EN CYKLOPÆD ï E WEIBLICHEN HANDARBEITEN VON THÉRÈSE DE DILLMONT ... ft*-'-: V->! ms™. -'W*i •i'ï.Sj: SÄt' ENCYKLOPvEDIE DER WEIBLICHEN HANDARBEITEN THERESE de DILLMONT Verlag von TH. de DILLMONT DÖRNACH (Eisass) a rheinisches Ä e T U H TK Wien Zu beziehen : durch Th. de Dilimont in Dörnach (Eisass), und durch alle Buchhandlungen und Sticktvaarengeschäfte. Preis der Encyklopädie : Gross Octav-Format, mit englischem Einband und Goldschnitt. Einzelne Abschnitte vom Octav-Format. Taschenformat, mit engl. Einband und Goldschnitt Einzelne Abschnitte vom Taschenformat. AUSGABEN deutsche französ. englische M. Fr. Sh. 3 - — 3-75 3 /- — 0.50 — I.— 1.25 — — 0.25 — Ali.k Rechte Vorbehalten Vorwort. Der gänzliche Mangel eines Werkes, welches in Wort und Bild alle unter dem Namen Weibliche Handarbeiten gemeinte Fertigkeiten vereint enthält, bewog mich, meine im Laufe der Jahre, durch unausgesetzte thätige Uebung erworbenen Kenntnisse in diesem Fache niederzulegen, um damit emsigen Frauen und Mädchen die Gelegenheit zu bieten, sich mit Hülfe dieser Ency- klopädie selbstständig in allen Nadelkünsten zu unterrichten. Jedes, selbst das unbedeutendste Muster, wurde neu hergestellt und erzielte ich auf diese Art nicht nur wahre, naturgetreue Abbildungen, sondern auch klare deutliche Erklärungen. Um den Leserinnen aber nicht blos die trockene Theorie zu bieten, ist dieses Werk mit einer grossen Anzahl nützlicher Vorlagen ausgestattet, welche zum Theil neu entworfen, zum Theil auch kunstvoll ausgeführten, stilgerechten Gegenständen solcher Länder und Epochen entnommen wurden, die durch hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Frauenarbeiten berühmt geworden sind. Scheint deren Herstellung auf den ersten Blick unüberwindlichen Schwierigkeiten zu begegnen, so wird sich bei genauer Durchsicht gewisser Abschnitte und Beachtung der Erklärungen nicht selten zeigen, dass ihre Ausführung von unerwarteter Leichtigkeit ist. VORWORT Manche dieser interessanten Zeichnungen stammt aus Privatsammlungen, deren Eigenthümer, mit liebenswürdigster Zuvorkommenheit, mir ihre Kunstschätze zur Entnahme von Mustern und Sticharten überliessen, wofür ich diesen wohlwollenden Gönnern den wärmsten Dank ausspreche. Die Wahl der Farben und Zuthaten, ein Gegenstand grosser Sorge für so viele, ist den Damen durch die, die Vorlagen begleitenden Angaben erleichtert und ich glaube hier erwähnen zu müssen, dass die meisten Arbeiten mit den Baumwoll-, Seiden-, Schafwoll-, Leinen- und Ramie-Garnen der Marke D.M.C (*) ausgefertigt wurden, die sich des Rufes erfreuen, das gediegenste Erzeugniss dieser Art auf dem Weltmärkte zu sein. Wird das Werk, bei der Schwierigkeit, welcher die Bearbeitung eines solchen unterliegt, billige Beurtheiler finden und sich wahrhaft nützlich erweisen, so werde ich darin meine grösste Befriedigung finden. (*) Um die Klarheit des Textes nicht zu beeinträchtigen, musste ich mich begnügen, in diesem Buche die näheren Angaben über die zu verwendenden Garne, nur für Baumwolle zu geben; diese Angaben, mit Hilfe der Tabellen, welche sich am Schlüsse dieses Werkes befinden, werden es immer leicht machen, je nach dem Zwecke der Arbeit, die Seiden-, Leinen-, Schafwoll- oder Ramie-Garne, statt der Baumwoll-Garne zu wählen. frrr r r m rrrrrrrnr f ffri' f frrrrfT f rrrrfrrr AAfiMM&imi UlUiU Ul4 l ll UU i**4 UUU J U 4 * 4 U **ii M A**i*4Al. Streifen mit Vor-, Stepp-, Knopfloch-Stichen und Kreuznaht. Das Nähen. Viele Frauen werden, wenn sie, die Encyklopädie der Handarbeiten aufschlagend, die Ueberschrift des ersten Abschnittes gewahren, ausrufen : Wozu denn die Erklärung all’ der längst bekannten Sticharten, zu einer Zeit, wo die Maschine die so langsam fördernde Handnäherei verdrängt hat! Diesen Einwendungen erlaube ich mir zu entgegnen, dass von allen weiblichen Handarbeiten keine so gründlich gelehrt und gelernt werden muss, als eben das Nähen, welches die Grundlage aller andern Stich- und Stickarten ist. Hat das Schicksal die Leserin in die glückliche Lage versetzt, dass sie fremder Hand die Herstellung ihres Bedarfes überlassen kann, wird sie, selbst des Nähens kundig, die Arbeit schätzen können; ist ihre Stellung eine bescheidene, geniesst sie hinwieder den Vortheil, sich selbst Dauerhaftes zu schaffen. Haltung. — Bevor nun auf die Erklärung der verschiedenen Sticharten übergegangen wird, sei die Aufmerksamkeit Jener, welche sich in diesem Buch Rath erholen, auf einige Vortheile gelenkt. Welcher Art die Arbeit auch sei, achte man sorgsamst auf gerade Haltung des Oberkörpers. Langjährige Erfahrung ermächtigt mich zu behaupten, dass es keine Näherei, Stickerei 2 DAS NÄHEN oder Strickerei giebt, welche eine schiefe oder gar krumme Haltung des Oberkörpers bedingt. Um solche Fehler zu vermeiden, müssen Stuhl und Tisch im richtigen Höhenverhält- niss sein; die Hände hingegen haben die Arbeit genügend zu heben, dass der Kopf in gerader Lage bleibt oder sich höchstens leicht nach vorne neigt. Niemals aber hefte man den Stoff an das Knie, es ist ebenso unschön als ungesund. Nadeln. — Zum Nähen gehören Nähnadeln, welche man nur von der besten Gattung nehme. Um sich von der Güte einer Nadel zu überzeugen, versuche man sie zu brechen, ist ein ziemlich starker Widerstand fühlbar und der Bruch hernach rein, so ist der Stahl gut; krümmt sie sich, ohne zu brechen, oder bricht sie ohne besonderen Widerstand, so ist der Stahl schlecht. Niemals verwende man krumme Nadeln, es entstehen damit unregelmässige Stiche. Ferner ist darauf zu achten, dass das Oehr, ob länglich oder rund, glatt ausgeschliffen sei, damit der Nähfaden weder durchschnitten noch aufgerauht wird. Zu Weisszeug verwendet man kurze oder halblange, zu Kleider lange, zu Stopfarten ganz lange tieföhrige Nadeln. Ein Vorrath aller vier Sorten von N° 5 bis 12 ist angezeigt. Die Nadel muss immer etwas stärker als der Faden sein, um diesem einen leichten Durchzug durch den Stoff zu bereiten. Um das Rosten der Nadeln zu verhüten, streue man in die Päckchen etwas Federweiss ; eine kleine Schachtel damit gefüllt, würde Jenen, welche die Nadeln schwärzen, zu Gute kommen, um hie und da die Fingerspitzen damit zu bestauben. Gebrauchte, geschwärzte Nadeln erhalten auch ihren ursprünglichen Glanz wieder, wenn man sie durch ein mit Stahlpulver gefülltes Kissen zieht. Scheere. — Ein wichtiger Behelf zu jeder Arbeit ist die Scheere. Man schaffe sich eine grössere zum Zuschneiden an, mit einer stumpfen und einer spitzen Klinge, letztere ist immer nach unten zu kehren ; die zweite Scheere kann kleiner sein, beide Klingen spitz. Die Ringe der Scheeren müssen weit und rund sein; enge ermüden und entstellen die Hand bei längerem Gebrauch. Th. de Dillmont, Encyklop. b;v MM mm Ml 2 H DAS NÄ.HEN Abb. 29. Knopfloch für Wäsche. gezogen, durch 2 höchstens 3 Fäden von einander getrennt. Zwischen diesen beiden Stichreihen wird der Einschnitt ausgeführt. Man arbeitet von links nach rechts, indem man die Nadel unter die Schnittkante bringt, um sie 2 bis 3 Fäden tiefer unter den vorgezogenen wieder herauszuführen, schlingt den Faden von rechts nach links unter die Nadelspitze, zieht die Nadel sammt Faden so an, dass die Schlinge einen Knoten an dem Einschnitt bildet. Ist die erste Seite vollendet, so werden einige Stiche nach der Breite des Einschnittes gemacht, welche ebenfalls mit Knopflochstichen zu überarbeiten sind. Die zweite Seite ist wie die erste auszuführen; am Schluss sind die Querstiche zu wiederholen. Kleider-Knopfloch (Abb. 3o). — Dasselbe wird gleich dem Wäsche-Knopfloch vorbereitet; ist dasselbe jedoch in Stoffen zu machen, welche sich leicht ausfasern, so müssen die Schnittkanten sofort mit aufgelöstem Gummi leicht bestrichen werden ; dann legt man einen starken Faden ein, über welchen die Stiche gemacht werden, lässt dieselben am Ende des Schnittes strahlenförmig weiter gehen, zieht, wenn alle Stiche Abb. 3 o. Kleider-Knopfloch. angebracht, den starken Faden ein wenig nach und schliesst das Knopfloch mit einigen nach der Quere gestellten Stichen, wie beim gewöhnlichen Knopfloch. Der eingelegte Faden verhindert das Ausdehnen der Schnittkanten. Knöpfe annähen (Abb. 3i). — Um Leinen- oder überspon- nene Knöpfe an Wäsche zu befestigen, macht man zuerst an der Stelle, wo sie sitzen sollen, einige Stiche, führt dann die | Nadel von unten mitten durch den Knopf, von da aus werden 8 Stiche sternförmig Abb. 3 1. Knöpfe annähen, ausgeführt oder man umgiebt, wie bei DAS NÄHEN l5 Abb. 32. Knöpfe ann ähen. Abb. 32, die ersten Stiche mit einem Kreise von Steppstichen. Hierauf wird die Nadel zwischen Stoff und Knopf gebracht, der Faden 5 bis 6 mal um die Stiche gewunden und auf der Kehrseite vernäht. Schlitze einfassen (Abb. 33, 34 , 35, 36). — Nichts reisst schneller ein, als die Schlitze, seien dieselben gesäumt oder nur eingefasst. Um dieses zu verhüten, macht man in der Tiefe des Einschnittes einen kleinen Halbkreis aus Knopfloch-Stichen und oberhalb derselben spannt man mehrere Fäden, welche beide Seiten verbinden und ebenfalls zu überschlingen sind. Abb. 33 zeigt einen gesäumten Schlitz, Abb. 34 einen solchen mit schmalem schrägen, Abb. 35 einen mit breitem Stoffbesatz. Bei Leibwäsche-Gegenständen stossen die Webekanten oft nach Aussen zu aneinander, so zwar dass eine Einfassung des Stoffes nicht erforderlich ist; man nimmt ein kleines Viereck Stoff, näht es, nachdem der Schnitt umgebogen, mit Ueberwindlingstichen an 2 Abb. 33. Abb. 34. fr* Abb. 36. Schlitze einfassen. Abb. 35. Abb. 33 bis 36. Seiten an, macht den Einbug auf den beiden andern Seiten, und näht dieselben mit Saumstichen wieder genau auf die erste Naht darauf, wie es in Abb. 36 ersichtlich ist. Rundschnur einnähen (Abb. 37 ). — Rundschnur oder IO DAS NÄHEN Passepoil wird jene Schnur genannt, welche, in schräg geschnittene Streifen geheftet, als Abschluss so mancher Gegenstände benützt wird. Die hiezu zu verwendenden Streifen müssen sehr gleich und ganz schräge geschnitten werden. Man ver- Abb. 37. Rundschnur einnähen. eint s j e m i t Vorstichen, legt dann die Schnur ein, biegt den Stoff 5 m/m. darüber und heftet sie mit halblangen Stichen ein. Dann wird der Streifen so aufgeheftet, dass die Schnur gegen den Körper, die Schnittkanten aber nach aussen zu liegen kommen und mit Hinterstichen knapp am ersten Heftfaden festgenäht. Hierauf wird die Arbeit gewendet, der Streifen wie zu einem Saum eingebogen und mit Saumstichen angenäht. Fischbein annähen (Abb. 38). — Bevor das Fischbein zwischen die Stofflagen gebracht wird, wird an den Stellen, wo dieNadel durchgestochen werden soll, mit einem glühenden Stahlstift ein Loch gebrannt. Von diesem müssen alle Stiche ausgehen, ob sie nun strahlenförmig oder gekreuzt gestellt sind. Beide Arten sind auf Abb. 38 ersichtlich. t iiil- jir S 5^.:.:: jl»*.: fl . J . .'.TH:-, 2 ^.:;i j teäfir l Jf XJ eberkreuzen der Nähte (Abb. Nähte Abb. 39. Ueberkreuzen der Nähte. Abb. 38 . Fischbein annähen. 39 ). — Anstatt manche zu säumen, werden die Schnittkanten nur leicht übernäht. Man arbeitet von links nach rechts, indem man mit der Nadel von rechts nach links, abwechselnd einmal den obern, einmal den untern Stoff erfasst, dem Unterfutter ausgeführt, so Wird diese Einfassung auf darf die Nadel nie in den Oberstoff dringen, die Stiche dürfen daher auf der Rechtseite nicht sichtbar sein. St WM « i&j&j ^ ft £ xcl i:: -ü'. ik. jj^V/E5a*/?)aL/Aa Muster von Damast- und Atlasstopfe. %5M 3^ ;«>r* mm mm s> Das Ausbessern. Das Ausbessern der Wäsche und Kleider ist zwar eine wenig lohnende, aber dennoch sehr nothwendige Kenntniss, welche keiner Frauenhand fremd sein sollte. Die Kunst, Schäden die durch die Benützung oder durch Unvorsichtigkeit entstanden, möglichst zu verbergen, ist gewiss eben so hoch anzuschlagen, als die tadellose Ausführung neuer Gegenstände. Unter Ausbessern versteht man sowohl das Ergänzen geschwächter oder ganz fehlender Fäden eines Gewebes durch neue Fäden, als auch das Ersetzen grösserer schadhafter Stellen durch neuen Stolf. Die erste Art nennt man das Stopfen, die zweite das Einsetzen. Das Stopfen. — Wenn ein Theil der Fäden nach einer Richtung durchgerissen ist oder dieselben theilweise gänzlich mangeln, so können sie durch eine Stopfe ersetzt werden; in diesem Fall müssen aber die nächsten angrenzenden Stoff- theile noch gut erhalten sein. Ist jedoch eine grössere Fläche der Fäden schwach, muss diese herausgeschnitten werden. Je nach der vorhandenen Stolfart, kann man die Längenfäden zum Stopfen verwenden; sind sie aber solcher Art, dass sie sich zum Einziehen nicht eignen, wähle man unter den fremden Fäden einen dem Gewebe möglichst ähnlichen. i 8 DAS AUSBESSERN Fadensorten. — Man verwendet für die meisten Stopfarbeiten Coton ä repriser D.M.C. Dieser Faden wird in 18 Stärken, von N° 8 bis ioo (*) laufend, weiss und naturfarbig erzeugt, färbig jedoch nur in den Nummern 12, 25 und 5 o. Diese Garne, aus lose verbundenen Fäden bestehend, eignen sich vortrefflich zu allen Stopfarbeiten. Durch Zulegen oder Trennen eines oder mehrerer Fäden lässt sich, in Ermanglung des richtigen Fadens, jede Stärke willkürlich bilden. Zum Ausbessern der kräftigeren Hauswäsche ist die Verwendung naturfarbenen Garnes angezeigt, da sie, vermöge ihres Zweckes, nie so blendend weiss sein kann als andere Leinengegenstände. Ferner wird für ganz feine, klare Gewebe Coton ä broder surfin D.M.C N° 100, 120 und i 5 o (*) empfohlen. Stopfarten. — Man theilt das Stopfen in Leinwandstopfe, in Damaststopfe, in Atlasstopfe auch Köperstopfe genannt und in verlorene oder unsichtbare Stopfe ein. Leinenstopfe (Abb. 40 und 41). — Alle Stopfarten sind auf der Kehrseite des auszubessernden Gegenstandes zu machen. tipp Sä« iSSiSji iiia »ppp '»ppp Abb. 40. Leinenstopfe. 1. Fadenzug. Abb. 41. Leinenstopfe. 2. Fadenzug. «sifisslsf ? Ml i?PP 1M| Mf 8 » Mi v*| Ml Ml M t » BJl L »1 Ml Ml Ml V*! ■>! Mi M| Ml Mfgg), 1>(M|ti \ i.I-L| |Xt I ! I rm iiii ■ Zuerst sind die Längenfäden zu ziehen. Die Stiche dürfen nicht stramm angezogen werden; sie müssen, wie in der Abbildung ersichtlich, beim Wenden eine kleine Schlinge bilden, damit der noch ungewaschene Faden, nach dem Waschen den Stoff nicht einzieht. (*) siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS AUSBESSERN >9 Die Längen- (Ketten-) fäden werden so gespannt, dass man die Nadel ungefähr einen Centimeter ausserhalb der schadhaften Stelle in den Stoff einführt, dann Vorstiche über einen, höchstens zwei Fäden des Gewebes macht, den Nähfaden über die freie Stelle wirft, wenn der Stoff ganz entfernt, und wiederholt dieselben Stiche auf der gegenüberliegenden Seite, zwischen den mit den ersten gleichlaufenden Fäden. Beim Zurückgehen nimmt die Nadel die übergangenen Fäden des Stoffes auf und übergeht dagegen die zuerst aufgenommenen. Die Querfäden werden in derselben Weise eingezogen; es darf jedoch nur immer ein Faden der zuerst über den Ausschnitt gespannten aufgenommen und übergangen werden. Die Fäden müssen nach beiden Seiten so dicht gezogen werden, dass die vollendete Stopfe einen dem Gewebe gleich dichten Grund ergiebt. In den Abbildungen sind die Fäden nur der Deutlichkeit der Darstellung wegen entfernter angegeben. Schräge Leinenstopfe (Abb. 42). — Hin und wieder findet man auch die Stopfe an einer Ecke begonnen, wodurch eine Abb. 42. Schräge Leinenstopfe. Abb. 43. Atlasstopfe. 0 0 1 c ■iflal p ipii i p Art schrägen Gewebes in dem ursprünglich geraden entsteht. Es wird aber wenig zur Anwendung dieser Stopfart gerathen, da sie immer sichtbarer bleiben wird als eine gerade, im Sinn der Stofffäden ausgeführte. Atlasstopfe (Abb. 43). — Diese wird zum Ausbessern geköperter, das heisst mit schrägen oder kreuzgearbeiteten Fäden gewobenen Stoffe verwendet. Es giebt verschiedenartig I 20 DAS AUSBESSERN geköperte Stoffe, es können hier nicht alle Webarten angeführt werden, jedoch mit Hilfe der Abbildung und der Erläuterung derselben ist es ermöglicht jedes Gewebe nachzubilden. Nachdem die Kettenfäden gespannt, werden 3 Fäden übergangen, einer wird aufgehoben. Bei den folgenden Reihen wird immer um einen Faden, nach derselben Seite vorgerückt. Oder man übergeht einen Faden des Stoffes und nimmt zwei auf; auch hier wird in den folgenden Reihen um einen Faden, nach derselben Seite vorgerückt. Die Reihenfolge des Uebergehens und Wechselns der Fäden richtet sich nach dem jeweilig auszubessernden Stoff. Ift'iL - tiiTffU iit Abb. 44. Damaststopfe. Kehrseite. Abb. 45. Damaststopfe. Rechtseite. Damaststopfe (Abb. 44, 45, 46, 47, 48, 49'. — Die Damaststopfe wird ebenso wie die Atlas- oder Köperstopfe vorbereitet, nur entsteht durch das gewechselte Aufnehmen und Ueber- gehen der Fäden die Musterung des ursprünglichen Gewebes. Abb. 44 veranschaulicht die Stopfe auf der Kehrseite, Abb. 45 auf der rechten Seite ; mit Abb. 46 wird ein fertiges Damastmuster gebracht. Bei farbigen Geweben wird die Kette meistens hell, der Schuss hingegen in der Originalfarbe ein- Abb. 46. Damaststopfe. gearbeitet. Abb. 47 und 48 veranschaulichen zwei Stopfproben nach DAS AUSBESSERN 21 alter Klosterart ausgeführt, bei welchen zuerst Kette und Schuss mit ziemlich feinem Faden eingezogen sind und dann auf dieser Unterlage die Musterung des Stoffes mit stärkerem mm mm MB suskeh Abb. 47. Abb. 48. Abb. 49. oder farbigem Faden eingearbeitet erscheint. Abb. 49, ebenfalls zweifarbig ausgeführt, lehrt das Einstopfen eines Würfelmusters und ist ebenfalls eine Copie aus einem alten Musterbuch für Stopfarbeiten. Verlorene Stopfe (Abb. 5o). — Diese Art Stopfe, wird bei Risse welche die Vereinigung beider Stofftheile erlauben, angewendet. Die gerissenen Fäden dürfen nicht glatt weggeschnitten werden, da sie die Kette ersetzen. Die schadhafte Stelle ist auf Wachstuch, die Kehrseite des Stoffes nach oben, zu heften. Die Kanten werden nur durch hin- und zurückgehende Querfäden verbunden. Unsichtbare Stopfe in Tuch (Abb. 5i). — Tuch unsichtbar zu stopfen ist eine, trotz ihrer grossen Nützlichkeit, fast unge- kannte Kunst. Es ist eine mühsame, viel Sorgfalt erheischende, doch sehr leicht Abb ^ fassliche Arbeit. Unsichtbare Stopfe in Tuch. Abb. 5 o. Verlorene Stopfe. SÄHi DAS AUSBESSERN 2 2 Man nimmt dazu eine möglichst feine Nadel, und statt Seide oder anderen Faden, Haare, die stärker sind als die Stofffäden, Rothe und weisse Haare sind am stärksten; dass dieselben vorerst ganz entfettet werden müssen ist selbstverständlich. Man schneidet das Tuch auf der rechten Seite, mit einem Rasirmesser fadengerade, so dass das Haarige des Tuches den Schnitt und die Naht bedeckt. Die Scheere raubt zu viel der feinen Härchen des Stoffes, wodurch die Stopfe sichtbarer wird, als wenn der Schnitt mit dem Messer vollführt wird. Wenn der Schnitt rein und gerade ist, setzt man den anzustopfenden , ebenfalls gerade geschnittenen Theil, mittelst grösseren Ueberwindlingstichen ein oder an. Dann nimmt man die Nadel mit dem an seiner Wurzel eingefädeltem Haar, führt sie 2 bis 3 m/m. ausserhalb des Schnittrandes ein. Auf keiner Seite des Tuches dürfen weder die Nadel noch das Haar sichtbar sein ; die Stiche müssen sich in der Dichte des Stoffes verlieren, so zwar dass das Haar wie zwischen zwei Stofflagen verborgen liegt. Beim Zurückführen des Fadens muss die Nadel genau wieder in dieselbe Oeffnung eingeführt werden, aus welcher sie herausgekommen. Die Stiche selbst sind im Tuch ein wenig schräge zu stellen und das Haar nicht zu stramm anzuziehen. Wenn die Stopfe vollendet, legt man den Gegenstand auf ein reines hartes unüberzogenes Brett, ein feuchtes Tuch auf die Kehrseite der Stopfe und glättet mit heissem Eisen. Bei sorgfältiger Ausführung wird das schärfste Auge den neueingesetzten Stofftheil nicht entdecken können. Das Einsetzen. — Wie früher erwähnt, wird der Theil eines Gegenstandes, welcher zum Stopfen zu schadhaft ist, aus demselben herausgeschnitten und durch einen neuen ersetzt. Bei gebrauchter Wäsche muss dieser neue Theil von einem leichteren Gewebe sein als solches ursprünglich verwendet worden war. Das neue Stoffstück muss genau nach der Form und in der Fadenlage des ausgeschnittenen genommen werden, jedoch DAS AUSBESSERN 23 1: m » f t J I fi » um so viel grösser als für die Nahteinschläge erforderlich ist. Solche neue Stofftheile fügt man entweder mit einer Uebernaht oder mit Ueberwindlingstichen ein. Fleok mit Uebernaht (Abb. 52). — Das neue Stück wird an Stelle des alten so eingeheftet, dass es über die Schnittkanten des auszubessernden Objektes ein wenig hinausragt. Die Hinterstiche sind auf dem auszubessernden Gegenstand zu machen, wodurch die Ausführung der Ecken erleichtert ist. Der Saum wird auf dem neuen Fleck ausgeführt. Beim Einsetzen neuer Stücke dürfen sich keine Falten an den Ecken bilden; durch einen kleinen Einschnitt in jeder Ecke der Schnittkanten sind sie leicht beseitigt. Die Hinterstiche sind soweit über die Ecken hinaus zu arbeiten, dass der letzte und der erste Stich in jeder Ecke einen rechten Winkel bilden. Fleck mit Ueberwindling- naht (Abb. 53 ). — Wenn neue Stücke mit Ueberwindlingnaht eingesetzt tverden, sind zuerst die Schnittkanten beider Theile umzubiegen und dann das neue Abb- ^■ Fleck m,t überwindlingnaht. Stück einzunähen. Die Kanten schützt man vor dem Ausfasern, indem man sie mit losen Schlingstichen oder mit einer Kreuznaht einfasst, oder auch indem man beide Schnittkanten vorerst säumt und dann erst die Verbindungsstiche ausführt. Abb. 52 . Fleck mit Übernaht. Eingezogener Stofftheil (Abb. 54 ). — Man nimmt ein viereckiges Stück des Originalstoffes, schneidet es um 5—6 c/m. grösser nach jeder Seite, als der ausgeschnittene oder schadhafte Theil, zieht die Fäden des zugegebenen Stoffes nach allen vier Seiten aus und heftet dann das in der Mitte gebliebene Stück über den Ausschnitt auf. Sodann wird ein Seidenfaden mit beiden Enden in eine 24 DAS AUSBESSERN möglichst feine Nadel eingefädelt, die genau in der Ecke bei den ausgezogenen Fäden in den Grundstoff eingeführt und, nachdem einige Vorstiche gemacht worden, wieder herausgezogen wird, ohne jedoch die durch den Seidenfaden gebildete Schlinge ganz nachzuziehen. In diese Seitenschlinge wird der erste der blossgelegten Fäden eingehängt, der Seidenfaden sammt diesem durchgezogen. Dasselbe Vorgehen wird mit allen folgenden Fäden wiederholt, indem man ab- Abb. 5a. Fleck einziehen. , , , . , . o <• wechselnd wie bei anderen Stopfarten, die Stofffäden aufnimmt und übergeht, was besonders an der Schnittkante genau durchgeführt sein muss. Will man in dünnen Geweben ein neues Stoffstück auf diese Art einsetzen, müssen die Fäden abwechselnd höher und tiefer eingezogen werden, damit die doppelte Fadenlage weniger auffällig ist. II I im Streifen in Jjoppeldurchbrucharbeit auf weisskm Leinen. Die Durchbrucharbeit. Unter Durchbrucharbeit versteht man alle jene Arten Handarbeiten, zu deren Bildung das Ausziehen von Fäden aus einem Gewebe erforderlich ist. Durch das verschiedenartige Uebernähen der einfachen Stofffäden entstehen die mannigfaltigsten Muster, welche sowohl als selbstständige Arbeit Verwendung finden als auch in Verbindung mit Kreuz- oder Flachstichstickereien gebracht werden können. Fadensorten. — Für Durchbrucharbeiten in kräftigen Stoffen wie Holbeinleinen, Java-Canavas, Zwirn-Canavas und anderen gegenwärtig zur Nachahmung antiker Stickereien beliebter Stoffe, eignet sich am besten : Fil ä pointer D.M.C N° 3 o und Cordonnet 6 fils D.M.C N° 10 bis 20 (*); für Arbeiten in feineren Geweben wie Antikleinen, Leinengaze : Cordonnet 6 fils D.M.C N° 5 o bis i 5 o (*), Fil d’Alsace D.M.C N° 20 bis 100 (*) und Fil ä dentelle D.M.C N° 25 bis 80 (*). Zu bunten Musterungen kann auch die Durchbrucharbeit darnach gehalten werden, in welchem Fall sowohl Coton ä broder D.M.C N° 16 bis 35 (*), als Coton ä repriser D.M.C N° 25 bis 5 o (*) zur Verwendung gelangen können. Durchbrucharten. — Es giebt zwei Arten von Durchbrucharbeiten ; die eine, durch das Entfernen von nur einer Faden- t’J Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 26 DIE DURCHBRUCHARBEIT läge entstehend, heisst der einfache Durchbruch, der italienische punto tirato ; die andere, durch das Ausziehen von Schuss- und Kettenfäden gebildet wird Doppeldurchbruch, der italienische punto tagliato, genannt. Der einfache Durchbruch (Punto tirato). — Dieser entsteht, wie oben erwähnt, durch das Entfernen der Fäden nach einer Richtung; die Grundlage dieser Arbeit bilden die sogenannten Gitter- oder Ziersäume. Die einfacheren dieser Säume werden dort verwendet, wo eine reichere Verzierung als die des einfachen Saumes (Abb. 8 ) wünschenswerth erscheint. Einfacher Hohlsaum (Abb. 55). — Es werden zuerst unterhalb des Saumeinschlages, je nach dem Gewebe, 2 bis 4 Fä- „ den ausgezogen und der Saum Abb. 55. Einfacher Hohlsaum. . . . . . dann oberhalb der entstände- nen Rinne geheftet. Der Nähfaden wird am linken Ende des .Saumes befestigt und dann von rechts nach links 3 bis 4 der freien Fäden auf die Nadel genommen; unmittelbar oberhalb der umnähten Fäden wird die Nadel 2 bis 3 Fäden hoch in den Einschlag gestochen und der Faden dann herausgezogen. Derselbe Stich wird auch zum Befestigen der Fransen an Leinen und Tischzeug verwendet. mm Abb. 56. Zweiter Hohlsäum. Zweiter Hohlsaum (Abb. 56). — Dieser wird gleich dem ersten vorbereitet und ebenso von links nach rechts gearbeitet, nur mit dem Unterschied, dass, nachdem 2 bis 3 senkrecht stehende Fäden von rechts nach links umnäht wurden, die Nadel eine gleiche Anzahl senkrechter Fäden wie unten genommen wurden, übergeht und von oben nach unten eingeführt wird, so dass sie an der untersten Kante des Saumes herauskommt. Diese Stiche, auch für die rechte Seite verwendbar, bilden eine Art Schnürchen am Saum. Deiterstichsaum (Abb. 57 ). — Die Naht am Saum wird zuerst, wie bei Abb. 55 erklärt, vollendet, dann werden noch einige Fäden entfernt, so dass im Ganzen 5 bis 7 ausgezogen Th. de Dillmont, Encyklopxdie der weiblichen Handarbeiten. In-8°. Leinwbd. mit Goldschnitt. — Preis M. 3 DIE DURCHBRUCHARBEIT 2 ? Abb. 57. Leiterstichsaum. Abb. 58 . Doppelhohlsaum. sind. Die Arbeit ist hierauf zu wenden und die untere Naht gleich der oberen auszuführen. Bei der zweiten Stichreihe müssen dieselben Fadenbüschel gefasst werden, welche bei der ersten genommen wurden, damit sich senkrechte Stäbchen bilden. Doppelhoh.lsaum(Abb. 58). — Die obere Naht wird ebenfalls mit dem Saumstich, nach Abb. 55, gemacht, wobei man stets eine gerade Anzahl Fäden zusammenzuziehen hat. Bei der zweiten Naht wird die Hälfte von zwei nebeneinander liegenden Stäbchen zusammengefasst, wodurch sie in eine schräge Lage kommen. Antiker Hohlsaum (Abb. 5g bis 62). — An alten, kunstvoll ausgenähten Leinenarbeiten findet man häufig zwei Hohlsaumarten angebracht, welche in modernen Handarbeitbüchern selten Vorkommen. Unsere Abbildungen 5g —62 bringen dieselben vergrössert zur Ansicht. Unter der für einen schmalen Saum erforderlichen Stoffbreite wird ein Faden ausgezogen ; in sehr feinen Geweben unterbleibt es; dann wird der Stoffrand eingerollt und nicht gelegt; der Nähfaden wird links befestigt, die Stiche sind von links nach rechts auszuführen. Die Nadel geht unter 3 bis 4 Fäden von rechts nach links durch, der Nähfaden wird um das Stäbchen gelegt, die Nadel um so viele Fäden durch die obere Stofflage weiter geführt, als sie unten gefasst hat, so dass der Stich stets mitten aus dem Fadenbüschel herausläuft. Abb. 61 giebt den Saum auf ÖKHB Abb. 5 g. Antiker Hohlsaum. Kehrseite. Abb. 60. Antiker Hohlsaum. Rechtseite. 28 DIE DURCHBRUCHARBEIT Abb. 6i. Antiker Hohlsaum. Kehrseite. Abb. 62. Antiker Hohlsaum. Rechtseite. Ü8Ü der rechten Seite •, hier wird der Rollsaum wie oben vorbereitet , die Stiche hingegen werden von rechts nach links ausgeführt und zwar wird der Faden um das Röllchen geführt, so dass er, wie es in Abb. 62 gezeigt, auf beiden Seiten des Saumes sichtbar ist. Die Nadel kommt nicht in den Stoff, sie wird gleich von aussen wieder nach innen zwischen 2 Fadenbüschel zurückgeführt. Abb. 63 . Verschrägter Hohlsaumstich. Kehrseite. Abb. 64. Verschrägter Hohlsaumstich. Rechtseite. Verschrägter Hohlsaumstich (Abb. 63 und 64). — Der Nähfaden wird im Einbug 2 bis 3 Fäden oberhalb der Bugkante vor dem mittleren der 3 Fäden des Stäbchens heraus, dann von rechts nach links unter diese durchgeführt. Die Fadenschlinge hat vor der Nadel zu liegen. Wenn der Stich angezogen, so führt man die Nadel um einen Faden weiter ein und nach zweien wieder heraus. Auf der Rechtseite sieht der Stich aus wie er in Abb. 64 dargestellt ist. Doppelreihige Ziernaht (Abb. 65 , 66 und 67). — Nachdem einer der früher angeführten Säume vollendet ist, zieht man eben so viele Fäden tiefer, als in der ersten Stichreihe zusammengeschürzt wurden, einen zweiten Faden aus. Es werden dann in der zweiten Rinne dieselben senkrecht laufenden Fäden, wie in Abb. 65 u. 66, übernäht. Auf der Rechseite erscheint der Stich in gerader Lage. (Abb. 67). Abb. 65 . Doppelreihige Ziernaht. Kehrseite. DIE DURCHBRUCHARBEIT 2 9 1 Abb. 66. Doppelreihige Ziernaht. Kehrseite. Abb. 67. Doppelreihige Ziernaht. Rechtseite. Einfacher dreireihiger Durchbruch (Abb. 68). — Diese und die folgenden Vorlagen können sowohl an Säumen als zwischen gestickten Streifen oder auch anstatt solcher angebracht werden. , 1 v.v *,i V/ lü m Abb. 68. Einfacher dreireihiger Durchbruch. Das Muster ist besonders da anwendbar, wo viel Effect mit möglichst geringer Mühe erzielt werden soll. Der in Abb. 55 erklärte Saumstich wird im einfachen Stoff sechsmal gemacht; das 1. und 6. Mal als Abschlussnaht, das 2. und 5. Mal nach dem Ausziehen von je 6 Stofffäden, das 3. und 4. Mal nach dem Ausziehen von 8 Stofffäden. Die Fadenstäbchen müssen alle eine gerade Fadenzahl haben. Der obere und untere Durchbruch werden nach Abb. 58 gebildet, der mittlere nach Abb. 57. Die Fäden der senkrecht stehenden Stäbchen werden in gleiche Theile getheilt; die Nadel wird unter die Hälfte des zweiten Stäbchens von links nach rechts 3 3 o DIE DURCHBRUCHARBEIT eingeführt, das Öhr der Nadel mit einer zweiten Bewegung von links nach rechts gedreht, der zweite Theil des ersten Stäbchens erfasst und unter und zugleich vor die ersten Fäden des zweiten Stäbchens gebracht. Der Nähfaden darf nicht zu stramm angezogen werden. Doppeltdurehzogener Durchbruch (Abb. 69). — Eine breitere Fadenrinne zwischen zwei Schlussnähten kann man auf obige Art zweimal durchziehen. Abb. 69. Doppeltdurchzogener Durchbruch. I 5 5 S,! ►SSV". 'i ndosäSiuKiCutätSE UhNa, « — m • msm BESiS* mm wwm mmt) Abb. 70. Dreifachdurchzooener Durchbruch. hiiTiiiHfiriiUtiitr Aü'Aw msm. iaäpÄ- Dreifaohdurchzogener Durchbruch (Abb. 70). — Einfache Ueberwindlingsstiche begrenzen die Durchbruchkanten ; in der Mitte werden zuerst die Fäden mit dem bei Abb. 68 erklärten Stich verschrägt; hierauf wird ober- und unterhalb des mittleren Fadens zuerst je ein Faden gerade zwischen den Fäden durchgezogen, dann wird ein zweiter Faden über den ersten mit Ueberwindlingstichen gelegt, so dass die Fadenstäbchen zwischen zwei Nähfäden eingeschlossen sind. Büscheldurchbruch (Abb. 71). — Ungefähr 20 bis 22 Fäden sind zwischen zwei Nahtreihen auszuziehen. Der Faden DIE DURCHBRUCHARBEIT 3l wird 7 m/m. ober der Nahtkante befestigt und dreimal über je 2 Fadenstäbchen geschlagen. Beim dritten Mal wird die Nadel unten durch die zwei ersten Stiche geführt, damit der Nähfaden befestigt ist. Der eingezogene Faden darf nur lose angezogen werden. Eine zweite, gleiche Stichreihe, nahe an der unteren Nahtkante vervollständigt dieses Muster. Will mah diesen Durchbruch kräftiger gestalten, so kann man den einfachen Faden mit einem zweiten, zurückgehend überwindeln und hat man dabei zu achten, dass dieser zweite Faden stets unter dem durch den ersten Faden gebildeten Knoten laufe. Abb. 71. Büscheldurchbruch. %ß ßf ß§ iü ili ff fit ffff fffffllllf jj MAI Abb. 72. Zweireihiger Büscheldurchbruch. ■H m WJtmüm wmmm Zweireihiger Büscheldurchbruch (Abb. 72). — Sehr wirkungsvoll gestaltet sich dieselbe Stichart über 3 Fadenstäbchen, zwischen festen mit Hohlsaumstichen begrenzten Stoffeinsätzen. Türkischer Büscheldurchbruch (Abb. 73). — Nachdem die Stäbchenbüschel nach einer Seite abgenäht sind, werden 12 bis 14 Fäden ausgezogen und Saumnath sowie Verbindungs- 32 DIE DURCHBRUCHARBEIT stich in einem wie folgt gemacht: Der Faden wird vor dem Stäbchen herausgeführt, um dasselbe gelegt, dann über 3 wagrechte und unter 4 senkrechte Stofffäden von rechts nach links gebracht; hierauf wieder von links nach rechts, über die 4 letztübergangenen Fäden, neben dem zweiten Stäbchenbüschel herausgeführt, darüber gelegt, hinter dem ersten Büschel herausgeführt, beide Büschel in deren halber Länge damit umwunden, dann zwischen den Ueberwindlingsstichen durchgeführt und wieder zur Saumnaht gebracht; mit einem Schlingstich umfasst der Faden das zweite Stäbchen und zieht sich dann wieder über 3 wagrechte und unter 4 senkrechte Stofffäden, hierauf schräge unter dem Stoff vor das nächste Büschel wieder hinauf. Abb. 73. Türkischer Büscheldurchbruch. liillS •Mh. 4 WshlnÖ’r 1 4rr~4 l (f 4*r 41-T-4 1 v.' 4 «*14 Vr.h J | t * !• 'T' 4 t r» ’“T Hü“ H- T-hiiJrri* ,4 fe-fälC tao llfkl Abb. 74. Durchbruch mit Stopfstich. 1 Durchbruch, mit Stopfötich (Abb. 74). — Je nach dem Gewebe sind 14 bis 16 Fäden auszuziehen. Der Nähfaden wird zwischen zwei Stäbchenbüschel eingelegt, dann hin- und zurückgehend so oft über dieselben geführt, dass sie bis zur halben Länge mit Stichen bedeckt sind. Eine bedeutende Erleichterung der Arbeit verschafft man sich, wenn man das Öhr der Nadel stets vorausführt und die Spitze gegen den Fingerhut zukehrt. Um zum nächsten Stopfstäbchen überzugehen sticht man DIE DURCHBRUCHARBEIT 33 unter das zuerst vollendete zurück, und führt dann den Faden unter den Stofffäden zum zweiten Stäbchen. Abb. 75. Durchbruch in drei Farben. Durchbruch, in drei Farben (Abb. 75). — In gleicherweise wie Abb. 74 auszuführen, erfordert dieses Muster jedoch das Ausziehen von wenigstens 18 Fäden. Es werden dann je 3 schräglaufende Stopfstäbchen in einer Farbe ausgeführt. Die Farben können ganz fremd oder auch drei Töne aus einer Schattirung gewählt werden. mm Kssifta Abb. 76. Durchbrucheinsatz. Durchbrucheinsatz (Abb. 76 und 77). — Die Kanten werden bei beiden Vorlagen mit einfachen Ueberwindlings- stichen begrenzt. Die Stopfstiche der beiden Muster werden so dicht aneinandergedrängt, dass die Stofffäden gänzlich überdeckt erscheinen. Abb. 76 erfordert das Ausziehen von 18, Abb. 77 von 3 o Fäden. Beide Durchbrucheinsätze gestatten die Anwendung mehrerer Farben. Durchbruoheinsatz (Abb. 78). — Nachdem 16 bis 18 Fäden für den Durchbruch gezählt, werden an beiden Seiten über je 4 senkrechte und 4 wagrechte Fäden die Einfassungsstiche 3 4 DIE DURCHBRUCHARBEIT wie folgt gemacht: Ein Hinterstich über 4 freie Fäden, den Nähfaden nach aufwärts über 4 wagrechte und unter 4 senkrechte Fäden von rechts nach links führen, über die vier letzten Fäden zurückgehen und neben dem nächsten Fadenstäbchen wieder heraus kommen. Die nun stehenden Stäbchen werden in der Mitte mit Stopfstichen verbunden. Der Faden muss nach jedem Stäbchen vernäht und abgeschnitten werden. PUPP Abb. 77. Durchbrucheinsatz. Abb. 78. Durchbrucheinsatz. 111 &SS!IS WJÄ 1 ' i Durchbrucheinsatz (Abb. 79). — Es werden zuerst die beiden Reihen Einfassungsstiche gemacht. Der Faden wird beim letzten Stich eingeführt, nach der punktirten Linie schräge unter 4 wagrechte und 3 senkrechte Stofffäden gebracht und herausgezogen, über 3 Fäden von rechts nach links gelegt und unter diese von links nach rechts gebracht, wieder über 4 wagrechte Fäden herausgeführt, unter 3 senkrechten Fäden durchgezogen und dann darübergelegt, die nächsten Stiche sind in der eben angeführten Ordnung nach den punktirten schrägen Linien auszuführen. il DIE DURCHBRUCHARBEIT 35 Hierauf wird der Stopfstich über g Stofffäden oder 3 Stäbchen gearbeitet. In deren halber Länge werden einmal rechts, einmal links 3 Fäden ausgelassen, auf der anderen Seite dagege neben so viele dazugenommen ; so dass sich stets 2 genähte und i Stofffädenstäbchen gegenüberstehen. Die einzelnen Büschel werden zuletzt mit Ueberwindlingstichen übernäht; zuletzt verbindet je 2 Fadenbüschel ein verschlungener Stich, wie er in der Abbildung deutlich veranschaulicht ist. w Abb. 79. Durchbrucheinsatz. j w w r 4 iTi kTi 1 Abb. 80. Durchbrucheinsatz. Durchbruoheinsatz (Abb. 80). — Für die Fadenrinne 20 Fäden ausziehen. Nach beiden Seiten sind die Kanten mit Ueberwindlingstichen über 3 Fäden einzufassen. Hierauf wird, von den ersten Stichen ausgehend, ein schräger Stich über 3, einer über 6 und einer über 9 Fäden gemacht, so dass alle 3 Stiche in dieselbe Fadenlinie münden. Zur Herstellung des Durchbruches wird ein Fadenstäbchen fünf Mal ganz knapp mit dem Faden umwunden, dieser dann zur Kante und zwischen das zweite und dritte Büschel gebracht, 36 DIE DURCHBRUCHARBEIT diese beiden werden mit 6 hin- und zurückgehenden Stopfstichen verbunden, dann das erste und zweite Büschel durch 12 hin- und zurückgehende Stiche vereint und der Rest des ersten Büschels mit 5 Stichen wieder umwunden. Die zweite Hälfte der Durchbruchfigur wird dann gleich der ersten über das dritte und vierte Büschel ausgeführt. Abb. 8i. Durchbrucheinsatz in vier Farben. ipp jjÿpüfjfiS • R 1 :' -yfe'KtÄS' Durchbrucheinsatz in 4 Farben (Abb. 8i). — Für die Fadenrinne 25 bis 3o Fäden ausziehen. Die äusseren Figuren werden über 6 Stäbchen zu je 3 Fäden ausgeführt und zwar abwechselnd in einem hellen und einem dunkleren Ton einer Farbe. Die mittlere Figur verbindet je 3 Büschel von je 2 Figuren der ersten Reihen. Sie wird entweder in ganz abstechender Farbe oder in einem helleren Ton der zuerst benützten ausgeführt. Der kleine Stern in der Mitte ist in dunkelroth oder schwarz auszuführen. Durchbrucheinsätze (Abb. 82, 83, 84). — Für die Fadenrinne dieser drei Vorlagen sind 3o Fäden auszuziehen. Abb. 82, in weiss und Rouge-Grenat clair 309 gearbeitet, ist über 18 Büschel zu je 4 Fäden auszuführen. Man beginnt an der Spitze der grossen Pyramide, damit sich die eingezogenen Fäden leichter zusammendrängen lassen. In Abb. 83 erscheinen die beiden Reihen einzelnstehender Stäbchen in Gris-Tilleul moyen und clair 3g3 und 33o, die abgestufte Pyramide in Brun-Chamois moyen 324, die inneren 3 Stäbchen in Brun-Chamois très-clair 419. Eine Figur ist über 20 Büschel zu je 3 Fäden auszuführen. DIE DURCHBRUCHARBEIT 37 Für Abb. 84 sind ebenfalls 3 Farben zu nehmen. Die ganz hell erscheinenden genähten Würfel sind naturfarben, die Mittelfigur in Bleu-Indigo très-clair 334, die grossen Würfel zu beiden Seiten in Brun-Cuir clair 432 gearbeitet. Jede Figur erfordert 22 Fadenbüschel zu je 3 Stofffäden. Abb. 82. Durchbrucheinsatz. Eff« speis« Abb. 83. Durchbrucheinsatz. WSS§||Sg; ä£3£ä£lliS3 mmm PUS WWW Durchbrucheinsatz mit Spinnen (Abb. 85). — Die Kanten werden zu beiden Seiten mit der unter Abb. 39 erklärten Naht überkreuzt. In der Mitte werden über je 4 Fadenbüschel Spinnen ausgeführt. Der Faden, von einer Spinne auslaufend, geht über zwei und unter einem Büschel durch, wird dann einige 38 DIE DURCHBRUCHARBEIT Male, wie bei der Leinenstopfe, unter und über die Büschel geführt, dann an der Stelle, wo er eingezogen wurde, unter der Spinne zu den nächsten 4 Fadensträhnen weitergeführt. Abb. 84. Durchbrucheinsatz. Wwsm* m m Abb. 85 . Durchbrucheinsatz mit Spinnen. is •varia^iiaaitS&fe UäilSU Dreireihiger Durchbruch (Abb. 86). — Es werden 5 Fäden für den schmalen, 16 bis 18 für den breiten Streifen ausgezogen. Für jedes Fadenstäbchen sind 4 Fäden zu nehmen. Die Zwi- schenleistchen sind nach beiden Seiten zugleich zu überkreuzen. Die punktirte Linie zeigt den Lauf des Fadens auf der Kehrseite an. Hierauf werden die einzelnen Büschel in der Mitte durch Hinterstiche, wie sie in der Abbildung erklärt, verbunden; schliesslich werden noch je 4 Büschel durch 3 Stiche vereint und eine Spinne wird über die in der Mitte des Durchbruches sich kreuzenden Fäden hergestellt. Durchbrucheinsatz mit Bingen (Abb. 87). — Die Kanten sind von beiden Seiten mit doppelseitigen geraden Stichen einzufassen. Man nimmt dazu Coton ä repriser D.M.C N° 25 , DIE DURCHBRUCHARBEIT - 1 9 Abb. 86. Dreireihiger Durchbruch. Kiliiiiiiiiiiiiiffitlii sag WimmmM IppfiMBHHBPBii ;;£> fr '_rU: tvcV.ilirsai, lSÜ1i£i«S.'.i:SiKiiieii»«il M«a äahaaäi Abb. 87. Durchbrucheinsatz mit Ringen. «SwBf mmi mm oder Coton ä broder D.M.C N° 35 , doppelt. Es sind 24 bis 3 o Fäden auszuziehen. Ueber 9 Stofffäden wird der Nähfaden sechs bis sieben Mal herumgelegt, dann der Stopfstich so weit zu beiden Seiten der ersten Stiche fortgesetzt, dass die Stofffäden bis auf 5 m/m. gedeckt sind. Sind je 2 gegenüberliegende Stäbchen vollendet, so werden sie durch 4 Schlingstiche verbunden ; der einfache Faden wird drei Mal umwunden und mit dichten Cordonnetstichen übernäht. Durehbrucheinsatz mit Spinnen (Abb. 88). — Für die Fadenrinne 24 Fäden ausziehen. Die beiden Kanten werden mit halben Spinnen verziert. Man beginnt sie über 2 Stoff- 40 DIE DURCHBRUCHARBEIT fäden, die nächsten werden allmälig mit gefasst, bis 8 Fäden einbezogen sind. Die grosse Spinne in der Mitte wird auf die schon früher beschriebene Weise ausgeführt. Abb. 88. Durchbrucheinsatz mit Spinnen. PI WmMmm Abb. 89. Durchbrucheinsatz mit Knotenstichrand. J»-*« ■-M; sssss&a w*M Iknh 1 insist SEES; Abb. 90. Sticherklärung zu Abb. 89. H m-t* lasts*»; sä**jg» l-J «W _-B Al »1 k» Aa I». ässsM&iihss&sä Ü^n Durchbrucheinsatz (Abb. 89 und 90). — Der Reiz dieses sonst sehr einfachen Musters liegt in dem eigenartigen Knoten, der als Randverzierung des Durchbruches verwendet ist. Es wird der Faden, wie auf Abb. 90 ersichtlich, von rechts nach links über und unter 4 Fäden der Stoffkante geführt; dann wird die Nadel unter dem schräg liegenden Faden zurückgebracht, der Arbeitsfaden mit dem Zeigefinger der rechten Hand in eine DIE DURCHBRUCHARBEIT 41 Schlinge gelegt, diese auf die Nadel geschleift und ganz knapp an den ersten Stich angezogen; die Nadel wird durch den Knoten durchgezogen und zum nächsten Stich weitergeführt. Die Ausführung des Durchbruches über die mittleren Fadensträhne ist aus der Abbildung erkennbar. mm mBsm Abb. 91. Durchbruch mit Wickelstich. Durchbruch, mit Wickelstich (Abb. 91). — Für diesenmüh- samen Durchbruch sind 24 Fäden auszuziehen. Die Abschlusskante besteht aus doppelseitigen Stickstichen über 2, 3 , 4 und 5 Fäden. Für die Mittelfiguren sind zu berechnen : 4 Fäden für die fest umwundenen Stäbchen, 8 Fäden für die mit Wickel- pikots verzierten Stopfstäbchen, 16 Fäden für die Unterlage der in zwei Farben gearbeiteten Wickelrosette, deren Ausführung im 5 . Abschnitt erklärt ist. Als Grund für die Rosette wird eine lose Spinne über die Fäden gemacht. Die Pikots sind in einer vom Stäbchen abstechenden Farbe zu halten, ebenso ist die Rosette zweifarbig auszuführen. Die verbindenden Schlingen werden von einer Figur zur anderen während des Uebernähens derselben gemacht, und zwar wird der Faden stets in den fertigen Theil zurückgeführt. Das Ausschneiden und Vernähen der Fäden in Ecken (Abb. 92 bis g 5 ). — Sind Gittersäume oder Durchbruchmuster über Ecken zu führen, so müssen die Fäden nach beiden Seiten ungefähr 1 c/m. breit vor der eigentlichen Saumkante durchschnitten und gelöst werden, wie dies aus Abb. 92 ersichtlich. Die losen Fäden können im Einbug eingeschoben und die Kante mit Knopflochstichen nach Abb. 93 übernäht werden. 42 DIE DURCHBRUCHARBEIT Abb. 92. Das Abschneiden der Faden Abb. 93. Das Ueberschlingen der in einer Ecke. Fäden in einer Ecke. Otj. UH- Ol: M-rH -‘n'-ö i C _ L.L lCj.C. II l_ L. l_j Lj ;I1 tkh'hbJi. .FliuL iiiiffiäf i_j_ i_ 1—. i_ t— .i -r~ 1 1_. i_i i_ u liUUU.U u uO UUUJ1 u mm seih mm 5 HS Abb. 94. Das Umlegen und Abb. g 5 . Das Ausfüllen Vernähen der geschnittenen Faden. einer durch Entziehen der Fäden Recht- und Kehrseite. frei gewordenen Ecke. um i_ L l l 1. I“T I“ \-.A- Sthcr'm.' -\l7hhl? WM— Sollen hingegen die eigentlichen Hohlsaumstiche ununterbrochen weiter gehen, wie dies der obere Theil von Abb. 94 veranschaulicht, so müssen die losen Fäden nach der Kehrseite der Arbeit gebracht und, wie es der untere Theil der Abb. 94 zeigt, mit einigen Stichen festgehalten werden. In Abb. 95 ist das Ausfüllen einer Ecke, welche durch das Ausschneiden der Fäden frei geworden, ersichtlich. Der Doppeldurchbruoh (Punto tagliato). — Die Stofffäden werden zum Doppeldurchbruch nach der Länge und Breite, in grösserer oder kleinerer Anzahl, je nach dem auszuführenden Muster, ausgezogen. Jene Fäden, welche zwischen DIE DURCHBRUCHARBEIT 4 3 den ausgeschnittenen übrig bleiben, dienen dann verschiedenen Sticharten zur Einlage. Zu allen Doppeldurchbrucharbeiten sind solche Stoffe zu wählen, deren Schuss- und Kettenfäden gleich stark und gleich entfernt gestellt sind, damit die nach dem Ausziehen der Fäden entstandenen Lücken stets ein genaues Viereck bilden. Ausziehen der Fäden nach zwei Seiten (Abb. 96). — Die Fäden werden in gleicher Anzahl nach beiden Seiten ausgezogen •, bei vielen Musterungen haben ebenso viele Fäden zum Uebernähen zu bleiben, als entfernt wurden. Die Abb. 96 zeigt je 4 ausgezogene und 3 bleibende Fäden. Abb. 96. Ausziehen der Fäden nach zwei Seiten ohne Rücksicht auf die Kanten. Abb. 97. Ausschneiden der Fäden bei fest- bleibenden Stoffkanten. SScBH^ ÜSji Ausschneiden der Fäden (Abb. 97). — Viele Doppeldurchbruchmuster findet man in der Mitte einer Stofffläche eingesetzt. In solchen Fällen sind die auszuschneidenden Fäden einige Millimeter innerhalb der Abschlusskante abzuschneiden und dann erst zu lösen, damit nach Aussen ein Rand des Gewebes ungelichtet erhalten bleibe. Uebersohling-en der Schnittkanten (Abb. 98). — In sehr feinen, festgeschlagenen Leinengeweben genügt das einfache Ausschneiden der Fäden, werden aber kräftigere Stoffe zur Arbeit verwendet und schliessen die Muster stufenförmig ab, so müssen die Schnittkanten mit Knopflochstichen (Abb. 29) oder mit Schlingstichen übernäht werden. Ueberschnüren der Schnittkanten (Abb. 99). — Beinahe noch vortheilhafter als das Ueberschlingen ist das Ueberschnüren der Kanten. Man zählt genau die auszuschneidenden Fäden, 44 DIE DURCHBRUCHARBEIT zieht einen Einlagefaden genau nach dem Muster ein und schneidet dann erst die Fäden durch, wenigstens 2 Fäden hinter der vorgezogenen Linie. Abb. 98. Abb. 9g. Ueberschlingen der Schnittkanten. Ueberschnüren der Schnittkanten. Pg^pfj i fe ^ g p wjB ff£S2& fcaat?!** 4titiT4. Pi rlr mm •A«-— Das Uebernähen des Gittergrundes (Abb. 100). — Sind nur kleine Flächen auszuarbeiten, so können die Fäden gleich für die ganze Arbeit ausgezogen werden. Bei grösseren Arbeiten ist es jedoch empfehlens- werth, die Fäden vorerst nur in einer Richtung zu entfernen und sämmt- liche Gitterstäbchen nach dieser Richtung zu vollenden. Dann erst sind die Fäden in der anderen Richtung auszuziehen und zu übernähen. Das all- mälige Entfernen der Fäden und das UebernähendesGittergrundes. r . __ , , 1 1 1 .1 , sofortige Uebernähen der bleibenden, trägt wesentlich zur Gleichheit und Schönheit der Arbeit bei. Gittergrund zum Deckchen Abb. 105 (Abb. 101). — Die erste Reihe Gitterstäbchen hinter der Schnittkante ist ganz zu vollenden; in der zweiten Reihe wird der Faden von der Mitte des Stäbchens aus über zwei Felder (a und b) gelegt und zurückgeführt. Gittergrund zum Deckchen Abb. 105 (Abb. 102). — In den Querreihen kreuzen sich die zweiten Fäden mit den ersten. Der Grund ist nach beiden Richtungen fertig auszunähen Abb. ioo. DIE DURCHBRUCHARBEIT 43 Gittergrund zum Deckchen Abb. io 5 Abb ' io2 ‘ mit Angabe der Sticheintheilung, Gittergrund zum Deckchen Abb. io5. MB Abb. ioi Abb. 102 ^Hrlifc '4 Abb. :o3. Gittergrund nebst einem Theil des Deckchens Abb. :o5, j£0M W***fcs fVwt«rA'i V t Vs , i mm T •V-i-'V—»' — taM'-rrH tsm Mg t ■iairc*- St, - 1/MiflK ) j im! ■! 4 46 DIE DURCHBRUCHARBEIT und dann über die ganze Fläche einfach gedrehte Stäbchen zu spannen. (Siehe dieselben auch in den Abschnitten der Netzstickerei und der Irländer Spitzen). Gittergrund und Damaststich zum Deckchen Abb. 105 (Abb. io3). — Unsere Abbildung zeigt einen dritten Durchbruchgrund nebst einem Ecktheil in Damaststich des in Abb. io5 dargestellten Deckchens. Die Stäbchen der einzelnen durchkreuzten Felder sind stets bis zur halben Länge zu machen, der Faden zum gegenüberstehenden Stäbchen hin und wieder zurückzuführen. Auf gleiche Weise führt man den zweiten Faden über den ersten. •.üsSts m Gittergrund und Da- maststicb zum Deckchen Abb. 105 (Abb. 104 ). — Die Damaststiche,auch Gobelinstiche genannt, erklären dieAbb. i 52 , 1 53, 154 . In dieser Partie der Decke (Abb. 104 ) ist der ausgenähte Grund mit schmalen Stäbchen aus Stopfstichen gebildet, verziert. Es werden von einem Stäbchenmittelpunkt 3 Stäbchen über 3 Einlagfäden vollendet ; für das vierte werden nur 2 Einlagfäden gespannt, um den Ueber- gang zum nächsten Stäbchen zu ermöglichen. Abb. 104. Gittergrund und Damaststich zum Deckchen Abb. io 5 . Vierter Theil eines Deckchens in Durchbruch, Doppeldurchbruch und Damaststichen. Originalgrösse 40 c/m. im Viereck. (Abb. io5). — Die ebenso geschmackvoll als reichgemusterte Decke ist auf weissem Grundstoff in naturfarbenen Garnen ausgeführt, doch lässt sich die Arbeit auch in bunten DIE DURCHBRUCHARBEIT 47 Farben anfertigen. Besonders schöne Wirkung erzielt man, wenn für die Gobelinstiche Chiné d’or D.M.C roth, blau oder grün verwendet wird, die Doppeldurchbrucharbeit hingegen in matter Farbe, einfarbig gehalten bleibt. Die Abb. ioi, 102, io3, 104 bringen die Einzelheiten des PHP amHpy mmm gpplfpipi *%£*>*$ i&ÄV' L'S ..iiaftjgSatfjli i» fäßSS2 phéss •38SËR n dHk PISl #SS Ü8Ü ■wtS« *- 3~ 4 <■_ Î ~ -£i mt mmm mm Abb. io 5 . Vierter Theil eines Deckchens in Durchbruch, Doppeldurchbruch und Damaststichen. Originalgrösse 40 c/m. im Viereck. Fadensorten für Holbeinleinen: Fil à pointer D.M.C N° 3o, Cordonnet 6 fils D.M.C N* i5 oder 20 und Coton à repriser D.M.C N" 25. Für Antikleinen : Fil à dentelle D.M.C N* 25 und 3o, oder Cordonnet 6 fils D.M.C N* 5o, 60, 70 und Coton à repriser D.M.C N* 5o oder statt diesem _Coton à broder surfin D.M.C N° 100. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE DURCHBRUCHARBEIT 49 Das Einziehen des Musters (Abb. 107). — Bedeutend fördernder als das Einstopfen der Fäden ist das Einziehen derselben, wie es oft bei leichteren Netzarbeiten gebräuchlich ist. Die Abbildung erklärt deutlich die zur Ausführung von Abb. 109 zu befolgende Sticheintheilung. Auch hier sind zuerst die Stäbchen zu vollenden und dann erst das eigentliche Muster einzufüllen. Abb. 108. Einsatz in Doppeldurchbrucharbeit mit eingestopftem Muster. it'MXiwMfrmtV. imy .ui i/MHlV.lUttl c' ?' i nmm\ iwmmj umgHBimii IMMMHIlUt« mm Fadensorten : Dieselben wie zu Abb. io5, auch Coton ä broder D.M.C ist je nach dem Grundstoff stärker oder feiner zu gebrauchen. Einsatz in Doppeldurchbruoharbeit mit eingestopftem Muster (Abb. 108). — Dieser Einsatz kann in allen Leinenstoffen eingearbeitet und an Handtüchern, Schürzen, Bettwäsche u. s. w. verwendet werden. Wird er zwischen Kreuzstichborden eingefügt, so ist die Durchbrucharbeit färbig, übereinstimmend mit der Stickerei, zu halten, die Musterung selbst bleibt weiss oder naturfarben wie der Grundstoff. In Abb. 108 ist das Muster zur Hälfte grösser als es unser Original darstellt, wiedergegeben. Breiter Einsatz in Doppeldurchbruoharbeit, mit einge- zogenem Muster (Abb. 109). — Der Einsatz, welcher je nach dem Grundstoff, auf welchem er ausgearbeitet wird, zur Verzierung der Gardinen, Tischdecken, Bett- und Leibwäsche verwendet werden kann, ist nach der in Abb. 107 gebrachten Erklärung auszuführen. Wird er auf weisses Leinen übertragen und zur Zierde weisser Gegenstände benützt, so empfehlen 4 8 DIE DURCHBRUCHARBEIT auf zwei Drittel der Originalgrösse reducirten vierten Theiles der ganzen Decke. Das Mittelstück (Abb. io3) ist von 4 Streifen begrenzt, von welchen zwei mit zwei Durchbruchfiguren, zwei andere mit je einer ausgestattet sind. Für den dreimal wiederkehrenden Einsatz in einfacher Durchbrucharbeit bieten die Abb. 81, 82, 83, 84, 87, 88, 91 Anhaltspunkte, um eine weitere Abwechslung in die Zeichnung zu bringen. Das Eins topfen der Fäden, Erklärung zu Abb. 108 (Abb. 106). — Häufig finden wiran alten schönen Arbeiten die Zeichnungen ausgespart, das heisst der Stoff bleibt für dieselben erhalten,während der Grund überarbeitet ist. Nunistesschwie- rig, zumal bei Abb. 106. Das Einstopfen der Fäden. kleinen, Zarten (Erklärung zu Abb. 108). Figuren, die Fäden ohne Beeinträchtigung des Leinengrundes auszuscheiden; es werden dess- halb dieFäden über die ganze Fläche ausgezogen und für die Figur wieder neue eingefüllt. Zur deutlicheren Wiedergabe dieses Verfahrens sind in der Abbildung die ursprünglichen Stofffäden in hel- Abb. 107. Das Einziehen des Musters. j el> djg wieder ein- (Erkiärung zu Abb. io 9 ). gestopften hingegen und die Stichfolge in dunklerer Färbung angegeben. 5o DIE DURCHBRUCHARBEIT wir, die Gitterstäbchen in naturfarbenen, die Musterung selbst in hell weiss gebleichten Garnen auszunähen, damit sie sich vom Grundgewebe deutlicher abhebt. ■ \ m !§■■■■«« mm mii mm - Hi ■SS mm isiiil! ■ ■: *a ■ ■■■■! IHH rg?aÆ !.. ■* !■: : ■ Abb. 109. Breiter Einsatz in Doppeldurchbrucharbeit, mit Eingezogenem Muster. Fadensorten für Holbeinleinen : Fil à pointer D.M.C N" 3 o, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 8, 10, i 5 zu den Stäbchen; Coton à tricoter D.M.C N° 16 oder Coton à repriser D.M.C N° 12 oder 25 zum Einfüllen des Musters. Für feinere Gewebe : Fil à dentelle D.M.C N* 25 und 3 o oder Cordonnet 6 fils D.M.C N° 25 , 3 o, 40 zu den Stäbchen ; Coton à repriser D.M.C N“ 5 o zum Einfüllen des Musters. (*) Doppeldurchbruch-Muster (Abb. in). — Dieses schon mehr in das Bereich der Spitzenarbeiten gehörige Doppeldurchbruchmuster findet nicht nur zu Putz- und Hausgegenständen Verwendung, sondern auch zu allen waschbaren Kirchenparamenten, da es sich nach Belieben breit und schmal anfertigen lässt. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. VSC<"> • ' ~'f 'BT*'.-’ - ■ ■■ ‘ DIE DURCHBRUCHARBEIT 5 I Abb. no, die vergrösserte Darstellung des Verlaufes der Arbeit, zeigt je io Fäden nach der Länge und Breite ausgezogen und 6 bleibende Fäden. Die Languettenbogen sind über 3 Einlagfäden von der Mitte eines Stäbchens aus auszuführen, die Räder hingegen sind stets von einer Ecke aus zu beginnen und in derselben auch wieder zu vollenden. Die Fäden der Schnittkanten werden mit Ueberwindlings- stichen befestigt, die äussere Stofflage wird mittelst Hohlsaum (Abb. 61, 62) begrenzt Griechisches Doppeldurch- bruch-Muster (Abb. 112). — Nach den vielen vorhergehenden Erklärungen dürfte es unschwer sein dieses schöne, uns aus Griechenland zugekommene Durchbruchmuster nach- Abb. no. Ausführung des Durchbruchmusters Abb. iii. •>"»» impr Abb. iii. Doppeldurchbruchmuster. Fadensorten für Holbeinleinen : Fil à pointer D.M.C N* 3o. Für feine Stoffe: Cordonnet 6 fils D.M.C, oder Fil à dentelle D.M.C. \ 52 DIE DURCHBRUCHARBEIT Abb. ii 2. Doppeldurchbruchmuster. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N" 25, 3o, 40, 5o oder Fil à dentelle D.M.C N* 25, 3o, 40, 5o. -'vy wy ggi ES«eE zubilden. An unserem, im feinsten Leinen gearbeiteten Original zählen wir in der Mitte je 48 Fäden nach der Länge und Breite von einem Stopfstäbchen zum anderen ausgezogen, für die untere Eintheilung je 21 Fäden nach der Höhe und Breite. Die Schnittkanten von Stäbchen zu Stäbchen sind mit Hohlsaumstichen eingefasst; zwischen den beiden Hohlsaumreihen bleiben 4 Stofffäden als Zwischenraum. Die langen Stäbchen in der zweiten Figur sind nach zwei Seiten, die Pikots nur nach einer Seite geschlungen. **“ / \ i K i « ’y X 4 .~l (■;* r , »!fe ^ r; -«sw^ ^ . ,. f/ m y# !*; C #I 5 * Afite *«$ X * "7; #'*■ ■".H .«..iAtf&st-.. J‘ -SfcSSKÄÄ » -aSSli Tüllstreifen. Nachbildung von Brüsseler Spitzen. Tüllgitter und Damaststiche. Viele Tüllmuster und Damaststiche entstehen aus dem einfachen Vorstich und dem Stopfstich, andere wieder aus Ketten-, Stiel- und Kreuzstichen. Tüllgitter. — Alle Sticharten können sowohl auf ganz grobem, sogenanntem griechischen Tüll, als auch auf dem allerfeinsten echten Brüsseler Grund ausgeführt werden. Man kann auch Tüllstreifen mit Languettenstichen abgrenzen und mit einem oder dem anderen der folgenden Muster ausstatten und so allerliebste, gute, waschbare Spitzen und manche andere Dinge selbst hersteilen. Besonders fördernd erweisen sich Tüllgitter bei unterlegten Irländer Spitzen, wenn anstatt der mühsamen und langwierigen genähten Gitter der Tüll durch Stiche zu einem Spitzengrund umgestaltet wird, wodurch die Früchte des Fleisses viel rascher sichtbar werden. Fadensorten. — Die Wahl des Fadens hängt von dem Tüllgrund und der Wirkung, welche die Arbeit erzielen soll, ab. Ist der Grundstoff grosslöcherig, soll die Zeichnung sehr merklich hervortreten, so hat man die niederen Nummern der D.M.C Garne oder auch die schmälsten Sorten der D.M.C Soutache zu nehmen ; ist der Grundstoff hingegen sehr fein oder soll die Zeichnung zart gegeben sein, so sind die höheren Nummern der nachstehenden Garnsorten zu verwenden : Coton k tricoter D.M.C N° 8 bis 20, Coton ä repriser 5 4 TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE D.M.C N° 25 bis 70, Coton à broder D.M.C N° 3 bis 5 o, Fil à pointer D.M.C N° 10 bis 3 o, Fil à dentelle D.M.C N °25 bis 5 o, Coton à broder surfin D.M.C N° 100, 120 und i 5 o(*). Letzteres muss man sich selbst vor dem Einziehen in erwünschter Stärke richten. Abb. 11 3 . Durchzug mit Vorstichen. >>>!<£ WSSSmmMM reo XXX xxrx XxMH □XX WQW Durchzug mit Vorsticlien(Abb. 11 3 ). — Eine auf Leinwand oder Papier übertragene Zeichnung wird mit Tüll überheftet, die Linien derselben dann mit Vorstichen im Tüll genau nachgezogen. In den folgenden Reihen sind die Stiche wie beim Stopfen zu wechseln. Wo sichdie Linien brechen, kreuzen sichdieStiche, wie es in der Zeichnung deutlich veranschaulicht ist. Tüllmuster (Abb. 114). — Vorstiche ergeben auch hier die Musterung dadurch, dass sie nach beiden Seiten einer Löcherreihe eingezogen werden. Man führt den Faden immer einmal nach rechts, einmal nach links unter jedes zweite Abb. 114. Tüllmuster. Tüllstäbchen durch. Zwischen der ersten und zweiten Reihe bleibt ein Faden des Grundes (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farben verzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Th. de Dillmont, Encyklopcedie der Weiblichen Handarbeiten. 8*. I.einwbd. mit Goldschnitt. — Preis M. TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE 55 frei. In der nächsten Reihe wird der Faden über die ersten Stiche noch einmal zurückgeführt, so dass jede Tüllrundung eingefasst ist. Die dritte Stichreihe wird unter dem Tüllstäbchen der zweiten durchgeführt; die eingezogenen Fäden stossen aneinander. Die vierte Reihe ist wieder der ersten gleich. TüUmuster (Abb. 11 5 ). — Dieses Gitter besteht aus 2 Stichreihen. In der ersten Reihe laufen die einfachen Stiche von links nach rechts schräg über und unter einer Tüllrundung; in der zweiten Reihe liegen die dreifachen Stiche, welche ebenfalls über eine Tüllrundung auszuführen sind, von rechts nach links. iß ; '>] Abb. 116. Tüllmuster. Abb. 11 5 . Tüllmuster. 1 % ■ yfff 'khky'^. /fr,- /?', - TüUmuster (Abb. 116). — Man beginnt mit einer Doppelreihe wie bei Abb. 114, an diese Reihe stosst eine Kreuzstichreihe. Zu diesem Kreuzstich ist der Faden unter ein gerades Tüllstäbchen und über eine Tüllrundung schräg zu führen. Die zweite zurückgehende gleiche Stichreihe bildet die Kreuzchen. Eine weitere Abwechslung entsteht, wenn man nach der Doppelreihe eine Reihe dreifacher Stiche, wie solche in Abb. 11 5 sind, einfügt und nach dieser erst die zwei ersten Sticharten wiederholt. TüUmuster (Abb. 117). — Man führt oben den Faden unter zwei Stäbchen und einerTüllrundungdurch, dann, zwei Stäbchen und eine Rundung übergehend, ebenso unten durch. In der zweiten Reihe sind die Fäden wie in der ersten einzuziehen, so zwar, dass stets vier Fäden in eine Tüllrundung laufen und sich zwei nebeneinander unter einer solchen durchziehen. 56 TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE Tüllmuster (Abb. 118). — Dieses Muster, gleich jenem in der Abb. 117 gebrachten auszuführen, wird durch dreifache Stiche dichter gestaltet. Nach oben, wo in der vorhergehenden Reihe Fäden dreifach gelegt wurden, ist der Arbeitsfaden nur einfach durchzuziehen. Hier lassen sich ganz hübsche Abwechslungen durch Benützung mehrerer Farben anbringen. Abb. 117. Tüllmuster. VXAX*- ■ JU j iXO mm rxjy OüQuO V o L i xXxxx Abb. 119. Tüllmuster. Abb. 118. Tüllmuster. Abb. 120. Tüllmuster. YWY YtYTY OfilK Man nehme z. B. für die erste Reihe weissen Faden, für die zweite, dritte, vierte und fünfte Reihe je einen tieferen Ton aus einer Schattirung, als da : Bleu-Lapis 345, 344, 343, 333 , 342, oder Rouge-Cardinal : 348, 3 o 5 , 3 o 4 , 347, 346, ebenso Rouge- Geranium, Brun-Caroubier oder irgend eine andere der vollständig waschechten Schattirungen. TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE 57 Tüllmuster (Abb. 119). — Wenn eine Reihe Kreuzstiche, wie die in Abb. 116 beschriebene, vollendet ist, schliesst man eine zweite an die erste an, bei welcher der Faden unter das zwischen den ersten Stichen liegende Stäbchen durchgezogen wird, so dass beide Stichreihen nur über drei Fadenreihen laufen. Die dichten Kreuzstichgänge sind durch je eine Reihe Tüllstäbchen getrennt. Tüllmuster (Abb. 120). — In einer Löcherreihe wird der Faden nach Stopfart zweimal hin- und zurückgeführt. In der nächsten Reihe werden über eine Rundung und zwei Stäbchen vier Stiche gelegt, nach dem vierten Stich geht der Faden unter zwei Stäbchen weiter zum nächsten Stichpäckchen. Die dichten Maschen sind durch zwei doppelte Stopfstichreihen von einander getrennt. Auch hier kann man die Stiche einfärbig, weiss und naturfarben, naturfarben und hellblau u. s. w. ausführen. JLl'j Abb. 121. Tüllmuster. Abb. 122. Tüllmuster. 'ykkbfis MlV¥- Tüllmuster (Abb. 121). — Der Faden ist von einer Tüllrundung aus dreimal schräg über vier Stäbchen nach rechts und dann nach links zu legen. Zwischen je zwei Stichreihen bleiben vier Rundungen frei. Die Stiche der zweiten Reihe vereinen sich mit jenen der ersten in derselben Rundung. Tüllmuster (Abb. 122). — Man führt den Faden von unten nach oben, überlegt damit ein Stäbchen und führt ihn unter ein solches durch, dann zurück über und unter ein schräg liegendes und über drei gerade stehende Stäbchen. In der zweiten Stichreihe sind die Schlingen den ersten entgegen zu stellen. 58 TOLLGITTER UND DAMASTSTICHE Wenn der ganze Untergrund vollendet ist, so zieht man mit Vorstichen einen Faden über die ganze Fläche, der dann mit Ueberwindlingsstichen überlegt wird. Durch die Vereinigung von weissen und naturfarbenen Fäden wird auch hier ein angenehmer Effect erzielt; die erste Farbe eignet sich für die erste Reihe, die zweite Farbe für die zweite Stichreihe. Abb. 123 . Tüllmuster. Abb. 124. Tüllmuster. Staaäste ./'S • '■ ' >• rw~ r>> A'fM >' j Abb. 125 . Tüllmuster. Abb. 126. Tüllmuster. . .\AX Aa aAv*.,AAAaaW. 1 ' -<• ’*■ K A JLX XJ. XJ. XJ XjJJ.XfJJ -' mm ’xauimiw mn tVaW $p»p§ä Kkxjj.xkyXkxXoj kKKhk-k - 1 Tüllmuster (Abb. 123 ). — Eine Reihe Ueberwindlingstiche, eine Reihe Stiche nach Abb. i i4undeineReihegekreuzterStiche, nach Abb. 39, über die schräglaufenden Tüllstäbchen bilden dieses Muster. Den drei ersten Reihen folgt eine einfache Fadenschnur über Tüllfäden. Ausser den Eingangs erwähnten Fadensorten kann hier auch waschbarer Goldfaden D.M.C für die TÜLLGITTER UND DAMASTSTIGHE 5g vierte Stichreihe angewendet werden. Mattschimmerndes Gold hebt eigenartig derlei einfache Arbeiten. Tüllmuster (Abb. 124). — Drei verschiedene Sticharten ergeben dieses Gitter. In der ersten Reihe liegt der Stich gekreuzt unter dem Tüll ; in der zweiten sind drei Stiche über eine Tüllrundung zu machen ; der erste und der letzte dieser drei Stiche gehen über drei Rundungen. In der dritten Reihe sind von rechts nach links gehende Schlingstiche über zwei schräge Tüllstäbchen so zu arbeiten, dass der Faden unter das, den Schlingen zugekehrte Tüllstäbchen durchgezogen ist, so zwar, dass der nächste Stich unter der Schlinge des vorhergehenden heraus kommt. Tüllgitter (Abb. 125 ). — Jede zweite schräge Löcherreihe wird mit Kettenstichen ausgenäht. Man führt zu diesem Stich die Nadel in dieselbe Rundung, aus welcher sie ausgegangen, ein, so dass der Faden als Schlinge vor der Nadel liegt. Dieses Gitter kann auch mit zwei bis drei Tüllzwischenreihen ausgeführt werden. Selbst die schrägen Linien allein ergeben einen hübschen, dankbaren, leicht ausführbaren Grund, der, mit anderen in Verbindung gebracht, seine Wirkung nicht verfehlt. Tüllmuster (Abb. 126). — In der ersten Reihe sind drei Schlingstiche über je ein Tüllstäbchen weiter und zugleich höher, beziehungsweise tiefer zu machen. In der zweiten Stichreihe, von der ersten durch eine Löcherreihe getrennt, sind die inneren Schlingen gegen einander gekehrt, in der dritten sind es wieder die äusseren. Um das Muster noch mehr zu beleben, reihe man zwischen der hier gegebenen Stichart die eine oder die andere der vorhergehenden ein. Tülleinsätze (Abb. 127, 128). — Diese beiden und die folgenden Muster sind fast alle mit dem Stopfstich und einfachen Ueberlegstichen herzustellen. Bei Abb. 127 entstehen die Zacken durch Stopfstiche über 4, 3 , 2 und eine Tüllrundung. In dem 5 Löcher breiten Zwischenraum ist der Stich aus der Abb. 118 angebracht. Bei Wiederholungen des Musters ist den Stichen der Pyramiden eine der ersten entgegengesetzte Richtung zu geben. Anstatt 6o TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE des mittleren einfachen Durchzuges lassen sich auch Sternchen, wie solche in Abb. 133 Vorkommen, anbringen. Bei Abb. 128 geht der Faden um eine Tüllrundung herum, bevor er zur nächsten Zacke geführt wird. In der zweiten entgegengestellten Zacke wird der Faden, nach Schluss der Pyramide um die vorher umwundene Tüllrundung nochmals herum und dann zur nächsten Figur weiter geführt. m&m tsm Abb. 127. Tülleinsatz. 7 'y x 'fY XX.X - X XXX XXX X XXX 1 i u 1 ) I, ' v. t X X. X-Ä.XXXXXXX ■'•YßrX-fffiW.-rAl,X ... /////(■ 1 wX/v/f X/X .X wmykXv/jy>yj. /// , / v // ://t I llfU! I /// / / /> j'y'f / V Abb. 128. Tülleinsatz. Abb. 12g. Tüllmuster. x.x.x >.x l XXXXX X XXX xra MX!: xXXX XX XX XX XX x x xxXx V »r *r \ mi XxXÖ y xxx MXO: ÄW XWA üXCCCcx XCXX xX'xX.X Tüllmuster (Abb. 129). — Stopfstiche bilden ebenfalls dieses gewürfelteMuster. Der Faden wird wie bei Abb. 125 durch jede zweite Löcherreihe geführt. Wenn alle unteren Reihen vollendet sind, so werden dann die oberen darüber in gleicher Art gearbeitet. Ganz willkürlich lassen sich auch hier die Stiche spär- lichervertheilen. Sindaber mehr Reihen zwischen den Fäden, so tritt die NothWendigkeit einer kleinen Ausstattung der leeren Felder ein. MitTupfen aus Coton ä repriser D.M.C füllt man sie am vortheilhaftesten aus. Tülleinsätze (Abb. i3o, 13 1, i 32). — Diese drei Muster sind ganz besonders zur Verwendung an Einsätzen, Kravattenenden, Wäschegegenständen geeignet, statt gehäkelter, geklöppelter TOLLGITTER UND DAMASTSTICHE 6l oder sonstiger Spitzen. Die einfache Zeichnung und die Stichart, an den Abbildungen deutlich erkennbar, machen weitere Sticherklärungen überflüssig. Hingegen aber wird empfohlen, alle 3 Zeichnungen mit ziemlich kräftigem Faden auszuführen. Ganz besonders kommen sie zur Geltung, wenn Soutache D.M.C N° i oder Fil ä pointer D.M.C N° 3o zum Einziehen verwendet wird. 1 Abb. i3i • Tülleinsatz. AßB. l3o. iüLLEINSATZ. Abb. i32. Tülleinsatz YYY'frXXI ’f’l X XX 1 Abb. i 33. Tüllmuster. Abb. 134. Tüllmuster. Tüllmuster (Abb. 1 33). — Diese zarten Figürchen können sowohl als gedrängtes Muster, wie auch als einzelne Streusternchen verwendet werden. Sollen sie stärker hervortreten, genügt es, die Stichanzahl zu vermehren. Der Faden ist von aussen möglichst unsichtbar zur inneren Rundung hin und nach Vollendung der Stiche wieder nach Aussen zurückzuführen. 5 Ö2 TOLLGITTER UND DAMASTSTICHE Tüllmuster (Abb. 134). — Auch diese dichten Blümchen erzielen nicht nur gestreut, sondern auch in 2 bis 3 Reihen ausgeführt eine hübsche Wirkung. Sie finden dort überall Verwendung wo Lücken auszufüllen oder Reihen zu ergänzen sind. Tüllmuster (Abb. 1 35 ). — Die sternförmige Figur, deren längster gerader Stich über 3 Tüllstäbchen und 2 Rundungen und der kürzeste über 3 Querstäbchen und 2 Rundungen gehen, können auch wie die vorhergehende Vorlage dichter aneinandergereiht werden und zwar so, dass 4 Stiche, 2 Längsund 2 Breiten-Stiche in einer Rundung Zusammentreffen. In letzterer Anordnung müssen die Fäden in 2 Farben genommen werden, damit sich die aneinander gerückten Figuren mehr abheben. Eswird auch hierweiss und naturfarben empfohlen, wenn bunter Faden nicht zulässig. Abb. 135. Tüllmuster. IyWI XwA,UÄfv‘ , Tüllmuster (Abb. i 36 ). — Versetzt oder aneinander gestellt, ergeben diese Zacken ein sehr hübsches, gefälliges Grundmuster, welches trotz leichter Zeichnung, mit kräftigem Faden gearbeitet, von wirklich reicher Wirkung ist, besonders wenn das innere Feld ausser den hier angegebenen Stichen, mit feinem Goldfaden und mit dem einfachen Lei- Abb. i36. Tüllmuster. nenstopfstich dutch- zogen wird, wie es auch bei Abb. 123 angegeben wurde. .UHMaip kXX kk\l /AAWsJ '• kl. x y 7 t'/ti i. xrvx xXXkXi Art», n. »Nr*./. < V xxY'mXjt ry ^ YYYyy 1 X 1 TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE 63 Abb. 137. Tülldurchzug mit Börtchen. Material: Soutache D.M.C N° 2, Bleu-Indigo 334 und Rouge-Turc 32 1 . »»?■?«* Slîssslî^i«%;&;îg AfflMftÉP' >tî*î»ï< ïg:« iSSSl jHÎffJ mm £3^ mm XuS'ï.ir, •■yv /Q-Ç.K ®§St§ 5-> X J-! H V" i-OH :V>£ vh|{^ d XVp' 3}î?3£ ./Ä.-0 ',* ff ÜfÄ ■Mb? P&S &5 ■yÿ?!-- life X « \-jK 5 s 1 IMi P^yj [>" y: ,-ùK’ m --'XT Ky^v- ‘xvr.îafeîi x‘ ; r#• 'i'f-;'' U.* vT] fft Lp 1 ?: 1* *"11^ S§5JtS|^fcaß?|pi}Äfe!|i1ii':4§s|§iti5 ff$i , ^ ^ vfi>yfp! mw& K Mm, »\p v 4r V 1 g,GyfijL;T>]ih.|Kil • >Äi T • f-'^r-'W 1 'fl Sechstes Muster (Abb. 147). — Hier bilden die Stiche schachbrettartige, kleine Quadrate. Man beginnt mit einem schrägen Stich über 2 Fäden und führt die Nadel von unten zurück in die Fadenlinie des ersten Stiches. Der zweite Stich geht über 4, der dritte über 6, der vierte über 8 Fäden ; hierauf wird die Fadenzahl allmälig wieder bis auf 2 vermindert. ■MAfcMyiyPf! HSS gMMNV fei Oäsmssik •c - «ö*= ' 3 V SMK SJiwWw tr : ^. ,-Wk mu» ■■4M%U[. '■MS. 3.% E Vv'asl '' 4 üa '*0 SKH w i?lj g*™aaiapaaawi Abb. 147. Sechstes Muster. Abb. 148. Siebentes Muster. Siebentes Muster (Abb. 148). — Zur Ausführung dieses Musters empfiehlt sich die Verwendung zweier Fadensorten 7 o TOLLGITTER UND DAMASTSTICHE (Abb. Stich-Muster zu Abb. 103 und 105 (Abb. i52). — Die hier im vergrösserten Massstab erscheinenden Stiche bilden die Umrandung der Doppeldurchbrucharbeit, welche in Abb. io3 und io5 dargestellt ist. Die langen Ueberlegstiche an der Seite können bei Durchführung des Musters mit weichem, kräftigem Faden noch sichtbarer und voller gestaltet werden. Abb. i5i. Neuntes Muster Zehntes Und elftes Muster i53 und 154 ). — Von diesen beiden Mustern sind auf Abb. io5 das erste zur Füllung des kurzen, das zweite zur Füllung des i längeren inneren Streifens benützt. Die Deutlichkeit der ersten Nummer £f| lässt eine nähere Beschreibung als überflüssig erscheinen, bei der zweiten Nummer will jedoch erwähnt sein, dass der kürzeste Stich über 4 und der längste über 12 Fäden geht. Die weitere Entwicklung ist in der o5. Abbildung deutlich erkennbar. Diese 1 Abb. 02. Stichmuster zu Abb. io3 und im Abb. 153. Zehntes Muster. Stichmuster zu Abb. 104 und io5. Abb. 154. Elftes Muster Stichmuster zu Abb. io5. lïiîtï' iSaJVil risas;:i L Äffi »IT >L «B> "'ll all:»; "-ÜU i I MbHi '•ÏÂ5J ■aOH. S»-'. .. . j »*♦♦<41 lat* Mir3TÄ£l lifttS: ■ -r. «SäS»».- ■ rjawc. I»»».*. Atartv' ■ I* ■■■«< ' k - »—— -**?*!*- - ■ • -» ‘ 1 ' \. '• iSTäfi I' • ! ,: I «UIÄK ' / II 1 '-.- . -«Er. “wS^u- ' i»' : 1 ,l i SÎS&M j ?.. r=a 5^3 »«. ,W| TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE 69 und zwar eines weichen Fadens wie Coton ä repriser D.M.C (*) oder Coton ä tricoter D.M.C (*) zu den Flachstichen, und eines stark drellirten Fadens wie Cordonnet 6 fils D.M.C N° 8, 10, 12, 1 5 (*) zu den Kreuzstichen. Die 5 Flachstiche werden über 3 Fäden nach der Breite und 6 Fäden nach der Höhe, einmal von rechts nach links, dann wieder von links nach rechts liegend, ausgeführt. In der zweiten Stichreihe, zwei Fäden von der ersten entfernt, sind die Stiche in entgegengesetzter Lage. In dem zwischen den Stichen frei gebliebenen länglichen Raum sind 4 Kreuzstiche, über 4 Fäden Höhe und 2 Fäden Breite, versetzt einzusticken. Achtes Muster (Abb. 149, i 5 o). — 5 Stiche werden senkrecht über 8 Fäden ausgeführt, dann 6 Fäden übergangen und hierauf Weitere 5 Stiche ge- Ab3- ‘ 49 - Achtes Muster. macht. In den folgenden Reihen greifen die langen Stiche nach oben über 2 Fäden der ersten Gruppe, so dass zwischen - den langen Stichen nur 4 Fäden bleiben. Zwischen dem dritten und vierten dieser Fäden wird der Stickfaden heraus und oben wieder eingeführt, dann zwischen dem zweiten und dritten wagrechten Faden herausgezogen, und der zuerst gemachte Stich durch einen Steppstich befestigt. Die noch folgenden 3 Stiche sind nach Abb. i 5 o leicht nachzuarbeiten. Neuntes Muster (Abb. i 5 i). — Gerade Streifen aus flachen Stichen über 3 Fäden nach Abb. i5o, der Breite und Höhe werden mit 8 Fäden Sticherklärung Zwischenraum ausgeführt, über welche sich zu Abb ' I49 ' ein kleines Muster im Strichstich (siehe denselben im 7. Abschnitt) schlängelt. I*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. TULLGITTER UND DAMASTSTICHE 71 Vorlage eignet sich besonders zur Ausschmückung grösserer Flächen; sehr günstig wirkt sie auch zwischen schräg laufenden Stickmustern, wo sie dann eine ziemlich grosse Sternfigur bildet, die auch wieder einzeln genommen werden kann. Zwölftes Muster (Abb. i55). — Man zählt 6 Stofffäden nach der Breite, führt die Nadel ein und unter 3 schräge Fäden von rechts nach links durch. Der nächste Stich geht wieder über 6 Fäden nach aufwärts und unter 3 Fäden zurück. Die zweite Stichreihe, über die erste zurückgehend, wird auch dieser gleich gearbeitet. Zwischen jeder Stichreihe haben 6 Zwischenfäden zu bleiben. Abb. 157. Vierzehntes Muster, Abb. i58. Fünfzehntes Muster. wnsgpwp iliii 'TJ Abb. i5ü. Dreizehntes Muster. asüisd ii t»-. Abb. 155« Zwölftes Muster. :/ v-a. v G 2»« si *Daj»s*i»d*!?» sei»K i 5 ;;uh" iiiiiiifflii ■®ü '®|äsS mm i.i f t.45f Dreizehntes Muster (Abb. 156). — Der Arbeitsfaden wird von rechts nach links über 4 senkrechte, dann unter ebenso 72 TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE viele wagrechte Stofffäden durchgeführt. Die nächste Stichreihe schliesst sich an die erste an, so dass der Arbeitsfaden der zweiten Reihe mit dem der ersten unter denselben Stofffäden durchgezogen erscheint. Vierzehntes Muster (Abb. 157). —Hier sind die Stiche, im Gegensatz zu Abb. 147, senkrecht gestellt. Der erste Stich geht über 2 Fäden, der zweite über 6, der dritte über 10, der vierte über 14, der fünfte über 18 Fäden. Die längsten Stiche zweier solcher Würfel treffen zwischen denselben Stofffäden zusammen. Fünfzehntes Muster (Abb. 158). — Ueber eine ganze Fläche sind Stichreihen, wie sie Abb. 155 erklärt, in Zwischenräumen von 6 Fäden zu vollenden. Diese ersten Reihen durchkreuzen wieder andere, zu welchen der Faden zwischen dem dritten und vierten der 6 Stofffäden herausgeführt wird. Wo die Stiche der beiden Reihen Zusammentreffen, ist der Faden der zweiten Reihe unter dem der ersten durchzuziehen. Abb. 159. Sechszehntes Muster. Abb. 160. Siebenzehntes Muster. a «k* f • «1 Sechszehntes Muster (Abb. 15g). — Nach je 2 Kreuzstichreihen übergeht man einen Zwischenraum von 6 Fäden, jene Fäden nichtmitgerechnet,welchezu beiden Seiten der Stichreihen verbleiben. Ueber diese 6 Fäden werden 2 Stichreihen nach Abb. 143 gearbeitet, doch so, dass bei der zweiten Stichreihe der untere Stich der ersten und der obere Stich der zweiten Reihe über dieselben Stofffäden zu liegen kommen. Siebenzehntes Muster (Abb. 160). — Streifen in der Breite TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE 73 von 4 Stichen nach Abb. 1 55 werden durch je 3 Fäden getrennt, über welche einfache Ueberwindlingstiche zu legen sind. Achtzehntes Muster (Abb. 161). — Kleine nach rechts und links gekehrte aus 7 Stichen bestehende Quadrate werden so gebildet, dass der erste kurze Stich des folgenden Quadrates Abb. 161. Achtzehntes Muster. Abb. 162. Neunzehntes Muster. CP. rt .’n c m i jraSs* sh&R's; Abb. 1 63 . Zwanzigstes Muster. Abb. 164. Einundzwanzigstes Muster. PrSMiB HÄM ‘hri-oW _ mm wm> mm BäfSjjW® [V'Jähri !P8f? $BS§fc : Süt'^sKi SSM ms lipteiaiiis tSissöii-irKKiMrSs;!;!; :.■: n:s '>?nirimi(FiiiJti!iiiiij■.«,' spi über den längsten Stich des vorhergehenden liegt, so dass nur 6 Fäden nach der Breite und 4 Fäden nach der Höhe frei bleiben. In den Zwischenstreifen werden 3 Reihen Ueberwindlingstiche über 2 Fäden nach der Höhe und nach der Breite ausgeführt. Neunzehntes Muster (Abb. 162). — Die Stufenlinien er- 74 TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE fordern 11 Stiche nach der Höhe und Breite über je 4 Fäden. Zwischen den Stufen bleiben 8 Fäden, die in der Biegung von einem Stichviereck bedeckt werden, von dessen letztem Stich der Faden gleich zu den 4 einzelnen Stichen weitergeht. Zwanzigstes Muster (Abb. i63). — Die entgegen gearbeiteten 4 Quadrate durch je 2 Zwischenfäden getrennt, werden nach allen Seiten durch 3 Reihen Ueberwindlingstiche begrenzt. Einundzwanzigstes Muster (Abb. 164). — Stichreihen nach Abb. 155 werden über 4 und 2 Fäden mit 4 Zwischenfäden, jene der Kreuzstiche nicht gerechnet, gemacht. Zwischen den beiden Kreuzstichreihen werden 6 Fäden durch einen Hinterstich gebunden und der Stichfaden wird über die 2 letzten der 6 Fäden zu den 2 ersten des nächsten Büschels gebracht. Die schmalen schrägen Streifen sind durch 24 Fäden getrennt, jene der Kreuzstiche nicht gerechnet. In diesen Feldern werden durch nach unten gekreuzte Steppstiche Quadrate über 10 Fäden nach der Höhe und Breite gebildet. Abb. 1 65 . Zweiundzwanzigstes Muster. j ; i i ■ f : i'fjfij ilil-V:?' ff l- : rk® n* ' »-*3 r» i >• « • j^j Abb. 166. Dreiundzwanzigstes Muster. * Zweiundzwanzigstes Muster (Abb. 165). — In dichteren, grobfädigen Geweben, in welchen sich die Fäden nicht so zusammendrängen lassen wie in klaren, in welchen schon durch strammeres Anziehen des Nähfadens lichte Stellen zu erzielen sind, schneidet man jeden vierten oder fünften Faden vor Beginn des Musters aus. Hierauf sind zuerst alle Reihen mach einer Richtung mit einfachen Ueberwindlingstichen, über TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE 75 und unter 4 Fäden, zu übernähen-, wenn sie alle vollendet, sind die Reihen nach der zweiten Richtung zu beginnen. Ueber diesen Grund sind mit kräftigem, lose gedrehtem Faden, Coton ä broder D.M.C, oder Coton ä tricoter D.M.G N os 25 , 3 o, 35 , 40 lange Stiche in der laut Abbildung ersichtlichen Weise auszuführen. Dreiundzwanzigstes Muster (Abb. 166). — Von der Stelle, wo der Faden aus dem Stoff hervorgeht, sind 16 Stiche über 8, 6, 4 und wieder 6 Fäden u. s. w. zu legen, bis sie einen Stern wm Abb. 168. Fünfundzwanzigstks Muster. Abb. 167. Vierundzwanzigstes Muster. bilden. Der nächste Stern ist 4 Fäden weiter entgegenzustellen, diese Fäden werden wieder mit halben und ganzen Kreuzstichen gebunden. Vierundzwanzigstes Muster (Abb. 167). — Man macht unter stetem Aufnehmen so viele schräge Stiche deren erster über einen Faden lauft und die durch je einen Faden getrennt sind, bis sie 7 Fäden decken. Nach dem siebenten Stich beginnt ein Abb. 169. Sechsundzwanzigstes Muster. neues Dreieck über den nächstliegenden Faden. Fünfundzwanzigstes Muster (Abb. 168). — Eine ganze Fläche wird mit 10 Stichen nach Abb. 147 übernäht, die leer ge- 7 6 TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE bliebenen Felder sind von der Mitte aus mit 24 Stichen, alle von der Mitte ausgehend, auszufüllen. Sechsundzwanzigstes Muster (Abb. 169). — Schräg laufende durchgitterte Streifen werden, wie bei Abb. 1 65 angegeben, übernäht. Zwischen den Streifen bleiben 12 Fäden, über welche sechseckige längliche, Stichfiguren, abwechselnd nach rechts und links gedreht, auszuführen sind. Abb. 170. Siebenundzwanzigstes Muster. IIIIUUIUJIJ lap üiSaSBl&säiraBi Wmm i+Wj mm ••fc^IgKp lim# F ,V.lY mm : A'&t'*'- W»- ** ' .. ”VL>**S • ;« - >■ -W> -j yOVV Sr*',-* mm Siebenundzwtmzigstes Muster (Abb. 170). — Den Schluss der Damaststiche bildet eine runde Zeichnung, welche zugleich die Vertheilung verschiedener Sticharten an einer Figur lehrt und zwei weitere Muster zur Ansicht bringt. Halbkreise aus Schlingstichen decken jene Stellen, an welchen sich die beiden Grundmuster berühren und ein schöner harmonischer Abschluss nicht möglich ist. •n#. Streifen in Weissstickerei : Platt- und Knötchenstich, englische Stickerei. Das Weisssticken. Wir wollen die Bezeichnung «Weisssticken» für diesen Zweig der weiblichen Handarbeiten beibehalten, obwohl sie ihre Richtigkeit einigermassen dadurch eingebüsst hat, dass die Stickereien nicht nur in weiss, sondern in allen jetzt beliebten bunten Farben ausgeführt werden. Diese Weissstickerei kann man entweder ohne Unterlage oder auf einer solchen von Wachsleinwand oder auch im Stickrahmen, der sogenannten Trommel, ausführen. Ersteres ist jedoch nur sehr geübten Stickerinnen gestattet, denn ungeübte ziehen den Stoff beim Sticken leicht ein. Wenn man ohne Unterlage arbeitet, so legt man die zu stickende Stelle ganz glatt über den Zeigefinger und hält dabei den Stoff so, dass die Fäden gerade liegen, da er, wenn schräge gehalten, leicht verzogen w'ird. Die drei nächsten Finger haben die Arbeit festzuhalten, der Daumen liegt auf der Arbeit unterhalb der nach der Stickerin zugekehrten Linien der Musterung. Die Stickerei ist so zu halten, dass die äussere, weiteste Linie einer in zwei Linien gezeichneten Figur nach der Stickenden gekehrt ist. Das Vorzeichnen. — Die Vorzeichnungen zu Weissstickereien sind meistens fertig gedruckt zu bekommen ; will man solche jedoch eigenhändig hersteilen, so finden die Leserinnen 6 ?8 DAS WEISSSTICKEN im letzten Abschnitt mehrere Arten zur Uebertragung der Zeichnungen auf Stoffe angeführt. Fadensorten. — Bei Weissstickerei hat man sich eines losen, nur gering drellirten Garnes zu bedienen, denn je offener es ist, um so schöner fällt die Stickerei aus. Am geeignetsten hiezu sind : Coton ä broder D.M.C N° 16 bis i5o (*); ferner für Monogramme: Coton ä broder surfin D.M.C N° ioo, 120, i5o (*) und zur englischen Stickerei : Coton Madeira D.M.C N° 16 bis 200 (*). Zum Unterlegen können auch die auf Seite 60 angeführten Sorten von Coton ä repriser D.M.C angewendet werden. Vorziehen und Unterlegen. — Das genaue Vorziehen der Musterung ist beim Sticken von grosser Wichtigkeit, denn die Linien der Zeichnung sind häufig nur deshalb mangelhaft nachgearbeitet, weil das Vorziehen oberflächlich geschehen ist. Man verwendet dann gewöhnlich etwas stärkeres Garn als zum Sticken. Der Faden wird sowohl beim Vorziehen als auch beim Sticken mit einigen Vorstichen angelegt, niemals wird ein Knoten gemacht. Den zu befestigenden Faden zieht man entweder durch die vorgezogenen Stiche oder durch den fertigen Theil der Musterfigur. Die vorgezeichneten Linien zieht man mit ziemlich kurzen Vorstichen nach; den Raum zwischen zwei Linien unterlegt man hierauf, d. h. man füllt ihn, hin- und zurückgehend, mit losen Vorstichen so weit aus, dass die Stickerei rund ausfällt. Das Vorziehen und Unterlegen ist durch die Abbildungen 181, 182, 183, 191 erklärt. oder Schlingstioh (Abb. 171). — Man arbeitet denselben von links nach rechts; den Arbeitsfaden hält man mit dem Daumen der linken Hand unterhalb des vorgezogenen Fadens fest; die Nadel führt man oberhalb des vorgezogenen Fadens in den Stoff ein und unterhalb desselben, aber über den Arbeitsfaden, wieder heraus und zieht letzteren an, ohne den Stoff zusammenzuziehen. Languetten- Abb, 171. Languetten- oder Schlingstich. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Th. de Dillmont, Encyklopcedie der weiblichen Handarbeiten. 8°. Leinwbd. mit Goldschnitt. — Preis M. 3 DAS WEISSSTICKEN 79 Abb. 172. Der gerade Stielstich. Abb. 173. Der schräge Stielstich. Die folgenden Stiche werden in gleicher Weise ausgeführt. Sie müssen gleichmässig und dicht nebeneinander gestellt sein. Der gerade Stielstich (Abb. 172). — Man führt den geraden Stielstich von links nach rechts aus. Die Nadel wird stets oberhalb des vorgezogenen Fadens hinein- und unterhalb desselben herausgeführt. Bei feinen Zeichnungen wird nur so viel vom Stoff gefasst, als der Einlagfaden deckt. DerschrägeStielstich(Abb. 173).— Dieser wird ohne Vorziehen ausgeführt und zwar in der Weise, dass man die Nadel von rechts nach links schräge unter 1 bis 2 wagrechte und 4 bis 6 senkrechte Fäden führt; so zwar, dass der letzte Stich bis zur Hälfte des vorletzten zurückgreift. Diese Art Stielstich kommt meist bei den feinen Linien der) Buchstaben und Zahlen und bei Leinenstickereien in Anwendung. Der Steppstich (Abb. 174). — Er besteht nur aus ziemlich kleinen, dicht aneinander gereihten gewöhnlichen Steppstichen, die von rechts nach links ausgeführt werden. Man verwendet diese Stichart vorzugsweise zum Füllen von Buchstaben, Blättern und Blumen. Der Kreuzsteppstich (Abb. 175 und 176). — Eigentlich kann diese Stichart nur bei sehr klaren Geweben zur Verwendung kommen. Sie bildet auf der Kehrseite eine dichte Kreuznaht und gleichzeitig eine Art Untergrund, welcher der Figur einen matten Ton verleiht. Zur Ausführung dieses Stiches führt man die Nadel wie zum gewöhnlichen Steppstich in den Stoff ein, hierauf Abb. 174. Der Steppstich. Abb. 175. Der Kreuzsteppstich. Rechtseite. 8o DAS WEISSSTICKEN unter dem Stoff in schräger Richtung nach der entgegengesetzten gleichlaufenden Linie der Musterung und dort an der betreffenden Stelle heraus. Nun wird die Nadel wieder wie zum gewöhnlichen Steppstich in den Stoff ein- und in schräger Richtung ebenfalls unter dem Stoff nach der ersten Linie und an der für den nächsten Stich geeigneten Stelle herausgeführt. Abb. i7Ö zeigt sowohl die kreuzweise Lage der Fäden auf der Kehrseite, als auch wie dieser Stich, falls er als Füllstich verwendet wird, auf der Rechtseite ausgeführt werden kann. Der einfache Knötchenstich (Abb. 177). — Er entsteht durch zwei nebeneinander und über die gleichen Stofffäden ausgeführte Steppstiche. Der gewundene Knötchen- stich(Abb. 178). — UmdiesenStich auszuführen, hält man den vorerst befestigten Faden in einiger Entfernung von der Stelle, wo er aus dem Stoff herausgeführt wurde, mit dem Daumen fest, umwindet die Nadel zweimal mit dem Faden, dreht dann die Nadel, der Richtung des Pfeiles folgend, von links nach rechts so herum, dass die Spitze an die auf der Abbildung mit einem Punkt be- zeichnete Stelle trifft; an dieser Stelle wird die Nadel in den Stoff geführt und bei dem für den nächsten Stich bestimmten Punkt wieder herausgebracht. Der Wickelstioh (Abb. 179). — Der Wickelstich eignet sich zur Ausführung solcher Figuren der Weissstickerei, welche Abb. 179. Der Wickelstich. Abb. 176. Der Kreuzsteppstich. Kehrseite. ■: i |iy ,! itfjjlÜV', ;' r ' ilfl Hk, mwt Abb. 177. Der einfache Knötchenstich. Abb. 178 Der gewundene Knötchenstich. DAS WEISSSTICKEN 8l erhaben erscheinen und rasch ausgeführt werden sollen. Die Abbildung zeigt 5 fertige Blättchen, durch das sechste wird die Ausführung des Stiches gelehrt. Man windet dazu den Faden um die Spitze der durch den Stoff geführten Nadel so viele Male, als es die Länge des Stiches erfordert, hält dann die Fadenwindungen mit dem Daumen fest, zieht die Nadel und den restlichen Theil des Fadens durch den gewickelten Faden, sticht hierauf die Nadel an der Stelle, wo sie zuerst durch den Stoff geführt wurde, wieder hinein und zieht sie an der für den nächsten Stich be- zeichneten Stelle heraus. Stäbchenleiter (Abb. 1 80).—Zur Ausführung einer Stäbchenleiter zieht man erst die Randlinien vor, dann vollendet man die Schlingstiche nach einer Seite. Auf der zweiten Seite führt man sie bis zu jenem Punkt, wo ein Stäbchen angebracht werden soll. Hier wird der Faden nach der zuerst vollendeten Stichreihe geführt, die Nadel von unten nach oben durch die Stichschlinge geschoben und werden noch 2 Fäden gespannt; beim dritten Faden führt man die Nadel um eine Stichschlinge weiter heraus. Alle 3 Fäden werden hierauf mit dichten Schlingstichen übernäht. Abb. 181. Runde geschlungene Bogen. « v ^ Geschlungene Bogen (Abb. 181, 182, i 83 ). — Das Vorziehen, Unterlegen und Schlingen dieser Bogen ist in der vorher erwähnten Weise auszuführen. Dabei hat man zu achten, dass die Stiche von den Einschnitten an, wo sie ganz kurz sind, nach der Mitte zu gleichmässig länger werden. Bei Abb. 182 Abb. 180. Stäbchenleiter. 82 DAS WEISSSTICKEN I und 183 sind die bis zur Spitze reichenden Stiche nach der inneren Bogenlinie sehr knapp aneinander zu stellen, nach aussen hingegen etwas weiter auseinander zu stellen, damit die Spitzen der Bogen deutlich gezeichnet werden. Rosenbogen (Abb. 184, i85). — Grosse geschlungene Bogen, deren äussere Linie . in kleine Zacken ein- Abb. i 83 . Kleine spitze geschlungene Bogen. getneilt ist, werden Rosenbogen genannt. Um sie schön auszuführen, müssen die Abb. 182. Grosse spitze geschlungene Bogen. A Abb. 184. Runder Rosenbogen. Abb. 1 85 . Spitzer Rosenbogen. Stiche nach der inneren Linie sehr dicht an einander gedrängt, jene nach der äusseren aber weiter von einander abstehend gemacht werden. Bindlöoher (Abb. 186, 187, 188). — Das Bindloch wird vorerst mit kleinen, der Zeichnung genau folgenden Vorstichen DAS WEISSSTICKEN 83 eingefasst, der Stoff innerhalb der Stiche mit einer feinen, scharfen Scheere' herausgeschnitten und mit geraden dichten Ueberlegstichen übernäht. Wenn eine längere Reihe aneinander- stossender Bindlöcher zu arbeiten ist, so zieht man die Hälfte eines solchen vor und führt den Faden da, wo sich die Linien berühren, in den Ring des nächsten Bindloches. In der zweiten Reihe kreuzen sich dann die Vorziehfäden. Die Ueberleg- stiche sind ebenfalls abwechselnd nach oben und unten zu arbeiten. Auf solche Weise erhält die sonst zarte Arbeit bedeutend mehr Festigkeit. Die in den Abbildungen 187 und 188 dargestellten Schattenbindlöcher werden nach einer Seite schmal, nach der anderen Abb. 187. Geschlungene Schattenbindlöcher. Abb. 188. Halb cordonnirte Schattenbindlöcher. läjSäij s- iiimiu breiter, entweder mit Languettenstichen allein, oder mit solchen und zum Theil oder auch ganz cordonnirt, ausgeführt. Sechs Blätter in Plattstich (Abb. 189). — Der Plattstich kommt vorwiegend bei Herstellung von Blüthen, Blättern, Müschen, Initialen und Monogrammen in Anwendung. Abb. 186. Cordonnirte Bindlöcher. 8 4 DAS WEISSSTICKEN Das Innere der vorgezogenen Contouren wird mit dichten, längeren Stichen, A, unterlegt; dann stets an der Spitze eines Blattes beginnend und von rechts nach links hin arbeitend wird oberhalb desselben heraus gestochen; B veranschaulicht ein getheiltes Blatt mit geradem Plattstich; C ein solches mit cordonnirter Ader; D ein getheiltes Blatt mit schräg gestelltem Plattstich; E ein Blatt mit cordonnirter Ader und Einfassung von schräg gestelltem Plattstich; F ein Blatt zur einen Hälfte mit Plattstich, zur anderen mit Steppstich und geradem Stielstich ausgeführt. Alle Arten Blätter können je nach ihrer Beschaffenheit nach den hier angeführten Stickweisen ausgeführt werden. a b c D E F V* I gÜT-*:. Abb. 189. Sechs Blatter in Plattstich. A B C D E F Bfgljjjf «SM Abb. 190. Sechs Müschen. Sechs Musohen (Abb. 190). — Hübsch ausgestattete Müschen und Bindlöcher tragen wesentlich zur Verschönerung der Weissstickerei bei. Die Abbildung bringt verschiedene Ausführungen solcher Müschen zur Ansicht und zwar mit A eine Musche im geraden Plattstich; mit B eine im geraden Plattstich und mit Steppsticheinfassung; mit C eine im geraden Plattstich und mit gewundenem Knötchenstich als Einfassung; mit D eine Musche mit Wickelstichfüllung und Stielsticheinfassung ; mitE DAS WEISSSTICKEN 85 eine mit Steppstichfüllung und mit F eine mit kleinem Bindloch und cordonnirter Einfassung ausgeführt. Abb. 191. Reliefschlingerei oder Venetianerstickerei. Reliefschlingerei (Abb. 191). — Zu Reliefschlingereien, gegenwärtig mehr unter der Benennung Venetianerstickerei bekannt, liefern meistens jene Zeichnungen die Vorlagen, nach welchen die kunstvollen Nadelspitzen mit erhaben geschlungenen Rändern hergestellt wurden. Im echten Point de Venise müssen alle Theile mit der Nadel angefertigt werden, in der Nachahmung derselben ersetzt der Stoff den genähten Grund der Spitze ; doch bleibt dieser Stoffgrund nur selten unbedeckt, er wird gewöhnlich mit kleinen Streumustern, wie sie in der Abbildung dargestellt sind, oder mit Damaststichen, wie sie in den Abbildungen 142 bis 170 gebracht wurden, verziert. Der Raum zwischen einer Doppellinie ist mit einem mehrfach genommenen Faden zu unterlegen, denn je runder, je voller die Unterlage, desto schöner fällt die Stickerei aus, die, 86 DAS WEISSSTICKEN wenn vollendet, einer kräftigen aufgelegten Rundschnur gleichen soll. Die Unterlegfäden werden mit losen Stichen aufgenäht, da wo die Zeichnung der Bogen breiter wird, legt man noch einige Fäden zu, wo sie wieder schmäler wird, schneidet man sie wieder allmälig ab. Dies geschieht darum, damit sich die Stickerei durchgehends gleich voll und rund ergiebt. Die Verbindungsstäbchen können mit und ohne Pikots gemacht werden. Alle verschiedenen Arten Pikots auszuführen sind im Capitel der Netzstickerei und der genähten Spitzen angegeben. tlWl Abb. 192. Renaissance-Stickerei. Renaissance-Stickerei (Abb. 192, 193). — Renaissance- Stickereien nennt man, besonders in Frankreich, jene Stickmuster, deren Figuren nach allen Seiten mit Languettenstichen begrenzt und wieder untereinander mit glatten geschlungenen Stäbchen verbunden sind, wie dies in den beiden Abbildungen dargestellt ist. Bei Abb. 193 ist auch der Aussenrand mit Pikots verziert; deren Erklärung ist in den vorhin erwähnten Abschnitten zu finden. Richelieu-Stickerei (Abb. 194). — Als Richelieu-Stickereien DAS WEISSSTICKEN 87 werden hingegen jene Arbeiten bezeichnet, deren Stäbchen mit Wickel- oder geschlungenen Pikots versehen sind. Abb. 193. Renaissance-Stickerei. mm .'S.»} '% Abb. 194. Richelieu-Stickerei L«V'V’ 7m Madeira-Stickerei (Abb. 195, 196, 197). — Die ganz durchbrochen gearbeiteten Stickmuster wurden einst als englische Stickereien bezeichnet, heute ist diese Benennung so ziemlich in Vergessenheit gerathen, um dem Namen Madeira-Stickerei Platz zu machen. 88 DAS WEISSSTICKEN Mail ■ ■ ■* *. Abb. 195. Madeira-Stickerei t if"' Abb. 196. Madeira-Stickerei. JL sk JLifv, _ 0 - Die von der also benannten Insel stammenden Arbeiten zeichnen sich durch tadellose Sauberkeit der Ausführung aus. Die Bogen in Abb. ig 5 und 197 sind am Rand mit zur Hälfte geschlungenen Schattenbindlöchern ausgestattet, während dieselben in Abb. 196 mit kleinen geschlungenen Bogen ab- schliessen. Der Stoff ist stets bei allen Bindlöchern ganz unter die Stiche eingearbeitet, so dass sich auch auf der Kehrseite niemals ein Faserchen lösen kann. Runder Stickrahmen (Abb. 198). — Buchstaben, Monogramme, Kronen bedürfen einer ganz besonderen Sorgfalt in DAS WEISSSTICKEN 89 Abb. 197. Madeira-Stickerei. Fadensorten : Coton Madeira D.M.C N“ 16 bis 200. (*) der Ausführung, wenn die Zeichnung scharf und deutlich ausgeprägt werden soll. Dies lässt sich am leichtesten erreichen, wenn die Arbeit im Stickrahmen hergestellt wird. Der runde schweizer Rahmen, auch Sticktrommel genannt, wird am häufigsten verwendet. Er besteht aus zwei Holzreifen, der innere ist an eine Stütze befestigt, in deren unterem Theil eine Schraube aus Holz eingelassen ist, die wieder den Zweck hat, den Rahmen am Tisch zu befestigen. Der zweite Reifen ist frei. Das zum Besticken bestimmte Stück wird über den inneren Rahmen so gelegt, dass die Zeichnung die Mitte des Kreises einnimmt, dann schiebt man den zweiten Reifen über die Arbeit, so dass sie zwischen den beiden Reifen fest eingeklemmt und ganz ausgespannt ist. Anstatt des zweiten Reifens kann auch ein Lederriemen — mit Löcher und Schnalle ausgestattet — verwendet werden. Gewöhnlicher Stickrahmen (Abb. 199). — Die Sticktrommel ist jedoch nur bei Anfertigung von Taschentüchern und sonstigen kleineren Objecten von Vortheil, grosse stoffreiche Gegenstände sind im gewöhnlichen Stickrahmen einzuspannen. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. go DAS WEISSSTICKEN Man näht ein Stück kräftigen Zeuges, allenfalls Drillich, in den Rahmen ein, spannt es gleichmässig und möglichst stramm Fig. 198. Runder Stickrahmen. aus, schneidet dann in der Mitte eine Oeffnung, so gross als sie die Zeichnung erfordert, heraus und heftet die Arbeit? ein, nachdem man sie zuerst mit Stecknadeln fadengerade einge- theilt hat. Der freie Stoff wird nach der Oberfläche des Rahmens iitiitu, !iiii»i 1 n % ' Abb. 199. Gewöhnlicher Stickrahmen. gelegt, mit einigen Stichen oder mittelst Stecknadeln dort festgehalten, damit er die Hand unter dem Rahmen nicht in ihren Bewegungen stört und nicht unnützer Weise verknittert wird. DAS WEISSSTICKEN 91 Abb. 200. CoMBiNiRBARES Alphabet, Äussere Buchstaben, A bis H. iL. DAS WEISSSTICKEN äptläK »S’JcJifc «fe«- V$; • ,'f: Abb. 20i. Comblnirbares Alphabet. Äussere Buchötaben. J bis Q SKftH MB» DAS WEISSSTICKEN y3 ABB. 202. CONBINIRBARES ALPHABET, ÄUSSERE BUCHSTABEN, R BIS Y 7 94 DAS WEISSSTICKEN Abb, 2o3. Combinirbares Alphabet, innere Buchstaben, A bis E. n^ir^iflW^iiT^EasaBEnE^ OJJ^i'SSSÜ?- TSffFTtaETTT S3B DAS WEISSSTICKEN 9 5 '/ uf ► ■’ £t&\ ggj; 'W$ti ABB. 2O4. COMBINIRBARES ALPHABET, INNSRE BUCHSTABEN, M BIS X 9 6 DAS WEISSSTICKEN Abb. 2o5. Com bin irb ares Alphabet. Letzte innere und äussere Buchstaben Combinirbares Alphabet (Abb. 200 bis 20b). — Die Zusammenstellung der Monogramme ist häufig mit solchen Schwierigkeiten verbunden, dass wenn nicht ein gediegener Zeichner zur Hand ist, nicht selten wieder zu den gewöhnlichen gothischen Buchstaben gegriffen und die Verzierung der Wäsche durch Monogramme aufgegeben wird. Mit der Erfindung dieser Alphabete hoffen wir einem vielseitigen Wunsch entgegen gekommen zu sein, denn sämmtliche Buchstaben der beiden Alphabete können ineinandergefügt werden, gleichviel welche zum Paaren gewählt werden. Die drei ersten Tafeln Abb. 200, 201, 202, bringen grosse, breite Buchstaben, in welche die langgezogenen, Abb. 2o3, 204 und 205 eingefügt werden. Bei der Verschlingung ist wohl darauf bedacht zu sein, dass der schmale Buchstabe abwechselnd über und unter dem breiten laufe, wie dies aus den Abb. 206, 207, 208 und 209 deutlich zu ersehen ist. Die letzteren Abbildungen lehren gleichzeitig die Verwendung der verschiedenen Sticharten und das Anbringen mehrerer Garnsorten und Farben beim Sticken der Monogramme. Monogramm mit den Buchstaben A D aus den combinir- baren Alphabeten gebildet (Abb. 206). — Diese Buchstaben erscheinen in mehreren Farben ausgeführt. A hebt sich von D * DAS WEISSSTICKEN 97 durch, die gleichmässige Verwendung von blau, Bleu-Indigo 3 12, zur Flachstickerei und von türkisch-roth, Rouge-Turc 32 1, zur Einfassung im Stielstich vortheilhaft ab. D ist im Gegen- Abb. 206. Monogramm mit den Buchstaben A D aus den combinirbaren Alphabeten gebildet. Fadensorten : Coton à broder D.M.C N* ioo. — Farben: Bleu-Indigo 3 12, Rouge-Turc 32 1 und Weiss. Abb. 208. Monogramm mit den Buchstaben R C aus den combinirbaren Alphabeten gebildet. Fadensorten : Coton à broder D.M.C N* ioo. — Farben: Gris-Cendre 3 i 8 und Noir grand Teint 3 io. Abb. 207. Monogramm mit den Buchstaben V S AUS DEN COMBINIRBAREN Alphabeten gebildet. Fadensorten: Coton à broder D.M.C N* 120. — Farben : Weiss und Rouge- Cardinal 3 o 5 . Abb. 209. Monogramm mit den Buchstaben G E aus den combinirbaren Alphabeten gebildet. Fadensorten : Coton à broder D.M.C N" 120, Weiss und Coton surfin D.M.C N* 120, Naturfarben. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 1 98 DAS WEISSSTICKEN satz zu A ganz nach der Quere gestreift gearbeitet, weiss und blau, Bleu-Indigo 3 12. Monogramm mit den Buchstaben V S aus den com- binirbaren Alphabeten gebildet (Abb. 207). — Die Flachstickerei ist in beiden Buchstaben einheitlich weiss gehalten ; zu den Umrandungen, aus kleinen Stielstichen bestehend, ist roth verwendet. Anstatt der auf der Abbildung angebrachten Stielstiche können auch Knötchen-, Stepp- oder cordonnirte Stiche angebracht werden. Monogramm mit den Buchstaben R C aus den combinir- baren Alphabeten gebildet (Abb. 208). — Schwarz und grau wechseln in diesen beiden Buchstaben ab. Die Eintheilung des C gestattet das Anbringen mancher hübscher Stichabwechslung, die in der Abbildung angebrachten Steppstiche können allenfalls durch recht zarte Bindlöcher ersetzt werden. Monogramm mit den Buchstaben G E aus den combinir- baren Alphabeten gebildet (Abb. 209). — Die Flachstickerei und die Steppstiche am E und die cordonnirten Ränder des G sind ganz weiss mit Stickgarn, Coton ä broder D.M.C, ausgeführt. Die inneren Partien des G sind mit dem getönten, offenen Stickgarn, Coton ä broder surfin D.M.C, gestickt. •«PW -*> * * - Abb. 210. Borde in Gobelinstickerei. Fadensorten : Coton à broder D.M.C N° 35 in zwei verschiedenen Farben, z. B. : Bleu-Indigo 3i2 und Rouge-Cardinal 304 , Rouge-Grenat 358 und 3og oder Gris- Tilleul 3g3 und Rouge-Cardinal 3o5. Borde in Gobelinstickerei (Abb. 210). — Die Gobelinstickerei ist eine Abart der zu Anfangs dieses Kapitels erklärten (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS WEISSSTICKEN 99 Plattstickerei. Ohne Vorziehen, ohne Unterlegen, nur der Zeichnung folgend, hat sich diese Stickart rasch die Gunst der Frauen erworben. Man kann ebenso gut die Stickerei gleich auf den Gegenstand, als auch auf Streifen übertragen, die dann mit Hohlsäumen zu begrenzen sind. An dem Original der J 1 bS3 -g' "» L .- z »ms« Abb. 2i i. Ausgespartes Alphabet. A bis N. 100 DAS WEISSSTICKEN Abb. 212, Ausgespartes Alphabet. 0 bis Z. üawwBaiwjlW" * _: _I ' , sS.'» s % n ^ N Abbildung war Bleu-Indigo 3i2 zum Grund und Rouge-Turc 321 zur Stielsticheinfassung genommen. Ausgespartes Alphabet nebst ausgesparten Ziffern (Abb. 211 bis 21 5). — Der eigenartigen Zeichnung des vorigen Musters verwandt, bringen wir hier ein anderes Alphabet, dessen Buch- DAS WEISSSTICKEN 101 staben, wie die Figuren der Borde, Abb. 210, frei bleiben, während der Grund mit Gobelinstichen gefüllt wird. Der uns zu Gebote stehende Raum gestattet nicht, das ganze Alphabet in der schrägen Stellung zu geben, wie die Buchstaben beim Sticken angebracht werden, nur O und W in Abb. 21 3 und 2i5 erscheinen in richtiger Lage. Aus diesen ist auch die Abb. 2 i 3 . O, aus dem ausgesparten Alphabet. jflpiillltl Äilliil#«■:!'!..' •'i'i'li'i.iA pK -ipf IW*«' Iffipisa4| IrSa iS iw Abb. 214 Ausgesparte Ziffern. Art der Herstellungder ausgesparten Buchstaben mit Gobelin- und Zierstichen zu ersehen. Wir machen die Leserinnen daraufaufmerk- sam, dass der Buchstabe J dem Buchstaben H beigegeben wurde. Bei der einfachen Zeichnung wird es wohl Jedermann ein Leichtes sein, die beiden Buchstaben zu trennen. Ziffern, zum Alphabet stimmend, sind in Abb. 214 gebracht. Abb. 2 1 5 . W, aus dem ausgesparten Alphabet, . Ll!!vsi..l‘dl.: I im^-% h , uii^—-- * 102 DAS WEISSSTICKEN i IT T i ■ i i t ç f ; ' i 11 ■ i i : i : ; t n i A Abb. 2i 6. Ausgesparte Borde in Gobelin- und Stielstich. Erster Theil. B A fsätz fgräli iWAW/immWÄWätAWAmWA*! .ft l*fci.AU..ftLfW. .fti.ift-r** Ä -:A..A ...#*.. n.:. fl;;, A i.'ft ::Ä:Ä lijft A A ftt.A. A A ; Ä iflj EÜÜl B Zweiter Theil der Abb. 216. Fadensorten : Coton à broder D.M.C N" 25. Farben : Rouge-Turc 321 und Noir grand Teint 3io. DAS WEISSSTICKEN io3 A Abb. 217. Blumenguirlande in verschiedenen Sticharten. Erster Theil. B A iTrfh B Zweiter Theil der Abb. 217. Eadensorten : Coton à broder D.M.C N* 40. Farben : Rouge-Grenat 326 und 335 , Bleu-Indigo 3 i 2 und 334 , Vert-Pistache 319 und 320 , Vert-de-gris 474 und 475, Brun-Acajou 3 oi, Jaune-Citron 446. 104 DAS WEISSSTICKEN Ausgesparte Borde in Qobelin- und Stielstich (Abb. 216). — Die schöne Musterung, die nur die Wiedergabe in Originalgrösse gestattet, musste des beschränkten Raumes halber getheilt gegeben werden. Beim Copieren derselben ist also die Zeichnung so anzusetzen, dass A des ersten Theiles an A des zweiten Theiles und B des ersten Theiles an B des zweiten Theiles genau anschliesst. Das Gleiche gilt auch für Abb. 217. Bei jedesmaliger Wiederholung des Musters sind die Blumen vom -f- an zu stürzen; wie es übrigens auch durch die Lage der Knospen im ersten Theil zu Anfang der Zeichnung zu entnehmen ist. (Jeber die Ausführung der Arbeit in Abb. 216 brauchen wir hier nur zu bemerken, dass die Stiche, welche Abb. 218. Sticherklärung der geschlungenen Randborde in Abb. 217. Abb. 219. Einsatz in Gobelin- und Stielstich. Fadensorten : Coton à broder D.M.C N” 35. Farben : Rouge-Cardinal 347 und Rouge-Géranium 352, Gris-Tilleul 3 g 2 und 33 1 . (*) ssliüisbtizi: (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS WEISSSTICKEN 105 den Grund bilden, mit roth hergestellt sind und dass sie nach aussen nur in gewisser Länge gemacht werden dürfen, wie es eben in der Abbildung deutlich zu erkennen ist. Abb. 220. Verbundene gestickte Streifen. <.u»* i * * *■»»»< ♦ Mj«** »* $1 fS mm 0m .Sit? ix ISiWjU äs m Blumenguirlande mit verschiedenen Sticharten (Abb. 217, 218). — Das freundliche, zarte Blumengewinde bietet Gelegenheit die verschiedensten Sticharten zu verwerthen. Die in frischem rosa und grün erscheinenden Rosenknöspchen und Kelchblätter zeigen die Anwendung der in den Abb. 173,177, 189 A erklärten Stiche. Die in zwei blau abschattirten Ver- io6 DA.S WEISSSTICKEN gissmeinnicht geben Gelegenheit, den Plattstich und den Knötchenstich anzubringen ; die dazu gehörenden schmalen Blätter sind mattgrün, der Samen der Blumen gelb, die Stengel der Rosen braun zu halten. Die geschlungene Randborde, welche zu beiden Seiten den Abschluss der Guirlande bildet, ist nach Abb. 218 unschwer nachzuarbeiten. Man verwendet dazu 4 Farbentöne. Für die erste Stichreihe wählt man einen sehr matten, blassen Ton, dann setzt man in jeder folgenden Reihe einen tieferen Ton auf. Einsatz in Gobelin- und Stielstich (Abb. 219). — Leichter als die vorhergehenden Muster, weil nur mit kurzen Stichen zu arbeiten, ist der Einsatz mit Sternblümchen. Diese sind abwechselnd dunkelroth gestickt und hell eingerandet oder hell gestickt und dunkel eingerandet. Die vollen Blätter sind durchwegs mit hellgrün ausgeführt, während deren Einfassung und alle Verbindungsstäbchen mit dunkelgrün hergestellt sind. Verbundene gestickte Streifen (Abb. 2 20).—Wirschliessen diesen Abschnitt mit einer Vorlage zur praktischen Verwer- thung gestickter Streifen. Sie können zu den mannigfaltigsten Zwecken dienen, wenn sie mit geklöppelten oder gehäkelten Spitzen in der Weise, wie sie in der Abbildung dargestellt sind, verbunden werden’. An Schürzen, Handtüchern, Tischläufern und Tischdecken, Kinderkleidchen, kurz an allen Gegenständen, welche mit Stickereien ausgestattet werden, bilden sie einen hübschen freundlichen Schmuck, der auch dann hergestellt werden kann, wenn nur eine bequeme Beschäftigung, ohne Rahmen, ohne Kissen und ohne Zählen möglich ist. ."CXOColO. •-«'JiA Iajlaaaa». c a.s *jjl .YjyDOQnrVy ftjnXLlüüLOÜLL-_\ü Goldstickerei mit Stechgold, Kantille und Goldplatt. '$r ■fe.-. f : k f Streifen in Plattstichstickerei (Abb. 228). — Die Sternblümchen erscheinen jedes nur in einer Farbe ausgeführt und zwar wechselt helles rosa mit etwas dunklerem rosa ab. Die Blätter weisen ebenfalls die grünen Schattirungen in ganz getrennter Vertheilung auf. Sämmtliche Figuren sind mit dem geraden Plattstich auszufertigen, nur bei den Knötchen in den Blumen ist der in Abb. 178 gebrachte Stich benützt. Abb. 229. Sträusschen in geradem und versetztem Plattstich. Sträusschen in geradem und versetztem Plattstich (Abb. 229). — Wie schon früher erwähnt, gelingt es nicht Jedem, die Farbentöne an Stickereien malerisch zu vertheilen. Seien es nun stylisirte oder naturalistische Gebilde, Licht- und Schattenseite müssen richtig angebracht sein. Um z. B. Blumen nach der Natur wahr und getreu unter der Nadel entstehen zu lassen, nehme man eine frisch gepflückte Blüthe, in Ermanglung einer solchen ein colorirtes botanisches Werk und wenn möglich eine gute Zeichnung in schwarz der zu stickenden Pflanzenart. Nach der ersteren wähle man die Farben um ein Weniges blässer, als sie die Natur gegeben, in 4 bis 5 schwach abge- PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI Il3 stuften Tönen. Nach der zweiten Vorlage wird es ein Leichtes sein, die Schattengrenzen einzuhalten. In Blumen und Blättern, von aussen nach innen zu beginnen, darf der Uebergang von einer Farbe zur anderen nicht zu erkennen sein. Die ersteren sind bis zur Blattwurzel zu vollenden, etwaige Mittelflecken über das fertig gestickte Blatt anzubringen, Samenknötchen zum Schluss einzusetzen. Bei Blättern hingegen sind die Nerven, Adern und Rippen zumeist vor der Grundfüllung zu sticken. Blümchen in chinesischer Stickart (Abb. 236 ). — Alle chinesischen Erzeugnisse tragen einen unleugbaren Stempel der Eigenartigkeit und höchst entwickelter Kunstfertigkeit , besonders in Stickereien müssen wir China die Meisterschaft zuerkennen. Gewöhnlich vollendet man dort vorerst mit langen Stichen den Grund der Blätter; über diesen führt man wie hier ersichtlich, die die Blatt- . , . . . „ . . Blümchen in chinesischer Stickart. adern bezeichnenden Stiche aus. Auch bei Blüthen finden wir die Grundfarbe vollendet und darüber mit langen Stichen die Mittelflecken aufgetragen. Der Blüthenknoten ist ebenfalls in grün oder gelb vorgestickt und die Knötchen dünn darüber gesäet. Chinesischer ineinandergreifender Stich (Abb. 23 1 ). — Noch eine andere, äusserst leicht ausführbare Stickweise wird in China gepflogen, nämlich die des ineinandergreifen- den Plattstiches. Der hier abgebildete Zweig ist in drei mattgelben Tönen, dem Jaune-Rouille 363, 3o8, 366 der D.M.C Farbenkarte ähnlich, so gestickt, dass sich die drei Töne stets wiederholen. Blumen, Schmetterlinge, Vögel sind mit diesem Plattstich in chinesischen Stickereien hergestellt. Die Ausführung des Stiches selbst ist aus der kleinen, dem Zweig beigegebenen, Einzelnzeichnung zu erkennen. Es lässt sich diese Stickart auch sehr gut auf waschbare Objecte verwerthen, sie ist sogar unschwer ohne Rahmen aus- Abb. 23o, PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI I 14 zuführen und können alle anderen Zuthaten durch die eine oder andere Sorte der D.M.C Garne vortheilhaft ersetzt werden. Abb. 231. Chinesischer ineinandergreifender Plattstich Fadensorten : Coton à broder D.M.C N° 35 oder Coton à repriser E Farben: Jaune-Rouille 363, 3o8, 366 oder Rouge-Géranium 349 , 35 1 , 353. (*) Reliefstickerei (Abb. 232 und 233). — Erhabene Stickereien sind wie jene der Weissstickerei vielfach zu unterlegen. Wird die Arbeit mit Schnürchen eingefasst, so sind diese zuerst aufzunähen und zwar mit möglichst unsichtbaren Stichen. Wenn drellirte Schnürchen verwendet werden, so sind sie vor jedem Stich ein wenig aufzudrehen und der Nähfaden inzwischen einzulegen. Zur Unterlage wird Coton à repriser D.M.C N° 25 (*) genommen. Es ist in allen der D.M.C Karte enthaltenen Farben erhältlich und ist das passendste Material zu derartigen Vorarbeiten. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI I l 5 Abb. 232. Reliefstickerei. Vorbereitung der Unterlage. Die erste Unterlage mit drei-, vier- bis sechsfachem Faden wird mit leichten Stichen, wie es an dem einen Blattheil in Abb. 232 ersichtlich, befestigt und zwar je mehr Fadenlagen aufgelegt werden, desto besser ist es für die Stickerei. Hierauf sind Stiche mit Garn in der Farbe der Stickerei über die Unterlage zu legen, damit die Unebenheiten, welche durch die dicken Fadensträhne entstanden sind, verschwinden. Hier lässt sich wieder Coton ä broder D.M.C ver- werthen. Auf dem nun so vorbereiteten Untergrund werden dann erst die Plattstiche aus- geführt, und so ineinander verschmolzen, dass die gestickte Fläche für den Laien mehr den Anschein eines aufgelegten Stoffes als den einer Stickerei haben muss. Einzelnfigur in türkischer Stickart (Abb. 234, 235 ). — Ganz abweichend von den bei uns Westländern üblichen Stickarten ist jene der Bewohner der östlichen europäischenHalb- insel. Die voll und erhaben erscheinenden Muster sind dort mit grober gewöhnlicher Wolle unterlegt und diese mit den kostbarsten Gold-, Silber- und Seidenfäden überarbeitet. Die Unterlegstiche, die hier im Gegensatz zu den morgenländischen Stickereien sorgfältig und regelmässig ausgeführt sind, werden mit fünffachem Faden bedeckt. Man legt ihn flach hin und zurück und zwar so, dass er nur die Breite der Zeichnung bedeckt. Hat man ihn, wie auf der Abb. 234, nach rechts gelegt, so wird die Nadel ein wenig vor dem Raum, welchen die Fäden & Abb. 233. Reliefstickerei. Vollendete Stickerei. Il6 PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI einnehmen, hinaus- und hinter den Fäden wieder hineingebracht, um an der durch den Strich und Pfeil bezeichneten Stelle wieder herauszukommen. Der die Fäden festhaltende Stich muss diesen stets so viel Spielraum lassen, dass sie nicht übereinander zu liegen kommen. Sobald die Nadel an der entgegengesetzten Seite herausgezogen wird, sind die Fäden nach links zu legen, wo sie, wie vorhin angegeben, befestigt werden. Diese Stichart lässt sich auch auf Leinenstoffen und sonstigen nicht allzu kostbaren Geweben mit Coton à broder D.M.C (*), Fil d’or D.M.C und Chiné d’or D.M.C (*) ausführen. Sehr wirkungsvoll erweist sichdieVerbindungtieferer Töne Rouge-Cardinal mit blauem Chiné d’or oder auch hellere Töne Bleu-In- digo mit rothem Chiné d’or. Die Goldstiokerei. — Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Kunst mit Gold zu sticken fast nur mehr von den hiezu herangezogenen Fachleuten betrieben. Aeusserst selten nur wurde sie im Privatkreise ausgeübt, denn Jedes scheute es, sich in einer Technik zu versuchen, zu deren vollständigem Erlernen nach damaligen Begriffen eine Lehrzeit von neun Jahren erforderlich war. Seitdem die Mode die meisten Nippsachen mit Monogrammen und zartsinnigen Widmungen ausgestattet verlangt, nimmt die Neigung, mit eigener Hand die (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Abb. 234. Einzelnfigur in türkischer Stickart. Begonnen. Abb. 235. Einzelnfigur in türkischer Stickart. Vollendet. PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI I 17 Goldfäden in Leder, Sammet und anderen Stoffen'einzusticken auch in Cirkeln wieder zu, in welchen die Handarbeit nur als Liebhaberei gepflegt wird. Wir hoffen, dass die folgenden Erklärungen nebst den deutlichen Abbildungen unseren Leserinnen die heute noch übliche fünfjährige Unterrichtsperiode ersparen werden. Geräthe und Zuthaten. — Der erste und nothwendigste Behelf zur Goldstickerei ist ein sehr kräftiger, widerstandsfähiger Stickrahmen, dann eine Spindel, zwei Streichhölzer, ein Schnitzmesser, eine Materialtafel und eine Ahle. Abb. 236 . Stickrahmen. , ' r Stickrahmen (Abb. 236 ). — Der hier abgebildete Rahmen ist nur für kleinere Stickereien zweckmässig, für grosse Arbeiten, welche das Einrollen des Stoffes bedingen, müssen kreisrunde Walzen genommen werden, damit sich die Kanten des Holzes nicht in den aufgerollten Stoff einpressen. Welcher Art die Goldstickerei auch sein mag und auf was immer für Stoff sie ausgeführt wird, muss zuerst eine Unterlage für dieselbe in den Rahmen genäht werden. Das Gurtenband ist dabei ganz lose, beinahe faltig zu halten, während I 1 8 PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI der Stoff selbst sehr stramm angezogen wird. An der den Schienen zugekehrten Seite ist an den Unterstoff eine kräftige Schnur in Zwischenräumen von 3 bis 4 c/m. anzunähen. Dann erst wird der Rahmen ausgespannt und mit Schnüren, welche durch die schon vorher angebrachte Schnur durchgezogen werden, wird der Stoff noch strammer gerichtet. Der eigentliche Stickgrund wird hierauf auf die Unterlage mit Saumstichen geheftet und zwar so stark gedehnt, als nur irgend möglich, um das Bilden von Falten nach Vollendung der Arbeit und nach dem Ausspannen aus dem Rahmen zu verhüten. Hierauf wird die Zeichnung auf den Stoff übertragen. (Siehe im 16. Abschnitt die verschiedenen Weisen des Ueber- tragens der Zeichnungen und der Zubereitung der Klebmasse.) Vor dem Austrennen wird die Arbeit auf der Kehrseite mit einer leichten Klebmasse bestrichen und erst nachdem dieselbe ganz trocken geworden ist, darf die Stickerei aus dem Rahmen genommen werden. Abb. 237. Die Goldspindel. Verkleinerte Ansicht. Die Goldspindel (Abb. 237). — Die Spindel, auch Bretsche genannt, ist aus hartem Holz gearbeitet und bei 23 c/m lang. Sie dient zum Aufwinden des Fadengoldes. Der Holzstab, sowie die Gabel, sind mit doppeltlaufendem Coton ä broder D.M.C N° 16 (*) oder Cordonnet 6 fils D.M.C N° 25 , in hellgelber Farbe zu umwinden. Der Goldfaden ist dann an die Schlinge anzuknüpfen und über den unter der Gabel befindlichen runden Stab aufzuwinden. Die Streichhölzer (Abb. 238 , 23 g). — Das kleinere Streichholz, unten abgerundet, gleicht den modernen Tintenlöschern, das grössere Streichholz ist jenen ähnlich, wie solche die Maurer verwenden. Wenn die Figur aus Kartonpapier ausgeschnitten, wird sie mit der Kehrseite auf ein mit Klebmasse bestrichenes Brett gelegt, damit diese die Zeichnung gleichmässig durchfeuchte, dann wird die Figur genau auf die Stelle übertragen, wo sie überstickt werden soll. Mit dem grösseren Streich- (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI ”9 holz wird sie fest auf den Stoff gedrückt und mit dem kleineren, abgerundeten, wird der Stoff von unten stark gerieben, damit sich die feuchte, Abb 238 ausgeschnittene Zeichnung der Stoff- Streichholz FÜR DIE untere Seite. läge ganz anschliesse. Kleine Blü- Verkleinerte Ansicht. then und Blätter mit spitzen Aus- Originalgrösse : i 5 Ctm. Länge, r io Ctm. Breite. schnitten sind ausserdem wie es in Abb. 242 ersichtlich, mit Stichen zu befestigen. Erst wenn die Pappe ganz trocken ist und die Zeichnung fest klebt, kann das Sticken begonnen werden. Abb - 23 9 - Streichholz zum Aufträgen der ausgeschnit- Das Schnitzmesser tenen Figuren. Verkleinerte Ansicht. (Abb. 240). — Die meisten Originalgrösse : 32 Ctm. Länge, 20 Ctm. f itif/WK/- Goldstickereien verlangen eine Unterlage von starkem Kartonpapier. Zu besonders zarten Zeichnungen wird über dieses noch Ziegenleder geklebt. Die Zeichnung ist auf der oberen Seite des Papieres oder des Leders aufzupausen, mit feinen Strichen genau nachzuzeichnen und dann mit dem Schnitzmesser auszuschneiden. Es lassen sich mit diesem Messer, welches sehr scharf geschliffen werden muss, nur kurze Schnitte machen. Die Spitze hat man nach aussen, Breite. Abb. 240. Das Schnitzmesser. Verkleinerte Ansicht. Abb. 241. Materialtafel. [20 PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI die Rundung gegen den Körper zu richten, somit also nach der in der Abbildung angegebenen Richtung zu halten. Materialtafel (Abb. 241). — In ein dünnes Brett oder in massivem Pappendeckel werden so viele Felder ausgeschnitten als Goldsorten zur Verarbeitung kommen, da nicht nur glatter und krauser Goldfaden sondern Perlen, Flitter, glänzende und matte Kantille in der mannich- fachsten Weise angebracht Werden können. Abb. 242. Das Arbeiten mit der Goldspindel. Für die Kantille allein sind oft mehrere Felder erforderlich. Es werden eben nach der Zeichnung längere oder kürzere Stückchen geschnitten und jede Längensorte wird getrennt gehalten, um sie nicht während des Stickens erst auslesen _.. Abb. 243. Das Sticken mit Goldkantille. zu müssen. ^ Das Arbeiten mit der Spindel (Abb. 242). — Der Stickgoldfaden, auch Spreng- oder Stechgold genannt, ist immer zweifach auf die Spindel zu winden. Beim Arbeiten legt man PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI 121 den Goldfaden, wie bei Abb. 234, hin und zurück und näht ihn nach jedem Legen mit zwei Stichen fest. Hier kommt auch die Ahle zur Verwendung. Bevor die Nadel von unten nach aufwärts geführt wird, bohrt man von oben mit der Ahle ein Loch vor an der Stelle, an welcher die Nadel an die Oberfläche gebracht werden soll. In weichen Stoffen ist das Vorstechen entbehrlich, in Brokatstoffen, in Peluche und in Leder, wo jeder unsicher geführte Stich, Spuren hinterlässt, die die Arbeit entstellen würden, ist es unumgänglich noth- wendig, der Nadel den Weg zu bahnen. Wenn sich das Gold zu steif, zu spröde zum Sticken zeigen sollte, legt man die Spindel mit dem aufgewundenen Metallfaden an einen ziemlich heissen Ort, z. B. in ein Backrohr. In der hohen Temperatur wird er weicher, geschmeidiger und ist daher leichter zu verarbeiten. Das Sticken, mit Goldkantille (Abb. 243). — Das Sticken mit Goldkantille gestaltet sich viel leichter als das Arbeiten mit Stechgold, die vorgerichteten Stückchen sind gleich Perlen auf die Nadel zu fassen und das Unterlag- zeug damit zu decken. Eine schöne Wirkung wird durch die Anwendung von glatter und krauser Kantille erzielt, besonders w r enn die Zeichnung das Anbringen von Licht- und Schatteneffecten erfordert. Brillantstickerei (Abb. 244). — Eine hübsche Neuerung in der Kunst des Goldstickens ist der Brillantstich. Durch kurze Kantillenstückchen, welche über die an derselben Stelle aus- und eingeführten Nadel geschoben werden und durch das stramme Anziehen des Nähfadens ent- _ , . ,. . __ .. 1 11 Brillantstickbrei. stehen kleine, glitzernde Knötchen, welche abwechselnd nach rechts und nach links stehend, gestreuten Diamantsplittern gleichen. Täuschender noch als mit Goldkantille lassen sich die kleinen Edelsteinchen durch Silberkantille nachahmen. Je kleiner die Perlen geschnitten und je dichter die Knötchen zusammengedrängt werden, desto reicher sieht die Arbeit aus. Abb. 244. PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI Abb. 245. Chinesische leichte Goldstickerei. Erster Theil Zweiter Theil von Abb. 245 mm wm&i ,Y\g mmä ®“V' pi§p ÄS ';-.Vo üii' ü >i ‘$£;r isÄai ' •v.s mm 'HgSjFJß) %h?j ft. m&m PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI 123 A B Zweiter Theil von Abb. 246. ilSBl Abb. 246. Chinesische Goldstickerei. Erster Theil ätfifclXSj ‘JMi Chinesische Goldstickerei (Abb. 245 und 246). — Bequem herzustellen und äusserst dankbar in der Wirkung sind die 124 PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI Nacharbeiten chinesischer Vorbilder, mit einfach überstochenem Goldfaden. Die einfachsten sowie die kostbarsten Gewebe sind dazu verwendbar. Waschbare Goldfaden (Or fin D.M.C) (*) oder auch Chiné d’or D.M.C (*) eignen sich besonders zur Ausführung solcher Muster auf weisser Leinwand oder farbigen waschbaren Stoffen. Diese Stickereien ergeben dann sowohl einen sehr geschmackvollen Schmuck der Kleider als auch der Wohnungseinrichtung. Bedeutend lebhafter wirkt die Zeichnung wenn, wie es bei unserer Vorlage der Fall ist, die Goldsorten vermischt werden. Hier wurde für die Bäume mit ihren phantastischen Blättern und für die Blumengebilde einfarbiger Goldfaden, für die Gräser grüner, für die Schmetterlinge rother, für die beiden Vögel blauer und schwarzer Buntgoldfaden genommen. Der doppelt laufende Goldfaden wird mit ganz feinem Faden, Fil d’Alsace D.M.C N° 200 (*) in entsprechender Farbe, durch Ueberlegstiche niedergehalten. Wo jedoch die Zeichnung es erfordert, werden die Goldfäden getrennt und der einfache Faden wird hin- und zurückgeführt. In der Arbeit und in der Zuthatenanordnung ist das zuletzt gebrachte Muster jenem in Abb. 245 dargestellten ganz ähnlich, doch bietet dieser Streifen durch die Eigenthümlichkeit seiner Zeichnung neue Abwechslung. Die wunderlich gestalteten Thiere, Blumen und Muscheln lassen sich sowohl getrennt zur Ausschmückung kleiner Gegenstände als auch als ganzes, fortlaufendes Bordenmuster verwenden. Um die beiden getrennten Theile wieder als Ganzes zusammenzustellen, wird beim Copiren A und B des ersten Theiles an A und B des zweiten gerückt. Borde mit verschiedenen Stickarten (Abb. 247). — Alle bisherigen Vorlagen lehrten die Anwendung nur einer Stickart an einem Muster, während an diesem Streifen verschiedene Stiche und verschiedene Goldfäden, so wie wir sie an der Originalstickerei vorgefunden, angebracht erscheinen. Die Eigenart der Zeichnung und der Stichvertheilung bestimmten uns, sogar in der Copie an der Arbeit nichts zu ändern. Die kleinen Blattheile der Blume sind mit mattem Stech- (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI 125 gold über ausgeschnittenem Kartonpapier auszuführen, die grösseren Blatttheile sind mit etwas stärkerem Stechgold im einfachen Stopfstich durchzuführen. Beide Theile sind hierauf mit krausem Goldfaden einzufassen. Die gegitterten Blätter haben überdies eine Einfassung von Pikots aus Kantille. Der Stengel, nur hin und wieder durch ein kleines Blatt unterbrochen, ist aus krausem, die Blätter sind aus mattem Gold herzustellen. Stickerei mit Goldlahn und Kantille (Abb. 248). — An alten kirchlichen Ornaten, besonders an solchen mit figuralischen Verzierungen ist meistens die Kartonunterlage durch kräftige Hanfschnüre ersetzt. An der hier abgebildeten, dem vorhandenen Original getreulich nachgebildeten Arbeit, wurden statt der Hanf- Abb. 247. Borde mit verschiedenen schnüre die stärksten stickarten. Nummern des Cor- donnet 6 fils D.M.C (*) zur Unterlage verwendet. Diese sind naturfarben, weiss und gelb erhältlich und entsprechen somit besser den Farben der Metalle als die graue Hanfschnur. Das starke Garn wird in ebenso vielen Lagen aufgenäht (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. \‘irh y V 1. . •'M mm 'A'0 : '233 9 126 PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI als es nothwendig ist, um die Figur hoch und gewölbt erscheinen zu lassen. Wenn diese Unterlage vollendet, wird sie mit einer stärkeren Goldschnur eingefasst und dann erst kann y 1 r H-) fUiU Ir-' mm ml■, Abb. 248. Stickerei mit Goldlahn und Kantille. Abb. 249. Flechtstich mit Gold- Kantille. der eigentliche Stich begonnen werden. Von den vielen Abarten, welche bestehen oder noch dazu erfunden werden können, sind hier nur vier veranschaulicht. Das Stichmuster der Abb. 248 besteht aus glattem Goldlahn, auch Goldplätt und Goldplasch genannt, welcher über die Unterlage gespannt wird, indem man ihn zu Anfang und Ende ein wenig umlegt, dann den Nähfaden in das so gebildete Häkchen legt und ihn stramm anzieht. Ueber jeden gespannten Lahnfaden sind Kantillenstückchen — etwas breiter geschnitten als der Lahn — in regelmässiger Entfernung zu legen, welche in der nächsten Reihe zwischen jenen der ersten zu stellen sind. Flechtstich, mit Goldkantille (Abb. 249). — Dieselbe Einteilung ist auch hier beizubehalten, wo matte Kantille den ( ' v n) fivrä Abb, 25o. Schuppenstich mit Stechgold und Kantille PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI 127 Goldlahn ersetzt. Die vorgerichteten Stücktheile sind in genauer mit der Zeichnung übereinstimmender Länge zu halten, denn ungleiche Kantillenstückchen würden die saubere Ausführung dieses Stiches ganz unmöglich machen. ■'S SB» m As* IM-' .HMV!» • , u «MWtl ■ iffeiim - «• IfÜttV! ■ ■ „ iw* ù't '■-J-änS Wv&JS ■c-s&sa vßi-i Abb. 25 1. Blumen über Schnureinlage gearbeitet. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N” 1, 2, 3 , zum Unterlegen. Fil à dentelle D.M.C N* 5 o, 70, zum Sticken. (*) Schuppenstich mit Stechgold und Kantille (Abb. 25o). — Die ganze mit Schnur überlegte Fläche wird mit glattem Stechgold oder Silber bedeckt, dann sind kleine, über 6 bis 8 Fäden reichende Kantillenstückchen, 2 bis 3 m/m. von einander entfernt, wie es aus der Abbildung erhellt, aufzunähen. Diese einzelnen Kantillenstiche sind hierauf mit krauser Kantille einzufassen. Der Stickfaden wird links neben der einzeln stehenden Kantillenperle herausgeführt, diese auf die Nadel (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 128 PLATTSTICH- UND GOLDSTICKEREI gefasst, der Faden auf der anderen Seite wieder hinein und oben in der Mitte herausgezogen, wo dann durch einen Stich der Goldfaden festgehalten wird und die schuppenartige Stichart entsteht. Blume über Schnureinlage gearbeitet (Abb. 25 1). — Die hier nur halb vollendet erscheinende Blume ist einem kirchlichen Gegenstände entnommen, der reich mit solchen Zeichnungen bedeckt war. In der Mitte sieht man einen Stich in der Ausführung begriffen und gleichzeitig die allfällige Anwendung der früheren Sticharten. Die linksseitigen fertigen Theile der Abbildung sind mit Silber- und Goldkantille hergestellt, während im inneren, eiförmigen Theil der Blume, weitere, wagerecht liegende Unterlagsfäden zur Anschauung gebracht sind, über welche ziemlich kräftiger, doppelter Stechgoldfaden über und zwischen je zwei Schnüren durch einen Stich festgehalten wird. In der nächsten Reihe liegt dieser Stich zwischen den in der ersten überlegten Schnüren. Für grosse Zeichnungen kann man zum Unterlegen noch bedeutend stärkere Schnüre nehmen, als sie in den Abbildungen hier Vorkommen, denn je mehr Licht- und Schatteneffecte die Stickerei aufweist, desto schöner, kunstgerechter ist die Ausführung der Arbeit zu nennen. Zwischensatz. Ausgespartes Muster in doppelseitigem Kreuzstich. r J «Ä« L? TITJT» ' Stramin- und Leinenstickerei. Die Straminstickerei ist eine der ältesten und, weil eine der angenehmsten, auch von Frauen stets mit Vorliebe gepflegten Arbeiten. Der dazu verwendete Grundstoff, Stramin benannt, ist entweder einfädig oder doppelfädig. Letzterer ist des bequemeren Fadenzählens halber dem ersteren vorzuziehen, doch können, wie die folgenden Abbildungen lehren, alle Sticharten auf beiden Stramingattungen ausgeführt werden. Ausser Stramin wird auch häufig Java-Leinen genommen; das dichte Gewebe desselben kann bei Stickereien gleich den Grund ersetzen, das Ausfüllen mit Stichen fällt natürlich aus. Auch kann man Tuch, Sammt oder Peluche mit Stramin überlegen, um Kreuz- oder eine andere der folgenden Sticharten darauf zu sticken. Für in solcher Weise ausgeführte Arbeiten ist starker Congress-Stoff oder Golbert-Leinen dem Stramin vorzuziehen. Die spröden Fäden desselben rauben dem Unter- stoft zu leicht den Glanz, der neue Stoffe kennzeichnet. Die Stiche, welche über doppelte Stoffe geführt werden, sind sehr stramm anzuziehen, damit sie nicht lose stehen, wenn nach vollendeter Arbeit die Straminfäden entfernt werden. Straminarbeiten können sowohl im Rahmen als auch in der Hand ausgeführt werden ; im letzteren Fall beschwere man die Enden des Stramins mit Bleistücken oder Steinen, damit er nicht verzogen werden kann. Alle Stiche einer Stickerei müssen nach ein und derselben l3o STRAMIN- UND LEIN EN STICKEREI Richtung liegen, und zwar alle unteren Stiche sich von links nach rechts neigen, wie die Schrift. Auch müssen die Stiche den Stramin ganz decken und darf das Gitter zwischen den Stichen nicht durchschimmern. Das Eintheilen des Stiokgrundes (Abb. 252). — Bevor man eine Straminarbeit beginnt oder den Hülfsstoff aufheftet, sind die Stiche, die sich darauf anbringen lassen, zu zählen. Man nimmt hierzu einen für zwei Stoffseiten genügend langen Faden, zieht denselben ungefähr 10 bis 12 Fäden innerhalb der Kante über und unter je 5 oder 10 Doppelfäden, oder je 10 oder 20 einfache Fäden ein. Diese Zählung ist nach der Länge und Breite durchzuführen. Inder Abb. 252 ist sie für 10 Stiche eingerichtet. Nachdem die Fäden aussen gezogen sind, rechnet man die Mitte aus und zieht ebenfalls einen Faden nach der Länge und Breite ein. Die sich kreuzenden Fäden geben den Mittelpunkt im Innern an. Hat man ausserdem eine Eckenlösung vor, so zieht man noch einen Faden von der Ecke des äusseren Randes in streng diagonaler Richtung gegen die Mitte zu ein. Die Sticheintheilung ist bis zur Vollendung der Arbeit zu belassen, sie erleichtert das Nachsticken der Muster, besonders wenn Ecken und Mittelstücke erst neu gebildet werden müssen. Fadensorten. — Schafwolle und Seide waren bis jetzt so ziemlich die einzigen Zuthaten, welche auf Stramin verarbeitet wurden. Für Teppiche nahm man sogar sehr dickfädige Wolle, damit sie ihrer Bestimmung, das Eindringen der Kälte zu Abb. a52. Das Eintheilen des Stickgrundes. Th. de Dillmont, Encykloptrdie der weiblichen Handarbeiten. In-8«. Leinwbd. mit Goldschnitt. — Preis M. 3 STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 131 wehren, erfüllen. Für Gegenstände, welche einer beständigen starken Benutzung ausgesetzt sind, ist Seide nicht zu empfehlen. Ihre natürliche zarte Beschaffenheit bietet zu geringe Widerstandsfähigkeit, Schafwolle wird leicht durch Motten zerstört, während Baumwolle nicht nur billiger als die beiden ersteren Stickfäden und ebenso glänzend als diese ist, sondern noch den Vortheil hat, dass sie, wenn sie jemals beschmutzt wird, durch einfache Reinigungsmittel die ursprünglichen schönen Farben wieder erlangt. Wir können daher zu den meisten Straminarbeiten auch die Cotons à tricoter D à broder D.M.C N° 25 anempfehlen. (*) Abb. 253. Der Kreuzstich. ftto -ÈEÜlË'J Abb. 256. Gobelinstich Ober GETHEILTEN STRAMIN. lit-- l.C in den Stärken bis 20 und Coton i Abb. 254. Halber Kreuzstich. v Y ’>4Wkil um Abb. 257. Der Ripsstich. N° 6 bis 20, Coton . repriser N° 12 und Abb. 255. Der Gobelinstich. 1 sjirWrf/r'ffc: paa r# Abb. 258. Der Perlstich. IMilBM iMiiii"|i ciul Der Kreuzstich (Abb. 253 ). — Der Kreuzstich ist der Grundstich aller anderen Sticharten und zugleich der am häufigsten angewendete. Er wird auch Märk- oder Zeichenstich genannt, weil er zum Märken oder Zeichnen benutzt wird. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. I 32 STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI Der Kreuzstich wird in zwei Reihen ausgeführt. In der ersten Reihe wird der Faden von links nach rechts schräge über einen Doppelfaden, dann senkrecht unter einen solchen geführt. In der zweiten Reihe werden dieselben Stiche von rechts nach links gerichtet; hierdurch entsteht nun der Kreuzstich. Halber Kreuzstich (Abb. 254). — Wenn die Wolle zu grobfädig oder der Stramin zu fein ist, um zwei Stiche übereinander zu stellen, so legt man den Faden über die ganze Stichreihe zurück und führt darüber, von links nach rechts, die unteren Stiche des Kreuzstiches aus. In derselben Weise überstickt man auch gewöhnlich die vorgezogen gekauften Arbeiten. iiutCututOT Abb. 259. Breiter Gobelinstich. Abb. 260. Länglicher Kreuzstich. Abb. 261. Versetzter Doppelstich. •v -v-i Igj* f jl* * rf j-Uttj ■LEH© ! EjyEgB§P Abb. 263 . Versetzter Stich. Abb. 264. Der Flechtstich. Abb. 262. Der Reisstich. Der Gobelinstioh (Abb. 255). — Dieser Stich wird über zwei wagrechte und einen senkrechten Faden ausgeführt. Arbeitet man im Rahmen, so kann man die nächste Reihe zurückgehend sticken, wird jedoch ohne Rahmen gearbeitet, so ist der zu bestickende Gegenstand umzudrehen, und die Nadel hinter dem zuletzt ausgeführten Stich herauszubringen. Gobelinstich über getheilten Stramin (Abb. 256). — Zum gleichen Gobelinstich, über getheilten Stramin ausgeführt, STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI I 33 nimmt man eine ziemlich starke Nadel, die die Straminfäden leicht auseinanderrückt. Der Ripsstich (Abb. 257). — Im Gegensatz zum Gobelinstich wird diese Art, eine Nachahmung des Ripsstoffes, über zwei senkrechte und einen wagrechten Faden, in senkrechten Streifen ausgeführt. Der Perlstich (Abb. 258 ). — Zum Perlstich macht man die erste Stichreihe des Kreuzstiches und zwar nur über einen wagrechten und über einen senkrechten Faden. Die Abbildung zeigt die von rechts nach links gehende Reihe, bei welcher der Faden unter den senkrechten Fäden weiter geführt wird. Der Perlstich wird zumeist im Verein mit dem Kreuzstich gearbeitet, um Figuren oder Blumen in zarten Linien und mit vielen Schattirungen zu sticken, wozu der Kreuzstich zu derb ist. Breiter Gobelinsticli (Abb. 259). — Dieser Stich wird über 2 senkrechte und 3 wagrechte Fäden gearbeitet. Der dem ersten folgende Stich wird nach oben um einen Faden weiter heraus, nach unten zwischen den beiden senkrechten Fäden hineingeführt. Länglicher Kreuzstich (Abb. 260). — Die Stichreihen werden über 4 wagrechte und 2 senkrechte Fäden ausgeführt. Dieser Füllstich ist besonders zum Uebersticken grösserer Flächen sehr beliebt, weil er, über doppelte Fadenreihen greifend, nochmal so schnell ausgeführt werden kann als der gewöhnliche in Abb. 253 gebrachte Kreuzstich. Versetzter Doppelstich (Abb. 261). — Ueber jedes zweite Fadenkreuz wird ein gewöhnlicher Kreuzstich gemacht. Diesem folgt ein anderer, über 2 Breite- und 6 Höhefäden, so dass der erste Stich in der Mitte des zweiten liegt. Dann folgt wieder ein gewöhnlicher Kreuzstich, diesem wieder ein langer Stich u. s. w. In den übereinanderfolgenden Reihen treffen sonach die dreifachen Stiche unter die einfachen, die einfachen unterdie dreifachen Stiche. Der Reisstich (Abb. 262). — Es wird zuerst der ganze auszufüllende Grund mit grossen Kreuzstichen über 4 Fäden nach der Höhe und Breite überarbeitet, dann werden die Kreuzstiche mit den sogenannten Reisstichen übernäht. Es sind dies 4 Stiche, welche über die ersten Fäden nach i STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI l34 rechts und links über je 2 Straminfäden gemacht werden und sich im Kreuzungsraum des Stramins begegnen. Sie bilden über die ersten Kreuzstiche wieder ein schräggestelltes Kreuz. Für den Unterstich ist stärkerer Faden als zum Ueber- stich zu nehmen und dieser wieder in einer Farbe, die sich deutlich vom Grund abhebt. ILjm Abb. 267. Der Grätenstich. Abb. 266. Der Blattstich. Abb. 265 Der Stengelstich. / V' ''kn»v i Ä y.-/, WlSpiSi MbeS Abb. 268. Schräger Webstich. Abb. 270. Florentiner Stich. Abb. 269. Der Kashmirstich. • */> ESlMsKs Versetzter Stich (Abb. 263). — Dieser Stich besteht aus schräg und gerade stehenden Kreuzstichen. Man beginnt von links nach rechts und führt den Faden über 4 senkrechte Fäden zwischen je 2 wagrechten von oben nach unten durch, dann wieder schräg über 4 Fäden nach aufwärts, unter 2 wagrechte nach abwärts, über 4 senkrechte u. s. w. In der zweiten zurückgehenden Reihe überkreuzt der Faden die halben Kreuze, wozu der Arbeitsfaden nur mehr unter die senkrechten Fäden abwechselnd oben und unten durchgeführt wird. Die dritte und vierte Stichreihe wird, wie aus der Abbildung ersichtlich, über die zwei ersten Reihen und mit entgegengesetzter Fadenlage gearbeitet. Man verwendet zumeist Goldfäden zur zweiten Stichlage, und wenn die Arbeiten in STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 135 Baumwolle ausgeführt, waschbaren Goldfaden D.M.C oder Chine d’or D.M.C (*). Der Flechtstich (Abb. 264). — Dieser Stich kann nach aufwärts und abwärts nur bei grösster Aufmerksamkeit gemacht werden, sonst ist es rathsamer, den Faden nach jeder Reihe zum Anfang zurückzuführen. Man legt den Faden von links nach rechts über 2 wagrechte und 4 senkrechte Fäden nach abwärts, dann unter 2 senkrechte Fäden wieder von links nach rechts über 4 senkrechte und 2 wagrechte Fäden. Der Stengelstioh (Abb. 265). — Hier werden die Stiche in getrennten Reihen ausgeführt und zwar über 4 Fäden nach der Breite und 4 Fäden nach der Höhe. Der Faden geht unter den mittleren Fäden und dann unter den oberen durch. Der Blattstich (Abb. 266). — Der Faden ist schräg über 2 Doppelfäden nach der Höhe und Breite und unter einem Doppelfaden wieder in die Reihe des Ausganges der Stiche zu führen. Steppstiche liegen zwischen den langen Stichen. Der Grätenstich (Abb. 267). — Dem vorhergehenden Stich in der Wirkung ähnlich, unterscheidet er sich doch von diesem wesentlich in der Ausführung. Der über 3 senkrechte und 3 wagrechte Fäden geführte Arbeitsfaden wird mit einem Rückstich über die letzte Straminkreuzung festgehalten. Diese Rückstiche laufen abwechselnd je nach der Lage der langen Stiche nach rechts oder links. Schräger 'Webstioh (Abb. 268). — Ueber einen schräg gespannten Faden sind Ueberlegstiche zu führen, welche bei ge- theiltem Stramin zwischen den Kreuzfäden aus- und eingeführt werden. In den folgenden Reihen sind die Stiche stets zu wechseln, damit sie sich wie die Fäden der geköperten Stoffe verbinden. Der Kashmirstioh (Abb. 269). — Durch einen Stich über ein Straminkreuz und 2 Stiche über 2 Fäden nach der Höhe und Breite, wird das Gewebe, nach welchem der Stich benannt ist, nachgeahmt. Florentiner Stich (Abb. 270). — Der Florentiner Stich (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 136 ergiebt sich, wenn man den Faden fortlaufend schräg über einen und über 2 Doppelfäden des Stramins führt. Der Mosaikstich (Abb. 271). — Die erste Reihe dieser Stichart besteht aus einem kurzen und einem längeren Stich; in der zweiten zurückgehenden Reihe sind nur die die erste Reihe ergänzenden kurzen Stiche auszuführen. Die dritte Reihe ist wieder gleich der ersten zu arbeiten. lT=lt=l7=lI=l ntiäisü! Abb 271. Der Mosaikstich. ^ggg£EgiBE.&i g'HÄp Abb. 272. Abb. 273. Gebundener Stich. Stern- oder Smyrna-Stich. ÖBBB OJZLÖÖ’J Abb. 275. Rococostich. Rechtsseitige Stiche. Abb. 276. Vollendete Rococo- STICHE. Abb. 274. Rococostich. Erste linksseitige Stiche. ü.nn [HUHiSlÜj « il Mil M ill —ill Gebundener Stich (Abb. 272). — Man führt den Faden über einen senkrechten und 3 wagrechte Fäden und zwischen dem ersten und zweiten durch, macht einen Stich über die mittlere Straminkreuzung und bringt den Faden wieder unten um einen Doppelfaden weiter heraus. In den folgenden Reihen greifen die Stiche über 2 Fäden von unten und über einen der ersten Reihe, so dass die Stiche der zweiten Reihe zwischen jenen der ersten liegen. Stern- oder Smyrna-Stich (Abb. 273). — Ein einfacher Kreuzstich wird über 4 Fäden nach der Breite und 4 Fäden nach der Höhe ausgeführt. Ueber diesen arbeitet man einen zweiten gerade stehenden Stich, ebenfalls über 4 Fäden nach der Höhe und 4 Fäden nach der Breite. Der gleiche Stich STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI l3 7 lässt sich auch über 6 bis 8 Fäden machen. Werden mehr als 4 Fäden überstickt, so müssen die Stiche der Zahl der überstickten Straminfäden entsprechend vermehrt werden. Der Rococostich (Abb. 274, 2 7 5, 276). — Der Faden ist, nachdem er eingeführt wurde, über 4 einfache oder 2 Doppelfäden zu legen, die Nadel nach links zu wenden, unter einem Doppelfaden durchzuführen und, wie es in der Abb. 274 ersichtlich jtTOnp-Eni Abb. 278. Griechischer Stich. Abb. 279. Schottischer Stich. Abb. 277. Pariser Stich. £ 3 ? 1 EMM ■Wv Abb. 282. Der Muschelstich. Abb. 280. Maurischer Stich. Abb. 281. Der Orientstich. ist, über den zuerst gezogenen Faden gehend, neben diesem unter der Hälfte der wagrechten Fäden von oben nach unten zu bringen. Dann wird nach rechts derselbe Stich wie links gemacht, Abb. 2 7 5, um die Nadel zu dem um einen Doppelfaden tiefer liegenden nächsten Stich zu führen. Der Rococostich wird in schrägen Reihen gearbeitet. Pariser Stich (Abb. 277). — Dieses aus einem langen Stich über 3 Fäden und einem kurzen, über einen Faden, bestehende Grundmuster eignet sich besonders zum Ausfüllen von Seidenstramin oder Leinengeweben, wenn man den Grundstoff mit der Arbeit nicht ganz bedeckt haben will. Griechischer Stich (Abb. 278). — Der unter dieser Benennung eingeführte Stickstich ist wie der gewöhnliche Kreuz- I 38 STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI stich über 4 Fäden nach der Höhe und 4 Fäden nach der Breite zu beginnen, der Deckstich wird gleich über 8 Fäden nach der Breite geführt. In den folgenden Reihen können entweder die langen oder die kurzen Stiche an die vorhergehende Reihe angefügt werden, nur muss die Sticheinrichtung gleichmässig in der ganzen Arbeit beibehalten werden. Derselbe Stich wird in vielen von Slaven bewohnten Gegenden zur Verzierung der Leinengewänder angewendet, wo man ihn meistens so gearbeitet antrifft, dass die kurzen Stiche an die langen stossen. Zu diesem Stich ist kräftiger Faden, Coton ä tricoter D.M.C N° 6 bis 12 (*), zu nehmen, der den Stickgrund vollständig deckt. Schottischer Stich (Abb. 279). — Würfel aus schrägen Stichen über 2, 4, 6, 4 und 2 Fäden, nur durch halbe Kreuzstichreihen von einander getrennt, bilden den also benannten Stich. Maurischer Stich (Abb. 280). — Anstatt wie beim vorhergehenden Muster die durch die längeren Stiche gebildeten Würfel von allen Seiten einzufassen, werden sie hier an einander geschlossen, so dass sie sich stufenartig aufbauen. Gobelinstiche über einen Doppelfaden begrenzen die Würfel an den Seiten. Der Orientstich (Abb. 281). — Schräg gestellte Stiche über einen, 2, 3 und 4 Doppelfäden bilden Dreiecke. Der erste Stich des zweiten Dreieckes kommt unter und in die Mitte des vorhergehenden. In der Abbildung deuten die dunklen Fäden den Beginn der nächsten Reihe an. Gobelinstiche über 2 Fäden füllen die durch die Dreiecke leer gelassenen Stellen aus. Der Muschelstich (Abb. 282). — Der Faden wird nach auf- und abwärts über 6 Fäden nach der Höhe und unter einem nach der Breite geführt. Wenn der vierte Faden gespannt ist, wird die Nadel zwischen dem dritten und vierten wagrechten und hinter dem dritten überlegten Längsfaden herausgeführt. Die vier Fäden sind nun mit einem Hinterstich an den mittleren Straminfaden zu binden. In diese Hinterstiche wird dann (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 13g ein Faden in abstechender Farbe zweimal eingezogen und so kleine runde Muscheln gebildet. Steppstiche verdecken den Grund zwischen den langen Stichreihen. Der Jaquartstich (Abb. 283). — Um grosse Flächen auszufüllen eignen sich auch grösser angelegte, gut deckende Sticharten, wie der Jaquartstich und die folgenden Vorlagen. Die erste Stichreihe besteht aus 6 Stichen nach der Höhe und 6 Stichen nach der Breite über je 2 Doppelfäden, die zweite in gleich vielen Stichen über einen Doppelfaden. tBiabSc 4pffi ~wm Säg GES© .Rl-'IPg. feGFßfli iafiEBEefi6£-&E-&££-E.^S£EES ■t'EE'dfiLi.LTi. rT-FrTBi PE p BB iB irTEfeRF-GflKSffl FFPPEEEuipBl Bbe bebbehe to äffiiL EEL- EMfefePE.] >a©-EF-cr-SEEEgi mKki&frfck & E bb3 tMwwIIw- i i- i l 1 'JEKPJjffi r E E E; i ,'i ' l : . i • W/TMä 1 wWi Wmk Abb. 283. De« Jaquartstich. Abb. 284. Byzantinischer Stich. 1RHB Kvvmk mm , « i äajaii| ! iHü wluJslsif) iSjDJtiScöGftfHÜr'rfESiSSCffilSS Ü ijROoyyyuyuyuowwuuvs;- j®oy,yDOM«iMMivuwuww@ RWüPvw«i^o3i Sxxx^ôçg gd pg rgy jK ^i»mi jxxXxfiäH: WIVVyÜM iXXXJ § 3 hxxx: ®a-^^ : |axxxx: iHI$ ixxxx: »■xxx; SiiQBXxxx: •m .^ . mviv,sa-> :XXXOE pm: :XXflH:«S»BlijQÜB SSaBSiPBj :xxxxöa :xxqdi -■xxxx: lI&sxj ÏXXEDJ rXXXXXDOM ixxxxxneri i;:i{3irî . ,> r , ?'»i<>r , pr ^r«»T'»T<^ «^ 1 tSk«K«VT<&frw 'bw wwsw^rtÄÄÄAÄA'ÄsftiÄÄ J?5^ , S?* , &l , Si.-.onDO'D'Bn'n'DD'n'c DDDDD o'D'apa; &£*$$* :<^*:«d;o; M^çpy Xir^' Idod ;:iÿ.S»?ÿ?ÿ »f »1 Z&... :«^§a ,r ; | Ë&*:; gfer& Vfe . mm &*pjöi ISS&j-PS • '•:-:î*S,'* ♦*<>?« »î«>? •äS£ 5 *:S»; îfefe ■* "! «t»; ns^ 'tiïte^ &uné föiS v’ÿt'î'ï''** ’«»•«frÄA 1 JS^o! " »:S&£: »‘ä&SiSEi »«feil ^ Më . ^V:<{_ ddIoXdddC M®m lr°¥?: liVp K?’V‘ C DDDDaa D'D DJ {000 m * cs . DDÄDDD 4 UUn! W mm fern’ y.«{r Sfel ÜIP 'Vd 1- cd “ «o Dotf . tegoit:..vg AigM ss m dd’ ; dK ■IXM &$- ÖP'bJt»! CtSitf.'&'ÿj üi ^□.d.dd.d'd'dXd' iMÄ ^dXdXctd'o mas . •feö?*r*g=* • •Jii €l 1 £ • * —» ;SSi&3 «SÖ** WWAw Fadensorten : Coton à broder D.M.C N* 3 bis 16, Coton à tricoter D.M.C N° 6 bis 12, oder Coton à repriser D.M.C N* 12. Farben und Zeichenerklärung: ■ Noir grand Teint 3io, H Rouge-Grenat 358, B Rouge-Cornouille 450, ■ Bleu-Indigo 3 n B und Bleu-Indigo 322 , □ Vert métallique 465, a Gris-Noisette 424. 144 STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI muster beibehalten und die verwandtesten Farben der D.M.C Karte angeführt, denn gerade das Beibehalten jener durch langen Gebrauch gemilderten Schattirungen, bietet uns die Gewissheit, in einer neuen Arbeit harmonisch wirkende Farbentöne zusammengestellt zu haben. Grundmuster (Abb. 289). — Eine geschmackvolle Ver- theilung von steifen, schrägen, durch Kugeln verbundenen Linien ergiebt die Umfassung eigenthümlich gestalteter Blumen und Blätter. Der Kreuzstich ist für die Einfassung sämmtlicher Figuren und für die Linien beibehalten, während für die inneren Flächen Perl-, Gobelin-, der montenegrinische oder der griechische Stich zur Verwendung kommen können. Abb. 291. Bordure zum Teppichmuster Abb. 290. 1 1 : ■ n ir. j 1 1 £ iz n iiiii jj ■ j 1 1 11 ü . iii JII'Jll'lll I ■ • I jjjjlll pplil miagär jS: Pgäxg» . : - 1 . p 1 d * ■ « kM :: jeffî « . n 83 gk • jss «SKaSSc 1 le 1 TT-. :: 1 1 : ::j mm fi 1 ! -t.'l ':i',i | ; l :!i l h': :: fJçsSfcgeix» g », 1 ixgriiraSGi • wü 334 • ?spn « « 99 BSægai 1.9§s& cri: • ■eæSæ 0m :: ■ KB 1 ■ 99 ? 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(*) Vierter Theil eines Teppichmusters nebst dazu passender Borde (Abb. 290, 291). — Der Raum dieses Buches gestattet uns nicht mehr als den vierten Theil des schönen, in tiefen, satten Farben gehaltenen Teppichmusters zu bringen. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENST ICKE REt 145 Am Original sind die vier, ein Feld bildenden Theile durch eine Reihe schwarzer Stiche getrennt; die Farben in diesen Theilen wechseln so ab, dass das im Typenmuster roth gefüllte Feld, auf der linken Seite und dann über dem ersteren stehend, blau auszuarbeiten ist, während das linke obere Feld wieder der gegebenen Vorlage gleich zu halten ist. Die in roth, blau und grün eingetheilte schmale Umrandungsborde wird nach der breiten Borde, Abb. 291, welche den äusseren Abschluss des Teppiches bildet, noch einmal wiederholt. Bei der breiten Randzeichnung, Abb. 291, ist das Wechseln der Grundfarben sehr anzuempfehlen, auch können die hier gegebenen Motive verschiedenartig umstellt und aneinandergereiht werden. Die Leinenstickerei. — Mit der Straminstickerei eng verwandt ist der Arbeitszweig, welcher als Altdeutsche Leinenstickerei seit einigen Jahren wieder der Frauenwelt willkommene Abwechslung bietet. Der einfache Kreuzstich, wie er in Abb. 253 dargestellt ist, wird wohl heute vorwiegend für Leinenstickereien angewendet, doch ist er nicht so edel, nicht so reich in der Wirkung, als der doppelseitige und der italienische Kreuzstich, als der griechische Stich und als so mancher andere, welche stets unsere Bewunderung und unser Staunen erregen, wenn wir sie an den schönen mustergiltigen Schöpfungen betrachten, die zwischen dem i5. und 17. Jahrhundert unter der Nadel kunstsinniger Frauen erstanden. Die Stoffe. — Die meisten dieser Stickereien sind auf ganz feinem Leinengrund hergestellt. Auf solchem Stoff zu arbeiten, erfordert gleichviel Geduld und Zeit; selten nur wird man in unseren Tagen die zu solchen Arbeiten nothwendige Ausdauer finden. Es hat daher die Industrie, dem Zeitgeist Rechnung tragend, ausser den feinen Haus-, Antik- und Bauern- Leinen, Gewebe aus kräftigen, runden, leicht zählbaren Fäden erzeugt, auf welchen die Stickmuster unmittelbar und mühelos übertragen werden können. Auf Cuba-, Ceylon- und Batavia- Leinen entstehen grosse Kreuzstiche, kleiner gestalten sie sich aber immer auf Zwirn-Canevas, Russisch-Leinen, Congress- stoffen, Holbein- und Siebmacherleinen. Die meisten Leinenstoffe sind gebleicht, ungebleicht oder 146 STRAMIN- UND LEINEN STIC KE RE I gelbgetönt. Alle drei Arten können als Stickgrund verwendet werden, am wirksamsten und sanftesten zugleich erscheinen jedoch die Farben auf gelbgetöntem Gewebe, auf weissem wirken sie schroff, auf ungebleichtem matt, verblasst. Der Stickfaden und die Farben. — Durch die Verwendung der meisten Leinenstickereien unterliegen dieselben häufigem Reinigen, es ist somit vortheilhafter sie mit D.M.C Stickgarnen, als mit anderen Zuthaten, auszufertigen. Kräftige Stoffe werden mit eben solchen Faden bestickt, wie allenfalls Coton ä tricoter D.M.C N° 6, 8, 10, 12 oder 14 (*), welches ein gediegener Ersatz für Schafwolle ist, oder Coton ä broder D.M.C N° 3 bis 12. (*) Feinere Gewebe verlangen wieder mit schwächerem Faden bearbeitet zu werden, der im Coton ä broder D.M.C unter den Nummern 16 bis 200 (*) zu wählen ist. Selbst Coton ä repriser D.M.C (*) ist nicht auszuschliessen. Es bietet den Doppelvortheil, dass sich Jedermann, in Ermanglung der geeigneten Fadenstärken, dieselben durch Zulegen oder Trennen einiger Fäden in der dem Stoff entsprechenden Stärke zurichten kann. Der einfache Kreuzstich über Straminunterlage (Abb. 292). — Da der einfache Kreuzstich nun aus Abb. 253 be- y kannt, wird hier nicht mehr auf die dazu nothwendige Stichfolge zurückgegangen. In Abbildung 292 ist nur die Art der Ausführung des einfachen Kreuzstiches über Stramin oder Congressstoff- Unterlage, wenn solche erforderlich, angegeben. Abb. 292. Nachdem der Hilfsstoff auf den Der einfache Kreuzstich Grundstoff fadengerade und so weit UBER Straminunterlage. j nner lj a lb d er Schnittkante aufgeheftet ist, dass die Fäden, wenn überstickt, zum Ausziehen noch leicht fasslich sind, werden die sich begegnenden Stiche (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 147 liSii mss Abb. 293. Der doppelseitige Kreuzstich in vier Stichreihen gearbeitet. Vollendete erste Unterstichreihe und Hilfsstich zum Beginn der Ueberstichreihe. jedesmal genau in dieselbe Oeffnung ein- und wieder herausgeführt, durch welche der vorhergehende Stich seinen Weg genommen. Der doppelseitige Kreuzstich in vier Stichreihen gearbeitet (Abb. 293, 294, 295). — Von links nach rechts beginnend, wird der Arbeitsfaden, ohne Knoten, in den Stoff durch einige kleine Vorstiche in der Richtung des ersten Stiches befestigt, dann an geeigneter Stelle für den ersten Stich herausgeführt. Man übergeht dann nach rechts 4 Fäden nach der Höhe und 4 Fäden nach der Breite, führt die Nadel unter ebenso viele Fäden durch und so fort bis zum Ende der Reihe. Beim letzten Stich wird der Arbeitsfaden bis zur Mitte des Kreuzes von unten zurück und hiernach oben gebracht, von dawird ein Stich nach rechts gemacht, der Faden wieder zurück zur Mitte geführt und der vierte Theil des Kreuzes nach links hinzugefügt. Die nun rückgehenden, von rechts nach links führenden Stiche decken auf beiden Seiten die ersten Stiche. Nach dem letzten Kreuz Abb. 294. Der doppelseitige Kreuzstich in vier Stichreihen gearbeitet. Vollendete zweite und dritte Reihe, Hilfsstich zum Beginn der vierten Stichreihe. Abb. 295. Der doppelseitige Kreuzstich in vier Stichreihen gearbeitet. Vier vollendete Stichreihen nebst Beginn der ersten Stiche zu einer folgenden Reihe. 148 STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI wird der Faden wieder nach rechts zurückgeführt und die dritte Reihe begonnen, die den Unterstich zu den Zwischenkreuzstichen bildet. Um die vierte rückgehende Reihe auszuführen ist wieder ein Hilfsstich erforderlich, durch welchen der Faden auf der Rückseite und auf der oberen Seite doppelt zu liegen kommt. Das Weiterführen des Fadens zu einer nächsten Reihe ist in Abb. 295 zu ersehen. Der doppelseitige Märkstich (Abb. 296, 297). — Das Märken von Buchstaben und von Mustern, welche viele einzelne Stiche erfordern oder sich nur in kurzen gebrochenen A B c D Abb. 296. Der doppelseitige Markstich. Die verschiedenen Nadelstellungen zum Märkstich. Abb. 297. Der doppelseitige Märkstich. Die verschiedenen Nadelstellungen zum Märkstich. iiifiiiliiiii . •’Bi lnr/awul» aM|J*a| iirAmi tgpBagi.l ilHü T »rlnai l—|.l«M|lB3l lig '.aal I .1 iBBai l ilipl'jrpl' j^'.'^ajBäsSWISlätelÄbBülBül I—rSlBuSagiaaiaaiigfealgi-l Linien bewegen, kann auf die vorhergehende Weise nicht ausgeführt werden, weil zumeist jedes Kreuz gleich vollendet werden muss. In der Abb. 296 ist erklärt mit A das Einführen des Fadens nebst Stellung der Nadel zum ersten und zum zweiten Stich; mit B der vollendete erste halbe Stich nebst einem Hilfsstich nach rechts, der Auszug des Fadens nach rechts und die Stellung der Nadel zum fünften, das Kreuz vollendenden Stich; mit C der mit B begonnene Stich vollendet und die Stellung der Nadel zu einem weiteren Stich nach rechts ; mit D, . g. -i i STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 149 ein vollendetes und ein nach abwärts begonnenes Kreuz ; mit E die Lage der Fäden nach links ; mit F ein Hilfsstich nach rechts ; mit G Hilfsstiche zwischen einzeln stehenden Kreuzen; mit H ein zweiter Hilfsstich und zugleich Schlussstich an einem Kreuz. Nur durch Uebung und genaues Berechnen vor dem Beginn eines jeden Kreuzes kann man es dahin bringen, überflüssige Hilfsstiche, welche die Arbeit verunzieren würden, allmählich zu vermeiden. Doppelseitiger Kreuzkästchenstioh (Abb. 298, 299). — Diesen doppelseitigen Märkstich finden wir an den meisten Abb. 298. Der doppelseitige Kreuzkästchenstich. Nadelstellung und Stichlage auf der Rechtseite. Äpkl raJf ,f2iia«ai5s! [Sli iSÜSinlt | SSsäisS ABC D . t: »Wit-V" Abb. 299. Der doppelseitige Kreuzkästchenstich. Nadelstellung und Stichlage auf der Kehrseite. alten Mustertüchern zur Herstellung von Alphabeten benützt; derselbe ist unschwer auszuführen. Das Kreuz auf der Rechtseite ist so zu stellen, dass es nach unten ein Kästchen bildet, wie es in Abb. 299 ersichtlich. Auch hier wird jeder Kreuzstich gleich ganz vollendet. Verfolgt man nun genau die Stichlage auf der Rechtseite in Abb. 298 und vergleicht man deren Kehrseite mit Abb. 299, so wird man gar bald das Geheimniss der hübschen Stichart entziffert haben. In Abb. 298 ist mit A das Einziehen des Fadens i5o STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI Abb. 3oo. Der italienische Kreuzstich. Einziehen des Fadens und erster Unterstich. nebst Stellung der Nadel zum halben oberen Kreuz und zum zweiten unteren Kästchenrand, Abb. 299 A, veranschaulicht. In Abb. 298 B ist der ganze obere Kreuzstich vollendet und die Stellung zum dritten Kästchenstich nach unten, Abb. 299 B, angegeben. In Abb. 298 ist mit G der vierte Stich nach oben, durch welchen das Kästchen nach unten, Abb. 299 B, vollendet wird, gezeigt, während in Abb. 298 mit D und in Abb. 299 mit D das Weiterführen des Arbeitsfadens ersichtlich ist. mm Abb. 3oi. Der italienische Kreuzstich. Nadelstellung zum Querstich und Vollendung des Kreuzes auf der Kehrseite. .4 r X ?4 Mil LMfi? j läSalBi 1*1* '«laiBlajil' ab lÄOlsi'ialat- jiS\M islaala Üailasiai^tisislsi Abb. 3o3. Der italienische Kreuzstich. Rückgehende Stichreihe. Querstich nach unten und Vollendung des Kreuzes auf der Rechtseite. Der doppelseitige italienische Kreuzstich (Abb. 3oo, 3o 1, 3o2, 3o3). —Gleich- mässige Kreuzstiche auf beiden Seiten der Stickerei, durch senkrechte und wagrechte Stiche von einander getrennt, ergeben den doppelseitigen italienischen Stickstich. Die Ueber-und Unterstiche sind, wie beim einfachen Kreuzstich, stets in gleicher Richtung zu halten. Wie beim doppelseitigen, in 4 Reihen auszuführenden Kreuzstich wird in hin- und Abb. 3o2. Der italienische Kreuzstich. Nadelstellung ZUM UNTEREN WAGRECHTEN STICH. SrEdEcffl HÜÖ&j Lai« .jiiialfjilfiiler li r 1 BH 1 asif|BlBgai!||! iali : !is|B!Hsifi|tli|£ f .bbt .|äasli|5lä£i|BJ iais ue!»leiBl«iil& j jaimai aliiajBlaii iÜÄjSSBÜHE! liülmaaai zurückgehenden Reihen gearbeitet. In Abb. 3oo ist das Einziehen des Fadens nebst Nadelstellung von rechts nach links zum ersten Stich, in Abb. 3oi die Nadelstellung von links nach rechts, zugleich die Kreuzung der Stiche nach unten und der Zwischenstich nach links, in Abb. 3o2 die Nadelstellung zum unteren STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 151 Querstich, der hiermit doppelseitig ausfällt, in Abb. 3o3 die über die erste rückgehende Reihe, in welcher das Kreuz nach oben und der Zwischenstich nach unten ergänzt werden, ersichtlich. In der nächsten Stichreihe ergiebt der Querstich der zweiten Reihe den Abschlussstich zur ersten. Zum gänzlichen Abschluss führt man die Nadel von links nach rechts wagrecht zurück, um den Schlussstich oberhalb des Kreuzes zu machen und dann erst zum Zwischenstich, wie er in Abb. 3o3 angegeben ist. Wenn dünnere Gewebe verarbeitet werden, zieht man den Stich stramm an, wodurch mit diesem Kreuzstich eine schöne gitterartige Wirkung erzielt wird. ^Si^'^Bläii|il|liBilBBla|Blai iSiai 1 »■Irvai BlwalTlg piri i a M M i Mgigri MMlB i 1 FliiilP | ; >bIibls lliHMF hngliir ji J ,- J —üliiffl I*; ial!iB5iw!«alj riii BI9 Mil! MuLiBiaBü griJÜBiaiiaiilii! IlllHSig A B Abb. 304. Der montenegrinische Kreuzstich. Kreuz- und Querstich auf der Rechtseite. A B Abb. 3o5. Der montenegrinische Kreuzstich. Lage der Stiche auf der Kehrseite. Der montenegrinische Kreuzstich (Abb. 304,3o5,3o6). — Dem Lande der schwarzen Berge und seinen Nachbarländern, n ~HHT T,T!T^TX!TlHHHT^ r H der Herzegowina und Bosnien, jidnyBa5a=faad5aQa4QJaBagäBCOgfl3i ver d an ken w j r diesen doppelseitigen Stickstich, der bis jetzt in den wenigsten Handarbeitsbüchern beschrieben wurde. Die Rechtseite zeigt Kreuzstiche mit doppeltem Unter- . faden, die wieder durch Querstiche getrennt sind; die Kehrseite hingegen besteht aus regelrechten, ebenfalls durch Querstiche getrennten Kreuzstichen. Sa Abb. 3oö. Der montenegrinische Kreuzstich. Vollendete Stichreihe. 152 STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI Um den schönen Stich zur vollen Geltung zu bringen, hat man ziemlich kräftiges Material zu wählen, damit der hier in der vergrösserten Abbildung sichtbare Querstich verschwinde. Man beginnt, wie in Abb. 304, Buchstabe A, ersichtlich, mit einem langen Stich von links nach rechts über 4 wagrechte und 8 senkrechte Fäden, führt die Nadel von rechts nach links unter 4 Fäden zurück und heraus, vollendet das Kreuz, indem man den ersten Faden überdeckt und die Nadel dann wieder unter dem vollendeten Kreuzstich zurückführt. Dies die drei ersten Stiche, der vierte Stich, Buchstabe B, ergiebt den Querfaden nach beiden Seiten. Der stets gleich vom ersten Stich sich wiederholende Vorgang bewirkt, wie in Abb. 3 o 5 ersichtlich, auf der Rückseite Kreuzstiche in entgegengesetzter Fadenlage, die der Arbeit, statt störend zu wirken, einen eigenartig bewegten Reiz verleihen. Der algierische Flechtstich (Abb. 307). — Hier rückt man nach der Breite stets um einen Faden vor, so dass man am besten bei Beginn der Reihen eine ungerade Zahl der senkrechten Fäden nimmt. Kräftiges, gut füllendes Material ist auch hier zu wählen ; ferner können, wie beim griechischen Kreuzstich, die Reihen alle nach einer Seite oder auch die langen mit den langen und die kurzen mit den kurzen Fäden anschliessend hergestellt werden. Der doppelseitige spanische Flechtstich (Abb. 3 o 8 , 309). — Aussergewöhnlich fördernd und wirkungsvoll ist diese Stickweise zur Ausführung von Arbeiten zu empfehlen, die man schnell vollendet wünscht. In zwei Reihen hin- und zurückgehend auszuführen, eignet sich der doppelseitige spanische Stich zur Ausführung jeder für Kreuzstich eingerichteten Zeichnung. Die durch die langen Stiche entstandenen Lücken sind mit kürzeren Stichen auszufüllen. Der Stich selbst besteht aus durch je 3 Stofffäden getrennten Schrägstichen, die sich nach beiden Seiten gleichen Abb. 307. Der algierische Flechtstich. ±Tkh±i±d ÜäEEtEa KEEE STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 153 und die stets auch um 3 Fäden weitergerückt werden, wie es in Abb. 3o8 und 309 dargestellt ist. Abb. 3 o 8 . Der spanische Flechtstich. Erste Stichreihe. [sLsi slÄisisisisiBlÄiiü LfflslfisifisifiilaBl®! | cL«iMn S£| wfl B5| BU NN mmi rsEim-ias Hiskiasfc i: rrn aEP'Toax] fl -rrn -r T ,r l p 1 irifcd rrlX'brlbtb 5 1 ' -1+1 id f 5 Tt ilJjH 1 St Jrfr 1 Li E E m gl Sri tJtH V - m ■H fr xLlL JE _ b in iL; Lii. 3 Imfel n -1- il ir x'iipr V Pi fl Ju in BE ceelL H) J J r ]■ J l xEc £1 J Abb. 3 io. Der doppelseitige Kästchenstich. Erste Stichreihe. Abb. 309. Der spanische Flechtstich. Zweite Stichreihe. pp*:- Abb. 3 11 • Der doppelseitige Kästchenstich. Zweite Stichreihe. laii■— |iij|*|8UlSillSl9|fe_^BiÄl ■11MI0 Der doppelseitige Kästohenstich. (Abb. 310, 3n). — Der Kästchenstich, Holbeinstich, die doppelseitigen Strichstiche und Umfassungsstiche sind alle auf Grundlage der hier gegebenen Abbildungen auszuführen. Das Können, um diesen Stich auszuführen, ist ein sehr bescheidenes und doch bedarf manche Anfängerin darin fortgesetzter Uebung, um sich nicht plötzlich ausweglos in der Zeichnung zu finden. In Abb. 310 ist die erste Stichreihe erklärt, in welcher Stufenweise ebenso viele Fäden verdeckt, als unterlegt werden, in Abb. 311 hingegen die zweite rückführende Stichreihe, durch welche die in der ersten Reihe unbedeckt gebliebenen Grundfäden ebenfalls überlegt werden. Es wird daher empfohlen, vor Beginn einer neuen in diese STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI i54 Stichart einschlägigen Arbeit, den Fadenlauf zu verfolgen und genau zu prüfen, nach welcher Seite die Nadel weiter zu führen ist, um die Verbindung mit den vorhergegangenen Stichen wieder herzustellen, ohne dass nach unten doppelte oder schräge Stiche entstehen. Wird der Faden, um gebrochene Ecken zu bilden, nach der Quere über ein Kreuzviereck gelegt, wie dies in Abb. 324, 326 , 329, 339 und 340 der Fall ist, so ist dieselbe Methode des Ueber- und Unterstechens — wie sie in den Abb. 3 10 und 3 i 1 erklärt — beizubehalten. Abb. 3 12. Doppelseitige Verbindungsnaht. 1. bis 4. Stich. Verbindungsnaht zu doppelseitigen Kreuzsticharbeiten (Abb. 3 12, 3 i 3 , 314, 3 1 5 , 3 i 6 , 317, 3 18). — Nach all den vorhergegangenen Sticharten sei hier noch ein genähter Zwischensatz gebracht, welcher benützt werden kann, um breite Muster durch das Verbinden mit schmäleren noch reicher zu gestalten. Häufig sind die alten, schönen, bunten Muster durch einen einfachen Durchbruch oder ein Stichband, von der Stickweise des eigentlichen Musters abweichend, von einander getrennt. In Abb. 317 ist ein solcher Zwischenstich gebracht, welcher ebenfalls doppelseitig, den so gearbeiteten Stickstichen würdig zur Seite steht. In Abb. 3i2 ist der 1. Stich und der Uebergang des 2. von links nach rechts unter 3 senkrechte und 3 wagrechte Fäden, sowie der 3 . Stich nach links über 6 senkrechte Fäden und der Beginn des 4. Stiches ersichtlich. Abb. 3 1 3 veranschaulicht den vollendeten 4. Stich nebst der Lage des 3 . und 6. Stiches; — Abb. 3 14 den vollendeten 6. und den hin- und rückführenden 7. und 8. Stich; — Abb. 3 1 5 den 9. unteren wagrechten Stich über 6 senkrechte Fäden, sowie den rückführenden 10. Stich unter 3 Fäden; — Abb. 3 16 den vollendeten 10. Stich nebst Weiterführung des 11. und Abb. 3 1 3 . Doppelseitige Verbindungsnaht. 4. Stich vollendet nebst Nadelstellung zum 5 . und 6. Stich. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 155 letzten Stiches. In Abb. 317 ist eine längere Kette der Verbindungsnaht, sowie der erste Stich zur Ansicht gebracht, während Abb. 318 die Rückseite als einfaches, zu jeder Stickart stimmendes Börtchen darstellt. Dieser Zwischensatz in Abb. 314. Doppelseitige Ver- liilEifSjj' lisisüasL —MH BINDUNGSNAHT. 6. Stich vollendet nebst Nadelstellung zum 7. und 8. Stich. Abb. 3 i 5 . Doppelseitige Ver- bindungsnaht. 8. Stich vollendet nebst Nadelstellung zum 9. und io. Stich. Abb. 3 i 6 . Doppelseitige Verbindungs- naht. 10. Stich vollendet nebst Nadelstellung zum II. UND LETZTEN STICH. Abb. 317. Doppelseitige Verbindungsnaht. Fortsetzung des Musters. SSSfil gasani lilsiar l .BjsliiEijrls|ali|ilir 1 ■ | Milipiic* bJjt Ifl •- • isiiia’ .'saalar, «IsisLaif :,ali|Bne. . "ilsai . Hib l»slr i ^isiasir abbuuf A iiauiiy i anil’ a nmmv a isL i5/ A *5 l . ift A v . * i i iiUfTsli ▼ Agnail f fltiiii ! Jialrfi ! bLbejib. siiali|& sifisisiK *1 *s1*b. aiFuii .ainaiii. 1 zgeji glii .iflgiaiii|-iB| BlgisiiiBU alii-ill ali[ii«|-ia l5]MaBlFsj|!i5|!lAj Bill aiaiiiaisiiiiifl Bii| uiiuniiAi sill fiiiuM 1 iiiislji sill sia siacn sii! alii slfi Bia|£f| aifi uii slii ail) sin b1ii ali| ill BiB|Bl5| sill BiB|BliBill Bill sil|sil| BUIfiif|BillBlflUCIBillBil|9iBfiL lain gjfl Biai Big Biasu aifl sill Bill Bin Bin Billlill Bin Bin all BiiiBJI 1 m*m siii Bill bLI «a^nsincU { *m sSjiShSj SÜ3J Abb. 3 18. Doppelseitige Verbindungsnaht. Rückseite des Musters. l|Bil|BiS|BU|! üi|* "'■Is|Si! h. '■* ÜHk. < allen StofFarten ausführbar, erfordert stets eine durch 3 theil- bare Fadenzahl. Man kann ihn über 6, oder wie an unserer Vorlage über 9 oder auch über 12 Fäden ausführen, jedoch’ niemals über 8, 10 oder 14 Fäden. Streugrund und Randborde in Kreuz-, Strich- und STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 156 Gobelinstioh(Abb. 319, 32 o). — Beide Vorlagen, albanesischen Originalstickereien entnommen, sind auf grobfädigem Leinen- stoff, wie Cuba- oder Holbeinleinen, auszuführen. Der Stickfaden ist möglichst stark zu nehmen, damit die Stiche perlenartig wirken. Die unten angegebenen Farben kommen in folgender Weise zur Verwendung. Für die dunkel erscheinenden Stiche 1 M*$*$$'*i*C Hi Abb. 3 19. Streugrund in Kreuzstich. Fadensorten : Je nach dem Gewebe : Coton à tricoter D.M.C N° 6 bis 16, Coton à broder D.M.C N’ 8 bis 35 , Cordonnet 6 fils D.M.C N“ 3 bis 25 . (*) Farben: Rouge-Cardinal 347, Bleu-Indigo 3 12, Vert métallique 465, Rouge- Aurore 3 o 6 , Gris-Brun 409. (*) ist roth, für die Stiche im zweiten Ton ist abwechselnd blau und grün, für die hellen Stiche ist gelb zu nehmen. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI I 57 Im Streumuster wechseln die Farben in den schrägen Reihen. Jede zweite Reihe ist mit vorherrschend rothem Faden und nur mit einzelnen blauen und grünen Stichen gestickt; in den Zwischenreihen hingegen ist je eine Figur blau und roth und je eine grün und roth hergestellt; alle aber weisen 4 gelbe Stiche als Mittelpunkt der Figur auf. O IO 20 30 40 50 60 70 »! mse. •*t*A***« 1 V*£«**£I >2 « Aî-mA Abb. 320. Randborde in Kreuz-, Strich- und Gobelinstich. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N* 6 bis 16, Coton à broder D.M.C N* 8 bis 35, Cordonnet 6 fils D.M.C N" 3 bis 25. (*) Farben: Rouge-Cardinal 347, Bleu-Indigo 312, Rouge-Aurore 3o6, Vert métallique 465, Gris-Brun 409. (*) In der zum Streumuster passenden Abschlussborde findet man braun nur zum Stiel und Kelch der in roth gestickten, den Mittelstem umgebenden Eckblumen verwendet. Die breite, aus regelrecht viereckigen Figuren bestehende Borde ist von einer schmalen Borde, aus dicht gedrängten (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 158 Figuren des Streugrundes bestehend, durch eine Verbindungsnaht aus Gobelinstichen über 6 Fäden, getrennt. Nach beiden Seiten des Gobelinstiches zieht sich eine Reihe gelber Stielstiche, über 4 Stofffäden nach der Breite laufend hin. Im Band, welches durch die Gobelinstiche entsteht, wird nach je 18 rothen Stichen mit ebenso vielen blauen, grünen und gelben Stichen gewechselt. Abb. 3h. Gothische Randborde in Kreuzstich. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N" 6 bis 16, Coton à broder D.M.C N* 8 bis 35, Coton à repriser N" 25 . (*) Farben: Entweder Bleu-Pervenche 3356 oder Brun-Rouille 3311 oder Rouge-Maroquin 3328. Gothisohe Ramdborden. Kreuzstich (Abb. 32 1, 32 2). — Einem Besuche des Nationalmuseums in München verdanken wir die beiden schönen Muster echt altdeutschen Charakters. Viel Kostbares lag in selten betretenen Räumen aufgestapelt, (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 159 darunter auch die Originale zu unseren Vorlagen, an denen wohl noch die Contour, die Art der Arbeit aber kaum erkenntlich war. Die einfache und doch so gefällige Formenbildung empfiehlt beide Muster zur Uebertragung auf Tischteppichen, Bettdecken und Vorhängen, wo sie, versehen mit einem Fransenabschluss, wie solche unter den Knüpfarbeiten Vorkommen, von einfacher und doch reicher Wirkung sind. jWTlär ►*$*J*»*S*î'«*i .*i*^*. %.\4\4.V» ■smm&äL. Ux7*»*^4y,J.v.J,*»*,?*?>•— I N4Î4N4X««..*»X4S4**Â4*»«S *vx»S»£»X4S»v4SVx*5* '%\4V»\4\*54,'\«X*£»\»'' I I B ♦X»ÿ4M£*J'«X4\4*’J .?.^4.\'*X4.V4Nr*N-*5«NV V»,\ - «*«X4X*X4S»X4.V»\».\ \s»Sr« l*» ’ïï’i'iJ 3VW »I W>1*1 sr*v Abb. 322. Gothische Randborde in Kreuzstich. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N" 6 bis i6. Coton à broder D.M.C N* 8 bis 35, Coton à repriser N* 25. (*) Farben : Entweder Rouge-Turc 32 1 allein oder zwei Tône Bleu-Indigo 3i 1 und 334 , oder zwei Töne Rouge-Grenat 358 und 3og, oder zwei Töne Brun-Acajou 3oo und 402. (*) Beide Stickmuster können entweder ganz einfarbig, wie Abb. 321, oder auch in zwei Tönen einer Farbe gehalten sein, wie aus Abb. 322 ersichtlich ; stets werden jedoch beide Zeichnungen eine dankbare, reiche Arbeit ergeben. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. i 6 o STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI Zwisohenborde in griechischem Stich (Abb. 323 ). — Sämmtliche hier dunkel erscheinende Umrandungen sind in matter schwarzer Farbe, Noir vert 473, gehalten, die abgestuften Blätter sind bis zum Stiel, der sich auch durch den Wechsel der Stichlage erkennen lässt, eines hellroth, das andere dunkelroth ausgefüllt, so zwar, dass sich im Verlauf der Arbeit je zwei helle und zwei dunkle Blätter gegenüberstehen. Der Querstab zwischen den Blättern leuchtet in unserem Original in lebhaftem gelb, während die zwischen den Blättern liegende Figur abwechselnd in blau zwischen den hellrothen Blättern und in Goldfaden zwischen den dunklen Blättern ausgeführt ist. »;\«Y .aS«SvXrA \ 1 ’.'»isiSV i Sh .tVfrV . - . «swN« ' OV\v ,€£vc0J5c.'C3' «Ar.WAA m $mmä ■Mää Abb. 323. Zwischenborde in griechischem Stich. Fadensorten: Dieselben wie zu den vorhergehenden Abbildungen. Farben: Rouge-Ge'ranium 349 und 35i, Jaune-Rouille 364, Bleu de France 338 und 341, Noir vert 473, Or fin D.M.C pour la broderie N” 3 o oder Chiné d’or D.M.C N* 3 o. (*) Die Füllung der Querstäbe nach oben und unten wechselt in den Farben ; nur die mit Plattstich gearbeiteten Würfel sind überall gleich in mattem Goldfaden gehalten, der auch durch Chiné d’or D.M.C (*), Buntgoldfaden, ersetzt werden kann. Sämmtliche schlangenförmige, äussere Abschlussfiguren (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 161 sind in zwei hellblauen Tönen gearbeitet, und zwar so, dass die äussere Reihe mit dem dunkleren Ton vollendet, die leere Fläche mit dem helleren ausgefüllt wird. Die als Verbindung der Schlangenfigur dienenden kleineren c/k c/n c/k c/X c/fc . c/k c/k o'V c/k c/k : c/V 5° ABB. 324. ßORDENMUSTER IN STRICHSTICH. Fadensorten : Coton à broder D.M.C N* 5 bis 100. (*) Farben: Rouge-Turc 321 oder Bleu-Indigo 3ii. (*) Abb. 325. Bordenmuster in Strichstich. Fadensorten : Coton à repriser D.M.C N" 25. (*) Farben: Vert-Pistache 3 19 oder Vert-Mousse 470. (*) c/fiF oAV cfifr c/fir c/fiF c/ft* c/fir c/R* c/firc/fir cJfi Abb. 326. Bordenmuster in Strichstich. Fadensorten : Coton à broder D.M.C N" 16 bis 60. (*) Farben : Bleu-Gentiane 478 oder Rouge étrusque 3337- (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. IÔ2 STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI Theile sind alle schwarz gerändert, während dunkelroth, hell- roth und gelb in der Füllung derselben abwechseln. />. V Abb. 327. Abb. 328. Zwei Randborden mit Eckeneintheilung. Fadensorten : Coton à broder D.M.C N* 16 bis i oo, Cotoii à repriser D.M.C N* 25. Farben : Zwei Töne einer der folgenden Farben : Bleu-Indigo, Rouge-Cardinal, Brun-Caroubier, Violet-Lie-de-Vin. Bordenmuster und Randborden mit Eckeneintheilung in Striohstioh (Abb. 324 , 325, 326, 327 , 328). — Die angegebenen Muster sind einfache Vorlagen zum doppelseitigen Kästchenstich in Verbindung mit dem Strichstich, so genannt, wenn der Stich, anstatt regelmässige Kästchen zu bilden, zur Herstellung gerader Reihen oder zu Verzierungen in gebrochenen Linien verwendet wird. Wir erinnern hier an den früher, Seite 1 53 ertheilten Rath, bei Beginn einer Arbeit einen Stichplan zu entwerfen, um überflüssige, somit unschöne Stichlagen vermeiden zu können. Die Abbildungen 327 und 328 stellen schmälere Randborden mit Eckeneintheilung dar. Die Stichart ist dieselbe wie in den vorhergehenden Mustern. Einsatz oder Borde (Abb. 32g). — Die Arbeit selbst, welche der hier erscheinenden Zeichnung zur Vorlage diente, ist zweifellos italienischer Herkunft, doch dürften die Embleme des englischen Wappens zur Zusammenstellung der Musterung die Anregung gegeben haben, da das Kleeblatt, die Rose und die Distel ganz deutlich zu erkennen sind. Die einst in schönster Purpurfarbe ausgefertigte Stickerei, (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI i63 hat im Laufe der Zeiten von der intensiven Farbe viel verloren, so dass sie heute bei oberflächlicher Betrachtung kaum mehr eine Spur vom Roth erkennen lässt, das einen gelben Ton, ähnlich dem Jaune-Rouille 3o8 der D.M.C Karte, angenommen hat. Trotz des Verblühtseins dieser letzteren Farbe auf weissem Grund können wir den Leserinnen die Ver- werthung des Jaune-Rouille (rostgelb) wärmstens empfehlen da mit dieser Farbe einer neuen Arbeit am meisten der Charakter des Alten, der milde, weiche Ton, eigen gemacht werden kann. i S' * * ' . ' " 'Lk: i 'S • " i . Abb. 329. Einsatz oder Borde. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N” i5 bis 5o, Coton à broder D.M.C N° 16 bis 35 oder Coton ä repriser D.M.C N” 12 , 25, 5o. (*) Farben : Jaune-Rouille 3o8 oder Jaune-vieil-Or 680 . (*) Breite Borde mit Bäumchenabschluss (Abb. 33o). — Dieses Muster, welches Kenner in Klöstern der Schweiz im 17 . Jahrhundert entstanden wissen wollen, lässt sich ausser im griechischen oder im ineinandergreifenden Kreuzstich auch in den meisten anderen Sticharten, z. B. in dem später erscheinenden türkischen Dreieckstich hersteilen. In der Vorlage ist von jedem einzelnstehenden Kreuzstich der Faden wieder bis zur Mitte des nächsten Stiches geführt. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. * Abb. 33o. Breite Borde mit Baumchenabschluss, 40—j{~ .an«; Abb. 331 • Bord ure in Kreuzstich. K®}© hh I*S*i*S** •'*T.\»,\-«**‘*%*»** M’iWAW ®äfk>'iM»WVlM> •*«••• ■ .• ttmm&rnv. , *i*-i'*S * l •ï'ï'ï** * ^ *l‘S*î , S*S"$ , 'i‘'5*$ , i*i , î'i*'î*S , i •*>*<».4 f 'ï*i'-V*-*ÿ*i*i'ÿ*^*. ^ÉJUS allai S®K iliSÉMSiMiSl ~mrn iüâÉÜÉ EääKSä, ra& ^*vS«ÿS*£ > -'‘ ^‘||S '•î'î *'*.''*?*' STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 166 - V WM y J 1 'c , il mm *4*i*S*£0 /*/&.*%>♦?» rö2?3& SläS»j i*2'*2'***v?* fcÄ?*J*£*?*?* Um breite Stickereien herzustellen fügt man die innere Borde zwei- bis dreimal aneinanderundschliesst dieseZusammenstellungmit einergeradenStichreiheund mit dem Bäumchenrand. Zwei Bordur enin Kreuzstich. (Abb. 33 1 ,332). — Auf einer grossen chinesischen Wanddekoration fanden wir eine einzige Figur gestickt, nämlich einen Mandarin mit reich verziertem Kleid. Hals und Aermel wiesen schön gemusterte Plattstickerei in schmäleren und breiteren Streifen auf. Einen dieser Streifen finden die Leserinnen in Abb. 332 für den Kreuzstich eingerichtet, während Abb. 33 1 dem Rahmen, welcher derTapete zur Einfassung diente, entnommen ist. Das erste Muster ist, besonders wenn es in rother Schattirung ausgeführt wird, von eigentümlich sanfter, warmer Wirkung. Um die in Abb. 332 gebrachte Musterung nachzusticken wird die Verwendung von drei scharf zu unterscheidenden blauen Abb. 332. Bordure in Kreuzstich. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N* 12 bis 20, Coton à broder D.M.C N* 16 bis 35, oder Coton à repriser N“ 12, 25, 5o. Farben : Entweder 3 Töne Bleu-Indigo, 3i 1, 3i2, 322, oder 3 Töne Rouge-Grenat, 358, 326, 3og, oder 3 Töne Violet-Mauve, 375, 376, 377, oder irgend eine Farbe in 3 Abstufungen. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 167 Tönen empfohlen. Der in Abb. 33 1 an die Mäander-Zeichnungen mahnende fortlaufende Stab, durch phantastische Thierköpfe, Blumen und Rankenwerk unterbrochen, lässt uns im ersten Augenblick weniger die chinesische Herkunft vermuthen und dürfte sogar diese Composition beim ersten Anblick be- o 10 20 30 40 50 60 70 TjS| | L.» t-ii-Ji. mm mm I I Abb. 333. Gkundmuster in Kreuz- und Strichstich. Fadensorten : Coton à repriser D.M.C N* 25 und Chiné d’or D.M.C. (*) Farben : Rouge-Grenat 3 î 6 zu der Musterung und blaues Chiné d’or für die Sternchen. (*) fremdend wirken. Die Leserinnen werden jedoch eine einiger- massen originelle Zeichnung inmitten der vielen bis jetzt durch manche Veröffentlichungen bekannt gewordenen Muster, aus (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 168 STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI dem 16. und 17. Jahrhundert stammend, als eine willkommene Abwechslung begrüssen. Grundmuster in Kreuz- und Striohstich (Abb. 333 ). — Kreuz-, Stern- und Strichstich sind hier vereint. Die mittelst dieser Sticharten entstehenden Figuren bilden in wechselnder Lage ein Streumuster, welches zu allem verwendbar, was nur mit Stickerei ausgeführt werden kann. Die Musterung wird mit einfarbigem Faden, die Sternchen werden mit Goldfaden ausgearbeitet. >> * 'r'\ JScj F rit 5 f , .. ‘-■v. .1 '.e^Or'rf) - X v sfœigtiflSPg : w v JO IO ÇC Abb. 334. Grundmuster. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N* 6 bis 16 oder Coton à broder D.M.C N* 3 bis ioo. (*) Farben : Entweder Bleu-Indigo 322 oder Rouge-Cardinal 347. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 169 Grundmuster (Abb. 334). — Diese Zeichnung, durch die Stichart sich an die vorhergehenden anreihend, eignet sich ihres schrägen Laufes halber blos zum Besticken grösserer Gegenstände und nur zum Verarbeiten einer einzigen Farbe. Ganz mühelos kann man auch das Muster zu einem anderen umgestalten, indem man die Bäumchen an der oberen Seite des Stabes ansetzt, sei es nun in derselben Lage wie die schon bestehenden oder in entgegengesetzter aufwärtsstrebender Lage. Grundmuster (Abb. 335). — Dieses zarte, leicht und bequem fortzusetzende Deckmuster ist einem reizenden alten Kissen entnommen. E die neue Arbeit dem Original Abb. 335. Grundmuster. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N“ 6 bis 16 oder Coton à broder D.M.C N“ 3 bis 100. (*) Farben: Entweder Rouge-Cardinal 348 oder Rose grand teint 335 1 . (*) in helles leuchtendes Roth wird am ähnlichsten hersteilen helfen. Um die Sternchen, welche die Verbindung zwischen den einzelnen Vierecken bilden, auszuführen, hat man wie beim Strichstich vorzugehen, nämlich, sie von der Mitte aus zu beginnen und nach dem achten und letzten Stich, die Nadel wieder unter dem ersten zurück und entweder zum nächsten Sternchen oder zum Viereck und zu den Ausläufern in Strichstich zu führen. Abb. 336. Streufigur zu Abb. 33g. Tischdecke, Strich- und Gobelinstich (Abb. 336, 337, 338, 339). — Die ebenso geschmackvoll als eigenartig zu- (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 17° STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI sammengestellte kleine Decke giebt reiche Veranlassung zur Ausübung des doppelseitigen Kästchenstiches. Den Mittelpunkt des hübschen Musters, welches sich auf allen früher erwähnten Stoffgattungen ausführen lässt, bildet das in Abb. 338 gebrachte Viereck. Die dichten, in der Mitte zu einem Stern zusammenlaufenden und an die Mittelfigur anschliessenden Gobelinstiche erscheinen nach der Reihenfolge in roth, grün, violet und blau gearbeitet; die Verzierungen an diesen Figuren sind in der Farbe der breiten Stiche zu halten. Die nach aussen das Viereck abschliessende Randborde spielt in allen Farben. Bäumchen verlängern das Viereck und aus t"*] €*** Abb. 337. Breite äussere Borde zu Abb. 33 g. den Ecken der breiten Borde streben wieder andere Bäumchen entgegen. Vier Figuren, dem breiten äusseren Abschluss (Abb. 337) entnommen, sind mit gelbem Faden einzusticken; sie füllen nebst kleineren Sternchen, welche auch den Rand der Abb. 338 ergeben, den Raum zwischen den kürzeren Bäumchen. Abb. 336, mit grünen Gobelinstichen, ist in die Flächen zwischen den langen Bäumchen gesäet. Die äussere Musterung besteht aus Sternfiguren, von welchen jede zweite, schräge Reihe roth zu denken ist. STRAMIN- UND LE IN ENS TIC KE RE-I I 7 I Somit kommen an die lange Seite nach aussen 5, nach innen 6, an die kurze Seite nach aussen 3 und nach innen 4 rothe Sterne, während die zwischen den rothen stehenden Sterne ab- 60 50 * t tJV; mm. m.mii ! ¥$'■ '* r^*»i !Xyv* Ä'oX^tvr . ■*00^ |(u I'XX- .3 ! , -__ .... ... 'y *■ •*. if. vy \ * n : :■ : .' 'v'a-^. S \ ! * li.lt i rf '.\ _...., V.-' C3tei .U’-’'....i. ' «■ ' ' , *' w " Sxx j ^!' a >. -. :- , XXi.-ViV C<-»■“; . ~i'i V.;^rv i ;Mr^.-^rVröv .Jü * >> * O*-* n -?i X'-vi i '■ v T i.,.?\ A .:.y, ;..i, /\ --- -JS4 XV'X ;rX; ; v i'o '” io 30 40 50 Abb. 338. Mittelfigur zu Abb. 33g. ö'o wechselnd mit blau, grün und gelb hergestellt sind, so zwar, dass sich diese Farben an der langen Seite nur einmal wiederholen. Die Eckenbildung ergeben ebenfalls Sternfiguren; diese sind von der Hauptborde durch eine roth und blaue Strichstichlinie getrennt, die sich dann um die ganze Zeichnung fortsetzt und den wunderlich gestalteten Thieren am Aussenrand gleichsam als Stütze dient. Dieser Abschluss der breiten Borde kann sowohl mit allen angeführten Farben als auch nur in zweien hergestellt werden. 172 STRAMIN- UND LE IN EN ST IC KEREI ;M«Î M Jf&l •U, ii,; l 1 /r' , i4jfa ,11.-. üâÉSi^ ÄiSii»i wmxmmmm mm Pä! 1 ®? iaws'-Ä üi wmä gum wm igfegi «ÜPÉ msm PlBllÉllN Hüfiüyi pnn Ifi^llll jg llÄI ll»l mm ShsiifÄrAs'ÄWT?»'« mm ittfiiissE! mm mmm wm ■Bi mm ÜÜçilKÊtiG I5SÜPÖ i?e*mssi0 mm Abb. 339. Tischdecke. Fadensorten: Je nach dem Gewebe Coton à tricoter D.M.C N” 6 bis 16, Coton à broder D.M.C N* 8 bis 35, Coton à repriser D.M.C N" 12, 25, 5o, oder Cordonnet 6 fils D.M.C N* 3 bis 20. (*) Farben: Rouge-Cornouille 45o, Vert-Pistache 319, VioIet-Lie-de-Vin 372, Jaune-Rouille 364, Bleu-Indigo 322. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI 173 iroH: mmm §» ÉraiiîSpî Ji .snii'rih.i' Abb. 340. Breite Borde. Gobelin- und Kästchenstich nebst halbem spanischen Stich. Fadensorten — für Siebmacherleinen : Cordonnet 6 fils D.M.C N* i 5 und Or fin D.M.C pour la broderie N* 3 o. — Für andere Stoffgattungen. Coton à tricoter D.M.C N‘ 6 bis 16, oder Coton à broder D.M.C N* 3 bis 35 und Or fin D.M.C pour la broderie N* 20 bis 40. (*) Farben : Rouge-Cardinal 346, Rouge-Grenat 326, Vert-Pistache 3 1 g und Jaune-vieil-Or 680. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 12 174 STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI Fällt die Wahl auf die letztere Eintheilung, so rathen wir zur Verwendung von blau und roth. Breite Borde. Gobelin- und Kästobenstiob nebst halbem spanischen Stiob (Abb. 340). — Eine wallachische Arbeit auf grobkörnigem Leinen, in barocken Formen und Farbenwahl liegt diesem reizenden Muster zu Grunde. Die dem Auge des Landbewohners so gefälligen harten, grellen Farben sind hier durch satte, fast vergilbt aussehende ersetzt worden. Alle schräg gestellten Kästchen des Mittelstreifens sowie jene der beiden Randbordüren und die in denselben an den dicht gearbeiteten Figuren erkenntlichen dunklen Felder sind in dunkelrother Farbe, Rouge-Cardinal 346, ausgeführt. Für die, um die dichten Mittelfelder laufenden, gerade stehenden Kästchen, sowie auch für die geraden Linien, welche die Felder viertheilen, dann für die abgestuften und geraden, und für die Umfassungsstiche der Figuren der unteren und oberen Randborde erscheint altgold Farbe, Jaune-vieil-Or 680, verwendet. Hellroth im Feld dunkel erscheinend, grün im zweiten Ton und Gold im dritten Ton erkenntlich, füllen in gewechselter Stichlage die grossen Würfel aus. Der Stich ist nach Abb. 3o8 jedoch nur über 4 Fäden zu führen und immer nur in hingehenden Reihen zu arbeiten. Die geraden oberen Reihen, mit beliebiger Farbe herzustellen, werden durch Einreihen eines Streifens in Gold bedeutend reicher gestaltet. Ausserdem ist der Goldfaden noch für alle in unserer Abbildung hell gehaltenen Stichpartien verwendbar. Gestrickter Zwischensatz. — Glatte Maschen und Hohlmaschen. .r •*/ >* .,** /y ; 'p>' # ,jT S <:■ .J? /UüyJ. Das Stricken. Unter allen weiblichen Handarbeiten ist das Stricken eine der urältesten, daher kann man sie auch mit Recht eine der ausgebildetsten nennen, denn weder neue Stiche, noch neue Muster lassen sich erfinden. Es erübrigt uns also nur mehr, unter den schönen alten vorhandenen Vorlagen das Beste zu wählen, und es den Leserinnen zu überlassen, selbe nach eigener Idee zur Verwerthung zu bringen. Früher diente die Strickerei zumeist zur Herstellung von Strümpfen ; auch heute noch, trotz der Maschinen, werden viele Strümpfe mit der Hand erzeugt, auch eine Unzahl anderer Nutz- und Ziergegenstände, wie Tücher, Decken für Wiegen, Wagen und Betten, Handschuhe und Spitzen u. dgl. m., können alle mit Faden und Nadel fertig gebracht werden. Ausser der zweckmässigen Seite, hat die Strickerei für jene, welche darin eine grössere Fertigkeit erlangt haben, noch die angenehme Eigenschaft, einen nützlichen Zeitvertreib jener Stunden zu ermöglichen, welche sonst nur dem Gespräch gewidmet sind. Die Strickerei besteht aus Schlingen, auch Maschen genannt, welche mittelst Faden und zweier Nadeln gebildet werden. Zur Ausführung kreis- oder cylinderförmiger Gegenstände nimmt man 4 , auch 5 Nadeln, damit sich die Arbeit besser handhaben lässt. 176 DAS STRICKEN Die Schlingen, welche durch die Strickerei gebildet werden, verbinden sich unmittelbar und ergeben daher eine sehr dehnbare Arbeit, die sich besonders für wärmende, anschmiegende Gegenstände eignet. Fadensorten. — Wenig gedrehter Faden, wie Coton ä tricoter D.M.C (*), eignet sich besser zum Stricken als festgedrehter. Die zur Strickerei zu gebrauchenden Nadeln aus Stahl, Holz oder Bein sind der Dicke des in Verwendung kommenden Fadens entsprechend zu wählen. Ausser den Strickgarnen giebt es noch andere Fadensorten, welche sich ebenfalls zu Strickereien eignen; denn Häubchen und Spitzen müssen mit etwas stärker drellirtem Garn gearbeitet werden, damit die klaren Muster, welche meistens dazu verwendet werden, zu besserer Geltung kommen. Stellung: der Hände beim Stricken. — Der Faden wird über die linke Hand gelegt und zwischen dem fünften und vierten Finger von aussen nach dem Innern der Hand, zwischen dem dritten und zweiten Finger heraus und zweimal um letzteren herum laufen gelassen. Dies ist die deutsche Art, den Faden auf die Hand zu winden. In Frankreich, England und Italien wird der Arbeitsfaden über die rechte Hand gelegt, was jedoch die Arbeit weniger fördert als die deutsche Strickweise. Die Arbeit selbst ist mit dem Daumen, dem Mittel- und vierten Finger der linken Hand so zu halten, dass das eine Ende jener Nadel, von welcher die Maschen abgestrickt werden, zwischen den Spitzen des Daumens und des Mittelfingers ein wenig hervorragt. Die Enden der in Thätigkeit begriffenen Nadeln dürfen nur so viel als unumgänglich nothwendig hervorgeschoben werden, weil sich sonst die Maschen leicht verziehen und ungleich lang werden. Während des Strickens vermeide man heftige Bewegungen der Arme, die bei anhaltender Arbeit auf die Nerven abspannend einwirken. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Th. de Dillmont, Encyklopcedie der weiblichen Handarbeiten. 8. Leinwbd. mit Goldschnitt. — Preis M. 3 . DAS STRICKEN 177 Maschen anschlagen. — Man nennt « Maschen anlegen » oder « anschlagen » das Bilden der Grundmaschen, auf welchen die Arbeit dann ausgeführt wird. Es giebt 4 Arten, die Maschen anzuschlagen : 1) Der Kreuzanschlag auf viererlei Weise, 2) das Aufstricken, 3 ) das Aufschleifen auf zweierlei Weise und 4) der Oehrchenanschlag. 1) a. Der Kreuzanschlag mit einfachem Faden (Abb. 341). — Der Faden wird wie zum Beginn einer Luftmaschenkette, Abb. 402, über die Finger gelegt, ein langes Fadenende, der anzuschlagenden Maschenzahl entsprechend, bleibt gegen die innere Handfläche zu, liegen. Die Nadel wird von unten nach oben, in die über dem Daumen liegende Schlinge, dann von rechts nach links unter jenem Theil des Fadens geführt, welcher zwischen dem Zeigefinger und dem Daumen liegt. Dann wird der Faden durch die über dem Daumen liegende Schlinge geführt, der Daumen aus derselben gezogen und die Schlinge über die Nadel gelegt. Bei den folgenden Maschen wird der Faden so über den Daumen gelegt, dass das Ende aussen bleibt; die Nadel wird unter dem vorn liegenden Faden gebracht und die Masche wie oben vollendet. Diese Maschen werden Abb. 341. Der Kreuzanschlag mit einfachem Faden. gewöhnlich über zwei Nadeln angelegt, eine derselben ist vor dem Abstricken zu entfernen, so dass lose, leicht abzuhebende Maschen bleiben. 1) b. Der Kreuzanschlag mit dreifachem Faden. — Es ist dieselbe Art Anschlag wie die obige, nur wird der Anschlagfaden dreifach zusammengelegt, dann mit der Nadel durch die durch das Wenden entstandene Schlinge gezogen. Hierauf lässt man den einfachen Faden über die Hand laufen, den drei- 178 DAS STRICKEN fachen über den Daumen, wie bei Abb. 341, und bildet dann auch dieselben Maschen wie oben. Durch diesen dreifachen Faden entsteht unter den Maschen eine breite Kette. 1) c. Doppelter Kreuzansohlag (Abb. 342). — Dieser Anschlag kann mit einfachem oder dreifachem Faden ausgeführt werden. Die Abbildung lehrt ihn auf letztere Art. Die erste Masche ist wie oben zu machen, nur wird der Daumen nicht aus der Fadenschlinge gezogen, sondern die Abb. 342. Doppelter Kreuzanschlag. Abb. 343. Der Kreuzanschlag als Doppelkette. Nadel nochmals durch dieselbe geführt, der rückwärts liegende Faden erfasst, eine zweite Masche auf die Nadel geschoben und dann erst der Daumen aus der Schlinge gezogen. Auf diese Weise werden zwei dicht aneinander liegende Maschen gebildet. 1) d. Der Kreuzansohlag als Doppelkette (Abb. 343). — SSaäÄ’SHttIHfc DAS STRICKEN 179 Die erste Masche ist wie bei den vorhergehenden Anschlägen auszuführen; zur zweiten Masche wird das Fadenende nach dem Innern der Hand zu genommen, so dass es zwischen dem Daumen und Zeigefinger liegt. 2) Aufstrioken der Anschlagmasohen (Abb. 344). — Es wird eine Masche des einfachen Kreuzanschlages gemacht; Abb. 344. Aufstricken der Anschlagmaschen. Abb. 345. Aufschleifen der Anschlagmaschen. dann wird der Faden und die Nadel in die linke, eine zweite Nadel in die rechte Hand genommen, letztere durch die Schlinge auf der linksseitigen Nadel geführt, der Faden unter die rechte Nadel gelegt und als Schlinge durch die der linken Nadel gezogen. i8o DAS STRICKEN Dann wird die so gebildete Masche auf die linke Nadel gelegt, wo dann zwei Schlingen liegen ; die Nadel wird wieder in die letztgebildete Masche gebracht, abermals eine Schlinge wie oben gebildet, diese auf die Nadel gelegt u. s. w. Diese Art Anschlag ist bei Gegenständen anzuwenden, welche mit Doppelrändchen, Abb. 354, 355, begonnen werden, weil sich diese Maschen bequemer als alle anderen, festeren, auffassen lassen. Wo jedoch der Anschlag gleich als Kante dient, ist diese Anschlagart nicht zu empfehlen, denn die Maschen bleiben immer zu lose. Abb. 346. Maschen aufschleifen mit Doppelknoten. -•V' "’WJB! 3) a. Maschen aufsohleifen (Abb. 345). — Man beginnt mit einer gewöhnlichen Schlinge über die Nadel, legt den Faden, wie beim Stricken, über die linke Hand, windet ihn jedoch nur einmal über den Zeigefinger, führt dann die Nadel von unten nach oben unter jenen Faden, der nach aussen auf dem Zeigefinger liegt, zieht diesen dann aus der Schlinge, legt diese Schlinge rechts auf die Nadel, den Faden wieder auf den Zeigefinger u. s. w. 3) b. Maschen aufschleifen mit Doppelknoten (Abb. 346). Die erste Schlinge wird wie bei der vorhergehenden Anschlagart gebildet, der Faden in entgegengesetzter Richtung über den Zeigefinger gelegt, so dass die Nadel der äusseren Handfläche zu liegt, die Nadel unter den nach einwärts liegenden Faden von unten nach oben gebracht und der Faden selbst als Schlinge über die Nadel gehängt. DAS STRICKEN 181 Es wird so weiter gearbeitet, dass die Nadel das eine Mal unter dem vorderen, das andere Mal unter dem rückwärtigen Faden geführt wird. Diese Anschlagweise ist hauptsächlich beim Musterstricken anzuwenden, wo häufig mehrere Maschen dicht nebeneinander aufzunehmen sind. 4) Der Oehrchenanschlag (Abb. 347). — Zwei Maschen sind mit dem einfachen Kreuzanschlag anzulegen, dann wird die Arbeit gewendet, der Faden über die Nadel gelegt, in die erste Masche von rechts nach links gestochen und diese auf Abb. 347. Der Öhrchenanschlag. Abb. 347. Der Öhrchenanschlag. die rechte Nadel gehoben. Die zweite Masche wird glatt abgestrickt und die aufgehobene darüber gezogen. Diese Maschen sind so lange fortzusetzen, bis die erforderliche Anzahl fertig ist. Die durch das Auflegen des Fadens an den Rändern entstandenen Oehrchen werden nach vollendetem Anschlag von einer Seite auf die Nadel gehoben und dann als Maschen abgestrickt. Ein äusserst zartes durchbrochenes Rändchen entsteht auf folgende Weise: Bei der ersten über den Anschlag auszuführenden Maschenreihe der Anschläge nach Abb. 344 und 345 wird abwechselnd der Faden über die Nadel gelegt und die zwei nächsten Maschen werden zusammen abgestrickt. Durch die verschiedenen Fadenverschlingungen entstehen in der Strickerei auch verschiedene Maschen, deren Beschreibungen und Abbildungen nun hier folgen. 182 DAS STRICKEN Rechte oder glatte Maschen (Abb. 348). — Die rechte Masche, auch glatte Masche genannt, ist die leichteste, es ist auch die erste, welche gelehrt wird. Die glatte Masche entsteht auf folgende Art: Die Nadel in der rechten Hand wird von unten nach oben unter das vordere Glied der nächstliegenden Masche geführt, der Faden von rechts nach links unter die Nadel gelegt, mit derselben durch Abb. 348. Rechte oder glatte Maschen. Ai Abb. 349. Verkehrte Maschen Abb. 35 o. Glatt verdrehte Maschen. wm die Masche gezogen und diese von der linken Nadel fallen gelassen. Die rechte oder glatte Masche dient zur Herstellung solcher Gegenstände, welche ganz eben und gleichmässig sein müssen. Auf der Kehrseite bietet sie ein anderes Aussehen, als auf jener, wo gearbeitet wird. Die vollendeten Maschenreihen einer mit DAS STRICKEN 183 rechten Maschen ausgeführten Fläche bilden senkrechte, flechtenartige Streifen. Verkehrte Maschen (Abb. 349). — Die Kehrseite einer Strickerei kann auch absichtlich ausgeführt werden. Die verkehrt gestrickte Masche heisst verkehrte, zuweilen auch linke oder krause Masche. Um sie zu bilden, wird der Faden auf die linke Nadel Abb. 351. Verkehrt verdrehte Maschen. Abb. 352. Hohlmaschen Abb. 353. Knöpfchenmaschen. «ÄS»* Mi gelegt, die rechte Nadel von oben herab hinter dem Faden in die Masche der linken Nadel geführt, der Faden von unten nach aufwärts auf die rechte Nadel gelegt, durch die Masche gezogen und die Masche von der linken Nadel fallen gelassen. Die verkehrte Masche wird beim Musterstricken und zum 184 DAS STRICKEN Markiren gewisser Theile in glatten Flächen, z. B. zum Näht- chen im Strumpf, angewendet. Diese Maschen bilden wagrechte Reihen. Verdrehte Maschen (Abb. 35o, 35 1 ). — Die glatt verdrehte Masche entsteht indem man die Nadel von rechts nach links unter das rückwärtige Maschenglied führt, wobei der Faden hinter der Nadel liegen bleibt dann den Faden von rechts nach links über die Nadel legt und durch die Masche zieht. Die verkehrt verdrehte Masche entsteht, indem die Nadel unter das rückwärtige Glied der Masche von unten nach aufwärts geführt und die Masche wie eine verkehrte abgestrickt wird. Bei der glatt verdrehten Masche liegen die Glieder gekreuzt, anstatt neben einander, wie es bei der einfachen glatten Masche der Fall ist. Die verkehrt verdrehte Masche kommt nur im Musterstricken zur Anwendung. Eettenmaschen. — Die Kettenmaschen werden am Rand solcher Arbeiten angewendet, welche streifenweise ausgeführt werden. Sie bilden eine Kette, welche den Kanten der Strickerei mehr Festigkeit und Gleichheit giebt und werden auch zum Zweck des leichteren Auffassens der Endmaschen gemacht. Diese Kettenmaschen können auf zwei Arten gemacht werden und zwar indem man die Maschen einer Nadel ganz abstrickt, die Arbeit wendet, in die erste Masche so hineinsticht, als sollte eine verdrehte Masche gestrickt werden und hierauf die Masche von der linken Nadel abhebt. Der Arbeitsfaden muss hinter der Nadel liegen. Oder man strickt die Maschen einer Nadel bis zur letzten ab, legt den Faden über die linke Nadel, als sollte die Masche links abgestrickt werden, hebt die Masche mit der rechten Nadel ab, wendet die Arbeit und strickt die erste Masche glatt ab. Hohlmaschen (Abb. 352). — Diese bilden Löcher in den fest gestrickten Flächen und werden meistens beim Musterstricken angewendet oder auch um eine vorhandene Maschenzahl zu vermehren. Sie entstehen, indem der Faden über die Nadel gelegt und die so entstandene Schlinge bei der nächsten Reihe als Masche abgestrickt wird. DAS STRICKEN 185 Durch je eine Hohlmasche wird die Zahl der Maschen um eine vermehrt, daher sind bei Arbeiten, wo nicht aufzunehmen ist, ebenso viele Maschen abzunehmen, als Hohlmaschen ausgeführt wurden. Diese Hohlmaschen, welche bei Beschreibungen mit dem Wort « Umschlägen » angegeben werden, können nur in Verbindung mit anderen Maschen gearbeitet werden. Knöpfchenmaschen (Abb. 353). — Diese Knötchen bildenden Maschen können ebenfalls nur in Verbindung mit anderen Maschen ausgeführt werden. Man strickt eine glatte Masche, lässt sie aber auf der linken Nadel; die mit der rechten Nadel gebildete Masche wird auf die linke Nadel zurückgelegt, dann glatt abgestrickt. Es werden noch 4 bis 5 gleiche Maschen aus derselben Masche der linken Nadel gebildet, so dass 4 bis 5 Schlingen auf der rechten Nadel liegen; dann wird die Masche von der linken Nadel herabgelassen und werden die 4 ersten Schlingen über die letzte gehoben. Aus diesen verschiedenen Maschenarten werden dann noch andere gebildet, die hauptsächlich beim Musterstricken gebräuchlich sind. Es folgen demnach hier die verschiedenen Benennungen, die bei Erklärungen der Strickmuster üblich sind. Hohlmasche oder Umschlag unter Abb. 352 erklärt. Doppelhohlmasohe oder zweimal umsohlagen heisst: den Faden zweimal um die Nadel legen. Glatt abnehmen : Zwei Maschen werden zusammen glatt abgestrickt. Es ist dies anzuwenden, wenn sich die zusammengestrickten Maschen nach rechts neigen müssen. Verkehrt abnehmen : Zwei Maschen verkehrt zusammenstricken ; dies geschieht, um die zusammengestrickten Maschen sichtbar zu machen, oder bei Arbeiten in Streifen auf der Kehrseite, wenn das Abnehmen auf der Rechtseite nach rechts liegen soll. Glatt verdreht abnehmen : Zwei Maschen glatt verdreht zusammen abstricken. Es ist dort anzuwenden, wo sich die Maschen nach links neigen müssen. Verkehrt verdreht abnehmen : Zwei Maschen verkehrt verdreht zusammenstricken. Anzuwenden, wenn bei Arbeiten DAS STRICKEN 186 in Streifen auf der Kehrseite abzunehmen ist und das Abnehmen auf der rechten Seite sich nach links neigen soll. TJeberziehen : Eine Masche von der linken Nadel abheben, die nächste glatt stricken, die abgehobene mit der linken Nadel fassen und über die abgestrickte heben. Es können auf solche Art zwei auch drei Maschen über die glatt gestrickte Masche gehoben werden. Absohliessen der Strickerei : Die Maschen werden, um deren Auflösen zu verhindern, wie folgt abgeschlossen. Zwei Maschen sind glatt abzustricken, die erste wird über die zweite gehoben, die nächste Masche wieder abgestrickt und die rückwärtige darüber gehoben u. s. f. Die abgeschlossenen Maschen, auch abgekettete genannt, dürfen weder zu lose noch zu fest durchgezogen werden; ihre Dehnbarkeit muss im Verhältniss zur vollendeten Strickerei sein. Fadensorten zu Strümpfen. — Strümpfe werden aus Seide, Schafwolle und Baumwolle gestrickt. Die Wahl des Materiales steht wohl Jedermann frei, doch zur Anfertigung farbiger Strümpfe geben wir den farbigen Strickgarnen, Coton ä tricoter D.M.C 0 und Coton pour bonneterie D.M.C, den Vorzug. Sie sind dauerhafter in der Farbe und in grösserer Farbenauswahl erhältlich als Seide und Schafwolle. Für handgestrickte Strümpfe sind die Nummern 25, 3o, 35 0, für maschinengestrickte die Nummern 40 und 5o (*) die geeignetsten. Das Eintheilen eines Strumpfes. — Der Strumpf besteht aus fünf Theilen und zwar aus : 1) dem Rand, 2) dem Knie- theil, 3) dem Wadentheil, 4) der Ferse, 5) der Strumpfspitze. 1) Der Rand kann mit durchbrochenem Muster oder mit doppeltem, gezähntem Rand gearbeitet werden, Abb. 355. 2) und 3) Der Knie- und Wadentheil, bis zur Ferse reichend, ist meistens glatt gestrickt, nur Kinderstrümpfe werden gemustert gearbeitet. 4) Die Ferse wird in hin- und zurückgehenden glatten und verkehrten Gängen gestrickt und am Ende nach der Fuss- form durch Abnehmen eingebogen. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS STRICKEN 187 5 ) Die Strumpfspitze wird wieder glatt gestrickt. Von der Ferse an werden die überzähligen Maschen abgenommen, dann wird ein Theil ohne Nähtchen bis zum Spitzabnehmen ganz gleich fortgestrickt. Um nun diesen verschiedenen Theilen ohne Vorlage die entsprechende Länge und Breite zu geben, beobachte man Folgendes: Der Zierrand eines Strumpfes ist beim Bemessen der Arbeit niemals mitzurechnen. Nachdem er vollendet, wird am Anfänge jener Nadel, welche die erste des Ganges ist, ein Nähtchen aus einer oder zwei verkehrten Maschen gemacht, häufig auch aus einem schmalen verkehrten Muster bestehend, welches als Richtschnur oder Mitte des Strumpfes gilt. Für gewöhnliche Strümpfe wird vom Rand an so viel gestrickt, dass der Strumpf, wenn er doppelt gelegt wird, einen rechten Winkel bildet. Für Kniestrümpfe, hingegen, wird um die Hälfte mehr gestrickt, sohin ein- und einhalbmal die Weite des Strumpfes. Von da an beginnt der Wadentheil. Die dritte Masche nach dem Nähtchen wird über die zweite gezogen und die dritt- und zweitvorletzte vor dem Nähtchen glatt abgenommen. Das Abnehmen wiederholt sich anfangs drei- oder viermal nach je 12 Gängen, dann nach je 8 Gängen und wird so lange fortgesetzt, bis dieser Theil ein- und einhalbmal so lang ist als der Knietheil breit und um den vierten Theil enger als dieser. Der untere Theil der Wade, der Knöchelumfang, wird dann ohne Abnehmen, so lang als die Hälfte der Breite des Knie- theiles beträgt, fortgesetzt. Um die Ferse zu machen, zählt man die Maschenzahl auf den vier Nadeln zusammen, das Nähtchen ungerechnet, vertheilt dann auf je eine Nadel rechts und links vom Nähtchen um je zwei Maschen mehr als der vierte Theil der ganzen Zahl beträgt. Soll die Ferse gut sitzen, so muss sie ebenso hoch als breit sein. Um Fersen und Strumpfspitzen mehr Festigkeit zu geben, legt man dem Faden, welcher zur Herstellung des Strumpfes 188 DAS STRICKEN verwendet wurde, einen zweiten feinen Faden bei. Das Beistrick- oder Beileggarn, Coton ä feutrer D.M.C (*), wird eigens zu diesem Zweck erzeugt. Für den Vorfuss oder den Risttheil muss von der Ferse an so viel abgenommen werden, dass auf jeder Nadel um zwei Maschen weniger vertheilt sind als am Knöcheltheil waren. Dann wird ebenso breit als der Knöcheltheil glatt gestrickt bis zum Beginn des Spitzabnehmens. Die Strumpfspitze muss den vierten Theil der ganzen Vor- fusslänge messen. Trotz dieser genauen und verlässlichen Eintheilung rathen wir noch, auch die Gänge zu zählen, um vollkommene Regelmässigkeit der Arbeit zu erzielen. Die Zahl der Anschlagmaschen für Strümpfe wird durch die Stärke der verwendeten Wolle bedingt; wir können daher nur annähernde Ziffern angeben und zwar nur für Strümpfe für Erwachsene; die Berechnung fusst auf der Verwendung von 5 Nadeln, somit ist die angeführte Zahl viermal anzuschlagen. Coton ä tricoter D.M.C Nummern der Wolle Maschenzahl auf je einer Nadel, für kurze Strümpfe Maschenzahl auf je einer Nadel, für Kniestrümpfe 25 32 36 3o 3 4 38 35 36 42 40 40 46 5o 42 5o Gezähnter Strumpfrand (Abb. 354,355). — Der einfachste, zugleich dauerhafteste Strumpfrand ist der gezähnte Strumpfrand, auch Mäusezähnchen genannt. Es werden nach dem Anschlag, je nach der verwendeten Garnnummer, 6 bis io glatte Gänge gestrickt, dann ein Gang, in welchem eine Masche abgenommen und eine Hohlmasche aufgenommen wird. Nach diesem Gang wird wieder dieselbe Anzahl glatter Gänge gemacht. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS STRICKEN 189 Ist die zweite Reihenzahl der ersten gleich, so werden die Anschlagmaschen mittelst einer sechsten Stricknadel in der Breite einer der oberen Nadeln aufgehoben, diese Nadel nach innen und der äusseren Nadel gegenüber gelegt und die Maschen beider Nadeln zugleich abgestrickt. Äff« ü I ilill Abb. 354. Gezähnter Strumpfrand. Offen. Abb. 355. Gezähnter Strumpfrand. Geschlossen. Es ist dabei wohl darauf zu achten, dass stets die Maschen einer Linie verbunden werden, da sich sonst die den Rand bildenden Zähnchen verziehen. Gewöhnliche Ferse (Abb. 356). — Diese Art, die Ferse zu machen und zu schliessen, ist die einfachste unter allen, darum auch am häufigsten angewendet. Sie kann mit und ohne Randnähtchen hergestellt werden. Nachdem die Maschen in vier Theile ge- theilt, zwei mehr für je eine Nadel zur Ferse als für die des Rist- theiles, so werden je nach dem Strickfaden i5 bis 20 Randnähtchen (wenn solche gemacht werden) gestrickt. Sind diese Nähtchen vollendet, so Abb. 356. Gewöhnliche Ferse. l3 DAS STRICKEN 19° strickt man die rechtseitige Nadel ganz ab, von der linkseitigen jedoch nur den dritten Theil der darauf ruhenden Maschen. Angenommen eine Zahl von 24 Maschen, so sind 8 davon abzustricken, die nächste Masche abzuheben, wieder eine abzustricken, die vorletzte über die letzte zu ziehen, dann noch zwei Maschen glatt abzustricken; hierauf wird die Arbeit gewendet. Die erste Masche ist nun abzuheben, dann wird verkehrt weiter gestrickt bis über die 8 Maschen der zweiten Nadel; die neunte und zehnte Masche werden verkehrt abgenommen, noch zwei Maschen verkehrt gestrickt, und die Arbeit wieder nach der rechten Seite gewendet. Durch das stete Abnehmen nach 8 Maschen bildet sich ein Zöpfchen an beiden Seiten der Ferse. Es ist unerlässlich bei allen Fersen, die auf ähnliche Weise abgeschlossen werden, das Abnehmen stets auf der Rechtseite zu beginnen, um auf der Kehrseite damit zu enden und beim Wenden der Arbeit gleich glatt weiter stricken zu können. Wenn die Maschen der zwei Fersennadeln bis zum Aussen- nähtchen vollendet sind, so werden die Maschenschlingen desselben mit einer Hilfsnadel aufgehoben, dann auf die linke Nadel aufgestrickt, hierauf die zwei Nadeln des Risttheiles gestrickt, die Schlingen der zweiten Fersenseite wieder aufgehoben und zur vierten Nadel gestrickt. Im folgenden Gang werden die dritt- und viertvorletzte Masche der ersten Nadel abgenommen, die letzten Maschen glatt abgestrickt, die zwei ersten Maschen der vierten Nadel glatt abgestrickt, die dritte abgehoben, die vierte abgestrickt und die erstere über die letztere gezogen. Stufenferse (Abb. Abb. 35 7 . Stufenferse. 3 5? ). — Nachdem die Theilung der Maschen erfolgt ist, werden 12 bis 14 Nähtchen DAS STRICKEN 1 9 1 gemacht, nach diesen sind auf der rechten Nadel so viele Maschen zu stricken, als Nähtchen an der Seite sind, die Arbeit gewendet, wieder ein Nähtchen wie unten. Auf der zweiten Nadel sind gleichviel Maschen wie auf der ersten Nadel abzustricken, dann wird bis zur selben Nähtchenzahl wie im ersten Theil fortgestrickt. Ist die nothwendige Anzahl Nähtchen erreicht, so sind auf beiden Seiten die abgeketteten Maschen aufzufassen, die letzte Masche des zweiten Theiles mit der ersten des unteren Theiles abzunehmen, zwei weitere Maschen zu stricken, die Arbeit zu wenden, die erste Masche abzuheben und bis zur zweiten Seite zu stricken, wo wie bei der ersten vorzugehen ist. Sind alle Maschen bis zur letzten abgenommen, so werden auch die abgehobenen Maschen des ersten Theiles aufgenommen und ist die Abnahme des Risttheiles wie gewöhnlich vorzunehmen. Diese Fersenform, nicht langwieriger als andere auszufahren, sitzt sehr gut am Fuss, nützt sich daher auch wenig ab. Glattgestrickte Ferse (Abb. 358). — Jenen Frauen und Mädchen, die eine Abneigung gegen das Verkehrtstricken haben, werden diese und die folgende Art, die Ferse herzustellen, eine willkommene Neuerung sein. Die Maschen der ersten Nadel nach dem Nähtchen sind abzustricken, dann auf zwei Hilfsnadeln 8 Maschen mehr aufzuschleifen, als bei der Theilung der Maschen auf eine Nadel entfielen; die vierte Nadel ist dann an die dritte anzuschliessen und es werden gestrickt : 1. Gang. — Die 4 Nadeln glatt. 2. Gang. — Die 1. und 2., die 9. und 10. Masche der ersten f., > K> v. Abb. 358. Glattgestrickte Ferse. 192 DAS STRICKEN Hilfsnadel, sowie die zehnt- und neuntvorletzte und die vorletzte und letzte Masche der 2. Hilfsnadel abnehmen. 3 . Gang. — Ganz glatt. 4. Gang. — Die 1. und 2., die 7. und 8. Masche der 1. Hilfsnadel und die acht- und siebentvorletzte, die vorletzte und letzte Masche der 2. Hilfsnadel abnehmen. 5 . Gang. — Ganz glatt. 6. Gang. — Die 1. und 2., die 5 . und 6. Masche der 1. Hilfsnadel, sowie die sechst- und fünftvorletzte, die vorletzte und letzte Masche der 2. Hilfsnadel abnehmen. 7., 10., 11., i 3 ., 14., 16., 17., 19., 20. Gang. —Ganz glatt. 8. Gang. — Die 1. und 2., die 3 . und 4. Masche der 1. Hilfsnadel, die viert- und drittvorletzte, die vorletzte und letzte Masche der 2. Hilfsnadel abnehmen. 9. Gang. — Nach den beiden letzten Abnahmen sind verkehrt abzunehmen : Die viert- und drittvorletzten Maschen der 1. und 3 . Nadel, und die 3 . und 4. Masche zu Anfang der 2. und 4. Nadel. 12., 1 5 ., 18. Gang. — Abnehmen, gleich wie im 9. Gang. 21. Gang. — Zu Anfang der 1. und 3 . Nadel 2 Maschen glatt abstricken, die 2 nächsten Maschen abnehmen, ferner die viert- und drittvorletzte Masche der 2. und 4. Nadel abnehmen, die 2 letzten Maschen glatt abstricken. Das Abnehmen wird nun fortgesetzt, bis die verkehrten Maschen sich begegnen : nach dem glatten Gang wird über den beiden Abnahmen noch einer gemacht. Dann werden 3 Gänge glatt gestrickt, die gebliebenen Maschen nach der Sohlenbreite auf zwei Nadeln vertheilt und auf der Kehrseite zusammen abgemascht. Nun sind die Schlingen der Hilfsmaschen aufzufassen. In den folgenden ersten 3 glatten Gängen werden die letzte und erste Masche der ersten und zweiten Nadel und die letzte und erste Masche der dritten und vierten Nadel zusammen abgenommen. Die weiteren überzähligen Maschen sind verkehrt abzunehmen und je 2 glatte Gänge darüber zu stricken. Andere glattgestrickte Ferse (Abb. 35 g). — Es wird hier wie bei der vorhergehenden Ferse ein Hilfsanschlag gemacht- DAS STRICKEN ig3 Angenommen die Maschenzahl beträgt 20 für jede Nadel, so sind 28 Maschen auf jede der beiden Hilfsnadeln aufzuschleifen. Hierauf werden die 4. und 3. Masche am Ende der 1. und 3. Nadel, dann die 3. und 4. Masche der 2. und 3. Nadel abgenommen, so dass zwischen beiden Abnahmen 4 glatte Maschen liegen. Es wird nun weiter gleich abgenommen, mit je 2 glatten Gängen nach jeder Abnahme, bis nur mehr 6 Maschen auf jeder Nadel liegen. Dann werden noch die zwei Anfangs- und Endmaschen einer jeden Nadel abgenommen, ein Abb - 35 9 - Andere glatt gestrickte Ferse. glatter Gang darüber gestrickt, die restlichen Maschen werden auf der Kehrseite zugenäht. Sparvorfoss (Abb. 36o). — Ferse, Sohle und Strumpfspitze sind am meisten der Abnutzung unterworfen, während der Risttheil mehr geschont bleibt. Die Südländer haben diesen U ebelstand ins Auge gefasst und fertigen den Vorfuss ihrer Strümpfe und Socken in zwei Theilen an. Hierdurch wird nicht nur Zeit und Material gespart, sondern noch das Wiedereinstricken der schadhaft gewesenen Partien wesentlich erleichtert. Nachdem die Ferse nach einer der vorher beschriebenen Weisen vollendet ist, wird das Stricken nur mit den zwei oberen Nadeln fortgesetzt, bis der Obertheil die bis zur Spitze erforderliche Länge hat. Dann wird der Untertheil ebenfalls getrennt gestrickt. Die Randmaschen sind an beiden Theilen abzuheben, der Maschenkette folgt ein Nähtchen von einer, höchstens zwei Maschen und am Sohlentheil neben dem Nähtchen das Abnehmen. Letzterer Theil wird bis zum Beginn der Strumpf- 194 DAS STRICKEN spitze gestrickt. Wenn beide Theile, Rist- und Sohlentheil, die gleiche Anzahl Gänge haben, so werden die Nadeln verbunden und das Käppchen vollendet. jX*'' Abb. 36o. Spabvorfuss, sUSsSl r^r^r- Die an beiden Seiten offen gebliebenen Schlitze sind mit der Nadel durch die Schlingen der Randmaschen zu verbinden und hat man dabei zu achten, stets die gleichlaufenden Schlingen zu fassen. Ist nun der untere Theil des Vorfusses abgenützt, so löst man die Stiche an der Seite, fügt einen neu gestrickten Theil an den ursprünglichen und näht die Schlitze wieder zu. Strumpfspitze (Abb. 36 1). — Auch bei den Beschreibungen dieses Strumpftheiles bringen wir zuerst die einfachste und landläufigste Art ihn auszuführen. Von den vier letzten Maschen der ersten und dritten Nadel werden die zwei vorletzten Maschen abgenommen und die zwei letzten Maschen glatt abgestrickt; die zwei ersten Maschen der zweiten und vierten Nadel sind ebenfalls glatt abzustricken, die dritte und vierte Masche durch Ueberziehen abzunehmen. Ueber jede der vier Abnahmen sind zwei glatte Gänge, nach den späteren Abnahmen nur mehr einer zu stricken. Wenn nur mehr vier Maschen auf jeder Nadel liegen, so werden diese nach der Sohlenbreite auf zwei Nadeln vereint und auf der Innenseite zusammengestrickt. DAS STRICKEN 195 Strumpfspitze (Abb. 362). — Hier müssen die Maschen vor Beginn des Abnehmens zu 8, 10 oder 12 eingetheilt werden. Angenommen, sie seien durch 10 theilbar, so sind 8 Maschen glatt zu stricken, die neunte und zehnte hingegen abzunehmen. Dann folgen wieder 8 glatte Maschen, wieder eine Abnahme und so fort um die ganze Rundung. Nach dem Gang mit Abnahmen folgen eben so viele glatte Gänge, als Maschen zwischen den Abnahmen liegen. Bei jeder folgenden Abnahme hat eine Masche weniger zwischen den abgenommenen zu bleiben, so zwar, dass beim zweiten Abnehmen 7 Zwischenmäschen bleiben und 7 glatte Gänge gestrickt werden, beim dritten Abnehmen 6 Zwischenmaschen bleiben und 6 glatte Gänge darüber gestrickt werden; beim vierten Abnehmen 5 Zwischenmaschen bleiben und 5 glatte Gänge darüber u. s. f. Die restlichen Maschen werden dann bis auf 4 im Kreise abgenommen, welche nach dem Innern des Strumpfes gebracht und vernäht werden. Strumpfspitze (Abb. 363). — Das Abnehmen beginnt hier mit den beiden ersten Maschen einer jeden Nadel und zwar ist die erste Masche abzuheben, die zweite abzustricken, die erste Masche über die zweite zu ziehen. Ueber jeden Gang mit Abnahmen ist ein glatter Gang zu stricken. Abb. 36 i. Strumpfspitze, Abb. 362. Strumpfspitze. j§g§j HHü MM. wm MmIMI DAS STRICKEN 196 Abb. 363 . Strumpfspitze. In den folgenden Gängen werden im zweiten die 3 . und 4. Masche, im dritten die 5 . und 6. Masche, im vierten die 7. und 8. Masche abgenommen, so dass zum Schluss das Abnehmen eine Art Schneckenwindung bildet. Der Abschluss wird den andern gleich hergestellt. Strumpfspitze (Abb. 364). Mit dieser Vorlage wird ein anderer nicht minder praktischer Strumpfabschluss gebracht. Im ersten Gang werden die beiden ersten Maschen je einer Nadel verkehrt abgenommen. Der 2. und 3 ., der 5 . und 6., der 8. und 9., der 11. und 12, der 14. und 1 5 ., der 17. und 18. Gang werden glatt gestrickt. 4. Gang. — Die 1. Masche einer jeden Nadel glatt abstricken ; die 2. und 3 . Masche und die beiden letzten verkehrt abnehmen. 7. Gang. — Die beiden ersten Maschen einer jeden Nadel glatt abstricken, die 3 . und 4. Masche sowie die beiden letzten Maschen verkehrt abnehmen. Es wird nun bei jeder Abnahme um eine glatte Masche mehr zu Anfang der Nadel gestrickt. Wenn sich die beiden Nähtchen vereinen, wird die letzte Masche einer jeden Nadel über die erste Masche der nächsten gezogen; die Zwischenmaschen sind glatt zu stricken; das Abnehmen ist bis auf die letzten Maschen gleich fortzusetzen. Abb. 364. Strumpfspitze. DAS STRICKEN 197 Das Ausbessem der Strickerei. — Schadhafte Strickereien sind grösstentheils mit der Nähnadel und mit Faden auszubessern, indem man die mit den Stricknadeln entstandenen Maschen nachbildet. Ist das Garn noch nicht durchgerissen, eine baldige Auflösung desselben jedoch zu gewärtigen, so kann ihm eine längere Dauer durch Uebernähen der dünnen Maschen mit neuem Faden gesichert werden. Fadensorten. — Der Stopffaden muss stets etwas feiner als der ursprüngliche Faden sein. Coton ä repriser D.M.C ist das beste Material zu dieser Arbeit; denn sollte Faden in entsprechender Stärke nicht im Hause vorhanden sein, so können die weichen, lose aneinander liegenden Fäden getrennt werden, um einen stärkeren oder feineren Faden nach Bedarf zu ergeben. Abb. 365 . Uebernähen der Strickerei. Abb. 366 . Uebernähen der Strickerei. Erste Art. Zweite Art. Uebernähen der Striokerei (Abb. 365, 366). — Das einfache Uebernähen kann auf zweierlei Arten geschehen. In Abb. 365 ist der Faden zwischen zwei wagrechten Maschengliedern herausgeführt, dann ein senkrechtes nach aufwärts übergehend bei demselben ein- und zwischen den beiden nächsten wagrechten Gliedern wieder herausgezogen u. s. w. Die zweite Schlingenreihe wird zurückgehend gearbeitet, indem man zwei Fäden nach links auf die Nadel nimmt, einen nach rechts abwärts übergeht, den übergangenen Faden auf die Nadel nimmt u. s. f. Nach der zweiten Stopfart, Abb. 366, übergeht man, wenn die Nadel herausgeführt ist, einen Faden nach rechts und zwei DAS STRICKEN 198 m Fäden nach aufwärts, nimmt die beiden nächstliegenden Fäden auf, übergeht zwei wagrechte Fäden nach abwärts, einen Faden nach rechts und sticht beim ersten Ausgang der Nadel wieder hinein; nimmt zwei Fäden nach links auf, übergeht einen nach rechts und zwei wagrechte nach abwärts u. s. f. Bei der nächsten Reihe nimmt man die Arbeit so zur Hand, dass die vollendete Reihe nach aufwärts liegt, übergeht einen wagrechten Faden nach abwärts, führt die Nadel zwischen zwei auseinander liegenden Fäden heraus und übergeht wieder zwei wagrechte Fäden nach abwärts, nimmt zwei Fäden nach links auf die Nadel, übergeht zwei Fäden nach aufwärts, einen nach rechts, nimmt nach links zwei Fäden auf die Nadel u. s. f. Klarlegen der Maschen (Abb. 367). — Ist das Garn der Strickerei ganz durchgerissen, so müssen neue Maschen gebildet und die Fäden so weit aufgelöst werden als sie schadhaft sind. Diese schadhaften Fäden sind abzuschneiden und die wagrechten Maschen klar zu legen. An den senkrechten Seiten werden die Fäden so weggeschnitten, dass die senkrechten Maschen frei liegen und dass eine viereckige Lücke entsteht, in deren Winkel zwei bis vier Maschen aufgelöst werden, welche dann, auf die Kehrseite des Gegenstandes gebracht, daselbst mit einigen Stichen befestigt werden. Es ist die Benutzung des Stopfholzes bei derlei Stopfarbeiten zu empfehlen ; es verhindert etwaiges zu strammes Anziehen der Fäden. Stopfen mit wagreoht gespannten Fäden (Abb. 368, 36g). — Man spannt auf der Kehrseite der Arbeit jeder zu ergänzenden Reihe entlang einen Faden in wagrechter Richtung ein bis zwei Maschen der Strickerei mitfassend. Sind diese Grundfäden gespannt, so wird die Nadel von der Kehrseite auf die Rechtseite bei jener Masche herausgeführt, welche dem linksseitigen ganzen Theil zunächst liegt. Dann abwärts gehend, den zunächstliegenden wagrechten Abb. 367. Klarlegen der Maschen. DAS STRICKEN 199 Faden derart von unten nach oben fassen, dass der Arbeitsfaden rechts von der Nadel liegt und so alle wagrechten Fäden gleich übernähen. Ist der letzte Faden übernäht, so wird die Nadel von oben nach unten in die zunächstliegende untere Masche gebracht, um bei derselben Masche, bei welcher sie eingeführt, wieder herausgeführt zu werden. Die zweite aufwärts gehende Reihe verlangt den Faden rechts von der Nadel liegend, Abb. 36g. Nachdem alle wagrechten Reihen übernäht sind, wird die Nadel in jene Masche geführt, welche derjenigen gegenüber liegt, bei welcher sie herausgeführt wurde. Abb. 368 . Spannen der wagrechten Faden Abb. 369. Abwärts gehende Stichreihe. mmmmm Mtoktttäm ebmp ä»;:::Ssaw jsttiiipsdaM ■BiB WMWmMTJMmlm ßtMVM ÜS ißwEmm MSstSSmSm mVmwwmmlnfmntm lln llp Sl« HHlii mim Abb. 370. Stopfen mit schräg gespannten Fäden. Das Legen der Fäden. Abb. 371. Das Uebernähen der gespannten Fäden. Stopfen mit schräg gespannten Fäden (Abb. 370, 371) 200 DAS STRICKEN Wie aus der Abbildung ersichtlich, sind zu beiden Seiten des Ausschnittes einige Maschen und auch die anderen freien Maschen aufgefasst. Die neu gespannten Fäden müssen nach der Länge und nach der Zahl mit den ausgehobenen übereinstimmen. Auf der Rechtseite wird ein Faden angebracht, etwas feiner als der ursprüngliche war, mit welchem einige Maschen, gleichlaufend mit der zu ergänzenden Reihe, übernäht werden. Hierauf wird die Nadel von unten nach oben in die erste klar liegende Masche, unter beide Fäden, welche aus einer Masche laufen und dann in dieselbe Masche zwischen den schiefliegenden Fäden von oben nach unten geführt; die nächste Masche ist von unten nach oben zu erfassen und die Nadel unter die senkrechten Fäden dieser Masche zu führen u. s. w. Die neugebildete Schlinge muss der Grösse einer gestrickten Masche entsprechen. Zu Ende einer Reihe werden, wie zu deren Anfang, einige Maschen übernäht. Die zurückgehenden Reihen werden gleich den hingehenden ausgeführt. !>»> y mm 3S3B •* uv 'Saa* MUT Abb. 372. Anmaschen der glatten Strickerei. Abb. 373. Anmaschen der verkehrten Strickerei. Anmaschen der glatten Strickerei (Abb. 372). — Ist ein Theil einer Strickerei durch neue zu ersetzen, so werden die Maschen des neuen Stückes mit jenen des alten mit der Nähnadel und dem Faden der Strickerei verbunden. Beim Anmaschen müssen die Maschen zuerst klar gelegt und auf Stricknadeln gefasst werden, um das Auflösen zu verhüten. Die zu verbindenden Maschen müssen genau gegenüberstehen, dann führt man die Nadel in die äusseirste freiliegende Masche des oberen Theiles von unten hinauf, hebt die Masche von der DAS STRICKEN 201 Stricknadel ab, führt die Nadel von oben herab in die genau gegenüberliegende untere Masche, fasst zugleich die danebenliegende von unten nach oben und zieht den Faden nur so weit heraus, dass die mit demselben zu bildende Masche den übrigen Maschen gleicht, hierauf führt man die Nähnadel von oben herab in jene Masche, welche früher gefasst worden war, fasst die danebenstehende von unten nach oben, zieht den Faden an, fasst wieder die beiden unteren u. s. w. Anmasclien der verkehrten Strickerei (Abb. 3 y 3 ). — Flächen, welche aus einer glatten und einer verkehrten Reihe bestehen, werden wie folgt angemascht: der Gegenstand ist so zur Hand zu nehmen, dass die zu ergänzende verkehrte Kette an den oberen Theil anschliesst, dann wird die Nadel in die erste Masche des oberen Theiles von unten nach oben geführt; die beiden Maschen des unteren Theiles werden wie bei der glatten Strickerei verbunden; dann wird die Nadel wieder durch die erste Masche des oberen Theiles von unten hinauf und in die danebenstehende Masche von oben herab geführt. Die unteren Maschen werden wieder wie bei der glatten Strickerei verbunden. Picketmuster (Abb. 374). — Dieses und die nächstfolgenden Muster für Decken, Unterröcke , Leibchen u. a. m. verwendbar, gestatten je nach dem Gegenstände, der durch a bb . 374. Picketmuster. sie entstehen soll, Fadensorten : Coton ä tricoter D.M.C N* 6 bis 3o. (*) die Verarbeitung aller Fadenstärken der D.M.C Strickbaumwolle. £ (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 202 DAS STRICKEN Die Maschenzahl muss durch 6 theilbar sein. Man beginnt mit: 6 Gänge mit 5 glatten Maschen, i verkehrt verdrehte Masche. 7. Gang. — Die 3 . Masche der 5 glatten verkehrt verdreht, dienäch- sten 5 Maschen glatt. Picketmuster (Abb. 3 j 5 ). — Die Maschenzahl muss durch 14 theilbar sein. 1. und 2.Gang. — * 7 verkehrte Maschen, 1 glatt, 1 verkehrt, 1 glatt, 1 verkehrt, 1 glatt, 1 verkehrt, 1 glatt; von * an wiederholen. 3 . und 4. Gang. — * 7 Maschen glatt, 1 verkehrt, 1 glatt, 1 verkehrt, 1 glatt, 1 verkehrt, 1 glatt, 1 verkehrt; von * an wiederholen. Hierauf vom ersten Gang an wieder beginnen. Abb. 375. Picketmuster. Fadensorten : Coton pour crochet D.M.C N* 6 bis 12, oder Fil à pointer D.M.C N° 3 o. _- *t & > #\ Abb. 376. Picketmuster. Fadensorten : Dieselben wie zu Abb. 374. Picketmuster (Abb. 376). — Die Maschenzahl muss durch 4 theilbar sein. DAS STRICKEN 2o3 i. bis 8. Gang. — 2 Maschen glatt, 2 verkehrt. 9. und 10. Gang. — 2 glatte Maschen über die 2 verkehrten, 2 verkehrte über die 2 glatten Maschen des 8. Ganges. 11. und 12. Gang. — Die Maschen wieder gleich denen der 8 ersten Gänge stellen. i 3 . und 14. Gang. — Die Maschen wieder gleich denen des 9. und 10. Ganges stellen. iS. bis 23 . Gang. — Die Maschen wieder gleich denen der 8 ersten Gänge stellen. ttif" i- 4&»£vJ>T:« ►>*v • * iC&i&ï! 56®S3 :i&xtsy SM. mm Abb. 377. Streifen för Decken. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N* 6, 8, io oder 12 . Farben : Rouge-Turc 3 n und Gris-Tilleul 3 gi. (*) Streifen für Decken (Abb. 377). — Dieses Deckenmuster in Streifen und in zwei Farben ausgeführt, veranlasst uns, darauf aufmerksam zu machen, dass die dunkelgefärbten Wollen stets um eine, auch 2 Nummern feiner zu nehmen sind, als hellgefärbte, denn die dunkeln Farbentöne sättigen, schwellen die Garne mehr an als die hellen Töne, so z. B. verwendeten wir von der rothen Wolle N° 8, während wir N° 6 für die grünen Streifen behielten. Anschlag 28 Maschen : 1. Nadel. — 1 Masche abheben, 2 glatt, Umschlagen, 1 glatt, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 2 verkehrt, 5 glatt, 2 verkehrt, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 204 DAS STRICKEN verdreht, i glatt verdreht, i verkehrt verdreht, i glatt verdreht, i verkehrt verdreht, i glatt verdreht, i verkehrt verdreht, i glatt, Umschlägen, 3 glatt. 2. Nadel. — Kehrseite : i Masche abheben, 2 verkehrt, verkehrt abnehmen, i verkehrt verdreht, i glatt verdreht, i verkehrt verdreht, i glatt verdreht, i verkehrt verdreht, i glatt verdreht, i verkehrt verdreht, 2 glatt, 5 verkehrt, 2 glatt, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, verkehrt abnehmen, 3 verkehrt. 3 . Nadel. — Rechtseite : 1 Masche abheben, 2 glatt, Umschlagen, 1 glatt, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 2 verkehrt, 5 glatt, 2 verkehrt, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt, Umschlagen, 3 glatt. 4. Nadel. — Kehrseite: 1 Masche abheben, 2 verkehrt, verkehrt abnehmen, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 2 glatt, 5 verkehrt, 2 glatt, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, verkehrt abnehmen, 3 verkehrt. 5 . Nadel. — Rechtseite : 1 Masche abheben, 2 glatt, Umschlagen, 1 glatt, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 2 verkehrt, 5 glatt, 2 verkehrt, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt, Umschlägen, 3 glatt. 6. Nadel. — Kehrseite : 1 Masche abheben, 2 verkehrt, verkehrt abnehmen, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 2 glatt, 5 verkehrt, 2 glatt, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, 1 verkehrt verdreht, 1 glatt verdreht, verkehrt abnehmen, 3 verkehrt. Die 7. Nadel ist gleich der 5 ., die 8. Nadel gleich der 4., die 9. Nadel gleich der 3 ., die 10. Nadel gleich der 2., die 11. Nadel gleich der 1. zu stricken. So schlängeln sich die 5 glatten Maschen in der Mitte durch den ganzen Streifen. DAS STRICKEN 205 Die Verbindung der einzeln gestrickten Theile ist durch Häkelei hergestellt, wie solche im nächsten Abschnitt bei mehreren Deckenmustern angegeben ist. Gestricktes Quadrat (Abb. 378). — Auf 4 Nadeln sind je 2 Maschen anzuschlagen. mmmim SSt» ma. &5S&&Î! äHH Abb. 378. Gestricktes Quadrat. Fadensorten : Coton à tricoter D M.C N* 6 bis 16, Coton pour crochet D.M.C N* 6 bis u, oder Fil à pointer D.M.C N* 3 o. (*) Farben : Entweder weiss oder naturfarben, oder weiss und blau, oder naturfarben und roth, u. s. w. (*) Nach jedem * sind die Maschen dreimal zu wiederholen. 1. Gang. — Umschlagen, i glatt, Umschlägen, i glatt *. 2. Gang. — Umschlagen, 3 glatt, Umschlagen, i glatt *. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 14 206 DAS STRICKEN 3 . Gang. — Umschlagen, i verkehrt, 3 glatt, i verkehrt, Umschlägen, 1 glatt *. 4. Gang. — Umschlagen, 2 verkehrt, 3 glatt, 2 verkehrt, Umschlägen, 1 glatt *. 5 . Gang. — Umschlagen, 3 verkehrt, 3 glatt, 3 verkehrt, Umschlagen, 1 glatt *. 6. Gang. — Umschlagen, 4 verkehrt, 3 glatt, 4 verkehrt, Umschlägen, i glatt *. 7. Gang. — Umschlagen, 5 verkehrt, 3 glatt, 5 verkehrt. Umschlägen, 1 glatt *. 8. Gang. — Umschlagen, 2 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 4 verkehrt, 2 glatt, Umschlägen, 1 glatt. * 9. Gang. — Umschlagen, 4 glatt, 3 verkehrt, 3 glatt, 3 verkehrt, 4 glatt, Umschlagen, 1 glatt *. 10. Gang. — Umschlagen, 6 glatt, 2 verkehrt, 3 glatt, 2 verkehrt, 6 glatt, Umschlägen, 1 glatt *. 11. Gang. — Umschlagen, 8 glatt, 1 verkehrt, 3 glatt, 1 verkehrt, 8 glatt, Umschlägen, 1 glatt *. 12. Gang. — Umschlagen, 1 glatt, 2 Maschen verschränken (d. h. die zweite Masche zuerst glatt abstricken, dann die erste), 5 glatt, 2 verkehrt, 3 glatt, 2 verkehrt, 5 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, umschlagen, 1 glatt *. 1 3 . Gang. — Umschlagen, 1 verkehrt, 7 glatt, 3 verkehrt, 3 glatt, 3 verkehrt, 7 glatt, 1 verkehrt, umschlagen, 1 glatt *. 14. Gang. — Umschlagen, 2 verkehrt, 1 glatt, 2 Maschen verschränken, 3 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, 2 verkehrt, umschlagen, 1 glatt *. 1 5 . Gang. — Umschlagen, 3 verkehrt, 5 glatt, 5 verkehrt, 3 glatt, 5 verkehrt, 5 glatt, 3 verkehrt, umschlagen, 1 glatt *. 16. Gang. — Umschlagen, 4 verkehrt, 1 glatt, 2 Maschen verschränken, 3 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, 4 verkehrt, umschlagen, 1 glatt *. 17. Gang. — Umschlagen, 5 verkehrt, 7 glatt, 3 verkehrt, 3 glatt, 3 verkehrt, 7 glatt, 5 verkehrt, umschlagen, 1 glatt *, 18. Gang. — Umschlagen, 2 glatt, 4 verkehrt, 1 glatt, 2 DAS STRICKEN 207 Maschen verschränken, 5 glatt, 2 verkehrt, 3 glatt, 2 verkehrt, 5 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, 4 verkehrt, 2 glatt, umschlagen, 1 glatt *. 19. Gang. — Umschlagen, 4 glatt, 3 verkehrt, 9 glatt, 1 verkehrt, 3 glatt, 1 verkehrt, 9 glatt, 3 verkehrt, 4 glatt, umschlagen, 1 glatt *. 20. Gang. — Umschlagen, 6 glatt, 2 verkehrt, 1 glatt, 2 Maschen verschränken, 5 glatt, 2 verkehrt, 3 glatt, 2 verkehrt, 5 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, 2 verkehrt, 6 glatt, umschlagen, 1 glatt *. 21. Gang. — Umschlagen, 8 glatt, 1 verkehrt, 7 glatt, 3 verkehrt, 3 glatt, 3 verkehrt, 7 glatt, 1 verkehrt, 8 glatt, Umschlägen, 1 glatt *. 22. Gang. — Umschlagen, 1 glatt, 2 Maschen verschränken, 5 glatt, 2 verkehrt, 1 glatt, 2 Maschen verschränken, 3 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, 2 verkehrt, 5 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, umschlagen, 1 glatt *. 23 . Gang. — Umschlagen, 1 verkehrt, 7 glatt, 3 verkehrt, 5 glatt, 5 verkehrt, 3 glatt, 5 verkehrt, 5 glatt, 3 verkehrt, 7 glatt, 1 verkehrt, umschlagen, 1 glatt *. 24. Gang. — Umschlagen, 2 verkehrt, 1 glatt, 2 Maschen verschränken, 3 glatt, 4 verkehrt, 1 glatt, 2 Maschen verschränken, 3 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, 2 verkehrt, umschlagen, 1 glatt *. 25 . Gang. — Umschlagen, 3 verkehrt, 5 glatt, 5 verkehrt, 7 glatt, 3 verkehrt, 3 glatt, 3 verkehrt, 7 glatt, 5 verkehrt, 5 glatt, 3 verkehrt, umschlagen, 1 glatt *. 26. Gang. — Umschlagen, 4 verkehrt, 1 glatt, 2 Maschen verschränken, 3 glatt, 4 verkehrt, 1 glatt, 2 Maschen verschränken, 5 glatt, 2 verkehrt, 3 glatt, 2 verkehrt, 5 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, 4 verkehrt, 3 glatt, 2 Maschen verschränken, 1 glatt, 4 verkehrt, umschlagen, 1 glatt *. 27. Gang. — Umschlagen, 5 verkehrt, 7 glatt, 3 ver- 208 DAS STRICKEN kehrt, 9 glatt, 1 verkehrt, 3 glatt, 1 verkehrt, 9 glatt, 3 verkehrt, 7 glatt, 5 verkehrt, Umschlägen, 1 glatt *. Den Abschluss des Quadrats bilden einige verkehrte Gänge. Einfaches Patentmuster (Abb. 379). — Ihrer Dehnbarkeit wegen gehört diese Strickarbeit zu den beliebtesten und eignet sich dieselbe besonders zur Anfertigung von Kleidungsgegenständen. Die Musterung entsteht durch das Abheben der Maschen. Die einfache Patentstrickerei erfordert zwei Gänge. 1. Gang. — Den Faden auf die Nadel legen, diese in die nächste Masche so hineinführen wie zur Bildung einer verkehrten Masche und die Masche so von der linken Nadel auf die rechte heben; die nächste Masche glatt stricken u. s. w. 2. Gang. — Die abgehobene Masche mit dem darüberliegenden Faden glatt und zugleich abstricken, den Faden um die Nadel legen, Abb - 3 79 - die einzeln stehende Masche Einfaches Patentmuster. . . ... wie oben abheben. Ist die Strickerei eine cylinderförmige, so müssen bei diesem Muster die beiden Maschen, welche zusammen zu stricken sind, abwechselnd bei einem Gang glatt, beim anderen verkehrt zusammen gestrickt werden. Doppeltes Patentmuster (Abb. 38 o). — Die doppelten Patentmuster sind stets auf der Kehrseite zu beginnen. 1. Gang. — Gleich dem des einfachen Patentmusters. 2. Gang. — Alle Maschen glatt abstricken, den über der Nadel liegenden Faden abheben, indem die Nadel von rechts nach links hineingeführt wird. 3 . Gang. — Wie der zweite des einfachen Patentmusters. Von nun an wechseln der zweite und dritte Gang mit einander ab. I DAS STRICKEN 209 Abb. 38o. Doppeltes Patentmuster. Sehr wirkungsvoll ist das Muster in zwei verschiedenen Farben ausgeführt und zwar wenn jede zweite Musterreihe mit einem andern Faden gestrickt wird. Muster mit gekreuzten Maschen (Abb. 38 1). Wenige Strickmuster eignen sich so gut wie die mit gekreuzten Maschen, um mit anderen, z. B. mit glatt gestrickten Streifen, zu Bettdecken verwendet zu werden. Maschen kreuzen oder, wie es in der Beschreibung von Abb. 378 verschränken heisst, wenn man erst die links- und dann die rechtsliegende Masche abstrickt. Werden zwei oder mehrere Maschen mit einander gekreuzt, ohne dass sie durch mehrere Reihen abgehoben werden, so entstehen die sogenannten Zöpfchen oder geflochtenen Muster, wie das hier beschriebene. 1. Gang. — 2 Maschen verkehrt, 2 Maschen auf eine Hilfsnadel heben, die Nadel nach innen legen, die nächsten 2 Maschen, dann die 2 abgehobenen glatt abstricken. Abb. 381. Muster mit gekreuzten Maschen. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N* 6 bis 16, Cordonnet 6 fils D.M.C N° 2 bis 5 oder Fil à pointer D.M.C N* io bis 3o. (*) {*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 210 DAS STRICKEN Hierauf folgen 5 Gänge, in welchen stets die glatten Maschen glatt, die verkehrten verkehrt gestrickt werden. Nun wiederholt man den ersten Gang. Es lassen sich auch doppelt gewundene Zöpfchen stricken, indem die Maschen abwechselnd in entgegengesetzter Richtung gekreuzt werden. Hohlmaschexunuster (Abb. 382, 383). — Börsen, Häubchen, Kinderröckchen arbeitet man gewöhnlich mit stark durchgitterten Mustern. Am leichtesten sind die einfachen Hohlmaschenmuster zu stricken, die je nach dem Zweck der Strickerei auch mit Perlen hergestellt werden können. 1. Gang. — i Masche abheben, i abstricken, Umschlägen,abnehmen, Umschlägen, abnehmen u. s. w. bis zum Schluss der Nadel, wo wieder 2 Maschen glatt gestrickt werden. 2 . Gang. — Die i. Masche abheben, die 2 . abstricken, die 3., welche der letzte Umschlag der ersten Nadel ist, ebenfalls abstricken; dann Umschlägen, die Masche und den nächsten Umschlag zusammen abnehmen, wieder Umschlägen, u. s. f. Kommen Perlen zur Strickerei, so sind sie vor Beginn der Arbeit an den Strickfaden zu reihen. Wenn nur eine Sorte Perlen genommen wird, kann das Anreihen auf sehr schnelle Art geschehen. Man fädelt nämlich den (*) «7 w Abb. 382. Hohlmaschenmuster ohne Perlen. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 25 bis 40 oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 5o. (*) Abb. 383. Hohlhaschenmuster mit Perlen. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS STRICKEN 21 I Strickfaden in eine Nähnadel ein, zieht ihn mit dieser durch den Faden, aul welchem die Perlen gereiht sind, legt den Strickfaden als Schlinge nach abwärts und lässt alle Perlen darüber laufen. Wird jedoch nach Mustern mit mehreren Farben gestrickt, so müssen die Perlen nach der Vorlage gezählt und auch die Farben der Perlen nach der Farbeneintheilung mit der Nadel angereiht werden. Diese Arbeit wird eigentlich nur mehr zu Geldbörsen und Tabaksbeuteln benutzt, wozu man anstatt Seide Cordonnet 6 fils D.M.G 0 und kleine Metall- oder farbige Glasperlen verwendet. Bei ganz dichten Perlenmustern wird immer glatt gestrickt; die Perlen sind einzeln an die Maschen zu schieben und letztere dann abziistricken. Die Perlen legen sich während des Strickens nach der Kehrseite, die dann als Rechtseite der Arbeit gilt. In Abb. 383 sind je zwei Perlen zugleich nach jeder Masche nachgeschoben. Strickmuster mit z weierleiFa- den(Abb. 384). — Solche Muster empfehlen sich besonders für Tücher, durchbrochene Strümpfe und Vorhänge. Die angeführten Garnsorten eignen sich vorwiegend zu dem zuletzt angegebenen Zweck. Um dieses (*) Abb. 384. Strickmuster mit zweierlei Faden. Fadensorten : Fil à pointer D.M.C N° 3 o und Cordonnet 6 fils D.M.C N* 80, Naturfarben. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 212 DAS STRICKEN und das folgende Muster zur vollen Geltung zu bringen, sind starke Stricknadeln, N° 8, io, n oder 12, unerlässlich. Die Beschreibung ist für eine geschlossene, runde Arbeit eingetheilt. Mit dem starken Faden wird begonnen und eine durch 8 theilbare Maschenzahl angeschlagen. I. und 2. Gang. — Ganz verkehrt zu stricken. 3. Gang. — 1 verkehrt, * zweimal Umschlagen, 8 verkehrt, wiederholen von *. 4. Gang. — Mit feinem Faden : * 1 abheben, den doppelten Umschlag fallen lassen, 1 abheben, Umschlagen, glatt abnehmen, Umschlagen, glatt abnehmen, Umschlägen, glatt abnehmen, wiederholen von *. 5. Gang. — Die zwei abgehobenen Maschen abheben (starker Faden), 6 glatt, die zwei abgehobenen Maschen abheben, 6 glatt u. s. w. 6. Gang. — 2 Maschen abheben, dreimal wiederholen : Umschlägen, glatt abnehmen. 7. Gang : Gleich dem 5. 8. Gang : Gleich dem 6. 9. Gang : Gleich dem 7. 10. Gang. — Mit starkem Faden : glatt. II. und 12. Gang. — Verkehrt. Beim 3. Gang ist darauf zu achten, dass der doppelte Umschlag zwischen jene Maschen kommt, welche aus den beiden Maschen des zweiten Umschlages und des Glattab- nehmens des 6. Ganges entstanden sind. Striokmuster mit zweierlei Faden (Abb. 385). — Eine durch 4 theilbare Maschenzahl anschlagen. 1. Gang. — Mit starkem Faden : ganz verkehrt. 2. Gang. — Ganz glatt. 3. Gang. — Mit feinem Faden : Umschlagen, überziehen, 2 glatt. 4. Gang. — Ganz glatt. 5. Gang. — 1 glatt, Umschlägen, überziehen, 1 glatt. 6. Gang. — Ganz glatt. 7. Gang. — 2 glatt, Umschlagen, überziehen. 8. Gang. — Ganz glatt. DAS STRICKEN 2l3 9. und 10. Gang. — Mit starkem Faden: Ganz verkehrt. 11. Gang. — Ganz glatt. 12. Gang. — Mit feinem Faden: Umschlagen, glatt abnehmen. 1 3 . Gang. — Ganz glatt. 14. Gang. — Ganz verkehrt. Hierauf vom Anfang an wiederholen. Strickmuster (Abb. 386 ). — Die Maschenzahl durch 9 theilbar. 1. Gang. — Umschlagen, 1 abheben, glatt abnehmen, dieabge- hobene Masche überziehen, Umschlagen, 1 glatt, zweimal Umschlagen, 4 glatt, zweimal umschlagen, 1 glatt. 2. Gang. — 3 glatt,die nächste Masche abheben, den doppelten (*) Abb. 385. Strickmuster mit zweierlei Faden. kfcSHî T3-ftß=Sfc » a '/ Mv 7 1 y mm Psrrw 7 w/~ Fadensorten : Fil à pointer D.M.C N“ 20 oder 3o und Cordonnet 6 fils D.M.C N* 60 oder 80. (*) Abb. 386. Strickmuster mit überzogenen Maschen. ip qzmttwm-- ÉÉfcMiil Fadensorten : Coton à tricoter N* 12 bis 3o, Coton pour crochet N" 6 bis 20 oder Cordonnet 6 fils D.M.C N» i5 bis 40. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 214 DAS STRICKEN Umschlag fallen lassen, 4 glatt = die Arbeit wenden, 4 verkehrt = die Arbeit wenden, 4 glatt, den doppelten Umschlag fallen lassen, die nächste Masche abheben. 3. Gang. — Umschlagen, 1 abheben, glatt abnehmen, die abgehobene Masche überziehen, Umschlagen, die abgehobene Masche fallen lassen, zuerst und vor den andern Maschen die Masche stricken, welche dem 2. doppelten Umschlag folgt, dann die 4 nächsten Maschen glatt, zuletzt die fallengelassene Masche aufheben und glatt abstricken auf der rechten Seite der Arbeit. 4. und 6. Gang. — Ganz glatt. 5. Gang. — Umschlagen, 1 abheben, glatt abnehmen, die abgehobene Masche überziehen, Umschlagen, 6 glatt. Vom Anfang an wiederholen. Gestreiftes Striok- muster (Abb. 387). — Die Maschenzahl durch 14 theilbar. i.und 3. Gang.— Umschlagen,glattab- nehmen, 9 glatt,überziehen, umschlagen, 1 glatt verdreht. 2., 4., 6., 8., 10., 12. und 14. Gang. — i3 glatt, 1 glatt verdreht. 5. Gang. — Umschlagen,glatt abnehmen, 2 glatt, glatt abnehmen , umschlagen, 1 glatt, umschlagen, überziehen, 2 glatt, überziehen, umschlagen, i glatt verdreht. 7. Gang. — Umschlagen, glatt abnehmen, 1 glatt, glatt abnehmen, umschlagen, 3 glatt, umschlagen, überziehen, 1 glatt, überziehen, umschlagen, 1 glatt verdreht. (*) Abb. 387. Gestreiftes Strickmuster. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N” 6 bis 3o, Coton pour crochet D.M.C N* 6 bis 20 oder Fil à pointer D.M.C N* 10 bis 3o. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS STRICKEN 2l5 9. Gang. — Umschlagen, glatt abnehmen, glatt abnehmen, Umschlägen, 5 glatt, Umschlagen, überziehen, überziehen, Umschlagen, 1 glatt verdreht. 11. Gang. — Umschlagen, glatt abnehmen, 2 glatt, Umschlagen, überziehen, 1 glatt, glatt abnehmen, Umschlagen, 2 glatt, überziehen, Umschlagen, 1 glatt verdreht. i3. Gang. — Umschlagen, glatt abnehmen, 3 glatt, Umschlagen, 1 abheben, glatt abnehmen, die abgehobene Masche überziehen, Umschlagen, 3 glatt, überziehen,. Umschlagen, 1 glatt verdreht. Strickmuster (Abb. 388). — Eine durch 9 theil- bare Maschenzahl anschlagen. 1. Gang. — Zweimal Umschlagen, überziehen, 5 Maschen glatt, glatt abnehmen. 2. Gang. — Zweimal Umschlägen, den ersten Umschlag des vorhergehenden Ganges abfassen, den 2. abstricken, den 1. überziehen, überziehen, 3 glatt, glatt abnehmen. 3. Gang. — Zweimal Umschlagen, die Umschläge der beiden vorhergehenden Gänge abfassen, überziehen, 1 glatt, glatt abnehmen. 4. Gang. — Die Umschläge der vorhergehenden 3 Gänge von der Nadel lassen und darüber 8 glatte Doppelmaschen stricken, d. h. man strickt über die Umschläge : 1 Masche glatt, fasst sie auf die linke Nadel und strickt sie noch einmal ab. Sind die 8 Maschen fertig, so schlägt man den Faden noch zweimal um und zieht 3 Maschen zusammen über. Hierauf von Anfang an wiederholen. Abb. 388. Strickmuster. 2l6 DAS STRICKEN Bei der jedesmaligen Wiederholung des 4. Ganges sind die Doppelmaschen über 4 Umschläge d. h. über 4 Fäden zu machen. Strickmuster (Abb. 38g). — Dieses Strickmuster empfiehlt sich besonders zur Anfertigung von Kinderröckchen und Leibchen, wozu das unten angeführte Garn am zweckentsprechendsten ist. Feine Elfenbeinnadeln sind zu solchen Arbeiten Stahlnadeln vorzuziehen, sie sind leichter und angenehmer zu fassen, auch spiesst man weniger die leichte Wolle als mit Stahlnadeln. Eine durch 4 theilbare Maschenzahl anschlagen. 1. Gang. — Umschlagen, überziehen, 2 glatt. 2. Gang. — 1 glatt, Umschlagen, überziehen, 1 glatt. 3. Gang. — 2 glatt, Umschlagen, überziehen. 4. Gang. — 3 glatt, * Umschlagen, überziehen, 2 glatt * *, wiederholen von * bis * *, Umschlägen, die letzte Masche über die erste der 3 glatten Maschen überziehen. 5. Gang. — 1 glatt, glatt abnehmen, Umschlägen, 1 glatt. 6. Gang. — Glatt abnehmen, Umschlagen, 2 glatt. 7. Gang. — 1 abheben, * Umschlagen, 2 glatt, glatt abnehmen, * * wiederholen von * bis * *, das letzte Abnehmen mit der abgehobenen Masche der ersten Nadel machen. 8. Gang. — Umschlagen, 2 glatt, glatt abnehmen. Wiederholen vom Anfang an. Abb. 389. Strickmuster. Fadensorten : Coton ä repriser D.M.C N* 6 bis 20. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS STRICKEN 217 Strickmuster (Abb. 3 go). — Die beiden hier folgenden Muster ergeben hübsche Tücher, Decken, Capuchons u. A. m. Die Nadeln sind aus Stahl oder Elfenbein je nach dem in Verwendung kommenden Faden zu nehmen ; wird ein feinerer Faden als N° 16 des Coton ä tricoter D.M.G genommen, so sind nur Stahlnadeln zulässig. Eine durch 3 theilbare Maschenzahl anschlagen. 1. Gang. — Umschlagen, 1 Masche abfassen, die beiden nächsten Maschen glatt abstricken, die 1. Masche darüber ziehen. 2. und 4. Gang. — Ganz glatt. 3 . Gang. — Gleich dem ersten, nur ist darauf zu achten, dass in diesem Gang jene Masche als erste Abb. 390. Strickmuster. zählt, welche in dem ersten als dritte zählte. Hierauf vom Anfang an wiederholen. Strickmuster (Abb. 391). — Eine durch 3 theilbare Maschenzahl anschlagen. 1. Gang. — Umschlagen, die beiden ersten Maschen glatt abnehmen, die dritte Masche durch die aus dem Abnehmen entstandene Masche ziehen und glatt abstricken, hierauf die darübergezogene Masche glatt abstricken. 2. und 4. Gang. — Ganz glatt. 3 . Gang. — Gleich dem ersten; nur gilt hier als dritte Masche jene, welche aus der Masche genommen wurde, welche auch im ersten Gange als dritte zählte. Strickmuster (Abb. 392). — Eine durch 14 theilbare Maschenzahl anschlagen. 1. Gang. — Umschlagen, 1 Masche glatt, Umschlagen, DAS STRICKEN 2l8 W/si ^'W'/.-'w-;.' W’.'/A ’ fache Maschenglieder eingearbeitet. der unteren Reihe geführt, der Faden noch einmal um die Nadel gelegt und durch die drei Schlingen zurückgezogen. Ganze Stäbohen (Abb. 4i5, 416). — Bei einfachen Stäbchen wird, wie bei den halben, der Faden zuerst auf die Nadel gelegt, diese in eine Masche der unteren Reihe geführt, der Faden noch einmal auf die Nadel gelegt, als Schlinge durcbgezogen, der Faden auf die Nadel gelegt, durch die nächsten Schlingen gezogen, wieder der Faden auf die Nadel gelegt und durch die beiden letzten Schlingen gezogen. In Abb. 416 erscheinen die Stäbchen in versetzter Lage und die Nadel unter beide wagrechte Glieder der unterenMasche durchgeführt. Doppelstäbohen (Abb. 417). — Doppelstäbchen entstehen durch zweimaliges Umlegen des Fadens um die Nadel; die Masche wird wie oben ausgeführt, indem der Faden durch je zwei und zwei Schlingen geführt wird, bis das Stäbchen vollendet ist. Drei- und vierfache Stäbchen (Abb. 418). — Zu dreifachen Stäbchen wird der Faden dreimal, zu vierfachen Stäbchen viermal um Abb - 4 ‘ 7 - Doppelstäbchen. die Nadel geschlungen, dann werden sie, wie in Abb. 418 dargestellt, vollendet. Abb. 416. Ganze Stäbchen in doppelte Maschenglieder eingearbeitet. 240 DAS HÄKELN Abb. 418. Drei- und vierfache Stäbchen. Bei Stäbchen, welche allmählich länger gemacht werden sollen, zieht man, um keinen merklichen Uebergang von einem zum anderen zu erwirken, den Faden durch die drei letzten Schlingen des Stäbchens, so dass man eigentlich ein zweifaches, dann ein zwei und einhalbfaches Stäbchen vor einem ganzen dreifachen zu machen hat. Die Nothwendigkeit dieser Untertheilung der Stäbchen macht sich besonders bei Blumen, Blättern und runden Bogen geltend. Ineinandergreifende Stäbchen (Abb. 419). — Diese Stäbchen, welche fest verbunden sind, können in hin- und zurückgehenden Reihen gearbeitet und an Stelle fester Maschenreihenverwendetwer- den. Nach Bedarf arbeitet man ein beliebig hohes Stäbchen, hebt aus jedem der senkrechten links liegenden Glieder eine Schlinge auf, aus der nächstliegenden Masche nimmt man ebenfalls eine Schlinge auf, schlägt den Faden um die Nadel, zieht ihn durch die Masche und schürzt von den übrigenSchlin- gen je zwei und zwei zu. Kreuzstäbohen (Abb. 420, 421). — Diese bilden durchbrochene Reihen. Man kann sie sowohl als Abschluss Abb. 419. Ineinandergreifende Stäbchen. Abb. 420. Uebereinanderstehende Kreuzstäbchen. DAS HÄKELN 241 Abb. 421. Versetzt gearbeitete Kreuzstäbchen. von Spitzen als auch zu Einsätzen an Kinder- und anderer Wäsche benutzen. Nach einem Anschlag oder einer Reihe früherer Maschen, mit 3 Luftmaschen beginnen, dann 2 Maschen der unteren Reihe übergeben, ein einfaches Stäbchen in die 3 . Masche, 5 Luftmaschen , den Faden um die Nadel schlagen, die Nadel unter die Schlingen der beiden verbundenen Stäbchen führen, mit einem einfachen Stäbchen schliessen. Den Faden zweimal um die Nadel legen, diese in die nächste Masche der unteren Reihe führen, den Faden wieder um die Nadel legen und durchziehen, noch einmal Umschlagen, die beiden nächsten Schlingen zusammenschürzen — 3 Schlingen bleiben nun auf der Nadel — Umschlagen, in die 3 . Masche der unteren Reihe stechen, den Faden Umschlagen und durchziehen. Die 5 Schlingen auf der Nadel zu 2 und 2 zusammenschürzen, 2 Luftmaschen, Umschlägen, die Nadel zwischen die obersten Glieder der zusammengeschürzten Stäbchen führen, mit einem einfachen Stäbchen schliessen u. s. w. Man kann diese Stäbchen auch höher machen, dann muss aber die Breite der Höhe entsprechen und man übergeht gewöhnlich so viele Maschen als man Fadenlagen über die Nadel giebt, deren Zahl jedoch immer eine gerade sein muss. Dieselben Stäbchen können, wenn sie in mehreren über- einandergearbeiteten Reihen Vorkommen, auch versetzt werden, wie es in Abb. 421 ersichtlich ist. Stäbchenmaschen als Anschlag:. — Um gleich einen breiteren Unterrand für eine Arbeit zu erzielen, kann man 242 DAS HÄKELN die Stäbchen als Anschlag verwenden, und werden dieselben in folgender Weise ausgeführt: 4 Luftmaschen, zweimal Umschlagen, die Nadel in die 1. der 4 Luftmaschen führen, umschla- g eI1 ! den Faden durch die Abb. 422. Knöpfchenmaschen. 1 "gg* m* "ZT*"?* Masche ziehen, * Umschlagen, den Faden durch die beiden nächsten Schlingen ziehen. Von * zweimal wiederholen. * * Zweimal Umschlagen, die Nadel in das unterste linksseitige Glied der Stäbchenmasche führen, das Stäbchen schliessen wie oben. Von * * an wiederholen. 5 ) Knöpfchenmaschen (Abb. 422). — Diese können nur auf einer Seite ausgeführt werden und eignen sich hauptsächlich zur Ausführung von Arbeiten mit kräftigem Faden. Man führt die Nadel in eine Masche der unteren Reihe ein, legt den Faden von vorne nach rückwärts auf die Nadel, zieht ihn durch die Masche und zugleich durch die Schlingen, noch einmal Umschlagen, die Nadel noch einmal in die Masche führen und dann durch alle Schlingen ziehen. 6) Wickelmasohen und. Wickelstäbchen (Abb. 423, 424). — Zu diesen Wickelmaschen wählt man eine Häkelnadel, welche gegen den Griff zu stärker wird ; im Verhältniss zum Garn muss sie feiner sein als bei anderen Arbeiten. Man beginnt mit einem losen Anschlag, schlägt den Faden lose, doch gleichmässig einige Male um die Nadel, führt diese in eine Masche der unteren Reihe, legt den Faden auf Abb. 423. Wickelmaschen. «jag* - SSL . Abb. 424. Wickelstäbchen. DAS HÄKELN 243 die Nadel, zieht ihn durch die Masche und zugleich durch alle Schlingen. Die Wickelstäbchen werden wie die Wickelmaschen begonnen ; nur legt man je nach der Höhe, welche man den Stäbchen geben will, den Faden 10 bis 12 mal um die Nadel, welche dann durch alle Schlingen, die letzte ausgenommen, gezogen wird. Um das Durchziehen des Fadens durch die Schlingen zu erleichtern, werden diese mit dem Daumen und Mittelfinger der linken Hand festgehalten. Feste Wickelmaschen eignen sich nur zu Arbeiten aus starker Baum- oder Schafwolle, die Wickelstäbchen hingegen können mit beliebigem Garn ausgeführt werden. 7) Büschelmasclieii (Abb. 425). — Diese Maschenart wird gewöhnlich in Verbindung mit festen Maschenreihen gearbeitet und zwar auf folgende Art: * Die Nadel in eine Masche der vorhergehenden Reihe führen, den Faden Umschlagen, als Schlinge durchziehen, den Faden Umschlägen, die Nadel nochmals in dieselbe Masche der unteren Reihe führen, noch einmal den Faden Umschlägen, die Nadel ein drittes Mal durch dieselbe Masche ziehen, den Faden Umschlagen, die Nadel durch alle auf der Nadel liegenden Schlingen ziehen, eine Luftmasche, eine Masche der unteren Reihe übergehen. Von * an wiederholen. Abb - 4 * 6 - d<>pp«u«aschw.. Oder von den Schlingen zwei auf der Nadel lassen, den Faden Umschlagen und mit einer festen Masche abschliessen. 8) Doppelmaechen (Abb. 426). — Doppelmaschen werden gewöhnlich nur auf einer Seite gearbeitet *, mit starker Baum- Abb. 425. Büschelmaschen. 244 DAS HÄKELN oder Schafwolle sind sie am wirksamsten. Durch jemaliges Umlegen und Durchziehen des Fadens aus zwei nebeneinanderliegenden Maschen der unteren Reihe, je eine Schlinge aufnehmen, so dass mit Einschluss der ersten Maschenschlinge 3 Schlingen auf der Nadel sind, den Faden Umschlagen, die Nadel durch alle drei Schlingen ziehen; dann eine Schlinge aus jener Masche aufnehmen, aus welcher die letzte Schlinge der ersten Masche aufgenommen wurde, 2 Schlingen aus der nächsten Masche aufnehmen, den Faden Umschlägen, die Nadel durch alle Schlingen ziehen. Reliefhäkelei mit geraden Stäbchen (Abb. 427). — Die Reliefmaschen bedürfen immer einiger Reihen fester Maschen als Vorarbeit, auch müssen vor und nach jedem Stäbchen oder jeder Masche einige feste Maschen gemacht werden. Abb. 427 zeigt in der 4. Reihe fester Maschen als 3 . Masche ein Doppelstäbchen, welches an das einfache Glied der 3 . festen Masche der ersten Maschenreihe angeschlossen ist. Die Masche, welche unter das Stäbchen kommt, übergehen, 3 feste Maschen, 1 Doppelstäbchen u. s. w. Nach diesem Gang wird die Arbeit gewendet und ein glatter Gang gehäkelt. Bei dem nächsten Gang werden zuerst 4 feste Maschen gemacht, als RELIEFHÄKELEI -IT VERSETZTEN STÄBCHEN. 3. , Doppelstäbchen> welches in die mittlere der 3 Maschen der 4. Reihe kommt, 3 feste Maschen, 1 Stäbchen u. s. w. Bei der 8. Reihe fester Maschen werden die Stäbchen, gleich jener der 4. Reihe gestellt. Abb. 427. Reliefhäkelei mit geraden Stäbchen. Abb. 428. DAS HÄKELN 245 Reliefhäkelei mit versetzten Stäbchen (Abb. 428). — Es werden wie bei Abb. 427 zuerst 3 hin- und zurückgehende Reihen fester Maschen gemacht. Die 4. Reihe wird mit 2 festen Maschen begonnen, dann * 1 Doppelstäbchen in das obere Glied der 1. Masche der ersten Reihe — die beiden letzten Schlingen des Stäbchens jedoch bleiben auf der Nadel — den Faden zweimal für das nächste Stäbchen Umschlagen, die Nadel in die 4. feste Masche einführen, den Faden darüberlegen, durchziehen, das Stäbchen vollenden bis auf die 3 letzten Schlingen, welche alle 3 zusammen zugeschürzt werden. Die Masche unter dem Stäbchen übergehen, noch 3 feste Maschen und von * an wiederholen. Nach dieser Reihe wird die Arbeit gewendet, eine Reihe fester Maschen gearbeitet, dann die Arbeit wieder nach rechts gewendet. Bei der 2. Stäbchenreihe beginnt man mit einer festen Masche und versetzt die Stäbchen, wie es in der Abbildung ersichtlich ist. Reliefhäkelei mit Müschen (Abb. 429). — Nachdem wie bei den vorhergehenden Häkelstichen einige Reihen vorgearbeitet wurden, beginnt die 4. Reihe mit 3 festen Maschen; * in das Glied der 4. festen Masche: 6 Stäbchen — deren letzte Schlinge auf der Nadel bleibt, so dass mit der Schlinge der Abb. 429. Reliefhäkelei mit Müschen. festen Masche im Ganzen 7 Schlingen auf der Nadel sind — den Faden auf die Nadel legen, durch alle 7 Schlingen ziehen; die Masche unter dem Bällchen übergehen, 3 feste Maschen; von * an wiederholen. Hierauf wieder 3 feste Reihen über die 246 DAS HÄKELN Abb. 430. Reliefmuschen aus Stäbchen. Reihen mit den Müschen; die nächsten Müschen werden wieder in der 4. Reihe gemacht und zwar versetzt. Reliefmuschen aus Stäbchen (Abb. 430). — Nach der 3. Reihe fester Maschen die Arbeit wenden, 3 feste Maschen, in die 4. Masche der 1. Reihe * 6 Stäbchen arbeiten, nach dem 6. Stäbchen die Nadel aus der Schlinge ziehen, sie in das Glied zwischen der 3. festen Masche und dem ersten Stäbchen führen, die freie Schlinge des letzten Stäbchens erfassen und sie durch die auf der Nadel befindliche Masche ziehen, die Masche unter dem Bällchen übergehen, 5 feste Maschen; von _ * an wiederho- Abb. 4'i 1. Reliefmuschen in schrägen Reihen. len. Reliefmuschen in schrägen Reihen (Abb. 431). — Auf den vorgearbeiteten Reihen wird in die 3. untere Reihe eine Büschelmasche, Abb. 425, mit viermal umgeschlagenen Faden gemacht; 4 feste Maschen, 1 Büschelmasche u. s. w. Die folgende Reihe glatt, bei der zweitfolgenden wird bei Beginn DAS HÄKELN 247 eine feste Masche mehr gearbeitet, die Büschel an die mittlere Reihe der zuerst überhäkelten befestigt, und zwar an die dem ersten Büschel zunächst liegende linksseitige Masche. Jedes der nächstfolgenden Büschel kommt somit um eine Masche weiter zu liegen als das der vorhergehenden Reihe, und bilden sie so schräge Linien über die Fläche. Diohter Musohelstich (Abb. 432). — Dieser Stich, nur nach einer Seite zu arbeiten, ist besonders für Kinderkleidchen und Röckchen anwendbar da er schnell fördernd ist, und jede Reihe den Abschluss bilden kann. Auf einem Anschlag von Luftmaschen oder schon vorhandenen Reihen anderer einfacher Maschenarten arbeitend, beginnt man mit 2 Luftmaschen, 7 Stäbchen in die doppelten Glieder der 4. Masche, * I Luftmasche, 7 Abb. 4 32 . Dichter Muschelstich. Stäbchen in die 5 . Masche der vorhergehenden Reihe; von * an wiederholen. 2. Reihe — * 7 Stäbchen in die Luftmasche, welche je 7 Stäbchen der vorhergehenden Reihe verbindet, 1 feste Masche in das 4. der 7 Stäbchen der 1. Reihe; von * an fortsetzen. Gehäkelte Pikots. — Als Abschlussrand der verschiedenen Arbeiten verwendet man häufig Pikots; so nennt man kleine Zäckchen, deren es dreierlei giebt: 1) Dichte Pikots, 2) Luftmaschenpikots und 3 ) Spitzenpikots. Die dichten Pikots lassen sich in kleine, grosse, spitzige, runde Blättchen- und spitzige Blättchenpikots eintheilen. Kleine runde Pikots. — Frei zu arbeiten : 3 Luftmaschen, zurückgehend je 1 feste Masche in die 2. und in die 1. Luftmasche. Oder an einem vorgearbeiteten Rand : 1 Kettenmasche bilden, die Nadel herausziehen, von der rechten Seite der Arbeit unter die beiden Glieder der Schlussmaschen einführen, 248 DAS HÄKELN die Schlinge erfassen, sie zurückziehen; nach der rechten Seite : 3 Luftmaschen, * 3 Luftmaschen, zurückgehend 1 feste Masche in jede der Luftmaschen, die Nadel aus der Schlinge ziehen, von vorn nach rückwärts in die 2. Masche der unteren Reihe einführen, die Schlinge erfassen, durchziehen und von * an wiederholen. Grosse runde Pikots. — 5 Luftmaschen, 3 Maschen übergehen, je 1 Stäbchen in die 2. und 1. Luftmasche. Um sie gleich an die Arbeit zu befestigen, zieht man die Schlinge wie oben durch, nur mit dem Unterschied, dass man 2 Maschen der unteren Reihe übergeht. Spitzige Pikots. — 6 Luftmaschen anschlagen, zurückgehend die 6. Masche übergehen, 1 feste Kettenmasche, 1 feste Masche, 1 halbes Stäbchen, 1 einfaches Stäbchen, 1 doppeltes Stäbchen. Runde Pikots. — * 4 Luftmaschen, in die erste derselben 3 einfache Stäbchen, 1 feste Kettenmasche in dieselbe Masche, in welche die Stäbchen gemacht wurden *, 6 Luftmaschen und von * bis * der ersten Art wiederholen. Wenn diese Stäbchen den Abschluss eines geraden Randes bilden, werden anstatt der 2 Luftmaschen 2 feste Kettenmaschen in denselben gemacht. Spitzige Blätterpikots. — 6 Luftmaschen, 3 doppelte Stäbchen, deren letzte Schlingen auf der Nadel bleiben müssen, die Nadel in die 1. Luftmasche führen, dann den Faden um die Nadel legen, durch alle 4 Schlingen ziehen, 5 Luftmaschen, 1 feste Kettenmasche in dieselbe Masche, in welche die Stäbchen gearbeitet wurden. Luftmaschenpikots. — Kleine Luftmaschenpikots erfordern : 5 Luftmaschen, in die erste derselben 1 feste Masche. Grosse Luftmaschenpikots hingegen : 5 Luftmaschen, 1 Stäbchen in die erste derselben. Wickelpikots. — Diese erfordern 5 Luftmaschen, 1 Wickelstäbchen rund zugezogen, an die 5 . Luftmasche an- schliessen. Perlpikots nach, abwärts (Abb. 433). — 5 Luftmaschen, die Nadel aus der Schlinge ziehen, sie in die erste der Luft- DAS HÄKELN 249 maschen führen, die freigelassene Schlinge erfassen, durch die Masche ziehen, u. s. f. Gehäkelte freie Spitzenpikots (Abb. 434). — Diese Abbildung erklärt Spitzenpikots mit Luftmaschen hergestellt = 2 Luftmaschen,. in die erste derselben die Nadel führen, den Faden Umschlagen, als Schlinge , , . , 1 r Abb. 433. Perlpikots nach abwärts. durchziehen, 2 Lult- maschen; * die Nadel aus beiden Schlingen herausziehen, sie zugleich in die 2. Schlinge und in die der 1. Luftmasche einführen, den Faden als Schlinge durchziehen, 2 Luftmaschen; von * an wiederholen. Um grössere Regelmässigkeit der Schlingen zu erzielen und ihnen mehr Gehalt zu geben, ist es praktisch, dieselben über eine starke Stricknadel oder Netzwalze zu werfen. Pikots an vorgearbeiteter Maschenreihe (Abb. 435). — Hier sind Spitzenpikots mit festen Maschen veranschaulicht; zu diesen ist zuerst eine Luftmaschenkette herzustellen, über welche gearbeitet wird : 1 feste Masche, die Schlinge dieser Masche so lang ziehen, als die Pikots hoch werden sollen, oder sie über einen runden Stab werfen, welcher in verhältniss- mässiger Stärke ist, die nun freie Nadel zwischen die wagrechten Glieder der eben gehäkelten Maschen führen, den Faden auf die Nadel legen, die Schlinge durchziehen, 1 feste Masche in die nächste Masche u. s. w. Abb. 434. Gehäkelte freie Spitzenpikots. Abb. 435. Pikots an vorgearbeiteter Maschenreihe. JULM II« 25o DAS HÄKELN Häkelei nach Typenmustern (Abb. 436 , 437). — Typenmuster sind auch für Häkelarbeiten zu verwerthen und auf sehr einfache und leichte Art nachzubilden. Fast jedes Stickmuster, welches für die Anwendung einer einzigen Farbe gezeichnet ist, kann hierzu verwendet werden. - tu -UVmsmiSSSmm^ Jg» vma vmm ■.■wM rnmmim mmm f'.v'.v, :-’«BKs« mSgto8 saa?— —--- lUtllb :,ur-ui m Ht tUI Ut ttt J ■ EsAW; *■ IltfJ&V " l • eSiii } ■ ■ tBa.5;.WMKiU(iiLs^>:^'^at>'7 DAS HÄKELN 254 ob sie nun in Schaf- oder in Baumwolle ausgeführt werden, doch sind für waschbare Gegenstände wie Decken, Schuhe, Leibchen u. s. w. die Strickwolle D.M.C N° 6 (Coton ä tricoter D.M.C) und Häkelgarn (Gordonnet 6 fils D.M.C) (*) ohne Zweifel die geeignetsten Faden. Zur tunesischen Häkelei verwendet man lange, grifflose, bis zum Ende gleich starke Nadeln, deren unteres Ende mit einem Knöpfchen versehen ist. Arbeiten in dieser Häkelei können nur auf einer Seite ausgeführt werden; sie können dicht oder durchbrochen sein, doch ergeben sich nicht so mannigfache Muster, als bei der deutschen Häkelei. Eine Luftmaschenkette bildet den Anfang, eine Reihe fester Kettenmaschen den Abschluss jeder Arbeit im tunesischen Stich. Einfacher tunesischer Häkelstich (Abb. 443). — Nach einem Anschlag von Luftmaschen in der Breite, welche man einem Streifen geben will, beginnt die erste Reihe, die « Schlingenreihe ». Die Nadel wird in die zweite Luftmasche geführt, eine Schlinge durchgezogen und so fort durch alle Luftmaschen; alle Schlingen bleiben auf der Nadel. Nach der letzten Masche der Schlingenreihe, vor Anfang der zweiten, « Schlussreihe » genannt, ist eine Luftmasche zu machen, der Faden auf die Nadel zu legen, durch zwei Schlingen zu ziehen, der Faden auf die Nadel zu legen, durch zwei Schlingen zu ziehen, der Faden auf die Nadel zu legen und so sind bis zum Schluss je zwei und zwei Schlingen zuzuschürzen. Gerader tunesischer Flechthäkelstich. (Abb. 444). — Bei diesem Stich wird bei der Schlingenreihe die erste Masche übergangen, die zweite aufgefasst, die Nadel wieder zurückgeführt, die übergangene Masche aufgefasst, so dass sich die (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Abb. 443. Einfacher tunesischer Häkelstich. DAS HÄKELN 255 Abb. 444. Gerader tunesischer Flechthäkelstich. beiden Schlingen kreuzen. Die Schlussreihe ist gleich der des einfachen tunesischen Stiches zu arbeiten. Schräger tunesischer Flechthäkelstich (Abb. 445). — Dieser Stich wird wie der vorhergehende begonnen, die zweite Maschenschlinge zuerst, dann zurückgehend, die erste erfasst, die Schlussreihe ebenso wie beim gewöhnlichen tunesischen Häkelstich vollendet. Beim Beginn der zweiten Schlingenreihe muss jedoch die erste Schlinge wie gewöhnlich aufgenommen werden, dann die dritte mit der zweiten verschränkt, damit sich die schräge Linie über die ganze Arbeit zieht. Durchbrochener tunesischer Häkelstich. — Die erste Schlingenreihe wird so gearbeitet, wie bei den einfachen Schlingensti- chen; bei der Schlussreihe hingegen werden 3 oder 4, oder abwechselnd 2 und 3, oder 3 und 4 Schlingen zusammengeschürzt und eine entsprechende Zahl Luftmaschen dazwischen ge- Abb. 445. macht. Schräger tunesischer Flechthäkelstich. Das Auf- und Abnahmen im tunesischen Häkelstioh (Abb. 446). — In Abb. 446 ist das Abnehmen von zwei Seiten veranschaulicht, wodurch sich Zacken bilden. Es wird abwechselnd rechts und links eine Schlinge übergangen. Von der rechten Seite wird die erste Schlinge mit der zweiten zusammen gefasst, diese Reihe und die Schlussreihe vollendet, dann wird bis zu den 2 letzten Sc-hlingen links gearbeitet, beide werden zusammen gefasst, und die Schlussreihe darüber vollendet. In derselben Weise nimmt man auch auf: einmal rechts; 256 DAS HÄKELN einmal links, nur mit dem Unterschied, dass beim Aufnehmen in jede Endmasche, die sonst liegen bleibt, eine Schlinge gehäkelt wird. Abb. 446. Das Abnehmen im tunesischen Häkelstich. Die Guimpenhäkelei und Guimpennadeln (Abb. 447, 448, 449). — Zur Ausführung dieser Arbeit ist eine starke Metallnadel, in der Form einer grossen Haarnadel ähnlich, erforderlich. Auch Holznadeln mit mehreren Schienen und in verschiedenen Breiten, eine Erfindung der M me Besson in Paris, mittelst welchen eine grössere Abwechslung erzielt wird, können dazu benutzt werden. Fadensorten. — Wenn die Guimpenhäkelei zur Verzierung von Wäschegegenständen dienen soll, so ist sie aus Häkelgarn (Cordonnet 6 fils D.M.C) (*) herzustellen, soll sie als Ersatz für Passementerien dienen, so ist Strickgarn (Coton ä tricoter D.M.C) (*) in den stärkeren Nummern zu verwenden, und will man schliesslich weiche offene Seide nachgeahmt haben, so wähle man die niederen Nummern des Stopfgarnes (Coton ä repriser D.M.C). (*) Die Guimpen- oder Gabelhäkelei wird meistens mit anderer Häkelei, mit Litzen oder mit Bändchen verbunden. Sie ist namentlich als Abschluss solcher Arbeiten nützlich, welche mit Fransen versehen werden; in diesem Fall dienen die Oesen zum Einknüpfen der Quästchen oder Bällchen. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 257 Es giebt verschiedene Arten gehäkelter Guimpen; wir führen hier nur die verwendbarsten an. Abb. 447. Stahlnadel zur Guimpenhäkelei. ■C- -SV Abb. 448. Holznadel mit breiter Schiene. (System Besson.) Abb. 449. Holznadel mit vier Schienen. (System Besson.) ööis Maschenart. — Man beginnt wie gewöhnlich mit einer Luftmasche, zieht die Nadel aus der Schlinge, schiebt den linksseitigen Stab der Gabel von unten nach aufwärts hinein, nimmt den Stab zwischen den Daumen und den Zeigefinger der linken Hand. Der Arbeitsfaden muss der Arbeitenden zugekehrt sein, die Schlinge bis zur Mitte der Nadel reichen. Dann wird der Faden um den rechten Stab der Gabel gelegt, die Häkelnadel in die über dem linken Stab liegende Schlinge geführt, der Faden erfasst, durch die Schlinge gezogen, der Faden auf die Nadel gelegt, durch die Schlinge auf der Häkelnadel gezogen, der Faden um den linken Stab gelegt, die Nadel nach rechts gewendet — nun umfasst der Faden 258 DAS HÄKELN 'VVVVV AAAV\A den rechtsliegenden Stab — die Häkelnadel in die Schlinge um den linksliegenden Stab geführt, der Faden auf die Nadel gelegt, durchgezogen, der Faden auf die Nadel gelegt, beide auf der Nadel liegenden Schlingen zugeschürzt. Bei doppelter Guimpe werden zwei feste Maschen nebeneinander gehäkelt, oder man kann auch in jede Schlinge eine feste Masche und zwei Stäbchen häkeln. Guimpen-Einsatz (Abb. 450). — Die Guimpe wird zuerst einzeln hergestellt mit je 2 festen Maschen in jede Schlinge. Dann werden die Schlingen zweier Reihen verbunden, indem man die linke Schlinge über die rechte, die rechte wieder über die linke Schlinge zieht. Die letzten verbundenen Schlingen müssen durch einige Stiche befestigt werden. Um den geraden Abschluss nach beiden Seiten herzustellen, werden je 2 Schlingen durch 1 feste Masche verbunden, dieser folgen 2 Luftmaschen, wieder 1 feste Masche u. s. w. Guimpen - Spitze (Abb. 45i). — Nachdem zwei Streifen in r „ 0 Guimpenarbeit voll- Abb. 451. Guimpen-Spitze. 1 , Fadensorten — Zur Guimpenarbeit : Fil ä pointer Sind, fügt man D.M.C N* 20 bis 3 o oder Cordonnet 6 fils D.M.G sie mittelst farbigem N* 3 bis io, weiss oder naturfarben. (*) Faden zusammen, in- Zum gehäkelten Abschluss i Coton ä tricoter D.M.C dem man 2 Schlinttcn N* io bis 3 o. (*) , . r festen dann Abb. 45 o. Guimpen-Einsatz. Fadensorten : Fil ä pointer D.M.C N“ 20 bis 3 o oder Cordonnet 6 fils D.M.C N* 4 bis 1 5 , weiss oder naturfarben. (*) Farben : Rouge-Cardinal 347, Jaune-Rouille 364, rechts mit oder irgend eine andere Farbe der D.M.C Karte. (*) Masche fasst, (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 25g 2 Luftmaschen macht und wieder links 2 Schlingen durch 1 feste Masche fasst; man arbeitet nun so weiter, bis die Reihen vollendet sind. Der Abschluss besteht aus kleinen Zacken, welche in 2 Gängen hergestellt werden. 1. Gang. — 3 Schlingen durch 1 feste Masche verbinden, 5 Luftmaschen. 2. Gang. — Ueber je 5 Luftmaschen : 1 feste Masche, 1 halbes Stäbchen, 3 ganze Stäbchen, 1 Pikot aus 5 Luftmaschen, 3 ganze Stäbchen, 1 halbes Stäbchen, 1 feste Masche. Der obere Abschluss ist gleich jenem in Abb. 450 auszuführen. Ghiimpen-Fransen (Abb. 452, 453, 454, 455). — Um die in Abb. 452 dargestellte Franse zu arbeiten, wird eine Holznadel oder Gabel mit 3 bis 4 Schienen verwendet, so dass die Länge der Schlingen regelmässig abgestuft ist. Abb. 452. Guimpen-Franse. im. nn\\ Es lässt sich diese Häkelarbeit ebensowohl mit einem Faden, als auch mit mehreren und in verschiedenen Farben herstellen. 2Ö0 DAS HÄKELN Die kurze Schlinge bildet zugleich nach oben den Abschluss, während in die langen reiche Büschelquästchen eingehängt werden. Um diese Quästchen anzufertigen, wird ein entsprechend dichter Fadensträhn vom Garn, welches zur Häkelei diente, genommen, durch die Schlinge gezogen und bleibt nach einer Seite nur so viel hängen, als das Quästchen lang werden soll; dann wird ein eingefädelter Faden soweit unter dem umgelegten Strähn um denselben gewickelt, dass sich nach oben eine Perle bildet. Hierauf werden die Fäden weggeschnitten, das Quästchen gekämmt und die Unregelmässigkeiten, die durch das Kämmen entstanden, gleich geschnitten. 'xmm Abb. 453. Guimpen-Franse. Fadensorten : Coton ä tricoter D.M.C N* 6 bis 16. (*) Farben: Entweder Naturfarbe und Jaune-Rouille 363 und 365, oder Gris-Tilleul 331 und Rouge-Cornouille 449 und 450, oder 3 andere harmonirende Farben der D.M.C Karte. (*) Nachdem die Schlingen in viererlei Längen gearbeitet wurden, so ergeben sich auch ebenso viele Reihen Quasten. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 2ÔI In Abb. 453 ist eine andere Guimpen-Franse dargestellt, bei welcher dieselbe Gabel verwendet wird, welche zum vorhergehenden Muster genommen wurde; nur werden hier die Schlingen abwechselnd über 2 und 4 Schienen gebracht, so zwar, dass nur Schlingen in zwei Längen entstehen. Die in der Abbildung ersichtlichen Quästchen können noch mancherlei Veränderungen erfahren. So kann man z. B. an die unteren Quasten noch Bällchen anfügen oder solche oben und unten anbringen, oder noch die Quasten bedeutend länger richten, als sie hier abgebildet erscheinen. In Abb. 454 und 455 finden w Abb. 454. Guimpen-Franse mit Bällchen. 1 ü« 'irn 5* t ' ü» v y» * ; Abb. 455. Guimpen-Franse mit Bällchen. Fadensorten — Zum Häkeln : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 3 bis io oder Fil à pointer D.M.C N* io bis 3 o. Für die Bällchen : Coton à repriser D.M.C N“ 8 bis 16. die Leserinnen zwei hübsche Guimpen-Fransen, welche im Gegensatz zu den früheren, mit stark drellirtem Garn angefertigt wurden. Diese, aus Baumwolle hergestellten Fransen und mit Bällchen verziert, erweisen sich als sehr praktisch an Arbeiten, die dem Waschen unterliegen, da sich die Woll- bällchen ganz vorzüglich reinigen lassen. In Abb. 454 sind alle Schlingen gleich lang gehalten und je 3 durch ein Bällchen verbunden. Die Herstellung derselben ist im vorletzten Kapitel dieses Buches deutlich und ausführlich angegeben. 262 DAS HÄKELN Die oberen kurzen Schlingen sind durch eine Luftmaschenkette befestigt; 3 bis 6 Luftmaschen sind je nach der Stärke des verwendeten Garnes erforderlich. Als letzte Reihe wird eine durch Pikots unterbrochene Reihe fester Maschen gearbeitet. Für die in Abb. 455 dargestellte Franse sind abwechselnd 3 lange und 3 kurze Schlingen zu machen ; je 3 gleichlange Schlingen sind durch ein Bällchen zu verbinden, so dass die eine Reihe derselben die andere überragt. Werden die kurzen Schlingen zu 3 und 3 zusammengefasst, so sind die Luftmaschen in erforderlicher Anzahl zu machen. Für die Pikots sind 6 Luftmaschen zu rechnen, i feste Masche in die 5. der 6 Luftmaschen, i Luftmasche, 2 feste Maschen in die vorhergehende Reihe, 1 Pikot u. s. w. Franse mit Soutachebändchen (Abb. 456). — Diese Franse, einfach in der Ausführung, eignet sich besonders zur Ausstattung von Decken aus kräftigen Leinengeweben. Eine Luftmaschenkette bildet den Anfang und ergiebt gleichzeitig die mittlere, in der Abbildung hell erscheinende Maschenreihe. In der nächsten Reihe Abb. 456. kommt, ausser dem kräftigen Franse mit Soutachebändchen. Cordonnetfaden, dunkelrOthe Fadensorten : Lacet surfin D.M C Soutache zum Verbrauch Und N* 4 oder, Soutache D.M.C N* 2 1 /», in roth; ferner Cordonnet 6 fiis d.m.c zwar macht man mit Gordonnet N* 3 bis io oder, Fii ä pointer eine Luftmasche, führt die Nadel d.m.c N* io bis 3o, naturfarben. (*) j n di e erste Masche der vollendeten Kette ein, erfasst das Bändchen, zieht es heraus, legt den Cordonnetfaden um die Nadel, zieht ihn durch das Bändchen und durch die Fadenschlinge. Um längere Bändchenmaschen zu erzielen, kann man sie über eine schmale Holzschiene schürzen, jedoch wird die Arbeit dadurch langwieriger. Nachdem an beiden Seiten die (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 263 Reihen mit Bändchen vollendet sind, werden an der nach unten gekehrt sein sollenden Seite in die Maschen gearbeitet: * 4 feste Maschen, 3 Luftmaschen, eine lange Schlinge herausziehen, in dieselbe io bis 12 10 c/m. lange Bändchenenden einhängen, die Schlinge fest zuziehen, 3 feste Kettenmaschen; von * an wiederholen. Die Bändchenbüschel werden hierauf durch einiges Umwinden mit hellem Faden noch befestigt. Abkürzungen. — Bei den nun folgenden Erklärungen haben wir folgende Abkürzungen eingeführt : — Lftm. für Luftmaschen — Km. für Kettenmasche — f. Km. für feste Kettenmasche — f. M. für feste Masche — St. für Stäbchen — Pkt. für Pikot. Spitze mit englisoher Liste (Abb. 457). — An die Litze: 1 f. Km., dann 10 Lftm., zurückgehend 1 f. Km. in die 4. Lftm. ; dieses bildet einen kleinen Ring. In diesen Ring arbeitet man nun : 1 f. M., 1 halbes St., 12 ganze SpiTZE „."«ö *'scher l.tze. St., ♦ I halbes St., I f. M., Fadensorten: Fil d'Alsace D.M.C N # 3o I Km. in die 4. Lftm., 3 bis 5o oder Cordonnet 6 fils D.M.C Lftm., i f. M. in das Bänd- n-80, weiss. chen und zwar so weit von der ersten entfernt, als es die überhäkelten Bandstäbchen erfordern. Dann folgen : io Lfm., i Km. in die 4. Lftm., 1 f. M., 1 halbes St., 4 ganze St., die Nadel aus der Schlinge ziehen, zwischen dem 8. und 9. St. des 1. Ringes einführen, die freigelassene Schlinge fassen und nach vorn bringen, 8 ganze St. ; von * an wiederholen. Schmale Guipure-Spitze (Abb. 458). — Diese schmale Spitze, nach einer alten genähten Guipurearbeit gehäkelt, ist an jedem feineren Wäschegegenstand zu verwenden. Sie kann an eine Reihe vorgearbeiteter Stäbchen, oder an einem Doppelanschlag, ebenso gut auch an irischen Spitzenbändchen oder an Mignardise gearbeitet werden. Die Beschreibung unserer Vorlage bezieht sich auf die Verwendung eines kräftigen Spitzenbändchens; wird Mignardise verwendet, so müssen die Schlingen derselben vorerst überhäkelt werden. 264 DAS HÄKELN 6 f. M., * 9 Lftm., 6 Fadenstäbchen des Bändchens übergehen, 6 f. M. in das Bändchen, 8 Lftm., zurückgehend 1 f. Km. in die 7. der 9 Lfm., 10 Lftm., 1 f. Km. in die dritte der 9 Lftm., 8 Lftm., i f. M. hinter den ersten 6 f. M. 1. Bogen — 7 f. M., 5 Lftm., zurückgehend an die 4. f. M. anschliessen = in die 5 Lftm. : 6 f. M. ; noch 3 f. M. in die 8 Lftm. 2. Bogen — In die 10 Lftm. : 7 f . M., 5 Lftm., zurückgehend an die 4. f. M. anschliessen = 6 f. M. in die 5 Lftm. = in die 10 Lftm. : 5 f. M., 5 Lftm., zurückgehend an die 4. f. M. anschliessen = 6 f. M. in die 5 Lftm. = in die 10 „ i7-i j.m r.v.r' Lftm.: 5 f. M., 5 Lftm., zu- Fadensorten : Fil d Alsace D.M.C N’ 70 . bis 90, Cordonnet 6 fils d.m.c N* 80 bis rückgehend an die 4* Lftm 120, oder auch Fil à dentelle D.M.C N* 40 bis 70. Abb. 458. Schmale Guipure-Spitze. anschliessen, 6 f. M. in die 5 Lftm. = 3 f.M. in die io Lftm. Der dritte Bogen wird gleich dem ersten gearbeitet, dann folgen 6 f. M. in das Bändchen, worauf von * an wiederholt wird. Spitze mit englischer Litze (Abb. 459). — Ueber ein kräftiges Bändchen wird zuerst eine Reihe Stäbchen mit je einer Luftmasche dazwischen gemacht. Ueber diese Stäbchen sind zu häkeln : 1. Gang — 5 Lftm., 1 St. in eines der St. der vorgearbeiteten Reihe, 5 Lftm., 1 St., dicht an das 1. St. angeschlossen, 5 Lftm., 3 St. übergehen, 1 St. in das 4. St. der unteren Reihe. 2. Gang — 1 f. M. in die 3 . der ersten 5 Lftm., 3 Lftm., 1 St. in die 3 . der Lftm. zwischen 2 St., 3 Lftm., 1 St. in dieselbe Masche, 3 Lftm., 1 St. in die Masche, in welche die beiden ersten St. eingehängt sind, 3 Lftm., 1 f. M. in die 3 . der 5 nächsten Lftm. Spitze an dichtem Band (Abb. 460). — 1. Gang — 3 f. M. in die Litze oder in das Band, * i 3 Lftm., zurückgehend an die mjr » »’ ’ r ' T r * ' » » * • ♦ » ' r * T msmm _ ,i v J Abb. 465. Spitze mit Medaillonbändchen. Eadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 40 bis 80, Fil d’Alsace D.M C N* 3 o bis 100 oder Fil à dentelle D.M.C N° 5 o bis 80. (*) St. in das Blättchen rechts und links, 5 Lftm., 2 dreifache St. zu Ende des 3 . und Anfang des 4. Blättchens, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 Km. in die ersten dreifachen St., 10 Lftm., 1 Km. in die letzten dreifachen St., 5 Lftm., 1 doppeltes St. gegen das Ende des 4. Blättchens, 5 Lftm., 1 Km. über die 10 Lftm., 5 Lftm., 1 Km. in das 1. doppelte St., 12 Lftm., 1 (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 272 DAS HÄKELN Km. in das letzte doppelte St., 7 Lft.,' 1 Pkt., 6 Lftm., 1 f. M. über den Verbindungsstab. 5 . Gang — * 1 St. über die 6 Lftm. vor dem 1. Pkt., 6 Lftm., 1 St. über die 7 Lftm. nach dem 1 Pkt., 6 Lftm. **, 1 St. über die 12 mittleren Lftm., von ** bis * wiederholen, 6 Lftm. 6. Gang — 1 f. M. in das Abschlussbändchen, 2 Lftm., 1 f. M. in die zuletzt gearbeiteten Lftm., 2 Lftm., 1 f. M. in das Bändchen und so die Arbeit mit dem Bändchen verbinden. Irische Spitze (Abb. 466). — Man beginnt mit den Halbkreisen, die sich über je 2 Bogen wölben und schlägt an: 101 Lftm. Hierauf wird Cordonnet 6 fils D.M.C N° 5 zwei- bis dreifach genommen, über die Luftmaschen gelegt und 1 f. M. in jede Masche gehäkelt; dann der starke Faden abgeschnitten. Abb. 466. Irische Spitze. Fadensorten : Fil à pointer D.M.C N* 3o, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 25 bis ioo oder Fil d’AIsace D.M.C N* 3o bis ioo. (*) 1. Gang — Nach der andern Seite der Luftmaschenkette : 2 f. M., * 2 Lftm., i Pkt., 7 Lftm., i Pkt., 2 Lftm., 7 Maschen übergehen, 2 f. M. in die beiden nächsten **. Von * bis ** 10 mal wiederholen. 2. Gang — nach der oberen Seite über einen Einleg- (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN faden : i f. M. in jede M. der früheren Reihe; den Faden abschneiden. 3 . Gang — über einen Einlegfaden, i f. M. in jede M. 4. Gang — 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 4. der 7 Lftm. der vorhergehenden Reihe, * 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen **, von * bis **9 mal wiederholen, 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die letzte f. M. des vorigen Ganges. Am grossen Halbkreis weiter : 2 f. M., 1 Pkt., * 5 f. M., 1 Pkt., **. Von * bis ** 19 mal wiederholen, 2 f. M.. 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 4. der 7 nächsfen Lftm., 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die f. M. der vorhergehenden Reihe, noch 2 gleiche Bogen; 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 2 Pkt. übergehen, 1 f. M. in die f. M. der vorigen Reihe, 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 f. M. in dieselbe M. auf der die letzte f. M. steht, 7 f. M. über die 7 Lftm., 3 Lftm., 1 f. M. in die f. M. des vorigen Ganges, 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die f. M. des vorigen Ganges, 7 Lftm., 1 f. M. in die 4. der 7 Lftm., 7 f. M. über die 7 Lftm., 1 f. M. in die f. M. des vorigen Ganges, 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 2 Pkt. übergehen, 1 f. M. in die nächste f. M., 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., noch 2 gleiche Bogen, die letzte f. M. in die 4. der 7 Lftm. des vorigen Ganges, 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 2 f. M. in die 2 f. M. der vorigen Reihe; * 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 2 f. M. in die Mitte der 5 f. M. der unteren Reihe **; von * bis ** 19 mal wiederholen ; 2 Lftm., t Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 4. der 7 folgenden Lftm., 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 7 f. M. über die nächsten 7 Lftm., 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 4. der 7 folgenden Lftm., noch 2 gleiche Bogen ; 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 8 St. über die nächsten 7 f. M.; — die Arbeit wenden, — 1 Km. in das letzte St., 3 Lftm., 1 St. in das 2. und 3 . der 8 St., 2 Lftm., 1 St. in das 4. und 5 ., 2 Lftm., 1 St. in das 6. und 7., 3 Lftm., 1 Km. in das 8. St., — die Arbeit wenden, — * * über die 3 Lftm.: 1 f. M., 1 halbes St., 1 ganzes St., 1 halbes St., 1 f. M., 1 Km. über die unteren 274 DAS HÄKELN St., über die nächsten Lftm.: i f. M., i halbes St., i ganzes St., i halbes St., 1 f. M. ***, von *** bis **, also zurückgehend, wiederholen. 3 Lftm., i f. M. in die nächste f. M., 3 Lftm., 8 St. über die nächsten 7 f. M., — die Arbeit wenden, — die Figur wie oben beschrieben vollenden; 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 4. der 7 folgenden Lftm., noch 2 gleiche Bogen, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 7 f. M. über die nächsten 7 Lftm., * 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die 4. der 7 folgenden Lftm. * von * bis **21 mal wiederholen, 2 Lftm., 1 Pkt. 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 8 St. über die 7 folgenden f. M., die Figur vollenden, 3 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die f. M. des vorigen Ganges, noch einen gleichen Bogen, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 1. kleine Zacke der i. Figur, * 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 2. Zacke * *, von * bis ** 2 mal wiederholen, 2 Lftm., 1 Pkt., 1 doppeltes St. in die f. M. zwischen 2 Figuren, 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 1. kleine Zacke der 2. Figur, von * bis ** 3 mal wiederholen ; 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., noch einen kleinen Bogen, 3 Lftm., 8 St. über die nächsten 7 f. M., — die Arbeit wenden, — die Figur vollenden, 2 Lftm., 1 Pkt , 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., * 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M. **; von * bis ** 20 mal wiederholen, die letzte f. M. in den folgenden Bogen, * 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 1. Zacke der kleinen Figur **, von * bis ** 3 mal wiederholen, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 3 . der 5 Lftm., noch einen gleichen Bogen; 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die f. M. der 1. Zacke; 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., noch 2 gleiche Bogen, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in das St. zwischen den 2 Figuren, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., noch 2 gleiche Bogen. 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 3 . der 5 nächsten Lftm., noch einen gleichen Bogen; DAS HÄKELN 275 £ 2 / * 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste Zacke der Figur**, von * bis * * 3 mal wiederholen, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die 4. der 7 folgenden Lftm., 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die 4. der 7 Lftm. des vorigen Ganges, 7 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in den folgenden Bogen, noch einen gleichen Bogen, 7 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, noch 2 gleiche Bogen, 7 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in den folgenden Bogen, noch 2 gleiche Bogen, 7 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, noch 2 gleiche Bogen ; 7 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, noch einen gleichen Bogen, 7 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lfm., 1 f. M. in die f. M. des vorigen Ganges, noch 4 gleiche Bogen, 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 3 Pkts. übergehen, 1 f. M. in die 3. der 5 folgenden Lftm., 2 Lftm.. 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in den folgenden Bogen, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in den folgenden Bogen, 7 Lftm., 1 f. M. in die 3. der 5 folgenden Lftm., 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in den folgenden Bogen, 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 3 Pkts. übergehen, 1 f. M. in die nächste f. M., 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., noch 4 gleiche Bogen, 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., über die 7 nächsten Lftm.: 8 St., — die Arbeit wenden, — die Figur wie oben vollenden, 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., über die nächsten 7 Lftm.: 8 St., — die Arbeit wenden, — die Figur vollenden, 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., noch 2 gleiche Bogen, über die folgenden 7 Lftm.: 8 St., — die Arbeit wenden, — die Figur vollenden, 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., noch 2 gleiche Bogen, über die folgenden 7 Lftm.: 8 St., — die Arbeit wenden, — die Figur vollenden, 276 DAS HÄKELN 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die folgende f. M., noch 2 gleiche Bogen, in die folgenden 7 Lftm.: 8 St., — die Arbeit wenden, — die Figur vollenden ; 2 Lftm., 1 Pkt., 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die f. M. des vorigen Ganges, noch einen gleichen Bogen, über die nächsten 7 Lftm.: 8 St., — die Arbeit wenden, — die Figur vollenden, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, noch 6 gleiche Bogen, für den 7. Bogen 2 Pkts. der vorigen Reihe überspringen, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., über die nächsten 7 Lftm. : 8 St., — die Arbeit wenden, — die Figur vollenden, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 2 Pkts. des vorigen Ganges übergehen, 1 f. M. in den nächsten Bogen, * 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in den folgenden Bogen **, von * bis * * 45 mal wiederholen; den Faden abschneiden. 1 Km. in die letzte kleine Zacke der mittleren Figur, 3 Lftm., 1 f. M. in die f. M. des vorigen Ganges, * 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die f. M. des vorigen Ganges * *, von * bis * * 20 mal wiederholen, — die Arbeit wenden, — 3 Lftm., 1 f. M. in die 3 . der 5 Lftm., * 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die 3 . der 5 Lftm. * *, von * bis * * 19 mal wiederholen; 3 Lftm., 1 f. M. in die letzte kleine Zacke der Figur, den Faden abschneiden. 1 Km. in die 4. kleine Zacke der 3 . Figur von links nach rechts gezählt, * 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die f. M. des vorigen Ganges **, von * bis ** 19 mal wiederholen, 3 Lftm., 1 f. M. in die 1. kleine Zacke der mittleren Figur, — die Arbeit wenden, — 3 Lftm., 1 f. M. in die 3 . der 5 Lftm., * 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die 3 . der 5 Lftm. **, von * bis ** 18 mal wiederholen, 3 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M., den Faden abschneiden. Nun häkelt man nach dieser Beschreibung so viele Theile als erforderlich sind, um sie dann zu verbinden. 1 f. M. in die 2. kleine Zacke der mittleren Figur, * 3 Lfm., 1 f. M. in die 3 . Zacke, 3 Lftm., 1 f. M. in die letzte Zacke, 3 Lftm., 1 St. in die 6. M. des vorigen Ganges, 6 Lftm., 1 St. in die 6. M., 12 St. im ganzen, **,3 Lftm., 1 f. M. in die 1. f. M. nach dem 10. Pkt. der 2. gehäkelten Partie von DAS HÄKELN 2?7 links nach rechts von der Mittelfigur aus gezählt. Von ** bis * wiederholen. Ueber die ersten 3 Lftm.: * 3 f. M., von * zweimal wieder- holen, 5 f. M. in die nächsten 5 Lftm., 5 Lftm., 1 Km. in die 1. der 5 f. M., über die 5 Lftm.: 3 f. M., 1 Pkt., 2 f. M., 1 Pkt., 2 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 f. M. über die unteren Lftm.; die Serie 9 mal wiederholen, dann bis zum Einschnitt f. M. über die Lftm. der vorhergehenden Reihe * *. Von ** bis *, also zurückgehend, wiederholen. Für die Figur zwischen 2 Partien beginnt man mit einer f. M. in die 1. f. M. rechts unten über den kleinen Zacken, die den äusseren Rand bilden ; 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die gegenüberliegende 1. f. M. der 2. Partie, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 2. f. M. der 1. Partie, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die 2. f. M. der 2. Partie, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die 3. f. M. der 1. Partie, 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 4. f. M. der 1. Partie, 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 5. f. M. der 1. Partie, 2 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 Doppelst. in die 6. f. M. der 1. Partie, 7 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die M. vor dem Doppelst., 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 3. der 5 folgenden Lftm., 2 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in den nächsten Bogen, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die 3. f. M. der 2. Partie, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in den Bogen der 1. Partie, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 4. f. M. der 2. Partie, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in den folgenden Bogen der 1. Partie, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die 5. f. M. der 2. Partie, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 8 St. über die Lftm. zwischen den Pkts. der 2 vorhergehenden Bogen, — die Arbeit wenden, — die Figur wie früher vollenden, 1 f. M. in die 4. der 7 Lftm. der 1. Partie, — die Arbeit wenden, — 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 2. kleine Zacke der Figur, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 3. Zacke, 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 4. Zacke, 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in die nächste f. M. der 2. Partie, den Faden abschneiden. Oberer Rand der Spitze. * 1 f. M. in die 3. kleine Zacke 278 DAS HÄKELN zwischen 2 Partien, 6 Lftm., 1 Doppelst, in die 4. Zacke, 6 Lftm., 1 St. zwischen dem Doppelst, und den 7 Lftm. des vorigen Ganges, 6 Lftm., 1 Doppelst, in die 2. folgende f. M., 6 Lftm., 1* St. in die nächste f. M., 6 Lftm., 1 St. in die nächste f. M., 6 Lftm., 1 St. in die folgende f. M., 6 Lftm., 1 Doppelst, in die 1. kleine Zacke, 4 Lftm., 1 Km. in die 2. kleine Zacke, 4 Lftm., 1 Km. in die 3 . kleine Zacke, 6 Lftm. 1 St. in die Mitte gestellt. Von ** bis * zurückgehend wiederholen. Den Schluss bildet ein Gang fester Maschen. Gehäkelte Spitze (Abb. 467). — Nicht jedes Muster ist darnach angelegt wie dieses, um in jeder Fadenstärke gehäkelt werden und mit jeder eine gleich schöne Wirkung erzielen zu können. Wir führen die Zeichnung selbst nicht als eine neue Com- position vor, vielen Leserinnen dürfte sie sogar als Klöppelspitze bekannt sein; allein jenen, die das Klöppeln nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen rechnen, wird die Ueber- setzung in Häkelei gewiss willkommen sein, um so mehr, als gerade, mit naturfarbenem Fil ä pointer D.M.C angefertigt, dieses Muster eine ebenso hübsche als schnellfördernde Arbeit bietet. Wo es sich jedoch um die Ausstattung feiner Wäsche und den Aufputz der Kleider handelt, werden selbstverständlich die feineren Nummern der angegebenen Garne zur Verwendung gelangen. Zu den einzelnen Quadraten werden 5 Lftm. angeschlagen, daraus ein Ring gebildet. Dann folgen 12 Gänge. 1. Gang — * 5 Lftm., 1 f. M. in den Ring. Von * an dreimal wiederholen. 2. Gang — 1 Lftm., 1 f. M. in die ersten 5 Lftm.: * 5 Lftm., 1 f. M. = über die ersten 5 Lftm. des 1. Ganges: 2 Lftm., 1 f. M. in die zweiten 5 Lftm. des 1. Ganges. Von * an dreimal wiederholen. 3 . Gang — 1 f. M. in die ersten 5 Lftm. des 2. Ganges : * 5 Lftm., 1 f. M., 2 Lftm., 1 f. M., 2 Lftm., 1 f. M. Von * an dreimal wiederholen. DAS HÄKELN 279 Im 4. Gang und in den folgenden wird nun so wie beim 3. Gang immer weiter aufgenommen, bis zwischen je 5 Lftm. 11 f. M. zu zählen sind. 12. Gang — 1 f. M., 5 Lftm., 1 f. M., * 1 Pkt. aus 4 Lftm., Ÿ ?imtïf£Ê0 %tilMïSlfcuV 1 f*3M£Bfi£KYjfa&6&ä^ : V ß#*$8£3at \ -' ''üL« f '* \Kj? , v«s- t nf >v4ö|i^4äs.:>^> \f ': ; ’li-SSass» XfcMÄ»* 1 if'.Hsi«a»Âi«iÂVï •" JV2^&**£AS*gi TvWTVWr? r' > b¥ü Abb. 467. Gehäkelte Spitze. Fadensorten — Zum Besatz für Vorhänge und kräftige Leinendecken : Fil à pointer D.M.C N* 20 oder 3 o oder Cordonnet 6 fils D.M.C N° io bis 25 . (*) Für feinere waschbare Gegenstände : Fil d’Alsace D.M.C N° 3 o bis 70 oder auch Fil à dentelle D.M.C N° 25 bis 70. (*) 1 f. M. zwischen der i. und 2. f. M. des vorhergehenden Ganges, 2 Lftm., 1 f. M. zwischen den beiden nächsten f. M. Von * an fünfmal wiederholen. Die schrägen Vierecke werden, gleich wie sie vollendet sind, zusammengehäkelt. Nach der letzten und 12. M. kommen: 2 Lftm., die Nadel herausziehen, in die 3. Lftm. der 5 Eckmaschen einführen, die freigelassene Masche durchziehen, 2 Lftm., das Viereck vollenden. (*} Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 280 Ganzer Verbindungsstern der Quadrate. —10 Lftm., den Ring schliessen ; * 4 Lftm., 1 Pkt., 4 Lftm., den Faden auf die Nadel legen, die beiden in den Ecken zusammenstehenden Pkts. durch 1 St. verbinden ; 4 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., die Nadel herausziehen, in die 1. der 4 ersten Lftm. einführen, den Faden durchziehen, 2 f. M. in den Ring, 8 Lftm., 1 St. in das 3 . Pkt., 1 St. in das 4. Pkt. des Viereckes, dann zurückgehend durch jede der 8 Lftm.: 1 f. Km., 2 f. M. in den Ring. Von * an dreimal wiederholen. Oberer halber Verbindungsstern. — 10 Lftm., den Ring schliessen, 9 Lftm., 1 St. in das 1. Pkt. des Viereckes = 4 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., den Faden durch die 1. der 9 Lftm. ziehen = 2 f. M., 8 Lftm., das 3 . und 4. Pkt. des Viereckes durch je 1 St. verbinden = 8 Km. in die 8 Lftm., 2 f. M. in den Ring, 4 Lftm., 1 Pkt., 4 Lftm. = je 1 St. in das 1. und letzte Pkt. der Vierecke: 4 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., den Faden durch die 1. der 4 Lftm. ziehen = 2 f, M., 8 Lftm., 2 Pkt. durch 2 St. verbinden = 8 f. Km., 2 f. M. in den Ring, 4 Lftm., 1 Pkt., 4 Lftm., 1 St. in das letzte Pkt. = 8 Lftm., den Faden durch die 1. der 4 Lftm. ziehen. Oberer Abschluss. — *1 f. M. in die oberen 5 Lftm. des Viereckes, 17 Lftm. bis zum Ring, 3 f. M. in die 10 Lftm., 17 Lftm. Von * an fortsetzen. Als obersten Abschluss eine Reihe fester Maschen. Unterer Abschluss. — * an 1 St. in das 1. Pkt., 4 Lftm. Von * fünfmal wiederholen. In die 5 Lftm. an der Spitze ebenfalls 1 St. = 4 Lftm., 1 St. in die 5 Lftm. und wie auf der ersten Seite vollenden. Zwischen dem 1. und letzten Stäbchen der Vierecke bleiben die Luftmaschen weg. Die nächste und letzte Reihe besteht aus: 2 f. M., 1 Pkt., 2 f. M. über je 4 Lftm. Ueber die letzten 4 Lftm. im Bogeneinschnitt kommen nur 4 f. M. ohne Pkt. Spitze mit Sternen (Abb. 468). — Man beginnt mit den Sternen, macht eine Kette mit 18 Lftm., schliesst den Ring, fasst ihn auf eine Walze, umwindet diese 6 bis 8 mal mit DAS HÄKELN 281 weichem Faden wie Coton ä repriser D.M.C N° 60 (*) und häkelt über den Einlagfaden und die Luftmaschenkette 3 o f. M., wo man die 1. mit der letzten durch eine Km. verbindet. 1. Gang — * i 3 Lftm., zurückgehend, die 1. Lftm. übergehen, in die 12 Lftm.: 1 f. Km., 2 f. M., 2 halbe St., 2 ganze St., 2 doppelte St., 3 dreifache St., 1 Km. in die 5 . M. Von * fünfmal wiederholen. 2. Gang — 4 Km. in die 1. Pyramide, * 3 Lftm., auf der verkehrten Seite 1 Km. in die 5 . M. der 1. Pyramide auf der linken Seite, 17 Lftm., 1 Km. in die b. M. der 2. Pyramide rechts **. Von * bis ** 5 mal wiederholen, dann Km. bis auf die Spitze der 1. Pyramide. Abb. 468. Spitze mit Sternen. Fadensorten : Fil à pointer D.M.C N" 20 oder 3 o, Coton pour crochet D.M.C N° 8 bis 12 oder Fil d’Alsace D.M.C N* 3 o bis 70. (*) 1 “'.Sä IÆ w vre 3 . Gang — * i f. M. in die M. auf der Spitze der Pyramide, 9 Lftm., 1 f. M. in die 9. der 17 Lftm., 9 Lftm. **. Von * bis 4«* 5 mal wiederholen. 4. Gang — 1 f. M. in jede M. der vorhergehenden Reihe. 5 . Gang — * 6 f. M., 3 Lftm., 2 M. des vorigen Ganges übergehen. Von * 14 mal wiederholen. 6. Gang — 1 f. M. in jede M. des vorigen Ganges. Nach jeder 7. f. M. ein Pikot, 19 Pkt. im ganzen. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 282 DAS HÄKELN Beim Zusammensetzen der Sterne muss darauf geachtet werden, dass 9 Pkts. gegen aussen und 8 Pkts. nach innen zu liegen kommen. Das 10. und 19. Pkt. dienen zur Verbindung der Kreise. 7. Gang — 1 St. zwischen dem 9. und 10. Pkt., * 7 Lftm., 1 St. zwischen den nächsten Pkts. Von * 9 mal wiederholen. Nach dem 10. St. keine Lftm., 1 St. zwischen dem 9. und 10. Pkt. des nächsten Sternes. 8. Gang — über die 7 ersten Lftm.: 4 f. M., 5 halbe St., über die 2. 7 Lftm.: 5 St., 1 Pkt., 5 St., 1 Pkt. u. s. w. auf 7 mal 7 Lftm. 17 Pkts., auf die 9. 7 Lftm.: 5 halbe St., 4 f. M. Für die kleinen Verbindungsbogen, nach den 2 St., die dem 1. Pkt. folgen: 7 Lftm., 1 f. Km. in die gegenüberliegende M. des vorhergehenden Bogens. Ueber die 7 Lftm. : 1 f. M., 1 halbes St., 5 St., 1 Pkt., 5 St., 1 halbes St., 1 f. M. Gerader Abschluss mit Ringen und Stäbchen. — Man beginnt mit einem Ring, wie jener in der Mitte des Sternes mit 28 f. M. über 18 Lftm. ; 3 f. M., 10 Lftm., 1 f. M. übergehen, 3 f. M., 10 Lftm., 1 f. M. übergehen, 3 f. M., 5 Lftm., 1 Km. in das 17. Pkt. des 1. Sternes, 5 Lftm., 1 f. M. übergehen, 3 f. M., 5 Lftm., 1 Km. in das 18. Pkt. des 1. Sternes, 5 Lftm., 1 f. M. übergehen, 3 f. M., 5 Lftm., 1 Km. in das 11. Pkt. des 2. Sternes, 5 Lftm., 1 f. M. übergehen, 3 f. M., 5 Lftm., 1 Km. in das 12. Pkt. des 2. Sternes, 5 Lftm., 1 f. M. übergehen, 3 f. M., 10 Lftm., den Faden abschneiden. Gerader Abschlussrand. — Dieser Gang wird vom Ende der Spitze gegen den Anfang gearbeitet: — 1 Lftm., * 1 siebenfaches St. zwischen dem 17. und 16. Pkt., 7 Lftm., 1 sechsfaches St. in dieselbe M., wo das siebenfache St. steht, 1 fünffaches St., zwischen dem 16. und i 5 . Pkt., 7 Lftm., 1 vierfaches St. in dieselbe M., 1 dreifaches St. zwischen dem i 5 . und 14. Pkt. **,7 Lftm. ; von ** bis *, also zurückgehend, wiederholen. Die 3 langen Schlingen des Ringes werden mit 1 f. M. und 7 Lftm. dazwischen aufgefasst. DAS HÄKELN 283 Gehäkelte Guipure-Spitze (Abb. 469). — Bevor wir zur Beschreibung dieses hübschen Häkelmusters übergehen, empfehlen wir, den naturfarbenen Garnen den Vorzug zu geben, besonders aber können wir zu Fil ä dentelle D.M.C N° 5o rathen, denn der Ton dieser Nummer entspricht am meisten jenem der echten alten Spitzen. Schräge grosse Figuren in der Mitte. — 5 Lftm., den Ring schliessen. 1. Gang — 5 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 St. in den Ring = 5 Lftm., 1 St. in den Ring = 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 St. in den Ring = 5 Lftm., 1 Km. in die 3. der ersten 5 Lftm. 2. Gang — 12 Lftm., * 1 St. in das 1. St. des 1. Ganges = 4 Lftm., 1 St. in die 3. der nächsten 5 Lftm. = 5 Lftm., 1 St. ebenfalls in die 3. Lftm. = 4 Lftm., * * 1 St. in das 2. St. des 1. Ganges, 9 Lftm. Von * bis ** wiederholen ; die letzten 4 Lftm. mit 1 Km. an die 3. der 12 ersten Lftm. an- schliessen. 3. Gang — 1 Lftm., 4 f. M., 3 f. M. in die 5. der 9 Lftm. des vorhergehenden Ganges = 12 f. M.. 5 f. M. in die 3. der 5 Lftm. zwischen den 2 St. = 12 f. M., 3 f. M. in die 5. der unteren 9 Lftm. = 12 f. M., 5 f. M. in die 3. der 5 Lftm., 7 f. M.; den Gang schliessen. 4. Gang — 3 Lftm., je 1 St. in je eine der unteren f. M., 3 St. in die 6. f. M., 1 St. in jede der t5 folgenden f. M., 5 St. in die 16. Masche, i5 St., 3 St. in die 16. Masche, i5 St., 5 St. in die 16. Masche, 9 St., an die 3. Lftm. an- schliessen. 5. Gang — 1 Lftm., 6 f. M., 3 f. M. in die 7. untere M., * 18 f. M., 3 f. M. in die 19. M. Zweimal von * an wiederholen, 11 f. M. 6. Gang — 1 Lftm., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M. in die folgende M., 1 Pkt., 3 f. M. in die 2. M. des vorigen Ganges, 1 Pkt., dann 6 mal 3 f. M. und 1 Pkt., gegen die Spitze 3 f. M., 1 Pkt. Nach der 3. Seite wie nach der 1.; nach der 4. Seite wie nach der 2. ; die erste Seite vollenden und den Faden abschneiden. IbM »■'*««*****»——-<■ il I» ll« 284 DAS HÄKELN Kleine Würfel zwischen den Oliven. — 14 Lftm., anschlagen, sechsmal hin und zurück f. M. arbeiten; im ganzen 7 Gänge, den Anschlag mitgerechnet. Nach der kurzen Seite und zwar an der Kante : 1 Pkt., 3 f. M., * 9 Lftm., 1 Lftm. übergehen = zurückgehend : 1 f. M. in die 8. Lftm. = in die folgenden 7 Lftm.: 1 halbes St., 3 ganze St., 1 halbes St., 2 f. M. in die letzten Lftm. = 3 f. M., 1 Pkt. = 3 f. M., ** 1 Pkt., 3 f. M., ***. Von * bis * * * zweimal ganz wiederholen, dann einmal nur von * bis **. ^r. «♦V Abb. 469. Gehäkelte Guipure- Spitze. Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C N* 3o bis ioo, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 25 bis ioo oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis ioo. (*) 2 Km. in das i. Pkt., * 3 Lftm., i Pkt., 3 Lftm., i St. in die übergangene M. des Blättchens = i Lftm., i Pkt., i Lftm., i dreifaches St. in dieselbe M., i Lftm., i Pkt., i Lftm., 1 St. in die M. wo die 2 ersten M. stehen = 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in das Eckpikot = 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., r St. in das Blatt an der breiten Seite des Würfels = 3 Lftm., 1 St. in die M. des 1. Stäbchens = 3 Lftm., 1 St., wieder in die M. der beiden ersten St. = 3 Lftm., 1 Pkt., 3 Lftm., 1 f. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 285 M. in das Eckpikot; dann noch einmal von * an wiederholen, den Faden abschneiden. Rand nach oben und unten. — 6 Lftm., i sechsfaches St. in das 2. Pkt. des grossen Würfels = 6 Lftm., 1 dreifaches St. in das 4..Pkt. des grossen Würfels = auf die zweimaligen 6 Lftm.: dreimal hin- und zurückgehend i 3 f. M. Nach der 2. Reihe f. M. 1 fünffaches St. in das 6. Pkt. des grossen Würfels, dann noch die 4 Reihen f. M. vollenden. Wenn der Würfel vollendet ist, so setzt man gleich fort für die Blätter oberhalb der grossen Würfel ** i 5 Lftm., 1 f. M. in das äusserste Pkt. = die Arbeit nach der verkehrten Seite wenden = den Lftm. entlang: *** 3 f. M., 1 halbes St., 4 ganze St., 1 halbes St., 3 f. M. = die Arbeit wenden; nach der rechten Seite und von der Spitze des Blattes zurückgehend : 1 Lftm., 1 f. M. in jede der unteren M. des Blattes * * * *. Für das 2. Blatt = 12 Lftm., dann von **** bis *** wie am 1. Blatt zurückarbeiten. Ist selbes so wie das erste vollendet, nur mit dem Unterschied, dass es an der oberen Spitze endet, so setzt man für den nächsten kleinen Würfel fort: 6 Lftm., 1 fünffaches St. in das 2. Pkt. nach den Blättern = 3 Lftm., 1 dreifaches St. in das 4. Pkt. nach den Blättern = 6 Lftm., 1 sechsfaches St. in das 6. Pkt. des Würfels; die 2 letzten Schlingen des Stäbchens auf der Nadel lassen, 1 sechsfaches St. in das Pkt. zwischen je 3 Lftm. des mittleren kleinen Würfels; die 2 letzten Schlingen mit den zurückgebliebenen zuschürzen = 6 Lftm., 1 dreifaches St. in das Pkt. an der langen Seite des kleinen Würfels = 2 Reihen mit i 3 f. M. Bei diesen Reihen muss bei der letzten Masche je 1 Lftm. der Lftm. zwischen den langen Stäbchen mitgenommen werden. Nach der 2. Reihe: 1 sechsfaches St. in die Masche vom 1. St. am kleinen Blatt des kleinen mittleren Würfels = 4 Reihen fester Maschen zum Schluss des Würfels; von** wiederholen. Die obere Reihe ist gleich dieser zu arbeiten. Zackenabschluss. — In das 1. längliche Quadrat an der nach aussen stehenden Ecke: 1 Doppelst., 2 Lftm., 1 Dop- •9 286 DAS HÄKELN pelst. in die 4. f. M. = 2 Lftm., 1 Doppelst., 2 Lftm., 1 Doppelst, in die Eckmasche des Würfels = 2 Lftm., 1 f. M. in die äusserste M. des 1. langen Blattes, 9 Lftm. = 1 vierfaches St. in die M. zwischen den 2 Blättern = 2 Lftm., 1 vierfaches St. in dieselbe M. = 2 Lftm., 1 vierfaches St. in dieselbe M. = 9 Lftm., 1 f. M. in die letzte M. des 2. langen Blattes = die Arbeit wenden: 1 Lftm., 1 f. M. in jede der Lftm. und St., im ganzen 27 f. M. = die Arbeit wenden : 1 Lftm., 1 f. M., 2 Lftm., 1 f. M. in die 2. f. M.; letzteres 12 mal wiederholen. Bei jedem Gang und auf jeder Seite 1 M. abnehmen, die Arbeit nach jeder Reihe wenden; bei der letzten Reihe den Faden abschneiden. Die Zacke, wenn diese nach unten gekehrt, von der 1. f. M. der 1. Reihe ringsum mit festen Maschen abgrenzen ; 20 f. M. bis zur oberen Spitze, 40 f. M. im ganzen. Der durchbrochene Rand der Zacken besteht durchaus aus Doppelstäbchen. — Nach den 40 Einfassungsmaschen : 2 Lftm., 1 St. in die 1. f. M. des kleinen Würfels = die Arbeit wenden : * 2 Lftm., 1 St. in die 2. f. M. der Randmaschen **, achtmal von * bis * * wiederholen. 2 Lftm., 1 St. in die nächste f. M. = noch viermal wiederholen ; dann neunmal von * bis * * wiederholen. * * * 2 Lftm., 1 f. Km. in das 4. St. des Würfels; 2 Lftm., 1 f. M. in das 3 . St. Auf der rechten Seite weiter arbeiten = **** je 2 Lftm. und 1 St. in das vorhergehende St. bis zum 8. St.; nach dem 8. St. ***** 10 Lftm., zurückgehend an das 7. St. an- schliessen = über die 10 Lftm.: 16 f. M., nach der 16. M. die Schlinge durch das oberste Glied des 8. St. ziehen = ****** 2 Lftm., 1 St., 2 Lftm., 1 St., 10 Lftm., zurückgehend an das vorletzte St. anschliessen = 6 f. M., 1 Pkt., 2 f. M., 1 Pkt., 2 f. M., 1 Pkt., 6 f. M., wie beim früheren Bogen anschliessen, *******. Von ***** bis ******* einmal wiederholen, dann einmal von ***** bis ****** wiederholen, dann von **** bis ***** der ersten Seite des Randes wiederholen, jedoch um 1 St. weniger = 1 St. in die 4. f. M. des kleinen Würfels, 2 Lftm., 1 St. in die 7. f. M. des Würfels, 2 Lftm., 1 St. in die 10. f. M., 2 Lftm., 1 St. in die äusserste Eck- DAS HÄKELN 287 masche des Würfels, 2 Lftm., 1 f. M. in die letzte M. des Blattes; 9 Lftm., und so weiter wie oben beschrieben. Verbindung der Zacken. — Bei der 2. Zacke werden, bei der 2. Stäbchenreihe angelangt, von *** der Beschreibung des durchbrochenen Randes an gearbeitet: 2 Lftm., 1 St. nach links in die soeben gearbeitete Zacke, die letzten Schlingen bleiben auf der Nadel, 1 St., nach rechts an die zuerst gearbeitete Zacke und an das 2. St. angeschlossen; die 4 Schlingen der beiden St. zugleich zuschürzen ; 2 Luftm., 1 Doppelst, nach rechts, 1 Doppelst, nach links, die beiden St. zugleich zuschürzen; 7 Lftm., an das gegenüberliegende St. an- schliessen, über die 7 Lftm. 1 Km., 1 halbes St., 2 St., 1 halbes St., 1 f. M., 1 Km., 1 St. nach links, 2 Lftm., 1 St., 2 Lftm., 1 St., 12 Lftm., an das 6. St. der rechten Zacke an- schliessen = zurückgehend ; 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M. an das St. anschliessen = dreimal 2 Lftm., 1 St., dann fortsetzen wie beim durchbrochenen Zackenrand. Oberer Abschluss. — Von rechts nach links zu arbeiten und in 5 Gängen. 1. Gang — * 1 Doppelst, in die 6. M. des Würfels = 1 Lftm., 1 Doppelst, in die 8. f. M. des Würfels = 3 Lftm., 1 Pkt. nach abwärts, 3 Lftm., 1 f. M. in die äusserste M. des langen Blattes = 3 Lftm., 1 Pkt. nach abwärts, 3 Lftm., 2 vierf. St., zwischen den beiden Blättern = 3 Lftm., 1 Pkt. nach abwärts, 3 Lftm., 1 f. M. in die letzte M. des 2. Blattes, 3 Lftm.; von * an wiederholen. 2. Gang — 1 Reihe f. M. in jede M. des früheren Ganges. 3 . Gang — 2 f. M. vor jenen ober den 2 St. ober den Würfeln, 1 einfaches St., * 1 M. übergehen, 1 St., 1 M. übergehen, 1 St., 1 M. übergehen, 1 St. = die Arbeit wenden, je 1 f. M. in die 4 St. = wieder die Arbeit wenden : auf diese 4 M. wieder 4 f. M., 5 Lftm., 2 M. der unteren Reihe übergehen, 1 St. in die 3 . M., von * an fortsetzen. 4. Gang — In jede 4 f. M. je 1 St., jedes durch 1 Lftm. getrennt, 2 Lftm. nach je 4 St. u. s. w. 5 . Gang — 1 f. M. in jede der unteren Maschen. 288 DAS HÄKELN Gehäkelte Reticella-Spitze (Abb. 470). — Dieses Muster, welches wir nach einer alten Reticella-Spitze in Häkelei übersetzt haben, ist eigentlich nur in ganz feinen Garnen ausgeführt, wie es bei unserer Vorlage der Fall ist, nämlich mit Fil ä dentelle D.M.C N° i5o, von schöner Wirkung. Um den äusseren, im Original dicht genähten Grund, besser nachahmen zu können, haben wir auch bei der Häkelei dasselbe Verfahren, welches bei genähten Spitzen eingeführt ist, beibehalten, nämlich am Ende einer jeden Reihe, vom Faden eine genügend lange Schlinge herauszuziehen, diese über die Maschen zurückzulegen und über diesen doppelten Faden wieder die nächsten Maschen zu arbeiten. Diese zurückgezogenen Schlingen müssen immer lang genug sein, um keine Spannung zu verursachen. Zur inneren viereckigen Figur. — 4 Lftm., den Ring schliessen. 1. Gang — 8 Lftm., 1 einfaches St., 3 Lftm., 1 Doppelst., 3 Lftm., 1 einfaches St., 3 Lftm., x Doppelst., 3 Lftm., 1 einfaches St., 3 Lftm., 1 Doppelst., 3 Lftm., 1 einfaches St., 3 Lftm., 1 Km. in die 5. der 8 Lftm. * 2. Gang — * 1 Lftm., 5 f. M. über die ersten 3 Lftm., 5 f. M. über die nächsten 3 Lftm. = nun in 9 hin- und zurückgehenden Reihen je 1 Masche abnehmen; nach der letzten Masche, von der Spitze bis zum Schluss des Pyramidchens: 1 f. Km. in jede Reihe, 1 f. M. in das Stäbchen des 1. Ganges * *. Von * bis * * dreimal wiederholen. Die Pyramiden müssen über 1 einfaches und zwischen 2 lange St. gemacht werden. Beim 4. Pyramidchen werden gleich von der Spitze aus 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M. bis zum St. gemacht; alle werden so gleich von beiden Seiten umrandet; in die obersten Maschen sind je 3 f. M. zu machen. 3. Gang — * 19 Lftm., die Schlinge frei lassen = von hinten nach vorne zwischen 2 Pyramiden ziehen = 10 Km. rücklings in die 10 Lftm. arbeiten. Bei allen diesen St. muss bei jeder Masche die Schlinge DAS HÄKELN 289 freigelassen, und immer wieder von hinten nach vorne gezogen werden. 11 Lftm.; an die 5 . Km. von innen nach aussen gezählt, anschliessen = 7 Km. in die Lftm., 9 Lftm., an die 2 früheren St. anschliessen = 5 Km., 9 Lftm., 1 f. M. in die oberste Masche der Pyramide * *. Von * bis * * dreimal wiederholen. Die Luftmaschen müssen sehr fest zugeschürzt werden. Abb. 470. Gehäkelte Reticella-Spitze. Fadensorten : Fil à dentelle D.M.C N* 3o bis 100 oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis i5o. (*) rx' .’vrvi Ir te W rx. vy .v 4. Gang — In jede Masche des früheren Ganges 1 f. M. ; in die Eckmaschen 3 f. M. Auf jeder Seite müssen, die Eckmaschen ungerechnet, 27 f. M. sein. 5 . Gang — 6 Lftm., 2 M. der unteren Reihe übergehen, * 1 Doppelst., 2 Lftm.; von * an dreimal wiederholen = 1 Doppelst, in die Eckmasche = 2 Lftm., 1 Doppelst, in dieselbe M. des 1. St. = 2 Lftm., 1 Doppelst, in dieselbe M. an welche die beiden ersten St. angeschlossen sind. Bis zur nächsten Ecke zehnmal : 2 Lftm., und neunmal 1 Doppelst., 3 Doppelst, mit je 2 Lftm. in die Ecke; dasselbe nach allen 4 Seiten wiederholen. 6. Gang — 1 Reihe f. M. in jede der unteren Maschen (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 2 9 0 DAS HÄKELN = 3 f. M. in die Eckmasche. Den Faden abschneiden. Die nächsten Vierecke mit der Eckmasche gleich aneinander fügen. Zum unteren Abschluss. — Den Faden gleich doppelt, beim 3 . St. vor den 3 mittleren St. anschlingen = i Reihe f. M. bis zum nächsten 3 . St. nach den mittleren St. = nach dem 3 . St. den Faden als Schlinge herausziehen und zurück zum Anfang führen. Im 2. Gang werden rechts und links von der Mitte, damit sich der Bogen abrundet, 2 M. aufgenommen, dafür an beiden Aussenseiten i M. abgenommen. Im ganzen sind io Gänge zu machen. In jedem Gang werden 2 M. auf- und 4 M. abgenommen. Nach dem 10. Gang den Faden abschneiden. Die beiden kleinen Bogen, rechts und links vom grossen Bogen, werden über 5 St. und 4 Zwischenräume in 5 Gängen gearbeitet, wobei in jedem Gang 2 M. abgenommen werden. Beim kleinen Zwischendreieck hingegen wird in 6 Gängen an jeder Seite aufgenommen. Sind alle Bogen vollendet, so werden sie mit 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M. eingefasst und die abgeschnittenen Fäden gleich mit überhäkelt. Oberer Abschluss. — 22 Lftm., 1 M. übergehen, 10 hin- und zurückgehende Gänge 10 fester Maschen, bei jedem Gang 1 M. abnehmen. Ist das Pyramidchen vollendet, so wird nach einer Seite 1 f. Km. in jede Reihe gemacht; dann in die u restlichen Lftm. das 2. gleiche Pyramidchen gemacht. Ist nun dieses auch vollendet, so wird es an die festen Maschen oberhalb des 5 . Stäbchens angeschlossen, dann werden den Reihen entlang 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M. hinzugefügt. Ueber beide Luftmaschenanschläge : 22 f. Km. Das gegenüberliegende Pyramidchen so wie das erste einfassen, die oberste Masche ebenfalls beim 5 . St. anschliessen, die beiden inneren Seiten dreimal mit 3 f. M. und 2 Pkt. einfassen. DAS HÄKELN 291 Dann von rechts nach links über die f. M.: 6 f. M., i 5 Lftm., zwischen und an die beiden Pyramidchen anschliessen = 1 f. Km. in jede Lftm., 5 f. M. in die feste untere Maschenreihe = 11 Lftm., 1 f. Km. in die 9. Lftm. der ersten i 5 Lftm. = 1 f. Km. in jede Lftm., 1 f. M. in jede f. M. der unteren Reihe bis zur Verbindung der Vierecke. 8 Lftm., 1 f. Km. in die 6. der 11 Lftm., 1 f. Km. in jede der 8 Lftm. Nach der 2. Seite: 6 f. M., 5 Lftm., 1 Km. in die 6. der 11 Lftm., 1 f. Km. in jede der 5 Lftm., 5 f. M., 9 Lftm., 1 Km. in die 9. der i 5 Lftm., 1 f. Km. in jede der 9 Lftm., 6 f. M.; den Faden abschneiden. Abschluss. — Den Faden an die mittlere der 3 aufgenommenen Eckmaschen anschliessen = 17 Lftm., 1 f. M. in die Eckmasche der Pyramide, 8 Lftm., 2 vierfache verbundene St. in die Mitte der beiden Pyramidchen, 8 Lftm., 1 f. M. in die nächste Eckmasche, 17 Lftm. u. s. w. Eine Reihe fester Maschen oder geschlossener Stäbchen vollendet die Spitze. Spitze mit Ecke, duroh. Aufnahmen nach aussen gebildet (Abb. 471). — 1. Gang — Auf einer Luftmaschenkette häkelt man abwechselnd 1 Lftm., 1 St. = über die Ecke: 2 Lftm., 1 St., 2 Lftm., so dass die letzten 3 St. in einer Masche vereint sind. 2. Gang — 1 f. M. in jede M. der vorhergehenden Reihe; 3 f. M. in das mittlere St. 3 . Gang — Von der 2. f. M. der 3 Eckm. an nach rechts gezählt je 1 f. M. in die 52 ., 5 1., 5 o. und 49. f. M. = 8 Lftm., 1 Lftm. übergehen, 1 f. M. in jede der 7 Lftm. = nach der anderen Seite der 8 Lftm. wieder 1 f. M. in jede M., 3 f. M. in die 8. M., 1 f. M. in jede der 7 ersten f. M. = je 1 f. M. in die nächsten n M. des 2. Ganges = dreimal abwechselnd: 4 Lftm., 1 dreifaches St. in die 5 . f. M. des 2. Ganges = 4 Lftm., 4 f. M. der unteren Reihe übergehen, 1 f. M. in die 5 feste M. = die Arbeit wenden : 7 f. M. über je 4 Lftm., im ganzen 28 f. M., 1 Km. in die 10. der 11 f. M. = die Arbeit wenden: die letzte der 28 f. M. übergehen; über die 27. M. : 292 DAS HÄKELN 3 f. M., i Pkt., 3 f. M., 11 Lftm., 1 Lftm. übergehen = in die übrigen 10 f. M., nach der anderen Seite des Anschlages : 4 f. M., 10 Lftm., an die 6. M. der ersten 11 f. M. dieses Ganges anschliessen. Ueber die 10 Lftm. : 5 f. M., 3 Lftm., der 5 . t. M. des 1. Blättchens dieses Ganges anschlingen, dann 3 f. M. darüber häkeln; über die übrigen M. der 10 Lftm.: 6 f. M. Abb. 471. Spitze mit Ecke, durch Aufnehmen NACH AUSSEN GEBILDET. Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C N* 3o, Fil à pointer D.M.C N" 20 bis 3o, Cordonnet 6 fils D.M.C N° i5 bis 3o oder Fil à dentelle D.M.C N“ 25 bis 5o. (*) Dem Blättchen entlang : 3 f. M., i Pkt., 3 f. M. = in die Spitze des Blättchens 3 f. M. = dann 3 f. M., i Pkt., 7 f. M. Auf die nächsten der 28 f. M. weiter arbeiten, 3 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., * 11 Lftm., die 11. M. übergehen, 10 f. M. = nach der anderen Seite: 4 f. M., 6 Lftm., (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN an die 4. f. M. der letzten 7 f. M. des 2. Blättchens anschlingen = über die 6 Lftm. 9 f. M. Ueber das 3. Blättchen weiter häkeln: 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., in die oberste M. 3 f. M. = je 1 f. M. in die nächsten 3 f. M., 1 Pkt., 7 f. M. = in die 28 f. M.: 4 f. M., 1 Pkt., 3 f. M. * *. Von * bis * * wiederholen, dann: 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M. Weiter auf dem 2. Gang: *** 5 f. M., 8 Lftm. an die 4. f. M. der letzten 7 f. M. des 3. Blättchens anschlingen = 11 f. M. über die 8 Lftm. Weiter auf dem 2. Gang: * 5 f. M., 8 Lftm., 1 Lftm. übergehen, je 1 f. M. in jede Lftm. = nach der anderen Seite: 4 f. M., 3 Lftm., an die 6. M. der letzten 11 Lftm. anschlingen, 3 f. M. über die 3 Lftm. = 3 f. M. in das Blättchen, 3 f. M. in dessen oberste M., 7 f. M. Von * an wiederholen. Auf dem 2. Gang: 9 f. M., ****4 Lftm., 1 dreifaches St. in die 2. der 3 Eckmaschen. Von **** viermal wiederholen. 4 Lftm., 4 M. der vorhergehenden Reihe übergehen, an die 5. M. anschlingen = die Arbeit wenden: in je 4 Lftm. 6 f. M., 36 f. M. im ganzen, an die 8. der letzten 9 f. M. anschlingen = in die 36 f. M. und zurückgehend: 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 11 Lftm., die n. Masche übergehen, je 1 f. M. in die 10 Lftm. Nach der 2. Seite: 4 f. M., 10 Lftm., an die 4. M. der 9 f. M. anschlingen, darüber: 5 f. M., 3 Lftm., an die 4. f. M. des letzten fertigen Blättchens anschlingen, 3 f. M. In die übrigen 10 Lftm. : 6 f. M. In das Blättchen weiter: 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 3 f. M. in die oberste M., 3 f. M., 1 Pkt., 7 f. M. *****. Wieder in die 36 f. M.: 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 11 Lftm., die 11. M. übergehen, 10 f. M. = nach der 2. Seite: 4 f. M., 6 Lftm., an die 4. f. M. der letzten 7 f. M. des letzten Blättchens anschliessen, 9 f. M. darüber. In das Blättchen: 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 3 f. M. in die oberste M., 3 f. M., 1 Pkt., 7 f. M. ******. Von 2 94 DAS HÄKELN ***** bis ****** noch dreimal wiederholen = 3 f. M., i Pkt., 3 f. M. Weiter über die 2. Reihe: 4 f. M., 10 Lftm., 1 f. M. in die 4. der letzten 7 f. M., darüber 11 f. M, = 4 f. M., über die M. der 2. Reihe, 8 Lftm., die 8 M. übergehen, 7 f. M. Nach der 2. Seite: 4 f. M., 3 Lftm., an die 6. M. der letzten 11 f. M. anschlingen, darüber 3 f. M. = in das Blättchen : 3 f. M. und 3 f. M. in die oberste M., 7 f. M. 4. Gang — 1 f. M. in das 1. Blättchen, * 7 Lftm., 1 f. M. in das 2. Blättchen, 7 Lftm., 1 dreifaches St. in die 5 . der zwischen 2 Blättchen liegenden 9 f. M. = 7 Lftm., 1 f. M. in das 3 . Blättchen, 7 Lftm., 1 dreifaches St. = 7 Lftm., 1 f. M. in das 4. Blättchen, 7 Lftm., 1 f. M. in das 5 . Blättchen, 5 Lftm., 1 f. M. in das 1. Blättchen des Eckbogens. Von * an wiederholen, mit dem Unterschied, dass an dem Eckbogen 4 dreifache St. anzubringen sind. 5 . Gang — Ueber die ersten 7 Lftm. der vorhergehenden Reihe: 12 f. M. = über die nächsten Lftm.: * 12 f. M. = die Arbeit wenden, in hin- und zurückgehenden Reihen je 1 M. abnehmen, bis nur mehr 2 M. bleiben. Dem Blättchen entlang: 10 f. M. Von * dreimal wiederholen. 12 f. M. über die nächsten 7 Lftm., 6 f. M. über die 5 Lftm., 12 f. M. über die 7 Lftm. An den Eckbogen kommen 7 Zacken = die 12 ersten Maschen sind einzutheilen wie folgt: * 1. Zacke : 12 f. M. im 1. Zwischenraum = 2. Zacke: 10 f. M. im 2. Zwischenraum und 2 f. M. im 3 . Zwischenraum = 3 . Zacke : 7 f. M. im 3 . Zwischenraum und 5 f. M. im 4. * *. Von ** zu * noch einmal wiederholen. 6. Gang — 1 f. M. in das 1. Blättchen, 5 Lftm., 1 durch 5 Lftm. getheiltes vierfaches Kreuzst., 5 Lftm. Letztere Serie zweimal wiederholen. 1 f. M., 4 Lftm., 1 f. M. in das 1. Blättchen der nächsten Zacke = 5 Lftm., 1 durch 5 Lftm. getrenntes vierfaches Kreuzst. in die 6. der gegenüberliegenden Masche der beiden Zacken, 5 Lftm. u. s. w. I DAS HÄKELN 2g5 7. Gang — 6 f. M. über die ersten 5 Lftm. der vorhergehenden Reihe, 6 f. M. über die nächsten Lftm. = 8 Lftm., zurückwenden, zwischen der 6. und 7. f. M. anschlingen = 4 f. M. in die 8 Lftm., dann 8 Lftm., zurück an die 1. f. M. anschlingen = 12 f. M. in in die 8 Lftm. In den 1. Bogen weiter: 3 f. M., 1 Pkt., 8 f. M., über die andern 5 Lftm.: 6 f. M., 8 Lftm., 1 Km. in die 8. f. M. des Bogens, über die 8 Lftm.: 3 f. M., 1 Pkt., 8 f. M., über die 2 anderen Lftm.-Bogen, 12 f. M., 8 Lftm., 1 Km. in die 7. der 12 letzten f. M., über die 8 Lftm. 5 f. M., 8 Lftm., 1 Km. in die 1. f. M. des dritten fertigen Bogens, über die 8 Lftm. 5 f. M., 3 Lftm., 1 Km. in die 5 . f. M. des 3 . Bogens; über die 3 Lftm. 2 f. M., 1 Pkt., 2 f. M., auf dem nächsten Bogen 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., in den nächsten Bogen 6 f. M., 8 Lftm., 1 Km. in die 1. der 6 letzten f. M.: über die 8 Lftm. 5 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., über den unteren Bogen 5 f. M., über die M. des vorigen Ganges 6 f. M., 8 Lftm., 1 Km. in die 1. der 5 letzten M. des letzten Bogens, über die 8 Lftm. 3 f. M., 1 Pkt., 8 f. M. Ueber die 2 anderen 5 Lftm. 12 f. M., 8 Lftm., 1 Km. in die 6. der 12 f. M., über die 8 Lftm. 5 f. M., 8 Lftm., 1 Km. in die 1. der 12 f. M., über die 8 Lftm. 5 f. M., 3 Lftm., 1 Km. in die 4. der 8 f. M. des letzten vollendeten Bogens, über die 3 Lftm. 2 f. M., 1 Pkt., 2 f. M., über die nächsten Lftm. 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., über die nächsten Lftm. 3 f. M., 1 Pkt., 8 f. M., in die Lftm. der vorigen Reihe 6 f. M., 8 Lftm., 1 Km. in die 3 . der 8 f. M., über die 8 Lftm. 12 f. M., 6 f. M. in die Luftmascheverbindung zwischen 2 Zacken. Die kleinen Bogen setzen sich über die Ecke gleichmässig lort, der mittlere Bogen wiederholt sich viermal. Für den kleinen Verbindungsbogen zweier Zacken, nach dem zweiten Bogen rechts, nach Vollendung der 12 f. M. des ersten kleinen Bogens 8 Lftm., 1 Km. in die 1. f. M. des letzten Bogens der vorigen Zacke, über die 8 Lftm. 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M. Spitze mit Eoke, durch Abnehmen nach innen gebildet (Abb. 472). — 1. Gang — 8 Lftm., den Ring 296 DAS HÄKELN schliessen : 3 Lftm., i 5 St. in den Ring, schliessen = 3 Lftm., 1 St. der vorhergehenden Reihe übergeben, 1 St., 7 Lftm., 1 St. in das obere Glied des letzten St. = siebenmal abwechseln : 1 Lftm., 1 durch 2 Lftm. getrenntes Kreuzst., zuletzt 1 Lftm., den Ring schliessen, den Faden abschneiden. Es sind nun i 5 Sterne zu häkeln und wie folgt zu verbinden : Wenn der 1. an den 2. Stern zwischen dem 6. und 7. r'-vir; Abb. 472 . Spitze mit Ecke, durch Abnehmen nach INNEN GEBILDET. Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C N* 3o, Fil à pointer D.M.C N* 20 bis 3o, Cordonnet 6 fils D.M.C N* i5 bis 3o oder Fil à dentelle D.M.C N" 25 bis 5o. (*) Kreuzst. angeschlossen ist, so sind die folgenden Sterne so zu verbinden, dass, wenn der 3 . Stern angeschlossen, an beide übrigen Seiten des 2. Sternes je 2 Kreuzst. bleiben. Am 3 . Stern bleiben oben 1, unten 3 Kreuzst. = am 4. Stern bleiben oben 2, unten 2 Kreuzst. = am 5 . Stern bleiben oben 3 , unten 1 Kreuzst. = am 6. Stern bleiben oben 2, unten 2 Kreuzst. = am 7. Stern bleiben oben 1, unten 3 Kreuzst. = (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 2 97 am 8. Stern bleiben oben i, unten 3 Kreuzst. = am 9. Stern bleiben oben 1, unten 3 Kreuzst. = am 10. Stern bleiben oben 2, unten 2 Kreuzst. = am 11. Stern bleiben oben 3, unten 1 Kreuzst. Für die nächsten Bogen vom 2. bis zum 5. Stern wiederholen. 2. Gang — * In das 5. Kreuzst. des 1. Sternes: 1 St., 3 Lftm., über die Lftm. zwischen 2 Kreuzst.: 1 St., 3 Lftm., über die nächsten 2 Lftm.: 1 St., 3 Lftm., in den nächsten Zwischenraum: 1 Doppelst., 1 Doppelst, in den 1. Zwischenraum des 2. Sternes, 3 Lftm., 1 St., 3 Lftm., 1 St., 3 Lftm., 1 St., 3 Lftm., 2 Doppelst., 3 Lftm. **, 1 f. M. über die 2 übrigen Lftm. des Kreuzst. des 3. Sternes. In entgegengesetzter Reihenfolge, also von ** bis * wiederholen. Jedes der folgenden St. kommt entweder über 2 Lftm. des Kreuzst. oder über die nächste, die Kreuzst. trennende einzelne Lftm. Nach Vollendung der oberen Reihe wird die gleiche unter den Sternen gehäkelt. An der Ecke sind dreimal 3 St. in jeden der mittleren Sterne zu machen. 3. Gang — Nach oben und unten 1 St. in jede M. der vorhergehenden Reihe. 4. Gang — Eine Reihe Kreuzst. = am oberen Rand sind zu übergehen : viermal je 1 St., fünfmal je 2 St. = in die nächsten St. der vorhergehenden Reihe: 1 Doppelst., 2 M. übergehen, 1 Doppelst., 2 M. übergehen, 1 Doppelst. = die letzten Schlingen der 3 St. zugleich zuschürzen. Dasselbe in entgegengesetzter Reihenfolge bis zum 1. Kreuzst. wiederholen = das 1. St. des nächsten Kreuzst. in dieselbe M., in welcher das 2. St. des nächsten Kreuzst. hängt = * in die nächsten Zwischenräume : dreimal je 1 St., dreimal je 2 St., dreimal je 3 St. 3 Doppelst., zweimal 3 M. übergehen, die oberen Glieder zugleich zuschürzen. Von ** bis * wiederholen. Der untere Rand ist wie oben zu machen = an der Ecke nach dem 3. Doppelst, fünfmal 2 M. übergehen, 21 mal 1 M. übergehen, fünfmal 2 M. übergehen = an beiden Seiten eine Stäbchenreihe. 298 DAS HÄKELN In der Ecke der inneren Stäbchenreihe und von der M. an, welche in das obere Glied des 3. Doppelst, der unteren Reihe gebracht wurde, gezählt, sind die Schlingen des 12. und 11., des 10. und 9., des 8. und 7., des 6. und 5., des 4. und 3., des 2. und 1 St. zusammen zuschürzen. Dieselben Stiche nach der anderen Seite in entgegengesetzter Reihenfolge wiederholen. 1. Stern des oberen Randes : 8 Lftm., den Ring schliessen; 3 Lftm. in den Ring, i5 St., schliessen = 3 Lftm., 1 St. übergehen, 1 St., * 3 Lftm., 1 St. in die M. des 1. St., 1 M. übergehen, 1 St. in die 2. M., die Schlingen der beiden St. zugleich zuschürzen **. Von * bis ** sechsmal wiederholen, dann noch 3 Lftm. und schliessen = 4 Lftm., dem 47. St. der vorhergehenden Reihe anschliessen = 3 Lftm., 1 f. M. in die 1. Zwischenlftm., 3 Lftm., dem 39. St. anschliessen, 4 Lftm., 1 f. M. in die nächsten Zwischenlftm., 3 Lftm., dem 32. St. anschliessen = 3 Lftm., 1 f. M. in die 3. Zwischenlftm., 3 Lftm., dem 26. St. anschliessen = 3 Lftm., 1 f. M. in die 4. Zwischenlftm., 4 Lftm., dem 17. St. anschliessen = 5 Lftm., 1 f. M. in das 5. Doppelst., den Faden abschneiden. Der Eckstern ist gleich dem letzten herzustellen und der Anschluss wie folgt: 3 Lftm., dem 17. St. der vorhergehenden Reihe (das dreifache St. als 1. gerechnet) nach links anschliessen = 2 Lftm., 1 f. M. in die 1. Zwischenlftm., 3 Lftm., dem 8. St. anschliessen = 2 Lftm., 1 f. M. in die 2. Zwischenlftm., 5 Lftm., dem Eckst, anschliessen = 5 Lftm., 1 f. M. in die 3. Zwischenlftm., nach rechts 3 Lltm., dem 8. St. anschliessen, 2 Lftm., 1 f. M. in die 4. Zwischenlftm., 3 Lftm., dem 17. St. anschliessen = 2 Lftm., 1 f. M. in die 5. Zwischenlftm., den Faden abschneiden. In die ersten 3 St. 3 f. M., * 3 Lftm., 1 St. in die 2. M., 3 Lftm., 1 Doppelst, in die 4. M., 3 Lftm., 1 Doppelst, über das vorige St., 1 Doppelst, in die 4. M., die beiden St. zusammen abschliessen, 5 Lftm., 3 mal Umschlägen, ein Doppelst. über das vorige, 2 mal Umschlägen, ein dreifaches St. in die letzten 4 Lftm. des kleinen Sternes, 3 Lftm., 1 drei- DAS HÄKELN 299 faches St. über das St. oberhalb der 5 Lftm., 1 St. in den 5. Zwischenraum, die beiden St. zusammen abschliessen, 3 Lftm., 1 f. M. in den 6. Zwischenraum, 3 Lftm., 1 f. M. in den 7. Zwischenraum, 3 Lftm., 1 dreifaches St. in den 8. Zwischenraum, 1 Doppelst, über die ersten Lftm. des Sternes, die beiden St. zusammen abschliessen, 3 Lftm., 3 mal Umschlagen, 1 St. über das 2. Doppelst., 1 Doppelst, in die 46. M. des vorigen Ganges, beide St. zusammen abschliessen, 3 Lftm., 3 mal Umschlägen über das St. in der 46. M. 2 mal den Faden durchziehen, 1 St. in die 49. M., die beiden St. zusammen abschliessen, 3 Lftm., 1 St. in die 52. M., 3 Lftm., 2 M. übergehen 6 f. M., 3 Lftm., 1 St. in die 3. M., 3 Lftm., 1 Doppelst, in die 4. M., 3 Lftm., 1 Doppelst, über das vorige, 1 Doppelst, in die 12. M. nach den 6 f. M., die beiden St. zusammen abschliessen, 3 Lftm., 3 mal Umschlägen, 1 Doppelst, über das vorige, 1 Doppelst, in die 17. M., 1 St. in den 5. Zwischenraum des Ecksternes, die St. zusammen abschliessen, 3 Lftm., 1 f. M. in das 7. St. des Sternes, 3 Lftm., 1 St. in den 8. Zwischenraum, 1 Doppelst, in die 19. M., 3 Lftm., 3 mal Umschlägen, 1 Doppelst, über das vorige, 1 dreifaches St. in die 21. M., die beiden St. zusammen abschliessen, 3 Lftm., 3 mal Umschlagen, 1 St. über das dreifache, 1 Doppelst. in die 24. M., die beiden St. zusammen abschliessen, 3 Lftm., 1 St. in die 28. M., 3 Lftm., 3 M. übergehen, 6 f. M. Von * bis ** wiederholen. Eine Stäbchenreihe schliesst nach innen ab; die Schlingen der 5 Eckstäbchen zusammen zuschürzen. Dann folgt noch : eine Reihe Kreuzst. und eine Reihe St., die 5 Eckmaschen zusammen zuschürzen. 1. Gang des äusseren Abschlusses. — 3 f. M. in jedes 7. St. der unteren Reihe, 5 Lftm., an die letzte f. M. anschlingen u. s. w. 2. Gang — 1 f. M. in die 4. der 7 f. M., 9 St. in die 5 Lftm. 3. Gang — 1 f. M. in jedes der ersten 2 St. des 2. Ganges, 1 Pkt., 2 f. M., 1 Pkt., 1 M. übergehen, 2 f. M., 1 Pkt., 2 f. M. u. s. w. 3oo DAS HÄKELN Carreau mit Müschen in abstechender Farbe (Abb. 473). — Es folgen nun hier verschiedene Deckenmuster, die alle mehr oder minder mit den stärkeren Nummern der unter der Abbildung angeführten Garne, anzufertigen sind. Die Einleitung der Deckenmuster bildet ein zweifarbiges Carreau in Reliefhäkelei. Werden solcheCarreaux in grösserer Anzahl verbunden, so können auch in einem Gegenstand vier und sechs Farben angebracht und kann dadurch eine sehr geschmackvolle Zusammenstellung erreicht werden. Man beginnt mit einem Anschlag von i 3 Lftm. und schliesst den Ring. 1. Gang — 1 f. M. in die 1. der i 3 Lftm., 5 Lftm., 1 f. M. in die 4. Lftm., 5 Lftm., 1 f. M. in die 7. Lftm., 5 Lftm., 1 f. M. in die 10. Lftm., 5 Lftm., 1 f. M. in die i 3 . Lftm. 2. Gang — 1 f. M. in die 1 f. M. in die 1. der 5 Lftm., Lftm. Von * an dreimal wieder- Abb. 473. Carreau mit Müschen in ABSTECHENDER FARBE. Fadensorten : Coton pour crochet 4 fils D.M.C N" 6 bis io oder Coton à tricoter D.M.C N* 6 bis 12 . (*) Farben : Weiss und Rouge-Turc 321, oder Naturfarbe und Bleu-Indigo 3 12 , oder auch Rouge-Géranium 353 und Brun-Caroubier 356. (*) i f. M. des 1. Ganges, * 5 Lftm., 1 f. M. in die 5 . holen. 3 . Gang — 5 f. M. in die 5 Lftm.; nachher 5 f. M. und so weiter aufnehmen, wie es im 2. Gang angegeben. 4. und 5 . Gang — Gleichmässig aufnehmen. 6 . Gang — Nach der 3 . f. M. 1 Muschenpkt., Abb. 430, in abstechender Farbe. Zu Müschen muss der Faden in anderer Farbe eingelegt und nach Vollendung derselben wieder abgeschnitten werden. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 3oi Bei dem darauf folgenden Gang werden Anfang und Ende des Fadens gekreuzt und überhäkelt. Dasselbe hat nach jeder der folgenden Muschengänge zu geschehen. Ein kleiner Zackenabschluss kann zugleich als Verbindung der Vierecke dienen, wenn dieselben zu einer Decke verwendet werden. Streifen für Decken (Abb. 474). — Anstatt des bei der vorhergehenden Abbildung angegebenen farbigen Garnes, können ebenso gut die farbigen Soutache D.M.C oder glatte Litzen (Lacets superfins D.M.C) N° 4 in Anwendung kommen. Die beiden als Häkelmaterial verwendet, ergeben schöne, breite Maschen. Der Streifen, welcher nach der Breite und nur nach einer Abb. 474. Streifen für Decken. Fadensorten : Coton pour crochet D.M.C N* 6 bis 8 oder Coton & tricoter D.M.C; ferner Lacets superfins D.M.C N* 4 oder Soutache D.M.C N* 2'/». (*) Seite gearbeitet wird, bedarf als Anfang einer Luftmaschenkette, die so lang sein muss, als es die Arbeit sein soll. 1. Gang — In jede Lftm. 1 f. M. 2. Gang — 1 f. M. mit weissem Garn in jede M. des vorhergehenden Ganges-, 1 lang gezogene f. M. in die Schlinge der Anschlagmasche. Bei roth und weiss darf der Faden nur durch die 1. Schlinge, durch die beiden letzten Schlingen muss der andere Faden gezogen werden. 3 ., 5 ., 7., 9. und 11. Gang — i Reihe f. M. mit weissem Garn. 4. Gang — Zwischen je 5 rothen M. 3 f. M. weiss. 6. Gang — Zwischen je 4 rothen M. 5 f. M. weiss. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 20 302 DAS HÄKELN 8. Gang — Zwischen je 3 rothen M. 7 f. M. weiss. 10. Gang — Zwischen je 2 rothen M. 9 f. M. weiss. 12. Gang — Zwischen je 1 rothen M. 11 f. M. weiss. Die zweite Hälfte des Musters zeigt die rothen Stiche wieder in demselben Verhältniss aufgenommen, wie selbe jetzt abgenommen wurden. Modell einer Decke in tunesischem Häkelstich (Abb. 475). — Wir geben hier im Kleinen das Muster einer Decke in tunesischem Häkelstich, welche, obwohl mit mehreren Farben, doch eigentlich in einem gearbeitet werden kann. Die angegebene Maschenzahl bezieht sich natürlich nur auf unser verkleinertes Modell, für grössere Gegenstände muss sie somit nach Bedarf vermehrt werden. Der innere Theil der Decke wird mit hellem Garn hergestellt. Auf einem Anschlag von 20 Lftm. werden 17 Doppelgänge in gekreuztem tunesischen Häkelstich gearbeitet, der Faden dann abgeschnitten. Erster farbiger Rand — 2 Lftm. anschlagen, in diese den gewöhnlichen tunesischen Stich = nach der rechten Seite der Arbeit bei jedem Gang 1 Masche aufnehmen, bis zu 6 Maschen = dann die Nadel in die 1. Masche einer Seite des vorhergehäkelten Rechteckes einführen, den Faden Umschlägen, durchziehen. Dabei ist folgendes zu beachten: der zweite nun anzuhäkelnde Theil muss immer an der linken Seite des fertigen Rechteckes bleiben; ferner wird der Faden beim Anschlingen an dasselbe zur linken Hand gelegt und von unten nach oben gezogen. In der nun erhaltenen Breite von 7 Maschen werden 18 Doppelgänge gehäkelt, deren letzte Masche jedesmal an eine Masche des Rechteckes angeschlossen wird. Sind die Gänge fertig, so wird wieder auf der rechten Seite des Streifens bis auf 2 Maschen abgenommen, dann wird wieder aufgenommen wie beim Beginn des Streifens. Beim Aufnehmen dieser Maschen hat man in der vorher beschriebenen Weise die letzte Masche eines jeden Doppelganges dem gegenüberliegenden gleich viel Maschen zählenden Gang des Streifens anzuschliessen. DAS HÄKELN 3o3 Abb. 475. Modell einer Decke in tunesischem Häkelstich. WMmm ■imm ^^■AtîbVkikCa iössÜ!#! r«s«««£«58 MH ÏÂ-fîJîgl iMlttn vt *,u. w v •Mt« 41W. Ss&wSäraVA^ IIIII«éSë!«# SfeStÄtai Ipnminii P«J Sk%<«ßl mm [ÿ^.iWw ysy jg-iwl io.« wm\ 5» Äi mm Fadensorten : Coton pour crochet D.M.C N* 6 bis 8 oder Coton à tricoter D.M.C N* 6 bis 12 . (*) Hat man wieder 7 Maschen, so schliesst man sie ebenfalls an das Rechteck an. In dieser Weise wird nun auf allen vier Seiten gehäkelt und zuletzt, beim Abnehmen, die letzte Masche eines jeden Ganges dem gegenüberliegenden gleich viel zählenden Gang angeschlossen und der Faden dann abgeschnitten. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 1 i 1 i' il iij DAS HÀKELN 3 04 Die folgenden Streifen sind ebenso zu häkeln, doch kann man dieselben nach eigenem Ermessen breiter oder schmäler machen. Deckenmuster in Streifen (Abb. 476). — Unsere für eine Wiegendecke bestimmte Vorlage ist aus Coton ä tricoter D.M.C N° 16 in hellblau, Bleu-Indigo 334undweiss hergestellt. Abb. 476. Deckenmuster in Streifen. Fadensorten : Coton pour crochet D.M.C N* 6 bis 12 oder Coton à tricoter D.M.C N* 6 bis 16. Farben : Weiss und Bleu-Indigo 334- (*) Die Streifen sind weiss, ebenso die Spitze, die Einfassung theilweise blau und weiss. Ausser diesen beiden Farben können noch folgende gepaart werden : Jaune-Rouille 365 und Rouge-Grenat 326 oder Gris-Tilleul 33o und Rouge-Cor- nouille 449. Für den ersten Streifen ist eine Luftmaschenkette mit 26 M. erforderlich; dann wird zurückzählend je 1 Schlinge in die 6. und 7. Lftm. eingezogen, alle 3 Schlingen zugleich (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 3o5 zugeschürzt, 2 Lftm., dann wieder je 1 Schlinge in die 2 nächsten Lftm., alle 3 Schlingen zugeschürzt ; 2 Lftm. Bei der nächsten Reihe werden die 2. Schlinge der einen Masche und die 1. Schlinge der folgenden Masche über die Lftm. der vorhergehenden Reihe gemacht. Jeder Gang wird mit 3 Lftm. begonnen, welche am Rand des Streifens kleine Oesen bilden; nach Beendigung des Streifens wird blaue Wolle genommen und in jede Oese 1 f. M., welcher 3 Lftm. folgen, gemacht. Dieser blauen Reihe folgt eine weisse mit Büschelmaschen, Abb. 425, mit 2 Lftm. zwischen je 2 Büschel. Diesem Gang folgt wieder ein blauer mit 1 f. M. in jede Lftm. Der 2. blaue Gang wird nur an den Seiten, welche nach innen verbunden werden, gemacht; nach der äusseren Seite werden die letzten Gänge erst nach Vollendung der ganzen Decke angebracht. Der zweite Streifen, mit dem ersten gleich breit zu halten, ist in tunesischem Häkelstich gearbeitet. Eine Reihe fester Maschen mit blauer Wolle begrenzt ihn; dieser folgt eine Reihe Büschelmaschen mit weisser Wolle, dann wieder eine Reihe fester Maschen mit blauer Wolle. Zum Verbinden wendet man die verkehrte Seite der Streifen nach aussen, führt die Nadel in die rückwärtigen Schlingen der beiden blauen festen Maschengänge ein und schliesst sie mit einer Kettenmasche zu. Aeusserer Rand — Nachdem die einzelnen Streifen, wie oben angegeben, zusammengefügt, wird die äussere Borde gehäkelt. Diese erfordert 7 Gänge. 1. Gang mit blauer Wolle — 1 f. M. und 3 Lftm. in jede Oese an den langen Seiten der Streifen, 1 f. M. und 3 Lftm. Uber je 2 Schlingen des Anschlag- oder Abschlussrandes. 2. Gang mit weisser Wolle — 1 Büschelmasche, Abb. 425, in jede der durch die 3 Lftm. gebildeten Oesen des 1. Ganges. An den Ecken aufnehmen und zwar durch 3 Büschel in eine Schlinge gestellt. 3., 4. und 5. Gang mit blauer Wolle — Gleich dem 1. 3o6 DAS HÄKELN Gang. An den Ecken aufnehmen: i f. M., 3 Lftm., i f. M. in eine und dieselbe Masche. 6. Gang mit weisser Wolle — Gleich dem 2. 7. Gang mit blauer Wolle — 1 St. in jede M. des vorhergehenden Ganges. Spitze aus halben Rosetten — Eine Rosette wird über 22 M. der vorhergehenden Reihe geführt. Desshalb ist es das beste, die Ecken zuerst zu vollenden, dann nach beiden Seiten hin die Maschen zu zählen, damit die überzähligen Maschen in den Zwischenräumen der Zacken vertheilt werden könnep. Eckrosette — Den Faden an die 2. M. links von der mittleren aufgenommenen der unteren Stäbchenreihe an- schliessen = 6 Lftm., 1 Km. in das 4. St. nach rechts, in das nächste St. ebenfalls 1 Km. = die Arbeit wenden : * 2 Lftm., 1 St. in die 6 Lftm., siebenmal vom Stern an wiederholen, im ganzen 8 St. = nach dem 8. St. 2 Lftm., 1 St. übergehen, je 1 Km. in die 2 nächsten St. = die Arbeit wenden: 2 Lftm., je 1 Büscheist, zwischen jedes St., im ganzen 9 Büschel; dann 2 Lftm., 2 St. übergehen, je 1 f. Km. in die 2 nächsten St. = die Arbeit nach der rechten Seite wenden : 2 Lftm., 1 Büschel über die 1., 2., 3. und 4. zwei Lftm. der früheren Reihe = je 2 Büschel mit je 2 Zwischenlftm. über die 5., 6. und 7. Lftm. = die letzten Büschel sind wieder einzeln zu stellen = 2 Lftm., 2 St. übergehen, an das 3. St. anschliessen. Den Faden abschneiden. Gerade Rosette — Nachdem die Maschenzahl zwischen 2 Eckrosetten gleichmässig vertheilt ist, werden vom letzten Büschel der Eckrosette (angenommen, dass die Maschenzahl durch 22 theilbar) nach rechts 9 M. gezählt, den Faden an die 9. M. anschlingen; * 7 Lftm., 2 St. der unteren Reihe übergehen, 1 f. M. in das 3. St., 1 Km. in die nächste M. = die Arbeit nach der verkehrten Seite wenden: 2 Lftm., 1 St. in die 7. Lftm., letzteres fünfmal wiederholen; 2 Lftm., 1 Km. in das 2. St. der unteren Reihe, 1 Km. in das nächste St. — die Arbeit nach der rechten Seite wenden: je 2 Lftm. und 1 Büschel zwischen jedes St. der früheren Reihe = zwischen dem 3. und 4. St.: 2 Büschel durch 2 Lftm. getrennt = nach DAS HÄKELN 3o 7 dem 8. Büschel: 2 Lftm., 1 St. übergehen, 2 Km. in die 2 nächsten M. = 2 Lftm., dreimal 1 Büschel über je 2 Lftm. der vorhergehenden Reihe = je 2 Büschel, mit je 2 Lftm. dazwischen, in die 4., 5 . und 6. Lftmpaare = in die 3 letzten Oesen dieselben M. wie in die 3 ersten = dann über 18 St. je 1 f. Km. Von * an wiederholen. Zum Schluss wird ein Gang offener Pikots mit 5 Lftm. und 1 f. M. zwischen jedes Büschel gemacht; nach dem letzten Büschel, an dem geraden Rand anschliessend noch: 2 Lftm., 1 f. M. in die 3 . Masche. Deckenmuster mit Reliefhäkelei (Abb. 477). — Dieses Muster kann im Stich wie der der vorhergehenden Decke, in tunesischer oder sonst einer der früher beschriebenen Häkelarten gearbeitet werden. Man beginnt mit 18 Lftm., arbeitet 10 hin- und zurückgehende Reihen in dunkler Farbe, die 11. bis 21. Reihe in heller Farbe u. s. w. Der 2. Streifen wird mit der hellen Farbe begonnen, die Lftm., welche zu Anfang einer jeden Reihe zu machen sind, werden mit jenen des 2. Streifens verbunden ; ebenso der 3 . Streifen, welcher wieder mit dunkler Farbe begonnen wird. Es werden nun Felder mit 9 solchen kleinen Vierecken gebildet, welche mit 7 Reihen hin- und zurückgehender f. M. eingefasst werden und zwar, die Eckfelder nur nach 2 Seiten, die Felder an den geraden Rändern nach 3 Seiten, die inneren Felder nach 4 Seiten. Die einzelnen Theile werden dann zusammengenäht oder gehäkelt. Die dunklen Vierecke werden mit kleinen Sternen in heller Farbe, die hellen Vierecke mit Halbkreisen in dunkler Farbe ausgestattet. Kleiner Stern in heller Farbe — 4 Lftm., den Ring schliessen ; in jede M. : 2 f. M. bis zu 8 M. = nach der 8. M. : * 8 Lftm., 1 f. M. in die 1. von den 8 f. M.; siebenmal von * wiederholen, dann schliessen. Dieser kleine Stern wird dann in die Mitte des dunkelfarbigen Vierecks aufgenäht. Die Halbkreise beginnt man von links nach rechts arbeitend, nachdem der Faden befestigt, mit 18 Lftm. und 3o8 DAS HÄKELN schliesst diese am Vereinigungspunkt von 4 kleinen Feldern an; dann folgen über die Lftm.: 6 f. M., 1 Pkt., 7 f. M., 1 Pk., 7 f. M., 1 Pkt., 6 f. M., den Faden anschliessen; den 2. Halbkreis schliesst man an den 1. bei dem mittleren Pkt. an. Wenn beide Halbkreise vollendet sind, befestigt man sie auf der Kehrseite mit einigen Stichen. Randspitze — Die Verzierung der Decke wird für sich gehäkelt und zwar von aussen nach innen. Von links nach PtM r/**' &ÏÎ4-.- '.•üt-i i/5*•• •- £'HS« ?zÄ Hn JC?"' ■gw-qi ^aw jMya! •ÿ'Â?-£v~ï^sÊf ■NfiflA - ■ S»*?, 3 '* "r ! ä*y -, kÆ mm pis vy«yu«!H> £*Æ. SStäS mmMgSg tôt ■*s ¥% äJ*®! 'cpm 0?%W ijwp Abb. 477. Deckenmuster mit Reliefhäkelei. Fadensorten: Coton à tricoter D.M.C N° 6 bis 12, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 1 bis 5 oder Coton pour crochet N* 6 bis 12. (*) Farben : Gris-Coutil 323 und Brun-Caroubier 356. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 3 og rechts arbeitend wird mit der dunkleren Farbe begonnen mit * io Lftm., die Schlinge frei lassen, die Nadel in die i. Lftm, einführen, die freie Schlinge von rechts nach links erfassen und sie durchziehen, 2 Lftm. = in die 10. Lftm. und recht knapp aneinander 6 St.; von * an wiederholen bis die Spitze die Decke reichlich einrahmt. 2. Gang in heller Farbe — Gleich dem 1. zu häkeln, nur dass beim Anschliessen der Lftm. die Km. über die Lftm. der vorhergehenden Reihe gemacht wird. 3 . Gang wieder in dunkler Farbe — Gleich dem 2. zu arbeiten. 4., b. und 6. Gang in heller Farbe — Von rechts nach links zu arbeiten = 7 Lftm., 2 f. M. in jede Schlinge der vorhergehenden Reihe. 7. Gang ebenfalls in heller Farbe — Von links nach rechts zu arbeiten = * 2 f. M., 11 Lftm. in den Bogen der Spitze, 2 f. M. in den nächsten Bogen. Diese 2 f. M. werden auf der Kehrseite der Arbeit gemacht, dann zieht man die Nadel aus der Schlinge, wendet die Nadel nach der rechten Seite, macht 3 f. M. in die 3 letzten Lftm., 8 Lftm., und wiederholt dann stets von *. Eine Reihe fester Maschen in jede der Luftmaschen und eine zweite Reihe, aus Stäbchen bestehend, schliessen die Spitze ab, welche hernach an die Decke genäht wird. Deckenmuster mit Fransenabsohluss (Abb. 478). — Unsere Vorlage ist in drei Farben, dunkelblau, Bleu-Indigo 3 11, roth, Rouge-Turc 32 1 und weiss hergestellt. Die Streifen, 20 Maschen breit, je einer dunkelblau, einer weiss, können in einem beliebigen dichten oder leichten Häkelstich ausgeführt werden. Die Einfassung der Streifen, mit rothem Garn ausgeführt, bilden 8 f. M. in dreierlei Längen. * Die 1. M. geht nur über die Randfäden, die 2. über 2 M., die 3 . über 1 M., die 4. über 3 M. nach innen. Von * an wiederholen. Die Maschenstiche müssen immer von beiden Seiten in die parallellaufende Maschenreihe kommen. DAS HÄKELN 3 IO Die Streifen werden von der Kehrseite durch eine Reihe f. M. und mit weisser Wolle verbunden. Zum Rand sind i 5 Gänge erforderlich : 1. Gang mit rothem Garn — i Reihe f. M. auf der rechten Seite der Arbeit. 2. Gang — Ebenfalls i Reihe t. M., jedoch auf der Kehrseite der Arbeit auszuführen. niHïiKiîîiiituijhitii \ * .. Abb. 478. Deckenmuster mit Fransenabschluss. Fadensorten : Coton pour crochet D.M.C N° 6 bis 10 oder Coton à tricoter D.M.C N" 6 bis 14. (*) Farben : Ausser den in der Beschreibung angeführten auch : Weiss, Gris-Tilleul 331 und Rouge-Cornouille 449. (*) 3 . und 4. Gang — 2 Reihen f. M. auf der rechten Seite der Arbeit. 5 . Gang mit dunkelblauem Garn — 1 St., 1 Lftm., 1 f. M. der unteren Reihe übergehen, 1 St. u. s. w. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 3 l I 6. Gang mit weissem Garn — Gleich dem 5 . 7. Gang — Gleich dem 6. 8. Gang mit rothem Garn — 1 f. M. in jede M. der vorhergehenden Reihe. 9. Gang mit rothem Garn — Auf der Kehrseite zu arbeiten : 1 f. M. in jede der vorhergehenden Reihe. 10. und 11. Gang — Beide auf der rechten Seite: 2 Reihen f. M. 12. Gang mit weissem Garn — 5 Lftm., 3 M. übergehen, 1 f. M. in die 4. M. 1 3 . Gang mit dunkelblauem Garn — Gleich dem 12. 14. Gang mit weissem Garn — 1 f. M. in die 5 . M. der blauen Reihe, 10 Lftm., die Nadel herausziehen, die Lftm. von links nach rechts legen, die Nadel bei der 3 . Lftm. vom Anfang an gezählt, einführen, die Schlinge fassen, durch die 3 . Lftm. ziehen, 2 Lftm. u. s. w. 1 5 . Gang mit weissem Garn — Je 1 f. M. in die durch die Lftm. gebildeten Pkt., 5 Lftm. In diese letzte Reihe werden rothe Fransenbüschel eingezogen und mit blauem Faden abgenäht. Statt diesem Abschluss lassen sich auch Guimpen-Fransen anbringen. Decke aus einzelnen Schiffchen zusammengesetzt (Abb. 479). — Die Abneigung, durch lange Zeit an einem grösseren Gegenstand arbeiten zu müssen, hält manche Frau ab, gewisse Arbeiten, beispielsweise Decken, zu beginnen. Es wird daher gewiss vielen unserer Leserinnen dieses Muster sehr willkommen sein, weil es ermöglicht, ein grosses Ganzes allmählich und in kleinen, einzelnen Theilen herzustellen. Zwei Farben, deren Verwendung deutlich in der Abbildung zu unterscheiden ist, sind unter den bereits mehrmals angegebenen Tönen zu wählen; eine ganz helle, für die Schiffchen und die später einzusetzenden Vierecke, und eine dunklere, jedoch ebenfalls milde Farbe, für die Verbindungsreihen und für die geknüpfte Franse, deren Herstellung im zweitnächsten Kapitel eingehend erklärt ist. Man beginnt die Schiffchen mit einer Luftmaschen kette 3 1 2 DAS HÄKELN von 9 Lftm., häkelt darüber 8 f. M. und 3 f. M. in die Eckmasche = nach der anderen Seite des Anschlages sind ebenfalls 8 f. M. und 3 f. M. in die Eckmasche zu häkeln. Es wird nun an beiden Seiten weiter gearbeitet, bis 3 Gänge fester Maschen vollendet sind. Der 3. Gang muss 28 M. zählen. §S9||§ SSV'" häjll ~ !Eas»/ fei««. •t«. H88H9 iÜHi ■SässS tew tlw «SS SH» Abb. 479. Decke aus einzelnen Schiffchen zusammengesetzt. Fadensorten : Coton pour crochet D.M.C N" 6 bis io oder Coton ä tricoter D.M.C N* 6 bis 14. (*) Farben : Weiss und Rouge-Turc 321 . (*) Diese 3 kurzen Reihen gelten in dieser Beschreibung als i. Gang. 2. Gang — 3 Lftm., i St. in die nächste f. M., * i Lftm., (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 313 i St. in die nächste f. M.; von * elfmal wiederholen = dreimal in die Eckmasche, i Lftm., i St. : = zwölfmal i Lftm., i St. bis zur nächsten Eckmasche, in welche wieder 3 St. mit je i Lftm. kommen ; i Lftm., schliessen. 3 . Gang — i Lftm., i f. Km. in die Lftm., die dem i. St. des vorhergehenden Ganges folgt; 3 Lftm., i zweifaches Büschelstäbchen zwischen den beiden unteren St., i Lftm. und so weiter, bis im ganzen 35 St. sind, die 3 Eckstäbchen an beiden Spitzen mitgerechnet. 4. Gang — Hier kann man auch die Farbe der Wolle wechseln = 1 f. M. in jede M. der vorhergehenden Reihe, 3 f. M. in jede der Eckmaschen. 5 . Gang — Gleich dem 4. Gang. 6. Gang — * 2 f. M., 1 zweifaches Büscheist, in die M. des 4. Ganges, über welcher die 5 . M. der vorhergehenden Reihe steht; von * an wiederholen. Es ist darauf zu achten, dass das 10. und 23 . Büscheist, genau über den Eckmaschen zu stehen kommen. 7. und 8. Gang — Diese beiden letzten Gänge, aus festen Maschen bestehend, können wieder in der ersten Farbe gemacht werden; auch bei diesen beiden Reihen müssen in die Eckmaschen' 3 f. M. gemacht werden. Die Schiffchen werden dann nach innen mit f. M. verbunden, die 5 im Einschnitt liegenden M. werden übergangen, so dass die Reihen immer kleiner werden. Den äusseren Abschluss bildet eine geknüpfte oder eine Guimpen-Franse aus farbiger Wolle. Carreaux für Decken, Schutzdecken u. s. w. (Abb. 480). — Dieses Muster, nach Motiven des Siebmacher-Albums zusammengestellt, kann in jedem Garn und in jeder Farbe ausgeführt werden. So wie für Decken jeglicher Art, lassen sich die Sterne auch für Vorhänge, Tischdecken-Abschlüsse und, schräg verbunden, für Spitzen verwenden. Unsere Vorlage ist mit naturfarbenem Fil ä dentelle D.M.C N° 120 gearbeitet, jedoch dürften die stärkeren Nummern desselben Garnes meistens zweckentsprechender sein, als die feineren. 1. Gang — 4 Lftm., den Ring schliessen. 3 1 4 DAS HÄKELN 2. Gang — i Lftm., = 2 f. M. in jede Lftm., also im ganzen 8 f. M., die letzte M. durch die 1. Lftm. ziehen. /> ». ■Ai. 2*r. , ’ « ^* ■'Vi ir^’ Abb. 480. Carreaux fur Decken, Schutzdecken u. s. w. Fadensorten: Fil d'Alsace D.M.C N® 3 o bis ioo, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 20 bis 5 o oder Fil à dentelle D.M.C N® 25 bis 70, weiss oder naturfarben. (*) 3. Gang — 6 Lltm., i St., * 3 Lftm., i St.; sechsmal von * wiederholen ; im ganzen mit den 3 Lftm., 8 St. 4. Gang — 4 f. M. über je 3 Lftm., 1 f. M. über das St. 5. Gang — 6 Lftm., 1 f. M. in die 3. der unteren f. M., * 3 Lftm., 1 einfaches St. über das untere St., 3 Lftm., (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 315 i f. M. in die 3 . M. des unteren Ganges; sechsmal von * wiederholen, dann 3 Lftm., i f. M. in die 3 . der 6 Lftm. 6. Gang — 8 Lftm., * i f. M. über das St. der vorhergehenden Reihe, 7 Lftm.; siebenmal von * wiederholen. 7. Gang — 3 Lftm., 1 St. über das untere St., 1 St. in jede Lftm. ; in die f. M. der unteren Reihe 2 St.; im ganzen sammt den 3 Lftm. 72 St. 8. Gang — * 8 Lftm., 1 f. M. zwischen den beiden aufgenommenen St., also zwischen dem 8. und 9. = die Arbeit wenden, 12 f. M. auf der verkehrten Seite = die Arbeit wieder nach der rechten Seite wenden; jede der 12 f. M. auffassen wie zum tunesischen Häkelstich, mit welchem nun in 10 Doppelgängen kleine Pyramiden gebildet werden. Es wird dabei einmal rechts, einmal links abgenommen. Die 3 letzten Schlingen werden zusammen zugezogen. Nun wird nach der der rechten Hand zugekehrten Seite 1 Km. in jede Reihe der tunesischen Häkelei gemacht. Zum Schluss 1 f. M. in jene M., welche den 8 Lftm. folgt; siebenmal von * wiederholen. 9. Gang — Der Pyramide entlang : 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 2 f. M., 3 f. M. in die oberste M. Dasselbe nach der 2. Seite und an allen Pyramiden wiederholen. Nach Beendigung des 9. Ganges wird der Faden abgeschnitten. 10. Gang — Den Faden in die oberste M. einer Pyramide anschlingen; * 7 Lftm., den Faden fünfmal Umschlagen, an das mittlere Pkt. der Zacke, an welcher gearbeitet wird, an- schliessen, die Nadel durch 2 Umschläge zurückziehen, wieder zweimal Umschlagen, an das mittlere gegenüberliegende Pkt. anschliessen, die Nadel zweimal durch je 2 Schlingen zurückziehen, das 3 . Mal durch 3 Schlingen, die letzten wieder paarweise zuschürzen = 7 Lftm., 1 Doppelst., an den 3 . Umschlag anschliessen, 7 Lftm., 1 f. M. in die nächste Zacke = 7 Lftm., 1 siebenfaches St. an das nächste mittlere Pkt. anschliessen, die Nadel dreimal durch je 2 Schlingen zurückziehen, 1 dreifaches St. an das gegenüberliegende mittlere Pkt., die Nadel durch die Schlinge zurückziehen, beim 4. Umschlag durch 3 3 i 6 DAS HÄKELN Schlingen ziehen, die 3 letzten Schlingen wieder paarweise zuschürzen = 7 Lftm., 1 vierfaches St., an den 4. Umschlag anschliessen, 7 Lftm., 1 dreifaches St., 7 Lftm., 1 f. M. in die nächste Pyramide*, dreimal von * wiederholen. 11. Gang — 1 Lftm., 1 f. M. in jede der unteren Lftm., f. M. und St. = über dem Eckst. 2 f. M. aufnehmen, den Gang schliessen. 12. Gang — 1 Km. in die 1. f. M., 5 Lftm., 1 St. in die 3 . f. M., 2 Lftm., 1 St. in die 3 . f. M., so fort bis zur Eckmasche, im ganzen 14 St. = in die Eckmasche, 2 Lftm., noch 2 St. in dieselbe f. M.; dann mit 2 Lftm. und 1 St. fortsetzen. Es müssen zwischen den 3 Eckstäbchen 18 St. und 19 mal 2 Lftm. sein. Nach allen 4 Seiten muss die gleiche Anzahl St. vorhanden sein. 1 3 . Gang — 1 f. M. in jede der unteren Lftm. und St., im ganzen 62 f. M., ohne jene 3 , welche an den Ecken gemacht werden. 14. Gang — 14 Km. über die unteren f. M., * 1 Lftm., 24 f. M. in die f. M. der vorhergehenden Reihe = 4 f. M. dieser Reihe müssen frei bleiben, die 2 aufgenommenen nicht mitgezählt. Nach der 24. f. M. die Arbeit wenden, 2 M. übergehen, 21 f. M., wobei die beiden Schlingen der unteren Maschen gefasst werden = die Arbeit wenden, 1 Lftm., 20 f. M. = die Arbeit wenden, 19 f. M. und so weiter abnehmen bis auf 1 M.; den Faden dann abschneiden. Beim Abnehmen wird stets entweder die vorletzte Masche, oder die erste übergangen ; 1 Lftm. an der geraden Seite und nach jedem Gang. Den 2. Theil der Dreiecke fängt man von rechts nach links, an der 5 . M. nach der aufgenommenen Eckmasche an; wenn der Faden befestigt ist, 24 f. M. Die beiden Theile müssen durch 7 M. getrennt bleiben. Die Arbeit wenden: 21 f. M., die 2 letzten M. übergehen, 1 f. M. in die M., an welche der Faden angeschlossen ist = die Arbeit wenden: 1 M. übergehen, 20 f. M., dann 1 fünffaches St., die Nadel in die 4. der 7 M. einführen ; zweimal durch 2 Schlingen zurückziehen, zweimal Umschlagen, die DAS HÄKELN 3 l? Nadel in die letzte M. der 3 . gegenüberliegenden Reihe einführen; zweimal durch 2 Schlingen ziehen, dann durch 3 Schlingen, noch einmal durch zweimal 2 Schlingen = die Arbeit wenden : 19 f. M. u. s. w. **. Bis zum Schluss kommen 10 Querstäbchen, dann wird der Faden abgeschnitten. Für die 3 nächsten Seiten wird von * zu * * dreimal wiederholt. 1 5 . Gang — Nach dem letzten Dreieck wird der Faden nicht mehr abgeschnitten, 5 Lftm., * 1 St. in dieselbe Masche, aus welcher die 5 Lftm. entstanden, 2 Lftm., 1 St. in die letzte f. M. der 1. Dreieckhälfte, 2 Lftm., 1 St. in die Mitte des 1. Theiles des 10. Verbindungsst., 2 Lftm., 1 St. in den 2. Theil desselben St., 2 Lftm., 1 St. in die 1. f. M. der 2. Dreieckhälfte, 2 Lftm., 1 St. in die 3 . und letzte f. M. des Dreieckes, 2 Lftm., 1 St. in dieselbe M. des letzten St. = dann der Kante entlang: 10 St. mit je 2 Lftm. dazwischen, je 1 St. an einem Gang f. M., nach dem 10. St. 5 Lftm., je 1 f. M. in die 5 f. M. der i 3 . Reihe; 5 Lftm., wieder 11 St. mit je 2 Lftm., nach dem 11. St. 2 Lftm. **. Von * bis * * dreimal wiederholen. 16. Gang — Ueber je 2 Lftm. 3 f. M. 17. Gang — Achtmal 7 Lftm., 1 f. M. in die 6. t. M. der vorhergehenden Reihe = für den 9. und 10. Bogen nur * 5 Lftm. Die f. M. nach dem 9. Bogen muss genau über der aufgenommenen Eckmasche des i 3 . Ganges gemacht werden; nach dem 10. Bogen 1 f. M., dann i 3 Bogen mit 7 Lftm., je 1 f. M. über 6 f. M. der unteren Reihe; zweimal von * wiederholen; nach dem 4. Bogen 2 kleinere Bogen, bis zum Schluss des Ganges noch 5 Bogen zu je 7 Lftm. 18. Gang — 7 f. M. in einen Bogen aus 7 Lftm.; 5 Lftm., die Schlinge frei lassen, die Nadel in die 3 . f. M. zurückführen und anschliessen = über die 5 Lftm.: 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., und noch 2 f. M. in die 7 Lftm. Ueber den 9. Bogen mit 5 Lftm.: 5 f. M. = über den 10. Bogen mit 5 Lftm.: 3 f. M. = zurückgehend 7 Lftm., die Nadel zurückführen, an die 3 . f. M. des 9. Bogens anschliessen, das Pkt. wie bei den anderen vollenden. Für Decken, Schutztücher u. dgl. verbindet man die Sterne, 318 DAS HÄKELN bei den i 3 Pkts. der geraden Reihe, das 14. Pkt. bleibt frei. Die 4 freigebliebenen Zäckchen werden dann mittelst einer kleinen Sternfigur verbunden. Abb. 481. Gehäkelter Stern. Fadensorten : Fil à pointer D.M.C N" 3o, Cordonnet 6 fils D.M.C N“ 25 bis 3o, Fil d'Alsace D.M.C N* 3o bis 70 oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis i5o. (*) Gehäkelter Stern (Abb. 481). — Dieser Stern ist eines der schönsten und zartesten Muster für Häkelei; es wurde zur Wiedergabe in allen Stücken der D.M.C Garne angefertigt. Es ist schön mit kräftigem schnurähnlichen Faden, noch schöner aber in feinem Faden, wie z. B. mit Fil ä dentelle D.M.C N° i 5 o. In dieser feinen Ausführung kann die Häkelei (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 319 neben jeder kostbaren, genähten Spitze ihren Platz behaupten, denn sie sieht ebenso fein aus, als die mühsam durch die Nadel entstandene Arbeit. 1. Gang — 6 Lftm., den Ring schliessen. 2. Gang — g Lftm., 1 Doppelst., * 4 Lftm., 1 Doppelst., von * sechsmal wiederholen, nach dem 7. St. 4 Lftm., 1 Km. in die 5. der 9 Lftm. 3. Gang — 1 Lftm., * 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., siebenmal von * an wiederholen, nach der letzten f. M. den Faden durch die 1. M. ziehen. 4. Gang — 12 Lftm., 1 St. in die M. über dem unteren St., * 9 Lftm., 1 St., von * an sechsmal wiederholen. Nach dem 7. St. und nach den 9 Lftm., 1 Km. in die 3. der 12 Lftm. 5. Gang — 3 Lftm., 1 St. in jede M., mit den 3 Lftm. 80 St., nach dem letzten 1 Km. in die 3. Lftm. 6. Gang — 11 Lftm., 1 vierfaches St. in die 2. untere M., 4 Lftm., 1 vierfaches St. in die 3. untere M. Im ganzen Kreis 32 St., die ersten 7 Lftm. mitgerechnet. 7. Gang — 5 f. M. über je 4 Lftm. 8. Gang — 3 Km. in die 3 ersten M.; * i5 Lftm., 1 Lftm. übergehen, ** 1 Km., 1 f. M., 1 halbes St., 2 St., 1 ein und einhalbfaches St., 2 Doppelst., 1 dreifaches St., 1 drei und einhalbfaches St., 1 vierfaches St. ***, 3 Lftm., 4 M. des vorigen Ganges übergehen, 6 Km., i5 Lftm., 1 Km. in das 5. St. der vorigen Pyramide, von unten nach oben gezählt; über den 7 Lftm.: 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 8 Lftm., von ** bis *** wiederholen. Vom letzten vierfachen St. ein einfaches St. nach unten gestellt, 3 Lftm., 5 M. übergehen, 5 Km. ♦ ***. Von * bis **** siebenmal wiederholen, dann noch 3 f. M., 8 Km. an der 1. Pyramide hinauf, 7 Lftm., 1 Km. in die gegenüberliegende Pyramide, das Verbindungsst. vollenden, und 9 Km. bis zur Spitze. 9. Gang — 1 Lftm., 1 f. M., * i5 Lftm., 1 f. M. in die nächste Spitze, t5 mal von * an wiederholen. 10. Gang — 3 Lftm., 1 St. in jede M. des vorigen Ganges, 256 St. mit den 3 Lftm. 11. Gang — Zur kleinen spitzen Zacke : 5 Km., * 8 Lftm., 320 DAS HÄKELN i Km. in die i. der 5 . Km., 8 Lftm., an das 5 . St. nach rechts anschliessen, 14 f. M. in die ersten 8 Lftm., 6 f. M. in die folgenden Lftm., — die Arbeit wenden, — 5 Lftm., 1 St. zwischen die 2 Bogen, 5 Lftm., 1 Km. in die 7. f. M., — die Arbeit wenden, — 2 f. M. über die 5 Lftm., 2 Lftm., 1 Pkt., 10 Lftm., 1 M. übergehen, in die folgenden: 1 Km., 1 f. M., 1 halbes St., 2 St., 1 ein und einhalbfaches St., 2 zweifache St., 1 dreifaches St., 1 Pkt., 2 Lftm., 2 f. M. in die 5 unteren Lftm., 8 f. M. in die 8 Lftm. Grosse Zacke — 16 Km., 8 Lftm., 1 Km. in die 5 . M. rechts, 8 Lftm., 1 Km. in die 5 . M. rechts, in die ersten 8 Lftm. 6 f. M., 1 Pkt., 9 f. M., über die folgenden : 6 f. M., 8 Lftm., 1 Km. in die 4. der 9 f. M., über die 8 Lftm.: 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., in die unteren Lftm.: 3 f. M., 1 Pkt., 6 f. M., 4 Km. über 4 St. Grosser Bogen — 18 Lftm., 1 Km. in die 3 . der 5 f. M. des oberen Bogens; 18 Lftm., 1 Km. in die 4. der 16 Km., 25 f. M. über die ersten, und 25 f. M. über die zweiten 18 Lftm., 1 Km. in das 2. St., — die Arbeit wenden, — 1 f. M. in jede der 5 o f. M., 1 Km. in die 3 . Km., — die Arbeit wenden, — 10 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 2 Lftm., 1 Pkt., 10 Lftm., 1 M. übergehen, in die folgenden: 1 Km., 1 f. M., 1 halbes St., 2 St., 1 ein und einhalbfaches St., 1 zweifaches St., 1 zwei und einhalbfaches St., 1 dreifaches St., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in die 6. M. von der Mitte aus gezählt, dann 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 10 f. M., 11 Km. auf der Stäbchenreihe. Von* siebenmal wiederholen. Gehäkelter Stern (Abb. 482). — Für einzelne, gehäkelte Sterne findet sich leicht eine nützliche Verwendung bei Gardinen aus glattem Stoff. Man heftet die Häkelei auf, zieht mit starkem Faden einen Kreis, languettirt letzteren und fasst gleichzeitig die Pikots der Häkelei mit; der Stoff unter derselben wird weggeschnitten. 10 Lftm., den Ring schliessen. 1. Gang — 24 f. M. in den Ring. DAS HÄKELN 321 2. Gang — i f. M. in jede f. M. des vorigen Ganges. 3 . Gang — 5 Lftm., i Doppelst., i Lftm., i Doppelst., im ganzen 24 St. 4. Gang — 5 Lftm., 1 St. in das 1. Doppelst., 2 Lftm., 1 St. u. s. w. 5 . Gang — 4 t. M., — die Arbeit wenden, — 4 f. M., — die Arbeit wenden, — 4 f. M., 5 Lftm., 2 M. des vorigen !*> ?= \ '% Ü55SS ■- ' w ^ • &^Mäsr4?°^ “**** *• JgfißfeJSMfc M Je&U ßl?sfr> , h §§*§■ Isis tiM "*** Pf®! ‘ %(*#! isssss'At Abb. 482. Gehäkelter Stern. Fadensorten: Dieselben wie zu Abb. 481. Ganges übergehen, * 4 f. M., — die Arbeit wenden, — 4 f. M., — die Arbeit wenden, — den Faden durch die 4. Lftm. ziehen, 4 f. M., 5 Lftm., von * an wiederholen, im ganzen 12 kleine Würfel. 6. Gang — 1 Km. in jede M. des 1. Würfels, in die letzte M. 1 f. M., * über die folgenden Lftm. : 4 f. M., 1 f. M. in die 1. f. M. des folgenden Würfels; 5 Reihen f. M., 9 Lftm., 322 DAS HÄKELN i f. M. in die letzte M. des 2. Würfels, von * wiederholen, nach der 2. und 4. Reihe fester Maschen den Faden durch die 8. und 6. Lftm. ziehen; im ganzen 12 Würfel. 7. Gang — 1 Km. in jede M. des 1. Würfels, in die letzte M. 1 f. M., * 6 f. M. über die Lftm., 1 f. M. in die 1. M. des 2. Würfels, * 7 Reihen fester Maschen, 12 Lftm., 1 f. M. in die letzte M. des 2. Würfels, von * wiederholen, nach der 2., 4. und 6. Reihe den Faden durch die i 3 ., n. und 9. Lftm. ziehen; im ganzen 12 Würfel. 8. Gang — nach dem 12. Würfel: 8 Lftm., 1 Km. in die 1. f. M., * 14 Lftm., 1 f. M. in die letzte f. M., über die folgenden f. M.: ** 1 f. M., 1 St., 1 ein und einhalbfaches St., 1 Doppelst., 1 zwei und einhalbfaches St., ***, 1 dreifaches St. ***♦. Von *** bis ** wiederholen, dann von * bis ****. 9. Gang — 19 f. M. über die 14 Lftm., 1 Km. in jede M. der Zacke bis zum dreifachen St. der 12. Zacke. 10. Gang — 12 Lftm., 1 f. M. in die 10. der 19 f. M., 12 Lftm., 1 f. M. in die Km. oberhalb des dreifachen St., 12 Lftm. u. s. w. 11. Gang — über die ersten 12 Lftm.: * 5 f. M., 1 Pkt., 12 f. M., über die folgenden Lftm.: 7 f. M., 10 Lftm., 1 Km. in die 5 . der 12 f. M., über die 10 Lftm.: 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., über die unteren Lftm. : 4 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. Von * 11 mal wiederholen. Gehäkelter Kragen (Abb. 483). — Es ist bisher sorg- fältigst vermieden worden, irgend einen Gegenstand in die Beschreibungen einzureihen, der dem Wechsel der Mode unterliegen könnte; eine Ausnahme machen wir jedoch hinsichtlich dieses Kragens, dessen Form seit vielen Jahren der Liebe zur Putzänderung getrotzt hat und noch trotzen wird. Diese Arbeit kann nur in feinen Garnen hergestellt werden, denn nur so wird man eine täuschende Aehnlichkeit der Häkelei mit der Nähspitze erreichen, besonders wenn dazu naturfarbenes Garn, Fil ä dentelle D.M.C, verarbeitet wird. DAS HÄKELN 323 Auch können nur die unter der Abbildung angeführten Nummern genommen werden, mit anderen würde man den genau berechneten Umfang des Kragens nicht zu Stande bringen. ai y.’ -W à mmmm sSÿb .«t**'*' 'J afl&Sî' • k F'Jr* jt f 'Vi‘Ä- I © - ^ i ä«£S 5 f$! JhÄ: V"ï'v-^ liiil ^Sv^-'ïâ -l*iVA éWêM* ««■f fA â-s? îî%.*s ! 3 KeS;e mm JT à^«k£ -•SKiA. MÉIl I r^î#: : ** r -. ’•ji ZrëfZfii Ss3-Â.K.«S^V«S^» K§@ÿIlÉ VLtVi- .•Ä- r»VVl;T Abb. 483. Gehäkelter Kragen. Fadensorten: Fil d’Alsace D.M.C N" 100, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 120 oder Fil à dentelle D.M.C N* 120, naturfarben. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 324 DAS HÄKELN Zuerst sind die mit glattem Rand eingefassten Figuren dann die einzelnen Verbindungen herzustellen. Wir beginnen mit der Beschreibung des Sternes mit den vier durchschnittenen Rosetten. 1. Gang — 4 Lftm., den Ring schliessen; 5 Lftm., * i St. in den Ring, 2 Lftm. = von * sechsmal wiederholen, dann den Faden an die 3 . Lftm. anschliessen. 2. Gang — i Lftm., 3 f. M. über je 2 Lftm.; i f. M. über jedes St. 3 . Gang — 8 Lftm., * i St. über je i St. der i. Reihe, 6 Lftm.; von * sechsmal wiederholen. Im ganzen, die 2 ersten Lftm. mitgezählt, 8 St.; die Reihe schliessen. 4. Gang — Kleines Blatt = * 10 Lftm., zurückarbeitend in die 10 Lftm.: 1 f. M., 1 halbes St., 4 ganze St., 1 halbes St., 1 f. M., an die 1. Lftm. anschliessen = über die 6 Lftm. der 3 . Reihe: ** 1 f. M., 1 halbes St., 1 ganzes St., 3 Doppelst., 1 ganzes St., 1 halbes St., 1 f. M. ***; noch einmal von ** zu *** wiederholen, und dreimal von * zu ***, dann dem 1. Blatt entlang bis zur 10. M., 10 f. Km. 5 . Gang — Von der Blattspitze aus * 7 Lftm., 1 dreifaches St. in die 3 . Masche des kleinen Bogens des 4. Ganges, 7 Lftm., 1 dreifaches St. in den nächsten Bogen, 7 Lftm., 1 f. M. in die 10. M. des 2. Blattes **. Von * zu ** dreimal wiederholen. 6. Gang — 1 Lftm., * 3 f. M. in die Eckmasche; 1 f. M. in jede Lftm. und in jedes St. der vorhergehenden Reihe, 16 M. bis zum 2. St. = die Arbeit wenden, zurückarbeitend: 1 Lftm., 1 Doppelst, in die 4. f. M., 1 Lftm., 1 Doppelst., 1 Lftm., 1 Doppelst., 1 Lftm., 1 Doppelst., 1 Lftm., 1 Doppelst., 1 Lftm., an die 4. f. M. anschliessen = die Arbeit nach der rechten Seite wenden; 2 f. M. über je 1 Lftm., in jedes St. ebenfalls 1 f. M., ausserdem je 1 Pkt. über das 1., 2., 4. und 5 . St. = 8 f. M. **. Von * bis ** dreimal wiederholen. 7. Gang — 1 Lftm., 1 f. M. in die mittlere der 3 aufgenommenen Eckm., * 9 Lftm., 1 Doppelst, zwischen die ersten Pkts. des Halbkreises der früheren Reihe, 8 Lftm., 1 dreifaches St. über das 3 . St. des Halbkreises, 8 Lftm., DAS HÄKELN 325 1 Doppelst., zwischen das 3 . und 4. Pkt. des Halbkreises, 9 Lftm. ; 1 f. M. in die Eckm. **. Von * bis * * dreimal wiederholen. 8. Gang — 19 f. M. über die Lftm. der 7. Reihe, 1 Lftm., 3 f. M. in die Eckmasche, 24 f. M. über die Lftm. und über die St. = die Arbeit wenden, zurückarbeitend: 2 Lftm., 1 Doppelst, in die 20. f. M. = 2 Lftm., noch 2 Doppelst, mit je 2 Lftm. in dieselbe M., zum Schluss 2 Lftm., an die 5 . oder i 5 . f. M. anschliessen = die Arbeit wenden; über die Lftm.: * 1 f. M., 1 Pkt., 1 f. M., 1 f. M. in das St.; von * viermal wiederholen, dann noch 4 f. M. in die Lftm. des 7. Ganges = die Arbeit wenden: 5 Lftm., 1 Doppelst, über das 1. St. des kleinen Halbkreises; noch dreimal 5 Lftm. und zweimal 1 Doppelst, in jedes der unteren St. nach den letzten 5 Lftm. an die 4. f. M. anschliessen. Spitze Blätter — 8 Lftm., 1 Lftm. übergehen, zurückgehend in die 7 Lftm.: 1 Km., 1 f. M., 1 halbes St., 1 ganzes St., 1 Doppelst., den Faden zweimal durchgezogen, 3 ganze Doppelst., 1 f. M. in die 5 Lftm. Das nächste spitze Blättchen kommt zur Hälfte vor, zui Hälfte nach dem St. der früheren Reihe; im ganzen sind 7 spitze Blätter zu arbeiten. Nach dem 7. Blatt: 8 f. M. in die Lftm. des 7. Ganges = dann zurückarbeiten ohne jedoch die Arbeit zu wenden : 7 Lftm., 1 f. M. in die oberste M. des spitzen Blattes; noch siebenmal wiederholen, nach den achten 7 Lftm. 1 f. M. in die 9. f. M., den Faden von oben nach unten ziehen, 2 Lftm., den Faden bei der 3 . f. M. wieder nach oben ziehen, 1 einfaches St. in jede Lftm., 1 Pkt. über das spitze Blatt = dann noch 4 St., 14 Lftm., an das 4. St. hinter dem 1. Pkt. anschliessen = in die 14 Lftm.: 5 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 4 St. bis zum nächsten Pkt., 1 Pkt., 4 St. = 14 Lftm., diese an das dem 1. Bogen zunächst stehende St. anschliessen u. s. f. Im ganzen 7 Bogen, nach dem 7. werden noch 2 St. in die 2 letzten Lftm. gemacht; beim 2. St. werden 2 f. M. mitgehäkelt, diesen folgen dann die 3 Eckmaschen. 326 DAS HÄKELN Beim nächsten Bogen wird das i. Pkt. des Bogens an das 3 . des letzten Bogens mittelst Km. angeschlossen. Nachdem nach allen 4 Seiten die oben beschriebene Figur vollendet, wird der Faden abgeschnitten. Einfassung der oberen Felder — Man beginnt den engeren Rand nach oben, von rechts nach links zählend, beim 3 . kleinen Bogen mit * 1 f. M. in das mittlere Pkt., 5 Lftm., 1 Doppelst, in das 1. Pkt. des 4. Bogens = 5 Lftm., 1 dreifaches St. in das 2. Pkt. desselben Bogens = 5 Lftm., 1 Doppelst, in das 3 . Pkt. desselben Bogens = 5 Lftm., 1 f. M. in das mittlere Pkt. des 5 . Bogens = 10 Lftm., 1 f. M. in das mittlere Pkt. des 6. Bogens = 9 Lftm. **, 1 Doppelst, in das mittlere Pkt. des 7. Bogens und 1 Doppelst, in das mittlere Pkt. des 1. nächsten Bogens; die letzten Schlingen beider St. zusammen zuschürzen. Von ** bis * wiederholen. Da die St. von nun an immer wieder dieselbe Stelle einnehmen, entfällt die weitere Angabe, an welchen Bogen sie anzuschliessen sind. Zur 2. etwas weiteren Randfläche : *** 10 Lftm., 1 St. in den 6. Bogen = 11 Lftm., 2 verbundene vierfache St. in das mittlere Pkt. des 7. und 1. Bogens = 11 Lftm., 1 St. in den 2. Bogen, 10 Lftm., 1 St. in den 3 . Bogen = 7 Lftm., 1 zwei und einhalbfaches St., 8 Lftm., 1 drei und einhalbfaches St., 8 Lftm., 1 Doppelst., 8 Lftm., 1 f. M., 12 Lftm., 1 St., 14 Lftm. ****, 2 verbundene dreifache St. Von **** bis ***, also in umgekehrter Reihenfolge, einmal wiederholen. Zum Schluss eine Reihe f. M. ringsherum und 3 f. M. in jede Eckmasche. Der untere weitere Rand hat, die Eckmaschen ungerechnet, 91 M. Für den oberen Theil des Kragens sind 4 gleiche Felder erforderlich. Gleicher Stern nach unten — Dieser Stern wird ganz gleich nach dem 1. gearbeitet, jedoch nur bis zum 7. Gang, welcher bis zur Hälfte auch noch genau nach der Beschreibung gemacht wird. In der 2. Hälfte der Luftmaschenreihe DAS HÄKELN 327 wird in jedem Zwischenraum um i Lftm. weniger gemacht als in der i. Hälfte. 8. Gang — Dieser wird in der i. Hälfte ebenso mit 7 kleinen Zacken gearbeitet, wie der früher beschriebene. Lieber die 2. Hälfte, die nun um 4 Lftm. in jedem Viertheil enger, werden die kleinen Räder gleich den andern mit Pkts. gemacht ; die folgende Luftmaschen- und Stäbcheneinfassung bleibt ebenfalls gleich, nur werden dann anstatt 7 nur 5 kleine Pyramiden und über diese wieder nur 5 , anstatt 7 kleine Bogen, gemacht. Einfassung — Die obere weitere Hälfte ist genau nach der unteren weiteren Hälfte des 1. Sternes zu machen, das heisst vom 3 . kleinen Bogen des Halbkreises bis zum 5 . des 2. Von hier aus folgen, um die Kante rund zu bilden = * 10 Lftm., 1 f. M. in den 6. Bogen = 18 Lftm., 2 verbundene dreifache St. in den 7. und 1. Bogen = 16 Lftm., 1 f. M. in den 2. Bogen der 5 Bogen = 17 Lftm., r f. M. in den 3 . Bogen = 17 Lftm., 1 f. M. in den 4. Bogen = 18 Lftm. 2 verbundene dreifache St. in den 5 . und 1. Bogen. Von ** bis * noch einmal wiederholen = eine Reihe f. M. in jede M. des früheren Ganges, in die 2 oberen Eckmaschen je 3 f. M. Von den soeben beschriebenen Sternen mit rundem Abschluss sind 3 für einen Kragen herzustellen. Der 2. Stern mit 8 Blättern beginnt ebenfalls mit 4 Lftm., den Ring schliessen. 1. Gang — 5 Lftm., 1 St., 2 Lftm., * 1 St., 2 Lftm. *, von * zu * sechsmal wiederholen, an die 3 . Lftm. der 5 Lftm. anschliessen. 2. Gang — 1 Lftm., 3 f. M. über je 2 Lftm., 1 f. M. in jedes St. 3 . Gang — 9 Lftm., * 1 Lftm. übergehen = zurück- arbeitend in die Lftm.: 1 Km., 1 f. M., 1 halbes St., 1 ganzes St., 1 Doppelst., 1 dreifaches St., 1 St. über das St. des 2. Ganges, 7 Lftm. **; von * bis ** siebenmal wiederholen. 3a8 DAS HÄKELN Nach Schluss des 8. Blattes und entlang des i. Blattes, 7 Km. 4. Gang — * 1 f. M. in die übergangene M. des Blattes, 5 Lftm., 1 dreifaches St. in das St. des 3. Ganges, 5 Lftm.; von * siebenmal wiederholen. 5. Gang — 3 Lftm., 1 St. in jede M. des 4. Ganges, an die 3. der 3 Lftm. anschliessen. 6. Gang — * 10 Lftm., 1 f. M. in das St. über dem dreifachen St. des 4. Ganges, 10 Lftm., 1 f. M. in das St. über dem Blatt. Von * siebenmal wiederholen. 7. Gang — i5 f. M. über 10 Lftm., beim 3. Bogen * 7 f. M., 10 Lftm., zum 2. Bogen zurückgehen, den Faden von rückwärts zwischen der 7. und 8. f. M. hervorziehen, darüber i5 f. M. ; noch 8 f. M. in den 3. Bogen; i5 f. M. in den nächsten Bogen ; von * sechsmal wiederholen. Nach Vollendung des 16. Bogens werden dem 1. entlang 7 Km. gemacht, dann erst die 10 Lftm. zum 8. übergreifenden Bogen; den Faden, wenn der Bogen beendet, abschneiden. Bei einem der 8 Bogen wird der Faden wieder angeschlungen. 8. Gang — * 19 Lftm., 1 Lftm. übergehen, 1 f. M., 1 halbes St., 1 ganzes St., 1 ein und einhalbfaches St., 1 Doppelst., 1 zwei und einhalbfaches St., 1 dreifaches St., 1 drei und einhalbfaches St., 1 vierfaches St., 1 vier und einhalbfaches St., 1 fünffaches St., nach dem 3. Male durchziehen, 1 vierfaches St. zwischen den 2 Bogen unter dem übergreifenden Bogen, das fünffache St. vollenden, 7 Lftm., 1 f. M. in den 7. Bogen ; siebenmal von * wiederholen. 9. Gang — * 7 f. M. über die 7 Lftm., 1 f. M. in jede M. der Pyramide, 3 f. M. in die oberste M., 4 f. M. über die 7 Lftm. an der 2. Seite = die Arbeit wenden, * 1 Lftm., 1 M. übergehen, 1 St. in die 2. M. = nach dem 5. St. keine M. zwischen den St. lassen **, das 8., 9. und 10. St. kommen in die mittlere der 3 aufgenommenen M. = nach der 2. Seite von ** bis *, also in umgekehrter Reihenfolge vollenden und an die 4. f. M. der 7 f. M. anschliessen. Im ganzen 17 St. = 1 f. M. über jede Lftm., 1 f. M. in jedes St. = 1 Pkt. nach jeder 3. f. M. DAS HÄKELN 32 g Nach dem 4. Pkt. bis zum 8. bleiben nur 2 f. M. Zwischen raum. Im ganzen sind 11 Pkts. zu machen. Zum Schluss noch 3 f. M. über die 7 Lftm., dann siebenmal den ganzen Gang von * an wiederholen. Kleines Rad nach oben — 10 Lftm. zu einem Ring schliessen; in die 10 Lftm. 16 f. M. = darüber 4 Lftm., * 1 St., 1 Lftm. ; von * 14 mal wiederholen. Im ganzen 16 St. = 1 f. M. in jede Lftm. und in jedes St., 1 Pkt. zwischen je 3 f. M.; zuerst das Rädchen rechts anschliessen. Das 1. Pkt. wird an das 3 . Pkt. einer Sternzacke angeschlossen; dann dreimal 3 f. M. mit je 1 Pkt.; nach den dritten 3 f. M. das Pkt. an das 3 . Pkt. der nächsten Sternzacke anschliessen; die Figur vollenden, dann das linksseitige St. ebenso wie das rechtsseitige anschliessen. Grösseres Rad nach unten — Rechts = 14 Lftm., 21 f. M. = darüber 4 Lftm., 1 St., 1 Lftm., 19 mal wiederholen. Im ganzen sammt den Lftm. 21 St.; schliessen = 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 3 Lftm. an das 8. Pkt. der 8. Sternzacke anschliessen; 3 Lftm., das Pkt. vollenden = 3 f. M., i Pkt., 3 f. M., 3 Lftm. an das io. Pkt. derselben Zacke anschliessen, 3 Lftm., das Pkt. vollenden = 3 f. M., i Pkt., 3 f. M., 3 Lftm., an das 2. Pkt. der 7. Zacke anschliessen, 3 Lftm., das Pkt. schliessen = 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., 3 Lftm., an das 4. Pkt. der 7. Zacke anschliessen = 3 Lftm., das Pkt. vollenden = 3 f. M., 1 Pkt. ; letzteres noch dreimal wiederholen. Im ganzen 14 Pkt. ringsherum. Dasselbe Rad links wiederholen. Einfassung der oberen Sterne — Den Faden rechts an die 1. Zacke vor dem kleinen Rad an das 6. Pkt. anschliessen. Von rechts nach links um den Stern arbeiten und zwar : * 12 Lftm., 1 f. M. in das 2. freie Pkt. des kleinen Rades, 9 Lftm., 1 Doppelst, in das 4. Pkt. des Rades = nach oben : 9 Lftm., 1 Doppelst, in das 6. Pkt. des Rades; 9 Lftm., 1 f. M. in das 6. Pkt. der 2. Sternzacke, 12 Lftm. **, 1 vierfaches oben verbundenes St. in das 9. Pkt. der 2. und in das 3 . Pkt. der 3 . Sternzacke 33 o DAS HÄKELN Von ** bis *, also in umgekehrter Folge, noch einmal wiederholen. i f. M. in das Pkt. der 4. Zacke, *** 14 Lftm., 1 sechsfaches St. in das 9. Pkt. der 4. Zacke, 2 Umschläge auf der Nadel behalten, noch viermal Umschlagen, das St. an das 3 . Pkt. der 5 . Zacke anschliessen, das St. vollenden = 14 Lftm., 1 f. M. in das 6. Pkt. der 5 . Zacke, 12 Lftm., 1 Doppelst, in das 2. Pkt. des unteren Rädchens; 9 Lftm., 1 dreifaches St. in das 4. Pkt., 12 Lftm., 1 Doppelst, in das 6. Pkt., 12 Lftm., 1 f. M. in das 6. Pkt. der 6. Zacke, 14 Lftm. ****, 1 siebenfaches St. in das 9. und 3 . Pkt. der 6. und 7. Zacke. Bei diesem St. wird wie beim vorhergehenden viermal durchgezogen, dann noch viermal zum 2. St. umgeschlagen, die 3 letzten Schlingen dann einzeln durchgezogen; von **** bis ***, also in umgekehrter Folge wiederholen. Eine Reihe fester Maschen schliesst ringsherum das Viereck ab. Von den soeben beschriebenen Sternen sind 3 für den Kragen zu machen. Derselbe Stern mit rundem Abschluss — Nachdem der Stern gleich dem oberen gehäkelt, werden nach einer Seite die grösseren Rädchen wie am oberen Feld angeschlossen. Die Luftmaschen- und Stäbchenumrandung beginnt bei der 1. Sternzacke — 1 f. M. in das 6. Pkt. der 1. Zacke = 14 Lftm., 2 fünffache, nur durch die letzte Schlinge verbundene St. in das 9. und 3 . Pkt. der 1. und 2. Zacke = 14 Lftm., 1 f. M. in das 6. Pkt. der nächsten Zacke = * 14 Lftm., 1 St. in das 2. freie Pkt. des Rädchens = 10 Lftm., 1 vierfaches St. in das 4. Pkt. = 10 Lftm., 1 St. in das 6. Pkt. = i 5 Lftm., 1 f. M. in das 6. Pkt. der 3 . Zacke = 16 Lftm., 2 sechsfache St. in das 10. und 2. Pkt. der 3 . und 4. Zacke = 16 Lftm., 1 f. M. in das 6. Pkt. der 4. Zacke = 16 Lftm., 2 sechsfache St. in das 10. und 2. Pkt. der 4. und 5 . Zacke = 16 Lftm., 1 f. M. in das 6. Pkt. der 5 . Zacke = 18 Lftm. 2 siebenfache St. in das 10. und 2. Pkt. der 5 . und 6. Zacke. Von * * bis *, also in umgekehrter Folge wieder- DAS HÄKELN 331 holen. Im ganzen sind 4 Sterne mit rundem Abschluss zu machen. Obere Verbindung der Sterne — Man beginnt an der Eckmasche der weiteren Seite des 2. achtblätterigen Sternes mit 1 f. M., 6 Lftm., 3 f. M. übergehen, je 1 f. M. in die 3 nächsten f. M. = 4 Lftm., 2 M. übergehen, je 1 f. M. in die 3 nächsten f. M. Im ganzen n Schlingen mit je 4 Lftm., dann noch zweimal 3 Lftm. mit je 2 f. M. Vom 1. Feld ebenso viele M. frei lassen, als beim 2. Feld geblieben = 2 f. M., die Schlinge jedesmal durch die 2 letzten f. M. des 2. Feldes ziehen = 1 Lftm., 1 Km. in die 2. gegenüberliegende Lftm., 1 Lftm., 2 f. M. in den Rand des 1. Feldes, 1 Lftm., 1 Km., 1 Lftm., 2 M. übergehen, 3 f. M., 1 Lftm., 1 Km. in die gegenüberliegenden Lftm., 1 Lftm., 3 f. M. in den Rand, 5 Lftm., 1 Km. in die gegenüberliegenden Lftm., darüber 4 f. M., 2 Lftm., 2 M. übergehen, 3 f. M. Nun werden die Luftmaschenstäbchen an jede der an dem 2. Feld gebildeten Schlinge angeschlossen = das oben beschriebene hatte 5 Lftm. = das 2. 7 Lftm. und 6 f. M. darüber, 2 Lftm. = die 2 ersten Lftm. müssen überall sichtbar bleiben = das 3 . St.: 9 Lftm. und 7 f. M. darüber, 2 Lftm. = das 4. St.: 11 Lftm., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 2 Lftm. = das 5 . St.: i 3 Lftm., 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 2 Lftm. = das 6. St. : 16 Lftm., 6 f. M., 1 Pkt., 6 f. M., 1 Pkt., 6 f. M., 2 Lftm. = das 7. St. : 18 Lftm., 5 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 2 Lftm. = das 8. St.: 21 Lftm., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 2 Lftm. = das 9. St. : 24 Lftm., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 2 Lftm. = das 10. St. : 26 Lftm., 6 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 6 f. M., 2 Lftm. = das u. und letzte St. : 28 Lftm., 32 f. M., 2 Lftm., den Faden abschneiden. Da der Stern mit den Halbkreisen mehr Randmaschen hat, als jener mit den 8 Zacken, so müssen die überzähligen 332 DAS HÄKELN Maschen so eingetheilt werden, dass öfters 3 anstatt 2 übergangen werden. Nachdem die 7 oberen Felder vollendet sind, werden die 7 abgerundeten Sterne, jeder einzeln, auf der Kehrseite der Arbeit, mit den oberen mittelst einer Reihe fester Maschen verbunden. Unter dem ersten Feld mit den 4 Halbkreisen kommt der achtzackige Stern, unter dem nächsten achtzackigen Stern wieder der mit den 4 Halbkreisen u. s. w. Schmale Spitze nach aussen — Man beginnt mit einer Reihe fester Maschen über die 7 Felder, die den Halsrand nach oben bilden, dabei werden in der Mitte 2 Maschen und bei der Verbindung der Felder 3 Maschen in kleinen Zwischenräumen abgenommen. An der linken Seite angelangt, werden 3 f. M. in die Eckmasche gemacht = * 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 14 Lftm. an die 1. der ersten 5 f. M. anschliessen (bei jedem Bogen die Nadel aus der Schlinge ziehen, diese von hinten nach vorn ziehen) = über die 14 Lftm.: 5 f. M., 1 Pkt., 11 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. = in die f. M. des Sternes: 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. = dann wieder 14 Lftm., an die 1. f. M. zurück anschliessen = 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 14 Lftm. zurück an die 6. M. der 11 f. M. des 1. Bogens anschliessen = 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f M. = in den halbvollendeten Bogen kommen noch 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. ** = über die f. M. des Randes: 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 12 Lftm., zurückgehend an die 1. f. M. der 4 f. M. anschliessen = über die 12 Lftm.: 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M. ***. Auf demselben Feld einmal von * bis ***, und einmal von * bis *# wiederholen. Dies entspricht einer Zahl von 77 M., welche Zahl wieder die Breitseite eines Feldes haben muss. Einfassung der abgerundeten Sterne — Die Maschenzahl des halbrunden Sternes beträgt 116 bis. zum mittleren Stäbchen, somit müssen die Bogen folgende Maschenbreite haben; die einfachen Bogen gehen alle über 8 M., der 1. dreifache Bogen über 20 M.; der 2., 3 . und 4. dreifache Bogen nur über 18 M. Nach dem 4. dreifachen Bogen entfällt der einfache DAS HÄKELN 333 kleine Bogen; es wird gleich anstossend der 5 . dreifache Bogen über 18 M. begonnen. Im ganzen kommen um jeden Stern 9 dreifache und 8 einfache Bogen. Nach dem 8. einfachen Bogen sind über die 2 Lftm. der Verbindungsst. 3 f. M. zu machen. Dann in die 32 f. M. des letzten Stäbchens: 8 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 12 Lftm., zurückgehend an die 5 . f. M. der 8 M. an- schliessen = über die 12 Lftm.: 5 f. M., 2 Lftm., die Schlinge durch das mittlere Pkt. des letzten einfachen Bogens ziehen, 2 Lftm., das Pkt. schliessen, 8 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. In das St.: 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 12 Lftm., zurückgehend an die 1. f. M. anschliessen = 5 f. M., 1 Pkt.. 4 f. M., 12 Lftm., an die 4. der 8 f. M. anschliessen, 5 f. M., 1 Pkt., 8 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. = in den unteren Bogen 4 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. = in das Verbindungsst.: 4 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 12 Lftm. an die 1. f. M. anschliessen, 5 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 12 Lftm. an die f. M. knapp neben dem aufgesetzten Bogen anschliessen = 5 f. M., 1 Pkt., 4 f. M., 12 Lftm. = zurückgehend in die 4. f. M. des Bogens der 2. Reihe: 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. = in jeden der 2 halbfertigen Bogen : 4 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. Zum Schluss: 4 f. M., 3 f. M. in die 2 Lftm.; diese Spitze um alle runden Theile wiederholen. Kleiner Verbindungsstern — 4 Lftm., den Ring schliessen. 1. Gang — 5 Lftm., 1 St. in den Ring, 2 Lftm., 1 St. Im ganzen sammt den Lftm: 8 St. 2. Gang — 3 f. M. über je 2 Lftm., 1 f. M. in jedes St. 3 . Gang — 7 Lftm., 1 St. über das untere St., 5 Lftm., 1 St. Im ganzen 8 St. 4. Gang — * 1 f. M., 1 halbes St., 1 ganzes St., 1 Doppelst., 1 zwei und einhalbfaches St.; dasselbe umgekehrt wiederholen = ** 1 f. M. in das St., 7 Lftm., 1 M. übergehen, 1 f. M., 1 St., 1 Doppelst., 1 zwei und einhalbfaches St., 1 Doppelst., 1 St., 1 f. M. ***. Von * bis ** einmal wiederholen. Von * bis *** einmal wiederholen, dann wieder von * bis ** einmal wiederholen und nachher die ganze Serie zweimal wiederholen. 22 334 DAS HÄKELN Dem Bogen entlang 5 Km. 5 . Gang — 9 Lftm., * 1 f. M. in die oberste M. des kleinen Blattes, 7 Lftm., 1 St. in die mittlere M. des Bogens, 7 Lftm., 1 St. in den nächsten Bogen, 9 Lftm., 1 f. M. in das längere Blatt, 9 Lftm., 1 St. in den Bogen, 7 Lftm., 1 St. in den nächsten Bogen, 7 Lftm. Von * einmal wiederholen. 6. Gang — 1 f. M. in jede M. der vorhergehenden Reihe, 3 f. Al. in die Eckmaschen. 7. Gang — Nach jeder Seite des Viereckes 3 kleine Bogen über 8 M. mit 3 Pkts., je 1 Pkt. zwischen je 4 Maschen; an den Ecken werden die Bogen nur über 4 M. gemacht, wodurch das darunter befindliche Pkt. ausfällt. Nach 3 Seiten wird der kleine Stern, durch das mittlere Pkt. des engen Eckbogens, an den Kragen befestigt. Dann werden an der rechten Seite vom 3 . Bogen des kleinen Sternes 8 Lftm. gemacht und an das mittlere Pkt. des 1. dreifachen Bogens angeschlossen; zurück über die 8 Lftm.: 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. ; den Bogen vollenden. Der nächste enge Eckbogen wird durch 1 Pkt. von 6 Lftm. an das mittlere Pkt. des obersten Bogens, über dem Verbindungsstäbchen angeschlossen. Nach der 2. Seite ist dasselbe zu wiederholen. Die 1. und 3 . Eckbogen sind mit den 2. und 8. dreifachen Bogen der grossen Zacken zu verbinden. Im ganzen sind 6 Verbindungssterne zu machen. Aufwärts stehende Spitze — Da die Abschlussspitze sich ganz aufrecht gegen den Hals stellen muss, so ist vor deren Beginn noch ein Stäbchengang über die festen Maschen zu machen. Von der Ecke an bis zum 2. St. des 4. Bogens werden dreifache St., vom 4. Bogen bis zur 6. Lftm. nach dem 5 . Bogen Doppelst, gemacht; von hier bis über den 2. Bogen des nächsten Halbkreises einfache St.; gegen die Mitte zu wieder 3 dreifache St. wie am Anfang. Bei jedem Würfel können 2 bis 3 Maschen abgenommen werden. Ist dieser Stäbchengang vollendet, so wird der Faden abgeschnitten und rechts wieder angeschlossen. Das 1. Stäbchen wird nach aussen mit 4 f. M. überhäkelt, diesen folgen DAS HÄKELN 335 * i 5 f. M. in die Stäbchenreihe, wobei beide Schlingen der Stäbchen gefasst werden = die Arbeit wenden, 2 Lftm., 4 f. M. übergehen, 1 Doppelst, in die 5 . M., 2 Lftm., 1 Doppelst., 2 Lftm., 1 Doppelst., 2 Lftm., 4 f. M. übergehen = die Arbeit wenden, die Schlinge nach vorn ziehen, 1 f. M., 1 Pkt., 1 f. M., 1 f. M. in das St., dasselbe noch dreimal wiederholen und 4 f. M. in die St. = die Arbeit wenden; 6 Lftm., 1 Doppelst, über das untere St.; noch dreimal 6 Lftm. und 2 Doppelst.; die vierten 6 Lftm. an die 4. f. M. anschliessen; den Faden nach vorn ziehen; 1 f. M. in die 6 Lftm. = 8 Lftm., 1 M. übergehen = in die Lftm.: 1 f. M., 1 halbes St., 2 ganze St., 1 ein und einhalbfaches St., 2 Doppelst., 1 f. M. in die 6 Lftm. Die nächste Zacke wird über das St. gemacht; im ganzen 7 Zacken. Nach der 7. Zacke: 5 f. AI., dann 7 Lftm. (Zwischenraum) 1 f. M. in jede Zacke. Die achten 7 Lftm. werden an die 4. f. M. des 1. St. angeschlossen; dann 2 Lftm., deren Schlinge durch die 1. f. M. von rückwärts nach vorn gezogen wird, 8 St., 1 Pkt., 5 St., 1 Pkt., 3 St., 12 Lftm. über das Pkt. zurückführen, zwischen dem 4. und 3 . St. anschliessen, 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M., 1 Pkt., 5 f. M. Es kommt über jede der unteren Zacken 1 Pkt., darüber 1 Bogen, wie die früheren; nur über die 1. und 7. Zacke ist ein einzelnes Pkt. zu machen. Nach dem letzten St.: 2 Lftm., die festen Maschen, bis zu 27 an der Zahl, fortsetzen, dann von * an wieder beginnen. Bei den folgenden Spitzenbogen wird der erste und letzte Bogen durch das erste und letzte Pkt. der beiden Bogen verbunden. Der erste und letzte Spitzenbogen zählt 6 kleine Bogen. Manschetten zum Kragen passend sind leicht, mit drei abgerundeten Sternen, die sogleich durch den äusseren Bogenrand verbunden werden, herzustellen. Gehäkelte Sohutzdeoke (Abb. 484). — Dieses Muster empfiehlt sich nicht nur für Schutzdecken, die schöne, zarte Zeichnung gestattet auch, selbiges zu Sofakissen zu verwenden. 336 DAS HÄKELN Durch Zusammensetzen mehrerer Quadrate erhält man Muster für Bettdecken, Vorhänge u. s. w. 5 Lftm., den Ring schliessen. i. Gang — 5 Lftm., * i St. in den Ring, 2 Lftm. **, von * bis ** sechsmal wiederholen, 2 Lftm., 1 Km. in die 3 . der 5 Lftm. Abb. 484. Gehäkelte Schutzdecke. Fadensorten : Fil à dentelle D.M.C N* 5o bis 120. (*) 2. Gang — über je 2 Lftm. 4 f. M. 3 . und 4. Gang — 1 f. M. in jede M. des vorhergehenden Ganges. 5 . Gang — 10 Lftm., * 1 M. übergehen, 1 Doppelst, in die (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS HÄKELN 33y nächste M., 4 Lftm. * *, von * bis * * 14 mal wiederholen, 4 Lftm., 1 Km. in die 6. der 10 Lftm. 6. Gang — 1 f. M. in jede M. des 5. Ganges. 7. Gang — 2 f. M., * 1 Pkt., 5 f. M., von * 14 mal wiederholen, 1 Pkt., 3 f. M.; die 3. der 5 f. M. kommt über dem Doppelst, zu stehen. 8. Gang — 12 Lftm., 1 St. in die 3. f. M. nach dem Pkt., * 9 Lftm., 1 St. in die 3. f. M., von * i3 mal wiederholen, 9 Lftm., 1 Km. in die 3. der 12 Lftm. 9. Gang — * über die ersten 9 Lftm. : i3 f. M., über die folgenden 9 Lftm.: 6 f. M., 9 Lftm., 1 Km. in die 7. der i3 f. M., über die 9 Lftm. : 15 f. M., über die unteren Lftm.: 7 f. M. Von * siebenmal wiederholen. 10. Gang — 14 Km. die ersten Bogen entlang, 1 f. M. in die 7., 8. und 9. der i5 f. M., * 5 Lftm., 1 Pkt. nach abwärts gestellt, 5 Lftm., 1 Pkt. nach abwärts gestellt, 5 Lftm., 1 f. M. in die 7., 8. und 9. der nächsten i5 f. M., von * sechsmal wiederholen, 5 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Pkt., 5 Lftm., 1 Km. 11. Gang — 1 f. M. in jede M. des vorigen Ganges, im ganzen 160 M. 12. Gang — 4 Lftm., 1 St. in die 2. M., * 1 Lftm., 1 St. in die 2. M., von * 77 mal wiederholen, 1 Lftm., 1 Km. in die 3. der 4 Lftm. 13. Gang — 1 Km. in die folgende Lftm., * 5 Lftm., 1 M. übergehen, 1 f. M., 1 St., 2 Doppelst., 3 M. der unteren Reihe übergehen, 1 Km. in die 4. M., von * 39 mal wiederholen. 14. Gang — 4 Km. der 1. Zacke entlang, 1 f. M. in die Lftm. an der Spitze, * 5 Lftm., 1 f. M. in die nächste Zacke, von * 38 mal wiederholen, 5 Lftm., 1 Km. in die 1. Zacke. 15. Gang — 4 Lftm., 1 St. in die 2. M., * 1 Lftm., 1 St. in die 2. M., von *117 mal wiederholen, 1 Lftm., 1 Km. in die 3. der 4 Lftm. 16. Gang — 15 f. M., * i5 Lftm., 1 Km. in die 7. Lftm., 2 f. M. in den Ring = 10 Lftm., 1 Km. in die 4. f. M. nach rechts, 1 Lftm. übergehen, 1 Km. in die 9., 8. und 7. Lftm., 338 DAS HÄKELN 6 Lftm., i M. übergehen, i Km., i f. M., i St., 3 Lftm., 1 St. in die 3 . Lftm. vor den 3 Km., i f. M., i Km., i Lftm., 2 f. M. in den Ring = ** 6 Lftm., i Km. in die 2. der 3 Lftm., 7 Lftm., i M. übergehen, i Km., i f. M., 2 St., 3 Lftm., die 6. und 5 . der 6 ersten Lftm. übergehen, i St., i f. M., i Km., i Lftm., 2 f. M. in den Ring *** = von ** bis *** viermal wiederholen, = 6 Lftm., i Km. in die 2. der 3 Lftm., 6 Lftm., i M. übergehen, i Km., i f. M., i St., 3 Lftm., die 6. und 5 . der 6 ersten Lftm. übergehen, i St., i f. M., i Km., i Lftm., 2 f. M. in den Ring = über die 7 Lftm. : 7 Km., 4 f. M. über die M. der unteren Reihe gestellt, 3 Lftm., 1 Km. in die 2. der 3 letzten Lftm., über die Lftm. 3 Km., 11 f. M. über die M. des i 5 . Ganges. Von * i 5 mal wiederholen; die 1. und 2. Zacke des 2. Blattes sind mit der 7. und 6. Zacke des 1. Blattes und die 6. und 7. Zacke des 16. Blattes mit der 2. und 1. Zacke des 1. Blattes durch eine Km. zu verbinden. 17. Gang — 1 Km. in die Spitze der 2. Zacke rechts des 1. Blattes, bis zur Spitze der 3 . Zacke noch i 3 Km., 1 Pkt. von 3 Lftm. an der Spitze der 3 . Zacke, 14 Km., * 1 Pkt. an der Spitze der 4. Zacke, 14 Km., 1 Pkt. an der Spitze der 5 . Zacke, 27 Km., 2 Lftm. an der Spitze der 3 . Zacke des 2. Blattes, 1 dreifaches St. in das Pkt. der 5 . Zacke des 1. Blattes gestellt, das Pkt. vollenden, 14 Km., 2 Lftm. über die 4. Zacke, 1 vierfaches St. in das Pkt. der 3 . Zacke des 2. Blattes, das Pkt. vollenden, 14 Km., 1 Pkt. an der Spitze der 5 . Zacke, 27 Km., 2 Lftm. über die 3 . Zacke des 3 . Blattes, 1 dreifaches St. in das Pkt. der 5 . Zacke des 2. Blattes, das Pkt. vollenden, 14 Km., 1 Pkt. an der Spitze der 4. Zacke, 14 Km., 1 Pkt. an der Spitze der 5 . Zacke, 27 Km., 2 Lftm. über die Spitze der 3 . Zacke des 4. Blattes, 1 dreifaches St. in das Pkt. an der 5 . Zacke des 3 . Blattes, das Pkt. vollenden, 14 Km., 1 Pkt. über die Spitze der 4. Zacke, 14 Km., 2 Lftm., 1 vierfaches St. in das Pkt. der 4. Zacke des 4. Blattes, das Pkt. vollenden, 27 Km., 2 Lftm., 1 dreifaches St. in das Pkt. der 5 . Zacke des 4. Blattes, das Pkt. vollenden, 14 Km. **. Von * bis ** dreimal wiederholen, den Faden abschneiden. Eckblätter — 1 Km. in das Pkt. der 4. Zacke des 1. Blattes, DAS HÄKELN 33g i5 Lftm., 1 Km. in die 7. M., 2 f. M. in den Ring, 9 Lftm., 1 Km. in die 3. Zacke des 1. Blattes, über die 9 Lftm.: 3 Km., 7 Lftm., t M. übergehen, 1 Km., 1 f. M., 2 St., 3 Lftm., die 6. und 5. der 9 Lftm. übergehen, 1 St., 1 f. M., 1 Km., 1 Lftm., 2 f. M. in den Ring = * 6 Lftm., 1 Km., in die 2. der 3 Lftm., 7 Lftm., 1 M. übergehen, 1 Km., 1 f. M., 2 St., 3 Lftm., die 6. und 5. Lftm. übergehen, 1 St., 1 f. M., 1 Km., 1 Lftm., 2 f. M. in den Ring **, von * bis ** viermal wiederholen, = 6 Lftm., 1 Km. in die 2. der 3 Lftm., 7 Lftm., 1 M. übergehen, 1 Km., 1 f. M., 2 St., 5 Lftm., 1 Km. in das Pkt. der 5. Zacke des 1. Blattes, über die 5 Lftm. 3 Km., 1 Lftm., die 6. und 5. Lftm. übergehen, 1 St., 1 f. M., 1 Km., 1 Lftm., 2 f. M. in den Ring über die 7 Lftm., 7 Km., den Faden abschneiden. 1 Km. in die M. nach den 9 ersten Lftm., 10 Km. bis an die Spitze der 1. Zacke des Eckblattes, 2 Lftm., 1 dreifaches St. in das Pkt. der 5. Zacke des 16. Blattes, das Pkt. vollenden, 14 Km., 1 Pkt. an der Spitze der 2. Zacke, 14 Km., 1 Pkt. an der Spitze der 3. Zacke, 14 Km., 1 Pkt. an der Spitze der 4. Zacke, 14 Km., 1 Pkt. an der Spitze der 5. Zacke, 14 Km., 1 Pkt. an der Spitze der 6. Zacke, 14 Km., 2 Lftm., 1 dreifaches St. in das Pkt. der 3.. Zacke des 2. Blattes, das Pkt. vollenden, 10 Km., den Faden abschneiden. Dieselbe Figur in den anderen Ecken wiederholen. 18. Gang — * t f. M. in das Pkt. der 4. Zacke des 3. Blattes, 4 Lftm., 1 dreifaches St. in das Pkt. der 5. Zacke des 3. Blattes, 5 Lftm., 1 zweifaches St. in dasselbe Pkt., 3 Lftm., 1 dreifaches St. in das Pkt. der 3. Zacke des 4. Blattes, 5 Lftm., 1 dreifaches St. in das Pkt. der 4. Zacke des 4. Blattes, 8 Lftm., 1 zweifaches St. in dasselbe Pkt., 3 Lftm., 1 vierfaches St. in das Pkt. der 1. Zacke des Eckblattes, 6 Lftm., 1 dreifaches St. in dasselbe Pkt., 1 Lftm., 1 zweifaches St. in das Pkt. der 2. Zacke des Eckblattes, 6 Lftm., 1 zweifaches St. in dasselbe Pkt., 5 Lftm., 1 f. M. in das Pkt. der 3. Zacke des Eckblattes, 3 Lftm., 1 dreifaches St. in das Pkt. der 4. Zacke, 7 Lftm., 1 dreifaches St. in dasselbe Pkt., 7 Lftm., 1 dreifaches St. in dasselbe Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in das Pkt. der 5. Zacke des Eckblattes, 5 Lftm., 1 zweifaches St. in das DAS HÄKELN 340 Pkt. der 6. Zacke, 6 Lftm., 1 zweifaches St. in dasselbe Pkt., 1 Lftm., 1 dreifaches St. in das Pkt. der 7. Zacke, 6 Lftm., 1 vierfaches St. in dasselbe Pkt., 3 Lftm., 1 zweifaches St. in das Pkt. der 4. Zacke des 6. Blattes, 8 Lftm., 1 dreifaches St. in dasselbe Pkt., 5 Lftm., 1 dreifaches St. in das Pkt. der 5 . Zacke des 6. Blattes, 3 Lftm., 1 zweifaches St. in das Pkt. der 3 . Zacke des 7. Blattes, 5 Lftm., 1 dreifaches St. in dasselbe Pkt., 4 Lftm. * *. Von * bis ** dreimal wiederholen. 19. Gang — 1 f. M. in jede M. des vorigen Ganges, 3 f. M. in jede Eckmasche. 20. Gang — 4 Lftm., * 1 M. übergehen, 1 St. in die zweite, 1 Lftm., von * wiederholen ; auf jeder Seite 68 St., in die Eckmasche : 1 St., 2 Lftm., 1 Doppelst., 2 Lftm., 1 St. Diese St. sind bei den 68 St. nicht mitgezählt. 21. Gang — * 1 f. M. über die Lftm. vor dem Doppelst., 6 Lftm., 1 M. übergehen, 1 f. M., 2 St., 2 Doppelst., 1 f. M. über die Lftm. nach dem Doppelst., **6 Lftm., 1 M. übergehen, 1 f. M., 2 St., 2 Doppelst., 1 f. M. in die 6. M. der unteren Reihe ***. Von ** bis *** 23 mal wiederholen, und dreimal von * bis ***. 22. Gang — * 6 Km. bis zur Spitze der kleinen Zacke, 1 Pkt. von 3 Lftm., 6 Km. bis zum Fuss der Zacke zurück. Von * 99 mal wiederholen. Frivolitäten-Einsatz. — Doppelknoten, einfache Pikots und Josefinenknoten. *P*i. ‘wm®. Die Frivolitäten-Arbeit. Diese zierliche Arbeit reiht sich durch die Schlingen- und Maschenart an die Häkelei an und dient zugleich als Vorübung für die Knüpfarbeit. Die echt französische Benennung dieser Arbeit hat sich so ziemlich in alle Sprachen eingebürgert, in der italienischen wird sie jedoch als « occhi » bezeichnet und in der Nähe des Libanon, wo sie zu den Hausindustriezweigen gehört, hat man ihr den dortigen Namen der Schiffchen « Makuk » beigelegt. Die Schiffchen. — So unbedeutend das Werkzeug zu Frivolitäten an und für sich ist, so wichtig ist es, dass es in einer richtigen Grösse gewählt wird. Im verflossenen Jahrhundert, wo sich die Frauen mehr der Zier halber mit solchen Arbeiten beschäftigten, waren die Schiffchen oft reich mit Gold- und Silberfiligran-Verzierungen ausgestattet, so dass sie schon aus diesem Grund bedeutend grösser waren, als wir sie gegenwärtig gebrauchen. Zum Theil bedingte auch das damals verarbeitete Material, nämlich Seidenschnüre, einen grösseren Umfang der Schiffchen. Für die Frivolitäten, die jetzt erzeugt werden, darf das Schiffchen nicht über 7 c/m. lang und 2 c/m. breit sein, die beiden Deckel oder Blätter müssen leicht gebogen sein, so dass sich die Spitzen derselben berühren und das zu schnelle 342 DIE FRIVOLITÄTEN-ARBEIT Nachrücken oder Abspulen des Fadens hindern, besonders wenn mit zwei Schiffchen gearbeitet wird; schliesslich muss im Verbindungszapfen ein Loch gebohrt sein, in welches der Faden eingezogen und eingeknüpft wird. Beim Aufwinden ist darauf zu achten, dass die Fadenlagen an den Seiten nicht über die Kante der Blätter hinausdrängen, denn durch die häufige Berührung mit der Hand würde das Garn seine Frische verlieren. Fadensorten. — Ein ziemlich stark drellirter Faden eignet sich besser zu Frivolitäten als weicher, besonders die Pikots gestalten sich runder und erhalten sich länger in der ursprünglichen Form, wenn man Fil d’Alsace D.M.C (*) verwendet. Die anderen Fadensorten, wie Cordonnet 6 fils D.M.C (*) (Häkelgarn) und Fil ä dentelle D.M.C (*) (Spitzenzwirn), sogar Coton ä tricoter D.M.C (*) (Strickgarn) sind je nach dem Zweck, für welchen die Arbeit bestimmt ist, zulässig. Abb. 485. Erste Stellung der Hände. Erste Stellung der Hände (Abb. 485). — Das Frivolitäten- knüpfen ist, so schwierig es manchem scheinen mag, doch sehr leicht fasslich, wenn man gleich bei den ersten Versuchen sich stets vergegenwärtigt, dass die rechte Hand, sobald das Schiffchen durch die Schlinge geführt ist, den Faden (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Th. de Dillmont, Encyklopccdie der weiblichen Handarbeiten. In-8*. Leinwbd. mit Goldschnitt. — Preis M. DIE FRIVOLITÄTEN-ARBEIT 343 stramm anzieht, dann ruhig in dieser Stellung verharrt, bis die linke Hand den Knoten fest zugeschürzt hat. Nachdem genügend Garn auf das Schiffchen gewunden, wird das Fadenende zwischen dem Zeigefinger und dem Daumen festgehalten, das Schiffchen in die rechte Hand genommen, der Faden über die Aussenseite des dritten und vierten Fingers der linken Hand gelegt, nach vorn gebracht, hier mit dem ersten Faden gekreuzt und, wie es die Abbildung veran- scnaulicht, festgehalten. Der Faden, vom Schiffchen auslaufend, wird über den kleinen Finger der rechten Hand gespannt, das Schiffchen selbst mit Zeigefinger und Daumen in halber Länge gehalten. Zweite und dritte Stellung: der Hände (Abb. 486, 487). — Das Schiffchen wird unter dem Faden, nach der punktirten Linie von Abb. 485, zwischen Zeige- und Mittelfinger durchgeführt und herausgezogen. Hier liegt nun die grösste Schwierigkeit für Anfängerinnen. Der Faden, vom Schiffchen auslaufend, wird ziemlich kurz genommen, höchstens 20 bis 25 c/m lang. Sobald er durchgezogen ist, legt man — blos bis zur erlangten Uebung — die rechte Hand ruhig vor sich auf den Tisch, den Faden dabei stramm spannend, ohne die linke Hand zu bewegen; hat die rechte Hand ihre passive Stellung eingenommen, so heben der dritte und vierte Finger der linken Hand, Abb. 487 dritte Stellung, die nach unten gekehrte Schlinge nach oben, schürzen sie zu, indem sie sich wieder so weit öffnen, als es nothwendig, um den (*) Abb. 486. Zweite Stellung der Hände. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 344 DIE FRIVOLITÄTEN-ARBEIT Faden auszuspannen. Dies bildet den ersten Theil des Knotens, der in den meisten Fällen doppelt gemacht wird, wie wir es weiter erklären. Der Faden in der rechten Hand darf niemals den Knoten bilden, sondern immer nur jener, welcher um die linke Hand läuft; denn sobald ersterer sich knüpft, ist es nicht mehr möglich, den Faden, welcher beweglich bleiben muss, durch die Knoten zurück- oder nachzuziehen. Abb. 487. Dritte Stellung der Hände. ET”?*®, Abb. 488. Vierte Stellung der Hände. Vierte Stellung der Hände (Abb. 488). — Für den zweiten Theil des Knotens wird das Schiffchen von rückwärts DIE FRIVOL1TÄTEN-ARBEIT 345 nach vorn, zwischen Zeige- und Mittelfinger, unter dem gespannten und zwischen dem aus dem Schiffchen laufenden Faden durchgeführt, der Faden mit der rechten Hand stramm angezogen, mit der linken Hand die Schlinge zugeschürzt und der Doppelknoten vollendet. Abb. 489. Kleines Pikot aus Josefin en knoten . Abb. 490. Grosses Pikot aus Josefin enknoten. Joseflnenknoten (Abb. 489, 490). — Es werden auch Frivolitäten gemacht, bei welchen nur der erste Knoten gebildet wird, der gewöhnlich als Joseflnenknoten bezeichnet ist. Die einfachen Knoten können in beliebiger Anzahl gemacht werden ; 4 bis 5 um das kleine Pikot herzustellen, wie es am äusseren Rand der Kopfleiste dieses Kapitels zu sehen ist, und 10 bis J j Abb. 491. Fünfte Stellung der Hände. 12 Knoten für das grössere Pikot, wie es in Abb. 490 dargestellt ist. Fünfte Stellung der Hände (Abb. 491). — Sobald der erste Doppelknoten vollendet ist, nehmen die Hände wieder die mit Abb. 485 erklärte Stellung ein. In Abb. 491 wiederholt sich dieselbe und sind gleichzeitig einige fertige Knoten dargestellt. 346 DIE FRIVOLITÄ.TEN-ARBEIT Stellung der Hände beim Bilden der Pikots (Abb. 492, 493, 494). — Frivolitäten werden gleich Stickereien und Häkeleien mit Pikots oder Oehrchen verziert. Sie ergeben auch die Verbindung der einzelnen Bogen und ermöglichen so die Bildung der verschiedenartigsten Figuren. Abb. 492. Stellung der Hände beim Bilden der Pikots. Nach einem Doppelknoten bleibt zwischen diesem und dem nächsten eine offene Fadenschlinge. Nach Vollendung des Knotens wird er an den vorhergehenden gerückt, wo die Schlinge dann die runde Masche oder das Oehrchen bildet. Abb. 493. Offenes Pikot. ' . ’iirV < C-: r 7 Abb. 494. Geschlossenes Pikot. Bei Beschreibungen wird der auf das Pikot folgende Knoten stets zu den Knoten gerechnet. Wenn z. B. die Beschreibung zwei Doppelknoten, ein Pikot, drei Doppelknoten vorschreibt, zählt man den Doppelknoten, hinter welchem das Pikot liegt, zu der angeführten Knotenzahl. Um die einzelnen Figuren durch die Oehrchen zu verbinden, DIE FRIVOLITÄT EN-ARBEIT 347 wird der um die linke Hand laufende Faden mittelst Häkchen von unten nach oben durch das Pikot gezogen, das Schiffchen durch die Schlinge geführt und diese hierauf zugeschürzt. Das Arbeiten mit zwei Sohiffoben (Abb. 495). — Man arbeitet mit zwei Schiffchen, entweder wenn die Bogen nicht geschlossen werden, oder wenn der weiter laufende Faden nicht sichtbar sein darf, oder wenn mehrere Farben in Anwendung kommen. Hier besonders müssen die Spitzen der Blätter der Schiffchen fest aneinander gepresst sein, damit der Faden, wie vorhin erwähnt, nicht selbstständig ablaufen kann. Es werden dann die Endfäden zweier Schiffchen zusammengeknüpft, der Faden des einen wird aussen über den dritten und vierten Finger und um letzteren gelegt, so dass das linke Schiffchen frei herabhängt. Mit dem zweiten Schiffchen in der rechten Hand werden dieselben Bewegungen wie beim Arbeiten mit einem einzelnen Schiffchen ausgeführt. Abb. 495. Das Arbeiten mit zwei Schiffchen. Freie glatte Bogen (Abb. 496). — Mit einem Schiffchen zu arbeiten = 12 Dplkt. (Doppelknoten), den Faden so weit anziehen, dass sich ein Halbkreis bildet. Der erste Knoten des nächsten Bogens ist knapp an den letzten Knoten des vorhergehenden Bogens anzuschliessen. Verbundene glatte Bogen (Abb. 497). — Mit einem 348 DIE FRIVOLITÂTEN-ARBE1T Schiffchen zu arbeiten = 4 Dplkt., 1 Pkt., * 8 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt. zu einem Halbkreis zuziehen = wieder 4 Dplkt., den Faden durch das 2. Pkt. des 1. Bogens bringen und von * wiederholen. Verbundene Bogen mit Pikots (Abb. 498). — Mit Abb. 496. Glatte freie Bogen. ejnem Schiffchen zu ar bei- Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C in _ tv M Dl 2 Knäuel N* 3 o bis 70 oder Cordonnet 6 fils * en 4 Dplkt., I Pkt., * 3 D.M.C N" 25 bis 3 o. (*) IS m m Abb. 497. Verbundene glatte Bogen. Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N* 3 o bis 70, Cordonnet 6 fils N* 25 bis 70 oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 70. (*) Abb. 498. Verbundene Bogen mit Pikots. Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N* 3 o bis 70, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 25 bis 70 oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 3 o, weiss oder naturfarben. (*) Abb. 499. Einsatz aus Frivolitäten. Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N* 3 o bis 70, weiss oder naturfarben. (*) Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 3 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt., den Faden anziehen, den Ring fest schliessen. Zwischen dem letzten Knoten des ersten Ringes und dem ersten Knoten des nächsten Ringes muss der freie Faden doppelt so lang bleiben, als Raum von der Mitte des Ringes bis zur Hälfte des letzten Pikots ist. Hierauf wieder 4 Dplkt., an das 5 . Pikot des ersten Bogens an- schliessen und die Knoten von * wiederholen. Einsatz aus Frivolitäten (Abb. 499). — Mit einem Schiffchen zu arbeiten. Der 1. Ring gleich jenem in Abb. 498, dann bleibt eine Fadenlängevon 5 bis iom/m., nach welcherein2.dem 1.ganz gleicher Ring gemacht wird. Die Arbeit wird gewendet, nach einer der ersten gleichkommenden Fadenlänge, ein 3 . Ring begonnen, welcher nach dem 4. Dplkt. an das 5 . Pkt. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE FRIVOLITÂTEN-ARBEIT 349 des 1. Ringes anzuschliessen ist. Die Arbeit ist nach jedem vollendeten Ring zu wenden, so dass die Ringe nach oben alle auf der rechten Seite, jene nach unten alle auf der verkehrten Seite gearbeitet erscheinen. Um den Pikots mehr Haltbarkeit in der Wäsche zu geben, werden sie zumeist überhäkelt, wie es in mehreren der folgenden Abbildungen erklärt wird. Einsatz aus Frivolitäten (Abb. 5 oo). — Mit zwei Schiffchen zu arbeiten; die beiden Fadenenden zusammenknüpfen. Der 1. Bogen ist mit einem Schiffchen, gleich jenem der Abb. 498 und 499 zu arbeiten; der 2. untere Bogen ist am 1. anzuschliessen, der Faden, mit welchem bisher gearbeitet wurde, um die linke Hand zu schlingen, das bis nun frei gebliebene Schiffchen in die rechte Hand zu nehmen, mit demselben 6 Dplkt. auszuführen, dann wieder nur mit einem Schiffchen weiter zu arbeiten. Spitzchen aus Frivolitäten und Häkelei (Abb. 5 oi). Mit einem Schiffchen zu arbeiten = 1 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt. doppelt so lang alsdieanderen,2Dplkt., iPkt., 2Dplkt., 1 Pkt.,2Dplkt.,i Pkt., 2Dplkt., 1 langesPkt., 1 Dplkt., den Ring schliessen, den Faden abschneiden und beide Fadenenden auf der Kehrseite vernähen. Der nächste Ring wird nach dem ersten Doppelknoten an den vorhergehenden durch das lange Pikot angeschlossen. Die weitere Ausführung gleicht jener des ersten Ringes. Ist die Kette lang genug, so werden die Pikots nach einer Seite durch ganze Stäbchen, mit je 3 Luftmaschen dazwischen, aufgefasst. Ueber diese mmmi Abb. 5oo. Einsatz aus Frivolitäten. Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N° 3 o bis 70 oder Cordonnet 6 fils D.M.C N* 25 . Am Abb. 5oi. Spitzchen aus Frivolitäten und Häkelei. Fadensorten — Zu den Frivolitätenringen : Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N* 5 o. Zur Häkelei : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 60. 35 o DIE FRIVOLITÄTEN-ARBEIT gehäkelte Reihe ist dann eine zweite, aus 2 Lftm., 1 Pkt., 2 Lftm., 1 f. M. in das nächste Stäbchen bestehend, auszuführen. Als unterer Abschluss sind zu arbeiten : 1 f. M. in das erste Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in das zweite Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in das dritte Pkt., 3 Lftm., 1 f. M. in das erste Pkt. des nächsten Ringes, u. s. w. Eine Reihe fester Maschen bildet den dichten Abschluss nach oben. Dreireihige Spitze (Abb. 5o2). — Mit zwei Schiffchen zu arbeiten; die erste Reihe mit einem Schiffchen und gleich jener in Abb. 497. Die zweite und dritte Reihe hingegen sind mit zwei Schiffchen zu arbeiten. Der Faden des rechten Schiffchens ist durch das erste Pkt. zu führen und einzuknüpfen; dann wird über diesen zweiten Faden dieselbe Knotenanzahl wie an der ersten Bogenreihe gemacht; ist dieselbe vollzählig, so ist der Faden wieder an das nächste Pkt. anzuschliessen. In der dritten Bogenreihe, der zweiten gleich zu arbeiten, werden noch 3 Pkt. zwischen den oberen 8 Dplkt. eingereiht. Spitze aus Frivolitäten und Häkelei mit zwei Farben ausgeführt (Abb. 5 o 3 ). — Mit zwei Schiffchen zu arbeiten. Nachdem eine Ringkette in heller Farbe gleich jener des vorhergehenden Musters vollendet ist, werden die Fadenenden der beiden Schiffchen an das erste Pkt. nach dem langen befestigt, der helle Faden kommt in die rechte Hand, der dunkle (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Abb. 5o2. Dreireihige Spitze. Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N* 3o bis 70 oder Cordonnet 6 fils D.M.C N* 20 bis 60. (*) I* •M* JwVC'j Abb. 5o3. Spitze aus Frivolitäten und Häkelei mit zwei Farben AUSGEFÜHRT. Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N* 3o bis 70 oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 3o. (*) Farben : Naturfarben und Bleu-Indigo 322 oder Jaune d’Ocre 677 und Rouge-Cornouille 450, oder Gris-Tilleul 331 und Brun-Caroubier 356. (*) DIE FRIVOLITÄTEN-ARBEIT 351 ist über die linke zu legen und damit zu knüpfen : 3 Dplkt., i Pkt., 3 Dplkt. Dann den Faden der rechten Hand an jedes der nächsten Pikots separat anschliessen und mit 3 Dplkt., i Pkt., 3 Dplkt. fortsetzen. Die nächste Reihe ist ebenfalls mit zwei Schiffchen und in zwei Farben zu arbeiten; der helle Faden bleibt wieder für die rechte, der farbige für die linke Hand bestimmt = *4 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt. = die Arbeit wenden; mit dem Schiffchen der rechten Hand allein arbeiten : 6 Dplkt., den Faden an die kleine Schlinge, welche sich über dem mittleren Pkt. der zweiten Reihe gebildet, anschliessen, 6 Dplkt., den Ring fest zuziehen = die Arbeit wenden -, mit beiden Schiffchen : 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt., den Faden an beide Pikots anschliessen und von * wiederholen. Der untere gehäkelte Abschluss ist nach der deutlichen Zeichnung leicht nachzuarbeiten. Kleiner Stern aus Frivolitäten (Abb. 504). — Man beginnt mit einem Ring von 24 Dplkt. und 12 Pkt., von denen jedes zweite doppelt so lang sein muss, als das vorhergehende, welches ziemlich kurz geschürzt wurde ; der Faden wird abgeschnitten und beide Enden auf der Kehrseite vernäht. Für die nun folgenden 4 Reihen sind 2 Schiffchen erforderlich. 1. Reihe. — Zwei Schiffchen mit weissem Faden; die Fadenenden an ein kurzes Pikot des Ringes anschliessen: * 3 Dplkt., 1 sehr kurzes Pkt., 2 Dplkt., 1 langes Pkt., 2 Dplkt., I langes f abben; Weissund Rouge-Géranium Pkt., 2 Dplkt., I langes Pkt., 2 352,oderNaturfarbeundVert-Mousse Dplkt., i kurzes Pkt., 3 Dplkt.; den Faden der rechten Hand an ein kurzes Pkt. des Mittelringes anschliessen, von * noch fünfmal wiederholen. Abb. 504. Kleiner Stern aus Frivolitäten. Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N" 3o bis 5o. 470, oder auch Bleu pâle 668 und Jaune d’Ocre 676. 35a DIE FRIVOLITATEN-ARBEIT Beim sechsten Bogen wird anstatt des zweiten kurzen Pikots der Faden der linken Hand durch das erste Pikot des ersten Bogens gezogen, dann werden die 3 Dplkt. vollendet, die Fäden abgeschnitten, durch das Ringpikot gezogen und auf der Kehrseite vernäht. 2. Reihe. — Zwei Schiffchen mit weissem Faden •, die Enden an ein langes Pkt. anschliessen, hierauf * 4 Dplkt., ein kurzes Pkt., 4 Dplkt., den Faden der rechten Hand an das nächste Pkt. anschliessen; von * 17 mal wiederholen. 3 . Reihe. — Zwei Schiffchen mit rothem Faden ; die Enden an ein Pkt. anschliessen : * 4 Dplkt., den Faden der rechten Hand durch das untere Pkt. ziehen, 1 grosses Pkt., 4 Dplkt. u. s. w. über den ganzen Kreis. 4. Reihe. — Zwei Schiffchen mit rothem Faden : * 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., den Faden der rechten Hand wieder an das weisse Pkt. der zweiten Reihe anschliessen; von * wiederholen. Einsatz mit Bl&tterabschluss (Abb. 5 o 5 ). — Von den unter der Abbildung angeführten Garnnummern sind die stärkeren und zwar naturfarben und blau, auf die Schiffchen zu winden. Mit dem blau umwundenen Schiffchen beginnend, sind zu schürzen: * 4 Dplkt., 1 Pkt., 8 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt. zu einem Ring zuziehen. Mit zwei Schiffchen, weiss oder naturfarben, auf der linken Hand : 4 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt., den Faden der rechten Hand an das Pkt. des ersten Ringes (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. %'~g 'V; ■y V\ ' c *: v.« • -«WTWW 3il«c '‘fi; WIV: Vh • /'•>. , y /( < ? \ y '7“v , , •< t . -Mi ...vil 1 '.,'V' . Abb. 5o5. Einsatz mit Blätterabschluss. Fadensorten: Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N” 3 o und 60 oder Cordonnet 6 fils D.M.C N" 3 o und 60. (*) Farben : Bleu de France 344 und Jaune-Rouille 365 . (*) DIE FRIVOLITÀTEN-ARBEIT 353 anschliessen, dann: 4 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt. Mit einem Schiffchen und zwar mit blau : 4 Dplkt., den Faden an das Pkt. des ersten Ringes anschliessen, 8 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt., den Ring schliessen; dann: 4 Dplkt., den Faden an das Pkt. des vorhergehenden Ringes anschliessen, 8 Dplkt.-, 1 Pkt., 4 Dplkt., den Ring schliessen * *; dann von * bis ** stets wiederholen. Sind zwei solcher Bogenreihen in genügender Länge vollendet, so werden sie durch Häkelei verbunden. Zu dieser ist das feinere Garn zu nehmen und sind zu arbeiten : 1 f. M. in das erste Pkt., 5 Lftm., 1 f. M. in das mittlere Pkt., 5 Lftm., 1 f. M. in das dritte und erste Pkt. Ueber je 5 Lftm. eine sechsfache Büschelmasche, Abb. 425, mit je 5 Lftm. dazwischen. Bei derselben Reihe nach der zweiten Einsatzseite wird die dritte Lftm. an die dritte der ersten Reihe angeschlossen, so beide Theile verbindend. Einsatz aus Frivolitäten mit gehäkelter Verbindung (Abb. 5o6, 507). — Mit einem Schiffchen zu arbeiten. — Es werden zuerst zwei Reihen Halbkreise gemacht mit 4 kurzen und 3 langen Pikots, welche einen ebenso langen Zwischenfaden haben müssen, als der Halbkreis breit ist. Sind nun zwei Reihen solcher Bogen vollendet, so werden mmtämmm mmm Abb. 5 o 6 . Einsatz aus Frivolitäten mit gehäkelter Verbindung. Fadensorten — Zu den Frivolitäten : Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N* 3o bis 70 oder Cordonnet 6 fils D.M.C N” 25 bis 5o, weiss oder naturfarben. Zur Häkelei : Dieselben Garne wie zu den Frivolitäten, nur um zwei Nummern feiner. Abb. 507. Einzelne Halbkreise der Frivolitätenarbeit. Zu Abb. 5o6. 354 DIE FRIVOL1TÄTEN-ARBEIT über den freien Faden zwischen den Knoten mit feinem Faden je 6 f. M. gehäkelt, dann in der nächsten Reihe über diese 5 Lftm., i f. M. zwischen je 3 M.; von der andern Seite wird die 3. Lftm. durch die 3. der i. Reihe gezogen. Den äusseren Abschluss ergeben: i f. M. in das i. kurze Pkt., 8 Lftm., * i St. in das 2. kurze Pkt., 7 Lftm., 1 St. in das 3. kurze Pkt., 8 Lftm., 1 f. M. in das 4. kurze Pkt., 1 f. M. in das gegenüberliegende Pkt., 3 Lftm., den Faden durch die 4. der letzten 8 Lftm. ziehen, 4 Lftm., von * wiederholen. Den letzten Gang ergeben: 1 f. M. in jede Lftm. der 3 letzten der ersten 8 Lftm. ; * 1 Pkt. aus 5 Lftm., 4 f. M., in die 4 nächsten Lftm., 1 Pkt., 1 f. M. in dieselbe M., in welcher die 4. f. M. vor dem Pkt. liegt, 3 f. M., 1 Pkt., 3 f. M., die letzte und erste Lftm. übergehen, auf dem nächsten Bogen wieder 3 f. M. und dann von * fortsetzen. Spitze aus Frivolitäten und Häkelei (Abb. 5o8). — Mit zwei Schiffchen zu arbeiten. Mit einem Schiffchen und mit der hellen Farbe. 2 Dplkt, 1 kurzes Pkt., 2 Dplkt., 1 langes Pkt., * 2 Dplkt., ein gewöhnliches Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 langes Pkt., 2 Dplkt., 1 kurzes Pkt., 2 Dplkt., den Ring schliessen. Mit zwei Schiffchen : 3 Dplkt., 1 kurzes Pkt., 3 Dplkt., 1 langes Pkt., 2 Dplkt. Mit einem Schiffchen : 4 Dplkt., den Faden an das 7. kurze Pkt. des grossen Ringes anschliessen, 4 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt., den Ring schliessen. Abb. 5o8. Spitze aus Frivolitäten und Häkelei. Fadensorten — Zu den Frivolitäten : Fil d’Alsace in Knäuel N° 3o, in zwei Tönen aus einer Schattirung. Zur Häkelei: Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N* 5o, in einer Farbe. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE FRIVOLITÀTEN-ARBEIT 355 Mit zwei Schiffchen: 2 Dplkt., 1 langes Pkt., 3 Dplkt., 1 kurzes Pkt., 3 Dplkt. Mit einem Schiffchen : 2 Dplkt., den Faden an das freie Pkt. des kleinen Ringes anschlingen, 2 Dplkt., den Faden an das lange Pkt. des grossen Ringes anschlingen ; von * wiederholen. Zum oberen gehäkelten Abschluss sind zwei Reihen erforderlich. 1. Reihe. — 1 f. M. in das 1. der 5 mittleren Pkt., 4 Lftm., dreimal wiederholen, 1 f. M. in das 1. Pkt. des nächsten Bogens. 2. Reihe. — 2 f. M. über die 3 . und 4. der ersten Lftm. Ueber die zweiten und dritten 4 Lftm. je 1 f. M., 1 halbes St., 2 ganze St., ein halbes St., 1 f. M. Ueber die vierten und ersten 4 Lftm. je 2 f. M. Der untere Abschluss wird auf folgende Art ausgeführt : 1 f. M. in ein langes Pkt., 5 Lftm., 1 f. M. in das nächste Pkt., 5 Lftm., 1 Dplst. in das kurze Zwi- schenpikot (die zwei letzten Schlingen des Stäbchens bleiben auf der Nadel), noch 3 einfache St. in die erste untere Schlinge des Doppelstäbchens, deren letzte Schlingen ebenfalls auf der Nadel bleiben, um nach dem 4. St. alle zugleich zugeschürzt zu werden, 5 Lftm. Der letzte Gang besteht aus 3 Lftm. und 1 St. über je 5 Lftm. n mwzmi Abb. 509. Stern aus Frivolitäten. Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C N* 3o bis 70. Farben : Gris-Tilleul 33o und Rouge-Cardinal 304. 356 DIE FRIVOLITÄTEN-ARBEIT Stern aus Frivolitäten (Abb. 509). — Mit zwei Schiffchen zu arbeiten. 1. Reihe. — Der innere kleine Ring, aus 12 Dplkt. und 6 Pkt. bestehend, wird mit einem Faden gearbeitet. 2. Reihe mit zwei Schiffchen. — Den grünen Faden üner die linke Hand laufen lassen, die Fäden an ein Pkt. an- schliessen: 2 Dplkt., 1 grosses Pkt., den Faden an das Pkt. des 1. Ringes anschliessen, 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt. u. s. f., im ganzen 12 Pkt. Nach dem 6. Bogen die Fadenenden vernähen. 3. Reihe mit einem Schiffchen. — 3 Dplkt., den Faden an ein Pkt. des 2. Ganges anschliessen, 3 Dplkt,, den Ring zuziehen. Eine Fadenlänge von 5 m/m. frei lassen, die Arbeit wenden, 4 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt., den Ring zuziehen. 4. Reihe mit zwei Schiffchen. — Die Fadenenden an ein Pkt. der Ringe der 3. Reihe anschliessen, * 3 Dplkt., 1 Pkt., 3 Dplkt. Mit einem Schiffchen : 3 Dplkt., den Faden an das Pkt. der geraden Reihe anschliessen, 3 Dplkt., 1 Pkt., 3 Dplkt., 1 Pkt., 3 Dplkt., den Ring zuziehen. Knapp daran : 3 Dplkt., den Faden an das 2. Pkt. des 1. Ringes anschliessen, 3 Dplkt., 1 Pkt., 3 Dplkt., den Ring zuziehen. Wieder knapp daran : 3 Dplkt., den Faden an das Pkt. des 2. Ringes anschliessen, 3 Dplkt., 1 Pkt., 3 Dplkt., 1 Pkt., 3 Dplkt., den Ring zuziehen. Mit zwei Schiffchen fortsetzen: 3 Dplkt., den Faden an das. 2. Pkt. des 3. Ringes anschliessen, 3 Dplkt., den Faden an das Pikot der Ringe des 3. Ganges anschliessen. Von * wiederholen. 5. Reihe mit zwei Schiffchen. — Die Fäden an ein Pkt. zwischen 2 Ringen anschliessen, über den grösseren Ring * 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., den Faden an das nächste Pkt. anschliessen, 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., den Faden wieder an das nächste Pkt. anschliessen, 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., von * wiederholen. Spitze aus Frivolitäten (Abb. 510). — Mit zwei Schiffchen zu arbeiten, und mit einem zu beginnen: 6 Dplkt., 1 DIE FRIVOLITÄTEN-ARBEIT 35y Pkt., 6 Dplkt., den Ring zuziehen = die Arbeit wenden; knapp an dem Ring einen 2. ganz gleichen ausführen. Mit zwei Schiffchen: nach oben 6 Dplkt., 1 Pkt., 6 Dplkt. Mit einem Schiffchen : 6 Dplkt., den Faden an das Pkt. desgegenüberliegenden Ringes anschlingen, b Dplkt., den Ring schliessen. Der nächste Halbkreis ist wieder nach unten zu drehen. Es werden 3 Reihen solcher durch Ringe unterbrochene Halbkreise gemacht. In der 2. Reihe werden die Ringe an das Pkt. der schon früher verbundenen Ringe angeschlossen. Für den äusseren Bogenabschluss ist zuerst ein kleiner Ring mit einem Faden zu machen: * 5 Dplkt., den F^den in das Pkt. zwischen 2 Ringen anschlingen, 5 Dplkt., schliessen. Mit zwei Schiffchen : 4 Dplkt. Mit einem Schiffchen : 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., den Faden an das Pkt. des Halbkreises der 3 . Reihe anschlingen, 2 Dplkt., hierauf noch 8 Pkts. mit 9 mal 2 Dplkt. dazwischen ; den Ring schliessen. Mit zwei Schiffchen : 4 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 3 Dplkt. Mit einem Schiffchen : 4 Dplkt., den Faden an das 3 . Pkt. des grossen Ringes anschlingen ; 4 Dplkt.,schliessen. Mit zwei Schiffchen: 2 Dplkt., 6 Pkts. mit je 2 Dplkt. dazwischen. Mit einem Schiffchen: 1 kleiner Ring mit 10 Dplkt., nach dem 5 . Knoten den Faden an das 3 . Pkt. des grossen Ringes anschliessen. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. #iV ,vy > 1 %: > 7 < ■felsig Abb. 5io. Spitze aus Frivolitäten. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N° 40 oder 5o, auch Fil à dentelle D.M.C N“ 25 oder 3o. (*) Farben : Gris-Tilleul 33o und Rouge-Grenat 326. (*) 358 DIE FRIVOLITÀTEN-ARBEIT Mit zwei Schiffchen : 3 Dplkt., i Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt. Den Einlagfaden an das 6. Pkt. des grossen Ringes anschlingen. Mit zwei Schiffchen : 4 Dplkt. Von * wiederholen. Ein gehäkelter Rand aus einer Luftmaschen- und einer Stäbchenreihe bestehend, schliesst die Spitze nach oben ab. Deckchen aus Frivolitäten (Abb. 511 ). — Mit zwei Schiffchen zu arbeiten. 1. Gang mit einem Schiffchen. — 2 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt., 1 Pkt., 4 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., den Ring schliessen. ÀSXfl ■■ vSiiJv>v Abb. 55 1. Deckchen aus Frivolitäten. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N“ io bis 60 oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 70. (*) Farben : Jaune-Rouille 366 und Brun-Caroubier 357. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE FRIVOLITÄTEN-ARBEIT 35 g 2. Gang mit dunkler Farbe und mit zwei Schiffchen. — Den Faden an ein Pkt. anknüpfen : * 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., den Faden an das Pkt. des Ringes anschlingen; darüber 1 Pkt., dann von * noch dreimal wiederholen. Das Pkt. über dem 1. Pkt. des kleinen Ringes muss zuletzt genäht werden. 3 . Gang mit heller Farbe und mit zwei Schiffchen. — Die Fadenenden an das Pkt. über dem weissen anknüpfen : * 2 Dplkt., den Faden an das untere Pkt. anschlingen, 1 grosses Pkt. über das untere; 3 Dplkt., den Faden an das nächste untere Pkt. anschlingen, in die Ecke 1 etwas längeres Pkt. als das vorhergehende, 3 Dplkt., den Faden anschlingen, 1 grosses Pkt., 2 Dplkt., den Faden anschlingen, 1 Pkt.; von * dreimal wiederholen. Für das letzte Pkt. muss ebenfalls der Faden auf der Kehrseite vernäht werden. 4. Gang mit dunkler Farbe und mit einem Schiffchen. — * 4 Dplkt., den Faden an das Pkt. oberhalb jenes des kleinen Ringes anschliessen, 4 Dplkt., den Ring zuziehen. Eine Fadenlänge von 10 m/m. frei lassen, dann einen 2. Ring wie den vorhergehenden machen. Wieder eine Fadenlänge von 10 m/m. frei lassen, 6 Dplkt., den Faden an das längere Pkt. anschlingen, 6 Dplkt., den Ring schliessen. Wieder eine Fadenlänge von 10 m/m. frei lassen, einen 2. Ring mit 12 Dplkt. an dasselbe Pkt. anschlingen ; diesem folgt wieder ein kleiner Ring von 8 Dplkt., dann wird von * dreimal wiederholt. 5 . Gang mit heller Farbe und mit einem Schiffchen. — Gleich dem 4. zu arbeiten, nur müssen die freien Fäden etwas länger sein, und die beiden Eckringe je 16 Maschen anstatt 12 zählen. 6. Gang mit heller Farbe und mit einem Schiffchen. — 8 Dplkt., den Faden an die Eckschlinge zwischen 2 Ringen anschlingen, 8 Dplkt., den Ring zuziehen = die Arbeit wenden; eine kurze Fadenlänge frei lassen, 3 Dplkt., 1 Pkt., dann viermal 2 Dplkt. und 1 Pkt., 3 Dplkt., den Ring zuziehen. Ziemlich knapp daran einen 2. Ring, zu Anfang und zu Ende mit 5 Dplkt., im übrigen dem 1. gleich, an welchem er nach dem 5 . Dplkt. an das 5 . Pkt. angeschlungen wird. Ein 3 . Ring dem 1. gleich, wird an dem 2., nach dem 3 . Dplkt., an dessen 36o DIE FRIVOLITÄTEN-ARBEIT 4. Pkt. angeschlungen = die Arbeit wenden; ein 2. Ring mit 16 Dplkt. in dieselbe Fadenschlinge, an welche der 1. Ring angeschlungen ist = die Arbeit wenden ; 1 Ring nach oben mit 4 Pkts. wie der erstbeschriebene, 1 Ring mit 12 Dplkt. nach unten. Es kommen nach oben zwischen je 3 Eckringen 6 einzelne, nach unten zwischen je 2 Eckringen 5 einzelne Ringe. Die oberen werden immer nach dem 3. Dplkt. an das 4. Pkt. des vorhergehenden Ringes angeschlungen. 7. und letzter Gang mit dunkler Farbe und zwei Schiffchen : — Die Fadenenden werden an ein Verbindungspikot angeschlungen — der dunkle Faden liegt auf der linken Hand — 3 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 2 Dplkt., 1 Pkt., 3 Dplkt., den Faden an das nächste Zwischenpikot anschlingen, und so fort unter jedem Ring einen Halbkreis arbeiten. Einsatz in Knüpfarbeit nach arabischem Motiv. Die Knüpfarbeit. Im Fache der Handarbeiten giebt es wohl keine, welche der Knüpfarbeit das Vorrecht des Weltbekanntseins streitig machen könnte. Durch lange Jahre in Vergessenheit gerathen, oder vielmehr aus der Mode geschieden, wurde sie vor einiger Zeit unter dem arabischen Namen « Macramé » als Neuheit be- willkommt. Seither hat sich die ebenso schöne als nützliche Arbeit stets mehr und mehr verbreitet, weil sie schmucksinnigen Frauen vielfach Gelegenheit bietet, manchem Gegenstand, welcher sonst nur in grösster Einfachheit im Hause anzutreffen war, durch selbstgefertigte Franse ein reiches Aussehen zu verleihen. Zudem ist die Knüpfarbeit eine dauerhafte Verzierung, welche gewöhnlich noch einmal so lange dem zerstörenden Einfluss der Zeit trotzt, als das Stück selbst, welches sie ausstattet. Fadensorten. — Die vielseitige Verwendbarkeit dieser höchst angenehmen Arbeit gestattet den Verbrauch des verschiedensten Materials ; denn ob Seide, Schnürchen, Goldfaden, Schafoder Baumwolle genommen wird, immer erzielt man ein hübsches, gefälliges Erzeugniss. Beim Wiedererscheinen der Knüpfarbeit betrachtete man Baumwollfaden dazu ab untauglich ; seither wurden wir aber I 362 DIE KNÜPFARBEIT eines Anderen belehrt und wir finden, dass dieses Material ebenso vortheilhaft ist wie jedes andere, denn wir haben es an unseren Mustern erprobt, für die wir, je nach ihrer Beschaffenheit, Coton à tricoter D.M.C, (*) Cordonnet 6 fils D.M.C, (*) Fil à dentelle D.M.C, (*) Coton à broder D.M.C (*) und Fil à pointer D.M.C (*) verwendet haben. Alle diese Fadensorten eignen sich vorzüglich zum Knüpfen ; ganz besonders sind darunter Fil à pointer D.M.C und Fil à dentelle D.M.C hervorzuheben, da sie in Bezug auf Gleichheit der Drehung, des Ergehens voller, runder Knoten und des angenehmen Fassens allen Leinenfäden, selbst der Seide gleichkommen. » Abb. 5i2. Das Knöpfpolster. Das Knüpfpolster (Abb. 5 12 ). — Das einzige, so zu sagen unentbehrlichste Geräth zum Knüpfen, ist ein längliches mit Blei gefülltes und überpolstertes Kissen. Es kann sowohl ohne Schrauben, als auch mit solchen — zum Befestigen am Tischrand — angefertigt sein. Ein solches Polster ist zu Knüpfarbeiten, welche mit Pikotanschlag oder mit Pikotrand gemacht werden, unerlässlich. Die an den kurzen Seiten des Kissens angebrachten Kopfstifte dienen zur Befestigung der Anfangs- und Einlagfäden. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. m Th. de Dillmont, Encykiop&die der weiblichen Handarbeiten. 8. I.einwbd. mit Goldschnitt. — Preis M. 3- DIE KNÜPFARBEIT 363 Sohrauben und Qeräthschaften zur Knüpfarbeit (Abb. 5 1 3). — Wenn jedoch lange Fransenreihen anzufertigen sind, so erweisen sich einfache Kopfschrauben zweckmässiger als das in Abb. 5i2 dargestellte Kissen; man kann die Einlagfäden länger spannen und gleichzeitig mit mehr Schlingen überlegen. Ausser Kissen und Schrauben sind kräftige Stecknadeln zum Stecken der Schlingen und Pikots, eine Häkelnadel zum Einziehen und Durchziehen der Fadensträhne, wenn solche in Stoff eingehängt werden, eine Scheere und schliesslich ein Meter- mass zum Vorrichten der Fäden, zur Knüpfarbeit erforderlich. Man kann den genannten Utensilien noch einen Metallkamm zum Gleichen der Fäden, ferner ein eisernes Lineal zum Festhalten der Fäden, wenn sie gekämmt sind und geschnitten werden, hinzufügen. Die Länge der Fadensträhne ist vom Material abhängig; von steifem, grobem Material ist, da der Knoten mehr davon verbraucht, stets ein längeres Ende zu nehmen, als von feinem. Abb. 5 i 3 . Schrauben zur Knüpfarbeit. Wir geben daher bei allen Vorlagen die ganze Länge des Fadens an. Diese Hinweise ermöglichen es, den Faden ohne vorhergehende Probearbeit zu richten. Sie bieten den doppelten Vortheil, Zeit und Material zu sparen, da Versuche später selten oder niemals verwendet werden können. Wenn feinerer Faden, als jener, der unter der Abbildung angegeben, gewählt wird, so ist er kürzer, wird hingegen stärkerer verwendet, so ist er im Verhältniss länger als nach unserer Angabe zu nehmen. Die Knotenbildung. — Anfängerinnen in der Knüpfarbeit 36 4 DIE KNÜPFARBEIT wollen — wie bei den Frivolitäten — darauf bedacht sein, dass jene Hand, welche nach der Beschreibung den Faden stramm zu ziehen hat, ausser dieser Bewegung keine weitere machen darf, bis die andere Hand den Knoten vollendet hat. Der Knoten selbst besteht aus Schlingen, welche über einen Einlagfaden, auch « Knotenträger » genannt, fest zugeschürzt werden. Schlingen und Einlagfaden wechseln beständig die Rollen, denn bald wird mit dem einen, bald mit dem andern geknüpft. Das Anreihen der Knüpflfäden (Abb. 5 14). — Wenn nicht die aus dem Stoff auslaufenden Fäden zum Knüpfen verwendet werden, so müssen solche an einem Faden angereiht werden. Es sind die Fadensträhne in doppelter Länge bereit zu halten, da sie, die beiden Enden gleich genommen, in ihrer halben Länge durch die so entstandene Schlinge an den vorher gerichteten Einlagfaden geschürzt werden. Das Ueberhängen und Zuziehen der Schlingen ist durch die Abbildung genügend erklärt. Abb. 514. Das Anreihen der Knüpffäden. Abb. 5 1 5 . Das Anreihen der Knüpffäden an Stoffrand und Bilden des flachen Doppelknotens. Das Anreihen der Knüpffäden an Stoffrand und Bilden des flaohen Doppelknotens (Abb. 5 1 5). — Man nimmt eine Häkelnadel, bringt sie am Rand, von unten nach oben, durch den Stoff, erfasst damit den Faden an der durch das Zusammenlegen gebildeten Schlinge, zieht ihn dann nach unten DIE KNÜPFARBEIT 365 zurück und führt die Fadenenden durch die Schlinge, a ; b zeigt zwei Doppelfäden ziemlich nahe an einander im Stoff eingezogen und mit diesem die erste Verschlingung zum flachen Doppelknoten ausgeführt, zu welchen die zu beiden Seiten aussen liegenden Fäden über die beiden in der Mitte liegenden, welche, durch den dritten und vierten Finger der linken Hand stramm gehalten, so geschlungen werden, dass der rechtsseitige Faden unter, der linksseitige über die Mittelfäden zu liegen kommt; c zeigt das Zurückwerfen der Fäden, wodurch der mit d vollendet gegebene Doppelknoten entsteht; e zeigt den festgeschürzten flachen Doppelknoten nebst dem Anfang eines dritten, zu welchem die zwei rechts und die zwei links liegenden Fäden der ersten Knoten genommen werden. Das Anreihen an ein geknüpftes Börtohen (Abb. 5 1 6 ). Ueber einen doppelten Einlagfaden werden nach Abb. 5 1 5 d, flache Doppelknoten geschürzt, die Knüpffäden sodann in die Knotenschlingen so eingezogen, dass der Fadenbügel nach der Abb. 5i6. Kehrseite liegt Das Anreihen an ein geknüpftes Börtchen. Das Anreihen an ein Pikotbörtchen (Abb. 517). — Die flachen Knoten werden mit kurzem Fadenzwischenraum über eine Luftmaschenkette geschürzt, so dass sich zu beiden Seiten Oesen (Pikots) bilden, durch welche wieder auf einer Seite nun eine zweite Tr . . Das Anreihen an ein Pikotbörtchen. Kette gezogen wird, an welche dann drei- bis vierfache Fadensträhne durch den Abb. 5i mit 24 366 DIE KNÜPFARBEIT 1 f Abb. 5 i8. Das Anreihen mit runden Pikots. auf der Abbildung ersichtlichen Knoten angeschlungen werden. Das Anreihen mit runden Pikots (Abb. 5 18). — Die Fadenlängen werden mit starken Stecknadeln, einen halben c/m. von einander entfernt, am Kissen befestigt, der Einlagfaden auf der linken Seite an einen Kopfstift angeknüpft und mit der rechten Hand stramm und wagrecht gehalten. Die linke Hand führt die Knoten zur Schnur aus, indem sie jedes Ende der gesteckten Fäden zweimal über den Einlagfaden von unten nach oben, über denselben und zwischen beide Fäden durchschlingt und es nach links ziehend den Knoten zuschürzt. Die zweite Knotenschnur ist gleich der ersten auszuführen und der Einlagfaden möglichst nahe an die erste Schnur zu halten, damit zwischen den Knotenschnüren die von oben herabgehenden Fäden nicht sichtbar bleiben. Das Anreihen mit Fransen nach oben (Abb. 5 19). — Nach Vollendung des Pi- kotanschlages, Abb. 5 18, w r erden die Schlingen durchschnitten und die Fäden aufgedreht, wodurch ein pe- lucheartiger Kopfrand entsteht. Pikotanschlag mit Doppelfäden (Abb. 520). — Zwei Fadensträhne werden knapp über einander mit Stecknadeln befestigt, über den inneren wird mit dem äusseren Faden ein flacher Doppelknoten, Abb. 5 1 5 b Abb. 519. Das Anreihen mit Fransen nach oben. 1 DIE KNÜPFARBEIT 367 und c, ausgeführt; die Enden werden dann über einen Ein- lagfaden zur Knotenschnur geschürzt. Pikotanschlag mit zwei flachen Doppelknoten (Abb. 52 i, 522). — In Abb. 521 ist mit a der Beginn, und mit b sind die vollendeten Doppelknoten, dargestellt, während in Abb. 522 zwei vollendete Pikots an einem Einlagfaden angereihet ersichtlich sind. Abb. 5io. Pikotanschlag mit Doppelfäden. Abb. 522 Abb. 521 Pikotanschlag mit zwei flachen Doppelknoten Bogenanschlag mit Schlingknoten (Abb. 523 ). — Die für die Bogen bestimmten Fäden sind bedeutend länger zu richten als die unter demselben einzuknüpfenden. Die Schlingen sind t Abb. 523. Bogenanschlag. nach aufwärts gedreht; mit dem links liegenden Faden werden über den rechtsliegenden 12 einfache Schlingen, a, ausgeführt; 368 DIE KNÜPFARBEIT ABB. D2A . SCH LI NGEN ANSCHLAG. Abb. 525. Bogenanschlag mit einfachem Faden. t ! | a j j 1 i b _ sd _ Abb. 526. Anschlag mit Rippenpikots dann werden zwei Doppelfäden unter dem Bogen angeschlungen und zuletzt noch die zwei Fäden aus diesemüberden Einlagfaden b geschürzt. Schlingen- anschlag'Abb. 524 ). — Zwei Fadenlängen werden auseinanderstehend an das Kissen gesteckt, a, und durch einen flachen Doppelknoten verbunden. Dann werden, knapp daran, 3 andere Schlingen gesteckt, deren 4 innere Fäden durch einen Bindeknoten, b , gehalten werden. Die Fadensträhne über einen Einlagfaden geschürzt, ergeben ebenfalls entweder eine einfache oder eine doppelteKnoten- schnur, wie man sie zu machen eben beabsichtigt oder die Arbeit es erfordert. Bogenanschlag mit einfachem Faden (Abb. 525). — Die Fäden wer- DIE KNÜPFARBEIT 36 9 den einzeln angeknüpft; zuerst der mittlere, dann der zweite rechts und links von demselben, schliesslich der dritte. Solche Schlingen können auch an den Längsseiten von Borden angebracht werden. Anschlag mit Rippenpikots (Abb. 526 ). — Mit einem Doppelfaden sind nach a zwei Knotenrippen zu machen, welche dann wie die vorhergehenden Schlingen durch Schnurknoten an den Einlagfaden befestigt werden. Bordenanschlag (Abb. 527). — Dieser besteht aus einem breiten Rippenband. Der Einlagfaden, Uber welchen die Rippen ausgeführt werden, bildet an einer Seite, und zwar an der später nach unten gekehrten, Oesen, welche mit Stecknadeln gehalten werden. In die so erhaltenen Oesen werden, wenn die Borden vollendet sind, die Fadenbüschel eingehängt. Solche Borden eignen sich auch zum Einknüpfen mehrerer Farben. Doppelknoten mit Halbknoten (Abb. 528). Jene Doppelknoten, welchen sich eine dritte, halbe Verschlingung anreiht, nennt man gewöhnlich « Doppelknoten mit Halbknoten. » Bindeknoten (Abb. 529). « Bindeknoten » nennt man Doppelknoten, wenn sie Abb. 528. Doppelknoten mit Halbknoten. Abb. 527. Bordenanschlag. 370 DIE KNÜPFARBEIT über mehr als zwei Einlagfäden ausgeführt sind. In der Abbildung zeigt die erste linksseitige Figur die erste Verschlingung zweier Knüpffäden über 4 Einlagfäden, die zweite Figur die f. Bindeknoten. zweite Verschlingung über 4 Fäden, die dritte Figur, wie die Bindeknoten im Bedarfsfälle fortgesetzt werden können, und die vierte, letzte Figur das Ab- schliessendesBin- deknotens durch einen flachen Doppelknoten. Flecht- oder W ellenknoten (Abb. 53o). — Flechtknoten entstehen durch stete Wiederholung der ersten Verschlingung des flachen Doppelknotens, a. Der gewundene Flechtknoten, b, auch Wellenknoten oder Kraus- Abb. 53o. Flecht- oder Wellenknoten. DIE KNÜPFARBEIT 3 7 1 knoten genannt, entsteht durch das Drehen der Fäden von links nach rechts, nach Fertigstellung der einfachen Flechtknoten. Die wellenartigen Drehungen der Knoten sind dann mit einem flachen Doppelknoten zu verbinden. Einfacher Andreasknoten (Abb. 53 1 ). — Zwei einfache Verschlingungen, a, nach welchen die Fäden rasch verdreht und fest zugezogen werden, ergeben den einfachen Andreasknoten. Abb. 53 i. Einfacher Andreasknoten. Doppelter Andreasknoten. Doppelter Andreasknoten (Abb. 532). — Drei einfache Verschlingungen, a, nach welchen die Fäden rasch gewechselt werden, bilden den doppelten Andreasknoten, b. Abb. 534. Knotenpikots. Abb. 533. ScHLINGENPIKOTS. Für die folgenden Knoten werden die Fäden wie beim flachen Doppelknoten zusammengefasst, c. Schlingenpikots (Abb. 533). — Diese entstehen entlang der Knotenreihen, indem man den folgenden Knoten so weit 372 DIE KNÜPFARBEIT vom vorhergehenden entfernt, dass die Zwischenschlinge ein Pikot bilden kann; a stellt ein noch offenes Schlingenpikot, b ein zugeschilrztes dar. Knotenpikots (Abb. 534). — Sie werden gebildet, indem nach einem oder mehreren flachen Doppelknoten in den nach aussen liegenden Fäden Knoten geschürzt werden, welche an die vorhergehenden ganz knapp anschliessen müssen. Um dies pünktlich auszuführen, schlingt man den Knoten über eine starke Stecknadel und führt ihn so an die bestimmte Stelle; a zeigt deutlich die Verschlingung, b die vollendeten Pikots. Abb. 535. Perlknoten. Perlknoten (Abb. 535). — Der Perlknoten entsteht durch das Zurückschlagen der Fäden nach einer Reihe von Doppelknoten, a zeigt 3 aneinander geschürzte Doppelknoten ; bei b sind die Einlagfäden über die Doppelknoten zurückgeschlagen, c zeigt die beiden Knüpffaden durch die beiderseitigen Seiten- schlingen gezogen und den Beginn des den Perlknoten vollendenden flachen Doppelknotens, d den fertigen Perlknoten. Knotenrippen nach rechts und nach links (Abb. 536, 537, 538, 539, 540, 541, 542, 543). — Nachdem man eine genügende Anzahl Fadensträhne angereiht, werden über den linksliegenden Faden mit dem rechtsliegenden zwei Languet- tenbogen geschürzt, Abb. 536. Hierauf werden die Fäden an einem Einlagfaden festge- DIE KNÜPFARBEIT 3 7 3 knüpft, so dass jeder Faden einen doppelten Knoten bildet, Abb. 53 7 . Nach dieser geraden Knotenschnur beginnt man die Knotenrippe von links nach rechts und zwar nimmt man hiezu 4 Fäden. Abb. 536 . Das Anrkihen der Schlingen und senkrechte Schlingknoten. Abb. 53 j. Das Befestigen der Fäden an DIE Einlagfäden. Abb. 538 . Knotenrippe nach rechts. Erster Knoten, offen. Der nach Abb. 538 und 539 aussen, links liegende Faden 1 wird von der rechten Hand in schräger Lage nach rechts und zwar als Einlagfaden, Knotenträger, über die anderen Fäden Abb. 539. Knotenrippe nach rechts. Abb. 540. Knotenrippe nach rechts. Abb. 541. Knotenrippe nach links. Erster Knoten, Die Fäden 3 , 4, 1, über Beginn geschlossen. Faden 2 geschürzt. der ersten Knotenreihe. gehalten. Der Faden 2 wird zweimal von unten nach oben darüber geschürzt, und wie es Abb. 53g zeigt, fest zugezogen. 374 DIE KNÜPFARBEIT In Abb. 540 ist das weitere Ueberschlingen der Fäden 3 und 4, sowie der Beginn einer neuen Knotenrippe über Faden 2 mit den Fäden 3 , 4, 1 ersichtlich. Abb. 541 stellt den 4. Faden von rechts nach links gehalten dar; über diesen werden durch die rechte Hand die Fäden 3 , 2, 1, ge- -/Tk rr. . schürzt. Bei Abb. 642 sind die Knoten über den Faden 3 , als Einlag- faden, mit den Fäden 2,1,4 geschürzt. Abb. 543 veranschaulicht zwei vollendete Doppelrippen, deren Einlagfäden, durch einen einfachen zweifachen Knoten verbunden sind. Abb. 542. Knotenrippe nach links. Beginn der zweiten Knotenreihe. Abb. 543 . Das Verbinden von zwei Knotenrippen. Einfache Kette (Abb. 544). — Die einfache Kette wird mit zwei einfachen Fäden ausgeführt und entsteht dadurch, dass sobald der Knoten geschürzt, das Ende Abb. 544. Einfache Kette. Abb. 545. Doppelte Kette. Abb. 546. Rippenbörtchen. des Fadens stramm angezogen und wieder mit dem anderen Faden der Knoten darüber geschürzt wird. DIE KNÜPFARBEIT 375 Doppelte Kette (Abb. 545). — Die doppelte Kette erfordert dieselben Verschlingungen wie die einfache, nur wird sie mit doppeltem Faden ausgeführt. Bippenbörtohen (Abb. 546). — Hier lauft derselbe Einlag- faden hin und zurück ; die 4 senkrecht hängenden Fäden bilden nach rechts und links laufende Rippenschnürchen. Um den hin- und zurückgehenden Faden von den anderen deutlich hervorzuheben, erscheint er in dunklerem Ton als die eigentlichen Knüpffäden. Knüpffranse (Abb. 547, 548, 549). — Länge der einfachen Fadensträhne für N° 8 des Coton ä tricoter D.M.C : 80 c/m. 1. Reihe — Anschlag laut Abb. 5 1 5 , mit je : 1 Doppelfaden weiss, 1 roth, 1 blau und sofort. 2. Reihe — Eine einfache Knotenschnur über einen neu hinzugekommenen Einlagfaden,nach Abb. 519, 520 und 521 . 3 . Reihe — 3 Lan- guetten- oder Schlingenknoten, Abb. 524, mit je 2 Fäden. 4. Reihe — gleich der 2. 5 . Reihe — Knotenrippen nach rechts und links mit je 6 Fäden ausführen, wobei der 1. und 12. Faden zur Einlage dienen. Die Verschlingung der Einlagfäden ist in Abb. 548 erklärt, der Faden der rechten Rippe wird nach links gespannt, mit dem (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 1 1 m I I Abb. 547. Knüpffranse. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N* 8 bis i 5 , Cordonnet 6 fils D.M.C N" 5 bis 25 oder, Fil à dentelle D.M.C N“ 25 bis 70. (*) Farben: Weiss, Bleu-Indigo 3 11 und Rouge-Turc 32 1. (*) 376 DIE KNÜPFARBEIT Faden der linken Rippe wird ein Doppelknoten darüber geschürzt. Die beiden Rippen sind möglichst nahe an einander zu bringen. Hierauf werden die Rippen in entgegengesetzter Richtung gearbeitet und zwar bleibt von links der 2 . Faden über die rechte Gruppe liegen, der 11 . Faden hingegen von rechts über die linke Gruppe. Ueber diese beiden Fäden werden nun wieder nach beiden Seiten in entgegengesetzter Richtung die Knotenrippen gemacht. Es werden 3 Reihen Doppelrippen geknüpft, dann je 3 Fäden von rechts und 3 von links zusammen leicht verschlungen, ein i5 c/m. langes und aus 8 Fäden bestehendes Büschel darüber gelegt, a, dann bis zur Rippe gebracht und mit Faden in abstechender Farbe übernäht, b. Die nächsten Büschel, welche zwischen zwei Knotenrippen eingehängt werden, sind in gleicher Höhe wie die ersten zu binden, stossen jedoch nicht hart an die Knotenschnüre an. Einsatz oder Franse (Abb. 55o, 55 1 ). — Länge der einfachen Fadensträhne, die Franse mit inbegriffen, für N° 8 des Coton ä tricoter D.M.C: 5o c/m. 1 . Reihe — Anschlag laut Abb. 5 1 5. 2 . Reihe — Eine doppelte Knotenschnur, laut Abb. 5 18 oder 5 19 , über doppelte Einlagfäden. Hierauf den Abb. 548. Das Verbinden der Rippen in Abb. 547. Abb. 549. Das Einhängen der Büschel in Abb. 547. DIE KNÜPFARBEIT 377 Faden 3 links über den Faden 2 schürzen ; dann den Faden 4 über den Faden 2 = für die nächste Rippe die Fäden 2 und 3 über den Faden 1 schürzen. Dann von rechts nach links die Fäden 2 und 1 der rechtsseitigen Gruppe, dann noch einmal über den Faden 4 von rechts schürzen. Die nächste Gruppe fängt zuerst an der Querrippe von links nach rechts an, hieraufwird die nächsteKnotenschnur begonnen. Wenn dieses Knüpfmuster als Borde oder Einsatz verwendet wird, so sind die Fadenenden wie bei Abb. 53; abzubinden. Abb. 55o. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N* 6 bis 12 , Cordonnet 6 fils D.M.C N“ 1 bis 10 oder, Fil à dentelle D.M.C N" 25 bis 5o. (*) 55 1. Kreuzung der Fäden in Abb. 55o Guimpe mit Knüpfschiffchen gearbeitet (Abb. 552, 553, 554). — 8 Doppelfäden vorrichten. Hier ist die Länge des Fadens auf eine längere fortlaufende Borde zu berechnen. Um das häufige Anknüpfen zu vermeiden, ferner auch um dem unbequemen Herabhängen langer Fäden auszuweichen, empfehlen wir die Benützung einer neuen Art Knüpfschift- chen, den Klöppeln wie solche zur Spitzenerzeugung verwendet werden, sehr ähnlich. Wird also ein längeres Fadenmass gebraucht, so kann der Faden auf dem Knüpfschiffchen — welches auf jede Nähmaschine gesteckt werden kann da es hohl gebohrt ist — aufgewunden (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 3 7 8 DIE KNÜPFARBEIT werden. Der Faden wird mit dem bei der Klöppelarbeit üblichen Knoten befestigt. (Siehe Kapitel : Verschiedene Spitzenarten). Abb. 552. Guimpe mit Knüpfschiffchen gearbeitet. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N” 6 bis 16 , Cordonnet 6 fils D.M.C N“ i bis io, Fil à pointer D.M.C N° io bis 3o, oder Fil à dentelle D.M.C N° 25 bis 5o. (*) Farben: Bleu-Indigo 3 ii und Brun-Marron 406 . (*) Anschlag wie in Abb. 5 1 5 dem eine einfache Knotenschnur folgt. Mit je 4 Fäden einen flachen Doppelknoten, je 2 Fäden bleiben rechts und links frei. Abb. 553. Knüpfschiffchen. Originalgrösse. Abb. 554 Das Wenden der Rippengruppen in Abb. 552. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE KNÜPFARBEIT 379 Abb. 553. Geknöpfte Querborde. Den i5., 14., i3., 12., 11., 10. und 9. über den 16. Faden rechts schürzen. Dieselben Fäden noch einmal über den i5. Faden schürzen. Links dieselbe Rippe mit dem 8., 7., 6., 5., 4., 3., 2. und 1. Faden ausführen. Nach den braunen Fäden noch die von rechts kommenden 2 blauen Fäden knüpfen. Dann zu beiden Seiten über je 2 blaue Fäden,4flache Doppelknoten, Abb. 515, d, hierauf die Rippe laut Abb. 554 bis zum äussersten Faden fortsetzen. In der Mitte ergeben nun die braunen Fäden 6 flache Doppelknoten, worauf die Rippengruppen wieder nach einwärts, Abb. 554, gewendet werden. Geknüpfte Querborden (Abb. 555, 556, 557, 558). — Länge der einfachen Fäden für N° 6 des Coton ä tricoter D.M.C : 5o c/m. Beide Borden werden mit dem gewöhnlichen Anschlag und mit einer Knotenschnur, nach der vorher bestimmten Länge begonnen. Abb. 555 erfordert nach rechts und nach links eine dreifache Rippengruppe mit je 4 Fäden ausgeführt. Diese Gruppen sind durch eine Knotenschnur abge- (*) Abb. 556. Geknüpfte Querborde. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N* 6 bis io, Fil à pointer D.M.C N° io bis 3o, oder Fil à dentelle D.M.C N” 25 bis 5o. (*) Farben : Für Abb. 555 Bleu-Lapis 342 und für Abb. 556 Rouge-Turc 32 t. 1 *) a Abb. 557. Das Abknüpfen der Faden in Abb. 555 und 556. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 38o DIE KNÜPFARBEIT Abb. 558 . Das Versetzen der Rippengruppen in Abb. 556 . L^^'aasÄasKi Abb. 559. Breite Knüpffranse. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 3 bis 25 , oder Fil à pointer D.M.C N* 10 bis 3 o. Farben: Brun-Cuir 431 und 432, Bleu-Indigo 3 11. schlossen, nach welcher die dreifache Rippengruppe entgegenlaufend wiederholt wird. Eine 3. Knotenschnur schliesst das Muster ab. Hierauf wird ein neuer Einlagfaden angelegt, die Arbeit nach der Kehrseite gewendet,eine Knotenschnur über den neu angelegten Faden geknüpft, ein Knoten aus je 2 Fäden dicht an die Schnur gebracht, a, die Enden kurz abgeschnitten, b , und der Knoten nach aufwärts gedrückt, c. Abb. 557 erfordert 8 Fäden für eine Rippengruppe. Es werden zuerst alle Gruppen von rechts nach links ausgeführt; dann von links nach rechts zählend, werden die Gruppen von links nach rechts über den 5. Faden ausgeführt. Der Abschluss ist gleich jenem in Abb. 555 herzustellen. Breite Knüpffranse (Abb. 55g, 56o). — Länge der einfachen Fäden für N° 5 des Cordonnet 6 fils D.M.C : 120 c/m. DIE KNÜPFARBEIT 381 Anschlag laut Abb. 519 mit 4 blauen Doppelfäden, 3 dunkelbraunen einfachen Fäden, 1 hellbraunen Doppelfaden, 3 dunkelbraunen einfachen Fäden, 4 blauen Doppelfäden u. s. w. Ueber jeden der 4 blauen Fäden ist je eine Rippe von den 3 braunen Fäden zu knüpfen ; bei der 2. Rippe ist der 4. der 4 blauen Fäden, bei der 3. Rippe der 3. blaue Faden, bei der 4. Rippe der 2. blaue Faden noch mitzuschürzen. In Abb. 56o ist das stete Vermehren der Knoten deutlich dargestellt. Wenn die gleiche Gruppe von rechts nach links vollendet ist, so wird sie mit der ersten verbunden; dann werden die gleichen Gruppen in entgegengesetzter Richtung wieder über die blauen Fäden ausgeführt, so dass, in dem nach unten sich bildenden Würfel, die braunen Fäden wieder flach liegen. Nach dem 5. Rippenwechsel wird von je 3 braunen Fäden eine doppelte Kette mit 12 Knoten und von 8 blauen Fäden eine Kette von 6 flachen Doppelknoten gemacht. Zum Schluss werden alle Fäden einer Gruppe zu einem Büschel vereint, mit Ueberhangfäden noch bereichert und hierauf abgenäht. Einfarbige Knüpffranse (Abb. 561). — Länge der einfachen Fäden für N° 3 des Cordonnet 6 Als D.M.G : 75 c/m. 1. Reihe — Anschlag laut Abb. 526, hierauf eine doppelte Knotenschnur. 2. Reihe — Gewundene Flechtknoten mit 4 einfachen Verschlingungen der Knüpffäden, Abb. 53o. 3. Reihe — Eine doppelte Knotenschnur. 4. Reihe — Nach rechts und links eine zweifache Rippengruppe mit je 6 Fäden. 5. Reihe — Nach beiden Seiten mit je 2 Fäden eine ein- Abb. 56 o. Der Wechsel der Faden in Abb. 559. mm 25 382 DIE KNÜPFARBEIT \i i< intntfft a i<< mmn Abb. 56 i . Einfarbige Knüpffranse. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N” 3 bis i5 oder, Fil à dentelle D.M.C N" 25 bis 5o. Farben : Weiss, Naturfarbe oder irgend eine andere helle Farbe der D.M.C Farbenkarte. -.fnSr... iitjöhob fache Kette; die innere Kette zählt 4 Verschlingungen, die äussere 7. 6. Reihe — Dieselben Rippengruppen wie in der 4. Reihe, jedoch in entgegengesetzter Richtung und dann mit einer geraden Knotenschnur abschliessen. Für die Quästchen werden je 6 Fäden genommen, dann Büschel in dieselben eingehängt und abgenäht. Franse mit Mosa'ikbändciien (Abb. 562, 563, 564 ). — Länge des einfachen Fadens für N° 8 des Cordonnet 6 fils D.M.C : 75 c/m. 1 . Reihe — Anschlag laut Abb. 514 , mit einem naturfarbenen und einem braunen Doppelfaden, dem eine einfache Knotenrippe folgt. 2 ., 3., 4. und 5. Reihe — Versetzte Knüpfknoten wie solche Abb. 1 Abb. 562. Franse mit Mosaikbändchen. Abb. 563. Offener Knüpfknoten Abb. 564. Geschlossener Knüpf- Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 8 bis 3o oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 5o. Farben : Brun-Acajou 401, Rouge-Cardinal 347 und Naturfarbe. zu Abb. 562. knoten zu Abb. 562. 563 und 564 darstellen. Die Farben in der 2. und 4. Reihe erscheinen versetzt, so dass DIE KNÜPFARBEIT 383 in der 3 . und 5 . Reihe der dunkle Faden die Einfassung des Knotens ergiebt. 6. Reihe — Ueber einen neuen Einlagfaden eine Knotenschnur. 7. Reihe — Wieder einen Einlagfaden anlegen, und zwischen je 2 hellen Knoten einen rothen Faden einhängen ; die Schlinge mit welcher der Faden angeschürzt wird, ist als Knoten zu rechnen. 8. Reihe — Einen 3 . Einlagfaden anlegen und mit jedem Faden, auch mit den einzelnen rothen, einen ganzen Knoten^chürzen. 9. Reihe — Einen 4. Einlagfaden anlegen ; mit je einem rothen Faden nur einen halben Knoten schürzen. 10. Reihe — Einen 5 . Einlagfaden anlegen und eine Knotenschnur gleich jener der 6. Reihe ausführen. Die rothen Fäden werden nach der Kehrseite gebracht und übergangen. Abb. 565. Grundmuster. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N" 1 5, Fil à pointer D.M.C N* 10 bis 3o oder, Fil i dentelle D.M.C N* 25 bis 5o. (*) Farben : Naturfarbe und Bleu-Indigo 3 12 . (*) Abb. 566. Abb. 567 . Muschelrippe zu Der Wechsel der Faden Abb. 565. in Abb. 565. Die Fäden werden zu je 6, ungefähr i 5 m/m. unter der letzten Knotenschnur, einfach verknüpft. Grundmuster (Abb. 565, 566, 567 ). Die Fäden sind in einer, der anzufertigenden Arbeit entsprechenden Länge, auf Knüpfschiffchen aufzuwinden. Anschlag laut Abb. 514 mit je 4 blauen (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 384 DIE KNÜPFARBEIT und 4 hellen Doppelfäden ; dem folgt eine doppelte Knotenschnur. In der Mitte mit 8 blauen Fäden beginnend 2 flache Doppelknoten; über die 4 blauen Fäden von rechts mit den 4 blauen Fäden von links eine vierfache Muschelrippe, Abb. 566, die nach allen Seiten durch einen flachen Doppelknoten begrenzt wird. Die Entstehung der hellen, gegitterten Figur ist in Abb. 567 erklärt. Die von dieser Figur auslaufenden Fäden ergeben die zweite gestreifte Muschelrippe, nach deren Vollendung sich sämmtliche blaue Fäden wieder vereinen. Franse mit verkehrtem Grundmuster (Abb. 568 , 569, 570, 571). — Länge des einfachen Fadens für N° 8 des Coton ä trico- ter D.M.C : 80 c/m. Nach dem bekannten Anfang laut Abb. 514, werden über den 1. Faden, von links nach rechts, die beiden nächsten Fäden geschürzt; dann werden über den nun unten als 1. liegenden Faden die 3 nächsten Fäden geschürzt. Die beiden äussersten Fäden bleiben hängen. Ueber den 3. werden wieder 2 Doppelknoten geschürzt. Von rechts nach links ist die gleiche Gruppe zu bilden, nur mit dem Unterschied, dass beim 3. Fadenwechsel 5 Doppelknoten, Abb. 569, zusammen kommen. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. mom mm. Abb. 56S. Franse mit verkehrtem Grunpmuster. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N° 8 bis i6, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 5 bis 20 , oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 5o. (*) Farben: Weiss, Bleu-Indigo 3n und 3i2. (*) DIE KNÜPFARBEIT 385 Zwischen den Rippengruppen bilden je 2 helle und 2 dunkle Fäden einen flachen Doppelknoten. Ist die 2. Knotenschnur vollendet, so wendet man die Arbeit, um sie auf der Kehrseite fortzusetzen. Es werden gewöhnliche Doppelknoten, Abb. 570, in einer Reihe nach rechts, in der folgenden nach links geschürzt. Nach 10 ganzen Reihen vermindert man die Knoten nach rechts und links, damit sie in eine Zacke auslaufen, welche durch eine einfache Rippe abgegrenzt wird. Die Endfäden werden dann zu Fransenbüschel vereint. Wenn die Arbeit vollendet ist, so wird sie wieder nach der Rechtseite gewendet, wo der Knoten die in Abb. 571 ersichtliche Gestalt angenommen hat. Abb. 569. Abb. 570. Schlangenrippe zu Das Knüpfen der Fäden Abb. 568. auf der Kehrseite in Abb. 568. Abb. 571. Gestalt der Knoten auf der Rechtseite in Abb. 568. Franse mit Schnurquästchen (Abb. 572). — Länge des einfachen Fadens für N° 16 des Coton à broder D.M.C : 65 c/m. Anschlag laut'Abb. 514, jedoch verkehrt, mit : * 1 zweifachen Doppelfaden der Farbe 358, 3 zweifachen Doppelfäden der Naturfarbe, 1' zweifachen Doppelfaden der Farbe 358, 1 zweifachen Doppelfaden der Farbe 321, 3 zweifachen Doppelfäden der Naturfarbe, 1 zweifachen Doppelfaden der Farbe 321. Von * die Reihenfolge wiederholen. 1. Reihe — Mit je 4 Fäden 6 Kettenknoten. 386 DIE KNÜPFARBEIT 2. Reihe — Eine einfache Knotenschnur. 3. Reihe — Bindeknoten, Abb. 529, über 4 hell- und 4 dunkelrothe Fäden, und flache Doppelknoten über 4 naturfarbene Fäden. 4. Reihe — Bindeknoten über 4 naturfarbene Fäden mit 4 rothen und 2 naturfarbenen Fäden. 5. Reihe — In der Mitte der Gruppen Bindeknoten mit den naturfarbenen Fäden. 6. Reihe — Gleich der 4. auszuführen. 7. Reihe — Je einen hell- und einen dunkelrothen Fadensträhn zusammendrehen und abknüpfen. Man dreht die Fadensträhne gleichzeitig nach rechts, legt während des Drehens den linksseitigen Strähn über den rechtsseitigen und setzt das doppelte Drehen fort bis die Strähne einer stark drellirten Schnur gleichen. Aus den naturfarbenen Strähnen sind Quastenbüschel mit reichem Ueberhangsträhn zu bildein. Borde mit Musohelknoten (Abb. 5y3, 574, 573, 576). — Die Fäden auf Knüpfschiffchen winden. Anschlag laut Abb. 519 mit 1 Doppelfaden der Farbe 471, 6 Doppelfäden der Farbe 450, 2 Doppelfäden der Farbe 471, 6 Doppelfäden der Farbe 450, 1 Doppelfaden der Farbe 471, (*) Abb. 572. Franse mit Schnurquästchen. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N* 6 oder, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 3 bis 20. (*) Farben: Naturfarbe, Rouge-Turc 321 und Rouge-Grenat 358. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE KNÜPFARBEIT 387 Abb. 573. Borde uit Muschelknoten. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 5 bis 20, Fil à pointer D.M.C N* 10 bis 3o oder Fil à dentelle Von links nach rechts einen Doppelknoten über den 1. Faden mit dem 2. Von rechts nach links je einen Doppelknoten über den 4. hellen Faden mit dem 3 ., 2. und 1. Faden. Wieder von links nach rechts und über den 5 . Faden einen Doppelknoten mit dem 6. Faden und einen Doppelknoten mit dem 3 . Faden über den 2. Von rechts nach links : 5 Doppelknoten über den 8. Faden. Von links nach rechts : Je einen Doppelknoten über den 10., über den 5 . und über den 1. Faden. Von rechts nach links : 7 Doppelknoten über den 12. Faden. Von links nach rechts wieder 3 einzelne Knoten. Hierauf eine von beiden Seiten zusammenlaufende, doppelte Knotenrippe mit 6 grünen Fäden über die beiden rothen Fäden. (*) D.M.C N- 25 bis 5o. (*) Farben : Vert-Mousse 471 und Rouge-Cornouille45o.(*) Abb. 574. Angefangener Muschelknoten. Abb. 575. Geschlossener Muschelknoten. Abb. 576. Wechsel der Fäden in Abb. 573 . (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 388 DIE KNÜPFARBEIT In der Mitte dann mit 4 rothen Fäden einen Muschelknoten wie derselbe in den Abb. 574 und 5 y 5 dargestellt ist. An der Seite der Rippenbändchen und zwischen jedem 2 einzelne Kettenknoten. Unter den äusseren Muschelknoten entsteht ein schräges Feld aus 9 flachen Doppelknoten, während unter der mittleren Muschel die in Abb. 576 erklärten, gekreuzten Knotenrippen fortlaufen. Franse mit Muschelknoten (Abb. 577). — Länge des && .j&l sm. .ssü. einfachen Fadens für N° 12 des Coton ä tricoter D.M.C : 90 c/m. Die Fadensträhne sind doppelt zu nehmen. Anschlag laut Abb. 523. Die Ausführung dieses einfachen und doch so glänzende Wirkung erzielenden Musters ist durch die deutliche Darstellung und Anwendung der in den Abb. 536 bis 542, 574 und 575, sowie 535 a, gegebenen Erklärungen ermöglicht. Die Fadensträhne welche die Büschel ergänzen sind unter dem Bindeknoten und zwischen den dreifachen Knotenrippen einzuhängen. Breite Borde oder Franse (Abb. 581). — Länge des einfachen Fadens für N° 10 des Cordonnet 6 fils D.M.C : 170 c/m. 1. Reihe — Anschlag mit Doppelschlingen und einer wag- Farbkn: Naturfarbe und Rouge-Turc rechten doppelten Knotenschnur. 3ji '^ Die Farben sind anzureihen: * 4 blaue Bogen, 4 naturfarbene, 5 rothe, 4 naturfarbene; von * wiederholen. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Abb. 577. Franse mit Muschelknoten. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C N* 11 oder, Fil à pointer D.M.C N* 10 bis 3 o. (*) DIE KNÜPFARBEIT 38 9 2. Reihe — Von rechts nach links beginnend: Ein Rippenbändchen mit 2 Fäden und 7 Drehungen, Abb. 546 = mit den 12 nächsten Fäden : 3 flache Doppelknoten, unter diesen 3 Doppelknoten * 6 kleine Rippenbändchen mit sechsmaligem Fadenwechsel = nach dem 3 . Wechsel das 2. Bändchen mit dem 3 ., das 4. mit dem 3 . verbinden = je 2 Rippenbändchen mit einem flachen Doppelknoten abschliessen. if|VfrS (?V) i>- .. --, . umnftrrj mifWi«K>l ïiïllt^l -fl-' AS*Vs ►» # £ h üïl'Æu lnf«gi Abb. 58 o. 33o, Kreuzrippenbändchbn 334, NACH links geschürzt zu Abb. 579. u A Cordonnet 6 fils d.m.c N‘ 10 _ daim mit den dun bis 3o oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 5o und Chiné d’Or DM.C. Farben : Noir grand-Teint 3to, Gris-Tilleul 3g2 und 33o, Brun-Cuir 430 und 4^2, Bleu-Indigo 334 oder Chiné d’Or D.M.C Blau und Gold. (*) kelgrünen Fäden, mit 2 Wendungen nach Abb. 58 x - Kreuzrippenbändchen nach rechts geschürzt zu Abb. 579. aussen und 3 nach innen = über den 4. dunkelgrünen Faden je einen Doppelknoten mit dem 1. dunkelgrünen, den 4 hellgrünen und den 4 blauen Fäden. Ueber die 3 nächsten dunkelgrünen Fäden sind von rechts nach links und von links nach rechts (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 392 DIE KNÜPFARBEIT die 4 hellgrünen und 4 blauen Fäden zu schürzen, wodurch 8 Querrippen entstehen. Hierauf sind die 8 Fäden wieder über den letzten dunkelgrünen Faden zu schürzen und dann ein Kreuzrippenbändchen, Abb. 58 o und 58 i, mit 7 Bogen nach aussen und 5 Bogen nach innen zu machen. Mittlere Gruppe links — 1 Doppelknoten mit dem 1. hellbraunen Faden über den 2. = 3 Doppelknoten mit 2 schwarzen (die schwarzen Fäden sind zweifach zu nehmen) und 2 hellbraunen Fäden über den 1. und 2 . dunkelbraunen Faden = bei der 2 . Rippe wird der 1. dunkelbraune Faden, bei der 3 . Rippe werden die 4 braunen Fäden über den schwarzen Faden geschürzt. Rechts dieselbe Gruppe und zwar der linksseitigen entgegenlaufend ausführen. Links — Doppelknoten über den 1. hellbraunen Faden von rechts, mit den von links ausgehenden 2 hellbraunen, 2 dunkelbraunen Fäden und mit dem schwarzen Faden. Rechts — Ueber den 1. von links ausgehenden hellbraunen Faden einen hellbraunen, 2 dunkelbraune, einen schwarzen Doppelknoten. Links — Ueber den von rechts ausgehenden hellbraunen Faden den hellen, die beiden dunkelbraunen und den schwarzen Faden schürzen. Rechts — Ueber den hellbraunen die 2 dunkelbraunen und den schwarzen Faden schürzen. Links — Dieselben Knoten wie rechts. Rechts — Einen braunen und den schwarzen Faden über den 1. dunkelbraunen schürzen. Links — Dieselben Knoten über den letzten Faden. Rechts — Den schwarzen Faden über den letzten braunen schürzen. Links — Mit den 4 braunen und dem schwarzen Faden Doppelknoten über die 4 hellgrünen und die 4 blauen Fäden = 1 Doppelknoten mit dem 1. über den 2 . hellbraunen Faden, 3 Doppelknoten mit 2 hell- und einem dunkelbraunen Faden, über den 2. dunkelbraunen Faden = 4 Doppelknoten mit den 2 hell- und den 2 dunkelbraunen Fäden über den schwarzen Faden. DIE KNÜPFARBEIT 3g3 Nun folgen noch 5 weitere Rippen, bei welchen der nach innen liegende letzte Faden zum Einlegen benutzt wird. Dieselben Gruppen sind auch von rechts nach links zu knüpfen. Dann links beginnend die 4 hellgrünen Fäden über den 1. gleichfarbigen von rechts nach links laufenden Faden schürzen. Rechts — 3 hellgrüne Fäden über den 1. von links ausgehenden Faden schürzen. Dasselbe noch zweimal nach beiden Seiten wiederholen. Die 3. Knotenrippe bildet zugleich die 1. Zacke eines Abb. 582. Franse. Fadensorten: Cordonnet 6 fils D.M.C N* 1 5 bis 3o, Fil à pointer D.M.G N* io bis 3o oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 5o. Farben : Naturfarbe und Brun-Havane 4 55. (*) Abb. 583. Fadenwechsel zur inneren Figur in Abb. 582. dreifachen Kreuzrippenbändchens, welches dann auch rechts auszuführen ist; beide Bändchen schliessen mit einer dreifachen Rippengruppe ab, deren letzte rechtsliegende Rippe nur mehr einen Doppelknoten zählt. Die zu beiden Seiten noch auszuführenden Bändchen zeigen nach innen 3 ganze, nach (*) aussen einen ganzen und einen halben Bogen nach oben und unten. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels DIE KNÜPFARBEIT 3 94 Dann zu beiden Seiten über die 4 blauen und die 4 hellgrünen Fäden alle anderen schürzen = in der Mitte dann abwechselnd von rechts und von links arbeiten, bis die schwarzen Fäden unten an der Spitze zusammenlaufen. Die blau und hellgrün eingefasste Rippengruppe wird einwärts gedreht und mit einem 3 Bogen zählenden Rippenbändchen fortgesetzt. Diese breiten Knüpfborden ergeben schöne Gardinenhalter, Körbchen, Beutel, ferner können sie zu Gardinen selbst, in Verbindung mit Stoff- oder Spitzeneinsätzen verwendet werden. Franse (Abb. 582, 583 ). — Länge des einfachen Fadens für N° i 5 des Cordonnet 6 fils D.M.C : 120 c/m. Anschlag mit Pikots, laut Abb. 5 18, mit je 6 hellen und 6 dunklen Fäden. Hierauf Rippengruppen mit je 6 Fäden von rechts nach links gehend bilden, denen wie N* 12 , Cordonnet 6 fils d.m.c N° 8 bis 3o oben eine doppelte Knotenoder Fil ä dentelle D.M.C N* 25 bis 5o. schnür folgt. Farben: Brun-Cuir 325 und Brun-Mar- £ur Musterung, mit hellen r° n 4 °3> 4°5, 407- ( ) Fäden beginnend, von rechts nach links eine Rippenfigur nach Abb. 576, welche durch 2 Knotenrippen über je 2 braune Fäden, nach beiden Seiten abgeschlossen wird. Für die braunen Querrippen sind die Abb. 554 , 56 o, 567 zu Rath zu ziehen und für das in braun erscheinende Feld gibt Abb. 583 die Erklärung. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Abb. 584. Franse oder Grundmuster. Fadensorten : Coton à tricoter D.M.C DIE KNÜPFARBEIT 3g5 Die hellen Felder, die gleichseitig in der 3. Reihe die tief eingeschnittenen Zacken ergeben, sind zu beiden Seiten von einer Knotenserie der braunen Fäden einge- randet. Die Fadenenden werden in Büschel gesammelt und abgenäht. Franse oder Grundmuster (Abb. 584). — Länge des einfachen Fadens für N° 12 des Coton ä tri- coter D.M.C : g5 c/m. Die Ausführung dieser Knüpfarbeit ist eine so leichte, dass wir blos auf die Abb. 543 und 56o verweisen und noch anführen, dass die einzelnen Knotenrippen stets abwechselnd von rechts nach links und von links nach rechts geknüpft, ferner, dass über den von links ausgehenden Einlagfa- den nur 3 Fäden, über jenen von rechts kommenden 4 Fäden geschürzt werden. Franse oder Grundmuster (Abb. 585, 586). — Länge des einfachen Fadens für N° 12 des Coton ä tricoter D.M.C : i5o c/m. Bei diesem Muster, einer der wirkungsvollsten und zugleich ganz mühelos auszuführenden Knüpfarbeiten enthalten wir uns ebenfalls, die Einzelheiten der Verschlingungen anzugeben. Für das Kreuzen der Fäden an die die Zacken abschliessenden Rippenbänd- Abb. 585. Franse oder Grundmuster. Fadensorten : Dieselben wie zum vorhergehenden Muster. Farben: Gris-Tilleul 331 und Violet-Mauve 3 1 5. Abb. 586. Fadenwechsel in Abb. 585. 3 g6 DIE KNÜPFARBEIT chen geben die Abb. 52g und 538 bis 543 genügende Anhaltspunkte. Die Quastenbüschel sind gleich den Knüpffiguren hell und dunkel zu halten. Grundmuster mit Pikots (Abb. 587). — Die Fäden auf Knüpfschiffchen winden. Anschlag laut Abb. 520 mit einer doppelten Knotenschnur, zwischen der 2. und 3. Schnur einen kleinen Zwischenraum lassen, in welchem die Fadenlängen gekreuzt werden. Links beginnend, über den 2. und 3. Faden 2 Schlingknoten, 1 Pikot, a Schlingknoten = über den 1., 2. und 3. Faden mit den 3 nächsten Fäden je 1 Doppelknoten = mit dem 5. Faden und über den 6. und 7. Faden 4 Schlingknoten mit 1 Pikot nach dem 2. Knoten. Mit den 4 nächsten Fäden 1 flachen Doppelknoten, dem 1 Knotenrippe über den 12. Faden mit dem 11., 10. und 9. Faden ausgeführt folgt = dann noch 2 Rippen mit 7 Fäden über den 11. und 10. Faden. Rechts bleiben 3 Fäden Abb. 587. Grundmuster mit Pikots. Fadensorten : Fil à pointer D.M.C N* io bis 3 o, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 10 bis 40, Fil à dentelle D.M.C N* î 5 bis 5 o und âuch Coton à tricoter D.M.C N* 6 bis ia. (*) frei, über den 4. eine Knotenrippe mit den übrigen 8 Fäden schürzen. Weitere 3 Fäden nach rechts frei machen, mit den übrigen 1 fünffache Rippengruppe schürzen. * Mit dem i5., 16. und 17. Faden 1 flachen Doppelknoten = mit dem 20. Faden über den 19., 18. und 17. Faden (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE KNÜPFARBEIT 397 4 Schlingknoten mit je 1 Pikot = über den i 3 . Faden von links nach rechts 4 Fäden schürzen ; dann mit sämmtlichen Fäden 2 Knotenrippen ausführen **. Ueber die beiden links liegenden Fäden mit dem 3 . Faden Abb. 589. Geknüpfte Beere zu Abb. 588 . Abb. 590. Grosser Muschelknoten, offen. 4 Schlingknoten, i Pikot nach den 2 Knoten = mit den von links laufenden 6 Fäden 2 Stäbchen aus Schlingknoten und Pikots ; hierauf eine 3 . Knoten- mit 6 Doppelknoten, an die zuletzt geknüpfte Rippe anschlies- Abb. 588 . Doppelfranse. Fadensorten : Cordonnetö fils D.M.C rippe N* ro bis 3o und Coton à broder D.M.C N* 16 bis 35. (*) Farben : Weiss für Cordonnet, Rouge-Grenat 335 für Coton à broder. (*) sen. Hier bleiben nun vom Schlingstäbchen 2 Stäbchenfäden frei ; mit dem äusseren werden 4 Schlingknoten mit 1 Pikot über den 2. Faden und dem Einlagfaden der Rippe gemacht. An der Knotenschnur dasselbe von * zu ** wiederholen und auch von rechts nach links. Abb. 591. Grosser Muschelknoten, GESCHLOSSEN. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 26 3 9 S DIE KNÜPFARBEIT Gruppe links — Von links nach rechts die 3 letzten Fäden über den 4. Faden schürzen. Gruppe rechts — Von rechts nach links : Knotenrippe mit 6 Doppelknoten über den 4. Faden von rechts nach links gezählt. Die Fortsetzung des Musters ist nach dieser letzten Verschlingung unschwer auszuführen. Doppelfranse (Abb. 588 , 58 g, 5 go, 5 g 1). — Länge des einfachen Fadens für N° 10 des Cordonnet 6 fils D.M.C 100 c/m. Länge des einfachen Fadens für N° 16 des Coton ä broder D.M.C 0 : 40 c/m. Anschlag laut Abb. 514 und zwar: 1 Faden Cordonnet, 4 Fäden Coton ä broder (letzteres wird doppelt genommen), 2 Fäden Cordonnet, 4 Fäden Coton ä broder u. s. w. In der 2. Knotenreihe werden nur die rothen Fäden zur Schnur verwendet; die weissen sind zu übergehen, während unter jedem weissen Fadenbüschel 2 rosa Fadensträhne noch dazu geknüpft werden. Mit den rosafarbenen Fäden — 4 stets für einen gerechnet — sind 3 Reihen Bindeknoten zu schürzen, die mit einer Knotenschnur abgeschlossen werden ; während dem bleiben die weissen Fäden zurückgelegt und werden jetzt erst wieder hervorgenommen und mit je zweien wird eine einfache Kette mit 8 Wendungen ausgeführt; die rechte Kette wird stets über die linke gelegt und mit der nächsten linken Kette durch einen flachen Doppelknoten verbunden. Mit den nun rechts und links nach aussen gekehrten Fäden ist die einfache Kette mit 5 Wendungen fortzusetzen; je 2 solcher Ketten werden durch einen flachen Doppelknoten verbunden ; dann werden die einfachen Ketten fortgesetzt, die beiden Knoten unter dem leeren Feld mit 6 Wendungen, die anderen wieder mit 8 Wendungen. Eine weitere Erklärung zur Anfertigung der Beeren folgt noch auf Seite 413. Die Ketten sind unter dem Doppelknoten wieder zu kreuzen. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE KNÜPFARBEIT 3 99 Die langen, weissen Ausläufer bestehen aus einem Wellenknoten über 6 Einlagfäden mit 10 einfachen Knoten, 4 einfachen Ketten, einem Wellenknoten mit 10 einfachen Knoten, wieder 4 einfachen Ketten und einer geknüpften Beere. Letztere ist über die aus dem Ausläufer kommenden 8 Fäden mit einem langen Hilfsfaden geknüpft wie es in Abb. 58g dargestellt ist. Anstatt der Beere als Abschluss können auch grosse Muschelknoten angebracht werden, wie solche in Abb. 590 begonnen und in Abb. 591 vollendet dargestellt sind. Knüpfborde (Abb. 592). — Die Knüpffäden auf 24 Schiffchen winden und je 2 und knüpfen verbinden. Anschlag laut Abb. 514 mit 3 grünen Fäden, 6 Goldfäden, 3 grünen Fäden. Der Wechsel der Fäden ist hier, nach den vorhergegangenen Erklärungen, ein einfacher, leicht fasslicher, so dass eine Angabe der Knotenfolge überflüssig ist und nur hervorgehoben wird, dass die mittlere der Längsrippen der dreifachen Gruppen, sowie das durchbrochene Dreieck immer mit Abb. 59?. Knüpfmuster mit Perlen. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N“ 25 oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 5o. (*) 2 durch Zusammen- Abb. 592. Knüpfborde. Fadensorten : Cordon- net 6 fils D.M.C N* 20 und Or fin D.M.C pour ia broderie N* 3o. (*) grünem Faden, die anderen an der Abbil- Farbe : Vert mdtaiii- düng hell erscheinenden Theile mit Gold- que 466. (*) f a d en ausgeführt sind. Ausser der unter der Abbildung angeführten Farbe sind auch mattgraue, braune oder violette Töne mit Gold gut zu verbinden. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 4oo DIE KNÜPFARBEIT Knüpfmuster mit Perlen (Abb. 5 g 3 ). —Jede Knotenrippe erfordert 4 Doppelfäden, welche durch eine Schlinge befestigt werden. Die Rippengruppen sind nach Abb. 567 auszuführen ; nach Schluss einer Gruppe wird eine Goldperle über je 2 Fäden geschoben. Es können auch mehr Perlen genommen werden, ohne dass desshalb die Knotenserie verändert werden müsste. ffi'F' 1 JfelsPlÄi tfSSmJWcrz. „R RR ' 2TÄ»tU|lH imilli” TlUtl I II »... }ml!iii*iiiÏ!uÎU^^MÎ5ÎM fm «HUB,”:;; 11 ii "asÄS»»®* ^Süpsssl S&äP mmmmmrn Abb. 594. Mosaikknüpfarbeit. Fadensorten : Fil à pointer D.M.C N* 3o, Coton à broder D.M.C N* t6 und Or fin D.M.C pour la broderie N - 20. (*) Farben : Rouge-Cardinal 346, Rouge-Grenat 326 und 3og, Bleu-Indigo 3i2 und 334, Gris-Tilleul 391 und 393. (*) Mosaikknüpfarbeit (Abb. 594, 5 g 5 ). — Der zu dieser neuen Knüpfarbeit in Abb. 5 g 5 dargestellte Anschlag erfordert so viele zusammengeknüpfte Fadenpaare, a, als zu der vorher bestimmten Zeichnung Maschen oder Knoten erforderlich sind. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE KNÜPFARBEIT 401 Es kann jedes Kreuzstichmuster in Knüpfarbeit übertragen werden, selbst wenn es noch so bunt wäre. Man rechnet eben einen Doppelfaden, oder auch einen Faden, für ein Quadrat, sonach müssen bei einem Doppelfaden zwei Knoten durch zwei Reihen, bei einfachem Faden ein Doppelknoten und nur in einer Reihe gemacht werden. Mit den zusammengeknüpften Fädensträhnen sind versetzte Rippenbändchen, b und c, mit je 2 Drehungen auszuführen. Die Querfäden der Knotenrippen, d, sind einzulegen. Die für die Blumen bestimmten bunten Fäden sind allmählich, wie es die Musterung erfordert, anzuschlingen. Die den Grund bildenden Fadensträhne bleiben dann auf der Kehrseite hängen und werden erst wieder hervorgenommen, wenn es das Muster verlangt, um die abgehenden bunten Fäden zu ersetzen. Die oberen Blätter der irisförmigen Figur unserer Vorlage sind in zwei blauen Tönen, die unteren in drei rothen, Stiel und Blätter in mattgrüner Farbe ausgeführt, während für die gestreuten Sternchen waschechter Goldfaden zur Verwendung gelangt. Nach Vollendung des mittleren Theiles werden noch Hilfsfäden an den Ein- lagfaden geschürzt, Abb. 5 g 5 , e und f, mit welchen nach allen Seiten der gleiche durchbrochene Rand hergestellt wird, der dann mit dem gleichen Knoten, wie oben mit einem solchen begonnen wurde, abschliesst. Dichte Fadenbüschel in allen Farben welche eingeknüpft wurden, werden über 3 zusammengefasste Doppelfäden gehängt, Abb. 595, g, Abb. 5 g 5 . Das Abreihen der Fäden in Abb. 594. und mit Goldfäden zu Quästchen abgebunden. 402 DIE KNÜPFARBEIT mmrnm Lÿefci llifpü Iflfllttttl MM SslaSI Abb. 5g6. Franse mit drei Büschelreihen. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 3 bis 3o, oder Fil à pointer D.M.C N" io bis 3o. (*) Farben: Naturfarbe und Bleu-Indigo 3i2. (*) Franse mit drei Büschelreihen (Abb. 596). — Diese Franse, welche besonders zur Ausstattung von Tischdecken, Sophabezügen, Vorhängen genommen wird und eine vortreffliche, äusserst schnell fördernde Arbeit ist, eignet sich zur Anfertigung in kräftigem Material. Die dabei in Anwendung kommenden Knoten sind ganz einfacher Art, so dass wir nur auf die Abb. 527 zum Anschlag und auf Abb. 53 o zur Musterung selbst verweisen. Die zwischen den Knotenreihen angebrachten Quästchen (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE KNÜPFARBEIT 40 3 sind frei herzustellen und an der durch den Nähfaden oben gebildeten Schlinge an die Knoten zu nähen. Man kann den Quästchen auch ein hübsches, krauses Ansehen geben, indem man stark drellirtes Garn nimmt und, wenn der Strähn abgenäht ist, die Fadenenden aufdreht. Mit Fil ä pointer D.M.C N° 10 gestalten sich die krausen Büschel am schönsten. Grundmuster in Knüpfarbeit (Abb. 597). — Die hier dargestellte Arbeit ist für eine Börse bestimmt, die eigenartige Musterung wurde einem schönen arabischen gold- durchwirkten Stoff entnommen. Zur Herstellung des Grundeswur- de Ganse tur- que D.M.C N° 12 (türkische Goldschnur), zu den Blättern Coton ä bro- der D.M.C (Stickgarn)ge- nommen. Da dieAbbildung gestattet,dem Gang der Arbeit genau zu folgen, so geben wir keine eingehendere Beschreibung und erinnern nur an jene der Abbildungen 562 und 594, wo das Ergänzen und das Uebergehen der Fäden erklärt ist. Deokohen in Knüpfarbeit (Abb. 5g8, 599). — Fadenlänge des einfachen Fadens für beide Fadensorten : 200 c/m. Abb. 597. Grundmuster in Knüpfarbeit. Fadensorten : Ganse turque D.M.C N* 12 und Coton k broder D.M.C N* 16. Farben : Naturfarbe und Rouge-Cardinal 347. 404 DIE KNÜPFARBEIT An einem zu einem Ring geschlossenen Faden sind viermal zu knüpfen: i weisser, i hellrother, i dunkelrother, i hell- rother zweifacher Doppelfaden. Mit dem hellrothen Faden ein Rippenbändchen mit 3 , mit dem dunkelrothen eines mit 4 Wendungen. An dem weissen, mittleren Faden sind allmählich 8 weitere weisse Hilfsfäden anzuschliessen, Abb. 599, über welche wieder die hell- und dunkelrothen Fäden, die aus den Rippenbändchen stammen, geschürzt werden. B* f-' “À .JMSS mmm ti®P PPg üHHhII wm ite ÈmÊMÊtÊ BSSÊÈÈi $prae ggæSB S&Sâ Mi wm^Mâ Abb. 5g8. Deckchen in Knüpfarbeit. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N* i5 und Coton à broder D.M.C N* 16 oder auch Fil à dentelle D.M.C N* 25. Farben : Weiss, Rouge-Grenat 3og und 358. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DIE KNÜPFARBEIT 40 5 Nachdem alle weissen Fäden mit den rothen überknüpft sind, werden noch alle anderen Fäden gekreuzt, wodurch sich ein spitzes Blatt herausbildet. Hierauf werden über den 1. von rechts laufenden weissen Faden alle von links ausgehenden Fäden und schliesslich noch der Einlagfaden über die 3 rothen Fäden geschürzt. Das Gleiche hat nach links zu geschehen. Dann folgt noch eine zweite weisse Knotenschnur, von welcher jedoch der letzte Faden frei bleibt. Von den 8 weissen Fäden sind 4 Doppelknoten zu schürzen, welche durch eine doppelte Knotenschnur eingeschlossen werden. An die erste einfache Knotenschnur ist ein weisser Hilfsfaden anzuschürzen, so zwar, dass aus jeder Schnur 10 Fäden auslaufen, über welche die rothen Fäden geschürzt werden, die um die Blätter eine dunkelfarbige Einrandung bilden. Ist dies an beiden Seiten vollendet, so werden von je 4 einfachen Fäden 10 Reihen flacher Doppelknoten mit Nachschlag unter stetem Abnehmen der Knotenzahl ausgeführt. Die aus den rothen Rippen auslaufenden Fäden sind mit den weissen Fäden zu überschürzen. Der 2. weisse Faden wird zurückgedreht, um wieder als Einlagfaden für die 1. der beiden Abschlussrippen verwendet zu werden. Mit dem 1. Faden von rechts und dem von links wird ein flacher Doppelknoten gebildet; dieselben Fäden werden dann über die rothen geschürzt; sie ergeben den Einlagfaden zur 2. Knotenschnur. Eine dreimal gewechselte Rippengruppe der rothen Fäden Abb. 599. Das Aufnehmen der Fäden in Abb. 598. 406 DIE KNÜPFARBEIT wird mit einem reichen Quästchen abgeschlossen ; durch Quästchen werden auch die weissen Fäden ringsherum um das Deckchen verbunden. Solche viereckige Knüpfmuster lassen sich auch zur Herstellung grösserer Gegenstände verbinden. In diesem Fall werden die Quästchenbüschel ausgelassen, die Fadenenden können zu Schlingbogen verwendet, und bei allmählicher Fertigstellung der Felder werden diese durch die Bogen unter einander verbunden, die Enden dann auf der Kehrseite verknüpft oder vernäht. Franse mit eingearbeiteter Ecke (Abb. 600, 601, 602). — Geknüpfte Fransen können nicht gleich anderen Arbeiten, wie gehäkelte, gestrickte, genetzte oder geklöppelte Spitzen, an den Ecken eingezogen werden, da es unmöglich ist, die Knoten so fest aneinander zu pressen, dass sich nach aussen die erforderliche Weite ergiebt. Es ist daher je nach dem Muster eine bestimmte Anzahl Hilfsfäden einzuschlingen und zwar sind zu dem hier vorliegenden Muster, laut Abb. 601, die Einlagfäden 1, 2, 3 , 4 und 5 in der 4. Knotenreihe aufzunehmen; 16 Fäden sind zu (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. masiyfi Abb. 600. Franse mit Ecke. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N* io bis 3o oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 3o. Farben : Weiss und Rouge-Cardinal 348 . (*) DIE KNÜPFARBEIT 407 dem geknüpften Grund oder den 4 gekreuzten Gruppen zwischen den unteren viereckigen Feldern zu rechnen. Im Verbindungsknoten an der Ecke wird der 6. Hilfsfaden eingelegt, Abb. 602, über welchen die später zu arbeitende und nach rechts und links gehende Knotenschnur geknüpft wird. Die weiteren Ergänzungsfäden sind der deutlicheren Darstellung wegen in Abb. 602 dunkel gezeichnet. Abb. 601. Das Aufnehmen der ersten Ergänzungsfäden in Abb. 600. An die beiden mittleren Fäden, die auch die Fortsetzung des Verbindungsknotens sind, werden noch 7 Hilfsfäden angeschlungen, und zwar Faden 7 einfach, die Fäden 8 und 9 doppelt, Faden 10, 11, 12 und i 3 wieder einfach. Auf diese Art verbinden die Ergänzungsfäden 7, 10, 11, 12 und i 3 die beiden Einlagfäden, während 8 und 9 einzeln nach rechts und links angeschlungen sind. Beide Knotenschnüre müssen knapp aneinander schliessen, der in Abb. 602 bemerkbare Zwischenraum ist nur der deutlichen Darstellung des Fadenanschlages wegen belassen worden. Ein langer farbiger Doppelfaden wird an den obersten Faden zwischen den beiden Knotenschnüren angeschlungen, Abb. 602. Das Aufnehmen der anderen Ergänzungsfäden in Abb. 600. welcher über alle 14 von den Knotenschnüren ausgehenden und nach innen laufenden Fäden geschürzt wird. In der Mitte des Quadrates kommen 9 flache Doppelknoten, worauf der rothe Faden von rechts und von links wieder bis an die untere Spitze des Feldes weiter geknüpft wird und mit DIE KNÜPFARBEIT 409 einer Knotenschnur, aus dem weissen Faden hergestellt, findet die Figur ihren Abschluss. Quasten und Knotenbüschel, zu welchen 10 Fäden aus dem Bogeneinschnitt genommen und mit welchen über 4 Fäden flache Doppelknoten gemacht werden, vollenden nach aussen (*) Abb. 6o3. Knüpfmuster mit Ecke, Zacken und grossen Anhängseln. Fadensorten : Fil i pointer D.M.C N* io bis 3o, Cordonnet 6 fils D.M.C N* io bis 3o oder Fil à dentelle D.M.C N* i5 bis 5o. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 4io DIE KNÜPFARBEIT dieses Fransenmuster. Zu den Knoten, welche die flachen Doppelknöten abschliessen, sind die aus diesem auslaufenden 3 Fäden zu nehmen. Knüpfmuster mit Ecke, Zacken und grossen Anhängseln (Abb. 6o3, 604, 6o5, 606, 607, 608, 609). — Länge des einfachen Fadens für N° 15 des Cordonnet 6filsD.M.C: 200 c/m. Dieses Muster, eines der schwierigsten unter den Knüpfarbeiten, erfordert grosse Genauigkeit, besonders aber richtiges Halten der Einlagfäden, damit die Rippengruppen in dicht gedrängten Knoten erscheinen, wodurch allein die einzelnen Figuren ihre richtige Form erhalten Abb. 604. können. Das Anlegen des ersten r-.. t • i tx ^ ^ • a li Ergänzungsfadens Für J eden Ra PP° rt lst eln Anschlag in Abb. 6 o3. von 16 Doppelfäden erforderlich. Vv\v zS-i'f'O r miim tffrf'Z rrfffrej ■reffet!'' ff fT.' Iffff Abb. 6o5. Das Anlegen der späteren Ergänzungsfäden in Abb. 6o3. DIE KNÜPFARBEIT 41 I Die halben Sterne zu beiden Seiten der ganzen Sterne werden mit dem i 5 . und 16. Doppelfaden des ersten Rapportes begonnen, indem über 3 Fäden mit dem 4. Faden 3 Schlingknoten geschürzt werden. Hierauf sind über 2 Einlagfäden von rechts und links, also über 4 Fäden mit dem 4. Faden 5 Schlingknoten zu schürzen und mit den freien Fäden 1 flacher Doppelknoten über die 4 Fäden, um die kleine, an der Anschlagkante ersichtliche Muschel zu bilden. Zu beiden Seiten von dieser Muschel sind wieder 3 Schlingknoten über 3 Fäden zu schürzen. Der 11., 12., i 3 . und 14. Doppelfaden nach links und der 3 ., 4., 5 . und 6. Doppelfaden nach rechts ergeben die Rippengruppen zu beiden Seiten der Muschel und werden mit Schlingknoten begonnen und mit Schlingknoten abgeschlossen. Ueber den 1. rechtsseitigen Einlagfaden sind die 5 Fäden der linken Gruppe zu schürzen und über diese die beiden nächsten Fäden von rechts; über den 4. Faden von rechts sind wieder die 4 Fäden von links zu schürzen; mit dem 4. Faden 2 Schlingknoten über die 3 Fäden nach unten und an der Seite. Ueber die 4 links und rechts von dem Muschelknoten auslaufenden Fäden je 2 vierfache Knotenrippen; nach der 2. Knotenreihe sind die beiden oberen Fäden zu kreuzen; mit dem nächsten Faden sind 2 Schlingknoten über den 4. Faden zu schürzen ; hierauf ist die 3 . und dann die 4. Knotenreihe zu vollenden. Den zu beiden Seiten des halben Sternes befindlichen schiffchenförmigen Knotenfiguren dienen die aus den Muscheln ausgehenden Fäden zur Einlage. Das Anschlingen des ersten Ergänzungsfadens in der Ecke Abb. 606. Chinesischer Knoten und Doppelkette zu einem Ringknoten vorgerichtet. Abb. 607. Ringknoten aus einfacher Kette gebildet. 412 DIE KNÜPFARBEIT ist in Abb. 604 dargestellt; in Abb. 6o5, jei für das Schiffchen erforderlichen Fäden, welches mit 3 Schlingknoten abgeschlossen wird. Die Schlingknoten, durch welche die nächste Muschel gebildet wird, sind mit 2 doppelten Ergänzungsfäden und einem Faden der vorhergehenden Figur zu machen. An den freien Fäden rechts w'erden ebenfalls 2 doppelte Ergänzungsfä- Abb. 608. den angeschürzt. Diese 4 Unterer Theil der Fäden ergeben wieder die ” Einlagfädenderfolgenden beiderseitigen Schiffchen. Dem 4. Schiffchen in der Diagonale dienen die aus der Muschel auslaufenden 4 Fäden für die zum Schluss anzuschürzenden 12 Hilfsfäden als Einlagfäden. Nach unten schliesst das Muster mit einem halben Stern und einer doppelten Knotenrippe ab; unter dieser werden grosse Zacken angesetzt, welche aus 2 halben Sternen, 4 Schiffchen, 1 ganzen Stern und 2 Schiffchen bestehen. Die aus den Knüpfknoten auslaufenden Fadenenden werden hierauf von oben herab zusammengefasst und mit kräftigem Faden übernäht, so eine dichte runde Abschlussschnur ergebend. Reiche, eigenartige Quastenbüschel zieren das untere Zackenende. Es wird nämlich der restliche Strähn in der 12 anderen, Abb. 609. Grosses Anhängsel der Abb. 6 o 3 . DIE KNÜPFARBEIT 4i3 der Mitte durch einen Fadenbüschel überlegt, dann fest abgenäht. Die weiteren in Abb. 6o3 ersichtlichen Quasten sind frei herzustellen und dann erst an die schon bestehende, 6 bis 8 an der Zahl anzunähen. Zwischen jeder Zacke sind geknüpfte Troddeln anzubringen, zu welchen zuerst nach Abb. 58g eine Beere mit 21 Einlag- fäden hergestellt wird. Die beiden ersten Reihen dieser Beere sind mit 12 Einlag- fäden, die 3. Reihe mit i5, die 4., 5. und 6. Reihe mit 21, die 7. Reihe mit i5, die 8., 9. und 10. Reihe wieder mit 12 Fäden zu knüpfen. Die 21 Fäden werden dann gleich abgeschnitten, die Enden nach dem Inneren der Beere gebracht, wo sie den hohlen Raum ausfüllen. Wenn sie nicht genügen um die Beere recht voll und rund zu gestalten, nimmt man noch Watte zum Stopfen. Schliesslich wird die Oeffnung durch einige Stiche geschlossen. An diese Beere werden nun nach unten 5 grosse und 6 kleine Anhängsel oder Troddeln befestigt. Die kleinen Anhängsel bestehen aus dem chinesischen Knoten, Abb. 606 und 608, dessen Fadenende zu einer Doppelkette verwendet wird, durch welche wieder ein Ringknoten gebildet wird. Wir verzichten hier darauf, die Handbewegungen, durch welche der chinesische Knoten gebildet wird, jede einzeln anzuführen, einige Versuche werden schneller zu einem Resultat führen. Diese Ringknoten ersetzen in der Knüpfarbeit die Perle der Passementerie; um einen solchen zu bilden, werden 3 Fäden, wenn er von einer Doppelkette, und ein Faden, wenn er von einer einfachen Kette gebildet ist, weggeschnitten, die Enden sorgfältig im Knoten verborgen, mit dem 4. oder mit dem 2. Faden stellt man eine Schlinge her, Abb. 607, und schliesslich befestigt man alle Enden durch einige unsichtbare Stiche. In die durch den 4. Faden gebildete Schlinge hängt man 3 kleine Ringknoten an, die durch eine kleine Kette gebildet werden und deren Fadenenden die Schlinge nach oben und unten ergeben. Das kleine Anhängsel, von welchem also für eine Troddel 6 zu machen sind, ist genau in Abb. 608, das grosse, von welchem 5 zu machen sind, in Abb. 609 dargestellt. Die Beere selbst wird nach oben durch eine gehäkelte oder durch eine geknüpfte Schnur, wie solche im vorletzten Kapitel dieses Buches angeführt ist, vervollständigt. ;c' ~‘: - i. - i : ••• ' • - ■ „ v*\ ' -•*.■>■v c W*: .,’J ‘v ' ■V : r/-' i ^- ■.'; >;V V\l-■/:'■■)'"■ :• ttr-'/ 1 -:: - >• -• .vC.r4.’ , «K'c4i' ,;V-J „“Aff'O ,U-'/^7 > ■•.■■"■ ~' ' X >.,?-£* •-' :i v;,s/S /vvvvvyvV VVVVVVVVN IW W W VW Abb. 624. Netz im Viereck mit freien Schlingen, von der Mitte aus gearbeitet. Begonnen. J2J1JXUJ CUJ-UJLU-, -UJU-U-UD LLU.UXU- J-U-U-U-tÜ /U U LJ U Abb. 625. Netz im Viereck MIT FREIEN SCHLINGEN, VON DER Mitte aus gearbeitet. Vollendet. I 426 DAS NETZEN ohne Auf- oder Abnehmen zu netzen, dann beginnt im nächsten Gang das Abnehmen, indem stets die beiden letzten Schlingen einer Reihe durch einen Knoten verbunden werden. Die letzten überbleibenden Schlingen sind zu schleifen. Netz im Viereck mit freien Söhlingen und von der Mitte aus begonnen (Abb. 624, 625). — Man kann, ausser auf die oben beschriebenen Weise, viereckige Netze auch von der Mitte aus beginnen. Man stellt die erforderliche Anzahl Anschlagschlingen her, nimmt dann in jeder Reihe ab, indem man die letzte Schlinge einer jeden Reihe übergeht. Beim Wenden der Arbeit ist daher der Knoten in die vorletzte Schlinge der vorhergehenden Reihe zu schürzen. Um die zweite Hälfte des Viereckes herzustellen, knüpft man den Faden an das Fadenende der ersten Reihe, die dann die Mitte des Viereckes bildet, worauf die weiteren Gänge wie auf der ersten Seite fortgesetzt und vollendet werden. Qerad.es Netz in Streifen mit Sohlingenabschluss (Abb. 626, 627). — Netzstreifen können auf zweierlei Arten begonnen und auch auf zweierlei Arten abgegrenzt werden. Die einfachere Art, gerade Netzstreifen herzustellen, besonders solche, welche zum Ausnähen bestimmt sind, ist, die erforderliche Schlingenzahlvor- zuarbeiten, dann regelmässig stets nach einer Seite auf- und nach der anderen Seite abzunehmen, sei es nun durch Fallenlassen einer Schlinge, Abb. 626, oder durch Zusammenschlingen zweier Abb. 626. Gerades Netz mit Schlingkn- abschluss. -IJLU-UJ-U-JyT .Ü.LLLUJ-U/ , _Ui_A_A_A_U-U,r / _D-i_A-A_A_4_U_A^ _Lü-U-UJ_UJ .-UU.U-A-U-UJ' 11 1 1 . \ i 1 y . Abb. 627. Gerades Netz in Streifen mit gebundenem Abschluss. * DAS NETZEN 427 Schlingen, Abb. 627. Es ist besonders auf das regelmässige Auf- und Abnehmen zu achten, da sonst die Löcherreihen unterbrochen werden und die Ausführung der Näh- oder Stickarbeit, wenn das Netz nicht überzählige Maschen aufweist, wenn nicht ganz unmöglich, so doch ungemein erschwert wird. Ist das Netz vollendet, so sind die am Anfang desselben schiefliegenden Maschen wegzuschneiden, wodurch das Netz einen geraden Abschluss erhält. Bei allen Netzarbeiten, die mit geradestehenden Maschen gemacht werden, und bei welchen nach aussen Maschen stets auf- und abgenommen werden, ist sehr darauf zu achten, dass die Seite, auf welcher das Aufnehmen ausgeführt wird, nicht kürzer wird, als die andere; ein Fehler, der leicht im Netzen vorkommt, weil der doppelte Knoten mehr von den Schlingen wegnimmt, als das Binden zweier Schlingen. U-U-UJU-U-l. -UJJJJ«' UJ.UJ-U UO-UJ \ U4-M u Abb. 628. Gerades Netz mit Schlingen- und Zackenabschluss. Gerades Netz mit Schlingen- und Zackenabschluss (Abb. 628). — Die zweite Art, gerade Netzstreifen zu arbeiten, erfordert dieselbe Vorarbeit wie das Netzviereck. Mit 2 Maschen beginnend, arbeitet man bei fortwährendem Aufnehmen, bis die nothwendige Schlingenzahl erreicht ist. Dann ist stets links 1 Schlinge aufzunehmen und rechts wird durch 3 Gänge je 1 Schlinge fallen gelassen. Wieder links fortwährend aufnehmend, werden nach rechts TRITT 428 DAS NETZEN 4 Reihen ohne Auf- oder Abnehmen vollendet, während wieder in den 4 nächsten Reihen die äusserste Schlinge frei hängen bleibt. Wir rathen jedoch, nur in den seltensten Fällen Netzstreifen für Stickereien auf diese Weise herzustellen; es ist äusserst schwierig, sie schön zu spannen, praktischer sind immer gerade laufende Streifen, bei welchen die Contouren languettirt und die überzähligen Maschen weggeschnitten werden. Genetzter viereckiger Rand. (Abb. 629). — Einfassungen zu Deckchen, Sacktüchern, Schutztüchern können durch gut berechnetes Auf- und Abnehmen so gearbeitet werden, dass sie in der Mitte einen freien Raum ergeben. Wie beim gewöhnlichen viereckigen Netz, Abb. 622, mit 2 Maschen beginnend, ist bis zur doppelten Schlingenanzahl, welche für die vorher bestimmte Musterung erforderlich ist, zu arbeiten. Ist nun der Rand, wie in der Abbildung, 3 Löcher breit zu machen, so hat man bis zu 6 Schlingen aufzunehmen, hierauf die 3 linksseitigen Schlingen fallen zu lassen und nur über die rechtsseitigen unter stetem Aufnehmen nach rechts und Abnehmen nach links, von der punktirten Linie c an bis zum Buchstaben d fortzusetzen. Von hier aus hat das Abnehmen rechts, das Aufnehmen hingegen links zu geschehen, bis man zur Stelle e anlangt. Hierauf wird der Faden an die früher bei c freigelassenen 3 Schlingen angeschlossen und wird hier das Aufnehmen rechts, das Abnehmen links bis zur Ecke fortgesetzt, von wo aus das Aufnehmen links, das Abnehmen rechts stattfindet bis zur unter f bezeichneten Reihe. Man hört links auf, arbeitet dann von links nach rechts, die mit e bezeichnete Schlingenreihe mit übernetzend. Den Schluss Abb. 629. Genetzter viereckiger Rand. i DAS NETZEN 42 0 bildet man wie beim gewöhnlichen Viereck durch einmaliges Abnehmen am Ende jeder Reihe, bis nur mehr die mit b bezeichnten letzten Schlingen verbleiben. Schräges Netz mit verschrägten Maschen (Abb. 63o, 63 1 ). — Zu dieser äusserst einfachen und doch so lebhaft wirkenden Netzarbeit ist zuerst der durch die Mitte laulende Streifen in einer Breite von 14 Schlingen herzustellen. Entspricht die Länge des Streifens dem beabsichtigten Zweck, so sind die sämmtlichen äusseren Söhlingen einer Seite auf einen kräftigen Faden zu fassen. Ist die Arbeit nun wieder an das Kissen befestigt, so sind nachderfreien Längenseite 3 Gänge zu arbeiten. 1 . Gang — Durchaus lange Schlingen mit dreimaligem Umschlagen. 2 . Gang — Hier werden je 3 Schlingen verschrägt, das heisst, man führt die Netznadel zuerst, von links nach rechts zählend, in die 3. Schlinge, dann wieder in die 1 . und zuletzt in die mittlere der 3 Schlingen, so dass die Schlinge (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C. Garne am Schluss des letzten Kapitels. ./V,-vv V /■ Vs ■' -35 Abb. 63o. Schräges Netz mit verschrägten Maschen. Fadensorten — Für das Netz: Cordonnet 6 fils D.M.C N - 10 bis 3 o oder Fil à dentelle D.M.C N* i 5 bis 40. (*) Für die Stickerei : Coton à tricoter D.M.C N* 12 bis 20 oder Coton à repriser D.M.C N* 25 . (*) 28 43o DAS NETZEN von rechts sich nach links, und die Schlinge von links sich wieder nach rechts neigt. 3 . Gang — Durchaus kleine Schlingen in jede Schlinge der vorhergehenden Reihe. wämmä i I1BH WM Mt ffilraiül i Abb. 63 i. Vergrösserte Darstellung des Netzgrundes und Beginn der Zacken in Abb. 63o. Nun zieht man den Einlagfaden unten aus, führt ihn wieder in die zuletzt gearbeiteten Schlingen ein, um nach der 2. Seite dieselben 3 Gänge wie die vorhergehenden zu machen. Nach diesen 3 Gängen beginnt man die Zacken, die 12 Knoten oder 11 Schlingen zählen oder auch, wie in der Abbildung, i 5 Knoten und 14 Schlingen aufweisen können. / DAS NETZEN 43 I Man arbeitet 5 Reihen Knoten, die äusseren Schlingen (siehe die Abbildung) weglassend, und hat links aufzuhören, um dann zu netzen: 6 Knoten oder 5 Schlingen, 2 oder 3 dreifache Umschläge, 3 Schlingen = die Arbeit wenden : 3 dreifache Schlingen, 3 Knoten = die Arbeit wenden : 2 Schlingen, 2 Knoten = die Arbeit wenden : 2 oder 3 Schlingen verschrä- gen, je nachdem solche im Mittelpunkt gemacht wurden, den Netzfaden hierauf bis zur Mitte der langen Schlingen führen, überdieseiben 2 Schlingknoten, um die Schlingen zu verbinden ; die Netznadel hierauf unter dem letzten Knoten der langen Masche durchführen und dann an dem rechtsseitigen Theil fortsetzen : 3 Schlingen = die Arbeit wenden : 3 Schlingen, 3 Knoten = die Arbeit wenden : 2 Schlingen, 2 Knoten = die Arbeit wenden und von nun an die Reihen fortsetzen bis nur mehr 2 Schlingen übrig bleiben. Am Schluss angelangt, kann man den Faden dem äusseren Netzfaden entlang zur nächsten Zacke zurückführen, indem man die Nadel durch jedes Loch durch- und um jeden Faden führt. Die äussere Schlingenreihe, die zugleich den Abschluss der Zacken bildet, kann auch mit einer stärkeren Garnnummer, als jene zum Netzgrund verwendete, ausgeführt werden. Für diese Spitzenart eignet sich am besten naturfarbener Faden, von welchem sich die nachher mit weissem kräftigen oder doppeltgenommenen Garn eingestopften Linien besser abheben. Wie aus den angegebenen Fadensorten zu ersehen, wird zu der Schlussarbeit ein weicher, lose gedrehter Faden genommen, der nach aufwärts über 8 Netzlöcher läuft, um den 8. Knoten eine Schlinge bildet und dann wieder über ebenso viele Netzlöcher nach abwärts geht, wo die gleiche Schlinge wie oben zu wiederholen ist; dieselben Stiche zieren den Rand. Zwischen jeder Fadenlinie liegt eine Schlingenreihe, von welcher nach vollendeter Arbeit 3 Fadenstäbchen durchschnitten werden. Diese durchschnittenen Fäden ergeben den Durchbruch, 432 DAS NETZEN durch welchen die eigentliche Musterung der Spitze erst bestimmt hervortritt. Genetzte Franse (Abb. 632 ). — Eine einfache und willkommene Neuerung in den Netzarbeiten dürfte den Leserinnen das hier gebrachte doppelte Netz sein. Man beginnt zuerst mit einem gehäkelten Börtchen, wie jenes in Abb. 456 dargestellte und schliesst es ebenfalls nach beiden Seiten mit einer Luftmaschenkette ab. ln diese Luftmaschen netzt man, 3 Maschen übergehend, 1 Schlinge in jede 4. Masche. Am Ende des Ganges wendet man die Arbeit und schürzt den Knoten in die mittlere der 3 Luftmaschen, so dass sich die beiden Netzschlingen kreuzen. Zur 2. Schlingenreihe, eigentlich zum 3 . Gang, müssen die Knoten wieder zuerst in die vorderen Schlingen, also die des vvvv v*s« w» stVi,* (J. ij ,/\ '•/ \ /\AAA a.AA/ A ■•■■■ v\ V /A/\ "V"V\ V y ';/ Abb. 632. Gehetzte Franse. Fadensorten — Für das Netz: Cordonnet 6 fils D.M.C N* io bis 3o, Coton à tricoter D.M.C N* io bis 20 oder Fil à pointer D.M.C N* 3o. (*) Für die Leiste nach oben und für die Franse : Soutache D.M.C N* 3 oder Lacets superfins D.M.C N* 4. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS NETZEN 4 33 1 . Ganges, geschürzt werden, im 4 . Gang sind sie wieder in jene der rückwärtigen Reihe zu schürzen. Nachdem man das Netz, welches besonders an Tischdecken, Vorhängen und Tüchern nützliche und passende Anwendung findet, in angemessener Breite fertiggestellt hat, schliesst man es mit Quastenbüscheln aus Soutache D.M.C N° 3 ab. Auch hier macht sich eine neuere Behandlung der Quäst- chen bemerkbar; anstatt dieselben mit Faden abzunähen, wird ein längeres Soutache-Ende genommen und werden 2 Schlingknoten, wie jene der Knüpfarbeit, Abb. 523, über die Büschel in angemessener Höhe gemacht. Die Netzstickerei. — Die Netzstickerei, auch Filet-guipure, Guipure de Cluny und Guipure Richelieu genannt, besteht in der Kunst, Ornamente der verschiedensten Art auf genetzten Grund zu übertragen und mittelst mannigfaltigen Sticharten die Zeichnungen zur Geltung zu bringen. Ger äths chaft en. Die Netzstickerei ist schon desshalb eine von den Frauen bevorzugte Arbeit, weil sie ausser Zwirn, Nadel und Scheere nur eines Stahlrahmens zum Einspannen des Netzes als Hilfsgeräth erfordert. Die Nadeln müssen lang und mit einer stumpfen Spitze versehen sein, die beste Art ist jene der sogenannten « Sattlernadeln ». Stahlrahmen zur Netzstickerei (Abb. 633). — Der Rahmen, in welchen das Netz gespannt wird, muss aus starkem Eisendraht sein, damit er sich während des Arbeitens nicht biegt. Die Form desselben kann entweder die eines Viereckes oder Abb. 633. Stahlrahmen zur Netzstickerei. DAS NETZEN länglich viereckig sein, je nachdem Carreaux oder Spitzen gearbeitet werden; jedoch muss er rechtwinklig sein, damit das Netz genau gespannt werden kann. Dieser Stahlrahmen ist vorerst mit Baumwolle, wie es in Abb. 633 dargestellt ist, zu umwinden; ist dies gleichmässig ringsherum geschehen, so wird diese erste Hülle mit dünnem Seidenband so überdeckt, wie es ebenfalls aus der Abbildung zu ersehen ist. Das Band hat man sehr stramm anzuziehen und besonders die Rahmenecken sind ziemlich dicht zu umwinden, damit beim nachherigen Einnähen des Netzes durch die festen Stiche die Hülle sich nicht vom Eisenstab löse oder sich um denselben herumdrehe. Die Bandenden sind durch einige Stiche zu befestigen. Das Einspannen des Netzes ohne Hilfsband (Abb. 634). Ist das Netz in der Grösse genau zum Rahmen passend, so näht man es mit Ueber- windlingstichen in den Rahmen ein. Jedes Netzfeld oder Quadrat ist durch einen Stich festzuhalten, in den Ecken sind je nach Bedarf 3 und auch mehr Stiche zu machen. Das Einspannen des Netzes mit Hilfsband (Abb. 635). — Ist das Netz hingegen kleiner als der Rahmen, so ergänzt man das Fehlende daran durch Annähen eines gerade gewebten festen Leinenbandes, welches an das Netz ringsherum angenäht wird. Dieses Band ist sehr stark einzuhalten, so zwar, dass es ringsherum Fältchen bildet. Das Einhalten des Bandes ermöglicht ein strammeres Ausspannen des Netzes, ohne es J-iJU-U-UJU-U-s»* JJJJJJJJJJJJJB| juj-ujjjjjjjJE jjjjjajaojjoJH JJJJOJaJJOJJj|| jjjjajjjjjoj-äs n i i.u \ ii i 11 nsi Jjjjjajjjjjjj J ZUJJJJJJJJJ-SP _i_uaJ.J- 0 -U. 4 j. JJJJOJJJ-U jjjaajaaoj_.pi LUJJJJJJJJ ^ Abb. 634. Das Einspannen des Netzes ohne Hilfsband. II DAS NETZEN 435 jedoch zu beschädigen, und ist besonders bei Netzen zu empfehlen, die nicht ganz genau nach allen Seiten gleich gearbeitet sind. In Abb. 635 ist sowohl die Art des Annähens des Bandes, als der Einbug desselben in den Ecken und das Einsetzen in den Rahmen dargestellt. Lange Streifen oder grosse Arbeiten spannt man auch auf Wachstuch, doch rathen wir weniger zu dieser Art des Spannens, da die Netzquadrate niemals so rein geformt bleiben wie im Rahmen. Fadensorten.—Zur Netzstickerei sind zumeist stark gezwirnte Fadensorten zu verwenden, wie Cordon- net 6 fils D.M.C (*), (Häkelgarn), oder Fil ä dentelle D.M.C (*), (Spitzenzwirn). Doch kann, wo es gilt, die offene weiche Seide durch Wolle zu ersetzen, auch Coton ä repriser D.M.C (*) (Stopfgarn) verwendet werden. Stioharten. — Die Stiche, welche zum Besticken der Netze verwendet werden, sind so mannigfaltig und die Technik der Arbeit gestattet eine solche Fülle von Abarten der bereits gekannten Stiche zusammenzufinden, dass wir hier nur einen Theil derselben bringen können. Unter diesen dürften jedoch so manche den Leserinnen noch fremd sein. Gewöhnlicher Stopfstich (Abb. 636). — Der einfachste aller Netzfüllstiche ist der Stopfstich, der dadurch entsteht, dass der Faden durch eine durch das Muster bestimmte ( I I l I I I I I l J J 4 4 J J. J. 4 J _! J J ”U_Ü 4 4 4 _LJ. j _i j 44 j.4 4 4 * 4 J j. J J 4 J J 444 —i i'i i i j i n 1 i > ff > • ’ * Abr. 635 . Das Einspannen des Netzes mit Hilfsband. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 436 DAS NETZEN Quadratenzahl so oft hin- und zurückgehend geführt wird, bis dieselben dicht ausgefüllt sind. Die Zahl der Stiche ist zum Theil vom verwendeten Material abhängig ; wird Coton à broder D.M.C (*) genommen, so müssen mehr Stiche gemacht werden, als es z. B. mit einer gröberen Nummer des Coton à repriser D.M.C (*) erforderlich ist. Abb. 636. Gewöhnlicher Stopfstich. IjAtf m alte T j> Abb. 637. Der Leinenstich (Point de toile) ’ Erster Gang. Abb. 638. Der Leinenstich (Point de toile). Zweiter Gang. ■i * ; iÆ-ifiTiar-t) ^ TfiinShrrrt nïîhrr ~T‘ rjiliiin Abb. 63g. Der Leinenstich mit Ecken BILDUNG. Dieser Stopfstich wird gewöhnlich zur Uebertragung der Typenmuster auf Netzgrund gewählt und eignet sich beson- (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS NETZEN 437 ders zur Ausführung grosser Gegenstände, die bei ausgiebiger Wirkung doch nur geringen Zeitaufwand erfordern sollen. Der Leinenstich (Point de toile) (Abb. 637, 638 ). — Den Leinenstich, gewöhnlich auch « Point de toile » genannt, finden wir am häufigsten in der Netzstickerei angewendet. Es werden mit demselben der Untergrund der Blätter, die Blüthen und die Ränder ausgeführt. Man befestigt den Faden an einen Netzknoten, führt ihn hierauf viermal über die Netzfäden und unter denselben durch, so dass am Ende der Stichreihe jeder zweite Faden unter dem Netzfaden durch und wieder nach aufwärts in die rückgehende Reihe gebracht wird. Dies ist der erste Fadengang des Leinenstiches. Durch den zweiten Fadengang wird der Leinenstich vervollständigt. Es ist dabei ganz wie bei der Leinenstopfe, Abb. 41, vorzugehen, nämlich stets ein Faden aufzufassen, der andere zu übergehen. Der gleiche Leinenstich wird auch häufig so hergestellt, dass die Netzfäden nicht mit in den Leinengrund eingearbeitet werden, sondern im Gegentheil, beide Fadengänge über dieselben ausgeführt werden. In diesem Fall sind in jedes Netzquadrat 5 , 7 oder 9 Fäden zu spannen, damit zum Schluss die Fäden regelmässig einer aufgehoben und einer übergangen werden können. Wird eine gerade Fadenzahl gespannt, so kann sich zum Schluss niemals die regelrechte Kreuzung der Fäden ergeben. Der Leinenstich mit Eckenbildung (Abb. 639). — Wenn sich die Leinenstopfe über Ecken bewegt, so werden die Fäden des ersten Fadenganges über die vorgeschriebene Maschenoder Büschelzahl gespannt. Der erste Fadengang muss, besonders bei langen Streifen, sehr lose gehalten werden. Um ihn durchaus gleich zu gestalten, lege man an einem Ende eine ziemlich starke Bein- oder Holzwalze an und spanne die Fäden darüber. Im zweiten Gang kann man nach Fertigstellung einiger Quadrate die Walze entfernen, die Fäden, welche allmählich durch das Einstopfen jener der zweiten Reihe kürzer werden, haben schliess- 438 DAS NETZEN lieh nur so viel Ausmass, um das Einziehen der letzten Quadrate hintanzuhalten. Der Leinenstich, über Ecken gearbeitet, erfordert immer das Ineinandergreifen der Fadenreihen, wie es in Abb. 63q dargestellt ist. Durch den ersten Fadengang der zweiten Seite wird gleichzeitig der Grund des Eckquadrates gebildet; vom zweiten Eckquadrat aus sind die Fäden zur dritten Seite und von der dritten Ecke aus zur vierten zu spannen, wo sie gleichzeitig die als zweite gespannten Fäden durchkreuzen. Abb. 640. Der Schlingenstich. Abb. 641. Der Schlingenstich. uSsssafcu. 1 i i 4 -i; 1 » « • 1 « 1 ï (Point d’esprit.) Vollendete Stichreihen. (Point d’esprit.) Erster und zweiter Fadengang. Der Schlingenstich (Point d’esprit) (Abb. 640, 641). — Der unter der französischen Benennung « Point d’esprit » eingebürgerte Schlingenstich dient im Gegensatz zum Leinenstich meistens zum Füllen grösserer Grundflächen. Der Faden ist an die Mitte eines Fadenstäbchens zu befestigen, wie es in der Abbildung deutlich ersichtlich ist, hierauf werden lose Schlingen in jedes Quadrat eingeschlungen und zwar führt man den Faden von links nach rechts über ein senkrechtes und ein wagrechtes Stäbchen des Netzes, und die Nadel von oben nach unten unter dem Netzstäbchen und hinter dem Arbeitsfaden durch. Die nun gebildete Schlinge muss bis zur halben Länge des Netzstäbchens reichen. In der zweiten, rückgehenden Reihe, ebenfalls in Abb. 640 DAS NETZEN 43g dargestellt, wird die Nadel unter das Stäbchen oberhalb der Stichschlinge durchgezogen und der Schlingstich von unten nach aufwärts ausgeführt. Der Arbeitsfaden hat dabei links von der Nadel zu liegen. Abb. 641 veranschaulicht mehrere nach drei Seiten vollendete Reihen des Schlingenstiches. Die Schlingen der letzten Reihe müssen in die der vorhergehenden eingehängt werden, wodurch das Verschieben der Schlingen hintangehalten und die Schönheit und Genauigkeit des Grundes gesichert wird. Stern aus losen Fäden (Abb. 642, 643, 644). — Eine Abb. 642. Stern aus losen Fäden. Das Spannen der unteren Fäden. Abb. 643. Stern aus losen Fäden. Das Spannen der oberen Fäden 4 - 4 —! häufig anzubringende und reich füllende Figur ist der aus gespannten Fäden hergestellte Stern. Es sind zur Ausführung eines solchen Sternes immer 16 Netzquadrate erforderlich. Der Faden, an dem mittleren Knoten befestigt, wird, wie in der Abb. 642 ersichtlich, in der Diagonale über 4 Felder dreimal von links nach rechts unter einem Netzknoten und dreimal von rechts nach links geführt. Dies bildet die unteren Strahlen. Es sei gleich hier erwähnt, dass die Fäden flach nebenein- Abb. 644. Stern aus losbn Fäden. Vollendet. 440 DAS NETZEN ander liegen müssen, was bei kleinem Aufwand von Sorgfalt während des Arbeitens leicht zu erreichen ist. Für die oberen ist der Faden wieder von der Mitte aus, der Richtung des Pfeiles in Abb. 642 folgend, dreimal in senkrechter und dreimal in wagrechter Lage, über 4 Netzquadrate zu führen, Abb. 643. Nachdem die 3 wagrechten Fäden gespannt sind, wird die Nadel im Kreise nur unter den schrägliegenden Fäden, nicht unter dem Netz, durchgeführt, so die geraden Fäden übergehend. Nach vier- bis fünfmaligem Umwinden der Strahlenfäden ergiebt sich die in Abb. 644 dargestellte Sternfigur. Der Stopfstioh (Point de reprise) (Abb. 645, 646). — Blätter und besonders kleine Blüthen werden mit dieser Stichart ausgeführt, die das Spannen von Fäden, wie es in der Abb. 6q5 veranschaulicht ist, erfordert. mSm Eid. iXU-U-l. i_44_uja J_U_U_U Abb. 645. Der Stopfstich. (Point de reprise.) Begonnene Blätter. Abb. 646. Der Stopfstich. (Point de reprise.) Vollendete Blätter. Solche Blätter sind entweder mit einem Nerv oder auch mit zweien oder dreien herzustellen. Man führt die Nadel stets von der Mitte aus nach rechts und links ein und drückt jeden Stich mit der Nadel möglichst fest an den vorhergehenden, was am leichtesten durchzuführen, wenn die Arbeit so gehalten wird, dass die Stiche gegen den Körper zu gemacht werden. Bei einem einmal getheilten Blatt läuft die Nadel, wie an dem in Abb. 645 linksseitigen Blatt ersichtlich, nur in der DAS NETZEN 44 ' Mitte der Fäden durch, während zu einem zwei- oder dreifach getheilten Blatt die Nadel entweder über und unter einem, oder über und unter zwei Fäden geführt wird. (Siehe das rechtsseitige Blatt in Abb. 645). Bei Ausführung solcher Figuren hat man weiter noch darauf zu achten, dass die Stiche oben an der Blattspitze und unten am Blattende strammer als in der Mitte angezogen werden, damit die Form deutlich heraustritt. Wenn solche Blätter nach unten sehr dünn und schlank werden sollen, so kann man die Stopfstiche auch mit Cordonniren abschliessen. In Abb. 646 sind dargestellt ein vollendetes einnerviges und ein zweinerviges Blättchen. Abb. 647. Spitzzackchen in Zopfstich. Abb. 648. Spitzzäckchen in Langukttenstich. Abb. 649. Spitzzäckchen mit gespannten Fäden Abb. 65 o. Spitzzäckchen in venetianer Stich Spitzzäckchen in Stopfstich (Abb. 647). — Die einfachste Art, die Zäckchen auszuführen,.ist, einen Faden, wie es in der Abbildung ersichtlich, über das Netzfeld hin und zurück zu spannen. Da das Zäckchen stets von oben begonnen wird. 442 DAS NETZEN kommen nach einer Seite 2 Einlagfäden, nach der anderen Seite 3 zu liegen. Auch hier sind die Fadenlagen möglichst dicht aneinander zu drängen. Spitzzäckohen in Languettenstioh (Abb. 648). — Eine zweite Art, die kleinen Zacken in der Netzstickerei auszuführen, ist jene mit den doppelten Languettenstichen. Wie in der vorhergehenden Abbildung, sind Einlagfäden, einfache oder doppelte, zu spannen, dann werden von der Spitze aus abwechselnd rechts und links 2 Languettenstiche über die gespannten Fäden gemacht, so dass der Arbeitsfaden nur nach jedem zweiten Stich auf die gegenüberliegende Seite gebracht wird. Spitzzäokchen mit gespannten Fäden (Abb. 649). — Für die dritte Weise Spitzzacken ist ein Faden von der Mitte eines Netzstäbchens aus nach dem nächsten oberen Stäbchen über dasselbe zu legen und wieder zurückzuführen. Hierauf wird die Nadel von links nach rechts unter dem gespannten Faden durchgezogen und über die linksseitige Stäbchenhälfte von aussen nach innen gebracht. Dann wird die Nadel wieder von rechts nach links über den mittleren Faden und unter die rechtsseitige Stäbchenhälfte geführt. Der Arbeitsfaden ist ziemlich stramm anzuziehen, damit sich auf der Kehrseite eine gleichmässige, schnurähnliche Rippe bildet. Es sind so viele Fäden hin und zurück zu legen, bis der über die Mitte des Netzfeldes gespannte Faden ganz bedeckt ist. Spitzzäckohen in venetianer Stich (Abb. 65 o). — Es wird hier mit 7 bis 8 Schlingstichen über ein Netzstäbchen begonnen, dann in hin- und zurückgehenden Reihen weiter gearbeitet und jede Reihe, wie sich dies von selbst ergiebt, um eine Schlinge vermindert, die zuletzt überbleibende Schlinge ist durch einen Stich an das obere Netzstäbchen zu befestigen, der Faden wird auf der Kehrseite zurück und zum unteren Stäbchen gebracht und dann unter den Schlingstichen zum nächsten Netzquadrat geführt. Man kann diese Spitzzäckchen DAS NETZEN 443 auch auf dieselbe Art cordonniren, wie wir es später bei Abb. 65g darstellen. Das Spannen der Fäden zu Spinnen und Beginn derselben (Abb. 65 1 , 552). — Die Räder, auch Spinnen genannt, beginnt man, indem man den Faden an dem den Mittelpunkt von 4 Feldern bildenden Knoten anknüpft und von hier aus den Faden nach rechts und links, Abb. 65 1 , Zeichnung rechts, über die leeren Netzfelder und den Knoten legt, zurückgehend aber, den einfachen Faden durch mehrmaliges Umwinden Abb. 65i. Das Spannen der Fäden zu Spinnen und Beginn derselben. 444I44-J. i_U_U_U. Abb. 652. Zwei Spinnen auf verschiedene Art ausgefOhrt. Abb. 653. Gerippte Spinne. Untere Seite. Abb. 654. Gerippte Würfel. Obere und untere Seite. doppelt gestaltet. Dieses Umwinden hat so oft zu geschehen, als es nothwendig ist, um beide Fäden so zu verbinden, dass sie nur einen vermuthen lassen. Wieder beim Mittelpunkt angelangt, führt man den Faden im Kreis, Abb. 65 1 , Zeichnung links, so oft über die 4 gespannten Fäden und unter die Netzstäbchen durch, bis eine erbsengrosse Spinne entstanden ist. Die Figur rechts in Abb. 652 veranschaulicht eine solche 444 DAS NETZEN Spinne vollendet, während die Figur links eine Spinne darstellt, bei welcher die Fäden abwechselnd übergangen oder aufgehoben werden. Beginnt man eine Spinne von der Ecke aus, oder ist sie als Fortsetzung eines anderen Stiches entstanden, so bleibt der erste Einlagfaden einfach. Nach Vollendung der Spinne wird die Nadel bei dem dem einfachen Faden gegenüberliegenden Stäbchen durch die Spinne zurückgeführt und wird zum Schluss auch dieser Faden wie die anderen umwunden. Gerippte Spinne (Abb. 653, 654 ). — Die gerippten Spinnen sind ebenfalls über 8 Fäden auszuführen. Um die in Abb. 653 auf der Kehrseite der Spinnen ersichtlichen Rippen zu bilden, wird auf der Rechtseite der Arbeit ein Hinterstich über ein Netzstäbchen gemacht, die Nadel aber wird noch unter ein Stäbchen weitergeführt, so dass der oben aufliegende Faden stets über 2 Netzstäbchen geht. Die Stiche sind so lange im Kreise fortzusetzen, bis die Netzstäbchen ganz bedeckt sind. Dieselben Stiche können, wie in Abb. 654 dargestellt ist, sowohl auf der Oberfläche der Stickerei, als auch umgekehrt und im Viereck angebracht werden. Spinnen mit Sohlingeneinfassungr (Abb. 655). — Spinnen in grossen Netzfeldern können auch durch doppelte Sticheinfassungreicher und spitzenartiger gestaltet werden. In der Abbildung ist mit der ersten Figur links deutlich erklärt, wie der Faden, unter der Spinne durchgehend, einmal über den einfachen Faden gewunden, dann mittelst 8 Schlingen zum Ausgangspunkt zurückgeführt wird. Ferner deuten der —_j—~j—j—1—1—|— Abb. 655 . Spinnen mit Schlingeneinfassung. h DAS NETZEN 445 Abb. 656 . Sterne nit einseitigen Schungstichen. Strich und der Pfeil an, wie die Schlingen aufzunehmen sind und der erste Kreis zu schliessen ist. Die zweite Figur erklärt den Weg, welchen der den zweiten Ring bildende Faden durch die Schlingen und zwischen den Faden zu nehmen hat. Ferner erklärt der weisse Strich den Gang des Fadens über den zweiten Ring. Die dritte Figur stellt die vollendete Spinne dar. Stern mit einseitigen Sohlingstichen (Abb. 656). — Rasch herzustellen und dankbar in der Wirkung sind die nebenstehenden Sternblumen. Zwei Schlingstiche nach dem einen Netzstäbchen und einfaches Durchziehen beim anderen bilden längliche Dreiecke, welche stets beim Netzknoten zu beginnen sind. Zwei solcher Dreiecke stehen sich in einem Netzquadrat gerade gegenüber. Bogen in Stopfstich. (Abb. 657). — Eine gefällige runde und in der Netzstickerei dankbar wirkende Figur bilden die über einen Einlagfaden und 3 Abb- 658 ' .. , ... . Leinenstich mit Stopfstichen verziert. Netzquadrate hin- und zurückgehenden Stopfstiche. Der Verlaut der Arbeit ist aus der kleinen Figur links zu erkennen. Die Stichzahl ist jedoch Abb. 657. Bogen in Stopfstich. 1 ,4n Àr Fi'/ JL. I < 1s I ■»Mil j- _4 —i. 4.—i—4—i— 4 — v‘— 1—J- i I I i t 1 « * 1 « * 2Q 1 446 DAS NETZEN durch den Faden, mit welchem die Stickerei ausgeführt wird, beschränkt, auch dürfen nicht mehr Stiche gemacht werden, als sich eben auf dem schräg gespannten Faden flach liegend erhalten. Leinenstich mit Stopfstichen verziert (Abb. 658). — Blumen, Blätter erhalten häufig weichere Contouren, als man sie sonst im Netz hersteilen kann, durch die oben beschriebenen Einfassungsstiche. Gewöhnlich wird der Leinenstich auf solche Art umrandet, nur werden die Stiche in geringerer Anzahl als in Abb. 657 angegeben, ausgeführt. Auch können die Fäden, wie es aus der zweiten Figur in Abb. 658 hervorgeht, nach 3 Seiten und ohne Unterbrechung hin- und zurückgeführt werden. Abb. 659. Leinenstich mit cordonnirter Einfassung. Abb. 660. Blümchen in Wickelstich auf Leinengrund. .LLLLLLLLU Leinenstich mit oordonnirter Einfassung: (Abb. 659). — Ausserdem werden viele Netzfiguren entweder durch gedrehten Faden oder durch Cordonniren begrenzt. In unserer Abbildung sind beide Arten dargestellt. Will man die Einfassung nur mit gedrehtem Faden hersteilen, so kann man den für die Leinenstiche verwendeten Faden beibehalten, oder auch, wenn die Einfassung recht sichtbar sein soll, kann man bedeutend stärkeren Faden nehmen. Zum Beispiel, wenn'das Netz mit Cordonnet 6 fils D.M.C N° 25 (*) gemacht wurde, so kann man zur Einfassung Fil ä pointer D.M.C N° i5 oder 20 (*) verwenden. Dieser Unter- (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS NETZEN 447 schied der Zuthaten macht sich besonders bei dem alten Filet de Cluny bemerkbar, bei welchem die Figuren in Leinenstich mit schnurähnlichem Faden umrandet sind. Wird hingegen der Leinenstich durch Cordonniren eingefasst, so muss unbedingt der für den Grund verwendete Zwirn beibehalten werden. Zur Einlage kann man weichen Faden, wie Coton à repriser D.M.C (*) verwenden. Blümchen in Wiokelstich auf Leinengrund (Abb. 660). — Der Wickelstich, der in Abb. 179 erklärt ist, lässt sichauchinder Netzstickerei glücklich ver- werthen, indem er das Bilden kleiner Ornamente auf vorgearbeitetem Leinengrund gestattet. Languettirte Netzkanten (Abb. 661). — Die in Bogen auslaufenden Netzarbeiten sind mit Schlingstichen abzuschlies- sen ; 2 bis 3 Fäden sind nebst dem Netz'faden den Schlingstichen zu unterlegen. Die Netzstäbchen sind erst nach vollendetem Schlingen knapp wegzuschneiden. Sehr effektvoll wirken Spitzenpikots, wie solche im nächsten Kapitel zu sehen sind, mit feinen Ueberwindlingsstichen an die Languetten angenäht. Punto tagliato in Netzstickerei (Abb. 662). — Die italienische Benennung wird auch häufig durch die französische « Filet coupé » ersetzt. So wird nämlich jene Art der Netzstickerei genannt, bei welcher die Netzstäbchen nur bis zur (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Abb. 662. Punto tagliato in Netzstickerei vyzüirj&vjy.'jx&w.’wi! Abb. 661. Languettirte Netzkante. T*» 9'W VJJ --T 1 +48 DAS NETZEN halben Länge ilberschlungen werden, die andere Hälfte derselben aber weggeschnitten wird. Die Zwischenstäbchen sind dann häufig mit doppelten Schlingreihen überdeckt und mit Knüpfpikots verziert. (Siehe auch die Abbildungen im nächsten Kapitel.) Zu doppelten Schlingreihen sind die Stiche weiter auseinander zu stellen, damit bei der rückgehenden Reihe die zweiten Stiche zwischen den ersten noch genügenden Raum finden. Abu. 663 . Doppelter Schlingenstich. Abb. 664. Der Wellenstich. iS« u_u_i_u Doppelter Schlingenstioh. (Abb. 663 ). — Man führt in der ersten Reihe den Faden über ein Stäbchen und hinter einem Knoten durch. In der zweiten Reihe ist dasselbe Verfahren beizubehalten, so dass sich in jedem Felde 4 Fäden kreuzen. In der 3 . Reihe ist die Nadel unten, wie in der 1. und 2. Reihe, nach oben hingegen unter 3 Fäden durchzuführen und in der 4. Stichreihe ist der Faden in die Schlinge der vorhergehenden Reihe einzuhängen. Der Wellenstich (Abb. 664). — Hier wird der Faden stets einmal über und einmal unter dem Netzknoten durchgeführt, wodurch ein dichter welliger Grund geschaffen wird. Wenn es die Zusammenstellung des Musters zulässt, was auch meistens der Fall ist, so nimmt man zur Ausführung dieses Stiches und jener in Abb. 666, 667 und 668 dargestellten einen bedeutend stärkeren Faden, als jener des Netzes. Zu einem Grund mit Fil ä dentelle D.M.C N° 5 o (*) hergestellt, kann man ganz gut (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. r DAS NETZEN 449 Cordonnet 6 fils D.M.C N° io (*), oder Fil ä pointer D.M.C N° 20 (*) zur Stickerei verwenden. Durchkreuzter Schlingenstich (Abb. 665). — Das ganze auszufüllende Feld ist mit einfachem Schlingenstich (point d’esprit) zu bedecken, dann sind quer über die Netzquadrate und die Schlingenstiche Fäden zu spannen ; die einen laufen alle über die Stiche und unter den Netzknoten, die anderen alle unter dem ersten und zweiten Faden des Schlingenstiches und über den ersten Kreuzungsfaden und den Netzknoten. Es ist unerlässlich, dass das Legen und Spannen der Fäden systematisch und sehr gleichmässig geschieht. Füllstich in wagreoh- Abb - 665 - ten Reihen auszuführen Durchkreuzter Schlingenstich. (Abb. 666 ). — Lieber 4 Netzquadrate wird ein halber Kreuz- Abb. 666. Füllstich in wagrechten Reihen AUSZUFÜHREN. Abb. 667. Füllstich mit verschrägten Stichen. stich gemacht, indem man abwechselnd den Faden oberhalb und unterhalb 3 Netzknoten und unter 3 Netzstäbchen durch- (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 45o DAS NETZEN zieht. In der zweiten Reihe ist der Faden mit dem der ersten Reihe zu kreuzen, wie es aus der Abbildung zu entnehmen ist. Füllstioh mit versohrägten Stichen (Abb. 667). — Nachdem über die ganze Fläche Kreuzstichreihen, wie oben beschrieben, und durch je 3 Maschen getrennt, vollendet sind, wird der Faden von unten nach oben und von rechts nach links über die beiden Stäbchen des dritten oberen leeren Feldes geführt, von hier wieder nach abwärts, wieder von links nach rechts unter die beiden Netzstäbchen des ersten Feldes, so dass 3 leere Netzstäbchen die Felder trennen. Die nächste Reihe Ueberlegstiche ist auf dieselbe Weise auszuführen, wodurch die langen Stiche in den mittleren Feldern sich begegnen und kreuzen. i/MMI Wf.f/AffA 1 'fimm Abb. 669. FCLI.STICH HIT RUSSISCHEM Stich. Abb. 668. Doppelter Füllstich. Doppelter Füllstich (Abb. 668). — Der Faden wird zuerst hin- und dann zurückgehend unter 2 senkrechte und über 3 wagrechte Netzstäbchen gelegt. Die Fäden zweier solcher Reihen laufen unter einem Netzquadrat neben einander. Ist das ganze Feld mit den Grundreihen ausgefüllt, so ist der Arbeitsfaden stets von rechts nach links unter jenen beiden senkrechten Netzstäbchen durchzuführen, über welchen die gekreuzten Fäden der Grundreihen liegen, dann 2 solcher Kreuzstiche oder 5 Netzquadrate übergehend, führt man den Faden wieder an der gleichen Stelle wie unten unter 2 Netzstäbchen durch; die rückgehende Reihe kreuzt sich mit der ersten. DAS NETZEN 46 I Die Grundreihen sind in wagrechter Richtung, die Ueberstiche in senkrechter herzustellen. Füllstioh mit russischem Stich (Abb. 66 g). — Der Faden wird von rechts nach links unter ein Netzstäbchen, dann 4 Netzquadrate nach abwärts übergehend, unter das nächste senkrechte Stäbchen, wieder 4 Quadrate nach aufwärts übergehend, durchgeführt u. s. w. Die nächste Stichreihe, der ersten gleich, ist um 2 Stäbchen höher auszuführen, so dass sich 2 Schlingen an einer senkrechten Stäbchenreihe kreuzen und der Netzknoten zwischen diesen frei liegen bleibt. Füllstioh mit zwei Garnnummern (Abb. 670). — Hier beginnt nun die Serie jener Sticharten, von welchen wir Eingangs des Kapitels angedeutet, dass sie den Leserinnen neu sein dürften. Zum Theil sind Abb. 670. Füllstioh mit Garnnummern. zwei SS® Abb. 671. Füllstich mit Spi und Schlingrnstich. NNEN Abb. 672. Füllstich mit Stopf Schlingenstich - UND jenen, die wir an einem der schönsten alten Stücke in Netzstickerei angetroffen, nachgebildet. Zu diesem Füllstich und auch zu den folgenden Vorlagen finden wir Cordonnet 6 fils D.M.C N° 25 und Fil ä dentelle D.M.C N° 80 gleichzeitig verwendet. Das erstere Garn ist zum Stopfstich und zu den Gliederstichen verwendet, mit dem zweiten Garn sind die DAS NETZEN 452 Schlingenstiche (point d’esprit) ausgeführt. Bei allen derartigen Mustern sind die mit dem starken Faden zu arbeitenden Theile zuerst zu vollenden, jene mit feinem Faden hingegen sind zuletzt einzusticken. Abb. 674. FOllstich mit schräg gestellten Kreuzstichen. Abb. 6y3. Füllstich mit zwei Garn NUMMERN. -M-t f I I I • I I I I I I 44444444 444. 'Ä* vSi UM 1444 Abb. 675. Füllstich mit Stopf- und Schnurstich. Abb. 676. Füllstich mit kleinen Spinnen und Stopfstich. Füllstich mit Spinnen und Schlingenstich (Abb. 671). Die zu bestickende Netzfläche ist zuerst mit Spinnen über 4 Fäden, zu welchen die stärkere Garnnummer genommen wird, DAS NETZEN 4 53 auszufüllen; dann sind zwischen den Spinnen Schlingenstiche (point d’esprit) mit feinem Faden, wie sie in der Abbildung dargestellt sind, auszuführen. Füllstich mit Stopf- und Schlingenstichen (Abb. 672 ). Stopfstiche über 4 Netzquadrate in horizontaler Richtung, mit dem gröberen Faden ausgeführt, wechseln mit Schlingenstichen, zu welchen wieder feiner Faden verwendet wird, in ebenso vielen Quadraten ab. Füllstich mit zwei Q-arnnummern (Abb. 673 ). — Man führt den starken Faden unter dem ersten Netzknoten von rechts nach links, dann unter dem nächsten Knoten von links nach rechts durch. Dies ist zweimal hin- und zurückgehend auszuführen, wodurch die Netzquadrate von beiden Seiten durch eine doppelte Fadenlage eingefasst sind. Hierauf werden die zwischen den Fadenreihen liegenden Netzquadrate zuerst mit Schlingenstichen ausgefüllt. Hierzu ist, wie aus der Abbildung zu ersehen ist, wieder feines Garn erforderlich; die geraden, den Schlingenstich durchkreuzenden Fäden müssen alle durch den Netzknoten geführt werden; das Aufheben und Uebergehen der Schlingen ist auf der ganzen Fläche gleichmässig durchzuführen. Füllstioh mit sohrägge- Btellten Kreuzstichen (Abb. 674 ). — Diese, der vorhergehenden sehr verwandte Abb Stichart, erfordert 3 hin- und füllst, CH 2 s«L alle., zurückgehende schräge Stich- bestehend. Abb. 677. Füllstich mit grossen Spinnen. _1_1 1_1 t 4444-1444444 454 DAS NETZEN reihen, über welche ebenfalls hin- und zurückgehende Fäden gekreuzt werden. Man kann auch als erste Gänge jene mit den gekreuzten Fäden machen und dazu das feine Garn verwenden, um dann erst die dreifachen Fadenlagen mit starkem Garn darüber zu arbeiten. Füllstich mit Stopf- und Sohnurstioh (Abb. 675). — Dichter als die bisher beschriebenen Muster gestalten sich jene, die vorwiegend mit Stopfstichen und ver- hältnissmässig starkem Garn ausgeführt sind. Hier ist jedes zweite Netzquadrat so dicht als möglich ausgefüllt, die leergebliebenen dagegen sind durch doppelte gedrehte Fäden in schräge Reihen eingetheilt. Füllstiche mit Spinnen (Abb. 676, 677, 678). — Gleich und sehr dicht durchstopfte Netzfelder, wie solche in nebenstehender Abbildung dargestellt sind, und durch kleine Spinnen in jedem leeren Feld zu dichtem Muster gestaltet, ergeben einen an alten Netzstickereien sehr häufig vorkommenden Grund. Weniger gedrängt, daher auch weniger zeitraubend ist die in Abb. 677 erklärte Musterung, in welcher immer 4 Netzfelder in Stopfstich und 4 Felder, in deren Mitte eine Spinne angebracht ist, abwechseln. Grössere Flächen können auch ganz mit Spinnen, Abb. 678, ausgestattet werden. Um solcher Art gearbeitete Gitter schön zu gestalten, hat man darauf zu achten, dass der Arbeitsfaden Abb. 680. Füllstich in geometrischen Figuren. Abb. 679. FOllstich mit Kreuzstichen. 'f'W DAS NETZEN 4^5 stets über dem Netzgrund und unter dem schräg laufenden gespannten Faden laufe. Füllstich mit Kreuzstioh (Abb. 679). — Den früheren Sticharten durch die Stopfart ähnlich, unterscheidet sich doch diese Vorlage wesentlich davon durch die, die dicht gearbeiteten Vierecke einschliessenden Kreuzstichreihen. Bei diesen vollendet man zuerst alle Reihen einer Richtung, die Stiche der zweiten Reihe sind zwischen den beiden Fäden der ersten Reihe durchzuführen. Füllstioh in geometrischen Figuren (Abb. 680). — Die Stichart, die wir mit dieser Abbildung bringen, ist von den anderen ganz abweichend, sie bewegt sich in den reinsten geometrischen Linien. Man befestigt den Faden an einen Netzknoten, zieht denselben dann im Viereck unter 3 Netzknoten durch und wiederholt dies noch dreimal. Dann führt man den Arbeitsfaden einmal um das Netzstäbchen herum, um ihn zu befestigen, und zurück zu dem bereits umfassten Netzknoten und beginnt von hier aus ein neues Viereck. Durch das stete Rückführen des Fadens zu dem Knoten, von welchem aus die nächste Figur gemacht werden muss, sind an je zwei Seiten 4 Fäden, an zwei anderen 5 Fäden zu zählen. In der zweiten und in den folgenden Reihen ist die Nadel zweimal unter den zuerst gelegten Fäden zu führen, damit im ganzen Feld alle Ecken gleichmässig überdeckt und verbunden sind. Qenetzter Einsatz mit einfachem Stopfstich (Abb. 681). Die Liebhaberei, Haus- und Tischwäsche, auch Vorhänge mit Spitzen zu putzen, ist eine ziemlich allgemeine; es ist eine geschmackvolle Unterbrechung der glatten, eintönig weissen oder ungebleichten Stoffe. Das hier gebrachte Muster und dessen Ausführung wird Jenen zu gute kommen, die entweder nicht über genügende Zeit oder auch nicht über genügende Ausdauer verfügen, um feinere mühsamere Arbeiten anfertigen zu können. 456 DAS NETZEN Das Herstellen des geraden Netzes wurde eingehend in den Abb. 622 bis 62g, der Stopfstich in der Abb. 636 erklärt. Die Arbeit des Netzens ist auch zu umgehen durch Zuhilfenahme der verschiedenen Gewebe, die für solche Zwecke erzeugt werden, ganz besonders aber des Filet-Canevas, der eine getreue Nachbildung des feinsten handgearbeiteten Netzes ist. Die Musterung im Innern des Einsatzes ist in wagrechten Stichreihen, die schmale Kante in senkrecht stehenden ausgeführt. [ïiU?p)uusi ■HW, fei kÇnîî ÄS»! »5- »• [iïiÂWl'îïiïï /A* F** ïras rrrrrrrrïT æccŒcccüd rtHT hri;N-r; rf nd ömS litt ^Crfi «»♦J ■Hm mmm teccc •TEE tWSÖ Arb. 681. Genetzter Einsatz mit einfachem Stopfstich. Fadensorten — Zum Netzen : Cordonnet 6 fils D.M.C N* i 5 . — Zum Ausnähen : Coton à broder D.M.C N* 16 oder Coton à repriser D.M.C N* 25 , naturfarben. (*) Gesticktes viereckiges Netz nebst zwei dazu passenden Spitzen (Abb. 682, 683, 684). — Grössere Gegenstände mit Netzstickerei geputzt, oder auch nur aus solcher bestehend, werden der leichteren Ausführbarkeit halber meistens in einzelnen Feldern gearbeitet. Diese können dann wieder durch Leinenstreifen oder Seidenbänder verbunden w r erden. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS NETZEN 4^7 Auch lassen sich verschieden gemusterte gestickte Netz- carreaux durch Häkelei oder durch geklöppelte Spitzen zu einem Ganzen vereinen; natürlich sind in diesem Fall die einzelnen Felder systematisch zu vertheilen. SkaasSksKs v,s5SKBBKäKbI71 B8MÏ- mm ■mm® SläiaisP g gEgg Sgg KKKK NM/t% I BH mmmmm Abb. 682. Carreau in Netzstickerei. Fadensorten : Die gleichen Nummern für das Netz und für die Stiche von Cordonnet 6 fils D.M.C N* 25 bis 5o oder von Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 5o. (*) Die beiden Spitzen, die in den Abb. 683 und 684 dargestellt sind, lehren die Verwerthung mehrerer Farben. In Abb. 683, auf weissem Netz ausgeführt, sind die beiden Farben, Brun- Caroubier für die äusseren Stopfstichquadrate, Rouge-Grenat (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels 458 DAS NETZEN für den Schlingenstich und die inneren Würfel, deutlich zu unterscheiden, ebenso der hin- und zurückgehende Goldfaden zwischen den klaren und den dichten Stichen. In Abb. 684 ist sowohl der Grund, als die dreitheiligen Rippenblättchen in dunkelgrünem Garn (Gris-Tilleul) ausgeführt und nur die oberen Rippen und die Languettenbo- gen erscheinen in hellem Blau (Bleu- Indigo 334). Grundmuster in Netzstiokerei (Abb. 685). — Diese an sich selbst so einfache Musterung erhält einen eigenartigen Reiz durch die glückliche Ver- theilung der Farben und die Benutzung verschiedener Garnsorten. Auf dunkelbraunem Netz, zu welchem Cordonnet 6 fils D.M.C N° 25 verwendet ist, heben sich die in mattem Grau gehaltenen Schlingenstiche und die die letzteren verbindenden in sanftem Abb. £ 83 . Spitze zu Abb. 682 passend. Fadensorten : Dieselben wie zu Abb. 684, ausserdem Or tin D.M.C pour la broderie (Waschgold). Farben — Für das Netz und den Schlingenstich : Weiss oder Naturfarbe. — Für die Stopfstiche : Brun-Caroubier 3 o 3 und Rouge-Grenat 335 . (*) Abb. 684. Spitze zu Abb. 682 passend. Farben — Für das Netz : Naturfarbe. — Für den Grund in Leinen- und Schlingenstich : Bleuindigo 334. — Für die Stäbchen : Gris- Tilleul 3 gi und 3 g 3 . (*) Lindengrün ausgeführten Stopfstiche, bescheiden ab. Die rosafarbenen Kreuzfiguren, sowie die einzelnen Netzquadrate sind durch lose verschlungene Fäden, Coton ä repri- ser in Gelb, verbunden und eingefasst. Wir lassen hier noch eine andere Farbenzusammenstellung (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS NETZEN 45 g folgen. Diese Angaben stützen sich jedoch immer nur auf die D.M.C Farbenkarte. Demnach kann man Bleu pâle 668 für das Netz, Chiné d’or (Buntgoldfaden), Gold mit Blau, für die Schlingenstiche, si v8 ird ksüt* mBrnsr irnS^m lfc*"ïf2jÉ ■ Sä7*S& 2£ÉMva &*;<■§> whwf'v** r&m mmm Mm i ■ WHrararaBr Mmmswar. 1 éamméimi Abb. 685 . Grundmuster in Netzstickerei. Fadensortkn — Für das Netz : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 25 . — Für die Stickerei : Cordonnet 6 fils D.M.C N° 20 und Coton à repriser D.M.C N* i 5 . (*) Farben : Brun-Havane 455 , Gris-Noisette 423, Jaune-vieil-Or 68 o, Gris-Tilleul 392 und Rouge-Géranium 352 . (*) Ganse turque D.M.C N° 12 (türkische Goldschnur) für die Stopfstiche zwischen den Schlingenstichen, Coton à broder oder Cordonnet 6 fils in Rouge-Cornouille 450 für die einzelnen Netzquadrate und Coton à repriser in Jaune d’Or 667 zur Einfassung der sämmtlichen Stichpartien verwenden. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 460 DAS NETZEN Stickerei auf gemustertem Netzgrund (Abb. 686). — Das in Abb. 619 gebrachte Netz mit kurzen, halblangen und langen Schlingen erscheint hier zu gefälligem Stickmuster verwerthet. Um die einzelnen Schlingenstiche herzustellen, ist der Faden, welcher in der .Mitte das Kreuz bildet, bis zur Hälfte des Netzstäbchens zu führen, dann sind die 4 Schlingen zu bilden und der Faden wieder zum Knoten zurückzubringen. Abb. 686. Stickerei auf gemustertem Netzgrund. Eadensorten — Für das Netz : Fil à dentelle D.M.G N* 40. — Für die Stickerei : Coton à broder D.M.C N* 16. Weiss oder naturfarben. (*) Hierauf ist dreimal über den Einlagfaden und die beiden Netzstäbchen hin- und zurück zu gehen, und dann erst werden die Stiche in und über 3 Netzfelder geführt. ln der letzten Reihe der Abbildung ist links das Anfängen der Figur, dann weiter die fernere Entwicklung derselben und rechts die Vollendung des Grundmusters enthalten. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS NETZEN 461 Grundmuster mit zwei Garnsorten (Abb. 687). — Dass die Anwendung mehrerer Fadenstärken und Sorten bei der Netzstickerei mit Erfolg durchgeführt werden kann, haben wir bei den vorhergehenden Füllsticherklärungen betont und bewiesen. mwm 53® »ÎV 4 * MB SS *MV «I msi jATuM»] •£X&. j »WA i4*A Abb. 687. Grunduuster mit zwei Garnsorten. Fadensorten — Für das Netz: Cordonnet 6 fils D.M.C N* 35 oder, Fil à dentelle D.M.C N* 3o. — Für die Stopfstiche : Fil à pointer D.M.C N* 3o. — Für die Schlingstiche : Cordonnet 6 fils D.M.C N* a5. (*) So recht augenscheinlich tritt es aber erst in einem grösseren Muster auf, wie vorteilhaft sich feines Material mit starkem paaren lässt. Die in Stopfstich gearbeiteten Hauptlinien des Grundig Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 2 9 * 4Ö2 DAS NETZEN musters erscheinen mit kräftigem, stark drellirtem Garn, mit Fil ä pointer D.M.C N° 3o ausgeführt, während feinerer Faden für die Füllung der Felder in Schlingenstich gewählt ist. Die Arbeit, welche hier nachgebildet erscheint, ist in naturfarbenen Garnen angefertigt, jedoch ist die Verwendung von ' r±rc£H^p££Tc: c f? xi.ps&an rrrf tM ri'i'IT rasa : L .1 Eefeä rccc! nxw D t-Ü nrnmm rLct i Pgga i i 'x? ?3J§L£ ^3 9^ t.^Xf i i njP-‘>L rriArr^i^nTi^rrcD'i^tCli^^rrtiyr-rrrrjK’ifi-«: rrii»-l ijjL'i '.ST» fT»Tri i K*f> rgn n$rL' Gsrrrrrr*»--fr -33 QT^^V-rrr,*«*f^s«f v rj.f5?swfl < rrrr»ji«S^-D2 U>sV.«Wi i rt^rrrrrw&btf.- -LC j .q öri-^tf-/“rrrrf' f iT* rr^-aBs^rriTvy,'->«£ L -fO*-rrr?vS n5«5rrf-rrr»s>Trrfefr 4 » -i-r/rrr rr'-:4-ri”Trrrrrrr,:j_rrr^irrrrt:rn-rra:r ri^-En ^!S:£SS!SEKi2;i^iJ2J2S& £ .CiD,! c £uSdjb£>^ ii! *5 w_;.i riTrt- i- LßB red rstern rrrr n i J_ L TT. i i .lHT Wer r.Oäg » «ffo LK-K3 ilMfctJIjlj: mä-; Abb. 688. E»is* ft i m N Fadensorten ; Gordonnet 6 fils D.M.C N* i5 b' s ^f tr ' farbigem Faden nicht ausgeschlossen und wird derselbe mit Goldfaden untermischt zu einer schönen Nadelarbeit Gelegenheit geben. Nach unserem Dafürhalten ist die Zusammenstellung von naturfarbenem Garn für das Netz, von rothem Garn (Rouge DAS NETZEN 463 Cardinal 346) für die Partien in Stopfstich und von blauem Chiné d’Or für die gegitterten Felder eine der glücklichsten. Einsatz in Netzstickerei (Abb. 688). — Eine alte, nur noch sehr passive Bewunderung vertragende Arbeit gab Veran- IS*« » Net; ZSTICKEREI. I à dentelle D.M.C N* 20 bis 40, naturtarben. rpTOßür :rrm rrrrrrrr: Tn- r f-rrhr frrrrr .mïïo r r-v ; v miT i*rrm ■{±L.CpS r 1 l! -»Cl Km rrn: i rrn TVit“»“ .am 3«jrf Vi J* ^ ^ r in*. R rrni«! rrrK rrrr rrrrf rrrrr rrrn-rrrrrrj rrffy rrrrrri« ffiSEFdl rrr? 1«-rr rrl rrrrrri urcan tiirrn rrrn ÏSSBÏ ;;i-, ifrT irrrrtrrR' Ä-JCCRCgLt ;rrrr rrrn liZCCCK'iS^ÿîiKfvrrrr :îx TT^i-r^^hM-rpr Wiï' .^L'fOW’ : ~ rn 'rr<4'- 1TrcrAii-«>p-r rrrtî». f-i t'--: r^rfi »ï«çrrrrr~i‘nt* 1 1 mVS^'P" ; ^‘* vr Ï&T" L^'i.ri I; r irrr r r M; rr t ' i_Lp'r r J /\ - ! - n wrr Iffe æm Setx::. lassung zur Erzeugung des Materials mit welchem diese Vorlage ausgeführt vor uns liegt. Ein feines, kleinlöcheriges, weisses Netz bildet den Untergrund der reichen mit Abschlussbäumchen versehenen Zeichnung. Der Faden mit welchem sie im Netz entsteht ist natur- 464 DAS NETZEN farbenes Häkelgarn (Cordonnet 6 fils D.M.C) mit Goldfäden untermischt, durch dessen Verwendung eine äusserst weiche, mattschimmernde Wirkung hervorgebracht wird, welche noch durch die starken Schnüre, welche die in der Abbildung ersichtlichen Theile umranden, bedeutend gehoben wird. Die Ausführung der Stickerei, an sich eine der denkbar leichtesten, da sie nur den einfachen Stopfstich erfordert, bedingt trotzdem grosse Genauigkeit, besonders bei Befestigung der Randschnüre, die in scharfen Ecken, genau nach den Netzformen, mit kleinen Vorstichen angebracht werden müssen. Jede beliebige Zeichnung gestattet die Verwendung des schönen neuartigen Goldfadens, und jede noch so einfache Arbeit, mit diesem Faden ausgeführt, ist würdig mit den kostbarsten Stoffen, wie Brocat und Peluche, in Verbindung gebracht zu werden. Unsere Vorlage ziert eine schieferblaue Peluchedecke, die die Bewunderung aller jener, die Gelegenheit haben sie zu sehen, hervorruft. Carreau und dazu passende Spitze in durchbrochener Netzstickerei (Abb. 689, 690). — Zeichnungen, welche die Vertheilung der verschiedensten Sticharten gestatten, sind wohl immer die dankbarsten für die Netzstickerei. Auf einem mit ziemlich feinem Faden genetzten Grund sind am Rand, mit stärkerem Garn der Leinenstich, Abb. 638, dann die gerippten Spinnen, Abb. 654, die geschlungenen Stäbchen mit Pikots, Abb. 662, in der Mitte der dichte Spinnengrund, Abb. 678, und die langen Rippenstäbchen ausgeführt. Die zum Carreau passende Spitze erscheint im Original in matten Farben hergestellt, im Gegensatz zu dem ganz in naturfarbenem Garn ausgeführten Carreau. Das helle Netz ist nach oben mit lose eingeschlungenem, blassviolettem Faden, Violet-Mauve 316 (*), überlegt, dieselbe Farbe erscheint auch für die nach aussen je ein Netzquadrat ganz ausfüllenden Spinnen und die diese begrenzenden Lan- (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. DAS NETZEN 465 PM pÜiŒ ?MÄa9ÄS i>:n?irs’t;;Sïî a'iLfe'Æfë •S/OS-S 4J^S-.S IM 3*esi HiH mmm Ä-ü ?rrt • • - : K5 St :. - : MP Abb. 689. Carreau in durchbrochener Netzstickerei mm isras Abb. 690. Spitze in durchbrochener Netzstickerei. Fadensorten : Fil ä dentelle D.M.C N* 25 bis 5o, naturfarben. (*) -5; > «-• *«1 I> * « i ÿs;« (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 3o 466 DAS NETZEN guettenstiche verwendet, während für den mittleren der 3 oberen Rippenränder und für die Sternfigur Dunkelviolett, Violet-Mauve 3 1 5, für die in Leinenstich gearbeiteten Kreuzfiguren, für die 3 unteren Rippenränder und die langen Rippenstäbchen Dunkelgrün, Gris-Tilleul 392 , gewählt wurde. Auch hier ist es vortheilhaft, einige Theile der Zeichnung durch Anwendung von Goldfaden deutlicher hervortreten zu lassen. Im Carreau wären die kleinen Spinnen im Mittelfeld und der Leinenstich am Rand günstig zum Anbringen des einen oder anderen der schon mehrfach erwähnten Goldfäden; in der Spitze hingegen sind es wieder die kleinen Spinnen und die Kreuzsternchen im oberen Grund. Einsatz. — Irländer Spitze mit Reliefverzierungen. Irländer Spitzen. Die Irländer Spitzen, auch Renaissance-Spitzen genannt, sind eine Nachbildung der ersten geklöppelten Spitzen, der sogenannten Bandspitzen. Eigentlich sollte man diese Arbeit als « französische Spitze » bezeichnen, da sie zuerst in Frankreich erzeugt, von da nach England und Irland importirt wurde, und später als eine Erfindung der Engländer unter der Benennung Point-lace-Spitze wieder nach dem Continent zurückkam. Die Spitze besteht aus Litzen und Bändern, die durch verschiedenartige Stiche verbunden werden, nachdem sie vorher nach einem bestimmten Muster oder Plan aufgeheftet worden sind. Die Machweise dieser Spitzenart ist eine ziemlich leicht fassliche. Die Spitzenstiche und Gitter, die dabei angebracht werden, sind nahezu dieselben, wie jene der feinen Venetianer Spitzen, nur werden sie mit stärkerem Faden ausgeführt, so dass dieser Abschnitt unseres Werkes als zur Vorübung der im nächsten Kapitel beschriebenen Spitzenarten dienlich betrachtet werden kann Litzen und Fadensorten (Abb. 691). — Die zu dieser Arbeit gehörigen Litzen werden ausschliesslich in England erzeugt; sie sind mannigfaltig gestaltet; gewöhnlich werden sie naturfarben, weiss, ungebleicht und blassgelb, schmal und 468 IRLÄNDER SPITZEN breit, grob- und feinfädig, mit und ohne Durchbruchband, mit und ohne Pikotrand, in grösseren oder kleineren Blattformen fabricirt. Abb. 691 zeigt in Originalgrösse zehn der verwendbarsten Litzensorten, darunter auch eine Pikotsorte zur Einfassung der äusseren Kanten. Zur Ausführung der Stiche und Stäbchen, die die Litzen untereinander verbinden, nehme man Fil ä dentelle D.M.C (*) (Spitzenzwirn), ein schöner gleich- massiger Faden, der unter den verschiedenen D.M.C Garnsorten der geeignetste zu solchen Arbeiten ist. Da derselbe in allen Farbtönen zu haben ist, so kann man mit Bestimmtheit darauf rechnen, stets genau die zu den Litzen passende Schattirung zu finden. Das Uebertragen der Zeichnungen. — Die Zeichnungen für diese Arbeit sind am besten mit fettloser Tinte auf englische Pausleinwand zu übertragen. Es ist dabei darauf zu achten, dass die glänzende Seite der Leinwand nach unten, die matte Abb. 691. nach oben gekehrt wird, weil Muster verschiedener Litzen und letztere die Tinte leichter ein- Bändchen zu Irländer Spitzen ver- saugt als die erstere. WENDBAR. T"\ J • Ti I * J Da die Pausleinwand ganz durchsichtig ist, so gestattet sie die unmittelbare Uebertragung der Vorlage. Um das Auge vor Ermüdung zu schützen, wird die Zeich- (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farben verzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. MüMijlliiii MÜi i. t ilÜti sE Th. de Dili.hont, Encyhlopcrdie der weiblichen Handarbeiten. 8. Leinwbd. mit Goldschnitt. Preis M. 3- IRLÄNDER spitzen 469 nung während des Arbeitens mit farbigem Papier oder Stoff unterlegt. Meistens sind die für Irländer Spitzen bestimmten Zeichnungen in doppelten Linien angelegt, zwischen welchen die Bändchen mit kleinen Vorstichen aufzuheften sind. Wir bemerken hier sogleich, dass es zweckmässiger ist, die oben auf dem Bändchen ruhenden Stiche länger, die nach unten gekehrten kürzer, mindestens aber die oberen und unteren gleich lang zu halten. Abb. 692. Das Vorheften und Einziehen der Litzen. Das Vorheften und Einzi.eh.en der Litzen (Abb. 692). — Wo die Linien der Zeichnungen Rundungen aufweisen, müssen die Litzen, wie es in Abb. 692 dargestellt ist, am weiteren, äusseren Rand angenäht werden, so dass sich nach innen, nach dem engeren Rand Fältchen bilden, welche wieder nach vollendetem Vorheften durch kleine Ueberwindlingsstiche und mit feinem Faden so viel eingezogen werden, dass die Weite der Litze auf das von der Zeichnung beanspruchte Mass verringert wird. Die Fäden, welche zur Herstellung der Stäbchen und Stiche durch den Bändchenrand geführt werden, dürfen nie so stramm angezogen werden, dass die vorgezeichneten Linien eine Einbusse ihrer Reinheit erleiden. 470 IRLÄNDER SPITZEN Ferner dürfen die Stiche blos auf der Zeichnung ruhen und nie in dieselbe genäht werden. Ist die Stickerei vollendet, so dreht man deren Kehrseite nach oben, durchschneidet jeden dritten, vierten Heftstich und zieht dann, immer auf der Kehrseite, alle Fäden behutsam heraus, worauf sich die fertige Arbeit von selbst von der Unterlage trennt. Nach gänzlicher Vollendung des Gegenstandes wird er auf der Kehrseite befeuchtet und dann erst geglättet. (Siehe das letzte Kapitel behufs Appretur der Arbeiten). Ob nun die Stäbchen oder die Stiche zuerst fertigzustellen sind, ist ganz gleichgültig ; wir rathen zur früheren Ausführung der ersteren, weil dieselben leichter als die Gitterstiche zu machen sind und, wenn vollendet, das Zusammen- und Verziehen der Litzen doch nicht mehr leicht möglich ist. Die Stiche. — Es folgt nun jene Serie von Stäbchen und Stichen, welche, wenn gut eingeübt, als Vorübung der feineren Spitzenarten angesehen werden können. Wir wollen hier nicht behaupten, dass in dieser Serie alle der vielen vorkommenden Sticharten enthalten sind, doch erscheinen sie immerhin in genügender Anzahl, dass es unschwer sein wird, darnach nach eigener Wahl und selbst mit den einfacheren Gittern reich bemusterte Arbeiten anzufertigen. Was die Benennung der Spitzenstiche betrifft, fanden wir ein und denselben unter so verschiedenen Namen wieder, dass wir ausser äbb. 694. jenen allbekannten den hier erklärten Stichen Doppeltes gedrehtes keine Sondertitel beilegen, sondern sie nur Stäbchen. m j t Ordnungsnummern bezeichnen wollen. Einfaches gedrehtes Stäbchen (Abb. 693). — Der Faden wird von einem Litzenrand zum anderen geführt, die Nadel min* 1 \ SSiSflRIRRffi 1 niMmJiii-uauii Abb. 693« Einfaches gedrehtes Stäbchen. IIIITl lllilMtflll IRLÄNDER SPITZEN 47 1 von oben nach unten gebracht,'dann so oft unter dem Faden durch, dass beide Fäden ein Schnürchen bilden. Zu lose geschlungene Fäden lassen die Arbeit nachlässig, unansehnlich erscheinen. Der Faden wird von einem Stäbchen zum anderen durch kleine Ueberwindlingsstiche über den Litzenrand geführt. Doppeltes gedrehtes Stäbchen (Abb. 694). — Es werden 3 Einlagfäden über das Feld gespannt, dann lose Ueberstiche darüber gewunden, so dass der Einlagfaden überall sichtbar bleibt. Glattes geschlungenes Stäbchen (Abb. 695). — Ueber 3 gespannte Fäden werden Schlingstiche von rechts nach links ausgeführt. rimti 1 m 1« ini j liti iifiiffiiTitisiTftuini Ziltuim ■wiifmiifftfü7ä» im«ii rMMHttljj njfminummtifii uj.iiM.ihi iimn». Abb. 6 q 5 . Glattes geschlungenes Stäbchen. Abb. 696. Geschlungenes Stäbchen HIT GESTECKTEM PlKOT. Abb. 697. Geschlungenes Stäbchen MIT GESTECKTEM PlKOT. Bei diesen und den meisten nun folgenden Mustern rathen wir, die Nadel verkehrt zu nehmen, d. h. sie mit dem Oehr voraus unter den Fäden durchzuziehen. Es mag auf den ersten Blick das Umkehren der Nadel sonderbar erscheinen, allein man läuft so weniger Gefahr, die Fäden zu spalten. Der Schlingfaden hat immer um 1 bis 2 Fäden höher im Bändchen herauszukommen als der Einlagfaden, wodurch dem unschönen Verdrehen der Stäbchen abgeholfen ist und dieselben auch durchaus mit gleich breiten Stichen ausgeführt werden können. Stäbchen mit gesteckten Pikots (Abb. 696, 697). — Nach- 47 2 IRLÄNDER SPITZEN dem die Schlingstiche bis über ein Drittel oder bis zur Hälfte des Stäbchens vollendet sind, wird der Faden über die Einlage, ohne dass er verschlungen ist, geführt, dann die entstandene Masche mittelst Stecknadel festgehalten, die Nadel von rechts nach links unter alle 3 Fäden geschoben und der Knoten dicht am letzten Schlingstich zugeschnürt. Abb. 697 lehrt dieselbe Art Pikot mit 2 Schlingstichen über gesteckte Maschen ausführen. pSlitiitTtiimiU iTRnSBBBIfi rmviviiun R I®*! {|bs| \W8im Abb. 699. Stäbchen mit Wickel- PIKOT. Abb. 700. Stäbchen mit Bogen- pikot. Abb. 698. Stäbchen mit Spitzen- PIKOT. Stäbchen, mit Spitzenpikot (Abb. 698). — Zur Ausführung dieses Pikots wird der Faden durch die Schlinge herausgeführt, die Schlingstiche, 4 bis 5, je nach der Fadenstärke, ganz knapp an der Stecknadel begonnen, so dass die Masche unter denselben verschwindet. Die Stecknadel muss vom Stäbchen in einer Entfernung gesteckt werden, die der Breite von 4 Stichen entspricht, welche wieder die Einlagfäden vollständig decken müssen. Stäbchen mit Wickelpikot (Abb. 699). — In halber Länge eines geschlungenen Stäbchens wird die Nadel zur Hälfte in die letzte Schlinge geschoben, der Faden zehn bis zwölfmal um die Nadel von links nach rechts gewickelt, diese durchgezogen, wie bei Abb. 660 des vorhergehenden Kapitels, der Faden fest angezogen, so dass die Wickelmaschen einen Halbkreis bilden, und das Stäbchen dann vollendet. Stäbchen mit Bogenpikot (Abb. 700). — Die Schling- IRLÄNDER SPITZEN 47 3 Stiche sind ein wenig über die Mitte des Stäbchens hinaus zu arbeiten, dann der Faden dreimal hin und her in die 6. Schlinge zurückzuführen, dieser dreifache Faden, welcher nicht zu lose sein darf, wird überschlungen, dann das Stäbchen wie jedes andere vollendet. Diese Bogenpikots werden gewöhnlich als Abschluss der Spitzen gemacht. Sie können ausserdem noch durch kleine gesteckte Pikots, Abb. 696, reicher gestaltet werden. Stäbchen mit zwei Knotenreihen (Abb. 701). — Ueber 2 Einlagfäden werden Doppelknoten so weit von einander entfernt gemacht, dass die Knoten der nächsten Reihe dazwischen eingeschlungen werden können. Diese Doppelknoten erfordern als ersten einen einfachen, als zweiten einen verdrehten Schlingstich, d. h. der Faden ist unter- anstatt oberhalb der Schlinge durchzuführen. Verzweigte Stäbchen (Abb. 702). — Bei grösseren, mit Stäbchen ausgefüllten Flächen müssen gewöhnlich aus einem derselben andere abgezweigt werden. In diesem Falle schlingt man bis zur Mitte des ersten Stäbchens, spannt von da aus den Abb. 702. Abb. 703. Verzweigte Stäbchen. Einfacher russischer Stich. iniatnuimtiiriiiiiniiji wmtmmi Idinr IV. ruifirnitiif äiitTri m;iimnuMi»niumtnnni«aäuiii?i •ir/mnmL'nr Linon: iTTiTTtt Einlagfaden weiter zum nächsten Stäbchen, schlingt wieder bis zur Mitte, spannt nochmals den nächsten Einlagfaden und überschlingt schliesslich alle halbvollendeten Stäbchen, bis man zur punktirten Linie anlangt, von welcher aus die letzten Einlagfäden gespannt werden. Das letzte Stäbchen wird über 2 oder 4 Fäden gearbeitet, Abb. 701. Stäbchen mit zwei Knotenreihen. Fftliittffiifiifi *> V.-TTTTTTr; 474 IRLÄNDER SPITZEN damit der Schlingfaden mittelst der letzten Schlingstiche zum Litzenrand zurückgeführt werden kann. Einfacher russischer Stioh (Abb. 703). — Zur Verbindung zweier nahe und in gleicher Entfernung laufender Litzen können die verschiedensten Sticharten angewendet werden. Der leichteste ist der russische Stich, der eine grosse Aehnlich- keit mit dem Kreuzsteppstich, Abb. 176, hat. Man führt die Nadel von oben nach unten, dann auf der entgegengesetzten Seite von unten nach aufwärts durch den Litzenrand, der Faden hat dabei immer vor der Nadel zu liegen. Es muss an beiden Rändern die gleiche Zahl Litzenstäbchen zwischen den Stichen bleiben, die letzteren sind stets wieder so zu stellen, dass der untere auf s .UUlA-u'uJAl \/\/\ HM ' rpvi rr—,y.*V Abb. 704. Gedrehter russischer Stich. die Mitte des leeren Raumes, der zwischen den oberen Stichen geblieben, trifft. Gedrehter russischer Stich (Abb. 704). — Anstatt hinter dem Faden wird die Nadel vor dem Faden heraus und um denselben geführt, so dass er zweimal gedreht erscheint. Der Säulenstich (Abb. 7o5). — Nach unten wird die Schlinge des russischen Stiches, nach oben der gedrehte Stich von Abb. 704 gemacht, wobei der zweite Faden dreimal um den ersten geschlungen wird. Einfache Schlingeneinsätze (Abb. 706,707). — Durch zwei reihen loser Schlingen- stiche werden Schlinge und Stich ganz genau gegenübergestellt. Wenn diese Reihen vollendet sind, so wird- in jede Schlinge der Stich von Abb. 703 oder 704 angebracht. Abb. 705. Der Säulenstich. Abb. 706. Einsatz mit einfachen Schlingen. IRLÄNDER SPITZEN 47D lili'r Abb. 707. Einsatz mit doppelten Schlingen. Bei Abb. 707 werden je 2 russische Stiche in jede Schlinge gemacht. Der russische Stich kann hier nach eigenem Gutdünken auch drei- und vierfach in die Schlingen eingearbeitet werden. Ferleinsatz (Abb. 708). — Die beiden Schlingenreihen am Litzenrand werden durch 4 Stiche in jede Schlinge verbunden. Die Fäden müssen flach neben- und nicht übereinander liegen. Der Arbeitsfaden wird nach dem 4. Stich um die untere Schlinge gewunden und dann zur nächsten geführt, wo wieder dieselben 4 Stiche wie vorhin gemacht werden. , , . , , . \ Abb. 708. Perleinsatz. Busoheleinsatz (Abb. 709). Ueber zwei vollendete und ein halb vollendetes, in kleiner Entfernung stehendes einfaches Stäbchen werden in deren fWglfSJ '.'•WH 1 Abb. 70g. Böscheleinsatz. Abb. 710. Zweigeinsatz mit EINFACHEM KNOTEN. Abb. 711. Zweigeinsatz mit Spinnen. halber Länge 5 Schlingstiche gemacht. Das erste Stäbchen des nächsten Büschels ist hart am letzten anzusetzen. 476 IRLÄNDER SPITZEN in* Zweigeinsätze (Abb. 710, 711). — Der Faden wird in der Mitte, der Länge nach von einem Ende des freien Feldes zum anderen geführt, am oberen Ende quer unter 4 bis 5 Fäden der Litze, dann ebenso zuerst an der linken, hierauf an der rechten Längsseite geführt, worauf alle Schlingen durch einen Knoten, wie selbiger in Abb. 710 deutlich erklärt ist, verbunden werden. Abb. 711 lehrt denselben Zweigeinsatz mit Spinnen verziert, welche nach dem Knoten und um denselben ausgeführt werden. Zweigeinsatz mit dichten Blättern (Abb. 712). — Der Faden ist an der Stelle, die das erste Blatt einnehmen soll, anzu- schliessen, dann am entgegengesetzten Ende durchzuziehen und wieder zum Anfang zurückzuführen. Hierauf werden die Fäden zu beiden Seiten, wie bei Abb. 710 und 711, gespannt, durch einen Knoten verbunden, der Faden noch einmal um das mittlere Blatt gelegt, dann von oben herab, wie bei Abb. 645, des vorhergehenden Kapitels, vollendet. Es werden hier stets 5 Fäden, zu 2 und 3 vertheilt, übernäht. Einsatz mit kleinen Spinnen (Abb. 71 3 ). — Zwei Reihen russischer Stiche werden gekreuzt, der Faden hierauf bis zu deren halber Breite gebracht und da, wo sich die Stiche kreuzen, eine Spinne über 5 Fäden ausgeführt. Will man die Spinnen grösser machen, so müssen die ersten Stiche auch im Verhältniss weiter gestellt werden. Die Nadel wird unter der Spinne zu den nächsten Fäden geführt. Einsatz mit grossen Spinnen (Abb. 714). — Der Faden wird in der Mitte des Zwischenraumes von einem Ende zum anderen, dann mit Ueberwindlingsstichen in die Ecke gebracht. Abb. 712. Zweigeinsatz mit dichten Blättern. »WtMfi Abb. 713. Einsatz mit kleinen Spinnen. IRLÄNDER SPITZEN 477 ; uiu(riii«imMu«i itwnmtihd Abb. 714. Einsatz mit örossen Spinnen. «lUiiiuimjiiHiNMliiNliiitiKottiimtiiHil Von da wird wieder eine lose Schlinge zur anderen Ecke gemacht, der Faden über 6 bis 8 Bandfäden weitergeführt, die Nadel hinter der ersten Schlinge und unter dem wagrecht gespannten Faden durchgeschoben und auf der anderen Seite der Stich an das Bändchen gemacht. Hierauf wird der Faden zurück nach der Mitte gebracht, über 4 Fäden eine grosse Spinne ausgeführt, der Faden an dem einfachen entlang und unter Ueberdrehen desselben bis zum Litzenrand geführt, von wo aus die nächste Schlinge gemacht wird. Pyramideneinsätze (Abb. 7i5, 716). — Ueber weit abstehenden, einfachen, russischen Stich werden von der Spitze bis zur halben Breite der Schlingen Stopfstiche über die Fäden hin- und zurückgeführt, wodurch Pyra- midchen entstehen. Um zur Spitze der nächsten Pyramide zu gelangen, wird die Nadel mehrere Male um den Faden des nächsten russischen Stiches geführt. Oder es werden, wie bei Abb. 716, über einen doppelten russischen Stich die Pyramidchen so gearbeitet, dass deren Spitzen sich berühren, während deren Breitseite der Litze zugekehrt bleibt. Das umgekehrte Verhältniss der Stiche, das heisst die Spitzen gegen den Bändchenrand gekehrt, ergiebt einen nicht minder hübschen Einsatz als der in Abb. 716 dargestellte ist. Abb. 71 5 . Einsatz mit versetzten Pyramiden. I WlUMffiillHl Abb. 716. Einsatz mit Kopf an Kopf gestellten Pyramiden. 478 IRLÄNDER SPITZEN Abh. 717. Einsatz mit genahten Vierecken. Einsatz mit genähten Vierecken (Abb. 717). — Nachdem an beiden Litzenrändern lose Schlingen, wie bei Abb. 706, 707 und 708, vorgearbeitet wurden, fasst man die Schlingen auf einen Faden, in welchen dann der doppelte russische Stich eingearbeitet wird. Das durch die Stiche entstandene Viereck wird durch Schlingstiche, wie bei Abb. 65o der Venetianer Spitzzäckchen des vorhergehenden Kapitels angegeben, ausgefüllt. Schlingenstich-Einsatz (Abb. 718). — Der Faden ist in der halben Breite des Einsatzes herauszuführen, rechts anzu- zuschlingen, darüber Schlingstiche bis in die Mitte des auszufüllenden Raumes zu machen ; dann wird der Faden nach links geführt, etwas höher als rechts angeschlungen und wieder wie rechts mit Schlingstichen bedeckt. Man kann auch nach einer Seite mehr, nach der anderen weniger Schlingstiche machen, wodurch eine sehr hübsche Abart desselben Musters entsteht, jedoch darf man den Einsatz niemals zu breit machen ; ein Zwischenraum, für 10 bis 12 Stiche breit, ist vollkommen genügend. Gewöhnlicher Füllstich. Erster Spitzenstich (Abb. 719). — Schlingstiche werden in hin- und zurückgehenden Reihen so lose geschlungen, dass sie Maschen bilden, in welche die Schlingen der nächsten Reihe jedesmal eingehängt werden. Man hat hierbei darauf zu achten, dass SATZ ‘ die Zahl der Schlingen bei geraden Flächen stets die gleiche bleibt, ferner, wenn am Anfang ein ganzer Stich gemacht wird, in der nächsten Reihe stets ein halber folge, nach diesem wieder ein ganzer. Verengt oder erweitert sich die Zeichnung, so muss die Abb. 718. Schlingenstich-Ein- IRLÄNDER SPITZEN 479 Zahl der Schlingen entsprechend vermindert oder vermehrt werden, was stets an den Rändern geschieht. Jede Stichreihe muss nach der Höhe ebenso viele Litzenfäden zählen, als zu Beginn zwischen den Schlingen geblieben. Abb. 719. Abb. 720. Gewöhnlicher Tüllstich. Doppelter TOllstich. Erster Spitzenstich. Zweiter Spitzenstich. p/i ijftvjp & iji tß i9i «m««11 • 1 1 nmitjit mmmvm 22 r:~\ »'n 1 ■ffiS- ■WULX Doppelter Tüllstich. Zweiter Spitzenstich (Abb. 720). — Bei diesem sind die Stiche in der gleichen Entfernung wie beim ersten, Abb. 719, zu arbeiten, mit dem Unterschied jedoch, dass in jede der Schlingen der ersten Stichreihe 2 Schlingstiche dicht nebeneinander gestellt werden. Abb. 721. Dritter Spitzenstich. 1 BW-HwnuwiwmiBwuimiimi* £ murre Abb. 722. Vierter Spitzenstich. lütUUiC Dritter Spitzenstich (Abb. 721). — Hier werden 3 Schlingstiche dicht aneinander ausgeführt. Die Zwischenschlinge darf 480 IRLÄNDER SPITZEN nur so lang sein, dass sie durch die 3 Stiche der nächsten Reihe ganz bedeckt werden kann. Vierter Spitzenstich (Abb. 722). — Von links nach rechts beginnt man mit 2 nahe gestellten Schlingstichen und lässt die Schlinge bis zu den nächsten Stichen doppelt so lang, als jene zwischen den beiden ersten war. In der folgenden Reihe, von rechts nach links gehend, sind in die lange Schlinge 3 bis 4 Schlingstiche und einer zwischen den zwei ersten nahe aneinander gestellten zu machen. Fünfter Spitzenstich (Abb. 723). — Wie bei Abb. 722 ist auch hier die erste Reihe von links nach rechts auszuführen, mit 3 nahe gestellten und einer ebenso langen Zwischenschlinge als die 3 Stiche. In der zweiten Reihe kommen zwischen den ersten 3 Schlingstichen je einer, über die lange Schlinge 6 bis 8 Stiche gearbeitet. Abb. 723. Fünfter Spitzenstich. Sechster Spitzenstioh (Abb. 724). — Lieber weite, von links nach rechts ausgeführte Schlingen werden in der zweiten Reihe so viele Schlingstiche gemacht, dass die ersteren Schlingen ganz bedeckt sind. In der dritten Reihe ist die Schlinge in die kurze zwischen zwei Schlingstichpartien, also über jene der ersten Reihe zu stellen. Eine hübsche Abwechslung dieses Musters entsteht, wenn in der dritten Reihe die Schlinge, anstatt über die erste Schlinge in den mittleren der festen Stiche gebracht wird. «uiuuuiuiinuuiuuiiniiiuuuiii imsmi« imwtiiti AI ifif-imoTnmrriunr R‘ «imuuu>i>.>nnwiwin>j STICH. HmiilHMW.A* innnniinnimniinn Abb. 743. FCnfundzwanzigster Spitzen STICH. Vierundzwanzigster Spitzenstioh (Abb. 742). — Dieser Stich wird häufig als Sorrento-Stich angeführt. Je 3 Stichstäbchen werden durch eine längere Schlinge getrennt, über welche der zurückgehende Faden zu winden ist. Bei jeder der folgenden Reihen wird das erste Stäbchen zwischen dem ersten und zweiten, das dritte in die lange Schlinge der unteren Reihe geführt, so dass sich das Muster stufenförmig fortsetzt. Fünf- und sechsundzwanzigster Spitzenstich (Abb. 743, 744). — Durch beide Muster ist das planmässige Versetzen von Stäbchengruppen erklärt. Beide bestehen nur aus Stichen wie selbe Abb. 741 lehrt. IRLÄNDER SPITZEN 489 Der Faden, welcher die Gruppen verbindet, ist ziemlich stramm anzuziehen, damit sich die Stäbchen in wagerechten Reihen folgen. Abb. 744. Sechsundzwanzigster Spitzen- ninmmii ■m*intt*mir>rci immmuauftumm») iimmvniiitiifvni mßm ii* *v* a m tammnimumnnimiiiumHui Abb. 745. Siebenundzwanzigster Spitzen stich. stich. Siebenundzwanzigster Spitzenstioh (Abb. 745). — Man beginnt mit einer Reihe Tüllstiche, Abb. 719, 2 dichten Reihen nach Abb. und einer Reihe nach Abb. 740, u. s. w. Will man längere Stäbchenstiche als jene in Abb. 740 erklärten in das Muster bringen, so hat man den Faden nur um ein oder zweimal öfter um die Nadel zu legen. Man kann auch Spinnen auf die langen Stäbchen aufsetzen, wie solche in Abb. 764 dargestellt sind, die langen Stäbchen noch einmal wiederholen und dann einige dichte Reihen folgen lassen. Achtundzwanzigster Spitzenstich (Abb. 746). — Zwischen je 3 dicht aneinander gestellten Stäbchen, Abb. 741, ist ein diesen gleich breiter Zwischenraum zu lassen. Der Faden wird zurückgeführt, ohne durch die Schlingen zu gehen, wie in den Abbildungen 736 , 737 und 739. In der nächsten Reihe sind in die Schlingen 3 Stäbchen, Abb. 746. Achtundzwanzigster Spitzenstich. rgiinimiiiiitanuttunnmuiinnmii svi V; vmi \W »1 'Abm 'a W\V ÜJYiJh 49 ° IRLÄNDER SPITZEN über die unteren Stäbchen aber 2 solcher zu machen. Die dritte Reihe ist wieder der ersten gleich. Neunundzwanzigster Spitzenstich. (Abb. 747). — Dieses als griechischer Tüllstich bekannte Muster ist zur Füllung grösserer Flächen, statt geschlungener Stäbchen, zu verwenden. Zwischen entfernteren, von rechts nach links nach Abb. 740 ausgeführten Stichen sind die Schlingen ziemlich lose zu halten, so dass sie, wenn der zurückgehende Faden zweimal gewunden, noch immereinen schwachen Bogen zeichnen. Durch das nächste Stäbchen wird dann die Schlinge so weit gehoben, dass die Lücken, wie im griechischen Tüll, Sechsecke bilden. Wenn grössere Felder, oder der ganze Grund einer Spitze mit dem griechischen Tüllstich ausgefüllt werden, so ist er in der Ecke anzufangen, dann ist allmählich auf- oder abzunehmen, je nachdem es die Zeichnung erfordert. Abb. 747. Abb. 748. Neunundzwanzigster Spitzenstich. Dreissigster Spitzenstich. rununniti» mwitroj S SBBEB romBnim^raSSfi» mMuSISnSnuHUKttutSitam | Dreissigster Spitzen stich. (Abb. 748). — Nach einer Reihe knapp aneinander gestellter Schlingstiche mit langen Zwischenfäden ist der Arbeitsfaden in der Höhe der Schlingen zurückzuspannen und über diesen werden wieder die Stiche der nächsten Reihe geschürzt. Um regelmässige Maschen zu erzielen, stellt man Stecknadeln ein und legt den Faden um dieselben, wie es übrigens auch die Abbildung zeigt. Oder man zeichnet die geraden und die schrägen Linien, IRLÄNDER SPITZEN 491 nach genauer Einteilung mit dem Zirkel und hält die Stichlänge und Entfernung nach diesen Linien pünktlich ein. Einunddreissigster Spitzenstich (Abb. 749). — Dem Aussehen nach ist diese Stichart dem vorhergehenden Muster sehr ähnlich, sie unterscheidet sich jedoch in der Machweise. Die Nadel wird unter der Schlinge und dem gespannten Faden durchgeführt; hierauf die Stecknadel für die lange Schlinge in entsprechender Entfernung gestellt, der Faden herumgeführt und hinter die Nadel gelegt, dann ein Knoten um dieselbe ausgeführt, wie er in der Abbildung dargestellt ist. Die Schlinge kann man, wenn sie zu kurz geschürzt wurde, verlängern, indem man den Faden, bevor der Knoten fest zugezogen ist, nach aussen wendet, und wieder kann man sie verkürzen, indem man den Faden strammer gegen den Körper zu anzieht. Abb. 749. Abb. 700. Einunddreissigster Spitzenstich. Zweiunddreissigster Spitzenstich. imwTfimiHmiitimrnfMiifirKnii’im (innn»iii » « iH i m wtniminimwrnffl iiimnnrmnmmmiitmuV giüimiiniuiimumumiuLnuiiiiiiiug >■ * »V je. Zweiunddreissigster Spitzenstich (Abb. 75o). — Um in die genähten Spitzenstiche mehr Abwechslung zu bringen, kann man auch das Netz mit der Nadel nachbilden. Man beginnt stets mit einer Schlinge und zwar in der Ecke, um dann in schrägen Reihen weiter zu arbeiten ; die Schlingen sind mit demselben Knoten, der in Abb. 749 erklärt ist, gebunden ; auch hier ist das Einstellen der Stecknadel zum Gleichen der Stiche unerlässlich. Die Felder müssen mit grösster Genauigkeit ausgeführt werden •, wenn dem so ist, so können sie dann mit den 492 IRLÄNDER SPITZEN schönsten und feinsten Stichen des vorhergehenden Kapitels überstickt werden, und lässt sich dann solcher Spitzengrund selbst in die kleinsten Partien hineinarbeiten. Dreiunddreissigster Spitzenstich. (Abb. 751). — An den älteren Irländer Spitzen, besonders an solchen, wo die Litzen mit Füllstichen anstatt mit Stäbchen verbunden sind, bemerkt man häufig den hier abgebildeten Stich, der bei oberflächlicher Betrachtung nur einem dicht gedrängten Tüllstich ähnlich ist, sich aber bei genauer Prüfung als ein in dieser Serie ganz neuer Stich herausstellt. Der erste Stich ist wie der einfache Tüllstich zu machen, der zweite besteht aus einem Knoten, der die Schlinge des ersten Stiches bindet. Solche Füllstiche sind möglichst dicht zu arbeiten, so dass fast keine Zwischenräume zwischen den einzelnen Reihen zu bemerken sind. Abb. 751. Abb. 75a. DREIUNDDREISSIGSTER SPITZEN- VIERUNDDREISSIGSTER SPITZENSTICH. STICH. inntfitoinraamnimnniiit] Hiuninnimii mimi nnntiii Tfnmmnmmutmmini mm W3S& Vierunddreissigster Spitzenstich. (Abb. ~Ö2). — Um eine Fläche mit diesem Spitzenstich, auch Räderstich genannt, auszufüllen, sind zuerst Fäden in regelmässiger Entfernung schief hin und zurück zu spannen, ohne sie über einander zu drehen. Hierauf wird über die ersten Fäden, und diese kreuzend, wieder ein einzelner Faden gezogen, der nächste zurückgehende Faden wird unter die ersten doppelten und über den letzten einfachen zwei- bis dreimal herumgeschlungen, wodurch die IRLÄNDER SPITZEN 49 3 schon im vorhergehenden Kapitel, Abb. 651 und 652, erklärten Spinnen entstehen. Fiinfunddreissigster Spitzenstich (Abb. 755). — Zwei Fadenlagen werden zuerst zu einem ganz regelmässigen knotenlosen Netz gespannt. Die dritte Fadenlage, schräg laufend, hat genau über die Kreuzung der ersten Fäden zu kommen; mit der vierten Fadenlage werden zugleich die Räder über 7 Fäden ausgeführt und dann die Nadel unter der soeben vollendeten Spinne durchführend, ist zum nächsten Vereinigungspunkt von 6 Fäden weiter zu gehen. «jtmtimfffttiiNitimjirtmuHimM SifiuimiHfinnffwitumirniimHMmS. armr -lVilüliiUÜi&i Abb. 753 . FÜNFUNDDREISSIGSTER SpITZEN- Abb. 754. Sechsunddreissigster Spitzenstich. stich. Sechsunddreissigster Spitzenstich (Abb. 754). — Ueber wagrecht gespannte Fäden werden gleich weit entfernte Schlingen eingehängt. In der zweiten Reihe hat die Nadel unter dem wagrechten und dem Schlingfaden durchzugehen. Hierauf werden reihenweise alle Flächen ausgefüllt. (Siehe auch die Abbildungen 647, 648, 656.) Siebenunddrei8sigster Spitzenstich (Abb. 755). — Zuerst wird die auszufüllende Fläche mit je 2 und 2 naheliegenden STICH ‘ Fäden, wie es in der Abbildung deutlich erklärt ist, überspannt. Abb. 755. SlEBENUNDDREISSIGSTER SPITZEN- 494 IRLÄNDER SPITZEN dann werden die wagrechten Fäden in denselben Entfernungen wie die ersten gezogen. Diese zweiten Fäden haben die ersten abwechselnd aufzuheben oder zu übergehen, wie dies auch bei der Leinenstopfe geschieht. Wenn sämmtliche Fäden gezogen und richtig aufgehoben und übergangen sind, muss sich ein dem doppelten Stramin vollkommen gleichender Grund ergeben haben. Dann werden die kleinen Fadenquadrate einige Male umnäht ; je öfter dies geschieht, desto schöner gestalten sich die kleinen über die Fäden ausgeführten geschlungenen Ringe. Jeder dieser Ringe muss für sich abgeschlossen werden. Achtunddreissigster Spitzenstich (Abb. 756). — Da der einfache Tüllstich am schnellsten herzustellen ist, so ist man auch versucht, denselben häufiger als andere Stiche auszuführen. Wo er jedoch zu unbedeutend wäre, kann er noch durch Hinzufügen einzeln gestreuter oder in Gruppen vereinter Ringe belebt werden. Unsere Abbildung zeigt letztere in regelmässiger Versetzung; auch hier ist jeder Ring für sich auszuführen. immtliimil IlIfJIIHIHlJjj ruwüti \mmwnn Lmjoxc: u. Abb. 756. ACHTUNDDREISSIGSTER SpITZEN- Abb. 757. NEUNUNDDREISSIGSTER SPITZEN- STICH. STICH. Neununddreissigster Spitzenstich (Abb. 757 ). — Eine Art versetzter, umwundener Stäbchen kann auch als Grundmuster angewendet werden. Es werden je nach der Vertheilung der Stäbchen 5 oder 6 Fäden unterlegt ; die abzweigenden Einlagfäden dürfen nur bis zur nächsten Ader übernäht werden, von da aus wird wieder vorgelegt, so dass schliesslich häufig 6 bis 8 kurze Fadenstellen zu bedecken sind. IRI.ANDER SPITZEN 495 Die Nadel ist stets von rechts nach links zu führen. Vierzigster Spitzenstich (Abb. 768). — Unter sämmtlichen Sticharten dürfte wohl die unsere Musterserie schliessende, am meisten Geduld erheischende sein. Kostbaren, alten Bra- banter Spitzen entnahmen wir den Stich, der daselbst den Grund ergiebt. Wir stellen denselben in der Abbildung kräftiger dar, als er im Original erscheint, wo die Schlingstiche nur über einen Einlagfaden ausgeführt sind. Bei der Anfangsreihe sind, wenn die 3 üblichen Fäden vorgezogen, die Schlingstiche vom Rand der Litze nach aufwärts, 8 bis 10 an der Zahl, zu machen. Ebenso viele Stiche sind für die folgenden senkrechten Stäbchen beizubehalten. Nach diesen Stichen werden die Fäden für den nächsten Bogen gespannt. Bei der nun folgenden Reihe sind die ersten Schlingstiche von oben nach unten und über die zuerst frei gebliebenen Einlagfä- den zu führen. Ueber jedes Stäbchen ist ein Pikot, nach Abb. 698 aufzusetzen. Die Anzahl der Pikots lässt sich nach Belieben vermehren. Abb. 758. Vierzigster Spitzenstich. iÖIJH ■ifimiimffiiifmimiimiiiiiimnnifii HHHittiiMtnmwtwt \ r - yr - rr \ tTÜTuTi Abb. 769. Rad mit geschlungenen Stäbchen. Das Anlegen und Aufkassen der Schlingen. »mmiiHiJ/iiiiiiriiiiriii/imiiiri] «iunmni**>nn Abb. 760. Rad mit geschlungenen Stäbchen. Die aufgefassten Schlingen und der Beginn des Schlingens. 496 IRLÄNDER SPITZEN Geschlungenes Rad (Abb. 759, 760, 761, 762). — Nachdem alle Arten Spinnen und Räder schon im vorhergehenden Kapitel ausführlich behandelt wurden und auch alle sich für die Irländer Spitzenarbeit verwerthen lassen, so bringen die Abbildungen 759 bis 762 die Anleitung zu einem geschlungenen Rad in viereckigem Raum. Abb. 759 zeigt das Anlegen von 8 Schlingen als Grundlage für das Rad, Abb. 760 diese 8 Schlingen, durch den eingezogenen Faden einen Kreis bildend, nebst dem Anfang des über 4 Fäden geschlungenen Stäbchens (die Stäbchen sind stets von der Litze aus zu beginnen); Abb. 761 zeigt das Uebergehen von einem fertigen zum nächsten zu beginnenden Stäbchen; Abb. 762 den, nach Vollendung der 8 Stäbchen, zuletzt überschlungenen Kreis. Abb. 761. Rad mit geschlungenen Stäbchen. Erstes Stäbchen vollendet und Uebergang zum zweiten. 9 ww«mi HMIHIUMIiyiHimi |3 ft lilHHdlfrtrillllMida «lmiiini imwimj»»witwiunmnnumm<». Abb. 762. Rad mit geschlungenen Stäbchen. Vollendet. J.iU. «UJLi ijmiminmfr! f rro.T- Das Ausfüllen der Kreise durch Spitzenstiche (Abb. 763, 764, 765). — Um kreisförmige Flächen auszufüllen, eignen sich ganz vorzüglich jene Sticharten, welche immer dichter werden können, oder solche, wo ein Uebergehen von Stichen der unteren Reihen statthaft ist. Kreisförmig aufgeheftete Borden müssen, wie Eingangs bei Abb. 692 erwähnt, vor Beginn der Gitterstiche am inneren Rand eingezogen werden. Abb. 763 weist einen Kreis mit 3 Reihen des einfachen Tüllstiches auf; die punktirten Striche zeigen, wie der Faden IRLÄNDER SPITZEN 497 nach Vollendung der dritten Stichreihe und Einziehen derselben zum Bändchen zurückgeführt wird. Abb. 764 lehrt auf einem Schlingenkreis Spinnen über 3 Fäden ausführen. In der ersten Reihe wird eine solche über Abb. 763. Das Ausfüllen der Kreise durch Tüllstiche. -««wsküWa..' Abb. 764. Das Ausfüllen der Kreise durch Spinnen. Erste Spinnenreihe. jede Schlinge angebracht, in der zweiten Reihe nur über jede zweite Schlinge, den Schluss bilden wieder Schlingstiche, durch einen Faden zu einem kleinen Kreis zugezogen. Abb. 765 veranschaulicht das vollendete Muster. Genähte Spitzenpikots (Abb. 766, 767, 768). — Als äussere Einfassung der Irländer Spitzenarbeiten werden gewebte Pikots, wie solche die Abb. 691 aufweist, verwendet. Da jedoch dieselben nicht sehr dauerhaft, somit nur für einfachere Arbeiten zu empfehlen sind, rathen wir, die Pikots mit eigener Hand anzufertigen. Die in Abb. 766 dargestellten Pikots erfordern zuerst einen Knoten nach Abb. 749 und über diesen den deutlich erkennbaren Abb. 765. Das Ausfüllen der Kreise durch Spinnen. Zwei vollendete Spinnenreihen. 32 498 IRLÄNDER SPITZEN Abb. 766. Genähte verbundene Pieots. Abb. 767. Freistehende Pieots. Schlingknoten. Es ist überflüssig hier noch zu erwähnen, dass alle Pikots genau gleiche Länge aufzuweisen haben und bei allen die gleiche Entfernung einzuhalten ist. Abb. 767 lehrt jene Art Pikots, welche den gewebten am meisten verwandt sind. Abb. 768 zeigt hingegen geschlungene Bogen mit Wickel- pikots verziert, für welche Abb. 699 die Erklärung giebt. Ausser diesen können noch als Abschluss verwendet werden : Eine oder auch zwei Reihen von links nach rechts gehender Stiche, nach Abb. 735, oder geschlungene Bogen, nach Abb. 700. Irländer Spitze (Abb. 769). Englische Spitzenbändchen oder die angeführten Lacets superfins d’Alsace D.M.C (*) sind der Zeichnung entlang aufzunähen und die inneren Ränder, wie bei Abb. 692 angeführt, einzuziehen. Wenn Lacets superfins verarbeitet werden, so hat man die Nadel nur unter den äusseren Fäden durchzuschieben, so dass der eingelassene Stickfaden darunter verschwindet. Die Bändchen sind durch einige Ueberwindlingsstiche an den Stellen, wo sie sich nach der Vorlage berühren, unter einander zu verbinden. Die erste Knotenreihe, nach Abb. 734, ergiebt für Abb. 769 und 770 den Pikotabschluss. Irländer Spitze (Abb. 770). — Diese Zeichnung, die schon mehr Stiche und Arbeit erfordert als die vorhergehende, kann mit den Litzen und Bändchen, die vorhin erwähnt wurden, aus- Abb. 768. Geschlungene Bogen mit Poststich- Pieots. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. IRLÄNDER SPITZEN 499 Abb. 769. Irländer Spitze. r^9 m Abb. 770. Irländer Spitze. Zuthaten : Fil d’Alsace D.M.C N* 100 und i 5 o oder Fil à dentelle D.M.C N* 5 o und 100, und Lacets superfins D.M.C weiss oder naturfarben. 1 5 oo IRLÀNDER SPITZEN gearbeitet werden; am wirksamsten wird sich jedoch die Musterung abheben, wenn dichte Bändchen dazu verwendet werden. Die in der Vorlage glatt geschlungenen Stäbchen können auch durch die eine oder andere Art von Pikots ausgestattet werden; die inneren Flächen der linksseitigen Figur können anstatt mit gedrehten Stäbchen auch mit Gitterstichen gefüllt werden ; unter den früher erklärten eignen sich jene in Abb. 721, 725 und 731 für kleine Gitterfelder. In der rechtsseitigen Figur kann der Kreis in Litze durch dichte Schlingstiche ersetzt werden, die, um sie recht voll und erhaben zu gestalten, über mehrere Einlagfäden oder über Fil ä pointer D.M.C N° 10 (*) zu arbeiten sind. •1«M» IlMUtUiPt '. v. ' ? 11 * 3SÎ5S Abb. 771. Irlande» Spitze. Zuthaten : Englisches Spitzenbändchen mit durchbrochenem Rand. Für die Gitterstiche : Fil d’Alsace D.M.C in Knäuel N* 5o bis ioo oder Fil à dentelle D.M.C N* 5o bis ioo, weiss. Für die Knüpfschnüre : Cordonnet 6 hls D.M.C N* i5, naturfarben. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. IRLÄNDER SPITZEN 5oi Irländer Spitze (Abb. 771). — Hier finden wir einen der früher erwähnten Füllstiche als Grund der Blumen verwendet. Um das Grundmuster voll und schön auszuführen, müssen jene Einschnitte, welche ausser der Stichlinie liegen, zuerst so weit für sich ausgefüllt werden, dass die längere Linie daran fortgesetzt werden kann. (Siehe Abb. 747.) Die Linien der Litzen hinwieder sind durch das Aufnähen eines handgearbeiteten Schnürchens (siehe Kapitel Phantasie- Arbeiten, Abb. 829 bis 833 ) aus naturfarbenem Cordonnet 6 fils D.M.C deutlicher gezeichnet. Dieselben Schnürchen ersetzen auch vortheilhaft die geklöppelten Zwirnschnürchen, welche die Linien des nächsten Musters einfassen. ■V£3g Abb. 772. Irländer Spitze. Fadensorten — Für die Schnürchen : Cordonnet 6 fils D.M.C N* i5 bis 25. Für 1 die Stäbchen : Fil à dentelle D.M.C N* 70 bis 100. — Für die Gitter : Fil à dentelle D.M.C N° 200 . (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 502 irlAnder spitzen Irländer Spitze (Abb. 772). — Mühsamer als die vorhergehenden Arbeiten, doch viel wirkungsvoller und kostbarer erscheint diese Spitze, deren Grund ganz mit den in Abb. 757 beschriebenen Stäbchen ausgefüllt ist. Die Zweige sind, dem Charakter der Arbeit getreu, mit dem dichten Füllstich, Abb. 751, die Blumen hinwieder mit dem doppelten Tüllstich, Abb. 720, ausgeführt. Beim Einnähen der Stiche darf nicht, wie bei Litzen, der Faden durch Ueberwindlingsstiche weiter, sondern er muss wagrecht durch das Schnürchen hinaus und wieder durch dasselbe zurückgeführt werden. Venetianer Spitze aus dem XVI. Jahrhundert. rfrrrrfvrwTT Verschiedene Spitzenarten. In der deutschen Sprache hat das Wort « Spitzen » einen weiteren Begriff als allenfalls in der französischen, wo unter « dentelles » und « points » eigentlich nur jene wunderbaren, mühsamen Nadelarbeiten gemeint sind, deren Erzeugung von Venedig aus sich nach Frankreich und Belgien verbreitete. Die Namen der Orte, in denen die Spitzenindustrie heimisch wurde, wurden auch den daselbst erzeugten Spitzen zur näheren Unterscheidung der verschiedenen Machweisen beigelegt, und so kommt es, dass wir Chantilly, Brüsseler, Sedan, Venetianer Spitzen und andere mehr kennen. Ausser diesem nur Wenigen erreichbaren kostbaren Schmuck giebt es noch eine Menge anderer Spitzenarten, aus den verschiedensten Ländern stammend, die auf viel einfachere Art als die zuerst genannten herzustellen sind und deren Anfertigung auch lieber von Frauen, die Handarbeiten nur zu ihrem Vergnügen betreiben, unternommen werden wird. Der Rahmen dieses Werkes ist ein zu beschränkter, um unseren Leserinnen eine eingehende, erschöpfende Anleitung zu sämmtlichen existirenden Spitzenarten zu geben, wir greifen also nur jene heraus, die von jedermann (nach unserem Dafürhalten) nur nach der gedruckten Angabe selbstständig erlernt werden können. Fadensorten. — In Folgendem wird man bemerken, dass wir uns bei Angabe der Zuthaten nicht an eine Garnnummer ■B JO-’WJf jj.» 1 '■ < .1 1 004 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN binden, dass sogar ein und dieselbe Arbeit die Anwendung entweder eines feinen oder eines groben Fadens zulässt, und so wollen wir nur die zu den Spitzenarten passenden Garngattungen anführen : Für armenische Spitzen ist Fil à pointer D.M.C (*) oder auch Cordonnet 6 fils D.M.C (*), für Smyrna- und Knüpfspitzen Fil à pointer D.M.C, Cordonnet 6 fils D.M.C und Fil à dentelle D.M.C (*), für Reticella und Vene- tianer Spitzen Fil d’Alsace D.M.C (*), für Brüsseler Spitzen die feinsten Nummern des Fil à dentelle und für Klöppelspitzen sämmtliche hier aufgezählte Fadensorten, ausgenommen Coton à broder. KlöppelBpitzen und Q-eräthe. — Hier wird, um die Spitzenart näher zu bezeichnen, die Benennung des dazu nothwen- digsten Geräthes, des Klöppels, dem Wort Spitzen vorgestellt. Die anderen Geräthe, die noch zur Erzeugung der Klöppelspitze erforderlich sind, sind ein Kissen, eine Wickelmaschine, Musterbriefe, ~r. » T.v mm f liii.iui l'irrnir’ ■'i.if! „.lil'Kj Stecknadeln und eine Pickirnadel. Das Klöppelkissen (Abb. 773, 774- 77^). — Die Gestalt des Kissens verändert sich je nach der Gegend, wo Spitzen er- er- zeugt werden, und nach der Art, wie geklöppelt wird. Abb. 773 stellt ein Klöppelkissen dar, wie solche im böhmischen und sächsischen Erz- Abb. 773. Sächsisches Klöppelkissen. gebirge gebräuchlich sind, wo die Spitzenerzeugung zu den Hausindustriezwei- (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Th. de Dillmont, Encyklopadie der weiblichen Handarbeiten. In-8*. Leinwbd. mit Goldschnitt. — Preis M VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 5 o 5 gen gehört. Diese Kissen kann sich jedermann mit einem 60 c/m. langen und 40 c/m. breiten Stoflstück fertigstellen. Die langen Seiten werden mit dichten Stichen zusammengenäht, die breiten hierauf mit einem schmalen Saum versehen, in welchem eine Schnur eingezogen und die Oeffnung zugezogen wird. An die innere Seite des Zuges legt man eine Scheibe aus kräftigem Cartonpapier an, dann wird der Sack mit Kleie, Sägespänen oder Rosshaar so fest als möglich gestopft, die zweite Scheibe aufgelegt und die Oeffnung geschlossen. Diese Kissen werden dann entweder in Cartons mit ziemlich hohem Rand oder in passende Körbchen gelegt, deren Boden mit Bleistücken belegt wird, damit sie sich während des Arbeitens nicht von der Stelle rücken. Abb. 774. Klöppelkissen mit verstellbarem Cylinder. Abb. 775. Die Benützung des Klöppelkissens. In Abb. 774 ist ein Kissen mit beweglichem Cylinder, auf welchem die Spitzen ohne Unterbrechung erzeugt werden können und welches entweder auf jeden Tisch gestellt oder auf einem eigens dazu hergerichteten, mit verstellbarem Fuss und Schemel versehen, befestigt werden kann. 5 o 6 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN Das Brett in unserer Abbildung misst 5 o c/m. in der Länge und 40 c/m. in der Breite und ruht auf zwei Leisten, die nach hinten 3 ‘/ J und nach vorne 1 c/m. hoch sind. Das Brett ist zuerst mit kräftigem Fries und dann mit feinem dunkelfarbigen Flanell oder Tuch zu überspannen. Zwischen den beiden, hinten am Rand bemerkbaren Holzsäulen ist ein verstellbarer Cylinder angebracht, der aus zwei Holzscheiben, ungefähr 1 o bis 12 c/m. im Durchmesser, die wieder durch eine 22 c/m. lange Stange verbunden sind, besteht. Die Stange ist so weit mit Werg fest zu umwinden, bis es fast bis zum Rand der Scheiben reicht und dann mit Tuch zu überziehen. An der linksseitigen Scheibe befindet sich ein Zahnrad; eine Metallfeder, die auf dem Brett befestigt ist und die in die Zähne eingreift, verhindert rückgehende Bewegungen des Cylinders. In Abb. 775 ist die Art und Weise, wie die Klöppel auf das Kissen zu liegen kommen, dargestellt. In der Normandie benützen die Arbeiterinnen eine Art überpolsterte Schachtel zum Klöppeln. Das Brett ist nach hinten um 3 c/m. höher als vorne und hat einen tiefen Einschnitt, in welchem ein ähnlicher Cylinder, wie jener in Abb. 774, sich bewegt. Dieser Cylinder überragt nur wenig das Brett; ein zweiter Einschnitt, am hinteren Rand, nimmt die allmählich fertiggestellte Arbeit auf. Für Valenciennes-Spitzen giebt es wieder Kissen anderer Construction, da wir aber diese feine Spitzensorte in unserem Werk nicht erläutern, so schien es uns überflüssig, sie hier abzubilden. Die Klöppel (Abb. 776). — Der Klöppel ist eine Art kleine Spule aus Holz, die an einem Griff angebracht ist, und deren es verschiedenartig gedrechselte giebt. Die Form des hier in der Abbildung gebrachten Klöppels scheint uns die zweckmäs- sigste für Anfänger. Da die Spitzen stets mit einer vorherbestimmten Anzahl Klöppel gemacht werden und diese leicht unter einander laufen und somit die Fäden sich verwirren, so sind für die Schüle- VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 507 rinnen der Schulen des österreichischen k. k. Handelsministeriums Klöppel eingeführt worden, in deren Stiel Blei eingelassen ist. Durch die Schwere des Bleies wird eine selbstständige Bewegung der Klöppel neutralisirt. Wir können nicht unterlassen, auch hier zu bemerken, dass es klug ist, die Sorte und Grösse der Klöppel stets der Garnnummer und der Spitzenart anzupassen. Abb. 776. Spitzenklöppel. (Patent Jamnig). Die Wiokelmaschine (Abb. 777). — Jenen unserer Leserinnen, die sich ernstlich mit dem Klöppeln befassen wollen, empfehlen wir die Anschaffung einer Wickelmaschine, wie sie sie hier abgebildet finden. Abb. 777. Die Wickelmaschine. Nachdem sie an den Tisch geschraubt ist, wird der Klöppel zwischen die Stiften zwischen den beiden Säulen eingeklemmt; die Aufwinderin stellt sich vor den Zapfen, der von aussen nach innen geht, und stemmt sich gegen diesen, so dass dem Klöppel nur eine rotirende Bewegung möglich ist. Sitzt der Klöppel, so wird der Faden in die linke Hand genommen, an den Klöppel angelegt, und mit der rechten Hand wird das 5o8 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN Rad in der Richtung des Pfeiles, somit von rechts nach links, gedreht. Für ganz feine Spitzenarten giebt es auch Klöppel, wo der Faden auf den Griff gewunden wird, über welchen eine hölzerne Hülse geschoben wird, um den feinen Arbeitsfaden vor der Berührung der Hände und vor Staub zu schützen. Fadenschlinge am Kopf des Klöppels (Abb. 778). — Eine Schlinge hält den Faden knapp am Knöpfchen des Klöppels, um das zu rasche Abwickeln desselben zu verhindern. Man bildet diese Schlinge, indem man den mit dem Faden versehenen Klöppel in die rechte Hand nimmt, den Faden mit dem vierten und Abb. 778. Fadenschlinge jAM Kopf dbs Klöppels. fünften Finger der linken Hand fasst, ihn von vorne nach hinten um den Daumen derselben Hand legt, den unteren Faden mit dem zweiten Finger der linken Hand in die Höhe hebt und den Klöppel, von unten nach oben, durch die Schlinge auf der linken Hand führt. Der Fadensteller (Abb. 779). — Eine bedeutende Erleichterung bei Anfertigung gerade laufender Streifen, bei Bändchen zur Irländer Spitze und besonders zweckmässig zur Einübung der russischen und der Bandspitzen ist der in den früher erwähnten Schulen eingeführte Fadensteller. Dieser kleine Apparat erleichtert wesentlich das gleichmässige Kreuzen der Fäden in den dem Leinengewebe ähnlichen Musterpartien. Abb. 779. Der Fadensteller. (Patent Jamnig). VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 5o9 Zwei ineinandergreifende Kämme sind zu zwei Drittheilen der ganzen Länge durch eine Stahlnadel verbunden. Der längere Theil der Kämme ist am Ende mit einem Loch versehen, welches auf der oberen Kante des Zahnes seinen Einlauf und in der Mitte der durchschnittenen Zahnspitze seinen Ausgang hat. Durch diese Kanäle sind die von den Klöppeln ausgehenden Fadenenden einzuführen. Arb. 780. Durchschiessen der Klöppel beim Fadensteller. Der kürzere Theil der Kämme ist in wagrechter Richtung durchlöchert; hier wird ebenfalls eine Nadel eingeschoben, auf welcher die Fäden ruhen. Eine hohle Messingstange, nach der einen Seite nach der ganzen Länge mit schmalem Spalt, wird, nachdem die Fäden alle angebracht sind, über die Zähne geschoben und werden die Spitzen einer Feder, die auf die Axe geschoben wird, in den Hohlraum eingeführt. Diese Feder bewirkt das Verstellen der Kämme, so dass, wie beim Weben, die Fäden bald oben bald unten stehen. Nach jedesmaligem Wechsel der Fadenlage werden die den Schuss herstellenden Klöppel zwischen die Fäden durchgeschoben, wie es auch aus Abb. 780 zu erkennen ist. 5io VERSCHIEDENE SPITZENARTEN Der Klöppelbrief. — Einer der wichtigsten Behelfe zum Klöppeln ist der Klöppelbrief oder, wie man ihn auch in Sachsen nennt, « die Aufwinde ». Die Zeichnung muss rein und genau sein, um gute Spitzen darnach hersteilen zu können. Die auf steifes, zähes Papier, meistens von gelber Farbe, übertragene Zeichnung wird mit leichtem Stoff, Mousselin oder Organdin unterklebt, um das Einreissen des Briefes zu verhüten. Ein Streifen quadrirten Papieres wird auf den ersten Streifen aufgelegt und werden mit einer mittelstarken Nadel Löcher auf jedem Kreuzungspunkt der Linien gestochen. Die weiteren runden und llängichen Linien der Musterung müssen erst auf dem quadrirten Papier mit Tinte aufgezeichnet und dann noch durchstochen werden. Der Klöppelbrief muss in den meisten Fällen für den gewählten Faden eingerichtet werden, daher für starke Spitzen grossquadrirtes, für feine Spitzen kleiner quadrirtes Papier zu nehmen ist. Abb. 781. Die Pickirnadel. Das Vorstechen nach quadrirtem Papier ist besonders für die Anfertigung der gewöhnlichen Torchon-Spitzen von Vortheil, für zarte, eng gezeichnete Muster kann das Vorstechen erst während des Arbeitens geschehen. Pickirnadeln und Halter, entweder genau nach unserer Abbildung oder wenigstens dieser sehr ähnlich, sind in jeder Papierhandlung zu haben. Die im Cartonpapier vorgestochenen Löcher geben die Stellen an, wo die Stecknadeln zu stellen sind, um welche die Fäden geschlungen oder gekreuzt werden, sei es um die hin- und zurückgehenden Schläge zu halten oder um die Pikots zu bilden. Ist die Vorzeichnung vollendet, so wird sie auf das Kissen, beziehungsweise den Cylinder befestigt und nach Möglichkeit darauf gespannt, und zwar ist dabei zu achten, dass die Linien des Musters Zusammentreffen. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 5l 1 Ist der Klöppelbrief zu lang, so wird die überflüssige Zeichnung weggeschnitten ; ist hingegen die Musterung für den Umfang des Gylinders nicht passend, so sind Flanellstreifen so viele Male um denselben zu winden, bis das Muster sich genau begegnet. Die Stecknadeln müssen runde Köpfe haben und ziemlich lang sein ; jene mit Glasköpfen werden von vielen Spitzenklöpplerinnen jenen mit Metallköpfen bevorzugt, natürlich werden starke Nadeln zu grobfädigen und feine Nadeln zu feinfädigen Spitzen genommen. Nicht die Arbeit allein, auch der Faden bestimmt den Werth einer Spitze ; gutes Material sind die verschiedenen D.M.C Garne (*), denen man für farbige Spitzen noch Chiné d’or D.M.C (*) und Or fin D.M.C (*) pour la broderie, hinzufügen kann. Stellung: der Hände und Bewegungen derselben (Abb. 782). — Das Klöppeln wird stets mit zwei Paar Klöppeln Abb. 782. Stellung der Hände und Bewegungen derselben. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 5l2 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN ausgeführt. Durch das Wechseln, Drehen, Flechten und Kreuzen der Fäden entstehen die verschiedenen « Schläge ». Mit der einfachsten Arbeit beginnend, mit einer Flechte, hängt man an eine Stecknadel 4 Klöppel, nimmt je 2 Klöppel in eine Hand und legt den rechts liegenden Klöppel jedes Paares über den links liegenden Klöppel desselben Paares und zieht sie leicht an. Hierauf nimmt man die Klöppel mit dem 2., 3., und 4. Finger der rechten und mit den gleichen Fingern der linken Hand, legt den 2. Klöppel mit dem 2. und 3. Finger der linken Hand über den 3. Klöppel, womit die beiden in der Mitte liegenden Klöppel gekreuzt sind, dann fasst man den 4. Klöppel mit dem 2. und 3. Finger der rechten Hand, dann den Klöppel, der jetzt als 2. liegt, mit dem 3. und 4. Finger der linken Hand und legt den ersteren über den 3., den letzteren über den 1. Klöppel. Dies ergiebt den Halbschlag. Die Flechte, Abb. 783, ist durch die Wiederholung des Halbschlages gebildet. Zwei Halbschläge nennt man Ganz- oder Doppelschlag. Der Netzschlag (Abb. 784, 785). — Dieser wird nur mit Halbschlägen und nur in hin- und zurückgehenden Reihen gemacht; die Nadeln werden am Ende einer jeden Reihe eingesteckt. Der Brief nach Abb. 784 wird auf das Kissen befestigt und werden oben in regelmässiger Entfernung 6 Stecknadeln gesteckt ; an jede Nadel wird ein Paar Klöppel gehängt und der zweite Klöppel jedes Paares über den ersten Klöppel desselben Paares gelegt, so dass die Fäden nun gekreuzt sind. 1 Halbschlag mit dem 1. und 2. Paar = das 1. Paar weglegen = 1 Halbschlag mit dem 2. und 3. Paar = das 2. Paar weglegen = 1 Halbschlag mit dem 3. und 4. Paar = das 3. Paar weglegen = Abb. 784. Musterbrief für den Netzschlag. Abb. 783. Flechte mit Halbschlag. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 513 i Halbschlag mit dem 4. und 5 . Paar = das 4. Paar weglegen = 1 Halbschlag mit dem 5 . und 6. Paar = eine Stecknadel auf Punkt 2 stellen, dann zurück von rechts nach links arbeiten = mit dem 6. und 5 . Paar die Nadel durch 1 Halbschlag einschliessen = das 6. Paar weglegen = 1 Halbschlag mit dem 5 . und 4. Paar = das 5 . Paar weglegen = 1 Halbschlag mit dem 4. und 3 . Paar = das 4. Paar weglegen = 1 Halbschlag mit dem 3 . und 2. Paar = das 3 . Paar weglegen = 1 Halbschlag mit dem 2. und 1. Paar = eine Stecknadel auf Punkt 3 stellen und vom Anfang wiederholen. In Abb. 785 ist der fertige Netzgrund dargestellt; der hin- und zurückgehende Faden, der grösseren Deutlichkeit wegen, erscheint in dunklerem Ton als die übrigen. Bevor wir zu weiteren Erklärungen übergehen, wollen wir hier unsere Leserinnen darauf vorbereiten, dass sie bei dieser Arbeit manchen Versuch machen werden müssen, bevor sie mit allen zum Klöppeln nothwendigen Vortheilen vertraut sind; denn die ganze Kunst des Klöppelns besteht nur in grosser Fingerfertigkeit, die eben nur durch Uebung erlangt werden kann. Auch das Copiren der Muster nach den Beschreibungen ist im Anfang nur bedingungsweise möglich •, am sichersten wird man zu einem zufriedenstellenden Resultat gelangen, wenn man fortwährend die Zeichnung mit der unter der Hand befindlichen Arbeit vergleicht und, wo letztere der ersteren nicht entspricht, sofort den Unterschied auszugleichen versucht. Der Lieinenstich. — Der Brief, welcher zum Netzschlag verwendet wurde, kann auch zum Leinenschlag genommen werden, nur mit dem Unterschied, dass nach oben 7 Punkte Abb. 785 . Netzschlag wmm WS 33 5 14 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN anstatt 6 vorzurichten sind. Wie beim Netzschlag arbeitet man zuerst von links nach rechts, wobei jedoch 2 Fäden hin- und zurückgeführt werden und zwar immer genau in wagrechter Richtung, wodurch sich eben ein dem Leinen ähnlicher Grund ergiebt. Die hin- und zurückgehenden Fäden werden am Rand mittelst Stecknadeln festgehalten und die Fäden durch einen Halbschlag gewechselt, so dass jener der in der hingehenden Reihe erster war, wieder dieselbe Stelle bei der rückgehenden Reihe einnimmt. Die Benützung des Fadenstellers ist besonders für Erzeugung des Leinenschlages angezeigt; durch einen Druck auf die kurzen Theile desselben wechseln die Fäden ihre Lage, der Klöppel wird durchgeschoben, ein zweiter Druck, der zweite Klöppel wird durchgeschoben, die Nadel zum Pikot oder zur Schnur gesteckt, dann werden die Klöppel wieder zurückgeführt. Vier Bewegungen ersetzen hier demnach mehrere Schläge. Der einfache Löcherschlag; (Abb. 786, 787). — Der Löcherschlag kann auf verschiedene Art gemacht werden. Wir bringen hier zuerst den einfachen Löcherschlag, der gewöhnlich den Grund der Torchon-Spitzen bildet. Nachdem der nach Abb. 786 hergestellte Brief auf dem Kissen befestigt ist, steckt man 5 Stecknadeln, hängt an jede Nadel 2 Paar Klöppel und wirft den 2. Klöppel jedes Paares über den 1. desselben Paares = 1 Halbschlag mit dem 2. und 3 . Paar = die Nadel auf Punkt 1 stellen = 1 Halbschlag mit denselben Paaren = dies schliesst die Nadel ein = das 3 . Paar weglcgen = 1 Halbschlag mit dem 2. und 1. Paar = die Nadel auf Punkt 2 stellen = sie mit denselben Paaren einschliessen = 1 Halbschlag mit dem 5 . und 4. Paar = die Nadel auf Punkt 3 stellen = sie mit denselben Paaren einschliessen = das 5 . Paar weglegen = 1 Halbschlag mit dem 4. und 3 . Paar = die Nadel auf Punkt 4 stellen = dieselbe einschliessen = das 4. Paar weglegen = gleich weiter über Punkt 5 und 6 arbeiten = 1 Halbschlag mit dem 6. und 7. Paar = die Nadel auf Punkt 7 stellen = dieselbe einschliessen = weiter mit denselben Schlägen über Punkt 8, 9, 10, 11 und 12 arbeiten VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 5 1 5 = i Halbschlag mit dem 8. und 9. Paar = die Nadel auf Punkt i 3 stellen = dieselbe einschliessen = weiter Uber Abb. 786. * Musterbrief zum einfachen Löcherschlag. *rt& IIIII ft Abb. 787. Der einfache Löcherschlag. Punkt 14, i 5 , 16, 17, 18, 19 und 20 arbeiten = 1 Halbschlag mit dem 9. und 10. Paar = die Nadel auf Punkt 21 stellen = dieselbe einschliessen und wie in den vorhergegangenen Reihen von Punkt 22 bis 29 fortsetzen. Der Löcherschlag mit gedrehtem Faden wird wie der soeben beschriebene geklöppelt, mit dem Unterschied jedoch, dass nach jedem Halbschlag, der die Nadel einschliesst, jedes Paar Klöppel einmal gedreht wird. Der Grund hat mehr Dauerhaftigkeit auf diese Weise ausgeführt. Der gedrehte Löcherschlag ist auch in den Abb. 788 und 789 zu ersehen. Spinnen im Löchersohlag (Abb. 788, 789). — Zu den Spinnen, die häufig in glatten geklöppelten Grund eingearbeitet werden, werden 4, 6, 8 und auch mehr Paare genommen (siehe auch Abb. 800). In Abb. 788 ist die Spinne mit den 516 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 4 Paaren in der Mitte gearbeitet. Jedes Paar vorher noch einmal gedreht = i Leinenschlag mit dem 3 . und 2. Paar = das 3 . Paar weglegen = i Leinenschlag mit dem 2. und i. Paar = beide Paare weglegen = i Leinenschlag mit dem 4. mm • .» m/ J /,/ ff fr Abb. 789. Vollendete Spinne im Löcherschlag. Abb. 788. Angefangene Spinne im Löcher- schlag. und 3 . Paar = das 4. Paar weglegen = 1 Leinenschlag mit dem 3 . und 2. Paar = die Nadel auf den nächsten Punkt stellen und zwischen das 2. und 3 . Paar = 1 Leinenschlag mit dem 3 . und 2. Paar = das 3 . P,aar weglegen = 1 Leinenschlag mit dem 2. und 1. Paar = beide Paare weglegen = 1 Leinenschlag mit dem 4. und 3 . Paar = das 4. Paar weglegen = 1 Leinenschlag mit dem 3 . und 2. Paar = der letztere Schlag vollendet die Spinne, wie sie in Abb. 789 dargestellt ist. Die Klöppelpaare wieder wie vor Beginn der Spinne drehen und dann den glatten Grund fortsetzen. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 5 I 7 • • • « •« ., • * • * • • *r * • •d • • * . / v 2 . 3 ♦ ä 5 j . •/* ■9 in •h •? 7 . . 11 a 12 16 . 10 13 . 20 . « 17 . 2t 27 . 15 . . 22 18 25 2« . V, • . 25 29 , 26 . m 30 - *1 *" V ■ 1 . * _ Abb. 790. Musterbrief zum Rosengrund. Der Rosengrund (Abb. 790, 791). — In dem nach Abb. 790 vorgerichteten Klöppelbrief stellt man je eine Stecknadel auf die mit a, b, c, d, e, f, g, h, i bezeichnten Punkte und hängt man an die erste Nadel 2 Paar Klöppel, an je eine der 8 folgenden Nadeln nur 1 Paar an. 1 Halbschlag mit dem 1. und 2. Paar = jedes Paar einmal drehen = die Nadel auf Punkt a herausziehen und wieder zwischen die Paare auf denselben Punkt stellen = mit 1 Halbschlag die Nadel einschliessen = die Paare einmal drehen = das 1. Paar weglegen = 1 Halbschlag mit dem 2. und 3 . Paar = die Paare noch einmal drehen = die Nadel auf Punkt b herausziehen, wieder zwischen die Paare auf denselben Punkt stellen = die Nadel einschliessen = die Paare noch einmal drehen = das 2. Paar weglegen = i Halbschlag mit dem 3 . und 4. Paar = die Paare noch einmal drehen = die Nadel auf Punkt c herausziehen und wieder zwischen die Paare auf denselben Punkt stellen = die Nadel einschliessen = die Paare noch einmal drehen = 1 Halbschlag mit dem 3 . und 2. Paar = die Paare noch einmal drehen = eine Stecknadel auf . ^ „ _ . lf Abb. 791. Der Rosenstich. Punkt i stellen = die Nadel ein- schliessen = die Paare noch einmal drehen = 1 Halbschlag 5 I8 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN mit dem 2. und 1. Paar = die Paare noch einmal drehen = Stecknadel auf Punkt 2 stellen = die Nadel einschliessen = mit dem 3 . und 2. Paar Punkt 3 wie Punkt 2 und 1 arbeiten = 1 Halbschlag mit dem 4. und 5 . Paar = die Paare noch einmal drehen = die Nadel auf Punkt d herausziehen und wieder zwischen die Paare auf denselben Punkt stellen = Punkt e mit dem 5 . und 6. Paar ganz wie Punkt d arbeiten = Punkt 4 wie Punkt 3 mit dem 4. und 5 . Paar arbeiten = in schräger Richtung von rechts nach links die Punkte 5 , 6 und 7 arbeiten = Punkt 8 mit dem 5 . und 4. Paar ausführen = beide Paare weglegen = Punkt 9 mit dem 3 . und 2. Paar arbeiten = Punkt f wie Punkt e mit dem 6. und 7. Paar arbeiten = Punkt g wie Punkt f mit dem 7. und 8. Paar arbeiten = dann mit dem 6. und 7. Paar die Punkte 10 bis i 5 arbeiten = Punkt 16 mit dem 7. und 6. Paar = Punkt 17 mit dem 5 . und 4. Paar = Punkt 18 mit dem 3 . und 2. Paar = Punkt h wie Punkt g mit dem 8. und 9. Paar = Punkt i mit dem 9. und 10. Paar = Punkt 19 bis 26 mit dem 9. und 10. Paar = Punkt 27 mit dem 9. und 8. Paar = Punkt 28 mit dem 7. und 6. Paar = Punkt 29 mit dem 5 . und 4. Paar = Punkt 3 o mit dem 3 . und 2. Paar. Die weitere Fortsetzung ergiebt sich dann von selbst. Doppelgrund oder Ziergrund (Abb. 792, 793). — Zu diesem Grund, der besonders mit sehr feinem Faden ausgeführt, von schöner Wirkung ist, nimmt man mit Vorliebe Fil ä dentelle D.M.C N° 3 o bis 100 (*). In dem nach Abb. 791 ausgeführten Klöppelbrief stellt man je 1 Stecknadel auf Punkt a, b, c, d, e, f und g = 1 Paar Klöppel an die Nadel auf Punkt a hängen = 1 Paar Klöppel an die Nadel auf Punkt g hängen = je 2 Paar Klöppel an die Nadeln auf den übrigen Punkten hängen = 1 Halbschlag mit dem 2. und 3 . Paar = die Stecknadel auf Punkt b herausziehen und wieder zwischen die Paare auf denselben Punkt stellen = die Nadel mit einem Halbschlag einschliessen = 1 Halbschlag mit dem 2. und 1. Paar = 1 Nadel auf Punkt 1 (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 5IU stellen = die Nadel ein- schliessen = i Halbschlag mit dem 4. und 5 . Paar = die Stecknadel auf Punkt / herausziehen und wieder zwischen dieselben Paare auf denselben Punkt stellen = die Nadel einschliessen = 1 Halbschlag mit dem 4. und 3 . Paar = 1 Stecknadel auf Punkt 2 stellen = die Nadel einschliessen -- 1 Halbschlag mit dem 3 . und 2. Paar = eine Stecknadel auf Punkt 3 stellen = die Nadel einschliessen =1 Halbschlag mit dem 3 . und 4. Paar = 1 Halbschlag mit dem 2. und 1. Paar = eine Nadel auf Punkt 4 stellen = die Nadel einschliessen = über Punkt d wie bei Punkt c mit dem 6. und 7. Paar klöppeln = 1 Halbschlag' mit dem 6. und 5 . Paar = eine Nadel auf Punkt 5 stellen = die Nadel einschliessen = über Punkt e wie über Punkt d klöppeln mitdem 7. und8. Paar = 1 Halbschlag mit dem 7. und 6. Paar = eine Nadel auf Punkt 6 stellen = die Nadel einschliessen = 1 Halbschlag mit dem 6. und 5 . Paar = 1 Nadel auf Punkt 7 Abb. 792. Musterbrief zu Abb. 793. Mlü’ Abb. 793. Doppelgrund oder Ziergrund, Yi 520 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN stellen = die Nadel einschliessen = i Halbschlag mit dem 6. und 7. Paar = die 2 Paare weglegen = 1 Halbschlag mit dem 5 . und 4. Paar, wodurch die Fäden im Carreau gekreuzt werden = über Punkt / wie über Punkt e mit dem 10. und 11. Paar arbeiten = über Punkt 17 bis 19 wie über Punkt 5 bis 7 arbeiten = nach dem vollendeten Carreau 1 Halbschlag mit dem 10. und 11. Paar = Halbschläge überall zwischen den Carreaux. Der Tüllgrund (Abb. 794). — Zu dem hier in vergrössertem Massstab angegebenen Tüllgrund r ist der Klöppelbrief mit regel- | mässig versetzten Punkten zu 1 versehen, wie es aus der Abbildung zu erkennen ist. Die Punkte ; sind je nach dem in Verwendung } kommenden Faden dichter oder j weiter vorzurichten. , 1 Halbschlag — die Nadel auf ! den nächsten Punkt stellen = beide Paare zweimal drehen = die j Nadel nicht einschliessen, und so weiter. Der Fleohtschlag (Abb. 795). — Der Grund der Valenciennes- Spitzen wird mit Flechten hergestellt, zu denen 2 Paar Klöppel verwendet werden. Solche Flechten oder Zöpfchen kommen auch häufig bei anderen Spitzenarten vor, wie später in den Abb. 800, 801, 8 o 5 , die nicht zur Klasse der Valenciennes gehören. Je nach der Entfernung der Punkte werden die Zöpfchen mit 4, 6, 8 oder 10 Halbschlägen und stets mit 2 Paar Klöppel geflochten. Die Zöpfchen werden verbunden durch einen Halbschlag mit dem letzten Paar des linken und mit dem ersten Paar des rechten Zöpfchens, die Nadel wird auf den nächsten Punkt gestellt = die Nadel mit einem Halbschlag einge- Abb. 794. Der Töllgrund. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 52 1 schlossen und dann mit den zwei links liegenden Paaren das linke Zöpfchen, mit den zwei rechts liegenden das rechte Zöpf- chen weiter geflochten. Brüsseler Grund (Abb. 796). — Auch dieser Grund erscheint hier, der deutlicheren Darstellung wegen, in grösserer Ausführung, als er gewöhnlich in den Spitzen selbst gearbeitet wird. 1 Doppelschlag mit 2 Paar Klöppel = die Nadel auf den nächsten Punkt stellen = die Nadel mit 1 Doppelschlag ein- schliessen = beide Paare je einmal drehen und so weiter. Abb. 795. Der Flechtschlag Abb. 796. Brüsseler Grund Piä---. niW Dieser Grund, in ganz feinem Faden und mit der Hand ausgeführt, ist sehr zeitraubend, er wird desshalb häufig mit der Maschine hergestellt. Eternelle mit zwei Löcherreihen (Abb. 797). — Es beginnt nun hier eine Serie Spitzen, die mit der leichtesten Sorte beginnend, mit der sogenannten « Eternelle », allmählich zu schwereren Musterungen übergeht. Solche Eternelle-Spitzen weisen nur einen einfachen Grund 1 322 VERSCHIEDKNE SPITZENARTEN auf; sie können sowohl als Einsatz, wie als Kantenspitze und in jeder beliebigen Breite hergestellt werden. Für eine Löcherreihe sind 6 Paar Klöppel, für 2 Reihen 7 Paar, für 3 Reihen 9 Paar Klöppel zu nehmen. Es werden somit für je eine Löcherreihe um 2 Paar Klöppel mehr genommen. Das Vorrichten und das Vertheilen der Punkte im Klöppelbrief ist aus dem oberen Theil unserer Abbildung zu entnehmen ; 7 Paar Klöppel sind hier verwendet. 1 Nadel auf den obersten Punkt stellen = 2 Paar Klöppel anhängen = 1 Doppelschlag = die Nadel herausziehen und dann wieder zwischen die beiden Paare einstellen = die Paare fest anziehen = wieder links 1 Paar Klöppel anhängen = 1 Doppelschlag mit dem 1. Paar der zuerst angehängten Klöppel und mit dem neuen Paar = den Doppelschlag dicht an die Nadel schieben = das 1. Paar einmal drehen, dann weglegen = 1 Doppelschlag mit dem 2. und 3 . Paar, der die Nadel einschliesst = in der Mitte 2 Paar Klöppel anhängen = 1 Doppelschlag mit beiden Paaren = das 5 . Paar weglegen = 1 Doppelschlag mit dem 4. und 3 . Paar = das 4. Paar weglegen = 1 Doppelschlag mit dem 2. und 1. Paar = das 1. Paar einmal drehen und weglegen = 1 Doppelschlag mit dem 2. und 3 . p aar wodurch die Nadel eingeschlos- Fadensortbn: Pil a pointer . a d.m.c N* 3o, oder Cordonnct sen ist = i Nadel auf den 3 . niedereren Punkt stellen = 2 Paar Klöppel daran hängen = 1 Doppel- •’ 53 ^ Abb. 797. Eternelle mit zwei Löcher- 6 fils D.M.C N* i5 bis 3o, naturfarben. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 523 schlag mit diesen Klöppeln = das 7. Paar weglegen = * 1 Doppelschlag mit dem 6. und 5 . Paar = das 6. Paar weglegen = 1 Doppelschlag mit dem 5 . und 4. Paar = das 5 . Paar weglegen = 1 Doppelschlag mit dem 4. und 3 . Paar = das 4. Paar weglegen = 1 Doppelschlag mit dem 3 . und 2. Paar = eine Nadel auf 1 den nächsten Punkt stellen = 1 Doppelschlag mit dem 2. und 1. Paar = das 1. Paar einmal drehen = 1 Doppelschlag mit dem 2. und 3 . Paar, um die Nadel einzuschliessen = die 3 ersten Paare weglegen = 1 Doppelschlag mit dem 4. und 5 . Paar = die beiden letzteren Paare weglegen = 1 Doppelschlag mit dem 6. und 7. Paar = eine Nadel auf! den nächsten Punkt stellen = die Nadel mit den letzten Paaren ein- schliessen = von * wiederholen. Spitze mit Hand in Netzschlag (Abb. 798). — Mit 10 Paar Klöppel zu arbeiten. Bei * eine Nadel stellen = den Netzschlag nach Abb. 785 bis Punkt 1 arbeiten = 1 Nadel auf Punkt 1 stellen = die Nadel mit den 2 letzten rechtsseitigen Paaren einschliessen = Netzschlag bis Punkt 2 = auf Punkt 2 eine Nadel stellen = 1 Paar Klöppel weglegen = Netzschlag bis Punkt 3 = auf Punkt 3 eine Nadel stellen = die Nadel einschliessen = Netzschlag bis Punkt 4 = auf Punkt 4 eine Nadel stellen = 1 Paar Klöppel weglegen = Netzschlag bis Punkt 5 = auf Punkt 5 eine Nadel stellen = Netzschlag zurück ; ‘r* Abb. 708. Spitze mit Rand in Netzschlag. Fadensorten : Fil à pointer D.M.C N» 3 o, Cordonnet 6 fils D.M.C N° 20 bis 5 o, oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 5 o, naturfarben oder weiss. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 524 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN bis Punkt 6 = auf Punkt 6 eine Nadel stellen = die linksseitigen Klöppel wieder aufnehmen = i Halbschlag mit dem i. Paar links = auf Punkt 7 eine Nadel stellen — mit dem 2. und 3 . Paar den Rand wie bei Abb. 797 = 1 Halbschlag mit dem 3 . und 4. Paar = auf Punkt 8 eine Nadel stellen = das 1. und 2. Paar drehen = 1 Doppelschlag mit dem 1. und 2. Paar = auf Punkt 9 eine Nadel stellen = 1 Doppelschlag mit dem 2. und 3 . Paar = das 2. Paar weglegen = mit dem 3 . und 4. Paar den Gitterschlag, Abb. 787, fortsetzen bis Punkt 10 = auf Punkt 10 eine Nadel stellen = den Löcherschlag bis Punkt 11 fortsetzen = auf Punkt 11 eine Nadel stellen = das 1. und 2. Paar links kreuzen = auf Punkt 12 eine Nadel stellen = die Nadel einschliessen = links 5 Paar Klöppel weglegen = rechts 5 Paar Klöppel aufnehmen = auf Punkt i 3 eine Nadel stellen = Netzschlag mit den 5 rechtsseitigen Paaren = das 6. Paar nach links dazu nehmen = Löcherschlag mit dem 5 . und 6. Paar = auf Punkt 14 eine Nadel stellen = Netzschlag mit 5 Paar Klöppel bis Punkt i 5 = auf Punkt i 5 eine Nadel stellen = Netzschlag mit 6 Paar Klöppel = ein 7. Paar Klöppel dazu nehmen = Löcherschlag mit dem 6. und 7. Paar = auf Punkt 16 eine Nadel stellen = Netzschlag mit 6 Paar Klöppel = auf Punkt 17 eine Nadel stellen = Netzschlag mit 6 Paar Klöppel = auf Punkt 18 eine Nadel stellen = von * an links wiederholen. Geklöppelte Spitze (Abb. 799, 800, 801). — Hier finden die Leserinnen dieselbe Spitze auf demselben Brief jedoch in zweierlei Fadennummern geklöppelt, die erste Abbildung lässt die Benützung des feineren Fadens, Cordonnet 6 fils D.M.C N° 25 (*), die zweite jene eines bedeutend stärkeren, des Fil ä pointer D.M.C N° 3 o (*) erkennen. Mit dem letzteren Garne ausgeführt empfiehlt sich die Spitze besonders zur Ausstattung von Gegenständen in naturfarbenen kräftigen Leinenstoffen, als da : Tischdecken, Gardinen, Behänge; sogar für Toilettegegenstände kann man sie zweckmässig verwenden. Ausgeführt wird die Spitze mit 40 Paar Klöppel = die Paare (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 525 der Reihe nach anstecken = bei Punkt i eine Nadel stecken = gedrehten Leinenschlag = alle Paare bis Punkt 2 mit Leinenschlag arbeiten = beim letzten Paar die Nadel stecken = durch 3 Paare mit Leinenschlag zurückgehen = 2 Paare einmal drehen = mit Leinenschlag durch alle Paare zurückgehen bis Punkt 3 = jedes aufgefasste Paar wieder einmal drehen = die Nadel stecken = das Schlusspaar zweimal drehen = ebenso zurück bis Punkt 5 = die Nadel stecken = ebenso zurück bis Punkt 6 und 7 = die folgenden 3o Paare vertheilen = in je zwei Paare die Nadel stecken = Leinenschlag. ■FSff. «> )Tr- -Tr; rz r .* P v;2_ij=a' Abb. 799. Musterbrief zur Spitze Abb. 800 und 8oi. Der Grund wird gleichmässig gearbeitet : zweimal drehen = Leinenschlag = die Nadel stecken = Leinenschlag bis Punkt 6 und 7 = beim Durchführen zweimal drehen = bei Punkt 8 ein Zöpfchen flechten = von einem Pikot zum anderen Leinenschlag = das Zöpfchen mit den Klöppeln von Punkt 9 und 7 verbinden = mit 3 Paaren 4 Leinenschläge = das Zöpfchen weiter flechten = das letzte Paar bis Punkt 10 führen = mit gedrehtem Leinenschlag verbinden = die Nadel stecken == mit gedrehtem Leinenschlag schliessen, dann so weiter der Länge nach klöppeln. 520 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN ^AVT«T«s*y®!5 mw&m ■ »A.1 . *^V# Ml #•_'_*^ <*• * «1 & ft ^ ft ft 01 »t ( W* «VWTm* »,«• * - 4 * ••* “~'i» ? -«"i * lB . «T.4^ _ !»■ r *f* ’i» > cVvV'f' » < « f. J. s -\ *, i #* ■#V 5 i ist. 0» ■ *li -fe * » •_ A &. » I . a ’».'7 »J.' tf.V •* *.. > 2®»% * * ■» - * a »r« »«f»«»e « ; «i ** ic •* « « IbTWb m • h «I «• (• ;iw I« «I »f V I rr V» 4 - ■h I- M r?*>K»s#>>K*;A S8S.*!'.- il&JbtsJi&zj?- »ffifc 4. *v» ji • ^»% »5 WR» T**- r 1 ?*? feVA^Sj <^m. .mm AV>>< «j*. «Tt*» e »• »t 4 %- J”*» j > 5 >Ä .WAVAVA?. .l-äSläi' mm- täfösär, •AWÄ WW-ViV/ ^WJWV«’*V^ ^*5 *«|?.. ;«* ;•* Abb. 800. Geklöppelte Spitze. Fadensorte : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 25. (*) Bei der Musche auf Punkt 12 4 Paare anstecken = mit gedrehtem Leinenschlag arbeiten = die 4 Paare einmal drehen und mit Leinenschlag kreuzen = das letzte Paar von der Mitte hinausführen bis zu Punkt i 3 = mit dem ersten Paar der Zacke verbinden. So alle Müschen gleich- mässig arbeiten und wie bei Punkt i 3 und 12 verbinden, ehe man weiter ar- beitet = dann von Punkt i 3 wieder zurückgehen bis Punkt 14 = hierauf die Paare wieder kreuzen = bei Punkt 12 4 Paare drehen = 2 gedrehte Leinenschläge nach rechts und links mit den Paaren von Punkt 14 und i 5 = einen gedrehten Leinenschlag = die Nadel stecken und so alle Müschen gleich- massig arbeiten. Geklöppelter Einsatz (Abb. 802, 8 o 3 ). — Wird mit 12 Paar Klöppel ausgeführt. Dieselben werden vertheilt: bei Punkt 1 2 Paare = Nadel stecken = einmal drehen = 2 Leinenschläge = von Punkt 2 bis (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 8 5 gedrehte Leinenschläge = i Paar Klöppel zulegen = 2 Leinenschläge = i Paar Klöppel zulegen — die Nadel stecken = i Paar Klöppel weglegen = drehen = 2 Leinenschläge = 5 gedrehte Schläge bis Punkt io = 2 Leinenschläge =: die 2 letzten Paare drehen = durch 2 Paare mit Leinenschlag zurückgehen = mit den 2 Paaren und dem i. Paar durch gedrehtem Schlag verbinden = die Nadel stecken = Formen- schlag(zum Formenschlag, der die dichten Blätter bildet, werden 4 bis 6 Fäden genommen; in der Ausführung gleicht er den genähten Blättern in Abb. 645, 646) bis Punkt 11 =bei Punkt 12 drehen = 2 Paare von Punkt 10 nehmen = Zöpfchen bis Punkt i 3 flechten = mit den Klöppeln von Punkt 1 drehen = Doppelschlag = rechts flechten und links drehen - die Nadel stecken -- verbinden, wie es beschrieben wurde. Bei Punkt i 3 und i 5 das zweite Paar nehmen (*) % * 9 ö_w_-sv & ^ ~•; tA* mmmm Abb. 801. Geklöppelte Spitze. Fadensorte: Fil ä pointer D.M.C N* 3o. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Karbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 528 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN = eine Nadel stecken = 2 gedrehte Doppelschläge nach rechts = 2 Leinenschläge = die 2 letzteren drehen = die Nadel stecken = bei Punkt 16 1 Paar Klöppel weglegen = mit einmal drehen durch 2 Leinenschläge zurückgehen = letzteres und ersteres durch Leinenschlag verbinden = bei Punkt 17 die Nadel stecken = mit den Klöppeln von Punkt i 5 und 17 Formenschlag bis Abb. 802. Musterbrief zum geklöppelten Einsatz Abb. 8o3. v-. 1 ur... f37 ocrr Abb. 8o3. Geklöppelter Einsatz. Fadensorten: Fil à pointer D.M.C N* 3o, Cordonnet 6 fils D.M.C N* 25 bis 5o, oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 100 . (*) •* . •f. 4^ gi^ i. \» AÜI >. > r . N e£ ä>s C2i Ö/ii » f-v \ ^v c * ■■ feg&g B8?§?f25?& Knüpfspitze und. Einsatz (Abb. 812). — Dieselbe Knotenverschlingung wie in Abb. 811, jedoch ohne rückführenden Faden, ergiebt auch hier das gefällige Muster, welches an und (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 538 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN zwischen zwei gewebten Borden eingearbeitet ist. Zwei Farben wechseln auch hier, wie an der vorhergehenden Vorlage, in gleichen Zwischenräumen ab. Der Wechsel der Töne, sowie Abb. 8 [ 3 . Zwischensatz, Knöpfspitze. Fadensorten : Cordonnet 6 fils N* i5 bis 3o, Fil à pointer D.M.C N* 3o oder Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 3o. (*) *■ mm mm «Mi !«« mm Abb. 814. Sticherklärung zu Abb. 81 3 . -tföVH « T 1 *<' *?' ^ 'W«r' Wi' .1 (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 53g das Uebergehen der Knoten nach jeder Zacke, sind im Bild durch tiefere und hellere Darstellung des Fadens zu erkennen. Arb. 81 5 . Zwischensatz, Knüpfspitze. Fadensorten: Dieselben wie zu Abb. 8i3. uzffim. UiV.tWiVj ;m 7 j 1 1 tif - ■m 1 r; HMi ImüI«ü«I *.W C,''''" 1 ' h nva ViWiw ■ iViVjMi ä-K [J/.1V1V hi? Äj Abb. 816. Sticherklärung zu Abb. 8 i 5 . wgm P»»Bf -i-. r*> -Hä WW$' Rcr^ ^i'Twtw», ^»v.ov.iv» NW W KSSA V* 'I I I Vi r NSw; -2M-M » Mi < l u lil« TI Tu fovuriWj' viri'fn , I l'l'l'l Im \ i Ssly* •* Die äusseren Stiche sind, gleichmässig entfernt, sofort in das Band zu führen oder durch unsichtbare Stiche daran zu nähen, während die äussere Arbeit in sanften Zacken ausläuft, welche durch regelmässiges Auf- und Abnehmen der Knoten entstehen. 540 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN Zwischensatz, Knüpfspitze (Abb. 81 3 , 814). — Die im dritten Theil dieses Buches angegebenen Durchbrucharbeiten können an vielen Gegenständen durch Knüpfspitzen ersetzt werden. Weisses Tischzeug und Bettzeug bieten besonders Gelegenheit zur Verwerthung der hier abgebildeten Arbeit, die, wie es in Abb. 814 dargestellt, theil weise über unterlegten Faden hergestellt, wenn er den Uebergang von einer Figur zur anderen zu vermitteln hat, theilweise in aneinander gereihten Knotengängen ausgeführt wird. Zwischensatz, Knüpfspitze (Abb. 81 5 , 816). — Als orientalische Knüpfspitze findet man häufig diese zweite Art Knotenverschlingung angegeben. Die uns vorliegenden Originale, sowie das Gewebe, welchem sie einverleibt sind, tragen so wenig den Stempel des Morgenlandes, dass wir auch diese Arbeitsart einfach als Knüpfspitze behandeln wollen. Die Ausführung ist der der beiden Muster in Abb. 81 3 und 814 eng verwandt, nur entsteht durch den Wechsel der Fadenlage eine dichtere Knotenbildung. An dem Viereck der vergrösserten Abbildung ist die Stichtage von links nach rechts, an dem Stäbchen, jene von rechts nach links erklärt. Die verschiedene Verschlingung der Fäden gestaltet beide Stichreihen nach beiden Seiten gleich. Für die kleinen Pikots am Schluss der Stäbchen siehe Abb. 699. Abb. 817. Abschlussbördchen. Knüpfspitze. Fadensorten : Fil à pointer D.M.C N" 3o, Cordonnet 6 fils D.M.C io bis 5o, oder Fil à dentelle D.M.C N* bis 5o. (*) Absohlussbördcben, Knüpfspitze (Abb. 817, 818). — Einem Kissenbezug, einstens kirchlichen Zwecken gewidmet, ist das schmale Spitzchen in der Ausführungsart seinen Vor- (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Abb. 818. Vergrösserte Ansicht der Stiche zu Abb. 817. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN D41 gängern ähnlich, entnommen. In Abb. 818 ist der Verlauf der Arbeit erklärt. Ist diese in Naturfarbe oder weiss vollendet, so windet man einen mattrothen Faden (Coton ä repriser D.M.C N° 25) um ein schräges Stäbchen, lässt ihn einmal um das gerade Zwischenstäbchen gehen, um ihn dann um das nächste und zwischen den beiden Schlingen durchzuziehen. Reticella-Spitze (Abb. 819, 820). — In der echten Reti- cella-Spitze werden die Hauptlinien der Musterung über kräftigere Fäden, welche auf die Linien der Zeichnung geheftet werden, gearbeitet. In unserer Vorlage ist diese zum Theil umgangen ; gewebte Bändchen ersetzen die sonst kräftiger herzustellenden Linien. Abb. 819. Reticella-Spitze. Zuthaten : Fil à dentelle D.M.C N* 25 bis 120 und Lacets superfins D.M.C N* 1 bis 8 oder Soutache D.M.C N" 1 bis 3. (*) W.A \ ■ÊkT r A Die Bänder oder Lacets superfins D.M.C sind mit kurzen Vorstichen auf die auf schwarzem Papier aufgetragene Zeichnung aufzuheften, dann mit dem mittleren Kreise beginnend, sind die Stäbchen, Abb. 701, zu schlingen; diesen wird eine Stichreihe nach Abb. 751 aufgesetzt, der wieder ein Stäbchen und eine zweite Stichreihe folgen und welche mit Pikots, Abb. 699, abschliessen. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 542 Die Pyramidchen fussen ebenfalls auf Stäbchen mit doppelter Schlingreihe; die Stiche der ersten nach innen gekehrten Reihe sind nicht allzufest aneinander zu stellen, damit die der zweiten nach aussen gekehrten Reihe sich dazwischen ein- fügen lassen. Der Stich in Abb. 737 ist für den Grund der Pyramidchen, jener in Abb. 698 für die Pikots zu verwenden. Abb. 820. Sticherklärung und Einthkilung der Spitze Abb. 819. SH®*®! mm r m"-‘ i Abb. 819, das vollendete Muster darstellend, mit Fil à dentelle D.M.C N° 80 (*) ausgeführt, zeigt die Schönheit, die Zartheit der Arbeit, wenn selbe mit feinem Faden herge- (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 543 stellt ist, während Abb. 820 daraufhinweist, dass auch mit kräftigerem Material wie Fil ä dentelle N° 2 5 oder Cordonnet 6 fils D.M.C N° 20 eine glänzende Wirkung erzielt werden kann. V enetianer-Spitzen (Abb. 821, 822, 823, 824, 825, 826, 827). — UnterVenetianer-Spitzen versteht man sowohl genähte als geklöppelte Spitzen. Wir behandeln hier nur die ersteren, die zweiten sind unschwer nach den vorhergehenden Erklärungen des Spitzenklöppelns zu erlernen und auch herzustellen. Die Zeichnung, nach welcher die Spitze auszuarbeiten ist, unterlegt man mit schwarzem glanzlosen Papier und sticht dann mit der Pickirnadel, Abb. 781, in regelmässigen Zwischenräumen von 1 bis 2 m/m. kleine Löcher ein. Ist die Zeichnung auf diese Weise in allen Linien durchstochen, so trennt man sie vom dunklen Papier, auf wel- Abb. 821. Das Vorzeichnen der Spitze Abb. 822. Vorgeheftete Fäden. VERSCHIEDENE SPITZENARTEN Abb. 823 . Das Schützen der Arbeit. Abb. 824. Das Ausrollen der Flachen. ehern dann die äusseren Linien der Zeichnung durch die Punktirung erkenntlich sind, und heftet diese schwarze Vorlage auf eine Unterlage aus kräftiger Leinwand. Siehe Abb. 821. Nun nimmt man einen weichen Einlagfa- den,z. B.Cotonärepriser D.M.C N° 90 oder 100, oder Coton ä broder sur- fin D.M.C (pour les mo- nogrammes et la batiste) N° 100 oder 120, legt ihn auf die vorgestochene Linie, um ihn dann mit einem zweiten feinen Faden durch einen Ue- berfangstich bei jedem eingestochenen Punkt festzuhalten. In Abb. 821 ist die Figur vorgestochen und das Vorheften begonnen; in Abb. 822 ist der Ein- lagfaden ganz vorgearbeitet, selbst für die kleinen Ringe. Um das nun folgende Einsetzen der Spitzenstiche ganz makellos herzustellen, bedeckt man die Arbeit durch ein Stück kräftiges aber nicht farblassendes, blaues Papier, in dessen Mitte eine VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 545 erbsengrosse Oeffnung geschnitten wird. Diese Oeffnung wird nach Bedarf weiter gerückt und nur in dem Theil der Spitze, welcher unter dem Ausschnitt sichtbar ist, darf gearbeitet werden. Auch die fertigen Gitterstiche müssen sofort nach der Vollendung mit Papier übernäht werden, welches erst entfernt werden darf, wenn die geschlungenen Ränder und Stäbchen oder der Gittergrund hinzukommen. Die vorbereiteten Fäden bilden nun den Anhaltspunkt für die einzusetzenden Spitzenstiche. Beim letzten und ersten Stich einer jeden Stichreihe wird der Faden um den vorgehefteten Faden geführt. Wir erinnern hier nochmals, dass die Spitzenstiche bei echten Spitzen so auszuführen sind, dass das Nadelöhr gegen den Körper, die Spitze hingegen nach aussen gewendet ist. Hierauf werden die Figuren jede einzeln mit Spitzenstichen gefüllt, Abb. 825. Vollendete Füllstiche. Abb. 826. Glattes Einschlingen der Figuren. ,yv VVvJ') 35 546 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN wozu die Abb. 719 bis 758 genügende Auswahl liefern, bis alle Flächen, wie es in Abb. 825 dargestellt, ausgefüllt sind. Die Sticharten sind der Zeichnung möglichst anzupassen, durchbrochene und gegitterte Muster eignen sich besser für Blumen-, dichte feste Muster mehr für Blattfiguren. Sind alle Flächen mit den entsprechenden Füllstichen versehen, so werden alle Randlinien durch Schlingstiche verstärkt. Die Figuren der schönen alten Venetianer-Spitzen sind meistens durch dichte Schlingstiche eingerändert, diese sind wieder theilweise erhaben, theilweise durchwegs in gleicher Breite ausgeführt. Wo die Spitze nur schnurartig wie in Abb. 826 eingefasst wird, legt man einen runden Faden auf die Con- ■••= .1 touren, ohne ihn anzunähen, und führt die Stiche über diesen aus; wo hingegen erhabene Schlingränder, wie solche auch in Abb. 827, an einzelnen Theilen dargestellt sind, gearbeitetwer- den sollen, da sind die Ränder noch besonders mit weichem Faden zu unterlegen. (Siehe auch Abb. 191.) Venetianer - Spitze mit Gittergrund (Abb. 828). — Das Vorziehen der Figuren mit mehrfachem Faden des Coton ä broder surfin D.M.C geschieht sofort bei einzelnen Spitzentheilen, bei Musterungen jedoch, deren Figuren durch Stäbchengrund oder Füllstich (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Abb. 817. Reliefeinfassung der Spitzenstiche. Fadensorten — Zum Vorziehen und Unterlegen : Coton surfin D.M.C pour les monogrammes et la batiste N - 120 bis i 5 o. Für die Gitter : Fil à dentelle D.M.C N* 100 bis 200. (*) VERSCHIEDENE SPITZENARTEN 547 verbunden sind, wie in Abb. 828, hat man erst nachVollendung der dichten Muster das Verbindungsnetz herzustellen. An dem vorgehefteten Blatt- theil in Abb. 828 ist diese Ausführungsart ersichtlich. Ist der Grund aus Füllstichen oder Pikots vollendet, so geht man an die Ausführung der geschlungenen Randlinien. Da alle diese Spitzenarbeiten zeitraubend und sehr mühevoll sind, so ist es rathsam, gleich beim Beginn einen getönten Faden zu wählen; erstens ist er nicht wie der weisse Faden dem Vergilben unterworfen, zweitens ist er auch von weicherer sanfterer Drehung, daher er auch alle Schlingen und Stichbildungen besser wiedergiebt, als der weisse, sprödere Faden. Unter den in diesen Blättern schon mehrmals angeführten Fadensorten eignen sich die höheren Nummern des Fil d’Al- sace D.M.C und des Fil k dentelle D.M.C ganz (*) mik wr% '/.Sir, Abb. 828. Venetianer-Spitze mit Gittergrund zsssm ;CK>v mim iffiSS ^m Fadensorten : Fil d’Alsace D.M.C N* 3oo bis 700, oder Fil à dentelle D.M.C N* 200. (* ; (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 548 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN vorzüglich zur Herstellung der feineren Spitzensorten, auch haben beide Garnnummern den sanften, weichen, elfenbeinfarbenen Ton, der den alten Spitzen eigen ist. Die Point ä l’aiguille-Spitzen erfordern dieselben Vorarbeiten wie die Venetianer-Spitzen, doch weisen sie selten eine grössere Abwechslung der Sticharten auf. Die in Abb. 719 und ;36 dargestellten Sticharten finden sich am häufigsten darauf angebracht. Die Motive der Zeichnungen für Point ä l’aiguille oder, wie sie allgemeiner bekannt, Brüsseler Spitzen, sind weniger rein und charakteristisch als die für Venetianer-Spitzen; Blumen und Blätter sind gewöhnlich naturalistischer gegeben. mmm Auflegearbeit auf Atlas, mit Schnürchen umrändert. Phantasie-Arbeiten. Die Anlage dieses Werkes bedingte eine systematische Eintheilung der verschiedenen Nadeltechniken, so zwar, dass eine gewisse Anzahl von schönen und interessanten Arbeiten als ausserhalb des einen oder anderen Kapitels liegend bis jetzt unerwähnt geblieben ist. Unter diesen Arbeiten ist so manche, welche in einem möglichst vollständigen Compendium, wie das unsere, aufgenommen sein musste, obwohl bei den meisten in diesem Abschnitt gegebenen Vorlagen weniger neue Stich- und Maschenarten als die praktische Anwendung der bisher gebrachten, zu selbstständiger Zusammenstellung verschieden benannter Nadelarbeiten gelehrt wird. Geknüpfte Schnur (Abb. 829, 83o, 831, 832, 833). — Die bei Beschreibung der Spitze, Abb. 771 und 772, erwähnte Schnur ist eine reine Phantasie-Arbeit, bei welcher die Finger die Häkelnadel ersetzen. Man bindet zwei Fadenenden zusammen, nimmt den einen Faden in die linke Hand, Abb. 829, zieht mit dem rechten Zeigefinger eine Schlinge, lang genug, dass der linke Zeigefinger durch dieselbe kommen kann, und hält das Ende des Fadens mit dem kleinen Finger der rechten Hand fest. Hierauf führt man den linken Zeigefinger von vorne nach rückwärts in die Schlinge ein und zugleich hinter den um die 55o PHANTASIE-ARBEITEN Schlinge liegenden und in der linken Hand ruhenden Faden, Abb. 829. In jenem Augenblick, wo der Faden um den linken Zeigefinger gelegt ist, geht der Knoten nebst den Fadenenden Abb. 829. Geknüpfte Rundschnur. Erste Stellung der Hände. Abb. 83o. Geknüpfte Rundschnur. Zweite Stellung der Hände. Abb. 831. Geknüpfte Rundschnur. Dritte Stellung der Hände. auch in die linke Hand über, die rechte Hand zieht den rechts liegenden Faden an und schürzt die Schlinge zu. In Abb. 83o ist die Bewegung der rechten Hand erklärt, in Folge welcher der rechte Faden durch die linksseitige Schlinge gezogen wird. Sobald diese neue Schlinge gebildet ist, geht die Th. de Dillhont, Encykiopcedie der weiblichen Handarbeiten. 8°. Leinwbd. mit Goldschnitt. — Preis M- 3 PHANTASIE-ARBEITEN 5 5 1 Schnur auch auf die rechte Hand über und die linke Hand zieht den Faden wieder fest zu. Diese hübsche Rundschnur entsteht also durch das abwechselnd rechts und links erfolgte Schliessen einer'Schlinge. Abb. 832. Geknüpfte Rundschnur. Vierte Stellung der Hände. Geschickten Händen wird es ein Leichtes sein, eine ähnliche Schnur mit Zuhilfenahme von vier Fäden zu erzeugen. Die vier Fadenenden werden ebenfalls zusammengeknüpft, einige Schlingen mit zwei und zwei Fäden zugeschürzt, dann lässt man die auf dem Zeigefinger ruhende Schlinge fallen, um eine Schlinge des zweiten Fadengarnes aufzufassen und zieht die neue Schlinge über die beiden früheren zu; dann wird abermals der Finger aus der Schlinge gezogen und werden die ersten Schlingen wieder aufgenommen. Die in Abb. 833 vergrössert dargestellte Schnur, mit zwei Fäden gearbeitet, ist mit Cordonnet 6filsD.M.C oder einer der anderen Abb. 833. Geknüpfte Rund- schnur. Fadensorten : Fil à pointer D.M.C N* io bis 3o, Coton à tricoter D.M.C N’ 6 bis 12 , Cordonnet 6 fils D.M.C N* 3 bis 23 , oder Soutache D.M.C unter der Abbildung angeführten Garnsorten 1 bis 3 ’ ^ ' herzustellen. Auch Soutache D.M.C ist ein passendes Material (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 552 PH AN TA SIE-AR BEITEN zu dieser Arbeit, die mehr eine Erholung als eine ernste Beschäftigung ist, da sie weder das Auge noch die Nerven ermüdet. Bällchen für Passementerien. Vorbereitete Kartonscheibe. Abb. 835. Bällchen für Passementerien. Das Uerernähen der Kartonscheibe. Abb. 836. Bällchen für Passeuentirien. Das Aufschneiden der über- nähten Fäden. ■ 5 »' ' Abb. 837. Bällchen für Passementerien. Das Vorrichten der Schlinge. Abb. 838. Bällchen für Passementerien 6 *. ' ■■ ■• sm.. Das Einschneiden und Ent- Abb. 83g. Vollendetes BXll- FERNEN DER KARTONSCHEIBE. CHEN MIT SCHLINGE. Bällchen für Passementerien (Abb. 834, 835, 836, 837, PHANTASIE-ARBEITEN 553 838, 839). — Unter den Häkelarbeiten befinden sich zwei Guimpen-Arbeiten mit Bällchenabschluss; die Anfertigungsmethode dieses hübschen Schmuckes ist hier näher erklärt. Die Bällchen erfordern eine ganz unterhaltende Vorarbeit, es sind nämlich doppelt so viel Scheiben oder Kreise aus Kar- einem Loch im Centrum, Abb. 834, vorzubereiten, als Bällchen ton mit benöthigt werden. Für eine grosse Arbeit ist es lohnend, sich einer entsprechenden eisernen Form zu bedienen, um die Scheiben und das Loch auszuschlagen. Von diesen Scheiben werden je zwei zusammengenommen und mit dichten Stichen, Abb. 835, überdeckt, zu welchen Coton ä tricoter D.M.C (Strickgarn) oder Coton ä repriser D.M.C (Stopfgarn) genommen wird. Sobald die Scheibe ganz übernäht ist, wird die Scheere zwischen die beiden Kartonblätter eingeführt und werden alle Fäden ringsherum aufgeschnitten, Abb. 836; dann wird ein Faden ebenfalls zwischen die beiden Blätter eingeführt, die Fäden, die im kleinen Loch zusammenlaufen, fest mit dem Faden umwunden, Abb. 837, dieser dann geknüpft; die Fadenenden bleiben in genügender Länge hängen, um das Bilden einer Schlinge zu gestatten, durch welche das Bällchen dann ■wieder befestigt werden kann. Sobald nun die Fäden fest zusammengehalten sind, wird in den Karton ein Einschnitt gemacht, Abb. 838, das Bällchen von den Kartons losgelöst, womit es auch vollendet ist. Tambourir-Arbeit (Abb. 840, 841, 842, 843). — Seit der Erfindung und Verallgemeinerung der so schnell fördernden Näh- und Stickmaschinen hat diese schöne Arbeit ihre frühere Beliebtheit einiger- f^gekhut massen eingebüsst. Sehr feine Musterungen, die zum Tambou- überdies reich schattirt sind, lassen sich aber noch RIREN - Abb. 841. Tambourir-Nadel. immer genauer und auch zarter mit der Hand als auf mechanischem Weg hersteilen 554 PHANTASIE-ARBEITEN Der Stoff, auf welchem eine Tambourir-Arbeit ausgeführt wird, muss unbedingt in einen Rahmen gespannt werden. Die Maschen, die man mit Hilfe eines Häkchens, der Tambourir-Nadel, bildet, ergeben einen feinen Kettenstich. Um diese Maschen leichter gleichmässig herzustellen, bedient man sich eines Fingerhutes, der an den Zeigefinger der rechten Hand gesteckt wird. Dieser Schutz für den Finger ist aus einem Stückchen Messingblech angefertigt, das nur zusam- Abb. 842. Abwärtsgehende Bewegung und Fangen des Fadens unter dem Stoff. mengerollt, nicht gelöthet ist, damit es sich jeder Hand anpassen kann. An der oberen Rundung ist ein seichter Ausschnitt zu bemerken, in welchem die Tambourir-Nadel während des Arbeitens eingelegt wird. Die nach innen gekehrte Seite, wo sich die beiden Enden berühren, ist etwas kürzer als die äussere. Der Faden wird durch die Nadel von unten nach der Oberfläche des Stoffes gebracht, der Arbeitsfaden selbst wird PHANTASIE-ARBEITEN 555 unten mit der linken Hand gehalten und um das Häkchen gelegt, wenn es nach abwärts gedreht wird. Beim Auf- und Abwärtsführen lauft die Nadel immer im Einschnitt des Fingerhutes, mit welchem wieder, bei den nach aufwärts gerichteten Bewegungen, der Stoff hinunter gedrückt wird, um das Nachgeben desselben zu hemmen, Abb. 842. Auch hier bedarf es einiger Uebung um die auf- und abwärtsgehenden Bewegungen, sowie das rechtzeitige Benützen Abb. 843. Das Herausziehen des Fadens mit dem Häkchen. .A.V des Fingerhutes sich eigen zu machen. Wenn man übrigens sich vergegenwärtigt, dass die beiden Bewegungen, die Nadel nach oben bringen und den Stoff mit dem Fingerhut nach abwärts drücken, gleichzeitig ausgeführt werden müssen, wird man es binnen Kurzem zu grosser Fertigkeit bringen, und manche schöne Arbeit in dieser Technik hersteilen können. Für Tambourir-Häkelei kann man nur stark gezwirntes 556 PHANTASIE-ARBEITEN Garn verwenden, damit es durch das Häkchen nicht gespalten werden kann. Unter den verschiedenen D.M.C Fabrikaten sind Fil d’Alsace (*) und Fil ä dentelle (*) die geeignetsten Fadensorten. Zur Ausführung des tambourirten Kettenstiches können so manche Zeichnungen, die für eine andere Machart bestimmt sind, verwendet werden, so z. B. jene der Abb. 192, 211 bis 2i5, 219, 227 und 25 i. Abb. 844. Die Smyrna-Tf.ppichhäkelei. Das Einziehen der Fäden mit der Häkelnadel. Abb. 845. Die Smyrna-Teppichhäkelei. Das Einknüpfen der Eingezogenen Büschel. Smyrna-Teppichhäkelei (Abb. 844, 845, 846, 847). — Wir erwähnten auf Seite 140, dass die orientalischen Teppiche auf verschiedene Arten hergestellt werden können, die noch später erwähnt werden sollten. Zur einen Stickweise kann man die Nadel ganz entbehren, da sie durchwegs mit dem Häkchen und zwar auf grobem Stramin hergestellt wird. Man schneidet von kräftiger Wolle, z. B. von Coton ä tricoter D.M.C N° 6, 8 oder 10 (*), eine Anzahl Fadenenden in der Länge von 8 c/m., nimmt 2 solcher Fäden in deren halber Länge zusammen, führt die Häkelnadel unter den Straminfäden durch, Abb. 844, erfasst die Schlinge mit dem Häkchen und zieht dasselbe (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PHANTASIE-ARBEITEN 5by sammt dem Faden zurück. Ist die Schlinge durchgezogen, so rückt man die Häkelnadel vor, erfasst die Fadenenden und zieht sie durch die Schlinge, Abb. 845. Da der Faden doppelt, häufig auch dreifach genommen wird, so breiten sich die Enden oben aus, es müssen desshalb die Fadenbüschel 2, auch 3 Doppelfäden von einander entfernt sein. Nach jeder vollendeten Stichreihe werden die Büschel mit einem Metallkamm sorgfältig durchgekämmt, wodurch die Arbeit den warmen wolligen Anstrich erhält, Abb. 847, welcher die Smyrnateppiche kennzeichnet. Nach der gänzlichen Vollendung des Gegenstandes wird dessen Oberfläche mit scharfer Scheere gleich geschoren ggsnsaras pI •iii» . . um jßmw silütjü Abb. 846. Die Smyrna-Teppichhäkelei. Untere Ansicht des Knotens. Abb. 847. Die Smyrna-Teppichhäkelei. Aussehen der gekämmten Büschel. Malta-Stickerei (Abb. 848, 849, 85o, 851). — Der Stich wird häufig von den Bewohnern der gleichnamigen Insel gemacht; die Eintheilung ist dieselbe wie in der Smyrna- Teppichhäkelei, nur mit dem Unterschied, dass bei dem hier angeführten je zwei offene Büschel und eine Schlinge sind. Mit einem reichen Fadensträhn von Coton ä repriser D.M.C (*) versehen, wird die Nadel von rechts nach links, Abb. 848, unter zwei senkrechte Fäden durchgeführt, dabei bleibt ein 1 bis 2 c/m. langes Büschel auf der Oberfläche liegen. Nun führt man die Nadel zurück und wieder unter 2 Fäden vor dem ersten Stich durch ; der Fadensträhn kommt hier unter dem (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 558 PHANTASIE-ARBEITEN ersten Büschel zu liegen und muss ziemlich stramm angezogen werden. Nun nimmt die Nadel noch einmal denselben Weg, den sie beim ersten Stich gegangen, und es bleibt so viel vom Fadensträhn hängen als nöthig um eine, mit dem erstgebliebenen Abb. 848. Malta-Stickerei Das Einziehen des ersten Büschels. LP,CP, 1 CP 1 1 *1*,'■»'CPICP, CACA CA UW «AVIVi 1 «bä IRT^CACRiO.CRTCRXRiCRCACRr ' AI i^CPisWp.cPicyclp.iip.cIPiCp,» -*•" Ji !-R|AJlVR|CFiCR,VR|*lR.CR,CR|%IW, L*,V*i*' k\ ■.CJMVy »,O v *iCP,i !_*■!#■'•'Sa . v»u *mmß,4ßi%v mu >,»«* dsg&gägmMA Abb. 849. Malta-Stickerei. Rückführender Stich zum Bilden der Schlinge. D-l_ Stp v:l: i!äU|WWO|WU|Ü«I«I|Ü| ^ ;i , >«J 1.W««VJ«.•iv.JnÄV*J a■!«• ( / 'h. / . j 4 m 15» CF, CF, aL«! «| CFi ■i*| CF, ■ 1 ili^wflAiRSftSAwSfiWö,;- //«me! £5, «Ip, ■!» cf,■!»■!»«!■,«L a. cf,cf, 1 / jJäci BSSSSmhi Abb. 85o. Malta-Stickerei. Abb. 85i. Malta-Stickerei. Schlussstich nach oben. Ein fertiger und ein in Ausführung BEGRIFFENER STICH. -LlLuLlLlL feg£F$ TVt 1 cf, cp, ■Ji ■> cp, »2» »J» ■!•[ ■>[ ccg 1» cp, cp, ■>, cp, cf,cP| cp, cp, cft m -M 1 cp, cp, cp. cr cp, ■i*i ■!■, cp, »i«Tg 1a «Ip, ■.!» C» CP| 0.U1 W »-Fl liP, cfl 1 «Ja, «Lf, cr, cr, c» cs, »I?i cp, cp, cp[g v-TS LaCäCMIäC^ [C»CPiCPiC»CJ ■t CP,Cf, CP, CP, ■_ •Lft VF »IRi CR VA »iCMÄCACP,«! li»iCPiCP|C*CA UrS?S?9SS | r C:7W nr.! ■!p,CP,«!F|C £■ ■[»■Iri B iRi all 'iCACV-^W •IRiVRlVRi VRiVJ i' \a ».■’»■»CACF,' r»CJ| "JA ■_■, ■_ \ü ! ■ Büschel gleich lange Schlinge zu erhalten. Hierauf wiederholt man noch einmal den zweiten Stich, indem man aber diesmal den Arbeitsfaden oberhalb der Schlinge zurückführt. Schliesslich wird der Fadensträhn in gleicher Länge mit dem ersten PHANTASIE-ARBEITEN 55y E5!BS? r ?!W U*U w y^>- -, Abb. 852. Malta-Stickerei. Fadensorten : Coton à repriser D.M.C N* 25. (*) Farben : Jaune-vieil-Or 68o, Vert-Mousse 469, Bleu-Indigo 3 ii und Rouge-Cornouille 449. (*) Büschel und der Schlinge abgeschnitten. In der Malta-Stickerei müssen dreimal so viele Fäden zwischen den Büscheln bleiben als zum Stich genommen wurden. Wurden also die Arbeitsfäden über 4 Stofffäden geführt, so müssen 12 Stofffäden zwischen den Büscheln bleiben, und wurde die Nadel über 6 Fäden geführt, so müssen 18 Stofffäden Zwischenraum bleiben ; denn der Stoff muss zwischen den Quästchen überall durchschimmern. Die Malta-Stickerei wird meistens auf grobfädigen Leinengeweben oder auf Congressstoften gearbeitet und ist besonders zur Herstellung von Gardinen dankbar. Das für unsere Abbildung benützte Original ist auf unge- (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 56o PHANTASIE-ARBEITEN bleichtem Zwirngaze in den oben angeführten Farben gearbeitet, deren Vertheilung willkürlich geschehen kann. Türkischer Dreieckstich (Abb. 853, 854, 855, 856, 857). Neben doppelseitigem Flachstich findet sich auf türkischen Stickereien häufig eine Stichart, die anscheinend complicirt, aber im Grunde äusserst leicht ausführbar und mit dem deutschen Kästchenstich verwandt ist. Ëfï; Üp| 1 É] fl -T- mm -Inrl-rnr 'TnS m # T-- ff ■rS ff T ~j~T~)~d~[~ ff ff $JIT ff “1 f|t- 1 fl ff dt ff ff ff ff 3 ? T- fl igff ff ff T " ff da A fl ÏM d±r±r fföHrrr rp ER Wp S: Abb. 853. Türkischer Dreieckstich. Hm- UND ZURÜCKGEHENDE STICHREIHEN DEN HALBEN STICKSTICH BILDEND. Abb. 854. Türkischer Dreieckstich. Vier Stichreihen den ganzen Stickstich bildend. Die Stiche haben immer eine diagonale Richtung, eine Reihe ist in 2 Gängen herzustellen. [«itaislfiiilaifi oislai s[fi sir àm HH»»» Lu Si9| llsi fiifl !iil .._ jïSIbi ■(■I» ■iäHsibii 1 mm I)iis)lisiHJjfiJIsl â_«jA_, •il|ii9|lliO|!ll|iliÎBL^ [aaf9|«(f] Abb. 855. Türkischer Dreieckstich IN GERADEN LlNIEN GEARBEITET. Erste hingehende Reihe. Abb. 856. Türkischer Dreieckstich IN GERADEN LlNIEN GEARBEITET. Erste rückgehende Reihe. Man führt den Faden in dem ersten Gang, wie es in Abb. 853 ersichtlich ist, fortwährend über 2 wagrechte und 2 senkrechte Fäden weiter. PHANTASIE-AR BEI TEN 56 1 Im zweiten rückgehenden Gang ist die Nadel unter den auf der Oberfläche des Stickgrundes liegenden Stich durch und herauszuführen, dann ist ein Hinterstich über 2 senkrechte und 2 wagrechte Fäden zu machen, der Faden über die 2 senkrechten Fäden zu legen, die Nadel hinter diesen ein- und zurückgehend unter den 2 senkrechten und 2 wagrechten Fäden zum oberen senkrechten Stich zurück und herauszuführen um sie noch einmal beim unteren senkrechten Stich ein-, unter denselben durch und wieder herauszuziehen, hierauf folgt wieder der Hinterstich nach oben. Es laufen in jede Oeffnung 4 Stickfäden zusammen. Abb. 854 erklärt 2 solcher Stichreihen in abstechenden Farben ausgeführt, aneinander gerückt. In derselben Stichart, wenn in geraden Reihen gestellt, können auch alle Kreuzsticharten ausgeführt werden. In Abb. 855 ist die erste hingehende Stichreihe ange- _ abb. 857 . O ” TfluvKrHFo IiDwiprvcTiru zeigt, in Abb. 856 die erste rück- ZwEI H1N . UND EINE ZURÜCKGEHENDE Reihe gehende Stichreihe, der helle vollendet. Ton in Abb. 85 7 zeigt die Beginn der v,krten Stichre,he - zweite, oder eigentlich die dritte und vierte Stichreihe an, denn 4 Stichreihen sind zur Wiedergabe einer Kreuzreihe erforderlich. Muster mit türkischem Dreieckstich und Flachstickerei (Abb. 858). — Die diagonalen Linien sind alle mit rothen und blauen Buntgoldfäden gestickt. Jedes Feld zählt nach innen 9 Stiche, diesen folgt ein zehnter, vor den sich aber wieder der erste des zweiten Feldes stellt. Werden zwei Sorten Buntgoldfaden verwendet, so ergiebt sich, dass das eine Feld nach allen Seiten, z. B. blau, das andere hingegen roth gerändert ist. Der Stengel, welcher sich zwischen den beiden Blättern durchzieht und welcher mit einer mit der Spitze angesetzten Raute endet, ist oberhalb des fünften der 9 Stiche zu beginnen. Zum Stengel sind 5 Stiche erforderlich, so zwar, dass nach innen ebenfalls 5 gerade Fadenlagen kommen, die 36 562 PHANTASIE- A R BEITEN wieder nach oben die Spitze bilden, auf welcher die Raute aufsitzt. Diese Stichpartien und ebenso jene, die die halben Felder ausfüllen, erfordern g Stiche, von welchen der erste über 3 Fäden, der zweite über 5, der dritte über 7 , der vierte über 9 und der fünfte über 11 Stofffäden geht; hierauf werden die Stiche wieder auf die gleiche Weise allmählich kürzer gemacht. V VAVW VVVVvVv v v /'S/SSS/s Abu. 858. Muster mit türkischem Drbieckstich und Flachstickerei. Fadensorte : Chiné d’or D.M.C. (*) Farben : Roth und Gold, Blau und Gold, Naturfarbe und Gold, Grün und Gold. (*) Für die Blätter wird grüner Buntgoldfaden genommen ; der erste Stich geht über 3 Fäden, dann wird bis zum neunten Stich nur nach einer Seite stets um einen Faden aufgenommen ; nach dem neunten Stich wird auf der entgegengesetzten Seite wieder je ein Faden ausgelassen, dann folgen noch 4 Stiche über 3 Fäden und einige quergestellte Stiche. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PHANTASIE-ARBEITEN 563 Rother Buntgoldfaden ist durchwegs für das äussere Abschlussbändchen zu verwenden. Alle Nachahmungen türkischer Stickereien sind doppelseitig auszuführen, was ganz mühelos geschehen kann, indem die Stickweise stets nach beiden Seiten den gleichen Stich ergiebt. Türkische Stiokerei (Abb. 859). — Ebenfalls mit doppelseitigem Stickstich, wie im vorhergehenden Muster, sind die hier gebrachten zarten Streublümchen auszuführen. Die Blätter der Blume erscheinen abwechselnd in blau und türkisch roth, Stengel und Blatt schwarz ausgearbeitet. Die einzelnen Blüthen- theile sind mit feinem, schwarzen Coton ä broder in Stielstich gerändert. Die Randborde lässt die Vertheilung der 3 neben angeführten goldgemengten Farben erkennen. ÉÉÜ8J' : mm Uukü«. Abb. 859. Türkische Stickerei. Fadensorten : Chiné d’or D.M.C N* 3o und Coton à broder D.M.C N c 40 . (*) Farben — Für Chiné : Roth und Gold, Blau und Gold, Grün und Gold. Für Coton à broder : Noir grand Teint 3io. (*) Spanische Stickerei (Abb. 860, 861). — Die spanische Stickerei entsteht durch Schlingstiche (Languettenstiche), welche über feinen zweifachen Goldfaden oder auch über zweifaches, stark drellirtes Garn und durch Plattstiche, welche in den zwischen den languettirten Rändern gebliebenen Stoff- theilen ausgeführt werden. Ueber und zwischen den Plattstichen oder sonstigen nach Willkür einzubringenden Sticharten ist in regelmässiger Vertheilung Goldflitter aufzunähen, wodurch die Arbeit erst das glitzernde, dem Spanier wohlgefällige Gepräge erhält. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 564 P HANTAS IE-ARBEITEN Die Abbildung 861 giebt in Naturgrösse den vierten Theil des in Abb. 860 vollendet erscheinenden Toilettekissenbezuges. Abb. 860. Spanische Stickerei. Fadensorien : Or fia D.M.C pour la broderie N* 40 (Waschgold), Coton à broder D M C N* 5o bis 100 und Fil à dentelle D.M.C N" 80. (*) Farben : Bleu-Indigo 3i2, 325, 334 und Bleu d’Azur 3325. (*) Die stärker markirten Linien sind, wie es an der Ecke angegeben, mit durch Languettenstiche befestigten Doppelfäden umfasst. Vom äusseren dieser Fäden wird, wo ein Pikot in der Zeichnung angegeben, eine Schlinge gebildet, die durch einen Languettenstich festzuhalten ist. Wo die Schlingen grössere Zwischenräume decken, ist die zweite, dritte oder vierte stets in die zuerst gebildete einzuhängen. Das Innere der (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PHANTASIE-ARBEITEN 565 Blumen ist mit einem Zierstich ausgestattet, über welchen ebenfalls in regelmässiger Vertheilung Flitter angebracht sind. Die unter der Abbildung angeführten Farben finden wir am Original w r ie folgt vertheilt : Der hellblaue Spitzenzwirn, Bleu d’Azur 3325 (*), ist durchwegs nur für die Languettenstiche > ! H- -SiT Abb. 86i. Spanische Stickerei. Vierter Theil des Carreau’s Abb. 86o in Originalgrösse. an den Randlinien verwendet; der zweite blaue Ton, Bleu- Indigo 334 0, für die rückwärtigen Blätter der Blumen, der dritte Ton, Bleu-Indigo 322 (*), für die oberen Blätter und alle drei Töne sind in den anderen Arabesken so geschickt zu vertheilen, dass der Uebergang von einer Farbe zur anderen kaum merklich ist. Ist das Sticken überall vollendet, so werden jene Stofftheile, (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 566 PHANTASIE-ARBEITEN über welche die Pikots liegen, knapp an den Languetten- stichen weggeschnitten. Es erübrigt uns nun noch, ein Wort der Erläuterung in Bezug auf das Copieren der Abb. 861 hinzuzufügen. Abb. 862. Marokkanische Stickerei. *s> • fr »fr ; fr> :o . ♦ o :. WZ:* >< N K> Mi« & s> A <> O ; o ; :o: <✓> : o.v , >:o , . :o ::»'■ ~ o, : o Fadensorten — Je nach dem Gewebe : Fil ä pointer D.M.C, Cordonnet 6 fils D.M.C, Coton ä broder D.M.C, oder Coton ä repriser D.M.C. (*) Unsere Leserinnen werden bemerken, dass die Zeichnung in Abb. 860 eine freie ist, d. h. dass jede Blume nach einer anderen Richtung gelegt ist, so dass es unmöglich, die Zeichnung einfach viermal zu wiederholen. Es muss, wenn das Viertel in Abb. 861 abgenommen ist, dieses erste Viertel wieder auf Punkt + der rechten Seite angelegt werden ; ist das zweite Viertel vollendet, so wird die Copie wieder nach rechts gewendet und wieder auf den mit + bezeichneten Punkt (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PHANTASIE-ARBEITEN 567 geheftet; beim vierten Theil müssen die Linien des ersten mit denen des letzten genau Zusammentreffen. Abb. 863. Marokkanische Stickerei. Vierter Theil einer Figur in Abb. 862. Marokkanische Stiokerei (Abb. 862, 863, 864, 865). — Die so benannte Arbeit gehört der Stichart nach sowohl in die Klasse der Stopf- als in jene der Damaststicharbeiten. Man übergeht stets 5 Stoflfäden und hebt den sechsten auf. In der folgenden Reihe ist der . u , .. " Abb. 004. Marokkanische Stickerei. dritte der 5 übergan- Randborde zu Abb. 862. 568 PHANTASIE-ARBEITEN genen Fäden aufzuheben und das Wechseln so fortzusetzen, wenn die Zeichnung es nicht anders verlangt, wie in einzelnen Partien der Abb. 865 , wo manchmal 7 und 8 Fäden überlegt sind und in den Randborduren, wo durch die Musterung selbst eine ziemliche Willkür in der Stichordnung bedingt ist. Abb. 863 stellt den vierten Theil der grossen Felder, aus welchen die in Abb. 862 im Ganzen erscheinende Decke besteht dar, während in den Abb. 864 und 865 Abschluss- borduren für dieselbe gegeben sind. Die meisten der schon mehrmals erwähnten Stoffe können zu dieser hübschen Arbeit verwendet werden ; die Fadensorten sind dann entsprechend zu wählen. Coton ä tricoter (*) und Fil ä pointer sind nur für grobfädige Stoffe, die anderen D.M.C Fadensorten (*) und besonders die feineren Nummern derselben eignen sich wieder für Siebmacher-Leinen, für Antik-Leinen und Bosnisch-Leinen. æiiKHsH-'JÎHjijfiîJâ iSsi-in; Abb. 865 . Marokkanische Stickerei Andere Randborde zu Abb. 862. Ü1 ■I±UIÜU, T- ■fl Alphabet in Soutache-Bändchen ausgeführt (Abb. 866, 867, 868, 869, 870, 871). — Dieses Alphabet, eine der besten Kompositionen dieser Art, ist einem im Jahr 1562 zu Venedig erschienenen Werk entnommen, welches von Giovan’ Antonio Tagliente, Sekretär und Kalligraph der Republik, zusammengestellt wurde. Die Buchstaben des Alphabetes eignen sich ganz besonders zur Herstellung mit Soutache D.M.C. (*) (,*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PHANTASIE-ARBEITEN 569 Abb. 866. Alphabet in Soutachebändchen ausgeführt. Buchstaben A bis N. PHANTASIE-ARBEITEN Abb. 867. Alphabet in Soutachebändchen ausgeführt. Buchstaben O bis Z ©ö&2> mm PHANTASIE-ARBEITEN 5?I Das Annähen und Verschlingen der Bändchen ist in den Abbildungen 868 und 869 erklärt, das Schlingen der Verbindungsstäbchen und das Sticken der kleinen Blätter und Ranken welche die Buchstaben vervollständigen, in Abb. 870, während in Abb. 871 der vollendete Buchstabe A veranschaulicht ist. Zum Niedernähen der Bändchen ist ein weicher Faden, wie Soie de coton D.M.C (*), und für die Flachstickerei Coton ä broder D.M.C (*) zu verwenden. Abb. 868. Buchstabe T in Soutachebändchen AUSGEFÖHRT. Das Verschlingen der Bändchen. Abb. 869. Buchstabe M in Soutachebändchen AUSGEFÜHRT. Das Niedernähen der Bändchen. -as Abb. 870. Buchstabe \V in Soutachebändchen ausgeführt. Das Schlingen der Stäbchen und Sticken der Blätter. Abb. 871. Buchstabe A in Soutachebändchen AUSGEFÜHRT UND VOLLENDET Sträussohen in Soutachebändchen und Stickerei aus- gefuhrt (Abb. 872). — Eine weitere neuere Anwendung der in allen Farben der D.M.C Karte erhältlichen Soutachebändchen ist mit diesem Sträusschen gegeben, welches Sonnenschirmen, Schürzen, sogar Kleidern zum Aufputz dienen kann. Naturfarbene Bändchen N° 2 sind für die Aehren, blaue für (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 572 PH ANTASIE-AR BEITEN die Kornblume und hellweise für die grosse Feldkamille genommen, während die unten angegebenen grünen Farben für die Abb. 872. Strausschen in SoutachebXndchen und Stickerei ausgeführt. Zuthaten : Soutache D.M.C N* 1 bis 3 und Coton ä broder D.M.C N* 40. (*) VV' - . ki Farben der Soutachebändchen : Weiss, Naturfarbe, Jaune d’Or 677, Bleu-Indigo 322 . (*) Farben des Coton a broder : Naturfarbe, Jaune-Orange 444, Bleu-Indigo 3 n, Gris-Tilleul 391 und 33o, Vert-Pistache 319, 320 und 369, Rouge-Cardinal 348. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PHANTASIE-ARBEITEN 573 graugrünen Kornblumenstiele und Blätter und für das in der Natur frischgrüne Blattwerk der anderen Blumen vertheilt sind. Im hellsten Grün sind nur die Maiglöckchen gearbeitet, in Roth die das Sträusschen bindende Schleife. Die Art der Ausführung solcher Musterungen ist ganz mühelos. Man zieht das Börtchen mittelst Sticknadel an der Blattwurzel von oben nach unten, befestigt es auf der Kehrseite mit wenigen Stichen und bringt dann den Arbeitsfaden, welcher mit den Börtchen stets gleichfarbig sein muss, bei der Blattspitze wieder heraus, legt das Börtchen ebenfalls bis zum Blattende und befestigt es hier, ähnlich wie die Goldfäden bei Abb. 242, mit einem Stich etwas breiter als das Bändchen, legt dann dasselbe um und wieder zum Anfang zurück, befestigt es hier wieder mit einem Stich, u. s. w. Um die verschiedenen Blumenarten deutlicher zu kennzeichnen, verwendet man verschieden breite Soutache, auch kann man durch dichteres und weiteres Ueberlegen der Bändchen den Blüthen eine naturgetreuere Gestaltung geben. Abb. 872 zeigt die schmalen, die Aehren bildenden Börtchen über- einandergelegt, während sie in den weissen Blumen nach unten auseinander stehen. Knötchenstich, Stielstich und Flachstich vervollständigen die ebenso verwendbare als interessante Arbeit. Abb. 873. Der Zoppstich. Abb 874. Altdeutscher Knüpfstich. Der Zopfstich (Abb. 873). — Dieser Stich, dem nach gezählten Fäden gearbeiteten griechischem Stich, Abb. 278, und dem montenegrinischen Stich, Abb. 3 o 6 , ähnlich, kann auf jedem Gewebe, zu jeder Zeichnung, die sich in weiteren Linien bewegt, benützt w’erden. 5 7 4 PHANTASIE-AR BEITEN Auch kann man ihn mit beliebigem Faden ausführen, mit feinem oder starkem, und können die Stiche ganz gedrängt oder länger gezogen sein. Man führt die Nadel von rechts nach links unter 3 bis 4 Fäden durch, hierauf von links nach rechts und über 6 bis 8 Fäden nach abwärts gehend, wieder von rechts nach links ein ; dann wird sie, aufwärts gehend, in der Hälfte des unter dem ersten Stich gebliebenen StofTes wieder durchgeführt. Der vierte und die folgenden Stiche sind dann stets nur um 3 oder 4 Fäden weiter zu rücken. Altdeutscher Knüpfstich (Abb. 874). — Eine zweite Stichart finden wir häufig sowohl an älterer kirchlicher Leinenwäsche als auch an Gegenständen des Hausrathes. Wir geben weiter eine schöne Vorlage, welche die Verwer- thung der verschiedenen Leinenstiche ermöglicht. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stichen wird dieser nach aufwärts geführt •, die Nadel geht wagrecht unter dem Stoff durch, der Faden wird fest angezogen, dann, ihn von links nach rechts legend, unter dem ersten Stich durchgezogen und der Knoten zugeschürzt. Erhabener Stielstich (Abb. 8 7 5 , 8 7 6). — Ueber sehr kräftigen Faden oder feinere Schnur als Einlage, z. B. über Cor- donnet 6 fils D.M.C N° 1 bis 1 o (*) oder Fil ä pointer D.M.C N° 10 bis 20 (*), führt man, den Linien der Musterung folgend, breitere Stielstiche, nach Abb. 172 und i 7 3 , aus. Je nach dem zur Stickerei verwendeten Stoff Abb 8y6 nimmt man entweder den Fa- andere Art eines erhaben gearbeiteten den der zur Einlage diente auch Stielstiches. zum Sticken oder feineren. Abb. 875. Erhaben gearbeiteter Stielstich. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PHANTASIE-ARBEITE N 575 Derselbe Stich kann auch mit einer zweiten Lage verziert werden, Abb. 876 ; man wechselt gewöhnlich hierdieFarben. Bordüre in verschiedenen Stioh- arten (Abb. 877). Durch dichten altdeutschen Knüpfstich in naturfarbenem Garn entsteht eine Rundschnur, welche die geraden Reihen kräftig hervortreten lässt, während der mit weicher blauer Stickwolle gearbeitete Zopfstich eine flachere Umrandung der äusseren Figuren dieses Streifens bildet. Hochrothe Stickbaumwolle ist für die Gobelinstiche, welche den mittleren der drei Zwischenräume füllen, und grell weisser Spitzenzwirn für das leichte, nach Abb. 720 herzustellende Grundmuster innerhalb des Arb. 877. Bordure in verschiedenen Sticharten. Fadensorten — Zum altdeutschen Knüpfstich : Cordonnet 6 fils D.M.C N* 2, naturfarben. Zum Stopfstich : Coton à tricoter D.M.C N* 16, Bleu-Indigo 3 12. — Zu den Gobelinstichcn : Coton à broder D.M.C N* 10, Rouge-Turc 32 1. — Zu den Gitterstichen : Fil à dentelle D.M.C N* 40 weiss. 576 PHANTASIE-ARBEITEN blauen Zopfstiches. Anstatt Zopf- und Knüpfstich kann auch der einfache oder doppelte Schnurstich angebracht werden. Der romanische Stich (Abb. 878). — Der romanische Stich ist einer der einfachsten und zugleich wirksamsten unter den verschiedenen Sticharten. Man führt die Nadel je nach dem in Verwendung stehenden Material 2 bis 6 Fäden links vor der Zeichnung heraus und rechts hinter eben so vielen Stofffäden ein, unter diesen etwas schräge durch und ein wenig nur vor der beizubehaltenden mittleren Linie heraus. Ist der nun vor der Nadel liegende Arbeitsfaden angezogen, so führt man einen Stich über denselben aus, indem man die Nadel wieder gerade links neben der gezeichneten Linie ein-, und gleich weiter nach links zum nächsten Stich gehen lässt. Bordüre in. romanischem Stich (Abb. 879). — Die Vorlage, welcher dieses eigenthümliche Nelkengebilde entnommen wurde, ist in leuchtender heller rother Farbe auf steifem, durch die Zeit gelblich getönten Drillich gehalten. Die neue Arbeit in getreuer Wiedergabe der Stiche ist mit Coton ä broder D.M.C (*) hergestellt. Der oben beschriebene romanische Stich findet an allen breit zu haltenden Linien Anwendung und lauft in gewöhnlichen Flachstich aus, wo er, wie bei den Schnörkeln der Stengel und den Blatteinschnitten der Nelken, nicht mehr anbringlich ist. Durch stetes Aneinanderreihen der Sträusse erzielt man eine reiche Borde, welche auf jedem Gewebe, auf jeder Grundfarbe und mit jedem Faden sich äusserst gefällig gestaltet. Die einzelnen Figuren können ferner auch Fuss an Fuss gestellt werden und so eine reiche Musterung für Möbelstreifen ergeben. (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. Abb. 878. Der romanische Stich. PHANTASIK-ARBKITKN 5 77 Abb. 879. Bordüre in romanischem Sticii. Fadensorten : Coton ä broder D.M.C N* 18, Rouge-Cardinal 348. (*) li «a-flPä ".SS?*?' i'&!%2Zägr; &««• (Sst^a®* pWrfüBt;,! «irtwHgj FKaj’TiwV Auflegarbeit (Abb. 880). — Die Auflegarbeit, auch Applikation-Stickerei genannt, besteht in der Uebertragung von kleineren oder grösseren Stoffstücken aut andere, von den ersteren meistens abstechende Stoffe. Auflegarbeiten können daher auf Leinen, Seide, Sammt, Peluche und Leder ausgeführt werden, die aufzulegenden Stoffe ersetzen dann die Stickstiche. Der aufzulegende Stoff muss, bevor er verarbeitet wird, mit einer Unterlage von bestem Seidenpapier versehen werden. (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 36 * PHANTASIE-ARBEITEN Hiezu nimmt man Weizenstärkpappe (jedes andere Ingredienz saugt zu viel feuchten Stoff ein), streicht sie mit einem Pinsel auf das Papier und entfernt sorgfältig alle kleinen, härteren Theile oder Knöllchen, welche sich zuweilen in der Pappe befinden. Die Pappe darf nur so viel Feuchtigkeit haben, um Papier und Stolf zu verbinden, letzterer darf niemals feuchte Abu. 88o. ^Iec HHrrriHjnK; HTtFtt *•// Stellen aufweisen. Sobald das Papier regelmässig mit Pappe überzogen ist, legt man den Stoff darüber, und streift ihn mit einem feinen Tuch nach allen Seiten hin gleichmässig aus ; Luft darf sich nirgends zwischen Papier und Stolf aufhalten. PHAN T ASIE- ARBEITE N 579 Hierauf legt man mehrere Lagen Papier auf ein ebenes Brett, giebt den unterlegten Stoff darauf, glättet ihn nochmals sorgfältig, giebt wieder einige Lagen Papier und ein Brett darüber, welches man mit Steinen oder Eisenstücken beschwert, und diese darauf ruhen lasst, bis der Stoff ganz trocken geworden ist. Auf diese Weise gelingt es jedes Gewebe für [80. ARHKIT. iTTlÂFîiHiffj' & s? Auflegarbeiten dienstbar zu machen, selbst Peluche und Sammt gehen schadlos aus der Pressung hervor. Nun überträgt man die Zeichnung auf den Grund, auf den mit Papier unterlegten Stoff jedoch nur die einzelnen Figuren und schneidet diese den Linien entlang mit scharfer Scheerc 58o PHANTASI F.-ARBEITEN aus. An den Schnittkanten dürfen sich niemals Fasern bilden. Der Grund, wenn er, wie bei der Goldstickerei Seite 117, Abb. 236 angegeben, eingespannt, ist dann mit dem Rahmen in der Weise auf ein Brett oder Tisch zu legen, dass ersterer flach aufliegt. Dann sind die mittlerweile vorgerichteten ausgeschnittenen Theile einer nach dem anderen auf der Kehrseite mit Pappe zu bestreichen und genau auf die entsprechende vorgezeichnete Figur des Grundstoffes aufzulegen. Dieses hat besonders bei grossen Arbeiten möglichst rasch zu geschehen, damit sämmt- liche aufgelegten Theile wieder zugleich mit einem Brett überlegt und nochmals beschwert werden können. Erst wenn die Pappe vollständig getrocknet, kann das Brett entfernt und die Nadelarbeit begonnen werden. Die aufgelegten Theile sind entweder durch Aufnähen von Schnürchen oder durch Plattstiche fest zu halten. Die Rundschnüre näht man entweder unsichtbar an, indem man bei jedem Stiche dieselben ein wenig aufdreht, um die Nadel und den Faden zwischen der Drehung durchzuführen, oder man kann die Schnur einfach überstechen. In beiden Fällen muss sie so weit auf dem aufgelegten Stoff liegen, um dessen Schnittkante ganz zu decken und sohin das Ausfransen hintanzuhalten. Eine Applikation-Arbeit bei welcher sich die Fasern unter den Schnürchen hervorstehlen, ist eben eine mangelhafte. Wenn Flachstickerei zum Einrändern verwendet wird, so sind die Stiche knapp an der Schnittkante heraus und 1 bis 2 m/m. über den aufgelegten Stoß hinein zu führen. Sowohl bei Schnur- als bei Plattstichumfassung sind die Farben möglichst matt und zum Grundton stimmend zu wählen. Muster für Pique-Stickerei (Abb. 881). — Bevor die Maschine Piqud-Stoffe erzeugte, wurden dieselben mit der Hand und zwar durch die Verbindung zweier Stofflagen mittelst Stichen und Einlegen von Schnüren zwischen den Stoff- theilen erzeugt. Häufig erscheint hiezu kräftiges Hausleinen I ■t PHANTASIE-ARBEITEN 581 Abb. 88i. Mustek für Piqué-Stickerei. Fadensorten : Cordonnet 6 fils D.M.C N* i und a5, Fil d’Alsace D.M.C N* too, Fil à pointer D.M.C N* 3o und Fil à dentelle D.M.C N* 3o. (*) wSmbm wMw< '3ërf : À .Av» yx > ', /'fc ■:* /•/ y verwendet, hie und da findet man aber auch dünne, klare Gewebe verarbeitet. Nach einem alten italienischen in Batist hergestellten Vorhang ist auch die oben dargestellte Arbeit, von welcher wir hier leider nur einen kleinen Theil wiedergeben können, ausgeführt. Man überträgt die Zeichnung auf jenen Stoff, der für die Rechtseite bestimmt ist und welcher noch etwas feiner sein muss als die Unterlage, heftet dann beide Grundstoffe aufeinander, (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 1 ; P 37 582 PHANTASIE-ARBEITEN um nachher sämmtliche Randlinien mit altdeutschem Knüpfstich, Abb. 874, zu welchem Fil ä pointer D.M.C N° 3 o genommen wird, einzufassen. Hierauf wird kräftiges weisses Häkelgarn in eine entsprechende starke Sticknadel eingcfädelt und von der Kehrseite, knapp an dem durch den Knüpfstich entstandenen Rand 1 Abb. 882. Chinesisches Motiv. Fadensorten : Coton à repriser D.M.C N* 25 , Or fin D.M.C pour la broderie und Chiné d’or D.M.C. (*) zwischen die Stofflagen eingezogen und an irgend einer weiteren Stelle, wo dieser Einlagfaden dem Fortgang der Arbeit nicht hinderlich wird, wieder herausgezogen. Dann nimmt man feinen Faden, Fil d’Alsace D.M.C N° ioo("), näht die Einlagschnur mit kleinen Vorstichen fest und drückt diese letztere möglichst knapp an die erste an. Man unterlegt so alle jene Theile, welche eigentlich den im Piqué glatt erscheinenden Stoff vorstellen ; jene Partien der Zeichnung, die das eigentliche Muster bilden, bleiben entweder unbestickt oder werden mit Damaststichen, Abb. 142 bis 170, verziert. In den frei gebliebenen Theilen kann man weitere hübsche (*) (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. PHANTASIE-AR BEI TEN 583 Licht- und Schatteneffecte erzielen, indem man die untere Stofflage der Samenpunkte oder der einzelnen Blatttheile herausschneidet. Derartige Fensterblenden oder Zuggardinen mit Ansätzen aus Pique Näherei sind im Wohnraume nicht nur ein sanfter, wohlthuender Schutz gegen Sonnenstrahlen, sondern auch eine reiche, der Mode niemals unterliegende Zier. Chinesisches Motiv (Abb. 882). — Durch eigenartige Gebilde aus Blumen, Thieren, Vasen und Stäben, die zu einer interessanten fortlaufenden Musterung zusammengefasst sind, bietet unsere Abbildung zu vielseitiger Verwerthung Gelegenheit. Täschchen, Decken und so mancher kleine Gegenstand können entweder mit einzelnen Figuren oder mit dem Ganzen gefällig ausgestattet werden. Das zarte, dünne Gewebe, welches zur Herstellung des Originals benützt wurde, kann beliebig durch Holbein-, Siebmacherleinen oder irgend einen anderen Stoff, welcher das Zählen der Fäden ermöglicht, ersetzt werden. Die Musterung ist auf dem Stoff aufzuzeichnen und mit den in der Abbildung deutlich zu unterscheidenden dichten Damaststichen auszufüllen. Grün, in der D.M.C Farbenkarte (*) als Vert-Pistache 367 bezeichnet, findet Anwendung für den Hals und den unteren Theil der Flasche, für die nach abwärts stehenden, ferner für jene Blätter, welche neben den aus der Vase herausragenden Blumen sich befinden, ln Weiss sind die Bogenverzierung, die Henkel der Vase und die dreieckige Mittelfigur; in mattem Blau (Bleu-Indigo 334), die kleine Blume links, die zweite nach rechts, der gerade Stab, die oberen Flügel des Schmetterlings, sowie die drei unter dem Dreieck liegenden Blätter ; in Gelbbraun (Gris-Amadou 383) die erste Blume rechts von der Vase, der Bügel über dem Dreieck, die anderen Flügel des Schmetter- linges und der mittlere Theil der unteren rechtsseitigen Figur, ausgeführt. Sattes Lila (Violet-Lie-de-vin 372) wechselt mit rothbraun (Brun-Caroubier 357) in den spitzen Blättern, welche die Vase tragen ; die erstere Farbe ist auch an der Blattfigur am (*) Siehe die Tabelle der Nummern und das Farbenverzeichniss der D.M.C Garne am Schluss des letzten Kapitels. 584 PHANTASIE-ARBEITEN Stab wieder zu finden. Schwarz, Roth und Grün füllen dann harmonisch noch die anderen kleinen Theile der bizarren Musterung aus. Die in der Abbildung glatt erscheinenden Einrandungen sind mit Or fin D.M.C pour la broderie (Waschgold), jene anderen, ein stark drellirtes Schnürchen anzeigend, weisen auf die Verwendung des glänzenden, in mehreren Farben erhältlichen Goldfadens, Chine' d’or D.M.C, hin. Diese Contouren können anstatt mit glattem Faden mit feinem Knötchenstich gezeichnet werden, auch die im Original roth und blau schimmernden kleinen Flitter Hessen sich durch Knötchen in Goldfaden zum Vortheil der Arbeit ersetzen. Kopfleiste nach Holbun. Praktische Angaben. Bis hieher beschäftigten wir uns mit der Beschreibung der Handarbeiten und mit der Erklärung ihrer Machweise. Es erübrigt uns, um diese Erläuterungen zu vervollständigen, einige Winke über das Abnehmen, das Einrichten und das Verstellen der Zeichnungen, so wie über manches beim Arbeiten zu betrachtende Verfahren, noch beizufügen. Denn nicht immer sind es die Stiche allein, die zum Gelingen eines Nadelwerkes beitragen, es hängt auch häufig von der richtigen Lage der Zeichnung ab. Auch muss man bei neuen Spitzen zu erkennen wissen, ob sie, wenn vollendet, einer Appretur bedürfen und im Fall sie diese Appretur verloren haben, wie ihnen dieselbe wieder zu geben ist; ferner ist es unet lässlich, bei Auflegarbeiten alle dazu erforderlichen Vorrichtungen und die Zubereitung der Klebmasse selbst treffen zu können. Das Copieren der Zeichnungen duroh eine Glastafel. — Um eine Musterung auf diese Weise zu übertragen, wird der Stoff oder das Papier genau auf die vorhandene Zeichnung gelegt und mit Heft- oder Stecknadeln, oder wenn es Stoff ist, mit einigen Stichen auf die Unterlage geheftet. Es geschieht dies aus Vorsicht, besonders bei grösseren Gegenständen, wie Streifen, damit die Linien nirgends von ein- 586 PRAKTISCHE ANGABEN ander abweichen können. Ist hingegen nur eine kleine Zeichnung zu übertragen, so genügt es beide Theile mit der linken Hand fest zu halten. Uebrigens ist es sogar bei kleinen Arbeiten rathsam die Vorlage an die Ueberlage zu heften, denn bei jeder etwaigen Störung würde die Zeichnung aus der zuerst gegebenen Lage gerückt werden. Sind diese Vorbereitungen getroffen, so kann das Nachzeichnen der Linien der Vorlage begonnen werden, entweder mit einem Bleistift oder mit einem Pinsel in Tinte oder aufgelösten Tusch getaucht. Dieses Verfahren ist das einfachste und auch bequemste so lange die Hand nicht ermüdet; da aber die Abspannung sich ziemlich rasch einstellt, wird die Arbeit unterbrochen werden müssen, und um dies ohne Schaden für die Reinheit der Zeichnung thun zu können, empfiehlt es sich vor Beginn des Zeichnens die Vorlage nebst Stoff mit aufgelöstem Gummi an die Scheibe zu kleben oder einen schmalen Umbug zu machen und beide Theile über eine von einer Rahmenleiste zur anderen gespannte Schnur zu hängen. Das Copieren durch Abreiben. — Wenn es gilt eine unmittelbare Copie einer Stickerei auf Papier zu erhalten, so ist letztere flach auf ein Brett oder auf den Tisch zu legen und mit feinem Briefpapier oder Seidenpapier zu bedecken. Das Papier muss von mittlerer Stärke sein, in grobes prägt sich die Zeichnung zu wenig ein, feines hingegen würde zu leicht aufgerissen werden. Wenn nun das Original flach liegt und das Papier seine richtige Lage bekommen hat, wird Beides mit Heftnägeln fixirt, und die Zeichnung mit Zeichenwachs abgerieben. In Ermanglung solchen Wachses nimmt man einen Bleilöffel, einen Silberlöffel oder auch eine grössere Silbermünze. Hat man nur einen Löffel zur Verfügung, so kann das Abreiben sowohl mit dem convexen Theil desselben als auch mit dem Stiele geschehen. Ausser diesen Behelfen sind noch pulveri- sirter Graphit und Kohle zu verwenden. Bei allen diesen verschiedenen Arten des Abreibens werden die Contouren jedoch nicht genau auf das Papier übertragen, es ist somit noch immer das Nachbessern mit dem Stift erforderlich. Th. de Dillmont, Encyklopcedie der weiblichen Handarbeiten. 8* Leinwbd. mit Goldschnitt. — Preis M. 3« PRAKTISCHE ANGABEN 587 Das Abreiben mit Kohle oder Graphit ist für die Stickerei weniger nachtheilig als jenes mit Wachs oder Metall, weil man keinen so heftigen Druck auf das Original auszuüben gezwungen ist. Die so erhaltene Zeichnung kann sofort, nachdem sie ins Reine gebracht ist, benützt werden. Das Uebertragen der Muster auf Stoff. — Keines der beiden Verfahren ist jedoch direkt auf Stoffe anwendbar ; die mit Tinte oder Farbe deutlich und kräftig wiedergegebenen Musterungen können höchstens als Unterlage für sehr klare Stoffe dienen. Bei einem einigermassen noch das Durchzeichnen zulassenden Stoff genügt es die Linien der Zeichnung auf Papier sehr breit und deutlich mit Tinte nachzuholen und wenn sie trocken, die Papiervorlage mit grossen Stichen auf die Kehrseite des Stoffes zu heften. Dunkelblauer, aufgelöster Indigo, welchem ein ganz geringes Quantum Zucker und pulverisirtes Gummi arabicum beigemengt wurde, wird zum Copieren verwendet. Die Farbe ist nur leicht aufzutragen, damit sie den Stoff nicht verklebt und auch sich nicht zu viel einsaugen kann, denn in beiden Fällen hält die Farbe beim Auswaschen ziemlich hartnäckig. Das Copieren mit Oelpapier. — Ein anderes Mittel zur schnellen Reproduction der Zeichnungen ist die Anwendung des Copierpapieres. Es ist nahezu in allen Papierhandlungen erhältlich und ist mit einer farbigen fetten Substanz imprägnirt. Dieses Papier wird auf den fadengerade befestigten Stoff gelegt, dann kommt die Zeichnung darüber. Nachdem nun beide Papiere ebenfalls lagerecht fixirt sind, werden die Linien der Vorlage mit einem spitzen Bleistift, oder der Spitze einer Beinhäkelnadel, oder noch mit der Kante eines Falzbeines nachgezogen ; auf das Geräth darf nur ein massiger Druck ausgeübt werden. Durch den Druck wird die fette Farbe auf den Stoff übertragen und alle nachgezogenen Striche werden darauf sichtbar sein sobald die beiden Papiere entfernt sind. Dieses Copierverfahren ist aber nur bei Gegenständen anwendbar, die naturgemäss dem Waschen unterworfen sind; für Seidenstoffe ist es untauglich. 588 PRAKTISCHE ANGABEN Das Pausen der Zeichnungen auf Stoffe. — Die bisher beschriebenen Copiermethoden sind jedoch nicht ohne Unterschied auf jedem Stoff verwendbar, so z. B. taugen sie nicht für Tuch, Sammet, Peluche , auf diese müssen die Zeichnungen unbedingt aufgepaust werden. Die auf Stroh- oder Pergamentpapier übertragene Zeichnung muss pickirt werden. Man unterlegt zu diesem Behufe das Papier mit Tuch oder Filz und pickirt alle Linien der Zeichnung, die einzelnen Punkte in regelmässigen Entfernungen folgen lassend. Bei gross und breit angelegten Mustern können die Löcher weiter aus einander gestellt und mit einer gröberen Nadel pickirt werden, je feiner und je gedrängter das Muster ist, desto feiner und gedrängter sind aber die Stiche zu machen. Allen Linien muss auf das Pünktlichste nachgegangen werden. Ist das Papier fein genug, so können mehrere Pausen gleichzeitig pickirt werden, auch kann man eine symetrische Zeichnung auf ein Viertheil Zusammenlegen und so mit einem Male das Ganze durchstechen. Wenn nun die Zeichnung in der erforderlichen Grösse pickirt ist, wird sie auf den Stoff geheftet und zwar so dass die Seite des Papieres, auf welcher das Pickiren durchgeführt wurde, gegen den Stoff gekehrt wird und die trichterförmigen Löcher nach aussen kommen. Papier und Stoff müssen miitelst Heftnägel fest gespannt werden, so dass keines von Beiden während des Pausens sich bewegen kann ; im gegentheiligen Fall zeigen sich die Linien gerne doppelt auf dem Stoff was beim späteren Zeichnen derselben sehr störend wirkt. Zum Pausen nimmt man entweder pulverisirte Kreide oder Kohle, in welchen man einen Reibschwamm leicht eintaucht, bläst den Ueberfluss des Pulvers ab und reibt dann behutsam und das Pulver gleichmässig vertheilend alle pickirten Theile der Zeichnung ein. — In Ermanglung eines aus Holz gedrechselten und mit Tuch gepolsterten Reibschwammes nimmt man einen schmalen Streifen Tuch, rollt ihn zusammen, bindet ihn und taucht die Schnittkanten in das Pulver. — Durch das Reiben fällt das in das Tuch eingedrungene Pulver durch die kleinen Löcher auf den Stoff und giebt mit grösster Treue PRAKTISCHE ANGABEN 58g die Zeichnung wieder. Die Pause wird erst nach vollendetem Pausen entfernt ; sind Wiederholungen nothwendig, so muss sie eben genau an den Rapport angelegt werden. Hierauf wird das eigentliche Zeichnen oder vielmehr Malen des Musters mit Wasserfarben begonnen. Die Ackermann’schen sind hiezu die tauglichsten. Wir haben Farben verschiedener Marken versucht, keine haben so fest, selbst auf rauhen Stoffen,gehalten, wie dieoben genannten ; auch kleben sie weniger an dem Stickfaden als andere. Je nach der Farbe des Stoffes, auf welchen die Zeichnung gepaust wurde, nimmt man Blau, Schwarz, Gelb oder Weiss. Zum Zeichnen auf glatten Stoffen lässt sich allenfalls eine Feder verwenden; wir bevorzugen jedoch für alle Stoffe ohne Unterschied einen feinen Pinsel aus Biberhaaren. Je rauher und haariger das Gewebe, desto feiner muss der Pinsel sein, damit die Farbe zwischen den Fasern eindringen kann. Bevor das Zeichnen begonnen wird, wird der Ueberfluss des durch das Pausen eingedrungenen Pulvers abgeblasen. Es ist möglich, dass uns eingewendet wird, dass durch neue Erfindungen das hier angeführte Verfahren längst als veraltet gilt, dass es mit Kolophonium vermengte Pulver giebt, die wenn einmal durchgepaust mit heissem Plätteisen fixirt werden können, dass ferner Gummi enthaltende Pulver mit Spiritus direkt auf dem Stoff aufgelöst werden können und in denselben eindringen, und Anderes mehr. Wir geben zu dass allé diese neuen Verfahren wirklich existiren ; die einen sind aber nur bei Erzeugung von Zeichnungen in grossem Massstab von Nutzen, die anderen hingegen erfordern manchen Hilfsapparat, der selten im Besitz oder im Bereich jener Frauen ist, die Handarbeiten zu ihrem Zeitvertreib anfertigen. Das Zuri.ch.ten der Stoffe und Vertheilen der Zeichnungen. — Während unserer langjährigen Praxis hatten wir viel mit Industriezeichnern zu verkehren, und zwar mit wirklichen Künstlern in ihrem Fach, so lange es sich darum handelte ihre Fähigkeiten nur auf Papier zur Geltung zu bringen, die aber vor unüberwindlichen Schwierigkeiten standen, sobald sie genöthigt waren ihre Muster auf Stoff zu übertragen. Wir wollen im Nachstehenden unsere Leserinnen mit so PRAKTISCHE ANGABEN 590 manchem Vortheil bekannt machen, der ihnen nicht nur nützlich, sondern zuweilen sogar sehr wichtig werden kann. Zu diesem Zweck wollen wir zu einem der ersten Verfahren, zum Pickiren zurückgreifen. Beim Vorrichten des Pauspapieres muss Sorge getragen werden, dass ausserhalb der Zeichnung ein 4 bis 5 c/m. breiter Rand bleibe, damit das Pulver während des Aufreibens nirgends ausser durch die kleinen Löcher in den Stoff dringen kann. Ist eine Zeichnung einfach aus 4, 6 oder 8 gleichen Motiven zusammengestellt, so kann sie in ebenso viele Theile zusammengelegt werden und können alle gleichzeitig gestochen werden; ist die Zeichnung jedoch eine freie, so ist man gezwungen, jedes Motiv oder auch die ganze Zeichnung nach den einzelnen Contouren zu stechen. Bei der Uebertragung der Zeichnungen auf Stoff, darf auf diesen nirgends eine Eintheilung mittelst Blei, Kohle oder Kreide vorgenommen werden ; selten nur gelingt es solche Striche, die überdies häufig störend wirken, von den Stoffen ganz zu entfernen. Bevor man nun zum eigentlichen Zeichnen schreitet, ist der Stoff genau in vier Theile zu theilen, dann bestimmt man wieder genau die Breite des nach aussen frei bleibenden Randes ; ausnahmsweise nur wird eine Musterung bis an die äusserste Stoffkante gerückt. Stoffe, welche einen Bug annehmen können, wie Leinwand und Baumwollgewebe, kann man, gleich dem Papier, auf vier Theile Zusammenlegen, den Bug durch Streifen fest markiren, damit er sich bis nach Vollendung der Zeichnung erkennen lässt. Dieser Eintheilung hat eine zweite nicht minder wichtige zu folgen, nämlich das Markiren der diagonalen Linien, die zum richtigen Einstellen der Eckfiguren unumgänglich nothwendig vorhanden sein müssen. Die meisten unserer Leserinnen werden die Diagonale mit Blei und Lineal auf dem Papier, die wenigsten jedoch in Stoff zu bestimmen wissen, obwohl die Sache sehr einfach ist. Es genügt eben die Ecke des Stoffstückes so umzulegen, dass der äusserste Faden der Webe- oder Schnittkante parallel mit der Schusskante läuft, bei welcher der Umbug gemacht wurde. Durch dieses zweimalige Legen und Streifen ist der Stickgrund in 8 gleiche Theile eingetheilt. Die Einrichtung des PRAKTISCHE ANGABEN 5gi Aussenrandes ist leicht herzustellen, wenn Stickereiart und Stoff das Ausziehen eines Fadens gestatten ; die durch das Entfernen des Fadens entstandene Rinne gilt als Richtschnur zum Ansetzen der Zeichnung. Will oder kann man nicht vor dem Zeichnen einen Faden ausziehen, so hat man den Grund durch Vorziehen abzugrenzen. (Siehe auch Abb. 252 ). Auf Tuch, Seidenstoffe und Peluche kann die Geviertein- theilung nicht wie auf waschbaren Stoffen durch einen einfachen Bug angedeutet werden; der erste Stoff nimmt keinen Bug an, die anderen würden dadurch verdorben werden. Praktisch ist es, sämmtliche letztangeführte Stoffarten in den Rahmen zu spannen, dann die Eintheilung auf folgende Art zu treffen. Man nimmt einen ziemlich kräftigen Faden, versieht ihn an einem Ende mit einer Schlinge, in die, bevor sie zugeschürzt ist, eine Stecknadel gelegt wird. Hierauf stellt man in vertikaler Richtung mittelst Zirkel die Mitte des Stoffes fest; wo sie sich ergiebt, wird die mit dem Faden versehene Stecknadel eingestellt; dasselbe wiederholt man auf der entgegengesetzten Seite, wo dann eine zweite Nadel, mit welcher der Faden angespannt wird, eingestellt wird; dann werden Fäden noch in horizontaler Richtung und im schiefen Winkel gespannt. Diese Grundlinien verhelfen zu einer genauen Vertheilung der Musterungen, beschädigen den Stickgrund niemals und können sofort nach dem Pausen entfernt werden. Bevor eine Zeichnung entgiltig gepaust wird, hat man sich noch eher zu vergewissern ob sie auch in der Grösse genau dem verfügbaren Raum, dem vorhandenen Stoff oder dem Zweck der Arbeit entspricht. Angenommen, man will einen Streifen mit Eckenbildung auf Stoff zeichnen, so ist zuerst genau zu berechnen, ob und wo die Rapporte zusammenstossen ; diese Punkte können auf dem Stoff ganz leicht durch feines Pausen markirt werden. Bleibt nun eine Lücke offen zwischen den Rapporten oder sind sie zu lang um in dem gegebenen Raum eingefügt zu werden, und ist das Missverhältniss nicht bedeutend, so kann durch Hinausrücken der Zeichnung gegen den freien Rand zu abgeholfen werden. Ist hingegen der Unterschied ein PRA KTI SC H E ANGABEN 592 merklicher, so muss die Zeichnung passend umgestaltet werden. Das Umstellen und Verdoppeln der Zeichnungen mittelst Spiegeln. — Wir haben soeben die Zweckmässigkeit und auch die Nothwendigkeit betont, die Zeichnungen den Verhältnissen anzupassen. Um sich nun selbst mühelos alle Musterungen ohne Beistand des Zeichners nach dem gegebenen Mass zurecht zu richten, nimmt man zwei Spiegeltheile (Penelope-Spiegel) ohne Einfassung, deren Verwendung aus den folgenden Erklärungen hervorgeht. Will man aus einer geraden Bordenzeichnung nur einen kürzeren Theil verwenden, oder nach deren mehrfacher Wiederholung eine Ecke bilden, so stellt man den Spiegel im ersten Fall geradlinig wo die Borde unterbrochen werden soll, im zweiten Falle von der äusseren Stichreihe aus genau in diagonaler Richtung nach innen; die Eckbildung ist hierauf im Spiegel ersichtlich. Abb. 883 . Das Umstellen und Verdoppeln der Zeichnungen mittelst Spiegeln Um aus einer Borde Vierecke zu bilden, nimmt man zwei Spiegel, rückt sie dort wo beide diagonalen Linien Zusammentreffen aneinander, und die Zeichnung erscheint darin, wie es in der Abb. 883 ersichtlich, als ganzes Viereck. So leicht nun die Eckenbildung oder Verdopplung der PRAKTISCHE ANGABEN 5 9 3 Muster mit Hilfe der Spiegel auch herzustellen ist, so ist es doch nothwendig vor Beginn einer grösseren Arbeit genaue Berechnung anzustellen, welche Theile der Zeichnung die Mitte des Stoffes einnehmen und welche zur Eckenbildung bestimmt sind. Denn nicht jeder Punkt eines Ornamentes eignet sich zur Wiederholung. Man versuche daher die günstigste Stelle, an welcher sich die Figuren am gefügigsten zeigen, zu treffen, um den geraden Lauf der Zeichnung über eine Ecke zu führen oder um ein Viereck daraus zu bilden. Eine weitere Verwendung des Spiegels tritt bei Musterungen ein, welche entweder zu schmal oder zu breit sind und demnach verdoppelt, sogar verdreifacht werden sollen. kS wm? L - A« /(Uß 7 V (BlP ü n tw ■ aMk ^ . M /Vs. 1 Vs fl V\*T‘V \fcr m-M Ml A^4 Mm 11/ y ,< v-%/\ 1 Ä r V ^ / * A A. ‘4 1 ; ■ %ll |JB \\ M V#. \ » JmL ;JT 0 ;• 1 jf jym; A'*' • ; 1/ fff) ’I \T\a fi '> M v »•« * 'v ; V# \ 1 \\ v ■» \rol \$ Pf/ / L r / 1Ä''' i ! SA; V ■ '^r / ■ m vf l! 1- lUj/l S Vwttfl w i§ (v\ , II 1 VHlf/ \ 1 <%/ \llK AeAi 1 /\f\ Ivulil m aL < m il W 1 YW mät Y/M 1 ,• Pi V I" W \ A V^VlViC 1 WaO *4 '.'s 1 XL i/ H ;/vLi ftf'\ iviUii Jr ‘Vyj \1 V/7jAra^\i [Sa , Abb. 884. Das Quadriren des Grundes vor dem Abzeichnen. Verändern der Grössenverhältnisse einer Zeichnung' durch Quadriren des Grundes (Abb. 884, 885). — So praktisch auch die Spiegel sich bei Eckenlösungen und beim Bilden von Mittelfiguren auch erweisen mögen, so ist dieses Aushilfs- 594 PRAKTISCHE ANGABEN mittel in Fällen die eine gründliche Umgestaltung einer Zeichnung fordern nicht ausreichend. Gesetzt den Fall, ein ziemlich gross angelegtes fortlaufendes Muster soll auf einen Stoff’ übertragen werden, auf welchem es, weil das Stück zu klein, nicht gut anbringlich oder im Effekt verlieren würde; oder ein kleines, zarter eingetheiltes Dessin soll auf eine grosse Stofffläche gezeichnet werden auf der sich das Ganze wieder als zu unbedeutend, oder vielmehr zu eng entworfen herausstellt, so wird man unbedingt versucht sein die Hilfe eines Zeichners in Anspruch zu nehmen oder der scheinbare Schwierigkeiten verursachenden Arbeit ganz zu entsagen. Weder das eine noch das andere ist nothwendig wenn man die hier folgenden Angaben sich zu Nutze machen will. Abb. 885 . Die Eingezogene Zeichnung durch Kleinquadriren des Grundes. Man nimmt gross quadrirtes Papier, stellt sich selbes im Nothfall selbst her und copiert das Muster darauf. Auch kann man die Quadrirung direkt auf der Zeichnung vornehmen, Abb. 884. Auf einem zweiten Bogen Papier werden ebenfalls Quadrate vorgerichtet um den vierten, dritten Theil oder um die Hälfte kleiner als jene des ersten Bogens. Beträgt nun die Länge der Seitenlinie eines Quadrates i 5 m/m. und das Muster soll um ein Fünftel eingezogen werden, so dürfen die neuen Quadrate nur 12 m/m. messen. PRAKTISCHE ANGABEN 5g5 Der umgekehrte Fall tritt ein wenn die Zeichnung um ein Fünftel gedehnt werden soll, wo dann 18 anstatt 12 m/m. per Quadrat zu rechnen sind. Nach der Eintheilung ist es dann ein Leichtes der Zeichnung streng zu folgen, sie zu vergrössern oder zu verkleinern. Hat man dagegen ein Muster nicht nach Papiervorlage, sondern nach einer vollendeten Arbeit abzunehmen und will man gleichzeitig die Verhältnisse der Grösse auf die oben angeführte Weise verändern, so hat Folgendes zu geschehen : Man spannt die Stickerei gleichmässig auf ein Brett, misst mit dem Centimetermass die Länge, dividirt die Centimeter durch die Einheiten welche dem Verhältniss der vorzunehmenden Copie entsprechen. Bleiben Bruchtheile von Centi- metern, so vertheilt man sie in Millimeter, wenn erforderlich in halbe Millimeter, um die gleiche Quadrirung heraus zu finden. Hierauf richtet man den Zirkel genau auf die berechnete Weite und theilt mit demselben die Felder aus. Wo der Zirkel trifft stellt man eine mit einem angeknüpften Faden versehene Stecknadel ein, so dass so viele Fäden als sich Quadrate ergeben gesteckt werden müssen. Auf der zweiten Seite genügt es dann die auf der ersten gerichteten Fäden lothrecht herunter zu spannen. Die Querfäden sind auf die gleiche Weise anzubringen. Dass eine bereits montirte Stickerei nicht wie eine flache auf ein Brett gespannt werden kann ist selbstverständlich, mit einigem praktischen Sinn wird man immer Mittel und Wege finden um die Quadrirung so vorzunehmen, dass dem Gegenstand selbst keine Beschädigung zugefügt wird. Umgestaltung einer Zeichnung nach der Breite unter Belassung der ursprünglichen Höhe (Abb. 886, 887, 888). — Zuweilen ist man auch gezwungen eine Musterung nur nach einer Richtung zu modifiziren, so dass sie in der Originalhöhe unverändert bleibt. In diesem Fall wird die Zeichnung in Rechtecke eingetheilt. In Abb. 886 ist eine Litzenarbeit dargestellt und in Quadrate eingerichtet, in Abb. 887 ist die wagrechte Linie des Viereckes dagegen um ein Drittheil länger gezogen als im Original, so dass die Musterung bedeutend gedehnter erscheint, während in Abb. 888 die senkrechten Striche 5g6 PRAKTISCHE ANGABEN um ein Drittheil aneinander gerückt sind, wodurch das Muster gedrängt wird. Diese Eintheilungsmethode einer Zeichnung erleichtert ausserordentlich die sich als nothwendig erweisenden Umge- Abb. 886. Muster für Litzenarbeit als Vorlagf.. Abb. 887. Das Muster in Abb. 886 in die Breite gezogen. r.iRS Abb. 888. Das Muster in Abb. 886 enger gestaltet. wmf' ’£ » V staltungen einer Zeichnung und die im Zeichnen auch noch so wenig geübte Hand wird es doch noch zu Wege bringen den Inhalt eines Quadrates wiederzugeben. Das Zubereiten des Kleisters für Auflegarbeiten. — Es mag allerdings befremden, dass wir einer anscheinend so PRAKTISCHE ANGABEN 597 einfachen Sache einen eigenen Artikel widmen, sie ist aber trotzdem bei Auflegarbeiten von grosser Wichtigkeit, denn durch schlecht zubereiteten Kleister kann nicht nur der Auflegstoff, sondern auch alle oft kostspieligen Zuthaten verdorben werden. Man giebt Weizenstärke — nicht Reisstärke — in ein Gefäss mit rundhohlem Boden, giesst nur so viel Wasser darauf als unumgänglich nothwendig um die Stärke aufzulösen und verrührt die Mischung mit einem Holzlöffel so lange bis keine Körnchen mehr zu fühlen sind. Während dessen wird reines Wasser auf das Feuer gesetzt; wenn es kocht kommt ein wenig pulverisirtes Pech oder Tischlerleim (für */« Liter Wasser ungefähr so viel wie eine Erbse) dazu, dann lässt man die aufgelöste Stärke unter beständigem Rühren in das kochende Wasser einlaufen. Nachdem die Mischung noch einige Male aufgewallt hat zieht man sie vom Feuer zurück und rührt fort bis der Kleister erkaltet. Wird das Rühren vor dem Erkalten der Masse ausgesetzt, so bilden sich Knöllchen die, wie es schon im vorhergehenden Kapitel betont wurde, sich niemals zwischen Papier und Stoff einschleichen dürfen. Dieser Kleister verursacht keine Flecken, selbst auf der zartesten Farbe, weil er keine Säure enthält. Im Winter kann man ihn länger gebrauchen als im Sommer, wo er schneller zu gähren beginnt. Wir rathen entschieden von der Verwendung von Gummi arabicum ab ; es wird so hart, dass man mit Mühe die Nadel durch die geklebten Musterpartien bringt, ferner lauft man stets Gefahr, dass der im Gummi enthaltene Zuckerstoff in den Geweben hässliche Spuren nach dem Trocknen zurücklässt. Nach vollendeter Arbeit ist es vorsichtig mit einem feinen Borstenpinsel die Kehrseite der Stickerei noch flüchtig mit Kleister zu bestreichen und erst wenn er vollständig eingetrocknet, sie aus dem Rahmen zu nehmen. Das Steifen neuer Arbeiten. — Auf Seite 474 des Kapitels der Irländer-Spitzen wurde angemerkt, dass derlei neue Arbeiten zu glätten sind; dies hat auf folgende Art zu geschehen : Wenn die Spitzenarbeit von der Vorlage getrennt ist, so legt man sie auf eine weisse feine Flanellunterlage mit der Kehrseite nach oben ; hierauf taucht man ein Stück neuen sehr 38 5g8 PRAKTISCHE ANGABEN steifen Organdin in Wasser, zieht es rasch wieder heraus und windet es massig aus. Man betupft mit dem feuchten Stoff die Kehrseite der flach aufliegenden Spitze und glättet dann mit heissem Eisen das man nur langsam vorwärts bewegt damit die durch den Organdin mitgetheilte Feuchtigkeit wieder vollständig verdunsten kann. Erst wenn man sich überzeugt hat, dass die Spitze wieder ganz trocken geworden, entfernt man sie vom Brett. Wir kennen kein besseres Mittel um derlei Arbeiten die gewisse Appretur zu verleihen die das Kennzeichen des Neuen ist. Klares Wasser allein steift nicht genügend und bei Stärke trifft man nicht immer den richtigen Grad, während man mit Organdin immer das Richtige treffen wird. Dieselbe Art des Steifens ist auch auf Netzstickereien anwendbar; man befeuchtet sie auf der Kehrseite während sie noch im Rahmen sind und lässt sie darin vollständig trocknen. Auch Leinenarbeiten können so appretirt werden ; wenn jedoch der Leinenstoff stark verknittert ist und viele harte Brüche zeigt, deckt man ein feuchtes Tuch über den ganzen Gegenstand, glättet über beide, zieht dann das feuchte Tuch wieder weg um die Stickerei dann noch mit dem Eisen ganz zu trocknen. Das Waschen der gewöhnlichen Spitzen. — Die Spitzen werden über eine gleich weite Flasche gewunden und dann mit Mousselin ganz bedeckt, einige Stiche über die Endkante befestigen ihn an die Spitzen. Hierauf füllt man die Flasche zur Hälfte mit Sand, damit sie im kochenden Wasser nicht zu heftig geschüttelt wird. Man füllt so viel kaltes Wasser in den Topf ein als nothwendig, dass es über die Spitzen reicht, fügt ungefähr ein nussgrosses Stück Seife bei und wenn die Spitzen sehr schmutzig sind einen Messerspitz Salz, stellt die Flasche hinein und lässt es während einer Stunde ungefähr sieden. Wird das Wasser schmutzig, so erneuert man es so oft als es erforderlich. Bleibt das Wasser rein, so ist auch der Schmutz aus der Spitze vollständig herausgekocht und man kann sie immer noch auf der Flasche, in kaltem Wasser ausschwenken bis die Seife ganz weggespült ist und dann trocknen lassen. Das Waschen der eohten Spitzen. — Der Vorgang ist PRAKTISCHE ANGABEN 599 derselbe wie bei den gewöhnlichen Spitzen ; da dieselben aber in der Regel selten geputzt werden, sind sie meistens mehr mitgenommen, gelber und wenn einmal schlecht und verkehrt behandelt worden auch heikler zu putzen als andere. Weisen die Spitzen nun Schmutz- oder Fettflecken auf, legt man sie einige Stunden oder auch einige Tage in feines Olivenöl. Das Lagern im Oel giebt dem durch Waschen oder Liegen mürbe gewordenen Zwirn seine ursprüngliche Elasti- cität wieder. Die weitere Behandlung der Spitzen ist nach den obigen Angaben vorzunehmen. Das Steifen der Spitzen. — Die getrockneten Spitzen werden in dünne Stärke eingetaucht. Man nimmt dazu feine Weizenstärke, theilt das muthmasslich erforderliche Quantum in zwei Theile, und löst beide Theile mit kaltem Wasser auf, den einen kocht man jedoch dann auf die vorhin erwähnte Weise. Ist die gekochte Stärke so weit erkaltet dass kein Dampf mehr entweicht, wird die kalte Stärke noch hineingerührt und sind beide Theile gut vermengt, werden sie mit kaltem Wasser so weit verdünnt, dass sie ungefähr im Gehalt guter Sahne gleichkommen. Wünscht man die Spitzen leicht getönt, so giesst man noch einige Tropfen schwarzen Kaffee dazu oder nimmt statt Wasser helles China- oder Eibischtheewasser. Die erste Beimischung tönt die Spitzen dunkel cremefarbig, die beiden anderen tönen sie heller und mehr in’s Grünliche spielend. Die Spitzen werden in die vorgerichtete Masse getaucht, dann giesst man behutsam das Uebermass der Stärke aus, ohne jedoch die Spitzen zu winden, legt sie flach auf die linke Hand und klopft mit der rechten durch einige Minuten darauf, damit die Appreturmasse gut eindringt •, man wiederholt noch zweimal dieselbe Procedur, wickelt die Spitzen in feines Leinen und lässt sie ruhen bis man sie glätten oder nadeln kann. Das Glätten der Spitzen. — Nachdem die gestärkten Spitzen ein bis zwei Stunden im Tuch gelegen haben, glättet man sie wenn es Maschinspitzen und nadelt sie aus wenn es Irländer-, Filet-guipure- oder echte Point-Spitzen sind. Bevor man zu glätten anfangt, nimmt man die Spitze, die Kante nach oben gekehrt in die linke Hand und zieht mit der 6oo PRAKTISCHE ANGABEN rechten alle Pikots gleichmässig auf. Ist dies nach der ganzen Länge der Spitze geschehen, so legt man sie flach auf ein mit Flanell überspanntes Brett und glättet sie mit mässig heissem Eisen. Man lässt das Eisen so lange über die Spitze hin- und hergleiten bis dieselbe vollkommen ausgetrocknet ist. Wenn sich falsche Büge ergeben haben, nimmt man einen feuchten Schwamm — es ist rathsam einige Tropfen der Stärke dem Wasser beizumengen — betupft leicht damit den Bug und glättet dann wieder darüber. Sobald die Spitze nach der ganzen Länge geglättet ist, zieht man sie schräge von links nach rechts, dann von rechts nach links aus und fährt noch einmal mit dem Eisen darüber. Auf diese Weise erhalten die Spitzen jene natürliche Weichheit die wir an neuen so sehr schätzen. Das Nadeln der Spitzen. — Um Spitzen gut nadeln zu können ist die Anschaffung einer Trommel 3o c/m. breit mit einem Durchmesser von 40 bis 5o c/m. nothwendig. Die äussere Seite wird flach gepolstert und mit Drillich oder Inlet- stoff überzogen. Die Stecknadeln müssen in der Stärke der Grösse der Pikots entsprechen ; Stahlnadeln sind unbrauchbar. Die Trommel ist mit blauem Papier zu überlegen, dann wird von der Spitze nur so viel aus dem Tuch genommen als man auf einmal nadeln kann, das Uebrige bleibt im Tuch eingeschlagen. Man beginnt das Nadeln beim Fuss der Spitze indem man ihn geradlinig spannt und in kleinen regelmässigen Zwischenpausen die Stecknadeln einstellt. Dann wird an der Kante jedes Pikot einzeln genadelt; sie dürfen nicht aufgedreht, und wenn sie es schon sind, so müssen sie wieder zugedreht werden. Wenn das Nadeln mühsam ist und die Spitze eher trocknet als die Nadeln gesteckt sind, befeuchtet man partienweise die Pikots mit einem Schwamm und nadelt die feuchte Stelle. Ganz trockene Spitzen dürfen niemals genadelt werden, die Fäden der Pikots brechen zu leicht, und eine Spitze mit durchgerissenen Pikots wird werthlos und wäre sie sonst noch so schön. Reliefspitzen müssen ausserdem mit der Spitzenahle ausgeprägt werden. Manche Putzerinnen benützen die Ahle auch zu Valenciennes-Spitzen, nachdem dieselben aber als neue PRAKTISCHE ANGABEN 601 Arbeit ganz flach sind, möchten wir davon abrathen, die kleinen Figuren derselben auszubeinen. Die genadelten Theile bleiben auf dem Cylinder bis sie ganz trocken sind ; sind die Spitzen meterweise zu nadeln, kann man sie auch einige Male um die Trommel laufen lassen. Die fertig genadelten Spitzen sind sorgfältig in Papier einzuschlagen, der zuerst genadelte Theil muss zum Schluss eben so rein sein als der letzte. Schliesslich wollen wir noch empfehlen, das Putzen der Spitzen nur zu einer Zeit in Angriff zu nehmen wo man sicher vor Unterbrechungen und Störung ist, besonders das Nadeln soll ohne Aufenthalt durchgeführt werden können. Das Waschen von farbigen Stickereien. — Zu diesem Zwecke verwende man nur gute neutrale Seife und vermeide Soda, Waschpulver und Chlor. Man wasche die Arbeit in heissem Seifenwasser schnell durch, ohne unnöthiges Reiben und Zerren, und spüle sie dann mehrmals in kaltem Wasser. Man drücke sie leicht mit der Hand aus, ohne zu ringen und trockne sie sofort durch Bügeln auf der Kehrseite mit einem nicht zu heissen Eisen. Ist die Stickerei aus starkem Stoff, so bügle man sie, indem man sie zwischen zwei Tücher legt, die Kehrseite nach oben. Es kommt vor, dass Stickereien, nach einem ersten unvollständigen Waschen, durch das von dem Garn losgelöste Uebermass an Farbstoff, leicht getönt erscheinen. In diesem Falle sind sie einigemale durch lauwarmes Wasser zu ziehen und die Färbung, welche man übrigens durch genaue Befolgung unserer Vorschriften vermeiden kann, verschwindet vollständig. Wünscht man weissen Stoff leicht getönt, so ist, wie wir bei den Spitzen bereits angegeben, vorzugehen, das heisst, die Arbeit ist in einen stark verdünnten Absud von Thee oder Kaffee zu tauchen. Um eine in waschechter Seide angefertigte Arbeit zu waschen, befolge man genau und mit grösster Vorsicht die oben gegebenen Vorschriften; es muss stets weiches und nur lauwarmes Wasser genommen werden, die Stickerei, ohne zu Ö02 PRAKTISCHE ANGABEN winden, schnell getrocknet und eher gemangt als geplättet werden. Die Zuthaten. — Wir erwähnten in der Vorrede, dass die Wahl der Farben und Zuthaten den Damen durch die die Vorlagen begleitenden Angaben bedeutend erleichtert wird, und wir sind auch, so weit es anging, unserem Worte treu geblieben. Um jedoch den Text dieses Buches nicht zu überladen, konnten die Angaben nur für die Verwendung der Baumwoll- Garne gegeben werden. Der grösste Theil unserer Vorlagen kann auch in Seiden-, Leinen-, Schafwoll- und Ramie-Garnen ausgeführt werden, je nach dem Zwecke der Arbeit; daher machen wir unsere Leserinnen auch mit diesen Artikeln näher bekannt. Zu diesem Behufe ergänzen wir dieses Werk durch eine Reihe von vergleichenden Tabellen, welche die Stärke- und Farb-Nummern der verschiedenen Produkte angeben, welche unter der Marke D.M.C verkauft werden. Diese Tabellen ermöglichen es, Arbeiten in Seide, Leinen, Schafwolle oder Ramie auszuführen, indem man sich der Angaben bedient, welche wir für die Baumwoll-Garne aufgestellt haben. Wir glauben darauf hinweisen zu müssen, dass, wenn wir die Marke D.M.C vor jeder anderen empfehlen, es aus dem Grunde ist, weil uns eine langjährige Erfahrung gelehrt hat, dass die Produkte, welche diese Marke tragen, von ganz besonderer Güte sind und eine ungewöhnlich grosse Auswahl in Stärke-Nummern und Farben aufweisen, ohne welche es unmöglich ist, wirklich kunstvolle Arbeiten auszuführen. Die Striche, welche auf den Tabellen neben jeder Nummer stehen, geben genau die Stärke des betreffenden Fadens an. Um nun, bei etwaigen Bestellungen, die Nummer einer Garnsorte genau bezeichnen zu können, nimmt man einen Muster- faden, spannt ihn leicht an, und vergleicht ihn mit den verschiedenen Strichen, bis man auf den mit dem Muster genau übereinstimmenden trifft. Was die Farben betrifft, so sind die Leinen-, Schafwoll- und Ramie-Garne in denselben Schattirungen wie die Baumwoll-Garne gefärbt; man kann desshalb bei Verwendung dieser Garne sich derselben Farbnummern bedienen, welche in PRAKTISCHE ANGABEN 6o3 diesem Buch für Baumwolle empfohlen sind. Die Seidengarne hingegen, welche nicht auf die gleiche Weise gefärbt werden können, haben abweichende Benennungen und Nummern erhalten; dieselben befinden sich auf der besonderen Tabelle für Seiden. Wir schliessen mit einem nicht unwichtigen, wohlgemeinten Rath, nämlich, sich vor Beginn einer grösseren Arbeit mit mehr Garn, als bei genauer Berechnung voraussichtlich verbraucht wird, zu versehen, um nicht in die peinliche Lage zu kommen, einen begonnenen Gegenstand unfertig bei Seite legen, oder gar denselben mit ungleichem Faden vollenden zu müssen; denn es besteht gewöhnlich eine kleine Abweichung im Ton zwischen den zu verschiedenen Zeiten gekauften Garnen. 604 PRAKTISCHE ANGABEN Verzeichniss der Spezialartikel welche zum Sticken, Nähen, Stricken, Häkeln nnd im Allgemeinen zu allen weiblichen Handarbeiten nnter der Marke D.M.C verfertigt nnd verkauft werden. Baumwolle : Fils d’Alsace. — Fil à dentelle (Spitzenzwirn). — Demi-Alsace. — Tiers-Alsace. — Soie de coton. — Cotons à broder (Stickgarne). — Cordonnet 6 fils (Häkelgarne 6 fach). — Cotons pour crochet (Häkelgarne 4 fach). — Cotons à tricoter (Strickgarne). — Coton cannelé (Geripptes Garn). — Cotons pour bonneterie (Wirkgarne). — Cotons à feutrer (Beistrickgarne). — Mouliné 3 et 8 fils. — Cotons à repriser (Stopfgarne 3 und 8 fach). — Cotons à coudre, qualité supérieure et bonne qualité (Nähgarne). — Fils spéciaux pour machines à coudre (Spezielle Garne für Nähmaschinen). — Cotons à marquer et Fils à pointer (Zeichengarne und Knüpf- garne). — Fils pour gants (Handschuhgarne). — Retors pour la mercerie. — Lacet superfin d’Alsace et Lacet I re qualité (Litzen, extra feine Qualität und prima Qualität). — Soutache und Galons d’Alsace D.M.C, u. s. w. Seide (waschechte Farben) : Soie moulinée (Flache Stickseide). — Soie double (Stickseide 2 fach). — Soie triple (Stickseide 3 fach). — Soie perlée (Perlseide). — Cordonnet de soie (Seiden-Cordonnet). Wilde Stickseide (Soie sauvage). Leinen : Lin à broder (Leinen-Stickgarn). — Lin à tricoter (Leinen-Strickgarn). — Lin floche (Flaches Leinengarn). Wolle : Laine à broder (Stickwolle). — Laine à tricoter (Strickwolle). — Laine à crocheter (Häkelwolle). Ramie : Ramie à broder (Ramie-Stickgarn). — Cordonnet de ramie (Ramie-Cordonnet). PRAKTISCHE ANGABEN 6o5 Gold und Silber: Or et Argent fins pour la broderie (echte Gold- und Silbergespinnste für Stickerei). Diese Artikel werden in allen Stärken in Ecru (ungebleicht) in Weiss, in Schwarz und in allen Farben geliefert; sie sind durch die Kurzwaaren- und Stickereigeschäfte zu beziehen. Die Mannigfaltigkeit der unter der Marke D.M.C verkauften Erzeugnisse ist jedoch eine so grosse, dass es auch den best- assortirten Geschäften unmöglich ist, sie alle auf Lager zu halten. Da nun aber die Aktiengesellschaft für Textil-Industrie, vormals Dollfus-Mieg & C ie , welche die Artikel D.M.C verfertigt, den mit ihr und ihren Niederlagen in Verbindung stehenden Geschäften die Möglichkeit bietet, auch kleine Waaren-Posten von ihr zu beziehen, so wird es den Consu- menten immer ein Leichtes sein, durch Vermittlung dieser Geschäfte, sich jeden Artikel, den sie bedürfen, kommen zu lassen. Alphabetisches Verzeichniss der Namen sowie auch für die Färbung der Produkte in BAUMWOLLE, der LE Couleurs F«rb«a Bleu d’Azur Bleu-Canard Bleu cendré Bleu de Ciel Bleu-Fayence Bleu de France Bleu-Gentiane Bleu-Gris Bleu gros (Gros bleu) Bleu-lndigo Bleu-Lapis Bleu-Marin Bleu-Outremer Bleu pâle Bleu-Pervenche Bleu-Prunelle Bleu tendre Bleu vert Bronze doré Trii-olalr Très-foncé fUhr dvnkal Foncé Dsnkal Bahr ball 3305 3301. ....3302. ....3303.3304 3300 312 343 507 683 668 3357. ...3358 488. .489 3359 301.401.I.402 3451. il... .3452..3453 3312.33 Acier Amadou d’Argent Bleu Bois Brun Castor Cendre Coutil Deuil de Fer Feutre Ficelle Foin Fumée Lilas Lin Mastic neutre Noisette Perle de Plomb Poussière 3650.3651 329. .383 3652 384 719 592 612 410 647 414 323 657 3600. ...3601.3602.3603 635.I.636.637.638 460.461.462 520.!.521.h.522.523.524 640.641.642.643.644 3332.!... .3333.3334.|i... .3335. ... .3336 716.'!.717 718 620.621.622. j .623.624 420.421.422.423.424 625.!.626.627.628.'.629 378.|.379.380. Il .381. .382 3630.i... .3631.3632. 1 ... .3633.I... .3634 3604 Souris...425 427.428 393.330 3330. ...3331 597.598 Tilleul Tourterelle verdâtre Jaune-Citron Jaune-Crême Jaune-Cuir Um Irrthümern vorzubeugen wird dringend gebeten, die Farben . lrn *iF Die Farben, deren Nummern mit 3 | 0t j Brun-Acajou Brun ancien Brun-Cachou Brun-Cannelle Brun-Caroubier Brun-Chamois Brun-Cuir Brun-Feui Ile-morte Brun-Havane Brun-Loutre Brun-Marron Brun-Myrthe Brun-Puce i Brun-Rouille der Nummern der 500 Farben, welche die Farbenkarte, LEINEN, WOLLE und RAMIE, Marke DMC, bilden. Couleurs Très-foncé Foncé Moyen Clair Très-clair 1 Farben Sehr dank«! Dankt! Mltttlton H«ll 8 #hr bel! R7R. .576. . R77 . . .578. .579. .677. . 443 . .444. . . 363. .364. .308 ... .365. .366. .667. .725. .726. .727. _3360. _3361. 678. .679. .680. ... .313_ ' .398. .314. .328. .399. .310. 681. . 473 . . . 3704. ... 3705. _3707 _3708 .. . .570. .571. .572 _ .573. .574. _3350. _3 3 R 1 _3352 _ _3353. _3354. .565. .R RR. .RR 7 .568. ... .RfiQ .360. .306. .361 ... .332. .362... . .496. .497. .346. .347. .304 _ .305. .348. _3315. _3316. _3317 _ _3318. ...3319... _ 447 _ 449 .. 1RO Rouge-Ecarlate. .464 .. . _3337. _3338. _3339 . . _3340. ...3341. .684. .685. ... fiftR .687 . 688 .349. . 350. .351 .3.R9 . 353 .358. . 359 . .39R .309 . 335 _3605. _3606. _3607 _ _3608.. .. _3609.. . _3342. _3343 _ _3344. ... _3328 _3329 Vert-Bouteille. . 492. 1Q3 1 Q 1 1QR Vert-Bronze. . 670... R7 1 R73 Vert-Canard. ... R4R. . Vert doré. .Rfl 1 Rftl Vert d’Eau. ..... 7 1 R Vert-de-gris. 17 R Vert-Emeraude. .556. . 557 R RR . 559 Vert-Fauve. .690. RQ I RQ3 Vert-Lierre. .501. .502 . . .504 Vert-Madeira. Vert-Malachite. .561. . . RR9 .... Rfil Vert mat. _3363. . .33R1 .. . 33RR Vert métallique. .466. .467 _ Vert-Mousse. . 469. 17(1 479 Vert-Mvrthe . 536-. R37 . R3Q. Vert-Olive. .... 511 .. . RII Vert-Perroquet. RQR .RQR Vert-Pistacne. .367. ... 320 _ .368 .369... . Vert-Pré. 700 70 1 .7 03 Vert russe.. Vert-Scarabée. 3346.. . 3317 331ft . . . 331Q Violet-Améthyste . _3321. 3322 _ _3323 _3324 Violet ancien. _ 354 |... RR19 .. .3543 .. 3R11 Violet-Lie-de-Vin. .371. .372 _ .373. . 374 . Violet-Mauve . 315. 37R ... .316 . . 377 Violet-Pensée . R31 R39 . _ 533 ... 534 Violet-Pourpre. .724. Violet-Prune. RR I RR9 R R 3 . 554 . Violet-Scabieuse. 397 3QR . 3QR .397... . immer mit ihren Nummern und nie mit ihren Namen zu bezeichnen, oder 4 anfangen, sind die solidesten. *tea Alphabetisches Verzeichniss der Namen sowie auch der der verschiedenen WASCHECHTEN Couleurs Ftrbea Ultra-foncé Ultrft-Daak«l Très-foncé Sehr dmkil Foncé I>*nhfl Moyen IflttMltOB Clair Hcn Très-clair 6«hr t»ll Ultra-clair ! ...1186... . .. .1220... j. Blanc-Neige. 8 ...1107 ...1106... ...1105... .. .1104... .. .1103. . . ...1212... .1107 ...1101... ...1100... .. .1099... .. .1098. im a .. .1012. . . ...1011... .. .1010... .. innq 1 . Bleu-Outremer. 1 f|R7 . . .1056. . . . ..1055... .. .1054... .. .1053. . . . . .1052... Bleu-Paon . 1221 1194 11Q7... ...1191... ...1190... ...1189... i. . .1 ififl... ■ .. insi ... .. .1050... .. .1049... . ..1048. 1 m 7 mis .. .1015... .. .1014. .. .. .1205. 1 1 *3 ...1152... . . .1215.. . ...1151... . .. .1067. . . .. .1066. .. .. .1065. . . . . .1064. .. .. Brun-Fauve. ...1123... .. .1122.. . ...1121... .. .1120 . Brun-Havane . .. .1084. . . .. .1083. . . . . .1082. . . . . .1081 . . . ...1211... Brun-Loutre . .. .1047. .. 1 me imv .. . . .1 044. .. .. .1043. .. . . .1209 . .1012. . . Brun-Marron . 1177 ...1126... ...1125... Brun-Rouille . ...1157... ...1156... .. .1155. . . ...1154 . . 1 71 fi ...1167... |. . .11 66. .. ...1165... ...1164 . 1 9ftft mai... .. .1033.. . .. .1032.. . ...1159... Gris verdâtre . ...1179... ...1178... ...1177 . .. .1075. 1 n7i .. 1073. .. .1 077 ...1071... . . 1070 i na« . . .. .1031 ... 1 oan 1 n9Q ..inon . .. .1027. .. . . . 107fi . , Jaune-Orange . 1118-11171116-1115 ...1114... ...1113... ...1112.. ...1111... ZUR BEACHTUNG. — Das vorliegende Verzeichniss enthält ausschliesslich waschechte Farben ; es konnte demselben bis dahin eine grössere Ausdehnung nicht gegeben werden, weil eben die Zahl der waschechten Farben eine beschränkte ist. Da die Herstellung solcher Farben mit bedeutenden Schwierigkeiten verbunden ist, so kann von einer Lieferung zur anderen, eine vollkommene Gleichheit der Nüancen nicht verbürgt werden ; es dürfte sich demnach empfehlen, bei Inangriffnahme grösserer Arbeiten, sich stets von vornherein mit der zur Durchführung erforderlichen Menge Seide zu versehen. Sämmtliche, die Marke D.M.C tragenden Seidenartikel, werden am Meter verkauft und zwar ohne Farb-Beschwerung, wodurch ihnen die grösstmöglichste Dauerhaftigkeit gesichert wird (*); überdies hat jede Stärkenummer ein gleichförmiges Mass, ob dieselbe in Weiss, in Schwarz oder farbig geliefert werde. Versandt werden nur die in vorliegendem Verzeichniss enthaltenen Nüancen ; Bestellungen nach Muster können in Folge dessen nicht berücksichtigt werden. Ni SE j :r * i I i i i l Nummern, welche die Farbenkarte für die Färbung SEIDEN-ARTIKEL, Marke DMC, bilden. Couleurs Farban Ultra-foncé Ultra-Dunkal Très-foncé Bahr dankal Foncé Dvnkil Moyen ^ Mittalton Clair Hall Très-olair Bahr hall Ultra-clair ‘ Ultra-Hall ...1170... 1...1169... .. .1168... ...1217... .. .1080. . .. .1079. . ! . . .1078. .. 1077 . .1 070 Noir . .. .1008... .. .1007...[ .. .1006.. 1005 1001 . . .1003. . . .1 009 Rouge ancien . ...1041... .. .1040. . • . . .1039.. j|.. .1 038... .. .1037... . . .1030 . 10 3 0 .. .1063... .. .1062. . .. .1061... . . .1910. .. 1 000 Rouge-Cramoisi . ...1185.. ...1135.. ...1134... .. .1133... ...1132... ...1150... 11... 11 48.. • .. .1147... ...1214... . ..1091... .. .1090... ,|.. .1088... .. .1087... .. .1086. . . 1109 1108 .. .1097... .. .1096.. [|. . .1005. . . ... 1 001. .. . . .1003 ...1176... .. .1175.. il. . .1 171. . . ...1173... ...1145.. .. .1144... ...11 43... ...1119... ...1183.. . . .1182. .. ...1181... . . .1 91 R. . ...1131... ...11 30.. ...1129... .. .1128.. . . . .1913 Vert-Myrthe. .. .1140.. |[... 11 39. .. ...1138... ...1137... .1107 1 1 QO ... 1 1 0 5 1021 1093 1099 1091 1090... 1010 1010 1 900 I .. .1200... ...1100. ...1162... i. . .11 61 . .. ... 1100 .. .1203.. ...1201... . . .1991 ij. . . 1 909 . . Wenngleich die sog. wilde Stickseide (Soie sauvage), den in diesem Verzeichniss angegebenen Nüancen entsprechend gefärbt ist, so bietet dieselbe beim Waschen doch nicht die Haltbarkeit anderer Seidensorten, indem die, die waschechten Farben erzeugende Färbemethode, bei dieser Qualität nicht in Anwendung gebracht werden kann.^ (*) (*) Im Allgemeinen wird Seide nach dem Gewichte verkauft, weil u. A. die Schwere der gefärbten Seide, je nachdem das eine oder das andere Färbe- Verfahren gebraucht wird, bedeutend in die Höhe getrieben werden kann und zwar ohne dass dem Aussehen der Seide dadurch geschadet würde. So kommt es denn oft vor, dass bei Einkäufen nach dem Gewichte, der so wie so schon hohe Seidenpreis, für eine erhebliche Proportion von in solcher Seide enthaltenen Chemikalien bezahlt wird, welch letztere nicht nur unnütz für den Färbeprozess selber sind, sondern sogar schädlich auf die Qualität einwirken, indem sie Mängel erzeugen, die leider erst beim Verbrauche bemerkbar werden ; die beschwerte Seide verliert ihren Glanz und wird brüchig. Verzeichniss der Fadenstärken und Nummern der DM-C sowie Breite der Pr So osai 80 MET. FJL D’ALSACE ET FIL POUR MACHINES 20 - 30 - 36 - 40 - 50 - 60 - 70 - 80 - 90 - 100 - 110 - 120 - 130 - 140 - 150 - 160 • 180 - 200 • 250 • 300 400 500 600 700 t3‘£ C U. 2*13 « c * 3 C0 « 44 41 u C U o W > 2 ’S 3 C «9 •- C 2* COTON SPECIAL Im pour la broderie anglaise 3 dit « Madeira » «T-t . .2-° ti [Madeira Stickgarn) >”5 § — X) Dieser Artikel wird in den u £ £ Nummern 16 bis 200, ent- oo^ sprechende Stärken des ~ Coton à broder, geliefert. ^ COTON A BRODER SURFIN (Stickgarn für Monogramme ^ 3 ^ « und zu Batist) h - 3 100 . 120 150 - DMC FIL A DENTELLE ET SOIE DE COTON (Spitzenzwirn) 25 ■ 30 ■ 35 ■ 40 ■ 50 - 60 - 70 ■ 80 ■ 90 100 ■ 120 150 200 OXsm.VK ■ COTON CANNELE (Geripptes Garn) 6 I 8 I 10 I 12 < 14 ■ 16 ■ 18 < 20 1 25 ■ 30 ■ 35 ■ 40 ■ 50 ‘ c £•* « S i 3 C U 0> * tfr—. O ij D 41 'J 41 r ttcf - 4 » £ wt3 £-> ■jj •B-“ g *7T n> U ■-JD 3 JU u c X r n vfck c oc o 3 V O a 14 Ü.S’V £52 CORDONNET D'OR (Gold-Cordonnet) ES • •o j» a •3 4 « •s - &■ DMC 30 COTON A BRODER ET COTON POUR BONNETERIE (Stickgarn und Wirkgarn) 7- 1 ■S c 1 E u c E 2 3 00 E eC 2 if 3 I 4 ■ 5 ■ 6 ■ 8 ■ 10 ■ 12 ■ 14 . 16 - 18 - 20 - 22 - 25 - 30 - 35 - 40 - 45 - 50 - 55 - 60 - 65 - 70 - 75 80 - 90 100 120 150 • 180 — 200 — % 5 4* S U O toi ■ Turtt A BRODER DMC 18 8 mitre* soX> * a a SOIE TRIPLE A BRODER (Stlokselde 3 fach) C01BOKJUI SOLE DE SOIF _c 3 sauvage DMC 20 (j JS o lA ü> "O .fl Û. 2 Je" DMC 20 10 mètre* _ ' so S 11 mitre* MUMUk» J u ■, «as- b »-* e * NUm-MStC* MAma-Maat-Pub CORDONNET DE SOIE (Selden-Cordonnet) RAM1K k BRODER DMC 30 » 0 mit n * MUm-HMAOt RAMIE A BRODER (Ramie-Stickgarn) SQtK MOULINÉE DMC io 8 mitre* nun««»» SOIE MOULINÉE (Flaoha Stlckaalda) 19 4 a *5 « ft PERLEE DMC 40 SS mètre* wimma SOIE PERLEE (Perlaelde) SOIE SAUVAGE (Wilde Stlokselde) LACETS SUPERFINS D’ALSACE (Litzen) N*' Brait* I* MlUlcn. H 4 Y» Za . ., 3 « «OUTACHE DC COTOM DMC 2V« 8 mètre* SOUTACHE DMC Breite Breit* la Mllliau ’ ■■ch vor Nachahmungen und Fälschungen. Nähere Auskünfte über Ausführungsarten, Zuthaten u. s. w., werden bereitwilligst ertheilt durch die Firma TH. de DILLMONT, DÖRNACH (Eisass). itttir-friiiriM't-*" * IN HALTS-VERZEICHN ISS. VORWORT Seite DAS NÄHEN. i Die Stichanen. 5 Verschiedene Nahte. 6 Fältchcn ziehen. io Borten annahen. ta Knopflöcher. i3 Knöpfe annahen. 14 Schlitze einfassen. 15 Passe-Poil — Fischbein annähen — Ueberkreuzen der Nähte. 16 DAS AUSBESSERN . 17 Die Leinenstopfe. 18 Die Atlasstopfe. 19 Die Damaststopfe. ao Das Stopfen in Tuch. ai Das Fleckeinsetzen. aa DIE DURCHBRUCHARBEIT. a5 Gittersäume. a6 Der einfache Durchbruch. 2g Durchbruchmuster. ag Das Ausschneiden und Vernähen der Fäden in Ecken. 41 Der Doppeldurchbruch. 4a Muster für Doppeldurchbruch. 5a TÜLLGITTER UND DAMASTSTICHE. 53 Tüllgitter.•. 53 Muster für Tüllgitter. 54 Das Tüllstopfen. 64 Damaststiche. 65 DAS WEISSSTICKEN. 77 Die Sticharten. 78 Das Bogenschlingen. 81 Die Bindlöcher. 8a Blätter und Müschen. 83 Venetianer-Stickerei. 85 Muster und Alphabete. 86 6 l 2 INHALTS-VERZE 1 CHN ISS Seite PLATT - UND GOLDSTICKEREI. 107 Der versetzte Plattstich. 108 Orientalischer Stickstich. 108 Geflochtener Stickstich und Mosaikstich. 110 Persischer Stich. ■ 11 Muster für Plattstich. itt Chinesische Stickerei. n3 Reliefstickerei. t>4 TürkischeStickerei. tt5 Gerätschaften zur Goldstickerei. 117 Die Sticharten der Goldstickerei. 12t Muster für Goldstickerei. 122 STRAMIN- UND LEINENSTICKEREI. 129 Das Eintheilen des Stickgrundes. t3o Die Sticharten für Stramin. t3i Muster für Straminstickerei . 141 Die Sticharten für Leinen. 14^ Muster für Leinenstickerei. > 56 DAS STRICKEN . 17S Stellung der Hände. 177 Maschen anschlagen. 177 Die Maschenarten . 182 Das Eintheilen eines Strumpfes. 187 Strumpfrand. 189 Fersen an Strümpfen. 190 Strumpfspitzen. 195 Das Ausbessern der Strickerei. 197 Muster für Piquestrickerei. 202 Patentstrickerei.'. 209 Durchbrochene Muster. 216 Muster für Strickereien. 221 DAS HÄKELN. 231 Stellung der Hände. 233 Maschen und Sticharten . 234 Häkelei nach Typenmustern . 25o Häkelmuster mit Soutache. 251 Würfel, Sechseck und Stern. 252 Tunesischer Häkelstich. :. 253 Guimpen-Häkelei. 2 56 Muster für Guimpen-Häkelei.:. 258 Gehäkelte Spitzen . 263 Gehäkelte Decken. 3oi Gehäkelte Sterne. 3x8 Gehäkelter Kragen. 3ä3 Gehäkelte Schutzdecke . 335 INHAL TS-V ERZ KICHNISS 6 l 3 Seite DIE FRIVOLITÄTEN-ARBEIT. 341 Stellung der Hände. 341 Knotenarten. 345 Spitzen- und Sternmuster. 348 DIE KNÜPFARBEIT. 36i Geräthschaften zur Knüpfarbeit . 36z Die Knotenarten. 364 Knüpfschiffchen. 378 Muster für Knüpfarbeiten. 379 DAS NETZEN. 415 Geräthschaften . 416 Die Maschenarten. 417 Gemusterte Netze. 421 Genetzte Sterne. 424 Genetzte Carreaux und Spitzen. 425 Die Nctzstickerei. 433 Das Einspannen des Netzes. 434 Die Sticharten der Netzstickerei . 435 Muster für Netzstickerei . 456 IRLÄNDER-SPITZEN. ^67 Litzen und Zuthaten. 467 Das Heften der Litzen. 469 Stäbchenarten. 470 Zwischenstiche . 472 Spitzenstiche. 478 Pikots. 497 Muster für Irländer-Spitzen. 499 VERSCHIEDENE SPITZENARTEN. 5o3 Geräthschaften zum Spitzenklöppeln . 504 Schlagarten des Klöppelns. 5i2 Muster für geklöppelte Spitzen. 5z3 Armenische Spitzen . 536 Knüpfspitzen. 537 Reticella-Spitze. 541 Venetianer-Spitzen. 543 PHANTASIE-ARBEITEN. 549 Geknüpfte Schnur. 549 Bällchen für Passementerien. 55z Tambourir-Arbeit. 553 Smyrna-Teppichhäkelei. 556 Malta-Stickerei. 557 Türkischer Dreieckstich. 56o Muster für den türkischen Dreieckstich. 56t Türkische Stickerei. 563 6 i4 inhalts-verzeich niss Seite Spanische Stickerei. 563 Marokkanische Stickerei. 567 Stickereien in Soutache. 568 Verschiedene Leinenstiche. 573 Romanische Stickerei. 576 Auflegarbeit. 577 Pique-Stickerei. 58o Chinesisches Motiv. 583 PRAKTISCHE ANGABEN. 585 Das Copieren und Pausen der Zeichnungen . 585 Das Zurichten der Stoffe und Vertheilen der Zeichnungen. 58g Das Umstellen und Verdoppeln der Zeichnungen mittelst Spiegeln. 592 Verändern der Grüssenverhältnisse einer Zeichnung durch Quadriren des Grundes. 5g3 Das Zubereiten des Kleisters zu Auflegarbeiten. 5 g 6 Das Steifen neuer Arbeiten. 597 Das Waschen der Spitzen. 598 Das Steifen, Plätten und Nadeln der Spitzen... 599 Das Waschen der farbigen Garne und der gestickten Gegenstände.601 Die Zuthaten für Stickereien . 602 Tabellen der Benennungen der Farben der D.M.C Karten. 606 Tabellen der Stärken der D.M.C Garne. 610 NOTIZ bezüglich der im Verlage von TH. de DILLMONT erschienenen Musterbücher : Behufs Förderung des Geschmacks für Nadelarbeiten und um die verschiedenartige Verwendung ihrer zahlreichen, hauptsächlich für Näh- und Stickarbeiten bestimmten Erzeugnisse der Frauenwelt besser vor Augen führen zu können, hat die Aktiengesellschaft für Textil-Industrie, vormals Dollfus-Mieg & C ie , eine Reihe von Musterbüchern herausgeben lassen, die zusammen eine vollständige Bibliothek bilden und in denen sämmtliche unter dem Namen weibliche Handarbeiten bekannten Fertigkeiten vorgeführt und besprochen werden. Jedes einzelne Werk bietet eine besondere Art weiblicher Handarbeiten und giebt dafür zahlreiche und sehr verschiedene Originalmuster; es enthält ausserdem am Schlüsse einen erläuternden Text, mit dessen Hülfe auch die scheinbar schwierigste Arbeit leicht ausgeführt werden kann. Obschon diese Werke durch ihren künstlerischen Werth, durch die Auswahl der darin enthaltenen Muster und durch die Sorgfalt, welche auf ihre Herstellung verwendet wurde, alles bisher in diesem Fach Gebotene bei Weitem übertreffen, so werden dieselben dennoch unter ihrem wirklichen Verkaufs- werthe abgegeben : nur die hohen, dem beabsichtigten Zweck entsprechenden Auflagen machten es möglich, sie zu so niedrigen Preisen anbieten zu können. Nachstehend folgt ein Verzeichniss dieser Musterbücher; dieselben können durch die Buchhandlungen, Kurzwaaren- und Stickereigeschäfte, oder nöthigenfalls durch den Verleger Th. de Dillmont, in Dörnach (Eisass), bezogen werden. Anmerkung. — Die mit einem * bezeichneten Werke erscheinen auch in französischer und englischer Sprache. Die Ausgaben in fremden Sprachen werden zu den nämlichen Preisen, wie die deutsche Ausgabe, geliefert. In dem Verlage von Th. de Dillmont sind ferner erschienen : ALBUMS DE BRODERIES AU POINT DE CROIX (Albums für Kreuzstichstickerei) von TH. de DILLMONT Abb. 79 des Album ll Abb. 148 des Album III Abb. 2 3 i des Album I iiaiiiRia ■ an dtm . -ruin ■ BIB •a m ■ ■UBIKIKIj ■ I* r ii jniHi ■ IB !»V I it F*iii, IBBI** 0 ** I*«« ,!■■ [■■IR: ■ IIS mmmman USB ;■■■] ■ IBS II mi »*■ III!: ■ ■Ik ' 1 ■ ■■, I ■ I .■■■■BIIBBIB r\an s BBBBII. VlBUBB IMIUlBtll ■■I. ■ MB & B u. ' Bill, .BIBB [MilDBB. Abiiiii Jill .1 Bilk ■ IBIBBIHUl * ALBUM I : 32 Tafeln mit 278 Mustern nebst Text. Mk. 1.20 Quart-Format. Elegante Mappe. * ALBUM II : 40 Tafeln mit 1 36 Mustern, worunter mehrere Alphabete, nebst Text. Mk. 2.— Quart-Format. Elegante Mappe. ALBUM III : 40 Tafeln. — Ohne Text. Mk. 1.20 In dem Verlage von Th. de Dillmont sind ferner erschiénen : * Neue Muster in altem Stil von EMILIE BACH Directrice der k. k. Fachschule für Kunststickerei in Wien. Einsatz mit Gittergrund -Sv Vi 1 Î4*f*lX Sv !- s d. I te und II te Lieferung mit je 12 Tafeln nebst Text und erklärenden Abbildungen. Preis jeder Lieferung. Mk. 3 .— Auszüge aus verschiedenen Zeitschriften welche obiges Werk besprochen haben : . Dieses Werk macht dem vornehmen Geschmack der Autorin alle Ehre; sie hat es verstanden ein Ganzes von klassischen Frauen- Handarbeiten zusammen zu stellen, bestehend in Mustern aus verschiedenen Epochen . . kurz es ist das schönste und brauchbarste Geschenk für junge Mädchen. .Wir wünschen von Herzen, dass das Werk sich bald in allen Schulen und Privathäusern befinden möge, und wir erwarten mit Freude die folgenden Lieferungen. . Das Werk ist unserer Ansicht nach die beste Leistung in dieser Art, sowohl was Klarheit und Verständlichkeit des Textes betrifft, als auch in Bezug auf die Vollkommenheit der Abbildungen. In dem Verlage von Th. de Dillmont sind ferner erschienen : * Die Stickerei auf Netz-Canavas von TH. de DILLMONT Abb. 32 des Albums (verkleinert). «aa. •••• • *••• • ••• «an • it 1 ii* f a • •• i • aa. «Mt- • II; ■ •••' ■ ••- I aaaa a •• >•••< a a • lair • aa* a ia a a ?• S\ t aaaI t*.a. • Iv »•a II« »II« aaa 1 a.a* • •a •ae«r a • * i aaa' Ml — aa . vaV.'i» III! *aa-j in 1 «•a aaa J\aa#xV.L »I J • » .*.•» • a a /) • ••• >aa* • aa 11a >ai«c »•' Mac ' 7 *' *•: w.C*“ » • « 'Mir >aaa .«•a i va' v * f aaa 1 aaa* aaa 1 Si'; a»l' am . aaa* aaa • an aaa aii 1 • al* aaa' ' *aa< '•aa. •aa« •»a* «a a* i«i' rr Mm - >la*»i • in aaKT • aaai aaiC«f' >t«UV|i • aaa • •••'' i « a a a a • aa ■»a* -aaa sssfilzir ■»•a. »•a’ ■aaa • aa* Wl ■ aa' -•a« • ••< • aa a«^// t d> »aa ia* 1 . ■ a i»i »•a 1 • ••' • a«o Buchsmabe J der Tafel 39 heb» hKS I . Album mit 60 Tafeln nebst Text. Quart-Format. Gebunden. Goldschnitt. Preis : Mk. 2.— In dem Verlage von Th. de Dillmont sind ferner erschienen : * Die Knüpfarbeit (Le Macrame) von TH. de DILLMONT Abb. i 52 DES Al. Bl'VS. Album mit 32 Tafeln nebst Text. Mappe in Farbendruck. Quart-Format. Preis : Mk. 2.— Der arabische Ausdruck « Macrame' » bezeichnet gewisse Arbeiten, die durch Verknüpfen und Verschlingen von Fäden entstehen. Lange Zeit ganz in Vergessenheit gerathen, ist die Macrame- oder Knüpfarbeit seit Kurzem als Neuheit wieder aufgetaucht und hat sich schnell einen bedeutenden Platz unter den weiblichen Handarbeiten zu erobern gewusst. In dem Verlage von Th. de Dili.mont sind ferner erschienen : * Filet-Richelieu (Muster französischer Netzstickerei) von TH. de DILLMONT Abb. 6f> n es Albums (verkleinert). T- I \ " Î ; fy^iÿ> '? tCiT'lfe'siv : )Oi! Ste^ îÉ|;kl^ter •M < Album mit 3 o Tafeln nebst Text. Quart-Format. Elegante Mappe. Preis : Mk. 2. Sammlung verschiedener Handarbeiten (RECUEIL D’OUVRAGES DIVERS) Borte in I.angiiettf.n- und Grätenstich (verkleinert). iSÇ4é t H.<\j . msssp «am 24 Tafeln mit 160 Holzschnitten. Gebunden. Quart-Format. Einzige Ausgabe, mit Text in 3 Sprachen : deutsch, französisch und englisch. Preis : Mk. 1.60 In dem Verlage von Th. de Dillmont sind ferner erschienen : Vorlagen für Plattsticharbeit von TH. de DILLMONT Ahb. 2i des Albums (verkleinert) Album mit 20 Tafeln mit je einer Bause für die Wiedergabe der Muster, nebst Text. Quart-Format. Mappe in Farbendruck. Preis : Mk. 2.— * Die Soutache und deren Verwendung von TH. de DILLMONT Abb. 5o des Albums (verkleinert). Album mit 40 Tafeln nebst Text. Quart-Format. Elegante Mappe. Preis : Mk. 2.— In dem Verlage von Th. de Dillmont sind ferner erschienen : * Koptische Stickereien (Muster altchristlicher Kunst in Egypten) von TH. de DILLMONT Abu. 69 des I uo Theils (verkleinert). mimtmvi 8>,v4Wf.Muqp.vj uhi 1»1 imfif'ilhU I,™ Abb. 16 des II“" Theils (verkleinert). v/S, /\>- O'/Yl IV >/' ’V\ >S/\ V/V Erscheint in 3 Theilen von je 3o Tafeln, wovon eine in Farbendruck, nebst Text. Quart-Format. Elegante Mappe. Jeder Theil : Preis Mk. 2 .— In dem Verlage von Th. de Dillmont sind ferner erschienen : * Alphabete für die Stickerin Buchstaben, Monogramme, Ziffern und Ornamente nach gezählten Fäden zu sticken. :::nn: »tj ttmi mm jgntti Buchstaben der Seite 36. Monogramme der Seite 56. • 2 : : 22 22222 : » : : : I 22 •2222. 22 2223 2:2:2:22:2221. Ziffern der Seite 23. Kleines Album mit 60 Seiten. Taschenformat Preis : Mk. 0.40 4 DRUCKEREI der Aktiengesellschaft für Textil-Industrie vormals DOLLFUS-MIEG & C* 1 * ' v y« ♦ * 4 . *' !*.*« •*«r v iV ‘ ^ y; /► •v « „V« r ^ TR. ':r .'JN* ' .-»AJ-v . A _ JPz __ JÉ _ • ' • _ • • 5 ? J TW TMW-Bibliothek 00810062 Technisches Museum Wien Bibliothek 41.791