Hr. 3. Wien, den 15. Febraar 1868. 11. Jahrgang. DAS TELEGRAMM. ORGAN FÜR TELEGRAPHENWESEN. Eigeuthümer, Verleger und verantwortlicher Rédacteur: L. J. Wolschitz. Redaction: Margarethenstrasse Nr. 7. Alle Zuschriften sind portofrei an die Ke- daction zu richten. Unfrankirte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgestellt. Inserate werden mit 10 kr. österr. W. für die zweispaltige Petitzeile berechnet. Das „Telegramm“ erscheint am 15. u letzten eines jeden Monats. Abonnements: für Wien: vierteljährig l fl.,halbjährig 2 fl., ganzjährig 4 fl. österr. W.; für die Provinz: vierteljährig 1 fl. 20 kr., halbjährig 2 fl. 40 kr., ganzjährig 4 fl. 60 kr, Abonnements werden angenommen bei der Expedition, Margarethenstrasse Nr. 7. Inhalt. Text: Eröffnung neuer österreichischer Telegra- phen-Stationen. — Der Telegraph aut der Pariser Industrie-Aus Stellung im Jahre 1867. — Aenderung der constanten Verbindungen des Hughes’schen Typendruck - Apparates. — Aufgaben aus der Elektricitätslehre (Fortsetzung). — Verkehr und Diensteintheilung der Telegraphen-Centralstation in Berlin.— Das Telegraphenwesen in Oesterreich (Fortsetzung). — Rundschau. — Personal-Nachrichten. — Inserate. Eröffnung neuer österreichischer Telegraphen-Stationen. In der Zeit vom 1. bis 15. Februar 1868 sind nachstehende österreichische Telegraphen- Stationen eröffnet worden: Oberhollabrnn (L) in Oesterreich ü. d. Enns. Saros-Pätak (L) in Ungarn. Surany (L) in Ungarn. L bedeutet: beschränkter Tagdienst. Der Telegraph auf der Pariser Industrie-Ausstellung im Jahre 1867. Nach Berichten deutscher, englischer und französischer Fachmänner. Von C. Rosmanith, k. k. Obertelegraphisten. Einleitung. Die Telegraphie erschien auf der Pariser Weltausstellung vom Jahre 1867 zum ersten Male seit ihrer Erfindung als ein selbstständiges und abgeschlossenes Ganze. War schon dieser Umstand allein hinreichend , derselben die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Besucher zuzuwenden, so mussten die ausgestellten Apparate und Materialien desto mehr das Interesse des Fachmannes erregen, als sie in einer bisher nicht gesehenen Vollständigkeit nicht nur die unermiideten Forschungen zur Anschauung brachten, welche auf diesem geheimnissvollen Felde menschlichen Wissens ununterbrochen stattfinden, sondern auch die überraschenden Erfolge übersehen liessen, welche bereits erzielt worden sind, um die Electricität den Bedürfnissen des Menschengeschlechtes immer dienstbarer zu machen. Namentlich hatte es sich die französische Telegraphenverwaltung durch den ihr zu Gebote stehenden Kaum begünstiget, zur Aufgabe gemacht, die gesammte Geschichte der Telegraphie und ihres Entwicklungsganges durch die Aufstellung der verschiedenen Apparate in einer gleichzeitig geschichtlichen und methodischen Anordnung zu versinnlichen. Den aus allen Theilen der Welt nach Paris zusammengeströmten Fachmännern, 34 — Künstlern und Gelehrten war dadurch die vielleicht nie wiederkehrende Gelegenheit geboten, die grosse Reihe aller bisher erfundenen Apparate und der Verbesserungen derselben an ihren Augen vorüberziehen zu lassen. Sie konnten sehen, wie die durch die Entdeckungen Oersted’s, Ampöre’s, Ara- go’s, Faraday’s, Daniell’s und Anderer bereicherte Wissenschaft schon zur Zeit, als in Folge Erbauung der ersten Eisenbahnen die von den Brüdern Chappe erfundenen optischen Telegraphen unzureichend wurden, in der Electricität einen treuen Boten zu finden wusste, der sich ohne Widerspänstigkeit unseren Launen fügt und den Ausdruck unseres Willens unverzüglich auf die weiteste Entfernung befördert. Sie konnten auch den zahlreichen und verschiedenartigen Versuchen folgen, in denen sich die Forscher auf dem Gebiete der Telegraphie von der Kindheit bis zur gegenwärtigen Ausbildung derselben bewegt haben. Sie konnten prüfen, wie man sich ursprünglich damit begnügte, vorübergehende und vorher verabredete Zeichen zur gegenseitigen Verständigung zu benützen; wie man später zur Lösung des Problems gelangte Buchstaben und Ziffern, wenn auch nur flüchtig, anzudeuten; wie man sodann, als die electrische Telegraphie an Ausdehnung und Wichtigkeit zunahm, es möglich machte, die Depesche festzuhalten; wie man endlich dazu kam, die am gebenden Apparate bezeichneten Buchstaben und Ziffern am empfangenden Apparate in demselben Augenblicke that- sächlich zu drucken; wie man es in der allerletzten Zeit dahin brachte, mit staunenswerter Treue sogar die Schriftzüge des Depeschenaufgebers telegraphisch weiterzusenden. Die erste Periode wird durch den ersten Telegraphen Steinheil’s, durch den englischen Nadelapparat und den Apparat Breguet bezeichnet. Die zweite Periode ist durch zahlreiche Zeigerapparate dargestellt. Die electrochemischen Apparate Bain’s, vor Allem aber der Apparat Morse, der in kurzer Zeit die Stufe der Vollkommenheit erreichte und von allen europäischen Telegraphen -Verwaltungen angenommen wurde, charakterisirt die dritte Periode. Die Lösung der schwierigen Aufgabe, die Depesche auf der Ankunftstation sofort durch den Telegraphenapparat selbst mit Buchstaben, Ziffern und allen anderen gebräuchlichen Schriftzeichen drucken zu lassen, welche dem Professor Hughes so glänzend gelang, kennzeichnet die vierte Periode. Die fünfte und jüngste Periode endlich zeigen die Copirtelegraphen, namentlich aber der Pantelegraph Caselli’s, welchem die Ehre gebührt, durch seinen autographischen Apparat die wundervollste Leistung in der Telegraphie erzielt zu haben. Männer von grosser Autorität bestreiten zwar die Nützlichkeit dfer autographischen Telegraphie und glauben nicht an ihre allgemeine Einführung; Andere, die mehr Vertrauen zeigen, scheuen sich aber trotzdem nicht, dieselbe als die Telegraphie der Zukunft zu bezeichnen. Niemand von unseren Lesern dürfte den Werth dieser Anordnung der ausgestellten Apparate verkennen. Denn nur so war es möglich, die verschiedenen Phasen der Telegraphie zur Anschauung zu bringen; darzuthun, aus welchen Ursachen von so vielen, sinnreich erdachten und ausgeführten Apparaten nur eine geringe Anzahl den practischen Bedürfnissen ent spricht, und Schritt für Schritt die suc- cessive Entwicklung dieser wunderbaren Einrichtung zu verfolgen, welche die Macht 35 des Menschen vörgrösserte, indem sie ihm erlaubte, der Zeit und der Entfernung zu spotten. Wir geben uns wohl keiner ungerechtfertigten Hoffnung hin, wenn wir von einer auf derartigen Grundlagen angeordneten Ausstellung einen grossen und heil • samen Einfluss auf die zukünftigen Fortschritte der electrischen Telegraphie erwarten, denn das Studium der Vergangenheit wird stets eines der ausgezeichnetsten Mittel zur fruchtbringenden Benützung der Gegenwart und Vorbereitung auf die Zukunft bleiben. Ehe wir nun zur eingehenderen Beschreibung des ausgestellten Telegraphen - materiales übergehen, wollen wir des allgemeinen Eindruckes erwähnen, den dasselbe auf die anwesenden Fachmänner hervorbrachte. An allen Apparaten, wenn sie nicht blosse Versuchsmodelle waren, konnte fast durchgehends eine ebenso exacte mechanische Ausführung, als sorgfältige Berücksichtigung der phisikalischen Gesetze constatirt werden. Letztere trat schon in der äusseren Gestalt der Apparate durch die allgemeine Tendenz zur Gleichheit und gleichen Constructionsweise der wesentlichen Theile hervor. Die Bemühungen des letzten Jahrzehntes, durch die mannigfachsten Abänderungen der Gestalt und Grösse der Eleetromagnete und ihrer Anker grössere Kraftäusserungen oder Wirkungen zu erzielen, fanden sich in der Pariser Ausstellung nicht vertreten; alle erwähnten Absonderlichkeitenwaren durch den ursprünglichen geraden oder Hufeisenmagnet , von zweckmässig gewählten Dimensionen wieder verdrängt. Auch bei den rein mechanischen Bestandteilen war das Hervortreten einer gewissen normalen Form nicht zu verkennen. Die Nationalität machte sich insoferne geltend, als z. B. die in England verfertigten oder für englischen Gebrauch bestimmten Apparate wesentlich kräftigere Dimensionen und grössere Metallstärkeu zeigten, wie die französischen und belgischen Erzeugnisse gleicher Natur, welche sich im Ganzen mehr dem Genre der Uhrenmechanik nähern ; die deutschen und österreichischen Apparate stehen in dieser Beziehung zwischen den genannten in der Mitte; die in der Schweiz verfertigten machen sich durch die geringere, allerdings nur nebensächliche Eleganz der Ausstattung kenntlich. Auch in den Preisen der Apparate, soweit sich dieselben angegeben fanden, waren keine auffallenden Differenzen vorhanden, wenn man dabei den wechselnden Geldwerth in den verschiedenen Ländern und in mannigfach geänderten Bedingungen der Production in Anschlag bringt. Höchstens könnte die französische Industrie in dieser Beziehung den Vorrang grösserer Billigkeit bei solchen Artikeln in Anspruch nehmen, welche sie bis jetzt entweder in besonderer Massenhaftigkeit oder mit exclusivem Monopole lieferte. Zur ersten Gattung gehören die Einrichtungen für Haus- und Zimmertelegraphen, zur letzteren die Hughes’schen Druck - apparate. Nach diesen einleitenden Bemerkungen schreiten wir nunmehr zur Besprechung der ausgestellten und eine nähere Beachtung verdienenden Gegenstände, indem wir das vorhandene Materiale der besseren Uebersicht wegen in mehrere Gruppen unterabtheilen wollen. I. Gewöhnliche Luftleituugen. Bei der electrischen Telegraphie müssen ohne Rücksicht auf das Apparatsystem, welches zur Anwendung gebracht wird, nothwendigerweise drei Momente unterschieden werden: die Hervorbrin- 3 * 36 gung der Zeichen am Aufgabsorte der Depesche, die flüchtige oder bleibende Wiedergabe derselben am Bestimmungsorte und die Beförderung des electrischen Stromes zwischen den beiden in Correspon- denz befindlichen Punkten. Als. Beförderungsmittel des electrischen Stromes dient die Leitung, welche stets von einer Reihe metallischer, sorgfältig isolirter Drähte gebildet wird und die Verbindung zwischen dem Aufgabs- und dem Bestimmungsorte der Depesche herstellt. Sie ist der Weg, den der elec- trische Strom vom zeichengebenden bis zum zeichenempfangenden Apparate zu durchlaufen hat. Diese wenigen Worte genügen, um darzuthun, wie wichtig die Herstellung einer guten Leitung sei. Man hat darauf auch stets die grösste Sorgfalt verwendet. Trotzdem ist es bisher nicht gelungen, die Leitungsdrähte vom Erdboden vollkommen zu isoliren, so dass immer ein Theil der Electricität durch die Umhüllungen oder Stützpunkte der Metalldrähte in die Erde abgeleitet wird und verloren geht, was zur Folge hat, dass der Strom, welcher den zeichenempfangenden Apparat auf der Bestimmungsstation umkreist, stets eine geringere Intensität als jener besitzt, welcher vom zeichengebenden Apparate auf der Aufgabestation in die Leitung gesendet wird. In der allmäligen Verbesserung der Isolirungsmittel, in der daraus resultiren- den Verminderung des Electricitätsverlu- stes und in der Bewahrung der grösst- möglichen Stromintensität besteht demnach eines der wichtigsten Mittel, die telegraphische Beförderung sicher zu stellen und die Entfernungen zu vergrössern, zwischen denen eine directe Correspon- denz möglich ist. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die verschiedenartigsten Isolatoren erdacht und in Gebrauch genommen. Wirklich finden wir auf der Pariser Ausstellung die mannigfaltigsten Muster der von den einzelnen Telegraphen-Verwaltungen auf ihren Linien verwendeten Isolatoren vertreten. Aus Berlin hatten die k. preussische Telegraphen-Direction und die Fabrik von Siemens und Halske Proben von Porzellanisolatoren und zwar durchgehends Doppelglocken mit verschiedenen Formen un- verzinkter Eisenträger eingesendet; bei den Mustern der ersteren bestehen beide Glocken aus einem Stücke Porzellan, an den Isolatoren von Siemens & Halske dagegen ist die äussere Glocke zum Theile aus Gusseisen angefertigt. Die französische Telegraphen-Verwaltung hat ebenfalls vollständige, auf französische Art iso- lirte und verbundene Leitungen ausgestellt, deren einzelne Bestandtheile von der Fabrik S. Menans & Comp, geliefert wurden. Die dabei verwendeten zwei Gattungen von Porzellanisolatoren, von denen die eine so geformt ist, dass der Isolator unmittelbar an die Säule angeschraubt werden kann, während die andere von einem Rundeisen getragen wird und zu Spannköpfen dient, erwecken sowohl hinsichtlich ihrer Masse als auch ihrer Figur wenig Vertrauen; auch beabsichtigt die französische Verwaltung dieses Isölirungs- system gegen ein anderes, noch nicht definitiv gestelltes, zu vertauschen. Träger, Schrauben und Eisendraht aus der letztgenannten Fabrik sind durchgehends 'verzinkt. John Burne & Sohn aus Derby stellten Isolatorenmuster aus braunem Wed- gewood in der Varley’schen Doppelglockenform mit sehr engem Mantel, kurzem Halse und dickem Fleische aus, bei denen der Draht theils durch Umwickeln, theils durch Binden befestigt werden kann; dieselben sollen sich nach Berichten engli- scher Fachmänner vorzüglich bewährt haben. Die spanische Telegraphen-Direction hatte zwei auf einer Holzsäule montirte Isolatoren eigentümlicher Construction eingesendet, die aus einer zapfenförmigen Porzellanröhre bestehen, welche in ihrem Innern einen eisernen Hacken hat, und von einem eisernen Ringe getragen wird, der den Hacken unten hervorstehen lässt. Diese Construction erlaubt den leichten* Austausch des Porzellans im Falle einer Beschädigung. Von den Gebrüdern Siemens in London waren Muster ihrer Telegraphensäulen aus Eisenröhren ausgestellt, die namentlich für den Gebrauch in Indien und anderen tropischen Gegenden, in welchen das Holz zu vielen schädlichen Einflüssen ausgesetzt ist, bestimmt sind. Die Säule wird mit heissem Cement auf einer sehr flachen vierseitigen Pyramide aus Schmiedeisen befestiget, besteht aus zwei ineinander geschifteten Rohren, von welchen das untere auch aus Gusseisen bestehen kann, und trägt an ihrem oberen Ende in gleicher Höhe Träger für zwei Leitungen; oben endet die Säule in einer Eisenspitze als Blitzableiter. Das Gewicht der ganzen Säule beträgt zwischen 60 und 65 Kgr., ihr Preis loco London 22 1 / 8 Sh. Die von diesen Ausstellern eingesendeten Isolatoren sind Glocken von Gusseisen mitFlanschen zum Befestigen an der Säule. An der inneren Seite der Glocke ist eine Porzellan- hülsQ eingekittet, in welcher sich ein Haken zum Tragen des Drahtes befindet. Manchmal sind zwei Glocken an einem Doppelarm montirt, welcher an dem Gipfel der Säule mit einer einzigen Schraube befestiget ist. — Von eisernen Telegraphensäulen ist noch das von der französischen Verwaltung ausgestellte Muster zu erwähnen, dessen oberer Theil aus Schmied-und dessen unterer aus Gusseisen besteht. Trotz ihres schmächtigen Aussehens sind diese Säulen doch sehr stark; sie wurden in Frankreich in grosser Anzahl aufgestellt und viel praktischer befunden als Holzsäulen. Dass die Anschaffungskosten eiserner Säulen bedeutender sind als jene der hölzernen, istkein Grund zur ausschliesslichen Anwendung der letzteren. Mag auch eine Eisensäule viermal so viel kosten, als eine Holzsäule, so stellt sie sich mit der Länge der Zeit doch billiger, da ihre Dauer jene der Holzsäule mindestens zehnmal übertrifft. Unter den ausgestellten Drahtproben verdienen die der Fabriken Menans&Comp. (Franche Comté) und Johnson & Neffe (Manchester) wegen der bedeutenden Länge ihrer Adern besonders erwähnt zu werden. Die erstgenannte Fabrik stellte einen Bund 3 Millimeter starken Drahtes mit geschweiss- ten Verbindungen in der Länge von 1234 Meter und im Gewichte von 68 Kilogramme aus, dessen absolute Stärke438 Kilogramme oder 62 Kilogramme per Quadratmillimeter beträgt. Die von Johnson & Neffe eingesendeten Drahtmuster haben gar keine Löth- stellen und wir finden darunter Adern von 385 Meter Länge im Gewichte vonl28Kil., von 844 Meter Länge im Gewichte von 99 Kil. und von 712 Meter Länge im Gewichte von 43 Kil., woraus erhellet, dass die Durchmesser dieser Drahtsorten beträchtlich grösser sind, als diejenigen, welche bisher beim Telegraphenbau die häufigste Verwendung fanden. Lange Drahtadern ohne Verbindungsstellen sind für Luftleitungen sehr wichtig, da sie die Gefahr des Reissens beim Spannen oder bei der Zusammenziehung des Drahtes durcb die Kälte im Winter vermindern. (Fortsetzung folgt.) Aeaderung der constanten Verbindungen des Hughes’schen Typendrnck- Apparates. *) Von Dr. J. Stark. Professor Hughes hat unlängst an seinem Apparate die constanten Verbindungen dahin abgeändert, dass er den Commutator jetzt dazu benützt, um bei Verwechslung der Batteriepole dem Strome im Elektromagneten die erforderliche Richtung zu geben, so dass eine Vertauschung der Multiplikationsenden nicht mehr noth- wendig ist. Man wird nach Folgendem leicht im Stande sein, sich das Schema zu entwerfen. Die beiden Lamellen des Kommutators 1—3 und 2—4 (Bezeichnung wie in Fig. VI, Tafel V) sind mit den Multiplikationsenden verbunden, und zwar 1 — 3 mit demjenigen Ende, wo der positive Strom eintreten muss. Von der oberen Horizontallamelle 1—2 führt ein Draht zur isolirten Feder W, von der unteren 3—4 zum Weibchen des Ausschalters T 2 , dessen Männchen mit der Klemme L somit mit der Leitung kommunicirt. Zwei andere Dräthe gehen von letzterer Lamelle wie früher zum Ständer des Ankerhebels und zur isolirten Feder W, an dem Arre- tirungshebel. Die Klemmen E und Z sind konstant mit einander, Z und K wie früher mit dem unteren Ende der Schlittenachse und respektive mit dem Stiftgehäuse verbunden. Um diese Apparatverbindungen zu untersuchen, hält man den Zinkdraht einer Lokalbatterie an die Schraube der Lamelle 2—4 und den Kupferdraht an die von 1—3, wodurch die Multiplikation und deren Verbindungen geprüft werden; hierauf steckt man einen Stift in die Oeffnung bei 3 und prüft 'wie früher die beiden *) Nachtrag zur Beschreibung des Hughes’schen Apparates, Telegramm Nr. 2—12, Jahrg. 1867 und Nr. 1—2, Jahrg. 1868. Nebenschliessungen, indem man mit dem Kupferdrathe den oberen Theil der Schlittenachse berührt; sodann bringt man den Kupferdraht der Reihe nach an das Weibchen und Männchen des Ausschalters und an die Klemme L, verbindet dann mittelst eines Hilfsdrathes L mit E, berührt Z, dann die untere Schlittenhälfte, wobei immer Strom durch den Elektromagneten gehen soll; hierauf prüft man das Stiitgehäuse, die Stahllamelle ff, und bei gehobenem Schlittenarme die obere Hälfte der Schlittenachse auf Isolirung und in der Ruhelage auf Communication, dann die Feder W auf Isolirung und leitende Verbindung mit dem Daumen, und gibt den Kupferpol an die Schraube der Horizontal-Lamelle 1—2. Um noch das Drahtstück, welches die Klemme K mit dem Stiftgehäuse verbindet, und den ganzen Stromweg zu untersuchen, gibt man, indem zugleich ein gehobener Stift mit dem oberen Schlittenarme in Contact gebracht wird, den Zink- pol in die Klemme K, den Kupferpol in Z und steckt am Commutator den zweiten Stift in die Oeffnung 2 (Zinkstellung), oder man führt die Poldrähte in die gleichnamigen Klemmen ein und gibt den Stiften die entgegengesetzteStellung 3—2 (Kupferstellung). Um einen Apparat kurz zu schliessen, gibt man den Kupfer- oder Zinkpoldraht bei entsprechender Stellung der Stifte am Commutator in die Klemme K und den zweiten Poldraht in L. Zwei Stationen werden normal so verbunden, dass bei entgegengesetzter Stiftstellung die Batteriepole auf einem derselben in verkehrter Ordnung eingeschaltet werden. Die Localverbindung zweier Apparate mit Verbindung der Apparatkörper geschieht wie früher, nur müssen im Commutator zwei Stifte in der, der Einschaltung 39 der Batteriepole entsprechenden Stellung gesteckt werden. Bei Anwendung einer gemeinschaftlichen Batterie kann entweder der Kupferoder der Zinkpol mit K verbunden werden, wobei die correspondirenden Stationen der einzelnen Linien die verkehrte Einschaltung haben. Wien hat das Zink mit K, Kupfer mit der Erde verbunden, Berlin, Triest, Semlin, Pesth die entgegengesetzte Einschaltung. Für die Translation gelten die früheren Regeln. Aufgaben ans der Electricitätslehre. Gesammelt und unter Angabe ihrer Lösungen mit- getheilt von J. B. Winkler, k. k. Obertelegraphist. (Fortsetzung.) 4. Aufgabe. (Gegeben bei der Prüfung der Telegraphen-Aspi- ranten i. J. 1863.) Wie verhält sich die Stromstärke, welche 20 Elemente, deren jedes einen Widerstand = 3 hat, bei einem äussern Widerstande = 130 entwickeln, zu der, die 30 Elemente derselben Art jedoch von viermal grösserer Oberfläche bei einem Widerstande im Schliessungsleiter =» 300 geben? Auflösung. Bezeichnet R t den Widerstand eines Elementes der ersten Art dessen numerischer Werth — 3 gegeben ist, so wird der Widerstand eines Elementes der zweiten Art bei dem Umstande, als die Oberfläche dieses letsteren viermal grösser ist, ausgedrückt durch Man erhält sonach, in dem die elektromotorische Kraft durch die Vergrösseruug der Platten - Oberfläche keine Aenderung erleidet, für die Stromstärke der ersten Combination : 20 E _ 20 E _ 2 E 1 “ 20x3+130 2ÜT * '21 und für die Stromstärke der zweiten Combination: 30. E _ 30 E _ 2 E 8 — 30x1+300 “ WM “ 21*5 Da sich aber Brüche mit gleichen Zählern umgekehrt wie ihre Nenner verhalten, so folgt hieraus: St: S a = 21-3 : 21 = 213 : 210 = 43 : 42. Aus diesem Resultate ist zu ersehen, dass beide Combinationen nahezu gleiche Stromstärken liefern. 3, Aufgabe. (Gegeben bei der Prüfung der Telegraphen-Aspi- ranten i. J. 1861.) Die Siemens’sche Widerstandseinheit ist der Widerstand einer Quecksilbersäule von 1 Meter Länge und 1 Quadrat- Millimeter Querschnitt. Wie gross ist in dieser Einheit ausgedrückt der Widerstand eines eisernen Röhrenstückes von 100 ♦ Meter Länge, 8 Millimeter äussern und 7 Millimeter innern Durchmesser, wenn das spezifische Leitungsvermögen von Quecksilber zu jenem des Eisens sich wie 1 : 9 verhält ? Auflösung. Es handelt sich hier vor Allem um die Ermittlung der Querschnittsfläche der Eisenröhre, deren Leitungswiderstand in Siemens’schen Einheiten ausgedrückt werden soll. Dieser Querschnitt ist eine durch zwei con- centrische Kreise gebildete Ringfläche, deren Flächeninhalt bekanntlich gleich ist der Differenz der beiden Kreisflächen, wovon nach obiger Angabe die grössere den Halbmesser r 4 = 4 “ m , die kleinere den Halbmesser r 2 = 3*5 mm hat. Man erhält daher für den Querschnitt q der Eisenröhre folgenden Zahlenwerth: q r t s n — r a z rt = 50*264 — 38*486 — 11-781 □ mm Unter Anwendung der bereits (bei Aufgabe 2) besprochenen Formel für die Berechnung der reduzirten Länge eines Schliessungsleiters ergibt sich weiters: 40 100 L = 11-781x9 100 406 029 0*944 d. h. das als Schliessungsleiter verwendete eiserne Röhrenstück von den gegebenen Dimensionen leistet nicht ganz den Widerstand , den eine einzige Siemens’scke Widerstandseinheit dem Strome entgegensetzt. Wie vorstehende Rechnung zeigt, müsste die Eisenröhre bei ungeändertem Querschnitte eine Länge ven 106*029 Meter haben, wenn ihr Leitungswiderstand dem einer Siemens’schen Widerstandseinheit gleichkommen soll. In diesem Falle würde nämlich: 106-029 L ” 106*029 “ * 6. Aufgabe. (Gegeben bei der Obertelegraphisten-Prüfung im ' December 1866.) In einem galvanischen Schliessungskreise soll ein Eisendraht vom Halbmesser 2 durch eine cilindrische Röhre aus dem gleichen Materiale von der achtfachen Länge und dem äusseren Halbmesser 6 ersetzt werden, ohne dass hierdurch der Gesammtwiderstand des Schliessungskreises eine Aenderung erleide. Wie gross muss der Halbmesser der inneren Röhrenwand gemacht werden? Auflösung: Die QuerschnittsHäche q des Eisendrahtes vom Halbmesser 2 ist = 4 x 3*1415 . . = 12*566 . . Würde nun die diesem Drahte zu sub- stituirende Eisenröhre die achtfache Länge des ersteren Schliessungsleiters erhalten, die Querschnittsfläche der Röhre aber jener des Drahtes gleich bleiben, so wäre auch der Widerstand des. zweiten Leiters achtmal so gross als jener des ersten. Um daher der aufgestellten Bedingung zu entsprechen, vermöge welcher durch Einschaltung der Eisenröhre anstatt des Drahtes der Gesammtwiderstand des Schliessungs- kr eises keine Aenderung erleiden soll, muss gleichzeitig die Querschnittsfläche der Eisenröhre achtmal so gross als jene des Drahtes, also = 8 X 12.566 = 100*528 werden. In vorliegendem Falle ist somit der Flächeninhalt der Ringfläche (= 100.528) und der Flächeninhalt des grösseren der beiden concentrischen Kreise (= 36 X 3*1415 = 103*094)bekannt, und soll daraus der Halbmesser des kleineren der concentrischen Kreise gefunden werden. Der Flächeninhalt dieses letzteren Kreises ist aber = 103*094— 100*528 = 2.566, woraus r 8 = 2*566: 3*1415=0*8168 und r = \j 0.8168 = 0*903 . . . 7. Aufgabe. (Gegeben bei der Obertelegraphisten-Prüfung im Juni 1866.) Eine galvanische Batterie gibt in einem Schliessungsbogen, bestehend aus einem 250 Fuss langen Kupferseile mit drei Drähten, von welchen jeder einen Halbmesser von 0*25 Linien hat, eine für einen be- timmten Zweck ausreichende Stromstärke. Wenn dieser Schliessungsbogen durch ein gleichlanges Seil mit sieben Eisendrähten ersetzt werden soll, ohne durch diesen Wechsel die Stromstärke zu ändern, welchen Halbmesser muss jeder Eisendraht erhalten, angenommen, dass das spezifische Leitungsvermögen von Kupfer zu jenem des Eisens sich verhalte wie 17:3? Auflösung: Da die Stromstärke einer galvanischen Batterie bei dem Vorhandensein eines interpolaren Schliessungsleiters stets von dem Verhältnisse des Widerstandes dieses letzteren zu dem Widerstande in der Batterie abhängt, so folgt aus der Bedingung, dass durch die Vertauschung der oben angegebenen beiden Schliessungsleiter die Stromstärke nicht geändert werden soll, noch weiters, dass diese beiden Schliessungsleiter vollkommen gleiche Leitungswiderstände haben müssen. Nun ist nach der allgemeinen Formel für die Berechnung der reduzirten Länge eines Schliessungsleiters: L = — - (siehe Aufgabe2) q k wenn q, den Querschnitt eines einzelnen der drei zu einem Seile vereinigten Kupferdrähte, und q 3 den Querschnitt eines einzelnen der sieben, ebenfalls zu einem Seile vereinigten Eisendrähte bezeichnet, L, ea . 2 ^ -- und da q t = 0'25 a X 1 3^^ x 17 31415 = 0 0625 x 3-1415 250 0 1963, L, ebenso L« = 3 X 0 1963 x 17 - 2SQ — = 24-96 10013 250 woraus, indem L t 7q a X 3 = L, sein muss, folgt: — 250 « 24-96. 7 q 8 X 3 Bestimmt man aus dieser Gleichung die Unbekannte q 3 , so ergibt sich vorerst: _1 = 24-96 x 21 q* 250 und hieraus q, = 250 250 24-96 X 21 = 0-477. 524 16 Das heisst, jeder der sieben zu einem Seile vereinigten Eisendrähte muss eine Querschnittsfläche von 0-477 erhalten. In der That ist die reduzirte Länge dieses Seiles L, --- = 24-96 = L, 7 X 0 477 x 3 wie es sein muss. Es wird jedoch gefragt, wie gross der Halbmesser (r) jedes einzelnen Eisendrahtes sein muss. Um diesen zu ermitteln, suche man (wie in Aufgabe 6) r*=» 0*477 : 3-1415 = 0 1518, woraus man r = ^01518 = 0*389 Linien erhält. (Fortsetzung folgt.) Verkehr und Dieusteintheilung der Telegraphen-Gentralstation iu Berlin. Der Apparatdienst bei der Centralstation in Berlin zerfällt in zwei Hauptabtheilungen, welche auch räumlich von einander getrennt sind. Die eine Abtheilung ist für die Correspondenz mit den auswärtigen Stationen, die andere für die Correspondenz mit den Filial- und Stadtstationen in Berlin bestimmt. Die Correspondenz nach auswärts wird betrieben: a) mit dem Morse-Apparat, b) mit dem Hughes-Apparat, c) mit dem Typen-Apparat. Vorsteher der Centralstation und der Filialstationen ist der Betriebs-Inspector^ der Berliner Telegraphendirection. S Zur Ueberwachung des Dienstes sind vorhanden: 1. Zwei Ober-Aufsichtsbeamte für die Aufrechthaltung des gesammten Dienstbetriebes der Centralstation; 2. Dreizehn Aufsichtsbeamte für den nach der Richtung der betreffenden Leitungen in sechs Abtheilungen getheilten Dienst (ad a). 3. Zwei Aufsichtsbeamte für den Dienst am Hughes-Apparat (ad b). 4. Zwei AHfsichtsbeamte für die Correspondenz mit den Filial- und Stadtstationen. 5. Eilf Controlbeamte, welchen die Instradirung und Vertheilung, sowie die Beaufsichtigung der richtigen Beförderung der Depeschen obliegt. Im Ganzen bestehen gegenwärtig in Berlin 16 Filial- resp. Stadt-Telegraphenstationen, von denen acht mit Post-Expeditionen combinirt sind. Bei den acht selbstständigen Filialstationen befinden sich 16 Apparatbeamte ausser den Vorstehern, welche je nach 42 dem Bedürfniss am Apparatdienste Theil nehmen. An Apparatbeamten kommen bei der Centralstation zur Verwendung: 117 Beamte zur Bedienung der Morse-Apparate (ad 2 und 4), 20 Beamte zur Bedienung der Hu- ghes-Apparate (ad 3), 2 Beamte und 6 Setzer zur Bedienung der Typen-Apparate. Die Diensteintheilung ist folgende: An Aufsicbtsbeamten sind täglich im Dienste: Vormittags von 8—1 Uhr, resp. von 1—9 Uhr Nachmittags: 1 Ober-Aufsicbtsbeamter, 8 Aufsichtsbeamte, davon 6 für die Morse-Cor- respondenz mit den auswärtigenStationen, 1 Aufsichtsbeamter für den Hughes-Ap- parat, 1 Aufsichtsbeamter für die Corre- spondenz mit den Filialstationen und 5 Controlbeamte. Im Nachtdienst von 9 Uhr Abends bis 8 Uhr Morgens: 1 Aufsichtsbeamter und 1 Controlbeamter. Die Morse-Apparatbeamten sind in fünf Touren (A—E) getheilt und thun nach folgendem Schema Dienst: Tag 8~i y. 8-3 Y. 1—9 N. 9-8 Nachts. 1. Tag A C B D A 2. „ B D C E B 3. * C E D A C 4. * D A E B D 5. „ E B A C E 6- „ wie am 1. Tage u. s. w. b achts von zwei Uhr ab werden die an den Morse-Apparaten entbehrlichen Beamten bis auf 12 Beamte entlassen. Der Dienst am Typen-Apparat findet täglich von 12 U. Mtg. bis 8 U. A. statt. Bei den Filialstationen hat die eine Hälfte der Beamten von 8—3, die andere von 1—9 Uhr täglich Dienst. An Apparaten sind im Betriebe: äjBei der Centralstation: 98 Morse-, 5 Hughes-, 2 Typen-Apparate; b) bei den Filialstationen: 25 Morse- Apparate. Die Anzahl der täglich im Ganzen bei der Centralstation zur Verarbeitung kommenden Depeschen beträgt 4000 bis 8000. Der Verkehr stellt sich nämlich beispielsweise für die Monate Jänner und October 1867 wie folgt: Station Aufgegebene Depeschen Angekommene Depeschen Aufgenommene Depeschen Weitertele- graphirte Depeschen Uebertragene Depeschen Summa Central-Station 13,686 24.603 Jänner 1.885 128.958 40.891 40.891 Filial-Stationen 13864 1.704 — — — 15.568 Central-Station 22,307 39.393 October 10.557 200.323 63.832 63.832 Filial-Stationen 28.706 16.410 3 3 — 45.122 43 Zur Wahrnehmung des Annahme- Dienstes bei der Central-Station sind 1 Aufsichts- und 7 Annahme-Beamte vorhanden. Der Expeditions-Dienst wird von 2 Aufsichtsbeamten und 13Beamten versehen. Zu schriftlichen und sonstigen Bureau- Arbeiten werden bei der Central-Station 12 Beamte verwendet. Das Telegraphenwesenin Oesterreich.') (Fortsetzung.) Um sich die Wirkungen einer voll- kommenen Vereinigung des Post- und Telegraphenwesens vergegenwärtigen zu können, ist es vor Allem nothwendig den Umstand im Auge zu behalten, dass es nach Durchführung dieser Massregel keine selbstständige Post- und keine selbstständige Telegraphen - Station mehr geben würde,'da jedes derartige Amt sowohl dieBrief- als auch dieDepeschen- beförderung zu besorgen hätte. Die Sachlage würde sich demnach ungefähr folgendermassen gestalten: In grossen S täd te n, wo nicht nur der postalische, sondern auch der telegraphische Verkehr so lebhaft ist, dass jeder Dienstzweig sein besonderes Personale und seine besonderen Localitäten erfordert, werden die Post- und Telegraphengeschäfte nach wie vor von verschiedenen Individuen versehen werden müssen. Obgleich nun in Folge dessen bei den betreffenden Stationen namhafte Ersparnisse für den Augenblick nicht zu erzielen sein werden, so wird die einheitliche Leitung des Post- und Telegraphendienstes, welche in so vielen Fällen in einander greifen und sich gegenseitig ergänzen *) Siehe Nr. 1, 2, 3, 6, 9, li, 12 Jahrgang 1867 und Nr. 1, 2 Jahrgang 1688. müssen; die raschere Besorgung der Brief- und Depeschenbestellung, welche durch eine zweckmässige Vertheilung des bezüglichen Materiales unter die vereinten Post- und Telegraphenboten zu erreichen wäre; die weichselseitige Aushilfe, welche sich das Personale beider Dienstzweige bei aussergewöhnlichem Corre- spondenzandrange leisten könnte; der Ausfall des Schriftenwechsels und der Verrechnung, wie solche gegenwärtig zwischen beiden Instituten stättfinden und dergleichen sicherlich nur zur Förderung der Leistungen dieser Verkehrsanstalten beitragen und schon in der allernächsten Zukunft die Beseitigung mancher Ausgabe thunlich machen, die bei der jetzigen Einrichtung nicht denkbar ist. Bei solchen Stationen würden namentlich jene Postbeamte, die nicht den Telegraphendienst, und jene Telegraphenbeamte, die nicht den Postdienst erlernt haben, untergebracht und Eleven mit geringen Kosten in diesen beiden Dienstzweigen ausgebildet werden können. Die bei den Telegraphen-Nebensta- tionen entbehrlich werdenden, zur Leitung eines combinirten Post- und Telegraphenamtes etwa nicht befähigten Stationsaufseher würden ebendaselbst entweder zur Bedienung der Telegraphen-Apparate oder zur Besorgung der leichteren Postgeschäfte ganz gut zu verwenden sein. Es liesse sich hierdurch gleichzeitig eine der schreiendsten Anomalien beseitigen, welche durch die Errichtung der Nebenstationen geschaffen wurde, und welche darin besteht, dass bei grossen Telegraphenstationen Beamte, welche den Dienst in allen seinen Theilen gründlich kennen, und vollkommen befähigt sind einem Amte vor* zustehen, ausschliesslich zur Besorgung des mechanischen und geisttödtenden Depeschenabklopfens benützt werden, während die einen nicht geringen Grad von tsa — 44 — i ft Bildung und Yorkenntnissen erheischende Leitung der kleineren Stationen Bediensteten aufgebürdet ist, von denen nichts verlangt wird, als dass sie den Taster zu handhaben verstehen; Bediensteten, welche unter gehöriger Beaufsichtigung, wie sie bei grösseren Aemtern möglich ist, immerhin erspriessliche Dienste zu leisten und sich fortzuhilden im Stande wären. Ein weiterer Vortheil würde sich aus der Vereinigung des Post- und Telegraphendienstes in grossen, stark bevölkerten Städten sowohl für das Aerar als für das Publicum dadurch ergeben, dass die daselbst bestehenden Telegraphen-Filial- stationen fast ausnahmslos aufgehoben und die dermaligen Filialpostämter, namentlich nach Einführung der Depeschenmarken, ohne Vermehrung des Aufwandes auch als Depeschen-Sammelstationen bestellt werden könnten. Dass durch Massnahmen dieser und ähnlicher Art auch der Betrieb der grössten Stationen gewinnen und der Betriebsaufwand vermindert werden würde, wird wohl Niemand ernstlich zu bestreiten versuchen; ebensowenig wird derjenige, der die Vereinigung des Post- und Telegraphendienstes im Principe als zweckmässig anerkennt, die Nothwendigkeit dieser Vereinigung auch bei den Hauptstationen in Frage ziehen wollen, weil entgegengesetzten Falles eine eigene Centralstelle für das Post-, und eine andere für das Telegraphenwesen beibehalten werden müsste, und somit für den Fall, dass die gemeinschaftliche Besorgung beider Dienstzweige nur auf die kleineren Stationen beschränkt bleiben sollte, diese letztem zu gleicher Zeit zwei verschiedenen Verwaltungs-Behörden unterordnet sein müssten, was unmöglich gute Folgen haben könnte. Wenn hiernach schon die Verschmelzung der Post- und Telegraphenanstalt in grossen Städten als zweckmässig bezeichnet werden darf, so muss sich die Uebertragung der einschlägigen zwei Dienstzweige an ein einziges Amt desto mehr in kleinen Städten und Ortschaften empfehlen. Folgende Daten über die Thätigkeit der österreichischen Staats-Telegraphenstationen während des Jahres 1866 werden den Gegenstand vollkommen klar machen. Die Zahl der aufgegebenen Depeschen betrug nämlich im Laufe des genannten Jahres: bei 151 Stationen weniger als lOOOStek. ii 106 „ zwisch. 1000 und 2000 „ Ii 55 Ti 2000 Ti 3000 „ Ti 28 ii 3000 Ti 4000 „ Ti 24 99 Ti 4000 Ti 5000 „ Ti 38 n Ti 5000 Ti 10.000 „ » 24 99 ii 10.000 ii 20.000 „ Ti 4 Ti Ti 20.000 Ti 30.000 „ Ti 1 Station über 30.000 „ Ti 1 99 Ti 40.000 „ Ti 1 n Ti 50.000 ,, ii 1 n Ti 60.000 „ it 1 7) Ti 130.000 Ti 1 99 ii 270.000 „ Es gab somit unter den damaligen 436 Telegraphenämtern nicht weniger als 312, oder mehr als drei Viertel solcher Stationen, bei denen im Laufe des Jahres nicht einmal 3000 Depeschen zur Aufgabe gelangten. Da man nun annehmen darf, dass die Zahl der bei einer Telegraphenstation einlangenden Telegramme der Zahl der daselbst aufgegebenen Depeschen ziemlich gleich kommt, so folgt hieraus weiter, dass 65 Stationen bei einer Arbeitsleistung von beiläufig zwei Stunden nicht mehr als 16—17 Depeschen; 106 Stationen bei einer Arbeitsleistung von höchstens anderthalb Stunden nicht mehr als 10—11 Depeschen und 151 Stationen bei einer Arbeitsleistung von etwa einer hal- 45 ben Stunde nicht mehr als 5—6 Depeschen täglich zu expedircn hatten. Die Statistik weist sogar nach, dass bei einzelnen Stationen tagelang nicht ein einziges Telegramm vorkam. Wer wird uns im Hinblick auf diese Thatsachen. bestreiten können, dass der eine so geringe Arbeitszeit in Anspruch nehmende Dienst aller dieser kleinen Telegraphenstationen gemeinschaftlich mit dem Dienste der gleichnamigen Poststationen, welche ausser der Zeit der Ankunft und Abfahrt des Postwagens oder Eisenbahnzuges gewiss nicht übermässig in Anspruch genommen sind, und zwar namentlich dann besorgt werden könnte, wenn man den betreffenden Individuen eine mässige Entschädigung für ihre diesfäl- lige Mehrleistung bewilligen würde? Dass die von uns hinsichtlich der Telegraphenanstalt aufgestellten Vorbedingungen, als: Regelung der Linißnbenüt- zung, Gebührenentrichtung mittelst Depeschenmarken, Einheit des Tarifes und Vereinfachung des Rechnungs- u. Schreib- geschäftes vorher erfüllt werden müssten, ist wohl selbstverständlich. Man denke sich nun, dass auf diese Weise die Vereinigung des Post- und Telegraphendienstes bei allen Telegraphenstationen mit beschränktem Tagesdienste, deren es im Jahre 1866—320 gab, möglich wäre, weil.dieselben fast durchgehends in die Kathegorie derjenigen Aemter fallen, welche höchstens 16—17 Depeschen per Tag zu manipuliren haben; man denke sich ferner, dass bei jenen 320 Stationen, von denen 184 mit je einem Stationsaufseher und 136 mit je einem Beamten und Amtsboten, alle zusammen also mit 184 -f- 136 -j- 136 = 456 Individuen besetzt waren, der Post- und Telegraphendienst von 320 Individuen hätte besorgt werden können; man denke sich weiters, dass hierdurch, — da die Brief- und Depeschenzustellung gegen einen ziemlich niedrigen Pauschalbetrag dem Amtsleiter übertragen werden kann, — 136 Amtsboten und 320 Post- beziehungsweise Telegraphenbedienstete entbehrlich, und deren Bestallungen, Gehalte, Pensionen, Aushilfen u. s. w. erspart werden würden; man denke sich überdies, dass für alle combinir- ten Post- und Telegraphenstationen die Miethe, Beleuchtung und Beheizung nur einfach zu bestreiten wäre; man denke sich endlich, dass die dergestalt erzielten Ersparnisse nicht nur zur Schadloshaltung der combinirten Stationen für die Besorgung beider Dienste, sondern auch zur Errichtung und zum Betriebe von mindestens eben so vielen neuen Post- und Telegraphen-Stationen, (namentlich nach Hinzurechnung des eigenen Erträgnisses derselben) ausreichen würden, so wird man begreifen, dass die Vereinigung beider Verwaltungszweige nicht nur für die Be* völkerung, sondern auch für den Staatsschatz sehr bemerkenswerthe Vorth eile zu bieten vermöchte, weil sie einerseits den dermaligen Betriebsaufwand sehr erheblich vermindern und anderseits eine Vermehrung der Post- und Telegraphenämter ermöglichen würde, ohne das Aerar irgendwie unnöthigerweise in Anspruch zu nehmen. (Fortsetzung folgt). Rundschau. Inland. (Der Agiozuschlag zu den Telegraphen- Gebühren) für den Monat März d. J. wurde auf 15o/ 0 festgesetzt. (Die Uebergabe der Telegraphen-Stationen in Givil-Croatien undSlavonien) an das k. ung. Handelsministerium wurde auf den 1. April 1. J. verschoben. Mit jenem Tage soll auch die Verwaltung des Telegraphen in der Militärgrenze an das Reichs-Kriegs-Ministerium übergehen. — 46 (Prfiftragsergebnisse des letzten Telegraph en-Lehr kurs es.) Nach Beendigung des letzten Telegraphen-Lehrkurs es haben sich 369 ordentliche und 24 ausserordentliche Hörer der Prüfung unterzogen. Dabei erhielten die ersteren folgenden Calcul: in Wien 13} „ Prag 301 vollkommen befähiget; „ Lemberg 9} „ Wien 901 . „ Prag 90 s befähiget. „ Lemberg 601 1 Von den ausserordentlichen Hörern wurden 1 als vollkommen befähiget und 16 als befähiget erkannt. (Der Hnghes’sche Typen-Apparat) ist nunmehr auch auf der Linie Wien—Agram eingeführt ; zwischen Wien und Berlin wurde ein zweiter Hughes-Apparat in Verwendung genommen. (Bestrafung wegen Beschädigung einer Telegraphen-Leitung). Das Bezirksgericht in Jägerndorf hat einen Fuhrmann wegen fahrlässiger Beschädigung der Telegraphenleitung zur Arreststrafe in der Dauer einer Woche verurtheilt. Ausland. (Der kön. preussische Telegraphen- Direktor, Oberst v. Chanvin) wurde zum General-Direktor der Telegraphen des norddeutschen Bundes ernannt. (.Telegraphische Geldanweisungen in Frankreich.) Die französische Telegraphenverwaltung hat in Anbetracht der günstigen Resultate, welche die Einführung telegraphischer Geldanweisungen in Belgien, in Italien und in der Schweiz für den öffentlichen Verkehr gehabt hat, die Einleitung getroffen, um denselben auch in Frankreich Eingang zu verschaffen. (Die Regierung von Chili) hat mit der Telegraphengesellschaft, welche es unternommen hat, sämmtliche am stillen Weltmeere gelegene Republiken Süd- und Mittel-Amerikas mit Cuba und den Vereinigten Staaten in Verbindung zu setzen, einen Vertrag abgeschlossen, demzufolge jener Gesellschaft eine Subvention von einer Million Francs mit 6% Interessen und 2% Amortisation zugesichert worden ist. (Interner Tarif in der Schweiz.) Der schweizerische Bundesrath hat ein Gesetz angenommen, durch welches die Beförderungsgebühr einer Depesche bis zu 20 Worten in der ganzen Schweiz auf 30 Centimes herabgesetzt wird. Die Frage, ob man Depeschen gegen Bezahlung einer dreifachen Taxe einen Vorzug in der Beförderung einräumen solle, wie es von der betreffenden Kommission vorgeschlagen worden war, erregte eine lebhafte Debatte und wurde mit zwanzig gegen dreizehn Stimmen abgelehnt, da der Deputirte Borei nachwies, dass dieses eine Begünstigung gut gespickter Börsen wäre und in einem demokratischen Staate der Grundsatz gelten müsse: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. (Die pernanischen Telegraphen.) Peru besitzt bisher nicht mehr als vier Telegraphenlinien. Eine derselben verbindet Lima mit Callao. Sie wurde im Jahre 1837 hergestellt und hat zwei Drähte, an welchen Zeigerapparate in Verwendung stehen. Diese Linie ist schlecht gebaut und häufig unterbrochen. Eine zweite Linie geht von Lima aus und endigt in Chorilla. Im Laufe des Monates November 1866 eröffnete man den Betrieb auf einer dritten Linie, welche von Tacna nach Arica führt und keine Zwischenstation hat. An derselben steht der Morse-Apparat im Gebrauche. Die wichtigste peruanische Linie ist jene zwischen Arequipa und Port d’Islay, in der die Zwischenstation Joya eingeschaltet ist. Sie wurde im März 1867 in Betrieb gesetzt. Auch an dieser Linie wird der Morse-Apparat verwendet. Dem peruanischen Congresse wurden in neuerer Zeit zwei neue Projekte vorgelegt, welche, auch angenommen worden sind. Eines davon betrifft die Herstellung einer Linie zwischen Lima 47 einerseits, Pisco und Ica andererseits, welche vierzehn der wichtigsten Städte der Republik in Verbindung setzen soll; das Andere hat die Legung eines Kabels zwischen Pisco und den Chincha-Inseln, welche durch die Gewinnung des Guano für Peru Unschätzbar geworden sind, zum Zwecke. (In Brasilien) wurde die Errichtung einer Telegraphenlinie zwischen Cap Frio und Camproi in Angriff genommen. Binnen kurzer Zeit werden Bahia, Fernambuco und andere wichtige Handelsplätze jenes Landes mit Rio Janeiro telegraphisch verbunden sein. Personal-Nachrichten. Aenderungen im Stande der k. k. Staats-Telegraphenbeamten in der Zeit vom 1. bis 15. Februar 1868. Auszeichnung: Der Obertelegraphist Paul Breuna in Zengg erhielt das goldene Verdienstkreuz. Ernennung: Zum Telegraphisten: Eduard Mayer-Koffler, I. CI. in Semlin. Versetzungen: 1 • Obertelegraphist: von: nach: Johann Jordan Semlin Rovigno. Ferdinand Rowarz Losoncz Asch. Telegraphist: von nach: Ignaz Feilhauer Basiasch Losoncz. Ludwig von Szinkovits Temesvar Pest. Mathias Turba Wien Triest. Franz Winter Pest Surany. Dienstes-Kündigung: Theodor Freiherr von Taulphöus, prov. Telegr. I. CI. in Wien. Sterbefall: Telegraphist Johann Pakozdy in Ofen. Anmerkung: Von der Ernennung des Gabriel Grecsan zum prov. Telegraphisten II. Classe hat es sein Abkommen gefunden. Soeben ist erschienen der letzte Theil der neuen, aus 4 Blättern bestehenden Karte des österreichischen Telegraphennetzes. Auf Grund amtlicher Quellen gezeichnet von F. Eggenthaler. Herausgeber und Verleger L. J. Wolschitz, Margarethenstrasse Nr. 7. Wien 1867. Diese Karte ist 30 Zoll hoch, 40 Zoll breit, enthält alle Staats- und Eisenbahn-Telegraphen- Leitungen und Stationen des österreichischen Kaiserstaates, sowie die genaue Bezeichnung der Gattung, Dienstzeit und Apparat-Einschaltung der einzelnen Stationen nach dem gegenwärtigen Stande derselben. Der Preis beträgt mit portofreier Zusendung für alle 4 Lieferungen und zwar: für ein nicht colorirtes Exemplar 1 fl. 60 kr. „ „ colorirtes „ . . 2 „ — „ „ n colorirtes und auf Leinwand aufgezogenes Exemplar.3 „ 60 „ Jede Lieferung kann auch einzeln bezogen werden. Bei Versendung auf Rollen wird das Porto besonders berechnet. Der Hughes’sche Typendruck-Apparat von Dr. J. Stark. Separat-Abdruck aus der Zeitschrift „Das Telegramm.“ Preis I fl. ö. W. Die Broschüre erscheint im Formate obiger Zeitschrift, beiläufig 4 1 /«, Druckbogen stark, mit 6 grossen Tafeln, welche die vordere, obere und perspectivische Ansicht des Apparates und seiner Details enthalten, und kann durch die Expedition dieses Blattes sofort bezogen werden. W-^. sm. «■ europäiseta Telegraptanetzes mit Angabe der Hauptverbindungen und Anschlusspunkte der internationalen Linien. Herausgegeben von L. J. Wolschitz. WIEN, 1867. Die Karte ist 12 Zoll hoch und 18 Zoll breit. Bestellungen übernimmt die Expedition dieser Zeitschrift. Preis eines colorirten Exemplares; 35 kr Oe W. „ „ nicht colorirten 25 „ „ 48 Erklärung . Es ist uns die NachricM zugegangen, dass zahlreiche Exemplare^ einer auto graphirten d. i. mittelst chemischer Tinte vervielfältigten Auflage der im ,,Telegramm “ Blatt Nr. 2 —12, Jahrgang 1867, und Blatt Nr. 1 — 2, Jahrgang 1868, enthaltenen Beschreibung des Hughes'schen Typendruck-Apparates Öffentlich zum Kaufe ausgeboten werden , denen anstatt den dazu gehörigen, ebenfalls autographirten Zeichnungen jenelithog raphirten, d. i. auf Stein gravirten Tafeln (und zwar nach Hinweglassung der Bezeichnung des Jahrganges, Blattnummeros und Lithographen) beigegeben sind, welche wir als Beilage zum „Telegramm u für unsere Leser mit nicht unbedeutenden Kosten haben anfertigen lassen. Nachdem diese von uns veranstalteten G rav ir ungen ohne unsere Erlaubniss und gegen unser en Willen bei der auto graphirten Auflage benützt worden sind, so warnen wir hiermit vor dem Ankäufe und der weiteren Verbreitung der mit dem Nachdrucke unserer Tafeln ausgestatteten Exemplare jener Auflage, indem wir uns die zur Wahrung unseres Eigenthumsrechtes erforderlichen Schritte Vorbehalten. MHe Redaktion des Fachblattes „das Telegramm Wir erlauben uns hiermit zur auf den II. Jahrgang des Fachblattes: „Organ für Telegraphenwesen" ganz ergebenst einzuladen. Das Telegramm erscheint am 15. und letzten eines jeden Monates und kostet für Wien: vierteljährig 1 fl., halbjährig 2 fl., ganzjährig 4 fl.; für die Provinz: vierteljährig 1 fl. 20 kr., halbjährig 2 fl. 40 kr., ganzjährig 4 fl. 60 kr. Abonnements werden angenommen in Wien, Margarethenstrasse Nr. 7. Indem wir das Abonnement auf den 2. Jahrgang dieser Zeitschrift eröffnen, erlauben wir uns zur gefälligen Beachtung bekannt zu geben, dass die zeitweiligen in der Ausgabe der Nummern des 1. Jahrganges vorgekommenen Verspätungen durch mehrere unvorhergesehene, von uns unabhängige Zufälle, wozu insbesondere die verzögerte Herstellung der zur Beschreibung des Hughes’schen Typentelegraphen ’gehörenden Tafeln, dann andauernde Kränklichkeit des Herausgebers gehören, herbeigeführt worden sind, und dass wir beschlossen haben, den 1. Jahrgang mit Blatt Nr. 12 abzuschliessen, um das regelmässige Erscheinen des 2. Jahrganges nicht zu beirren. Hiernach stellt sich der Preis des 1. Jahrganges für Wien auf 2 fl. und für die Provinz auf 2 fl. 40 kr. Den Herren Abonnenten werden die eingezahlten Mehrbeträge auf Rechnung des 2. Jahrganges gut geschrieben und das Inhaltsverzeichniss und Titelblatt zum 1. Jahrgang demnächst nachgesendet werden. Gleichzeitig mit dieser Anzeige geben wir die Versicherung, dass wir die nöthigen Vorkehrungen getroffen haben, um in der Ausgabe unseres Blattes keine Unterbrechung - fernerhin eintreten zu lassen. Wir empfehlen desshalb unser junges Unternehmen, das wir nur im öffentlichen Interesse ins Leben gerufen haben und auch künftighin unabhängig erhalten werden, der gütigen Berücksichtigung unserer freundlichen Leser, indem wir beifügen, dass die nächsten Nummern unter anderen Artikeln auch folgende enthalten werden: 1. Die Telegraphie auf der Pariser Industrieausstellung nach Berichten deutscher, englischer und französischer Fachmänner, 2 . Aufgaben aus der Electricitätslehre, 3. dieinternalionale Wiener Telegraphen-Conferenz, deren Verhandlungen und Beschlüsse u.s. f. Anmerkung. Der 1. Jahrgang des Telegramm ist für neu eintretende Abonnenten« so weit der Vorrath reicht, um den herabgesetzten Preis von 1 fl« 50 kr. zu beziehen. " Druck von F. B. Geitier, Albrechtgasse 4, in Wien.