w ner. 1 j dothek. ! iC/! /Ù » * SPECIAL-KATALOG ß r T u-)jf fi m hi il*) f s b fi ,c ii Ms W R3ü' aôiüviîî' feïlïW vfmt % ri't hr 1 k.i b, t^Ovi^i i: EPs " Ts! 1 3 I. Erklärung der Uebersichtskarte. Die Uebersichtskarte enthält die Bezeichnungen jener Orte, in welchen gegenwärtig vom Handelsministerium subventionirte gewerbliche Fachlehranstalten in Wirksamkeit stehen, dann jener, wo solche Lehranstalten in der Eröffnung begriffen, oder wenigstens in bestimmte Aussicht genommen sind. Die Bezeichnungen dieser Orte sind hienach verschieden, indem die mit Farbe ausgefüllten Ringe die erste Kategorie, und die gestreiften Ringe die letzteren Kategorien von Orten bedeuten. In den Farben ist gleichfalls eine Unterscheidung gemacht, je nach den einzelnen Industrie- und Gewerbszweigen, zu deren Hebung die Fachlehranstalten bestimmt sind; die Erklärung der einzelnen Farben ist auf der Uebersichtskarte gegeben. Von den hier bezeichneten Lehranstalten ist eine Anzahl bereits seit mehreren Jahren in Wirksamkeit. Zu Anfang des Jahres 1872 bestanden nämlich: Die Webeschulen (beziehungsweise Lehrwerkstätten) in Reichen- berg, Asch, Aussig, Brünn, Bielitz-Biala und Gumpendorf (Wien). Die F ach Zeichen schulen für Glasindustrie und Glasquincaillerie in Haida, Steiuscliönau und Gablonz. Die Holzschnitzereischule zu Hallein. Die übrigen Fachlehranstalten sind seit jener Zeit ins Leben gerufen, beziehungsweise in Verhandlung genommen worden. Mit Einbeziehung der obenenvähnten Fachschulen stellt sich der gegenwärtige Stand der Fachlehranstalten folgendermassen dar: W ebelehranstalten. I. Bestehende: 1. Asch, 2. Aussig, 7. Landskron, 8. Reichenberg, 3. Bielitz-Biala, 4. Brünn, 5. Gumpendorf (Wien) G. Hohenelbe, 9. Rochlitz, 10. Rothmühl, 11. Rumburg, 12. Zwittau. l* 4 II. In Errichtung begriffene und in Aussicht genommene: 1. Starkenbach, 2. Warnsdorf, 3. Freudenthal, 4. Sternberg, 5. Iglau, 6. Policzka, 7. Dobruska. Baern, 9. Jägerndorf. Fachschulen für Wirkerei. I. Bestehende: Asch (in Verbindung mit der Webeschule). Schönlinde. II. In Errichtung: Fachschule für das Posanientiergewerbe. Wien. W eipert. I. Bestehende: II. In Errichtung: Fachschulen für Porzellan- und Thonindustrie. Znaim. 1. Wien, I. Bestehende: II. In Errichtung: l 2. Ellbogen. Fachschulen für Holzschnitzerei, Kunsttischlerei, Drechslerei, Holzbearbeitung, Marniorindustrie. 1. Gmünd (Kärnten), 2. Wallern, 3. Tacliau, 4. Hallein, 5. Mondsee, I. Bestehende: 6. Hallstadt, 7. Innsbruck, 8. Imst, 9. St. Ulrich in Gröden. II. In Errichtung: 1. Grulich, 4. Wien, 2. Walachisch-Meseritsch, 5. Laas in Tirol. 3. Haindorf, Fachschulen f'iir Glasindustrie (Glasquincaillerie, Glasspinnerei und Glasflecliterei). Bestehende: 1. Haida, 2. Steinschönau, 3. Gablonz, 4. Morchenstern, 5. Wiesenthal. Frauen - Industrieschulen und Musterwerkstätten für 1. Wien, 2. Prag, 3. Graz, Spitzenerzeugung. I. Bestehende: 4. Klagenfurt, 5. Rietz in Tirol. 1. Grasslitz, 2. Hotzenplotz, II. In Errichtung: 3. Walachisch-Meseritsch, 4. Idria. Mechanische Lehrwerkstätten, Maschinen ge werbeschulen, Baugewerbeschulen, Fachschulen für Waffenfabrikation. I. Bestehende: 1. Wien, | 2. Klagenfurt. 1. Prag, 2. Ferlach, 3. Weipert, II. In Errichtung: 4. Kommotau, 5. Wiener Neustadt. Lehrwerkstätten für Strohflechterei, Korbflechterei und 1. Hochstadt, Siebmaclierei. I. Bestehende: | 2. Petrowitz. II. In Errichtung: 1. Graupen-Zinnwald, | 2. Strasisch-Feichting, Krain. 6 Fachschulen für Schneider, Lehrwerkstätte für Schuhmacher. Bestehende: 1. Wien, | 2. Graz. Fachschulen für Kinderspiel waaren-Erzeugung, Uhrenfabrikation, Musikinstrumentenlabrikation. I. Bestehende: 1. Wien, 3. Grasslitz, 2. Karlstein in Niederösterreich, 4. Schönbach. 1. Katharinaberg, II. In Errichtung: 2. Reindlmühl (in der Viechtau am Gmundnersee). Fachzeichenschulen für verschiedene Kunstgewerbe (eingelegte Holzarbeiten, Stahlartikel, Syderolitliwaaren- Erzeugung, Goldstickerei, Huntstickerei), Goldarbeiter, Silberarbeiter, Graveure. In Errichtung: 1. Wien, 4. Feldkirch, 2. Teplitz, 5. Prag. 3. Karlsbad, Fachschule für Kunstblumenfabrikation. In Errichtung’* Nixdorf-Hainspach. Lehrwerkstätte für Edelsteinschleiferei. In Errichtung: Turnau. Fachzeichenschulen für Werkzeugfabrikation. In Errichtung: 1. Vulpmes in Tirol, | 2. Stadt Steyer. Um bei Vertheilung der Subventionen, dann bei Einrichtung neuer gewerblicher Unterrichtsanstalten, ferner bei Prüfung der Organisations- und 7 Lehrpläne, Wahl (1er Lehrkräfte u. s. f. zwischen (len beiden betheiligten Ministerien, nämlich dem Unterrichts- und Handelsministerium, ein geordnetes und rasches Zusammenwirken zu erzielen, wurde eine gemischte Ministerialcommission zur Berathung aller den gewerblichen Unterricht betreffenden Angelegenheiten gebildet, welche aus je zwei Vertretern und je einem Vertrauensmanne des Unterrichts- wie des Handelsministeriums zusammengesetzt ist. Ihre Constituirung erfolgte zu Ende April 1872. Gleichzeitig wurden durch Uebereinkommen die diesfälligen Agenden zwischen beiden Ministerien derartig getheilt, dass die Pflege des allgemeinen Gewerbeschul-, dann des höheren gewerblichen Fachschulwesens dem Unterrichtsministerium, die Ingerenz auf die niederen gewerblichen Fachschulen und Lehrwerkstätten, dann auf alle Webeschulen dem Handelsministerium zusteht. Diese gewerblichen Fachlehranstalten haben den Zweck, das praktische Wissen, welches der Betrieb der einzelnen Gewerbs- und Industriezweige gewährt, allseitig zu ergänzen und durch theoretisches Wissen zu vervollkommnen. Dieselben wurden an solchen Orten errichtet oder in Aussicht genommen, wo die betreffenden Erwerbszweige in grösserer Anzahl und Bedeutung Vorkommen. Neben dem Zwecke der Fortbildung der Gewerbetreibenden durch technischen und künstlerischen Unterricht haben diese Fachlehranstalten auch die Bestimmung, entwicklungsfähige neue Industriezweige in jenen Gegenden einzuführen, in welchen die Bedingungen ihres Gedeihens vorhanden sind. Die Wirksamkeit gewerblicher Fachschulen ist zum grössten Theile localer Natur. Es musste daher selbstverständlich die Errichtung und Erhaltung solcher Schulen, selbst wenn die erste Anregung vom Handelsministerium ausging, stets den localen Interessenten, insbesondere den Gemeinden, den betreffenden Gewerbetreibenden, endlich auch den Landesvertretungen überlassen bleiben, welche hiebei gewöhnlich derart zusammenwirkten, dass die Gemeinde die Beistellung der Localitäten für Schule und Lehrerswohnung, dann die Beleuchtung, Beheizung, Reinigung und Bedienung der ersteren übernahm, die Gewerbetreibenden Werkzeuge, Geräthe, Maschinen und Arbeitsmaterialien zur Verfügung stellten, das Land endlich in Form von Geldbeiträgen die Anschaffung der Lehrmittel und die Bestreitung eines Theiles der Lehrerbesoldung ermöglichte. Das Handelsministerium betheiligte sich nur durch Geldbeihilfen, Ueberweisung von Lehrmitteln, durch Auswahl, Ernennung, Bestätigung und allfällige Honorirung der Lehrer oder Sorge für deren Ausbildung, durch Prüfung der Organisations- und Lehrpläne und durch Ueberwachung der Ausführung aller erforderlichen Schritte. Von diesen Grundsätzen wurde nur in ganz besonderen Ausnahmsfällen abgewichen. 8 Um in allen im Reichsrathc vertretenen Königreichen und Ländern die Anschauungen berufener Sachverständigen über die Notlnvendigkeit des Bestandes gewerblicher Fachschulen an einzelnen Orten kennen zu lernen, die Errichtung derselben anzubahnen und um die zur Verfügung stehenden Subventionen in angemessener Weise vertheilen zu können, wurden diessfalls im Beginne des Jahres 1872 alle Handelskammern befragt. Ausserdem ergingen später an einzelne derselben, sowie an die Landesregierungen spe- cielle Anfragen und wurden auch über den gegenwärtigen Stand der Genossenschafts- und Fachvereinsschulen eingehende Erhebungen gepflogen, wogegen von der Einberufung eigener Special-Enqueten vorläufig abgesehen wurde. Das Streben des Handelsministeriums ging zunächst dahin, in jedem Lande eine oder mehrere Musteranstalten gewerblicher Fachschulen in das Leben zu rufen und deren Bestand für die Dauer einiger Jahre zu sichern, um damit Erkenntniss und Neigung zu selbsttätigem Vorgehen in den zunächst betheiligten Kreisen zu wecken. Insbesondere war die Zusage ausgiebiger Subventionen von anregender Wirkung. Um jedoch die Entscheidung Uber solche Unterstützungen nur nach reiflicher Erwägung der Localverhältnisse und der Bedeutung des Fachunterrichtes überhaupt zu treffen, wurden theils locale Erhebungen, theils umfassende Studien des Gewerbeschulwesens des In- und Auslandes veranlasst. Zu derartigen localen Erhebungen wurden, ausser den politischen Behörden, einzelne geeignete, insbesondere mit den gewerblichen Verhältnissen des betreffenden Landes vertraute Personen verwendet. Nachdem auf diesem Wege die Bedürfnisse der einzelnen Industriebezirke in Bezug auf den Fachschulunterricht constatirt waren, suchte das Handelsministerium denselben durch Zuwendung von Geldsubventionen an bestehende Fachlehranstalten, durch Errichtung neuer Fachschulen, durch Ueberwachung der subventionirten Anstalten, durch Gewinnung geeigneter Lehrkräfte und durch Einführung von Wanderausstellungen gerecht zu werden. Den meisten Fachschulen wurden durch Vermittlung des Museums für Kunst und Industrie in Wien Vorlagenwerke zugewendet, zu deren Anschaffung theils besondere Subventionsbeträge vom Handelsministerium, theils eine grössere vom Unterrichtsministerium zur Verfügung gestellte Summe gewidmet waren. Das Museum für Kunst und Industrie trägt, mit Unterstützung des Handelsministeriums, auch Sorge für die Ausarbeitung neuer gediegener Vorlagenwerke. So entsendete es, mittelst einer Subvention des Handelsministeriums, den Professor Valentin Teirich nach Italien, um Vorlagenwerke über eingelegte Marmorarbeiten und für Bronzen zu gewinnen. Zur Anschaffung von Spitzen-, Stickereien-, Weberei- und anderen Mustern erhielt es namhafte Jahressubventionen. Die Ausarbeitung eines Vorlagenwerkes für Tischlerei hat bereits begonnen; ein Original-Stickmusterbuch 9 der Renaissance erschien schon im Buchhandel. Mittelst einer Subvention, welche das Handels- und das Unterrichtsministerium zu gleichen Theilcn trugen, wurden ein Werk Uber Styllehre der Architektur und ein zweites Werk über Kunstgeschichte als Lehrbücher für Zeichenschulen zu Stande gebracht. ZurUeberwachung aller vom Handelsministerium subventionirten Fachschulen werden theils einzelne Inspectionen vorgenommen, theils genaue Jahresausweise über die Frequenz, die Lehrmittel, die Aenderungen des Lehrplanes abgefordert. Die subventionirten oder neuerrichteten Holzschnitz- sclmlen haben zudem die Verpflichtung, alle zwei Jahre eine Ausstellung von Schulerarbeiten im Museum für Kunst und Industrie zu Wien zu veranstalten. Als Bedingung der Aufnahme von Schülern in die gewerblichen Fachlehranstalten gilt der Nachweis der absolvirten Volksschule und des zurückgelegten 14. Lebensjahres; zur Aufnahme von Schülern in die mechanische Lehrwerkstätte in Klagenfurt wird das Abgangszeuguiss von einer Unterrealschule oder einem Untergymnasium begehrt. An mehreren Fachlehranstalten gemessen, insbesondere in den Abendunterrichtsstunden, auch Gewerbsgehilfen und Lehrjungen den Unterricht. Nicht geringe Schwierigkeiten verursachte die Gewinnung geeigneter Lehrkräfte. In vielen Fällen wurden Concurse ausgeschrieben und hiedurch einzelne gediegene in- und ausländische Kräfte herangezogen. Da sich jedoch bei den Coneursen beinahe nur Ausländer betheiligten, und die wenigen inländischen Competenten zum grössten Theile ein kaum zureichendes Mass der Volksschul- und Fachbildung zeigten, so erschien es geeigneter, einzelne hervorragende vaterländische Kräfte durch persönliche Unterhandlung zur Uebernahme von Fachlehrerstellen oder zur Begründung von Lehrwerkstätten zu bewegen, oder auch junge Talente durch Ertheilung von Stipendien für den künftigen Lehrerberuf zu gewinnen und hiezu auszubilden. Das Handelsministerium bestreitet zu diesem Zwecke alljährlich zehn Stipendien für Schüler der Kunstgewerbeschule am Museum für Kunst und Industrie in Wien, und sicherte ausserdem zwei Stipendien für ausgezeichnete Schüler der Gewerbeschule in Sechshaus bei Wien zum Besuche der eben erwähnten Kunstgewerbeschule zu. Je zwei Stipendien wurden zu gleichem Zwecke jungen Zeichnern aus den Spitzenindustriegegenden des Erzgebirges und aus den Stickereibezirken Vorarlbergs verliehen, drei Stipendien der Leui- berger Handelskammer theils für befähigte Gehilfen zu höherer Ausbildung, theils für Zeichen-Lehramtücandidaten zum Besuche der Kunstgewerbeschule in Wien in Aussicht gestellt. An dieser Kunstgewerbeschule bildeten sich im Verlaufe des Jahres 1872 mit Hilfe von Stipendien mehrere Fachlehrer für Holzschnitzerei aus. So sind auch auf Veranlassung und mitUnter- stützung des Handelsministeriums mehrere junge Graveure und Dessina- 10 teure zur Ausbildung zu Fachlehrern an diese Kunstgewerbeschule entsendet worden. Zur planmässigen Ausbildung von Zeichenlehrern für Gewerbeschulen und gewerbliche Fachschulen organisirte das Museum für Kunst und Industrie als Theil der Kunstgewerbeschule eine Fachschule für Zeichen- Lehramtscandidaten. In das Ausland wurden zur weiteren technischen Ausbildung junge Fachlehramtscandidaten der Kleidennacherei und der Korbflechterei entsendet. Im Stadium der Verhandlung befindet sich die Fintsendung von Lehramtscandidaten für Dessinateur-, für Graveur- und Medailleur-, für Wagnerschulen aus Wien, dann von je zwei Gewehrmachern aus Weipert in Böhmen und aus Ferlach in Kärnthen. In mehreren Fällen erschien es unthunlich, sofort zur Errichtung von Fachschulen zu schreiten. Als Ersatz derselben dürfte sich das Institut der Wanderlehrer und der Wanderausstellungen von Mustercollectionen bewähren. Hinsichtlich der Gewinnung eines Wanderlehrers für Bleicherei, Gerberei, Glas- und Porzellanchemie sind bereits seit längerer Zeit die Unterhandlungen im Zuge. Eine Wanderausstellung von Wiener Drechslerei-Artikeln, verstärkt durch eine Sammlung indischer gedrehter und lackirter Gegenstände, wurde in den Drechslerei-Hausindustriebezirken Rochlitz, Haindorf und Weissbach in Böhmen mit günstigem Erfolge versucht. Gegenwärtig werden Collectionen mustergültiger Haushaltungs- und Küchengeräthe zu Wanderausstellungen nach dem Wittigthale, nach Tacliau in Böhmen, in die Viechtau im Salzkammergute und naehOber-Krain entsendet. Eine zweite Wanderausstellung, bestehend aus Kunstblumen von den Etablissements der Gräfin Baudissin, sowie des Herrn C. Hoffmann in Wien, wurde zu Nixdorf in Böhmen ver- staltet und eine Sammlung mustergiltiger und stylgerechter Holzschnitzereien, der Reihe nach, den Holzschnitzereischulen zugesendet. Das Handelsministerium ist bestrebt, um die gegenwärtig noch vorhandenen Lücken auszufüllen, auch jene Länder und Bezirke in den Bereich seiner Thätigkeit einzubeziehen, in welchen bisher gewerbliche Fhichlehr- anstalten noch nicht bestehen und sonstige Massnahmen der Gewerbeforderung noch nicht platzgegriffen haben. Insbesondere gilt dies von Galizien, wohin soeben ein Beamter des Handelsministeriums mit der Aufgabe entsendet worden ist, die Nachforschungen über die zur Hebung der Hausindustrieen und Kleingewerbe geeignet erscheinenden Veranlassungen zu pflegen; sowie auch von Dalmatien, Istrien und der Bukowina, woselbst die Erhebungen Uber die Lage und Bedürfnisse dieser Erwerbszweige und die zu deren Entwicklung erforderlichen Vorkehrungen binnen Kurzem werden gepflogen werden. Um die Organisation und Lehrpläne der gewerblichen Fachschulen einheitlich und systematisch in Berathung zu ziehen, wurde in der Pfingst- 11 woclie 1873 mit einer Reihe von Confcrenzen begonnen, welche voraussichtlich erst mit Ende dieses Jahres ihren Abschluss finden werden. Zuerst berietlien die auf Kosten des Handelsministeriums zur Besichtigung der Weltausstellung nach Wien einberufenen Leiter und Lehrer sämmtlicher vom Handelsministerium subventionirten gewerblichen Fachunterrichtsanstalten im Vereine mit hervorragenden Industriellen, Technikern und Schulmännern gruppenweise die Organisation der Webe-, der Holzschnitzerei- und Metallindustrie, der Porcellan-, Glas- und Thonindustrie, endlich der Frauenerwerbschulen. Hierauf wurde eine Commission bewährter Fachmänner unter dem Vorsitze des Directors der k. k. österr. Museums für Kunst und Industrie, Hof- rathes R. Ritter v. Eitelberger, mit der Aufgabe betraut, hinsichtlich des Fachzeichenunterrichtes an sämmtlichen subventionirten gewerblichen Fachunterrichtsanstalten das Lehrziel, den Unterrichtsgang und die Vorlagewerke festzustellen. Weitere Berathungen über die Gliederung und innere Einrichtung, über die Beaufsichtigung sowie über die Vertheilung der gewerblichen Fachschulen nach einzelnen Industriezweigen und Oertlichkeiten stehen demnächst bevor. Auch ist einige Aussicht vorhanden, dass die Frage der Errichtung von Gewerbemuseen in Wien Brünn, Reichenberg etc., welche den Fachschulen als kräftige Stütze dienen werden, noch in diesem Jahre zur Lösung gelangen werde. Wien, Juli 1873. 12 II. Fachschulen für Textil- und Bekleidungsindustrie. Einleitung. Unter den 2,273.316 Menschen, welche nach der Volkszählung vom 31. Dccember 1869 ohne die nicht selbsttätigen Familienglieder und ohne die Hüttenwerksbesitzer und Arbeiter bei der gewerblichen Industrie in den im Reichsrathe vertretenen Ländern Oesterreich-Ungarns beschäftigt sind, nimmt die Arbeiterbevölkerung der Webe-Industrie mit 797.398 Köpfen die erste Stelle ein. Auch hinsichtlich des Geldwertes ragt die Production der Textilindustrie in Oesterreich ganz besonders hervor; da vom Geldwerte der ganzen Industrieproduction (in runder Ziffer) mit 1500 Millionen Gulden ungefähr 150 Millionen auf die Industrie in Flachs und llanf, 140 Millionen auf die Schafwoll- und 120 Millionen auf die Baumwollindustrie kommen. Dieser hervorragenden Bedeutung der Textil-Industrie entsprechend war das Handelsministerium bemüht, eine grössere Anzahl von Webschulen zu errichten. Gegenwärtig bestehen zwölf derartige Fachlehranstalten, und werden im Laufe dieses Jahres noch weitere neun hinzukommen. Unter denselben sind die Webschulen in Wien (Gumpendorf), Brünn und Keichenberg höhere Lehranstalten, während die übrigen in niedere Webschulen (so in Bielitz-Biala, Asch, Rumburg, Rochlitz, Zwittau, Holien- elbe, die Posamentierschule in Wien) und in Lehrwerkstätten für Weberei (wie in Aussig, Landskron, Rothmühl) zerfallen. Die Webschulen vertheilen sich Uber alle Webereibezirke Oesterreichs und haben besonders die Aufgabe, durch Ausbildung der Technik und des Kunstgeschmackes einerseits, durch die Einführung verbesserter Maschinen, Apparate und Methoden andererseits auf die Arbeiter-, wie auf die Unternehmerkreise befördernd einzuwirken. Die niederen Webschulen schliessen sich in ihrem Lehrziele den localen Industriebedürfnissen an, während die höheren alle Zweige der Textilindustrie umfassen. 13 1. Höhere Wehsehule in Reiclienberg in Rohmen. Dieselbe wurde am 14. Juni 1852 eröffnet. Gegenwärtig fungiren an derselben als Vorstand Wenzel Siebeneicher, als Director Ignaz Kafka und als Lehrer Joseph Tuge- mann. Die Aufgabe der Schule besteht in der Heranbildung von theoretisch und praktisch gebildeten Webern. Der Unterricht wird in 2 Semestern durchgeführt, und zwar wird im 1. Semester dieDecomposition der einfachen Stoffe und im 2. Semester die Weberei auf Jacquard- und mechanischen Stühlen gelehrt; an diesen Fachunterricht schliesst sich ein Cursus über Buchhaltungslehre an. Die Schule zählte im letztverflossenen Schuljahre im Ganzen 116 Schüler, wovon 83 auf die Webschule und 33 auf den Buchhaltungscurs kommen. Seit der Errichtung wurde die Schule von 1915 Schülern besucht. Das Schulgeld beträgt für den Tagescurs 80 fl. nebst 2 fl. Einschreibgebühr, für den Abendcurs 40 fl. per Jahr und 2 fl. Einschreibgebühr. Für die Verwendung des Materiales wird monatlich 1 fl. gezahlt. Das Honorar für den Buchhaltungscurs beträgt 20 fl. per Jahr. An Lehrmitteln besitzt die Schule 2 mechanische und 28 gewöhnliche Webstühle, 2 Jacquard-Kartenschlagmaschinen, eine Kartenschneidemaschine, eine Spülmaschine und verschiedene andere Apparate und Werkzeuge; dann eine 124 Bände starke Bibliothek fachwissenschaftlicher Werke, sowie eine bedeutende Anzahl von Zeichnungsvorlagen. Die Schule wird von der Reichenberger Tuchmacher-Genossenschaft erhalten und vom Handelsministerium subventionirt. An der Ausstellung betheiligt sich die Schule mit Schüler-Arbeiten des 1. und 2. Semesters, mit Arbeiten aus dem Buchhaltungscurse; dann mit Geweben (4 Stück Teppiche, 2 Stück Goblins, 1 Stück blauer Damast etc. etc.). 2. Die höhere Webeschule im VI. Bezirk in Wien. Diese Schule, welche unter dem Namen Copiranstalt im Jahre 1845 vom Gewerbevereine zur Ausbildung von Musterzeichnern gegründet, und im Jahre 1858 wieder aufgelassen wurde, ward in demselben Jahre von den Genossenschaften der bürgerlichen Seidenzeug- und Bandfabrikanten, dann der Webwaarenfabrikanten übernommen, und verdankt daher ihre weitere Existenz als Webschule obigen drei Genossenschaften, vorzüglich aber ihre jetzige Einrichtung den ausdauernden Bemühungen des Obmanns Ferdinand Reder und der Unterstützung der Gewerbeschul-Commission. In neuerer Zeit wurde die Schule auch vom k. k. Unterrichtsministerium subventionirt, welches seit 1871 jährlich 1500 fl. zur Erhaltung der Schule beiträgt. Das Handelsministerium hat die Subventionirung dieser Webschule in Aussicht genommen. k 14 Der Gemeinderath überlässt die zum Unterricht nöthigen Localitäten unentgeltlich. Im Jahre 1870 wurden dieselben vergrössert, und es steht eine weitere Vergrösserung der Localitäten und eine bedeutende Vermehrung der Webstühle in nächster Aussicht. Gegenwärtig verfügt die Schule über 5 Stipendien ä 100 fl. für unbemittelte Schüler, wovon 2 vom Gemeinderathe und 3 von der Genossenschaft der bürgerlichen Seidenzeugfabrikanten gestiftet wurden. Die Schule stellt sich zur Aufgabe, junge Männer in allen Zweigen der Weberei, sowie im Dessinzeichnen vollständig auszubilden, so dass dieselben nach ihrem Austritte sich entweder als Fabrikanten etabliren, oder als Geschäftsleiter, Werkmeister und Musterzeichner ihr Fortkommen linden können. Der Lehrgang für Weberei tlieilt sich in zwei Curse. Der erste Curs umfasst die ganze Trittweberei für glatte, gestreifte, und quadrillirte Stoffe, in Seide, Leinen, Baum- und Schafwolle, dann der Doppelstoffe, Sammte und Dünntuche, nebst Analysirung der Stoffe, Angabe der Dispositionen, Vorrichtungsweise und Appretur derselben; dann die Materialkenntniss, Vorcalculation und das praktische Weben. Im zweiten Curse wird die Jacquard-Weberei in ihrem ganzen Umfange gelehrt, sie umfasst alle fagonnirten Stoffe, wie: Brillantine, Biquets, fagonnirte Atlasse, Lainpas, Doppelstoffe, Teppiche, Sammt, Dünntuch, Band etc., deren Analysirung und Anfertigung der bezüglichen Dispositionen, das Zeichnen der dazu gehörigen Dessins (Patrone) nebst Erklärung und Vorweisung aller bei diesen Stoffen angewendeten Maschinen und der praktischen Handgriffe beim Vorrichten und Weben derselben, und die Erklärung der mechanischen Stühle. Der Unterricht wird für Wochenschüler in der Weberei am Montag, Mittwoch, Freitag von 8 bis 12 Uhr Vormittags; für Freihandzeichnen und Skizzenmalen in der mit der Webschule verbundenen Manufactur-Zeichen- schule am Dienstag, Donnerstag und Samstag Vormittag von 8 bis 12 Uhr ertheilt, so dass es jedem Schüler möglich ist, Weberei und Zeichnen zugleich oder nur eines von beiden zu lernen. Für Gehilfen und Lehrlinge findet der Unterricht in der Weberei Sonntags Vormittag von 8 bis Y 8 12Uhr, und Montags Abends von 6 bis i/ a 9 Uhr statt. Die Aufnahme der Webschüler erfolgt Ende September; der Curs beginnt mit 1. October. Im Schuljahre 1872/73 besuchten circa 120 Schüler die Webschule. Die Schüler sollen das vierzehnte Lebensjahr überschritten haben, und müssen sich einer Aufnahms-Prüfung unterziehen. 15 Ein Schulgeld ist nicht zu entrichten, jedoch sind die zur Analyse verabfolgten Muster, sowie das von den Schülern verwehte Material zu vergüten. Am Schlüsse jeden Curses findet in den Schullocalitäten eine öffentliche Ausstellung sämmtlicher Schülerarbeiten statt. Die Wehschule besitzt eine Sammlung von 122 Tabellen für den praktischen Unterricht von Laurent Anti, dann 12 Webstühle zur Erzeuguug der verschiedenen Webstoffe, darunter einen mechanischen Webstuhl. Mit der Webschule steht eine Manufactur-Zeichenschule in Verbindung, die am 29. October 1870 eröffnet wurde und den Zweck hat, tüchtige Musterzeichner heranzubilden und Lehrlingen und Gesellen als Fortbildungsschule, zu dienen. Zeichenlehrer ist Herr Ferdinand Lieb. Der Unterricht umfasst: Freihandzeichnen, Malen, constructives und geometrisches Zeichnen und Styllehre. Die Schule wurde im verflossenen Schuljahre von 46 Schülern besucht von welchen kein Unterrichtsgeld eingehoben wurde. An Lehrmitteln besitzt diese Schule Gypsmodelle aus dem österreichischen Museum für Kunst und Industrie und über 80 Vorlagen werke. Von beiden Schulen wurden Schülerarbeiten aus dem Web- und Zeichnungsfache und von der Webschule insbesondere auch Lehrmittel zur Ausstellung gebracht. 3. Websclmle in Bielitz-Biala. Dieselbe wurde am 1. April 1866 eröffnet. Als Leiter und Lehrer derselben fungirt Johann Plachetz. Die Aufgabe der Schule besteht in der Heranbildung tüchtiger Schaf- wollwaarenerzeuger und Webermeister. Beim Unterrichte wird vorzüglich auf die örtlichen Verhältnisse von Bielitz-Biala Rücksicht genommen, und es werden Composition, Decompo- sition, Calculation von verschiedenen Stoffen, Farbenlehre, mechanische Weberei und Montirung der mechanischen Webstühle gelehrt. Die Anzahl der Schüler beträgt gegenwärtig 46. Seit der Errichtung wurde die Schule von 275 Schülern besucht. Von jedem Schüler wird ein Schulgeld von 30 fl. für das Jahr gezahlt, es finden sich jedoch an der Schule mehrere Freiplätze. Die Schule wird vom Handelsministerium, vom schlesischen Landtage, von den Stadtvertretungen von Bielitz und Biala, von der Tuchmacher- Genossenschaft beider Städte, vom dortigen Gewerbevereine und endlich auch von einzelnen Industriellen subventionirt. An Lehrmitteln besitzt die Schule: Zeichenvorlagen von Ilerdtle und von Teirich, ferner Teirich’s Ornamente der italienischen Renaissance, 9 Musterwebstühle, einen mechanischen Webstulil etc. etc. 16 Zur Ausstellung gelangen: Coupons von Rock- und Hosenstoffen, Dainastgewebe, 3 Musterbücher und Zeichnungen. 4. Mährische höhere Webereischule in Brünn. Dieselbe wurde am 25. October 1866 eröffnet. Als Director derselben und zugleich als Lehrer für theoretische und praktische Weberei fungirt gegenwärtig Friedrich Eckstein. Ferner wirken an dieser Schule als Lehrer für das Musterzeichnen: Professor Georg Rüdl; für Chemie und Färberei: Franz Richter, Oberrealschul-Professor; für Buchhaltung und Wechselkunde: Director Wenzel Ruprieh; für Maschinenlehre : Supplent Joseph Tesaf. Die Schule hat die Aufgabe, junge Leute für ihren künftigen Beruf als Fabrikanten, Fabriksdirectoren, Musterzeichner, Werkmeister etc. heran- zubilden. Der Unterricht umfasst zwei Jahrgänge, in welchen gelehrt wird: a) Decomposition aller Gattungen Gewebe für Tritt-Jacquard- und mechanische Weberei. Hieran knüpfen sich Vorträge über die Rohmaterialien, den Spinnprocess, die Behandlung der Garne vor dem Weben, die Appretur der Stoffe, die zur Weberei gehörigen Werkzeuge und Maschinen, endlich die Vorrichtung der Stühle; b) Composition der Stoffe, praktische Uebungen im Weben, Berechnung des Materiales und der Preise; c) Musterzeichnern, d) Maschinenlehre; e) Färberei und Chemie, und f) Buchhaltung und Wechselkunde. Die Anzahl der Schüler beträgt im Schuljahre 1872/73 13. Im Ganzen besuchten die Schule seit ihrer Errichtung 400 Schüler. Das Schulgeld beträgt 100 fl. per Jahr. An Lehrmitteln besitzt die Schule eine vollkommen eingerichtete Weberei mit Handjacquard- und mechanischen Stühlen und sämmtliche nothwendigen Vorlagen werke, Werkzeuge und Maschinen. Die Einnahmen der Schule bestehen im Schulgelde, in den Subventionen des Handelsministeriums, des mährischen Landtages, der Brünner Handels- und Gewerbekammer und aus Unterstützungen von der sogenannten Kaiserin Elisabeth Stiftung. Zur Ausstellung gelangen: Fünf Bücher mit Schulerarbeiten, ein Buch mit gewebten Stoffproben, Musterzeichnungen und eine grössere Anzahl von in der Schule erzeugten Geweben aller Art. 5. Lehrwerkstätte für Weber in Aussig (Böhmen). Dieselbe besteht seit dem 20. Mai 1869. Als Lehrer fungirt an derselben Conrad Arnold. Zweck der Lehrwerkstätte ist: Die Heranbildung von tüchtigen, praktisch und theoretisch gebildeten Webergehilfen. 17 Besucht wird die Lehrwerkstätte von 12 ordentlichen und 40 ausserordentlichen Schülern. Die Erhaltung der Schule obliegt zum Theile dem Handelsministerium, zum Theile dem Weher-Fortbildungsvereine und mehreren Industriellen in Aussig. Die Schüler haben ferner 25 Percent von dem Verdienste ihrer Arbeit an die Anstaltscasse abzugeben. An der Ausstellung betheiligt sich die Lehrwerkstätte mit einer Mappe mit Arbeiten von Lehrlingen und einem Decomponirapparate. 6. Fachschule der Posamentierer - Genossenschaft in Wien (VII. Bezirk). Dieselbe wurde am 2. October 1870 eröffnet. Der Vorsteher der Posamentierer-Genossenschaft, Johann Schmidt, ist zugleich Director der Schule, an welcher als Fach- und Zeichenlehrer Herr W. Sodoma wirkt. Die Aufgabe der Schule besteht in der Heranbildung von Posamentier-Lehrlingen und Arbeitern. Der Unterricht umfasst das Zeichnen, das Zergliedern der Muster und die Stuhlarbeit. An Lehrmitteln besitzt die Schule mehrere vollständig eingerichtete Stühle für Posamenten- und Bandmacher, nebst den dazu gehörigen Maschinen und Hilfswerkzeugen; ferner einen Posamentierstuhl auf Wellen und ein Goldspinnrad. Im Schuljahre 1872/73 besuchten 74 Schüler die Schule, und im Ganzen seit ihrer Errichtung 182 Schüler. Der Unterricht wird an Sonntagen Vormittags und an Montagen Abends, und zwar unentgeltlich ertheilt. Die Schule besitzt eine vollständig eingerichtete Musterwerkstätte für Posamentierer und Bandmacher und für den Zeichenunterricht Gypsmodelle und Vorlagen. Die Schule wird von der Genossenschaft der Posamentierer und der damit vereinigten Corporationen erhalten und vom Handelsministerium subventionirt. Zur Ausstellung gelangen das Modell eines Posamentierhandstuhles mit Wellen, ein Gimpenrad, ein Goldspinnrad, endlich praktische Schülerarbeiten und Zeichnungen. 7. Web- und Wirkschiile in Asch (Böhmen). Dieselbe besteht seit dem 1. Mai 1871. Die Leitung der Schule steht einem besonderen Schulaufsiclitscomite zu. Lehrer ist August Gerstling. Die Aufgabe der Schule besteht darin, den Webermeistern, Gesellen und Lehrlingen Gelegenheit zu bieten, sich ausser ihren Arbeitsstunden diejenigen höheren Kenntnisse in der Weberei und Wirkwaaren-Fabrikation 2 18 anzueignen, welche zu erwerben sie bei ihrer gewöhnlichen Beschäftigung nicht in der Lage wären. Der Unterricht umfasst: 1. Schaft- oder Trittweberei. 2. Jacquardweberei. 3. Mechanische Weberei. 4. Die Lehre von den Webmaterialien und der Webfabrikation, und 5. Freihand- und Musterzeichnen. Die Anzahl der ordentlichen Schiller beträgt seit dem Bestehen der Schule 92, jene der ausserordentlichen 34. Es wird ein Schulgeld von 6 fl. für das ganze Jahr eingehoben. An Lehrmitteln besitzt die Schule: Lyoneser und Chemnitzer Webstlihle, 4 Jacquardmaschinen, Kartenschlagmaschinen, Kartenschneidemaschinen etc. etc. Das Handelsministerium subventionirt die Webschule, zu deren Erhaltung die Gemeinde und einzelne Industrielle freiwillige Beiträge leisten. Zur Ausstellung gelangen Lehrmittel, Musterzeichnungen, Freihandzeichnungen, gerollte Kleiderzeuge, Gobebn-Möbelrips, 1 Fauteuilgewebe mit dem Porträt des Allerhöchsten Kaiserpaares, dem österreichischen Beichs-, dem böhmischen Landes- und dem Ascher Stadtwappen und ein gewirkter Frauenunterrock. 8. Zeichen- und Webschule in Ilumburg. Dieselbe wurde am 1. Jänner 1872 eröffnet und steht unter einem Schuldirectorium. Director der Schule ist gegenwärtig Joseph Aichinger, neben ihm wirkt noch ein Weblehrer. Die Aufgabe der Schule besteht darin, den Schülern in der Weberei und im Musterzeichnen eine möglichst vollkommene Ausbildung zu geben. Der Lehrcurs erstreckt sich auf zwei Jahrgänge und zerfällt in zwei Abtheilungen: 1. in die Abtheilung für Weberei und 2. in die Abtheilung für das Zeichnen. Der Unterricht umfasst alle Zweige der Handweberei, nebst den Hilfslehren Uber Webmaterialien, Spinnerei, Filatur und Appretur. In der Zeichenabtheilung wird geometrisches Zeichnen, Freihandzeichnen und Malen gelehrt. Ueberdiess werden Vorträge über die Farbenharmonie- und Styllehre gehalten. Der Unterricht wird sowohl Vor- als Nachmittags, und zwar unentgeltlich ertheilt, und von den Schülern wird nur ein Lehrmittelbeitrag von 3 fl. per Monat eingehoben. Die Schule besitzt Webstühle für alle Zweige der Handweberei, die hiezu nöthigen Werkzeuge und Maschinen und für den Zeichenunterricht endlich Gypsmodelle vom österreichischen Museum und Vorlagewerken. 19 Die Fachschule wird vom Handelsministerium regelmässig subventionirt und vom Curatoriuin der Schule erhalten. 9. 'Weberei-Lehrwerkstätte in Laiidskron (Böhmen). Dieselbe wurde am 1. Februar 1873 eröffnet und wird von dem Weblehrer Gottlieb Kamprad geleitet. Der Zweck der Schule ist die Heranbildung fachmännisch gebildeter AVeber. Der Unterricht umfasst die A\ T ebmaterial- und AA r ebwaarenkunde, das Vorriehtcn der Stühle und praktische Arbeiten. Die Schule wird von neun ordentlichen Schülern besucht, von denen ein jährliches Schulgeld von je 3 ff. eingehoben wird. An erwähnensvverthen Lehrmitteln besitzt die Schule: 4 Regulatorstühle, 3 Jacquardmaschinen und Trittmaschineu. An der Ausstellung betheiligt sich die Schule mit Schulaufgaben, mit dem Schulbuche und einem Schranke mit gewebten Stoffen. 10 . Webeschule in Rochlitz in Rohmen. Dieselbe wurde am 2. Februar 1873 eröffnet. Als Lehrer fungirt Eduard Sitte. Der Zweck der Schule besteht in der Heranbildung von tüchtigen, praktisch und theoretisch gebildeten Webermeistern und Arbeitern, und es wird zu diesem Behufe sowohl theoretischer als auch praktischer Unterricht in der Weberei ertheilt. Die Schule wird von 8 ordentlichen und 2 ausserordentlichen Tagschülern, dann von 2G Sonntagsschülern besucht. A r on bemittelten Schülern wird für die Theilnalnne am Tagesunterrichte ein Schulgeld von jährlich 30 fl. eingehoben. Die Schule besitzt 6 A\ r ebstühle und die sonstigen nothwendigen Schuleinrichtungsgegenstände. Die Schule wird vom Handelsministerium subventionirt, welches auch die Remuneration des Lehrers bestreitet. Die Gemeinde Rochlitz stellt das Unterrichtslocale unentgeltlich bei und sorgt für die Beheizung, Beleuchtung und Reinigung desselben. An der Ausstellung betheiligt sich diese Schule mit einer Grundbindung, zwei selbstgewebten Mustern und mit ausgearbeiteten Mustern mit Cal- culation. 11 . Webscliule in Zwittau (Mähren). Dieselbe wurde eröffnet am 24. März 1873 und steht unter einem eigenen Schulaufsichtscomite. Als Lehrer fungirt Johann Baier. Die Aufgabe der Schule ist, theoretisch und praktisch gebildete Webermeister und tüchtige Arbeiter heranzubilden. 2 * 20 Der Unterricht umfasst folgende Lehrgegenstände: Decomposition, Disposition, praktische Webübungen, Vorrichten des Webstubles etc. Ferner Vorträge über die Behandlung und die Eigenschaften der verwebbaren Rohstoffe und der Werkzeuge, endlich Compositionslelire. Die Anzahl der Schüler beträgt im Jahreseurse, für welchen ein Schulgeld von 10 fl. und ein Materialgeld von 30 fl. zu entrichten ist, 10 und im Sonntagscurse für Arbeiter, welche unentgeltlich unterrichtet werden, GO. Für den praktischen Unterricht besitzt die Schule 9 Webstühle mit Contremarsch und 2 Flügelmaschinen. Die Webschule wird vom k. k. Handelsministerium subventionirt, welches auch den Lehrer besoldet; die Gemeindevertretung stellt das Schullocale unentgeltlich bei und bestreitet die Beheizungs- und Beleuchtungskosten, die Tuchmacher-Genossenschaft und einzelne Industrielle unterstützen theilwcise auch regelmässig die Schule. An der Collectivausstellung der Fachschulen des Handelsministeriums betheiligt sich die Webschule mit Cartons von gewebten und decomponirten Mustern und mit einer kleinen Collection der Stoft'sorten. 12. Webselmle und Weberei-Lehrwerkstätte in Rotlimühl in Mähren. Dieselbe wurde am 1. Mai 1873 eröffnet. Die Aufgabe der Schule, an welcher Hieronymus Tippelt als Lehrer augestellt ist, besteht darin, die Weber dieses Ortes, welche in Folge der Einführung der Baumwollwäsclie in der Armee ihren früheren Haupterwerbszweig, nämlich die Verfertigung grober Leinwänden für das Militär, aufgeben mussten, in der feinen und feinsten Leinwandweberei, sowie in der Baumwollweberei und gemischten Stoffweberei auszubilden. Der Unterricht erstreckt sich auf die Leinen-, Baumwoll- und gemischte Stoffweberei und umfasst die Lehre von den Webmaterialicn, deren Vorbereitung und Bearbeitung, die Lehre von der Analyse der Gewebe (Decom- position) und von der Composition, ferner das praktische Ueben am Stuhle und dessen Vorbereitung. Mit der Schule steht auch eine Lehrwerkstätte in Verbindung, in welcher Arbeiten für den Verkauf angefertigt werden. Der Unterricht wird an 3 ordentliche und G ausserordentliche Schüler, und zwar unentgeltlich ertheilt. Mit Rücksicht auf die grosse Armuth der Schüler wird es sogar manchmal nothwendig, denselben kleine Unterstützungen zu verabfolgen. Der Lehrer wird vom Handelsministerium besoldet, die Localitäten, deren Beheizung und Beleuchtung, sowie die Lehrmittel werden von den 21 Gemeinden von Böhmisch- und Mährisch-Rothmühl durch freiwillige Beiträge beigeschafft. Wegen der zu kurzen Zeit ihres Bestandes betheiligt sich die Schule an der Ausstellung nicht. 13. Lehrwerkstätte für Schuhmacherei in Graz. Dieselbe wurde eröffnet am 1. Juli 1872. Der Leiter und Lehrer der Schule heisst Ferdinand Sallegg, dem der Vorarbeiter Bernhard Vaterl beigegeben ist. Der Zweck der Schule besteht darin, tüchtige Schuhmachergehilten heranzubilden und ihre geistige Bildung zu heben. Um diesen zweifachen Zweck zu erreichen, wird in der Lehranstalt sowohl die Anfertigung aller Bescliuhungsarten, als auch Turnen, Zeichnen, einfache Buchhaltung, kaufmännisches Rechnen etc. gelehrt. Jeder Lehrling besucht iiberdiess noch die Gewerbeschule. Gegenwärtig hat die Lehrwerkstätte 8 Schüler, welche monatlich 20 kr. Schulgeld bezahlen. Die Lehrwerkstätte ist complet eingerichtet und wird vom Handelsministerium, der Schuhwaren-Actiengesellschaft in Wien und von einzelnen Privaten unterstützt. Der steiermärkische Gewerbeverein stellt die Locali- täten unentgeltlich bei. 22 III. Fachschulen für Holz- und Marmor-Industrie. Einleitung. Oesterreich musste bisher Holzschnitzereien zum grössten Theile aus der Schweiz, dem Oberammergaue, aus Berchtesgaden und dem Schwarzwalde einführen. Die blühende Wiener Luxusmöbelindustrie findet nicht gleich der verwandten Pariser in den benachbarten Alpengegenden eine billige Bezugsquelle kunstvoll gearbeiteter Möbeltheile, wie Füllungen, Karyatiden u. s. w. Und dennoch ist sowohl in den Alpenländern wie in den gebirgigen Theilen Böhmens, Mährens und Schlesiens eine grosse Zahl von Talenten, sowie eine Fülle beinahe ganz unbenutzten edlen Schnitzholzes vorhanden. Nur im Gmündner Thale, in der Viechtau am Traunsee und zu Katharinaberg in Böhmen hatte sich die^ Kinderspielwaarenindustrie als Hausindustrie seit Jahrhunderten eingebürgert. Bis zum Jahre 1872 existirte in Oesterreich an Fachschulen für diese Industrie nur die im Jänner 1871 eröffnete Holzschnitzereischule in Hallein. Gegenwärtig sind neun Fachschulen für Holzindustrie in Wirksamkeit und fünf weitere für Holz- und Marmorindustrie in der Errichtung begriffen. Bei der Auswahl der Orte war theils das Vorhandensein des Rohmaterials und hervorragender Lehrkräfte, theils das Vorkommen zahlreicher Talente in der Plastik, theils endlich neben diesen Umständen das Absterben des bisherigen Erwerbzweiges, z. B. der Salinenindustrie, von massgebendem Einflüsse. Dabei wurde darauf gesehen, dass jede Fachschule eine andere Spe- cialität der Holzindustrie pflege. So besorgt die Holzschnitzschule in Imst besonders die Ausstattung der Wohnungen. Die Fachschule in Mondsee erzeugt Renaissance-Möbel und Thiergruppen, jene in St. Ulrich in Gröden Heiligenfiguren und Kinderspielwaaren, jene in Wallern Uhrkästen und Möbelverzierungen, jene in Innsbruck Reliefs u. s. w. Die bei den neuerrichteten Schulen bisher erzielten Resultate liefern den Beweis, dass das bedeutende Talent der Alpen- und Gebirgsbevölkerung Oesterreichs für die Plastik nur einer geringen Weckung und Förderung bedarf, um Hervorragendes leisten zu können. 23 1. Holzschnitzereischule in Hallein (Salzburg). Dieselbe wurde am 1. Jänner 1871 eröffnet. Fachlehrer und Leiter ist W. F. Schönhut. Die Aufgabe der Fachschule besteht darin, in Hallein und Umgegend künstlerisch gebildete Holzschnitzer heranzubilden. Der Unterricht umfasst : Zeichnen, Modelliren und Holzschnitzen. Mit der Schule steht eine Lehrwerkstätte in Verbindung. Die Schule wird von 16 ordentlichen Schülern besucht und haben dieselben kein Schulgeld zu entrichten. An Lehrmitteln besitzt die Schule: Zeichenvorlagen und Gypsmodelle. Die Schule wird vom Handelsministerium subventionirt, die Gemeinde unterstützt dieselbe durch Naturalleistungen, der Landtag des Kronlandes Salzburg mit einer Geldbeihilfe. Zur Ausstellung gelangen Zeichnungen, Gypsmodelle und Holzschnitzereigegenstände. 2. Die Lehrwerkstätte für Holzbildhauer des Johann Grissemann in Inist (Tirol). Sie besteht seit Jänner 1872 und steht unter der Leitung des Bildhauers Johann Grissemann, der auch selbst den Unterricht ertheilt und hiebei von einem Werkmeister unterstützt wird. Die Tendenz der Anstalt geht dahin: die Schüler zu stilgerechten Holzschnitzarbeiten anzuleiten, damit sie in den Stand gesetzt werden, Holz- schnitzwerke zu liefern, welche dem immer weiter sich ausbreitenden Bedürfnisse der Gegenwart nach einer künstlerischen Ausstattung der W o hnu n g entsprechen. Die Lehrwerkstätte wurde im verflossenen Schuljahre von 15 Schülern besucht, die im Zeichnen, Modelliren und Holzschnitzen unterrichtet wurden. Der Unterricht wird unentgeltlich ertheilt, tlieilweise stehen die Schüler auch in der Verpflegung des Inhabers der Lehrwerkstätte. An Lehrmitteln besitzt die Anstalt eine Eeihe von Gypsmodellen, dann Zeichenvorlagen (Herdtle’s Vorlagenwerk u.a. m) und eine kleine Bibliothek mit fachwissenschaftlichen Werken. Erhalten wird die Lehrwerkstätte von Joh. Grissemann. Das Handelsministerium gibt jährlich eine bestimmte Subvention. Zur Ausstellung gelangen Zeichnungen, ein geschnitzter Tisch, mehrere Sessel und andere Schnitzarbeiten von Schülern. 3. Lehrwerkstätte für Holzschnitzerei des Sebastian Steiner in Innsbruck. Dieselbe wurde am 1. October 1872 eröffnet und wird von Seb. Steiner geleitet. 24 Der Zweck der Schule ist die Heranbildung von Holzschnitzern für figurale Holzschnitzerei. Die Schüler werden in der Lehrwerkstätte im Modelliren und Holzschnitzen unterrichtet. Den Zeichenunterricht gemessen dieselben an der Kunstgewerbeschule zu Innsbruck. Die Schule wird von 9 ordentlichen Tagesschülern besucht und es wird von denselben kein Schulgeld eingehoben. An Lehrmitteln besitzt die Schule Gypsmodelle vom k. k. österr. Museum für Kunst und Industrie und solche, die im Eigenthume des Seb. Steiner stehen, ferner Holzmodelle nach Oberammergauer und Schweizer Sclmitzart. Die Schule, die sich im Hause des Herrn Seb. Steiner befindet, wird vom Handelsministerium subventionirt, das auch den Leiter remunerirt. An der Ausstellung betheiligt sich diese Schule mit verschiedenartigen Holzschnitzereien, wie Reliefs, Figuren, Rahmen u. s. w. 4. Holzschnitzereischule in St. Ulrich (Grödnerthal in Tirol). Dieselbe wurde am 15. October 1872 eröffnet; als der Leiter und Lehrer wirkt Ferdinand Demetz. Die Aufgabe der Holzschnitzschule ist die Heranbildung von Holzschnitzern für figurale und ornamentale Holzschnitzerei. Mit der Schule, die von 12 ordentlichen und 16 ausserordentlichen Schülern besucht wird, steht auch eine Lehrwerkstätte in Verbindung. Es wird kein Schulgeld eingehoben. An Lehrmitteln besitzt die Schule Gypsabgüsse vom k. k. öst. Museum für Kunst und Industrie und Zeichnungsvorlagen. Die Schule wird vom Handelsministerium gänzlich erhalten, welches in Anbetracht der örtlichen und Landes-Verhältnisse nicht nur den Lehrergehalt, sondern auch die Miethe der Schullokalitäten, deren innere Einrichtung, Beleuchtung, Beheizung, Bedienung und Reinigung bestreitet und die Fachschule mit den nöthigen Lehrmitteln ausstattet. Das k. k. Ackerbauministerium unterstützt die Lehrwerkstätte durch Ueberlassung des Schnitzholzes zu sehr ermässigtcn Preisen. An der Ausstellung betheiligt sich die Schule mit verschiedenartigen Holzschnitzgegenständen, wie Cruzifixen, Bilderrahmen, Thierfiguren u. s. f. 5. Fachschule für Holz-Industrie in Tachau (Böhmen). Dieselbe wurde am 1. Jänner 1873 eröffnet und hat den Zweck, Kunsttischler, Kunstdreher und Bildhauer heranzubilden. Als Leiter und Lehrer der Schule fungirt Adolf Klaus. An der Schule, mit welcher auch eine Lehrwerkstätte verbunden ist, wird Zeichnen, Modelliren, Geometrie (soweit dies für die praktischen 25 Zwecke der Schule erforderlich ist) gelehrt und praktischer Unterricht in der Holzbearbeitung ertheilt. Die Schule wird von 16 Tagesschtileni, 8 ausserordentlichen und 28 Sonntagsschülern besucht. In der Lehrwerkstätte gemessen 15 Schüler den Unterricht. Es wird kein Schulgeld eingehoben. An Lehrmitteln besitzt die Schule: Vorlagewerke für Bau- und Kunsttischler- und für Laubsägearbeiten; ferner Fraismaschinen, Circularsägen, Decoupirsägen, eine Musterdrehbank etc. etc. Subventionirt wird die Schule vom Handelsministerium, von der Stadtgemeinde Taehau und vom Bezirksschulfond. An der Ausstellung betheiligt sich die Schule mit Zeichnungen, Tischlerarbeiten und Schnitzereien. 0. Fachschule für Holzindustrie in Wallern (Böhmen). Die Schule besteht seit 2. Jänner 1873 und hat den Zweck Holzbildhauer, Tischler und Drechsler heranzubilden. Leiter und Lehrer der Schule ist Anton Nelles. Mit der Schule steht eine Lehrwerkstätte in Verbindung. Die Schule wird von 18 Tagesschülern frequentirt. Unterrichtsgegenstände bilden: Zeichnen, Modelliren und Kunst- und Möbeltischlerei. Es wird kein Schulgeld eingehoben. An Lehrmitteln besitzt die Schule: 100 Stück Gypsmodelle vom k. k. österr.Museum; Taubinger’s Zeichenvorlagen und Halmhuber’s Vorlagen für Bau- und Möbeltischler. Die Schule wird vom Handelsministerium erhalten. Die Gemeinde gewährt die üblichen Naturalleistungen. Von dieser Fachschule gelangten Zeichnungen zur Ausstellung. 7. Die Fachschule für Holzschnitzerei in Gmünd (Kärnten) wurde am 3. Jänner 1873 eröffnet. An derselben ist als Leiter und Lehrer Carl Schellhorn angestellt. Die Aufgabe der Schule besteht darin, tüchtige Holzschnitzer heranzubilden, um in den industrielosen Gebirgsthälern Oberkärntens einen neuen Erwerbszweig einzuführen. Der Unterricht umfasst: Zeichnen, Modelliren und Holzschnitzen nach Modellen und Zeichnungen. Bisher ist der Unterricht nicht über das Freihandzeichnen hinaus gediehen, wesshalb auch nur einige Freihandzeichnungen der Schüler zur Ausstellung gelangen konnten. 26 Eine Lehrwerkstätte wird erst bei vorgeschrittenem Unterrichtserfolge mit der Schule in Verbindung gebracht werden. Die Zahl der ordentlichen Tagesschüler beträgt 10, die der ausserordentlichen Schüler 3. Ein Schulgeld wird nicht eingehoben. An Lehrmitteln besitzt die Schule: Herdtlc’s Elementarunterricht im Freihandzeichnen. Ornamente und Figuren von Taubinger, ferner Gipsmodelle vom k. k. österr. Museum. Die Schule wird vom Handelsministerium erhalten, das auch den Lehrer- gelmlt bestreitet, und vom Landtage mit eiuer jährlichen Geldbeihilfe sub- ventionirt. Die Gemeinde stellt die üblichen Naturalleistungen bei. 8. Fachschule für Holzschnitzerei und Kunsttischlerei in Mondsee. Dieselbe wurde am 1. Mai 1873 eröffnet. Die Aufgabe der Schule ist, Holzschnitzer und Kunsttischler, besonders für Renaissance - Möbelerzeugung heranzubilden, zu welchem Belmfe an derselben der Unterricht im Zeichnen und Modelliren, sowie in der Holzschnitzerei und Kunsttischlerci ertheilt werden soll. Mit Rücksicht auf den kurzen Bestand der Schule wird jedoch gegenwärtig nur der Unterricht im Freihandzeichnen ertheilt. Es ist beabsichtigt, mit der Schule in späterer Zeit eine Musterwerkstätte in Verbindung zu bringen. Gegenwärtig ist die Schule von 16 Schülern besucht, denen sowohl Vorais Nachmittags-Unterricht ertheilt wird. An Sonntagen wird für freiwillig sich Meldende Zeichenunterricht ertheilt. Ein Schulgeld wird nicht eingehoben. Die Lehrmittel der Schule bestehen aus Gypsabgtissen und Zeichnungsvorlagen. Zur Erhaltung der Schule bestreitet das k. k. Handelsministerium den Gehalt des Leiters und Lehrers der Schule, als welcher der Bildhauer Franz Wenger fungirt. Ihre Durchlaucht Fürstin Wrede stellt das Lokale unent gelt-lich bei, und die Gemeinde Mondsee besorgt die Einrichtung, Beheizung und Beleuchtung desselben. An der Collectivausstellung betheiligt sich diese Fachschule mit Freihandzeichnungen der Schüler. 9. Die Fachschule für Holzindustrie und Marmorbearbeitung in Hallstadt (Salzkammergut) besteht seit dem 19. Mai 1873. Der gegenwärtige Leiter und Lehrer der Schule heisst Johann Greil. Die Aufgabe der 27 Schule besteht in der Heranbildung kunstmässig gebildeter Holz- und Steinschnitzer. Unterrichtsgegenstände sind: Zeichnen, Modelliren, Holzschnitzen und Marmorbearbeitung. Mit der Schule wird eine Lehrwerkstätte in Verbindung gebracht. Die Zahl der Schüler beträgt’30. Schulgeld wird keines eingehoben. An Lehrmitteln besitzt die Schule nur Zeichenvorlagen. Die Schule wird in Anbetracht der Armuth des Ortes gänzlich vom Handelsministerium erhalten. Der oberösterreichische Landesausschuss sicherte einen Beitrag zu. Zur Ausstellung gelangen Zeichenübungen. IV. Fachschulen für Glas- und Thonindustrie. Einleitung. Die altberiihmte böhmische Glasindustrie wurde in neuerer Zeit durch die Errichtung von Fachzeichen- und Modellirscliulen in Steinschönau, Haida und Gablonz unterstützt. Die beiden erstgenannten Schulen fassen in erster Linie die Ausbildung des Geschmackes und der Technik in der Glasdecorirung und im Glasschliffe in das Auge, während die Fachzeichen- und Modellirschule in Gablonz in Verbindung mit einer Special- Chemieschule ebendaselbst die Verbesserung der als Hausindustrie betriebenen Glas-Quincaillerieindustrie anstrebt. Ausserdem wurde für die Hausindustriebezirke Böhmens, in welchen die ausMurano bei Venedig stammende und seit ungefähr fünfzig Jahren einheimische Glasspinnerei betrieben wird, eine Wanderschule für Glasspinnerei und Glasgespinnstverarbeitung errichtet. Die Thonwaarenindustrie wird durch eine Fachzeichen- und Modellirschule in Znaim unterstützt, woselbst sich infolge der Anregung des k. k. österreichischen Museums für Kunst und Industrie eine feinere Geschmacksrichtung in neuerer Zeit Bahn gebrochen hat. Speciell für die Porzellanindustrie Nordwestböhmens steht die Errichtung von Fachzeichen- und Modellirschulen in Karlsbad und in Ellbogen in Verhandlung. Beide Industrien (Glas- und Thonwaaren) repräsentiren einen jährlichen Productionswerth von 20 und 25, zusammen 45 Millionen Gulden. I. Kunstgewerbeschule für Glasindustrie in Steinschönau (Böhmen). Dieselbe wurde eröffnet am 31. März 1856. Als Leiter und Lehrer der Schule fungirt seit ihrer Gründung Johann Dworacek. 29 Die Aufgabe der Schule bestellt darin, die Glasindustrie in Stein- schönau und Umgegend künstlerisch zu beleben und auf diese Weise zu heben und zu vervollkommnen. Der Unterricht umfasst: Geometrisches und Freihandzeichnen, ferner Malen, berechnet für Glasobjecte, Modelliren, Com- poniren von Gefässformen und deren Decoration. Mit der Schule ist keine Lehrwerkstätte verbunden, jedoch besucht der Leiter derselben die verschiedenen Privat Werkstätten, um bei der Ausführung einzelner Objecte mit seinem Ratlie behilflich zu sein. Die Gesammtzahl der Schüler beträgt 240 bis 400 jährlich, welche theils Tagesschüler, theils Sonntagsschüler sind. Der Unterricht wird unentgeltlich ertlieilt, und es wird nur ein freiwilliger Beheizungsbeitrag von 30 kr. bis 1 fl. per Jahr eingehoben. An hervorragenden Lehrmitteln besitzt die Schule die Publicationen des k. k. österreichischen Museums für Kunst und Industrie und die Photographien nach Emailgefassen, herausgegeben von der k. k. österreichischen Mission nach Ostasien. Die Schule wird vom Handelsministerium und der Stadtgemeinde erhalten, und auch von den Industriellen des Ortes subventionirt. An der Ausstellung betheiligt sich die Schule mit Zeichnungen, Aquarell-Studien (Proben auf Glas mit eingebrannten Farben), Thonmodellen, Gypsabgüssen und ausgeführten Hohlglassachen mit Schliff, Schnitt, Vergoldung und Malerei. 2 . Zeichen- und Modellirschule für Glasindustrie in Haida (Böhmen). Dieselbe wurde am 1. October 1870 eröffnet und wird von dem Fachlehrer Robert Noak geleitet. Die Schule hat die Aufgabe, die Glasindustrie von Haida und Umgegend durch die Verbreitung der Zeichenkunst zu fördern; zu diesem Behufe wird an derselben Unterricht im Zeichnen, Modelliren und in der Architektonik ertheilt. Die Schule wird im Jahre durchschnittlich von 70 ordentlichen Schülern und 57 ausserordentlichen Schülern (meist Gewerbetreibenden) besucht. Ferner nehmen auch circa 100 Schulkinder wöchentlich 2—3 Stunden Zeichenunterricht. Schulgeld wird keines erhoben. An Lehrmitteln besitzt die Schule Herdtle’s, Teirich’s und Hermes Vorlagen werke, ferner eine Anzahl von Gypsmodellen italienischer Renaissance und Reliefs von Ritschl. Die Erhaltung der Schule übernahm das Handelsministerium in Verbindung mit der Stadtgemeinde. An der Ausstellung betheiligt sich die Schule mit mehreren Zeichnungen und einigen Glasgegenständen, welche von Schülern verfertigt wurden. 30 3. Zeichen- und Modellirschule für Glasquincaillerie in Gablonz (Böhmen). Dieselbe bestellt seit dem 1. December 1870. Der gegen wärtige Lehrer heisst Ferdinand Aufrichtig. Die Aufgabe der Schule besteht darin, Graveure, Bronze- und vorzüglich Glasarbeiter im Zeichnen soweit auszubilden, dass sie in der Lage sind, selbstständige Entwürfe zu machen. Als Lehrgegenstände werden behandelt: Zeichnen, mit Einschluss der Stillehre, Perspective und Anatomie, sowie Modelliren in Thon nnd Wachs. Regelmässig besuchen 30—40 Schüler die Schule, von denen für das Jahr ein Schulgeld von 5 fl. eingehoben wird. An Lehrmitteln besitzt die Schule Gypsabgüsse vom österreichischen Museum in Wien und der Modellirwerkstätte in Stuttgart. Die Schule wird vom Handelsministerium und der Stadtgemeiude erhalten, welche die Localitäten beistellt und einen Jahresbeitrag zahlt. An der Ausstellung betheiligt sich die Schule mit Zeichnungen und Thonmodellen. 4. Fachzeichen- und Modellirschule für Thonindiistrie in Znaim (Mähren). Dieselbe besteht seit 1. October 1872. Der Leiter und Lehrer der Schule ist der Realschulprofessor Adolf Sterz; ihm zur Seite wirkt als Assistent der Bürgerschullehrer Franz Hickl. Die Schule hat den Zweck, den in Znaim lebenden Malern, Gehilfen und Arbeitern beiderlei Geschlechtes, die sich mit der Decorirung von Thongefässen befassen, Gelegenheit zu bieten, sich im Zeichnen auszubilden, insbesondere die Eigenthiiinlichkeiten der Decoration der Thongefässe kennen zu lernen. Der Unterricht wird unentgeltlich ertheilt und umfasst Zeichnen und Modelliren. Die Zahl der Schüler beträgt: 20 Mädchen, 31 Knaben und G Erwachsene zusammen 63. An Lehrmitteln besitzt die Schule: Zeichnenvorlagen, Gypsmodelle, Recueil de Faiences italiennes 100 Blätter, Owen Jones Grammatik der Ornamente etc. etc. Die Schule wird vom Handelsministerium erhalten. Die Gemeinde Znaim hat sich zu den üblichen Naturalleistungen verpflichtet. Zur Ausstellung gelangen Schulerarbeiten. 5. Glaschemieschule in Gablonz. Dieselbe wurde am 1. November 1872 eröffnet. Als Lehrer wirkt Professor Ignaz v. Curter, Bergrath a. D. Die Aufgabe der Schule besteht darin, wissenschaftliche Kenntnisse über die bei der Erzeugung der Quincaillerie vorkommenden chemisch- physikalischen Processe zu verbreiten, zu welchem Behufe reine und angewandte Chemie, Mechanik, Akustik, Optik, Elektricität etc., soweit diess zur Erreichung des angedeuteten Zweckes erforderlich ist, gelehrt wird. 31 In Hinkunft wird auch ein praktischer Curs an der Schule eingerichtet werden. Bisher wurden drei Curse über das Löthrohr, die Feuerungslehre und über Chemie gehalten, welche im Ganzen von 27 Schülern besucht wurden. An Sonnabenden trägt Professor Curter im Arbeiterbildungsverein vor einem Auditorium von 80 bis 100 Hörern Uber fachgewerbliche Themata vor. Der Unterricht wird unentgeltlich ertheilt. Die Lehrmittelsammlung wird nach und nach vervollständigt. Die Einrichtung eines Laboratoriums, die Anschaffung einer fachgewerblichen Bibliothek und die Zusammenstellung aller beim Unterrichte nothweudigen Mineralien, Brennstoffe, Emails und chemischer Präparate wird in der nächsten Zukunft angestrebt werden. Die Schule wird vom Handelsministerium in Verbindung mit der Stadt- gemeinde erhalten. Zur Ausstellung wird eine Sammlung von Glasflüssen und von Glasmosaikarbeiten gelangen. 0. Wandersclmle für Glasspinnerei nml Glasgespinnstverarbeitnng zu Gablonz und Morchenstern in Böhmen. Der erste Curs wurde im Herbste 1872 in Gablonz der zweite Curs im Februar, März und April 1873 in Gablonz und Morchenstern abgehalten. Lehrer für Glasspinnerei ist Julius v. Brunfaut. In der Glasverarbeitung ertheilt dessen Gattin praktischen Unterricht. Zweck der Wanderschule ist die technische Ausbildung des im Gablonzer Bezirke bestehenden Hausindustriezweiges der Glasspinnerei. In Gablonz besuchten im vorjährigen und diesjährigen Curse 40 Schüler den Unterricht; in Morchenstern nahmen 28 Schüler am Unterrichte Theil. Den Curs für Glasverarbeitung besuchten in Gablonz 16 Schüler beiderlei Geschlechtes. Der Wanderlehrer wird ausschliesslich vom Handelsministerium honorirt. Die Gemeinden, in welchen der Unterricht ertheilt wird, stellen die erforderlichen Unterrichtslocalitäten unentgeltlich bei. An der Ausstellung betheiligt sich die Gablonzer Schule mit einer Anzahl Schülerarbeiten. 32 V. Fachschulen für Bau- und mechanische Gewerbe. Einleitung. Ausser den nachfolgend dargestellten Fachschulen dieser Gattung bestehen in Oesterreich noch die k. k. Bau- und Maschinengewerbeschule in Wien, eine mechanische Lehrwerkstätte an der Akademie für Handel und Industrie in Graz, und Fachcurse für Bau- und Maschinengewerbe an der Gewerbeschule in Prag und Graz. In der Errichtung begriffen sind die Fachschule für Maschinenwesen in Wiener-Neustadt und die mechanische Lehrwerkstätte in Kommotäu, welchen Subventionen theils ertheilt, theils in Aussicht gestellt sind. Jedenfalls wird bei der grossen Bedeutung der Bau- und Ma schinengewerbe in den industriell hervorragenden Ländern Oesterreichs auf diesem Gebiete noch Vieles zu schaffen sein. 1. Mechanische Lehrwerkstätte in Klagenfurt. Dieselbe wurde im October 1862 eröffnet. Diese Schule untersteht der kärntnerischen Handels- und Gewerbekammer. Als Lehrer fungirt an derselben Alois Barth. Die Aufgabe der Lehrwerkstätte besteht darin, jungen Leuten, die sich mechanischen Gewerben zuwenden wollen, aber nicht in der Lage sind, höhere technische Lehranstalten zu besuchen, Gelegenheit zu bieten, sich eine tüchtige fachliche Bildung anzueignen. Die Anzahl der Schüler beträgt gegenwärtig 16, von denen kein Schulgeld eingehoben wird. Der Unterricht umfasst drei Jahrgänge und folgende Gegenstände: 1. Die Erlernung aller in das Maschinenbaufach und die Metallarbeiten einschlagenden Hand- und Maschinenarbeiten, sowie die Behandlung und Bedienung der Dampfmaschine. 1 I 33 2. Maschinenzeichner!, Freihand- und Ornamentzeichnen, Mathematik, Physik, Chemie, Mechanik und Projectionslehre. An Lehrmitteln besitzt die Lehrwerkstätte: 1 Dampfmaschine, 2 selbsttätige Drehbänke, 2 Bohrmaschinen, 2 Fusstritt-Drehbänke, 2 Hobel, maschinell, 1 Räderschneidmaschinen, 19 Schraubenstöcke und 3 Holzhobelbänke. Die Lehrwerkstätte erhält vom kärntnerischen Landtage eine jährliche Dotation von 1000 fl., vom Handelsministerium eine Subvention von 5000 fl., ferner Beiträge von der kärntnerischen Sparcassa und mehreren Privaten. An der Ausstellung betheiligt sich die Lehrwerkstätte mit mehreren Werkzeugen und Zeichnungen (Schülerarbeiten) und einigen Maschinenmodellen. 2 . Höhere Baugewerkscliule in Wien (Alservorstadt, Schwarzspanierstrasse 3) wurde am 1. October 18G4 eröffnet. Inhaber und Director der Anstalt ist Friedrich Märtens. Als Lehrer fun- giren an der Schule die Herren: Altmann, Literat; Barmaper, Ingenieur; Gradt, Architekt; Heise, Architekt; Jordan, Architekt und Stadtbaumeister; Klasen, Architekt und Ingenieur; Ludwig, Techniker; Seltkowic, Lehrer; Witz- schel, Ingenieur. Die Aufgabe der Schule besteht darin: Zimmermeister, Steinmetzmeister, Maurermeister und Baumeister heranzubilden. Der Unterricht umfasst folgende Lehrgegenstände : Ebene Geometrie, Stereometrie und Trigonometrie. Geometrisches Zeichnen. Darstellende Geometrie mit Schattenconstruction. Perspective und Steinsclinitt. Baukunde. Architektur und Architekturzeichnen. Ornamentzeichnen. Technische Naturlehre. Baumaterialienlehre. Algebra und Zahlenrechnen. Deutsche Sprache. Praktische Geometrie mit Planzeichnen. Kostenberechnung. Entwerfen. Modelliren. Die Schule wurde seit ihrem Bestehen von 1674 Schülern besucht. Im Schuljahre 1872/73 stellt sich die Frequenz folgendermassen dar: An 3 34 Wochentagen hören den Unterricht im Raucurse 143; in der Zeichenabtheilung 5. Der Sonntagscurs wird von 168, der Abendcurs von 36 Schülern i’requentirt. In Summa beträgt daher die Anzahl der Schüler 352. Das Schulgeld ist für die fünfmonatliche Sclmldaucr im ersten Curse mit 25 fl., im zweiten Curse mit 30 fl. und im dritten Curse mit 35 fl. festgesetzt. An hervorragenden Lehrmitteln besitzt die Schule : llerdtle’s Vorlagewerk, Teirich’s Ornamente der Renaissance, Bucher’s Kunst im Handwerk und zahlreiche bautechnische Vorlagewerke von Manch, Eisenlohr, Degen, Strack, Bötticher, Adam, Lienhard etc. etc. Die Schule wird vom Handelsministerium und vom Unterrichtsministerium, ferner vom Gemeinderathe der Stadt Wien und dem niederösterreichischen Landtage subventionné An der Ausstellung betheiligt sich die Schule mit Zeichnungen, ausgeführt von den Schülern der Anstalt. 3. Die Musikschule in Grasslitz (Böhmen) wurde als einclassige Schule am 1. October 1865, die neu systemirte Oberclasse am 13. Juli 1873 eröffnet. Die Schule steht unter einem Schulaufsiclitscomité und sind an derselben gegenwärtig zwei Lehrer thätig, nämlich Johann Muck, welcher den Unterricht in der Oberclasse, und Wilhelm Hoffmann, der denselben in der Unterclasse ertheilt. Die Aufgabe der Schule besteht im theoretischen und praktischen Unterrichte in der Erzeugung und Handhabung der Musikinstrumente aller Art. Der Unterricht umfasst die theoretische und praktische Kenntniss aller Blas-, Streich-, Rupf-, Schlag- und Tasteninstrumente; den Gesang zur Bildung des Gehöres, den Instrumentenbau, die Ausstimmung der Instrumente, die Ton- und Schalllehre, die Modell- und Zeichenlehre und die Naturlehre über Metalle und Holz. Die Zahl der Schüler beträgt an ordentlichen 60, an ausserordentlichen seit dem Bestehen der Schule 178. Von bemittelten Schülern wurde bisher ein wöchentliches Schulgeld von zehn Kreuzern eingehoben, in Hinkunft wird jedoch der Unterricht unentgeltlich ertheilt werden. An Lehrmittel besitzt die Schule gegenwärtig 32 Stück Instrumente nach österr. und 10 Stück nach pariser Stimmung und 1 Fortepiano, ferner ein Monochord und eine Anzahl von Büchern Uber Musik-Theorie etc. Vom GrUndungsjalire bis jetzt wurde die Schule nur vom Herrn Richard Ritter von Dotzauer, dem Comité zur Beförderung der Erwerbsthätigkeit der Erz- und Riesengebirgsbewohner und von der Grasslitzer Stadtgemeinde erhalten. Gegenwärtig subventionirt das Handelsministerium die Schule und bestreitet die Lehrergehalte. 35 4. Fachschule V I>1 'lir:V-.;•; • ■ - ï I » .-*■ -t «fcl * I fcv . • • .■■■ **fWH *HtWHï*fT.«‘»Thl Tl . • 1 ri v IrtnW V/ ;<•>/, I. ij r 'l'7:' 7 j;- ■’ ' ' 1 . , _ . St 1 '* 1 vuwSi-i -l IHT ?<4|rf'H’tY Urw-rn't' ! 1 >' ■ .-n i >r^ r s^fnt?T*v• : r i<> JftqMfrU/l ■CjT. vlu ' l m l. 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