unter dem Namen Gufsftahl verkauft wurde. Warum eine neue und doch nicht vollkommen correcte Bezeichnungsweife gewählt wurde, da doch der Flufsftahl gegoffen und der Gufsftahl gefloffen war, ift um fo weniger begreiflich, als es doch fo nahe liegt, den Stahl nach der Erzeugungsmethode als Tiegel- Gufsftahl als Beffemerftahl und als Martin- oder Flammofen- Gufsftahl zu bezeichnen. Bochumer Verein für Bergbau- und Gufsftahl- Fabrication zu Bochum. Derfelbe befitzt gegenwärtig nur zwei Coaks- Hochöfen mittlerer Gröfse zu Mühlheim am Rhein, um die Erze der eigenen Eifenftein- Gruben in Siegenfchen, in Naffau und bei Bochum zu verarbeiten. Da jedoch diefe zwei Oefen für den Bedarf der Stahlhütte nicht ausreichen, beabfichtigt man fechs grofse Coaks- Hochöfen in Bochum zu bauen, von welchen fchon zwei in Angriff genommen find. Die Stahlhütte felbft befitzt 16 Puddlings-, 8 Schweifsöfen-, 92 Wärm- und Das Hüttenwefen. 53 Glühöfen, 121 Tiegel- Gufsftahl- Oefen, 27 Umfchmelzöfen, 7 Beffemerconverter, 135 diverfe Feuer etc. etc. An maſchinellen Einrichtungen zur Bearbeitung des Stahles find vorzüglich hervorzuheben 36 Dampfhämmer, von welchen der fchwerfte( inclufive Oberdampf) 600 Centner Fallgewicht hat. Ein Hammer mit 1200 Centner Gewicht ift in Aufftellung begriffen. Bochum befchäftigt 5600 Arbeiter. Als Specialitäten der Fabrication Bochums find ausgeftellt und befonders hervorzuheben: Façongufs. Derfelbe ift repräfentirt durch eine grofse Schiffsfchraube aus einem Stück 180 Centner fchwer, durch einen Dampfcylinder für einen Hammer von 300 Centnern Fallgewicht, mit eingegoffenen Dampfcanälen und im Gewichte von 140 Centnern, durch Prefscylinder, deren gröfster 60 Centner wiegt, durch Gufsftahl- Glocken, von welchen bis jetzt fchon etwa 2000 Stück gröfserer Gattung geliefert wurden, durch Herzftücke, und endlich durch Scheibenräder, welche aus Stahl gegoffen find. Nicht zu leugnen ift, dafs in Beziehung auf Façongufs die Leiftungen befonders hervorgehoben werden müffen, indem derfelbe äufserlich fchön, wo er bearbeitet fchön und rein, wo Brüche ausgeftellt diefelben blafenfrei und von fchönem feinem Korne find. Für den Gefchützgufs und für die Herftellung grofser Façongüffe bedient man fich der Methode der Stahl überhitzung, welche der Hauptfache nach darin beftehen foll, dafs man den flüffigen Stahl, er mag in Tiegeln oder Convertern erzeugt fein, in einen fehr fcharf geheizten Siemensofen einträgt und längere Zeit flüffig erhält, bevor zum Gufs gefchritten wird. So fehr der Werth diefer Methode, die überdiefs, wenn auch nicht current, fchon früher an mehreren Orten, wie z. B. in Neuberg in Steiermark, angewendet wurde, befonders bei Beffemerftahl anzuerkennen ift, fo dürfte doch kaum von einer eigentlichen Ueberhitzung des Stahles gefprochen werden, da die Temperatur in einem Siemensofen kaum höher fein dürfte, als die Temperatur ift, welche der Stahl bei einer heifsen Charge im Converter hat. Die Fabrication von gepanzerten Gefchützen, fammt den dazu gehörigen Gefchoffen, von welchen das gröfste Gefchütz 21 Centimeter Durchmeffer und 200 Centner Gewicht hat, ift fehr hervorzuheben. Ebenfo ift die Fabrication von Schienen und Bandagen durch die Zwifchenproducte der Fabrication fehr fchön repräfentirt. Die Jahresproduction beträgt 960.000 Centner. Friedrich Krupp, Gufsftahl- Fabrik in Effen. Um die 13 Hochöfen der Hütte von Sayn, Mühhof am Rhein, der Hermannshütte, der Bendorfer Hütte und der Johannishütte zu Duisburg mit Erzen genügend zu verfehen, wurden nach und nach 414 Eifenftein- Gruben im Siegen'fchen, bei Koblenz an der der Lahn und Nordfpanien erworben; die Roheifen- Production beträgt gegenwärtig monatlich gegen 60.000 Centner und foll noch bedeutend gefteigert werden, indem in der Hermannshütte noch zwei, in Duisburg fechs neue Hochöfen gröfserer Conftruction gebaut werden. Die Oefen der Saynerhütte und zu Mühlhof erzeugen überwiegend Spiegeleifen, die letzteren auch theilweife Beffemer und Qualitäts- Roheifen. Die Gufsftahl- Hütte von Effen enthält nach den veröffentlichten Angaben 250 Tiegelgufsftahl- Oefen, 390 Glühöfen, 161 Wärmöfen, 115 Puddlings- und Schweifsöfen, 14 Cupol- und Flammöfen, 160 diverfe Oefen, 275 Vercoakungsöfen etc. etc. Die Anzahl der Beffemerconverter ift gar nicht angegeben, als ob diefelben gar nicht exiftiren würden, und doch follen in Effen deren 18 Stück in Betrieb ftehen. Ebenfo wenig find die Siemens- Martinöfen angeführt. Unter den 71 Dampfhämmern ift bekanntlich einer mit 1000 Centner Gewicht und find im grofsen Durchfchnitt zur Bedienung je eines Hammers vier Oefen erforderlich. Die 286 in Betrieb ftehenden Dampfmafchinen repräfentiren nahezu 10.000 Pferdekräfte und ift eine Walzwerks- Mafchine von 1000 Pferdekräften darunter. Die Gufsftahl- Hütte befchäftigt bei 12.000 Arbeiter und producirt zwei 54 Franz Kupelwiefer. ein halb Millionen Centner fertige Waaren, welche durch die ausgeftellten Gegenftände repräfentirt erfcheinen. Unter den Ausftellungsgegenständen find befonders zu erwähnen: Ein Gufsftahl- Block von 1050 Centner Gewicht aus 1800 Tiegeln à 60 Pfund Füllung gegoffen. Es ift derfelbe für ein Kanonenrohr von 37 Centimeter Bohrung beftimmt. Die Qualität desfelben ift die für Gefchützgufs. Die bei Gelegenheit der verfchiedenen internationalen Ausftellungen von Krupp gelieferten Gufsblöcke hatten folgende Gewichte: 1851 in London 1855" Paris 1862 " London • 45 Centner. 200 22 400 " 800 " 1050 " 1867 Paris " 9 1873 Wien 99 Es kennzeichnet die Steigerung in dem Gewicht der ausgeftellten Blöcke, fo recht die Steigerung in der Leiftungsfähigkeit der Gufsftahl- Hütte. Schade, dafs an diefem, allerdings fchon abgefchmiedeten Blocke keine Bruchftelle zur Beurtheitheilung des Kornes hergeftellt ist. Nach Angabe Krupp's werden die Bandagen aus maffiven Blöcken durch Auffchlitzen und Austreiben unter dem Hammer und nachfolgendem Walzen auf Kopfwalzwerken ohne Schweifsung hergeftellt, während fonft, ich möchte fagen, allgemein die abgefchmiedeten Blöcke rundgelocht werden. Die Jahres production an diefem Fabricat erreicht 45.000 Stück. An Achfen, welche meift von fehr grofsen Blöcken herabgefchmiedet werden, wurden im Jahre 1872 an 16.000 Stück erzeugt. Locomotiv Kurbelachfen, Kuppelachfen, Tenderachfen etc. geben den Beweis fehr fchöner Schmiedung und vorzüglicher Qualität des Materials. Fertige Räderfätze mit gefchmiedeten Radnaben, mit gegoffenen Scheibenrädern aus Stahl, fowie viele Gattungen von Federn bilden ebenfalls einen bedeutenden Fabricationszweig. Umwendbare, auf beiden Seiten brauchbare Herzftücke in Façon gegoffen, von welchen jährlich bei 3000 Stück erzeugt werden, find neu, bereits gebraucht und gebrochen ausgeftellt. Die Schienenfabrication aus Beffemerftahl wird wefentlich anders als an vielen Orten betrieben. Nach den ausgeftellten Zwifchenproducten ift die Fabrication folgende: Gegoffen werden runde Ingots von nahe 18 Zoll Durchmeffer und 32 bis 4 Fufs Länge. Diefe fchweren Blöcke werden unter Hämmer zu achtkantigen Stangen ausgefchmiedet, vorgewalzt, auf Gewicht abgefetzt und dann fertig gewalzt. Wenn diefe Fabricationsmethode auch im erften Augenblicke als viel koftfpieliger erfcheinen mag, fo ift doch nicht zu leugnen, dafs die Qualität durch das Herabfchmieden von einem grofsen Querfchnitt unbedingt verbeffert wird, fo wie anderfeits durch das Arbeiten von grofsen Blöcken, durch das Abfchneiden auf Gewicht bei einem beftimmten Querfchnitt, die Gröfsen der Enden bedeutend vermindert, der Ausfchufs fo zu fagen verfchwinden mufs. Hingegen wird die Fabrication der grofsen Anzahl von nothwendigen Hämmern, des gröfseren Anlags capitals, des höheren Arbeitslohnes halber bedeutend theurer. An Schienen für Eifenbahnen werden per Jahr nahe 1,000.000 Centner, und für Bergbau- Bahnen circa 40.000 Centner von kleineren Profilen erzeugt. Schiffskurbel- Achfen der gröfsten Dimenfionen( eine derartige von 180 Centner Gewicht ift ausgeftellt) find ebenfalls Gegenftand der Fabrication. Sehr hübich find die geprefsten Wände für Feldlaffetten aus Gufsftahl, welche in der Weife nur bei vorzüglicher Qualität des Gufsftahls zu erzeugen find. Zu erwähnen find noch die Gefchütze, welche aus Gufsftahl mit GufsftahlRingen armirt erzeugt werden. Das gröfste ausgeftellte Gefchütz mit 30.5 Centimeter Bohrung hat ein Gewicht von 732 Zollcentnern. Das Gewicht der geladenen Stahlgranate ift 592 Pfund, das der Ladung an prismatifchem Pulver 120 Pfund. Sehr intereffant find die Stahlgefchoffe, welche fowohl in Ganzen, fo wie in durchſchnittenen Stücken ausgeftellt find, ohne dafs leider über deren Fabrica tion etwas augeführt erfcheint. Das Hüttenwefen. Von den im Osnabrücker Bezirk gelegenen Hütten haben geftellt: 55 ausActien gefellfchaft Georgs- Marien- Bergwerks- und Hüttenverein zu Georgs- Marien- Hütte bei Osnabrück. Die Anlage bezieht ihren ganzen Erzbedarf von den nahe bei der Hütte gelegenen Erzbergbauen am Hüggel, welche vorzügliche Spath- und Braun- Eifenfteine liefern, die aus der dort auftretenden Zechftein- Formation gewonnen werden. Die Jahresproduction an Erzen beträgt gegenwärtig 4'5 Millionen Centner. Die Hochofen- Anlage befteht aus fechs fertigen Hochöfen, von denen gewöhnlich fünf in Betrieb find. Jeder derfelben hat drei Windwärm- Apparate von je 140 Quadratmetern( 4400 Quadratfufs) Heizfläche mit hängenden Röhren. Der Wind wird von fünf liegenden Gebläfemafchinen von fehr grofsen Dimenfionen geliefert, und betrug die Production an Roheifen im Jahre 1872 1,062.362 Zollcentner, wovon etwa 70 Percente vorzügliches Beffemer- Roheifen und 30 Percent gutes Puddlings- Roheifen war. Es ift das diejenige Hütte, welche weitaus am meiften Beffemer- Roheifen vorzüglicher Qualität für den Verkauf liefert. Die Gefellſchaft befchäftigt bei 1600 Arbeiter. Erwähnt zu werden verdient, dafs die Einführung der Schlackenform durch den Hüttendirector Lürmann die Veran laffung zum Aufgeben der offenen Bruft bei Coaks- Hochöfen in Deutſchland war, während in Oefterreich Coaks- Hochöfen fchon vor vielen Jahren mit gefchloffener Bruft getrieben wurden, und die Anwendung derfelben in den Alpenländern ganz allgemein ift. Als Umhüllungsmateriale für Dampfröhren ift Schlackenwolle ausgeftellt, welche fich ganz vorzüglich bewähren foll. Im unmittelbaren Zufammenhang mit diefer Hütte fteht die Osnabrücker Stein und Trafsfabrik, welche fich die Aufarbeitung der granulirten Hochofen- Schlacken der Georg- Marien- Hütte zur Aufgabe ftellte. Die Fabrik, welche im Jahre 1866 erft 350.000 Stück erzeugte, lieferte im Jahre 1872 fchon mit 40 Arbeitern, zwei Millionen, und dürfte im Jahre 1873 bis fünf Millionen erzeugen. Die aus Schlackenfand und Kalk zufammengefetzte Maffe wird nach inniger Mengung geprefst und getrocknet. Gegenwärtig liefern vier von den vorhandenen fünf Preffen täglich bei 30.000 Stück und arbeiten 2000 Centner Schlacke auf, und verwandeln das in früheren Zeiten oft fehr läftige Nebenproduct in ein werthvolles Product. Actiengefellfchaft Eifen und Stahlwerk zu Osnabrück. Diefe ganz neue Anlage befteht gegenwärtig aus einer Beffemerhütte mit zwei Convertern und den zur Erzeugung von Schienen, Achfen, Bandagen etc. erforderlichen Einrichtungen. Die Erweiterung der Anlage ift im Bau. Die Production betrug im Jahre 1872 an 258.000 Centner Schienen, und 45.000 Centner Bandagen und Achfen, wobei 850 Mann befchäftigt waren. Verwendet wird Roheifen von Osnabrück und England. Eifenbahn- Schienen werden bei Anwendung eines Reverfir- Walzwerkes mit 60 Fufs Länge, der doppelten Länge ihrer Verwendung erzeugt, um an Enden und Abfällen zu fparen. Es können aber auch Schienen von 100 Fufs Länge und darüben erzeugt werden. Ausgeftellt find kalt gebogene Achfen, Bandagen von 2420 Millimeter Durchmeffer, fpiralförmig gerollte Schienen, diverfe Schmiedeftücke, fo wie viele Bruchproben, um auf die Qualität des Stahles aufmerkfam zu machen. Aus Sachfen hat ausgeftellt: Die fächfifche Gufsftahl- Fabrik zu Döhlen und das EifenHüttenwerk zu Berggies hübel, Actiengefellſchaft. Das letztere Werk erzeugt aus Magnet- Eifenfteinen mittelft Holzkohlen Roheifen von vorzüglicher Qualität, und verarbeitet dasfelbe theils auf Gufswaare, theils auf Frifch- und Raffinirftahl, während die Gufsftahl- Hütte zu Döhlen Tiegel- Gufsftahl erzeugt, und denfelben meift felbft auf Federn, Mafchinbeftandtheile, Werkzeuge etc. verarbeitet. 56 Franz Kupelwiefer. Befchäftigt find im Ganzen bei 390 Mann und beträgt die Erzeugung bei 30.000 Centner Stahl in Stangen, Federn etc. 3600 Centner Raffinirftahl und 7000 Centner Gufswaare zweiter Schmelzung. Die ausgeftellten Producte find fehr fchön und die Stahlbrüche tadellos. Siegener Land. In diefem Bezirke find die reichen, ihrer Qualität nach fo fehr berühmten Spath- und Braun- Eifenfteine des fich weit erftreckenden unterdevonifchen Gangnetzes, dem auch der Stahlberg angehört, und die in den oberdevonifchen Schichten auftretenden Roth- Eifenfteine, die Quellen des Reichthums, auf welche nicht blofs die Eifenproduction diefes Bezirkes gegründet ift, fondern noch zum Aufblühen der Eifeninduftrie anderer Bezirke beiträgt, indem Erze an die Hütten der Nachbarbezirke abgegeben werden können. Unter den Ausftellern find hervorzuheben: J. H. Dresler sen. in Siegen erzeugt in Heinrichshütte a. d. S. in zwei Hochöfen jährlich etwas über 400.000 Centner Spiegel- und Rohftahl- Eifen zweiter Qualität, und zwar eifteres mit 10 bis II Percent Mangangehalt. Das Roheifen wird zu Geisweid theilweife auf Puddlingseifen und diefes zu Blechen verarbeitet, während ein Theil als Luppeneifen nach Kreuzthal geliefert wird, wofelbft dasfelbe zu Draht verwalzt wird. Die Gefammtproduction betrug 1872 mit 250 Arbeitern 160.000 Centner. Ausgeftellt find Bleche von 1255 X 3140 x 2.9 Millimeter und 1255 x 3140 X 0.5 Millimeter, Roheifen, Spiegeleifen etc., welch' letzteres einen bedeutenden Handelsartikel bildet. Gabriel Bergenthal& Comp. zu Germaniahütte bei Grevenbruck erzeugen 170.000 Centner Puddlings- Roheifen. Actiengefellfchaft Charlottenhütte zu Niederfchelden erzeugte in zwei Hochöfen mit 183 Arbeitern 510.000 Centner Roheifen, und zwar überwiegend Spiegeleifen, und bezieht die Erze theilweife von Jacobkreuz, der ebenfalls in einen Hochofen zu Niederfchelden Roheifen erzeugt. Rollandshütte zu Haardt a. d. S. producirt in einem Coaks- Hochofen jährlich nahe 300.000 Centner. Bergbau und Hütten Actiengefellfchaft Lenne Ruhr, welche mit einem Hochofen und dem Meggener Walzwerk mit 280 Arbeitern 130.000 Centner Roheifen, 57'000 Centner Walzdraht, gegen 9000 Centner Feineifen, 6000 Centner Draht und 28.000 Centner Blech erzeugte. Von all' diefen Fabricaten waren Proben ausgeftellt. Wiffener Bergwerks- und und Hütten Actiengefellfchaft, welche mit 170 Arbeitern 296.000 Centner Spiegeleifen und 184.000 Centner Puddlings- Roheifen erzeugte. Cöln- Müfener Bergwerks- Actienverein zu Lohe erzeugt in zwei Coaks- und zwei alten Holzkohlen Hochöfen 600 000 Centner Roheifen meift Spiegeleifen, und verarbeitet eine geringe Menge diefes Roheifens zu Paddlingsftahl( Jahresproduction 20.000 Centner). Zu erwähnen find noch H. D. F Schneider zu Neunkirchen a. d. S. Eberhard Schleifenbaum zum Rukhammer bei Siegen, Kaifer& Comp. zu Haardt bei Siegen, Hefse& Schulte zu Haardt bei Siegen, und endlich Franz Göbel zu Meinhardt a. d. S., welche Werke mit geringerer Production von Stabeifen, Blechen u. f. w. betreiben. Eduard Dörrenberg& Söhne zu Ründeroth ftellten etwas Gufsftahl und fogenannten Edelſtahl aus. Friedrich- Wilhelmshütte bei Troisdorf erzeugt aus Erzen des Siegener Landes und aus Naffau mit 1100 Arbeitern in zwei Hochöfen 380.000 Centner Roheifen, theils Puddlings-, theils Spiegeleifen und verarbeitet einen Theil des erfteren auf 200.000 Centner diverfes Walzeifen. Die Giefserei erzeugt bei 41.000 Centner Gufswaare. Das Hüttenwefen. 57 Ebenfo verfchmilzt der Berger'fche Gruben- und Hütten- Actienverein zu Hochdahl meift Siegerländ'fche Erze. Die Fortfchritte, welche in Deutſchland feit der Ausftellung in Paris gemacht wurden, find in einigen Worten zufammengefafst folgende: Bei der Roheifen- Erzeugung, welche überwiegend mit Coaks betrieben wird, ift man bemüht, die kleineren Hochöfen durch gröfsere zu erfetzen, den Wind möglift ftark zu erhitzen und die Production zu fteigern, da die Production an Roheifen, wie fchon früher erwähnt, der Confumtion nicht Schritt halten kann. Wir finden die höchfte Tagesproduction mit 1700 Centner per Ofen bei der Ilfeder Hütte, eine Production, die kaum von den gröfsten englifchen Hochöfen übertroffen wird. In Weftphalen, vorzüglich aber in Schlefien fucht man die Geftehungskoften dadurch herabzudrücken, dafs man die Schlacken der Raffinirwerke thunlichft aufarbeitet, wodurch in Schlefien gleichzeitig der Metallgehalt der Möllerung erhöht wird, was bei den armen Erzen Schlefiens fehr erwünſcht ift. Im Siegener Lande hat die Erzeugung von manganhältigem Spiegeleifen fehr zugenommen, da dasfelbe zum beim Rückkohlen des Beffemermetalls gefucht und gut bezahlt wird, und bildet dasfelbe einen lohnenden Ausfuhrartikel. Ebenfo war man bemüht dort, wo der Beffemerbetrieb eingeführt wurde, die Qualität des erzeugten Roheifens fo weit zu verbeffern, um nach und nach vom Bezuge des englifchen Roheifens möglichft unabhängig zu werden. Grofs find die Fortfchritte in der Einführung des Beffemerproceffes, welcher gegenwärtig an vielen Orten fchon Eingang gefunden hat, und theils fchon in Anwendung fteht, theils in Einführung begriffen ift. Die Production an Beffemerftahl dürfte fich in Deutfchland im Jahre 1871 in folgender Weife geftellt haben, und zwar: in Preufsen ohne Krupp circa 1,783.803 • Krupp circa 600.000 2,383.803 Baiern 27 " Sachfen " " Zufammen. 130.000 200.000 2,713.000 Zollcentner. Im Jahre 1872 hingegen wird die Production abermals bedeutend gefteigert erfcheinen, da nahe 60 Converter in Betrieb waren, und wird die Production fortwährend zunehmen, da eine grofse Anzahl von Hütten fich im Baue befindet. Es hat fich ein Procefs nicht leicht fo rafch entwickelt, wie diefer, und es ift die Production feit 1866 wenigftens um das 42fache geftiegen. Die Gefammtproduction an Stahl dürfte im Jahre 1871 bereits 4 Millionen Zollcentner überftiegen haben. Wenn auch die Bezeichnung des Guffes mit überhitztem Stahl nicht vollkommen correct erfcheint, fo ift doch die Methode überall dort empfehlenswerth, wo es fich darum handelt, möglichft blafenfreien Gufs zu erhalten, fomit zunächft bei, Herftellung von Façongufs. Bezüglich der Ausftellung folcher Stücke hat Bochum wie in Paris, fo auch diefsmal wieder das Schönfte geliefert. Als Fortfchritt kann ferner auch noch die Einführung des SiemensMartinproceffes begrüfst werden, obwohl derfelbe vielleicht noch nicht in der Ausdehnung betrieben wird, die als zweckmäfsig erfcheinen dürfte. Im Jahre 1871 waren II Siemens- Martinöfen in Betrieb. In Beziehung auf Fabrication find durch Einführung von kräftigen Walzwerken, grofsen Hämmern etc. bedeutende Fortfchritte gemacht worden, die fich eben nur in den Dimenfionen und theilweife in der Qualität der erzeugten Producte zeigen. Die Einführung der Siemensöfen behufs des Schweifsens macht in Deutfchland fehr langfame Fortfchritte. 58 Franz Kupelwiefer. Oefterreich- Ungarn. Die Eifeninduftrie Oefterreich- Ungarns war auf der Ausftellung nichts weniger als vollständig vertreten und litt diefelbe vorzüglich dadurch, dafs die Montaninduftrie nicht fo, wie in den Ausftellungen anderer Länder an einem Orte vereint, fondern auf vielen Punkten zerftreut aufgeftellt war. Es würden die einzelnen, oft recht fchönen Ausftellungsobjecte weit mehr gewonnen haben, wenn man fie nicht zwifchen ganz heterogene Ausftellungsobjecte eingereiht hätte. An ein überfichtliches Bild über die gefammte Montaninduftrie war bei einer derartigen Zerftücklung der einzelnen Ausftellungsobjecte nicht zu denken, und es mufste fich uns zunächft die Frage aufdrängen, auf welche Weife es denn möglich werden konnte, dafs gerade die Ausftellung der Montaninduſtrie OefterreichUngarns das Bild einer folchen Zerftücklung bot, während die Ausftellungen der übrigen Gruppen weitaus geregelter und geordneter erfcheinen. Der Grund ift wohl ein mannigfaltiger, und follen hier die wichtigften Momente hervorgehoben werden. Bei dem Mangel an Platz, der fich bei der Vertheilung desfelben fühlbar machte, konnte am leichteften dadurch abgeholfen werden, dafs man den Sondergelüften einzelner Corporationen entgegenkam und diefelben zum Baue von feparaten Pavillons aufforderte. Auf diefe Weife entſtand allerdings eine Reihe von recht fchönen Pavillons, eine Anzahl von recht intereffanten Localausftellungen, aber die Ueberficht über die Gefammt- Leiftungsfähigkeit der Montaninduftrie Oefterreichs ging verloren. Damit war aber dem Mangel an Rauni noch nicht vollkommen abgeholfen und man mufste fich entfchliefsen, noch ein Gebäude unter dem Namen ,, Oefterreichifcher Eifenhof" zu erbauen, der aber nichts weniger als das war, was man fich in einer internationalen Ausftellung unter einem Eifenhof vorftellen würde. Die Producte der Eifen- Raffinirwerke, ja felbft Erze und Roheifen, waren neben Klempnerwaaren, Vogelbauern, Kaffen und dergl. zu treffen, während in der Quergallerie 10 a Montanproducte ganz friedlich zwifchen Seife und Toiletteartikel u. f. w. eingetheilt waren. Es liegt ein anderer Grund wohl noch in der urfprünglich unrichtig getroffenen Eintheilung, welcher zufolge die Producte der Eifen- Raffinirwerke von der Urproduction, der Roheifen- Erzeugung getrennt ausgeftellt werden follten. Beinahe keines der ausftellenden Länder hielt fich an diefe vorgefchriebene Zerftücklung, nur die Ausfteller Oefterreichs, welche nicht in einem feparaten Pavillon einen Platz fanden, waren gezwungen, mit einem ihnen angewiefenen Platze zwifchen den oft heterogenften Objecten vorlieb zu nehmen. Auf diefe Weife kam es, dafs die öfterreichifche Montaninduftrie an nicht weniger als zwölf Orten vertheilt erfchien. Was die ftatiftifchen officiellen Daten über die Eifeninduftrie anbelangt, fo find diefelben nichts weniger als vollſtändig, weil nur die Urproduction unter dem Ackerbau- Minifterium fteht, und nur diefes ziemlich verläfsliche Daten mit Hilfe der Berghauptmannfchaften zufammenftellte. Aehnlich wie in Oefterreich fcheint es fich auch in Ungarn zu verhalten. Nach diefen Daten ftellt fich die Production wie folgt: Im Jahre 1871 wurden erzeugt in Oefterreich Ungarn Summe Zollcentner an Braunkohlen. Steinkohlen Zufammen. 84, 457.1 47 87, 053.8 35( 171,51 0.982 29,998.65 2 201,509.634 29,998.65 2 201,509.634 Die Erzeugung betrug an Roheifen 29 Gufswaaren aus erfter Schmelzung Gefammterzeugung von Roheifen. 5,005.471) 2,658.028 8,492.1 22 828.623 5,834.094 2,658.028 8,492.1 22 Das Hüttenwefen. Bei der Erzeugung des Roheifens waren befchäftigt beim Bergbau Perfonen . bei den Hochöfen Zufammen. 10.309 12.183 22.49 2 P ? P 59 Bezüglich der Raffinirwerke exiftiren keine verlässlichen Angaben, und müffen diefelben daher hier auch vollkommen wegfallen. Um in das Studium der einzelnen Ausftellungsobjecte nur eine halbwegs überfichtliche Ordnung, die auch im Kataloge fehlt, zu bringen, follen die Objecte nach Ländergruppen geordnet hier angeführt werden, und gleichzeitig die Plätze angegeben erfcheinen, wo fie in der Ausftellung zu finden find. Die Alpenländer. In denfelben werden nahezu vier Millionen Centner Roheifen fomit die Hälfte der Gefammtproduction der Monarchie erzeugt. Die Qualität desfelben ift mit fehr wenigen Ausnahmen eine ganz vorzügliche zu nennen, da das Roheifen aus Spath- und Braun- Eifenfteinen meist mittelft Holzkohlen erzeugt wird. Aber auch darin, dafs eben meift vegetabilifche Brennmaterialien wegen Mangel an backenden Kohlen zur Roheifen Erzeugung verwendet werden müffen, ift der Uebelftand begründet, dafs die Roheifen- Production nicht beliebig gefteigert werden kann, weil, wenigftens vorläufig, der noch verhältnifsmäfsig hohen Frachtpreife auf den Bahnen halber eine Zufuhr von Coaks nur in fehr befchränktem Mafse möglich ift. Sollte es jedoch gelingen, wozu gegenwärtig viel Wahrfcheinlichkeit vorhanden ift, Erze mit Braunkohlen zu verhütten, fo dürften fich die Verhältniffe allerdings wefentlich ändern, da die Alpenländer ziemlich viele mächtige Lager von Braunkohlen, neben ihren unerfchöpflichen Erzablagerungen befitzen. Vorläufig führen die Alpenländer nicht unbedeutend Roheifen ein, und unter diefem vorzüglich Roheifen, welches für die Durchführung des Beffemerproceffes tauglich ift, da die Alpenländer des theuren Brennmateriales halber gerade an diefer Sorte Roheifen befonders Mangel leiden. Ungeachtet der bekannten Reinheit der Erze wird fehr wenig Spiegeleifen erzeugt, weil die Erze verhältnifsmäfsig arm an Mangan find, und eine Sortirung der Erze, der eingerichteten Fördermethoden halber, meift nicht ftattfindet. Der Reihe nach follen nun die wichtigften Ausftellungsobjecte angeführt werden. Actien gefellfchaft der Innerberger Hauptgewerkschaft ftellte in dem eigenen Pavillon aus. - Die Gefellſchaft befitzt bei 200.000 Joch Grund und Boden, meift Waldfläche, die Eifenftein- Bergbauea m Erzberg, Glanzberg, Gröfsenberg, Gfoll, Tullberg, Donnersalpe, Radmer, Johnsbach mit zufammen 199 Feldmafsen und erzeugte im Jahre 1872 bei 5 Millionen Centner Erze. Der gröfste Theil diefer Erzeugung entfällt auf den Erzberg, von welchem ein recht fchönes Modell ausgeftellt ift. Dasfelbe macht den Befitz der Innerberger Hauptgewerkfchaft und den der Vordernberger Communität recht gut erfichtlich, fowie in den Durchfchnitten desfelben das Erzvorkommen und die Lagerungsverhältniffe erfichtlich gemacht find. Der Braunkohlen- Bergbau in Seegraben bei Leoben, mit einer Jahresproduction von 12 Millionen Centner, der Steinkohlen- Bergbau in Oflavan mit einer vorläufigen Jahresproduction von 12 Millionen Centner backender Kohlen bilden werthvolle Objecte, und ift letzterer vorwiegend beftimmt, die nothwendigen Coaks für die Hochöfen in Schwechat zu liefern. Von diefen Bergbauen find Karten, geognoftifche Handftufen und die Producte, fowie Coaks, aus den Oflawaner Kohlen erzeugt, ausgeftellt. An Hochöfen befitzt die Gefellſchaft drei zu Eifenerz, drei zu Hieflau, welche ausfchliefslich mit Holzkohlen betrieben werden und nahe 700.000 Centner meift weifses Roheifen vorzüglicher Qualität erzeugen; aufserdem hat die Gefellſchaft zwei Coaks- Hochöfen in Schwechat nach 60 Franz Kupelwiefer. dem Syfteme Büttgenbach erbaut und in Betrieb gefetzt. Es find diefs die gröfsten Hochöfen, welche Oefterreich dermalen befitzt. Sie erzeugen per Ofen und Tag über 1000 Centner, fo dafs diefe Anlage auch eine Productionsfähigkeit von etwa 700.000 Centner per Jahr hat. Es ift daher diefe Gefellfchaft fchon gegenwärtig die gröfste Roheifen- Producentin Oefterreichs. Als Specialität erzeugen die Hochöfen in Schwechat graues Beffemer- Roheifen von vorzüglicher Qualität, welches meift von von der Beffemerhütte in Ternitz verarbeitet wird. Qualitätsproben von dem aus diefem Roheifen erzeugten Stahl find beigegeben und zeugen die vorzügliche Befchaffenheit desfelben. Die Raffinirwerke beſtehen theils in älteren Hammerwerken, welche noch Herd- Frifchftahl erzeugen und denfelben in allen currenten Sorten von der bekannten vorzüglichen Qualität ausftellten, theils in Puddlings und Walzwerken wie Reichraming, welches fich überwiegend mit der Erzeugung von Puddlingsftahl befchäftigt, der im rohen und raffinirten Zuftande in vielen Fällen den Herd- Frifchftahl im Handel fubftituirt. Das wichtigfte Raffinirwerk ist jedoch Donawitz nächft Leoben, welches fich überwiegend mit der Fabrication der currenten Stabeifen- Sorten, des Façoneifens, der Keffelbleche etc. befchäftigt, und fchöne Proben diefer Fabrication ausgeftellt hat; z. B. Bleche von 6000 X 1264 X 9 Millimeter, ferner zwei Bleche mit 6954 2001 X 6.6 Millimeter, ein Blech von 2000 X 1000 X 20 Millimeter, endlich einen Rundboden von 1817 Millimeter Durchmeffer und 13 Millimeter Dicke u. f. w., fowie Qualitätsproben der verfchiedenften Art. Einen HauptFabricationszweig bildet auch die Erzeugung von Cementftahl und die Verwendung desfelben zu Federn; fchliefslich noch die Darftellung von Glühftahl, als Materiale für die Gufsftahl- Erzeugung. Zu bemerken ift, dafs diefer Fabricationszweig nur hier fabriksmäfsig betrieben wird. Die Schwarzblech- Hütte von Gemeingrube bei Leoben ftellte ein reiches Affortiment von fchönen Schwarzblechen aus. Endlich gehören noch hierher die Tiegel- Gufsftahlhütten von Reichraming und Kapfenberg, von welchen die letztere zu gleicher Zeit die gröfste der Monarchie ift. Eine ganze Reihe von Bruch-, Härte- und Schweifsproben zeigt die Qualität des Stahles, fowie auch eine achtpfündige VorderladerKanone, welche fich nach 1200 Schüffen noch in vollkommen feldtüchtigem Zuftande befindet, Zeugnifs für die vorzügliche Qualität gibt. - Die Leiftungsfähigkeit diefes Complexes läfst fich aus folgender Zufammenftellung entnehmen. Die Jahresproduction beträgt: An Roheifen. " gefchmiedetem Eifen diverfen Walzeifen- und Keffelblechen 27 Feinblechen 27 " Zeugfchmied- Waare. Streckftahl, Herdfrifch- und Puddlingsftahl. " Tiegel- Gufsftahl Feilen 29 1,400.000 7.000 450.000 35.000 10.000 60.500 46.000 1.400 In demfelben Pavillon befand fich auch noch die Ausftellung der Reichenauer Gewerkfchaft, welche bei ihrem Hochofen in Edlach Giefserei- Roheifen, und aus diefem vorzüglich Hartgufs- Räder, Hartwalzen, Hartgefchoffe, die fich beim Befchiefsen von Panzerplatten als vorzüglich bewährten, fowie Mafchinengufs erzeugt, während die Gufsftahl- Hütte und das Walzwerk in Hirfchwang etwas Façongufs, Stangenftahl, Stabeifen etc. ausftellte. In dem weiter weftlich liegenden Pavillon der fteierifchen EifenInduftrie haben ausgeftellt: Die Vordernberger Communität, welche fich bemühte ihr Erzvorkommen, fowie die bei den verfchiedenen Befitzern gehörigen Hochöfen in Vordernberg erzeugten Roheifen- Sorten auszuftellen. Das Hüttenwefen. 61 Alle diefe Roheifen- Sorten gehören zu den beften Sorten von Puddlings Roheifen, und werden aus Erzen des oberften Theiles des Erzberges erzeugt. Die 13 Hochöfen Vordernbergs arbeiten fozufagen ausfchliefslich mit Holzkohlen und erzeugten im Jahre 1872 an Roheifen 1,116.056 Zollcentner. Die Gröfse der Production fteigt bei den kleineren älteren Oefen nicht viel über 200 Centner per Tag, während die grofsen 400 ja felbft 600 Centner und darüber per Tag erzeugen. Vordernberg- Köflacher Montan- Induftrie- Gefellfchaft in Graz. Diefe Gefellſchaft befitzt 28 Antheilsrecht am Vordernberger Erzberge und verfchmilzt diefe Erze in zwei ziemlich grofsen Hochöfen in Vordernberg. Sie befitzt aufserdem theils directe, theils indirecte 22.000 Joch Grund und Boden und fehr bedeutende Kohlengruben in Köflach weftlich von Graz. Das Roheifen wird theils in II Frifchherden, theils in 14 Puddlingsöfen, welche in den Hütten von Krieglach und Pichling ftehen, verarbeitet, und werden Bleche, Stabeifen, Zeugfchmied-Waaren etc. erzeugt. Ebenfo wird in Pichling Puddlingsftahl, in Krems in drei Siemensöfen Tiegel- Gufsftahl von vorzüglicher Qualität erzeugt, und theils auf Federn, theils auf Werkzeug- Gufsftahl verarbeitet. Die Ausstellung war eine fehr reichhaltige und fchöne zu nennen, indem nicht nur Roheifen, Stabeifen, Bleche etc. fammt den dazu gehörigen Qualitätsproben ausgeftellt waren, fondern die Qualität vorzüglich der Bleche durch beigegebene Refultate von Zerreifsproben erläutert war. Die Refultate find folgende: Geftalt des Querfchnittes Eurfprünglich in Quadratlinien in Linien Querfchnittes nach dem Reifsen anfänglich nach dem Reifsen urfprünglichen fchliefslichen zoll des Querschnittt Länge des Stabes Reifsgewicht in Zollcentnern per QuadratDehnung in Percenten der ursprünglichen Länge Probeftange von einem 12" ftarken Bleche rund flach 38 03 29.87 21 24.75 501 637 17.8 38.94 29.87 21 24.50 524 683 16.7 Probeftange von einem 61/2'' ftarken Bleche Quadrat 41.04 21 flach 25.51 35.60 23:46. 21 27.75 507 757 27.50 461 742 25 0 26.1 Die Proben wurden mit einem Blech, in Krieglach aus Puddlingseifen hergeftellt, durchgeführt. Puddlings fowie Gufsftahl von befonders feinem Korne und fchönem Bruche find befonders erwähnenswerth. Ebenfo find die fertigen Zeugfchmied waaren von tadellofer Ausführung. Die Production betrug im Jahre 1872 an Roheifen 218.750 Centner, an Walzeifen und Blechen 185.422, an Zeugfchmied- Waaren, Stahl und Federn 34.317 Centner. Bedeutende Vergröfserungen der Anlagen find nahezu fertig. Joh. E. Bleckmann in Mürzzufchlag erzeugt in einer verhältnifsmäfsig kleinen Hütte mit 200 Arbeitern zwifchen 20.000 und 30.000 Centner Tiegel5 62 Franz Kupelwiefer. Gufsftahl aus den beften fteierifchen Materialien und verarbeitet denfelben meift felbft. Es ift diefs der Gröfse der Production nach die drittgröfste TiegelGufsftahl- Hütte Oefterreichs. In einer Beziehung fteht fie jedoch allen übrigen weitaus voraus, und zwar in Beziehung auf Stahl- Façongufs, der fehr gut betrieben wird und durch viele ausgeftellte Gegenstände fehr fchön repräfentirt war. Hornamboffe, Gefenke etc., fowie Zahnräder gebrochen, mit tadellofem Bruch u. f. w. geben Beweis für die Fertigkeit, welche bei Herftellung von Façongufs bereits erreicht wurde. Ebenfo zeigen die Feilen eine vorzügliche Qualität. Steierifche Eifeninduftrie- Gefellfchaft. Diefelbe befitzt in Eifenerz und in der Radmer feit dem Jahre 1871 Eifenftein- Bergbaue, welche erft neu aufgefchürft und in der Ausrichtung begriffen find. Diefelben find ihrer Zufammenfetzung nach den Erzberger Erzen ganz ähnlich und ift das Vorkommen der Erze als aequiform mit dem des Erzberges anzufehen. Auf diefe Erze bafirend wird in Zeltweg, dem Hauptetabliffement der Gefellſchaft, vorläufig ein CoaksHochofen gebaut, der noch im Laufe diefes Jahres in Betrieb gefetzt werden wird. Die Hütten von Zeltweg, welche das erforderliche Brennmateriale von den eigenen Braunkohlen- Bergbauen in Fohnsdorf( Jahresproduction von 1872 mit 1217 Arbeitern 4,512.261 Centner) beziehen, beftehen der Hauptfache nach aus dem älteren Werke, an der Pöls gelegen, jedoch mit Dampf betrieben, und der neueren, unmittelbar an der Bahn gelegenen Anlage. Die ältere Hütte enthält die Puddlings- und Schweifsöfen, die Hämmer und Walzwerke für Schienen, Façoneifen und Blechfabrication, die Giefserei für Erzeugung von Gufswaare für den eigenen Bedarf und den Bedarf der fehr bedeutenden Mafchinenfabrik. Die neue Anlage befteht vorläufig aus einer Beffemerhütte mit zwei Convertern, einer Dampffchmiede und einem Kopfwalzwerke zur Erzeugung von Achfen und Bandagen und dem der Vollendung nahen Coaks- Hochofen. Die Beffemerhütte, obwohl erft im Jahre 1871 in Betrieb gefetzt, erzeugte im Jahre 1872 fchon 142.000 Centner. Die Leiftungsfähigkeit des Werkes ift folgende Schienen 200.000 Centner, Façoneifen 15.000 Centner, Bleche 15.000, von welchen ein Theil verkauft und etwa 10.000 Centner auf Keffelfchmied- Waaren verarbeitet werden, 2500 Stück Räderpaare oder 43.000 Centner, Wechfel 12.000 Centner, Gufs und grobe Mafchinenwaare 36.000 Centner, fertige Mafchinen 14.000 Centner, Schmiedewaaren 5000 Centner. aus Eifen Unter den ausgeftellten Gegenftänden find befonders hervorzuheben: An Schmiedeftücken eine Welle 33 Fufs lang, 14 Zoll dick und 180 Centner fchwer. An Blechen von folgenden Dimenfionen( 8.693 x 948 x 26 Millim., 32 Ctr. fchwer 16.875 1.580 × 6.6 Beffemerftahl 8.219 x 922 × 5 Eifenbahn- Schienen aus Beffemerftahl, Weicheifen, Puddlingsftahl und Tyres aus Beffemerftahl in den Zwifchenftadien der Fabrication, fowie fertige, zufammengebogen, um die Qualität zu zeigen etc. 99 I2 " " " 515 " " 99 Als ein Fortfchritt, der an diefer Hütte gemacht wurde, ift die Anwendung von heifsem Wind bei Durchführung des Beffemerproceffes zu bezeichnen. Der Wind wird in einem Regenerativ- Erhitzungsapparat auf etwa 700 Grade Celfius erhitzt und bei diefer Temperatur verwendet, ermöglicht derfelbe die Verwendung von ganz lichten Roheifen- Sorten, die Aufarbeitung einer grofsen Menge von Railsenden etc. Zu erwähnen ift noch, dafs in diefer Hütte zuerft Siemensöfen zum Umfchmelzen von Roheifen für den Beffemerbetrieb verwendet wurden. Actiengefellfchaft der Judenburger Eifenwerke. Diefe Gefellſchaft befitzt den Eifenftein- Bergbau und Hochofen in Olfa, welcher jährlich mit Holzkohlen nahezu 80.000 Centner erzeugt. Den Kohlen- Bergbau Sillweg, der jedoch erft in einigen Jahren den Verbrauch des Werkes an Kohle decken dürfte, und endlich die Puddlings- und Blechwalz- Hütte von Judenburg und das in Bau begriffene Walzwerk in Hetzendorf. Die Production befteht der Hauptfache nach nur aus Blechen für Locomotiv- und Tenderrahmen, Keffelblech etc. Das Hüttenwefen. 63 Um die Leiftungsfähigkeit des Walzwerkes zu zeigen, waren beiſpielsweife Bleche von folgenden Dimenfionen ausgeftellt: 12.008 4.346 وو 1.290 x 9'35 Millimeter im Gewicht von 21 42 Centner 1.948 8.8 وو " 9 IO.92 وو 3.26 51.580 × 0.616 99 99 " " 9 0.48 2.249 1.602 X 0.244 99 59 29 99 O 13 وو 2.344 1.35 60183 " 9 " " 19 0.09 وو Die Blecherzeugung wurde in den letzten Jahren enorm gefteigert und ift diefe Steigerung aus folgender Tabelle zu entnehmen. In dem Jahre 1864 wurden erzeugt 22.23 2 Zollcentner Bleche " " 9 " 1865 99 " 9 25.075 " " 1866 “ ን 99 " ን 48.275 " 9 99 99 " " 1867 70.9 22 99 " 9 وو " 1868 " 9 " 9 29 " 16 90-603 99 77 99 " 29 1869 " وو 90.45 2 99 77 " I " 79 1870 29 99 103.057 " " F 13 ** " وو " 99 1871 1872 116.46 5 " وو وو " 27 I 25.322 99 " 9 Eifen und Blechfabriks- Gefellfchaft Union betreibt die Hütten zu Wöllersdorf, die Johann Adolfshütte, und eine Hütte zu Altfohl in Ungarn. Diefe Werke erzeugen theils aus Puddlings, theils aus Herd- Frifcheifen alle Gattungen Feinbleche, und zwar Schlofsbleche, Dachbleche, Rohr- und Rinnenbleche, Prefsbleche und Mufterbleche, Chablonenbleche, endlich gebeizte und dreffirte Bleche in Kiften, fowie verzinnte, verzinkte und verbleite Bleche in allen currenten und theilweife nicht currenten Sorten. Die Qualität der erzeugten Bleche, befonders der feineren Sorten ift, da meift Herdfrifcheifen dafür verwendet wird, eine vorzügliche, ebenfo ift die Verzinnung nach den neueften Erfahrungen mit Verwendung von Mafchinen eingerichtet. Ausgeftellt find die currenten Fabricate, fowie gröfsere Tafeln und Qualitätsproben. Die Blech und Eifenwerks Gefellfchaft Styria zu Wafendorf bei Judenburg, welche erft im Juni 1872 in Betrieb gefetzt wurde, erzeugt in vier Frifchfeuern das erforderliche Material für die Fein- und Weifsblech- Fabrication. Die Einrichtung der Hütte ift recht hübfch mit Benützung der Wafferkraft der Pöls zufammengeftellt, und erfolgt das Ausfchweifsen der Frifchluppen in SiemensRegenerativ- Gasöfen. Die Qualität der erzeugten Bleche ift fehr gut und find unbefchnittene Bleche ausgeftellt, welche bei felbft bedeutenden Dimenfionen keine Spur von Kantenriffen zeigen. Solche Bleche haben z. B. 185 x 25.600 X 4 Millimeter und 4.690 x 685 XI 25 Millimeter. Die ausgeftellten Fabricate find fehlerfrei. Stift Admont'fche Blechfabrik in Trieben, welche auch erft vor etwa einem Jahre in Betrieb gefetzt wurde, arbeitet unter ähnlichen Verhältniffen wie Styria und hat auch ähnlich ausgeftellt Von den kleineren Ausftellern find zu erwähnen: Das Eifenwerk des Benedictiner Stiftes St. Lambrecht, welches Herd- Frifchftahl, Max Hillebrand in Pöls, welcher Feineifen und Nieten ausftellte. Liebl Jofef in Mühlau ftellte etwas Fein- Streckeifen im Eifenhofe aus. Im Pavillon haben. noch ausgeftellt Franz& Johanna Neuper in Zeiring, welche Roheifen, Stabeifen und Nieten erzeugen und ausftellten. Baron Franz von Mayer in Leoben, welcher Roheifen von Vordernberg und St. Stephan, fowie Gufswaare vom letzteren Werke exponirte. Dr. Franz Steyrer in St. Michael ftellte nur etwas Gufswaare, darunter kalt gewundene und gebogene Gufseifenftäbe aus, um die Qualität des Gufseifens zu zeigen. Die Walzhütte hat nichts ausgeftellt, weil fie noch nicht in Betrieb fteht. 5* 64 Franz Kupelwiefer. Mefsner Jacob in Rottenmann ftellte Stabeifen, Blech und Draht aus, welches meift aus Frifch-, theilweife aus Puddlingseifen in Torfgas- Schweifsöfen ausgeheizt, erzeugt wird. Jofef Pöfendorfer's Erben in Rottenmann erzeugen theils aus Erzen, theils aus eifenreichen Schlacken Roheifen und verarbeiten dasfelbe auf Frifcheifen, Blech, Achfen, welche letztere Producte unter Anwendung von Torf erzeugt werden. Ebenfo haben fie ausgefertigte Wagenachfen und auch fchmiedeiferne Wafferformen ausgeftellt. Lohninger in Miefsling ftellte Roheifen, aus Schlacken erzeugt, aus. Friedrich Bruno Andrien erzeugt in Bruck an der Mur Herdfrifcheifen, welches er dann in Siemensöfen ausfchweifst, auf Walzendraht verwalzt und in Graz zu Draht etc. verarbeitet. Ausgeftellt waren Walzendraht von neun bis zwei Linien Durchmeffer, Zaineifen von zwei Linien im Quadrat, feine Stabeifen- Sorten, alle Sorten Draht, Splintendraht, halbrund und flach, Stahldrähte und endlich verzinkte und verzinnte Drähte. Befonders hervorgehoben zu werden verdient noch die Ausftellung der Eifen und Stahlinduftrie- Gefellfchaft St. Egidy- Kindberg, welche fehr fchönes Puddlings- Feinkorneifen von Kindberg ausftellte, fowie Stabeifen, Walzendraht und gezogene Drähte, unter diefen auch Splintendrähte. In Furthof wird Comtéfrifcherei betrieben und das Materiale für feine Drähte verwendet; die Gufsftahl- Hütte zu Furthof ftellte geprefste, fehr gute Tiegel für Gufsftahl- Fabrication aus, und erzeugt per Jahr bei 8000 Centner Tiegel- Gufsftahl, welcher meift als Werkzeug- Gufsftahl, zu Feilen( die bekannten Fifcher'fchen Feilen) und zu Draht verarbeitet wird. Eifen- und Stahl- Drahtfeile, fowie verarbeitete Seile, z. B. zu Strängen etc., find in grofser Auswahl ausgeftellt. Die Qualität all' diefer Producte ift nach den ausgeftellten Proben eine vorzügliche. Als Beiſpiele für die Qualität follen die Dimenfionen und Gewichte von einzelnen ausgeftellten Drähten folgen. Nummer Dicke in Millimetern Länge in Metern Zollpfund 40 37 18.15 154 55 213 59 68 34 I 34 95 31 II 2 I 02 I 94.88 186-8 27 8.8 I 70 165 23 6.8 352 183.7 2 I 5.8 438 166.9 18 44 640 149 I 5 3.3 890 I 24'32 I 2 2.5 I 029 I 09.76 I I 2.0 I O 1.8 1.65 150 I 390 877 986 1.908 55 29.54 096 654321 29 8 38 5.5 I I O 5.200 70 28 I OO 4255 44 75 0.90 4.050 37:38 0.75 4313 28.00 0.70 4.618 23.94 I 0.65 6.867 28.98 0.55 6.738 26.56 0.46 13.370 29.00 0.36 I 4.670 21 75 88 6/0 12/0 0.275 0.182 0.30 I 5.030 I 3435 10 070 5 18.00 2 deutfche Meilen 12.75 - Das Hüttenwefen. 65 Aus der Gröfse der Walzadern läfst fich auf die guten Einrichtungen aus der Länge der Drähte auf die Qualität derfelben fchliefsen. Diefe Gefellſchaft erzeugt gegenwärtig in Oefterreich die gröfste Menge Draht. Im öfterreichifchen Eifenhof haben ausgeftellt Johann Pengg in Thörl aus Lancashire Frifcheifen, erzeugtes feines Stabeifen, Bandeifen bis einfach drei Null herab, zwei Linien ftarkes Zaineifen, Walzendraht, und zwar von Nr. 27 Schraubendraht 100 Pfund fchwere, Telegraphendraht 50 Pfund fchwere, Glockenfignal- Draht 50 Pfund fchwere, Stiftendraht Nr. 16, 50 Pfund fchwere Adern; von gezogenen Drähten waren beiſpielsweife ausgeftellt: 24.000 Fufs lang I 29.848 Nummer 8 5.400 Fufs lang Nummer 2 7 6 1.1 6.450 8.650 11 11 19 19 5 11.150 11 4 1 5.200 11 3 19.1 00 11 39 53 99 0 23.940 1 28.434 27 19 17 ,, 20 26.254 645.300 95 27 29 وو J. M. Fürft in Thörl arbeitet unter nahezu den gleichen Verhältniffen wie Pengg, erzeugt jedoch mehr feine Drähte, wie diefs auch aus feiner Ausstellung zu entnehmen ift, und folgende Beifpiele zeigen: Nummer 7 12.960 Fufs lang, 45 Pfund fchwer; Nummer 4 26.400 Fufs lang, 40 Pfund fchwer; Nummer 1 32.600 Fufs lang, 20 Pfund fchwer; Nummer 13 39.380 Fufs lang, 4 Pfund fchwer; Nummer 14 24.160 Fufs lang, 2 Pfund fchwer. Ebenfo ftellten noch Carl Schmidt in Guttenftein Draht, und Burghardt in Wiener Neuftadt Stabeifen, Walzendraht, Stiften und feuerfefte Ziegel aus. Winkler's Söhne in Waidhofen an der Ybbs ftellten HerdFrifcheifen, Stabeifen, Rundeifen, Walzendraht und Bandeifen recht hübfch aus. Vogel& Noot zu Wartberg in Steiermark ftellen Frifcheifen, Tiegel- Gufsftahl und Beffemerftahl aus, von welchen Producten fie wohl nur das erftere felbft erzeugen, fowie daraus hergeftellte Schwarzbleche mit recht fchönen Qualitätproben. Klinzer in Klagenfurt brachte felbft erzeugten Tiegel- Gufsftahl in Königen, abgefchmiedet in fieben Sorten, von welchen Brüche ausgeftellt waren, fchön gefchmiedete Stangen in verfchiedenen Dimenfionen, Brescianftahl, Feilen, Senfen. Eifen& Stahlgewerkfchaft zu Eibiswald und Krumbach erzeugt nicht blofs alle Gattungen von Walzeifen, Keffelbleche bis 600 Pfund Gewicht, gefchmiedete Grobeifen Sorten, fondern vorzüglich noch Stahl, und zwar Puddlingsftahl in Form von Brescian und Azalonftahl, Cementftahl gewalzt, gefchmiedet und gegerbt, und endlich Tiegel- Gufsftahl in allen Härtegraden. Eibiswald ift, was Productionsmenge anbelangt, die zweite GufsftahlHütte Oefterreichs, und bedient fich beim Umfchmelzen der Siemensöfen, in welche je 9 bis 18 Tiegel eingefetzt werden. Siemens- Tiegelöfen find fechs vorhanden und werden mit fchlechten Braunkohlen recht gut betrieben. Verarbeitet wird der Stahl meift zu Federn der verfchiedenften Formen, fowie zu Sägen. Von all' diefen Producten find reichliche und fehr fchöne Proben ausgeftellt. Südbahn- Gefellfchaft in Graz. Diefe Anlage befteht aus einer Beffemerhütte mit zwei Convertern, einer Martinhütte mit einem Ofen und dem Schienen- Walzwerke. Ausgeftellt waren Schienen aus Eifen, Beffemerftahl, Martinftahl, Stahl- Kopffchienen und Schienen aus Eifen, welches im Danks'fchen Puddlingsofen erzeugt wurde; ferner Bandagen, fertige Räder neuer Conftruction mit Gufsnabe und Blechfcheiben- Wänden, oder Gufsnaben und Gufsfcheihen, beide mit Stahlbandagen. An Façongufs waren ausgeftellt in Coquillen gegoffene Kurbeln und Herzftücke für Weichen aus Beffemerftahl gegoffen. Diefer Hütte 66 Franz Kupelwiefer. gebührt das Verdienft, in Oefterreich zuerft Bandagen ohne Schweifsung hergeftellt zu haben. Ueberhaupt geht diefe Hütte, wenn es fich darum handelt, etwas Neues zu verfuchen und einzuführen mit lobenswerthem Eifer vor; ebenfo ftand z. B. auf diefer Hütte auch der erfte Danks'fche Puddlingsofen etc. Walzwerk- und Beffemerftahl- Fabrications- Gefellfchaft in Ternitz ift gegenwärtig die gröfste Beffemerftahl- Hütte Oefterreichs. Im Jahre 1868 wurde die erfte Hütte mit zwei Convertern, im Jahre 1870 die zweite und Ende 1872 die dritte Hütte in Betrieb gefetzt, fo dafs jetzt fechs Converter arbeiten. Die erzeugten Ingots werden theils in Ternitz auf Schienen, Bandagen und Achfen, fowie auch auf der Hütte von Zwifchenbrücken ebenfalls auf Schienen verarbeitet. Ausserdem befitzt die Gefellſchaft eine ältere Puddlingsund Walzhütte, welche Stabeifen und Schwarzbleche, und zwar zufammen jährlich etwa 140.000 Centner erzeugt. Ausgeftellt find fehr fchöne Bruchftücke roher Ingots. Schienen in fechzehn verfchiedenen Profilen, welche im Laufe der Jahre dafelbft erzeugt wurden. Als Qualitätsproben find ausgeftellt Schienen von 24 Fufs Länge, kalt, fchraubenförmig verdreht, welche auf die angegebene Länge neun Windungen haben. Bandagen bis zu den gröfsten Dimenfionen, Achfen, kalt gebogen, geknüpft, verdreht. Fertige Räderpaare, in der eigenen Räderfchmiede hergeftellt, in fechs verfchiedenen Façonen, fehr fchöne Schmiedeftücke, naturharte Beffemerftahl- Walzen etc. feuerfefte Materialien. Nicht zu leugnen ift, dafs diefe Ausftellung zu den fchönften und zu gleicher Zeit zu den inftructivften gehört, indem man bemüht war, die Qualität der Producte nicht nur durch Bruchproben, fondern auch durch vollſtändige, von Profeffor Baufchinger in München durchgeführte Feftigkeitsproben darzuthun, deren Refultate hier der Hauptfache nach angeführt werden follen.* Wie rafch fich diefes Etabliffement entwickelt hat, kann aus folgender Tabelle entnommen werden, welche die Betriebsrefultate feit dem Beftande desfelben enthält. Die Betriebsjahre enden mit Juni. Erzeugung an Stahl Verkauft an fertigen Producten, und zwar: an Stahlblöcken Schienen Lafchen und Platten E Bandagen Achfen Schmiede- und Façonftücken Mercantilſtahl Summe in Zollcentnern. 1868/69 1869/70 1870/71 1871/72 1872/73 64.917 14 2.868 260.815 494.712 800.000 3.675 1.8.75 360 20.934 2.000 II.212 61.993 167.707 306.158 540.000 10.218 8.683 7.545 10.000 6. 515 21.60 2 23.879 33.968 48.000 757 8.509. 10.242 16.423 24.000 2.66 3 2.834 4.588 6.837 7.000 3.92 4 2.966 3.426 28.746 109.997 218.885 3.1 17 394.981 3.000 634.000 Ternitz hat die Schienenfabrication aus Beffemerftahl zuerft im grofsartigen Mafsftabe betrieben und der Verwendung von Beffemerftahl- Schienen Eingang verfchafft, da die Qualität das Vertrauen der Bahnen zu diefem Materiale erweckte. Berthold Fifcher's Weicheifen- und Stahlgiefserei in Traifen ftellte fehr fchönen getemperten Gufs( Weichgufs) in feiner mannigfaltigften Anwendung für Mafchinenbeftandtheile. Schiffseinrichtungen, Wagen- und Waagbeftandtheile aus. Die Qualität des Weichguffes wird fowohl durch viele Biegeproben, fowie auch durch ausgeführte Feftigkeitsproben, deren Refultate beigegeben find, gezeigt. Nach Profeffor Jenni's Angaben foll derfelbe erft bei einer Belaftung von 348 Centner per Quadratzoll reifsen. Ebenfo haben die Erfte Neu- Oettinger Weichgufs- Waarenfabrik, fowie Brevillier& Comp. in Neunkirchen( Quergallerie 10 a) fehr fchönen Weichgufs ausgeftellt* Siehe die folgenden Tabellen. Chargen- Nummer Mittlerer ElafticitätsModul innerhalb der Elafticitätsgrenze Das Hüttenwefen. I. Zugfeftigkeit. Zugfeftigkeit. ElafticitätsAbgeriffen bei einer grenze Belaftung in Kilogrammen per Quadratcentimeter Gefammtftreckung in Procenten der urfprünglichen Länge Bruch Querfchnitt in Percenten des urfprünglichen Kohlenstoff- Gehalt in Percenten 2,270.000 2.950 4.430 24'5 IO 546) ΟΙ 4 2,240.000 2.950 4.430 19.1 47.0 2,210.000 3.350 4.790 18.1 4 58.2 2,130.000 3.270 4.780 22'I 58.5( 0.19 ( 2,240.000 3.510 5.360 18.7 2 67.6 0.46 2,270.000 3.390 5.300 17.5 71 4 ( 2,300.000 3.310 5.5 20 16.4 3 71 0 2,120.000 3.500 5.680 0.51 12'2 78.9 6 ( 2,200.000 3.490 5.530 18.0 67.4 2, 11 0.000 3.490 5.590 17.6 67.0 0.54 2,250.000 3.300 5.620 16.9 5 71.7 / 2,1,90.000 3.300 5.680 18.3 0.55 72.6 2,140.000 3.450 I 5.660 17.4 724 2,180.000 3.170 5.55° 1915 66.3 0.57 2,220.000 3.780 6.310 II 3 84 1 9 0.66 2,340.000 3.710 6.280 16.1 76.5 2,300.000 3.870 7 6.540 II 8 73.0 2,420.000 3.630 6.400 0.78 II'I 88.8 2,1 40.000 4.000 7.260 7.6 II 90.8 0.80 2,160.000 4.010 7.200 IO 4 81 2 2,220.000 4.400 12 7.390 9.7 75.71 2, 150.000 4.180 0.87 7.320 6.5 914 2,250.000 4.880 13 8.690 9.8 86.9 2,100.000 4.860 0.96 7.920 3: 5 93.2 29 67 ChargenNummer 68 Franz Kupelwiefer. II. Druckfeftigkeit. Dimenfionen des Prismas 3X 3X9 Centimeter. Das eingefeilte Prisma hatte in der Mitte 2 X 2 X 2 Centimeter. Mittlerer ElafticitätsDruckfeftig. Druckfeftig. KohlenstoffElafticitätsModul innerhalb der Elafticitätsgrenze keit der unveränderten Prismen der eingefeilgehalt ten Prismen in Percenten grenze Kilogramme per Quadrat- Centimeter. 2,645.000 2.775 9.250 IO 2,740.000 2.775 4.780 0.14 2,520.000 3.050 4 0.19 2,690.000 3.000 5: 390 ( 2,250.000 3.440 II.IOO 2 2,360.000 0.46 3.440 6.330 - ( 2,300.000 3.280 12.500 3 0.51 2,270.000 3.220 7.000 - ( 2,570.000 3.440 II.400 6 0.54 2, 510.000 3.440 6.110 2,480.000 3.550 12.750 5 2,260.000 3-440 6.170 0.55 ( 2, 170.000 3.440 I 2,330.000 3.440 6.550 12.200 0.57 - 2,590.000 3.775 12.400. 9 0.66 2,430.000 3-775 6.550 4.000 cir. 7.780 7 0.78 2, 280.000 3.550 6.830 ( 2,230.000 4.440 17.200 II 0.80 2,320.000 4.440 9.670 - ( 2, 230.000 3.885 15.100 12 0.87 2, 210.000 4.000 8.940 2,320.000 5.000 17.800 13 2,290.000 5.000 9.890 0.96 - Das Hüttenwefen. III. Schubfeftigkeit( Abfcherungsfeftigkeit). 69 Dimenfionen des Prismas 15 X 7 XI Centimeter; abgefcherter Querfchnitt 7 × 1 Centimeter; Durchfchnittszahlen aus je zwei Verfuchen. Chargen- Nummer Schubfeftigkeit. Abgefchert bei: Kilogrammen per Quadratcentimeter Kohlenftoff- Gehalt in Percenten IO 042365T9 3.410 O 14 3.710 3.585 0.19 0.46 4.0 20 0.51 3.9 30 0.54 4.000 0.55 I 3.645 0.57 4.280 0.66 7 4.140 0.78 II 4.82 0 0.80 12 5.000 0.87 13 5.820 0.96 IV. Biegungsfeftigkeit. Dimenfionen der Prismen 120 X 14 X 5.5 Centimeter. Auf 100 Centimeter Entfernung hochkantig aufgelegt und durchgebogen. Chargen- Nummer Mittlerer ElafticitätsModul innerhalb der Elafticitätsgrenze Elafticitätsgrenze Biegungsfeftigkeit( abgebrochen bei) Gefammte Ausbiegung der urfprünglich geraden Stücke in Centimetern Kilogramme pro Quadratcentimeter Sehne Pfeil KohlenftoffGehalt 2415 01 4 nicht gebrochen hatte fich verwunden und konnte defshalb nicht gebrochen werden. IO 2,000.000 3.750 7.920 88.20 4 2,050.000 4.170 8.600 94 15 17.20 O'I 9 2 2,060.000 4.030 8.340 94.80 16.60 0.46 3 2,090.000 4.170 9.300 97.00 12.60 0.51 6 2,03 0.000 4.030 8.5 50 98.80 7.75 0.5 4 5 2. 130.000 4.240 8.825 98.25 9.30 05 5 I 2,060.000 4.450 9.600 94.55 16.30 0.5 7 9 2,260.000 4.380 8.600 99.30 5.75 0.66 7 2,1 20.000 4.650 8.750 99.50 5.00 0.78 II 2,3 20.000 4.725 7.645 99.95 1.60 0.80 I2 2, 140.000 4.700 7.650 99.95 1.30 0.87 13 2,060.000 6.925 8.480 nicht mefsbar 0.96 ChargenNummer 70 Franz Kupelwiefer V. Torfionsfeftigkeit. Durchmeffer der Welle 10 Centimeter. Länge derfelben, foweit fie dem Verwinden ausgefetzt ift, 80 Centimeter. Länge zwifchen den Einfpannungspunkten 100 Centimeter. ChargenNummer Mittlerer Elaftititätsmodul innerhalb der Elafticitätsgrenze Elafticitätsgrenze Kilogramme pro Quadrat- Centimeter Kohlenftoff- Gehalt I 420197 878.000 1.525 0.19 853.000 1.470 0.46 6 856.000 I 500 0.54 837.000 1.585 0.57 869.000 1.650 0.66 85 1.000 1.750. 0.78 I I 893.000 1.970 0.80 12 13 23 850.000 2.030 0.87 870.000 2.665 0.96 VI. Probeftücke für unmittelbare praktiſche Verwendung. Elafticitätsmodul innerGefammthalb der ElafticitätsElafticitäts- Zugfeftigkeit. ftreckung in grenze grenze Abgeriffen bei Percenten der urfprünglichen Länge KohlenstoffGehalt Kilogramme pro Quadratcentimeter a) Zugbänder. 400 X 74 X 12 Centim., eingefpannt auf 350 Centim. Länge. 2,190.000 2.800 5.180 12'4 4 0.19 2.340.000 2.700 4.950 13'4 6 2,390.000 3.040 5.515 12.6 0.54 2,450.000 3.040 5.400 II.5 2, 180.000 2.700 4.900 12'5 I 2,320.000 2.800 0.57 5.1 20 13. I 2,400.000 9 2,210.000 3.265 3.265 5.970 12.0 0.66 5.9 70 8.9 b) Rundftangen. 4 Meter lang, 3:42 Centim. Durchmeffer, eingespannt auf 3 Meter Länge. 2, 160.000 2.720 4.800 4 5. I 1,890.000 2.720 4.800 0.19 5'5 2,2 10.000 6 2.830 4.800. 40 1,900.000 2.935 5.040 4.6 0.54 1,970.000 2.6 10 I 4.430 3.6 2, 100.000 2.665 4.800 0.57 4.6 2,000.000 3.045 4.200 9 I O 0.66 2,430.000 3.045 5.040 3.2 Das Hüttenwefen. 71 An Gufsftahl hatte noch Georg Fifcher in Hainfeld( Quergallerie 10 a) Tiegel- Gufsftahl, etwas Façongufs und eine naturharte Gufsftahl- Walze ausgeftellt; ebenfo hatte Martin Millers Sohn( Eifenhof und Quergallerie 10 a) feine Fabricate, Gufsftahl, Draht- Ziehplatten, naturharte Gufsftahl- Walzen, Clavierfaiten, recht fchön ausgeftellt. Die Lungauer Eifenwerks Gefellfchaft in Mauterndorf hatte Erze, Roheifen, grau bis Spiegel, Puddlings- und Herd- Frifcheifen, und meift feine Stabeifen Sorten ausgeftellt. Töpper in Scheibbs hatte Herd- Frifcheifen, feine Bleche und getiefte Raketenhülfen recht fchön ausgeftellt. Eifen und Stahlwerke der Krainer'fchen Induftre Gefellfchaft hatten im Hofe 10 a recht hübfch ausgeftellt. Unter den ausgeftellten Producten ift vornehmlich hervorzuheben Spiegeleifen mit 8 bis 14 Percent Mangan, Ferromangan mit 33 Percent Mangan, zu deren Production die Manganerze des Vigunfzaer Bergbaues verwendet werden. Die dabei abfallenden Schlacken haben bis 16 Percent Mangan. Zu bemerken ift dafs gegenwärtig diefe Hütte die einzige in den Alpenländern ift, welche verlässlich Spiegeleifen mit einem hinreichend hohen, nahe gleichbleibenden Mangangehalte erzeugt. Das in Holzgas-, Puddlings- und Schweifsöfen hergeftellte Eifen fowie der Stahl war von guter Qualität und recht gut vertreten. Zu erwähnen ist noch die Ausstellung von Bauxiten. K. k. priv. Salzburg- Tiroler Montan Gefellfchaft( Hof 10 a) ftellte ebenfalls Erze, Roheifen, Gufswaaren, Rohftahl, Raffinirftahl und Schmiedeeifen recht hübfch aus. Die Fürften Johann Adolf und Adolf Jofef zu Schwarzenberg ftellten im eigenen Pavillon die Producte der Hochöfen von Vordernberg und Trofaiach, welche nur Erze vom Vordernberger Erzberge verarbeiten, und daraus current weifses Puddlings- Roheifen erzeugen, fo wie die des Hochofens von Turrach, welcher überwiegend Graueifen für den Giefserei- und Beffemerbetrieb erzeugt, aus. Die Beffemerhütte in Turrach, die erfte in Oefterreich, lieferte Stahl von allen Härtegraden, Granalien für Gufsftahl- Fabrication und Façon- Stahlgufs, wie z. B. Glocken, Hammerköpfe und Amböffe. Die Hammerwerke liefern überwiegend gefchmiedeten Stangenftahl und Zeugfchmied- Waaren aus Stahl. Die Production an Eifenfabricaten beträgt per Jahr an Roheifen " " " Beffemerftahl Frifch- Stabeifen Zeugfchmied- Waare Centner 360.000 40.000 2.800 780 Erwähnt zu werden verdient noch, dafs Fürft Schwarzenberg in Turrach fchon im November 1863 die erfte Beffemerhütte in Betrieb fetzte. Die Ausfteller Kärntens hatten fich vereint und in einem gemeinfchaftlichen Pavillon ihre gefammten Montanproducte zur Anfchauung gebracht. Es ift nicht zu leugnen, dafs dadurch fo wefentlich an Ueberfichtlichkeit gewonnen wurde, dass man nur bedauern mufs, dafs nicht die Gefammt- Montaninduftrie Oefterreichs in ähnlicher Weife zufammengeftellt war. Allerdings ift diefs in einem verhältnifsmässig kleinem Lande um fo leichter möglich gewefen, als der wichtigſte Theil der Montaninduftrie Kärntens in der Hand einer tüchtig geleiteten Gefellfchaft ift, welche fich mit Hilfe des kärntnerifchen Landesmufeums an die Spitze ftellte und nicht durch kleinliche Eiferfüchteleien an der Durchführung des Werkes gehindert wurde. In diefem Pavillon find durch Tabellen, Karten etc. die allgemeinen Verhältniffe des Landes vollkommener als in irgend einer anderen Ausftellung erfichtlich gemacht worden. 72 Franz Kupelwiefer. An Ausftellungen bezüglich der Eifeninduftrie find befonders hervorzuheben Die der Hüttenberger Eifenwerks- Gefellfchaft in Klagenfurt, welche als folche erft feit 1. October 1869 befteht. Diefelbe verfchmilzt die vorzüglichen Erze des Hüttenberger Erzberges, theils Spath- und Braun- Eifenfteine, theils Glasköpfe in geröftetem Zuftande, dann in geringer Menge Magnet- Eifenfteine vom Sonntagsberge, und endlich noch Hämatite und Magnetite aus der Umgebung von Prävali, welch' letztere jedoch erft näher unterfucht werden, in 12 Holzkohlen- Hochöfen, von welchen jedoch drei fchon fehr alt und von fehr kleinen Dimenfionen find, und in einem Coaks- Hochofen zu Prävali, welcher als erfter Coaks- Hochofen der Alpenländer befonders Erwähnung verdient. Ein fehr intereffanter und wichtiger Beitrag zur Entwicklungsgefchichte der Roheifen- Production in Kärnten ift in den Tabellen und ausgeftellten Zeichnungen bezüglich der Dimenfionen und der Leiftungsfähigkeit der Hochöfen vom Jahre 1808 und 1872 enthalten. Daraus können wir entnehmen, dafs die Roheifen- Production im Jahre 1822 nur 239.948 Centner, im Jahre 1872 aber 1,192.406 Centner betrug, fomit in 50 Jahren fich beinahe verfünffachte, während doch noch alle Hochöfen, mit Ausnahme eines einzigen, mit Holzkohle betrieben werden. Ein in diefem Jahre in Prävali gebauter jedoch noch nicht in Betrieb gefetzter rotirender Ofen mit Regenerativfeuerung behufs directer Stahl- und Eifenerzeugung nach dem von W. Siemen patentirten Verfahren iſt beſtimmt, den Weg zur Vermehrung der Eifenerzeugung Kärntens und der Alpenländer überhaupt anzubahnen. Die Beffemerhütte in Heft, die zweitältefte Oefterreichs, verarbeitet das Rohreifen meift unmittelbar vom Hochofen weg und liefert vorzügliches Material, welches in den Raffinirwerken zu Schienen, Blechen etc. verarbeitet wird. Die Raffinirwerke in Prävali verarbeiten mit Braunkohlen das Roheifen auf Puddlingseifen und erzeugen daraus alle Sorten Stabeifen, Eaçoneifen, Keffel und Refervoirbleche, fowie Schienen und Mafchineneifen. Das Raffinirwerk Buchfcheiden erzeugt überwiegend nur Schienen aus Beffemerftahl von Heft und bedient fich dabei des Torfes als Brennmaterial. Alle einzelnen Hütten hatten ihre Producte fchön und reichlich mit den entfprechenden Qualitätsproben und Analyfen verfehen ausgeftellt. Ebenfo waren Zeichnungen von den verfchiedenen Anlagen, fowie von den Oefen zur Vervollftändigung beigegeben. Die Production des Jahres 1872 betrug an Holzkohlen- Roheifen Coaks- Roheifen Zollcentner 971.219 218.731 1, 189.950 " Beffemerftahl " 9 " Eifen- und Stahlraffinaten 99 Eifengufs- Waaren und Mafchinen IO 3.794 305.998 27.470 Es ift diefs die zweitgröfste Gefellſchaft in den Alpenländern, welche fich mit der Eifeninduftrie befchäftigt, und durch die That bis jetzt bewiefen hat, dafs ihr die Förderung der Eifeninduftrie als Hauptaufgabe erfcheine. Ferdinand Graf v. Egger's Eifenwerke in Freudenberg, Lippitzbach. und Feiftritz. Das in Freudenberg mit Torf gepuddelte Eifen wird in Lippitzbach auf Stabeifen, Bandeifen und Schwarzblech verarbeitet. Zu erwähnen ift noch, dafs in Lippitzbach bereits im Jahre 1794 ein Blech- Walzwerk( das erfte des Continents) betrieben wurde. In Feiftritz im Rofenthale wird in fieben Lancaſhirefeuern Materialeifen für die Drahtfabrication erzeugt, dafelbft auf Walzendraht verarbeitet, und überwiegend zu fehr feinen Drähten gezogen. Ebenfo werden Drahtftiften erzeugt. Das Hüttenwefen. Die Fabrication diefes Complexes befteht jährlich aus 37.000 Centner Stabeifen und Bandeifen, 5.000 19.200 " " 9 Schwarzblech, Drähte, 73 von welchen 8500 Centner auf Stiften verarbeitet werden. Die Qualität diefer Drähte ift zu bekannt, um darüber hier etwas zu bemerken. Als Beiſpiele von feinen Drähten waren Adern von 20.250 Fufs Länge und 35 Pfund Gewicht; eine zweite Ader mit 33% Pfund und 17.270 Fufs Länge ausgeftellt. Die beiden Enden derfelben Drahtader differiren nur um o'or Millimeter. Gräflich Henkel v. Donnersmark'fche Eifenwerke in Wolfsberg erzeugen aus Spath- und Braun- Eifenfteinen in St. Leonhardt, St. Gertraud, und theilweife aus Eifenglanzen in Waldenftein, aus nicht immer ganz reinen Eifenerzen im Jahre 1871 an Roheifen 18.885 Zollcentner, welches theils verkauft, theils in Frantfchach, dem älteften Puddlingswerke Kärntens( Rofthorn's erzeugten hier 1838 die erften Eifenbahn- Schienen Oefterreichs), in zwei Puddlingsöfen verarbeitet wird. Das Puddlingseifen bildet das Materiale für die Cementftahl- und Federfabrication. Ausgeftellt waren Erze, Roheifen in allen Nuancen, fammt gleichzeitig erzeugten Schlacken, Cementeifen und daraus erzeugter Cementftahl. Conftantin Graf v. Lodron, Eifengewerkfchaft Gmünd in Oberkärnten, ftellte Erze, daraus erzeugtes Roheifen, Stabeifen, Bleche u. f. w. aus. Zu bemerken ift, dafs hier Siemens Regenerativöfen mit Holzbetrieb nicht blofs zum Schweifsen, fondern auch zum Puddeln verwendet werden und dafelbft recht gute Refultate geben follen, während die Einführung derfelben zum Puddeln an anderen Orten mit vielen Schwierigkeiten verbunden zu fein fcheint. Die Gefammtproduction befteht in 40.000 Centner Roheifen, welche auch in den Raffinirwerken aufgearbeitet werden. - Julius Baron v. Silbernagel in Ferlach erzeugt aus einem aus Herdfrifch- Puddlings- und Schweifsofen- Schlacken fo wie aus Walzenfintern und Kalk zufammengefetzten Präparate mittelft Holzkohlen alle Sorten Roheifen, welche in Frifchfeuern auf Rohmateriale verarbeitet werden und zur Erzeugung von Drähten, Ketten, Gewehrläufen etc. dienen. Befonders aufmerkfam zu machen ift auf die Erzeugung von Roheifen nur aus Schlackenpräparaten, welche kaum an einem anderen Orte fo gut durchgeführt wird und wobei zu gleicher Zeit ein recht gutes Roheifen erzeugt wird. Georg Graf v. Thurn, Gewerkfchaften zu Klagenfurt. Das StahlPuddlingswerk Streiteben, unweit Prävali gelegen, erzeugt fehr fchönen Puddlingsftahl und hatte denfelben theils als Rohftahl, theils als Brescianftahl und Federftahl ausgeftellt. Derfelbe findet grofsentheils im Auslande, und zwar im Oriente Abfatz. Die Eifen- und Stahlhütten zu Schwarzenbach und Miefs erzeugen recht hübfchen Tiegel- Gufsftahl, etwas Streck- und Feineifen aus Herd- Frifcheifent und etwas Brescianftahl, wobei die Ueberhitze der Feuer fo viel als möglich ausgenützt wird. Wodley's Werksgefellfchaft in Klagenfurt ftellte nebft etwas Brescian- Stahl überwiegend recht fchöne Drahtfeile, aus meift verzinkten Drähten aus, welche fich an vielen Orten eines guten Rufes erfreuen. Ebenfo ftellte das Domcapitel Gurk von feiner Gewerkfchaft in Pölling mehrere Sorten Herdfrifch- Stahl, fo wie daraus erzeugte Feilen aus. Klinzer Andreas wurde fchon früher, da er auch im Eifenhofe ausftellte, erwähnt. Jofef v. Ehrenwerth ftellte ein Modell eines rotirenden Puddlingsofen, bei welchem der horizontale Herd rotirt, aus. Nicht zu unterfchätzen find die vom öfterreichifch- ungarifchen Lloyd ausgeftellten Schmiedeftücke, welche aus gebaufchtem Eifen hergeftellt find. Es beftehen diefelben aus Kurbelwellen und Verbindungsstücken für grofse Schraubendampfer, und haben fehr bedeutende Dimenfion. Die Kurbelwelle hat 74 Franz Kupelwiefer. beifpielsweife 15 Zoll Durchmeffer, 24 Fufs Länge und zwei Kurbeln für 40 Zoll Hubhöhe und ein Gewicht von 282 Centnern. Um die Qualität diefer Schmiedeftücke zu zeigen, ift eine Kurbel nach zweijährigem Gebrauche, nachdem fie 60.000 See meilen zurückgelegt hatte, auseinander getrieben worden, ohne an dem Zapfen zu leiden. Böhmen, Mähren, Schlefien und die Bukowina. Wenn gleich diefe Gruppe von Ländern Kohlen älterer Formationen, welche ziemlich gut backen, hat, auch gerade an Erzen nicht Mangel leidet, fo ift doch der Charakter der Erze ein wefentlich verfchiedener, und daher auch die Qualität des daraus erzeugten Roheifens, fowie der Fabricate eine andere und zwar meift geringere. Nichts deffenungeachtet finden wir mitunter recht gute Erze und daraus erzeugte ganz vorzügliche Producte. Das Verhältnifs von Frifcherei und Giefserei- Roheifen ift ein wefentlich anderes, als in den Alpenländern, und in diefer Ländergruppe dürften 30 Percent der Roheifen- Production GiefsereiRoheifen fein. In diefer Ländergruppe wird nahezu die Hälfte des erzeugten Roheifens mit Coaks erblafen. Selbſtverſtändlich wird aus Roheifen diefer nördlichen Gruppe fo zu fagen kein Stahl erzeugt. An Ausftellern find befonders hervorzuheben, und zwar im Eifenhofe: Prager Eifeninduftrie- Gefellfchaft, welche einen fehr ausgedehnten Befitz hat, und zwar an Kohlengruben 479 Feldmafsen mit einer Erzeugung von 8,691.068 Zollcentnern im Jahre 1871/72, an Eifenftein- Gruben 15 Feldmafsen mit einer Erzeugung von 777.801 im Jahre 1871/72, an Grubenbahnen nahe 9, an Locomotivbahnen über 6 Meilen, an Hochöfen mit Coaks betrieb 6, Roheifen und Gufswaaren- Erzeugung 435.261 Zollcentner, an Hochöfen mit Holzkohlen- Betrieb 2, Roheifen- und Gufswaaren- Erzeugung 150.101 Zollcentner, an Walzhütten 4 mit einer Erzeugung von 729.283 Zollcentner. In Verwendung ftehen 24 Keffel und 4063 durch Dampfmaschinen effectuirte Pferdekräfte. An Arbeitern werden 8500 befchäftigt. Unter den ausgeftellten Gegenständen nahmen unfere Aufmerkfamkeit befonders in Anfpruch einige unfcheinbar ausfehende Glasflafchen, welche entphosphorte Erze( Chamoifite) von Nučié enthalten. Es wird nämlich in Kladno feit Jahren an der Entphosphorung der Erze gearbeitet, weil, wenn diefs vollkommen gelingen follte, ein wefentlicher Schritt vorwärts nicht blofs für diefe Gefellſchaft, fondern für alle jene Eifendiftricte, welche phosphorhaltende Erze verarbeiten, gemacht wäre. Der Hauptfache nach beruht der dafelbft angewendete vom Director Jacobi patentirte Procefs darauf, dafs phosphorfaure Thonerde in einer wäfferigen Löfung von fchwefliger Säure löslich ist und dann mit Waffer ausgewaschen werden kann. Aus der abfliefsenden Lauge wird einerfeits wieder fchweflige Lauge gewonnen, um abermals verwendet zu werden, fowie anderfeits Phosphate erhalten werden, welche behufs ihrer Ausnützung an chemifche Fabriken abgegeben werden follen. Wenn diefer Procefs auch noch nicht als vollkommen abgefchloffen anzufehen ift, fo kann doch hier vorläufig erwähnt werden, dafs die Einrichtungen gegenwärtig derartige find, dafs ein Hochofen mit entphosphorten Erzen verfehen werden kann. Die Entphosphorung foll bei den dortigen Erzen ziemlich vollſtändig gelingen. Ausgeftellt find Coaks- und HolzkohlenRoheifen- Sorten, Feinkorn- Puddlingseifen, Herd- Frifcheifen, fehr fchöne Qualitätsproben, befonders von weichem Eifen, Schienen mit Brüchen fowie kaltgewunden, Keffelblech von ziemlich grofsen Dimenfionen, z. B. 2527 X 1528 x 12 Millimeter. Um die Qualität derfelben zu zeigen, waren aufgebördelte Rundböden ausgeftellt. Ebenfo recht hübfche Feinbleche aus Herd- Frifcheifen, Schwarzbleche, dreffirt und gebeizt, fowie verzinnt und verbleit. Befonders hervorzuheben find noch die Producte der Giefserei, und unter diefen Röhren zwölf Fufs lang und drei Fufs Durchmeffer, fowie kleinere emaillirte Röhren. Endlich find noch feuerfefte Steine für Hochofen- Zuftellungen etc. zu erwähnen. Das Hüttenwefen. 75 Prager Eifenhütten Verein verarbeitet überwiegend in Libšic ausländifche Roheifen- Sorten, und zwar aus Baiern, Luxemburg, England etc. Ausgeftellt find viele Sorten Walzeifen, darunter viel Façoneifen, wie Winkel- und U- Eifen, Schienen und viele aus Eifenblech geprefste Wagenbefchläge und Nieten, Schrauben etc. fammt vielen Qualitätsproben. Gräflich Waldftein- Wartemberg'fche Stiahlauer Eifenwerke zu Sedlec erzeugen in einem Hochofen Roheifen und theils unmittelbar vom Hochofen weg oder vom Cupolofen recht hübfche Gufswaare, unter Anderm auch Schalengufs- Räder mit ziemlich harter Bahn. Das Gufseifen ift feinkörnig und läfst fich, wie die ausgeftellten Gegenftände zeigen, recht fchön emailliren. und Stahlwerks Gefellfchaft Erzgebirg'fche EifenKomotau( Hof 10 a) ftellte etwas Erze, Roheifen, Bruchproben von Stabeifen, von Achfen und einige Projectile für Feldgefchütze aus. zu Erwein Graf Noftitz zu Rothau in Böhmen ftellte( Eifenhof) Stabeifen, Schwarz- und Weifsblech in fehr fchönen Proben aus, befonders fehr feine Bleche, unter Anderem 300 Tafeln zu neun Zoll und zwölf Zoll in einem Gefammtgewichte von 75 Pfund. Teplitzer Walzwerks- Actiengefellfchaft hat die erfte und bis jetzt einzige Beffemerhütte Böhmens, welche jedoch auf ausländifches, befonders englifches Roheifen bafirt ift. Die ausgeftellten Producte des Werkes find Eifenfchienen, Schienen mit Stahlköpfen, Beffemer- Stahlfchienen von der erften und zweiten Charge. Zu erwähnen ift nämlich, dafs mit dem Baue des Werkes erft am 19. Auguft 1872 begonnen wurde und am 15. Mai 1873 die erften Schienen aus Beffemerftahl gewalzt wurden. Roffitzer Bergbau- Gefellfchaft. Aufser den Kohlengruben in Roffitz, welche per Jahr etwas über drei Millionen Centner liefern, befitzt die Gefellſchaft noch Eifenftein- Gruben und darauf bafirt eine Hüttenanlage, beftehend aus einem Coaks- Hochofen, welcher im Jahre 1871 an Roheifen 74.388 Centner erzeugte, einePuddlings- und Walzhütte, welche 20.000 Centner Eifenbahn- Schienen und 78.000 Centner Commerzeifen producirte. Die Qualität der ausgeftellten Waaren ift eine verhältnifsmäfsig gute. Die Giefserei erzeugt bei 10.000 Centner Gufswaare, welche ebenfalls recht hübfch vertreten war. Der Schwerpunkt der Gefellfchaft liegt jedoch in der Kohlen- und Coakserzeugung. Fürft Salm'fche Eifengiefs erei in Blanfko ftellte im Induftriepalafte überwiegend Kunftgufs von der bekannten vorzüglichen Qualität aus. Neudek in Böhmen erzeugt überwiegend aus Abfällen und Alteifen in Frifchfeuern Luppeneifen, welches gefchweifst auf Bleche verarbeitet wird. Die ausgeftellten Bleche find fehr fchön ausgeftellt, und fowohl Schwarz als Dachbleche von gewöhnlichen Dimenfionen, fowie von 30 und 60 Zoll, Senglerbleche, von welchen eine Tafel von 24 und 72 Zoll 32 Loth fchwer ift, Glanzbleche, welche beim Biegen nahe ebenfogut den Glanz behalten, als die berühmten ruffifchen Bleche, endlich fehr hübfche, verzinnte Bleche zeigen eine gute Qualität. Die Production diefes Werkes beträgt bei 80.000 Centner per Jahr. In der Collectivausftellung der Eifeninduftriellen Mährens ift vorzüglich hervorzuheben die Ausftellung des Gräflich Harrach'fchen Eifenwerkes zu Janovitz. Die dafelbft erzeugten Frifchluppen werden zweimal gefchweifst zu Blechfchienen ausgewalzt. Unter den Ausftellungsobjecten, welche aus Blechen aller Sorten bis zu fogenannten durchfichtigen Blechen beftanden, waren vorzüglich einfeitig verzinnte Bleche bemerkenswerth. Freiherr v. Rothfchild'fche Eifenwerke in Witkovitz( oder die Pachtgefellſchaft derfelben) hatte in einem feparaten Pavillon die Zeichnungen und ein Modell eines neuerbauten, 58 Fufs hohen Coaks- Hochofens, fowie viele Proben von Schmiedeftücken, Achfen, Bandagen etc. aus Stahl der Beffemerhütte in Witkowitz, und Eifen, Schienen, Brückeneifen etc. als Producte der Puddlings 76 Franz Kupelwiefer. und Walzhütte von Witkowitz ausgeftellt. Die Beffemerhütte erzeugt mit drei Convertern Stahl für etwa 50.000 Centner fertiger Waaren. Die Raffinirhütten erzeugen an Schienen, Blechen, Schmiedeftücken und Commerzeifen nahe 400.000 Centner per Jahr. Seine kaiferliche Hoheit Erzherzog Albrecht hat einen grofsen Befitz in Schlefien, der fich bezüglich der Eifenftein- Gruben weit bis nach Ungarn hineinzieht. Gerade der letztere Befitz ift für die Entwicklung der Eifeninduftrie Schlefiens um fo wichtiger, als Schlefien an guten Eifenerzen fehr arm ift, während die oberwähnten Gruben an der Kafchau- Oderberger Bahn gelegen, meift recht gute Erze liefern und daher die Production von Qualitätseifen ermöglichen. Auf Grund diefes Erzvorkommens wurde in Trzienitz der Bau zweier grofser Coaks- Hochöfen in Angriff genommen und follen diefelben in kürzefter Zeit in Betrieb kommen. Der Gefammtbefitz umfafst die Hüttenwerke Bafchka, Carlshütte, Trzienitz, Uftrom, Hradek, Obfchar, Weng Gorka. Im Jahre 1872 wurden erzeugt in 6 Holzkohlen- Hochöfen an Roheifen. 29 Gufswaare in 8 Cupolöfen und 2 Flammöfen an Gufswaare in 27 Feuern mit 14 Hämmern in den Raffinir- und Walzhütten Schienen aus Eifen Commerzftahl " 21 . Centner 88.909 Zufammen 53.578 142.487Ctr. Roheifen . 96.6 13 150. 19 1Ctr. Gufswaare 34.833 9.759 Stahl 100.083 Eifenbahn- Nägel und Diverfe Blech Verzinnte Bleche Mafchinenbeftandtheile Brückenconftruction Zeugwaaren Emaillirte Poterie und noch viele andere diverfe Artikel. . 10.007 3.94 4 39. 16 3 I. 47 5 43.364 48.000 13. 139 18.6 54 Aus der Mannigfaltigkeit der ausgeftellten Fabricate und der Productionsmenge derfelben kann auf die Ausdehnung des Betriebes gefchloffen werden. Von den Ausftellungsobjecten find befonders hervorzuheben die vielen und fchönen Gufswaaren, fowohl Mafchinen- und Röhrengufs, letzterer repräfentirt durch Flanfchenröhren von 12 Fufs Länge, 18 Zoll Durchmeffer, 6 Linien Wandftärke und 1150 Pfund Wiener Gewicht; Muffenröhren von 12 Fufs Länge, 12 Zoll Durchmeffer, 45 Linien Wandftärke und 625 Pfund Gewicht, erftere auf 9, letztere auf 6 Atmoſphären geprüft; Kunftgufs, Oefen, Stiegen etc. Poterie, roh und recht fchön emaillirt. Befonders hervorzuheben ift die Fabrication von Puddlingsftahl, wodurch fich die Carlshütte bedeutendes Renommé erwarb. Die Puddlingsftahl- Schienen diefer Hütte waren allgemein gefucht und wurden in neuerer Zeit nur durch Beffemerftahl verdrängt, wefshalb der Bau einer Beffemerhütte in Angriff genommen wurde. Puddlingsftahl wird aber noch in bedeutender Menge gegerbt als Commerzftahl verkauft. Schwere Bleche, Façoneifen befonders für Brückenbau werden in entſprechenden Dimenfionen fehr fchön erzeugt. Puddlings- Stahlbandagen und fertige Räderpaare mit gefchweifsten Naben zeigen die prompte Ausführung der Arbeiten in den Mafchinenfabriken. Das erzeugte Weifsblech, die Feilen etc. find von anerkannt guter Qualität. Graf Alexander Branicki zu Sucha in Galizien befitzt einen Hochofen, Giefserei und ein Walzwerk und ftellte Roheifen, Gufswaare, emaillirte Kochgefchirre, Schmiede- und Walzeifen aus. Das Hüttenwefen. 77 In dem Pavillon des Ackerbau- Minifteriums fanden wir noch die Ausftellung des griechifch- orientalifchen Religionsfondes der Bukowina zu Jakobeny. Diefer früher der Familie Manz v. Marienfee gehörige Befitz beſteht gegenwärtig aus dem Eifenwerke Jakobeny, wofelbft 24.690 Centner Roheifen im Jahre 1872 erzeugt wurden, fammt den Hammerwerken zu Cfotina, Eifenau und Freudenthal. An fertiger Waare wurden im Jahre 1872 erzeugt an Gufswaare. " " Stabeifen Zeugwaare Centner 5.55I 18.146 I.592 Aufser den ausgeftellten Gufsgegenständen, die für den ländlichen Gebrauch der dortigen Bewohner dienen, und den Stabeifen- Sorten fällt das verfuchsweife aus lauter Manganerzen im Hochofen erblafene Ferromangan auf. Zu bedauern ift. nur, dafs keine Analyfe die Qualität desfelben erläutert. Ungarn fammt Nebenländern. Ungarns Eifeninduftrie war, wenn man von kleineren Complexen abfieht, ziemlich vollſtändig vertreten, indem die wichtigften Hüttenwerke meift recht hübfche Ausftellungen hatten. Ungarn ift reich an guten und hochhältigen Eifenerzen, von welchen im nördlichen Erzzuge, am füdlichen Abhange der Karpathen befonders das Erzvorkommen am Zeleznik, im Banate das Erzvorkommen von Moravitza- Dognasca und in Siebenbürgen das mächtige Erzlager, welches fich von Telek über den Gyalar hinzieht und auf Meilen zu verfolgen ift. Aufser diefen drei Hauptablagerungen find in neuerer Zeit noch in Kroatien grofse Eifenerz- Vorkommen aufgefchürft worden, welche aber noch nicht genügend aufgefchloffen find, viel weniger noch ausgebeutet werden. Aber auch Ungarn hat wenigftens bis jetzt Mangel an älteren Kohlen und nur das Vorkommen von Steinkohlen im Banate ift dem dortigen Erzvorkommen ziemlich nahe, fo dafs dafelbft Coaks- Roheifen, allerdings auch nur in geringer Menge, erzeugt wird. Das nördliche Eifenerz- Vorkommen wird gegenwärtig nur in Holzkohlen- Hochöfen ausgenützt, wird jedoch in kurzer Zeit nach dem Ausbau der Bahnen mit dem Oftrau- Karwinerbecken in Verbindung gebracht werden, wefshalb eine vollkommenere Ausnützung diefer Ablagerungen zu erwarten fteht. Die Siebenbürger Erzgruppe wird ebenfalls noch wenig ausgenützt, es fteht jedoch deren Ausbeutung in gröfserem Mafsftabe ebenfalls bevor. Obwohl Ungarn noch verhältnifsmäfsig wenig Eifen confumirt, fo reicht die Erzeugung doch nicht aus, den Bedarf zu decken, was in den letzten Jahren beim Baue fo vieler Bahnen fehr empfindlich war. Von den Ausftellern find befonders hervorzuheben die k. k. privilegirte Staats- Eifenbahn Gefellfchaft, welche einen Befitz von 22 6 Quadratmeilen im Banate hat, in welchem Kohlen, fchöne Eifenfteine und andere Erze vorkommen und von derfelben auch ausgebeutet werden. Der Befitz hat dadurch um fo viel mehr Werth erlangt, als die wichtigften Punkte desfelben fchon gegenwärtig durch Bahnen mit der Hauptlinie verbunden find. Der Sitz der HauptEifenwerke ift in Refchitza und Annina und follen diefe beiden Werke näher betrachtet werden. In Refchitza und dem dazu gehörigen Bogfan werden überwiegend Erze von Moravitza, welches dem zweitangeführten Eifenftein- Zuge angehört, mit Holzkohlen verfchmolzen. Die Erze find theils Magnet- und Roth- Eifenfteine, theils Braun- Eifenfteine von fonft vorzüglicher Qualität, wie aus den ausgeftellten Stufen und den beigegebenen Analyfen zu erfehen ift. Es werden diefelben in drei Hochöfen zu Refchitza und in einem Hochofen zu Deutfch- Bogfan verfchmolzen 6 78 Franz Kupelwiefer. und wurden im letzten Jahre 314.893 Centner Roheifen erzeugt. Die Production an Gufswaare betrug 48.369 Centner. Ein Theil des Roheifens wird in der Beffemerhütte, der einzigen in Ungarn, in zwei Convertern verarbeitet, welche im Jahre 1872 an Beffemer Ingols 141.951 Centner lieferte. Die Raffinirhütte verarbeitet nicht nur das Roheifen der früher angeführten vier Hochöfen, fondern auch das der zwei Hochöfen von Dognasca, deren Production allerdings im letzten Jahre nur 36.944 Centner betrug. Diefe beiden Oefen verfchmelzen Erze desfelben Eifenftein- Zuges, welche jedoch im Bergreviere von Dognasca liegen. Die Raffinirhütte enthält 39 Puddlings- und Schweifsöfen und erzeugte im Jahre 1872 folgende Producte: Aus Eifen: Walzeifen Centner .85.444. Façoneifen, Lafchen und Unterlagsplatten 24.723 Schienen Blech. . Aus Beffemerftahl: Bandagen • 14.385 32.932 157-475 28.675 Schienen Achfen Diverfe . • $ 58.002 • 6.132 • 526 93.335 Mit dem Werke ift eine bedeutende Mafchinenfabrik verbunden, welche nicht nur alle Bedürfniffe des Werkes befriedigt, fondern auch Dampfmaschinen, Locomobilmafchinen, Locomotive etc. baut und verkauft. Ebenfo ift eine grofse Zeugfchmiede und Keffelfchmiede vorhanden. Das Werk befchäftigt gegenwärtig 4500 Arbeiter und verfügt über Betriebsmafchinen von 2600 Pferdekräften. Ausgeftellt find von Refchitza( incl. Bogfan und Dognasca) alle RoheifenSorten, Producte der Giefserei, worunter Röhren von 9 Schuh Länge und 36 Zoll bis herab zu 1 Zoll Durchmeffer auf 30 Atmoſphären geprüft, SchalengufsKreuzungen, Walzen und eine Glocke aus einem Gemenge von grauem Roheifen und Beffemerftahl, welches fich fehr fchön giefsen und bearbeiten läfst, fowie endlich Oefen und Feingufs. Die Beffemerhütte verarbeitet Roheifen unmittelbar vom Hochofen, befitzt in Oefterreich die gröfsten Converter und hat einen Block von 178 50 Centner Gewicht ausgeftellt Die Walzhütte hat aufser Halbproducten alle Sorten Mercantileifen und Stahl, Commerzbleche etc., fowie fchwere Blechforten ausgeftellt, fo zum Beiſpiel Rundböden aus Eifen Keffelbleche 123 - 60" rund, 14" dick 960 Zollpfund X66" X 4" I. 195 95 Schiffsbleche 24 Fraimsbleche • X 50" X 3 37 5' X 32" X 8 Ι.Ο ΙΟ 99 !!! = 2.600 وو Brückenbleche 55 X 12" X 4. = 75° 99 aus Stahl Rundböden Keffelbleche Schiffsbleche 71" rund, 13" dick 1.260 Zollpfund • 96" 63" X 7 = 1.040 20' X 50.5" X 3.5 35' X 26" X 42 !!! 995 = I. 160 99 99 99 Fraims bleche aufserdem Schienen, Schienenftöfse, von vielen Bahnen und verfchiedenen Materialien Bandagen und Achfen von allen Dimenfionen und Qualitätsproben von allen Sorten. Erläutert ift die Qualität der ausgeftellten Gegenstände durch Analyſen fowie durch beigegebene Feftigkeitsproben, deren Refultatate hier folgen. Das Hüttenwefen. 79 Tabelle über die Elafticität und Feftigkeit von Refchitza'er Flammofen- Gufseifen, gewalzten, fehnigen Eifen, Feinkorn Eifen, Puddlftahl, Beffemer- Gufsftahl, Beffemerblechen und Eifenblechen, ausgeführt im k. k. polytechnifchen Inftitute zu Wien im Jahre 1873. Abmeffungd.Probeftab. Gröfste Gtöfste Poftnummer Material, Gattung Dicke a Breiteb Länge der Mark.- Entf. 1 Adjuftirter primitiver Querschnitt = ab Elafticitäts- Modul für die Längendehnung E. Zugfeftigkeit an der Elafticitätsgrenze Sz Zugfeftigkeit an d. Bruchgrenze B z vor der Declination in Millimet. in Q. Millim. in Kilogramm per Quadrat- Millimeter elaftitotale fche Läng.Längen- dehn. dehnung nach d. ΔΙ Sz max E Bruche max. per Längeneinheit I 2 Flammofen- Eiſen grau 3 Flammofen- Eifengufs halbirt 72 12'0 26'0 410 12'0 26'0 410 26.0 11'9 410 12'0 26'0 410 12'0 26 1 410 12'0 26'0 410 II 3 26 2 390 312'00 9.158 6.41 312'00 12.297 6.41 309'40 7.980 6.46 312'00 10.939 6.41 313'20 10.778 16.83 15 23 0.00069 0'00052 0'002 0002 15 35 0.00081 0.001 15 22 0'00059 0.002 6.38 15'16 0'00059 0'002 312.00 9.374 6.41 12'82 0'00068 0'002 296 06 19.959 15 20 36.31 0.00182| 0'202 85 Eifen, fehniges, gewalzt 116 26'1 390 302 76 18.006 14.86 47'07 0'00083 o'056 93 IOS Korneifen, gewalzt II 12) Puddlftahl, gewalzt 13 14 15 16 17 18 3456 78 Eifen Eifen II 2 26 1 390 II 3 26 2 390| II 7 26 1 390 II 3 26 1 39° III 26'0 39° 292° 32 19.539 17'10 41 90 0'00088 O'169 296.06 305'37 294'93 20.723 13 51 16.810 13'10 16.400 16.11 40 53 0'00065 O'130 41 75 37 30 0.00078 0'00098 O'192 O'053 288.60 16.049 14'73 29 45 0'00092 o'066 II'I 26 1 390 289'71 19.578 16:39 Feinkorn- Eifen II'I 26 3 390 291'93 17.972 17 13 Feinkorn- Eifen 11'0 26'0 390 286.00 17.318 14 86 39 70 0.000837 37.68 0.00095 30.60 0.000858 O'154 O'141 O'172 Puddlftahl II'O 26.9 39° 284'90 16.986 21'94 19 20 21 22 23 56 7868 123456 12 2 2 2 2 2 2 2 2 233 mm m 3 3 333 Puddlftahl Beffemer- Gufsftahl 11'0 26 1 390 287 10 II'I 26 1 390 289.71 18.157 19.006 18.29 17 27 II 2 26 3 39° 294 56 15.764 18.68 H. 3 11'0 26'0 39° 286.00 18.536 17 48 O'00100 57.92 0'00129 O'041 46.15 O'018 65.58 0.00090 0.067 60'25 0.00180 0.046 62'94 0'00094 II 2 26 1 39° 292'32 18.379 15 39 Beffemer- Gufsftahl H. 4 391 23 24 25 26 27) 28 29 30 31) 32 33 Beffemer- Gufsftahl H. 5 Beffemer- Gufsftahl H. 6 Beffemer- Gufsftahl H. 7 341 Beffemer- Stahlblech 355 361 37 381 h. und quer dto. 7 h. nach der Walzricht. beansprucht? Eifenblech quer der Walzrichtung II'O 26'0 39° II 2 26 2 II 2 26 1 39° 292 32 16.277 17 10 56.45 56.44 0.00084 o'052 0.164 0.00105 II 2 26'2 390 293 44 17.647 17.89 57 09 Ο ΟΟΙΟΙ O 143 O'120 286.00 19.979 390 293 44 40 dto. nach der Walz-III 26 1 39° II 2 26'0 390 11 2 26'2 39° III 261 39° II'I 26'0 390 II'O 26'0 II'O 26 1 390 11'7 26'1 390 II 2 26 1 390 III 26'2 390 11'1 26'0 380 II.2 261 390 III 26 1 390 11'2 26'0 390 289.71 18.660 19 797 21.85 21 30 21'58 50'70 49 41 50 05 0'00109 O'179 0'00107 O'161 O'00115 O'136 291 20 293 44 14.795 18.00 48.08 O'00122 O'147 17.426 17.89 47 71 0'00103 O'159 390 289.71 288.60 286.00 20'355 20 71 48.32 O'O0I02 O'154 45 04 17.890 21 661 O'00121 287 10 305 37 292'32 290.82 18.089 22'73 19.136 21 77 22.914 21'29 44 58 45 28 O'00125 O 143 O* 126 O'00114 O'177 20: 635 22 24 41'75 45 32 0'00093 O'152 0'00108 O'142 18.327 22'35 288.60 16.949 21.66 292'32 41) richtung beansprucht II 2 26'0 39° 289.71 291 20 291'20 20.856 13'73 16.68 1 12'02 16.183 12.83 18.056 12'95 43.84 43 31 31.65 31'93 34 34 30'05 O'00122 0.185 0'00128 0.171 0.00079 O'106 0'00072 0'082 o'00066 O'103 0'00072 o'061 NB. Nr. 13 bis 33 gefchmiedet. 6* 80 Franz Kupelwiefer. In Annina werden aufser Sphärofideriten, die dafelbft in den Hangendfchiefern der Kohlengruben erzeugt werden, überwiegend Erze von Dognasca, jedoch mit Coaks verfchmolzen. Die Production an Roheifen betrug im Jahre 1872 262.582 Zollcentner und 20.070 Zollcentner Gufswaare. Die Coaks- Hochöfen, welche im Jahre 1862 in Betrieb gefetzt wurden, find bis jetzt die einzigen CoaksHochöfen Ungarns. Das Raffinirwerk befchäftigt fich überwiegend mit der Erzeugung von Schienen, von welchen 231.883 Centner im Jahre 1872 erzeugt wurden. Von allen Producten waren Proben ausgeftellt. Nicht zu leugnen ift, dafs die Ausftellung der Staatsbahn in dem Pavillon als Collectivausftellung des Gefammtbefitzes des Banates eine der fchönften und vollſtändigften zu nennen war, in welcher jedoch nicht blofs das Eifen- Hüttenwefen, fondern Forft-, Induftrie-, Bergbau- und Metallhütten- und Mafchinenwefen in fehr inftructiver Weife zufammengeftellt enthalten waren. Erwähnt zu werden verdient noch, dafs die Staatsbahn im Banate etwa 25 Percent der gefammten Eifenproduction Ungarns erzeugt. Königlich ungarifche Eifenwerks- Verwaltung Rhonitz, welche den Betrieb folgender Werke involvirt: Rhonitz, Brezova, Teiszholz, Libethen, Poinik, Moftenicz, Waiszkova, Jaffena, Polhora, Zeleznik, Dobfchau, Göllnicz. Die Erze, welche dafelbft verfchmolzen werden, gehören dem nördlichen Eifenftein- Zuge Ungarns an, und wenn auch eine genügende Menge von Erzen in den Bergbauen zur Verfügung ftand, fo litt der grofsen Entfernung, der fchlechten Communicationen halber die Hauptanlage in Rhonitz doch immer an Erzmangel und mufsten daher immer alle Schweifsöfen- Schlacken etc. verfchmolzen werden. Die Erzeugung im Jahre 1871 beftand aus 173.893 Centnern Roheifen, 24.304 Centnern Gufswaare, 143.706 Centnern Eifenbahn- Schienen, 52.684 Centnern Walzeifen. Die Ausftellung war dadurch inftructiv, dafs alle Werksanlagen in Zeichnungen, fowie ein Hochofen mit einem von Herrn Guftav Julius v. Navay patentirten Gasfang, welcher jedoch dem bekannten Langen'fchen fehr nahe verwandt ift, im Modell beigegeben war. An Erzen waren alle, leider ohne Analyfen beizugeben, ausgeftellt, darunter auch ein Kiefel- Eifenftein von Libethen, welcher fich vorzüglich zur Herftellung eines Roheifens für Hartgufs eignen foll. An Roheifen- Sorten waren tiefgraue, graue und halbirte ausgeftellt, wobei zu erwähnen' ift, dafs in Rhonitz in den Hochöfen häufig mit Zufatz von rohem Holz, ja verfuchsweife blofs mit rohem Holze gefchmolzen wurde. An Gufswaare waren Schalengufs- Räder, Hartwalzen, Mafchinen und Kunftgufs ausgeftellt. An Walzeifen waren Schienen verfchiedener Façon, fowie Univerfaleifen, Keffelbleche und Schwarzbleche recht hübfch ausgeftellt. Puddlingsftahl war ebenfalls mit fchönem, feinkörnigem Bruche zu fehen. Rima Murány er Eifenwerks- Verein verfchmilzt ausfchliesslich nur die vorzüglichften Erze von Zeleznik und Rakos mit Holzkohlen in fünf Hochöfen des Rimaer und Murányer Thales und erzeugt bei einem äufserft geringen Holzkohlen- Verbrauche ein fehr gutes, für Giefsereien brauchbares, graues und für den Puddlingsprocefs taugliches, halbirtes bis weifses Roheifen. Die Erze, von welchen Analyfen beigegeben, waren reichhaltige Glaskopf-, Spath- und Braun- Eifenfteine, fowie Eifenglanze und können fozufagen mit keinem oder nur einem Minimum von Zufchlag verfchmolzen werden. Die Raffinirhütten von Ozd und Nadafd liegen gegenwärtig fchon an der Bahn und find inmitten eines grofsen Tertiärbeckens erbaut, welches Braunkohlen jüngerer Bildung enthält, die beim Verbrennen nach den beigegebenen Beftim mungen nahe 4900 Wärme- Einheiten entwickeln. Mit diefen Kohlen wird das Roheifen in Ozd und Nadafd gepuddelt, gefchweifst und dasfelbe auf alle Sorten Walzeifen, Stabeifen, Bleche etc. verarbeitet. Das Hüttenwefen. 81 An Gufswaare waren es vorzüglich Hartgufs- Stücke, Schalengufs- Räder, Herzftücke, eine Hartwalze von 18 Zoll Durchmeffer etc., welche unfere Aufmerkfamkeit auf fich zogen. Unter den Stabeifen- Sorten fanden wir, ich möchte fagen als Curiofität, ein konifch- gewalztes Stabeifen, welches mit Hilfe von zwei ebenfalls ausgeftellten Walzen, welche ein im Querfchnitte abnehmendes Kaliber in einer Spirale eingefchnitten zeigten, erzeugt wurde. Die Bruchproben fowohl vom fehnigen wie körnigen Eifen waren fehr fchön. Königlich ungarifches Eifenwerk Diosgyör bei Miskolz, eine erft vor einigen Jahren erbaute Hochofen- und Raffinirhütte, welche auf das Erzvorkommen der Umgebung, fowie auf das ziemlich bedeutende Vorkommen von jungen Braunkohlen bafirt ift. Ausgeftellt waren Erze, Eifenbahn- Schienen bis 32 Fufs lang, Lafchen, Nageleifen, Flacheifen, erzeugt in Univerfal- Walzwerken. Die Fabricate waren verhältnifsmäfsig hübfch, wenn man die Schwierigkeiten, welche in der Qualität der dortigen Braunkohlen zu fuchen find, kennt. Um diefem Uebelftande abzuhelfen, denkt man auf Regenerativöfen überzugehen. Eifenwerk Salgó- Tárján bezieht das Roheifen von den Hochöfen des Gömörer Eifendiftrictes, als Brennmateriale die Braunkohlen der Umgebung. In letzter Zeit foll jedoch eine Fufion mit der öfterreichifch- ungarifchen Hochofen Gefellfchaft beabfichtigt oder fchon durchgeführt fein. Ausgeftellt waren von letzterer Erze, und zwar Glasköpfe und Eifenglanze, fowie Roheifen, von erfterer Puddlingsmuffeln, Rohfchienen, Eifenbahn- Schienen, Doppel T- Eifen, Fenfterrahmen- Eifen etc. - Eifen- und Blechwaaren- Fabriks Gefellfchaft Union in Altfohl. Derfelben wurde fchon im Pavillon der fteiermärkifchen Eifeninduftriellen gedacht und waren die Producte der hiefigen Ausftellung nahe die gleichen, wie verzinnte, verzinkte und verbleite Bleche grofser Dimenfionen, von recht fchöner Qualität. Krompach- Hernáder Eifenwerke erzeugten jährlich bei 34.000 Centner Roheifen, wovon die Hälfte in Form von Gufswaare verkauft wird, während ein Theil in Frifchfeuern gefrifcht und auf Zeugfchmied- Waare verarbeitet wird. Ausgeftellt waren Roheifen, Gufswaare und Schaufeln. Eifenwerke der Daniel Pryhradni'fchen Erben bei Bujakova ftellten Erze, Roheifen, vorzüglich aber Walzeifen, Bleche, Bandeifen und currente Schmiedeartikel recht hübfch aus. Die Jahresproduction des Werkes beträgt bei 48.000 Centner Stabeifen, 4000 Centner Blech und 3000 Centner Zeugwaare. Dolhu Rokamezö erzeugt aus Sphärofideriten Roheifen, welches verfrifcht und auf Zeugwaare verarbeitet wird. Die Producte waren ebenfalls exponirt. Ebenfo ftellte Nehrer Matyas Erze, Roheifen und etwas Gufswaare aus. Jakobs Ottokar aus Göllnitz ftellte ebenfalls graues Roheifen, Gufswaare und Drähte aus, welche aus Frifcheifen erzeugt waren. Die gräflich Nadásdy'fchen Eifenhütten von Betlér beftehen aus zwei Holzkohlen- Hochöfen, welche per Jahr etwa 50- bis 60.000 Centner graues Roheifen erzeugen; dasfelbe hat einen Mangangehalt von 4 bis 5 Percent und wurde als zur Durchführung des Beffemerproceffes von mehreren Beffemerhütten tauglich erklärt. Gräflich Emanuel Andraffy'fches Schmelzwerk zu Alfó- Sajó befteht aus zwei getrennten Hochofen- Anlagen, von welchen jede wöchentlich bei 900 bis 950 Centner Roheifen liefert. Ausgeftellt waren Erze, Spath- und BraunEifenfteine, Roheifen, felbft Spiegeleifen und viele Pläne über Förderanlagen etc. Eifenwerk Prackendorf, weftlich von Göllnitz gelegen, ftellte aufser Roheifen, Gufswaare, Schmiedewaare, Schwarzblech etc. Tiegel- Gufsftahl, und zwar in Stangen gefchmiedet, mit recht feinem Korne, aus. Es war diefs der einzige Tiegel- Gufsftahl, den Ungarn exponirte. Graf Waldftein- Wartenberg zu Boros- Sebes in Siebenbürgen ftellte fehr ſchöne Braunfteine, Weich- und Hart Manganerze mit 65 bis 70 Percent Mangan, fehr fchönes Spiegeleifen mit 7.5 Percent Mangan, endlich 82 Franz Kupelwiefer. Herd- Frifcheifen, fchöne Brüche von Rohzaggel, Bandeifen bis 000 herab, von recht hübfcher Qualität aus. Intereffant war die Ausftellung der Plotzkoer Eifengewerkfchaft bei Vayda- Hunyad in Siebenbürgen. Diefelbe ftellte Stabeifen aus, welches mittelft des Stückofen- Betriebes aus Erzen des grofsen Siebenbüger Erzzuges erzeugt wird. Plotzko erzeugt jährlich 9- bis 10.000 Centner Stabeifen und hat beim StückofenBetrieb wefentliche Verbefferungen eingeführt, z. B. warmen Wind, Röften der Erze mit Gafen etc. Die königlich ungarifchen Eifenwerke von Sebeshely, Govasdia und Kudricz hatten fchöne, reiche, manganhältige Erze von Gyalar, daraus erzeugtes Roheifen, Rohftahl, Stabeifen und bosnifches Eifen recht hübfch ausgeftellt. Kronftädter Berg- und Hüttenactien- Verein hat einen ausgedehnten Befitz in Rufkberg, Ferdinandsberg, Stefansberg, dann fehr ausgedehnte Eifenerz- Baue von Telek bis gegen Gyalar und endlich einen grofsen Befitz von Kohlengruben im Szilthale. Ausgeftellt waren Erze, Roheifen von Rufkberg, von Kallán, Gufswaare, Walzeifen und fehr viele Qualitätsproben des Ferdinandsberger Stabeifens. Befonders hervorzuheben find die Beftrebungen der Gefellſchaft, die koloffalen Erzablagerungen von Telek durch Erbauung eines grofsen Hochofens auszunützen. Man beabsichtigte diefe Erze mit Kohlen aus dem Szilthale im rohen oder abgeflammten Zuftande zu betreiben. Obwohl die Verfuche keine ungünftigen Refultate gaben, mufsten diefelben aus localen Verhältniffen, weil es nicht möglich war, die neben der erzeugten Stückkohle abfallende Kleinkohle auszunützen, vorläufig fiftirt und zum Betriebe mit Holzkohlen übergegangen werden. Ausstellung der Auguft v. Sachfen Coburg Gotha'fchen Güter in dem eigenen Pavillon. Graner und Kapsdorfer Eifenwerke. Zur erften Gruppe gehören die Eifenwerke von Rothenftein, Pohorella, Svábolka, Ferdinandshütte. Diefer Hüttencomplex erzeugt per Jahr 80.000 Centner Roheifen, 8000 Centner Gufswaare, 36- bis 38.000 Centner Stabeifen und 26.000 Centner Schwarzbleche. Man bedient fich beinahe ausfchliefslich der Comtéfrifcherei und verwendet die Ueberhitze zur weiteren Verarbeitung. Die zweite Gruppe von Hütten liegt im Zipfer Comitate und befteht aus den Werken von Sztraczenna und Kapsdorf und werden auf erfterem Werke 90- bis 95.000 Centner Roheifen und in Kapsdorf etwa 14.000 Centner Frifcheifen als Materiale für die Metzenfeifner Gefchmeidewaaren- Induftrie erzeugt. Die Qualität der erzeugten Producte ift als eine gute anerkannt und find die ausgeftellt gewefenen Proben als vorzüglich zu bezeichnen. Wenn auch in Kroatien und Slavonien eine grofse Menge von Eifenerzen erfchürft und deren Ausrichtung in Angriff genommen wurde, fo ift doch die Erzeugung von Eifen eine verhältnifsmässig geringe und haben von den wenigen beftehenden Werken nur Petrovagora, welches jährlich etwa 60.000 Centner Roheifen erzeugt, fowie Tergove, welches nahe 10.000 Centner Roheifen producirt, verfchiedene Sorten Roheifen, fowie Pläne der Hüttenanlagen ausgeftellt. Das Emporblühen diefer Werke wird erft dann erfolgen, wenn entſprechende Communicationen hergeftellt fein werden. Was die Entwicklung des Eifenhüttenwefens, fowie die Fortfchritte anbelangt, welche in den letzten Jahren in Oefterreich- Ungarn gemacht wurden, fo können wir diefelben in Folgendem zufammenfaffen: In der Vorbereitung der Erze wurden weitgehende Verfuche betreffs der Entphosphorung derfelben von Director Jacobi in Kladno ausgeführt, welche, wenn fie auch noch nicht als abgefchloffen zu betrachten find, von allen bisher durchgeführten Verfuchen die beften Refultate gegeben haben. Das Hüttenwefen. 83 Als weiterer Fortfchritt ift der theilweife Uebergang vom HolzkohlenBetriebe bei der Roheifen- Erzeugung zum Coaksbetriebe in den Alpenländern zu bezeichnen. Der Bau des erften Coaks- Hochofens wurde von Herrn Baron Dickmann in Prävali begonnen und von der Hüttenberger Eifenwerks- Gefellfchaft vollendet und der Ofen in Betrieb gefetzt. Diefem folgten erft mit Beginn des Jahres 1873 die zwei Coaks- Hochöfen der Innerberger Hauptgewerkschaft in Schwechat. Noch in diefem Jahre wird ein Coaks- Hochofen der fteierifchen Eifeninduftrie- Gefellſchaft. in Zeltweg in Betrieb kommen und diefem ein Hochofen in Niclasdorf, der Radmeiſter- Communität von Vordernberg gehörend, bald folgen. Nicht unerwähnt dürfen die Anftrengungen bleiben, welche von der öfterreichiſch- ungarifchen Hochofen- Gefellſchaft in Oftrau und von mehreren anderen gemacht werden. Wenn es durch diefe Anftrengungen auch noch nicht möglich wird, die Roheifen- Production mit der Confumtion in Einklang zu bringen, fo wird dadurch die RoheifenProduction Oefterreichs fchon in den nächften Jahren doch wenigftens um einige Millionen gefteigert werden. Befonders hervorzuheben find noch die Beftrebungen, die jüngeren Braunkohlen zur Erzeugung von Eifen heranzuziehen, fei es durch Verwendung derfelben zur Roheifen- Erzeugung oder zur directen Eifenerzeugung aus Erzen. Die letztere Arbeit wurde nach von Siemens durchgeführten Verfuchen von der Hüttenberger Eifenwerks- Gefellſchaft bereits in Angriff genommen. In der Fabrication von Eifen, Blechen etc. wurden wefentliche Fortfchritte gemacht, die mafchinellen Einrichtungen wurden wefentlich vergröfsert, und durch ziemlich allgemeine Einführung von Siemens- Oefen für den Schweifsprocefs kann derfelbe nicht nur vollkommener mit geringerem Brennmaterial- Aufwand, fondern auch mit Brennmaterialien, welche bisher keine Verwendung finden konnten, durchgeführt werden. Wefentliche Fortfchritte wurden bezüglich der Durchführung des Beffemerproceffes gemacht. Wenn derfelbe auch bereits im Jahre 1863 eingeführt wurde und die öfterreichifchen Hütten die Mufter- und Lehrhütten für ganz Deutſchland waren, fo find doch die Fortfchritte, welche von dem Standpunkte der Maffenfabrication gemacht wurden, erft in den letzten Jahren durchgeführt worden. Die Fabrication würde noch weitaus gröfsere Fortfchritte gemacht haben, wenn Oefterreich nicht wegen Mangel an paffenden Roheifen- Sorten gezwungen wäre, den Roheifen- Bedarf aus dem Auslande, und zwar überwiegend aus England zu decken. Diefem Uebelftande wird theilweife durch den früher erwähnten Bau von CoaksHochöfen abgeholfen werden. Ebenfo ift man beftrebt, den Bedarf von Spiegeleifen durch inländifche Producte befonders aus Krain zu decken. Um ein Bild über die Entwicklung des Proceffes mit der Einführung des felben in Oefterreich zu geben, follen hier die Productionsmengen der einzelnen Hütten, nach Betriebsjahren geordnet, in der nebenftehenden Tabelle angeführt erfcheinen. Wenn diefe Productionsfteigerung auch als eine fehr erfreuliche anzufehen ift, fo kann diefelbe doch nicht mit der Deutfchlands, welches den Procefs erft fpäter einführte, Schritt halten, weil Oefterreich bis jetzt Mangel an brauchbarem Roheifen hat. An Fortfchritten find befonders hervorzuheben die Verfuche bei Anwendung von heifsem Wind, welche in Zeltweg von der fteierifchen EifeninduftrieGefellfchaft durchgeführt wurden und zu den fchönften Hoffnungen berechtigen. Durch die Vervollkommnung des Beffemerproceffes war es möglich, fich fo zu fagen hinfichtlich des Bezuges von Bandagen ohne Schweifsung vom Auslande vollkommen unabhängig zu ftellen, indem diefer Fabricationszweig fich in den letzten Jahren ungemein vervollkommnet hat und die öfterreichifchen Hüttenwerke den Bedarf der Bahnen leicht zu decken im Stande find. Was die Erzeugung des Martinftahles anbelangt, fo hat Oefterreich 3 Hütten mit zufammen eilf Oefen, von welchen jedoch nur zwei Hütten mit je einem Ofen in Betrieb ftehen und circa 60.000 Centner Stahl per Jahr von vorzüglicher Qualität 84 Franz Kupelwiefer. Jahr Turrach Heft Graz Südbahn Neuberg Wittkowitz Ternitz WaggonRefchitza vom Zeltweg Teplitz 1/ 7-30/ 6 bauFabrik Graz Summe Zo11 centner 1863 2.187 1864 4.206 4.127 1865 6.149 1866 14.478 14.439 37.913 2. 187 8.333 58.80 1 47.579 58.122 34.373 10.482 165.034 1867 10.946 24.732 47.907 48.660 31.716 163.961 1868 9.267 26.068 65.879 61.820 54.556 5.7 37 1869 9.270 24.351 63.325 62.245 64.688 47.784 1870 I 2.1 53 15.267 77.563 79.598 64.336 72.57 1 1871 22.800 62.028 91.537 105.230 65.843 125.149 64,917 142.868 260.815 494.712 288.244 414.53 1 582.303 26.525 963.824 circa 1872 25.000 103.794 IO 1.263 113.950 76.362 14 1.952 800.000 142.852 der Bau in Angriff 1,505.176 genommen und 1873 in Betrieb gefetzt Anzahl der Con3 2 2 2 3 2 6 2 2 26 verter Das Hüttenwefen. 85 liefern, während die gröfste Hütte wegen Mangel an paffendem Materiale momentan aufser Betrieb fteht. Was die Erzeugung von Tiegel- Gufsftahl anbelangt, fo finden wir auch hierin eine nicht unbeträchtliche Steigerung, und dürfte die Production gegenwärtig 120.000 Centner bereits überftiegen haben. An wefentlichen Fortfchritten finden wir vorzüglich bei Bleckmann in Mürzzufchlag fchön ausgeführten FaçonTiegel- Gufsftahl. Die Gefammt- Stahlerzeugung Oefterreichs dürfte 2 Millionen Centner jähr lich etwas überfteigen. Rufsland. Die Eifeninduftrie Rufslands ift nur durch verhältnifsmäfsig wenige Ausfteller, aber durch diefe recht würdig vertreten. Die Ausftellung befindet fich in der füdlichen Quergallerie 14 a, in dem unmittelbar anfchliefsenden Theile der Hauptgallerie, fowie in dem füdlichen Seitenhof 14. Nach den officiellen ftatiftifchen Ausweifen betrug im Jahre 1871 die Production an mineralifchen Kohlen 16,595.261 Zollcentner. An Frifcherei- Roheifen Zollcentner 6,176.191 Giefserei- Roheifen. 29 Zufammen... 1,031.950 • 7,208.141 Gufswaare von zweiter Schmelzung wurde erzeugt: Durch Umfchmelzen in Cupolöfen. Flammöfen. 27 Zufammen An Stab- und Façoneifen, an Schienen wurden erzeugt Blechen. • " Stahl. " 9 Anzahl der Eifen- und Stahlhütten " 9 وو وو Hochöfen.. Puddlingsöfen Frifchfeuer. 2 99 Stahlöfen " 7 99 417.903 148.159 566.062 3,918.176 982.521 144.883 214 222 431 667 372 Aus dem bis jetzt wichtigften Eifeninduftrie- Bezirke Rufslands, aus dem Ural, haben ausgeftellt: Das Staatswerk Kamfk, welches vorzüglich Panzerplatten und grofse Conftructionseifen- Sorten, von welchen beiſpielsweife 10 Zoll hohes U- Eifen, fowie 12 Zoll hohe, Vignolfchienen ähnliche Trüge für den Schiffbau etc. ausgeftellt find. Jahreserzeugung circa 52.000 Centner. Hervorzuheben ift noch die zu Kamfk gehörige Hütte von Wotkynfk, egenwärtig die einzige Martinftahl- Hütte Rufslands. Paul Demidoff zu Nifchnij Tagilfk. Derfelbe verarbeitet die reinften Magnet- Eifenfteine von 65 bis 68 Percent Eifenhalt mit Holzkohle und erzeugt daraus überwiegend graues Roheifen. Dasfelbe wird theils auf Feinkorn- Eifen und Eifenbahn- Schienen mit gehärtetem Kopfe, theils auf Stab- und anderes Façoneifen verarbeitet. Eine eigenthümliche Erzeugung bildet die Blechfabrication, zu welchem Ende grofse Herdfrifch- Luppen bis zum Gewichte von 30 bis 40 Centner 86 Franz Kupelwiefer. erzeugt werden, welche nach dem erften Abfchmieden ins Waffer geworfen werden, damit die Umgänzen fichtbar werden und ausgehauen werden können, hierauf werden diefelben nochmals gefchweifst und ausgewalzt. Ebenfo werden auch die bekannten polirten Eifenbleche erzeugt. Die Jahresproduction des Werkes befteht in 116.000 Centner Stab- und Façoneifen, 150.000 Centner diverfer Bleche, 108.000 Centner Rails und circa 8000 Centner diverfer Stahlforten. Die Hüttenwerke von Kataw- Iwanowfk des Fürften Bielofelsky- Bielofersky erzeugen aus Braun- Eifenfteinen mit 50 Percent Eifenhalt mittelft Holzkohlen. graues bis weifsftrahliches Roheifen, welches theils in Herden theils in Puddlingsöfen auf Stabeifen verarbeitet wird. Der Schweifsprocefs wird mit Holz in Siemensöfen durchgeführt. An Stahl wird etwas Puddlingsftahl und Cementftahl erzeugt. Die Gefammtproduction beträgt circa 130.000 Centner. Die Hütten des Bezirkes Goroblagodat erzeugen aus vorzüglichen Erzen des Berges Blagodat etwa 340.000 Centner Roheifen, welches theils auf Stabeifen verarbeitet, theils zum Gufs von Projectilen verwendet wird. Die Eifenhütten von Kifchtim der Raftorgujefffchen Erben erzeugen etwa 285.000 Centner Roheifen; daraus 30.000 Centner Gufs, 150.000 Centner Schmiede- und Walzeifen, fowie 1500 Centner Nägel und mattes fowie polirtes Blech. Glanzblech erzeugten weitaus am fchönften die der Gräfin Nadine Stenbock- Fermor gehörigen Hütten. Aus den beften Magnet- und Braun- Eifenfteinen mittelft Holzkohlen erzeugtes graues Roheifen wird theils in Holzpuddlings- Oefen theils in Herden gefrifcht, in Siemensofen gefchweifst und auf Stabeifen und Bleche verarbeitet. Die Glanzbleche verlieren auch felbft beim Biegen ihre fchöne glänzende Oberfläche nicht. Die Erzeugung des Werkes befteht aus 360.000 Centnern Roheifen, 200.000 Centnern Stabeifen und Bleche. Eine hervorragende Stellung nehmen die beiden grofsen Gufsftahl- Fabriken. von Permund von Oboukh off bei St. Petersburg ein. Jede diefer Fabriken erzeugt Tiegel- Gufsftahl und befchäftigt fich überwiegend nur mit der Erzeugung von Gufsftahl- Gefchützen, Projectilen, Bandagen und Achfen. Jede der beiden Fabriken befitzt einen Dampfhammer von 1000 Centner Gewicht, von welchen die erftere ein Modell desfelben, fowie das Modell der 12.426 Centner fchweren Chabotte in natürlicher Gröfse ausgeftellt hat. Das zwölfzöllige Gufsftahl- Gefchütz, welches die zweite Hütte neben anderen kleineren ausftellte, hat ein Gewicht von 40.491 Kilogramm( 80.982 Zollpfund), ift fomit um 3891 Kilogramm fchwerer als das von Krupp exponirte Gefchütz; das Projectil hat ein Gewicht von 294-8 Kilogramm( 589.6 Pfund) und die Pulverladung beträgt 516 Kilogramm( 103 2 Pfunde). Bei der Fabrication diefer Gefchütze wird befonderes Gewicht auf die Vornahme von Feftigkeitsproben bei allen einzelnen Theilen des Gefchützes gelegt. Cylinder, die beim Ausbohren des gefchmiedeten Hauptrohres abfallen, werden durchbohrt und mit hydraulifchen Preffen auf ihre Widerftandsfähigkeit verfucht. Von jedem Ringe der aufgezogen wird, müffen Feftigkeitsproben durchgeführt werden. Das Materiale der Ringe mufs etwas härter und fefter fein als das des Hauptrohres, damit das Gefchütz die gröfste Widerftandsfähigkeit erhalte. Aufserdem ftellte diefelbe Hütte Gufsftahl- Achfen und Radreifen aus, welche, ohne dafs ein Nachdrehen erforderlich gewefen wäre, 15.432 deutfche Meilen zurückgelegt haben. Die Qualität der dafelbft erzeugten Radkränze fcheint eine ganz vorzügliche zu fein, da diefelbe Hütte auf der Ausftellung in Petersburg 1870 ein Stück ausftellte, welches 21.523 deutfche Meilen durchlaufen hatte, ohne nachgedreht worden zu fein. Die dritte Gufsftahl- Hütte Rufslands, ein Staatswerk in Zlato o uft, hat aufser Hochöfen eine Tiegelgufsftahl- Hütte und Waffenfabrik. * Ueber die Fabrication fiehe Tunner ,, Reife in Rufsland" Seite 142. Das Hüttenwefen. 87 Von den Producten des Bezirkes Ickaterinenburg find befonders die Hartgufs- Projectile hervorzuheben, von welchem Stücke ausgeftellt waren, die eilfzöllige Panzerplatten, ohne Schaden zu leiden, durchdrungen haben. Von den finnländifchen Hütten find befonders die Hütten des Fürften Poutiloff hervorzuheben. Die vier Holzkohlen- Hochöfen erzeugen aus überwiegend Seeerzen, welche meift phosphor-, häufig aber auch fehr manganreich find, graues Roheifen, welches mit fchwediſchem und englifchem Roheifen gemengt, auf einer Hütte bei St. Petersburg verarbeitet wird. Die Hauptproduction der Hütte befteht in Schienen mit Puddlingsftahl- Köpfen, von welchen jährlich bei 720.000 Centner erzeugt werden, Eifenbahn- Materiale, etwas Stabeifen und Stahl. Die Eifenbahn- Nägel haben einen getheilten Schaft und find derartig zugefpitzt, dafs die beiden Theile beim Eintreiben in das Holz auseinander gehen und auf diefe Weife das muthwillige Ausziehen der Nägel beinahe unmöglich machen. Diefe Hüttenanlage ift auch die einzige, welche zwei Beffe merretorten in Betrieb hat, jedoch diefelben nur dazu benützt, Roheifen für den Puddlingsprocefs oder die Erzeugung von Hartgufs zu raffiniren. Von untergeordneter Bedeutung find die Hütten des Baron Linder zu Kuffomi, in welchen aus gekauftem Roheifen Stabeifen und Nägel erzeugt werden, fowie die Hütte von Donner in Kumming, welche aus See- und Sumpferzen erzeugtes Eifen ausftellte, und endlich die Hütten der Gefellfchaft von Marienfors. Die Eifeninduftrie Polens war vorzüglich durch die Producte der dem Grafen Marcel Soltyk gehörigen Hütte Chlewiska, welche Gufs-, gewalztes fowie gefchlagenes Stabeifen zur Ausftellung brachte, vertreten. Ebenfo brachten Warfchawsky, Horwitz& Kallet aus Raïvolo alle Sorten Roheifen, Eifenbleche, Winkeleifen und fchöne Qualitätsproben. Von den in Südrufsland gelegenen Hüttenwerken fanden wir vorzüglich nur Producte von Liffitfchanfk und Longanfk und unter diefen vorzüglich Hartgefchoffe von der letzteren Hütte, fowie endlich noch Braun- Eifenfteine von Orokhowo, welche im rohen Zuftande bei 35 Percent Eifen halten, ausgeftellt von Goubonine, welche defshalb für die Eifeninduftrie Rufslands von Bedeutung werden können, weil fie in der Nähe von gut backenden Kohlen gefunden werden. geftellt. Turkeftan hatte nur fehr roh gegoffene Radbüchfen und Lampen ausNicht zu verkennen find die Fortfchritte, welche Rufsland in dem letzten Decennium in der Erzeugung von Tiegel Gufsftahl machte, es befitzt zwei Hütten, welche, wenn fie auch nicht fo grofsartig wie die Krupp'fche Gufsftahl- Hütte find, doch eine nahezu ähnliche Einrichtung haben, gleich gewaltige, ja noch fchwerere Gefchütze zu erzeugen, jede derfelben befitzt einen Dampfhammer von 1000 Centner Fallgewicht. Diefe Fortfchritte verdankt es vorzüglich dem Beftreben der Regierung, fich in Hinficht des Bezuges von Gefchützen von anderen Ländern unabhängig zu ftellen. Umfomehr mufs das Zurückbleiben in anderer Beziehung auffallen. Rufsland befitzt gegenwärtig nur eine Beffemerhütte, die aber gewöhnlich nicht zur Stahl- oder Eifenerzeugung dient, fondern nur zum Feinen des Roheifens verwendet wird. Man erzeugt ein Halbproduct, welches dann im Puddlingsofen in Herden weiter verarbeitet wird, während einige Minuten Blafezeit mehr hinreichen würden, den ganzen Procefs zu vollenden, ein werthvolleres Product zu erzeugen. Allerdings follen jetzt mehrere Beffemerhütten gebaut werden. Bei der Erzeugung von Roheifen fcheinen ebenfalls keine wefentlichen Fortfchritte zu verzeichnen zu fein. Auffallen mufs es, dafs für den Herd- und Flammofen- Frifchprocefs überwiegend graue Roheifen- Sorten erzeugt werden, ungeachtet meift vorzügliche Erze und Holzkohlen zur Verfügung stehen, fomit bei der Erzeugung von weifsem Roheifen die Qualität des erzeugten Stabeifens kaum 88 Franz Kupelwiefer. leiden dürfte, hingegen die Frifchproceffe wefentlich erleichtert, der BrennftoffAufwand vermindert würde. Der Kaukafus hat bezüglich der Erzeugung von Eifen nichts ausgeftellt und fcheint die Eifenfabrication eine fehr unbedeutende zu fein Griechenland erzeugt kein Eifen, ebenfo wie Rumänien. Türkei. Die Türkei fcheint nicht arm an Eifenerzen zu fein und war in der That eine ziemliche Anzahl von Ausftellern zu finden, welche Eifenerze brachten, jedoch nur wenige, welche einzelne Stücke Stangeneifen ausftellten, wie z. B. Mudirkil Trevéfe, Villajet Aleppo aus Muteffarif Marafch; Achmet Agha aus Muteffarif Varchoch, Villajet Bosna, Ispaho Mudirlik Konitfcha etc. Leider war über die Fabricationsmethode( wahrfcheinlich directe Stabeifen- Erzeugung aus Erzen in Herden) ebenfowenig wie über die Gröfse der Fabrication etwas zu erfahren. Egypten erzeugt felbft kein Eifen, fondern verarbeitet nur eingeführtes Eifen und find die Quantitäten, welche dafelbft verarbeitet werden, verfchwindend klein. So erzeugten z. B. 83 Giefsereien in Kairo und 6 Giefsereien in Alexandrien zufammen nur 7200 Centner und die Waffenfabrik in Alexandrien verarbeitet nur 1050 Centner Eifen. Ausgeftellt war von diefen Fabricaten nichts. Tunis, Marokko und Perfien ftellten an Eifen nichts aus, obwohl das letztere in Mafanderan auf eine allerdings fehr primitive Art Eifen erzeugt. Perfien führt für etwa 150.000 fl. Roheifen und für 500.000 fl. Stabeifen und Bleche ein. Siam ftellte nichts aus. China. Die Eifeninduftrie Chinas fcheint nahezu auf demfelben Grade der Ausbildung zu ftehen, wie in Japan der Fall ist und im Nachfolgenden detaillirt angeführt wird, nur bildet die Hüttenanlage im Arfenal von Fou Tchéon in der Provinz Fokien, welche theilweife nach europäiſchem Mufter angelegt ift, eine Ausnahme. Aber auch diefes Etabliffement bezieht nur einen Theil des nothwendigen Materiales aus China, während Roh- und Gufseifen, Bleche etc. aus England bezogen und altes Eifen in den Häfen angekauft wird. Ueber die Gröfse der Eifenproduction in China exiftiren keine Daten, ja es fehlen fogar Annäherungszahlen. Eifenerze werden als folche bis jetzt bergmännifch nicht gewonnen, fondern man benützt Sand, welcher Magnet- Eifenftein enthält, und deffen Eifenhalt oft nur zwei Percente erreicht und bis auf 50 Percente durch Wafchen angereichert wird. Diefer Sand wird in kleinen, 5 bis 6 Fufs hohen Oefen, welche den erforderlichen Wind aus hölzernen, mit Menfchen betriebenen Gebläfen erhalten, mit gleichen Gewichtstheilen Holzkohle auf Roheifen verfchmolzen, wobei etwa 30 Percente Eifen aus den Erzen ausgebracht werden. Das Eifen wird in denfelben Oefen raffinirt, und man erhält aus 100 Gewichtstheilen Roheifen mit 50 Gewichtstheilen Holzkohle etwa 83 Gewichtstheile fchmiedbares Eifen, welches, unter Handhämmern zu kleinen Schienen abgefchmiedet, in Handel kommt. Das Hüttenwefen. 89 Diefes Materiale wird vom Arfenal in Fou Tchéon, welches im Jahre 1867 in Betrieb gefetzt wurde, um den Preis von 27.5 Francs für 100 Kilo gekauft, paquetirt und gefchweifst, wobei ein Calo von 20 bis 25 Percent refultirt. Das Arfenal enthält eine Giefserei, Schmiede, Walzwerk und Keffelfchmiede und befchäftigt im Ganzen bei 800 Eifenarbeiter. Es dürfte diefs gegenwärtig das einzige gröfsere Etabliffement des öftlichen Theiles von Afien fein. Japan. Japan, welches durch Jahrhunderte für Europäer völlig unnahbar daftand, macht in der Civilifation entfchieden Fortfchritte und betheiligte fich nicht unbedeutend an der Ausftellung. Wenn in Japan auch fehr viel gefchrieben wird, fo exiftiren doch nur unvollständige officielle ftatiftifche Zufammenftellungen über Productionsmengen, und können daher folgende hier angeführte Daten, obwohl diefelben aus der verlässlichften Quelle direct gefchöpft find, nur mit einer gewiffen Referve als richtig angefehen werden. Im Jahre 1871 wurden erzeugt an Kohlen an Stabeifen 2,211.414 Zollcentner 187.500 99 eine, für ein Land, welches 32 Millionen Einwohner zählt, wahrlich auffallend geringe Menge. Die Eifeninduftrie Japans befindet fich auf einem noch fehr niederen Standpunkte einerfeits, während man anderfeits erftaunt fein mufs, mit welch' geringen Mitteln verhältnifsmäfsig viel geleiftet wird. Eifenerze kommen offenbar nach den ausgeftellten Stufen in grofser Menge vor, es find aber bis jetzt nicht die anftehenden Erze Gegenftand der Gewinnung, fondern nur der im aufgefchwemmten Lande gefundene, und dann durch Wafchen gereinigte Magneteifenftein- Sand. Der Aggregatzuftand desfelben ift fehr fein, und ift derfelbe fo gut gewafchen, dafs der Eifenhalt 60 Percent erreichen oder etwas überfteigen dürfte. Man glaubt, dafs derfelbe etwas titanhältig fei, obwohl diefs durch Analyfen kaum nachgewiefen fein dürfte. Diefer Eifenfand wird mittelft Holzkohlen in kleinen Stucköfen, von welchen ein Modell aus Papier ausgeftellt war, verfchmolzen. Die Gebläfe, deren man fich dabei bedient, find kleine, liegende, doppelwirkende Kaftengebläfe, welche von vier Mann, abwechfelnd von je zweien, betrieben werden. Bei gröfseren Stucköfen bedient man fich eines etwas anders eingerichteten Gebläfes, welches einfach wirkend ift und einen oscillirenden Kolben hat. Diefe Gebläfe fcheinen, fo weit aus einer Zeichnung zu entnehmen war, manchmal auch durch Wafferkraft betrieben zu werden. Die Qualität der Producte, welche bei diefer Arbeit erhalten werden, ift offenbar fehr verfchieden, und von dem Willen der Arbeiter häufig nicht abhängig. Die Ausftellung zeigte Roheifen, vom grauen bis zum kleinluckigen, welche Sorten behufs Erzeugung von Gufswaaren im Cupolofen umgefchmolzen werden, ftahlähnliche Producte, welche für Waffen, Werkzeuge etc. verarbeitet werden, und endlich Stabeifen für ordinäre Gezähe etc. Ein Stuckofen verarbeitet in drei Tagen etwa 100 Centner Erz und erzeugt 36 Centner Eifen. Zur Erzeugung von Gufswaaren wird auch englifches Roheifen eingeführt, welches, wenngleich bedeutend billiger als das felbft erzeugte, weniger gefchätzte Gufswaare gibt. Entweder ift das eingeführte englifche Roheifen in der That fehr fchlecht oder der Patriotismus der Japaneſen fehr grofs. Die Cupolöfen zum Umfchmelzen des Roheifens find der Höhe nach aus drei Theilen zufammengefezt. Der untere befteht aus einem Gufseifen- Keffel, der mit einer etwa fünf Zoll dicken Maffefchicht ausgekleidet ift und eine Höhe von etwa 2 Fufs hat. Der eigentliche Schacht wird aus zwei gufseifernen Cylindern von 4 und 2 Fufs Höhe gebildet und find diefelben ebenfalls ausgefüttert. 90 Franz Kupelwiefer. Die Thonform von etwa einem Zoll Durchmeffer ift fehr geneigt. Das Gebläfe ift dasfelbe wie bei den Stücköfen. Der Durchmeffer des Ofens fchwankt zwifchen einem und zwei Fufs. Die Holzkohle ift von vorzüglicher Qualität, meift Eichenkohle. Bei Beginn des Betriebes wird der Ofen nahe gefüllt, und dann bei gleichbleibender Holzkohlen- Gicht von circa 34 Cubikfufs mit 8 Pfund Eifenfatz begonnen und gegen Ende der Campagne bis 36 Pfunde geftiegen. Je nach der Gröfse des Ofens befteht eine Campagne aus etwa 36 bis 70 Centnern, welches Quantum in etwa acht Stunden niedergefchmolzen wird. Der Ofen wird nach drei Schmelzungen neu ausgefüttert. Eigenthümlich ift, dafs noch der Gufseifen- Keffel, welcher den Boden bildet, etwa zwanzig Abftichöffnungen hat, da ein Einfrieren des Abftiches fehr häufig ftattfinden foll. Die von dem auf diefe Weife eingefchmolzenen Roheifen erzeugten Gufs. waaren beftehen der Hauptfache nach aus Hausgeräthfchaften, wie Keffeln, Pfannen, Schaufeln etc., welche recht hübfch und nett gearbeitet find. Bei Erzeugung der Kochgefchirre, welche fehr dünn find, wird der Oberkaften aus feuerfefter Maffe hergeſtellt, fehr gut gebrannt und etwa hundert Mal hintereinander benützt, und nur jedesmal reparirt und gefchwärzt, während der Unterkaften mit dem Kern aus Sand für jeden Gufs neu gemacht wird. Für Kunftgufs, der fehr fchön ausgeführt wird, verwendet man Wachsmodelle, welche dann aus der Lehmform ausgefchmolzen werden. Behufs der Erzeugung von Stahl oder Stabeifen, werden die aus dem Stückofen erhaltenen Luppen in verhältnifsmäfsig kleine Stücke verfchrotten, in kleinen am Boden angebrachten Feuern forgfältig ausgeheizt und mit Handhämmern zu Schienen von etwa 18 bis 20 Zoll Länge und etwa 5 Zoll Breite und 12 Zoll Dicke ausgefchmiedet. Um fchmälere Stangen zu erhalten, werden diefe Flachfchienen der Länge nach mittelft Setzeifen auseinander gehauen. Aufser Handhämmern fcheinen keine mafchinellen Vorrichtungen zur Bearbeitung des Eifens bekannt zu fein. Die Qualität des Eifens ift eine vorzügliche, fowie die aus dem Eifen und Stahl erzeugten Werkzeuge meift fehr hübfch und nett ausgeführt find. Die Production hält nicht gleichen Schritt mit der Confumtion, und wird ziemlich viel Eifen von England eingeführt. An wefentlichen Fortfchritten dürfte kaum etwas zu verzeichnen fein, da die Methoden zu den älteften gehören, und anderfeits über die früheren Arbeiten. und die Production nichts bekannt ift. Schlufsbemerkung. Wenn auch fchon bei Betrachtung der Ausftellungsobjecte der einzelnen Länder die Fortfchritte befprochen wurden, welche in jedem diefer Länder durch die Ausftellung erfichtlich gemacht wurden, fo drängt fich uns zunächft die Frage heran, welches find die Fortfchritte, die wir im Eifen- Hüttenwefen zu verzeichnen haben, find diefelben bedeutend oder find die letzten fünf Jahre verfloffen, ohne dafs wefentliche Fortfchritte zur Anfchauung gebracht wurden und verzeichnet werden können? Diefe Frage verdient um fo mehr eine Beantwortung, als die Anficht fo häufig ausgefprochen wurde, dafs die Ausftellung in Beziehung auf Eifen- Hüttenwefen wenig Neues biete, und der Ausftellung vom Jahre 1867 fo fehr zurückſtehe, und foll diefe Beantwortung durch eine kurze Aufzählung der auf der Ausftellung erfichtlich gemachten Fortfchritte erfolgen. Das Hüttenwefen. 91 Bezüglich der Vorbereitung der Eifenerze finden wir in Kladno in Böhmen Verfuche behufs Entphosphorung derfelben im grofsartigen Mafsftabe durchgeführt, welche für die dortigen Veshältniffe ziemlich zufriedenftellende Refultate gegeben haben follen. Wenn die Refultate auch noch nicht als vollkommen entfprechend angefehen werden können, fo kann man doch immerhin fagen, dafs in der für viele Eifendiftricte äufserft wichtigen Frage ein Schritt vorwärts gemacht worden ift. Nicht ganz zu unterfchätzen find auch die Verfuche, junge nicht backende Braunkohlen zu vercoaken oder richtiger zu verkohlen. Wenn wir auch an mehreren Orten weitgehenden Verfuchen in diefer Richtung begegnen, von mehreren Ausftellern fogar Producte gebracht wurden, fo ift doch die Qualität derfelben noch nicht entſprechend und die Rentabilität der bis jetzt meift eingefchlagenen Wege noch fehr fraglich. Bezüglich der Durchführung des Hochofen- Proceffes finden wir wenig ganz Neues, wohl aber wefentliche Verbefferungen und Erweiterungen des Betriebes; diefelben beftehen der Hauptfache nach in einer Vergröfserung der Production, welche durch eine bedeutende Volumsvermehrung der Hochöfen angeftrebt wird. Um diefe zu erreichen, hat man in letzterer Zeit die Dimenfionen in der Weite der Oefen mehr vergröfsert als die Höhe, und dabei oft wefentlich beffere Refultate erzielt. Die früher nur in England an einzelnen Orten forcirte Production von 1600 bis 1700 Centern per Ofen und 24 Stunden finden wir nun fchon an mehreren Orten Deutfchlands, wie z. B. an der Ilfederhütte etc. erreicht. Ein wefentlicher Fortfchritt ift durch die Anwendung von fehr ftark erhitztem Wind erzielt worden. Die Einführung der Wittwell'fchen WinderhitzungsApparate ermöglicht, den Wind, auf 600 bis 700 Grade Celfius erwärmt, in den Ofen zu bringen, wodurch wefentlich an Brennmateriale erfpart, in vielen Fällen eine für manche Raffinirproceffe entſprechendere Qualität von Roheifen zu erzeugen ermöglicht wird. Die Qualität der erzeugten Roheifen Sorten hat fich im allgemeinen Grofsen gehoben. Das Beftreben, graues Qualitäts- Roheifen tauglich für die Durchführung des Beffemerproceffes zu erzeugen, führte an vielen Orten zu entsprechenden Refultaten. Ebenfo begegnen wir nun nicht mehr allein im Siegen'fchen der regelmässigen Erzeugung von Spiegeleifen; Schweden, Oefterreich, Frankreich erzeugen, wenn auch noch nicht fo viel, fo doch wenigftens fchon current, Spiegeleifen mit einem nahe gleichbleibenden ziemlich hohen Mangangehalt. Ferromangan wird nicht mehr als Rarität, möchte ich fagen, fondern hüttenmännifch in Hochöfen oder Siemensöfen erzeugt und vorzüglich bei der Erzeugung von Qualitätseifen oder Stahl zugefetzt. In allen Ländern, welche bis jetzt überwiegend Holzkohlen- Roheifen erzeugten und defshalb ihre Production nur wenig mehr fteigern konnten, finden wir das Beftreben, mineralifche Brennftoffe heranzuziehen, um auf diefe Weife die Production mit der Confumtion mehr in Einklang zu bringen. Der wefentlichfte Fortfchritt, den wir auf der Ausftellung begegneten, ift von Siemens in der englifchen Abtheilung gebracht worden, indem Siemens die Oefen und Producte der directen Eifenerzeugung aus Erzen in Flammöfen ausftellte. Wenn diefer Procefs auch bis jetzt aus Erzen noch nicht fertiges, brauchbares Materiale liefert, fo erhält man nach den Angaben Siemens doch ein Product ähnlich den Puddlingsluppen, welches ein werthvolles Materiale für die Durchführung des Siemens- Martinproceffes, der erft jetzt diefen Namen recht verdienen wird, ift. Der Hochofen- Procefs wird, wenn die gegebenen Reſultate richtig find, in vielen Fällen umgangen werden können, jedoch nach den bisherigen Erfolgen zu urtheilen, wenigftens vorläufig, wahrfcheinlich aber nie unentbehrlich werden. Es wird diefer Procefs vielleicht allen jenen Ländern, welche keine backenden Kohlen, wohl aber reiche Erze und jüngere Kohlen zur Verfügung haben, die Möglichkeit bieten, ihre Eifenproduction zu fteigern. Ebenfo wird diefer Procefs für jene Eifendiftricte wichtig werden, welche 92 Franz Kupelwiefer. phosphorhaltende Erze zu verarbeiten haben, weil nach Siemen's Angabe die Abfcheidung des Phosphors ziemlich vollſtändig erfolgen foll. Es wird diefer Procefs jedoch nicht an allen Orten anwendbar werden( ich will hier nicht von den vielen Schwierigkeiten fprechen, die fich bei Einführung jedes neuen Proceffes oft fehr empfindlich bemerkbar machen), weil man wenigftens bis jetzt nur reiche Erze verarbeiten kann. Nicht zu leugnen ift, dafs diefer Procefs, wenn er ziemlich allgemein Eingang finden kann, ein epochemachender genannt werden kann. empfehlen ift es Herrn Siemens, dafs er keine zu hohen Patenttaxen verlangt, damit es ihm nicht wie mit der Einführung feines gewifs vorzüglichen Feuerungsprincipes ergehe. Für Oefterreich ſpeciell kann die Einführung diefes Proceffes von aufserordentlichem Vortheile fein. Zu Bezüglich der Durchführung des Puddlingsproceffes finden wir in den Modellen des Danks'fchen und Seller'fchen Ofens Hilfsmittel, um einen Theil der Handarbeit durch Mafchinenkräfte erfetzen zu können. Alle diefe Oefen bieten nur in ihrer Anordnung etwas Neues, während das Princip fchon früher mehrfache verfuchsweife Anwendung fand. In England und Oefterreich, weniger in den anderen Ländern, hat fich die Anwendung der Siemensöfen Bahn gebrochen, und find in der Einrichtung derfelben, vorzüglich aber in der Art der Gaserzeugung wefentliche Fortfchritte gemacht worden. Ebenfo find die Fortfchritte in der Stahlfabrication nicht unbedeutend zu nennen, und find es vorzüglich die Fortfchritte, welche bei Durchführung des Beffemer und Martinproceffes gemacht wurden, welche hervorgehoben zu werden verdienen. Erft in diefem letzten fünfjährigen Zeitabſchnitte haben fich die Beffemerproducte das volle Vertrauen der Eifenconfumenten zu erwerben gewufst. Auch Deutſchland, welches mit der allgemeineren Einführung diefes Proceffes lange Zeit zögerte, machte in der letzten Zeit grofse Anftrengungen, um das Verfäumte nachzuholen. Als Neuerung bei diefem Proceffe kann die Anwendung von hoch erhitztem Wind erwähnt werden, welche in Zeltweg eingeführt wurde. Der Martinprocefs, welcher im Jahre 1867 fozufagen zum erften Male vor der Oeffentlichkeit erfchien, hat fich gegenwärtig eingebürgert und liefert, richtig angewendet, vorzügliche Refultate. Nicht unerwähnt darf die Anwendung des fogenannten Ueberhitzens des Stahles, worüber fchon früher detaillirt gefprochen wurde, bei Ausführung von Façongüffen, bleiben. Befonders hervorgehoben zu werden verdient das Beftreben fo vieler Hüttenwerke, durch rationell durchgeführte Feftigkeitsproben auf eine zweckentſprechende Verwendung ihrer Producte hinzuweifen, die Anforderungen, welche unter verfchiedenen Umftänden an Eifen und Stahl gemacht werden können, auf das richtige Mafs zurückzuführen. Die Producenten gaben dadurch den Confumenten gleichfam das Mittel an die Hand, das für den jeweiligen Bedarf entſprechendfte Materiale zu wählen. Diefs war der Grund. der mich beftimmte, diefe oft umfangreichen Tabel len fo vollſtändig als möglich aufzunehmen, um auf den rationelleren Weg zur Beftimmung von Uebernahmsbedingungen etc. aufmerkfam zu machen, und hielt diefs für um fo nothwendiger, weil fo wichtige Arbeiten in Ausftellungen, da fie eben nicht fo fehr in die Augen fallen, fo leicht überfehen werden. Nach diefer kurzen Aufzählung von Fortfchritten, brauche ich nur, um die zuerft aufgeworfene Frage zu beantworten, hier anzuführen, dafs der einzige wefentliche Fortfchrittt der im Jahre 1867 verzeichnet werden konnte, in der Einführung des Martinproceffes beftand. Das Hüttenwefen. 93 Die Gewinnung und Bearbeitung der Metalle mit Ausnahme des Eifens. Wenn auch die Production der übrigen Metalle fortwährend fteigt, fo ift diefe Steigerung doch nicht in der Weife überrafchend, als diefs beim Eifen der Fall ift. Im Allgemeinen finden wir den Schwerpunkt bezüglich der Erzeugung des Goldes nicht mehr in der alten Welt, fondern vorwiegend in Amerika, in Auftralien, während in Afrika erft Unterfuchungen begonnen, haben Europa und Afien ihre Production nicht wefentlich gefteigert. Bezüglich der Production der übrigen Metalle haben fich in den letzten Jahren wefentlich andere Verhältniffe herausgebildet. Dem Beiſpiele Englands folgend, begnügt man fich in Europa nicht mehr, die dafelbft gewonnenen Erze auf ihren Metallinhalt zu verarbeiten; die Menge der nach Europa gebrachten überfeeifchen Erze wächft von Jahr zu Jahr und damit auch die Production an Silber, Blei, Kupfer etc. Dafs diefe Steigerung der Production vorwiegend jenen Ländern zu Gute kommen muſs, welche in Folge ihrer Situation, ihrer Handelsverbindungen überfeeifche Erze am leichteften beziehen, ift felbftverſtändlich. Dadurch aber, dafs es einzelnen Hütten möglich wird, reiche und meift reine Erze in ziemlich grofsen Mengen zu beziehen, wird es möglich, die Production an einzelnen Punkten zu concentriren, die Hüttenproceffe zu vereinfachen, und manche arme Erze der eigenen Erzeugung aufzuarbeiten, deren Metallinhalt eine Aufarbeitung früher unmög. lich machte. Ungleich fchwieriger als beim Eifen ift es aber auch hier, ein nur annäherungsweife richtiges Bild über die Erzeugung einzelner Länder an diefen Metallen zu geben, da es meift an verlässlichen Daten gänzlich fehlt; noch viel weniger ift es möglich eine Productionsüberficht der Erde zu bringen, da eben die Productionsmengen eines grofsen Theiles der Länder gar nicht erhoben werden können. Umjedoch einiges Anhalten über die Production der übrigen Metalle zu gewinnen, follen hier jene Zahlen zufammengeftellt folgen, welche mit einiger Verlässlichkeit gegeben werden können. Es können diefe angeführten Zahlen eben keinen Anfpruch auf Vollständigkeit machen und daher auch keinen vollſtändigen Ueberblick über die Gefammtproduction der Erde geben. Ebenfo follen auch nur die wichtigften Metalle hervorgehoben werden, während auf die weniger wichtigen keine Rückficht genommen werden foll.( Siehe Tabelle Pagina 94.) Die Angaben bezüglich Amerikas find den Statiſtics of Mines and Minning in the ftates and territories weft of the Rocky Mountains von Roffiter W. Raimond entnommen, während die Angaben für Queensland, Neu- Seeland und Victoria den officiellen Veröffentlichungen entnommen find. Gold und Platin. Was die Erzeugung an Gold anbelangt, fo fanden wir diefelbe überwiegend in den Ausftellungen von Queensland, Neu- Seeland und Victoria durch Gypsabgüffe von dafelbft gefundenen Goldklumpen, von Goldbarren und Gold haltendem Quarz vertreten; die Arbeit felbft, die Art der Ausbeutung ift durch Photographien der Goldfelder und der dafelbft befindlichen Wafchanftalten verfinnlicht. Intereffant find die Angaben über den Metallhalt des in einzelnen Diſtricten verarbeiteten Goldquarzes; fo war der Goldhalt beispielsweife in Queensland in den einzelnen Feldern folgender: 7 94 Franz Kupelwiefer. Blei Gold Silber Land Jahr fammt Kupfer Zink Glätte Queckfilber Zollpfd. à o 5 Kilo Zollcentner Oefterreich) 1871 2.802 72.936 145.722 33.428 45.552 7.875 Ungarn Preussen. 1871 327 Sachfen 1870 400 133.394 1,058.952 89.300 82.464 9.000 93.464 1,163.561 1.207 Anhalt. • 1870 914 Braunschweig. 1870 6 1.158 3.763 2.669 3 England 1871 473-705 1,403.218 127.609 100.909 Rufsland. 1871 78.621 27.150 37-368 42.589 Schweden 1871 14 Norwegen 1871 Spanien 1866 Italien. 1872 2.292 7.400 45.066 1,218.696 70.860 7.020 2.095 33.426 10.400 33.112 19.100 10.000 796 Nordamerika. 1871 97.456 Im übrigen Amerika 1,255.440 1871 50.050 Queensland 1871 9.208 P 31.881 Flafks New- Zeland • Victoria . Japan • 1872 20jähr. Dchfch. 1871 32.297 49.800 109.701 P 548 11.982 10.934 30.204 In Gympie im Durchfchnitte von Centner. 405.000. Percente. 0.00816. Ravenswood 32.000. وو " 99 " 0.00917. " 9 Charters Towers und Brougthon 200.000. " 9 " 0.0178. Gilbert. " 99 " و" 7.200. 0.0073. 29 Etheridge " 99 30.780. 0.0076. In Victoria ftellte fich der Goldhalt bei Verarbeitung von 18,500.000 Centner Quarz auf o 0037 Percent. Die Goldgänge werden oft in einer Tiefe, die hundert Klafter beträchtlich überfteigt, abgebaut, wefshalb bedeutende Wafferhaltungs- und Fördermafchinen erforderlich find, und überall dort gefunden werden, wo die Gewinnung nicht mehr in den oberen Schichten des Alluviums erfolgt. Gold, wie es von Neu- Seeland exportirt wird, hat meift folgende Zufammenfetzung: Gold Silber Kupfer von 96 27 bis 65.65 Percente. " 7 3.63" 33.90 ΟΙ " 0.45 " 29 Das Silber geht bei der dafelbft angewandten Reinigung mittelft Chlor meift grofsentheils verloren. In den Ausftellungen der franzöfifchen überfeeifchen Colonien finden wir ebenfalls Gold in ziemlich grofsen Klumpen, und zwar von Guyanne, welches gegenwärtig fchon jährlich Gold im Betrage von 2 Millionen Francs erzeugt, und goldhaltenden Quarz von Neu- Caledonien ausgeftellt hat. Das Hüttenwefen. 95 In Spanien ftellte La fraternité, Société fpecial pour l'exploitation des mines in Jadena in der Provinz Toledo goldhaltenden Quarz aus, von welchem die Tonne 13 bis 54 Unzen Gold, oder o 045 bis 019 Percent, enthält. Erft in der deutfchen Abtheilung begegneten wir abermals Gold, und zwar in der Ausftellung Freibergs, welches offenbar durch das Verfchmelzen überfeeifcher Erze feine Goldproduction gefteigert hat. Bemerkt mufs noch werden, dafs Freiberg etwas Platin, welches aus dem Golde gewonnen wurde, ausftellte, und als Rarität Indium zur Ausftellung brachte. Ungarn ftellte ebenfalls etwas Gold fowohl im kryftallifirten Zuftande fowie in Barren aus. In der öfterreichifchen Abtheilung fanden wir das Gold nur vertreten durch die Ausftellung der Gaftein- Rothhausberger Gewerkfchaft, welche Mühl- und Feingold ausftellte. Diefe Gewerkschaft verdient defshalb eine befondere Beachtung, als diefelbe am Rande des Gletfchers mit grofsen Schwierigkeiten kämpfend, fehr arme Erze verarbeitet. Zu erwähnen ift noch das am Gongo Socco neben gewöhnlichem Wafchgold gewonnene Goldpalladium, welches Brafilien ausftellte. Von dem Haupt- Platinproducenten, Rufsland, welches im Jahre 1871 nur 4100 Pfund erzeugte, wurde von Platin nichts ausgeftellt, hingegen von folgenden Verarbeitern: Demoutis Gueneffer& Comp. in Paris; Johnfon Mathei& Comp. in London und Heraeus in Hannau, welche alle drei Apparate und Gefäfse für chemifche Fabriken und Laboratorien etc. ausftellten, unter welchen befonders von der Ausftellung des Johnfon Mathei ein Keffel zur Schwefelfäure- Erzeugung, der per Tag 200 Centner zu liefern im Stande ift und 43.000 fl. koftet, zu erwähnen ift. Ebenfo mufs ein Stück gediegenen Platins von 4728 Gramm Gewicht, Palladium und Iridoplatin, welch' letztere Metalllegirung befonders für Herftellung von Normal- Mafsftäben etc. empfohlen wird, erwähnt werden. Demoutis ftellte ähnliche Apparate, fowie metallifches Ruthenium und Palladium aus, während fich die Fabricate Herams durch Billigkeit und folide Arbeit vortheilhaft auszeichnen. Im Allgemeinen find in diefer Gruppe von Metallen nach den ausgeftellten Objecten wenig auffallende Fortfchritte zu verzeichnen. Blei, Silber, Kupfer etc. etc. Blei und bleiifche Producte fanden wir, fowie das aus filberhältigen Bleien erzeugte Silber ziemlich häufig auf der Ausftellung vertreten, und find die in diefer Beziehung intereffanteften Ausstellungen unbedingt die der deutſchen Metallhütten, da England in diefer Richtung fozufagen gar nichts, Frankreich nur eine wichtigere Expofition und Oefterreich- Ungarn nur einige Neuerungen aufzuweifen hat. Die Ausftellungen der übrigen Länder brachten in den meiften Fällen neben ihren Erzen meift nur Bleiblocken, ohne über ihre Fabricationsweifen nähere Auskünfte zu ertheilen; nichts deffenungeachtet follen die wichtigften Ausfteller hier aufgeführt werden. An Blei und filberhältigem Blei fanden wir von Spanien eine ziemlich grofse Anzahl von Ausftellern, welche aber blofs Blei Erze, metallifches Blei und Silber brachten; alle diefe Ausftellungen boten. fehr wenig Intereffe, da fie eben aufser rohen Bleiblocken nichts enthielten. Weitaus intereffanter war in der Beziehung die Ausftellung Frankreichs, welche allerdings nur einen Ausfteller in diefer Richtung enthielt: Emil Thomas Payen zu Marſeille hatte fich die Aufgabe geftellt, unreine, Arfen und Antimon haltende Bleie durch Behandeln mit kohlenfaurem oder kauftifchem Natron im heifsflüffigen Zuftande fo weit zu reinigen, dafs die Gewinnung des Silbers aus diefen Bleien ohne gröfsere Silberverlufte erfolgen und das Blei als Weichblei in Handel gebracht werden könne. Payen bezeichnet diefen Procefs mit dem Namen Natrométallurgie und bietet derfelbe der Hauptfache nach folgende Vortheile: Die in den Bleien enthaltenen fremden Metalle werden durch Behandeln mit( Alkalien) 7* 96 Franz Kupelwiefer. Soda oder kauftifchem Natron im heifsflüffigen Zuftande befonders, wenn Wafferdampf eingeleitet wird, oxydirt und verfchlackt, während diefs bei Blei nur in fehr geringem Mafsftabe, bei Silber und Gold gar nicht ftattfindet. Der Procefs wird in Eifenkeffeln durchgeführt, und die erforderliche Menge an Soda richtet fich nach der Menge und der Schmelzbarkeit der von der Schlacke aufzulöfenden Metalloxyde. Man braucht umfoweniger, je leichtflüffiger die entstandenen Verbindungen find. Eine eigenthümliche Erfcheinung hat fich dabei gezeigt, es wird gefchmolzenes kohlenfaures Natron durch Einleiten von Wafferdampf in kurzer Zeit vollständig in kauftifches Natron verwandelt. Payen wandte diefen Procefs vorzüglich zur Reinigung griechifcher Bleie, welche aus alten Schlacken erzeugt find und 6.5 Percent Antimon, 3 Percent Arfen, o 5 Percent Kupfer und 1 bis 2 Percent Eifen und Schwefel enthalten, an, und hatte zur Zeit der Ausftellung fchon bei 3000 Centner folchen Bleies gereinigt, und nebenbei mit vielen anderen Bleien Verfuche im Grofsen durchgeführt und zufriedenftellende Refultate erhalten. Die Arbeit wird zu Prado mit griechifchem Blei von der obenangegebenen Zufammenfetzung in folgender Weife durchgeführt: Eine Charge von 12.000 Pfund Blei wird in einem gufseifernen Reactionskeffel bis zur dunkeln Rothglüh- Hitze( 400 bis 500 Grad Celfius) erwärmt und viermal nach einander durch Zufatz von je 1000 Pfund Soda behandelt, wobei das Blei durch einen ftarken Strom von warmem Wind in Bewegung erhalten wird. Die erfte Schlacke enthält beinahe den ganzen Gehalt an Arfen, Eifen und Schwefel. Die zweite und dritte Partie beinahe den ganzen Gehalt von Antimon und den Reft von Arfen. Der vierte Abzug an Schlacke den Reft von Antimon und etwas Kupfer. Mit Hilfe diefer letzten Schlackenpartie würde man den ganzen Gehalt an Kupfer mit Spuren von Blei entfernen können, man zieht es jedoch vor das Kupfer im Blei zu laffen und später mittelft Zink zu entfernen. Diefe Arbeit dauert zwanzig Stunden, das Blei ift unter der vierten Schlacke flüffig, und wird diefe letzte Schlacke bei der nächften Operation zur Entfernung von Arfen benützt, wobei jedoch die Spuren von Antimon und das Kupfer in das Blei übergeführt würden, während die erfte Schlacke nur den Gehalt an Arfen aufnimmt. Die arfenikalifche Schlacke wird verkleinert in kochendem Waffer aufgelöft, filtrirt, und aus dem Filtrate kryftallifirt dreibafifch arfenfaures Natron aus, welches Salz im kalten Zuftande in der concentrirten kauftifchen Lauge nur wenig löslich ift. Auf diefe Weife kann man beinahe den ganzen Gehalt von Arfen gewinnen. Die Mutterlauge wird unter Zufatz von Soda eingedampft. Die antimonhaltende Schlacke wird zerkleinert und mit 6 Percent Kohlen ihres Gewichtes in einem Keffel eingefchmolzen, wobei man 20 bis 30 Percent beinahe reines metallifches Antimon erhält. Die von Antimon befreite Schlacke wird im Verhältnifs von 0.6 zu 0.4 mit neuer Soda gemengt wieder zur Durchführung des Proceffes verwendet. Nach viermaligem Gebrauche enthält diefelbe jedoch fchon zu viel Schwefel und Eifen, und mufs in Waffer gelöft, filtrirt und unter Zufatz von neuer Soda eingedampft werden. Das erhaltene Antimon wird behufs der Reinigung mit 10 Percent Soda und etwas Sand umgefchmolzen. Das Blei, welches noch Kupfer und Silber enthält, wird auf die bekannte Weife mit Zink entfilbert. Das Zink nimmt alles Kupfer und Silber und der erhaltene Schaum etwa 10 des in Arbeit genommenen Bleiquantums auf. Das Blei enthält noch o'002 bis 0.003 Zink, welches durch Schmelzen mit I bis 2 Percent Soda entfernt wird, fo dafs man beinahe chemifch reines Blei erhält. Das Hüttenwefen. 97 Der bleibende Rückftand wird bei möglichft niederer Temperatur mit 150 Percent Soda behandelt, wobei man beinahe alles Blei und zwar, mit einem etwas höheren als dem urfprünglichen Silberhalt im metallifchen Zuftande erhält. Diefes Blei wird der Entfilberung mittelft Zink zugetheilt. Die Schlacke enthält etwas Bleioxyd, Zink und Kupfer in Form von fchwarzem Kupferoxyd, Silber zur Hälfte in Form eines feinen metallifchen Pulvers, zum Theil als Oxyd. Die Schlacke wird zerkleinert, mit Waffer aufgelöft und filtrirt. Das Filtrat wird mit Soda eingedampft, während die Rückstände aus etwa 10 Theilen Zink, 5 Theilen Kupfer, I Theil Silber und etwas Bleioxyd beftehen, und mit Schwefelfäure, welcher etwas Salpeter zugefetzt wird, behandelt werden. Der unlösliche Rückftand enthält das Gold und Schwefelblei. Aus der Löfung wird Silber als Chlorfilber ausgefüllt, dann Kupfer mit Schwefelcalcium und fchliefslich Zink durch Kalk als reducirbares Oxydhydrat. Der Bleiverluft foll nach Payen's Angaben( welchen diefe Befchreibung entnommen ift) verfchwindend klein fein. Anwendung foll die Natrometallurgie nach Payen bei folgenden Hüttenproceffen finden können: Beim Reinigen des Bleies, beim Entzinken des Bleies und des filberhältigen Schaumes, bei der Reinigung filberhältiger Kupfer und alter zufammengefetzter Legirungen, bei der Behandlung von Platin, Gold und Silbererzen, bei der Behandlung von Chromerzen. Bezüglich der Verarbeitung von Blei hatte Laveiffiere& Sohn in Paris eine fehr hübfche und reichhaltige Ausftellung, wie z. B. gewalzte Bleiplatten von 3400 x 12.000 Millimeter, ja Bleche bis 30 Meter lang und 1 Meter breit, Bleiröhren von verfchiedenen Durchmeffern und Querfchnitten, darunter ein Bleirohr von 2800 Meter Länge, aus einem Stücke geprefst etc. Sehr lehrreich und intereffant waren die Ausftellungen der deutfchen Metallhütten, und fanden wir in der Ausftellung des königlich preufsifchen Oberbergamtes zu Clausthal die Producte des dortigen Hüttenproceffes fehr lehrreich und inftructiv zufammengeftellt. Befonders hervorgehoben zu werden verdienen die Verfuche bezüglich der Anwendung von gröfseren mehrförmigen Oefen, wobei man fchliefslich von der durch General Rafchette empfohlenen Form wieder abgegangen ift und die runde Form adoptirte, indem die mit runden Oefen erzielten Refultate beffer, und die Durchführung der Arbeit für die Arbeiter wefentlich erleichtert wurde. Ein fünfförmiger, runder Ofen, von etwa drei Fufs Durchmeffer in der Höhe der Formen und einem Durchmeffer von 434 Fufs an der Gicht( den nach den bisherigen Erfahrungen als beft anerkannten Dimenfionen) erzeugt per 24 Stunden 60 bis 65 Zentner Blei, während ein zwölf förmiger Rafchette'fcher Ofen nur 110 Centner zu erzeugen vermochte. Gegenwärtig fteht in Clausthal auch nur mehr ein Rafchette'fcher achtförmiger Ofen, und felbft diefer ift nicht mehr im Betrieb. Aehnliche Erfahrungen wurden auch in Freiberg bezüglich der Conftruction der Oefen gemacht und können die Fortfchritte, welche gemacht wurden, am beften aus folgender Zufammenftellung entnommen werden: In 24 Stunden wurden in Freiberg verfchmolzen: In einem Doppelofen( beide Formen an der Rückwand) mit 2750 Pfund Coaks 70 Centner Erze oder 200 Centner Erze mehr Zufchläge. In einem vierförmigen Ofen( alle vier Formen an der Rückwand) mit 6500 bis 6600 Pfund Coaks 200 Centner Erze oder 600 bis 700 Centner Erze mehr Zufchläge. In einem achtförmigen runden Ofen mit 10.000 Pfund Coaks 700 Centner Erze oder 1300 Centner Erze und Zufchläge. Es wurden fomit mit je einem Pfund Coaks verfchmolzen: 98 Franz Kupelwiefer. Im 2förmigen Oefen.. 25 ” 4 8 " " " Pfund Erze Pfund Erze und Zufchläge • 73 .3.03 .. 7.00 IO 04 13.00 Diefe angeführten Zahlen fprechen nur allzufehr zu Gunften der neuen Ofenconftruction. Beim Verfchmelzen der Steine und Schlacken werden die gleichen Oefen verwendet. Die Rohftein- Arbeit ift in Freiberg ganz gefallen. Freiberg ftellte auch eine reichliche Sammlung von Bleiröhren und Blechen aus, von welchen die erfteren auch theilweife verzinnt waren. Die Bleientfilberung durch Zink verdrängte im Jahre 1868 zu Clausthal den Kryftallifationsprocefs, und wurde im Jahre 1869 durch Benützung von Wafferdampf wefentlich verbeffert. Diefer Procefs, der auch in der königlich preufsifchen Friedrichshütte bei Tarnovitz eingeführt wurde, war in beiden Ausftellungen durch beigegebene Probeftücke fehr fchön repräfentirt. Ich glaube hier nur auf den Procefs aufmerkfam machen zu müffen, ohne denfelben detaillirt zu befchreiben, da derfelbe ohnehin fchon durch die Literatur ( Preufsifche Zeitfchrift) genügend bekannt ift. In Tarnovitz begegnen wir einer neuen Combination des Bleiproceffes. Die bei der naffen Aufbereitung gewonnenen Schiege werden in 12 Meter langen, 15 Meter breiten Schiegfinter Flammöfen, welche fieben Arbeitsthüren an einer Seite haben, geröftet, in Flamm- Schmelzöfen mit je vier Thüren auf jeder Seite eingefchmolzen, während die Rückstände in dreiförmigen Schachtöfen aufgearbeitet werden, wobei gegenüber der früheren Arbeit wefentlich geringere Metallverlufte refultiren. Die Gasfänge der Schachtöfen find aus Kupfer hergestellt. Tarnovitz ftellte auch die Zeichnung eines Steinkohlen- Silbertreibherdes von 2.75 Meter Durchmeffer aus, welcher vier Flammlöcher und fechs Fuchsöffnungen hat, um die Temperatur auf den Herd möglichft gleichförmig zu vertheilen. Zur Entfilberung der Werkbleie wird auch zu Mechernich in der Eifel Zink unter Benützung von Wafferdampf verwendet. Die Stollberger Actiengefellfchaft verwendet behufs der Concentration des Silberhaltes theils das Kryftallifationsverfahren, theils die Entfilterung mittelft Zink. Die Rheinifch Naffauifche Bergwerks- und Hütten Actiengefellfchaft verarbeitet aufser eigenen Bleiglänzen Bleierze aus Sardinien( Monte vecchio), aus Algier( Gar Ruban) und aus Nordamerika ( Utah und Nevada). Auf den Hütten diefer Gefellſchaft ift der Pattinſon'ſche Procefs zuerft auf dem Continente eingeführt worden. Herbft& Comp. zu Call in der Eifel verarbeitet zu Schliefsenmoor eigene und fpaniſche Erze, entfilbert mittelft Zink und raffinirt das Blei durch Chlorblei bildende Materialien. Die Gefellſchaft des Emfer Blei- und Silberwerkes zu Ems erzeugte im Jahre 1872 an Blei 21.600 Centner, an Glätte 34.200 Centner, an Silber 6100 Pfunde, und verwendet zur Entfilberung der Bleie die Zinkentfilberung und zur Reinigung der Bleie die Dampfraffination. Erwähnt mufs noch werden, dafs hier der erfte Rafchette'fche Ofen mit 12 Formen in Deutfchland in Betrieb gefetzt wurde. Unter den Metallhütten O efterreich- Ungarns, welche Silber und Bleerzeugen, ift befonders hervorzuheben Přibram in Böhmen, welches im Jahre 1871 aus 87.313 Centner Erzen mit einem durchfchnittlichen Silberhalt von 0 385 ZollMünzpfunden und einem Bleihalte von 57:37 Pfunden: 32.548 Pfunde Silber 29.071 Centner Glätte 5.929 3.018 Blei 99 وو Hartblei erzeugte. Das Hüttenwefen. 99 Zur Verarbeitung der Bleierze, welche wenigftens theilweife in Stadeln oder Kilns geröftet werden, dienen theils ältere dreiförmige, theils neuere fiebenförmige Hochöfen, von welchen die letzteren 8.2 Meter Höhe und in der Formhöhe einen Querfchnitt von 4'9 Quadratmeter haben. Unter den neueren Einrichtungen ift ein auch im Modell ausgeftellter Treibherd für 500 Zollcentner Einfatz zu erwähnen. Derfelbe hat vier Feuerungen, die fowohl für Holz, fowie für Steinkohle eingerichtet find, und ift derartig gut verfchloffen, dafs die Bleidämpfe nur in die Flugftaub- Kammern und die Haupteffe abgeleitet werden. Gleichzeitig werden die Gafe zum Erhitzen des Windes verwendet, fo dafs mit warmem Wind abgetrieben wird. Berg und Hüttenverwaltung Raibl ftellte hauptfächlich die Producte des kärntnerifchen Flammofen- Proceffes, welcher dafelbft in vier Oefen betrieben wird, aus, worunter vorzüglich das Blei als nahezu filberleer hervorgehoben werden kann. Die Qualität des nicht raffinirten Bleies ift durch beigegebene Analyfen beleuchtet, und zwar ift die Zufammenfetzung folgende: Antimon. Kupfer Schwefel Eifen. Blei Rührblei Spur geringe Spur 0118 Spur 99.882 Prefsblei O'I 02 Spur 0.382 Spur 99.516 Während das Rührblei als Weichblei Handelsartikel ift, wird das Prefsblei zur Schrotfabrication gefucht. Im kärntnerifchen Pavillon ift noch bezüglich der Bleiproduction hervorzuheben die Ausftellung der Bleiberger Bergwerks- Union, welche in ihren Bleihütten Kärntens bei 34.000 Centner Blei per Jahr erzeugen und theilweife als Blei, theils in Form von Bleifabricaten verkaufen. In der bei Villach gelegenen Fabrik werden jährlich circa 11.000 Centner Blei auf Glätte und Mennige verarbeitet, während die Schrotfabrik bei 7200 Centner, die Bleiröhrenund Plattenfabrik bei 6300 Centner per Jahr erzeugt. Um die Leiftungsfähigkeit zu zeigen war aufser Muſterſtücken von Bleiröhren von verfchiedenen Dimenfionen ein Bleirohr von fünf Linien inneren Durchmeffers und 1176 Fufs Länge ausgeftellt. Bleiplatten waren von 6 Fufs Breite, 7.8 Fufs Länge, I Linie Dicke und 2724 Zollpfund, fowie von 3 Fufs Breite, 9 Fufs Länge und o 25 Linie Dicke ausgeftellt. Zu erwähnen ift noch der von dem Director der Gefellfchaft Herrn Hinterhuber ausgeflellte continuirliche Röftofen. Von Bleiproducenten Kärntens hatten noch ausgeftellt: Guftav Graf Egger, J. Rainer in Klagenfurt, Johann Rohrer in Lind und Struggl's Erben in Raibl. V. Die Bleiproduction Krains war nur durch die Ausftellung des Werkes Knappoufche, welches im Jahre mit zwei Flammöfen nahe 3000 Centner Blei producirt, vertreten. Von den Ausftellern Böhmens find noch zu erwähnen die Actiengefellfchaft für Bergbau und Hüttenbetrieb, welche Bleierze, die in der Kfcheutzer Zeche erzeugt werden, in Fortfchauflungs- Herden röftet und verfchmilzt und die Producte, und zwar Blei, Bleiglätte und Silber ausftellte, ferner die BleierzZeche Frifchglück und Reichenfegen zu Mies, welche neben VerkaufsBleiglanz Bleiblöcke ausftellten. Von den Bleiwaaren- Fabriken ift noch die G. Winiwarter's in Gumpoldskirchen zu erwähnen, welcher Bleiröhren, Bleche, Folien, Bleidrähte neben Zink und Kupferfabricaten ausftellte. In der ungarifchen Abtheilung waren die Hüttenproceffe, welche in den königlichen Hütten angewendet werden, fehr inftructiv fowohl durch 100 Franz Kupelwiefer. Stammbäume, als durch beigegebene Belegftücke ausgeftellt. Befonders hervor gehoben zu werden verdient die Einführung der Bleientfilberung mittelft Zink im Nagybanya, fowie einer im Kremnitzer Münzamte im Jahre 1872 durchgeführten Trennung von Silber und Kupfer, welche darauf beruht, dafs an Silber reiche Kupfer( Münzlegirungen) mit Lechen und später noch mit Beigabe von Schwefel umgefchmolzen werden, um eine an Silber reichere Legirung zu erhalten, indem Kupfer vom Lech aufgenommen wird. Diefe Scheidung geht fehr langfam und find oft mehr als 15 Schmelzungen erforderlich, und man erhält dabei noch nicht einmal reines Silber. Unbegreiflich ift es, warum die Scheidung nicht auf die in Münzämtern gewöhnliche Weife auf naffem Wege erfolgte, fondern ein umftändlicherer und unvollkommener Weg gefucht wurde. In Belgien ftellte die Anonyme Gefellfchaft von Bleiberg- Esmontzen Blei aus, welches doppelt raffinirt in Handel gebracht wird, wobei garantirt wird, dafs weniger als o 00488 Percent Verunreinigungen enthalten find.- Antimonhältiges Blei für artilleriftifche Zwecke, fowie aus Werkblei erzeugtes Silber waren ebenfalls ausgeftellt. In der norwegifchen Ausftellung waren befonders auffallend die ausgezeichnet fchönen Silberftufen und darunter das natürlich vorkommende kryftallifirte Silber Kongsbergs, fowie die aus demfelben erzeugten Silbergranalien und Silberblöcke. In Italien ftellten nur die Compagnia del Potino, fowie Monte Santo, jedoch ohne weitere Angabe, fehr fchöne Bleiglanze und Bleie in Blöcken aus. Von Nordamerika ftellte Mineral City and Smelting Bleiglänze fowie Blei aus, welches fich durch feine befondere Reinheit und Weichheit auszeichnen foll. Kupfer und kupferhaltende Metalllegirungen. Weder Nordamerika noch England haben, ungeachtet beide Länder grofse Quantitäten Kupfers erzeugen, etwas Nennenswerthes in diefer Richtung ausgeftellt oder Fortfchritte in der Erzeugung von Kupfer erfichtlich gemacht. Spanien ſtellte ebenfalls nur überwiegend Kupfererze von Huelva von 52 Procenten Kupferhalt bis zu 1188, 9:28, 6.05, 0.43 Percent herab aus, während die Direction general de propriedades auch metallifches Kupfer und Kupfervitriol, fowie die Gompagnia Anglo- efpagnole zu Nevada ebenfalls Kupfer ausftellte. In Italien fanden wir die Kupferproduction nur durch die Ausftellung Agordo's vertreten, welches aus meift fehr armen Erzen, mit Hilfe der Kernröftung durch ein Roh- und Schwarz- Kupferfchmelzen Kupfer von bekannt guter Qualität erzeugt. Aufser dem Kupfer waren die Nebenproducte wie Schwefel, Kupfer- und Eifenvitriol ausgeftellt. " In Schweden und Norwegen fanden wir die Kupferproduction vertreten durch die Bergwerks- Gefellſchaft Stora Kapparberg" bei Falun. Die Production an Kupfer überfteigt jährlich 15.000 Centner, die von Kupfervitriol 2300 Centner. Nebenbei wird etwas Silber und Gold gewonnen. Als eine Eigenthümlichheit des Proceffes kann angeführt werden, dafs das Raffiniren des Kupfers in Siemensöfen mit Lundin'fcher Condenfation bei Anwendung von Holz- Sägefpänen als Brennmateriale erfolgt. Die norwegifchen Kupferwerke hatten überwiegend nur Erze ausgeftellt. Frankreich hat bezüglich der Erzeugung von Kupfer aus Erzen nicht ausgeftellt, defto reichhaltiger war die Ausstellung von J. J. Laveiffieres & fils aus Paris bezüglich des verarbeiteten Kupfers und verfchiedener Kupferlegirungen. An Kupfer find gegofsene Kupferplatten vorbereitet zur Erzeugung von Blechen bis zum Gewichte von 5334 Zollpfund, fowie Bruchftücke, um das Korn des Bruches zu zeigen, ausgeftellt; aus folchen Platten gewalzte Bleche bis Das Hüttenwefen. 101 zu einer Breite von 3 Meter, fehr dünne, fowie plattgewalzte Kupferbleche für Schiffsbekleidungen. Kupferröhren ohne Naht mit 440 Millimeter Durchmeffer und 6.5 Meter Länge bis zu einem Durchmeffer von nur II Millimeter, find gebogen am Rande und innen ausgeweitet, um die Qualität zu zeigen. Ebenfo waren Kupferdrähte in verfchiedenen Nummern bis zu den feinften. herab ausgeftellt. An gefchmiedeter Waare find getiefte Schaalen von 3 Meter innerem und 3.2 Meter äufserem Durchmeffer, den Bord mitgemeffen, ausgeftellt. Umgebördelte Rohr- Wandböden für Locomotiven zeigten eine vorzügliche Qualität des Kupfers. Von Meffing fanden wir Producte von nahezu gleichen Dimenfionen ausgeftellt, wie gewalzte Bleche, Röhren ohne Naht, Drähte und gefchmiedete, wie geprefste Stücke. Von Bronce fand man roh gegoffene Platten, fowie gewalzte Streifen für die Münzfabrication, vorzüglich aber Broncekannnen in allen Stadien der Fabrication, fowie durchſchnittene Kanonen und Probeftücke, um das Korn und die Qualität des Metalles zu zeigen. Bekannt ift, dafs bei derartigen Broncegüffen eine vollkommen gleichförmige Zufammenfetzung der Legirung an allen Theilen fehr fchwer zu erreichen ift, und find Analyfen von Proben, die an verfchiedenen Stellen eines und desfelben Gefchützes genommen find, beigegeben, um die Gleichförmigkeit zu zeigen. Zufammenfetzung Am Kopf An den Zapfen Am Boden im Pro ob Mittel e I. 2. I. I. 2. Bohrpäne. Zinn 8.64 8.90 9.43 9.25 9.30 9.108 Kupfer. 91 33 91175 90.55 90 74 90.685 90-876 Eifen und Blei Spur Spur Spur Spur Spur Spur Zink 0.03 0.025 0.02 Ο ΟΙ 0.015 0.02 Drehfpäne. Zinn Kupfer. 9.512 9.60 9.30 8.948.90 9.25 90.41 Eifen und Blei Zink 90.38 90.68 Spur Spur Spur 91 04 9108 90.73 Spur Spur Spur 0.02 0.02 0.02 0.02 0.02. 0.02 Nach diefen Angaben ift die Zufammenfetzung allerdings nicht wefentlich verfchieden, und mufs die Qualität daher eine vorzügliche fein. Aufser diefen Producten ftellte Laveiffiere noch Zinn in chemifch reinem Zuftande, in Form von dünnen Blättchen für Spiegelbelegung etc. fowie Schlagloth von verfchiedener Zufammenfetzung und Stärke etc. aus. In Deutfchland war die Kupfergewinnung vorzüglich durch die Mansfelder Kupferfchiefer bauende Gewerkfchaft zu Eisleben glänzend vertreten. Die Fabricate beftanden im Jahre 1872 aus II0.000 Centner Gar- und Raffinatkupfer, 45.800 Pfund Silber und 91.000 Centner Schwefelfäure. Die Fortfchritte, welche hier gemacht wurden, beftehen der Hauptfache nach darin, dafs die beim Röften der Erze und Steine erzeugte fchweflige Säure 102 Franz Kupelwiefer. zur Erzeugung von Schwefelfäure verwendet wird, dafs das Verfchmelzen ohne Ausnahme in fechsförmigen Oefen, von welchen nicht blofs Zeichnung, fondern auch ein Modell ausgeftellt war, durchgeführt wird. Die Oefen haben 9 42 Meter Höhe, am Boden 183, an der Gicht 2.2 Meter Durchmeffer. Die Gafe werden aufgefangen, theils um den Gichtftaub zu gewinnen, theils um diefelben unfchädlicher zu machen. Da fich während des Betriebes öfters Anfätze bilden, fo gedenkt man in den Rauhfchacht an mehren Orten Oeffnungen zu laffen, um zum Kernfchacht leichter Zutritt zu haben, und diefelben befeitigen zu können. Auch der Betrieb wird eigenthümlich geführt: Gewöhnlich wird der Ofen als Sumpfofen betrieben, haben fich aber im Geftelle Anfätze gebildet, fo werden diefelben dadurch herausgefchmolzen, dafs man den Ofen während 24 Stunden als Spurofen in Betrieb erhält. Die Dauer der Campagnen ift nahezu 6 Monate. Aufser den End- und Zwifchenproducten des Proceffes waren noch Kupferftangen, Platten etc. ausgeftellt, um die Qualität des Kupfers, fowie die erzeugten Fabricate zu zeigen. In der Okerhütte am Harz wurde im Jahre 1872 eine Kochfalz- Röftund Extractionsanftalt zur Gewinnung des Silbers aus den filberhältigen Lechen. erbaut und in Betrieb gefetzt. Als Rarität wurde auch Tellurfchlamm, welcher in den Schwefelfäure- Kammern gewonnen wird, ausgeftellt. Selbſtverſtändlich ift es, dafs Freiberg auch die Producte der Kupferproceffe und der Silbergewinnung mittelft Schwefelfäure ausftellte; ferner verdient noch die Ausstellung des Kupfer- Hammerwerkes zu Grünthal in Sachfen, welches ganz vorzügliche Producte und Fabricate zur Anfchauung brachte, Erwähnung. An Kupfer- und Broncefabricaten war die Ausftellung nicht ganz arm, und find als Specialitäten hervorzuheben die von Hochofen- Wafferformen, von welchen Theodor Martin zu Koslow bei Gleiwitz aus Kupfer getriebene Dango& Dienenthal zu Sieghütte bei Siegen, fowie Herlituhka& Gobiet zu Düffeldorf BronceWafferformen ausftellten. Das Meffingwerk des Aaron Hirfch und Sohn zu Halberstadt ftellte Kupferröhren ohne Naht recht fchön, die Crufauer Kupfer- und Meffingfabrik bei Flensburg Gegenftände, welche beim Schiffbau nothwendig find, aus. Auf ein Product, welches in den früheren Ausstellungen noch nicht vorhanden war, auf Phosphorbronce, mufs hier befonders aufmerksam gemacht werden. Es iſt dasfelbe fowohl von Georg Höper& Comp. zu Iferlohn in der deutfchen Abtheilung, fowie von Montefiori Levi und Dr. Künzel in der belgifchen Abtheilung ausgeftellt. Von Erfterem find überwiegend Lager, Walzenkraufeln neu, fowie nach zweijährigem Gebrauche, von Letzterem hingegen vorwiegend Waffenbeftandtheile und Waffen( auch Kanonen) ausgeftellt. Um die Qualität des Materials hervorzuheben, ift eine Reihe von mit demfelben durchgeführten Verfuchen beigegeben, von welchen das wichtigfte hier angeführt werden foll. Eine Stange mit 200 Centner per Zoll belaftet hielt bis zum Zerreifsen 408.230 Dehnungen aus, " 9 250 27 29 99 " 99 150 " " 97 200 99 29 99 99 " 147.850 480.000 862.980 Biegungen aus, 99 " 27 " " 99 während gewöhnliche Bronce fchon bei 102.650 Biegungen gebrochen ift. Zu bedauern ift, dafs die Art und Weife, wie die Verfuche durchgeführt wurden, nicht angegeben ift. Profeffor Jenni in Wien beftimmte den Elafticitätsmodul E= 98.85 die Zugfeftigkeit Sz= 13'94 die Bruchgrenze Bz= 40 40 _ Kilo per Quadrat- Millimeter. Das Hüttenwefen. 103 Uchatius vergleicht die Feftigkeit mit der anderer zur Gefchützfabrication verwendeten Materialien, und gibt darüber folgende Zahlen. Abfolute Feftigkeit Elafticitätsgrenze Drehung in Percenten in Kilogrammen Phosphorbronce Nr. 4. " 99 5. 3600 bis 5340 600 bis 400 20.66 bis14.66 5660 bis 5540 3800 bis 2800 16 bis 2:26 5000 IOOO II 2200 385 15 Krupp's Gefchützftahl Normale Gefchützbronce Auch gegen die Einwirkung des Seewaffers ift Phosphorbronce weniger empfindlich und betrug der Gewichtsverluft bei fechsmonatlichem Liegen im Seewaffer nur 1158 Percent, während die beften englifchen Kupferbleche 3 058 Per. cent verloren hatten. In Oefterreich- Ungarn ift es vorzüglich die Berg- und Hüttenverwaltung zu Brixlegg, welche recht hübfch ausftellte; diefelbe ift beſtimmt, die Kupfererze der ärarifchen Metall- Bergbaue von Tirol und Salzburg aufzuarbeiten. Gegenwärtig erzeugt diefelbe bei 5000 Centner Kupfer, 1800 Centner gewalzte und getiefte Waare, 1500 Pfund Silber und 20 Pfund Gold. Die geröfteten Erze werden in einem fechsförmigen Schachtofen von 6.3 Meter Höhe, I'2 Meter Durchmeffer im Schmelzraume und 15 Meter Gichtweite verfchmolzen. Ein Modell diefes Ofens war ausgeftellt. Die Gafe werden, da die Gicht gefchloffen ift, in ein Flugftaub- Kammerfyftem abgeleitet. Die fpäteren Röft- und Schmelzarbeiten werden jedoch in Flammöfen durchgeführt. Nicht zu überfehen ift die Ausftellung der Kupfergewerkfchaft Mitterberg bei Mühlbach, welche jährlich nahe 4000 Centner Kupfer erzeugt. Die meift in Stadeln geröfteten Erze werden in einem fünfförmigen Schachtofen von rundem Querfchnitt, welcher der ältefte derartige Ofen Oefterreichs war und 14 Fufs Höhe hat, verfchmolzen. Die abfallenden Rohbleche halten 23 bis 37 Percent Kupfer, werden granulirt, geröftete und in Krummöfen auf Kupferftein von 50 bis 60 Percent Kupferhalt verfchmolzen, diefer wird gequetfcht in Flammofen geröftet und in Krummöfen auf Schwarzkupfer verfchmolzen, und diefes in Holzgas- Flammöfen raffinirt. Beim Aufarbeiten der Gekrätze fallen nickelhältige Gekrätze ab, welche verfchmolzen ein Kupfer mit 20 bis 22 Percent Nickelgehalt geben. Unter den Verarbeitern von Kupfer und Metalllegirungen desfelben find befonders hervorzuheben: Actiengefellfchaft der Metallfabrik in Oed( vormals Gebrüder Rofthorn), zeichnete fich durch eine reiche und mannigfaltige Ausftellung ihrer Fabricate von Kupfer, Meffing, Pakfong und Tomback aus, unter welchen vorzüglich Weberdraht von den feinften Nummern bis 5000 Meter lang, ftarke fowohl wie feine, rauhe wie gefchabte Bleche hervorzuheben find. Ch.& H. Chaudoir in Simmering bei Wien ftellte Kupfer, Raffinirproben von vorzüglicher Qualität, fehr fchöne Röhren aus Kupfer und Meffing, Kupferkeffel und Schalen, Gufsblöcke, fchwere Bleche umgebördelt und mit Röhren verfehen etc., endlich auch noch Tomback aus. Habtmann's Eidam zu Frauenthal in Steiermark ftellte Meffing und Tombackbleche, fowie Kupferdrähte aus, Klein Carl, Meffingfabrik in Reichraming, ftellte recht fchöne Meffingund Tombackbleche, erftere bei 36 Zoll breit und 12 5 Fufs lang mit einem Gewichte von 238 Pfund aus. Befonders hervorzuheben find recht fchöne Rohgüffe aus 104 Franz Kupelwiefer. Meffing, von welchen unter andern auch eine Propellerfchraube von etwa 4 Fufs Durchmeffer ausgeftellt war. Das Meffingwerk von Achenrain ftellte recht hübfche Bleche, aber von kleinen Dimenfionen, fowie Druckwaaren aus denfelben, aus. Liebig Johann& Comp., Kupferhammer und Walzwerk zu Gutenft ein, lieferte befonders fchöne und grofse Kupferbleche und getiefte Waare. Zugmayer Georg und Söhne zu Waldegg brachte aber die gröfsten Bleche und getieften Stücke von Kupfer, um die Leiftungsfähigkeit feines Etabliffements zu zeigen: Blech von 8' 7" Breite, 17' 7" Länge und einem Gewichte von 5229 Pfund. 8' 10' " " 31' 9" 27 " " " 1320 Aufgebördelte Rundboden von II Fufs Durchmeffer und 1473 Pfund fchwer; Schaalen von 9 Pufs 3 Zoll lichten Durchmeffer, 4 Zoll Randbreite und 46 Zoll Tiefe; Keffel für Stearinfabriken etc. von 49% Zoll Durchmeffer, 31% Zoll Tiefe und 34 Zoll Dicke, fowie leichte Keffel von 40 Zoll Durchmeffer, 311 Zoll Tiefe nur 40 Loth Schwere u. f. w. Brüder Sternberger in Windifch- Feiftritz ftellten überwiegend Kupfernägel, Munzmetall- Nägel und Scheiben für den Schiffsbefchlag etc. aus. In Ungarn ift der Hauptfache nach die Kupferproduction und Verarbeitung an vier Punkten concentrirt, und war diefelbe vertreten durch die Ausftellungen der oberungarifchen Waldbürgerfchaft, welche Queckfilber haltende Fahlerze und etwas Gelferze verarbeitet. Das Silber wird theils aus abfallenden Speifen, überwiegend aber aus Schwarzkupfern durch Amalgamation gewonnen. Die Jahresproduction ift bedeutend herabgegangen und beträgt gegenwärtig nur 9000 Centner Kupfer, 2050 Pfund Silber und 315 Centner Queckfilber. Verarbeitet wird diefes Kupfer theilweife durch die in der Umgebung von Iglo betriebenen Kupferhämmer, welche getiefte Waaren, Bleche, Zaine etc. recht hübfch ausftellten. Die auf den königlich ungarifchen Hüttenwerken zu Schemnitz, Kremnitz und Schmölnitz etc. erzeugten Kupfer werden auf den königlich ungarifchen Kupferhämmern zu Neufohl und Felföbánya verarbeitet, und waren deren Fabricate ebenfalls reichlich auf der Ausstellung vertreten. Die der Staatsbahn- Gefellfchaft gehörenden Metallwerke des Banats erzeugten im Jahre 1872 an Kupfer 1327 Centner, an Kupfervitriol 1839 Centner, an Silber 625 Pfund und 968 Centner Verkaufsglätte, während die Kupferhämmer 1809 Centner getiefte Waare lieferten. Zu erwähnen ist jedoch, dafs nebenbei, und zwar in Moldawa 38.114 Centner Schwefelfäure erzeugt wurden. Es dürfte diefs der einzige Punkt Ungarns fein, wo eine SchwefelfäureFabrik mit den Hüttenwerken in Verbindung fteht. Die Siebenbürger Kupfer- Gewerkschaft zu Cfik- Bálánbánya ( Cfik- Szent- Domokos) ftellte Blockkupfer, fowie Rofetten fehr fchön und von guter Qualität aus, während Fabritius Michael in Hermannſtadt die Fabricate aus, diefem Kupfer ausftellte. Rufslands Ausftellung ift nicht fehr reich an Kupfer und Kupferfabricaten, und find hervorzuheben: die Ausftellung des Fürften Paul Demidoff, welcher Kupferkiefe und Malachite im entſprechenden Verhältniffe gemengt zu MednoRoudianfk in Skinder'fchen Oefen( abgeänderten Rafchette'fchen Oefen) mit heifsem Wind auf Leche von 35 bis 40 Percent Kupferhalt verfchmilzt. Sind die Erze etwas arfenikalifch, fo wird in der Weife befchickt, dafs bei diefer Schmelzung bereits etwas Schwarzkupfer abfällt, welches feparat auf eine mindere Sorte verarbeitet wird; die geröfteten Leche werden auf Schwarzkupfer verfchmolzen und theils in Garherden theils in Raffiniröfen hammergar gemacht. Ausgeftellt find aufser den Erzen und Zwifchenproducten Kupferblöcke mit fehr fchönem Bruch, um die bekannte Qualität diefer Kupfer zu zeigen. Das Hüttenwefen. 105 Pafchkoff Bafil erzeugt zu Bogoiavlenfk und zu Verkhotourié jährlich 4200 Centner Kupfer aus oxydirten Erzen, welche unmittelbar mit Holzkohlen im Schachtofen auf Schwarzkupfer verfchmolzen werden, welches in Garherden verblafen wird. Die ärmeren Erze werden mit den ärmeren Schlacken auf Kupfer und Kupferfauen verfchmolzen, während die reicheren Schlacken mit den reicheren Erzen verhüttet werden. Ausgeftellt waren Drähte und feine Bleche, um die Qualität des Kupfers zu zeigen. Die Hütten zu Jougow erzeugen per Jahr etwa 3000 Centner Kupfer und aus demfelben überwiegend Bleche zur Fabrication von Patronen. Die Gebrüder Siemens erzeugen in Kedabek( Transkaukafien) bei Tiflis aus fehr fchönen Kupferkiefen Kupfer, und haben Erze fowie Kupfer ausgeftellt. In den Ausftellungen aller orientalifchen Länder fanden wir ziemlich reichliche Sammlungen von Kupfergefäfsen, welche fowohl, was die mechanifche Durchführung der Bearbeitung als auch felbft die äufsere Form anbelangt, wenig zu wünfchen übrig laffen, defto weniger ift aber über die Gewinnung des Kupfers felbft angegeben oder zu erfragen. Nur in Japan waren Kupferbarren mit auffallend fchöner rother Oberfläche ausgeftellt, welche dadurch erzielt werden foll, dafs das Kupfer in kleine Formen aus Holz, die mit Tuch überzogen find und fich im warmen Waffer befinden, gegoffen wird. Es foll eine befondere Gefchicklichkeit dazu gehören, diefe Arbeit durchzuführen. Erzeugt wird das Kupfer dafelbft mit ganz ähnlichen Proceffen wie die bei Verarbeitung von kiefigen Erzen in Europa noch theilweife in Anwendung ftehen, nur dafs die Oefen etc. in fehr kleinen Dimenfionen ausgeführt find. Nickel und Kobalt. In Beziehung auf diefe beiden Metalle finden wir eine fehr intereffante Ausftellung von Wharton Jofef in Philadelphia, welcher nicht blofs metallifches Nickel und Kobalt in Würfeln, fondern in Platten gegoffen ausftellte. Es find diefelben nach der Angabe des Ausftellers chemifch rein, frei von Arfen und bedient fich derfelbe eines eigens von ihm conftruirten Ofens, um Kobalt einfchmelzen zu können. Diefe Platten finden ihre Verwendung als Elektroden. Aufser diefen Metallen ftellte Wharton noch Nickel und Kobaltfalze, Rohfteine, Kupfer und Eifenvitriol aus. Hervorzuheben find noch die von Keith Nickel- Plating& Comp. in New- York ausgeftellten Proben von Nickelüberzügen auf anderen Metallen, welche fehr dicht ausfahen und fehr gut halten follen. Einer ähnlichen Ausftellung begegneten wir auch in Deutſchland, indem das fächfifche Blaufarbenwerks- Confortium zu Oberfchlema neben Farben Kobaltoxyd, metallifchen Nickel- und Kobalt- Würfeln, noch Platten aus metallifchem Nickel ausftellte, ebenfo war auch eine Platte angeblich aus reinem gefchmolzenen Kobalt ausgeftellt. Erwähnt zu werden verdient noch in der ungarifchen Abtheilung die Ausftellung des Kolbaer gewerkfchaftlichen Metall- Bergbaues, welcher überwiegend Nickel und Kobalt, fowie etwas Kupfererze erzeugt. Der Gehalt an Nickel fchwankt zwifchen 16 und 20 Percent, der an Kobalt zwifchen 4 und 8 Percent. Die reichen Erze von dem oben angegebenen Metallhalte werden nach Birmingham verkauft( jährlich durchfchnittlich 6000 Centner) und nach dem Metallhalte bezahlt, während die ärmeren Erze auf Speife verfchmolzen werden und diefe erft in Handel gefetzt wird. Zink. Bezüglich der Erzeugung von Zink find vorzüglich mafsgebend Preufsen und Belgien, da die Production aller übrigen Länder neben der diefer beiden Länder fozufagen verfchwindend ift. Dabei mufs jedoch bemerkt werden, dafs mehr als die Hälfte der Zinkproduction Preufsens auf Schlefien entfällt und die dafelbft befindlichen Hütten nur eigene Erze verarbeiten, während die Hütten Belgiens fehr viele fremde Erze aus Spanien, Norwegen etc. zuführen und verarbeiten. 106 Franz Kupelwiefer. In der Theorie der bei der Erzeugung von Zink angewendeten Hüttenproceffe ift keine Aenderung und Verbefferung zu verzeichnen und die Fortfchritte, welche gemacht wurden, betreffen nur die Einrichtung der Oefen, überwiegend die Vergröfserung derfelben, fo wie Verbefferung bezüglich der Einrichtung der Feuerung, wodurch der Verbrauch an Brennmateriale wefentlich herabgemindert wurde. Die fchlefifchen Oefen, welche fehr lange Zeit nicht mehr als 20 Muffeln hatten, erhielten 30 ja in neuefter Zeit felbft 40 Muffeln und verarbeiten täglich ftatt 600 bis 800 jetzt 3000 bis 4000 Pfund Erze. Die belgifchen Oefen, welche anfänglich mit 30 Röhren in 24 Stunden 400 Pfund Erz aufarbeiteten, können jetzt mit 70 Röhren täglich 2400 Pfund Erz verarbeiten. Die Zinkverlufte, welche früher oft 40 Percent betrugen, erreichen gegenwärtig bei Verarbeitung der gleichen Erze kaum 25 Percent. Der Brennmaterial- Verbrauch, welcher ursprünglich das vierfache Gewicht der verarbeiteten Erze überftieg, wurde bereits auf weniger als das dreifache Quantum reducirt, und ift dort, wo Feuerungen nach dem Regenerativfyfteme eingeführt find, fchon auf die Hälfte des urfprünglichen Verbrauches herabgedrückt. Um bei der, befonders bei der Verhüttung der Zinkblenden fo unentbehrlichen Röftung an Handarbeit möglichft zu fparen, hat man verfuchsweife Gerftenhöfer'fche Oefen eingeführt. Die Erfahrungen, die mit denfelben gemacht wurden, haben jedoch gezeigt, dafs die Röftung nicht fo gleichförmig, befonders aber nicht fo vollſtändig wie in Flammöfen erfolge und die Handarbeit doch nicht ganz umgangen werden könne. Man hofft durch einige Abänderungen diefen Uebelftänden in kurzer Zeit abhelfen zu können. Was die Gröfse der Production an Zink anbelangt, fo dürfte diefelbe gegenwärtig in Europa nahezu aus folgenden Zahlen zu entnehmen fein. Im Jahre 1871 betrug die Production in Preufsen.. 1,163.561 Zollcentner Sachfen circa. 29 21 Oefterreich und Ungarn " England. • Rufsland 29 • 99 Spanien 29 Belgien circa. Frankreich circa 29 2.000 " 9 . 45.552 " • • 100.909 29 65.000 " 33.112 79 . 800.000 29 60.000 Zufammen. 2,270.134 Zollcentner. • Obwohl Nordamerika gegenwärtig nicht unbedeutend Zink producirt, fo ift die Confumtion doch bedeutend gröfser als die Production. In allen übrigen Ländern ift die Zinkgewinnung verfchwindend klein oder Null. In der deutfchen Abtheilung find von den Ausstellungen hervorzuheben zunächft die Oberfchlefiens. Im Jahre 1872 erzeugte dasfelbe in 24 Hütten mit 509 Oefen in 12.948 Muffeln und 173.109 Ofen- Betriebstagen aus 5,798.849 Centnern Erze mit 10,011.622 Centnern Kohlen 650.535 Centner Zink. An Cadmium wurden 2839 Pfund erzeugt. Sehr inftructiv dargestellt und hiftorifch intereffant ift die vom Bergrevifor Guftav Schneider ausgeftellte Sammlung von Ofenmodellen, weil aus derfelben die Entwicklung der Technik in der ZinkhüttenInduftrie erfehen werden kann. Vertreten war die oberfchlefifche Zinkinduftrie vorzüglich durch folgende Ausfteller: Fürft Hugo zu Hohenlohe- Oehringen, Herzog von Ujeft, welcher in 32 Oefen zu 20 bis 24 Muffeln im Jahre 1872 bei 24.000 Centner Zink erzeugte. Actiengeſellſchaft Vereinigte Königs- und Laurahütte ftellte ebenfalls von der geringen Production Rohzink aus, während von Ruffer von dem Zink- Walzwerke zu Piela, welches jährlich bei 3.000 Centner Bleche erzeugt, recht hübfche Fabricate ausftellte. Von den weftphälifchen und rheinifchen Hütten hat ausgeftellt die Stollberger Actiengefellfchaft. Diefelbe verarbeitet nicht nur Das Hüttenwefen. 107 Erze, welche in der Nähe erzeugt werden, fondern auch Erze vom Harz und aus Spanien. Neben Galmeien wird ziemlich viel Blende verarbeitet und wurden in 78 Muffel- Reductionsöfen, von welchen fchon ein Theil für Regenerativfeuerung eingerichtet ift 158.000 Centner Zink im Jahre 1872 erzeugt, von welchem Quantum 37.000 Centner zu Blechen verwalzt wurden. Die rheinifch- naffauifche Bergwerks und HüttenactienGefellfchaft zu Stolberg bei Aachen erzeugte auf der Wilhelms- Zinkhütte bei Efchweiler in doppelreihigen Muffelöfen mit rückfchlagender Flamme, welche fchon feit 1862 für Regenerativfeuerung eingerichtet find, 78.000 Centner Zink. Wilhelm Grillo zu Oberhaufen ftellte aus feinem Etabliffement fehr fchöne Zinkbleche und Zinkweifs aus. Die Jahresproduction beträgt bei 55.000 Centner Zinkbleche und 24.000 Centner Zinkoxyd. Die Actiengefellfchaft für Bergbau und Zinkhüttenbetrieb vom Altenberge( Société anonyme des mines et fonderies de Zinc de la Vieille Montagne) ftellte ihre Producte fowohl für deutfche wie für die belgifche Abtheilung in einem Pavillon aus. Diefe Gefellſchaft producirt gegen. wärtig nahe 800.000 Centner per Jahr, fomit mehr als ganz Schlefien. Die Gefellfchaft hat von den Erben des Herrn Mofelmann im Jahre 1837 den Altenberg übernommen und feit diefer Zeit die Production bedeutend gefteigert. Die Zinkproduction betrug im Jahre 1837 Zollcentner 36.665 1840 72.621 • 1850 183.603 1860 578.500 1870 842.250 822.581 1871 1872 793.269 Diefe Gefellſchaft befitzt in Belgien die Gruben von Moresnet, Welkenraedt, Flône- fur- Meufe, in Deutfchland die von Bensberg, Uckerath und Mayen, zu Wiesloch, in Schweden zu Ammeberg, fowie gepachtete Gruben in Spanien und Sardinien. Die Hütten ftehen zu St. Léonard, Angleur und Valentin- Cocq in Belgien, Mühlheim an der Ruhr und Rohrbek in Deutſchland. Die Walzwerke, Drahtzüge etc. find erbaut in Oberhaufen, zu Tilff bei Lüttich, zu Bray und St. Marie in Frankreich. Zinkweis und Zinkfilicat wird in den Etabliffements von Valentin- Cocq in Mühlheim und zu Asnières bei Paris erzeugt. Die Gefellfchaft befchäftigt 6700 Arbeiter und hat Betriebsmafchinen, welche 2400 Pferdekräfte repräfentiren. Die Ausftellung brachte verhältnifsmäfsig wenig bezüglich der Erzeugung von Zink, defto mehr aber von den Zinkfabricaten, Zinkdrähten, Zinkblechen, rautenförmige Tafeln zum Dachdecken, und zeigte die Anwendung derfelben am Pavillon. Zinkweis- und Silicatanftrich mit Zinkweis etc. find reichlich vertreten. Eine Neuerung, die beim Beiriebe eingeführt wurde, befteht darin, dafs bei den Umfchmelzöfen archimedifche Schrauben zum Entfernen des Bleies aus dem Sumpfe eingeführt wurden. In der öfterreichiſchen Ausstellung fanden wir das Berg- und Hüttenwerk Johannisthal recht hübfch vertreten. Es verarbeitet dasfelbe nicht blofs Galmeie, welche in linfen- und putzenförmigen Lagerftätten, die im Hallftädter Kalk in der Umgebung Johannisthals auffetzen, vorkommen, fondern bezieht Blenden aus Feiftritz und Peggau in Steiermark und kärntnerifche Erze. Das ausgeftellte und in belgifchen Oefen erzeugte Rohzink hat folgende Zufammenfetzung: 2 108 Franz Kupelwiefer. Zink 99.92 Percent Blei Eifen 0.02 0.06 " gehört fomit zu den reinften Rohzinken. Die Jahresproduction befteht gegenwärtig in etwas mehr als 10.000 Centnern. Hier find zum Abröften der Blende die Kufchel- Hinterhuber'fchen continuirlichen Röft- Flammöfen in Betrieb. Da nebenbei etwas Blei erzeugt wird, wurde dasfelbe ebenfalls ausgeftellt, und hat das Rohblei folgende Zufammenfetzung: Blei Eifen Silber 99.80 0.20 Spur Eine zweite Ausftellung, die Aufmerkfamkeit verdiente, war die des Grafen Adam Potocki zu Chrzanow, welcher aus Galmeien jährlich nahe 25 000 Centner Zink und 300 Pfund Cadmium erzeugt. Der durchfchnittliche Metallhalt der Galmeie fchwankt zwifchen 39 und 44 Percent. Ausgeftellt war aufser den Producten das Modell eines mit Gafen geheizten Zinkofens, welcher auf jeder Seite 14 Muffeln hat. Bezüglich der Verarbeitung von Zink ift auf die Ausftellung des ZinkWalzwerkes Donnersmarkhütte des Grafen Guido Henkel v. Donnersmark zu Přiwos bei Mährifch- Oftrau befonders aufmerkfam zu machen, welche grofse Bleche felbft bis 1360 X 5370 X 21 Millimeter im Gewichte von 2200 Pfund, fowie auch ganz dünne Bleche, Stangen etc. fehr hübfch ausftellte. Die Zinkproduction Rufslands war vertreten durch die Ausftellungen des Georg v. Kram fta von Piotrkow. Derfelbe befitzt zwei Zinkhütten Romani und Paulina, in welchen je 20 Deftillationsöfen ftehen, um die gewafchene Zinkerze zu verarbeiten; die beim Wafchen abfallenden Bleierze werden nach Preufsen verkauft. Die Production betrug im Jahre 1871 an Zink 27.572 Centner. Die Adminiftration des weftlichen Theiles des Königreiches Polen ftellte ebenfalls Zink, von welchem zu Piotrkow bei 33.000 Centner erzeugt werden, aus. Beide Hütten arbeiten unter ganz ähnlichen Verhältniffen wie die fchlefifchen Hütten. Aus Amerika ftellte Wharton Jofef aus Philadelphia angeblich chemifch reines Zink aus, welches aus fehr reinen Erzen in gewöhnlichen Oefen erzeugt wird. Queckfilber. Die Queckfilber- Erzeugung der Erde war auf der Ausftellung verhältnifsmäfsig wenig vertreten und fanden wir bei den ausgeftellten Objecten fehr wenig Neues. Die vollſtändigfte Ausstellung war unbedingt die Idrias, welche im Pavillon des öfterreichifchen Ackerbau- Minifteriums zu finden war. Es enthielt diefelbe nicht blofs eine reiche Sammlung von Erzen, Queckfilber, davon einen Keffel mit 15.000 Pfund gefüllt, die Zwifchenproducte, vorzüglich aber eine Reihe von fehr inftructiven Zeichnungen, aus welchen die Verbefferungen, welche im Betriebe gemacht wurden, entnommen werden können. Die wefentlichften Verbefferungen beftehen der Hauptfache nach in der Einführung einer befferen Condenfation, der Concentration der abziehenden Dämpfe in lange Condenfationscanäle, welche mit einer Centraleffe verbunden find, der Einführung von Schachtöfen für fehr arme Erze( o'4 bis 0.5 Percent) und von Muffelöfen für reiche Erze( 10 bis 12 Percent). Befonders ift noch anzuführen die Einführung der Stupp- Preffen zur Abfcheidung des Queckfilbers aus der Stupp auf mechanifchem Wege. geftellt Die Production betrug im Jahre 1872 an Queckfilber 7666 Zollcentner, Die Producte der Zinnoberfabrication waren ebenfalls recht hübfch ausIn der italienifchen Abtheilung ift die Ausftellung von Vallalta zu erwähnen. Die ziemlich armen Erze werden mit einem Durchfchnitthalte von 0:55 Percent in Schachtöfen, welche nur wenig geneigte, aus Holz hergestellte Das Hüttenwefen. 109 Condenſationsröhren von ziemlich grofsen Durchmeffern haben, bei Luftzutritt abgeröftet. Die Jahresproduction beträgt nahe 350 Zoll Centner, und find beim Werke befchäftigt 85 Berg-, 15 Hüttenarbeiter und 36 diverfe Arbeiter. In der fpanifchen Abtheilung fanden wir Queckfilbererze und daraus erzeugtes Queckfilber aus dem Mineraldiftricte von Ciudad Real, von Madrid Dàvilla, Francisco in Almaden, fowie von dem Letzteren Pläne von Oefen und ein Holzmodell von einem alten Aludelofen, jedoch ohne alle weiteren Angaben. Zinn, Wismuth, Antimon, Arfen. Die Ausftellung war, was die Erzeugung diefer Metalle anbelangt, fehr arm, und follen daher auch nur die wichtigften Ausfteller der Reihe nach hervorgehoben werden. In Portugal begegnen wir einer ziemlich reichen Sammlung von Zinnerzen und daraus erzeugten Zinnes von der Compagnie de Mineration de San Pedro do Sul ausgeftellt. In Spanien brachte Dr. Jofé Secalle von der Affociatione mineraria in Salamanca Zinnerze fowohl, fowie recht fchöne und weiche Sorten Stangenzinn, während Antimon von dem Diftrito minero de Ciudad Real, von Gil- Santiago und Figeroa Ignacio in Cartagena in Form von Antimonium crudum, fowie Regulus Antimonii fammt den dazu verwendeten Erzen ausgeftellt war. In Deutfchland hat das fächfifche Blaufarbenwerks- Confortium metallifches Wismuth fehr hübfch kryftalifirt ausgeftellt, und wird dasfelbe theils directe aus Erzen, welche gediegen Wismuth enthalten, gewonnen, theils als Abfallsproduct bei der Smaltefabrication erhalten. Die Zwitterftocks Factorei zu Altenberg producirt jährlich bei 2000 Centner Zinn und etwa 10 Centner Wismuth und ftellte diefe Producte fammt den Erzen, aus welchen diefelben erzeugt werden, fehr fchön aus. Diefelbe befchäftigt bei 400 Mann. In der öfterreichifch- ungarifchen Abtheilung fcheint nach den ausgeftellten Objecten die Antimonproduction eine nicht unbedeutende Rolle übernehmen zu wollen. Das Antimon-, Berg- und Hüttenwerk zu Millefchau in Böhmen ftellte fehr fchöne und reiche Graufpiefsglanz- Erze, daraus ausgefaigertes Antimonium crudum, fowie rohen und befonders fchön ausfehenden gereinigten Regulus Antimonii, Antimonoxyd und Antimonglas aus. Das Zinnwerk Graupen in Böhmen ftellte Erze und Producte wie Zinn, Wismuth und zinnhältige Legirungen für Lager recht hübsch aus. Die Zinnzwitter, welche verarbeitet werden, halten in der Regel, wenn fie reich find, 6.6 Percent Zinnftein oder 4 Percent Zinn, und wenn fie arm find, nur 16 Percent Zinnftein oder 13 Percent Zinn, ja felbft oft noch weniger. Diefe Erze werden in freien Haufen zugebrannt, zerkleinert, geröftet, mit Salzfäure behandelt und ausgewafchen. Aus der Lauge wird Wismuth in Form von bafifchen Wismuthchlorid ausgefällt, und das in der Lauge enthaltene Kupfer als Cementkupfer gewonnen. Die concentrirten Schiege werden in Schachtöfen mit Holzkohlen verfchmolzen. Das gewonnene Zinn( im Jahre 1871: 550 Centner) enthält 99.88 Percent reines Zinn und nur Spuren von Eifen und Blei, während von Kupfer, Wismuth, Arfen, Antimon und Schwefel, bei qualitativer chemifcher Unterfuchung keine Spur nachgewiefen werden kann. Für die Erweiterung des Betriebes ift fehr viel gefchehen und die Neuanlage fo weit vollendet, dafs in je zwölf Stunden 200 bis 280 Centner Erze aufgearbeitet werden können. Bei der Verhüttung foll der Schachtofen- Betrieb verlaffen und zum englifchen Flammofen Betrieb über gegangen werden. Das ausgeftellte weifse Lagermetall foll fich beim EifenbahnBetrieb vorzüglich bewähren. Madersbach Livius zu Berzete bei Rofenau gewinnt feit 1841 im Gebirge Ramzás Graufpiefsglanz- Erze und verarbeitet diefelben auf Antimonium crudum, von welchem, fowie von den Erzen mehrere Stücke ausgeftellt waren. 8 110 Franz Kupelwiefer. Diener Samuel& Sohn ftellte erzeugtes metallifches Antimon aus, ebenfo Fritfche Ignaz zu Obermetzenfeifen von feiner im Thale Goldfeifen gelegenen Hütte. Das metallifche Antimon wird in Flammöfen erzeugt und durch Umfchmelzen gereinigt. Von Arfenikalen haben ausgeftellt Freiberg, welches theils als Nebenproduct, theils aus Erzen jährlich bei 16.600 Centner erzeugt. Ueberwiegend beftehen die Producte aus arfeniger Säure, während von farbigen Arfengläfern verhältnifsmäfsig nur wenig producirt wird. In Oefterreich ftellte nur die Gewerkfchaft Roth gülden bei St. Michael im Salzburgifchen Arfenkiefe und Arfengläfer recht hübfch aus. Leoben, am 25. September 1873.