OFFICIELLER AUSSTELLUNGS- BERICHT HERAUSGEGEBEN DURCH DIE GENERAL- DIRECTION DER WELTAUSSTELLUNG 187 3. MASCHINEN ZUR BEARBEITUNG DER METALLE. ( Gruppe XIII, Section 2.) BERICHT VON CARL PFAFF, Mafchinenfabrikant in Ottakring bei Wien. WIEN DRUCK UND VERLAG DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI 1878. VORWORT. Bei der fpäten Herausgabe des nachftehenden Berichtes, mufs ich die freundliche Bitte um Nachficht nach mehreren Richtungen dringend vorausfchicken. Die Umstände brachten es mit fich, dafs mir die BerichtErftattung erft lange nach Schlufs der Ausstellung übertragen wurde, fo dafs die Sammlung des Materiales und feine erfte Bearbeitung nachträglich und nicht mehr unter dem frifchen lebendigen Eindrucke der wirklich gegenwärtigen Objecte gemacht werden konnten. Nicht geübt in literarifchen Arbeiten, musste ich unter erfchwerenden Umftänden zum erften Male für die Oeffentlichkeit fchreiben, während doch die Leitung eines grofsen FabriksGefchäftes eigentlich fchon alle meine Kräfte in Anspruch nahm. Ich darf daher wohl auf die gütige Nachficht des Lefers wegen der späten Erscheinung fowohl, als auch wegen Mängeln in der Form und Vollständigkeit meines Berichtes hoffen. Bei der Zufammenftellung und Reihenfolge der Objecte habe ich mir die Aufftellung derfelben in der Maſchinenhalle zur Richtfchnur genommen, und fie nach Ländern fo eingetheilt, wie fie dort aufeinanderfolgten. Bei ihrer Besprechung find die wichtigeren womöglich genau und ausführlich gefchildert, fo dafs fie auch in ihren Details voll1* LA kommen verftanden werden, eventuell als Mufter dienen können. Freimüthige Kritik wurde überall geübt. Vor allem aber war ich bemüht, der blofsen gefchäftlichen Routine gegenüber, welche zwar oft vorübergehende Erfolge feiert, aber recht eigentlich unproductiv ift, die fchaffende Idee hervorzuheben, und ihr, der wir allein allen Fortfchritt verdanken, OV die fchuldige Anerkennung zu zollen. Wien, im Mai 1878. ben og bru CARL PFAFF. us bag MASCHINEN ZUR BEARBEITUNG DER METALLE. b( Gruppe XIII, Section 2.) Bericht von CARL PFAFF, Mafchinenfabrikant in Ottakring bei Wien. Amerika. Die Amerikaner excelliren fchon lange in Specialmafchinen, welche fie durch fcharfes Eindringen in den Gegenftand meift auf eine hohe Stufe bringen. Diefe Maſchinen haben alle den Zweck, die Handarbeit zu erfetzen, welche nirgends fo theuer ift als in Amerika. Patentgefetzgebung und Gefchäftsgewohnheiten machen es dort für Jeden lucrativ, einer guten Idee in diefer Richtung nachzuhängen und fie zur Reife zu bringen, wobei praktiſchen Verfuchen der gröfste Antheil überlaffen wird. Mit englifchem common fenfe mifcht der Amerikaner glücklich deutfche Grübelei und Gründlichkeit und bringt fo unter dem Einfluss der Verhältniffe, belebt und angefpornt durch einen rafch pulfirenden Verkehr, Conftructionen zu Stande, deren fchlagende Zweckmäfsigkeit uns überrafcht und deren gänzliches Abweichen vom Hergebrachten uns imponirt. Auf die äufseren Formèn ihrer Maſchinen verwenden die Amerikaner oft gar keine Sorgfalt, meift aber einen Gefchmack, welcher von dem unfrigen fehr verfchieden ift. Während wir in Europa unter dem Einfluss der englifchen Schule grofses Gewicht auf Formen legen, die einen faft monumentalen Charakter haben und auf den erften Blick das Gefühl der Sicherheit und Ruhe erwecken; Formen, welche ganz und gar aus der Natur des Materiales und der Conftruction abgeleitet find, und in den Händen berühmter Conftructeure eine wahrhaft künftlerifche Durchbildung erfahren haben: fuchen die Amerikaner oft nur dem augenblick- lichen nackten Bedürfniffe und der äufserften Billigkeit zu genügen und kümmern fich weiter nicht um die äufsere Form. Jene Ausführungen aber, welche breiter auftreten und für längere Dauer berechnet find, bei denen offenbar Werth auf die äufsere Form gelegt wird, entlehnen diefelbe nur zu oft von Möbeln, Tempeln, gothifchen Domen und allen möglichen und unmöglichen Muftern. 6 Carl Pfaff. Die Bearbeitung der Theile von Mafchinen letzterer Gattung ift meiftens ganz ausgezeichnet fchön und exact und die Ausstattung elegant. Letztere wird aber oft fchreiend luxuriös. Grelle Farben, glänzender Lack, bunte Bemalung und brennende Politur werden öfter angewandt, als es unferen Begriffen von ruhiger Eleganz entſpricht. Alles diefs zufammengenommen gibt den amerikaniſchen Maſchinen einen ganz befonderen Charakter, deffen Reiz für uns durch die relative Neuheit wefentlich erhöht wurde. MIHOZAM William Sellers& Co. in Philadelphia. Wir beginnen die Befchreibung der amerikaniſchen Maſchinen mit denen der voranftehenden Firma, welche fich mit dem Bau von Werkzeugmaschinen im Allgemeinen befafst. Ihre Erzeugniffe nehmen einen hohen Rang ein und find in der ganzen Welt gut accreditirt. Sie verdanken diefs der Originalität ihrer Conftruction und der ausgezeichneten Ausführung. Ihre Formen find wohl durchdacht und lehnen fich wefentlich an die englifchen an. Das verwendete Material ift gut, die Bearbeitung der einzelnen Theile mit grofser Sorgfalt den refpectiven Zwecken angepasst und durchwegs ausgezeichnet, die Ausftattung von ruhiger Eleganz. Schraubenfchneidmafchine. Diefe Mafchine ift unfere ältefte Bekannte unter den von Sellers herrührenden. Sie hat ihren Weg in alle Theile der Welt gefunden und wird überall nachgebaut. Die ausgeftellte Mafchine war mit einer etwas abweichenden neuen Einrichtung verfehen und wir wollen fie in Folgendem ganz ausführlich befchreiben. Das Charakteriftifche an der Mafchine ift die Anordnung der Schneidbacken, welche auf einen Durchgang ein Gewinde fertig fchneiden, nach Vollendung diefer Arbeit auseinandergehen, dem gefchnittenen Bolzen den Austritt erlauben, ohne dafs die Mafchine reverfirt oder abgeftellt wird, und dann von felbft wieder jene Stellung annehmen, welche zum Schneiden des nächften. Gewindes erforderlich ift. Es mufs gleich hier bemerkt werden, dafs die Backen in Sellers' Mafchine das Gewinde wirklich auf den Bolzen fchneiden, während die älteren Mafchinen, befonders die mit zweitheiligen Backen mehr quetfchen, wodurch viel Zeit und Kraft verbraucht das Einhalten genauer Dimenfionen, erfchwert und Gelegenheit zu allerlei Streckungen und Deformationen des Arbeitsflückes gegeben wird. Jos. Whitworth hat fchon früher bei feinen Schraubenfchneidmafchinen. vier Schneidbacken angewandt, welche recht gut geftellt, aber nicht frei von quetfchender Wirkung find und das Gewinde nicht auf einen Durchgang fertig fchneiden. Es ist aber nicht möglich, Schneidbacken fo zu machen, dafs fie vor wärts und rückwärts gleich gut fchneiden. Von diefem Erfahrungsfatze ging Sellers bei feiner Anordnung aus, für die ihm die Priorität vor vielen ähnlichen gebührt, welche nachträglich entstanden find. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. T Die Mafchine( Fig. 1 bis 3, Taf. 1) hat ihre Schneidbacken in einen Kopf eingefetzt, der fich fortwährend in einer Richtung dreht. Der zu fchneidende Bolzen ift feft eingefpannt, fo dafs er fich nicht drehen kann und wird nach Mafsgabe des fortfchreitenden Gewindes durch die Backen vorwärts gezogen. Diefe Anordnung hat bei langen Schrauben den Vorzug vor jener, bei welcher das Arbeitsftück fich dreht. Der Backenkopf oder Schneidkopf wird durch die Enden zweier hohler Spindeln gebildet, welche ineinander gefchoben find und fich gegen einander frei verdrehen können. Die innere längere Spindel hat einen fchmiedeifernen Mitnehmer aufgefchraubt, in dem drei radiale Schlitze( Fig. 4) ausgearbeitet find. In diefen liegen fleifsig eingepafst die Schneidbacken, und find gezwungen, jede Drehung der inneren Spindel( Treibfpindel) mitzumachen. Der Mitnehmer ift umgeben von der äufseren Spindel, beziehungsweife von drei auf diefer aufgefchraubten, äufserlich concentrifch abgedrehten fchmiedeifernen Stücken, den Druckftücken. Diefe find inwendig excentrifch ausgedreht, fo dafs fich gegenüber den Schlitzen des Mitnehmers drei fymmetriſch excentrifche Flächen darbieten. Gegen diefe Flächen ftemmen fich die Enden der Schneidbacken. Ueber die Druckftücke ift ein Deckel( Fig. 5) gefchraubt, welcher nur in der Mitte eine Oeffnung hat und drei fchmale excentrifch geftellte Vorfprünge oder Federn befitzt, deren Bögen aus den Mitteln der Innenflächen der Druckftücke befchrieben find. Jeder Schneidbacken hat eine mit einer folchen excentrifchen Feder correfpondirende Nuth. Wenn daher die äufsere Spindel( Stellfpindel) fammt den befchriebenen Theilen eine Drehung gegen die Treibfpindel macht, fo werden alle drei Schneidbacken gleichzeitig und gleichviel in ihren Schlitzen verfchoben, und zwar entweder gegen das Centrum zu oder von demfelben weg. Der Deckel mit feinen drei Federn hat den Zweck, die Schneidbacken in ihren Schlitzen einzufchliefsen und fie bei Vollendung des Schnittes zu öffnen. Zu letzterem Zwecke genügen die gebotenen fchmalen Berührungsflächen vollkommen. Der Druck aber, welcher auf die Backen beim Schneiden ausgeübt wird, pflanzt fich auf die breiten Innenflächen der Druckftücke fort und findet hier die entfprechende Aufnahme. Die mehrgenannten Druckftücke an der Stellfpindel bilden nicht ein Ganzes, fondern laffen drei Schlitze zwifchen fich, welche mit denen des Mitnehmers in der Gröfse übereinftimmen und die auch in ihrer Stellung mit letzteren correfpondiren können. Ebenfo find die excentrifchen Federn des Deckels angeordnet. In den Zwifchenräumen derfelben fteht je ein eingefchraubter Stift vor und verfchliefst diefelben. Werden diefe Stifte entfernt und die Schlitze fämmtlich in Uebereinstimmung gebracht, fo können die Schneidbacken aus der Mafchine genommen oder in diefelbe eingefetzt werden, ohne dafs irgend ein anderer Beftandtheil losgenommen zu werden braucht. Treibfpindel und Stellfpindel find in einer langen Hülfe folid gelagert. Die äufsere, Stellfpindel tritt um die Breite eines rückwärts auffitzenden Rades ( Stellrad) aus diefer Hülfe heraus, die innere Treibfpindel überragt die äufsere abermals um eines Rades( des Treibrades), und aufserdem eines Hebels( des Stellhebels) Breite. Beide Räder haben verfchiedene Durchmeffer und Zähnezahlen. Das Treibrad ift etwas gröfser als das Stellrad. Unterhalb im Geftell ift eine Achfe gelagert, welche durch eine Stufen fcheibe betrieben wird. Auf diefer Achfe ift ein Getriebe feft aufgekeilt, welches mit dem Treibrade, und ein Getriebe lofe aufgefetzt, welches mit dem Stellrade correfpondirt. Letzteres ift etwas gröfser als erfteres. Beide Getriebe befitzen an den einander zugekehrten Seiten vorſtehende Flantfchen, zwifchen welche Lederfcheiben gelegt find. Das Stellradgetriebe hat aber auch gegen das Geftell der Mafchine zu einen vorftehenden konifch abgedrehten Flantfch, der in eine konifche Bohrung des Fufses pafst. Hinter diefem Flantfch befitzt es noch eine eingedrehte Hülfe, die von einem Hebel mittels geeigneten Backens 8 Carl Pfaff. wererfafst wird, fo dafs das Stellradgetriebe auf der Achfe verfchoben den kann. Die Achfe ihrerfeits hat in einer kleinen Diftanz einen Stellring. Die zwifchen Getriebe und Stellring freigelaffene Stelle ift mit einer Spiralfeder umwunden, welche beftrebt ift, das letztgenannte Getriebe gegen das Treibradgetriebe fanft anzupreffen. Das Stellradgetriebe wird alfo durch Reibung mitgenommen, und da es gröfser als das des Treibrades ift, das Stellrad aber kleiner als letzteres, fo ift das Stellrad genöthigt, fo weit vorzulaufen als es kann. Durch das Vorlaufen wird aber den Schneidbacken eine Verſchiebung nach dem Centrum zu mitgetheilt, wodurch fie die zum Schneiden erforderliche Stellung erhalten. Es ift nun nothwendig, die Backen in diefer Stellung zu erhalten, unabhängig von dem Beftreben des Stellrades weiter vorzueilen. Diefs gefchieht durch einen Einſchnitt in der Nabe des Stellrades, gegen den fich ein Vorfprung an der des Treibrades anlegt. Damit aber für verfchiedene Gewinde Durchmeffer, fowie auch für verfchiedene Backenlängen die richtigen Stellungen gegeben werden können, obwohl das Voreilen des Stellrades immer von ein und demfelben Punkte begrenzt wird, ift das Treibrad nicht feft auf feiner Spindel aufgekeilt, fondern nimmt diefelbe nur mit Hilfe eines zweiarmigen Stellhebels mit, der feft aufgekeilt ift und kreisförmige Schlitze hat. Diefe correfpondiren mit ähnlichen des Treibrades und laffen Schrau ben paffiren, durch deren Anziehen beide Theile feft verbunden werden. Der Stellhebel hat einen Zeiger und das Rad einen getheilten Bogen. Wenn nun Schneidbacken für irgend einen Durchmeffer eingefetzt werden, fo findet fich in einer von Sellers beigegebenen Tabelle die Stellung angegeben, welche Rad und Stellhebel gegen einander haben müffen. Durch die hiernach gemachte Einftellung werden die excentrifchen Theile des Schneidkopfes die paffende Stellung den Schneidbacken gegenüber annehmen, und da das Stellrad ftets an derfelben Stelle arretirt wird, ift auch ein immer gleicher Durchmeffer der Gewinde gefichert. Der Arbeiter braucht nicht nachzumeffen. Aus dem gefchilderten Arrangement geht auch noch der Vortheil hervor, dafs mittels einer kleinen Abweichung von der normalen Einftellung Bolzengewinde naeh Belieben ftreng oder locker gehend gefchnitten werden können. Denken wir uns nun Backen eingefetzt, die Treibfpindel richtig eingeftellt und die Mafchine in Bewegung gefetzt, fo wird das Stellrad fofort voreilen, bis es an den Anfatz an der Nabe des Treibrades kommt. Nun kann eine weitere Verdrehung der beiden Räder und Spindeln gegen einander nicht mehr ftattfinden und die Backen werden ihre zum Arbeiten richtige Stellung haben. Die beiden Getriebe reiben fich an einander. Wird nun der Handhebel angezogen, der mit der Hülfe des Stellradgetriebes verbunden ift, fo entfernt fich diefes vom Treibradgetriebe und der konifch abgedrehte Flantfch tritt in die Bohrung des Fuſses ein. Die Reibung zwifchen beiden Getrieben wird aufgehoben und eine neue zwifchen Stellradgetriebe und Fufs erzeugt, fomit erfteres gebremft. Wollte vorhin das Stellrad voreilen, fo ift es nun zum Stillftand geneigt und das Treibrad eilt vor. Hierdurch werden die Schneidbacken geöffnet. Indem die anderen Seiten der erwähnten Einfchnitte und Vorfprünge in den Radnaben fich an einander anlegen, wird die Wirkung der Bremfe abermals begrenzt und die Backen bleiben geöffnet, fo lange der Handhebel angezogen wird. Sowie er losgelaffen wird, tritt die Spiralfeder in Wirkfamkeit, prefst das Stellradgetriebe gegen fein benachbartes und die Backen fchliefsen fich wieder. Früher hatte Sellers feine Mafchinen nach demfelben Principe, aber derart umgekehrt eingerichtet, dafs der Arbeiter gezwungen war, den Handhebel fo lange anzuziehen, als die Backen ſchneiden follten. Sie öffneten fich beim Loslaffen des Hebels, dem ftatt der Feder ein Gegengewicht angehängt war. Die befchriebene neue Einrichtung kann wohl mit Recht eine Verbefferung genannt werden. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 9 Die Schraubenbolzen, welche gefchnitten werden follen, werden durch einen Einfpannkopf( einem Schraubftock ähnlich) central feftgehalten, fo dafs fie fich nicht drehen können. Diefe Einfpannvorrichtung( Fig. 6) ift auf dem Bette der Mafchine verfchiebbar und kann durch einen Hebel mit zwei Sperrkegeln, welche in Zahnftangen an beiden Seiten des Bettes eingreifen, mit einigem Drucke vorgefchoben werden, wenn diefs beim Anfange der Operation nöthig fein follte. Sowie einmal ein Gewinde angefangen ift, ziehen die Backen das eingefpannte Stück felbft nach. Die ausgeftellte Mafchine hatte einen Einfpannkopf nach Fig. 7 und 8. Es erübrigt nur noch, die Werkzeuge zu befprechen, welche Sellers bei feiner Schraubenfchneidmafchine anwendet. Von diefen hängt der Effect ganz befonders ab und da gerade die Werkzeuge ausgezeichnet gut durchgeführt find, wollen wir etwas länger bei ihnen verweilen. Die Schneidbacken( Fig. 9) find aus flachem Gufsftahl gebildet und fleifsig in die Schlitze des Mitnehmers eingepafst. Sie haben für verfchiedene Gewinde verfchiedene Längen, um fie der möglichen Verftellung des Treibrades anzupaffen. Wir nehmen die Backen als mit Gewinde verfehen an. Die ſchneidende Kante ift nahezu radial zugefchliffen. Sollten die Backen ftumpf werden, fo kann das Zufchleifen wiederholt werden, bis die Schneide an der Mittellinie des Backens ankommt. Von rückwärts find die Backen ebenfalls etwas abgefchliffen, um ihnen die überflüffige Breite zu nehmen und das Ausbrechen zu verhindern. Betrachten wir einen Backen von feiner breiten Seite, fo fehen wir, dass nur einige Gewinde in ihrer vollen Form vorhanden find; nach vorn, wo der Backen anfängt zu fchneiden, find fie, einer fanften Curve folgend, weggefchliffen, fo dafs endlich nur noch Spuren von ihnen zu fehen find. Die vorderen Theile der Backen drehen fomit den zu fchneidenden Bolzen erft ab, bevor das Gewinde gebildet wird, woraus eine Schonung derjenigen Zähne refultirt, die das Gewinde fertig fchneiden. Jeder gefchnittene Bolzen zeigt am Ende feines Gewindes den konifchen Ausgang, welcher die Feftigkeit wefentlich erhöht. Es ist aber nicht möglich, Gewinde bis dicht an Anfätze oder Köpfe heran zu fchneiden. Das Gewinde wird in die Backen durch Meiſterbohrer( mafter taps, Fig. 10) gefchnitten, welche den Durchmeffer der zu erzeugenden Gewinde haben und mit einer grofsen Anzahl von Nuthen( 10) verfehen find. Diefe Meiſterbohrer haben cylindrifche Verlängerungen, mit denen fie fich in Büchfen führen, welche in die Treibfpindel eingeſetzt werden. Bei dem Schneiden der Backen wird das Treibrad gegen den Stellhebel fo eingeftellt, wie es später für das betreffende Gewinde zu ftehen hat, die Backen find auf das richtige Mafs vorgearbeitet und die Mafchine wird abwechfelnd vorwärts und rückwärts betrieben. Beim Vorwärtslauf wird der Handhebel die Räder zu angedrückt, beim Rückwärtslauf aber angezogen, um den Backen immer den nöthigen Druck zu geben. gegen Die Mutterbohrer( Fig. 11) find bei Sellers kürzer als gewöhnlich fie haben 26 Gänge, wovon 6 zum Fertigfchneiden cylindrifch gelaffen find. Von diefen aus ift der Mutterbohrer nach vorn zugefchliffen bis auf den Grund des Gewindes Ganz befonders bemerkenswerth ift die Form und Anzahl( 5) der Nuthen in den Mutterbohrern, welche fehr günftige radiale Schneiden bilden, ein Nachfchleifen erlauben und den Bohrer eigentlich zu einer Reihenfolge günftig ftehender Meffer machen. In der That fchneiden diefe Bohrer fehr fchön, fchnell und trotz ihrer Kürze ohne Erhitzung. Zum Einfpannen der Mutterbohrer in den Schneidkopf find Einfatzftücke mit quadratifchen Oeffnungen beigegeben. Das Deckenvorgelege ift mit zwei lofen und einer feften Riemenfcheibe verfehen, um einen offenen und einen gekreuzten Riemen anwenden zu können, fo dafs die Bewegung der Mafchine reverfirt werden kann. Hiervon wird jedoch nur beim Schneiden der Backen Gebrauch gemacht. 10 Carl Pfaff. Sellers gibt an, dafs die Deckenvorgelege aller von ihm gebauten Schraubenfchneidmafchinen 200 Touren per Minute machen follen. Diefs ergibt für die gröfseren Durchmeffer beiläufig 60 Millimeter Schnittgefchwindigkeit per Secunde, für die kleineren um fo weniger, je weiter fie herabgehen. Hobelmafchine. Nächft der Schraubenfchneidmafchine ift es die Hobelmafchine, welche feit ihrer Einführung das meifte Auffehen gemacht und die gröfste Verbreitung gefunden hat. Sie kam zuerft auf der Parifer Ausftellung von 1867 zur Kenntnifs des europäiſchen Publicums und verdient vollkommen die günftige Aufnahme, welche fie allerorts fand. Diefe Mafchine hat auf die einfachfte Weife eine fehr grofse Ueber fetzung und eine von der Riemenführung unabhängige Steuerung der Suporte, welche der Erbauer mit Recht eine pofitive nennt. Der Tifch wird durch eine Zahnftange getrieben, in welche eine Schnecke eingreift. Hobelmafchinen wurden gewöhnlich auf zwei verfchiedene Arten betrieben, nämlich durch Zahnftange, Getriebe und Räderüberfetzung und durch Schraubenfpindel und Mutter. Die letztere Art, namentlich von Whitworth empfohlen foll eine ruhigere Bewegung des Tifches ermöglichen als erftere. Sie iſt auch in der That geeignet, eine abfolut ruhige Bewegung hervorzubringen, indem Schraube und Mutter auf der Drehbank genau hergeftellt werden können und einen continuirlichen. Eingriff haben. Zahnftangen und Getriebe müffen fchon fehr exact ausgeführt fein, wenn fie letzterer Bedingung entſprechen follen, und es ift nicht die genau arbeitende Drehbank, auf welche man fich bei ihrer Anfertigung ftützen kann, fondern die unzuverläfsigere Giefserei. Aber auch die Conftruction fällt fchon fehr zu Ungunften der Zahnftange mit Getriebe aus, indem letzteres ftets fehr klein wird, woraus eine hebende Wirkung beim Eingriff der Zähne folgt. Deffen ungeachtet ift die Bewegung durch Zahnftange und Getriebe beliebter, weil es einestheils factifch möglich ift, fie hinreichend ruhig und ftetig zu machen, und weil andererfeits der Antrieb der Schraube Schwierigkeiten bietet, indem für die nöthigen Räder nicht der hinreichende Raum gefunden werden kann. Auch wird die Schraube bei langen Hobelmafchinen unangenehm. Letzterem Uebelftande wurde wohl durch eine Conftruction abgeholfen, welche wir feit den erften fünfziger Jahren kennen und hier nur defshalb anführen, weil fie ein Uebergang zu der von Sellers genannt werden könnte. Dort waren unten am Tifche eine Anzahl halber Schraubenmuttern angefchraubt, welche auf der Drehbank gefchnitten waren und eine ununterbrochene Reihe bildeten. Von rückwärts ging eine lange Welle im Mittel des Bettes bis unter den Meifsel, und endigte in eine Schnecke, welche in die Muttergewinde eingriff. Solch eine Welle könnte mit der Mafchine beliebig lang gemacht werden, indem keine Schwierigkeit mehr befteht, die nöthigen Lager anzuordnen. Auch an den Mafchinen mit Zahnftangen- Antrieb wurden manche Verbefferungen verfucht und wir kennen eine folche von Sellers, welche er nicht lange vor Einführung der gegenwärtigen Mafchine gemacht haben dürfte. Hier greift das kleine Getriebe nicht direct in die Zahnftange ein, fondern es iſt ein grofses Zwifchenrad eingefchaltet, welches die Bewegung überträgt, eine hebende Wirkung alfo weniger ausüben kann. Vergleichen wir den Antrieb durch Schnecke und Zahnftange von Sellers mit den beiden gewöhnlichen, fo finden wir, dafs er den Vortheil direct, eine grofse Ueberfetzung zu bieten, mit der Schraube gemein hat, ohne aber Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 11 ganz abfolut auch den ruhigen Gang derfelben mit fich zu bringen. Die Schnecke, welche leicht mit gleichmäfsiger Steigung herzuftellen ift, wird keine, Stöfse hervorbringen; dagegen kann diefs die gegoffene Zahnftange thun, welche denfelben Unregelmässigkeiten unterworfen ift, wie die des gewöhnlichen Antriebes. Bestimmt bleibt aber der Vortheil, dafs die hebende Wirkung des Getriebes wegfällt. Auch ift die grofse Räderüberfetzung vermieden, welche beim Antrieb durch Getriebe erforderlich wird, und durch die Lage der Schneckenwelle, welche fchräg aus dem Bett der Mafchine hervortritt, ift es möglich, ihren Antrieb nach Belieben auszubilden, was wir bei dem Schraubenantrieb nicht können. Es mufs daher der von Sellers angewandte Mechanismus als der vorzüglichfte bezeichnet werden. Wir können nicht umhin, hier noch auf den Unterfchied aufmerksam zu machen, welcher zwifchen dem Sellers'fchen Schneckenantrieb und den gewöhnlichen oft verwendeten Schneckenüberfetzungen befteht. Vor Allem ift die Anordnung derart, dafs aufser den Eigenfchaften einer reinen Schnecke auch noch andere auftreten, welche, wie wir fpäter fehen werden, vom Getriebe her geleitet find. Dann beftehen die gewöhnlichen Antriebe faft immer aus Schnecke und Rad. Der Eingriff erfolgt bei denfelben nur an wenig Punkten und fchnelle Abnützung, fowie grofse Kraftverlufte find die Folge. Zur Uebertragung von Kräften find auch defshalb die Schneckenüberfetzungen nicht fehr beliebt. Wird aber das Rad zur Zahnftange, fo kann die Schnecke in beliebig vielen Punkten und mit ganz entſprechenden Flächen angreifen, fo dafs der Druck auf die Flächeneinheit das rechte Mafs nicht überfteigt. Principiell wichtig ift ferner die fogenannte pofitive Steuerung von Sellers. Faft allgemein werden bisher die vorrückenden Bewegungen der Meifsel bei Hobelmafchinen ſtofsweife und von denfelben Organen beforgt, welche die Riemenführung, refp. Umfteuerung des Tifches zum Zwecke haben. Es kann nur darin ein Unterfchied gemacht werden, dafs bei den einen Ueberfchlaggewichte zur Anwendung kommen, bei den anderen nicht. Sollen die Gewichte nicht nachtheilige Stöfse oder verderbliche Einwirkungen auf die Riemen im Gefolge haben, fo mufs ihre Wirkfamkeit möglichft eingefchränkt und in der That fo klein gemacht werden, dafs fie wenig mehr helfen können. Es find daher jene Conftructionen, welche durch directe Einwirkung auf richtig proportionirte kurze Daumen die Umfteuerung bewirken, beffer und beliebter. Beiden Arten haften aber diefelben Mängel an, wenn fie zugleich zur Steuerung der Suporte verwendet werden, indem fie wefentlich verfchiedene Schnittbreiten nicht zulaffen und auch unter Umständen die einmal eingeftellten nicht gleichmässig geben. Diefs hängt von den Bewegungswiderftänden der Suporte und von der Gefchwindigkeit ab, mit welcher die Mafchinen betrieben werden. Kraft und Bewegung werden dabei von verftellbaren Anfchlägen genom. men, welche in paffenden Stellen am Tifche befeftigt find, und auf Daumen wirken, von denen die Uebertragung weiter bis zur Riemengabel und den Suporten mehr oder weniger einfach gefchieht. Die Riemen haben in allen Fällen einen Weg von zweimal ihrer Breite zu machen, um von der einen Treibfcheibe über die Leerfcheibe vollkommen auf die zweite Treibfcheibe zu gelangen. Die meiften Mafchinen gehen aber auch, ohne dafs der Riemen vollkommen auf der einen oder der anderen Treibfcheibe aufliegt, und da der ganze Umfteuerungsmechanismus einen beftimmten vollen Hub nicht zu machen gezwungen ift, fo fällt diefer eben nach den Umständen verfchieden, kürzer oder länger aus. Stellen wir z. B. eine Mafchine auf fehr geringen Vorfchub des Meifsels ein fo ift die hierdurch confumirte Arbeit klein und die Steuerung functionirt gut. Nehmen wir aber einen grofsen Vorfchub, fo findet das Umgekehrte ftatt, und die Breite der Schnitte, welche wir mit den bisher üblichen Steuerungen . 12 Carl Pfaff. nehmen können, ift dadurch aufserordentlich befchränkt. Noch ärger tritt der Uebelftand hervor, wenn von der horizontalen zur verticalen Steuerung der Suporte übergegangen wird, und am fchlimmften bei folchen Mafchinen, die mehrere Suporte haben, welche nicht immer gleichzeitig arbeiten. Kommt nun eine Veränderung in der Gefchwindigkeit dazu, fo nehmen die Stofswirkungen, durch welche der Steuerungsmechanismus in Bewegung gefetzt wird, andere Werthe an und treiben ihn mehr oder weniger weit. Man hat fich früher bei Hobelmaschinen mit äufserft geringen Variationen im Vorfchube oder der Schnittbreite begnügt, ja die älteren Mafchiniften hielten eine Fläche für um fo fchöner und beffer gehobelt, je geringer die Schnittbreite war. Bei einem folchen Verfahren konnten die gerügten Mängel der Steuerung wenig fühlbar werden. Heute hat fich aber die Erkenntnifs Bahn gebrochen, dafs die letzten Schnitte über eine Fläche möglichft breit genommen werden müffen, wenn diefe vollkommen eben und zur weiteren Bearbeitung gefchickt fein foll, und gerade diefe breiten Schnitte können wir mit keiner der älteren Steuerungen felbftthätig nehmen, wo fie dennoch vorkommen, find fie durch Steuerung von der Hand erzielt. Sellers hatte alfo fehr Recht, wenn er feinen Steuerungsmechanismus zwang, einen beſtimmten, unter allen Umständen gleichmässigen Hub zu machen, indem er ihn mit der Antriebswelle verband, und ebenfo, wenn er ihn einen pofitiven nannte. Aufser den beiden genannten Neuerungen hat Sellers noch eine eigenthümliche Vorrichtung angebracht, um den Suport beim Rückgang zu heben, und fo den Meifsel von dem Arbeitsftück zu entfernen, auf welche wir bei der Befchreibung kommen werden. Endlich ift noch die eigenthümliche Lage der Antriebsriemfcheiben zu erwähnen, welche geftattet, dafs die Hobelmaschinen parallel mit der Transmiffion und in einer Linie mit Drehbänken und anderen Mafchinen aufgeftellt werden. Hierin liegt ohne Weiters ein grofser Vortheil, welcher dadurch erhöht wird, dafs weder die Riemen, noch der Antriebsmechanismus jemals in Collifion, mit irgend einem Arbeitsftück kommen können. Sellers erblickt noch einen bedeutenden Vortheil darin, dafs die Antriebstheile nahe zur Hand des Arbeiters liegen, welcher Anficht wir uns nur zum Theil anfchliefsen können. Gehen wir nun mit Rückficht auf die Zeichnungen Fig. 12 und 13, Taf. II, zur detaillirten Befchreibung über, fo fehen wir, dafs die Antriebsriemenfcheiben am vorderen Ständer gelagert find und ihre Achfe parallel der Längenachfe der Mafchine haben. Sie find von fehr grofsem Durchmeffer, dagegen ziemlich fchmal. Die beiden äufseren Scheiben find lofe, die mittlere ift feft. Zum Antrieb werden zwei Riemen gebraucht, ein offener und ein gekreuzter. Ihre Verfchiebung wird in der gewöhnlichen Weife erzielt, und zwar durch verftellbare Anfchläge, die auf einen horizontal liegenden Hebel mit zwei verfchieden langen Daumen wir ken. Bemerkenswerth ift hierbei, dafs Sellers feine Daumen, weil fie nicht mehr zu thun haben, als die Riemen zu verfchieben, von Gufseifen macht, während fie bei gewöhnlichen Mafchinen, deren Suportfteuerung fie mitbewirken müffen, von gehärtetem Schmiedeifen genommen werden und dennoch bald zu Grunde gehen. Die eigentliche Riemenführung, welche mit dem Daumenhebel durch ein dünnes Stängelchen verbunden ift, zeigt ein intereffantes Detail. ( Fig. 14.) Sie ift fo angeordnet, dafs ftets nur ein Riemen auf der Treibfcheibe laufen kann. Der andere ift inzwifchen an jeder Verfchiebung gehindert. Bei der Umfteuerung wird zuerft der treibende Riemen ganz von der feften Scheibe entfernt, dann hört feine Verſchiebung auf und feine Riemengabel ift verfchloffen. Hierauf fetzt fich erft der zweite Riemen in feitliche Bewegung und kommt auf die Treibfcheibe. In diefer Stellung find beide Riemengabeln verfchloffen. Soll abgeftellt werden, fo wird die Bewegung nur mit einem Riemen gemacht, und Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 13 dann unterbrochen, worauf beide Riemengabeln ebenfalls verfchloffen, das heifst an jeder Bewegung gehindert find, welche fie aus fich felbft oder vom Riemen her machen möchten. redend. Die Vortheile diefer aufserordentlich netten Anordnung find felbftHier dürfen wir noch auf die Conftruction der Antriebsriemenfcheiben felbft aufmerkfam machen, welche überraschend leicht und elegant find. Obwohl diefs nicht ganz fpeciell zu unferer Aufgabe gehört, können wir nicht umhin, daran zu erinnern, dafs Sellers' ein fehr fchön und eingehend ausgearbeitetes Syftem von Riemenfcheiben, Kuppelungen, Lagern etc. zur Schau ftellte, worüber wir in einem Anhange Bericht erftatten und dadurch wieder auf die Riemenfcheiben zurückkommen werden. Zum Antriebe der Mafchine wird ein Deckenvorgelege gebraucht, welches eine kleine und eine grofse Riemenfcheibe neben der Feft- und Losfcheibe befitzt. Von der kleinen Scheibe geht der gekreuzte Riemen herab und treibt die Mafchine vorwärts, von der grofsen kommt der offene und bewirkt den Rückgang. Da die Durchmeffer diefer Scheiben fich wie I: 2 verhalten, erfolgt der Rückgang des Tifches mit der doppelten Gefchwindigkeit des Schnittganges. Das Deckenvorgelege hat einen ganz beftimmten Platz, indem es fo geftellt werden mufs, dafs die Riemen richtig in die Augen der Riemenführer treffen. Die Nothwendigkeit zweier Riemen und des Deckenvorgeleges, der ganz beftimmt gegebene Platz für das letztere und die befchränkte Befchleunigung des Rückganges find wohl nicht als Vortheile des Syftemes zu nennen. Von der Achfe der Antriebsfcheiben wird die Bewegung auf die fchräg liegende Schneckenwelle durch ein paar Kegelräder übertragen, die durch ein Gehäufe gedeckt find. Das Ueberfetzungsverhältnifs ift fo gewählt, dafs die Antriebsfcheiben eine grofse Tourenzahl erhalten und nur fchmale einfache Riemen erforderlich find. In unferem Falle hat das kleine Rad 16, das grofse 55 Zähne und die viergängige Schnecke 164 Millimeter Steigung in der Schneckenachfe gemeffen. Der Winkel, welchen die Schneckenachfe mit der Bewegungsrichtung der Zahnftange und des Tifches einfchliefst, beträgt 262°. Es kommt nun von der Steigung der Schnecke s nur ein Theil e zur Wirkung auf den Tifch, und zwar ift es cos a. Aus Figur 15 ift die Lage der Schnecke zu erfehen und wird bei Betrachtung diefer Figur fogleich erfichtlich, dafs hier keine reine Schnecke vorhanden. Damit diefs der Fall wäre, müfste die Achfe derfelben parallel znr Bewegungsrichtung liegen. Dann würden die Schneckengänge an den Zähnen der Zahnftange vorbeigleiten, indem fie diefelbe gleichzeitig verfchieben. Nun liegt aber unfere Schneckenachfe in einem Winkel zur Mittellinie der Zahnftange. Denken wir uns diefen gleich 90°, fo ift klar, dafs wir dann ein Stirnradgetriebe hätten, deffen Zähne fich an denen der Zahnftange abwälzen, ohne die mindeſte feitliche Bewegung gegen diefelben zu machen. Schon bei einer ganz kleinen Verfchiebung der Achfe aus dem rechten Winkel wird aber eine proportionale feitliche Gleitung der Getriebszähne zu der Wälzung hinzutreten und die Eigenfchaften der Schnecke werden fich mit denen des Getriebes combiniren. Diefs wird in allen Lagen der Achfe der Fall fein, welche innerhalb des rechten Winkels, alfo zwifchen dem reinen Stirnradgetriebe und der reinen Schnecke gedacht werden können, wobei immer die vorherrschenden Eigenfchaften von demjenigen Organe entlehnt fein werden, deffen Lage fich die Achfe am meiften nähert. In unferem Falle wurde fich der Schnecke genähert, und wenn wir die Wirkungsweife verfolgen, fo fehen wir, dafs irgend ein Punkt der Zahnftange bei feinem Vorfchreiten allmälig in die Schnecke feitlich eintritt, diefelbe überfchreitet und fie wieder verläfst, mit anderen Worten: die Zahnftangenzähne 14 Carl Pfaff. begleiten die Schneckengänge in ihrer Richtung, aber mit kleinerer Gefchwindigkeit. Diefes partielle Begleiten kann natürlich nur von Vortheil fein. Sellers hat die Zahnftangenzähne nicht normal zur Bewegungsrichtung aufgefetzt, fondern ihnen eine Neigung gegen dieselbe gegeben, damit die Componente aus dem Vorfchiebungsdrucke und der Reibung der Schneckenzähne gegen die der Zahnftange möglichft in die Bewegungsrichtung falle und kein feitlicher Druck auf den Tifch und feine Führungen ausgeübt werde. Zur Ermittlung diefer Neigung wurden zahlreiche Verfuche angeftellt und der Erfolg ſpricht in der That für die Richtigkeit diefes Arrangements. Wie uns Figur 15 ferner zeigt, ift die Schnecke unterhalb von einem Gehäufe umgeben, welches fie vor Schmutz und Staub fchützt und das Oel aufnimmt, das aus den Lagern überfliefst, diefes genügt vollkommen, um die Schnecke hinreichend zu ölen und es foll durchaus nicht etwa das Gehäuſe in der Art als Oelrefervoir dienen, dafs die Schnecke darin getaucht ift. Diefs wäre nicht allein unnöthig, fondern auch geradezu nachtheilig, indem das Oel durch Centrifugalkraft weit herumgefchleudert werden würde. Der axiale Druck auf die Schneckenwelle wird einerfeits durch einen nachftellbaren Stahlzapfen, andererfeits durch gehärtete Ringe aufgenommen. Zwifchen den Ständern ift das Bett durch eine ftarke kaftenförmige Verbindung fehr verfteift. Der Tifch läuft beiderfeits in V förmigen Bahnen, die fteiler und fchmäler find, als es unferen hiefigen Gewohnheiten entſpricht. Indem wir, was Form und Anordnung der Theile im Allgemeinen betrifft, nochmals auf die Figuren 12 und 13 verweifen, gehen wir zur fpeciellen Befchreibung des Suports über, worin uns die Figuren 16, 17 und 18, Taf. III, unterſtützen follen. Der Suport befitzt alle Functionen, die wir bei einem folchen zu finden gewohnt find, und unterfcheidet fich von den allgemein üblichen durch die Art, wie er gehoben und gefenkt, d. h. vertical gefteuert wird und durch feine Vorrichtung, den Meifsel beim Rückgang von dem Arbeitsftück abzuheben. Auch finden wir anftatt der beigelegten und durch Schrauben ftellbaren Anzugleiften Keile angewandt. Abweichend vom allgemeinen Gebrauche ift auch noch die Befeftigung des Suportmitteltheiles auf der erften Platte. Während bei den gewöhnlichen Maſchinen die kreisförmige Nuth, welche dem Suport Verdrehung geftattet, meift fchwalbenfchwanzförmig oder T- förmig ausgedreht ift, und den Schraubenköpfen, welche etwa von rückwärts durch eine Oeffnung eingeführt werden, beiderfeits Anlage gewähren, find hier fegmentförmige Platten mit Hilfe eines Schlitzes von vornen eingelegt, haben Muttergewinde für je zwei Schrauben und liegen nur an einer unter fich ausgedrehten Kante an, während ihre gegenüberliegende Seite durch Anlage am Suportmitteltheil gehalten und am Kippen gehindert wird. Die Schraubenmittel liegen möglichft nahe an der äufseren klemmenden Kante. Der Suportmitteltheil ift fehr kurz, während der auf ihm verfchiebbare Obertheil zu grofser Länge ausgebildet ift. Auf letzterem ift der Mefferträger befeftigt, der eine mäfsige Verdrehung zuläfst, und wie gewöhnlich mit einer Klappe verfehen ift, welche die Hebung des Stahles oder Meffers beim Rückgange auch ohne befondere Vorrichtung geftattet. Die Schraubenfpindel, welche den Suporto bertheil vertical oder im Winkel verftellt oder fteuert, ift im Obertheile gelagert, jedoch fo, dafs fie durch Anziehen der Mutter, die fich gegen die Nabe der Handkurbel ftemmt, nach Belieben feftgeftellt werden kann. Ihr Muttergewinde hat fie in dem kleinen Schrägrade, welches im Suportmitteltheil gelagert und durch ein glatt ausgebohrtes Führungsftück am Platze gehalten ift. Wenn die Schraubenfpindel nicht durch Anziehen feftgeftellt ist und von der Hand gedreht wird, fo dient genanntes Schrägrad als fefte Mutter, da es fich durch die mit ihm weiter im Zufammenhange ftehenden Organe am Drehen Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 15 verhindert fieht und man kann den Suporto bertheil in gewöhnlicher Weife höher oder tiefer ftellen. Wird fie aber feftgeftellt, dagegen das Schrägrad mit Hilfe der horizontalen genutheten Spindel und der Uebertragungsräder gedreht, fo refultirt hieraus ebenfalls eine verticale Verftellung des Suportobertheiles mit dem daran befeftig. ten Mefferhalter. Sobald daher die felbftthätige Steuerung mit jener horizontalen genutheten Spindel verbunden wird, übernimmt fie die Steuerung auf- oder abwärts, vertical oder in irgend einem Winkel. Zur felbftthätigen Hebung des Meifsels beim Rückgange wird eine Schnur benützt, welche an der Steuerfcheibe angehängt ift und über ein Paar Rollen am Querfchlitten des Suports geführt wird. Von diefen aus geht fie im Innern des Querfchlittens weiter und fchlingt fich hier einmal um eine aus der Suportplatte hervorragende Rolle, durch welche fie ihre Bewegungen auf den Suport überträgt. Von hier aus geht fie an das andere Ende des Querfchlittens über ein letztes Rollenpaar ins Freie, wo ihr belaftetes Ende herabhängt. Die aus der Suportplatte hervorragende Rolle hat am inneren Ende ihrer Achfe ein kleines Getriebe. Diefes greift in eine gezahnte Scheibe, welche fich um den ftarken centralen Anfatz der Suportplatte drehen kann. Die gezahnte Scheibe trägt eine aufgefchraubte dünne Platte mit excentrifchem Schlitz und wird durch diefe, fowie ein gegenüber angebrachtes Füh rungsstück am Platze gehalten. In den excentrifchen Schlitz greift der Zapfen einer Hülfe, welche die Schraubenfpindel lofe umgibt und fich an ihr führt. Diefe Hülfe tritt oben durch den Suportmitteltheil heraus und endet in einen klammerartigen Kopf, welcher feinerfeits eine Schiene mit adjuftirbaren Backen, alfo veränderlicher Reibung umfafst. Diefe Schiene ift am Suportobertheil begrenzt verfchiebbar angebracht und endet an jener Stelle in einen verftärkten Theil, an welcher der Zapfen für die Drehung des Mefferhalters fich befindet. Noch innerhalb des genannten am Suportobertheile angegoffenen Zapfens ift ein kleiner Winkelhebel ange bracht, deffen langes horizontales Ende in einem Schlitze der Frictionsfchiene fteckt, während fein kurzes, verticales auf die Klappe des Mefferhalters drückt. Wird nun beim Wechfel der Bewegung die Schnur durch die felbftthätige Steuerung gezogen, fo macht die gezahnte Scheibe eine drehende Bewegung, der excentrifche Schlitz verfchiebt die Hülfe und die durch Reibung mitgenommene Schiene, welche endlich den kleinen Winkelhebel bewegt. Ging die Verfchie. bung nach aufwärts, fo wurde dadurch der Klappe erlaubt, fich gegen ihren Sitz anzulegen, umgekehrt wurde fie gehoben und dadurch der Stahl vom Arbeitsftücke entfernt. Soll nun der Suport von Hand längs des Querfchlitten verfchoben oder vertical verftellt werden, fo wird unvermerkt die kleine Reibung der Schnur auf der Rolle oder die an der Frictionsfchine überwunden, während der ganze Apparat im Augenblicke und ohne Zuthun wieder bereit ift, felbftthätig zu functioniren. Verfolgen wir nun die Bewegungen des Suports weiter bis zu der felbftthätigen Steuerung, von der fie ausgehen, fo treffen wir noch am Querfchlitten befeftigt ein Zahnfegment, welches durch eine verticale dünne Stange nahezu in der Hälfte feines Radius erfafst und bewegt wird. Der Zufammenhang des Segments mit der Steuerftange wird während verticaler Verftellungen des Querfchlittens gelöft. Das Zahnfegment greift in ein kleines Getriebe, welches abwechfelnd auf dem Viereck der Schraubenfpindel oder auf dem der genutheten Spindel aufgefteckt werden kann, je nachdem man horizontal oder vertical fteuern will. Diefes kleine Getriebe ift nicht mit der gewöhnlichen Sperrkegel- Einrichtung verfehen, welche von aufsen wirkt, fondern trägt ein fehr zierlich und fein aus gearbeitetes Sperrwerk( Fig. 19) in feinem Innern, deffen Dimenfionen weit unter L 16 Carl Pfaff. das gewöhnlich bei Maſchinen angewandte Mafs hinabgehen, welches aber deffen ungeachtet feiner Aufgabe vollkommen gewachſen ift. ho Der Hub der Steuerftange ift in weiten Grenzen variabel, der Radius des Zahnfegments grofs, das Getriebe zur Uebertragung endlich klein, fo dafs die verfchiedenartigften Vorfchübe angewendet und die fchwächften, fowie die breiteften Schnitte mit Sicherheit genommen werden können. Mögen nun auch die eben befchriebenen Organe das Ihrige hierzu beitragen, die Hauptbedingung wird dadurch erfüllt, dafs die Steuerfcheibe gezwungen ift, bei jedem Wechfel eine volle halbe Umdrehung zu machen. Wir geben die höchft intereffanten Details des Steuerungsmechanismus in den Figuren 20( äufsere Anficht), 21( Mitnehmerfcheibe von aufsen), 22( Schnitt und Anficht nach weggedachter Mitnehmerfcheibe), 23( Querfchnitt) und 24 ( Steuerfcheibe). Taf. III. Schon früher wurde darauf hingewiefen, dafs die Steuerung des Suports durchaus nichts mit der Riemenführung zu thun hat. Sie wird vielmehr durch die erften Bewegungen der Mafchine in Gang gefetzt, und zwar, da diefs von der Welle der Riemenfcheiben aus gefchieht, fehr rafch. Wir fehen in Figur 23 das Ende genannter Welle mit einem kleinen Getriebe verfehen. Letzteres greift in eine gezahnte Scheibe und treibt diefe, welche auf der Spindel der Steuerfcheibe lofe fitzt, fortwährend, und zwar je nachdem der Tifch vorwärts oder rückwärts geht, nach links oder nach rechts. Die gezahnte Scheibe hat einen innen aufgefchraubten Kranz mit feichten Zähnen, welcher hinter fich eine kreisförmige Nuth läfst Ein federnder, an einer Stelle aufgefchnittener Ring findet darin feinen Platz und liegt mit mässiger Reibung gegen die gezahnte Scheibe an. Dicht vor diefer fitzt der Mitnehmer feft auf der Spindel der Steuerfcheibe. Er trägt in feinem Ausfchnitt einen Sperrkegel, welcher um einen Zapfen drehbar und kreuzförmig gebildet ift. Am Ende des längeren Theiles hat er einen Stift, welcher in den Spalt des federnden Ringes eingreift. Erfolgt eine Drehung der gezahnten Scheibe, fo nimmt fie den federnden Ring durch fchwache Reibung mit und diefer das lange Ende des Sperrkegels. Der Mitnehmer fteht aber noch ftill. Der Sperrkegel wird fomit um feinen Zapfen gedreht und eines feiner kurzen Enden kommt zum Eingriff in den feichten Zahnkranz, der feinerfeits mit der gezahnten Scheibe umläuft. Nun ift auch der Mitnehmer zum Mitgehen gezwungen, und zwar fo lange, bis der Sperrkegel wieder ausgelöft wird. Diefs gefchieht fowohl rechts als links durch Anfchläge, an welche das lange fteuernde Ende ftöfst. Der federnde Ring mufs fich gegen die gezahnte Scheibe etwas verfchieben und der Sperrkegel kommt wieder in die normale Lage. Gleichzeitig kommt eine feft auf dem Mitnehmer fitzende Knagge zum Anfchlag und verhindert fowohl eine weitere Dre hung, als auch eine Bewegung des Sperrkegels. Die gezahnte Scheibe geht nun mit der ganzen Mafchine allein weiter, bis der Wechfel eintritt. Auch die gezahnte Scheibe wechfelt ihre Richtung und das Spiel beginnt von Neuem, eine halbe Umdrehung der Steuerfcheibe wird im entgegengefetzten Sinne gemacht. Damit aber, fei es durch das Gewicht der Steuerungstheile, fei es durch Rückwirkung vom Suport aus, der Mechanismus nicht zurückbewegt werden kann. find an beiden Seiten Sperrhaken angebracht, die durch kleine Federn angedrückt werden. Der eingelöfte Sperrkegel fteht mit feinem fteuernden Ende wenig vor der Mitnehmerfcheibe vor und fährt leicht ein. Ihm folgt auf dem Fufse eine feftgefchraubte Knagge, welche von dem Sperrhaken erfafst und feftgehalten wird. Bewegt fich beim Wechfel das fteuernde Ende des Sperrkegels unter dem Einflusse des federnden Ringes, fo gleitet es an der fchiefen Ebene des Sperrhakens entlang und öffnet diefen, bevor noch die Mitnehmerfcheibe in Gang kommt. Die ganze Einrichtung arbeitet ungemein ficher und faft geräuſchlos, nur ein leifes Tactfchlagen verräth dem Ohr ihr Wirken. Die bei Sellers Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 17 fehr gern angewandte Reibung wird hier nur foweit in Anfpruch genommen, als es nöthig ist, um den Sperrkegel zu bewegen. Ein älteres Arrangement von Sellers beruhte ganz auf Reibung und man konnte ihm den Vorwurf machen, dafs es unnöthig Kraft verbrauche. Es mag wohl diefs der Grund gewefen fein, um deffen Willen es aufgegeben wurde, denn wir fahen eines viele Jahre nach feiner Anfertigung tadellos functioniren und fanden es viel einfacher. Zum Schlufse fei nur noch bemerkt, dafs die Steuerfcheibe einen drehbaren Winkelhebel trägt, welcher durch eine Schraube mit Handrad verftellt, den Hub der Steuerftange variirt. Ausserdem ift, wie fchon oben bemerkt, die Schnur, welche den Mefferhalter hebt, mit unveränderlichem Hube an der Steuerfcheibe eingehängt. Die bezügliche Einrichtung erhellt ohne Weiteres aus der Figur 24. Suportdrehbank. Noch eine Mafchine von Sellers wollen wir ganz ausführlich behandeln und in ihre einzelnen Theile zerlegen, um zu zeigen, mit welcher Energie der Genannte gegen alles Herkömmliche meift unbewufst von Werkſtatt zu Werkſtatt getragene Detail zu Felde zieht. Es ift diefs feine Suportdrehbank. Wir müffen aber für einen Augenblick den amerikaniſchen Standpunkt ins Auge faffen, um diefs recht zu verftehen. Während in England und bei uns die geraden Oberflächen der Drehbanksbetten, die Bahnen, für die Auflage der Köpfe und der Suportfchlitten Regel find, hing man noch bis vor Kurzem in Amerika an der älteren Form feft, welche ftatt gerader Flächen Vförmige fchmale Leiften, mit der Spitze nach oben, darbot. Es ist wohl nicht nöthig, bei einer Auseinanderfetzung zu verweilen, welche Nachtheile diefe ältere Form in Bezug auf Dauerhaftigkeit und Steifigkeit darbietet, und wie viel fchwerer fie herzuftellen ift, als unfere gewöhnliche, welcher die Hobelmafchine alle wünfchenswerthe Genauigkeit faft von felbft gibt. Sie ftammt eben aus einer Zeit, wo es noch keine Hobelmafchinen gab. Trotz ihrer Mängel war diefe ältere Form in Amerika beliebt und man hing mit aller Macht des Vorurtheils daran, fo dafs es ein Verdienft unferes Ausftellers war, die ftärkere, einfachere und dauerhaftere englifche Form eingeführt zu haben. Wenn wir in der Schraubenfchneidmafchine und Hobelmafchine principielle Neuerungen fanden, fo ift diefs in der Drehbank von Sellers weniger der Fall. Die Drehbank ift das ältefte und am meiften gebrauchte Werkzeug und es fcheint die Praxis trotz gänzlichen Mangels einer theoretifchen Beleuchtung im Laufe der Jahre dennoch die richtigen Conftructions- und Stärkeverhältniffe getroffen zu haben, fo dafs alle guten Drehbänke einander überrafchend ähnlich find und wenig Spielraum für Erfindungen bleibt. Neu und von Wichtigkeit find indeffen bei Sellers die Anordnung der Ueberfetzung im Spindelftock; die Einrichtung, um den axialen Druck auf die Spindel aufzunehmen, die variable Frictionsfteuerung, einige Details an der Steuerung des Suportfchlittens, die durchausgehende Lagerung der Leitfpindel, und die Einrichtung, durch welche der Reitftock immer in der Richtung erhalten wird. Im Allgemeinen wäre noch zu bemerken, dafs der fchwache fchmale Suport bei uns wenig Beifall fand. Wenn Sellers dennoch diefe Conftruction, neben ähnlichen bei uns noch unmöglicheren Drehbanks- Suporten beibehält, fo hat diefs feinen Grund in den ihm mafsgebenden landesüblichen Gewohnheiten, und wahrfcheinlich auch in einem Umftande, auf den wir fpäter zurückkommen 2 18 LA Carl Pfaff. werden, nämlich darin, dafs das amerikaniſche Material im Allgemeinen leichter zu bearbeiten ift, als unferes. Das Enſemble der Drehbank ift in den Fig. 25 und 26, Taf. IV, dargestellt. Das Bett ift fehr kräftig und reichlich mit Querverbindungen verfehen, die hoch. heraufgehen. Unter dem Spindelftock, der mittels durchgehender Schraubenbolzen befeftigt ist, hat es den beliebten Werkzeugkaften. Die Bahnen find von der bei uns gewöhnlichen Form ftark und breit. Der Spindelftock hat dreifache Räderüberfetzung. Die erfte Ueberfetzung am hinteren Ende der Stufenfcheibe ift gegen die gewöhnlichen fehr grofs, die zweite, bei gewöhnlicher Conftruction letzte, dagegen fehr klein und als Uebergangsftufe zu betrachten, während endlich noch die Planfcheibe äufsere Verzahnung hat und durch ein kleines Getriebe bewegt werden kann. Diefes wird nach vornen abgezogen, wenn ohne oder mit fchwächerer Ueberfetzung gearbeitet werden foll. Die Vorgelegewelle ift durch excentrifche Lager, welche durch einen Rahmen verbunden find, ausrückbar. Soll die gröfste Ueberfetzung durch Planfcheibe und Getriebe benützt werden, fo wird das mittlere Ueberfetzungsrad auf der Vorgelegewelle verfchoben. Eine Feder, die im Keile eingelaffen ift, hält dasfelbe im eingerückten, fowie im ausgerückten Zuftande feft. Durch die gefchilderte Einrichtung und die gewählten Abftufungen des Riemenkonus( Fig. 27) wird eine fehr ftetig verlaufende Reihe von Gefchwindigkeiten erzielt. Der Konus oder die Stufenfcheibe hat fünf Stufen, fo dafs für diefelbe Tourenzahl des Deckenvorgeleges fünfzehn ziemlich gut in einander übergehende Gefchwindigkeiten zur Anwendung kommen können. Für eine Tour des Deckenvorgeleges erhalten wir folgende Werthe: Konus allein 0.128 I. Ueberfetzung 0128 I. Ueberfetzung 0.025 II. Ueberfetzung 2: 333 " 99 0.298 0.058 27 1-5 0 192 6.037 " " " ΙΟ 0.128 0.025 " " 0.666 0.428 " 0.085 0.055 0 016 27 0.911 " 27 " " " Es ift alfo leicht, für jedes beliebige Arbeitsftück die vortheilhaftefte Gefchwindigkeit zu finden und anzuwenden. Allerdings ift hierbei der Uebelftand mit in den Kauf zu nehmen, dafs die Planfcheibe nicht abgenommen und mit anderen Vorrichtungen gewechfelt werden kann.. Die befchriebene Anordnung wird aber nur bei gröfseren Drehbänken ausgeführt, die eine folche Auswechslung weniger erfordern. Die Spindel ift im vorderen Lager cylindrifch und infofern frei eingelegt, als auf keiner Seite ein Bund oder Anlauf vorhanden. Der ganze axiale Druck wird auf einen Ring übertragen, der auf dem hinteren Ende der Spindel fitzt. Diefer Ring, gehärtet und genau rundgefchliffen, legt fich nach vornen fowohl an den Anfatz der Spindel, als auch an die Lagerbüchfe an und hat eine fchwächere Fortfetzung, welche fich gegen das aufgefetzte und durch eine Schraube angezogene Wechfelrad ftemmt. Ueber das Ganze ift eine gefchloffene gufseiferne Büchfe( Fig. 28) centrifch angefchraubt, welche innen mit einem ebenfalls gehärteten und gefchliffenen Ringe armirt ift. Letzterer liegt wieder derart an dem auf der Spindel befeftigten an, dafs zwar eine Drehung, aber durchaus keine Verſchiebung der Spindel in der Längenrichtung eintreten kann. Die rückwärtige Lagerbüchfe ift fchwach konifch und die Lage der Spindel in der Büchfe kann durch fchwache metallene Beilagen regulirt werden, welche in den ausgedrehten Theil des auf der Spindel fitzenden Ringes kommen. Sollten die Flächen der beiden Druckringe durch Abnützung Spielraum bekommen, fo wird die Höhe der aufgefchraubten Büchfe vermindert. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 19 Diefe Einrichtung bietet den Vortheil, dafs ein gefchloffenes Oelrefervoir vorhanden ist und die Theile vor Schmutz und Befchädigung gefichert find. Sie iſt fehr folid, macht alles Reguliren überflüffig, und geftattet, die Wechfelräder direct aufzuftecken. Sellers betrachtet es auch als einen Vortheil, dafs der Arbeiter an diefer Vorrichtung nichts verändern, verftellen oder verkünfteln kann. Sollte einmal eine Adjuftirung nöthig werden, fo wäre fie als ein Ereignifs zu betrachten, bei dem fchon der Werkführer interveniren mufs. Wir geben ihm hierin von Herzen Recht, zweifeln aber, ob diefs auch bei den Arbeitern und Werkführern der Fall ift, die fich gern mit Reguliren und dergleichen zu fchaffen machen. Erfahrungen mit ähnlichen Conftructionen führten uns feinerzeit zu eingehender Betrachtung der Bedingungen, unter welchen zwei kreisförmige ebene Flächen mit Druck gegen einander laufen. Mögen fie noch fo hart, noch fo fchön polirt und noch fo forgfältig gefchmiert fein, immer find fie dem Verreiben und Warmlaufen ausgefetzt. Diefs ift bei Bunden oder Anläufen an Wellen, bei grofsen Spurzapfen und ähnlichen Theilen ebenfo der Fall, wie bei den von Whitworth innen am Spindelftock angebrachten Druckringen und endlich auch bei den von Sellers aufsen in die Büchfe verlegten. Der Grund davon ift darin zu fuchen, dafs folche ebene Flächen auf allen Punkten ihrer Radien mit vollkommen gleichem Drucke gegen einander geprefst werden, während die Gefchwindigkeit dieser Punkte verfchieden ift. Die Abnützung, welche abfolut nie zu vermeiden ift, findet nun an den fchneller laufenden Theilen früher ftatt, als an den langfamer gehenden näher dem Mittelpunkte, wodurch die Eigenfchaften der Ebene verloren gehen. Ein gröfserer Antheil am Totaldrucke wird nun den Punkten aufgeladen, welche fich näher der Mitte befinden und beginnt feinerfeits diefe ftärker abzunützen. So geht das Spiel hin und her, die urfprünglichen Conditionen können nicht aufrecht erhalten werden und bei dem mindeſten Anlafs tritt Warmlaufen und Verreiben ein. Am fchlimmften find jene Conftructionen daran, bei denen auf fichere und ausgiebige Oelung nicht gefehen wurde oder welche das Schmiermittel durch rafche Umdrehung von fich fchleudern. Jedenfalls müffen auch bei dem beftconditionirten derartigen Lager alle durch Abnützung nahe der Mitte abgelösten Metalltheile den Reft der Flächen nach auswärts paffiren und hier als Anlafs zu weiteren Störungen auftreten. Als Beweis für die Richtigkeit des Gefagten führen wir die Schiele'fchen Antifrictionslager an, die nach einer Curve gebildet find, welche den ſchneller umlaufenden Punkten kleineren Druck gibt und fomit ausgleichend wirkt. Die vorzüglich gute Erhaltung folcher Lager ift allgemein bekannt. Wir haben, auf diefe Anfchauung geftützt, mit dem beften Erfolge eine Verminderung der berührenden Flächen in ihrer Breite eingeführt, welche fich nach dem Materiale und dem Maximaldrucke richtet. Aehnliche Druckringe wie die von Sellers drehen wir an den berührenden Seiten convex ab und geben ihnen durch Schleifen eine ebene Zone von nur 3 bis 5 Millimeter Breite, je nach der Gröfse der Drehbänke. Hiebei kommen die angeführten Uebelſtände faft ganz in Wegfall und es tritt weder ein Warmlaufen noch Verreiben ein. Um mit der Befchreibung des Spindelftockes abzufchliefsen, erwähnen wir noch, dafs die rückwärtige Lagerbüchfe in Einem Stücke gemacht und mit Hilfe eines T- förmig eingepafsten Deckels am Platze erhalten wird, welcher fich fammt der Lagerbüchfe nach rückwärts herausziehen läfst, fobald die Schlufsbüchfe abgenommen ift. Es mufs auch noch auf die aus der Zeichnung erfichtliche Conftruction der Stufenfcheibe aufmerkfam gemacht werden, welche Sellers innen ausdreht, um fie genau zu balanciren. Rückwärts, am Spindelftock und am Bett find die erften Uebertragungsorgane für die Bewegungen des Suports angebracht. Die, welche zur Leitfpindel führen, weichen in nichts von der gewöhnlichen Ausführung ab, während jene für die Schneckenwelle ein intereffantes Detail befitzen. Es ift diefs die variable Vorfchubvorrichtung, welche 2* 20 Carl Pfaff. durch Reibung wirkt. Auf dem Zapfen für die erfte Uebertragung fitzt neben den erforderlichen Rädern eine gufseiferne Scheibe mit fchmalem, eben abgedrehtem Kranz und empfängt ihre Drehung von der Drehbanksfpindel im Verhältnifs der aufgefteckten Räder. Sie foll nun ihre Bewegung an eine weiter unten gelagerte gleiche Scheibe übertragen, jedoch nicht conftant, wie fie diefelbe vom Spindelftocke empfängt, fondern vermehrt oder vermindert, fo daís eine gröfsere oder kleinere Vorrückung des Suports erzielt wird. Sie thut diefs mit Hilfe zweier fchwach konifch abgedrehter Scheiben, die fich um den Zapfen eines ftellbaren Winkelhebels drehen und die Kränze der erftgenannten beiden Scheiben mit Druck zwifchen fich fassen. Der Druck wird durch eine anziehbare Schraube und eine Feder regulirt, welche auf kugelförmige Lager drücken, um den beiden Uebertragungsfcheiben ein vollkommenes Anfchmiegen an die Kränze der treibenden Scheibe und der getriebenen zu geftatten. Die fchwach konifche Form der Uebertragungsfcheiben ift nöthig, damit nur an einer Stelle Berührung und kein weiteres Schleifen der Scheiben unter fich erfolgt. Sie bringt es mit ich, dafs die Uebertragungsfcheiben nur in ihrer mittleren Stellung parallel zu einander, in allen anderen aber etwas geneigt ftehen. Die Wirkung des Apparates ift nach dem Gefagten von felbft klar. Wenn der Winkelhebel, um deffen Zapfen fich die Uebertragungsfcheiben drehen, mit Hilfe feiner Stellfpindel höher oder tiefer gefchraubt wird, ändern fich die Radien der Angriffsftellen, und mit ihnen die Gefchwindigkeit, welche auf die Schneckenwelle übertragen wird. Wie es die Einrichtung des Spindelftockes ermöglichte, die paffendfte Umdrehungsgefchwindigkeit für das Arbeitsftück anzuwenden, fo geftattet auch diefe Vorrichtung die vortheilhaftefte Vorfchubgefchwindigkeit für den Stahl. Die Schneckenwelle läuft nahe der unteren, vorderen Kante am Bette entlang. Sie wird durch die vordere tief herabgehende Wand des Suportfchlit tens ein Stück weit bedeckt und trägt an diefer Stelle eine verfchiebbare Doppelfchnecke mit rechtem und linkem Gewinde. Das mitnehmende Lager diefer Schnecke ift in einem Schlitze der Wand mittels durchgehenden anziehbaren Handgriffes verftellbar, fo dafs entweder gar kein Eingriff in das Schneckenrad, oder der des linken oder rechten Gewindes herbeigeführt werden kann. Um diefs mit einem einzigen Schneckenrade zu ermöglichen, wurden die Zähne desfelben auf einer Seite mit der Neigung für die rechte, auf der anderen mit der für die linke Schnecke verfehen, fo dafs fie an der gegen das Bett zugekehrten Seite fehr stark find und nach vornen fpitz zulaufen. Die Aus- und Einrückung der Schnecken geht fehr leicht und ficher vor fich und das ganze originelle Arrangement entſpricht dem Zwecke auf das Vollkommenfte. Das Schneckenrad fitzt feft auf einer hohlen Spindel, welche horizontal in der vorderen Wand des Suportfchlittens( Fig. 29, 30) gelagert ift und vor derfelben eine feft aufgekeilte konifche Bremsfcheibe trägt. Gegen diefe kann durch Umdrehung des Handrades mit Gewinde ein konifch ausgedrehtes, lofe aufgeftecktes Zahnrad mit voller Scheibe angeprefst und fohin verkuppelt werden, welches in das kleine Getriebe im Inneren des Suportfchlittens eingreift. Hier treffen wir wieder das Detail vom Hobelmafchinen- Suport Das Getriebe ift nämlich zugleich Mutter für die Suportfpindel, welche feftgeftellt wird, wenn die felbftthätige Steuerung wirken foll. Mit den befchriebenen Organen wird die Steuerung des Suports rechtwinklicht zum Bette, die Planfteuerung bewirkt. Parallel zum Bette wird der Suport durch folgende Beftandtheile bewegt: Am Bette felbft ift eine nach unten gekehrte Zahnftange angegoffen. In diefe greift ein kleines Getriebe, deffen Achfe mit einem gröfseren Ueberfetzungsrade verfehen ift, welches feinerfeits mit einem Getriebe in Eingriff ſteht, das fich auf der oben genannten hohlen Spindel lofe und verfchiebbar befindet. Es iſt Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 21 mit einer konifchen Bremsfcheibe zufammengefchraubt, die im Schneckenrade liegt und gegen dasfelbe angeprefst werden kann. Getriebe und Bremsscheibe laffen in ihrem Innern einen hohlen Raum, den ein Metallring ausfüllt, welcher durch einen Keil mit der Stange im Centrum der hohlen Spindel verbunden ift. Auf diefe Weife ift das Getriebe fammt Bremsfcheibe zwar nicht an der Umdrehung verhindert, jedoch mit der Schubftange in axialer Richtung feft verbunden. Beim Austritt aus der hohlen Spindel und dem Handrade hat die Schubftange einen drehbaren zweigriffigen, aufsen mit Gewinde verfehenen Wirbel, der feine Muttergänge in der Nabe des Handrades findet. Aufgabe diefes Wirbels ift es, die Schubftange in der hohlen Spindel und mit ihr das Getriebe mit Bremsfcheibe derart zu verftellen, dafs entweder nur die vordere Bremsfcheibe für die Planbewegung oder die weiter innen liegende für die Längsbewegung zum Angriffe kommt, fobald das Handrad von links nach rechts gedreht wird. Für beide Selbftgänge ift alfo die ein und auslöfende Bewegung gleich und nur die Verftellung der centralen Schubftange mittels des Wirbels entfcheidet darüber, welcher in Thätigkeit kommt. Die rafche Verftellung des Suportfchlittens von Hand erfolgt durch das feitwärts liegende grofse Handrad, deffen Getriebe mit der Ueberfetzung für die Zahnftange im Eingriff fteht. Die Leitfpindel, von der die Bewegung des Suports beim Schraubenfchneiden hergeleitet wird, liegt innerhalb des Bettes dicht unter der vorderen Bahn in einer durchausgehenden ausgehobelten Rinne, welche nicht ganz die Hälfte ihres Umfanges für den Eingriff der Mutter frei läfst. Sie iſt von fehr geringem Durchmeffer, weil auf ihrer ganzen Länge unterſtützt und vor Biegung bewahrt. Beim Spindelftock hat fie das gewöhnliche Scheeren- Arrangement und vermittelft breiten Bundes ihr Lager. Am hinteren Ende des Bettes ift fie in axialer Richtung vollkommen frei. Die Mutter ift fchmal, aber fehr lang und hat Geradführung an der unteren Seite des Schlittens. Sie wird durch eine gegen aufsen vordringende Stange eingerückt oder ausgelöft, welche durch einen kleinen feitwärts angebrachten Excenterhebel bewegt und im eingerückten Zuftande feftgeftellt werden kann. Auch diefes Arrangement ift vollkommen originell, und wenn die Leitfpindel überhaupt der Unterftützung in ihrer Länge bedarf, jedenfalls das Befte. Bei den gewöhnlichen Unterſtützungslagern, welche wir bei den Leitfpindeln langer Drehbänke finden, ift die aufliegende Fläche zu klein, fo dafs bald Abnützung der Schraubengänge und bleibende Durchbiegung der Spindel eintritt. Wir kommen nun zum Reitftocke. Seine äufsere Form ift abweichend von unferer gewöhnlichen, aber nicht unangenehm. Nur möchten wir fie um defswillen tadeln, dafs fie zwei Schrauben. zum Anziehen oder Feftftellen bedingt, wovon die eine hinter dem Reitftocke, alfo fehr unbequem fituirt ift. Es ift, wie faft allgemein, eine Platte vorhanden( Fig. 31), auf welcher der Reitftock zum Konifchdrehen durch Stellfchrauben feitlich verftellt werden kann, ein Anfchlag oder Zeiger fehlt jedoch, nach welchem er ohne weiteres in die normale Stellung gebracht werden könnte. Die Reitftockfpindel oder der Stofs wird durch innenliegende Schraube verftellt und durch eine centrale Klemmvorrichtung am vorderen Ende feftgehalten. Dort ift die Hülfe äufserlich mit Gewinde verfehen und innen konifch ausgebohrt. Auf dem Gewinde bewegt fich eine Mutter mit Handgriff, wird jedoch durch einen Stift verhindert, mehr als eine halbe Umdrehung zu machen. Die konifche Bohrung wird durch einen Ring ausgefüllt, der in 3 Theile zerfchnitten ift und den Stofs leicht anfchliefsend umfafst. Wird durch Drehung der Mutter der konifche Ring tiefer in feinen Sitz gedrückt, fo klemmt er den 22 LA Carl Pfaff. Stofs feft, indem er fich central verengen mufs. Durch die umgekehrte Drehung der Mutter wird der Ring frei und da fein Konus fo flach gewählt ift, dafs er fich nicht feftklemmt, auch der Stofs. Diefes Arrangement fieht fehr verführerifch aus. Es ift aber nicht neu und, wie wir glauben, auch nicht gut. Der Stofs mufs jedenfalls in der Hülfe fo viel Luft haben, dafs Oel zwifchen die Flächen dringen und er fich bewegen kann. Denken wir ihn uns zur Hälfte herausgefchoben, fo conftituirt fich die centrale Klemmvorrichtung als Drehpunkt und erlaubt dem noch im Innern der Hülfe fteckenden Ende des Stofses fich durch feinen Spielraum hin und her zu bewe gen. Mag diefer auch noch fo klein fein, fo wird immer eine gewiffe Bewegung refultiren, welche bei weit vorgefchobenem Stofse durch das Hebelverhältnifs ungünftig vermehrt wird. Whith worth verlegte fein Druckftück für den Stofs ziemlich weit vom Ende der Hülfe nach rückwärts und erreichte dadurch ein Anpreffen gegen eine lange Fläche, welches jede fchwankende Bewegung ausfchliefst. Allerdings wird beim Anziehen der vorhandene Spielraum ganz auf eine Seite und dadurch die Spitze aus ihrer Richtung gebracht. Wenn aber hierauf von Anfang an Rücksicht genommen wurde und die Drehbank nur mit angezogenem Stofse als richtig betrachtet wird, fo entfällt diefer Uebelftand von felbft. Vorzüglich mufs aber an dem Sellers'fchen Reitftocke die Einrichtung genannt werden, durch welche er ftets in feiner Richtung gehalten wird. Da er keine bestimmte Stelle hat, fondern längs des Bettes faft bei jedem Stücke verfchoben werden mufs, können die Führungen, welche ihm das Bett gibt, nicht fehr dicht anliegen, und würden, wenn auch fo gemacht, fehr bald durch Abnützung Spielraum erhalten. Der Reitftock könnte fich dann bald nach rechts, bald nach links anlegen oder auch diagonal ftellen. Um diefs zu verhindern und bei vollkommen leichter Verfchiebbarkeit unferem Objecte durch das Anziehen eine jedesmal richtige Stellung zu geben, bringt Sellers unterhalb an der rückwärtigen Bahn einen prismatifchen Vorfprung an, den die Anzugplatte umgreift. Sie greift ferner in die Reitftockplatte ein, fo dafs beim Anziehen der Schraube der ganze Reitftock gezwungen ift, fich gegen die Kante der rückwärtigen Bahn anzulegen. - Um mit der Drehbank abzufchliefsen, erwähnen wir noch, dafs ihre Spietzenhöhe 143/8 Zoll engl.= 365 Millimeter betrug. Der Amerikaner pflegt aber feine Drehbänke nach dem Durchmeffer zu benennen, welchen der gröfste noch umzudrehende Cylinder haben kann, wobei er noch die mittlere Oeffnung im Bette benützt und fo ift unfere Drehbank in Amerika eine dreifsigzöllige. Nuthstofsmafchine. - Die Nuthftofsmafchine von W. Sellers& Co. Fig. 32, Taf.V, hatte 12 Zoll engl.= 304 Millimeter gröfsten Hub und 24 Zoll engl.= 609 Millimeter Ausladung. Sie unterfchied fich von den gewöhnlichen hauptfächlich durch die verticale Führung des Mefferträgers oder Stofses, welche nicht im Ganzen mit dem Ständer, fondern als Stück für fich ausgeführt war und höher oder tiefer geftellt werden konnte. Hierdurch kann die Führung bis möglichft nahe an das jeweilige Arbeitsftück herangebracht werden. Die Bewegung wird von der Stufenfcheibe durch einfache Räderüberfetzung im Verhältniffe von nicht ganz 1: 6 mit Intervention der Whitworth'fchen Schleife auf die Kurbelfcheibe übertragen. Der Zapfen ift in diefer durch Schraubenfpindel verftellbar. Die Mitte der Kurbelfcheibe liegt gegen die der verticalen Stofsführung etwas einfeitig, fo dafs beim Schnittgange die kleineren Winkel der Leitftange in Anwendung kommen. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 23 An den im Stofse ebenfalls durch Schraubenfpindel verftellbaren Zapfen ift ein Hebel mit Gegengewicht angehangen, deffen Wirkung die Schwere der zu balancirenden Theile übertrifft, fo das ganze Syftem in einfeitiger Spannung erhält und Stöfse durch todten Gang etc. verhindert. Der Tifch hat die bekannten Längs-, Quer- und Kreisbewegungen, feine Auffpannplatte ift auf das Untertheil nur platt aufgelegt und mittels centralen Bolzens gehalten. Ihre Auffpannfchlitze find durch Querrippen ftellenweife unterbrochen, wodurch grofse Steifigkeit erzielt wird. Die Schnecke und das Schneckenrad zur Kreisbewegung liegen im Inneren. Zur Steuerung ift eine horizontale Schraubenfpindel von rückwärts her im Inneren und parallel zu diefer eine genuthete Welle aufserhalb des Ständers angebracht. Das Schaltrad befindet fich auf letzterer. Die Schraubenfpindel wird bewegt, wenn auf ihr vorftehendes Viereck ein paffendes Getriebe aufgefteckt wird, ebenfo ift das Getriebe für die Quer- und Kreisbewegung auf den bezüg lichen Spindeln zu wechfeln oder ganz abzuziehen. Am vorderen Ende der Mafchine befindet fich keinerlei Steuerungsmechanismus Der Arbeiter fteht vielmehr feitwärts, etwas nach rückwärts zu und kann von da aus am beften auf den Stahl und die etwa vorgeriffenen Linien fehen. Durch eine Winkelradüberfetzung ist auch die Bewegung der inneren Schraubenfpindel von Hand in feinen Bereich gebracht, fo dafs er fchnell und bequem arbeiten kann. Im Untertheile des Ständers ift ein Werkzeugkaften angebracht. Die Form diefer Mafchine ift elegant und angenehm, die Stärkenverhältniffe ftehen hinter denen unferer continentalen und englifchen Maſchinen gleicher Capacität zurück. Als Vorzüge müffen die Anordnung der Steuerung und des Gegengewichtes hervorgehoben werden. Die verftellbare Geradführung und die excentrifche Lage der Kurbelfcheibe können als geiftreiche Neuerungen gelten, die aber nicht abfolut nöthig find. Wir vermiffen auch ein Schwungrad, deffen Wegbleiben allerdings in den fchwächeren Dimenfionen einige Rechtfertigung findet, und glauben, dafs der Auffpanntifch leicht kippen wird Bohrerfchleif- Apparat. Ein wunderhübfcher kleiner Apparat, um Spitzbohrer zu fchleifen, zog die Aufmerkſamkeit der Sachverständigen in hohem Grade an. Wir bringen ihn in Figur 33, Taf. VI, zur Anfchauung. Auf einer feftftehenden Achfe find drei Riemenfcheiben angebracht, wovon die äufserfte( erfte) als Losfcheibe dient. Die zweite ift mit der dritten, gröfseren feft verbunden und nimmt fie in ihrer Umdrehung mit. Diefe Scheiben follen 500 Umdrehungen per Minute machen. Aufser den Riemenfcheiben ift noch ein beweglicher Arm auf die fefte Achfe aufgefteckt, der durch eine Schraube herab, durch eine Feder hinaufgedrückt wird, fohin im Bogen verftellbar ift. Diefer Arm erweitert fich am vorderen Ende zu einem Gehäufe mit zwei kleinen Lagern. Die Futter derfelben find äufserlich konifch, aufgefchlitzt und in der Längenrichtung anziehbar. Eine kleine Achfe ift darin gelagert und kann mit Hilfe des Handhebelchens feitlich verfchoben werden. Zwifchen den Lagern trägt die kleine Achfe eine Schnur. rolle mit Nuth für eben genanntes Handhebelchen, in dem äufseren erweiterten Theile des Gehäufes eine Smirgelfcheibe. In dem feften Geftelle ift nach abwärts eine fchräg ftehende genuthete Stange befeftigt, an welcher ein Arm auf- oder abwärts verftellt werden kann. Diefer hat in feinem vortretenden Ende eine gut eingepafste drehbare Büchfe mit gezahntem Rande, in welchem diametral gegenüber Löcher für einen federn L 24 Carl Pfaff. den Stellftift gebohrt find. Die Büchfe ift nach der Form ausgebohrt, welche die Enden der zu fchleifenden Bohrer haben und dient zu ihrer Aufnahme. Oberhalb finden wir einen Parallelfchraubftock, welcher das obere Ende der Bohrer fefthält. Ift nun der Bohrer in der Büchfe und in dem Schraubftock eingefpannt, fo macht feine Mittellinie mit der Achfe des Schleifrädchens gerade den Winkel, den die Schneide haben foll. Im Grundrifs gedacht, liegt aber diefe Achfe etwas vor der Mitte des eingefpannten Bohrers, fo dafs durch die Kreisform des Schleifrädchens auch der richtige Schnittwinkel hergestellt wird. Das Schleifrädchen, durch einen fchwachen runden Riemen von der grofsen Scheibe aus in fchnelle Umdrehung verfetzt und mit dem Handhebelchen feitwärts hin- und herbewegt, berührt beim fucceffiven Herabftellen des beweglichen Armes die Bohrerfchneide und fchleift fie in kurzer Zeit vollkommen rein und fcharf. Der bewegliche Arm wird nun in feiner Stellung gelaffen, der Bohrer um einen Halbkreis gedreht, wieder im Schraubftock feft gemacht und die zweite fich fohin darbietende Schneide vorfichtig von der Seite her angefchliffen. Hierbei erhalten die Schneiden unter fich fowohl als auch zum Schnitt ftets den richtigen Winkel und ihre Spitze fällt immer in die Mittellinie des Bohrers. Diefe Vorrichtung legt für die Werkstättenpraxis unferer Zeit und befonders für die der Herren W. Sellers& Co. ein glänzendes Zeugnifs ab. Sie iſt. zwar nur für Spiralbohrer und gedrehte Spitzbohrer anzuwenden, würde fich aber durch eine kleine Aenderung auch für Centrumbohrer eignen, vorausgefetzt, dafs auch diefe gedreht find. Bohrer mit vierkantigen Enden verdienen heute gar keine Berücksichtigung mehr. Räderfchneidmafchine. Die Rädertheil- und Fraismafchine von W. Sellers& Co. ftellte fich als wahres Prachtftück mechanifchen Raffinements dar, war aber fo complicirt, dafs wohl mancher Fachmann von ihr ging, nicht ohne Bewunderung zwar, aber ohne eine klare Vorftellung von den Mechanismen zu haben, welche in diefer Mafchine harmonifch verbunden alle zum Theilen und Schneiden eines Rades erforderlichen Bewegungen vollkommen felbftthätig und ohne Nachhilfe des Arbeiters verrichten. Wir find offen genug, uns felbft zu diefen zu rechnen, und führen zu unferer Entfchuldigung nur an, dafs diefe Mafchine keine allgemein verwendbare und durch praktifchen Nutzen hervorragende ift, fo dafs wir uns unter der Laft des in genannter Richtung Gebotenen jenes minutiöfen Studiums enthoben glaubten, welches die überrafchend auf einander folgenden, zum Theil verfteckten Bewegungen erfordert hätten. Mit Hilfe der Fig. 34, Taf. VII wollen wir aber fo viel von der Maſchine fagen, als wir während der Ausftellung erhafchen und später herausklügeln konnten; genug, um eine allgemeine Vorftellung zu geben, zu wenig, um eine Reproduction zu ermöglichen. Die Action der Mafchine ift folgende: Wenn das Rad oder die Räder, welche gefchnitten werden follen, aufgefpannt, alle Vorrichtungen richtig eingeftellt find und die Mafchine in Gang gefetzt wird, fchreitet der fich drehende Fraifer langfam vor und fchneidet eine Lücke, dann kehrt er rafch an feinen früheren Ort zurück, das Kad wird um eine Zahntheilung weiter gedreht und der Fraifer fchreitet wieder fchneidend langfam vor. Diefs wiederholt fich bis zur gänzlichen Vollendung des Rades, worauf die Mafchine abgeftellt und zu neuer Thätigkeit vorgerichtet wird. Ganz diefelben Operationen werden bei jeder gewöhnlichen Räderfchneid mafchine gemacht, nur mit dem Unterfchiede, dafs viele der genannten Bewegungen von der Hand des Arbeiters ausgeführt werden müffen. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 25 Wir finden daher auch bei der Räderfchneidmafchine von Sellers viele Theile der gewöhnlichen wieder, namentlich den verftellbaren Spindelftock mit dem Theilrade und der Schnecke, die Vorrichtung zum Eintheilen mit Hilfe von Wechfelrädern.. Das Bett unferer Mafchine ift ftark und nach einem rechten Winkel gebildet, in deffen Spitze eine verticale Säule fteht, auf und in welcher der Antrieb angebracht ift, und welche einen ftarken horizontalen Arm zur Führung des Fraiskopfes trägt. Diefe Säule ift auf dem Bette drehbar und verftellbar, um fich den verfchiedenen Anforderungen zu bequemen. Da aber die Lage des Deckenvorgeleges unverändert bleibt, ift der obere Theil mit den Antriebsriemencheiben auf der Säule ebenfalls drehbar und kann fomit die gegen das Deckenvorgelege erforderliche Lage behalten. Von der rückwärts aus der Säule hervorragenden Stufenfcheibe geht der Riemen über ein Paar Leitrollen auf die am Fraiskopf befeftigte über und treibt hier den Fraifer, fowie einen Theil der Steuerung, während die in der Säule herabgehende Spindel für die übrigen Bewegungen benützt wird. Innerhalb der Stufenfcheibe des Fraiskopfes liegen Winkelräder, welche durch denfelben Frictionsmechanismus, den wir bei der Drehbank kennen lernten, eine fchwache horizontale genuthete Spindel mit variabler Gefchwindigkeit in Bewegung fetzen. Diefe Spindel geht durch die Säule neben der verticalen durch und treibt mittels eines kleinen Getriebes ein Hülfenrad, welches mit dem Mittelgetriebe eines fogenannten Planetenräderwerkes in Verbindung fteht. Beim Schnittgange nimmt das mit den beiden Planetenrädern verbundene Schrägräderpaar nicht an der Bewegung Theil, es ift an der Drehung verhindert und das grofse, auch aufsen verzahnte Rad treibt durch gleiche Ueberfetzung die unten im Führungsarme des Fraiskopfes liegende genuthete Spindel langfam an. Von hier aus wird die Bewegung durch kleine Räder auf die Mutter übertragen, welche rückwärts am Fraiskopfe gelagert ift. Die Schraubenfpindel inmitten des Führungsarmes ift drehbar eingefetzt, jedoch mit einer Reibung, welche die der Muttergewinde überfteigt, fo dafs fie während der Vorwärtsbewegung ftillfteht. Sie trägt zwei verftellbare Muffen, welche den Hub des Fraiskopfes begrenzen. Sobald die fich drehende Mutter an eine der Muffen herankommt, und fie mittels eines Vorfprunges erfafst, theilt fie der Muffe und mit ihr der Schraubenfpindel eine drehende Bewegung mit. Durch eine im Innern der Säule auf der Schraubenfpindel angebrachte Kurbel wird nun das bisher feftgehaltene Schrägräderpaar erft frei, und dann fofort mit der verticalen Spindel verkuppelt. Hierdurch in rafche Umdrehung verfetzt, nimmt es das ganze Planetenradfyftem mit und dreht durch die unten im Arme liegende genuthete Welle die Schraubenmutter rafch und entgegengefetzt zur früheren Richtung um. Der Fraiskopf geht rafch in feine Anfangsftellung zurück, feine Schraubenmutter kommt an die diefsfeitige Muffe, erfafst fie und dreht die Schraubenfpindel in ihre vorige Stellung zurück. Hierbei wird nicht nur der vorige Stand in Hinficht auf die Vorwärtsbewegung des Fraiskopfes wieder hergeftellt, fondern auch eine weitere Vorrichtung im Innern des Bettes in Thätigkeit gefetzt, welche die obere Welle im Bette veranlafst, fich einmal umzudrehen. Diefe eine Umdrehung wird nun durch Stirnräder auf die zweite untere Welle übertragen, und zwar fo, dafs fie gleichfalls eine, zwei oder drei Umdre hungen macht. Die Stirnräderpaare ftehen in den hierzu nöthigen Ueberfetzungsverhältniffen zu einander und man hat nur das betreffende Rad auf der oberen Spindel feftzuftellen und die beiden anderen lofe zu laffen, um die zur gegebenen Eintheilung nöthige Umdrehungszahl zu erzielen. Durch die am anderen Ende der unteren Welle angebrachte Kurbel icheibe mit Zahnftange und Getriebe wird nun der Stellhebel einmal, zweimal oder dreimal im Kreife gedreht, wobei die Klinke jedesmal ausgelöft wurde und diefe Umdrehungen übertragen fich durch die Stellfpindel auf die Wechfelräder, 26 Carl Pfaff. welche ganz wie bei gewöhnlichen Mafchinen die Verfchiebung des zu fchneidenden Rades um eine Zahntheilung beforgen. Die Mafchine kann Stirnräder bis zu 4 Schuh 6 Zoll engl. 1371 Millimeter Durchmeffer und 9 Zoll 228 Millimeter Breite ſchneiden. Es können auch mehrere gleiche Räder bis zur Erreichung diefer Breite zufammen aufgefpannt und gefchnitten werden. Der lange Dorn findet dann an feinem freien Ende Unterſtützung durch einen lünettenartigen Arm, welcher von der Winkelfeite des Bettes herüberreicht. Wie von allen Rädertheil- und Fraismaschinen wird auch von diefer gefagt, dafs fie zum Schneiden von Winkelrädern geeignet fei. Es mag diefs wohl auch unter Anwendung fpecieller Zahnformen und mehrmaligen Durchfraifens möglich. fein, eine praktifche Verwendung der Mafchine wird es aber nie bilden. Schneckenräder können auf unferer Mafchine durch Schrägftellen der Fraifenfpindel, aber nicht felbftthätig gefchnitten werden. Man mufs vielmehr den Spindelftock mit dem zu fchneidenden Rade bis zur Erreichung der erforder lichen Zahntiefe vorrücken, ihn dann zurückziehen, die Verfchiebung um eine Zahntheilung vornehmen und dann den Spindelftock wieder vorrücken. Alle diefe Bewegungen müffen von Hand gemacht werden, der Fraiskopf verſchiebt fich dabei nicht. Sehr bemerkenswerth war auch der von Sellers verwendete Fraifer felbft, welcher von unferen gewöhnlichen wefentlich abweicht. Wir kommen auf denfelben bei einem anderen Ausfteller zurück, wiffen aber nicht, welchem von Beiden die Ehre feiner Erfindung gebührt. Zur Maffenfabrication gefchnittener Räder ift die befchriebene Mafchine unftreitig ganz befonders geeignet, allein es drängt fich die Frage auf, ob es denn überhaupt gut und richtig fei, gefchnittene Räder anzuwenden. Wir beantworten diefelbe mit„ Nein" und bekennen uns als Anhänger der gegoffenen. Die Theil und Fraismafchine halten wir allerdings für unentbehrlich, möchten fie aber nur zur Herſtellung der Modelle verwendet wiffen und da genügt die gewöhnliche Conftruction vollkommen. Wir halten die gefchnittenen Räder für nicht fo widerftandsfähig als die gegoffenen und nicht fo genau als diefe. Den erften Vorwurf wird Jedermann dadurch begründet finden, dafs die dichte Gufshaut auf der Oberfläche der Zähne fehlt, dem zweiten wird wohl manches ungläubige Lächeln entgegengebracht werden. Ja wir machen uns wohl gar einer Inconfequenz fchuldig, da wir doch die Räderfchneidmafchine zur Herftellung der Modelle benützen wollen! Und dennoch, wohlgeneigter Lefer, hat die Sache nach allen Seiten ihre Richtigkeit. Modelle, welche von der Räderfchneidmafchine kommen, können nie direct zum Abguffe verwendet werden. Sie find einmal zu rauh und bedürfen der Politur. Vorher müffen fie aber eine Probe auf ihre Richtigkeit beftehen, und zwar fo, dafs man zwei zufammengehörige Räder auf parallelen Achfen in richtiger Diftanz gegen einander langfam umdreht und zufieht, ob alle Zähne einander richtig berühren, keiner den andern abhebt oder zu fpät kommt. Bei folcher Probe kommt man auf die Fehler der Räderfchneidmafchinen, welche grösser und häufiger find, als man allgemein glaubt. Unter Wiederholung diefer Probe werden nun die Modellräder adjuftirt, indem auch Sorge getragen wird, dafs immer neue Zähne zufammentreffen. Abgüffe fo hergestellter Modelle find richtiger, als gefchnittene Räder. Bei näherer Betrachtung zeigt fich diefs auch als ganz natürlich, und wir werden uns fogleich überzeugen, dafs auch die exactefte Mafchine nicht im Stande ift, ganz genaue Räder zu produciren. Die Urfache liegt aber nicht in der Mafchine felbft, fondern in der Natur des Fraifers und feiner Wirkungsweife. Schon die erfte Herftellung eines Fraifers ift mit grofsen Schwierigkeiten ver Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 27 bunden, wenn er die gewünſchte Zahnform genau wiedergeben foll, und es laufen hierbei von vornherein kleine Fehler mit unter. Beim Härten verzieht er fich, auf die Spindel gebracht, fchlägt er und producirt eine Lücke, die von der vorgefchriebenen abweicht. Wenn es aber auch endlich geglückt ift, den Fraifer richtig herzuftellen, fo kann er auf einer Seite fchärfer fein als auf der anderen, oder auf härtere Stellen im Materiale treffen, wodurch fowohl die richtige Form als auch die genaue Theilung der Zähne beeinträchtigt wird. Endlich tritt nach einer gewiffen Anzahl von Schnitten Abftumpfung und Abnützung des Fraifers ein, welche wieder ihr Theil zur Ungenauigkeit beitragen. Auch neue Fraifer haben keineswegs fehr günftige Schnittwinkel und können nur unter einem ftarken Drucke arbeiten, der am allerwenigften vermindert werden kann, wenn es fich um die Herftellung zahlreicher Räder handelt. Als weiterer Uebelftand mufs erwähnt werden, dafs es faft unmöglich ift, die zu fchneidenden Räder feft genug auf der Mafchine einzufpannen und fie vor dem Nachgeben und Federn zu fchützen. Allen diefen Umftänden gegenüber befindet fich das Formen und Giefsen der Räder nach genauen Modellen entfchieden im Vortheile, fobald nur einige einfache Vorfichtsmafsregeln getroffen find. Das Modell mufs aufser feiner Richtigkeit auch noch die Eigenfchaft haben, dafs es leicht aus dem Sande geht, und mufs, wenn es öfters benützt werden foll, von Metall oder Gufseifen fein. Es mufs ferner als Regel gelten, dafs umgewor fene oder lofe gewordene Zähne nicht geflickt werden dürfen. In folchem Falle mufs die Form friſch gemacht werden. Man kann zur Erleichterung auch Ringe anwenden, welche genau an die Zahnflanken anfchliefsend, die verkehrte Zahnung haben und um das Modell herum den Sand niederhalten. Ueberhaupt mufs mit Vorficht verfahren werden. Dann ift aber das Refultat ficher, denn es findet auf die Form kein bedeutender, am allerwenigften ein einfeitiger Druck ftatt. Wir find daher der Anficht, dafs alle öfters vorkommenden Räder nach guten Modellen mit Sorgfalt gegoffen, und die Mafchinen nur zum Schneiden der Modelle und der ungewöhnlichen, einzeln vorkommenden Räder verwendet werden follten. Die Pratt& Whitney Company in Hartford, Connecticut. Durch vorftehende Firma wurde eine Collection echt amerikaniſcher Werkzeugmafchinen zur Anfchauung gebracht. Diefelben find ausfchliefslich zur Fabrication von Nähmafchinen und Handfeuerwaffen beftimmt, es ift alfo nicht nur ihre Conftruction, fondern auch ihre Beftimmung, welche ihnen diefen Namen fichert. Von Amerika kamen in der That folche und ähnliche Maſchinen in die ganze übrige Welt, nachdem die Nähmafchine und das neuere Hinterladungsgewehr vorher angenommen worden waren. Die Ausführungen der genannten Firma find von tadellofer Schönheit und Genauigkeit. Die angewandten Formen originell und die Conftructionen den verlangten Leiftungen bewunderungswürdig angepasst. Die Collection war fehr reichhaltig, fie umfafste 14 Stück kleine Werkzeugmafchinen, und zwar zwei kleine Drehbänke, eine verticale Bohrmaschine, eine kleine Hobelmafchine, eine fechsfpindelige Revolver- Bohrbank, eine vierfpindelige verticale Bohrmaſchine, zwei Gefenkfraismafchinen, eine Copirmafchine, zwei Fraismafchinen, zwei Revolverbänke und eine Fraifenfchleifmafchine. Es würde uns zu weit führen, wenn wir alle diefe Mafchinen ausführlich befchreiben wollten. Wir führen als charakteriftifch an, dafs fie alle auf das Princip der ftrengften Arbeitstheilung bafiren und fo eingerichtet find, um immer eine beftimmte Bearbeitung an einer grofsen Anzahl gleicher Stücke vorzu 28 Carl Pfaff. nehmen. Die Einfpannung diefer Stücke ift fo vorgerichtet, dafs fie rafch und ohne alles Nachmeffen vorgenommen werden kann. Sie ftützt fich auf irgend eine gerade Seite oder vorausgegangene Bearbeitung desfelben Stückes und fichert ihm ftets die richtige Lage. Hat ein Detail auf diefe Weife eine Reihe von Mafchinen paffirt, fo ift es fertig, und eines ift in feiner Gröfse und Form den taufend anderen, welche denfelben Weg gemacht haben, fo vollkommen gleich, dafs fie unter einander verwechfelt werden können. Die Fabricationsmethode ift unter dem Namen des„ Interchangeable- Syftem" bekannt. Zu näherer, wenn auch kurzer Befchreibung wählen wir einige Maſchinen aus, welche fich theils durch allgemeinere Verwendbarkeit, theils durch Neuheit auszeichnen. Drehbank. Die kleine Drehbank( Fig. 35, Taf. VIII) hat keine Räderüberfetzung, einen vierftufigen Konus für 2 Zoll= 51 Millimeter Riemen, offene cylindrifche Lager mit Spindelftock und eine verhältnifsmäfsig ftarke Stahlfpindel, welche mit einer durchgehenden Bohrung von 9/16 Zoll engl. 14 Millimeter verfehen ift. Das Bett hat breite Bahnen, auf welchen dreieckig prismatifche Kanten zur Führung des Reitftockes und Suportfchlittens angebracht find. Wir finden diefe Form bei vielen amerikanifchen Schlittenbewegungen wieder. Der Reitftock hat einen vollen Körper und defshalb Anziehvorrichtung mit Excenter und feitlich zur Hand ftehendem Hebel. Er ift fehr lang. Der Suportfchlitten ift lang und breit. Er wird durch eine Schneckenwelle mit drei Gefchwindigkeiten zum Egalifiren felbftthätig bewegt und kann von Hand rafch verftellt werden. Aufser der Bewegung längs des Bettes ift nur noch eine Querbewegung des Mittelftückes angebracht, welches eben fo lang ift, als der Schlitten und ohne Umgreifung auf V- förmigen Bahnen gleitet. Schlitten und Mittelftück find in der Mitte fehr fchmal gelaffen und fchieben fich mit ihren langen Flügeln an Reitftock oder Spindelftock vorbei, fo dafs der einfache Stahlhalter bis dicht an die Spitzen herankommen kann. Auf dem Mittelftück liegt ein kreuzförmiger Theil, Fig. 36, in deffen Schlitzen der Stahlhalter von Hand verftellbar ift und welcher fich vorn um zwei an den Enden liegende, nur halb umfafste horizontale Zäpfchen drehen kann. Rückwärts ift das fchmale Ende geführt und mit eine Stellfchraube verfehen. In der Mitte hängt ein ftarkes Gewicht und hält die ganze Conftruction nieder. Durch Heben oder Nachlaffen des drehbaren Obertheiles wird eine viel feinere Einftellung der Stahlfpitze ermöglicht, als mit der Querbewegung, und eben die feine Einftellung, refp. Erzielung genauer Durchmeffer ift Zweck diefer in Amerika häufig angewandten Einrichtung. An der zweiten Drehbank, welche ganz ähnlich, nur mit Räderüberfetzung verfehen war, fand fich aufserdem eine Vorrichtung angebracht, um konifch zu drehen. Auch diefe ift in Amerika häufig und geht unter dem Namen„ Former attachment". Rückwärts ift oben am Bett eine Führungsfchiene angebracht, welche in verfchiedenen Winkeln zur Bettrichtung feftgeftellt werden kann. Das Stück, welches fich an ihr führt, ift bis zur Schraubenmutter der Querbewegung ver längert und hält diefe feft, fo dafs der Suport der Schiene folgen und eine kleine Querbewegung machen mufs, wenn er längs des Bettes verfchoben wird. Hier. durch können konifche Theile gedreht werden, ohne dafs die Reitftockfpitze aus ihrer Richtung zu kommen braucht, und es ift klar, dafs auch fchwach gefchweifte Gegenstände mit Hilfe ähnlicher Führungsfchienen hergeftellt werden können. Für kleinere und mittlere Drehbänke eignet fich die befchriebene Einrichtung vorzüglich. Sie hat vor der gewöhnlichen Manier den Vorzug, dafs die Spitzen in der Mittellinie des zu drehenden Gegenftandes bleiben und ift fehr einfach, auch kann fie zum Bohren oder Ausdrehen konifcher Löcher verwendet Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 29 werden. Die neuerdings bei uns eingeführte Methode, konifche Formen durch gleichzeitige felbftthätige Steuerung des Suports in Länge und Quere zu bilden, hat nur den Vorzug, dafs der Konus genau durch die aufgefteckten Wechfelräder präcifirt ift und es zur Reproduction nur deren Notirung und Wiederanwendung bedarf. Bohrmaſchinen. Die in Fig. 37, Taf. IX fkizzirte vierfpindelige Bohrmaſchine hat den Zweck, das Auswechfeln der Bohrer zu vermeiden, wenn nach einander verfchie dene Bohrungen ausgeführt werden follen. Es werden zu diefem Ende die verfchieden geformten Bohrer gleichzeitig in den Spindeln befeftigt und betrieben. Durch Riemenfcheiben von verfchiedener Gröfse ift für die den Bohrerftärken entfprechenden Gefchwindigkeiten nach Möglichkeit geforgt. Der Antrieb erfolgt ausfchliefslich durch Riemen und ift die Anordnung aus der Zeichnung erfichtlich. Zur Erzielung gröfserer Genauigkeit find die Bohrfpindeln feft und forgfältig gelagert, der Vorfchub wird durch den unterhalb gut geführten ausbalancirten und fowohl von Hand als auch durch Fufstritt verftellbaren Tifch beforgt. Die zu bohrenden Gegenftände find in eigenen Vorrichtungen, welche gute Auflage auf den Tifch bieten, fo befeftigt, dafs fie die Bohrung in der vorgefchriebenen Richtung empfangen, und, wo es möglich ift, finden fich an der Vorrichtung Führungen für den Bohrer angebracht, welche gleich die Stelle angeben, in welche das Bohrloch treffen foll und gegen Verlaufen des Bohrers fchützen. An der Führung des Tifches ift eine Platte mit vorſtehendem Rande angebracht, welche die bei der Arbeit verwendeten und überfliefsenden Schmiermittel, Späne u dgl. aufnimmt. Die ganze Mafchine ift nur für die Maffenproduction kleiner Gegenftände nach dem Interchangeable- Syftem, aber hiefür ganz ausgezeichnet geeignet und mit hervorragender Präcifion ausgeführt. Auch bei einer einfpindeligen gröfseren Bohrmaſchine, welche unfere Firma ausftellte, war das Princip durchgeführt, die Lagerung der Bohrfpindel möglichft nahe am Bohrer zu behalten. Wir geben auch diefe Mafchine, weil wir jenes Princip für vollkommen richtig halten und in ihm die Richtung finden, in welcher unfere Bohrmaſchinen zu verbeffern wären. Die lange Bohrfpindel( Fig. 38) wird von oben durch ein Winkelrad angetrieben, in welchem fie fich verfchieben kann. verfchieben kann. Sie ist unten in einem Arme gelagert, welcher an der hohlen Säule höher oder tiefer feftgeftellt werden kann, und zu diefem Zwecke mit breitem Fufse Geradführung und Gegengewicht ( in der Säule) verfehen ift. Somit kann die Mafchine leicht für mehr oder weniger hohe Arbeitsftücke hergerichtet werden und bietet darin fogar mehr Spielraum als unfere gewöhnlichen, während doch das Lager ftets nahe beim Arbeitsftücke bleibt. Die Bohrfpindel dreht fich aber nicht direct im unteren Lager, fondern in einer Hülfe von mäfsiger Länge, die fich im unteren Arme durch angefetzte Zahnftange verfchiebt. In diefer Hülfe kann fich die Bohrfpindel nur drehen, aber nicht verfchieben, fie empfängt von ihr die Vorfchubbewegung und den zum Bohren nöthigen Druck. Auf die Zahnftange wirkt das kleine Getriebe einer quer durch den Arm gehenden kurzen Achfe, welche durch doppelte Schneckenüberfetzung langfam angetrieben wird. Die horizontale Schnecke ift mit dem Handrade feft, mit dem erften Schneckenrade aber durch Frictions kuppelung lösbar verbunden, fo dafs fowohl die schnelle Aufwärtsbewegung, als auch das Anftellen zum Bohren durch das Handrad bewirkt werden können. An der dem 2ten Schneckenrade entgegen 30 Carl Pfaff. gefetzten Seite ift auf der horizontalen Druckwelle eine eingetheilte Scheibe angebracht und wird durch Reibung mitgenommen. Löft man die getheilte Scheibe beim Anftellen eines Bohrers, ftellt fie auf Null und kuppelt fie wieder durch Anziehen einer geränderten Mutter, fo zeigt fie auf ihrem Umfange fortan die Tiefe, bis zu welcher die Bohrerfpitze eingedrungen ift. Horizontale Bohrmaſchine mit fechs Spindeln. Wenn es fich um abfolute Genauigkeit und etwas längere Bohrungen handelt, fo können die verticalen Bohrmaſchinen, mögen fie auch noch fo vollkommen ausgeführt fein, niemals die Leiftungen einer zum Bohren eingerichteten Drehbank erreichen. Wir geben eine folche, denn nichts Anderes ift unfere horizontale Bohrmafchine in Figur 39, Taf. X. Die zu bohrenden Gegenftände werden mit paffenden Vorrichtungen aufgefpannt und laufen wie auf der gewöhnlichen Drehbank um. Anftatt des Reitftockes hat unfere Bank eine Gruppe von fechs horizontalen Spindeln, welche fo im Kreife angeordnet find, dafs immer die oberfte genau ins Mittel der Dreh bankfpindel fällt. Die gerade oben ftehende Spindel wird von dem Vorfchubmechanismus erfafst und kann von Hand vorgefchoben und zurückgezogen werden, ohne dafs die übrigen an der Bewegung theilnehmen. Sämmtliche Spindeln können fich nicht um ihre Achfen drehen, fondern nur in der Längenrichtung verfchieben; das ganze Syftem ift aber durch eine eigenthümlich geformte Vorrichtung, welche die Mitte zwifchen Hebel und Verzahnung hält, in der Art drehbar, dafs nach einander alle Spindeln in die obere mit der Drehbankfpindel correfpondirende Stellung gebracht werden können. Ein federnder Riegel hält fie dann bis zu neuer Drehung feft. In die Enden der Spindeln werden nun jene Bohrer oder Werkzeuge eingefetzt, welche zur Herftellung ciner gewiffen, meift complicirten abgefetzten Bohrung nöthig find, und fucceffive zur Anwendung gebracht. Fraismafchine. Die Fraismafchine( Fig. 40, Taf. X) ift für die Maffenfabrication kleiner Beftandtheile berechnet. Von der feitlich feft gelagerten Antriebswelle mit dreiftufiger Scheibe wird die Bewegung durch einfache Räderüberfetzung auf die ver tical verftellbare Fraifenfpindel übertragen. Die Verzahnung geftattet die hierbei fich ergebenden geringen Diftanzveränderungen der Achfen. Die Schraubenfpindeln, welche die verticale Verftellung beforgen, gehen bis unterhalb des Bettes durch und find dort durch Getriebe und ein verfchiebbares, beiderfeits geflantfchtes Rad zu gleichzeitiger Bewegung verbunden. Sie können oben durch Gegenmuttern feftgeftellt werden. Gegenüber der Fraifenfpindel ift auf dem Bette ein ftellbares Lager für lange Fraifer oder deren Dorne angebracht. Die Arbeitsftücke werden in einem ftarken Parallelfchraubftock oben auf dem Suport eingefpannt. Der letztere hat Längs- und Querbewegung von Hand zum Einftellen und von der Mafchine aus zum Arbeiten. Auf der uns nicht fichtbaren Seite ift eine Vorrichtung angebracht, um die Mafchine anzuhalten, wenn die Arbeit vollendet ift. Am Suport fehen wir ein Beiſpiel rechteckiger Einpaffung, fowie ferner an der Mafchine jene Form von gedrehten Handgriffen und Kurbeln, welche in Amerika beliebt ift. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 31 Brown& Sharpe Manufacturing Company, in Providence Rhode Island. Gleichen Zwecken, wie die eben befchriebenen Maſchinen, waren die der voranftehenden Firma gewidmet. In ihrem Charakter zeigte fich die gröfste Aehnlichkeit, und die äufserft genaue. elegante und folide Ausführung ftand mindeftens eben fo hoch, wenn nicht höher. Es waren fieben verfchiedene Mafchinen ausgeftellt, von denen wir folgende zur Befchreibung auswählen: Univerfal- Fraismafchine, Eine fehr complete, mit finnreichen Verbefferungen ausgerüftete Mafchine.. Sie arbeitet ohne Räderüberfetzung und hat einen vertical am Geftell verfchiebbaren Tifch, welcher oben eine Platte trägt, die parallel zur Fraifenachfe, alfo heraus oder herein verftellbar ift. Verticale und horizontale Einftellung diefer Theile erfolgt von Hand, der Tifch ift mit einer befonderen Arretirungsfpindel verfehen. Auf der genannten Platte befindet fich drehbar der eigentliche lange Suport, welcher felbftthätig vorgefchoben wird und fich dabei rechtwinklig oder unter einem fpitzen Winkel zur Fraifenachfe bewegt( Fig. 41, Taf XI). Der felbftthätige Vorfchub wird durch eine Welle mit zwei Univerfalgelenken und ein paar Winkelräder auf die Leitfpindel des Suports übertragen. Zwifchen beiden Univerfalgelenken befteht die Welle aus zwei Theilen, die fich in einander verfchieben können, fo dafs die Verbindung in allen Stellungen des Tifches und des Suports ungeftört bleibt. Auf dem Suport kann irgend ein Gegenftand oder eine beliebige Vorrichtung, meiftens ein Parallelfchraubftock, befeftigt werden. Ausserdem find noch ein paar Köpfe mit befonderer Einrichtung vorhanden, welche zum Einfpannen von Spindeln, Bohrern Reibahlen, Fraifen etc. dienen. Der eine gleicht faft dem Reitftock einer Drehbank und hat auch deffen Function. Der andere ift dem Spindelftock zu vergleichen und erfafst mit feiner Spindel den zu bearbeitenden Gegenftand. Rückwärts befitzt die Spindel einen Theilapparat, fo dafs fie um beliebige Winkel verdreht werden kann. Hiedurch ift es möglich, regelmäfsig vertheilte Nuthen in die aufgefpannten Gegenftände zu fchneiden. Es ist aber auch dafür geforgt, dafs von der Leitfpindel aus durch geeignete Wechfelräder eine langfame Drehung auf die Spindel des Einfpannkopfes übertragen werden kann, wodurch dann die Nuthen auf cylindrifchen Gegenständen fpiralförmig werden, wie z. B. bei den Spiralbohrern. Bei diefen wird auch die fchräge Einftellung des Suports gebraucht, um einen günftigen Schnittwinkel zu erzielen. Kurze konifche Gegenftände können dadurch auf ihren Mantelflächen gefraift werden, dafs die Spindel des Einfpannkopfes, wie gezeichnet, fchräg eingeftellt wird. Eine ähnliche gröfsere Vorrichtung( Fig. 42, Taf. XI) kann zum Schneiden von Stirn- und Schneckenrädern bis 13 Zoll= 330 Millimeter verwendet werden. Auf der Einfpannfpindel fitzt eine Theilfcheibe von 20 Zoll 508 Millimeter Durchmeffer mit zahlreichen Theilkreifen, Am rückwärtigen Lagerſtänder ift der Arm für den Theilftift angebracht und kann leicht auf den betreffenden Kreis eingeftellt werden. Der Theilftift hat folide Führung in einer langen Hülfe und wird durch eine gedeckte Spiralfeder angedrückt. Im vorderen Lagerſtänder ift eine Stellfchraube angebracht, die dem zu fchneidenden Rade während der Operation als Stütze dient. Das eingefpannte Rad wird mit den beiden Köpfen und der unten gezahnten Führungsplatte von Hand hin- und herbewegt. 32 bracht. Carl Pfaff. Zur leichteren Auffindung der Theilpunkte find verftellbare Zeiger angeAehnliche Zeiger finden wir auch bei der Theilvorrichtung des kleinen Apparates. Hier haben fie aber den Zweck, eine gröfsere Anzahl von Theilungen zu ermöglichen, als die kleine Theilfcheibe ohne Weiteres erlauben würde. Man ftellt hierzu die Zeiger fo ein, dafs fie genau eine gewiffe Zahl von Theilpunkten zwifchen fich faffen, einen Bruchtheil des ganzen Umfanges. Hierbei liegt der Theilftift an der Kante eines der Zeiger fo an, dafs diefer hinter ihm bleibt. Der Stift wird gelöft und eine viertel, halbe, ganze oder mehrfache Umdrehung gemacht, was dadurch conftatirt wird, dafs der Stift wieder die Kante des Zeigers tangirt, von dem er ausging. Nun wird aber die Drehung fortgefetzt bis zur Berührung des nächften Zeigers, fo dafs die Summe der ganzen Winkelbewegung gleich der gemachten Umdrehung mehr dem Bruchtheil ift, welche die Zeiger zwifchen fich fafsten. Endlich werden die beiden unter fich jetzt nicht verftellbaren, aber als Ganzes auf der Spindel nur durch Reibung gehaltenen Zeiger um ihren Winkel vorgerückt, fo dafs der Theilftift rückwärts wieder am Ausgangszeiger anliegt. Viel einfacher und derber war eine weiters von unferer Firma ausgeftellte Fraismafchine mit Räderüberfetzung, deren Spindel in einem Doppelarm gelagert war, welcher fich um die Antriebsachfe drehen konnte, und fo eine verticale Verftellung im Bogen zuliefs. Die Vorfchubbewegungen erfolgten von Hand. Revolver- Drehbank. Unter diefem Namen ift die in Fig. 43, Taf. XI dargestellte Mafchine bef uns bekannt. Derfelbe ift von dem drehbaren Werkzeughalter entlehnt, welcher nacheinander das geeignete Specialwerkzeug zur Arbeit darbietet. Der Amerikaner nennt fie einfach ,, Screw- Mafchine"( Schraubenmafchine). Aehnliche Maſchinen waren auch von der Firma Pratt& Whitney Co. ausgeftellt und nur in Nebendingen von der gegenwärtigen verfchieden. Diefe Mafchinen find beftimmt, von rundem Draht oder Rundeifen, in einzelnen Fällen auch von Stäben mit vier- oder fechskantigem Querschnitt, welche von rückwärts durch die hohle Spindel eingeführt werden, auf die fchnellfte Weife kleine Schrauben, Stifte, Griffe u. dgl. herabzudrehen. Dabei wird das Princip befolgt, dafs zu jeder der fucceffiven Operationen ein geeignetes, genau vorgerichtetes Werkzeug benützt wird, deffen Wirkung ganz beftimmt abgegrenzt ift. Sind die zu erzeugenden Gegenstände Schrauben, fo wird das Gewinde unter den anderen Operationen mitgefchnitten, woraus folgt, dafs es mit den übrigen Theilen concentrifch ift, oder wie man zu fagen pflegt, rund läuft. Es ift in der That erftaunlich, welche Maffen von complicirt geformten kleinen Gegenftänden in kurzer Zeit auf einer folchen Mafchine gemacht werden können, doch mufs auch im Gegenfatze erwähnt werden, dafs fie nur da anwendbar find, wo eben taufende gleicher Stücke gebraucht werden, da das Herrich ten, Einfpannen und Einftellen der Werkzeuge umftändlich und theuer ift. Die Mafchine befteht aus einem kurzen Drehbankbett mit Spindelftock ohne Räderüberfetzung. Die Spindel ift hohl und hat am vorderen Ende ein Klemmfutter( ,, chuck") zum Halten der Materialftäbe. Sie hat vorn einen Bund, der mittels gehärteter Beilagsfcheibe am Lager anliegt und ift rückwärts durch Muttern angezogen. Die vorderen Lagerfchalen( Bronze) find viertheilig mit Seitenftellung. Rückwärts fteht die Spindel ziemlich weit vor und trägt eine Patrone( Leitfchraube), deren Muttergewinde in einem Handhebel befeſtigt iſt und durch Niederdrücken zum Eingriff gebracht wird. Der Handhebel fitzt auf Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 33 einer gedrehten Stange, welche am Spindelftock in zwei Armen verfchiebbar gelagert ift, beiläufig an der Stelle, wo gewöhnliche Drehbänke die Vorgelegewelle haben. Auf diefer Stange ift der Handhebel verftellbar. Sie trägt an ihrem vorderen Ende hinter dem Klemmfutter einen Suport, deffen lange Bahn behufs Einftellung eine mäfsige radiale Verftellung auf der Stange zuläfst, und durch einen Anfchlag verhindert ift, eine gewiffe Stellung zu überfchreiten. Durch ein angehängtes Gewicht wird die Stange mit Handhebel und Suport fortwährend nach rückwärts gezogen. Ift nun ein geeigneter Meifsel im Suport eingefpannt und ein vorher abgedrehtes Stück im Klemmfutter, fo kann auf diefes ein Gewinde gefchnitten werden, welches in der Steigung der Patrone entspricht, feine Form aber vom Meifsel und feine Tiefe von dem genannten Anfchlage erhält. Man braucht nur die Bank verkehrt umlaufen zu laffen, den Handhebel herabzudrücken und am Ende des Gewindes wieder aufzuheben. Zuerft wird durch die Patrone der Handhebel mit Stange und Suport vorgefchoben, dann zieht das Gewicht das ganze Syftem zurück. und die Operation wird wiederholt, bis das Gewinde rein ausgefchnitten und der Anfchlag in Wirksamkeit getreten ift. Das Mutterſtück und die Patrone haben gröfsere Gangtiefe als das zu fchneidende Gewinde, um auch beim Anfang der Operation den Eingriff zu geftatten. Je nach der Entfernung, die das Gewinde in axialer Richtung vom Spindelkopfe haben foll, wird der Handhebel auf der gedrehten Stange ein geftellt. Weiters finden wir auf unferer Mafchine einen Doppelfuport, mit zwei gegen einander überftehenden Stahlhaltern. Diefer wird zum Andrehen von Spitzen und Flächen, Einftechen von Nuthen und zum Abftechen der fertigen Stücke gebraucht. Er ift längs des Bettes verftellbar, wird aber in einer beftimmten Pofition feftgemacht und hat dann nur eine Verfchiebung in der Querrichtung. Die verfchiebbare Platte hat rückwärts eine Nuth, in welcher der Stahlhalter parallel zur Spindel und vornen zwei Nuthen, in denen er rechtwinklig darauf verfchoben und eingeftellt werden kann, fo dafs die nöthigen Veränderungen vorgenommen werden können, analog der bei der Pratt& Whitney Co. fkizzirten Einrichtung. Die Querbewegung, durch welche entweder das vordere oder das hintere Werkzeug zum Angriff gebracht wird, ift beiderfeits durch ftellbare Anfchläge begrenzt. Sie kann durch Schraubenfpindel und Handgriff oder auch durch einen Hebel bewirkt werden, welcher nach Entfernung der Schraubenfpindel eingehängt wird. Diefer Hebel war uns bemerkenswerth durch eine Art Manfchette, welche das Herabfliefsen des Oeles auf den Handgriff verhindert und diefes zur Seite abtropfen läfst. Die charakteriftifche Eigenthümlichkeit unferer Mafchine ift aber der rotirende Werkzeughalter. Er ift am vorderen Ende eines Schlittens angebracht, der fich in einem langen Rahmen fchieben kann, welcher auf dem Bett verftellbar ift. Der Werkzeugträger dreht fich um eine verticale ftählerne Achfe in gehärteten Büchfen. Er hat fieben radiale, hart ausgebüchfte Bohrungen, in welchen die betreffenden Werkzeuge mit Stellfchrauben befestigt werden können. Correfpondirend mit diefen find an der unteren Fläche eben fo viele verticale Bohrungen angebracht und mit konifchen Stahlbüchfen ausgefüttert, in welche ein paffender gut geführter Stahlftift durch Federdruck einfpringt und den Werkzeugträger fefthält. Es fteht dann jedesmal eine der horizontalen radialen Bohrungen genau gegenüber der Drehbankfpindel und in ihrer Achfenrichtung. Das etwa eingefpannte Werkzeug kann den Gegenftand bearbeiten, wenn es entſprechend vorgefchoben wird. Der Vorfchub wird dem Schlitten und dem Werkzeugträger durch das Handkreuz mitgetheilt, an deffen Welle im Innern des Rahmens ein Getriebe fitzt, welches in die Zahnftange des Schlittens eingreift. Statt des Kreuzes kann auch ein Hebel aufgefteckt werden, welcher in dem oben auf dem 3 34 Carl Pfaff. Schlitten angebrachten Bolzen feinen Drehpunkt in dem rückwärts am Rahmen fitzenden drehbaren Lager feinen Stützpunkt findet, fich in letzterem verfchieben kann und eine bequeme horizontale Lage hat. Der ftählerne Arretirungsftift, von dem wir vorhin fprachen, ift mit einem Hebel verbunden, der wie genannter Stift feine Führung, auch feinen Drehpunkt. am Schlitten hat, an deffen Bewegungen theilnimmt und im eingefchobenen Stande des Schlittens frei ift. Wird diefer Hebel von Hand bewegt, fo löft er den Arretirungsftift aus dem Werkzeughalter und geftattet deffen Drehung und Einftellung.. Wird aber der Schlitten mittels des Handkreuzes nach rückwärts bewegt ,. fo kommt zuerft der Hebel an eine im Rahmen angebrachte fchiefe Ebene ,. welche ihn bewegt und fo den Stift auslöft. Dann fchlägt der Arm eines fiebentheiligen Sternrades an einen feften Stift, und da das Sternrad mit dem Werkzeugträger feft verbunden ist, wird diefer bei der Weiterbewegung um ein Siebentel, das heifst fo weit gedreht, dafs der Arretirungsftift bei der darauf folgenden Vorwärtsbewegung wieder einfpringen kann und fich ein neues Werkzeug zur Benützung darbietet. Der Schlitten geht eben nur fo weit zurück, um diefs zu ermöglichen. Rückwärts am Schlitten ift eine Stellfchraube angebracht, um den Vorfchub gegen das Arbeitsftück zu begrenzen. Eigenthümlich ift an unferer Mafchine noch die Zweitheilung des Geftelles. An der eigentlichen Mafchine find nur ganz kurze Füfschen angebracht, mit welchen fie auf der Platte eines Untergeftells aufruht. Rings um diefe läuft eine Rinne zur Anfammlung des ablaufenden Oeles, während die Späne auf die ebene Tifchfläche fallen, die aufserdem zum Ablegen von Arbeitsftücken und. Werkzeugen benützt werden kann. Diefelbe Einrichtung fanden wir bei vielen der ausgeftellten amerikanifchen Maſchinen, fo auch bei denen der Pratt& Whitney Co., welche noch aufserdem inmitten der Tifchplatte ein geräumiges, herabhängendes, unten mit , Ablafshahn montirtes Sammelgefäfs hatten. Aufser der befchriebenen Mafchine waren noch mehrere Modificationen. derfelben in kleineren Dimenfionen ausgeftellt, von welchen eine mit felbftthätiger Zuführung des Materialdrahtes verfehen war. Der Draht wurde in eine rückwärts angebrachte Führung gelegt, welche durch ein angehängtes Gewicht ftets nach vorwärts gezogen ward. Beim Oeffnen des Klemmfutters, welches vorgenommen werden konnte, ohne die Mafchine abzuftellen, glitt der Draht vor bis an einen Anfchlag, das Klemmfutter wurde wieder angezogen und die Arbeit ging weiter. Die Deckenvorgelege der befchriebenen Mafchinen waren nicht mit Feftund Losfcheiben verfehen, wie wir fie gewöhnt find, fondern mit Frictionsfcheiben nach Brown's Patent. Diefe fitzen lofe auf der Spindel und werden nach Wunſch durch Frictionskuppelungen damit verbunden, welche durch eine gleitende Muffe in Thätigkeit gefetzt werden. Wir haben nun die wichtigften typifchen Mafchinen aus jener Gruppe befchrieben, welche der Fabrication kleiner Beftandtheile nach dem Interchangeable- Syftem gewidmet find, und gehen zum Refte der amerikanifchen Ausftellung über. Stiles& Parker Press Co. in Middletown, Connecticut. Von der Ausftellung diefer Herren wählen wir den intereffanten Fallhammer und zwei Excenterpreffen zur Befchreibung. Selbftthätiger Fallhammer. Der in Fig 44, Taf. XI, dargestellte Fallhammer, Drop Press" kann fowohl zum Schmieden mit ununterbrochenen als auch zum Prägen, Stanzen, Preffen mit * Vergl. Anmerkung, Seite 114. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 35 einzelnen Schlägen benützt werden. Der Fallbär wird durch einen Riemen aufgezogen, welcher fich um eine oberhalb umlaufende Spule wickelt, und die Einrichtung ift fo getroffen, dafs er gleich nach dem Schlage wieder emporge. zogen und dadurch verhindert wird, einen fogenannten Rückfchlag zu machen. Der Rückfchlag entſteht durch die Elafticität von Hammer, Ambos und Zwifchenlage, d. i. Arbeitsftück, und ift beim kalten Stanzen von Gegenftänden: wie Löffel, Gabeln etc. am bedeutendften. Er wird defshalb gefürchtet, weil die Gefenke, welche niemals abfolut genau gegen einander geführt werden können, beim zweiten Schlage die Arbeit des erften verderben. Das Geftell des Fallhammers beſteht aus dem Ambofsftocke und 2 fchmiedeifernen, aus ftarken Winkeleifen gebildeten Ständern oder Säulen, zwifchen welchen der Fallklotz geführt ift. Oberhalb find diefe Säulen durch einen gufseifernen Rahmen verbunden, welcher die Antriebsachfe und den Steuerungsmechanismus trägt. Die Antriebsachfe fteht hier ftill und die Riemenfcheiben, fowie die Spule, auf welche fich der Zugriemen windet, drehen fich auf derfelben. Die eine Riemenfcheibe empfängt einen gekreuzten, die andere einen offenen Riemen, fie laufen alfo in entgegengefetzter Richtung um, haben aber gleiche Gefchwindigkeit. Zwifchen beiden Riemenfcheiben liegt die Spule für den Aufzugriemen. Sie kann für fich feftgehalten, losgelaffen oder mit einer der beiden Riemenfcheiben verkuppelt werden. Wird fie feftgehalten, fo fchwebt der Fallklotz in entſprechender Höhe, losgelaffen, wickelt fich der Riemen rafch ab, und der Fallklotz fällt. Mit einer der beiden Riemenfcheiben verkuppelt, nimmt die Spule an der Drehung derfelben nach links oder rechts Theil und der Fallklotz wird aufgewunden. Beim Herabfallen des Fallklotzes dreht fich die Spule rafch um, und zwar mit befchleunigter Gefchwindigkeit. Es würde alfo ein gewiffer Stofs entſtehen, wenn die Spule behufs Wiederaufwindung des Riemens ſchnell in der entgegengefetzten Richtung in Bewegung gefetzt werden müfste. Hierzu käme noch das Moment des zu hebenden Fallklotzes. Bei unferem Hammer wird aber der Spule die Richtung der Bewegung gelaffen, welche fie durch Abwicklung des Riemens erhielt und fie wird nur in derfelben weiter getrieben. Es wird alfo die lebendige Kraft, welche in der Spule angefammelt ift, nicht nur nicht vernichtet, fondern fie wird noch gegen die Trägheit des Fallklotzes benützt. Die mechaniſche Einrichtung ist folgende: Zwifchen den beiden Riemenfcheiben, welche drehbar, aber nicht verfchiebbar auf der Achfe angebracht find, liegt die Spule, welche fich frei drehen und auch etwas in der Achfenrichtung verfchieben kann. Sie hat an ihren beiden Enden Kuppelungseinfchnitte, welche mit Zapfen in den Riemenfcheiben correfpondiren. Ausserdem hat fie auf einer Seite Einſchnitte, welche zu dem Vorfprung eines horizontalen Hebels paffen, der durch eine Zugftange mit dem Fufstritt verbunden ift. Auf der entgegengefetzten Seite ift eine Nuth eingedreht, in welche der Zapfen des Führungshebels eingreift, welcher die feitliche Stellung der Spule regelt. In der Mitte ift die Spur für den Aufzugriemen gelaffen. Der Führungs- oder Steuerhebel liegt horizontal unter der Spule und biegt fich vor derfelben in die Höhe, fo dafs fein Endzapfen in die Nuth der Steuerungs- oder Wechfelplatte eingreift, deren Form ganz eigenthümlich aus Bogendreiecken zufammengefetzt ift. Der Amerikaner nennt diefelbe switch". Ihr Drehpunkt liegt links, während rechts die Steuerftange herabgeht, welche durch einen Arm am Fallklotz paffirt und entweder von diefem mitgenommen oder auch von Hand bewegt wird. Wenn der Fallklotz aufgewunden ift und an den verftellbaren Anfchlag der Steuerftange ftöfst, fo hebt er diefe und mit ihr die Wechfelplatte, wie in Pofition I und Ia der Figur 45 zu fehen. Der Zahn a erlaubt dem Arretirungshebel einzufallen, der Zapfen des Steuerhebels fteht in der Mitte der Nuth und die Spule befindet fich in ihrer mittleren Stellung feftgehalten und frei von beiden 3* 36 Carl Pfaff. Riemenfcheiben. Indem fich der Zahn a gegen den Arretirungshebel anlegt, ift auch die Wechfelplatte an der Drehung gehindert und das ganze Syftem verfchloffen. Wird nun durch den Fufstritt und die rückwärts liegende Stange der Arretirungshebel ausgelöft, fo wird die Spule frei, der Riemen wickelt fich rafch ab und der Fallklotz fällt herab. Jetzt ift auch die Wechfelplatte frei und fällt mit dem Hammer herab. Hierbei kommt fie in Pofition II. In der Wechfelplatte befindet fich eine Nuth, deren äufsere fefte Wände von der Platte und deren innere von einem verftellbaren Daumen gebildet werden. Indem nun die Platte finkt, gleitet der Daumen an dem Zapfen des Steuerhebels vorbei und verfchiebt ihn, nehmen wir an, nach links fo lange, bis der Anfatz des Daumens auf den Zapfen ftöfst. Dann hört die Bewegung der Wechfelplatte auf und der Daumen wird z. B. in Pofition II nach links gedrückt. Hierbei überfpringt ein Dreieck am oberen Ende des Daumens die darauf wirkende Feder, fo dafs diefe fortan den Daumen nach links drücken will. Wird nun die Wechfelplatte wieder gehoben, fo macht fich der Zapfen des Steuerhebels zwifchen der feften Wand der Nuth und dem Daumen gerade fo viel Platz, um durchzukommen. Sobald er aber paffirt ift, fchliefst fich der Daumen an die fefte Wand an und beim nächsten Fallen der Wechfelplatte mufs der Zapfen des Steuerhebels nach rechts gehen. Pofition III. Wenn bei der Ingangfetzung des Hammers darauf gefehen wird, dafs die Richtung des Riemens auf der Spule mit der Stellung der Wechfelplatte übereinstimmt, fo wird beim weiteren Betriebe die Spule immer mit derjenigen Riemenfcheibe verkuppelt werden, deren Umdrehung in demfelben Sinne erfolgt, wie die der Spule beim Abwickeln des Zugriemens. Ift dann weiter die Länge des Riemens fo regulirt, dafs er gerade abgewickelt ift, wenn der Fallklotz auffitzt, fo erfolgt die neue Hebung fofort nach dem Auffchlagen. Der Hammer fchlägt fo lange fort, als der Arretirungshebel ausgelöft ift. Sobald aber der Fufstritt losgelaffen wird und der Fallklotz emporgehoben ift, und mit ihm die Wechſelfcheibe, fällt der Arretirungshebel wieder ein und hält die Spule fammt dem Fallklotz feft. Das ganze Arrangement ift fehr hübfch ausgedacht und eignet fich vorzüglich für leichte Fallhämmer. Excenterpreffen. In Fig. 46, Taf. XII, ftellen wir eine Durchftofsmafchine und Excenterpreffe derfelben Firma vor, bei welcher das Hauptgewicht auf die Verwendung als Preffe gelegt ift. Es ift nämlich die Tiefe, bis zu welcher der Stofs bei fonft gleich bleibendem Hube herabgehen kann, regulirbar. Auf dem excentrifchen Zapfen der Antriebswelle fitzt eine ziemlich grofse excentrifche Büchfe, welche in der Mitte ihres Umfanges Schneckenzähne trägt, zu beiden Seiten derfelben aber glatte Flächen darbietet, deren vordere durch einen fchwachen Flantfch begrenzt ift. Sie ift in dem erweiterten und oben aufgefchnittenen Ende des Druckstückés eingelagert, und es ift klar, dafs durch Verdrehung der excentrifchen Büchfe die wirkfame Länge des Druckftückes verändert wird. Diefe Verdrehung erfolgt mittels einer Schnecke, die im oberen Ausfchnitte des Druckftückes liegt und rechts einen Handgriff hat. Damit aber bei der Arbeit kein übermäfsiger Druck auf die Zähne komme, wird die Schneckenachfe als Klemmfchraube benützt, um das obere Ende des Druckftückes zufammenzuziehen und die excentrifche Büchfe durch Reibung feftzuhalten. Sobald die richtige Einftellung vollendet ift, wird zu genanntem Zwecke die Schneckenachfe feftgehalten und die links befindliche Mutter feft angezogen. Eine weitere Eigenthümlichkeit unferer Mafchine befteht in der übrigens auch fchon durch Patronenpreffen bekannt gewordenen Auslöfung. Das grofse Antriebsrad ift lofe auf der Excenterwelle und kann mit derfelben durch einen Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 37 Keil verbunden werden, der fich in axialer Richtung verfchiebt und durch eine Feder im eingelöften Zuftande erhalten werden will. Der Keil liegt in einer Hülfe, welche auf der Achfe feftfitzt und ihm hinreichend Führung gibt. Gegen den Ständer zu hat er einen vorfpringenden Anfatz. Es ift nun ein halbkreisförmig gebildetes Keilftück vorhanden, welches fich ebenfalls durch eine Feder feft gegen die Hülfe anlegt, in welcher fich der Keil fchiebt und die fchiefe Ebene desfelben ift gegen den Ständer zu gekehrt. Durch den Fufstritt kann das halbkreisförmige Stück von der Hülfe fo weit entfernt werden, dafs der Anfatz des Keiles frei paffirt; wird aber der Fufstritt frei gelaffen, fo legt fich das halbkreisförmige Stück an die Hülfe an, der Vorfprung des Keiles trifft auf die fchiefe Ebene und der Keil wird zurückgezogen. Die Räder gehen weiter, aber die Achfe fteht ftill. Die Einrichtung ift fo getroffen, dafs der Stillftand immer dann erfolgt, wenn der Stofs am höchften ſteht. Wenn der Arbeiter den Fufstritt niederdrückt und gleich wieder frei läfst, fobald die Achfe in Bewegung kommt, fo macht fie eine Umdrehung und bleibt auf dem höchften Hube ftehen. Die Bewegung dauert im anderen Falle fo lange fort, als der Fufstritt niedergedrückt wird. Eine echt amerikaniſche Mafchine tritt uns in der zweiten Excenterpreffe ( Fig. 47, Taf. XII) entgegen. Hier haben wir es in gleicher Weife mit Gefchmack und Witz echt amerikanifchen Charakters zu thun. Die Mafchine ift ohne Stempel und Gefenke gezeichnet, nur um die allgemeinen Umriffe zu zeigen, aber es ift wieder die Regulirung des Stofses, welche uns hauptfächlich intereffirt und wir wenden uns daher gleich zu Figur 48. Diefe ftellt den Stofs mit gehobenem Staubdeckel dar, und es ift der Gleitklotz erfichtlich, welcher die Bewegung vom Excenterzapfen auf den Stofs überträgt. In diefem Gleitklotz ift eine excentrifche Büchfe gelagert, welche vorn auf ihrem Umfange etwa bis zum Drittel ihrer Breite feine Zähne befitzt, hinter diefen aber glatt eingepafst ift und nur noch eine feine Nuth eingedreht hat. Der Gleitklotz befitzt die den Zähnen correfpondirenden Lücken und die Büchfe ift fo fleifsig eingepasst, dafs nur noch die feinen Contouren der Zähne fichtbar find, wenn fie bündig eingefchoben ift. Seitwärts oben ift ein Handgriff zu fehen, den wir uns auf das Viereck einer verfenkt liegenden Stahlfchraube aufgefteckt denken müffen. Die Stahlfchraube hat eine Mutter, welche fich nicht drehen, aber verfchieben kann, und die mit einem Vorfprung in die Nuthe der excentrifchen Büchfe eingreift, fo dafs letztere durch eine Drehung der Schraube hervorgezogen oder in ihren Sitz zurückgebracht werden kann. Sobald die Büchfe hervorgezogen ift, kann fie um einen oder mehrere Zähne verdreht und dann wieder eingefchoben werden. Zur Verdrehung bedient man fich des Schlüffels, welcher in unferer Figur links erfichtlich ift. Bei diefem Arrangement können die Veränderungen in der Stellung des Stofses nicht beliebig gemacht werden, fondern fie betragen ftets fo viel, als die Verdrehung der Büchfe um einen Zahn ergibt oder ein Vielfaches davon. Der Ausfteller gab die Verftellung auf einen Zahn zu 1/100 engl. Zoll an. Wir würden die früher gefchilderte Einrichtung vorziehen, welche unbegrenzt kleine Verftellungen zuläfst, und aufserdem den Vortheil des Druckftückes hat, welches wie eine Lenkftange, alfo beffer arbeitet als der Gleitklotz. Jedenfalls ift aber die eben gefchilderte Vorrichtung originell und gut erdacht. Sie war höchft bemerkenswerth durch ihre exacte Ausführung. Die übrige Einrichtung der Mafchine entspricht ganz der vorher gefchilderten, nur ift die Auslöfung etwas abweichend. Hier fitzt auf dem über das Triebrad hinaus verlängerten Ende der Excenterwelle eine verfchiebbare Muffe, die fich mit dem Triebrade dreht und durch die Gabel des langen Fufstritthebels erfafst wird In diefer Muffe fitzt ein Keil feft, der durch die Radnabe geht und in ihr Führung hat. Dicht vor dem Rade ift eine Scheibe auf der Achfe feft angebracht, die einen Ausfchnitt hat, in welchen der Keil eintreten 38 Carl Pfaff. kann, wenn er mit der Muffe vorgefchoben wird. Hiermit wird die Verkuppelung bewirkt Der lange Hebel des Fufstritts ift ein Winkelhebel und wird durch eine ftarke Feder mit feinem vorderen Ende in die Höhe gezogen, fo dafs die Muffe mit dem Kuppelungskeil ausgelöft wird. Er ift aber durch einen vertical dicht am Ständer niedergehenden Einfallhebel, gegen welchen er fich in der verticalen Lage des letzteren ftützt, verhindert, dem Impulfe der Feder zu folgen, und mufs die Kuppelung fo lange eingelöft laffen, bis ihn diefer Hebel frei läfst. Diefs gefchieht bei jeder Umdrehung einmal, und zwar beim höchften Hube dadurch, dafs an der früher genannten feften Kuppelungsfcheibe ein Anfatz angebracht ift, der bei jeder Umdrehung einmal das obere Ende des Einfallhebels antrifft und diefen zur Seite fchiebt. In diefem Momente wirkt der lange Winkelhebel und löft die Verkuppelung aus. Die Mafchine bleibt fo lange ftehen, bis der Fufstritt neuerdings niedergedrückt wird. Wird er fogleich wieder frei gelaffen, fo tritt die automatifche Auslöfung in Wirksamkeit und die Excenterachfe macht nur eine Umdrehung. Will man die Preffe ohne die automatifche Auslöfung betreiben, fo nimmt man den Einfallhebel ab. Sie geht dann fo lange, als man den Fufstritt niederdrückt, und bleibt ftehen, fobald man ihn freiläfst. Die Lifte der Werkzeugmafchinen aus Amerika ift nun erfchöpft und wir wollen nur noch einige intereffante Expofitionen erwähnen, welche mit unferem Fache in engem Zufammenhange ftanden und auch mitten unter den gefchil derten Maſchinen Platz gefunden hatten. Hierher gehören vor Allem die ausgezeichneten Mefsinftrumente von Darling, Brown& Sharpe, Providence R. I. Diefe Herren hatten Mafsftäbe, Schublehren, Winkel und andere einfchlägige Mefsinftrumente für den Werkstättengebrauch ausgeftellt. welche fich durchaus durch Schärfe, höchfte Genauigkeit und Schönheit der Ausführung auszeichneten. Als charakteriftifch führen wir ein kleines Inftrument an, welches in Fig. 49, Taf. XIII, dargeftellt ift. Es befteht aus einem Stahlplättchen, welches an einem Ende einen vorfpringenden, am anderen Ende einen einfpringenden Winkel von 60° hat. Auf einer Seite ift ein englifcher Zoll in 24 Theile, auf der anderen in 32 Theile getheilt und überdiefs nochmals ein einfpringender Winkel von 60° angebracht. Nun mufs bemerkt werden, dafs man in Amerika nicht genau das Whitworth'fche Gewinde hat, fondern ein ähnliches, deffen Gänge nach einem Winkel von 60° gebildet find. Unfer Inftrument dient alfo dazu, die Gewindegänge zu controliren, und hauptfächlich, um die Gewindeftähle richtig zu fchleifen. Es ift aber auch nöthig, einen Gewindeftahl auf der Drehbank richtig einzufpannen, und dazu dient abermals unfer kleiner Controleur fowohl für Schrauben- als Muttergewinde. Schliefslich gibt der Amerikaner feiner Drehbankfpitze, dem Körner, denfelben Winkel von 60° und benützt das Inftrument dazu, um alle Körner in einer Werkſtatt mit gleicher Conicität herzustellen. Schon bei Befprechung der Räderfchneidmafchine von Sellers thaten wir des eigenthümlichen Fraifers, Cutter" Erwähnung, welcher in Verwendung war. Nach den amerikaniſchen Katalogen fcheint es, dafs derfelbe von Brown& Sharpe herrührt, er war aber mit den Mefswerkzeugen von Darling, Brown& Sharpe ausgeftellt.( Fig. 50, Taf XIII.) Diefer Fraifer hat die Eigenfchaft, dafs er nachgefchliffen werden kann, ohne die Form der Lücke zu verändern, welche er fchneidet. Er bietet eine Anzahl möglichft günftig geftalteter Meffer dar, welche von der Schneide ab nach rückwärts ganz gleiche radiale Querfchnitte befitzen. Die Mittellinie aller diefer Querfchnitte ift aber eine Schneckenlinie, fo dafs der Radius aller Querfchnittspunkte nach rückwärts kleiner wird. Hierdurch wird ein für Fraifer immer noch günftiger Schnittwinkel und völliges Freifchneiden der angefchlif fenen Fläche erzielt und diefe kann fortwährend nachgefchliffen werden, ohne dafs der Fraifer ausgeglüht zu werden braucht. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.. 39 Mit dem gewöhnlichen Fraifer verglichen, hat der befchriebene viel weniger Zähne oder fchneidende Kanten. Diefelben können aber ftets in guter Ordnung erhalten werden, ohne den Querfchnitt zu verändern, während der gewöhnliche Fraifer beim geringften Stumpfwerden fchon feine Form verändert und dann nur durch Ausglühen, Nachdrehen, Nachfraifen und Wiederhärten corrigirt werden kann. Wir wollen die Befprechung der amerikanifchen Ausftellung mit dem Schraubftock von Thomas Hall aus Florence, Mass., befchliefsen. Derfelbe verdient infofern den Namen Schraubftock nicht, als keine Schraube zum Zufpannen verwendet wird, fondern eine Combination von Keil und Kniehebel; allein wir wären in Verlegenheit, um einen Namen, welcher diefer Thatfache entſpräche und dennoch das Werkzeug charakterifirte, und fo mag es denn bei dem Alten bleiben. Wie Figur 51 zeigt, haben wir es mit einem Parallelfchraubftock zu thun. Derfelbe ift an der Bank durch eine zweitheilige, mit kreisförmigem Prisma verfehene Scheibe befeftigt, welche in den entfprechend ausgedrehten feften Theil eingreift. Zweitheilig ift die Scheibe, um überhaupt in den feften Theil eingeführt zu werden und um ftets einen dichten Gang zu ermöglichen. Zu diefem Ende ift der Mittelfpalt durch einen fchlanken Keil ausgefüllt. Der ganze Schraubftock kann fich auf der Scheibe drehen, alfo die dem Arbeiter bequemfte Stellung annehmen, fo lange er nicht zugefpannt ift. Mit dem Feftfpannen des Gegenftandes ift aber ein ftarker Druck auf die Befeftigungsfcheibe verbunden, woraus ein Klemmen im Prisma und eine Feftftellung des Schraubftockes folgt. In unferer Zeichnung ift der Schraubftock zugefpannt. Wird aber der herabftehende Handhebel aufgezogen und horizontal geftellt, fo ift die bewegliche Backe frei und kann mit der Hand hin- und hergefchoben werden. Das Führungsftück ift, wie bei den gewöhnlichen Parallelfchraubftöcken, prismatifch mit halbrundem Rücken und gleitet in dem entfprechend ausgearbeiteten feften Theil. Es ift hohl und hat nahe am rückwärtigen Ende einen feften Steg, gegen den fich ein kurzes ftarkes Druckftück anlegt, welches mit einem zweiten den Kniehebel bildet und auf eine gezahnte Schiene wirkt. Diefe drei Beftandtheile werden durch eine Feder in beftändiger Berührung erhalten. Der beweglichen gezahnten Schiene entſprechend, ift eine fefte an dem feftftehenden Theile an gebracht. Ift nun der Schraubftock geöffnet, fo drückt der im Handhebel fitzende kleine Stift auf den Zwifchenhebel und diefer hält die bewegliche gezahnte Schiene in der Höhe, aufser Eingriff mit der feften Zahnftange. In der horizontalen Stellung wird der Handhebel durch eine Art Bremsband erhalten, welches ihn mit fchwacher Reibung umfafst und zugleich fein Lager nach aufsen bildet. Wird nun ein Gegenftand zwifchen die Backen gebracht, der Schraubftock entfprechend zufammengefchoben und der Handhebel herabgedrückt, fo zieht er die in einen Keil auslaufende Stange nach vorwärts, läfst die bewegliche Zahnftange in die fefte einfallen und prefst fie im Weitergehen durch die vereinigte Wirkung von Keil und Kniehebel mit ftarkem Drucke an. Diefer Druck findet feinen Stützpunkt im beweglichen Theile und wirkt faft ganz parallel auf dasfelbe, fo dafs der eingefpannte Gegenſtand fehr feft gehalten ift. An ein felbftthätiges Aufgehen des Schraubftockes oder Nachlaffen des Druckes ift bei der angewandten Conftruction nicht zu denken. Wir bemerken nur noch, dafs die Theilung der Zahnftangen in Wirklichkeit feiner ift, als in der Zeichnung der Deutlichkeit halber angenommen wurde. 40 Carl Pfaff. England. Wir kommen zum Mutterlande der heutigen Induftrie. Schon lange vor Amerika hinreichend entwickelt, und lange bevor der Continent von Europa. Frieden und Reichthum genug gefunden, um fich mit England im induftriellen Wetteifer zu verfuchen, blühte dort die moderne Induftrie und befafs alle Märkte der Welt. So ift heute die induftrielle Thätigkeit und namentlich die im Maſchinen bau in England eine altererbte volksthümliche und zu allen Künften und Verrichtungen, welche fie erfordert, find ganze Volksclaffen vorhanden, deren Individuen fchon als Kinder von ihren Vätern lernen und in der fo überkommenen Thätigkeit aufwachfen und grofs werden konnten. Die Producte des englifchen Maſchinenbaues ftehen aber auch bisher unerreicht da. Die Breite der Anlage und Conftruction, die Gediegenheit der Ausführung, die vornehme Eleganz der Ausftattung find bisher noch nirgends in gleicher Weife Eigenthum eines Volkes oder Landes geworden. Befonders gilt diefs von den Werkzeugmafchinen, deren Entwicklung bis vor kurzem allein von England ausging, welches der ganzen Welt die Mufter lieferte. Wer kennt nicht die alten Meifter, welche die Werkzeugmafchinen eben fo rafch fchufen, als fich das Bedürfnifs dazu einftellte, die Whitworth, Roberts, Bodmer, Nasmith Fairbairn, oder die ausgezeichneten Werkftätten von Sharp Stewart& Co., früher Sharp Roberts& Co., Shepperd Hill& Spinx, Maclea& March, Collier u. a. m., welche fich aufser den Genannten um den Bau und die Vervollkommnung von Werkzeugmaschinen verdient machten. Leider waren alle diefe mit Ausnahme von Sharp Stewart& Co. auf unferer Ausstellung nicht vertreten. Von Whitworth war nur eine Mefsmafchine in einer anderen Abtheilung und eine Anzahl von Photographien an den Pfei lern der Mafchinenhalle vorhanden. Aufserdem war England durch einige jüngere Firmen vertreten, wovon indeffen nur eine den Charakter des englifchen Werkzeug Mafchinenbaues vollkommen würdig zur Anfchauung brachte. Sharp Stewart& Co. in Mancheſter. Der alte Ruhm diefer Firma wurde durch die Ausführung der ausgeftellten Maſchinen neuerdings bewährt. Man konnte daran nicht den mindeften Tadel finden, es waren vielmehr keine Mafchinen von irgendwo her ausgeftellt, welche fich in diefer Beziehung mit ihnen meffen konnten. Leider war aber hinfichtlich der Conftructionen eine allzu confervative Richtung zu conftatiren, welche auch alte, zum Theil fchon vielfach übertroffene Modelle beibehalten hatte. Während die Ausführung der Mafchinen über alles Lob erhaben war, bekundete die Conftruction bei einigen nicht nur keinen Fortfchritt, fondern entfchiedenen Stillftand. Shapingmaſchine. Die Shapingmafchine( Fig. 52, Taf.XIV) hat beiläufig 400 Millimeter Hub und etwas über 2000 Millimeter Bettlänge. Sie ist mit traverfirendem Werkzeug und zwei Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 41 Tifchen verfehen, welche zum Auffpannen der Arbeitsftücke in die gewünſchte Lage gebracht werden können, während der Arbeit aber feftftehen. Das Werkzeug hat befchleunigten Rückgang durch die unferes Wiffens zuerft von unferen Ausftellern angewandten Schleifhebel. Die Steuerungsbewegung ift direct von dem Ueberfetzungsrade abgeleitet, welches eine angegoffene Nuth mit herzförmigem Verlauf hat, in welcher der Zapfen eines Hebels geht, der fich mit dem Werkzeugträger auf einer genutheten Welle verfchiebt. Von diefer Welle wird die Bewegung am Ende der Mafchine auf die gewöhnlichen Steuerungsorgane übertragen. Der Suport ift mit Wurmradfegment zum Hohlhobeln verfehen. Mitten im Bett ift die gewöhnliche Vorrichtung zum Rundhobeln angebracht. Schon die ungewöhnlich ftarken Auflagplatten der Tifche zeigen, dafs man fich einmal bemühte, dem Federn bei tiefer Stellung der Tifche zu begegnen. Die Verftärkung der Platten allein fcheint aber nicht entfprochen zu haben und es kam, vermuthlich noch fpäter, die gehobelte Schiene unten an den Füfsen hinzu, welche als weitere Stütze dient. Wir können fie nur als Nothbehelf gelten laffen, und meinen, es wäre fchöner und beffer gewefen, das Bett der Mafchine vorn tiefer herabzuführen und dann fchwächere Auflagplatten für die Tifche anzuwenden. Doppelte Langloch- Bohrmaſchine. Eine doppelte Langloch- Bohrmaschine für Locomotivbeftandtheile berechnet, war ganz in der Form ausgeftellt, in welcher diefe fchöne Mafchine zuerft von unferer Firma eingeführt wurde, welche die Patente Furnival's erwarb. Neuerungen an diefer Mafchine anzubringen, wäre allerdings unnöthig gewefen, und wir verweifen für Jene, welchen fie weniger bekannt fein follte, auf Armengand Publications induftrielles und Clark ,, The exhibited Machinery of 1862". Ebenfo wollen wir uns bei den Schraubenfchneidmafchinen nicht aufhalten, welche nach Sellers Mufter gebaut, uns aus Vorhergehendem bekannt find. Ebenfalls nach Sellers, aber mit wefentlichen Modificationen war eine Hobelmafchine mittlerer Gröfse ausgeftellt." Hobelmafchine. Diefe Mafchine befitzt den Antrieb durch Zahnftange und Schneckengetriebe mit fchräg liegender Achfe. Anftatt aber die Riemenfcheiben vorne an den Arbeiterftand zu legen, wurden diefelben, europäifchen Gewohnheiten mehr entfprechend, an das gegenüberliegende rückwärtige Ende des Bettes gebracht. Uebrigens find die Verhältniffe, Gefchwindigkeiten und die Riemenführung von Sellers beibehalten, und wir glauben nicht, dafs die Mafchine durch die Umlegung der Riemfcheiben fchlechter geworden. Die Steuerung der Suporte ift durch diefelben Anfchläge bewirkt, welche auch den Riemen verfchieben, erfolgt alfo durch den Tifch und kann fohin nicht die Variationen bieten, wie die pofitive von Sellers. Die Bewegung der Suporte in verticaler Richtung, fowie das Heben der Meifsel beim Rückgange gefchieht durch eine Schnur, welche aufserhalb um Rollen geht und mittels verftellbarer Anfchläge von der auf- und abgehenden Steuerftange bewegt wird. Die Einrichtung, für einen Suportfkizzirt, ift aus Fig.53, Taf.XV zu entnehmen. Am Querfuport ift auf der Arbeitsfeite ein ziemlich weit ausladendes Lager ange. bracht, welches auf parallel zur Länge der Mafchine liegender Achfe eine grofse Rolle trägt, die mit einer gleichen ebenfo auf der entgegengefetzten Seite des Querfuports angebrachten correfpondirt. Die Achfe der vorderen Rolle hat auch noch einen Hebel, welcher durch die auf der Steuerftange fitzenden Anfchläge Bewegung empfängt. Ueber diefe Rollen ift eine runde lederne Schnur 42 Carl Pfaff. gelegt, deren unteres Ende über eine Rolle am Suport geht, auf der fie einmal umgefchlungen ift. Diefe letztere Rolle ift mit dem Segment eines Kegelrades verfehen, welches in ein entſprechendes, lofe auf der verticalen Schraubenfpindel des Suports laufendes eingreift. Hier ift noch ein gerade verzahntes Sperrrad angebracht, welches die Schraubenfpindel mit Nuth und Feder erfafst und ihr fo eine Drehung nach links oder rechts mittheilen kann, je nachdem ein auf dem Kegelradfegment befeftigter Sperrkegel eingelegt ift. Der Sperrkegel hat Federdruck und kann dadurch auch in ausgelöfter Stellung erhalten werden. Die Achfe der am Suport angebrachten Rolle hat auch noch einen excentrifchen Daumen oder Stift, welcher eine zwifchen den Suporttheilen liegende Stange auf und abbewegt, die am unteren Ende in einen Keil ausläuft und vermittels eines kurzen Stiftes den Mefferhalter hebt oder wieder fallen läfst. Für die verticale Verftellung oder bedeutendes Schrägftellen des Suports refultirt eine Verlängerung oder Verkürzung der Schnur, wofür aufzukommen theils der Elafticität derfelben, theils einer Vorrichtung zur Veränderung ihrer Länge überlaffen ift, die fich im oberen Ende eingefchaltet findet. Wir können uns überhaupt nicht für derartige Schnurenbetriebe mit intermittirender Bewegung begeiſtern, und wenn fie noch mit fo vielerlei Verftellungen behaftet find, wie hier, fo können wir fie noch weniger empfehlen. Im Allgemeinen wollen wir noch bemerken, dafs die befchriebene Hobelmafchine ziemlich hoch geftellt ift, und dafs Ständer und Querverbindung zwar ftark find, aber von fo übler Materialvertheilung, dafs fie den gewöhnlichen Ausführungen gegenüber fchwächlich ausfehen. Plandrehbank. Einfachheit, in des Wortes verwegenfter Bedeutung, war durch eine Plandrehbank repräfentirt, welche fpeciell zum Ausdrehen von Radreifen, Tyres beftimmt ift. Der Spindelftock hoch und über alle Mafsen kurz, frappirte durch diefs Verhältnifs, die Planfcheibe hatte Schneckenantrieb am Umfange, alfo ungemein wenig Variation in der Gefchwindigkeit, jedenfalls nicht genug für die ver fchiedenen möglichen Durchmeffer der Tyres, deren Material ja aufserdem fehr verfchieden hart, Eifen oder Stahl fein kann. Shapingmafchine für Radkränze. Die Shapingmafchine für Radkränze( Fig. 54, Taf. XV) ift beftimmt, um die inneren, zwifchen den Speichen liegenden Flächen der Kränze von Eiſenbahnrädern, fowie ihre Uebergänge in die Speichen zu bearbeiten. Sie thut diefs durch einen Stahl, der in dem Ende eines oscillirenden Hebels fo eingefpannt ift, dafs eine Horizontale durch die Mitte des Radkranzes, die Spitze des Stahles und die Dre hungsachfe des Hebels geht. Die Stahlfpitze befchreibt bei der Bewegung einen Kreisbogen, der fymmetrifch zum Radkranze liegt. Ausserdem ift der Stahl durch Schnecke und Schneckenrad drehbar. Seine fchneidende Spitze wird um den Radius des zwifchen Speiche und Kranz gewünſchten Uebergangbogens über die Drehungsachfe nach innen verlegt. Verfolgen wir die Bearbeitung eines Radkranzes zwifchen zwei Speichen. Das Rad ift auf einem zufammengefetzten Tifche aufgefpannt, der eine Bewegung längs des Bettes zur Einstellung für verfchiedene Raddurchmeffer und Spandicken hat. Die rückwärts gezeichnete Rolle gehört bei grofsen Rädern, welche weit über den Tifch hinausreichen, nach vorn unter den Stahl und dient dann zur Unterſtützung des Radkranzes. Der Obertheil des Tifches ift drehbar durch Schnecke und Rad. Die Drehung kann durch felbftthätige Steuerung oder von Hand bewirkt werden Maſchinen zur Bearbeitung der Metalle. 43 Denken wir uns nun ein Rad fo aufgefpannt, dafs fein Mittel mit dem des drehbaren Tifches zufammenfällt und die Mitte feines Kranzes mit der Achsmitte des Mefferhebels in einer Horizontalen liegt. Stellen wir dann den Stahl fo, dafs feine Schneide gegen die Bildfläche zugekehrt ift, und mit der Innenfläche der erften Speiche zufammenfällt und fetzen die Mafchine in Bewegung, fo befchreibt die Schneide in der Ebene der Speiche einen Bogen, und wenn fie etwas wegzunehmen hat, fo gefchieht diefs noch parallel zu diefer Ebene. Drehen wir nun durch das Handrad den Stahl langfam um, fo arbeitet er den Uebergang von der geraden Speiche zum convexen Radkranze fpanweiſe nach einem Viertelkreisbogen aus. Sobald die Drehung des Stahles fo weit gediehen ift, dafs eine Linie durch feine Schneide und Drehungsachfe normal zur Hebelachfe fteht, ftellen wir fie ein und beginnen fofort mit der Drehung des Rades felbft, wodurch der zwifchen den Uebergängen liegende Kranztheil bearbeitet wird. Am Beginn des zweiten Ueberganges wird die Drehung des Rades aufgegeben und die des Stahles analog dem erften Uebergange wieder aufgenommen. Nach Vollendung des zweiten Ueberganges wird das Rad um fo viel verdreht, dafs die inzwifchen zurückgeftellte Schneide des Stahles wieder auf die Speichenfläche trifft und die ganze Arbeit von neuem begonnen. Die Anordnung der Mafchine ift aus unferer Skizze erfichtlich. Der Mefferhebel hat gegenüber dem Triebrade einen Schlitz und wird durch einen darin laufenden Schleifklotz und den im Rade befeftigten Kurbelzapfen bewegt. Die Antriebswelle liegt unterhalb im Geftell und die Riemenfcheiben befinden fich auf der in unferer Anficht abgewandten Seite. So viel wir wiffen, wurde die Mafchine von unferen Ausftellern zuerft eingeführt. Sie hat feither viele Nachahmung gefunden. Nuthftofsmafchine. Ein fchönes Werkzeug, deffen erften Urfprung wir auch in den gleichen Werkftätten fuchen müffen, war die Nuthftofsmafchine( Fig. 55, Taf.XVI). Bei diefer Mafchine können wir es fehr gut entfchuldigen, dafs fie wenig Neues bietet, fie bedarf deffen nicht, fondern ift fchön und zweckmäfsig, wie fie ift. Wir brauchen nicht erft das Wefen einer Nuthftofsmafchine zu befchreiben, können uns vielmehr auf Hervorhebung der Vorzüge unferer Mafchine befchränken. Da ift vor Allem der gut ausgebildete Antrieb zu nennen. Die Stufenfcheibe hat drei.. Abfätze und ift ungewöhnlich grofs. Sie bietet aber für die Gröfse der Mafchine fehr günftige Gefchwindigkeiten und erlaubt im Zufammenwirken mit der ftarken Räderüberfetzung und dem ausgiebigen Schwungrade die ftärksten Schnitte, ohne den Riemen übermäfsig in Anspruch zu nehmen. Die Kurbelfcheibe ift an ihrem äufseren Umfange gelagert und dadurch der Ueberhang auf ein Minimum reducirt. Die Führung des Stofses ift lang, die Steuerung einfach und bequem, der Tifch grofs und mit reichlicher Verfchiebung verfehen. Wir haben mit einem Worte ein recht vollkommenes und handliches Werkzeug vor uns. Der Hub beträgt 260 Millimeter, die Ausladung 650 Millimeter. Tyres- Bohrmaschine. Neu war uns die Tyres Bohrmafchine( Fig. 56, Taf.XV). Sie dient dazu, um jene Löcher zu bohren, in welche die Schrauben zur Befeftigung der Radreifen auf den Radfternen eingefetzt werden und verrichtet diefe Arbeit von der Innenfeite des Rades nach aufsen. Man wählt diefe Richtung defshalb, weil bei vielen Rädern die genannten Schrauben nicht ganz durch den Radkranz gehen, und wo diefs doch der Fall, find die Bohrungen von innen am leichteften zu treffen, fobald es fich darum handelt, für alte, im Radkranze befindliche Löcher die correfpondirenden im neuen Radreifen( Tyre) zu bohren. 44 Carl Pfaff. Ausserdem pafst vorliegende Mafchine, da die Radreifen und Kränze nahezu gleich dick find, ohne Weiteres für jeden Raddurchmeffer. Eine Mafchine, um die gleiche Arbeit von aufsen zu verrichten, kann nur bei durchgehenden Schraubenlöchern verwendet und mufs für jeden Raddurchmeffer verftellt werden. Sie kann allerdings gleichzeitig das Ausreiben oder Verfenken der konifchen Bohrungen beforgen, und überhaupt ftärker gebaut und fo entwickelt werden, dafs fie rafcher arbeitet. Wir wollen aus diefem nur nebenher zur Orientirung angeftellten Vergleiche keinen Vorwurf für unfere Mafchine ableiten, die ja für ihren Zweck ganz vorzüglich und unter allen Umständen klein, einfach und billig ift. Auf einer Grundplatte find zwei Rollenpaare angebracht, welche die gewöhnliche Spurweite zwifchen fich haben und an welche fich zu beiden Seiten die Schienen des Stranges anfchliefsen, auf dem die Räderpaare zugerollt werden. Auf diefen Rollen ftehen die Räder während des Bohrens. Je eine Rolle auf jeder Seite hat zum Verdrehen und Einftellen der Räder eine feft eingekeilte Achfe, deren fechseckiges Ende über das Lager hinausfteht und durch einen gewöhn lichen Schlüffel gedreht werden kann, die anderen beiden laufen lofe auf ihren Zapfen. Rechts ift auf der Grundplatte ein kurzes Bett mit prismatifchen Leiften angebracht, auf welchem der Bohrftänder durch den Handhebel mit Sperrrad verfchoben werden kann. Die Achfe des Sperrrades ift im Bett gelagert und hat innen ein Getriebe, welches in eine Zahnftange am Bohrftänder eingreift. Von rückwärts her geht eine horizontale Achfe in das Innere des Bettes. Sie dient zum Antrieb und trägt aufserhalb fefte und lofe Riemenfcheiben. Der innen liegende Theil ift genuthet und trägt ein Kegelrad, welches durch ein Lager vom Bohrftänder mitgenommen wird und ein zweites Kegelrad auf der vertical in demfelben gelagerten Welle antreibt. Von der vertical en Welle wird die kurze, konifch gelagerte Bohrfpindel durch ein Zwifchenrad angetrieben. Bohrfpindel, Zwifchenrad und Antriebsrad find in einem gemeinfamen Schlitten gelagert, der am Bohrftänder auf und ab verftellbar ift und deffen eine Hälfte fich im Innern des Bohrftänders befindet. Das Antriebsrad ift verfchiebbar auf der verticalen Welle und mit ihr durch Nuth und Feder verbunden. Weiters befitzt der genannte Schlitten noch eine Mutter, welche die hinter der verticalen Welle in gleicher Richtung gelagerte Schraubenfpindel umfafst. Diefe kann durch Schnecke und Rad gedreht werden und beforgt das Höher- und Tieferftellen der Bohrfpindel. C. De Bergue& Co. Manchefter. Die zweite englifche Firma, deren Ausftellung in unferer Specialität wirklich fchön und intereffant war. Sie hat fich fchon vor Jahren durch Einführung ganz neuer Typen für Lochmafchinen und Scheeren, Mafchinen zur Nietenfabrication etc. bekannt gemacht, und es konnte uns nur freuen, ihren originellen Conftructionen in fo tadellofer, ungefucht fchöner und fachgemäfser Ausführung zu begegnen, wie diefs auf unferer Ausftellung der Fall war. De Bergue& Co. hatten eine grofse und eine kleine Lochmafchine und Scheere mit oscillirenden Hebeln, eine Mafchine zur Fabrication von Nieten und eine folche zur Entfernung der Ränder, von den Nietköpfen ausgeftellt, welche fämmtlich in Bewegung waren. Lochmaschine und Scheere. Als typifch befprechen wir zuerft die grofse Lochmafchine und Scheere, und zwar aus dem Grunde etwas eingehender, weil diefe Conftruction bei uns nur durch bildliche Darstellung, keineswegs aber im Detail bekannt ift. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle 45 Die Figuren 57, 58 und 59, Taf. XVII, repräfentiren die Anfichten der Mafchine in 1: 20 der natürlichen Gröfse, jene Fig. 60 und 61 Details in I: 10. Das Eigenthümliche an den Mafchinen von De Bergue ift, dafs fich fowoh! der Lochftempel als auch das Scheerenmeffer in Kreisbögen bewegen und weiter keine Führung haben, als die, welche ihnen der oscillirende Hebel gibt, an welchem fie befeftigt find. Bei den gewöhnlichen modernen Mafchinen gleicher Gattung find befondere Geradführungen für die arbeitenden Werkzeuge angebracht und es wird die kreisförmige Bewegung einer Kurbel, eines Excenters oder eines Hebels durch Druckgelenke oder Schleifbacken auf fie übertragen und in die geradlinige verwandelt. Wenn wir nun in dem Arangement von De Bergue fchon von vornherein eine Vereinfachung finden, fo müffen wir diefer noch einen um fo höheren Werth zugeftehen, wenn wir berücksichtigen, wie frei und zugänglich die arbeitenden Werkzeuge liegen. Letzteres ift befonders bei dem Lochftempe! von Werth wegen des Einbringens gekrümmter Bleche oder Winkel und wegen des ficheren Abfehens, wodurch die auf dem Bleche oder fonftigen Arbeitsftücke markiten Theilpunkte leicht richtig unter den Lochftempel gebracht werden können. Die Kreisbögen, welche Lochftempel und Scheerenmeffer beiderfeits befchreiben, find fo kurz, und aus einem in der Angriffslinie liegenden Mittelpunkte mit verhältnifsmässig fo langen Radien befchrieben, dafs die Werkzeuge factifch fo arbeiten, als wären fie in geraden Linien geführt. Die räumliche Entwicklung unferer Mafchine geht in die Höhe, und die erforderliche Bodenfläche ift daher fehr gering. Die Excenterwelle liegt oberhalb in zwei ftarken Armen, welche fymmetrifch zur Mittellinie in die Höhe gehen und überträgt ihre Bewegung auf einen in Dreieckform gebildeten Mafchinentheil, der in der That ein gut verfteifter doppelter Winkelhebel ift. Diefer hat feinen Drehpunkt unterhalb in der Höhe des feften Scheerenmeffers und der Matrize. Oberhalb befitzt er einen Schlitz, in welchem fich der Schleifklotz der Excenterwelle bewegt. Durch letztere wird er in eine oscillirende Bewegung verfetzt, und da die Werkzeuge zum Schneiden und Lochen an den unteren Hebelfarmen angebracht find, kommen fie abwechfelnd zur Wirkung. Unfere Mafchine ift von der ftärksten Gattung und befitzt doppelte Räderüberfetzung Die Antriebsriemenfcheiben drehen fich lofe auf einem Fortfatz der Excenterwelle. Die Feftfcheibe, hier nur uneigentlich fo genannt, ift mit dem erften Getriebe und dem Schwungrade verbunden und bildet mit diefen nur ein Ganzes. Die Vorgelegewelle geht etwas tiefer durch den zweiarmigen Ständer und fteht auf der andern Seite durch ein Getriebe in Verbindung mit dem Rade der Excenterwelle. In dem dreieckigen Winkelhebel ift eine grofse Oeffnung für den Durchgang der Vorgelegewelle ausgefparrt Auf diefe Weife ift eine fehr kräftige Ueberfetzung hergestellt. Der bewegliche Winkelhebel ift unterhalb, um feinen Drehzapfen herum, fowie zwifchen den Einfaffungsrippen der beiden Ständerarme eingepafst, und findet oberhalb, nahe der Excenterachfe, nochmals Führung zwifchen denfelben. Diefe Führungen und die Steifigkeit, welche ihm in feitlicher Richtung gegeben wurde, fichern den arbeitenden Werkzeugen einen vollkommen richtigen Gang. Eigenthümlich ift ferner das Detail der Befeftigung und Ausrückung des Lochftempels, welches wir in Fig. 60 darftellen. Die in der Mitte angebrachte Winkelfcheere iſt zwar kein charakteriftifcher Theil der De Bergue'fchen Conftruction, fondern nur eine zufällige Hinzufügung. Eigenthümlich ist aber auch hier das Detail der Ausrückung( Fig. 61), die Anordnung des feften Scheerenmeffers in zwei Hälften und die Einrichtung, vermöge welcher die Meffer zum Winkel fchneiden entfernt, und durch folche zum Abfchneiden von fchwachem Rundeifen erfetzt werden können, welche ihrerfeits nochmals ein Wenden geftatten. 46 Carl Pfaff. Die ausgeftellte kleinere Mafchine war mit einfacher Räderüberfetzung verfehen, hatte einen einarmigen Ständer und keine Winkelfcheere. Sie zeichnete fich durch Einfachheit und gefällige Form aus, wefshalb wir fie in Fig. 62 zur Darſtellung bringen. Mafchinen zur Fabrikation von Nieten. Die Mafchine zur Anfertigung von Nieten ist in Fig.63, Taf.XVIII, dargestellt. Sie foll, nach Angabe der Erbauer, gegen 35 Nieten per Minute machen. Die Antriebsriemenfcheiben machen dabei 135 Umdrehungen per Minute. Die Arbeit erfolgt zwifchen der Matrizenfcheibe, welche auf einer Seite des Geftelles frei liegt und fich langfam umdreht, und dem Stempel, welcher fich ihr nähert und fich wieder entfernt. Die Matrizenfcheibe macht eine Umdrehung auf 8 der Stempelwelle und hat 8 Matrizen oder Einfätze, in welche die rothglühenden Rundeifenftückchen eingeſetzt werden, aus denen die Nieten gebildet werden follen. Der Stempel ift an einer ftarken, beiderfeits geführten fchmiedeifernen Stange befeftigt, welche durch einen excentrifchen Zapfen der bezüglichen Welle in hin- und hergehender Bewegung verfetzt wird. Der Eingriff der Räder, welche die Achfen des Stempels und der Matrizenfcheibe bewegen, ift fo angeordnet, dafs dem Stempel in feiner tiefften Stellung jedesmal eine Matrize genau gegenüber fteht. Um diefs für alle Fälle zu fichern, ift das Getriebe, welches in das Rad der Matrizenwelle eingreift, nicht feft mit diefer verkeilt, fondern durch Schrauben mit einer Flantfche derfelben verbunden, welche eine gewiffe Verdrehung, alfo Adjuftirung zulaffen. Auch der Stempel hat in zweifacher Beziehung eine Adjuftirung. Erftens in Hinficht auf feine Länge durch Beilage und anziehbaren Keil und zweitens hinfichtlich feiner Bewegung durch eine Daumenfcheibe. Die erftgenannte Adjuftirung ift nöthig, damit der Stempel in feiner tiefften Stellung immer feft auf der Matrize auffitzt. Die erwähnte Beilage hat noch den Zweck, Brüche zu vermeiden, im Falle irgend ein Hindernifs zwifchen Stempel und Matrize käme, befteht defshalb aus Gufseifen, und ift nur fo ftark, um den Druck bei der Bildung normaler Nietköpfe auszuhalten, bei einem grösseren wird fie zerdrückt und gibt Raum zu ungehinderter Weiterbewegung der Mafchine. Wegen verfchiedener Längen der Stempel und Matrizen werden auch diefe Sicherheitsbeilagen in verfchiedenen Längen angewandt. Kleine Dif ferenzen werden durch den Stellkeil ausgeglichen, mittels deffen auch der Stempel fo weit vorgerückt wird, dafs er beim Leergang die Matrizen mit einem fchwachen Schlage berührt. Der Stempel, aus Gufsftahl, auf feiner arbeitenden Fläche gehärtet, fitzt in einem Gehäufe, welches mit der oben erwähnten Schubftange drehbar verbunden ift. Auf der Drehungsachfe fitzt aufserhalb ein ftarker Hebel feft, der durch die an feinem Ende angebrachte Rolle mit einer verſtellbaren Daumenfcheibe in Berührung fteht. Diefe ift fo eingeftellt, dafs der Stempel in dem Augenblicke, wo er das in die Matrize eingefetzte Eifen berührt und anfängt, den Nietenkopf zu bilden, eine Winkelbewegung erhält, durch die er fo geführt wird, als ware er mit der Matrizenfcheibe durch Verzahnung ver bunden. Durch diefe mitgehende Bewegung, während welcher fich der Stempel der Matrize nähert, bleibt er ihr immer in der richtigen Lage gegenüber bis der Kopf vollendet ift. Die Matrizenfcheibe dreht fich um ein feftftehendes Excenter, deffen Mittelpunkt der Linie der Schubftange oder der Angriffslinie des Stempels gegenüber liegt. In der Scheibe befinden fich 8 radiale Bohrungen, welche mit fchmiedeifernen Büchfen ausgefüttert find, die bei Abnützung ausgewechfelt werden. Diefelben nehmen die eigentlichen Matrizen für die Nieten auf, welche von zahem, harten Gufseifen gemacht werden. Diefe haben keinen Boden, fondern werden unten durch Stahlftifte ausgefüllt, welche nach der jeweiligen Länge der Nieten eingerichtet find, und dem eingefetzten Eifen als Auflage dienen. Sie Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 47 dienen aber auch dazu, um die fertigen Nieten aus den Matrizen zu entfernen und verrichten diefs, indem fie auf dem erwähnten fe ftehenden Excenter gleiten, welcher fie in jenen Matrizen vorfchiebt, welche die unterften Stellungen erreicht haben. Am äufseren Ende haben die Matrizen vorfpringende Rände, zwifchen welche der Kopf des Stempels pafst. Zwifchen dem Mafchinengeftell ift eine kleine Hebelfcheere angebracht, welche von der Stempelwelle durch einen doppelten Daumen bewegt wird, alfo zwei Schnitte auf einen Hub des Stempels macht. Das Eifen, welches immer um eine Kleinigkeit, in England z. B. um 1/64 Zoll fchwächer genommen wird, als die Niete werden foll, wird in einem nahe bei der Mafchine ftehenden Ofen bis zur Rothgluth erwärmt und dann unter Vorfchieben bis zu einem eingeftellten Anfchlag auf Länge abgefchnitten. Die Stücke fallen von der Scheere in die darunter angebrachte Rinne und werden fofort in die Matrizen gebracht. Die Scheere macht defshalb doppelt foviel Hübe als der Stempel, damit kein Zeitverluft zwifchen Abfchneiden und Einftecken der glühenden Stückchen entſteht. Um fowohl die Matrizen und den Stempel, als auch die Scheere vor zu rafcher Abnützung zu fchützen, wird während der Arbeit ein fchwacher Strom kalten Waffers durch zweckmäfsig angebrachte Röhrchen auf fie geleitet. Aufser genannten Mafchinen hatten De Bergue& Co. auch noch eine Vorrichtung ausgeftellt, um die Nietenköpfe, welche manchmal mit Rändern von überflüffigem Materiale verfehen find, zu putzen, refp. diefe Ränder abzupreffen, indem die Nieten durch eine Matrize von der richtigen Weite gedrückt wurden. H. Hind& Son. Nottingham. Vorftehende, fowie die nächfte und leider die letzte der englifchen Firmen, welche in Metallbearbeitungsmafchinen ausgeftellt hatten, gehören nicht zu den hervorragenden in ihrem Fache, fondern begnügen fich damit, gute Marktwaare zu erzeugen, die denn auch nicht die hohen Preife beansprucht, welche von erften Firmen gefordert werden. H. Hind& Son hatten mehrere Werkzeugsmafchinen ausgeftellt, welche eben den Charakter des allgemein gangbaren Mittelgutes darftellten und in deren Conftruction Originalität in keiner Weife angeftrebt war. Wir wählen eine Drehbank, eine Horizontalbohrmaſchie und eine Wandbohrmaschine zur Befchreibung aus. Spindelftöcke der felbftthätigen Drehbänke. Bevor wir jedoch zu diefer felbft übergehen, möchte es uns geftattet fein, eine allgemeine Auseinanderfetzung über die verfchiedenen Conftructionen zu geben, welche bei den Spindelftöcken der felbftthätigen Drehbänke mittlerer Gröfse im Gebrauche find, indem wir hoffen, die nachfolgenden Befchreibungen dadurch wefentlich zu erleichtern. Von der Spindel einer Drehbank wird verlangt, dafs fie fich in unverückbarer Lage um ihre geometrifche Achfe gleichmässig und leicht drehen laffe, und diefe Bedingungen trotz der unvermeidlichen Abnützung beim Gebrauch durch längere Zeit erfülle. Die Spindel wird in den verfchiedenften Richtungen in Anfpruch genommen. Die auf fie wirkenden Kräfte äufsern fich entweder in einem Drucke auf die Lager der Spindel, oder in einem folchen parallel mit der geometrifchen Achfe, meiftens aber gleichzeitig in beiden Richtungen. Die Lagerung der Spindel hat alfo folgenden Hauptbedingungen zu entſprechen: fefte 48 Carl Pfaff. unverrückbare Lage der Spindel bei leichtem Gang derfelben, Ausgleichung oder Verhinderung der Abnützung, gute Aufnahme des axialen Druckes. Wir wollen nun die verfchiedenen gebräuchlichen Syfteme vergleichen, um zu fehen, wie fie diefen Bedingungen entſprechen. Wir kennen Spindelftöcke mit konifchen Lagern, folche mit cylindrifchen und endlich combinirte, welche an einem Ende cylindrifche, am andern konifche Lager haben. Da ift vor allem Anderen der Spindelftock vonWhitworth, Fig.64, Taf.XIX. Derfelbe hat konifche Lager. Beide laufen nach der gleichen Richtung zu und haben nur fo viel Anlauf, um eine Ausgleichung der Abnützung zu geftatten. Die Lagerbüchfen find feft in den Spindelftock eingefetzt und die konifchen Laufflächen an die Spindel felbft angedreht. Der axiale Druck wird durch einen flachen Ring, welcher mittels zweier Muttern verftellbar ift, auf die Flantfche der rückwärtigen Lagerbüchfe übertragen. Angezogen wird die Spindel durch einen ähnlichen Ring, der fich gegen die andere Seite genannter Lagerbüchfe anlegt und ebenfalls durch Muttern regulirt und feftgeftellt wird. Mittels diefer Ringe wird die Lage der Spindel, alfo auch ihr mehr oder weniger dichter Gang in den Lagern regulirt, und der vordere hat aufserdem noch den Zweck, den axialen Druck auf zunehmen. Das rückwärtige Ende der Spindel bleibt frei für das Aufftecken der Wechfelräder. Bei der berühmt exacten Ausführung Whitworth's, welcher alle diefe Lagerbüchfen, Spindeln und Muttern glashart und mathematiſch genau rund herftellt, haben feine Spindelftöcke erfahrungsmäfsig eine Dauer von noch nicht bekannter Begrenzung. Sie veranlaffen keine Reparaturen und bleiben ftets richtig. Der einzige Fehler, der ihnen anhaftet, liegt in dem flachen Druckringe, der fich, wie wir bei Gelegenheit der Befprechung von Seller's Drehbank gezeigt haben, leicht verreibt. Aber trotzdem laufen Whitworth's Spindeln mit verriebenen Druckringen noch immer gut, und es ift nur die fchwierige Anfertigung und der hohe Preis, welche der allgemeinen Anwendung im Wege ftehen. Weit weniger Sorgfalt erfordern die allgemein üblichen Lagerungen nach Fig. 65. Die Conicität der Lager ift bedeutend gröfser als bei Whithworth, weil, wie wir gleich fehen werden, die Lage der Spindel zum Theil durch die konifchen Lauftheile felbft regulirt wird und bei gröfserem Anlaufe nicht fo leicht ein Festfetzen der Spindel eintritt. Die Kegel, deren Theile beide Lager bilden, ftehen einander mit den Spitzen gegenüber. Der Lauftheil im rückwärtigen Lager ift als lofe Büchfe gebildet, welche auf die Spindel aufgefchoben und durch eine Feder an der Verdrehung gehindert ift. Diefe konifche Büchfe wird durch Stell- und Gegenmuttern regulirt, und abgefehen von dem vom vordern Ende der Spindel nach rückwärts gehenden Achfendruck wird die Spindel durch die beiden konifchen Lauftheile in ihrer Lage gehalten, der erwähnte Achfendruck aber wird durch eine Druckfcheibe aufgenommen, welche meift in einem durch zwei Säulchen oder Stützen rückwärts am Spindelftock befeftigten Querftück angebracht ift. Das Querftück kann auch durch anders geformte Theile, Arme, Büchfen etc. erfetzt werden. Allemal ift aber das Aufftecken der Wechfelräder gehindert und man findet die verfchiedenften Conftructionen, um diefem Uebelftande abzuhelfen, am meiften eine Reverfirvorrichtung oder Wechfelbolzen. Der axiale Druck wird durch die Druckfchraube am beften aufgenommen, indem er hier am wenigften Reibung und Abnützung hervorruft. Bei der hier befchriebenen Spindelconftruction ift zumeift nur Vorficht beim Aufpaffen der lofen konifchen Büchfe zu beobachten. Alles Andere daran ift leicht auszuführen und in Ordnung zu halten. Gehärtete und genau rund gefchliffene Lager und Spindeln find nicht nothwendig, indem fchmiedeeiferne Spindeln und Rothgufsbüchfen fchon fehr gute Refultate geben, und fo ausgerührte Spindelftöcke eine ganz refpectable Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 49 Dauer haben. In der That find fie auch die am meiften ausgeführten, und wir werden fie in der Folge mit dem Namen gewöhnliche Spindelftöcke mit konifchen Lagern bezeichnen. Der Hauptübelftand, welchen fie mit fich bringen, befteht in der Behinderung des Auffteckens beliebiger Wechfelräder. Man kann diefem allerdings begegnen, aber immer nur durch Geftattung eines anderen Nachtheiles, nämlich der Vermehrung von Rädern und Achfen. Ferner ift die Regulirung, welche immer gleichzeitig am rückwärtigen Lager und an der Druckfchraube vorzunehmen ift, ziemlich fchwierig und endlich dürfte noch das ungefällige Ausfehen der am Spindelftocke rückwärts vorftehenden Anhängfel erwähnt werden. Alle Spindelftöcke mit konifchen Lagern, denen wir in diefem Berichte begegnen werden, laffen fich auf eine der beiden obgenannten Conftructionen zurückführen. Wenn wir uns aber die Frage ftellen, ob denn überhaupt konifch gelagerte Spindeln den cylindrifch gelagerten vorzuziehen feien, fo werden wir darauf kaum eine entfcheidende Antwort finden können. Theoretisch betrachtet, erfcheinen konifche Lager als die allein rationellen. Die Praxis aber beweift, dafs auch Spindeln mit cylindrifchen Lagern ebenfo gut befunden, ja in manchen Ländern durchaus vorgezogen werden. Während in England faft ausfchliesslich Drehbankfpindeln mit konifchen Lagern angewandt werden, kommen in Amerika faft nur folche mit cylindrifchen Lagern vor und in Deutfchland theilen fich beide Syfteme gleichmässig in die Herrfchaft. Wie in vielen Fällen, fo ift auch hier die Theorie auf gewiffe Annahmen und Voraussetzungen geftützt, welche in der Ausführung fchwer zu erreichen find. In der That ift die Ausführung und Erhaltung konifch gelagerter Spindeln mit Schwierigkeiten verbunden, welche einerfeits die Anfertigung überall dort verhindern, wo billige Preife mafsgebend find, anderfeits die Erhaltung zweifelhaft machen, wo weniger geübte und vorfichtige Arbeiter zur Verfügung stehen. Man hat auch beim Gebrauche die konifchen Lager dann nicht gern, wenn viel auf der Planfcheibe gedreht werden foll, ohne dafs die Reitftockfpitze zur Anwendung kommt. Während nämlich bei Anwendung der Reitftockfpitze mit mehr oder weniger ftarkem Achfendruck eine gewifse Elafticität fämmtlicher Theile, guten dichten Schlufs in den konifchen Lagern hervorbringt, fehlt derfelbe, fobald die Reitftockfpitze diefen Druck nicht hervorbringt und man mufs die Spindel für das Plandrehen anders reguliren, als für das Drehen zwifchen den Spitzen. Bei cylindrifchen Lagern fällt diefer Uebelftand weg, und man hat noch den Vortheil in der Hand, durch einfaches Nachziehen der Deckelfchrauben beim Plandrehen eine oft erwünſchte Bremfung der Spindel hervorzurufen. Laffen wir die Syftemfrage unentfchieden, begnügen uns mit diefen Andeutungen und gehen direct zu den Spindelftöcken mit cylindrifchen Lagern über. Ein folcher ift in Fig. 66 dargestellt. Während alle konifchen Lager als gefchloffene Büchfen gemacht werden, in welchen die Ausgleichung der Abnützung durch Verfchiebung der Spindel in der Achfenrichtung erfolgt, find alle cylindrifchen Lager zweitheilig und die Abnützung wird durch Zuſammenziehen der beiden Hälften ausgeglichen. Der axiale Druck wird ebenfo wie bei den gewöhnlichen Spindelftöcken mit konifchen Lagern durch eine Druckfchraube aufgenommen, während die Spindel entweder durch einen Bund am vordern Lager oder durch Ring- und Stellmuttern am rückwärtigen in ihrer Lage erhalten wird. Der axiale Druck kann auch durch Druckringe wie bei Whitworth's Spindelftock aufgenommen werden, es ift diefs jedoch, trotzdem dabei das Spindelende ganz frei bleibt, nur für grofse Drehbänke zu empfehlen. Die Druckfchraube ift meift in einem rückwärts durch Stützen gehaltenen Querftück angebracht, kann aber auch ganz dicht an den Lagerfchalen liegen, wobei dann eine befondere Uebertragungsachfe für die Wechfelräder ein4 50 Carl Pfaff. gefchaltet werden mufs. Man hat auch Spindeln mit cylindrifchen Lagern in der Weife ausgeführt, dafs der vordere Bund, gegen welchen fich die Planfcheibe lehnt, allen Achfendruck auf die Flantfche des vordern Lagers überträgt und die Spindel durch Ring und Stellmutter von rückwärts her angezogen und in ihrer Lage gehalten wird. So fehr diefes einfache Syftem, welches alle auftretenden Spannungen in eine Richtung bringt, für ganz grofse Drehbänke, wie z. B. Räderdrehbänke und grofse Plandrehbänke, pafst, fo wenig ift es für kleine und mittlere Drehbänke geeignet, mufs vielmehr für diefe geradezu verworfen werden. Nach diefer allgemeinen Befchreibung der cylindrifch gelagerten Spindeln erübrigt uns noch der combinirten Spindelftöcke zu erwähnen, welche in den vordern Lagern cylindrifche, im rückwärtigen konifche Bohrungen haben. Diefe treten nur felten auf. Ein Beiſpiel bietet der Spindelftock von Sellers, Fig. 25 und 27, Tafel IV, auf den wir hiermit verweifen. Suportdrehbank. Kehren wir nun zu unferem Ausfteller zurück, und betrachten die Suportdrehbank zum Egalifiren und Schraubenfchneiden, Fig. 67, Taf. XIX. Die Spitzenhöhe beträgt 178 Mm. und ift die ganze Drehbank entſprechend ftark ausgeführt. Der Spindelftock ift der gewöhnliche mit konifchen Lagern. Die Druckfchraube ift in einem ziemlich entfernt liegenden Querftück gehalten, deffen Stützen weit genug auseinanderliegen, um auch gröfsere Wechfelräder paffiren zu laffen. Für Gewinde, welche eine fehr grofse Ueberfetzung verlangen, ift durch einen übrigen Wechfelbolzen in der Scheere vorgeforgt. Die Achfe für das Rädervorgelege wird durch Excenterbewegung aus und eingerückt. Der Reitftock ift nicht zum Konifchdrehen verftellbar, das Anziehen des Stofses erfolgt durch Zufammenpreffen der einfeitig aufgefchlitzten Hülfe. Aufser der Leitfpindel zum Schraubenfchneiden ift auch noch eine felbftthätige Bewegung des Suports durch Schnecke und Zahnftange angebracht, welche vorwärts und rückwärts gebraucht werden kann. Schlitten, Suport, Bett etc. find gut ausgebildet, aber von den gewöhnlichften Typen. Die Ausführung entſpricht dem eingangs Gefagten. Horizontalbohrmaſchine. Die Horizontalbohrmaschine, Fig. 68, 69 und 70, war eine ganz gefchickte Modification der bekannten und viel angewandten Horizontalbohr mafchinen. Während diefe gewöhnlich etwas gröfser und auf niedrig liegenden Fundamentplatten angeordnet find, hatte Hind, wie wir aus unfern Zeichnungen erfehen, feine Fundament- oder Auffpannplatte etwas über den Fussboden erhoben. Er konnte diefs thun, weil feine Mafchine nicht univerfell, fondern nur zum Bohren kleinerer Stücke wie: Dampfcylinder, Lager etc., beftimmt war. Die Mafchine bohrt bis zu 410 Millimeter Durchmeffer und ift mit einer Vorrichtung verfehen, um Flangen von Cylindern, Lagern etc. abzudrehen. Die Bohrfpindel hat eine horizontale Verfchiebung von 750 Millimeter, kann auf alle Höhen von 180 bis zu 730 Millimeter von der Auffpannplatte eingeftellt und feitlich um 460 Millimeter verfchoben werden. Die Auffpannplatte ift 2134 Millimeter lang und 915 Millimeter breit. Auf derfelben werden die Arbeitsftücke direct und ohne Unterlagen aufgefpannt und die Verfchiebbarkeit der Bohrfpindel wird benützt, um diefelbe in Sind mehrere das Mittel der zu machenden Bohrung richtig einzuftellen. Bohrungen parallel zu einander in einem Arbeitsftücke auszuführen, fo wird die Bohripindel nach und nach in alle eingeftellt und der Vortheil des Syftemes tritt Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 51 dann befonders klar zu Tage. Die Einrichtung der Mafchine ift, wie aus den angeführten Figuren erfichtlich, folgende: An einem rechteckigen Rahmen findet fich feitwärts der Antrieb mit Räderüberfetzung in der Art eines Drehbanksfpindelftockes angebracht. Die Antriebsachfe hat in der für die Verfchiebung des Bohrftänders erforderlichen Entfernung ein drittes Lager und ift mit einer Nuth verfehen. Auf dem Rahmen fteht verfchiebbar der Bohrftänder und erfafst mit herabgehendem Arme die Hülfe eines Schrägrades, welches mit der Antriebsachfe verfchiebbar verbunden ift. Ein zweites Schrägrad ift im horizontalen Arme des Bohrftänders gelagert und überträgt durch eine verticale genuhete Welle die Bewegung nach oben. Am Bohrftänder felbft ift der Bohrzeugträger vertical verftellbar angebracht und empfängt die Bewegung mittels zweier Schrägräder, welche ähnlich wie die unteren eingerichtet find. Zwifchen den letztgenannten Schrägrädern und der Hülfe der Bohrfpindel vermitteln eine kurze horizontale Achfe und ein Paar Stirnräder, die im Verhältniffe von etwa 1: 3 ftehen, die letzte Ueberfetzung. Die Hülfe liegt in anziehbaren cylindrifchen Lagern und nimmt die Bohrfpindel durch diametral gegenüberftehende Nuthen und Federn mit. Die Verfchiebung der Bohrfpindel kann mittels der feft mit ihr verbundenen Druckfchraube und der drehbaren Mutter von Hand oder durch Differenzialräderwerk felbftthätig erfolgen. Die beiden Getriebe des letzteren find durch excentrifchen Bolzen ausrückbar. Das Differenzialräderwerk gibt zwar einen fehr gleichmässigen kontinuirlichen Vorfchub, geftattet aber keine Variation des felben. In Verbindung mit dem Rahmen oder Geftell des Bohrftänders fteht die Auffpannplatte dadurch, dafs beide an den Ecken verfchraubt find. Entfprechend dem Bohrftänder ift auf derfelben ein verftellbares Lager angebracht, welches leicht in die mit der Bohrfpindel correfpondirende Stellung gebracht werden kann, und ihr dann als Stütze dient. Die Arbeitsftücke werden meift zwifchen dem Bohrftänder und dem Lager aufgefpannt, es kann jedoch auch das letztere zur Verfteifung der Bohrfpindel vor dem zu bohrenden Gegenftande aufgeftellt und dann mit dem freien Spindelende gebohrt werden. Zum Abdrehen von Flangen ift auf der Bohrfpindel ein Doppelarm verfchiebbar aufgefteckt, deffen Nabe im Lager geführt ift. Steuerfterne und ein unterhalb vorgefehener verftellbarer Anfchlag bewirken den radialen Vorfchub der in die Mefferhalter eingefpannten Werkzeuge; für den horizontalen Vorfchub kann die nur auf Fig. 68 fichtbare, am Fufse des Lagers angebrachte Stellfchraube dienen. Wandbohrmaſchine. Die Wandbohrmaschine, Fig. 71, Taf. XX ift ein ftarkes und einfaches Werkzeug, intereffant durch die Anwendung befonderer Füfse. Die Ausladung der Bohrfpindel von der Wand wird in der Praxis oft ganz verfchieden grofs verlangt und es ift für den Conftructeur die leichtefte Art, diefen mannigfachen Anforderungen dadurch zu entfprechen, dafs er derartige Füfse oder Zwifchenftücke einfchaltet, deren Veränderung von Fall zu Fall fchnell und billig möglich ist, während die Abänderung eines ganzen Bohrmaſchinenmodelles unverhältnifsmäfsigen Aufenthalt und Koften verurfacht. Wir glauben bei der Einfachheit des Gegenftandes und der Deutlichkeit unferer Zeichnung der fpeciellen Befchreibung enthoben zu fein; erwähnen nochmals, dafs die Ausführung aller Maſchinen eine mittelgute war, und gehen zu unferem nächsten Ausfteller über. 4* 52 Carl Pfaff. D. New& Co. Nottingham. Diefe Firma hatte eine folche Menge von Werkzeugmafchinen auf engem Raume ausgeftellt, dafs einzelne nur fchwer zu befichtigen waren und die überhäufte ungeordnete Collection den Eindruck eines Jahrmarktstandes machte. Hievon abgefehen, bot die Ausstellung der jungen, aber im Ganzen emporftrebenden Firma einiges Intereffe und wir wählen zur Befchreibung eine Drehbank, eine Achfendrehbank, eine Räderdrehbank, eine Hobelmafchine und eine Radialbohrmafchine aus. Suportdrehbank. Die Drehbank, Fig. 72, Taf. XX hatte 130 Millimeter Spitzenhöhe, Räderüberfetzung und gekröpfte Wange mit Einlegplatte. Der Spindelftock war der gewöhnliche mit konifchen Lagern und das Aufftecken der Wechfelräder erfolgte auf der Hülfe einer Reverfirvorrichtung, durch welche das Egalifiren vor- und rückwärts, fowie das Schneiden rechter und linker Gewinde ermöglicht wurde. Wir müffen hier bemerken, dafs diefe Art von Reverfirvorrichtung zwar fehr vertheilhaft für das gewöhnliche felbftthätige Drehen, dagegen fehr ungünftig für das Schraubenfchneiden ift, indem zu viele fchwache Theile in der Verbindung mit der Leitfpindel auftreten. Das Rädervorgelege des Spindelftockes war durch Excenterbewegung ausrückbar. Eine zweite felbftthätige Bewegung für den Suport, wie wir fie bei Hind fanden, war hier nicht vorhanden, und wir erklären unumwunden, dafs wir eine folche Complication auch in den meiften Fällen für ganz unnöthig halten. Der Reitftock war nicht zum Konifchdrehen verfchiebbar, der Stofs desfelben wurde durch Druckftück und Schraube feft geftellt. Der Suport konnte vom Schlitten entfernt und letzterer, ganz frei gemacht, zum Auffpannen von Arbeitsftücken verwendet werden. Die ganze Drehbank war gut proportionirt aber gewöhnlich. Achfendrehbank. Die Achfendrehbank, Fig. 73, Tafel XXI ift beftimmt, Achfen von Eifenbahnfahrzeugen an beiden Enden zugleich zu bearbeiten. Die Achfen werden zwifchen feften Spitzen eingefpannt und von der fie umgebenden Hülfe in der Mitte angetrieben. Bei unferer Mafchine begegneten wir zum erften Male dem gut ausgebildeten, feitwärts angebrachten Antrieb mit Räderüberfetzung Whitworth hat fchon früher einen ähnlichen Antrieb ausgeführt, welcher aber nur eine Ueberfetzung und nur die zum Ausfchroppen und Vordrehen der Achslager nöthigen Gefchwindigkeiten darbot. Das Fertigdrehen, Ausfchlichten und Ueberfeilen der Achfen konnte bei diefer Einrichtung nur unter den ungünftigften Bedingungen vorgenommen werden. Es mag diefs in Werkstätten, welche nur neue Achfen erzeugen, defshalb ganz gut angehen, weil die fortwährend gleiche Arbeit leicht auf zwei verfchiedene Bänke vertheilt werden kann. In Reparaturwerkftätten aber ift diefs fchon wegen der befchränkten Zahl der Werkzeugmafchinen nicht gut ftatthaft und würde bei dem vereinzelten Auftreten der Arbeiten diefe fehr vertheuern Es ift defshalb der vorliegende Antrieb als eine entfchiedene Verbefferung anzufehen, indem er die verfchiedenen zum Ausfchroppen und zum Fertigmachen nöthigen Gefchwindigkeiten gibt. Wenden wir uns zu unferer Figur, fo fehen wir am Ende der Drehbank einen Anbau mit der vollſtändigen Ueberfetzung eines Spindelftockes. Das Rädervorgelege ift durch Excenter auslösbar. Die Antriebsachfe geht innerhalb des Bettes bis in die Mitte, wo fie wieder gelagert ift und ein Getriebe trägt, das Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 53 in ein Rad auf der hohlen, im Mafchinenmittel gelagerten Hülfe eingreift. Diefes Rad ift mit einem am Lager angegoffenen Schutzbogen umgeben. Die Verhältniffe der Räder find folgende: de cod Erftes Getriebe an der Stufenfcheibe 5/8" engl. Diameter Ueberfetzungsrad Zweite Ueberfetzung Getriebe auf der Achfe Rad auf der Hülfe 18" 99 I: I " 81/4" 24"" 99 99 " woraus eine totale Ueberfetzung von beiläufig I zu 10 refultirt. Wir fehen aus der Wahl der ungewöhnlichen zweiten Ueberfetzung, dafs die ganze Anordnung mit dem gehörigen Studium durchgeführt wurde und können das Ergebnifs nur anerkennend hervorheben. Auf der Mittelhülfe ift ein Excenter angebracht, welches in fehr einfacher Weife die Bewegung der Leitfpindeln vermittelt. Im Uebrigen ift die einfache und klare Anordnung aus unferer Zeichnung zu erfehen, und hätten wir nur gewünſcht, dafs die Formen diefes ftarken und zweckmäfsigen Werkzeuges etwas weniger roh gewefen wären, was recht leicht fein konnte, ohne dafs dadurch der Ausdruck der Stärke gelitten hätte. Räderdrehbank Ueber die Räderdrehbank, Fig. 74. Taf.XXI ift wenig Befonderes zu fagen. Sie repräfentirte recht gut die neuerer Zeit allgemein üblichen ftarken Werkzeuge diefer Gattung und zeichnete fich nur durch befonders kräftige Räderüberfetzung aus, indem ftatt der gewöhnlich angewandten einfachen Räderüberfetzung zwifchen der ersten Antriebsachfe und der Bodenwelle eine doppelte vorhanden war. Das Bett war fehr ftark und mit T förmigen Schlitzen zur Befeftigung der Spindelftöcke und Suporte verfehen. Die Suportplatten waren durch Zahnftangen und Getriebe, die Suporte durch Schrauben verftellbar. Die Spindelftöcke waren kräftig gebildet und hatten fehr breite Auflage. Hobelmafchine. Auch die Hobelmafchine, Fig. 75, Taf. XXII bringen wir mehr um einer Repräfentation der Gattung als um fpecieiler Bemerkungen willen. Sie war kräftig, einfach und praktifch angeordnet, wie es eben alle in England üblichen derartigen Mafchinen find. Der Antrieb des Tifches erfolgte durch Zahnftange, Getriebe und Räderüberfetzung, mit langfamer Schnitt- und befchleunigter Retourbewegung. Der Tifch, mit feitwärts offenen Schlitzen, war kräftig und lief in breiten prismatifchen Bahnen, deren Flächen im günftigften Winkel zu einander ftanden. Bett, Ständer und Suporte waren gleichfalls kräftig und gut proportionirt. Die Querverbindung der Ständer mufste fehr kräftig genannt werden, hatte aber eine befremdende Ornamentation. Radialbohrmaſchine. Weit mehr als über die beiden letzten Mafchinen haben wir über die Radialbohrmaſchine, Fig. 76, Taf. XXII zu fagen. Sie zeigt eine jener Conftructionen, welche von Zeit zu Zeit gemacht werden, um die älteren Typen von Whitworth und Fairbairn zu umgehen. Wir wiffen heute nicht für gewifs zu fagen, von wem die erfte Radialbohrmaschine gebaut wurde, glauben aber nicht zu irren, wenn wir eine der erften der ehemaligen Firma Sharp, Roberts& Co. zufchreiben. Es war diefs eine an der Wand zu befeftigende Mafchine, bei welcher der radiale 54 Carl Pfaff. Arm zwei lange cylindrifche Zapfen hatte, die fich in Lagern drehen und vertical verfchieben laffen konnten. Später führte Whitworth feine freiftehende Radialbohrmafchine ein, welche die Zapfen am radialen Arm behalten, die verticale Verftellung aber in einen befondern Schlitten verlegt hatte. Hierauf entstanden die Mafchinen, bei welchen der radiale Arm fich um eine feftftehende cylindrifche. Säule drehte, unter denen die von Fairbairn am bekannteften find. Fairbairn hatte immer die verticale Verftellung des Armes durch einen befonderen Schlitten vermittelt, und es find nun eben die neueften Conftructionen, welche diefes zu umgehen und den radialen Arm direct auf der Säule zu drehen, zu heben und zu fenken fuchen. Unter diefe gehört unfere Mafchine. Ihr radialer Arm läuft in eine lange Hülfe aus, welche rückwärts aufgefchlitzt und mit ftarken Flantfchen und Schrauben verfehen ift, um eine Zufammenziehung zu erlauben, welche nicht nur zur Feftftellung des Armes während des Bohrens, fondern auch zur Ausgleichung der mit der Zeit auftretenden Abnützung gebraucht werden kann und deren Anwendung fehr zu loben ift. Vermittels genannter Hülfe ift der radiale Arm auf der feftftehenden cylindrifchen Säule drehbar, verfchiebbar und zum Feftftellen vorgerichtet. Die Drehung und Feftftellung erfolgt von Hand, die verticale Verfchiebung aber durch die Mafchine felbft, wie wir fpäter fehen werden. Die Bewegung wird zuerft auf eine kurze horizontale Achfe mit Stufenfcheibe und Rädervorgelege übertragen, welche nach Art eines Spindelftockes eingerichtet ift und Auslöfung durch Excenter hat. Im Innern der feftftehenden Säule geht eine verticale Achfe in die Höhe, welche mit der horizontalen durch ein Paar Schrägräder verbunden und oben in einem drehbar auf der Säule angebrachten Deckel gelagert ift. Gleich über diefem hat fie ein Stirnrad, welches die Bewegung durch ein Gleiches auf eine zweite verticale Achfe überträgt, die aufserhalb herabgeht und bei ihrem Durchgang durch den radialen Arm verfchiebbar mit einem Schrägrade verbunden ift, durch das endlich die Bewegung auf die horizontale Achfe im Arme und von diefer abermals durch 4 Schrägräder auf die Bohrfpindel übertragen wird. Letztere Uebertragung ift complicirt und wir werden bald einer ähnlichen Mafchine mit einfacherer, befferer Anordnung begegnen. Die Steuerung der Bohrfpindel wird durch Schnecke und Rad bewirkt, welche ihre Bewegung von einer kurzen horizontalen Achfe nehmen, die nochmals mit Schrägrädern von der Bohrfpindel getrieben wird. In diefen Mechanismen, fowie in der Verfchiebung des Bohrzeugträgers durch Schraube war nichts Befonderes zu finden. Eigenthümlich ift die Vorrichtung zum Heben und Senken des radialen Armes. Ueber dem Rade nämlich, welches zur Uebertragung der Bewegung auf die Bohrfpindel dient, ift noch ein zweites, kleineres angebracht und in Verbindung mit zwei ähnlichen Stirnrädchen gefetzt, die nach Art der Reverfirvorrichtungen angeordnet und in einem oben den Abfchlufs bildenden, hebelartig beweglichen Stücke gelagert find. Eine fchwache, aufserhalb herabgehende, mit Handgriff verfchiebbar verbundene Achfe dient dazu, die befchriebene Vorrichtung fo zu ftellen, dafs die Schraube zum Heben und Senken des radialen Armes, entweder links oder rechts oder gar nicht gedreht, diefer alfo gefenkt, gehoben oder ftill gehalten wird. Der drehbare Deckel auf der Säule, in welchem alle diefe Theile gelagert find, mufs fich mit dem radialen Arme drehen, indem er mit ihm durch zwei Achfen und eine Schraube verbunden ift. Er kann nur durch die Steifigkeit diefer verbindenden Theile mitgenommen werden, was uns denn doch bedenklich erfcheint. Im Ganzen können alle Verfuche, bekannte Conftructionen durch neue zu erfetzen, nur gelobt und ermuntert werden. Jede, welche Vereinfachung bringt, findet immer Eingang. Die Hauptdimenfionen unferer Mafchine find folgende: Gröfste Ausladung der Bohrfpindel 1600 Millimeter, verticale Verftellung des radialen Armes Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 55 640 Millimeter. Wir ſchliefsen die Befprechung der von New& Co. ausgeftellten Mafchinen mit der Bemerkung, dafs alle mittelgut ausgeführt waren. Bandfäge zum Schneiden von Metallen. Wir entlehnen der Abtheilung für Holzbearbeitungsmafchinen noch ein Stück zur Befchreibung, welche hieher gehört. Es ift diefs die Bandfäge zum Schneiden von Metallen von Powis, James, Weſtern& Co. in London. Diefe Mafchine, Fig. 77, Taf. XXIII ift ganz wie eine Bandfäge zum Schnei den von Holz gebaut, nur in allen Theilen viel ftärker, mit einem befonders grossen Tifch und einem Antrieb durch Räderüberfetzung. Die Rollen haben 1100 Millimeter Diameter und machen 23 Touren per Minute, was einer Blattgefchwindigkeit von 1300 Millimeter per Secunde ent fpricht. Die untere ift mit einem Zahnkranz mit innerer Verzahnung verfehen, der durch ein Getriebe auf der Vorgelegewelle angetrieben wird. Das Blatt lehnt fich mit feinem Rücken gegen Führungsrollen an, was bei der kleinen Gefchwindigkeit ganz wohl angeht und ift feitwärts in der gewöhnlichen Weife geführt. Die Spannung desfelben gefchieht durch eine lange Blattfeder und Schraube. Es follen auf diefer Mafchine Eifenbleche zu verfchiedenen Zwecken des Maſchinen- und Schiffbaues mit Vortheil gefchnitten werden. Die Sägenblätter find auf der gezahnten Seite etwas ftärker als am Rücken, fo dafs fie mit möglichft wenig Reibung arbeiten. Zur Abkühlung werden fie beim Schneiden mit Seifenwaffer oder Oel benetzt und ift diefe eine viel vollkommenere, als z. B. bei Fraifern, fchon aus dem Grunde, weil ein und derfelbe Zahn erft lange durch die freie Luft geführt wird, bevor er wieder zum Angriff kommt. 36 Carl Pfaff. Schweiz, Belgien, Frankreich. Die Schweiz, Belgien und Frankreich waren in unferem fpeciellen Fache leider numerifch fo fchwach vertreten, dafs wir uns genöthigt fehen, diefe Länder collectiv anzuführen, wozu uns wohl auch der Umftand berechtigt, dafs ihre Mafchineninduftrie auf gleich hoher Entwicklungsftufe fteht. J. J. Rieter& Co. Winterthur. Schweiz. - Die von diefer alten, rühmlichft bekannten Firma ausgeftellten Werkzeugmafchinen waren fämmtlich von grofser Vollkommenheit und fchöner Durchbildung in der Form, was um fo beachtenswerther ift, als gerade diefe Firma derartige Mafchinen nicht als alleinige Specialität baut, fondern fich hauptfächlich mit der Anlage von Wafferwerken, Spinnereien u. dgl. befafst. J. J. Rieter& Co. ftellten folgende Werkzeugmafchinen aus: Eine Band fäge für Eifen, eine grofse Langlochbohrmaſchine, eine Hobelmafchine, eine Radialbohrmaſchine und eine Fraismafchine. Bandfäge zum Schneiden von Metallen. Die in Fig. 78, Taf. XXIII dargestellte Bandfäge hatte denfelben Zweck, wie die bereits befchriebene englifche, war auch in faft gleicher Gröfse ausgeführt und unterfchied fich von diefer nur durch einzelne Conftructions details. So hatte beiſpielsweife der Ständer eine fchlankere Form und die Räderüberfetzung zum Antrieb der untern Sägenrolle zeigte eine von der englifchen abweichende Anordnung. Die Spannung des Sägeblattes gefchah bei unferer Mafchine mittels eines Hebels und einer eingefchalteten Federbüchfe. Zur Auflage der zu fchneidenden Bleche waren kleine Unterlagen( Fig. 79), die je aus einer Anzahl von zwifchen zwei Blechen gefafsten Kugeln beftanden, beigegeben, welche eine leichte Handhabung und Bewegung derfelben ermöglichten. Wir kennen zwar derartige Bandfägen zum Schneiden von Metallen noch nicht aus eigener Erfahrung, zweifeln aber keineswegs an ihrer praktischen Verwendbarkeit. Langlochbohrmaschine. Die Langlochbohrmafchine, Fig. 80, Taf. XXIV ift für gröfsere, ungewöhnlich geformte Mafchinenbeftandtheile beftimmt, wefshalb fie am Rande einer Grube placirt ift und ein fehr tiefes Herablaffen des Tifches geftattet. Auch die Form des Ständers deutet auf die erwähnte Beftimmung hin, indem derfelbe zweiarmig ift und wie aus der Figur erfichtlich in der Mitte eine grofse Oeffnung freiläfst. Die fefte Verbindung der beiden Arme erfolgt oberhalb durch ein ftarkes, mit Führungsprismen verfehenes Querftück, unterhalb aber durch eine Winkelrippe. Auf dem Quertheil wird der Bohrzeugträger durch den bekannten Mechanismus hin und herbewegt. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 57 Die felbftthätige intermittirende Steuerung des Bohrers wird beim Schlitzbohren durch die feitswärts fichtbare Vorrichtung bewirkt, doch ift aufser diefer noch eine zweite felbftthätige Steuerung angebracht, welche den continuirlichen, zum Bohren cylindrifcher Löcher geeigneten Vorfchub geftattet und zugleich erlaubt, die Bohrfpindel fowohl für das Bohren von Schlitzen, als auch für jenes von cylindrifchen Löchern von Hand zu bewegen. Beide felbftthätigen Steuerungen können je nach der auszuführenden Arbeit abwechfelnd benützt werden. Der Antrieb der Bohrfpindel erfolgt feitwärts durch Stufenfcheibe und freitragend auf excentrifchen Zapfen angeordnetes Rädervorgelege. Die Antriebsachfe verfchiebt fich bei der Bewegung des Bohrzeugträgers in ihren Lagern und den Stufenfcheiben, von welchen die zum Antrieb der Steuerung beftimmte aufsenliegende durch eine lange Nabe im Lager gehalten ift. Hobelmafchine. Die ausgeftellte Hobelmafchine war mit dem Antrieb von Sellers, jedoch in etwas abweichender Anordnung verfehen, hatte an den Suporten- Vorrichtungen zum Heben der Meffer beim Rückgange, wie wir diefelben fchon bei Gelegenheit der Maſchine von Sharp, Steward& Co. befprochen haben, und war offenbar auch im Uebrigen nach dem Mufter der letzteren gebaut. Wir können nicht umhin, diefe Mafchine für die fchwächfte der von J. J. Rieter& Co. ausgeftellten zu erklären. Radialbohrmaſchine. Die Radialbohrmafchine, Fig. 81, Taf. XXV ift ganz nach dem Principe gebaut welches New& Co. bei der Conftruction ihrer Mafchine im Auge hatten und erinnern wir an das bei diefer Gelegenheit hierüber Gefagte.is Der Antrieb der Mafchine erfolgt auch hier durch Stufenfcheibe und Räderüberfetzung, welch' letztere jedoch freitragend auf excentrifchem Zapfen angeordnet ift. Die weitere Uebertragung der Bewegung auf die Bohrfpindel erfolgt ganz ähnlich, wie bei New& Co., ift nur viel einfacher und gefunder angeordnet, indem die horizontale Welle des Bohrzeugträgers fich in Lagern verfchiebt, welche an der Hülfe angegoffen find, und hiedurch fowie durch den Umftand, dafs die Bewegung für die felbftthätige Steuerung direct von diefer Achfe genommen wird, 4 Schrägräder erfpart wurden. Die verticale, aufserhalb der Säule herabgehende Achfe verfchiebt fich gleichfalls, u. z. in ihrem oberen Lager. Das Heben und Senken des radialen Armes gefchieht ganz fo, wie bei New& Co. felbftthätig durch eine Reverfirvorrichtung und aufserhalb der Säule herabgehende Schraube, welche jedoch hier in einem rechteckig prismatifchen Kaften eingelagert ift. Diefer Kaften bildet ein Stück mit dem auf der Säule. beweglichen Deckel, ift gut in einem Anfatz der Hülfe des radialen Armes geführt und hat den Zweck, bei der Drehung des radialen Armes den beweglichen Deckel mitzunehmen, ohne dafs irgend ein Mafchinentheil in unnatürlicher Weife in Anspruch genommen würde, wie wir diefes bei New& Co. gerügt haben. Die Mutter für die Spindel zum Heben und Senken ift nahe dem untern Ende der Hülfe angebracht und tritt durch einen Schlitz in der äufseren Wand des prismatifchen Kaftens mit der Spindel in Verbindung. Die Hülfe felbft ift fehr lang und mufs diefes auch aus dem Grunde fein, weil fie keine Vorrichtung zum Anziehen, refpective zur Ausgleichung der Abnützung hat. Wir würden für diefelbe die Conftruction von New& Co. vorziehen. Die Hülfe könnte dann bedeutend kürzer gehalten werden, ohne den dichten Schlufs zu verlieren. 58 Carl Pfaff. Der Bohrzeugträger ift fehr fchön ausgebildet und mit langen Führungslagern für die Spindel verfehen. Die horizontale Verfchiebung kann fowohl vom Bohrzeugträger felbft aus durch Handrad, Schnecke, Schneckenrad und Mutter, als auch vom Ende des radialen Armes aus durch Handrad und Schraube bewirkt werden, wobei Schraube und Mutter wechfelweife in Bewegung treten. Die gefchilderte Anordnung der horizontalen Verfchiebung vom Bohrzeugträger felbft aus kann jedenfalls uur eine fehr langfame Bewegung geftatten und fcheint uns defshalb nicht vortheilhaft, auch ift diefelbe an einer Stelle angebracht, welche unbedingt für die Bewegung der Bohrfpindel in verticaler Richtung refervirt fein follte, und auch defshalb nicht ganz lobenswerth. Weit beffer wäre es gewefen, die Verftellung vom Ende des radialen Armes aus ganz zu unterdrücken, ftatt der Schraube eine Zahnftange auzuwenden und den Bohrzeugträger vermittels horizontaler Achfe mit Getriebe und aufsen weit vorftehendem Handrad direct zu verfchieben. - Die Hauptdimenfionen diefer Mafchine find folgende: Die gröfste Auslegung der Bohrfpindel= 6'6' engl.= 1980 Millimeter gröfste Höhe bis unter den Bohrkopf auch= 6'6", engl. 1980 Millimeter. - Doppelte Fraismafchine. Die ausgeftellte doppelte Fraismafchine hatte zwei einander gegenüber ftehende, zu beiden Seiten des Bettes vertical und horizontal verftellbar angebrachte Spindelftöcke mit Räderüberfetzung, deren Hauptfpindeln an dem nach innen gekehrten Ende je eine Fraifenfcheibe trugen, deren Diftanz von einander durch die horizontale Verftellung der Spindelftöcke regulirt werden konnte. Unter denfelben befand fich ein horizontal felbftthätiger ftarker Auffpanntifch, auf welchen verfchiedene Arbeitsftücke direct oder vermittels Theilvorrichtungen aufgefpannt werden konnten. Die Mafchine war fehr ftark und mag zu fpeciellen Zwecken ganz befonders gut geeignet fein, befitzt aber nicht den Charakter eines allgemein verwendbaren Werkzeuges. Wie fchon eingangs erwähnt, zeichneten fich die fämmtlichen von Rieter & Co. ausgeftellten Mafchinen durch gute Ausführung, reichlich ftarke Verhältniffe und confequent durchgebildete fchöne Form aus. Aus der Schweiz waren ferner eine reiche und fchöne Collection von Mafchinen ausgeftellt, welche fpeciell für Spenglerarbeiten beftimmt waren. Der Fabrikant Rudolf Jäklin in Bafel hat es in der Herftellung folcher Mafchinen zu grofser Vollkommenheit gebracht. Diefelben finden fich fehr ausführlich in dem deutfchen officiellen Bericht des Herrn Profeffor Dr. Hartig aus Dresden befchrieben und da fie eigentlich nicht in das Gebiet Desjenigen fallen, was wir bisher befchrieben haben, und weiter zu befchreiben gedenken, fo verweifen wir auf den genannten Bericht. Bede& Co. in Verviers.- Belgien. Von diefer Firma kann in Beziehung auf Werkzeugmafchinen füglich das felbe gefagt werden, wie von Rieter& Co., indem fie fich nicht ausfchliefslich mit dem Bau von Werkzeugmaschinen, fondern auch mit dem von Dampfmaschinen, Locomobilen, Spinnerei- und Appreturmafchinen befafst. Die ausgeftellten Werkzeugmaschinen waren fehr refpectable Producte. und ftanden in der Ausführung denen von Rieter& Co. kaum nach, während die Conftruction in Formgebung allerdings nicht jener Originalität und Eleganz befafsen, die wir dort angetroffen haben. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 59 Ausgeftellt waren: Zwei Drehbänke, eine Univerfalbohrmaſchine. eine Bohrmaſchine mit vier Spindeln und eine kleine horizontale Bohrmaſchine. Drehbänke. Der Die beiden Drehbänke waren nach englifchen Mufter u. z: die erfte von 260 Millimeter Spitzenhöhe nach dem von Whitworth ausgeführt. Der Spindelftock diefer Drehbank befafs jedoch cylindrifche Lager. Schlitten war mit Duplexsuporten verfehen und der eine der beiden Werkzeughalter hatte die bekannte Vorrichtung, um das Meffer beim Schraubenfchneiden rafch zurückzuziehen. Die zweite Drehbank von 275 Millimeter Spitzenhöhe war fpeciell zum Bohren durch den Reitftock eingerichtet, zu welchem Ende diefer mit einer felbftthätigen Vorfchubvorrichtung, beftehend aus einfacher Räderüberfetzung und Riemenfcheibe, welche bei erreichter Bohrtiefe felbftthätig ausgerückt wurde, verfehen war. Die Planfcheibe hatte Univerfal- Einfpannbacken, deren Schrauben mittels konifcher Räder derart verbunden waren, dafs die Drehung einer einzelnen, auch die aller andern nach fich zog. Univerfalbohrmaſchine. Die Univerfalbohrmafchine war eine doppelte, d. h. es waren zwei Syfteme auf gemeinfchaftlichem langen Bette angebracht. Wir bringen diefelbe in 3 Anfichten, Fig. 82, 83 und 84, Taf. XXVI zur Darstellung. Beide Syfteme find einander vollkommen gleich. Auf dem langen Bette befindet fich bei jedem durch Schraubenfpindel verfchiebbar ein kräftiger Spindelftock mit hohler Spindel und auf excentrifcher Achfe auslösbaren Rädervorgelege. Innerhalb der hohlen Spindel ift die eigentliche Bohrfpindel verfchiebbar angebracht und wird bei der Drehung durch Nuth und Feder mitgenommen. Den Vorfchub empfängt die Bohrfpindel durch eine rückwärts mit ihr verbundene Schraubenfpindel, drehbare Mutter und Differenzialräderwerk, wovon das eine Paar auf einem in der Verlängerung der Vorgelegeachfe feft angebrachten excentrifchen Zapfen läuft und vermöge des letzteren ausgerückt werden kann. Das Handrad am Ende der drehbaren Mutter dient zur Verftellung der Bohrfpindel von Hand. Der Tifch eines jeden Syftemes ift horizontal an dem gemeinfchaftlichen Bette der Mafchine durch Schraubenfpindel verfchiebbar und kann an der ftarken Platte, welche ihn mit diefem Bette verbindet, vertical verftellt werden. Er befitzt einen Suporttifch, welcher horizontal in zwei Richtungen verftellbar, und deffen Auffpannplatte drehbar ift. Beim Bohren wird der Tifch mit feiner Mitte genau in die der Bohrfpindel eingeftellt, welche dann am Ende ein vertical verftellbares Lager zur Unterſtützung findet. Es können zweierlei Vorfchubbewegungen angewendet werden, u. z. die der Bohrfpindel, die wir fchon befprochen haben, und bei deren Anwendung der Tifch und das Arbeitsftück ftille fteht, oder die des Tifches felbft, bei der fich das Arbeitsftück mitbewegt. Letztere wird von einer genutheten, beiden Syftemen gemeinfamen, nahe dem Fufsboden am Bette hinlaufenden Welle abgeleitet, welche in jedem Tifche durch Schnecke und Schneckenrad mit einer verticalen Spindel in Verbindung fteht. Diefe überträgt oberhalb durch ein Paar Schrägräder ihre Bewegung auf eine horizontale Welle, welche an der Stirnfeite des Tifches mit der Schrauben 60 Carl Pfaff. fpindel des Suportes durch Getriebe verbunden ift, die auch aufser Eingriff gebracht werden können, fo dafs die Verftellung des Suportes von Hand aus ermöglicht ift. Die früher erwähnte gemeinfchaftliche Welle wird am Ende des langen Bettes durch Schraubenrad, und eine an der Stirnfeite eingelagerte kurze Achfe augetrieben, welch' letztere ihre Bewegung von einem der beiden Spindelftöcke empfängt u. z. z. dadurch, dafs mit dem Differenzialräderwerk eine kleine Stufenfcheibe verbunden ift, von welcher aus ein Riemen auf die der genannten kurzen Welle geleitet wird. Bei Anwendung diefer Steuerung mufs das eine der Differenzialräder, welches auf der drehbaren Mutter fitzt, ausgelöft werden. Die Bewegungsrichtung des felbftthätigen, auf diefe Weife erzielten Vorfchubes kann dadurch reverfirt werden, dafs der Riemen auf den beiden Stufenfcheiben gekreuzt oder offen aufgelegt wird. So weit haben wir unfere Mafchine als Bohrmaſchine befprochen und erwähnen nur noch, dafs diefelbe hauptfächlich dort, wo es fich um die Herftellung einer gröfseren Anzahl von Mafchinentheile handelt, welche parallele Bohrungen in gleichen Diftanzen haben, fehr vortheilhaft erfcheint. Sie kann jedoch auch zum Bohren einzelner kleiner Mafchinentheile mit Vortheil benützt werden, da jedes Syftem vollkommen unabhängig von dem andern zu arbeiten im Stande ift. Um aber der Mafchine einen noch gröfseren Wirkungskreis zu fichern, wurde fie auch zum Fraifen eingerichtet, indem der Suport eine felbftthätige Querbewegung erhielt, deren Einrichtung aus der Zeichnung vollkommen erfichtlich ift. Die Hauptdimenfionen diefer Mafchine find: Länge des Bettes= 5100 Millim. Gröfste Entferung der Bohrfpindelmittel von einander= 4500 Millim., kleinfte Entfernung derfelben= 550 Millimeter. - Verticalbohrmafchine mit vier Spindeln. Die verticale Bohrmaſchine mit vier Spindeln, Fig. 85, Taf. XXVII iſt ein Werkzeug mittlerer Gröfse, hauptfächlich für Keffelfchmiedearbeiten beftimmt. Sie hat auf zwei mit einer gemeinfchaftlichen Fundamentplatte verbundenen Ständern oben ein horizontales Querbett, auf welchem vier Bohrzeugträger verfchiebbar an geordnet find. Die Verfchiebung derfelben kann bei jedem einzeln für fich vorgenommen werden, indem eine cylindrifch eingelagerte Stellmutter längs einer am untern Prisma hinlaufenden Schraubenfpindel gedreht wird. Sind auf diefe Weife die Bohrzeugträger auf die gewünſchte Diſtanz eingeftellt, fo werden die Stellmuttern durch Druckfchrauben feftgehalten und es werden dann alle Bohrzeugträger gleichzeitig durch erwähnte Schraubenfpindel, welche an ihrem freien Ende einen Ratfchenhebel hat, verfchoben. Auf diefe Weife ift es möglich, Reihen von Nietlöchern in immer genau gleichbleibenden Diftanzen zu bohren, ohne dafs mehr als die erften eingetheilt zu werden brauchen. Der Antrieb der Bohrfpindeln erfolgt von einer gemeinfchaftlichen Achfe aus durch hyperbolifche Räder und können einzelne Bohrfpindeln während des Ganges nicht ausgelöft oder ftill geftellt werden. Der verticale Vorfchub der Bohrer erfolgt ebenfalls durch eine gemeinfchaftliche Achfe mit Schnecken, welche in Schneckenräder eingreifen, die in Ausfparungen der Bohrzeugträger gelagert find. Die Druckfpindeln haben Nuthen, in welche Federn der oberhalb angebrachten Handräder eingreifen. Werden diefe Handräder durch die auf ihre Naben wirkenden Druckfchrauben feftgeftellt, fo gehen die Bohrfpindeln felbftthätig nieder, find die Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 61 Handräder gelöft, fo können fie fich mit den Druckfpindeln drehen und es erfolgt kein Niedergang der Bohrfpindeln. Im gelöften Zuftande können aber auch die Handräder zur verticalen Verftellung der Bohrfpindeln von Hand benützt werden. Die gemeinfchaftliche Vorfchubachfe ift mit der für den Antrieb beftimmten auf zweierlei Art verbunden, u. z. durch zwei kleine Stufenfcheiben, über welche ein Riemen gelegt ift, und durch ein Paar Stirnräder, wovon das grössere auf der Antriebachfe fitzt. Eine zwifchen beiden verfchiebbare Kuppelung geftattet diefe Verbindungen auszulöfen oder eine von ihnen in Thätigkeit zu fetzen. Wenn die langfamer treibende Ueberfetzung durch den Riemen eingelöft ift, fo erfolgt der Niedergang der Bohrfpindeln, während im andern Falle der felbftthätige Rückgang befchleunigt vor fich geht. Die Bohrer werden in den aufgefchlitzten Spindeln mit ihren konifchen, gut eingepafsten Enden durch Anziehen aufserhalb auf konifchen Gewinden laufender Muttern befeftigt. Horizontalbohrmaſchine. Schliefslich erwähnen wir noch eine kleine Horizontalbohrmaſchine, ebenfalls für Bohrungen in Blechen oder Trägern beftimmt, deren Bohrzeugträger auf einem leichten verticalen Ständer auf- und abbewegt und feft geftellt werden konnte und deren Antriebs- und Steuerungsmechanismus eine der foeben befchriebenen analoge Einrichtung hatten. Wenn es fich darum handelt, eine gröfsere Anzahl von Löchern in verticalen Reihen zu bohren fo kann diefe Mafchine ganz vorzügliche Dienfte leiften. Das dritte Land unferer Gruppe, Frankreich, veranlafst uns nochmals das Bedauern darüber auszufprechen dafs feine Ausftellung in unferem fpeciellen Fache fo gut wie gar nicht vertreten war. Wir fanden aufser einer künftlichen Drehbank zum Drehen rechteckiger und poligonaler Formen von Baftie in Paris, einer fehr fchönen Collection von Fraifern von Bariguand& Fils in Paris nur noch zwei hieher gehörige Ausfteller, von denen der eine, Louis Deny in Paris, zwar ganz Hervorragendes brachte, welches jedoch feiner Natur nach nicht recht in den Rahmen unferer Befprechungen pafst. Louis Deny in Paris. Frankreich. Die von Deny ausgeftellten Preffen mit Hand- und Mafchinenbetrieb, fowie befonders die Mafchinen zum Stanzen und Drücken waren alle fehr fchön ausgeführt und zum Theil äufserft finnreich erdacht; da fie aber alle nur zum Preffen von Medaillen, zur Erzeugung gelochter, gerippter und verzierter Bleche, oder zur Herftellung meffingener Uhrketten u. dergl. dienten, fo liegen fie uns wohl etwas zu fern, als dafs wir auf eine detaillirte Befprechung eingehen follten. Wir können jedoch nicht umhin, Herrn Deny durch nochmalige Hervorhebung der ausgezeichneten Qualität feiner Ausstellung die verdiente An erkennung zu zollen Dandoy, Mailliard, Lucq& Co. in Maubeuge. Frankreich Unfer zweiter Ausfteller, die Firma Dandoy, Mailliard, Lucq& Co., in Maubeuge, brachte eine grofse Collection ihrer bekannten billigen Werkzeugmafchinen zur Anfchauung. 62 Carl Pfaff. Diefe Firma nimmt bei ihrer Fabrication einen ganz andern Standpunkt ein, als alle, die bisher genannten, indem fie nicht fowohl präcife Ausführung, hohe Leiftungfähigkeit und fchöne Formen bei ihren Erzeugniffen anftrebt, als vielmehr die äufserfte Billigkeit derfelben. Auch diefer Standpunkt hat feine Berechtigung, indem es eine grofse Anzahl von Gewerben gibt, welche fich der wohlfeilen Mafchinen mit Vortheil bedienen können, während ihnen das theuere Präcifionswerkzeug vollkommen unzugänglich ift. Wir finden die Mafchinen von Maubeuge in aller Welt verbreitet, und bei Schloffern, Schmieden, Bauhandwerkern fowie in Reparaturswerkstätten, kurz überall dort fehr beliebt, wo es weniger auf präcife Leiftung und lange Dauer der Mafchine bei ftarker Inanspruchnahme ankommt. Nachdem wir den Unterfchied zwifchen den Mafchinen von Maubeuge und den übrigen bisher befchriebenen hiemit genügend hervorgehoben haben, nehmen wir keinen Anftand, die Leiftungen der Herren Dandoy; Mailliard, Lucq& Co. als höchft verdienftvoll zu bezeichnen, und würden fehr wünfchen, dafs in den Gebirgsländern unferes Vaterlandes, wo fich alle Vorbedingungen hiezu finden, Aehnliches gefchaffen würde. Zur Darftellung und Befchreibung wählen wir aus der grofsen Maffe des gebotenen folgende Mafchinen, welche die Fabrikation von Maubeuge charakterifiren. Diefe find: Zwei Bohrmaſchinen, eine Reifenbiegmafchine, eine Handlochmafchine und Scheere und fchliefslich eine Shapingmafchine. Bohrmaſchine. Die Bohrmafchine, Fig. 86, Taf. XXVIII, ift zur Befestigung auf einer Werkbank eingerichtet und kann mit und ohne Schraubftock zum Fefthalten der Arbeitsftücke gebraucht werden. Der letztere ift im Ganzen verfchiebbar in einer Art Gabel angebracht, welche am Fufse der Bohrmaſchine eingehängt werden kann, und geftattet, das Arbeitsftück leicht unter den Bohrer zu bringen oder auch eine Reihe von Löchern nach einander zu bohren. Die Bohrfpindel ift in cylindrifch ausgebohrten Lagern geführt und hat zwei verfchiedene Räderüberfetzungen, wovon eine ins Schnelle, die andere in's Langfame überfetzt. Die beiden auf der Spindel befindlichen Ueberfetzungsräder find unter fich durch eine Hülfe verbunden und treiben die Bohrfpfndel durch Nuth und Feder an. Die Ueberfetzungen werden durch Verfchieben diefer Räder gewechfelt und letztere durch eine Art Schelle an ihrem Platze erhalten. Der Vorfchub der Bohrfpindel erfolgt felbftthätig durch Excenter, Sperr kegel und Sperrrad, welch' letzteres mit abgerundeten Kanten verfehen ift und auch als Handrad dient. Die Ueberfetzungswelle ift nach oben verlängert und mit einem aus. giebigen Schwungrade verfehen. Der Preis diefer Mafchine beträgt 125 Francs. Eine andere Bohrmaſchine, Fig. 87, Taf. XXIX, ift freiftehend und für Mafchinenbetrieb eingerichtet. Bohrfpindel und Steuerung entſprechen den foeben Befchriebenen. Der Tifch ift doppelt, an einer gedrehten Säule vertical durch Schraube verftellbar und um erftere drehbar, fo dafs Gegenstände auf dem Fufsboden, im Schraubftock oder auf dem Tifch gebohrt wurden können. Der Preis diefer Mafchine ift 290 Francs. Maſchinen zur Bearbeitung der Metalle. Radreifenbiegmafchine. 63 Die Radreifenbiegmafchine, Fig. 88, Taf. XXX, hat ein aus Schmiedeifen gebildetes Geftell, und drei Walzen, zwifchen welchen Radreifen von circa 150 Mm. Breite und 45 Millimeter Dicke gebogen werden können. Zwei davon find geriffelt und werden durch Räderüberfetzung angetrieben; die dritte ift glatt und zwifchen zwei verticalen Führungen durch Schraube verstellbar Eine der Führungen kann zur Seite gedreht werden, um ganz zugebogenen Reifen den Austritt zu geftatten. Diefe Mafchine koftet 200 Francs. Handlochmafchine mit Scheere. Die Handlochmafchine mit Scheere, Fig. 89, Taf. XXXI, ift fo eingerichtet, dafs entweder die Vorrichtung zum Lochen oder jene zum Schneiden abwechfelnd angebracht werden kann. Der Niedergang des Werkzeuges wird durch eine excentrifche Welle mit langem Handhebel bewirkt. Die Mafchine kann 10 Millimeter dicke Bleche bearbeiten und koftet 125 Francs. Shapingmafchine. Die Shapingmafchine, Fig. 90, Taf. XXXII, ift für Hand- und Mafchinenbetrieb angeordnet mit Räderüberfetzung und ausgiebigem Schwungrade verfehen. Sie ift für kleine Arbeiten beftimmt und hat zum Fefthalten der Arbeitsftücke einen Schraubftock Originell ift die Handkurbel, welche durch Verftellung einen gröfseren oder kleineren Radius gewährt. Der Hub diefer Mafchine beträgt 150 Millimeter, die Arbeitslänge= 400 Millimeter und der Preis ift 550 Francs. 64 Carl Pfaff. Deutfchland. 62 aim onidotandoolbasH Deutfchland war im Mittelalter auf dem Gebiete der mechanifchen Künfte allen andern Ländern weit vorangeeilt. Durch die unglücklichen Kriege jener Epoche aber wurde es in feiner Entwicklung fo einfchneidend und nachhaltig geftört, dafs es von England überholt und auf dem Felde der Induftrie gänzlich in den Schatten geftellt werden konnte. Die Vortheile, welche England in feiner politifchen Verfaffung, feinem Seehandel und in feinen Rohmaterialfchätzen befafs, ficherten ihm diefen Vorfprung ganz entfchieden bis vor kurzem, und wir fehen heute, dafs Deutfchland in dem Maafse, als es fich ähnliche Vortheile errungen hat, auch den Kampf auf dem Gebiete der Induftrie mit Eifer und Beharrlichkeit aufnimmt. Eine leitende Stelle wird es fich aber erft dann erringen können, wenn fich feine politifchen Verhältniffe bewähren und befeftigen, fein Handel fich ausdehnt und ihm nach und nach auch jener Reichthum zu Theil wird, den fich England durch feine Induftrie erworben hat. Als innig befreundete und verbündete Nachbarn nehmen wir den wärmften Antheil an Deutſchlands induftriellen Beftrebungen, und indem wir uns fagen, dafs feine Wege hierin unbedingt auch die unferigen fein müffen, betrachten wir feine Erfolge mit dem gröfsten Intereffe. Bei der Beurtheilung der ausgeftellten Mafchinen, müffen wir uns ftets gegenwärtig halten, dafs die Bedürfniffe, wenn wir fo fagen dürfen, die Vorwürfe zu den Conftructionen zumeift und in lebhaftefter Weife in England zu Tage treten und daher auch dort zuerft gelöft werden. Deutfchland empfängt dann fchon fertige Conftructionen und kann fie nur nachahmen, vervollkommnen und feinen Bedürfniffen anpaffen. Diefs ift wenigftens die gegenwärtige Lage der Dinge. Es ist aber noch nicht zu lange her, dafs Deutſchland gezwungen war, nicht nur die Conftructionen, fondern fogar die fertigen Mafchinen von England zu beziehen, und wir müffen bei der Beurtheilung der heutigen deutſchen Maſchineninduftrie aufser diefen Umständen ihre verhältnifsmäfsige Jugend und ihr mühevolles Entſtehen berückfichtigen und fchon ihr blofses Dafein als einen grofsen Fortfchritt betrachten. Der jüngfte Zweig der deutfchen Mafchineninduftrie ift aber der als Specialität betriebene Bau von Werkzeugmaschinen, mit denen wir es hier zu thun haben. Wenn auch fchon in früheren Jahren einzelne Firmen fich mit diefem Artikel befchäftigen, wie z. B. Haman in Berlin und Mannhardt in München, fo konnten fie es doch zu keiner rechten Entwicklung bringen, und es datirt der deutſche Werkzeugmafchinenbau erft von den Fünfziger Jahren unferes Säculums her. Um diefe Zeit fand ein grofser Auffchwung der Eifen- und Mafchinen- Induftrie in Deutſchland, namentlich in Weftphalen und Oberfchlefien ftatt, welcher den Impuls dazu gegeben haben mag, die nöthigen Werkzeuge im Lande felbft zu bauen. Hauptfächlich war es Chemnitz in Sachfen, wo man fich demfelben zuerſt hingab, und mufs wohl der dortige Maſchinenfabrikant Johann Zimmermann als derjenige genannt werden, der zuerft den Bau von Werkzeugsmaschinen als felbftftändige Specialität organifirte und, freilich nach englifchen Muftern, folche Maſchinen zur Bearbeitung der Metalle. 65 Werkzeugmafchinen baute, die allen Anforderungen entſprachen und den Bezug derfelben von England unnöthig machten Zimmermann hielt fich in Allem an gute englifche Vorbilder, die er in confequenter Weife nach feinem Style umformte oder, wenn man fo fagen darf, überfetzte, und erreichte dadurch, fowie durch ausgezeichnete Ordnung in feinem Gefchäfte grofsartige Erfolge. Ferner müffen wir hier noch Richard Hartmann in Chemnitz nennen, welcher zwar fchon früher Werkzeugmafchinen gebaut hatte, diefes Gefchäft jedoch erft nach Zimmermann's glücklichem Auftreten zur bewussten Specialität ausbildete und fo zu deffen weiterer Entwicklung beitrug. Es ift ganz natürlich, dafs fich alsbald zahlreiche Nachahmer fanden, welche fich jedoch nicht damit begnügten, den Bau von Werkzeugmafchinen, die ein gefuchter Artikel geworden waren, bei fich einzuführen und nach eigenem Wiffen und Können weiter auszubilden, fondern meift foweit gingen, geradezu die couranten Chemnitzer Modelle zu copiren, fo dafs fich eine förmliche Schule bildete, welche wir die Chemnitzer Schule nennen wollen. Diefe ift über einen grofsen Theil von Nord- und Mitteldeutfchland verbreitet und nur wenige gröfsere Firmen bewegen fich in mehr felbftftändiger Richtung, wie z. B. Collet& Engelhard in Offenbach, Gfchwindt& Co. in Carlsruhe und Heilmann Ducommun& Steinlen in Mühlhaufen. Alle übrigen ftehen mehr oder weniger unter dem Einfluffe deffen, was in Chemnitz gemacht wurde, und wir dürfen wohl der Befchreibung der deutfchen Werkzeug maſchinen einige Auseinanderfetzungen über die Chemnitzer Schule vorausfchicken. Die Formen derfelben find durchwegs den beften englifchen Muſtern nachgebildet und ziemlich confequent ftylifirt, ohne jedoch die einfache, ungefuchte Eleganz ihrer Vorbilder zu erreichen. Sie find etwas fteif und entfchieden zu eckig fowohl im Verlauf ihrer Hauptlinien, als auch in den Querfchnitten. Die Maſchinen find durchwegs leichter gehalten, als die englifchen, und verrathen überall die Tendenz zu fparen. In der Conftruction haben fich nach und nach gewiffe Typen herausgebildet, von denen wir hier einige der wichtigften befprechen wollen. Typen der Chemnitzer Schule. Die Spindelftöcke der Drehbänke find faft ausfchliefslich fo conftruirt, wie wir fie fchon früher unter der Bezeichnung gewöhnliche Spindelftöcke mit konifchen Lagern" gefchildert haben und befitzen zum Aufftecken der Wechfelräder Reverfirvorrichtungen oder fefte Wechfelbolzen. Die Körner der Spindelund Reitftöcke find in langen, fchwach konifchen Bohrungen gehalten und haben an der Stelle, wo fie aus diefen hervortreten, feine Gewinde angefchnitten. Eine hierauf paffende Mutter, welche jeder Drehbank beigegeben wird, dient dazu, um die Körner aus ihren Sitzen hervorzuziehen, ohne dafs, wie diefs bei unordentlichen Leuten üblich ift, die Körner durch Hammerfchläge gelockert werden. Es iſt diefs eine höchft einfache Anordnung, welche allgemeine Nachahmung verdient. Die Reitftöcke, faft durchgehends mit Vorrichtungen zum Verfchieben beim Konifchdrehen, ausgerüftet, haben eine von der englifchen abweichende Conftruction. Sie find charakterifirt durch die in gleicher Stärke verlaufenden Stöfse, welche fehr lang und an ihren rückwärtigen Enden mit dem zur Verftellung nöthigen Gewinde verfehen find. Das Muttergewinde ift in die Nabe des Handrades gefchnitten, welches durch einen eingreifenden zweitheiligen Deckel in einer Erweiterung am rückwärtigen Ende der Hülfe drehbar feftgehalten wird. Das Feftftellen des Stofses erfolgt durch Zufammenpreffen der am vorderen Ende einfeitig aufgefchlitzten Reitftockhülfe. 5 66 Carl Pfaff. Diefer Reitftock ift in Fig.91( Taf.XXXIII) dargestellt, er hat gute Führung des Stofses, falls derfelbe auch im Muttergewinde gut pafst, und einfache Herſtellung für fich. Während bei dem englifchen Reitftock die Druckfchraube als fchwacher Theil erfcheinen möchte, finden wir diefelbe hier fehr kräftig ausgebildet, dagegen die Schrauben, welche den zweitheiligen Deckel halten und durch ihn den ganzen Spitzendruck empfangen, fehr in Anfpruch genommen. In Wirklichkeit. functioniren jedoch beide Arten vollkommen gleich gut, und haben die hier ange regten, nur fchwach erfcheinenden Theile niemals Anftände herbeigeführt. In der Form ift jedoch der engliſche Reitſtock entfchieden eleganter. Eine typifche, für kleine und mittlere Drehbänke oft angewendete Conftruction repräfentirt das Schlofs Fig 92( Taf. XXXIII). Schlofs nennen wir jene Vorrichtung, welche die Verbindung der Leitfpindel mit dem Suportfchlitten herftellt, und die verfchiedenen Bewegungen, fowie die Feftftellung des letzteren vermittelt. Das in Rede ftehende ift zufammengefetzt aus einem Schrägrade mit einfeitig gefchlitzter Hülfe, in deren Bohrung fich das Muttergewinde für die Leitfpindel befindet, und aus einem zweiten Schrägrade auf einer kurzen rechtwinklich zur Leitfpindel ſtehenden horizontalen. Achfe, welche beide in einem Winkellager gehalten find. Die kurze horizontaleAchfe kann durch eine Druckfchraube feftgeftellt werden. Ift die letztere gleichzeitig mit der Hülfe des Schrägrades auf der Leitfpindel gelüftet, fo kann mit Hilfe einer Kurbel der Suportfchlitten von Hand verfchoben werden, was natürlich wegen der geringen Steigung des Leitfpindelgewindes nur langfam vor fich geht. Um diefem Uebelftande zu begegnen, findet man oft das treibende Schrägrad gröfser, als jenes auf der Leitfpindel. Wird die horizontale Achfe feſtgeſtellt, fo ift das Schrägrad auf der Leitfpindel verhindert, fich zu drehen und wirkt als Mutter, fo dafs der Schlitten durch die Leitfpindel der Wange entlang transportirt wird. Ift endlich nur das Schrägrad auf der Leitfpindel durch Zufammenziehen feiner Hülfe feſtgeſtellt, fo wird es gezwungen, die Drehbewegung mitzumachen, welche es dann durch die kurze horizontale Achfe und aufgefteckte Räder auf die Schraubenfpindel des Suports überträgt und fo die Planfteuerung bewirkt. Beim Drehen von Hand bleibt die Leitfpindel ftill ftehen und die Fixirung des Schrägrades auf derfelben bewirkt dann auch die Feftftellung des Suportfchlittens. Es ift nicht zu leugnen, dafs diefes Schlofs ungemein einfach ift und für kurze Drehbänke alle Functionen auf das vollkommenfte verrichtet; für längere Drehbänke würde es jedoch wegen des langfamen Handtransportes nicht zu empfehlen fein. Faft alle Drehbänke der Chemnitzer Schule haben gekröpfte Wangen und Platten, welche in die Ausfchnitte eingelegt werden können, um dem Suportfchlitten Führung bis dicht an die Planfcheibe heran zu geben. Die Leitfpindeln find ohne Ausnahme aufsenliegend. Doppelte Bewegungsmechanismen für die Suportfchlitten find häufig, indem für das Schraubenfchneiden Leitfpindeln, für das Egalifiren und Plandrehen Antriebe mit Zahnftangen und Schnecken gleichzeitig. angebracht werden, welcher Einrichtung wir jedoch nur unter befonderen Umftänden eine Berechtigung zugeftehen können. Wir finden ferner eine typifche Conftruction bei den Spindeln der verticalen Bohrmaschine und der Lagerung derfelben. Die Bohrfpindel, Fig. 93( Taf. XXXIII), hat an ihrem unteren Ende den gewöhnlichen gut ausgebildeten Bohrkopf, deffen konifche Bohrung Einſatzſtücke oder Bohrftangen aufnimmt, die durch flache Fortfätze, welche in einen querdurchgehenden Schlitz eingreifen, mitgenommen werden. Der Haupttheil der Bohrfpindel ift cylindrifch und verfchiebt fich in einer langen Hülfe. Das obere Ende ift fchwächer gehalten und in der Druckfpindel drehbar gelagert. Eine Druckfchraube im Ende der Druckfpindel erfüllt hier denfelben Zweck, wie bei der Drehbankfpindel, indem fie den axialen Druck beim Bohren aufnimmt, während Stellmuttern die Bohrfpindel in der entgegengefetzten Richtung fefthalten. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 67 Die Druckfpindel dient zur Auf- und Niederbewegung der Bohrfpindei und findet ihr Muttergewinde in dem Steuerrade, welches in einem Ausfchnitte des Ständers drehbar gelagert ift. Ihre Führung hat fie in den zu beiden Seiten diefes Steuerrades liegenden, glatt ausgebohrten Ständertheilen, in welchen fie fich zwar verfchieben, aber nicht drehen kann. Im unteren Arme des Bohrmaſchinenftänders ift, mit dem weiten Ende nach unten, eine konifch ausgebohrte Büchfe eingefetzt, in welcher fich eine anziehbare konifche Hülfe dreht, die der Bohrfpindel als Lagerlauf dient und mit ihr durch Nuth und Feder verbunden ift. Zum Anziehen diefer Hülfe dienen zwei Stellmuttern. Diefe finden ihren Platz zwifchen dem Lager und der langen Hülfe, welche die ganze übrige Länge zwifchen den beiden Armen des Bohrmaschinenftänders ausfüllt. Zweck diefer Hülfe ift die Uebertragung der Bewegung auf die durch Nuth und Feder mit ihr verbundene Bohrfpindel, wefshalb eines der beiden Schrägräder auf der Hülfe feftgekeilt ift. Die Verbindung der Bohrfpindel mit der Druckfpindel ift fehr gut, der Druck wird in der zweckmafsigften Weife übertragen und durch die Stellbarkeit der Verbindung ift jeder todte Gang zu vermeiden mit Ausnahme desjenigen, der in dem Muttergewinde der Druckfchraube entſteht. Die Tifche der Bohrmaschinen find meift fo eingerichtet, dafs fie ganz zur Seite gedreht werden können, und haben ihre Drehungsachfe nicht im Maſchinenmittel, fondern fo weit feitwärts liegen, dafs faft der ganze Raum unter der Bohrfpindel frei gemacht werden kann. Die Suporte der Hobelmafchinen haben faft durchgängig eingefchobene Bügel zur Befeftigung der Meffer und die Mefferhalter geftatten nur eine fehr kleine Verdrehung. Solche und ähnliche bezeichnende Details finden wir bei allen Anhängern der Chemnitzer Schule wieder, und wir haben uns erlaubt, hier einige derfelben näher zu befprechen, weil wir uns in den folgenden Befchreibungen mehr mit den Meiſtern als mit den Schülern befchäftigen wollen. Den letzteren möchten wir aber die Frage vorlegen, ob fie denn in der blinden Nachahmung Solcher, die doch auch fchon keine Originale mehr find, wirklich ihr Heil finden. Wir glauben, dafs eine folche weder im Intereffe des Fortfchrittes liegt, noch in dem einer gefunden commerziellen Entwicklung. Nach diefen allgemeinen Bemerkungen über den deutfchen Werkzeugmafchinenbau gehen wir zur Befchreibung der einzelnen Ausftellungen über, wobei wir mit der Chemnitzer Schule beginnen. Chemnitzer Werkzeugmafchinenfabrik, vormals Johann Zimmermann in Chemnitz. Diefe Firma, deren Gründer wir fchon eingangs erwähnten, hatte eine fehr grofse Sammlung von Werkzeugmafchinen für Metalle und Holz ausgeftellt, von denen wir jedoch nur die erfteren in Betracht ziehen. Der Effect der Ausftellungsgruppe wäre gewifs durch Weglaffung einiger Exemplare und beffere Gruppirung der übrigen erhöht worden, fie zeigte indeffen vieles Intereffante und verdient jedenfalls als vornehmfte und befte Repräfentantin der Chemnitzer Schule unfere volle Aufmerkſamkeit. Ueber den Charakter der Conftruction und der Formen haben wir uns fchon eingangs diefes Abfchnittes ausgefprochen, und es bleibt uns nur noch die Ausführung zu befprechen. Diefe war durchwegs ausgezeichnet und von hoher, vielleicht für die Ausstellung befonders gefteigerter Eleganz. Wohl jeder Ausfteller thut für diefe Gelegenheit in der Ausftattung und Ausführung feiner Artikel ein Uebriges und ftellt fie gleichfam im Feierkleide zur Schau, aber das kann uns doch über den wahren Werth einer Fabrikationsmethode und den durch5* 68 Carl Pfaff. schnittlichen Charakter ihrer Producte nicht täufchen, denn ebenfo wie wir aus der Art eines Feiertagsgewandes und der Manier, wie es getragen wird, auf den Alltagsanzug eines Menfchen ſchliefsen, thun wir diefs auch aus der Ausftellungsarbeit auf die gewöhnliche einer Fabrik. Von keinem der bisher befprochenen Ausfteller können wir behaupten, dafs er nicht ebenfogut das herkömmliche Plus für die Ausftellung gethan, wie die Chemnitzer Werkzeugmafchinenfabrik, und dürfen, unter gebührender Berücksichtigung des eben Gefagten, ihre Ausführung den beften unferer Zeit anreihen. Unter den ausgeftellten Mafchinen nahm eine grofse Mafchine zum Hobeln von Stirn- und Schrägrädern den erften Platz ein. Sie ist jedoch fo grofs, dafs fie nur in wenigen Fällen zur Anwendung kommen kann und überdiefs in Armengoud's Publications induftrielles fo ausführlich dargeftellt und befchrieben, dafs wir füglich auf diefe Quelle verweifen können. Räderdrehbank. Die Räderdrehbank, Fig. 94( Taf. XXXIV), ift für Wagen und Tenderräder beftimmt und hat 660 Millimeter Spitzenhöhe. Das Bett ift nicht fehr ftark und hat zur Befestigung der Spindelftöcke und Suportplatten ftatt der in England üblichen förmigen Schlitze vorfpringende Leiften, welche von hakenförmigen Schraubenköpfen umfafst werden. Diefe Anordnung läfst fich mit weniger Material und geringerer Arbeit durchführen, als die engliſche, ſteht ihr aber im praktifchen Werthe nach. Der fefte Spindelftock hat die vollſtändige Einrichtung eines gewöhnlichen, für die mittelgrofsen Drehbänke üblichen, mit Stufenfcheibe und Räderüberfetzung. Von der nicht auslösbaren Vorgelegewelle aus kann durch ein kleines Getriebe und ein verfchiebbares Zwifchenrad die Bewegung auf das Ueberfetzungsrad der durchgehenden Bodenwelle übertragen werden, welche mittels ihrer Getriebe die beiden Zahnkranzplanfcheiben antreibt. Von den Getrieben der Bodenwelle ift nur das im feften Spindelftocke auslösbar, das im lofen aber nicht, indem feine Bewegung durch Verſchieben des fchon erwähnten Zwifchenrades fiftirt werden kann. Die Zahnkränze der Planfcheiben find angefchraubt und nicht angegoffen, welch letzteres wir allerdings vorziehen würden. Aus der gefchilderten Einrichtung der Räderüberfetzungen geht hervor, dafs unfere Räderdrehbank drei verfchiedene Ueberfetzungsverhältniffe für das Arbeiten darbietet, und da die Stufenfcheibe fünf Abfätze hat, im Ganzen 15 Gefchwindigkeiten, welche es geftatten, alle vorkommenden Arbeiten vortheilhaft auszuführen. Dabei ift es auch möglich, nicht nur beide Planfcheiben mit gleichen, fondern auch mit verfchiedenen Gefchwindigkeiten gleichzeitig laufen zu laffen, oder eine von ihnen gänzlich abzuftellen. Nur die Abftellung der Planfcheibe des lofen Spindelftockes ift unmöglich, wenn die des feften gleichzeitig mit der kleinften Gefchwindigkeit laufen foll. Die Stufenfcheibe des feften Spindelftockes ift direct auf der Hauptfpindel desfelben angebracht und kann diefe ohne Räderüberfetzung treiben, wobei das Getriebe auf der Vorgelegewelle durch Verfchieben aufser Eingriff gebracht wird, diefs gibt die gröfste Gefchwindigkeit, an welcher der lofe Spindelftock jedoch nicht theilnehmen kann. Ebenfo kann die Spindel des feften allein durch die Stufenfcheibe und eingelöfte Räderüberfetzung betrieben werden. Beide Gefchwindigkeiten dienen zum Reguliren von Achfen und Ausbohren von Radnaben und functionirt bei erfterer der lofe Spindelftock nur als Reitftock, bei letzterer ift er entweder aufser Gebrauch oder wird mit geringerer Tourenzahl zum Ausdrehen von Tyres etc. betrieben Die kleinften, zum Abdrehen der Räder nöthigen Gefchwindigkeiten werden durch die zuerft erwähnte Ueberfetzung und die Bodenwelle auf beide Planfcheiben zugleich übertragen. Der lofe Spindelftock Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 69 ift auf dem Bette vermittels einer Schraube verfchiebbar. Er hat aufserdem einen verftellbaren Stofs in der Art eines Reitftockes. Die Spindeln beider Spindelftöcke haben cylindrifche Lager und Druckfchrauben zur Aufnahme des axialen Druckes. Da das Handrad zur Verftellung des Stofses im lofen Spindelftocke zwifchen den Stützen der Druckfchraube zu klein werden und unbequem liegen würde, ift es auf eine der Stützen verlegt und mit einem Getriebe verbunden, welches in das auf der Schraubenfpindel des Stofses fitzende Stirnrad eingreift. Die Suporte find fehr kräftig und gut ausgebildet, fie haben jene Verftellung der Bahnen unter fich, welche es erlaubt, die obere nach der Schräge der Tyres einzuftellen, während die untere zum Abftechen der Seitenflächen, rechtwinklig zur Radachfe ftehen bleibt. Ihre felbftthätige Bewegung erfolgt durch befchwerte Ratfchenhebel und Kettenzüge, deren Rollen über der Drehbank : angebracht und deren Bewegungen von den mit den Spindeln in Eingriff ſtehenden Kurbelrädern abgeleitet werden. Suportdrehbank. Die Suportdrehbank, Fig. 95( Taf. XXXIV), ift zum Egali firen und Plan- drehen beſtimmt und mit gekröpfter Wange und Einlegplatte verfehen. Der Spindelftock ift der gewöhnliche mit konifchen Lagern und hat Räderüberfetzung, welche durch Verſchiebung ausgelöft werden kann. Von dem auf der Spindel zwifchen den Stützen der Druckfchraube fitzenden Getriebe wird durch ein Zwifchenrad die Bewegung auf eine in der Verlängerung der Vorgelegewelle angebrachte Stufenfcheibe übertragen, welche mittels Riemen eine gröfsere Stufenfcheibe auf dem Bolzen der Reverfirvorrichtung treibt, und durch letztere mit der Leitfpindel nach Rechts oder Links in Verbindung gefetzt werden kann. Schlitten und Suport find gut ausgebildet, bieten aber nichts Befonderes. Das Schlofs ift von der typifchen, eingangs diefes Abfchnittes befchriebenen Conftruction, ebenfo wie auch der Reitftock. Von der ausgeftellten Plandrehbank für 2000 Millimeter Maximaldurchmeffer wollen wir nur die eigenthümliche Räderüberfetzung erwähnen. Die Vorgelegewelle war in Lagern gehalten, welche fich rechtwinklig zur Spindel verfchieben und in drei Pofitionen feftftellen liefsen. In der erften, der Spindel am nächften, war die gewöhnliche Räderüberfetzung im Eingriff, in der zweiten, mittleren, war diefer gelöft und der Betrieb durch die Stufenfcheibe allein ermöglicht. In der dritten, von der Spindel entfernteften, griff das auf der Verlängerung der Vorgelegewelle fitzende Getriebe in die nach Innen gekehrte Verzahnung der Planfcheibe ein, und ein Hilfsgetriebe, welches nunmehr eingefchoben werden konnte, vermittelte den Eingriff zwifchen dem grofsen Rade der Vorgelegewelle und dem Getriebe der Stufenfcheibe. Plan- und Spitzendrehbank. Die grofse Plan- und Spitzendrehbank, Fig. 96( Taf. XXXV), hat Spindelftock und Bett getrennt auf Steinfundament und zwifchen beiden eine Grube für Gegenstände bis zu 3500 Millimeter Durchmeffer. Der Spindelftock hat gewöhnliche konifche Lager mit Druckfchraube und feitwärts liegende Stufenfcheibe mit Räderüberfetzung. Die Planfcheibe befitzt einen angefchraubten Kranz mit innerer Verzahnung, und wird nur durch diefe und das auf der Achfe der Stufenfcheibe fitzende Getriebe in Bewegung gefetzt. Das Bett ift auf Fundamentplatten, die mit dem Steinfundamente folid verfchraubt find, verfchiebbar, und kann in den paffenden Entfernungen von der Planfcheibe feftgeftellt werden. Es trägt einen breiten und rechtwinklig zum Bett fehr lang gehaltenen Suportfchlitten mit zwei gut ausgebildeten Suporten, die 70 Carl Pfaff. doppelte Verfchiebung haben. Die Bewegungen des Schlittens und der SuportUnterfätze find durch eine Schneckenwelle felbftthätig, welche nahe am Bette auf der rückwärtigen Seite hin läuft und ihren Antrieb von einer hinter dem Spindelftocke angebrachten Welle empfängt, welche jedoch in gröfserer Entfernung angeordnet ift, um die aufgefpannten Gegenftände paffiren zu laffen. Der Reitftock, zum Konifchdrehen verftellbar, ift von der befchriebenen typifchen Conftruction. Die ganze Drehbank ift fehr ftark, einfach und zweckmäfsig conftruirt und macht einen fehr guten Eindruck. Shapingmafchine. Die Shapingmafchine, Fig. 97( Taf. XXXVI), hat 380 Millimeter gröfsten Hub und befchleunigten Rückgang des Werkzeuges durch Whitworth's Kurbelfchleife. Das Werkzeug macht die zum Vorfchub nöthige traverfirende Bewegung längs des Bettes, während das Arbeitsftück auf den Tifchen in irgend einer Art befeftigt wird. Die Tifche find horizontal durch Zahnftange und Getriebe, vertical durch eben folche und Schneckenradüberfetzung verftellbar, und haben an dem tief herabgehenden Bette gute Unterſtützung. Sie find ferner je auf einer Seite gerade und rechtwinklicht herabgeführt und mit Schlitzen verfehen, fo dafs auch feitwärts Gegenftände aufgefpannt werden können. Die Steuerung erfolgt durch die herzförmige Nuth eines auf feftem Bolzen angebrachten Stirnrades, welches von der Antriebswelle durch ein Getriebe mit demfelben Ueberfetzungsverhältniffe in Bewegung gefetzt wird, wie die Kurbelwelle. Für die grofse und in guten Verhältniffen angeordnete Antriebsftufenfcheibe ift eine Lage gewählt, die dem Werkzeuge die Benützung des ganzen Bettes fichert und die Antriebsachfe hat aufserhalb diefer Stufenfcheibe in einem Arm fichere Lagerung. Der Suport befitzt die in England faft allgemeine Vorrichtung zum Hohlhobeln nicht, ift aber mit einer folchen zum Hobeln in verticaler oder geneigter Richtung verfehen Der Mafchine wird in der Regel ein ftarker Parallelfchraubftock beigegeben, eventuell auch eine befonders anzubringende Vorrichtung zum Rundhobeln. Nuthftofsmafchine. Die Nuthftofsmafchine, Fig. 98( Taf. XXXVII), hat 330 Millimeter Hub und 700 Milllimeter Ausladung. Sie iſt ganz befonders ftark und würden wir, mit Aus nahme der im Verhältniffe fchwach ausfehenden unteren Theile des Suporttifches und der unnöthig grofsen Entfernung zwifchen Kurbelfcheibe und Stofs, durchaus nichts an ihr zu tadeln finden. Die Kurbelfcheibe ift vertieft eingelagert und ftützt fich an ihrem Umfange gegen ein oben verftellbar angebrachtes Lagerftück. Die Räderüberfetzung ift innerhalb des Ständers angebracht und läfst den Raum aufserhalb desfelben für eine grofse Antriebsftufenfcheibe frei, deren Achfe in einem ftarken Arme gelagert und mit ganz befonders ausgiebigem Schwungrade verfehen ift. Die Steuerung ift nach Whitworth's Mufter eingerichtet, welches die wenigften in rafche alternirende Bewegung verfetzten Maffen darbietet. Die früher von unferer Ausftellerin ſtark begünftigte Einrichtung, den Stofs mit befchleunigter Gefchwindigkeit zurückgehen zu laffen, fehlt hier ganz, und nach unferer Meinung mit Recht, da fie nur Complicationen, aber keinen greifbaren Vortheil mit fich brachte. Freiftehende Bohrmaſchine. Indem wir zu der freiftehenden Bohrmaſchine, Fig. 99( Taf. XXXIII), übergehen, verweifen wir auf das über die Conftruction der Bohrfpindel und des Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 71 Tifches früher Gefagte, und erinnern gleichzeitig an unfer Urtheil über die Formen der Chemnitzer Schule, welches in diefem Beiſpiel eine paffende Illuftration finden mag. Radialbohrmaſchine. Viel fchöner ift die Radialbohrmaſchine, Fig. 100( Taf.XXXVIII), welche auch dem Mufter von Whitworth treuer nachgebildet ift. Sie ift von der gröfseren Gattung und hat 1840 Millimeter gröfste Ausladung bei 1500 Millimeter Höhe bis unter den Bohrkopf. Der Antrieb ift mit ausrückbarem Rädervorgelege verfehen und im Uebrigen ganz nach der bekannten Conftruction von Whitworth zur Bohrfpindel hin geleitet, deren Steuerung gleichfalls dem angeführten Vorbilde entfpricht, während die Conftruction der Spindel und ihre Lagerung nach der eingangs befchriebenen Type durchgeführt ift. Die horizontale Verfchiebung des Bohrzeug. trägers gefchieht von diefem felbft aus, durch Handrad und Innen gelagerte, mit Schrägrädern angetriebene Mutter, welche auf der feftftehenden Schraubenfpindel läuft. Wir können gerade diefe Anordnung unbedingt empfehlen und ziehen fie den bisher befchriebenen vor. Zweifelhafter erfcheint uns die Vorrichtung zum Drehen des radialen Armes. Diefe kann bei der vorliegenden Mafchine oft förderlich und ebenfo oft hinderlich fein, indem es doch noch ganz wohl angeht, gut eingepafste radiale Arme von diefer Gröfse direct von Hand zu verftellen. Wenn wir ferner die exponirte Lage des gebrechlichen Handrades in Betracht ziehen, fo glauben wir fagen zu dürfen, dafs diefe Vorrichtung beffer ganz weggeblieben wäre. Die Mafchine fteht auf einer grofsen, gehobelten und gefchlitzten Grundplatte, auf welcher auch ein verftellbarer Tifch angebracht werden kann, den wir als eine weitere Chemnitzer Eigenthümlichkeit bezeichnen, aber nicht zur Nachahmung empfehlen können. Es ift uns unmöglich, bei der intereffanten Ausftellung der leitenden Chemnitzer Firma länger zu verweilen und wir gehen zu der nächften ganz gleich rangirenden über. Sächfifche Mafchinenfabrik in Chemnitz, vormals Richard Hartmann. Vorftehendes Etabliffement ift eines der gröfsten der Welt und befchäftigt fich nahezu mit allen Zweigen des Mafchinenbaues. Diefs kam auch auf unferer Ausstellung zum Ausdruck, wir werden jedoch, unferm bisherigen Modus treu, nur die Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle befprechen. Man kann nicht fagen, dafs die Werkzeugmafchinen unferer Firma denen von Joh. Zimmermann nachgebildet worden wären, aber es wird bei ihrer Conftruction hier und dort derfelbe Vorgang beobachtet, derfelbe Geift herrfcht in diefem Etabliffement wie in jenem. Ebenfo ift hinfichtlich der Ausführung von der jetzt befprochenen Firma ganz dasfelbe zu fagen, wie von der vorhergehenden: fie gehört zu den beften unferer Zeit. Räderdrehbank. Eine originelle Räderdrehbank, Fig. 101( Taf. XXXIX), verdient vor allem unfere Aufmerkſamkeit. Sie ist für das Abdrehen von Wagenrädern beftimmt und hat bis in die Mittellinie der Planfcheiben 580 Millimeter Höhe. Die Achfen laufen beim Drehen in feften Lagern, und werden der Länge nach durch ftumpfe, ftellbare Körner gehalten. Die Planfcheiben fungiren hier nur als Mitnehmer, und 72 Carl Pfaff. laufen auf grofsen, an die Spindelftöcke direct angegoffenen Lagerläufen. Um fie an ihre Plätze bringen zu können, find fie zweitheilig gemacht, und zur Ausgleichung der Abnützung mit eingelegten ftellbaren Metallbacken verfehen. Im Innern der Spindelftöcke, wenn wir fie hier fo nennen dürfen, find die reitftockartigen Vorrichtungen für die fchon erwähnten ftumpfen Körner angegoffen, und vor den Planfcheiben bilden fich die angegoffenen erweiterten Zapfen oder Läufe derfelben in ftarke viertelskugelförmige Schalen um, welche die Lager für die Achfenftummel tragen. Die Lager find mit rechteckig eingefafsten, ftellbaren Futtern verfehen, die jedes für fich nach einem Dreieck ausgearbeitet find, zufammen aber ein um den Achsftummel befchriebenes Quadrat mit vertical ſtehender Diagonale bilden. Die Lagerdeckel find je auf einer Seite um einen Bolzen drehbar und auf der andren durch einen Bügel mit Druckfchraube fchliefsbar. Der Bügel feinerfeits. kann auch um einen unterhalb angebrachten Bolzen ganz zur Seite gedreht werden, fo dafs das Aus- und Einbringen der Achfen mit grofer Leichtigkeit vor fich geht. Wenn eine Bahn alle Achfenftummel einer Kategorie von gleichem Durchmeffer erhält, fo hat das Syftem fie beim Nachdrehen der Räder in feften Lagern laufen zu laffen, grofse Vortheile, indem rafch aus- und eingespannt und mit möglichft ftarken Schnitten gearbeitet werden kann. Kleine Differenzen in den Durchmeffern der Zapfen können leicht durch Nachftellen der Lagerfutter behoben werden, und es kommt dabei nicht einmal fo genau darauf an, dafs das Achfenmittel mit dem des Drehbankfyftems zufammenfällt. Sollte diefs verfehlt worden fein, fo würde der Uebelftand daraus entſtehen, dafs die Mitnehmer fich an den Radarmen etwas verfchieben, auch wäre eine Tendenz vorhanden, die Räder mit wechfelnden Gefchwindigkeiten anzutreiben, beides aber könnte doch nur in unfchädlichem Maafse auftreten und das richtige und fchnelle Nachdrehen der Räder nicht. beeinfluffen. Hinfichtlich ihres Antriebes ift die vorliegende Räderdrehbank in gewöhn licher Weife conftruirt. Die eine der beiden Planfcheiben kann durch Verfchiebung ihres Getriebes ausgelöft werden, und wir verfehlen nicht hier darauf aufmerkfam zu machen, dafs diefs nöthig ift, um die Mitnehmer fchnell zur Anlagezu bringen. Die Radarme ftehen fich nicht immer ganz genau gegenüber und fordern oft eine Verftellung der Mitnehmer, welche am fchnellften und einfacbften durch die ausgelöfte Planfcheibe bewirkt wird. Das Bett ift verhältnifsmäfsig hoch, und hat zur Befeftigung der Spindelftöcke und Suportplatten vorfpringende Leiften, welche von Hakenfchrauben umfasst werden, wie wir diefs fchon bei der Räderdrehbank, Fig. 94( Taf. XXXVI), befprochen haben. Die Suporte find fehr kräftig gehalten, haben Verftellung für den Konus der Tyres, und find durch Kettenfchaltwerk felbftthätig. Wir müffen das Arrangement diefer Drehbank, welches feiner Zeit von Herrn J. Hardy, Infpector der Südbahn in Wien, angegeben wurde, für die gefündefte, uns bekannte Löfung der geftellten Aufgabe erklären, und zu allgemeiner Anwendung beftens empfehlen. Suportdrehbank. Die Suportdrehbank, Fig. 102( Taf. XL), ift zum Schraubenfchneiden. mittels Leitfpindel und patentirter Ausrückung, fowie zum Egalifiren Plan- und Conifchdrehen eingerichtet. Der Spindelftock ift der gewöhnliche mit konifchen Lagern und hat rückwärts im Querftücke der Druckfchraube eine Uebertragungsachfe eingelagert, auf deren freies Ende die Wechfelräder gefteckt werden. Das Rädervorgelege ift. durch Verſchiebung auslösbar. In der Stufenfcheibe verborgen, liegt die erwähnte Vorrichtung zur felbftthätigen Auslöfung des Rädervorgeleges für den Rückgang Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 73 beim Schraubenfchneiden. Es handelt fich nämlich darum, den Rückgang des Suportfchlittens längs des Bettes möglichft fchnell zu bewirken, ohne dass die Verbindung zwifchen Drehbankfpindel und Leitfpindel gelöft oder mit andern Worten: die Pofition des Arbeitsftückes gegenüber der der Leitfpindel verändert werde. Diefs kann erreicht werden, wenn das Rädervorgelege beim Schneiden benützt, beim Rückgange aber ausgelöft und die Spindel von der Stufenfcheibe direct bewegt wird, wodurch die Rückgangsbewegung acht- bis neunmal fo fchnell als die des Schnittes vor fich geht. Auf den Spindelftock und deffen Antriebsorgane bezogen, befteht alfo die Aufgabe darin, während des Schnittes die Stufenfcheibe mit dem Rädervorgelege und das vordere Rad mit der Spindel zu verbinden, bei Beginn des Rückganges aber diefe Verbindung zu löfen, die Stufenfcheibe direct mit der Spindel zu verkuppeln und das vordere Rad leer auf derfelben laufen zu laffen. bewirkt. Wir haben in Fig. 103( Taf. XL) die Vorrichtung fkizzirt, welche diefs Das vordere Stirnrad ift nicht wie gewöhnlich feft auf der Spindel, fondern läuft lofe auf der Nabe eines Mitnehmers, der aber feinerfeits auf der Spindel aufgekeilt ift. Das Stirnrad trägt an der Innenfeite einen vorfpringenden Kranz mit acht Einſchnitten, in welche fich der Vorfprung eines Sperrkegels legen kann, der drehbar und mit Federzuhaltung am Mitnehmer befeftigt ist. Wenn wir nun unferen von der Innenfeite der Stufenfcheibe aus gefehenen Aufrifs betrachten, fo finden wir, dafs das, durch das Vorgelege und fein Getriebe in der Richtung des Pfeiles umgetriebene Stirnrad den in einen Einſchnitt eingreifenden Sperrkegel und durch ihn den Mitnehmer, alfo in letzter Linie die Spindel mitrimmt, wodurch der Schnittgang vollführt wird. Sobald aber der Rückgang beginnt und die Stufenfcheibe in der entgegengefetzten Richtung umläuft, nimmt fie den, auf der Nabe ihres Deckels fitzenden Frictionsring mit, welcher früher durch den Hebel a gezwungen wurde die Drehung des Mitnehmers mitzumachen, indem erfterer fich einerfeits im Ausfchnitte des Frictionsringes, anderfeits an den Stift 6 des Mitnehmers anlegte. Der Hebel a lehnt fich aber auch mit feinem Ende gegen einen Arm des Winkelhebels c, welcher ebenfalls drehbar am Mitnehmer befeftigt ift, und kann fich defshalb an der Drehung des Frictionsringes nicht frei betheiligen, fondern mufs fich gegen diefen felbft etwas verdrehen, wodurch fein kurzes Ende gegen die Nabe des Deckels geprefst und dadurch der Frictionsring feft mit derfelben verbunden wird. In diefem Augenblicke wird durch das Ende des nunmehr einen fteifen Arm der Stufenfcheibe bildenden Hebels a ein Druck auf den Winkelhebel c ausgeübt, welcher diefen zwingt, fo lange auszuweichen bis er an den Anfatz d des Mitnehmers trifft. Hierbei hat er aber durch einen, den Mitnehmer paffirenden Stift den Sperrkegel gehoben und aufser Eingriff mit dem vorderen Stirnrade gebracht. Während nun diefes lofe auf der Nabe des Mitnehmers langfam, aber in derfelben Richtung wie die Stufenfcheibe umläuft, ift die letztere durch den Hebel a mit der Spindel verbunden und treibt diefe direct mit gröfserer Gefchwindigkeit an. Das ganze Syftem läuft nun in der unferem Pfeile entgegengefetzten Richtung um, vollführt den Rückgang, und da diefer leer gemacht wird, entſteht aus der verhältnifsmässig fchwachen Uebertragung durch den Hebel a kein Nachtheil. Soll die felbftthätige Auslöfung aufser Wirkfamkeit gefetzt werden, fo wird der Frictionsring durch Einfchrauben des konifchen Stiftes e feftgeftellt, es kann dann keine Auslöfung des Sperrkegels mehr erfolgen, und nur mit Räderüberfetzung gearbeitet werden. Zum Arbeiten ohne diefe ift es erforderlich, die Schraube f foweit herauszudrehen, bis ihr cylindrifcher mit hohlein Viereck verfehener Kopf in die Bohrung am Umfange der Stufenfcheibe eintritt, und diefe mit dem Mitnehmer feft verbindet. Das Rädervorgelege wird dann ausgerückt. Aufser diefer finnreichen Vorrichtung hat die Drehbank noch einen ungewöhnlichen Antrieb für das Plan- und Konifchdrehen. Am rückwärtigen Ende der 74 Carl Pfaff. Wange befindet fich ganz diefelbe Scheere mit Bolzen zur Aufnahme verfchiedener Wechfelräder, wie fie fonft nur für die Leitfpindel angewendet und in der That auch am vorderen Ende des Bettes vorhanden ift. Von dem Scheerenlager aus erftrect fich, nur durch eine Reverfirvorrichtung mit konifchen Rädern unterbrochen, eine genuthete Welle längs der Rückfeite des Bettes bis an den Ausfchnitt desfelben, und fteuert durch die gewöhnliche Schneckenüberfetzung den Suport der Quere nach. Die Bewegung wird von der Leitfpindel entnommen, welche in diefem Falle als Transmiffionswelle functionirt. Es kann nun mit diefer Einrichtung Plan gedreht werden, wenn die Verbindung zwifchen Schlitten und Leitfpindel aufgehoben, erfterer feſtgeſtellt und der Schneckenantrieb eingelöft ift. Ebenfo gut kann aber auch konifch gedreht werden, wenn beide Bewegungen gleichzeitig ftattfinden und der Grad der Conicität wird fich ftets nach dem Ueberfetzungsverhältniffe der rückwärts aufgefteckten Wechfelräder richten, woraus umgekehrt der Vortheil refultirt, dafs durch Anwendung der gleichen Räder ftets die gleiche Conicität erzielt wird. Im Uebrigen haben wir von der vorliegenden Drehbank noch zu fagen, dats die Schlofsmutter halb, aber fehr lang ausgeführt und die Leitfpindel zur Aufnahme des hieraus entſtehenden Seitendruckes durch öftere Lagerung und halbkreisförmige Unterſtützungen verfteift ift. Der Handtransport des Schlittens gefchieht durch ein in die Leitfpindel eingreifendes Getriebe. Der Reitftock zeigt die ältere englifche Form und hat Arretirung des Stofses durch Zufammenpreffen der einfeitig gefchlitzten Hülfe. Der Ausfchnitt des Bettes hat keine Platte zur Ausfüllung oder Ueberbrückung, fondern der Suportfchlitten ift fo lang und kräftig gehalten und die Breite des Ausfchnittes fo gewählt, dafs der Suport bis ganz nahe an die Plan fcheibe heran gebracht werden kann, ohne feine gute Führung zu verlieren. Horizontalbohrmaſchine. Die ausgeftellte fchöne Horizontalbohrmaschine finden wir in Fig. 104 und 105( Taf. XLI) dargestellt. Zu diefer Mafchine gehören noch eine breite und lange Platte, welche zum Auffpannen der Arbeitsftücke dient und zwei Lagerftänder zur Unterſtützung der Bohrfpindel. Sie waren jedoch nicht mit ausgeftellt, weil fie als einfache Stücke kein Intereffe erregen, fondern nur den Platz verftellen konnten. Die Platte, deren Anfang wir in Fig. 104 zeigen, wird mit dem Anfatz des Bettes verbunden und mit diefem auf gemeinfchaftlichem gemauerten Fundament niedergefchraubt. Die Mafchine felbft befitzt einen Bohrftänder, welcher fich auf einem langen Bette hin- und herfchieben läfst. An dem Ständer ift der Bohrzeugträger vertical verftellbar und durch beide Bewegungen kann die Bohrfpindel in alle Punkte innerhalb eines Rechteckes von beiläufig 4000 Millimeter Länge und 1500 Millimeter Höhe gebracht und dort betrieben werden, fo dafs es möglich ift, die Arbeitsftücke direct und ohne Unterlagen aufzufpannen und die Bohrfpindel in das Mittel der zu machenden Bohrung einzuftellen. Gegenüber den Syftemen, Lager am Arbeitsftücke felbft anzufchrauben und in diefen die Bohrfpindel auszurichten, oder die Arbeitsftücke nach eingelagerten Bohrfpindeln aufzufpannen, hat das der vorliegenden Mafchine den Vortheil der rafchen und leichten Einftellung, aber auch noch den gröfserer Präzision, weil bei den erfteren die ftets veränderlichen Holzunterlagen kaum vermieden werden können. Unfere Mafchine kann in zweierlei Weife betrieben werden, und zwar als Bohrmafchine, wobei die horizontalen und verticalen Verfchiebungen nur zum Einftellen der Bohrfpindel benützt werden oder als Fraismafchine, wobei eine der beiden Verfchiebungen gleichzeitig mit der Drehung der Bohrfpindel in Thätigkeit ift. Beim Bohren fteht alfo das Mittel der Bohrfpindel ftill, und diefe wird Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 75 in axialer Richtung dem Spahne entgegengefchoben, beim Fraifen aber verfchiebt fich das Bohrfpindelmitttel horizontal oder vertical und die Spindel felbft wird in axialer Richtung am gleichen Platze gehalten. Die Bewegung wird durch eine fünffache Stufenfcheibe mit auslösbarer Räderüberfetzung aufgenommen und durch eine lange genuthete Welle, welche am Fufse des Bettes hinläuft, fowie durch ein paar Schrägräder auf die verticale Welle des Bohrftänders übertragen. Der Bohrzeugträger hat ähnliche Schrägräder in gleitender Verbindung mit der verticalen Welle, durch welche eine horizontale Achfe und endlich durch Getriebe und Stirnrad die Bohrfpindel in Betrieb gefetzt werden. Die zuerft erwähnte lange genuthete Welle überträgt aber ferner durch eine Reverfirvorrichtung mit Schrägrädern ihre Bewegung auf die am Ende des Bettes angebrachten Wechfelräder, welche fowohl die Schraubenfpindel zur horizontalen Verftellung des Bohrftänders, als auch die zur verticalen des Bohrzeugträgers in Bewegung fetzen können. Erftere wird direct, letztere durch eine im Bett liegende horizontale Welle und Schrägräder angetrieben. Das ganze Räderwerk am Ende des Bettes kann durch Ausrückung der Reverfirvorrichtung ftillgefetzt werden, wie diefs immer während des Bohrens gefchieht. Beim Einftellen der Mafchine und beim Fraisen aber, wo diefe Ausrückung nicht angewendet werden kann, werden die beiden Räder, welche die Schraubenfpindeln treiben, durch Aus- und Einrücken einer Klauenkuppelung in oder aufser Dienft gefetzt. Beide Verftellungen können auch von Hand erfolgen. Die Bohrfpindel und ihre Steuerung hat ganz diefelbe Einrichtung, wie wir fie bei der Mafchine von Hind & Son befprochen, nur ift das Differenzialräderwerk hier beffer ausgebildet, indem es zwei Gefchwindigkeiten für Vorwärts und zwei für Rückwärts darbietet. Wir können von der Mafchine fagen, dafs fie fehr leiftungsfähig und fchön, aber wohl etwas zu grofs und fchwer gerathen war. Tyresbohrmafchine. Wir erwähnen fchliesslich noch die Tyresbohrmaſchine, Fig. 106( Tafel XLVI, obwohl wir diefelbe nicht loben können. Sie befitzt die Einrichtung zur Verdrehung der Bohrfpindel, fo dafs fowohl von innen als von aufsen gebohrt wer den kann. So löblich an fich der Verfuch ift, diefer Aufgabe zu genügen, fo wenig kann die hier durchgeführte Löfung als glücklich bezeichnet werden, und wir müffen die vorliegende Mafchine als weit unter der von Sharp Stewart & Co. für einen ähnlichen Zweck ausgeftellten bezeichnen. Die Räderpaare werden hier vermittels ihrer Achfen eingelagert, erfordern daher zu beiden Seiten der Mafchine tiefe, unbequeme Gruben und find ohne befondere Hebzeuge nicht zu handhaben. Aufserdem bringt diefes Einlagerungsfyftem ein öfteres und namhaftes Verftellen des Bohrzeugträgers in verticaler Richtung mit fich. Das Bohren von innen erfolgt von unten nach oben, fo dafs der Bohrer unmöglich die zu entsprechender Leiftung erforderliche Schmierung erhalten kann. Am meisten befremdet aber die fchwächliche Ausführung der Bohrfpindel und ihrer Schrägräder, welche in gar keinem Verhältniffe zu den übrigen mehr als reichlich bemeffenen Dimenfionen der Mafchine fteht und eine flotte Arbeit überhaupt nicht zuläfst, fo dafs der Vortheil, von aufsen bohren zu können, vollſtändig illuforifch gemacht wird. Deutfche Werkzeugmafchinenfabrik, vormals Sondermann& Stier in Chemnitz. Von diefer Firma waren nur zwei Specialmafchinen ausgeftellt, welche die Bearbeitung gefchmiedeter Locomotivräder zum Zwecke hatten, und zwar folcher mit fchmiedeeifernen Naben. Bei der Herftellung derartiger Räder ift es nicht 76 Carl Pfaff. möglich, den Kränzen, Speichen und Naben vom Feuer aus jene vollendete und glatte Form zu geben, welche mit Recht gefordert wird, und es mufs nach dem Schmieden zur Bearbeitung diefer Theile gefchritten werden, welche bisher theils auf der Drehbank, theils auf der fchon früher befchriebenen Radkranzftofsmafchine von Sharp, Stewart& Co. und aufserdem noch auf Nuthftofsmafchinen und Fraismafchinen vorgenommen wurde. Diefe Mafchinen bearbeiteten die Radkränze, kreisförmig geformte Naben, fowie die Uebergänge der Speichen in Kranz und Nabe. Die Speichen felbft und folche Naben, welche mit Kurbeln verfehen waren,' mufsten von Hand bearbeitet werden, und es ift diefe Handarbeit, welche die beiden ausgeftellten Mafchinen erfetzen follen. Speichenhobelmafchine. Die Speichenhobelmafchine, Fig. 107 und 108( Taf. XLII), ift einer Shapingmafchine nachgebildet, hat jedoch ein im Grundrifs kreuzförmiges Bett, auf deffen vorderem niedrigen Flügel ein Suport mit runder Auffpannplatte angebracht ift. Der Suport kann von Hand rechtwinklig zur Bahn des Werkzeugfchlittens verftellt und die Auffpannplatte ebenfo im Kreife verdreht werden. Eine Querverfchiebung, hier eine folche parallel mit der Bahn des Werkzeugfchlittens, ift überflüffig, weil die bezüglichen Bewegungen von letzterem felbft gemacht werden. Der befchriebene Tifch dient zur Aufnahme der zu bearbeitenden Räder und wird je nach deren Durchmeffer eingeftellt, während die Verdrehung der Aufpannplatte dazu benützt wird, die Speichen eine nach der andern unter das Meffer zu bringen. Der Werkzeugfchlitten hat gegenüber dem mit der Whitworth'fchen Schleife verfehenen Triebrade eine ftarke verticale Wand, an welcher die Führungsplatte für den Stofs fo angebracht ift, dafs fie im Winkel verftellt werden kann, fo dafs dem Stofse die zur Bearbeitung konifcher Speichen erforderliche Richtung gegeben wird. Ferner ift der Suport an kreisförmigen Prismen derart geführt und mit einer Steuerung verfehen, dafs das Meffer die kreisförmig convexen Stirnfeiten der Speichen felbftthätig bearbeiten kann. In diefen beiden Details und in der Anordnung des Tifches liegt der Unterfchied zwifchen unferer Mafchine und einer gewöhnlichen Shapingmafchine, von welcher alle übrigen Theile auch hier vorhanden find. Es ift aus den Zeichnungen leicht zu erfehen, dafs auch Speichen mit geraden Stirnflächen felbftthätig bearbeitet werden können; die Seitenflächen werden es durch Aufftecken der Steuerratfche auf die verticale Spindel des Suports. Nabenbearbeitungsmafchine. Die Nabenbearbeitungsmafchine, Fig. 109 und 110( Taf. XLIII), hat einen Ständer, deffen obere Partien von einer Bohrmafchine entlehnt find, während die unteren einer Nuthftofsmafchine nachgebildet wurden. Sie bearbeitet Naben mit Kurbeln durch ein Meffer, welches in Kreisbögen hin- und hergeht, kann alfo für alle benützt werden. deren Form durch folche begrenzt ift. Auf dem horizontalen Bette der Mafchine befindet fich ein Tifch, welcher ganz wie der einer Nuthftofsmafchine conftruirt ift und auch alle Verfchiebungen befitzt wie ein folcher. Da diefe aber nur zum Einftellen des Arbeitsftückes und nicht zur Steuerung für den Spahn benützt werden, find fie nicht felbftthätig, fondern von Hand zu bewegen. Ausserdem hat die Auffpannplatte noch eine kleine Winkelverftellung, indem fie um einen Bolzen drehbar gemacht ift, und auf einem mit Schraube verftellbaren Keil ruht. Die Feftftellung in der gewählten Lage erfolgt durch feitlich angebrachte Stellfchrauben. Diefe Verftellung der Auffpannplatte wird bei folchen Rädern gebraucht, welche konifch anlaufende Speichen haben, wodurch der Abftand von der Oberfläche der Nabe bis zum Anfchluffe an die, von den Maschinen zur Bearbeitung der Metalle. 77 Speichen gebildete Kegeloberfläche mit den weiter vom Mittel entfernten Theilen wächft, fo dafs das Meffer an diefen tiefer greifen mufs als an den zunächft dem Mittel liegenden. In den Armen des Ständers ift eine ftarke Hülfe gelagert, in welcher fich, ähnlich wie bei einer Bohrmaſchine, eine kräftige Spindel verfchieben läfst, die jedoch durch Nuth und Feder gezwungen ift an der Drehung Theil zu nehmen. Am unteren Ende diefer Spindel ift, ein radialer Arm angebracht, welcher auf feinen Führungsprismen einen completen radial und vertical verftellbaren Suport trägt. Diefer ift, entſprechend der hin- und hergehenden Bewegung mit einer Klappe verfehen, um dem Meffer beim Rückgange das Ausweichen zu geftatten, überhaupt ganz wie der Suport einer Hobel- oder Shapingmafchine gebildet. Der Vorfchub kann entweder felbftthätig durch die Spindel, oder von Hand durch den Suport, beforgt werden, wie auch die Einstellung bei Beginn und die Zurückführung bei Schlufs der Arbeit. Bewegung empfängt die Hülfe und durch fie die Spindel mit dem Suport, von einer Schneckenradüberfetzung mit horizontaler, feitwärts am Ständer gelagerter Antriebsachfe und zwei PaarRiemenfcheiben von verfchiedenen Durchmeffern. Die kleineren hievon find zum Rückgang, die gröfseren zum Schnittgange beſtimmt und empfangen die einen den Riemen gekreuzt, die andern offen. Die Verfchiebung der Riemen, alfo Umftellung der Bewegung erfolgt felbftthätig durch Anfchläge, welche in einer Nuth des Schneckenrades verftellbar find und auf einen Hebel wirken, der auf einer kurzen Achfe in der Mitte des Ständers angebracht ift. Von hier aus wird einerfeits durch Schrägräder die Riemenführung, anderfeits durch Zugftange die felbftthätige Steuerung im geeigneten Momente bewegt, nachdem die Anfchläge fo eingeftellt wurden, dafs fie den gewünſch ten Theil eines Kreisumfanges zwifchen fich einfchliefsen. Wir können beide Maſchinen als neu und originell bezeichnen und zweifeln nicht an ihrer nützlichen Verwendbarkeit in grofsen Locomotiv- oder Räderfabriken. Conftruction und Ausführung waren fehr folid und lobenswerth. Wagner& Co. in Dortmund. Wir fchalten diefe Firma hier ein, weil fie in jeder Beziehung der Chem nitzer Schule angehört. Ihre Ausftellung allerdings zeigte diefs weniger, da sie nur Maſchinen zur Schienenappretur enthielt, wer aber mit den übrigen Leiftungen der vorftehenden Firma bekannt ift, mufs ihr den angewiefenen Platz unbedingt zuerkennen. Die ausgeftellten Maſchinen waren, wie gefagt, fämmtlich für Walzwerks. zwecke und zwar zur Vorbereitung und Vollendung bei der Schienenfabrikation beftimmt, fallen alío immerhin noch in den Rahmen des gegenwärtigen Berichtes. Materialfcheere. Die Materialfcheere Fig. III und 112( Taf. XLIV) ift doppelt, und zwar nach dem früher allgemein gebräuchlichen Hebelfyfteme, gebaut. Wir können diefe fcheinbare Rückkehr zum alten Syſtem nicht tadeln. Die allgemeine Anordnung fällt bei dem Hebelfyfteme zwar nicht fo glatt und compendiös aus, wie bei den Mafchinen mit Kurbel oder Excenterwellen, alle einzelnen Theile find aber einfacher, leichter herzuftellen und in Stand zu halten, und können beffer. der rauhen Behandlung angepasst werden, welche in Walzwerken unvermeidlich ift. Namentlich find es die langen Excenterwellen der neueren Maſchinen, welche viele Gegner haben, da fie fich leicht verreiben und feftfetzen, fo dafs fie dann kaum von der Stelle zu bringen find. Unfere Mafchine hat eine einfache ftarke Grundplatte, an welcher nur die Lager für die Drehachfen der Hebel angegoffen, alle andern Beftandtheile aber 78 Cari Pfaff. angefchraubt find. In der Mitte ift vorn eine kleine Dampfmafchine mit einem Cylinder von 240 Millimeter Durchmeffer angebracht, von welcher die oberhalb gelagerte Welle mit Schwungrad von 2750 Millimeter Durchmeffer angetrieben wird. Durch einfache Räderüberfetzung pflanzt fich die Bewegung auf die tiefer unten gelagerte Achfe fort, welche mit zwei daumenartigen Hubfcheiben verfehen ift, und die Scheerenhebel bewegt. Letztere find entſprechend gekrümmt, und zwar einer von ihnen auch feitwärts, um an feinem Nachbar vorbei zu kommen. Sie find fo wie die Hubfcheiben von Gufseifen, aber fehr ftark und an ihren. Berührungs- oder Arbeitsftellen mit Stahl belegt. Vor den Scheeren find entfprechende Sicherheitsftangen, hinter denfelben verftellbare Anfchläge angebracht, um eine Anzahl Stücke von gleicher Länge abfchneiden zu können. Alle Lager find leicht zugänglich und mit anziehbaren Metallfchalen ausgerüftet. Die Scheere ift geeignet, um Quadrateifen bis 65 Millimeter zu fchneiden. Richtmaschine. Die Richtmafchine, Fig 113 und 114( Taf. XLV), dient zum Geraderichten von Eifenbahnfchienen und Façon- oder Trägereifen, welche zwar fchon nach dem Walzen im noch heifsen Zuftande auf Richtplatten mit hölzernen Hämmern gerichtet werden, fich jedoch meiftens beim Erkalten verziehen und abgefehen davon, fchon wegen der oberflächlichen Art der genannten Ausrichtung einer Nachhilfe im kalten Zuftande bedürfen. An dem ftarken Bette der vorliegenden Mafchine find zwei Vorfprünge angegoffen, welche horizontale fchwalbenfchwanzförmige Nathen haben, die in unferer Zeichnung durch Deckel gefchloffen find. In diefen Nuthen bewegen fich Vorfprünge der beiden prismatifch geformten Auflageftücke, welche mit Handgriffen verfehen find und je nach Erfordernifs näher zufammen oder weiter aus einander gefchoben werden können. In der Mitte der Mafchine ift ein ftarker Stofs geführt, welcher durchbohrt und rückwärts mit einer Mutter, vorn mit einem ftählernen, ſtumpf gefpitzten Druckftück verfehen ift. In die Mutter tritt eine 160 Millimeter ftarke Schraube mit einfachem Gewinde ein und ftemmt fich mit ihrem Bunde an das rückwärtige Lager. Sie iſt mit einem Stirnrade verfehen, welches durch das Getriebe der oberhalb liegenden Achfe in Bewegung gefetzt werden kann. Je nachdem nun die Frictionskuppelung mit einer der beiden Riemenfcheiben verbunden ift, wird die Schraube nach rechts oder links gedreht, da die Scheiben mit gekreuztem und offenem Riemen laufen. Läfst man die Kuppelung in der Mitte ſtehen, fo dafs fie in keine der beiden Riemenfcheiben eingreift, fo fteht die Schraube ftill. Durch die eine Drehungsrichtung der Schraube wird der Stofs nach vorwärts bewegt und kann einen bedeutenden Druck auf die zwifchen feinem Kopf und den Auflageftücken eingelegte Schiene ausüben, fo dafs diefe gezwungen wird, die gewünſchte Richtung anzunehmen; hiebei werden die Auflageftücke je nach der Länge des auszurichtenden Buges verftellt. Die andere Drehungsrichtung führt den Stofs zurück und erlaubt eine Verfchiebung der Schiene der Länge nach, welche durch, zu beiden Seiten ange. brachte Rollen erleichtert wird. Die Arbeit wird fo lange wiederholt, bis die Schiene auf ihrer ganzen Länge und in beiden Ebenen vollkommen gerade ift. Die Mafchine kann aber eben fo gut benützt werden, um Schienen und Träger nach beftimmten Dimenfionen zu biegen. Schienenfäge. Die Schienenfäge, Fig. 115 und 116( Taf. XLVI), dient zum Abfchneiden der Schienen im kalten Zuftande und wir möchten fie eigentlich Schienenfraife nennen, um die langfame Arbeit beffer zu charakterifiren. Mit dieſem Namen werden aber gewohnheitsmäfsig folche Mafchinen bezeichnet, welche die Enden Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 79 der Schienen von der Stirnfeite her bearbeiten, wie wir an dem nächften Beiſpiele fehen werden. In der That ift es aber eine grofse dünne Fraife, welche hier als fchneidendes Werkzeug dient; fie ift es wegen der Art ihrer Verzahnung, und nur die äufsere Aehnlichkeit mit einer Kreisfäge hat ihr den Namen einer folchen eingetragen, den wir nun wohl oder übel beibehalten müffen. Die vorliegende. Mafchine ift fehr einfach gebaut. Der Vorfchub erfolgt durch Verſchieben des Tifches auf dem die Schiene befeftigt wird. Derfelbe ift mit feiner Suportplatte ganz getrennt von dem übrigen Geftell der Mafchine und nur durch den gemeinfchaftlichen Fundamentftein mit demfelben verbunden, was dem Bedürfniffe nach billiger Herftellung und den an eine folche Mafchine zu ftellenden Anforderungen ganz gut entſpricht. Die übrige Anordnung ift nach unferen Zeichnungen leicht verftändlich und foll nur hervorgehoben werden, dafs die auffallende Ueber fetzung auf die Fraifenfpindel wegen des Vorbeipaffirens der vorftehenden Schienenenden nöthig ift. Die Steuerung erfolgt durch Räderüberfetzung und Schneckenantrieb felbftthätig, jedoch nur für den Schnitt. Durch Verſchieben des mit dem Handrade verbundenen Schneckenrades wird die Verbindung gelöft und kann alsdann die Rückwärtsbewegung, fowie die Einftellung, von Hand bewerkstelligt werden. Schienenfraife. Die Schienenfraife, Fig. 117 und 118( Taf. XLVII), bearbeitet die Enden der Schienen von der Stirnfeite her, um diefe glatt und rechtwinklicht zu machen, und um der Schiene die genaue Länge zu geben. Die Schienen werden zwar nach dem Walzen in noch warmem Zuftande auf Länge abgefägt, allein die Temperaturen, bei welchen diefs gefchieht, entziehen fich der Controle und find fo verfchieden, dafs daraus bei der bedeutenden Länge der Schienen noch Unterfchiede in ihren Abmeffungen nach dem Erkalten refultiren, welche von den Eifenbahnen nicht mehr geftattet werden. Man ift nun zwar beftens bemüht, diefe unvermeidlichen Fabrikationsfehler fo klein als möglich zu machen, eine nachträgliche Adjuftirung ift aber nicht zu umgehen und wird auf unferer Mafchine vorgenommen, welche demnach nur kleine Längenüberfchüffe wegzunehmen hat. Schienen werden meift in zwei oder mehr verfchiedenen Längen geliefert, fallen daher lange Schienen mit Fehlern an den Enden vor, fo werden diefelben auf der im vorhergehenden befchriebenen Schienenfäge zu kürzeren abgefchnitten, beide Mafchinen haben alfo ganz verfchiedene Zwecke. Die Arbeit wird auf vorliegender Mafchine durch zwei oder vier Meffer verrichtet, welche in einem fcheibenförmigen Kopfe eingekeilt find. Die Schiene wird auf einer entſprechend profilirten Unterlage vor der Mefferfcheibe eingefpannt, und zwar etwas tiefer, fo dafs die Drehungsachfe der letzteren fammt dem unwirkfamen Theile der Meffer vollkommen aufserhalb des Schienenprofiles fällt. Die Mefferfcheibe ift in einem Stücke mit einer ftarken Spindel gefchmiedet, welche in einer Hülfe verfchiebbar if, während fie an deren Umdrehung theilnehmen muss. Die Hülfe ift im Ständer gelagert und empfängt ihre Bewegung von der Antriebsriemenfcheibe durch ftarke Räderüberfetzung. Sie erftreckt fich ähnlich wie bei den verticalen Bohrmaſchinen bis an das rückwärtige Lager des Ständers, in welchem eine Mutter feft und hinter diefer ein Stirnrädchen eingefetzt ift. Diefes erfafst die Druckfchraube durch Nuth und Feder und bewirkt eventuell deren Drehung und fomit die Vorwärts- oder Retourbewegung der Spindel mit der Mefferfcheibe, von welchen erftere durch Excenter und Sperrrad felbftthätig erfolgen kann. Schienen- Langlochbohrmaſchine. Die letzte Mafchine, welche von Wagner& Co. befprochen werden foll, ift eine Langlochbohrmaschine für Schienen, Fig. 119 und 120( Taf. XLVIII). Sie 80 Carl Pfaff. ift mit drei Spindeln ausgerüftet und weicht hierin von der öfterreichifchen Praxis ab, welche in jeder Schiene bisher nur zwei Löcher für die Lafchenbolzen forderte. Die drei Bohrfpindeln find neben einander in horizontaler Lage in einem doppelten Rahmen angeordnet und die beiden äufseren feitlich verfchiebbar, um den verfchiedenen Lochdiftanzen zu entfprechen. Sie haben keine felbftftändige Längenverfchiebung, fondern find unverrückbar in den Rahmen eingelagert, während diefer die Vorfchubbewegung im Ganzen machen kann, fo dafs alle drei Spindeln gleichzeitig vorrücken. Die mittlere Spindel ift über den Rahmen hinaus verlängert und dort mit einem befonders eingelagerten Stirnrade durch Nuth und Feder verbunden. Durch ein Getriebe empfängt diefes Stirnrad feine Bewegung von der Antriebsriemenfcheibe aus und überträgt fie auf die mittlere Bohrfpindel von der fie auch auf die beiden Nachbarfpindeln durch je drei Stirnradgetriebe übertragen wird, von welchen zwei auf den bezüglichen Spindeln feftfitzen, während das dritte in Gelenkftücken gelagert ift, die ihm ftets gleiche Diftanz von den Spindeln fichern, diefen aber eine Veränderung ihrer Entfernung geftatten. Soweit wäre nun die Mafchine zum Bohren cylindrifcher Löcher geeig net, um diefe aber oval zu machen, wird der Rahmen mit den drei Bohrfpindeln während des Bohrens langfam hin und her bewegt, was dadurch ermöglicht ift, dafs er auf einem Schlitten fteht, der das Bett der Mafchine zur Bafis hat. Seine hin- und hergehende Bewegung empfängt er von einer Kurbelfcheibe mit verftellbarem Hube, welche feitwärts auf dem Rücken eines Schrägrades angebracht ift, das durch einen Schneckenantrieb in langfame Umdrehung verfetzt wird. Neben dem erften Getriebe für den Antrieb der mittleren Bohrfpindel fitzt eine kleine Riemenfcheibe, von welcher aus die gröfsere des Schneckenantriebes bewegt wird. Das Schrägrad mit Kurbelfcheibe pflanzt feine Bewegung auf ein weiteres Schrägrad fort, deffen Achfe durch das Bett der Mafchine geht und mit einem Stirnradgetriebe verfehen ift, welches feinerfeits das Stirnrad der Vorfchubwelle in Bewegung fetzt. Diefes Rad ift auf der genannten Welle lofe und kann mit dem feft auf derfelben fitzenden Handrade durch eine in gedrehter Nuth gehende Klemmfchraube verbunden werden, in welchem Falle die Drehung auf die Vorfchubwelle fortgepflanzt wird, welche fie durch Getriebe und Zahnftange in die geradlinige des Bohrfpindelrahmens verwandelt. Bei gelöfter Klemmfchraube kann die Vorfchubwelle von Hand bewegt und dadurch der Bohrfpindelrahmen vor oder zurück bewegt werden. Das Getriebe ift breiter als das Stirnrad, weil fich das letztere mit dem Schlitten verfchieben mufs. Die Länge der ovalen Löcher in den Schienen, mithin die Verfchiebung der Bohrfpindeln, ift fehr gering, fo dafs hier auf die gleichmäfsige Gefchwindig keit der Verfchiebung, fowie auf die intermittirende, nur an den Enden der Bohrungen wirkende Steuerung, wie fie bei gewöhnlichen Langlochbohrmaſchinen üblich ift, verzichtet werden konnte. Die gefammte Anordnung der vorliegenden Mafchine ift fehr zweckentfprechend, nur wäre es im Intereffe der rafcheren Arbeit und mit Hinblick auf die dadurch namentlich bei Stahlfchienen bedingte Schmierung der Bohrer doch beffer gewefen, die letzteren vertical ſtatt horizontal anzuordnen, wobei noch der Vortheil von felbft entftünde, dafs die Schienen nur einfach aufgelegt und nicht befeftigt zu werden brauchten. Uebrigens mufs man allen von Wagner& Co. ausgeftellten Mafchinen das Lob ertheilen, dafs fie einfach, kräftig und mit befonderer Rückficht auf ihre Verwendung in Walzwerken conftruirt und demgemäfs ausgeführt waren. Unter den jüngeren Anhängern der Chemnitzer Schule wäre in erfter Linie noch die Firma„ Vulkan", vormals Wm. Benndorf zu nennen. Sie hatte unter andern eine Suportdrehbank zum Schraubenfchneiden ausgeftellt, welche mit einer Vorrichtung zum rafchen Rückgange verfehen war, wie wir eine folche bei der Sächfifchen Mafchinenfabrik gefui.den haben. Die Conftruction des Vulkan Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 81 ift aber älter als die früher befchriebene, da fie fchon aus den fechziger Jahren ftammt. Sie ift einfacher, indem zwifchen dem Riemenkonus und dem Triebrade, welche zu diefem Zwecke auseinandergerückt find, eine mit der Riemenführung verbundene Klauenkuppelung angebracht ift, die abwechfelnd in das eine oder das andere Organ eingerückt oder in der Mitte ftehen gelaffen werden kann. Wir würden diefer einfachen Conftruction den Vorzug vor der weiter oben befchriebenen complicirteren geben, müffen aber conftatiren, dafs fie fich keinen namhaften Eingang in die Praxis verfchafft hat. Ausserdem war die Drehbank mit einer Vorrichtung verfehen, um durch Wechfelräder beliebige Konufe zu drehen. ähnlich wie diefs bei der Drehbank der Sächfifchen Mafchinenfabrik befchrieben wurde. Die Ausführungen des Vulkan find recht brauch bares Mittelgut, ohne aber höhere Anfprüche zu machen. Anfchliefsend erwähnen wir noch die Firmen: Mafchinenbau- Verein, vormals L. Schellenberg. in Chemnitz; Schöne& Sohn in Leipzig; Berliner Eifengiefserei und Mafchinenfabrik vormals Wm. Tietfch, welche in abfteigender Linie die neuerdings aufgetauchten Anfänger der Chemnitzer Schule repräfentiren. Ferner führen wir noch Alfred Kühn in Gera und F. X. Honer in Ravensburg an, von denen erfterer mit einer von Collet& Engelhard copirten Horizontalbohrmaſchine debutirte, letzterer in einer Doppelbohrmaschine und einer Drehbank gangbare Marktwaare geringfter Sorte zur Anfchauung brachte. Ganz befonderer und eingehender Erwähnung würden die verhältnismässig bedeutenden Ausftellungen von E. Kircheis in Aue und L. Kneufel in Zeulenroda verdienen, welche ausfchliefslich Mafchinen zur Blechbearbeitung für Spängler und verwandte Gewerbe enthielten, wenn eben diefe letzteren nicht allzufehr aus dem Rahmen des hier Befchriebenen fielen. Wir verweifen defshalb wegen ihrer Befchreibung auf den deutfchen Ausftellungsbericht, und zwar auf den von Dr. Hartig in Dresden behandelten Abſchnitt, welcher diefe beiden Ausftellungen eingeh end und mit grofser Klarheit befchreibt. Bevor wir nun zu den gröfseren Firmen übergehen, welche, wie wir eingangs diefes Abſchnittes erwähnten, unabhängig von der Chemnitzer Schule arbeiten, finden wir noch einige zu nennen, welche in keine der aufgeftellten Kategorien paffen, und daher befonders befprochen werden follen. Ludwig Löwe& Co. in Berlin. Diefe Firma befchäftigt fich mit dem Baue von Werkzeugmafchinen nach amerikanifchen Muftern, und hatte einige derfelben ausgeftellt. Sie waren von der Pratt& Whitney Co. und der Brown& Sharpe Manufacturring Co. mit möglichfter Treue copirt, bedürfen alfo hier keiner befonderen Befchreibung. Die Ausführung war recht anftändig, ohne aber die amerikaniſchen Mufter in ihrer fatten Vollendung zu erreichen.-Wenn eine Fabrik offen genug ift, die Quellen zu nennen, aus denen fie fchöpft und letzteres in gutem Einvernehmen thut, fo kann ihr die Verpflanzung guter fremder Conftructionen auf heimifchem Boden als verdienftliche patriotifche That angerechnet werden. L. A. Riedinger in Augsburg. Schrägräderhobelmafchine. L. A. Riedinger in Augsburg hatte Leupold's Mafchine zum Hobeln von Schrägrädern ausgeftellt. Wir haben fchon bei Gelegenheit der Räderfchneidemaschine von Sellers darauf hingewiefen, dafs die Bearbeitung von 6 82 Carl Pfaff. Zähnen konifcher Räder mit Fraifern faft gar nicht möglich ift, und wiederholen: diefs hier mit der Begründung, dafs veränderliche Querfchnitte mit einem unveränderlichen Werkzeuge nur durch oft wiederholte fuccefive Angriffe hergeſtellt werden können. Diefs weift von felbft auf das Hobeln hin, und die vorliegende Mafchine, welche ihre Hobelftähle in den Erzeugenden der Kegelflächen führt, aus denen ein Schrägrad gebildet ift, löft die Aufgabe auf das Einfachfte und Glücklichfte. Sie ift in den Figuren 121-127, Taf. XLIX und L, dargestellt und von einigen Details in gröfserem Maafsftabe begleitet. Die Mafchine befitzt ein ftarkes Bett, auf welchem einerfeits ein Ständer fteht, welcher die Lager für den Antrieb und die verticale Drehachfe für den Hobelapparat enthält, anderfeits ein Spindelftock verfchiebbar angebracht ift, der am rückwärtigen Ende den Theilapparat trägt, während der vordere freie Theil der Spindel zum Auffpannen der zu bearbeitenden Räder dient, endlich tritt feitwärts die Rundwange hervor, auf welcher der Leitapparat entſprechend eingeftellt werden kann. Die durch die Stufenfcheibe eingeleitete rotirende Bewegung wird durch Schrägräderüberfetzung auf die horizontale Kurbelfcheibe, und von diefer durch eine Leitftange als hin- und hergehende Bewegung auf ein hohles Segmentftück übertragen welches um die verticale, jedoch nur durch zwei kurze Zapfen vertretene Achfe des Ständers fchwingt. In dem Punkte, welcher durch den Schnitt der verticalen Schwingungsachfe mit der verlängerten horizontalen Achfe des Spindelftockes gebildet wird, liegt das Centrum des ganzen Syftems, welches wir das theoretifche Mittel der Mafchine nennen wollen. Beide Zapfen der eben genannten Leitftange find verftellbar, der eine im Schlitze der Kurbelfcheibe, um den Hub zu verändern, der andere in einem kreisförmigen Schlitze des Segmentes, um die Einftellung vornehmen zu können, welche fich durch das Segment bis auf die Hobelftähle erftreckt. Letztere werden in Schlitten längs zweier prismatifchen Schienen geführt, und erlauben endlich nochmals eine Verftellung der Leitftangenzapfen. Innerhalb des hohlen Segmentes ift auf denfelben Drehzapfen, welche die verticale Achfe darftellen, ein befonderer gabelförmiger Theil angebracht, welcher in feiner Mitte die nach Kreisabfchnitten mit Schwalbenfchwanzprofil gebildeten Enden der genannten prismatifchen Leitfchienen umfafst, und ihnen eine Drehung in horizontaler und verticaler Richtung geftattet. Die entgegengefetzten Enden diefer Leitfchienen find rechtwinklig umgebogen und tragen Stahlzapfen, welche halbkreisförmig mit vertical ftehenden Durchmeffern, und zwar dadurch gebildet find, dafs genau eine Hälfte der urfprünglich rund gedrehten Zapfen weggenommen wurde. Mit den gegen einander gerichteten geraden Kanten liegen diefe Zapfen ( Führungszapfen), an der Chablone an, die am Leitapparate angefchraubt ift, und werden durch eine Platte mit fchräg gegen einander laufenden Schlitzen, in welchen die rund gelaffenen Fufsenden der ftählernen Führungszapfen laufen, gegen diefelbe angedrückt, indem die Schlitzplatte in einer Führung am Leitapparate beweglich und durch einen Gewichtshebel veranlafst ift, ftets den geeig. neten Druck auf die Führungszapfen auszuüben. Dicht über der befchriebenen Schlitzplatte liegt ebenfalls verfchiebbar eine ähnliche, deren Schlitze jedoch in entgegengefetzter Richtung divergiren. Diefe ift mit der Schraubenfpindel der Steuerung verbunden, und kann von Hand oder während des Ganges der Mafchine durch den Steuerungsmechanismus felbftthätig verfchoben werden, wodurch die Führungszapfen gezwungen werden, längs der angefchraubten Chablone zu gleiten. Hiebei gehen die Leitfchienen in verticaler Richtung aus einander oder zufammen, und machen gleichzeitig eine Winkelbewegung in der horizontalen. Wenn nun Meffer eingefpannt find, deren Spitzen genau in die Linien fallen, welche von den leitenden Kanten der Führungszapfen nach dem theo Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 83 retifchen Mittel der Mafchine laufen, fo befchreiben diefe Spitzen oder Schneiden bei der Arbeit diejenigen Flächen, welche für die Zahnflanken gewünſcht wurden. Hiezu gehört aber noch, dafs der Spindelftock mit dem aufgefpannten Rade fo eingeftellt ist, dafs die Spitze des Radkegels mit dem theoretischen Mittel der Mafchine zufammenfällt und der Leitappa: at auf der Rundwange fo, dafs die Chablone mit den verlängert gedachten Zahnflanken übereinstimmt. Denken wir uns Räder von verfchiedenen Durchmeffern, Winkeln und Zahnbreiten zur Bearbeitung vorliegen, fo wird auch der Zweck der mehrmals genannten Verftellungen der Leitftangenzapfen fofort klar, diefelben dienen zur richtigen Einftellung der Stähle, wozu aufserdem noch ein zweites Paar von Stahlhaltern an den Suporten vorgefehen wurde, fo dafs die inneren für kleinere, die äusseren für gröfsere Räder zur Verwendung kommen. Wie wir fchon aus der Zeichnung erfehen, find zwei Stähle zu gleichzeitiger Arbeit vorhanden, welche fo weit hinter einander liegen, dafs ihre Schneiden auch in eine Linie zufammenfallen können. Diefs gefchieht beim Aushobeln des Grundes einer Zahnlücke im Augenblicke der Vollendung. Beide Führungszapfen der Leitfchienen berühren fich dann am Ende der Chablone. Eine gekrümmte Form des Grundes der Zahnlücke ift Bedingung für das Hobeln auf unferer Mafchine, der Grund kann aber auch unbearbeitet bleiben, und dann beliebige Formen haben. Die Stähle beginnen ihre Arbeit an den Zahnfpitzen, fchneiden von der äufseren Kante des Rades gegen feine Mitte zu, und rücken gegen den Grund der Zahnlücke vor, bearbeiten alfo gleichzeitig eine Lücke zu beiden Seiten. Sie find flach und in drehbare Halter befeftigt, damit fie beim Rückgange ausweichen können. Flache Federn, welche je auf einen Daumen der Stahlhalter wirken, fichern ihnen den rechtzeitigen Wiederangriff. Während die Schneiden der Stähle ftets auf das theoretiſche Mittel zu laufen, und die Leitfchienen den fo befchriebenen Linien parallel ftehen, find die Schlitten oder Suporte der Stahlhalter zwifchen den Leitfchienen durch, in Arme mit Schlitzen verlängert, welche um den Betrag jenes Radius von den Stahlfchneiden abftehen, in welchem die Leitftangen an dem hohlen Segmente eingehangen find. In den Schlitzen find Kugelzapfen für die Leitftangen verftellbar angebracht, am Segmente findet die Einhängung der letzteren mittels Univerfalgelenke ftatt. Der Vorfchub oder die Steuerung der Leitfchienen und durch diefe der Stähle erfolgt durch die vorhin genannte Schlitzplatte, welche von einer Schraube verfchoben wird, deren intermittirende Bewegung durch ein Räderpaar vermittelt ift, wovon das grössere Rad durch einen Sperrkegel vorgefchoben wird. Eine am Segment eingehängte Steuerftange bewegt ihrerfeits vermittels verftellbarer Anfchläge in einem gefchlitzten Bogen den Sperrkegel, und befitzt ebenfalls die nöthige Verftellbarkeit. An dem auf der Steuerungsfchraube fitzenden Getriebe ift eine Frictionskuppelung angebracht, um Brüche zu vermeiden, falls die rechtzeitige Auslöfung des Steuerungsmechanismus verfäumt werden follte. Der Theilapparat am Spindelftocke arbeitet durch Schnecke, Schneckenrad und aufgefteckte Wechfelräder. Er unterfcheidet fich von dem bei Räderfchneidmafchinen gewöhnlich angebrachten dadurch, dafs nur zwei Wechfelräder zur Verwendung kommen. Die Achfe des äufseren ift in der Scheere verftellbar gelagert, und trägt eine Theilfcheibe mit fechs Einfchnitten, welche fo ftehen, dafs halbe, Viertel- und Drittel Umdrehungen gemacht werden können, worauf ein am drehbaren Hebel angebrachter Zahn eingelegt wird, welcher die Stellung fixirt. Die ganze Mafchine ift fehr wohl durchdacht und enthält durchaus keine überflüffigen Theile; fie dürfte heute die befte in ihrer Art fein. Seitens der ausftellenden Firma war in der Ausführung nichts gefpart, um fie ihrer Aufgabe vollkommen entfprechend zu machen. 6* 84 Carl Pfaff. Neftler& Breitfeld in Erlaa( Königreich Sachfen). Vierfache Gewindefchneidemaschine. Neftler& Breitfeld in Erlaa( Königreich Sachfen), ftellten ihre wohlbekannte vierfache Gewindefchneidemafchine aus. Diefelbe hat vier verticale Spindeln, die in einem Geftelle gelagert find, das mit dem kreisförmigen Tifche, welcher die Muttern oder Schneidkluppen trägt, verbunden ift, und um die zu diefem Zwecke befonders ftark gehaltene Antriebsachfe gedreht werden kann. Hiedurch wird es dem Arbeiter ermöglicht, immer an der Stelle ftehen zu bleiben, wo er feinen Vorrath von ungefchnittenen Muttern oder Schrauben zur Hand hat und die vier arbeitenden Spindeln nach und nach vor fich zu bringen. Das Syftem ift aus der Fig. 128, Taf. XI, deutlich zu erkennen. Ein Riegel am feften Untergeftell, welcher in die am beweglichen Tifche angebrachten Einfchnitte einfallen kann, hält das ganze Syftem nach Belieben am Platze. Die Spindeln find vertical durch Hebel verftellbar und durch Gegengewichte ausbalancirt. Sie nehmen am unteren Ende die Gewindebohrer oder die zu fchneidenden Bolzen auf, während auf dem Tifche die Einlagen für Muttern( Fig. 129) oder die Schneidkluppen befeftigt find. An der auf der Ausftellung befindlichen Mafchine waren Einfpannvorichtungen und Schneidkluppen für Schraubenbolzen mit einem gewiffen Raffinement entwickelt. Wir glauben aber nicht recht an ihre praktifche Verwendbarkeit, halten vielmehr die Mafchine für befonders und faft ausfchliefslich geeignet, um Muttern zu fchneiden. Indem wir daher auf die Befchreibung der Vorrichtungen zum Schneiden von Schraubenbolzen verweifen, welche Prof. Hartig in Dingler's, polytechnifchem Journal 212. Band, Jahrgang 1874, gegeben hat, erwähnen wir nur noch, dafs die Mafchine ganz entſprechend ausgeführt war, und zur Maffenfabrication von Muttern vorzügliche Dienfte leiften kann. Heilmann Ducommun& Steinlen in Mühlhaufen( Elfafs). Diefes Haus, auch unter dem Namen der Ateliers Ducommun bekannt, befteht feit 1834, und gehört feit 1871 zu Deutſchland, ift fomit das ältefte unter allen denen, welche fich in Deutfchland mit Werkzeugmaschinenbau befchäftigen, und ohne Zweifel, Dank den Principien, von welchen es bei deren Conftruction und Ausführung geleitet wird, das vornehmfte. In der That ift fein Beftreben weniger auf Begegnung aller Concurrenz, als auf Erreichung der höchften Vollkommenheit in feinen Erzeugniffen gerichtet. Ganz befondere Sorgfalt wird der Ausführung zugewandt. Die Ausftellung unferer Firma zeigte diefs auf das deutlichfte, und wer ihre gewöhnlichen Ausführungen kennt, mufs geftehen, dafs auch fie nicht minder gut hergeftellt find. Wir können die genaue und folide Arbeit, die fogar manchmal bis in das Gefuchte geht, mit der von Jof. Whitworth in Manchefter, welche den erften Platz in der ganzen Welt behauptet, vollkommen gleichftellen. In der Conftruction gehen die Ateliers Ducommun fo viel als möglich ihren eigenen Weg, und legen darin ein confequentes eingehendes Studium an den Tag. Wo fie fremde Conftructionen benützen, thun fie es unter Nennung der Quelle. Ihre Ausftellung war eine fehr grofse, und wir müffen uns defshalb darauf befchränken, nur einige charakteriftifche Mafchinen zur Befprechung hervorzuheben. Suportdrehbänke. Die Suportdrehbank wird in den Ateliers Ducommun mit ganz befonderer Vorliebe und Sorgfalt gepflegt. Die Ausftellung zeigte eine grofse Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 85 Anzahl von Modificationen, welche mit ein und demfelben Grundmodell vorgenommen werden können, um daraus Drehbänke zu machen, die für die verfchiedenften Claffen von Arbeiten paffen. Wir können uns als einfachfte Drehbank, die wir unter der Bezeichnung Grundmodell verftehen, eine denken, welche nur den Spindelftock, den Reitftock und einen auf rechteckig geformtem Bett verfchiebbaren Suport enthält. Vermittels der gewöhnlichen, natürlich auch hierher gehörigen Organe als: Planfcheibe, Mitnehmer, Futterkopf können alle in das Bereich diefer Drehbank fallenden Mafchinentheile auf derfelben aufgefpannt, gedreht und gebohrt werden. Der Vorfchub kann aber nur von Hand erfolgen, und erhält die Drehbank hienach gewöhnlich den Namen Handfuportdrehbank. Diefelbe kann ein gerades oder auch ein gekröpftes Bett haben, und noch aufser oben angeführten Zugaben mit einer Handauflage, einer Führung für Bohrer und einer Lünette( Setzftock) ausgerüftet fein. Denken wir uns noch das Deckenvorgelege und die Schraubenfchlüffel hinzu, fo ift die Drehbank zum Gebrauche fertig. Selbftthätig in befchränkter Weife wird fie fofort, wenn rückwärts an dem Spindelftock ein Kurbelzapfen, weiters ein Kettenzug und endlich am Suport eine Ratfchenvorrichtung angebracht wird, wodurch ein bei jedem Umgange des Arbeitsftückes intermittirend wirkender Vorfchub eingeleitet wird. Immer wird es aber bei einer derartigen Drehbank nöthig fein, den Suport weiter zu fchieben, fobald eine Stelle bearbeitet werden foll, welche länger ift als fein Ausfchub, uud bei diefer Verfchiebung ift jedesmal die Richtung des Suports von neuem mit der Achfe der Drehbank parallel zu machen. Um diefs zu vermeiden, wird bei einer erften Modification das Bett mit prismatifchen Führungen verfehen, und erhält einen Schlitten, auf welchem fich der Suport längs des Arbeitsftückes verfchieben läfst, ohne an feiner Parallelität etwas einzubüfsen; ferner lässt fich nach Ducommun's Anordnung der Suport auch rechtwinklig zur erften Richtung auf dem Schlitten verfchieben, alfo ohne Weiteres zum Drehen ebener Flächen verwenden Der Schlitten wird durch Zahnstange und Getriebe von Hand verfchoben, die Thätigkeit des Suports kann von Hand oder durch Kettenfchaltwerk felbftthätig wachgerufen werden. Sobald aber zu den hier befchriebenen Theilen noch eine Leitfpindel kommt, welche den Suportfchlitten längs des Bettes bewegen kann, ift die felbftthätige Drehbank im ftrengen Sinne des Wortes gegeben. Die Verfchiebungen des Suportes dienen bei diefer nur noch zum Anftellen des Stahles, hören aber während der Arbeit ganz auf, indem der Vorfchub durch die Leitfpindel beforgt wird. Diefe kann nun entweder durch Wechfelräder mit der Drehbankfpindel in Verbindung ftehen, und dann zum Egalifiren und Schraubenfchneiden gebraucht, oder fie kann auch durch eine Riemenüberfetzung betrieben und dann nur zum Egalifiren benützt werden. In beiden Fällen ift es thunlich, eine Umfteuerung, ( Reverfirvorrichtung) zwifchen Drehbanks- und Leitfpindel einzufchalten, fo dafs die Längsverfchiebung des Schlittens nach beiden Richtungen möglich ift, während das Arbeitsftück fich ftets in der gleichen bewegt. Die Mutter, vermittelft welcher die Leitfpindel auf den Suportfchlitten wirkt, ift in der Regel zweitheilig und zum Schliefsen und Oeffnen eingerichtet. Bei dem letzteren Stande kann der Suportfchlitten rafch von Hand längs des Bettes transportirt werden, und zwar durch befonders angebrachte Zahnftange und Getriebe, oder auch durch letztere, welche direct in die Leitfpindel greifen und diefe als Zahnftange benützen. Wie wir fchon bei früheren Befchreibungen gefunden haben, kann auch die felbftthätige Planbewegung von der Leitfpindel abgeleitet werden, und gefchieht diefs zum Beiſpiel bei Whitworth, obwohl er die Leitfpindel zwifchen dem Bett liegen hat; es ift diefs jedoch in den Ateliers Ducommun nicht üblich. Sobald eine Drehbank felbftt hätig ist, wird auch die Vorrichtung am Reit 86 Carl Pfaff. ftocke angebracht, um ihn zum Konifchdrehen verfchieben zu können. Bei Handdrehbänken hätte eine folche keinen Sinn. Die felbftthätige Eigenfchaft, jedoch nur zum Egalifiren und Plandrehen, kann einer Drehbank auch durch Anwendung von Zahnftange und Schnecke gegeben werden, wobei in der Regel Reverfirvorrichtungen eingefchaltet find. Will man die Leitfpindel befonders fchonen und fie nur zum Schraubenfchneiden verwenden, fo kann endlich eine Drehbank mit einer folchen und einem Selbftgang, durch Zahnftange und Schnecke verfehen, und mit diefen abwechfelnd betrieben werden. Zum Bohren mittels Spitzbohrer, Kanonenbohrer oder Bohrftangen richtet Ducommun feine Reitftöcke mit befonders langen Hülfen und Stöfsen ein und bringt eine durch Kettenfchaltwerk felbftthätige Vorrückung an. Diefes Arrangement kann auf allen Drehbänken angebracht werden, ebenfo können diefelben gerade oder gekröpfte Wangen haben. Wenn wir fchliefslich noch erwähnen, dafs die Betten auch beim Spindelftocke ganz abgefchnitten und in verfchiedener Weife verfchiebbar gemacht werden können, fo haben wir eine Ueberficht der Veränderungen gegeben, welche mit einer Drehbank von übrigens gleicher Spitzenhöhe und Drehlänge vorgenommen werden können. Eine der ausgeftellten Drehbänke war in ihre Theile zerlegt, und zeigte die ausgezeichnete und forgfältige Ausführung derfelben. Die Spindel des Spindelftockes war im Einfatz gehärtet, in den Lagern glashart und vollkommen rund gefchliffen. Der Stofs des Reitftockes war in der ausgefchliffenen Hülfe mit einem Minimum von Spielraum und Reibung eingepafst, die Ueberfetzungsräder mit fchöner Cykloidenverzahnung verfehen, welche noch mit der Gufshaut ohne Nacharbeit ausgezeichnet ruhig und geräufchios arbeitete. Rein gefchnittene Gewinde und Muttern, ohne Schlottern und todten Gang, ausgezeichneter Schlufs aller Suporttheile und der Schlittenführung, häufige Verwendung von eingefetztem Schmiedeeifen, fowie überhaupt vorzüglicher und reiner Materialien vereinigten fich mit der gut durchdachten Conftruction zu einer harmonifchen vollkommenen Ausführung. Zur Befchreibung der allgemeinen Details übergehend, finden wir an Ducommun's Spindelftock cylindrifche Lager mit rückwärts in einem Querftück angebrachter Druckfchraube. Für die zum Aufftecken der Wechfelräder oder anderer Selbftgangorgane nöthige Uebertragungsachfe ift das Querftück mit einer Lagerhülfe verfehen. Die Lagerfutter der Spindel find cylindrifch eingepafst und durch vorfpringende Nafen am Drehen verhindert. Hiemit ift eine wichtige Verbefferung der cylindrifchen Lager überhaupt eingeführt, indem es möglich wird, die Lage der Spindel mit den geringften Koften ftets richtig zu erhalten. Die Bohrungen im Körper des Spindelftockes, welche die Lagerfutter aufnehmen, find nämlich von Haus aus vollkommen genau und richtig gemacht, das heifst fie liegen in der geometrifchen Achfe der Drehbank. Wenn fich nun die Lagerfutter nach längerem Gebrauche ausnützen und zu weit werden, fo braucht man nur neue einzulegen, was aufserordentlich leicht geht, da fie ganz auf der Drehbank vollendet werden können. Hierauf ift die letztere hinsichtlich der Lagerung der Spindel wieder fo gut und richtig wie im neuen Zuftande. Die Koften diefer Operation find nicht bedeutend, weil das Material der alten Lagerfchalen wefentfich zum Erſatze beiträgt, und ihr Erfolg ift jedenfalls ficherer, als der des Unterlegens rechteckig eingepafster Lagerfchalen. Die Räderüberfetzung des Spindelftockes ift durch Excenterwelle auslösbar, demnach der möglichft gröfste Raum für die gute Ausbildung der Stufenfcheibe verwendet. Der Spindelftock felbft fitzt auf der Wange nicht mittels eingepafster Rippe feft, fondern hat zu feiner Regulirung Schrauben, welche durch eine ftarke Mittelrippe gehen, und fich gegen die inneren Kanten des Bettes anftemmen. Auf diefe Weife ift es leicht, ihn richtig und parallel zur geometrifchen Achfe der Drehbank einzuftellen. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 87 Der Reitftock hat die gewöhnliche engliſche Form und ift zur Feftftellung des Stofses am vorderen Ende der Hülfe aufgefchlitzt und mit Anzugfchraube verfehen. Wenn er zum Konifchdrehen verftellbar ift, fo fteht er auf einer Platte mit zwei prismatifchen Leiften, welche in gewöhnlicher Art zwifchen die inneren Kanten der Wange eingepasst und mit einer Schraube zur Verfchiebung des Reitftockes verfehen ift. In Fig. 130, Taf. LII bringen wir die einfache Handfuportdrehbank, das Grundmodell, zur Darstellung. Die punktirten Linien zeigen das Kettenfchalt werk und die eventuelle Kröpfung der Wange an. Nach dem fchon oben Gefagten ift es nicht nöthig, noch mehr über diefe Drehbank anzuführen, und wir fchreiten fogleich zu der felbftthätigen Drehbank, Fig. 131, Taf. LII. Sie befitzt eine Leitfpindel, welche innerhalb des Bettes liegt. Diefe Anordnung ift charakteriftifch bei den Ateliers Ducommun und wird von ihnen auch bei den gekröpften Betten nicht ohne Schwierigkeiten feftgehalten. Es läfst fich wohl fchwerlich feftftellen, ob diefelbe beffer ift als die äufsere Lage der Leitfpindel, da die mittlere Diftanz vom Leitfpindelmittel bis zur Schneide des Stahles in beiden Fällen gleichgrofs wird, alfo der Angriff der Kraft gegenüber dem Widerftande unter ganz ähnlichen Bedingungen erfolgt. Es kann nur zu Gunften der Mittel lage angeführt werden, dafs die Kraft mehr fymmetriſch zu den beiden Prismen des Schlittens wirkt, was jedoch bei nur einigermassen genügender Länge desfelben nicht von Werth zu fein fcheint. Dagegen behindert die im Innern des Bettes angebrachte Leitfpindel, um welche herum auch noch Raum für das Paffiren der geöffneten Mutter fein mufs, die Anbringung hoch heraufgehender Querverbindungen. Um letztere genügend ausbilden zu können und ein hinreichend fteifes Bett zu erhalten, mufs diefes viel höher gemacht werden, als ein folches mit aufsenliegender Leitfpindel, deffen Querverbindungen bis dicht unter die Oberfläche heraufgehen. Auch ift es viel fchwerer, eine innenliegende Leitfpindel rein zu erhalten, als eine aufsenliegende, dagegen ift aber ohne Zweifel das Anfehen einer Drehbank mit erfterer viel glätter und eleganter. Die Mutter der Leitfpindel befteht aus zwei Theilen, die fich in hebel förmigen Armen befinden, und mit diefen durch Hebel und excentrifch gefchlitztem Wirbel geöffnet und gefchloffen werden. Der Handgriff hiezu ift links am Schlitten fichtbar. Rechts an demfelben befindet fich die Welle für den Handtransport, welche auf eine Stirnradüberfetzung rückwärts am Schlitten, und durch diefe auf die Zahnftange wirkt, welche mit den Zähnen nach unten angefchraubt ift, um fich nicht durch Spähne zu verftopfen. Unfere nächfte Fig. 132, Taf. LII, zeigt eine der complicirteren Modificationen des Grundmodelles. Sie hat ein gekröpftes Bett, und um die innenliegende Leitfpindel möglich zu machen, eine befondere, unter diefer durchgehende Uebertragungsachfe, welche beim Spindelftock die gewöhnliche Scheere mit Wechfelrädern, rückwärts eine einfache Stirn radüberfetzung trägt. Aufser der Leitfpindel ift unfere Drehbank aber auch noch mit dem Selbftgang durch Zahnftange und Schnecke ausgerüftet, welcher zum Egalifiren und Plandrehen verwandt und deffen Bewegungen durch Reverfirvorrichtung umgekehrt werden können. Die Anordnung eines folchen dürfen wir als bekannt vorausfetzen, und erwähnen nur, dafs die hier angewandte Reverfirvorrichtung aus drei Schrägrädern gebildet ift und durch den vorn am Spindelftocke angebrachten Handhebel umgefteuert wird. Beim Gebrauche von Zahnftange und Schnecke wird ftatt des erften Wechfelrades eine kleine zweiftufige Riemenfcheibe aufgefteckt, deren Riemen auf eine correfpondirende unten am Fußse des Bettes geht, welche fich, mit einer drei- und vierftufigen Scheibe verbunden, auf feftem Zapfen dreht. Von der letzteren Stufenfcheibe geht der Riemen auf die der Schneckenwelle und es werden durch diefes Arrangement gute Riemenlängen und 6 refp. 8 Variationen für die Steuerung gewonnen. Die Bewegungen zum Langdrehen oder Egalifiren und zum Plandrehen werden am Schlitten durch Verfchiebung der rückwärts liegenden Räder eingeleitet, abgeftellt oder gewechfelt, 88 Carl Pfaff. und find zu diefem Zwecke Zugftangen vorhanden, die den Schlitten durchfetzen. und vorn mit Zahnftangen verfehen find, welche durch Getriebe bewegt werden, deren Handgriffe unter dem Schlitten herabhängen. Diefe Einrichtung ift für den Dreher fehr bequem, bietet den Vortheil, dafs keine Räder oder fonftige Theile vorhanden find, welche feine Kleider erfaffen könnten, und fieht fehr nett aus. Der Reitftock ift durch bedeutend verlängerte Hülfe und ftählernen, forg. fältig eingepafsten Stofs zum Bohren eingerichtet. Er trägt hinter feinem Handrade ein kleineres Stirnrad mit Ratfchenhebel zum felbftthätigen Vorfchub. Um das Kettenfchaltwerk zu betreiben, wird der Kurbelzapfen benützt, welcher in der bereits erwähnten zweiftufigen Riemenfcheibe angebracht ift. Die Spindel im Spindelftocke ift an ihrem vorderen Ende auf eine gewiffe Länge ausgebohrt.. Sie erhält paffende Einfätze und kann alsdann als Führung für eine Bohrftange dienen. Indem wir noch auf die zufammengefetzten Klauen der Univerfalplanfcheibe aufmerkfam machen, welche eine grofse Variation für das rafche Auffpannen bieten, glauben wir die Befprechung der Drehbänke fchliefsen zu müffen. An fie anfchliefsend können wir die Bänke zur Schraubenfabrication, Revolverbänke, anführen, welche nach dem Mufter der Brown& Sharpe Manufacturing Co. gebaut und in zwei Exemplaren ausgeftellt waren. Ihre Conftruction wich von der amerikanifchen nicht wefentlich ab ihre Ausführung war ausgezeichnet und ftand eher über dem Mufter als unter demfelben. Ebenfalls in zwei Gröfsen waren Schraubenfchneidmafchinen, Syftem Reifs, zur Expofition gebracht. Diefe fchneiden Schrauben von 60 refp. 30 Millimeter Durchmeffer auf einen Schnitt mittels einer Kluppe, welche vier ftellbare Backen. enthält. Der charakteriftifche Unterfchied zwifchen dem Syfteme Reifs und den gewöhnlichen befteht aber darin, dafs bei ihm die Kluppe vermittels eines am Bett geführten Schlittens, einer Leitfpindel und Wechfelradüberfetzung in der Steigung des zu fchneidenden Gewindes vorwärts bewegt wird, während es bei den gewöhnlichen, dem frifch gefchnittenen Gewinde felbft überlaffen ift, die Kluppe mit ihrem Schlitten, oder wie bei Sellers das Arbeitsftück mit der Einfpannvorrichtung nach fich zu ziehen. Auch werden bei Reifs die zu fchneidenden Schrauben meift zwifchen Spitzen eingespannt, zu welchem Ende jede Mafchine einen Reitftock enthält. Der Schlitten kann von Hand rafch zurückbewegt werden, fobald die Schneidbacken geöffnet find, was durch Schrauben mit rechtem und linkem Gewinde gleichzeitig gefchieht. Ein Zeiger am Handrade fichert ihnen die richtige Stellung beim Schliefsen. Die Spindel ift durchbohrt, um auch längere Schrauben paffiren zu laffen. Zur Schmierung, fowie zum Auffangen der überflüffigen Schmiermittel find geeignete Gefäfse angebracht. Die Mafchine, Syftem Reifs, ift mit der Abficht gebaut, genaue Gewinde auf vorgedrehte Schrauben zu fchneiden, welche namentlich mit den bereits gedrehten Theilen concentrifch find, und erfüllt diefen Zweck auf das vollkommenfte. Freiftehende Bohrmaſchine. Die freiftehende Bohrmaſchine, Fig. 133, Taf. LIII, befitzt doppelte Räderüberfetzung, welche durch Excenterwelle auslösbar ift. Die Bohrfpindel liegt in einer langen Hülfe, welche in fchmiedeeifernen, gehärteten Büchfen in den Armen des Ständers gelagert ift, und kann fich in diefer Hülfe verfchieben. Sie ift durch einen Hebel mit Gegengewicht ausbalancirt und in nachftellbarer Verbindung mit einer Zahnftange, durch welche ihre verticale Bewegung vermittelt wird. Diefelbe kann von Hand oder durch die doppelte, an der unteren Stelle auslösbare Schneckenüberfetzung erfolgen, welche letztere von den beiden fünfftufigen Riemenfcheiben mit reichlicher Variation betrieben wird. Der Tifch ift mittels Schraubenfpindel vertical verftellbar und kann fehr weit herabgebracht werden. Er trägt einen completen Kreuzfuport mit drehbarer Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 89 Tifchplatte von einer bei Nuthftofsmafchinen gebräuchlichen Einrichtung, und zwar zu dem Zwecke, um die Mafchine auch zum Fraifen benützen zu können, was zum Beiſpiel bei der Herstellung der Steuerungstheile von Locomotiven fehr erwünſcht ift. Ausserdem enthält der Tifch noch eine auswechfelbare Führung für etwaige Bohrftangen. Die ganze Mafchine ift für ihre Gröfse recht kräftig, und kann zwar nicht als Mufter eines einfachen, recht gut aber als das eines Präcifionswerkzeuges dienen. Aufser ihr enthielt unfere Ausftellung noch eine kleinere, freiftehende Bohrmaſchine mit abgedrehter Säule und einem Tifche, welcher vertical verftellt, aber auch um die Säule gedreht werden konnte. Derfelbe enthielt auf einer Seite eine glatte Tifchplatte mit Schlitzen und Führung für Bohrftangen, auf der andern einen grofsen Parallelfchraubftock zum Einfpannen von Gegenständen. Wir haben fchon früher bei Dandoy Mailliard Lucq& Co. unter Fig. 87, Taf. XXIX eine ähnliche Conftruction befchrieben, und erwähnen fie hier nochmals, weil fie in Frankreich und Belgien fehr beliebt ift, brauchen aber wohl kaum hinzuzufetzen, dafs die aus den Ateliers Ducommun ftammende in Conftruction, Form und Ausführung fehr fchön und exact war, während oben. angezogene Mafchine mit dem Hauptaugenmerk auf Wohlfeilheit zu Stande kam. Es ift uns unmöglich, fämmtliche von unferen Ausftellern gebrachte Mafchinen zu befprechen, wir erwähnen daher von den Hobelmaschinen nur, dafs fie mit Zahnftangenantrieb und fehr fchön gegoffenen Ueberfetzungsrädern verfehen waren, und dafs die Laufprismen ihrer Tifche aus befonders dichtem und reinem Gufseifen hergeſtellt und angefchraubt waren. Bei der gröfseren Stofsmafchine fand dasfelbe hinfichtlich des Stofses und feiner Führung ftatt. Die Kurbelfcheibe war mit der Antriebsachfe aus einem Stücke gefchmiedet und die Lagerftellen der letzteren im Einfatz gehärtet und gefchliffen. Kleine Stofsmafchine. Wir bringen die kleine Stofsmafchine in Fig. 134, Taf. LIV, zur Darftellung. Sie iſt zur Bearbeitung kleiner Beftandtheile beftimmt und hat nur 100 Millimeter gröfsten Hub. Ihre Ausladung beträgt bis zur Stahlfchneide 260 Millimeter, die Höhe vom Tifche bis unter die Führung 220 Millimeter. Sie ift ohne Räderüberfetzung, hat aber rafchen Rückgang des Stofses durch Whitworth'fche Schleife und in der Stufenfcheibe angegoffenen Schwungring. Die Achfe fammt Kurbelfcheibe ift ebenfalls aus einem Stücke gefchmiedet und im Einfatze gehärtet. Sie läuft mit verftärkter Lagerftelle am vorderen Ende in einer gleichfalls gehärteten Büchfe. Dagegen hat die Kurbelfcheibe an ihrem äusseren Umfange keine Anlage. Die Führung des Stofses geht in der ganzen Länge durch und ift aus befonders dichtem Gufseifen hergeftellt. Der Stofs kann durch eine Schraubenfpindel höher und tiefer geftellt werden, und empfängt das Meffer oder den Stahl durch zwei in Schlitzen gehende Bügel mit ftarken Stellfchrauben. Der Tifch ist mit Kreuzbewegung und einer runden Auffpannplatte ausgerüftet, welche durch Schnecke im Kreife bewegt werden kann. Sämmtliche Bewegungen können felbftthätig in beiden Richtungen ausgeführt werden und zwar durch einen Steuerungsmechanismus, welcher dem von Sharp nachgebildet ift. Um das hiebei, namentlich bei rafchem Gange auftretende, durch die Schwungkraft. der Beftandtheile hervorgebrachte Vorauslaufen in Etwas zu mildern, ift die Steuerungsachfe an ihrem rückwärtigen Lager mit Federanzug verfehen, welcher eine geeignete Bremfung hervorruft. Lochmafchine und Scheere. Ganz eigenthümlich ift die ausgeftellte Lochmaschine und Scheere, Fig. 135, Taf. LV. Sie befitzt einen einfachen, fchön gefchwung en en Ständer, 90 Carl Pfaff. welcher fich in feiner Form der theorefifchen mit möglichfter Treue anfchliefst, hat eine fehr grofse Ausladung und kann durch Auswechfeln der arbeitenden Organe abwechfelnd in eine Scheere und in eine Lochmafchine verwandelt werden. Der Stofs ift breit und kräftig entwickelt, und wird durch eine lange Druckftange von der ftählernen Excenterachfe betrieben, welche ihrerfeits den Ständer durchfetzt und rückwärts ein ftarkes Ueberfetzungsrad trägt, während fie vorn in gehärteter Lagerbüchfe läuft. Ein Gegengewichtshebel balancirt den Stofs mit Zugtendenz nach oben und eine verfchiebbare Druckplatte dient, wenn ausgezogen, zur Ausrückung der Bewegung. Da der Stofs durch das Gegengewicht, fortwährend nach oben gezogen, fich bei ausgezogener Druckplatte dennoch an die Druckftange anlegen und ihre Bewegung mitmachen würde, was z. B. beim Auswechfeln oder Richten der arbeitenden Organe hinderlich wäre, fo ift noch ein befonderer Hebel angebracht, der mit einem Daumen einfallen und diefe Bewegung des Stofses vollkommen hintanhalten kann. Unfere Mafchine war beftimmt, Bleche von 20 Millimeter Dicke mit Löchern von gleichem Durchmeffer zu lochen, und Bleche bis 15 Millimeter Dicke zu fchneiden. Die Ausladung betrug beim Lochen 450 Millimeter, beim Schneiden 500 Millimeter. Fraismafchinen. Die verticale Fraismafchine Fig. 136, Taf. LVI ift ein fehr fchönes Präcifionswerkzeug und ganz abweichend von den amerikaniſchen Mafchinen gleicher Beftimmung gebaut. Sie hat eine verticale, in einem langen verftellbaren Lager gut geführte Spindel, welche fich in einer Büchfe am oberen Arme des Ständers verfchieben kann und von diefer die drehende Bewegung empfängt. Die zu bearbeitenden Gegenftände werden auf den langen Suporttifch unter der Spindel angespannt, und zwar direct mittels Schraubftockes oder zwifchen einen Spitzenapparat mit Theilvorrichtung. Die Fraifer kommen in das untere Ende der verticalen Spindel. Sowohl die verticale Verftellung des Tifches, als auch die horizontalen feiner Kreuzfuporttheile können durch ftellbare Anfchläge mit feingängigen und feftftellbaren Schrauben begrenzt werden. Die verticale Verfchiebung des Spindellagers wird es in gleicher Weife, jedoch mit Intervention einer Mikrometerfchraube, welche die Einftellung von 1/10 Millimeter geftattet. Sowohl die verticale Fraifenfpindel als auch der Auffpanntifch haben felbftthätige Bewegungen, welche durch runde Schnüre übertragen werden. Die Schnur zum Antrieb der felbftthätigen Tifchbewegung geht von der Fraifenfpindel über zwei Leitrollen auf eine Stufenrolle; für die verticale Bewegung der Fraifenfpindel ift eine Leitrolle des Hauptantriebsriemens in ihrer Nabe verlängert und mit einer kleinen Schnurrolle verfehen, von welcher eine ähnliche auf der horizontalen Achfe des getheilten Handrades getrieben wird. Genannte Achfe fetzt fich in das Innere des Ständers fort, und trägt dort eine Schnecke, aufsen aber ein Ueberfetzungsrad, welches mit einem gleichen auf paralleler kurzer Achfe im Eingriff fteht. Letztere liegt im Mittel der Stellfpindel und trägt ein Kegelrad, welches in und aufser Eingriff mit einem ähnlichen Kegelrade gebracht werden kann, das auf der Stellfpindel verfchiebbar und durch feine Nabe mit einem Schneckenrade verbunden ift. Durch einen Handhebel kann nun entweder das Kegelräderpaar oder das Schneckenrad mit der Schnecke in Verbindung gebracht, und fo eine rafche und eine langfame verticale Bewegung der Fraifen fpindel erzielt werden. Die Schnur für die felbftthätige Längenbewegung des Tifches geht von der Stufenrolle auf eine gleiche am Fufse des Ständers, und treibt eine horizontale Achfe, welche eine verticale durch Kegelräder antreibt, die zur Umfteuerung eingerichtet find. Die verticale Achfe wird oberhalb durch die Nabe eines Kegelrades im Arme des Tifches geführt, in welcher fie gleiten kann, und treibt endlich durch die Kegelräder eine horizontale Welle, welche fich in der zwifchen den Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 91 feften Lagern gehaltenen Schnecke verfchieben kann. Von der letzteren wird durch geeignetes Schneckenrad eine Achfe getrieben, die unter der Auffpannplatte im Suporte parallel zur Stellfpindel liegt, und durch Stirnradüberfetzung die drehbar eingelagerte Mutter bewegt. Die Stellfpindel wird gelinde angezogen, fo dafs fie der Mutter gegenüber feftfteht, aber doch von Hand bewegt werden. kann, wenn eine rafche Verftellung nöthig ift. Durch die Verfchiebbarkeit der beiden Achfen bleibt das Syftem in fteter Verbindung, welches auch immer die Stellung des Tifches fei. Durch die Umfteuerung ift die Bewegung nach vorwärts und rückwärts und durch die Stufenrollen, ift fie es in drei Variationen möglich. Die Anordnung diefer fchönen und viel bewunderten Mafchine ift aus unferer Zeichnung klar erfichtlich. Die beiden andern ausgeftellten Fraismafchinen hatten horizontale feft. liegende Spindeln mit Riemenantrieb und Tifche, welche in der Einrichtung ganz dem foeben vorgeführten glichen. Der Apparat zum Fraifenfchneiden befafs Univerfalgelenke für die Spindel des fchneidenden Werkzeuges und konnte dasfelbe nach einer Chablone führen, welche die Form des zu erzeugenden Fraifers angab. Gfchwindt& Co. in Carlsruhe. Wir folgen nicht nur einem gewiffen Zuge von Süd nach Nord, wenn wir diefe Firma der vorhergehenden anreihen, fondern thun diefs auch in voller Anerkennung ihrer tüchtigen, meift durch den früheren Theilhaber, Friedrich Zimmermann, begründeten Leiftungen. Ihre Ausftellung war zahlreich befchickt und enthielt auch Holzbearbeitungsmafchinen vorzüglicher Qualität, die wir jedoch nur im Vorbeigehen erwähnen. Drehbänke. In der Conftruction von Drehbänken verfolgen Gfchwindt& Co. eine Richtung, welche der von Ducommun ähnlich, und wohl dem franzöfifchen Einfluffe zuzufchreiben ift, der fich in Baden mehr als im übrigen Deutſchland geltend macht. Eine kleine Drehbank von beiläufig 160 Millimeter Spitzenhöhe war mit beweglichem Suport verfehen und zum Drehen abgefetzt excenterifcher Querfchnitte eingerichtet, wie folche z. B. bei Gewindebohrern gebraucht werden. Der Suport konnte fich heben und fenken, und that diefs nach dem Impulfe und nach Mafsgabe eines Leitftückes, welches auf einer parallel zum Bette längs deffen rückwärtiger Kante durchlaufenden Welle gleichzeitig mit der Spindel umlief. Zur Darftellung wählen wir die gröfsere Suportdrehbank, Fig. 137, Tafel LVII, von 300 Millimeter Spitzenhöhe. Der Spindelftock hat cylindrifche rechteckig eingepafste Lager und Druckfchraube in einem kurzen angeg offenen Arme. Zum Aufftecken der Wechfelräder oder anderer Selbftgangsorgane ift eine Uebertragungsachfe vorhanden, welche aber hier durch den rückwärtigen Theil des Spindelftockes hindurchgeht und die treibenden Räder innerhalb desfelben hat. Die Räderüberfetzung des Spindelftockes felbft ift durch excentrifche Achfe auslösbar. Der Reitftock hat durchgehenden Stofs, der mit der Druckfchraube aus einem Stücke ift, und Fixirung durch Zufammenziehen der gefchlitzten Hülfe. Wir haben diefe Conftruction als typifch bei der Chemnitzer Schule angeführt, es ist aber hier am Platze zu conftatiren, dafs diefelbe bereits früher im Elfass bekannt und beliebt war und wohl von dort nach Deutfchland gekommen fein mag. Das Bett unferer Drehbank ift gerade, fehr kräftig und hat aufsen liegende Leitfpindel in angefchraubten Lagern. Ausserdem ift auch noch ein Selbftgang für das Egalifiren und Plandrehen durch Zahnftange und Schnecke vorhanden, welcher Umfteuerung durch Stirnräder befitzt und zum Gebrauche 92 Carl Pfaff. durch eine an Stelle des erften Wechfelrades aufgefteckte Stufenfcheibe betrieben wird. Der Schlitten ift fehr lang, mit den Organen zur Manipulation der Ueberfetzungsräder des Selbftganges und zum rafchen Handtransporte, fowie mit einer zweitheiligen, fich in Geradführungen öffnenden und fchliefsenden Mutter verfehen. Der kräftig ausgebildete Suport hat an feinem Obertheile eine Vorrichtung zum rafchen Zurückziehen des Stahles beim Schraubenfchneiden, welche im Wefentlichen darin befteht, dafs die eigentliche Stellfpindel in einer Büchfe gelagert ift, auf welcher ein fehr rafch anfteigender Schraubengang gefchnitten ift, der feine Mutter im feften Suporttheil findet, fo dafs durch eine halbe Umdrehung Büchfe, Stellfpindel und Suport- Obertheil um beiläufig 20 Millimeter verfchoben werden. Der Hebel, vermittels deffen die halbe Umdrehung gemacht wird, legt fich nach Vollendung einer folchen in eine federnde Falle und wird von diefer feftgehalten. Vermittels des feingezahnten Kurbelrades und deffen Sperrkegel wird während der Umdrehung der Lagerbüchfe die Stellfpindel felbft an der Drehung verhindert und später um ein leicht controlirbares Maafs behufs neuen Angriffes des Stahles vorgedreht. Mutterndrehbank. Die Mutterndrehbank, Fig. 138, Taf. LVIII, ift nach englifchem Mufter gebaut. Sie befitzt ein hohles, als Kaften für Werkzeuge und Geräthe benütztes Geftell, an welches der Spindelftock und ein confolartiger Fortfatz für den Suport angegoffen find. Die Spindel läuft in cylindrifchen, rechteckig eingepafsten Lagern und hat Druckfchraube in angegoffenem Arme. Der Antrieb erfolgt durch eine kräftige fünfftufige Riemenfcheibe ohne Räderüberfetzung. Die zu drehen-den Muttern werden auf Dorne gefchrubt, welche in einem Univerfal- Klemmfutter eingefpannt find. Da die Spindel hohl ift, können auch Schrauben eingefpannt und an den Köpfen gedreht werden. Das Drehen der Muttern erfordert drei Operationen, u. z.: Herftellung einer ebenen Oberfläche, Abfchrägung derfelben nach aufsen, Abfchrägung innen am Anfange des Gewindes. Hiezu find zwei Stähle eingefpannt, von denen der zur Herftellung der ebenen Oberfläche beftimmte breiter ift als diefe felbft und rückwärts einen zahnartigen Vorsprung befitzt, welcher nach Vollendung der Oberfläche durch Verfchieben des Suportobertheiles die innere Abfchrägung beforgt. Der andere Stahl wirkt nach der entgegengefetzten Verfchiebung des Suports von aufsen nach innen, und befitzt eine der gewünſchten Abfchrägung entfprechende fchrägftehende Schneide. Diefe Operationen find fehr rafch vollendet und es handelt fich nun darum, die auf einer Seite gedrehte Mutter um- oder eine neue einzufpannen. Zu diefem Zwecke wird die Bewegung der Mafchine, welche bisher in der bei Drehbänken üblichen Weife nach vorwärts ftattfand umgekehrt, wobei der mit der Riemenführung verbundene drehbare und für jede Muttergröfse ftellbare Schlüffel fich fenkt, die Mutter erfafst und vom Dorne losfchraubt. Bei der, nun wieder erfol genden Einleitung der früheren Bewegung geht auch der Schlüffel in feine frühere Lage zurück und läfst die Mutter auf ein Gitter in dem rückwärts vom Suporte angebrachten Troge fallen; wobei fie von anhängenden Spänen und Oel befreit wird. Hierauf wird diefelbe oder eine neue gegen den umlaufenden Dorn angedrückt, von feinem Gewinde erfafst und aufgefchraubt, um mit ihm umzulaufen und bearbeitet zu werden. Beim Drehen von Schraubenköpfen haben der drehbare Schlüffel und die Umfteuerung nicht zu functioniren. Die Mafchine mufs vielmehr bei jedem Stücke abgeftellt und das Klemmfutter geöffnet werden. Shapingmafchine. Eine fehr nette kleine Shapingmafchine, Fig. 139, Taf. LVII, verdient wegen ihrer gefälligen und compendiöfen Anordnung hervorgehoben zu werden. Auch Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 93 fie hat einen hohlen, zum Werkzeugkaften eingerichteten Fufs, welcher mit dem oben etwas erweiterten Mafchinenbett zufammengegoffen ift. Das Werkzeug traverfirt auf diefem mittels breit und kräftig entwickelten Schlittens und wird von einer rückwärts liegenden Welle, auf der das Getriebe gleiten kann, durch Räderüberfetzung und Kurbelfcheibe getrieben. Die Antriebsftufenfcheibe ift mit Schwungring verfehen. Die Steuerung erfolgt durch eine Leitcurve, welche innen an dem kleinen Stirnrade angegoffen ift, welches zur Rücküberfetzung dient, und ebenfoviel Umdrehungen macht, wie die Kurbelfcheibe. Durch gefchlitzte Hebel, in welchen die Zapfen der Verbindungsftangen verftellt werden können, ift entfprechende Variation des Vorfchubes gegeben. Eine Rundhobelvorrichtung mit innerhalb des Bettes gelagerter Spindel und Antrieb ebendafelbft ift vorhanden und wird von der Hauptfteuerung durch Abzweigung mitbewegt. Der Tifch ift nicht verfchiebbar, aber am Schlitzen vertical verftellbar. Arbeitsftücke können auf demfelben direct oder mit Hilfe eines Schraubftockes aufgefpannt werden, deffen eine Backe zum Einfpannen von Keilen drehbar gemacht ift. Der gröfste Hub des Werkzeuges beträgt 100 Millimeter. Radialbohrmaschinen. Die kleine Radialbohrmafchine mit circa 1200 Millimeter Ausladung, Fig 140, Taf. LVIII, ift nach dem bekannten Mufter von Fairbairn gebaut. Sie beftizt ein kaftenförmiges Untergeftell mit Schlitzen zum Auffpannen von Gegenftänden. deffen hohler Raum als Werkzeugkaften benützt und durch eine Thüre von rückwärts zugänglich ift. Der radiale Arm ift mit der Hülfe in einem Stücke gegoffen und dreht fich um eine feftftehende Säule, kann aber nicht gehoben und gefenkt werden, was bei der Kleinheit der Mafchine und dem Vorhandenfein des hohen Unterfatzes auch gar nicht nothwendig wäre. Der Bohrzeugträger wird längs des radialen Armes durch Schraube und aufsen angebrachtes Handrad ver. fchoben und befitzt vortreffliche Lagerung für die Hülfe, welche oberhalb durch Schrägräder angetrieben wird und die Bohrfpindel umfafst. Die Druckfpindel ift durchbohrt und nimmt die fchwächere Fortfetzung der Bohrfpindel auf, welche am oberen Ende mit Anzugmuttern verfehen ift, und fich gegen eine gehärtete Druckfchraube im Bügel der Druckfpindel ftützt. Die Mutter der Druckfpindel fitzt im oberen Anfatze des Bohrzeugträgers feft, in welchem fich auch das Steuerrad dreht und durch Nuth und Feder die Druckfpindel mitnimmt. Die Steuerung erfolgt durch eine verticale Welle mit auslösbarer Schneckenüberfetzung, die ihre Bewegung von zwei Stufenfcheiben empfängt, welche hinter dem radialen Arme liegen, und deren erfte von einem dritten, oben angebrachten Schrägrade Bewegung empfängt. Zum Einfpannen der Bohrer verwenden Gfchwindt& Co. konifche anziehbare Büchfen, welche gefchlitzt find, und bei ihrer Zufammenziehung den Bohrer feftklemmen. Der Antrieb der Mafchine erfolgt durch eine Stufenfcheibe mit auslösbarer Räderüberfetzung, welche an einer Seite der Stufenfcheibe angeordnet und deren Ueberfetzungspaar auf einem freiftehenden Zapfen läuft und durch excentrifche Büchfe auslösbar ift. Wir finden diefe Anordnung bei allen Bohrmaschinen unferes Ausftellers und können ihr durchaus nichts Uebles nachfagen. Die Verhältniffe der Räderüberfetzung find fo gewählt, dafs eine möglichft ftetig verlaufende Reihe von Gefchwindigkeiten. welche ohne Sprünge in einander übergehen, erreicht wird. Von der erften Antriebswelle wird die Bewegung im Innern der hohlen Säule durch Schrägräder auf die verticale Welle übertragen, welche oben mit einem Schrägrade hervortritt und durch diefes ein ähnliches Rad betreibt, deffen Hülfe in angegoffenem Arme gehalten ift, und in welchem die horizontale Welle gleiten kann, welche endlich die Bohrfpindel bewegt. Gegenkonus und die Antriebsriemenfcheiben fammt Abfteller, Gegenftände, welche gewöhnlich das Deckenvorgelege bilden, find hier direct an der Maſchine 94 Carl Pfaff. angebracht. Wir können diefe Anordnung nur loben, und bemerken, dafs man fich durchaus nicht vor den kurzen Riemen zu fürchten hat, wenn nur ihre Breiten reichlich bemeffen find. Ebenfalls nach Fairbairn's Syftem ift die gröfsere Radialbohrmaſchine, Fig. 141, Taf. LIX mit pp. 2000 Millimeter Ausladung entworfen. Um die feftftehende Säule dreht fich an zwei beftimmten Lagerftellen ein vertical ftehendes Bett, deffen Rippen einen eigenthümlichen Schwung befitzen, und an deffen prismatifchen Führungen der radiale Arm vertical verftellt werden kann. Die Säule fteht auf einer ftarken und grofsen Fundamentplatte. Die übrigen Details find mit Ausnahme der Verfchiebung des Bohrzeug. trägers, welche hier von diefem felbft aus eingeleitet werden kann, ganz analog den bei der kleineren Radialbohrmaschine befchriebenen und aus der Zeichnung klar erfichtlich. Wir erwähnen noch einige Mafchinen, z. B. die fchönen Schraubenfchneidmafchinen nach Sellers' Syftem, welche von Gfchwindt& Co. ausgeftellt waren. Die Schneidköpfe derfelben waren von Schmiedeeifen in Einem Stücke hergestellt und im Einfatze gehärtet, die Auslöfung nach dem älteren Mufter von Sellers, da das neue auf der Ausftellung von 1873 zum erften Male erfchien. Die Hobelmafchine, gleichfalls nach Sellers' Syftem gebaut, unterfchied fich von dem Original durch die Form der Ständer, Suporte und übrigen Theile, welche nach den bei uns gebräuchlichen Typen gebildet waren, und befonders durch die Anordnung der Antriebsriemenfcheiben, welche direct auf der fchräg liegenden Schneckenwelle, an der dem Arbeiterftande gegenüber liegenden Seite angebracht waren. Die von Sellers eingefchaltete Schrägradüberfetzung fehlte ganz und müffen die Riemen wegen der nicht mit dem Mafchinenmittel parallelen Lage der Riemenfcheiben über Leitrollen geführt oder die Mafchinen felbft nicht parallel zur Transmiffion aufgeftellt werden. Letzteres macht fich, wenn zwei oder mehrere derartige Hobelmafchinen hinter einander aufgeftellt werden können, fehr gut. Die Steuerung war nicht wie bei Sellers eine pofitive, von der Riemenführung unabhängige, fondern von diefer, refp. dem Anfchlagsdaumen bewirkte. Die Stahlhalter der Suporte konnten auf fehr einfache Weife beim Rückgange gehoben werden und zwar durch eine mit der Steuerung verbundene, horizontal über den Querfuport hinlaufende genuthete Achfe, auf welcher federnde Hebel mit Verlängerungen der Stahlhalter correfpondirten und die Bewegung vermittelten. Collet& Engelhard in Offenbach. Diefe jüngere, äufserft rührige Firma, deren Theilhaber ihre Erfahrungen in England, und zwar bei Sharp Stewart& Co., gefammelt haben, hat es verftanden, fich in kurzer Zeit zu einer grofsen Bedeutung aufzufchwingen und behauptet ihren Platz durch gute, oft mit Raffinement vereinfachte Conftructionen und folide Ausführung. Auch ihre Ausftellung war zahlreich befchickt und gibt uns Anlafs zu mehreren ausführlichen Befprechungen. Drehbänke. Wie nicht anders zu erwarten, zeigt fich an allen von Collet& Engelhard gebauten Maſchinen der Einflufs ihrer englifchen Schule; es find jedoch nach und nach den continentalen Bedürfniffen bedeutende Conceffionen gemacht und demnach Modificationen an den urfprünglichen Typen eingeführt worden, welche fie unferen Anforderungen beffer anpaffen. Diefs ift auch bei den Drehbänken der Fall. Die Fufsdrehbank, Fig. 142, Taf. LX, hat einen Spindelftock mit konifchen Lagern und Druckringen. Spindel, Lagerbüchfen und Ringe find auf das befte Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 95 gehärtet und gefchliffen. Zum Antrieb dient eine Schnurrolle mit Räderüber fetzung, welche durch excentrifche Achfe ausgerückt werden kann. Der Reitftock ift nach der Chemnitzer Type ausgeführt, das Bett gerade, hat aufsenliegende, durch Wechfelräder betriebene Leitfpindel. Der Schlitten ift durch ein einfaches Schlofs mit Schrägrädern und gefchloffener Mutter mit ihr verbunden, und kann durch erfteres zwar von Hand verftellt, aber nicht zum felbftthätigen Plandrehen verwendet werden. Das. Schwungrad ift auf einem freiftehenden Zapfen gelegert, welcher in einem Hebel feftfitzt, der am Fufse auf- und abbewegt und feftgeftellt werden kann, fo dafs man in der Lage ift, die Schnur leicht aufzubringen, zu wechfeln und zu ſpannen. Diefe Anordnung ift fehr einfach und zweckmäfsig, die Ausführung der Drehbank war von bemerkenswerther Präzifion. Die kleinere Suportdrehbank, Fig. 143, Taf. LXI, hat pp. 190 Millimeter Spitzenhöhe. Der Spindelftock hat konifche Lager mit Druckfchraube in einem langen und weit abftehenden Querftück. Der Raum zwifchen den Säulen desfelben ift fo grofs, dafs nicht allein die gröfsten Wechfelräder, fondern auch der Antriebskonus für den Schneckenfelbftgang abwechfelnd direct auf die Verlän gerung der Drehbankfpindel aufgeftellt werden können. Um bei dem Auswechfeln diefer Organe nicht jedesmal das ganze Querftück abnehmen zu müffen, ift die Bohrung desfelben bei der einen Säule aufgefchnitten und das Stück um die andere drehbar gemacht. Der Reitftock ift nach der Chemnitzer Type ausgeführt. Unfere Drehbank hat ein gerades Bett und aufsenliegende Leitfpindel, welche durch Wechfelräder betrieben werden kann. Die Mutter am Schlitten ift. vertical getheilt und die beiden Theile werden durch einen Hebel mit excentrifchen Schlitzen in Geradführungen horizontal verfchoben. Sie umfaffen nicht den ganzen Umfang der Leitfpindel, fondern laffen am unteren Theile fo viel frei, dafs diefelbe in Unterſtützungen laufen kann, über welche fie ungehindert hinweggehen. Zum Egalifiren und Plandrehen ift ein Selbftgang durch Zahnftange und Schnecke angebracht, deffen Ueberfetzungsräder zum Theile rückwärts liegen und durch eine Zugftange, welche die hohle Suportfpindel durchfetzt, angezogen. fomit durch Reibung verkuppelt oder gelöst werden können. Der andere Theil nebft den Rädern zum Handtransport des Schlittens liegt vorn, wo auch die Zahnftange mit den Zähnen nach unten am Prisma angebracht ift. Eine Reverfirvorrichtung mit Stirnrädern erlaubt die Umfteuerung oder Abftellung der Bewegung, ihre Zugftange ift vorn unter dem Spindelftocke in fehr guter Lage angeordnet. In Fig. 144, Taf. LXI, ftellen wir die gröfsere Suportdrehbank dar, welche circa 400 Millimeter Spitzenhöhe hat, und im Allgemeinen die Anordnung und die Details der foeben befchriebenen befitzt. Ihr Spindelftock ift mit konifchen Lagern ausgerüftet, hat jedoch keine Druckfchraube. Die Spindel ftützt fich viel mehr gegen Druckringe am rückwärtigen Lager. Dei Reitftock ift wie bei der vorhergehenden Drehbank conftruirt, und hat zu feiner Längsverfchiebung einen Anfatz, durch den er mit dem Suportfchlitten mittels eines Stiftes verkuppelt werden kann. Wandradialbohrmaſchine. Die Wandradialbohrmaſchine, Fig. 145, Taf. LXII, hat beiläufig 1300 Millimeter gröfste Ausladung und einen radialen Arm, welcher fich an ftarker Grundplatte um beiläufig 500 Millimeter in Schlitzen verfchieben läfst. Zu diefem Ende ift unten an der Grundplatte eine fefte Mutter angebracht, in der fich eine Schraubenfpindel auf- und abbewegen kann, deren oberes Ende das Lager des radialen Armes ftützt und dort durch Schneckenüberfetzung von Hand bewegt werden kann. Die Lager des radialen Armes find theils mit der verfchiebbaren Platte zufammengegoffen, theils auf ihr angefchraubt, und konnten daher gefchloffen aus 96 Carl Pfaff. geführt werden. Sie haben fchon an und für fich eine bedeutende Ausladung, wodurch die Leiftung der Mafchine, z. B. bei Blecharbeiten, fehr erhöht wird. Der Antrieb erfolgt vom oberen Ende der Grundplatte, wo ein ftarker Arm angegoffen ift, der die Stufenfcheibe mit Räderüberfetzung und das Lager für das zweite Schrägrad trägt. Die Räderüberfetzung ift durch Excenterwelle auslösbar. Das zweite Schrägrad ift in dem erwähnten Lager durch feine lange Büchfe gehalten und geftattet der verticalen Uebertragungswelle, fich in diefer zu verfchieben. Auch die zweite im radialen Arme horizontal liegende Uebertragungsachfe kann fich in einem der beiden Schrägräder verfchieben, welche im Innern der Drehhülfe liegen und ihr die Bewegung zumitteln. Dasjenige der beiden letzten Schrägräder, welches die Bohrfpindel treibt, läuft mit feiner langen Hülfe in einem cylindrifchen anziehbaren Lager am Bohrzeugträger. Die Bohrfpindel und Druckfpindel felbft find von der öfters befchriebenen Einrichtung und zeichnet letztere fich nur durch eine aufgefchraubte, ganz gefchloffene Büchfe für die Anzugmuttern und die Druckfchraube aus. Die felbftthätige Vorrückung wird durch Excenter und Sperrrad bewirkt, die horizontale Verfchiebung des Bohrzeugträgers durch Schraubenfpindel und aufsen aufgefteckte Kurbel. In diefer Mafchine find alle Zwecke auf die einfachfte und glücklichfte Weife erreicht, und fie bildet ein Werkzeug, welches befonders für Locomotiv fabriken, Keffelfchmieden, Brückenbau- Etabliffements und Verwandte von grofsem Werthe ift. Cylinderbohrmaſchine. Die Cylinderbohrmaſchine, Fig. 146, Taf. LXIII, beſteht aus einem ftarken mit Schlitzen verfehenen Bett, auf welchem an einem Ende ein kurzer Spindelftock fteht, der in zwei cylindrifchen Lagern die Bohrfpindel hält, welche am andern Ende in einem einfachen Lagerftänder geführt ift. Die Bohrfpindel ift hohl und hat auf einer Seite einen ausgehobelten Schlitz, in ihrer Mitte aber eine Schraubenfpindel liegen, welche durch eine in jenem Schlitze geführte Mutter mit dem Bohrkopfe in Verbindung fteht. Beim Bohren dreht fich die Bohrfpindel, behält aber in axialer Richtung ihre Lage bei, während fich der Bohrkopf und die eingefpannten Meffer mitdrehen, aber gleichzeitig vorgefchoben werden. Der Vorfchub erfolgt vom rückwärtigen Ende aus durch auslösbare Differenzialräderwerke, wovon das rechtsfeitige beim Bohren gebraucht wird, das linksfeitige aber durch Intervention des kleinen, auf dem Drehbolzen des Syftemes fitzenden Getriebes die Schraubenfpindel rafch in entgegengefetzter Richtung zur Bohr fpindel umtreibt, um fo den Rückgang des Bohrkopfes bewirkt. Ein grofser Vortheil der vorliegenden Conftruction ift es, dafs die Bohrfpindel beim Auf oder Abfpannen der Cylinder in zwei Lagern gehalten ift und fomit am freien Ende keiner weiteren Unterftützung bedarf. Blechkantenhobelmafchine. Es ift den Walzwerken gelungen, Bleche von immer gröfseren Dimenfionen herzuftellen, welche auch zu nicht Keffel Brücken, fondern Keffel- Brücken- und ähnlichen Conftructionsarbeiten mit Vorliebe verwendet werden. Je gröfser aber die Ausdehnung einer ununterbrochenen Blechkante ift, defto nothwendiger ift es, fie fchön gerade zu machen, und defto fchwieriger wird es, diefs mit Handarbeit zu erzielen. Bei den kurzen Blechen früherer Jahre thaten die Scheeren das meiſte, heute gefchieht die Bearbeitung auf eigenen Hobelmafchinen, wovon wir ein fchönes Exemplar in Fig. 147, Taf. LXIII, zur Darstellung bringen. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 97 Die Mafchine befitzt einen langen Auflagetifch für die Bleche, welcher rückwärts, wo er nur zum Tragen derfelben dient, fchwach gehalten ift, vorn aber einen fehr ftarken Doppelbalken bildet, welcher in feinem Schlitze die zu bearbeitenden Bleche fefthält, indem diefelben mittels Beilagen und ftarker Schrauben im oberen Balkentheile feftgefpannt werden. Beide Balkentheile find zufammengegoffen und an ihren Verbindungsftellen. fo geformt, dafs fie auch längeren Blechen den Durchgang geftatten, und folche durch Fortrücken gehobelt werden können. Auf denfelben Füfsen, welche den zum Einfpannen der Bleche beftimmten Doppelbalken tragen, liegt auch dicht hinter diefem eine Wange, welche ganz ähnlich wie die einer felbftthätigen Drehbank geformt ift, und welche an ihren Prismen einen Schlitten führt, dem durch eine im Bette liegende ftarke Schraubenfpindel Bewegung mitgetheilt werden kann Diefes Bett, welches, wie wir gleich fehen werden, zur Führung der Hobelftähle dient, ift von dem Einfpannbalken möglichft ifolirt, damit es von deffen etwaigen Biegungen nicht beeinflusst und aus feiner Richtung gebracht werden. kann. Auf dem oben erwähnten ftarken Schlitten befinden fich zwei aufrechte Ständer, an deren Prismen vertical verftellbare Stahlhalter angebracht find, welche jeder für fich beim Rückgange ausweichen können und einander zugewendet ftehen. Die Ständer felbft haben Verfchiebung rechtwinklig zur Wange und können felbftthätig durch ftellbare Anfchläge und Ratfchen oder von Hand zugeftellt werden. Zum Arbeiten werden zwei Stähle eingefpannt, wovon der eine beim Hin-, der andere beim Hergange des Schlittens zum Angriff kommt. Diefe alternirende Bewegung wird dem letzteren durch die erwähnte ftarke Schraubenfpindel im Innern des Bettes mitgetheilt, welche fie ihrerfeits von den am Ende der Mafchine angebrachten Riemenfcheiben empfängt, auf deren mittleren, feften, abwechfelnd ein offener und ein gekreuzter Riemen läuft. Die Umfteuerung erfolgt von Hand oder felbftthätig durch eine Stange mit Anfchlägen, welche zwifchen dem Bett und dem Einfpannbalken placirt ift. Aufser den hier befchriebenen Mafchinen müffen wir noch einige andere, wenigftens erwähnen, ohne jedoch in ihre detaillirte Befchreibung eingehen zu können. Da war befonders eine fehr fchöne Shapingmafchine mit beiläufig 300 Millimeter Maximalhub, nach dem Mufter von Sharp Stewart& Co., gebaut, aber dadurch bedeutend verbeffert, dafs das Bett vorn bis auf den Fufsboden herabging und den Tifchen vollkommene Unterſtützung bot. Ferner brachten unfere Ausfteller eine Tyres- Bohrmaſchine, ebenfalls nach dem Mufter des oben genannten Haufes, jedoch bedeutend einfacher und billiger durchgeführt, indem das lange Bett erfpart war und die Räder auf dem nur durch eingelegte Rollen an der Bohrftelle unterbrochenen Zufuhrsgeleife ftanden. Die Antriebsriemenfcheibe blieb nicht wie bei dem englifchen Mufter an ihrem Platze, fondern ging mit dem Bohrftänder hin und her, was bei der Kürze des zurückgelegten Weges fehr leicht angeht. Mafchinenfabrik Saxonia, vormals Conftantin Pfaff in Chemnitz. Diefe Firma ift die allerjüngfte unter denen, die fich mit Werkzeugmafchinenbau befaffen. Sie befteht zwar fchon feit Anfang der vierziger Jahre, befchäftigt fich aber faft ausfchliefslich mit Mafchinen für Spinnerei und Weberei. Zu unferer Specialität ging fie erft vor kurzem über, als die letztgenannte aufhörte, ein lohnendes Gefchäft zu fein. In ihren Conftructionen hat fie fich möglichft frei von den Chemnitzer Muftern gehalten, und es jedenfalls vermieden, Zeichnungen und Preiscourante von den älteren leitenden Firmen zu copiren. Ihre Ausführungen find folid, nett und den befferen anzureihen. 7 98 Cail Pfaff. Suportdrehbank. Die Suportdrehbank, Fig. 148, Taf. LXIV, hat circa 325 Millimeter Spitzenhöhe, ein gekröpftes Bett und Einlegplatte. Der Spindelftock befitzt konifche Lager, welche behufs Nachftellung verfchiebbar find, während die Spindel mit Rädern und Stufenfcheibe in ihrer Lage bleibt. Sie find von Metall und ftatt der Flantfchen auf beiden Seiten mit Muttern verfehen. Die Spindel läuft nicht gegen eine Druckfchraube an, fondern hat hinter den Anzugmuttern des rückwärtigen Lagerkonus einen feft aufgekeilten, gehärteten und gefchliffenen Druckring, der fich gegen den Rand einer Stahlbüchfe anlegt, welche die Spindel umgibt und in einem angegoffenen Arme durch zwei Muttern verftellbar ift. Im Wefen ift diefe Einrichtung nichts anderes als der nach aufsen verlegte und im Durchmeffer reducirte Druckring Whitworth's, in ihrer Zufammenfetzung jedoch neu und jedenfalls von gutem Erfolge. Die Spindel trägt auf ihrer Verlängerung Wechfelräder oder andere Selbftgangsorgane direct und ift zu deren Aufftecken und Wechfeln vollkommen frei. Der Reitftock unferer Drehbank ift nach der Chemnitzer Type gebaut.. Die Leitfpindel liegt aufsen und dient fowohl zum Schraubenfchneiden als auch zum Egalifiren und Plandrehen. Erfteres gefchieht auf die gewöhnliche Weife durch Wechfelräder und Vermittlung der rechts am Schlitten angebrachten zweitheiligen Mutter. Bei den übrigen Bewegungen functionirt die Leitfpindel als Welle, indem fie der Länge nach mit einer Nuth verfehen ift, in welche der Keil eines Schrägrades links am Schlitten eingreift. Diefes Schrägrad, welches weiter innen durch einen Lagerhals mitgenommen wird, überträgt feine Bewegung durch ein zweites auf eine Stirnräderumfteuerung, welche fie nach vorwärts oder rückwärts an die zur Plan- und Längsbewegung dienenden Ueberfetzungsräder abgibt. Die Ueberfetzung für die Planbewegung ift einfach und wirkt auf das kleine Getriebe der Stellfpindel am Suportfchlitten. Sie wird durch Verfchieben oder Abnehmen desfelben aufser Thätigkeit gefetzt. Für die Längsbewegung ift doppelte Ueberfetzung vorhanden. Sie wirkt durch ein Getriebe, welches in excentrifcher Hülfe gelagert ift und durch diefe in oder aufser Eingriff mit der unter dem Prisma angebrachten Zahnftange gebracht werden kann. Die Achfe diefes Getriebes trägt ein Handkreuz, welches beim Transporte des Schlittens von Hand gebraucht wird Die ganze Anordnung ift neu, und es ift jedenfalls wünſchenswerth, alle Veränderungen in der Bewegung des Suportfchlittens an diefem felbft vornehmen zu können, ja bei langen Drehbänken kann diefs von grofsem Werthe fein; allein wir getrauen uns nicht, jetzt fchon ein Urtheil über ihren wirklichen Werth abzugeben, überlaffen diefs vielmehr der Erfahrung. Freiftehende Bohrmaſchine. Die freiftehende Bohrmaſchine, Fig. 149, Taf. LXV, hat doppelte Räderüberfetzung mit feitwärts gelagerter, durch Excenter auslösbarer Vorgelegewelle. Die Bohrfpindel ift nach der früher befchriebenen Chemnitzer Type conftruirt, die felbftthätige Zuftellung aber durch Riemenüberfetzung mit zwei Variationen und auslösbarem Schneckengetriebe eingeleitet. Der ftarke, mit verftellbarer Auffpannplatte verfehene Tifch ift vertical verftellbar und kann ganz zur Seite gedreht werden, wenn Gegenftände auf der Grundplatte gebohrt werden follen. Sein Drehzapfen liegt zu diefem Zwecke feitwärts auf der unferer Bildfläche abgewandten Seite. Wir bringen diefe Mafchine wegen ihrer gefälligen Form und foliden Anordnung und können ihr auch gute Ausführung nachrühmen. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 99 Langlochbohrmaſchine.ib olla metsib ai Siled mislla soft dosub bo Ganz dasfelbe können wir von der kleinen Langlochbohrmafchine. Fig. 150, Taf. LXV, fagen, welche nach Fournival's Syftem gebaut ift. Das Bett ift mit den Füfsen zufammengegoffen und ebenfo wie der traverfirende Bohrzeugträger in kräftigen gefälligen Formen ausgebildet. Der Antrieb erfolgt ohne Räderüberfetzung durch die innerhalb des Bohrzeugträgers liegende vierftufige Riemenfcheibe, von deren Achfe einerfeits die Hülfe der Bohrfpindel durch Schrägräder, anderfeits die Verfchiebung des Bohrzeugträgers durch Riemenüberfetzung mit vier Variationen betrieben wird. Die Achfe der fo getriebenen, hier nur zum kleinften Theile fichtbaren Stufenfcheibe geht bis in das Innere des Bettes, und läuft dort in eine Schnecke aus, welche ein Schneckenrad in Bewegung fetzt, deffen verticale Welle weiter oben ein kleines excentrifches Getriebe trägt und durch diefes im Eingriff mit einem gröfseren elliptifchen Rade fteht. Letzteres trägt eine Kurbelfcheibe, in deren Schlitz die Leitftange für die Verfchiebung des Bohrzeugträgers verftellbar eingehangen ift. Durch die Intervention der elliptifchen, refp. excentrifchen Räder, von denen eines noch einmal fo viel Zähne hat als das andere, wird die Gefchwindigkeit des Bohrzeugträgers nahezu gleichförmig während eines ganzen Hubes. An dem gröfseren elliptifchen Rade ift unterhalb eine Steuerungsrinne angebracht, welche durch Hebel und Sperrrad die verticale Zuftellung des Bohrers in den Momenten beforgt, wo derfelbe je an einem Ende feines Weges angelangt ift. Die Bohrfpindel bewegt fich in einer Hülfe und hat die mehrfach befchriebene Conftruction der Chemnitzer Type. Der Tifch hat eine verftellbare Auffpannplatte und ift felbft am Bette vertical verftellbar. Shapingmafchine. Die doppelte Shapingmafchine, Fig. 151-152, Taf. LXVI, zeichnete fich durch ein wohlgeformtes, vorn tief herabgehendes Bett aus und befitzt aufserdem eine neue Einrichtung des Steuerungsmechanismus, welche grofse Aufmerksamkeit erregte. Die Mafchine ift im Allgemeinen nach Sharp's Mufter gebaut, indem die Bewegung des Werkzeuges durch Schleifhebel beforgt und beim Schnitte ziemlich gleichmäfsig verläuft, beim Rückgange aber befchleunigt wird. Die Werkzeugfchlitten, ihr Antrieb, die Tifche mit ihren Vorrichtungen zum Verftellen gleichen ganz den entſprechenden Theilen von Sharp's Mafchine, nur find die Tifche etwas fchwerer geformt und mit verticalen Wänden zum Auffpannen verfehen. Ihre verticale Verftellung gefchieht durch Schraubenfpindeln mit unterhalb liegenden Handrädern, welche ein tiefes Herabftellen nicht geftatten und nicht gut zugänglich find, wefshalb wir diefen Theil der fonft fo guten Mafchine geradezu tadeln müffen. Die Steuerung der Werkzeugfchlitten gefchieht an diefen felbft längs einer im Bette feftftehenden Schraubenfpindel, deren Muttern in den betreffenden Schlitten gelagert find und durch Stirnradüberfetzung gedreht werden können. Das obere der beiden Ueberfetzungsräder kann durch den Sperrkegel vorwärts oder rückwärts bewegt werden, und da diefer fich am Schlitten felbft befindet, fo wird fein Umlegen oder Ausrücken fehr leicht durch den Arbeiter bewirkt, er braucht fich zu diefem Zwecke nicht an das Ende der Mafchine zu begeben und feine Aufmerkſamkeit wird kaum vom Arbeitsftücke abgelenkt. Der Sperrkegel wird durch eine in Schlitzen verftellbare Zugftange von einem Doppelhebel bewegt, welcher rückwärts am Schlitten gelagert und durch fein unteres Ende mit der Steuernuthe des Antriebsrades in Verbindung gefetzt ift. Die rafche Verftellung der Werkzeugfchlitten von Hand erfolgt von den 7* 100 Carl Pfaff. Enden der Mafchine aus, wo die Schraubenfpindel für gewöhnlich feftgehalten, in diefem Falle durch ein gezahntes Handrad und Ratfche um ein Beftimmtes oder durch erfteres allein beliebig gedreht werden kann. Indem wir diefe fehr gute Neuerung befchreiben, verbinden wir damit den Wunfch, dafs diefelbe fo vervollkommnet werden möge, dafs auch der Handtransport der Schlitten von diefen felbft aus erfolgen kann. Hobelmafchine. Die kleine Hobelmafchine, Fig. 153, Taf. LXVII, hat einen an Prismen geführten Tifch, welcher durch einfache Räderüberfetzung und Schleifhebel bewegt wird. Der Suport ift horizontal durch eine Sperrradbewegung felbftthätig, welche von einer Steuercurve auf der Achfe des Antriebsrades durch zweiarmigen Hebel abgeleitet und durch eine verftellbare Stange nach oben übertragen wird. Die verticale Zuftellung gefchieht von Hand. Um auch hiebei ein gleichmäfsiges Vorrücken des Stahles zu erzielen, ift das Handrad der Stellfpindel mit eingefchnittenen Zähnen verfehen und kann durch eine Ratfche bewegt werden, deren Hub durch ftellbare Anfchläge auf eine gleichbleibende Gröfse fixirt ift. Die übrige Einrichtung der Mafchine ift bekannt, und wir bringen fie, wie auch die folgende, wegen ihrer kräftig eleganten Form und in Anerkennung ihrer guten Ausführung. Stofsmafchine. Die kleine Stofsmafchine, Fig. 154, Taf. LXVII, arbeitet ohne Räderüberfetzung und wird nur durch zweiftufige breite Riemenfcheibe betrieben, was auch bei dem kleinen Hube vollkommen genügt. Die Kurbelfcheibe läuft an ihrem Umfange gegen eine oben angebrachte verftellbare fogenannte Druckplatte an, und überträgt fomit den gröfsten Theil des Schnittdruckes direct auf diefe. Der Tifch ift in gewöhnlicher Weife mit Lang-, Quer- und Rundbewegung verfehen, von denen die beiden erfteren felbftthätig erfolgen können. Die Schraubenfpindel für den Längsvorfchub ift ähnlich wie bei Sellers rückwärts durch den Ständer geführt, und trägt dort lofe ein Getriebe, welches mit ihr durch verfchiebbare Klauenkuppelung verbunden werden kann. Parallel zu ihr liegt aufsen die Welle für die Querbewegung, welche durch Schraubenräder mit ihrer Stellfpindel in Verbindung fteht und ein gleiches Getriebe befitzt. In beide greift ein gemeinfchaftliches Rad ein, welches durch den mittels eines Hebels bewegten Sperrkegel in intermittirende Bewegung verfetzt werden kann. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 101 Verschiedene Länder. Italien und Griechenland waren auf der Ausftellung im Mafchinenwefen nur fehr fchwach vertreten, und in unferer fpeciellen Branche fo gut wie gar nicht. Spanien, Portugal und die überfeeifchen Länder, mit Ausnahme von Nordamerika, fehlten ganz. Der Mafchinenbau ift eine Kunft, welche offenbar im Norden am kräftigften blüht, unter füdlichen Himmelsftrichen aber nicht aufkommen kann. Diefs mag wohl der Umftand fein, warum Schweden und Rufsland trotz ihrer grofsen Entfernungen und gänzlich mangelnden commerziellen Intereffen doch relativ, zahlreich und gut ausgeftellt hatten. In unferem ſpeciellen Fache war allerdings von Schweden nur Th. Munktell in Eskilstuna zu bemerken, welcher, ähnlich wie Löwe& Co., gute Copien amerikanifcher Werkzeugmaschinen brachte. Wir müffen aber wenigftens im Vorbeigehen noch J. C. Bolinder in Stockholm mit feinen Maſchinen zur Patronenhülfenfabrication, feinen Holzbearbeitungsmafchinen und E. Boethius in Stockholm mit feinen geiftreich concipirten und vortrefflich ausgeführten Mafchinen zum Schneiden von Flafchenkorken erwähnen, und conftatiren, dafs in diefen, fowie auch in den übrigen fchwedifchen Ausführungen eine gewiffe Solidität angenehm auffiel. Rufsland hat grofse Anftrengungen gemacht, um zu zeigen, was es in der Mafchinen- Induftrie durch heimifche Kräfte bisher erreicht hat. Wenn diefes pofitive Refultat auch bisher noch relativ gering genannt werden mufs, fo nöthigen uns die gleichfalls ausgeftellten Lehrmittel und die Refultate der techniſchen Schulen um fo gröfsere Achtung ab, und wir führen das hieher Gehörige mit Vergnügen an. Es waren z. B. die Hifsmittel, um die Lehren der defcriptiven Geo. metrie in die Praxis zu übertragen, Anreifstifche und dazugehörige Werkzeuge von Rufsland in feltener Vollkommenheit zur Anfchauung gebracht; ferner hatten die Inftitute von St. Petersberg und Moskau kleinere Werkzeugmaschinen ausgeftellt. welche in ihren Schulwerkftätten gebaut worden waren. Diefelben hielten fich ftreng an Whitwort'fche Mufter und verdienten hinfichtlich ihrer Ausführung die höchfte Anerkennung. Es ift ganz gleichgiltig, ob diefe Mafchinen wirklich nur von den jungen ruffifchen Technikern ausgeführt wurden oder nicht. Die blofse Richtung, das Aufftellen fo hoher Ziele genügt zur Charakteriftik und beweift, dafs ein ernftes, gut geleitetes und reich dotirtes techniſches Studium in jenem Lande betrieben wird, deffen wahre Verhältniffe wir noch fo wenig kennen. Aus den Reihen der Privat- Induftriellen hatte nur Lefsner in St. Petersburg eine Drehbank zum Egalifiren und Schraubenfchneiden mit gekröpftem Bette ausgeftellt, die keine beftimmte Type verrieth und recht anftändig ausgeführt war. Oefterreich- Ungarn. Die Induftrie hat im Allgemeinen in unferem Vaterlande erft in den letzten Decennien einen bemerkenswerthen Auffchwung genommen, und ganz befonders 102 Mob Carl Pfaff. acidon M gilt diefs von der Mafchinen- Induftrie, welche mit den gröfsten Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Wir haben daher alte berühmte Firmen im Mafchinenfache nicht aufzuweifen, dürfen jedoch mit Genugthuung conftatiren, dafs die beftehenden tapfer vorwärts fchreiten, in Conftruction und Ausführung meift eine gediegene Richtung verfolgen und für den Fortfchritt Opfer bringen. Der Werkzeugmafchinenbau, überall die jüngfte Specialität, ift in Oefterreich- Ungarn eigentlich nur durch eine bedeutendere Firma, die Ottakringer Eifengiefserei und Mafchinenfabrik in Wien, vertreten, jedoch werden einfachere und kleinere Werkzeugmafchinen, befonders die wohlfeilen Gattungen, auch noch von einigen kleineren und ganz kleinen Fabriken nach allerhand Muftern gebaut oder handwerksmässig erzeugt. Der Umftand, dafs wir felbft in der Ottakringer Eifengiefserei und Mafchinenfabrik betheiligt find, legt uns eine gewiffe Referve auf, und wir bitten daher um Erlaubnifs, die Ausftellung diefes Haufes der Vollständigkeit halber befchreiben, uns aber dabei aller Kritik enthalten zu dürfen. Ottakringer Eifengiefserei und Mafchinenfabrik in Wien. Indem wir die Holzbearbeitungsmafchinen unferer Firma als nicht hieher gehörig übergehen, fchreiten wir zur Befchreibung der Locomotivräderdrehbank. Diefe in Fig. 155, Taf. LXVIII, dargestellte Räderdrehbank hat 1000 Millim. Spitzenhöhe und eine folche Entfernung der Spitzen, dafs Achfen mit Hall'fchen Kurbeln oder Gegenkurbeln eingefpannt werden können. Sie befitzt zwei auf ftarkem, aus zwei Theilen gebildetem Bett in Schlitzen montirte Spindelftöcke mit hohlen gufseifernen Spindeln und Planfcheiben mit angegoffenen Zahnkränzen. Ein Spindelftock fteht am Ende des Bettes feft, der andere ift durch Zahnftange und Getriebe verftellbar. Die Mafchine hat dreifachen Antrieb für kleine, mittlere und grofse Gefchwindigkeiten, und ift fo eingerichtet, dafs diefe leicht gewechfelt werden können. Der erfte Antrieb erfolgt durch Getriebe, welche auf der im Bette gelagerten Bodenwelle angebracht find und in die äufseren Verzahnungen der Planfcheiben eingreifen. Die Bodenwelle trägt ein grofses Stirnrad, welches von dem auf der Welle der Stufenfcheibe verfchiebbar angebrachten Getriebe bewegt wird. Die fo erzielte grofse Ueberfetzung bewirkt die kleinften Gefchwindigkeiten, die zum Abdrehen der Tyres gebraucht werden. Mittlere Gefchwindigkeiten für das Ausbohren oder Abdrehen von Radnaben etc. werden dadurch erzielt, dafs ein auf der Welle der Stufenfcheibe verfchiebbar angebrachtes, bisher ganz in das grofse Lager am Spindelftocke zurückgezogenes Getriebe, deffen Hülfe den äufseren, über die Zähne gemeffenen Durchmeffer hat, gegen die Planfcheibe vorgefchoben und mit ihrer inneren Verzahnung in Eingriff gebracht wird. an establog tug Grofse Gefchwindigkeiten für das Reguliren oder Centrirer der Achfen erhält man durch Zurückziehen des genannten Getriebes, auf deffen verlängerter Hülfe ein Stirnrad angebracht ift, bis das erftere aufser Eingriff mit der Planfcheibe, das letztere in Eingriff mit einem ähnlichen auf der Hauptfpindel fitzenden Rade kommt. Die Verfchiebungen des Getriebes und das durch die lange Hülfe mit ihm verbundenen Rades für die directe Ueberfetzung erfolgen durch eine mittels Ringes mit ihnen verbundene Zahnftange und ein Getriebe auf der Achfe des am vorderen Lager fichtbaren Handrades, an welcher auch die Fixirung der jeweilig gebrauchten Pofition vorgenommen wird. Mittlere und grofse Gefchwindigkeiten können nur auf den feftſtehenden Spindelftock übertragen werden. Es kann jedoch auch die Planfcheibe des lofen gleichzeitig mit kleiner Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 103 Gefchwindigkeit betrieben und beiſpielsweife auf ihr ein Radreifen ausgedreht werden, während auf der des feften Spindelftockes eine Nabe oder andere kleine Oeffnung ausgebohrt wird. Die Getriebe auf der Bodenwelle find jedes für fich durch Handhebel aus rückbar, und werden, wie das nur von Hand direct verfchiebbare erfte Getriebe bei den verfchiedenen Gefchwindigkeiten nach Bedürfnifs ein- oder ausgerückt. Die Suporte haben Kreuzbewegung und Verftellung für den Konus der Tyres, find auf ftarken Ständern angebracht und ftehen mit diefen auf gefchlitzten Platten, auf welchen fie fich rechtwinklig zur Längenachfe der Drehbank verfchieben und feftftellen laffen, während die Platten felbft fowohl in diefer Richtung als auch parallel zur erfteren in den Schlitzen des Bettes verftellbar find. Die Steuerung erfolgt durch Kettenfchaltwerk, deffen Rollen an der Decke angebracht werden, uud welches die Bewegung von kleinen verftellbaren Kurbelzapfen erhält, die in Ueberfetzungsrädchen an den rückwärtigen Lagern der Spindel. ftöcke angebracht find. Die Dimenfionen der Räderdrehbank find folgende: Spitzenhöhe 1100 Millimeter. Durchmeffer der Planfcheiben 1975 Mm. Gröfste Entfernung zwifchen den Spitzen 3000 Mm. Suportdrehbank. Die Suportdrehbank zum Egalifiren und Schraubenfchneiden hatte dreifache Räderüberfetzung und eine Planfcheibe mit angegoffenem Zahnkranz. Das Bett war gekröpft und an diefer Stelle in den Boden verfenkt. Der Spindelftock hatte offene cylindrifche Lager ohne Gegenfchraube. Die Leitfpindel war aufsenliegend und hatte eine Unterſtützung in der Mitte, welche behufs Paffirung des Schloffes ausweichen und hierauf durch Gegengewichte felbftthätig wieder in feine frühere Lage kommen konnte. Zum Plandrehen war das Schlofs mit einer Schräg. räderüberfetzung verfehen, wie wir fie fchon früher befchrieben haben, zum Egalifiren und Schraubenfchneiden diente eine zweitheilige Mutter, welche durch aufsenliegenden Hebel mit excentrifchen Schlitzen geöffnet oder gefchloffen wer den konnte. Zum Handtransport des Schlittens diente eine unter dem Prisma angebrachte Zahnftange mit Getriebe und fchmiedeifernem Handkreuz. Der Reitftock hatte die gewöhnliche englifche Form und keine Verftellung zum Konifchdrehen. Die Dimenfionen der Drehbank waren: Spitzenhöhe 500 Millimeter; gröfster Durchmeffer, welcher im Ausfchnitt gedreht werden kann, 1500 Mm., Breite des Gegenftandes, der im Ausfchnitt gedreht werden kann, 650 Mm.; Entfernung zwifchen den Spitzen 5600 Mm. Kleine Plandrehbank. Die Plandrehbank, Fig. 156 und 157. Taf. LXIX, hat ein eifernes Bett und dreifache Räderüberfetzung. Die Planfcheibe befitzt einen angegoffenen Zahnkranz mit innerer Verzahnung. Das Bett ift mit prismatifchen Führungen für den Suportfchlitten verfehen, welcher feinerfeits rechtwinklig zu den erfteren laufende prismatifche Bahnen hat und den vollkommen mit Kreuz- und Drehbewegung ausgebildeten Suport trägt. Die Steuerung erfolgt felbftthätig durch Schraubenfpindeln, welche ihre Bewegung durch Uebertragungswellen und ausrückbare Getriebe von einer rückwärts am Spindelftock angebrachten Riemenüberfetzung mit eingefchaltéter Reverfirvorrichtung empfangen. Sie kann in der Achfenrichtung der Drehbank, fowie rechtwinklig zu diefer vor und rückwärts gebraucht werden. Aufserdem ift aber auch noch der lange Obertheil des Suports durch eine Schrägradüberfetzung mit in der Drehungsachfe nach aufwärts gehender kleiner Spindel 104 Cari Pfaff. felbftthätig gemacht. Die Schraubenfpindel des Obertheiles kann mit dem letzten Schrägrade des Uebertragungsfyftemes durch Frictionskuppelung verbunden werden und wirkt dann in allen Winkeln felbftthätig. Die Planfcheibe hat 1450 Millimeter Durchmeffer. Der gröfste noch zu drehende Gegenftand darf 1580 Mm. Durchmeffer haben. Grofse Plandrehbank. Die grofse Plandrehbank war zur Aufftellung auf Steinfundament mit Grube eingerichtet und mit einem langen Querfuport verfehen, welcher die letztere überfpannte. Seine Auflage fand er auf gehobelten und gefchlitzten, zu beiden Seiten der Grube angebrachten Platten, auf welchen er durch beiderfeitige Zahnftangen und an durchgehender Welle befeftigte Getriebe verfchoben, demnach bis dicht an die Planfcheibe heran oder in die dem Arbeitsftücke entſprechende Entfernung eingeftellt werden konnte. Auf dem Querfuporte befanden fich zwei vollſtändige, durch Kettenfchaltwerk felbftthätige Kreuzfuporte, um an gröfseren Arbeitsftücken zwei Stähle zu gleicher Zeit angreifen laffen zu können. Die Planfcheibe hatte angegoffenen Zahnkranz. Die Räderüberfetzung war feitwärts von der Hauptfpindel in vorgebauten Lagern angebracht und wirkte durch das auf ihrer Spindel angebrachte Getriebe auf den Zahnkranz. Die Planfcheibe hatte 2530 Millimeter, das gröfste ohne Abfatz zu drehende Stück 4000 Mm. Durchmeffer. Freiftehende doppelte Bohrmaſchine. Die freiftehende doppelte Bohrmaſchine vereinigt eigentlich zwei Mafchinen von verfchiedener Gröfse an einem Ständer und kann daher in kleineren Fabriken allen vorkommenden Arbeiten entſprechen( Fig. 158, Taf. LXX). Auf der gröfseren Seite ift fie mit ausrückbarem Rädervorgelege und einem vertical ver ftellbaren, doppellt drehbaren Tifche verfehen, welcher ganz zur Seite gedreht werden kann, wenn Gegenftände auf der breiten gefchlitzten und gehobelten Grundplatte gebohrt werden follen. Die kleinere Seite ift ohne Räderüberfetzung, mit vertical verftellbarem Suporttifch ausgeführt. Die Bohrfpindeln haben felbftthätigen Niedergang durch Excenter und Sperrrad und laufen verfchiebbar in ihren mit konifchen Naben eingelagerten Antriebsrädern. Die Dimenfionen find: a) grofse Seite: Durchmeffer der Bohrfpindel 65 Millimeter, Ausladung 645 Mm., Bohrtiefe 520 Mm.; b) kleine Seite: Durchmeffer der Bohrfpindel 45 Mm., Aus ladung 400 Mm., Bohrtiefe 250 Mm. Radialbohrmaschine. Die grofse Radialbohrmaſchine, Fig. 159, Taf. LXXI, ift nach dem Mufter von Fairbairn gebaut. Sie hat ein kaftenförmiges Untergeftell mit vorgelegter Auffpannplatte, fo dafs in zwei Höhen horizontal oder auch an der verticalen Wand des Untergeftelles Gegenftände zum Bohren aufgefpannt werden können. Auf dem Untergeftell fteht eine ftarke Säule, um welche fich die Hülfe dreht, welche einen nahezu rechteckigen Querfchnitt und auf einer Seite die prismatifche Führung für den radialen Arm hat, welcher an diefer vertical verftellt werden kann. Die Drehung der Hülfe mit dem Arme wird durch feftes Schneckenrad an der Säule und Schnecke mit Handrad an der Hülfe bewirkt, die verticale Verftellung des radialen Armes durch Schraube zwifchen den Führungsprismen, deren Mutter im Arme gelagert ift und durch Schrägräder und Sperrrad. Der Bohrzeugträger ift längs des radialen Armes durch Zahnftange, Getriebe und Handrad verftellbar, welche letzteren beiden Theile am Bohrzeugträger felbft angebracht find. Das Schrägrad, welches die Bohrfpindel antreibt, ift in konifcher Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 105 Büchfe anziehbar gelagert und fichert der Spindel ftets die richtige Lage. Der Niedergang ift felbftthätig durch Excenter und Sperrrad. Die Bewegung wird von der am Fufse des kaftenförmigen Untergeftelles angebrachten Stufenfcheibe mit auslösbarer Räderüberfetzung zuerft in das Innere übertragen und von dort durch verticale Welle und Schrägräder bis an das obere Ende der Säule geleitet, wo fie durch ein Stirnräderpaar an eine zwifchen der Führung des radialen Armes vertical herabgehende genuthete Welle abgegeben wird. Letztere fteht durch ein Paar Schrägräder, wovon eines auf ihr verfchiebbar ift, mit der horizontalen Achfe des radialen Armes in conftanter Verbindung, welche ihrerfeits durch Ueberfetzungsräder, kurze Uebertragungsachfe und ein letztes Schrägräderpaar die Bohrfpindel treibt. Die Dimenfionen find: Durchmeffer der Bohrfpindel 80 Millimeter, gröfste Ausladung 2530 Mm., kleinfte Ausladung 1060 Mm., gröfste Höhe von der Fufsplatte bis zum Bohrkopf 2845 Mm. Horizontalbohrmaſchine. Die Horizontalbohrmaſchine, Fig. 160-161, Taf. LXXII, hat ein gerades mit dem Endftänder verbundenes Bett, auf welchem, an Prismen geführt, ein langer und breiter Suporttifch gleitet, deffen quer verftellbares Obertheil mit Auffpannfchlitzen verfehen ift. Auf dem Ständer befindet fich der Bohrzeugträger mit horizontaler Bohrfpindel, welcher an Prismen geführt und durch eine zwifchen diefen liegende Schraubenfpindel vertical verftellbar ift. Das Handrand am oberen Ende der Schraubenfpindel erlaubt genaue Einstellung der Bohrfpindel, worauf der Bohrzeugträger durch einen Bremskeil fixirt werden kann, deffen Griffmutter vorn über dem Lager der Bohrfpindel fitzt. Die Bohrfpindel liegt in einem nach Schiele's Antifrictions curve gebildeten vorderen und einem cylindrifchen rückwärtigen Lager und ift durch Muttern, die innerhalb des treibenden Schrägrades liegen, anziehbar. Sie hat an ihrem freien Ende Gewinde und Bund wie eine Drehbanksfpindel und kann verfchiedene Bohrköpfe oder auch Fraifenfcheiben aufnehmen. Die als Fortfetzung der Bohrfpindel dienende Bohrftange liegt in feftftehenden Lagern, welche an Ständern vertical verftellt werden können, die in beliebiger Entfernung auf dem Bett befeftigt find. Der zu bohrende Gegenftand ift zwifchen den Lagerftändern auf dem Suporttifche befeftigt und wird durch diefen vorgerückt, indem eine Schraubenfpindel im Innern des Bettes auf feine fefte Mutter wirkt. Ihre Bewegung empfängt die Schraubenfpindel durch eine am rückwärtigen Ende des Bettes angebrachte Räderüberfetzung, welche fie von einer hinter dem Bette entlang laufenden Welle nimmt, die im Innern des verticalen Ständers durch Räderüberfetzung mit eingefchalteter Reverfirvorrichtung vom Ende der erften Antriebsachfe aus in Bewegung gefetzt wird. Ein Rad der rückwärtigen Ueberfetzung ift verfchiebbar, mit doppelt breitem Getriebe und Handgriff verfehen. Es dient zur Bewegung des Suporttifches von Hand, fobald es fo verfchoben ift, dafs es felbft aufser Eingriff mit der felbftthätigen Steuerung, fein breites Getriebe aber noch im Eingriff mit dem Rade der Schraubenfpindel ſteht. Der zu bohrende Gegenftand kann auch vom freien Ende der Bohrftange aus bearbeitet werden und befindet fich dann nicht zwifchen den Lagerſtändern, fondern hinter ihnen. Die Bohrftange kann aber in den meiften Fällen mit einem Lagerftänder hinreichende Führung erhalten. Unfere Mafchine kann auch zum Abfraifen von Flächen verwendet werden. In diefem Falle kommt auf das Ende der Bohrfpindel eine Fraifenfcheibe, während der Gegenftand wie gewöhnlich auf den Suporttifch befeftigt wird, fo dafs feine zu bearbeitende Seite der Fraifenfcheibe zugewendet ift. Der Suporttifch wird dann in den meiften Fällen nur zum Anftellen des Spanes benützt, wäh rend die felbftthätige Fortrückung auf die Fraifenfcheibe felbft wirkt und fie in 106 Carl Pfaff. verticaler Richtung auf oder abbewegt. Diefs gefchieht durch ein Sperrrad am oberen Ende der Stellfpindel des Bohrzeugträgers, deffen Sperrkegel von der verticalen Antriebswelle aus durch verftellbaren Kurbelzapfen bewegt werden kann. Sollte es erwünſcht fein, fo kann auch die Fraifenfcheibe an ihrem Platze bleiben und der Vorfchub von Hand in horizontaler Richtung durch den Suporttifch bewirkt werden. Robin as Ueber den Antrieb der Mafchine glauben wir bei feiner Einfachheit weiter nichts fagen zu follen, und bemerken nur noch, dafs der Mafsftab der beigegebe nen Zeichnung 120 der natürlichen Gröfse ift. Nuthftofsmafchinen. Von den beiden ausgeftellten Nuthftofsmafchinen war die eine mit fefter Räderüberfetzung verfehen und hatte 770 Millimeter Ausladung bei 395 Mm. Hub. Die Stufenfcheibe war mit ihrer Achfe und dem erften Getriebe zwifchen Ständer und einem nach rückwärts ausladenden Arme gelagert, das grofse Antriebsrad lag rückwärts vom Ständer. In der Anordnung war die Mafchine ganz der von Sharp, Stewart& Co. ausgeftellten und früher befchriebenen Mafchine, Fig. 55, Taf. XVI, ähnlich, in der Form jedoch der hier folgenden kleineren. Wir bemerken nur noch ausdrücklich, dafs der Stofs keine Vorrichtung zum rafchen Rückgange hatte. Die kleine Nuthftofsmafchine, Fig. 162, Taf LXX, zeichnete fich nur durch die Anwendung eines doppelten ausrückbaren Rädervorgeleges aus, welches nach einem Mufter von Fairbairn angeordnet ift, und die Mafchine fowohl für fchnelle und leichte als auch für langfame und fchwere Schnitte geeignet macht. Im Uebrigen gleicht fie ganz den bisher befchriebenen Nuthftofsmafchinen und hat ebenfalls keinen rafchen Rückgang des Stofses. Ausladung 400 Milli. meter, Hub 260 Mm. bau sbai Wm. Schwabe& Co. in Hernals. Unter den zu unferer Specialität gehörigen öfterreichifchen Ausftellern müffen wir noch einige anführen, wie z. B. obige Firma, welche fich zwar haupt fächlich mit dem Bau von Federhämmern befchäftigt, aber als hieher gehörig eine recht nett gearbeitete kleine Drehbank und eine Schraubenfchneidmafchine brachten, welche in der äufseren Form der von Sellers glich, das Schneiden der Bolzengewinde aber durch fefte Backen bewerkstelligte. Diefe feften Backen beftehen aus einem Stücke Stahl, welches das Gewinde und mehrere durch Einfchnitte hergeftellte fchneidende Kanten enthält, und deffen innere Form fo gemacht ift, dafs fie fich nach vorn parabolifch erweitert und zum Vordrehen des Arbeitsftückes, fowie zum Anfange des Gewindes geeignet ift. of as bladet bash nov J. Müller in Wien. Som J. Müller in Wien ift der bedeutendfte von den Fabrikanten und Meiftern, welche bei uns Werkzeugmaschinen auf handwerksmässige Weife erzeugen. Er hatte eine fehr achtungswerthe Sammlung derfelben, beftehend aus Drehbän ken, Bohrmaſchinen und einer Hobelmafchine, alle von mittlerer Gröfse, aus geftellt. Die Mafchinen waren alle folid in den Dimenfionen, und nach dem Gefchmacke des betreffenden Kundenkreifes fogar fehr fchön ausgeführt, indem blanke Theile nicht gefpart und fogar Einfaffungsrippen an Gufsftücken blank gemacht waren. Die Conftructionen waren von allerhand älteren englifchen und franzöfifchen Muflern zweiter Claffe ohne grofse Wahl copirt. Wenn wir auch vom Standpunkte des Ingenieurs einer folchen Production nicht den geringften Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 107 Werth beilegen können, fo müffen wir anerkennen, dafs fie in ihrer Art tüchtig und für ihre Kreife fehr nothwendig, mithin höchft achtenswerth fein kann, was Alles bei unferem Ausfteller vollkommen zutrifft. Efcher Wyfs& Co. in Leesdorf. Diefe Firma hatte an Werkzeugmafchinen eine Räderdrehbank von circa 700 Millimeter Spitzenhöhe mit vier Suporten und eine Räderfchneidmafchine ausgeftellt. Erftere war nach etwas veralteten, eckigen Modellen fehr kräftig, aber für eine fo alte berühmte Firma merkwürdig unfchön ausgeführt. Die Räderfchneidmafchine war eine Copie der Chemnitzer Maſchinen gleicher Gattung und konnte ebenfalls nicht durch fchöne und exacte Ausführung imponiren. Eine Reihe von kleineren Fabriken und Mechanikern hatten zum gröfsten Theil fehr refpectable Erzeugniffe ausgeftellt, welche aber alle nicht recht hieher gehören. Ernft Efslinger in Wien. Diefe Firma brachte mehrere kleinere leichtgehaltene Werkzeugmafchinen zur Ausftellung, welche eine nähere Befchreibung hier nicht verdienen, hatte aber darunter: Kay's Keilnuthenfraifs- Apparat, welchen wir feiner Neuheit und Originalität halber in Fig. 163, Taf. LXXIII, zur Darftellung bringen. Der Apparat ift für Handbetrieb eingerichtet und befitzt als Betriebsmechanismus eine kräftige Bohrratfche, die in einem traverfirenden Schlitten reichliche Lagerung findet. Ihre Spindel ift durch einfache Druckfchraube verftellbar und kann durch ein Handrad mit Gegenmutter arretirt werden. Am unteren Ende nimmt fie einen Bohrer auf, wie folche bei Langlochbohrmafchinen gebraucht werden, und arbeitet in diefem Falle die gewünſchte Keilnuthe Span für Span von obenher durch oft wiederholtes Hin- und Hergehen aus. Es kann diefs aber auch durch einen Fraifer, der an feiner Kopffläche und am Umfange verzahnt ift, gefchehen, und wird ein folcher gleich von Anfang an auf die erforderliche Tiefe eingeftellt, was bei einer beiderfeits gefchloffenen Nuth durch Vorbohren möglich ift. Es ift dann nur ein einmaliges Traverfiren der Bohrfpindel erforderlich. Dicht neben dem Sperrrade der Ratfche liegt eine Schnecke, welche auf ein Schneckenrad wirkt, deffen Nabe eine Schraubenmutter enthält und in einer Fortfetzung des Schlittens gelagert ift. Die zugehörige Stellfpindel liegt im feften Geftell der Mafchine, und kann, während der Arbeit durch Friction feftgehalten, zum rafchen Verfchieben des Schlittens aber gelöft und von Hand betrieben werden. Die ganze Verrichtung ift fehr compendiös, und kann nicht nur in kleineren Werkstätten, fondern auch befonders auswärts bei Montirungen vorzügliche Dienfte. leiften. Mafchinen und Waggonfabrik der königlich- ungarifchen Staatsbahnen in Budapeft. Räderdrehbank. Diefes Etabliffement, welches fich hauptfächlich mit dem Baue von Fahrbetriebsmitteln und Einrichtungen der Eifenbahnen befchäftigt, fteht gegenwärtig unter der Leitung des Herrn Fr. Zimmermann, deffen Namen wir fchon bei Gfchwindt& Co. erwähnten. Es hatte neben einer Locomotive und einer 108 Carl Pfaff. Schiebebühne auch eine fehr ſchöne Räderdrehbank von 600 Millimeter Spitzenhöhe, Fig. 164-167, Taf. LXXIV, ausgeftellt. Diefelbe befitzt ein fehr ftarkes und breites, aus zwei Theilen zufammengefetztes Bett, auf welchen zwei Spindelftöcke in Schlitzen montirt find, von denen der eine feftfteht, der andere durch Zahnftange und Getriebe verftellt werden kann. Beide haben hohle gufseiferne Spindeln und Planfcheiben mit angegoffenen Zahnkränzen. Der Antrieb erfolgt durch eine zwifchen Armen des feften Spindelftockes gelagerte vierflufige Riemenfcheibe, von deren Achfe aus die Bewegung durch ein Getriebe auf das rückwärts liegende grofse Ueberfetzungsrad der Bodenwelle und von diefer durch weitere Getriebe auf die Zahnkranzplanfcheiben übertragen wird. Diefer Weg giebt die langfamen, zum Abdrehen der Tyres gebrauchten Gefchwindigkeiten. Schnellere, zum Ausbohren von Radnaben geeignete können der Planfcheibe des feften Spindelftockes direct von der Achfe der Antriebsftufenfcheibe aus durch ein Getriebe mitgetheilt werden, deffen lange Hülfe im vorderen Lager liegt und mit einer Klauenkuppelung zur Ein- und Auslöfung verfehen ift. Auch die Getriebe der Bodenwelle haben Klauenkuppelungen und werden nicht wie gewöhnlich durch Verfchieben ein- und ausgelöft. In beiden Spindeln find verftellbare Stöfse mit Körnern angebracht und konifche zweitheilige Büchfen vorgefehen, um Achfen in ihren Lagern zu faffen. Die Planfcheiben befitzen Univerfalkloben. Die Suporte find fehr kräftig entwickelt und als Curvenfuporte durchgeführt, d. h. ihre Obertheile werden längs eingelegter Stahlfchablonen geführt, gegen welche fie fortwährend durch befchwerte Hebel angedrückt find und deren Profilirung fie folgen können. Aus diefem Grunde konnte auch die fonft übliche befondere Verftellung für den Konus der Tyres wegfallen. Die Anbringung und Verftellung der Suporte, die Bewegung des Kettenfchaltwerkes und andere Details find in gewöhnlicher Weife angeordnet und aus den Zeichnungen klar erfichtlich. Die Drehbank zog durch ihre fchönen Proportionen, elegant gerundeten Formen und mufterhafte Ausführung die allgemeine Aufmerkſamkeit in hohem Grade auf fich, und es freut uns ganz befonders, unfere Befprechungen mit einem fo ausgezeichneten Objecte vaterländifchen Urfprunges fchliefsen zu können. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 109 ANHANG. Transmiffionsbeftandtheile von Wm. Sellers& Co. in Philadelphia.. Wir haben fchon bei den übrigen Ausftellungsobjecten genannter Firma erwähnt, dafs fie ein ganz eigenes Syftem für Transmiffionen aufgeftellt hat. Da dasfelbe in Amerika vielfach angewandt und bei uns mit grofser Aufmerksamkeit aufgenommen wurde, jedoch noch nicht allgemein bekannt ift, fo wollen wir es hier in den Hauptgrundzügen kurz befchreiben. Es befteht der Hauptfache nach in einer neuen Conftruction der Lager und der Kuppelungen. Die Lager von Wm. Sellers& Co. find von Gufseifen, ausgebohrt, aber nicht mit Metall oder Compofition ausgefüttert. Die Erfahrung hat ergeben, dafs fchmale Lager, von was immer für einem Materiale, fchlecht laufen, weil der Flächendruck zu grofs und das Schmiermittel zwifchen den arbeitenden Flächen hinaus gedrückt wird. Während fchmale Lager von Gufseifen der Abnützung ganz befonders ausgefetzt find, widerftehen folche von grofser Breite, alfo geringem Drucke auf die Flächeneinheit, auf das vorzüglichfte und find fogar folchen von Metall und Compofitionen vorzuziehen, welche wegen ihrer gröfseren Weichheit leicht fremde Körper: Sand, Staub etc in ihre Oberflächen aufnehmen, die dann verreibend wirken. Wenn es fich um Mafchinen mit feften, unverrückbaren Ständern handelt, fo hat es gar keine Schwierigkeit, Lager von grofser Länge anzuwenden; fobald diefe aber, wie bei den Transmiffionen, an nachgiebigen, dem Werfen ausgefetzten Holzconftructionen, Säulen, Decken etc. angebracht werden follen, ift ihre Lage nicht mehr gefichert, und es müffen Vorkehrungen getroffen werden, damit die innige und gleichmässige Anlage zwifchen Welle und Lager auf der ganzen Länge ftattfinden und eine etwa eingetretene Unrichtigkeit corrigirt werden kann. Diefe Erkentnnifs ift fchon alt, und es wurden mancherlei Conftructionen erdacht, welche den Lagerfchalen die nöthige Beweglichkeit allein oder in Verbindung mit Vorrichtungen zum Verftellen ficherten. Es iſt aber das Verdienft von Wm. Sellers& Co., die Frage energifch aufgefafst und ihre Löfung in einem practifch werthvollen Syfteme verkörpert zu haben. Wir ftellen in Fig. 168 ein Hängelager in Anficht und Durchfchnitt dar. Der Körper des Lagers ift zweiarmig, von kreuzförmigem Querfchnitte und befitzt in diefer Form eine grofse Feftigkeit, ohne fchwer zu werden. In der Mitte befitzt er zwei Stege mit Erweiterungen, in welche Gewinde gefchnitten find, in denen gufseiferne hohle Schrauben vertical verftellt werden können. Diefe find zum Theil cylindrifch, ohne Gewinde gelaffen und können durch Druckfchrauben feftgeftellt werden. An den einander zugekehrten Enden find die gufseifernen Schrauben nach einem Kugelabfchnitte ausgedreht, an den entgegengefetzten haben fie fechseckige Oeffnungen, um durch den Schlüffel erfafst zu werden. Die Lager find zweitheilig und flach zufammengepafst. Sie befitzen an jeder Hälfte einen Kugelabfchnitt, deffen Radius in der Lagermitte liegt und paffen mit diefem in die gufseifernen Schrauben. An der Verdrehung um die horizontale Achfe find fie durch einen hohen Rand gehindert, welcher den Kugelabfchnitt in paffender Entfernung umgiebt. 110 Carl Pfaff. Es ift nun leicht zu fehen, dafs ein folches durch die gufseifernen Schrauben nicht zu feft, aber gerade dicht zufammengeftelltes Lager fich nach allen Richtungen in feinem Kugelgelenke verdrehen und fomit der Lage der Welle in vollkommenfter Weife anpaffen kann. Fig. 168. 0000 Sollten mit der Zeit Senkungen oder ähnliche Veränderungen an den Gebäudetheilen eintreten, an denen das Lager befeftigt ift, fo geben die Schrauben Gelegenheit, diefelben wieder auszugleichen. Sie dienen aber auch gleichzeitig zur wefentlichen Erleichterung bei der erften Aufftellung. hanol Zum Schmieren wird Oel verwendet, deffen Zuflufs aus gläfernen Schmier büchfen in der Mitte ftattfindet und nach Angabe des Herrn Sellers nach und nach auf ein Minimum regulirt werden kann. Sollte es einmal nöthig befunden werden, fchnell etwas mehr Oel in das Lager zu bringen, fo dienen hiezu zwei Schmierlöcher, welche zwifchen dem Kugelabfchnitte und dem umgebenden Rande gebohrt find. Endlich find noch zwei Sicherheitsfchmierbüchfen angebracht, die mit einer Mifchung aus Talg und Schweinfett gefüllt werden und deren Inhalt bei einer etwa eintretenden Erhitzung der Lager fchmilzt und die Schmierung wenigftens folange beforgt, bis Abhilfe gefchaffen wird. An der unteren Lagerfchale find Tropfnafen angebracht, welche das überflüffige Schmiermate riale in die grofse ovale Tropffchale leiten, die unter dem Lager aufgehängt ift. Die Aufhängung derfelben gefchieht durch einen Bolzen mit zwei Köpfen, welche gerade durch die Bohrungen in den Lappen der Tropffchale und in dem des Lagerftänders paffiren können, wenn die Tropffchale in die Höhe gehalten wird. Sobald fie fich felbft überlaffen wird, fenkt fie fich und hängt nun an dem Bolzen, der felbft durch heftige Erfchütterungen nicht aus feiner Lage gebracht werden kann, bis nicht die Tropffchale genau in die Pofition gehoben wird, in welcher ihre Oeffnungen mit der am Lagerſtänder correfpondiren, worauf der Bolzen herausgezogen werden kann. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 111 Ganz analog ift das Wandconfol, Fig. 169, conftruirt, ebenfo das gewöhnliche Stehlager, Fig. 170, dem jedoch die Verftellbarkeit fehlt. Die Kuppelung ift vollkommen neu und ohne Präcedenz. Die meiften der bisher verwendeten Kuppelungen hielten die Wellen durch Keile feft, mit denen fie mehr oder weniger angezogen wurden. Wenn die Bohrung einer Kuppelung אנר רוזן Fig. 169. br monageused oslo sib ba vollkommen genau auf das Ende der Welle pafst, fo dafs fie fchon mit einem gewiffen Drucke aufgebracht werden mufs, und der die Verbindung fchliefsende Keil mit Vorficht und zwar fo eingepafst wird, dafs er nur an den Seitenflächen anliegt, aber durchaus keinen Druck auf die Welle und die Kuppelung inradialer Richtung ausübt, fo kann die Kuppelung unmöglich anders als concentrifch mit der Welle laufen. Wir fehen aber fchon aus den vielen zu erfüllenden Bedingungen, dafs diefe Ausführung nicht leicht zu erreichen, und bei Transmiffionen, welche billig hergestellt werden müffen, gar nicht zu verlangen ift. Bei den feften Kuppelungshülfen kann man fich dann abfolut nicht helfen und muſs fich das Schlagen und Werfen gefallen laffen. Bei Scheiben- und Flangenkuppelungen wird, adi isd pidion adoin dous der Fehler bei der Neuherfus ftellung dadurch corrigirt, sib Fig. 170.bo dafs man diefelben nach dem Tisd Ai Aufkeilen nachdreht. Soll aber einmal eine folche Kuppelung von der Welle losgenommen werden, fo wird es beim Wiederzufammenfetzen unmöglich fein, den ursprünglichen Zuftand wieder herzuftellen und ein neues Nachaddrehen nöthig oder die Welle bindzum Schlagen und Werfen 112 Carl Pfaff. verurtheilt werden. Ueberhaupt bietet die Abnahme folcher feft aufgekeilter Kuppelungen, zu denen meift nur auf fchwankenden Gerüften zu gelangen ift, fo grofse Schwierigkeiten, dafs man in neuerer Zeit fyftematifch darauf verzichtet und lieber alle Riemenfcheiben, Räder etc. aus zwei Theilen macht, um fie ohne Weiteres auf die Wellen bringen oder abnehmen zu können. Die Kuppelung von Sellers hat keinen der erwähnten Nachtheile, fie macht auch keine folchen Anfprüche an die Ausführung, fondern verbindet fogar zwei Wellen, deren Enden nicht genau gleiche Durchmeffer haben, vollkommen feft und concentrifch. Sie ist in den Fig. 171 und 172 dargestellt und befteht aus Fig. 171 einer äufserlich cylindrifchen Hülfe, welche innen von beiden Seiten her kegelförmig ausgedreht ift. In diefe Hülfe paffen zwei kegelförmig abgedrehte Büchfen, die nach dem Wellendurchmeffer cylindrifch gebohrt find und deren jede ein Wellenende aufnimmt. Durch die äufsere Hülfe und die kegelförmigen Büchfen gehen drei rechteckige Nuthen, in denen ebenfolche Bolzen liegen, die auf der einen Seite in einen Kopf, auf der anderen in ein Schraubengewinde auslaufen und durch Muttern gezogen werden können. Eine der drei Nuthen in jeder Büchfe ift vollends bis zum Grunde fortgefetzt und bildet einen offenen Schlitz, durch deffen Vorhandenfein die Büchfe zu einer federnden wird. Ift nun in jede Büchfe ein Wellenende gebracht und werden die Schraubenmuttern der Bolzen angezogen, fo werden auch die Büchfen etwas zufammengeprefst und halten die Wellen feft. Damit aber nicht die ganze Wirkung durch das Anpreffen erfolgen mufs, ift noch auf jeder Seite ein Keil angebracht, der aber nur an den fchmalen Seitenflächen und nicht an den breiten Flächen oben und unten anliegt. Wie das Schliefsen, fo erfolgt auch das Löfen einer folchen Kuppelung ohne jeden Hammerfchlag. Nachdem die Muttern gelöft und die Bolzen herausgenommen find, wird in der Mitte eine Schraube in die äufsere Hülfe eingeführt, deren fchlank konifche Spitze zwifchen die Büchfen eindringt und fie aus einander fchiebt, Fig. 172. worauf alle Theile mit der Hand abgenommen werden können. Man kann eine derartige Kuppelung beliebig oft löfen und wieder fchliefsen, immer wird fie ihre urfprüngliche Bedingungen wieder erfüllen und die Wellen feft und concentrifch verbinden. Aus diefem Grunde ift es auch nicht nöthig bei ihrer Anwendung die Lager mit einfeitigen Armen zu machen, da man alle Wellen leicht durchziehen kann; ebenfo ift es möglich, Riemenfcheiben oder Räder im Ganzen aufzubringen. Letztere kommen nun allerdings in Amerika bei Transmiffionen faft gar nicht vor, da alle Antriebe und Ueberfetzungen durch Riemen beforgt werden. Wir würden auch für diejenigen Theile, welche durch Räderwerk betrieben werden müffen, und welche ja doch nur an den beffer befeftigten Punkten vorkommen und als Ausgangsftellen betrachtet werden können, nicht die Sellers'fchen Lager, fondern gewöhnliche fefte anwenden, dagegen alle weiteren Fortfetzungen nur nach Sellers' Syftem ausführen. Die Riemenfcheiben bringt Sellers im Ganzen auf und befeftigt fie nicht mit Keilen, fondern mit Stellfchrauben. Ihre Kränze find fehr dünn, die Arme gerade und von ovalem Querfchnitt, das Ganze, Fig. 173, fehr leicht und gefällig. Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle. 113 Ganz befonders ift aber die Sorgfalt hervorzuheben, mit welcher die Riemenfcheiben balancirt werden, damit fie ihren Schwerpunkt wirklich in der Mitte haben. Zu diefem Ende werden fie nach dem Abdrehen auf einen Dorn gefteckt, der auf zwei horizontalen Linealen läuft und mehrere Male in Umdrehung verfetzt, wobei fich die fchwere Seite fofort verräth, indem fie beim Eintritt der Ruhe nach unten zu ftehen kommt. Nun wird entgegengefetzt innen am Kranze ein entfprechendes Gewicht, meift in Form eines ovalen Blechftückes, befeftigt, deffen Betrag durch Probiren ermittelt und fo die Riemenfcheibe vollkommen gleich fchwer nach allen Seiten gemacht. Diefe Ausgleichung ist bei Transmiffionen von einiger Länge und nur mäfsiger Gefchwindigkeit von grofsem Werthe, unerlässlich aber bei fchneilgehenden. Es würde uns zu weit führen, alle ferneren Details des Sellers'fchen Transmiffionsfyftems wie: Leitrollen, Spannrollen etc. zu befprechen. Wir heben nur noch hervor, dafs das Haus die Transmiffionen nicht nach dem Gewichte, fondern nach Stücken verkauft, die einen beftimmten Preis haben und in grofsen Tabellen verzeichnet find, fo dafs jeder Confument im voraus wiffen kann, was er für eine gegebene Transmiffion zu bezahlen haben wird. Auch diefe Seite des Syftem es verdient bei uns zur Nachahmung dringend empfohlen zu werden. Fig. 173. 8 114 Carl Pfaff. Bemerkung. Während der Zeit, welche mit der Zufammenftellung diefes Berichtes verging, hatten wir Gelegenheit, die Conftruction des Falihammers der Styles& Parker Co.( fiehe Amerika, Fig. 44. Taf. XI) praktifch zu erproben. Hiebei fand fich, zu unferem Erstaunen, dafs fich diefelbe durchaus nicht bewährte. Die Verfuche wurden allerdings mit einem fchweren Hammer gemacht, allein der Umftand, dafs auch die Herren Erfinder das Syftem feither verlaffen haben, spricht dafür, dafs der gute Gang des kleinen Hammers, welcher auf unferer Ausftellung functionirte, nur einem glücklichen Zufammentreffen von Zufälligkeiten zu danken war, auf welche natürlich nicht zu rechnen ift. Wir verfehlen nicht, diefs hier anzumerken, um vor Verfuchen zu warnen, welche nicht gut ausfallen könnten. Fig.1. Fig. 2. Fig. 3. Tafel I. wwwwwww Fig. 4. Fig. 5. Fig. 7. Fig. 8. ร О Fig. 6. O Fig.9. 3/4 K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Fig. 10. Fig.11. 1" www Sellers Schraubenschneidmaschine. nat.Gr. nat.Gr. TI " " " """ " " " " 17 " " F 11 # " 11 " " " #### 11 2 " 14 # 1 11. " # " Fig. 12. Sellers' Hobelmaschine. Fig. 15. " Th " " 11 " 1 " " 11 " " " " " " " 11 " " " " " 4 14 11 # " " " 11" 14 0 h TT πT 14 " 11 " TT TI 17 " " " 14 " 14. 11 " " " " " 24 11 " " 11 11 11 " 1 " " $ 1 11 11 11 11 " 11 11 11 11 " 扎扎 11 " " " 1 " " 11 " 11 " " " # 1 " " 11 " " 11 " 1# 1#" 14" " t th th the t 11 ப 14. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Fig. 13. ரிக 口 00000605 0988888888888 Fig.14. Tafel II. Fig.20. Fig. 16. wwwwwwwwwwwwww Fig.18. Fig. 17. www O 0 wwwwww Fig. 22. Fig.21. Fig. 24 K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Fig.23.5 www Tafel III. www wwwwwwww Fig. 19. www Details zu Sellers' Hobelmaschine. H Fig.25. Fig. 27. Fig.28. 000001 Sellers' Suportdrehbank. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Fig.26. Fig. 29. Tafel IV. Fig.31. Fig. 30. Ω 0 1333 0 30000000 000 25 Sellers' Nuthstossmaschine. 19 Fig. 32. EO EO EO BO 25288 252525 25252525 K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Tafel V. Fig. 33. Sellers' Bohrerschleif- Apparat. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Tafel VI. D Sellers' Räderschneidmaschine. Fig.34. ААААААААААААА K.k. Hof- u. Staatsdruckerei 25 Tafel VII. Fig. 35. Pratt& Whitney Company. Drehbank. இ K.k.Hof- u. Staatsdruckerei.. Fig.36. Suport Detail Tafel VIII. Fig.37. 0000 Fig.38. Pratt& Whitney Company Bohrmaschinen. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Tafel IX. 刺 Fig.39. go Fig.40. Horizontale Bohrmaschine Fraismaschine. Pratt& Whitney Company Tafel X. Fig. 42. Brown& Sharpe Fraismaschine Fig. 41. a I Fig.45. Ia Fig. 43. II Brown& Sharpe Revolverdrehbank H.k. Hof- u. Staatsdruckerei Tafel XI. Stiles& Parker Press Co. Selbstthätiger Fallhammer Fig. 44. Fig 46. wwww Fig.48. AP RKER על פה PAT EN APRIL 121867. MAR APRI ERIDEN. BRO 31858 23 CONN A Fig. 47. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei AR ER ERS POTHY Stiles& Parker Press Co. Durchstossmaschinen und Excenterpressen. wwwwwww wwwwwww Tafel XII. D 776 32 0% 32 Fig: 49. F 24 Darling, Brown& Sharpe, Gewindewinkel- Lehre. P Amerikanische Werkzeuge. Fig. 51. Z Fig.50. Thomas Hall Schraubstock. Hk. Hof- u Staatsdruckerei. Darling, Brown& Sharpe: Fraiser 20001 Tafel XIII. Sharp Stewart& Co. Shapingmaschine. Fig. 52. 迪 K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Tafel XIV. Fig.54. EBBS- PATENT N° 3. [ SHARP STRWART& CO LIMITED MANCHESTER B Sharp Stewart& Co. Shapingmaschine für Radkränze Fig.56. Sharp Stewart& Co. Tyres Bohrmaschine. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei 0 BO AB Fig.53. Sharp Stewart& Co. Suport Detail zur Hobelmaschine nach Sellers' System. 曲 Tafel XV. Sharp Stewart& Co. Nuthstossmaschine. EO Bo EO DB DB 묘 B Ea 1111 www Fig. 55 H 0 0 CEE00000000004 0 0 D wwww K.k. Hof- u. Staatsdruckerei 0 Tafel XVI. wwwwwww D 用 D 中 0 0 E ကား Η FO 凸 12 Fig.57. www. 0 0 www Fig. 59. о 0 000 0 Fig.58 spry 0 O C.De Bergue& Co. Lochmaschine und Scheere. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Fig. 60. a Tafel XVII. Fig.61. Fig. 62. wwww BBC 1000 Tafel XVIII. C. De Bergue& Co. Lochmaschine und Scheere. Maschine zur Fabrikation von Nieten. Fig. 63. www 0 0 இ 0 0 0 0 Fig. 68. Fig.69. wwwwww 0 Fig. 70. H. Hind& Son. Horizontalbohrmaschine. Fig.64. e O 00000 이 0 Fig. 67. Tafel XIX. H. Hind& Son. Suportdrehbank. Spindelstöcke der selbstthätigen Drehbänke. Fig.65. K.k.Hofu Staatsdruckerei. Fig.66. D Fig. 71. Tafel XX. H. Hind& Son. Wandbohrmaschine. Fig. 72. La 1 D. New& Co. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei DDDDDDDDDDD Suportdrehbank. ㅁ لها 25 25 2525 22 th Fig. 714. Fig.73. A 0 25 西西 Räderdrehbank. und Achsendrehbank von D. New& Co. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Tafel XXI. 25 Fig. 75. Fig. 76. D.NEW& CKER ENGLAND NOTTINGHAM 70 D. New& Co. Hobelmaschine. ☐ O P 25 25 52 K.k. Hof- u. Staatsdruckerei D. New& Co. Radialbohrmaschine. 25 Tafel XXII. D Fig. 77. Bandsägen zum Schneiden von Metallen. Fig. 79. Powis, James, Western& Co. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei a Fig. 78 J. J. Rieter& Co. Tafel XXIII. A P P Fig. 80. www J. J. Rieter& Co. Langlochbohrmaschine. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Tafel XXIV. 15 O Radialbohrmaschine. J. J. Rieter& Co. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Boffe Fig. 81. Tafel XXV. ☑ ☐ Fig. 83. Z Fig.82. O wwwww... Universalbohrmaschine von Bede& Co. Fig.84. I I H HHHHH K.k.Hof- u. Staatsdruckerei. TH th la © O ttb Tafel XXVI. Fig.85. о O 0 о O O 0 Tafel XXVII. H 0 10 ☐ CH Ο O [ Q Verticalbohrmaschine mit vier Spindeln von Bede& Co. Kk Hof- u. Staatsdruckerei ร Fig. 86. Bohrmaschine von Daudoy, Mailliard, Lucq& Co. kk. Hof- u. Staasdruckerei. Tafel XXVIII: Bohrmaschine von Daudoy, Mailliard, Lucq& Co. О Fig.87. K.k.Hofu. Staatsdruckerei. 10 Fig.88. 0 Radreifenbiegmaschine von Daudoy, Mailliard, Lucq& Co. K.k.Hof- u. Staatsdruckerei. www րուղ www Tafel XXX. Fig.89. Handlochmaschine mit Scheere von Dandoy, Mailliard, Lucq& Co. Kk. Hof- u. Staatsdruckerei Tafel XXXI. Shapingmaschine. von Dandoy, Mailliard, Lucq& Co. Fig.90. Kk.Hofu Staatsdruckerei. A 0 Tafel XXXII. Typen der Chemnitzer Schule. RedFig.91. BARGES Fig. 93. Reitstock Bohrspindel O Fig.92. Schloss K.k. Hof- u. Staatsdruckerei 25 25 25 25 252525 2525 Fig.99. Tafel XXXIII. Verticale Bohrmaschine der Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik. Fig.95. 0 N fh Z Fig.94. K.k.Hofu Staatsdruckerei. T 25 25 Tafel XXXIV. Chemnitzer Werkzeugmaschinen Fabrik Suportdrehbank, Räderdrehbank. O e Fig.96. wwww wwwwwww Plan& Spitzendrehbank der Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik. KK.Hof- u. Staatsdruckerei www www E ப- D non Tafel XXXV. www பாதி L Fig.97. Oth 25 25 25 25 25 25 0 n مكبر O 0 Tafel XXXVI Shapingmaschine der Chemnitzer Werkzeugmaschinen Fabrik kk. Hof- u. Staasdruckerei. Nuthstossmaschine der Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik. H C C E Ø 25 Fig.98. Tafel XXXVII. K.k.Hofu. Staatsdruckerei. Radialbohrmaschine. der Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik. E Fig. 100. Tafel XXXVIII. 25 Kk Hofu Staatsdruckerei. Z JUS Fig. 101. TED Wagenräderdrehbank der Sächsischen Maschinenfabrik. Kk Hofu Staatsdruckerei. Tafel XXXIX. DOGCOCOO Z TO Fig.102. Fig.103. Suportdrehbänke zum Schraubenschneiden. der Sächsischen Maschinenfabrik. Kk Hof u. Staatsdruckerei. Tafel XL.. Horizontalbohrmaschine der Sächsischen Maschinenfabrik. Fig. 104. www www www Fig.105. Tafel XLI. k.k. Hof- u. Staasdruckerei. 0 Fig.107. 目 www. 0 0 சூர் tan Fig. 108. ΩΡ Speichenhobelmaschine der deutschen Werkzeugmaschinenfabrik. K.k. Hof- u.Staatsdruckerei. 月 Tafel XLII. 110 Fig. 109. Nabenbearbeitungsmaschine der deutschen Werkzeugmaschinenfabrik. 25 25 20 25 25 25 OO K.k.Hof- u.Staatsdruckerei. Ο 0 Fig. 110. LUI 0 0 0 Tafel XLIII. Fig. III. Fig.112. Materialscheere von Wagner& Co. K.k.Hof- u.Staatsdruckerei. Tafel XLIV 70 Fig. 113. Fig. 114. וד Richtmaschine von Wagner& Co. K.k.Hof- u.Staatsdruckerei. Tafel XLV. пц Fig.106. urina رلمة Go Tyresbohrmaschine der sächsischen Maschinenfabrik. EH a Fig. 115. Tafel XLVI. Fig.116. I Schienensäge von Wagner& Co. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Fig. 117.- Fig.118. wwwwwww Schienenfraise von Wagner& Co. kk. Hof- u. Staasdruckerei. Tafel XLVII. www Fig. 119. Fig. 120. 00 o Schienen Langlochbohrmaschine von Wagner& Co. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei wwww Tafel XLVIII. 育 Fig.121. Fig.123. Tafel XLIX. A Fig.122. 。 O Schrägräderhobelmaschine von Leupold. K.k Hof- u. Staatsdruckerei. Fig.124. Fig. 126. ԿԱՆՈՆ Fig.127. Fig. 125. Tafel L. Schrägräderhobelmaschine von Leupold. K.k.Hof- u. Staatsdruckerei. Fig. 128. Fig. 129. Vierfache Mutterschneidmaschine mit Details von Nestler& Breitfeld. KK.Hof- u. Staatsdruckerei. Hul 0 O Fig. 130. Fig. 132. 0 o f Fig. 131. Suportdrehbänke von Heilmann- Ducommun& Steinlen. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Tafel LII. 25 25 th Fig. 133. Freistehende Bohrmaschine von Heilmann- Ducommun O & Steinleu O kk.Hof- u. Staasdruckerei. O 윤 Tafel LIII. Kleine Stossmaschine von Heilmann- Ducommun & Steinleu. H 四 四 凸 Kk Hof- u. Staatsdruckerei Fig.134. Tafel LIV. T О D www O О О E О О Fig. 135. Lochmaschine& Scheere von Heilmann- Ducommun & Steinleu, Tafel LV. www K.k. Hof- u. Staatsdruckerei EO O Fig. 136. 1 P www O Fraismaschine von Heilmann- Ducommun & Steinleu, 0 0 Tafel LVI. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Fig.137. O Suportdrehbank und kleine Shapingmaschine von Gschwindt& Co. Fig. 139. Tafel LVII. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei 0 Fig. 138. Mutterndrehbank& Radialbohrmaschine von Gschwindt& Co. Fig.140. Kk.Hof- u. Staatsdruckerei. Tafel LVIII. Fig.141. 10 D 10 Co 10 e @ Tafel LIX. A ΙΟ Grosse Radialbohrmaschine von Gschwindt& Co. k.k. Hof- u. Staasdruckerei. Fig.142. Fussdrehbank von Collet& Engelhard kk.Hof- u. Staasdruckerei. Tafel IX. of wwwwww Fig.143. Fig.144. о Suportdrehbänke von Collet& Engelhard kk Hof- u Staasdruckerei. Tafel LXI. Fig.145. EHE Tafel LXII. Wandradialbohrmaschine von Collet& Engelhard kk. Hof- u. Staasdruckerei. Fig.146. 100000 Fig.147. 30000 画 Tafel LXIII. Cilinderbohrmaschine und Blechkantenhobelmaschine von Collet& Engelhard K.k. Hof- u. Staatsdruckerei O K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Fig.148. Suportdrehbank der Werkzeugmaschinenfabrik Saxonia Tafel LXIV. Fig. 149. B ED D о Fig.150. Freistehende Bohrmaschine Langlochbohrmaschine der Werkzeugmaschinenfabrik Saxonia K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Tafel LXV. 抗 画 Fig.151 TP 0 52.52 Fig.152. Tafel LXVI. 同 nnan Doppelte Shapingmaschine der Werkzeugmaschinenfabrik Saxonia K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Fig.153. 50 E Fig.154. B. Tafel LXVII. Kleine Hobelmaschine und Stossmaschine der Werkzeugmaschinenfabrik Saxonia K.k. Hof- u. Staatsdruckerei Fig.155. 違 Räderdrehbank der Ottakringer Eisengiesserei und Maschinenfabrik Kk Hof- u. Staatsdruckerei Tafel LXVIII. Kleine Plandrehbank der Ottakringer Eisengiesserei und Maschinenfabrik Fig.156. m, m 25 Fig.157. K.k. Hof- u. Staatsdruckerei ☐ Tafel LXIX. ☐ D D ☐ ☐ ☐ 0 ☐ ☐ ☐ ☐ ☐ ☐ Π ☐ Fig. 158. kk. Hof- u. Staasdruckerei. D 0 D 2525252 8 Freistehende doppelte Bohrmaschine und Nuthstossmaschine der Ottakringer Eisengiesserei und Maschinenfabrik. Fig. 162. 画 Tafel LXX. Grosse Radialbohr maschine der Ottakringer Eisengiesserei und Maschinenfabrik Fig.159. wwwwww wwwww.l 0 K.k.Hof- u. Staatsdruckerei. 25 2525 O 52 52 ALHOONHOL Tafel LXXL CO a Fig. 160. 2525252525 252 25 E Horizontalbohrmaschine der Ottakringer Eisengiesserei und Maschinenfabrik K.K.Hofu. Staatsdruckerei. Fig.161. Tafel LXXII. Fig.163. 0 Kay's Keilnuthenfrais- Apparat von Ernst Esslinger K.k.Hof- u. Staatsdruckerei. Tafel LXXIII. 4 Fig. 164. 豆 Ο Fig.165. ° ZL 0 O tth O A 1 DI ហ O ՄՄՄՄՄ Fig.167. Tafel LXXIV. Räderdrehbank der Maschinen- und Wagonfabrik der königlich ungarischen Staatsbahnen Fig. 166. บ บ บ บ บ บ บ! wwwwww D