Nr. 5 und 6. Wien, den 31. März 1868. 11. Jahrgang. DAS TELEGRAMM. ORGAN FÜR TELEGRAPHENWESEN. Eigeuthümer, Verleger und verantwortlicher Redacteur: L. J. Wols chit z. Redaction: Margarethenstrasse Nr. 7 . Alle Zuschriften sind portofrei an die Redaction zu richten. Unfrankirte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgestellt. Inserate werden mit 10 kr. österr. W. für die zweispaltige Petitzeile berechnet. Das „Telegramm“ erscheint am 15. u letzten eines jeden Monats. Abonnements: für Wien: vierteljährig 1 fl.,halbjährig 2 fl., ganzjährig 4 fl. österr. W,; für die Provinz: vierteljährig 1 fl. 20 kr., halbjährig 2 fl. 40 kr„ ganzjährig 4 fl. 60 kr. Abonnements werden angenommen bei der Expedition, Margarethenstrasse Nr. 7. Inhalt. Text: Eröffnung neuer ösierreichischer Telegra- phen-Stationen. — Der Telegraph auf der Pariser Industrie-Aus Stellung im Jahre 1867. — Der Telegraphen-Apparat Bergmüller. (Fortsetzung.) — Töpler’s Influenz - Elektromotor. — Anwendung des Magnesiums in der Volta’schen Kette. — Aufgaben aus der Elektricitätslehre (Fortsetzung). — Organisation des Telegraphendienstes in Paris. (Schluss.) — Ergebnisse des Telegraphenbetriebes in Belgien im Jahre 1867. — Ergebnisse der Privat- und Sta'ats-Corre- spondenz in Oesterreich in den ersten eilf Monaten des Jahres 1867. — Die österreichische Telegraphen-Anstalt vordem Reichs- rathe. — Rundschau. — Personal-Nachrichten. — Briefkasten der Redaktion. — Inserate. Illustration: Tafel I. 'Eröffnung neuer österreichischer Telegraphcn-Stationen. In der Zeit vom 1. bis 31. März 1868 wurden die nachstehenden österreichischen Telegraphen-Stationen eröffnet: Gabel (L) in Böhmen. Auer (F-L) in Tirol. Essegg, Unterstadt (L) in Slavonien. Slatina (L) in Slavonien. L bedeutet: beschränkter Tagdienst. F „ Bahn-Telegraphenstation. Der Telegraph auf der Pariser Industrie-Ausstellung im Jahre 1867. Nach Berichten deutscher, englischer und französischer Fachmänner. Von C. Rosmanith, k. k. Obertelegraphisten. (Fortsetzung.) Bei Besprechung der unterirdischen Leitungen dürften auch jene mechanischen Vorrichtungen zu erwähnen sein, deren man sich in neuerer Zeit zur Depeschenbeförderung in grossen Städten zu bedienen anfängt, wo die gewöhnlichen Telegraphenlinien für die Bewältigung des ungemein gesteigerten Lokalverkehres nicht mehr hinreichen oder sich mindestens als ökonomisch unvortheilhaft erweisen. Es ist diess die Methode der pneumatischen Depeschenbeförderung, die bisher erst in Berlin und Paris eingeführt ist und welche wir auch auf der Ausstellung durch Modelle und Zeichnungen vertreten finden. In Berlin wurde dieselbe vor zwei Jahren zwischen demCentral-Telegraphenamte und der Börse in Anwendung gebracht. Sie besteht in einem unterirdischen Metallrohre, welches einen kleinen Wagen als Träger der Depeschen aufnehmen kann; der Wagen wird im Rohre dadurch fortgeschoben, dass eine Dampfmaschine vor 66 demselben die Luft verdünnt und hinter demselben condensirt. Die ganze Anlage, welche sich im Jahrgange 1866, Heft 4 und 5. Seite 90, der Zeitschrift des deutschösterreichischen Telegraphen - Vereines ausführlich beschrieben findet, wurde von Siemens et Halske ausgeführt. Für die Verbindung der Centralstation in Paris mit der Börse, dem Ministerium des Innern und einigen anderen, im Mittelpunkte der Stadt gelegenen Telegraphenstationen hat der französische Telegraphen-Inspector Baron dieselbe Aufgabe in etwas verschiedener Weise gelöst. Baron benützt als bewegende Kraft den in den Wasserleitungen von Paris vorhandenen constanten Druck, welcher in den um dieTuilerien gelegenen Stadtthei- len 50 cm. Quecksilber beträgt. In jedem Bureau befinden sich zwei grosse eiserne Gefässe, von je 4 Kubikmeter Inhalt; das untere ist etwa & m. tiefer als das andere aufgestellt. Das obere Gefäss steht direct mit der Wasserleitung und mit dem unteren, das letztere überdies mit den unterirdischen Strassenkanälen und durch ein schmiedeisernes Rohr von 65 mm innerem Durchmesser mit der nächsten Station in Verbindung. In diesem Rohre gleiten mit ziemlichem Spielraum eine Reihe hohler Pistons aus Eisenblech von 15 cm. Länge, welche je 40 Depeschen fassen und durch einen aufgeschraubten Deckel verschlossen werden können. Der letzte Piston trägt an seinem hinteren Ende eine einfache Liederung aus radial aufgehefteten Ledersectoren, Um einen Train zu befördern, wird die obere Eisenkufe aus der Wasserleitung gefüllt, wozu etwa zwei Minuten erforderlich sind. Nach dem Oeffhen des Zwischenhahnes strömt dieses Wasserquantum in die untere Kufe und bringt in ihr den Luftdruck auf ungefähr zwei Atmosphären. Setzt man nun dieses Reservoir mit der Röhrenleitung, in welche die Pistons mit den Depeschen eingelegt wur - den, in Verbindung, so werden dieselben durch den Druck der condensirten Luft fortgeschoben und langen auf der nächsten, im Pariser Netze durchschnittlich ein Kilometer entfernten Station etwa nach Verlauf einer Minute an. Specielle Messungen haben ergeben, dass ein Druck von 7 Kilogrammen auf den Piston demselben eine mittlere Geschwindigkeit von einem Kilometer per Minute mittheilt. Die Anfangsgeschwindigkeit ist natürlich eine viel bedeutendere und so gross, dass die Pistons bei diesem Verfahren rasch abgenützt werden. Man hat desshalb den Vorgang dahin modifizirt, dass man den Luftdruck der unteren Kufe nur um 10 cm. Quecksilber steigert, dann den Piston seine Bewegung beginnen lässt und den Druck constant erhält, indem man in die untere Kufe aus der oberen fortwährend die erforderliche Wassermenge nachströmen lässt. Die Einrichtungskosten des ganzen Netzes mit 6 Kilometer unterirdischer Röhrenleitung in den Strassen der Stadt und 7 Bureaux, von welchen jedes ausser den bereits genannten noch eine dritte Reservekufe für die comprimirte Luft besitzt, betrugen 230.000 Frcs. Da die Bedienung von dem in den Stationen ohnehin vorhandenen Personale geleistet wird, so re- duziren sich die Betriebskosten auf den Verbrauch an Wasser, von welchem je 73 Kubikmeter mit 5 Frcs.bezahlt werden. Die erforderlichen schmiedeisernen Röhren werden von einer Fabrik in Montlu- §on nach einem neuen Verfahren hergestellt. Blechstreifen von passender Breite werden warm auf einen Dorn gerollt; gleichzeitig wird auf die der Länge nach geradlinig fortlaufende Nuth ein schmaler Streifen Blech von aussen aufgeschweisst. Die Verbindung der Enden erfolgt so voll- ständig, dass die Schweiss-Stellen kaum zu erkennen sind. Der Abgang und die Ankunft eines Trains von und in jeder Station wird telegraphisch angezeigt. Weil die Stationen durch Leitungen bereits verbunden waren, so veranlasste auch diese der Sicherheit des Betriebes sehr förderliche Controle keine weiteren Kosten. III. Untersee-Kabel. Die unterseeische Telegraphie ist unstreitig eine der wichtigsten und nützlichsten Anwendungen der Electricitätslehre. Als im Oktober 1851 die erste unterseeische Verbindung zwischen Dover und Calais hergestellt worden war, gab man sich noch keine vollständigcRechenschaft von den Schwierigkeiten jeder Art, welchen diese schöne und werthvolle Einrichtung unterworfen ist. Viel zu sanguinisch überliess man sich der Hoffnung, in einem sehr kurzen Zeiträume die Meere von einem Netze von Kabeln durchzogen zu sehen, welche die entferntesten Weltstädte mit einander verbinden sollten. Welche Täuschungen erlebte man seit jener Epoche! — Wir wollen hier nicht die während ihrer Versenkung zerrissenen Kabel aufzählen, von denen einige nicht dauerhaft genug angefertigt waren, die anderen wegen mangelhaften oder schlecht bedienten Maschinen, noch andere wegen unvorhergesehenen Ereignissen (Zufälligkeiten) während der Operation zu Grunde gingen. Wir wollen auch nicht jene glücklich auf den Meeresgrund versenkte Kabel erwähnen, die nur wenige Tage oder Monate betriebsfähig waren, weil entweder ihre äussere Umhüllung allsogleich zerstört wurde, oder weil wegen ihrer mangelhaften Isolirung der Electricitäts-Verlust allzu beträchtlich war. Wir wollen ebensowenig auf die ganz besonderen Bedingungen, an welche die Fortpflanzung der . Electrieiiät in langen, von isolirenden Massen umgebenen Leitern geknüpft ist, noch auf die daraus entspringenden Schwierigkeiten eingehen. Die unfruchtbaren Versuche waren zahlreich genug und haben den Verlust sehr bedeutender Summen verursacht; doch bleiben die in dieser Beziehung gewonnenen Resultate so schätzenswerth, dass wir an der Zukunft der Untersee-Telegraphen nicht zu verzweifeln brauchen. England gab uns hierin ein grosses Beispiel. Dank seiner unermüdeten Anstrengungen verbindet nunmehr ein vollkommenes Kabel Europa mit Amerika und mit der Schnelligkeit des Blitzes cir- culirt der Ausdruck des menschlichen Gedankens fort und fort von einem Welt- theile zum andern, die Fluthen eines 4000 Kilometer breiten Meeres durcheilend. Angesichts eines so glücklich ausgeführten Unternehmens kann man mit Recht behaupten, dass die Entwicklung der Untersee-Telegraphie durch Nichts mehr aufgehalten zu werden vermag. Leider vermisste man in dieser Abtheilung der Ausstellung die weitaus grösste und wichtigste Unternehmung seit dem Beginne der Telegraphie, das atlantische Kabel, da sich die anglo-ameri- kanische Compagnie, wahrscheinlich aus Furcht vor unfreiwilliger Unterstützung eines Concurrenz-Unternehmens, von der Ausstellung fern hielt, obwohl sicherlich jede ihrer Mittheilungen vom grössten Interesse gewesen wäre, mögen sich dieselben auf die bei der Legung des neuen und bei der Aufsuchung des alten Kabels gebrauchten Maschin^p, oder auf die Leistungen der beim Betriebe angewendeten Batterien und Apparate, oder auf Messungen über den jeweiligen Zustand der Kabel und deren Abhängigkeit von , tellurischen Einflüssen bezogen haben, j Die in der Ausstellung vorfindlichen I Muster von Unterseekabeln stimmten darin überein, dass fast durchgehcnds der Elec- tricitätsleiter aus einer Litze von drei oder vier Kupferdrähten bestand. Ausnahmen befanden sich nur unter den von W. T. Henley in London ausgestellten Proben. Sie bezogen sich auf alle von dieser Fabrik bisher gelieferten 22 Kabel, von denen zehn nur Einen massiven Kupferdraht enthalten. Wir geben nachstehend eine Tabelle ’“über die von dieser Fabrik seit 1863 angefertigten Kabel und deren V erwendungsorte: Kabel gelegt Leit.- Länge Gew. in Dräht. eng. Ml. in Tonn. Dänemark 1863 4 12 134 Norwegen 1863-1866 1 50 177 Persischer Golf 1863-1866 1 1615 690 Ramsgate * 1864 6 23 207 Italien und Türkei 1864 1 61 186 England und Irland 1865 7 26% 307 Preussen u. Schweden 1863 3 55 405 Wrenford 1865 4 17% 321 River Plate 1866 3 30 473 Cooke’s Strait 1866 3 53 440 Behringsstrasse 1866 1 601 784 Norwegen 1866 1 7 10 England u. Hannover 1866 4 240 2465 Das zuletzt erwähnte Reuter’sche Kabel kann als Muster der neuesten Kabelfabrikation gelten; es enthält als Leiter vier getrennte, durch mehrfache Guttaperchalagen unter sich isolirte Litzen aus je sieben Drähten, welche um eine vierkantige Hanfseele verflochten sind. Für die tiefe See ist das Kabel mit 12 Eisendrähten von 7 mm Durchmesser und über diesen nochmals mit einer Hanfumspinnung umgeben. Noch sorgfältiger geschützt sind die Uferenden. Ueber den Guttaperchadrähten folgt von innen nach aussen zunächst eine Hanfschichte, dann 15 Eisendrähte von 5 mm Durchmesser, abermals eine Hanfschichte und über dem Ganzen ein Panzer von 12 dreifachen Litzen aus verzinktem Eisendraht von demselben Durchmesser wie die inneren Eisendrähte. Rattier & Comp, aus Bezons bei Paris zeigten verschiedene Sorten von Unterseekabeln, welche mit Guttapercha.isolirt und durch Hanf und Eisendrähte geschützt sind. Das erste von dieser Fabrik für unterseeische Zwecke angefertigte Kabel war das im Jahre 1859 an der englischen Küste für den semaphorischen Telegraphen gelegte, welches noch gegenwärtig in Thätigkeit ist; ferner fand man auch Muster jener Kabel mit einem -und zwei Leitungsdrähten, welche im Jahre 1861 für die französische Colonie am Senegal und in den Jahren 1860 und 1864 für Cochin-China angefertigt wurden. Felten & Guilleaume in Köln hatten ein kleines Sortiment ihrer in Oesterreich vielfach verwendeten Kabel ausgestellt; Siemens Brothers in London zeigten Muster von schweren und leichten Kabeln, ferner ein schönes, für die egyptische Regierung angefertigtes Küstenkabel, das 6 isolirte 1.6 mra starke Leitungsdrähte enthält, die mit Guttapercha bis zu 5*5 mm Durchmesser überzogen sind; das Ganze ist mit Hanf und 16 galvanisirten 5 mm starken Eisendrähten geschützt. Auch eine Probe des von dieser Fabrik für Kriegszwecke konstruirten Kabels, das aus einem einzigen Leitungsdrahte aus drei 0'7o mm starken Stahldrähten besteht, der bis zu 3.5mm Durchmesser mit Guttapercha überzogen und mit Hanf und Bandspiralen aus Phosphorkupfer geschützt ist, befand sich in der Ausstellung. In mehreren Beziehungen abweichend konstruirt sind die Kabel von W. Hooper in London. Dieselben bestehen aus dem inneren Leitungsdrahte, einer Lage reinen Kautschuks, einem aus Metallfolie, Eisendrähten, Hanf, Zinkoxyd, Firniss etc. hergestellten Separator, einer Lage vulkanisirten Kautschuks, den äusseren Schutzdrähten und einer weiteren Lage vulkanisirten Kautschuks als Präservativ gegen das Rosten der Eisendrähte.Der als Isolator dienende Kautschuk ist sonach in zwei getrennten Lagen verwendet. Hopper vindizirt diesen Kabeln den Yortheil, dass dieselben in gewöhnlichen Schiffen versendet werden können, ohne durch den Transport oder die flitze Schaden zu leiden, während die Guttaperchakabel immer unterWasser von möglichst niedriger Temperatur aufbewahrt werden müssen. Auf die eigen- thümliche Aenderung des reinen Kautschuk, welcher dieser Körper durch die Berührung mit metallischem Kupfer unterliegt, scheint Hopper bei seiner Con- structionsweise keine Rücksicht genommen zu haben. Für die Legung von Unterseekabeln waren zwei Projecte ausgestellt, nämlich : von J. Mörath, k. k. Marine-Ingenieur in Wien und S. E. Morse in New-York, dem Bruder des Erfinders des Morse-Schreib- Apparates. Mörath will das Kabel in einer angemessenen Tiefe unter dem Meeresspiegel durch unterseeische Bojen mit Auftrieb, welche in passenden Zwischenräumen an den Kabel angebracht werden, schwimmend erhalten. Die Bojen bestehen aus Tonnen, gefüllt mit einer Mischung von Korkholzabfällen und Harz, welche vom Meerwasser nicht angegriffen werden soll, auch wenn bereits die äussere Tonnenwand zerstört worden wäre. Zur Beseitigung der Schwierigkeiten, die bei Wiederaufnahmen eines Kabels aus grossen Meerestiefen dadurch entstehen, dass das während der Legung stark ausgespannte Kabel für seine Hebung bis zur Oberfläche nicht die ausreichende Länge besitzt, schlägt Morse vor, bei der Legung von Kabeln zwei Schiffe zu verwenden, von denen das zweite sich in angemessener Entfernung hinter dem ersten hält, das bereits gelegte Kabelstück über sein Deck laufen lässt und mit demselben soweit es die Kabellänge gestattet, senk- i recht aus der Kabellinie herausfährt, indem es das Kabel an einem Taue oder an einer Kette, an deren Ende eine Boje befestiget wird, langsam herablässt. Die Boje soll die Auffindung des Kabels erleichtern und die durch diesen Vorgang auf dem Meeresboden gebildete Schleife die erforderliche Länge zum späteren Wiederaufziehen des Kabels gewähren. Die Schwierigkeiten, welche sich der Ausführung dieses Vorschlages in der Wirklichkeit entgegenstellen würden, sind derart in die Augen springend, dass eine Aufzählung derselben wohl nicht nothwendig sein dürfte. IV. Haus t elegr aphen und elektrische Läutewerke. Die ausführliche Beschreibung dieser Abtheilung finden wir in dem österreichischen Austeilungs-Berichte, dem wir die nachstehende Darstellung entnehmen. Die Anfer tigung von Haustel egraphen (sonneries éléctriques), welche in den letzten Jahren auch in Oesterreich sich einzubürgern begannen , bildet namentlich in Paris einen ziemlich ausgedehnten Industriezweig, mit welchem sich eine beträchtliche Anzahl von Mechanikern beschäftiget. In der Ausstellung war derselbe durch Bréguet, Gaumont und Prud- homme in Paris, R. Belle in Aachen und die Actiengesellschaft „der Telegraph“ in Berlin vertreten. Die Apparate von Caumont und Prudhomme boten kein wesentliches Interesse; das Bestreben der Constructeure scheint besonders auf hübsche Ausstattung und gefällige Form ihrer Einrichtungen bei mässigen Preisen gerichtet zu sein. Bréguet hat einen für Frankreich und England patentirten zweckmässigen Taster (bouton répétiteur) ausgestellt, welcher die Sicherheit gibt, dass maji das entfernte Läutewerk wirklich in Bewegung gesetzt hat und dass das ! Zeichen von der gerufenen Person wahr- 70 genommen wurde. Unsere Zeichnung, Tàf. I I, Fig. 2, stellt das kleine Instrument mit abgenommenem Deckel in natürlicher | Grösse dar. Ein Druck auf den Elfenbeinknopf B verbindet die beiden Metallfedern b und c und gestattet dem von C kom- ! menden Strome den Weg durch die Win- J düngen des Elektromagnetes E und über | die Schraube v durch den Draht L zum feinen Läutewerke. Der Elektromagnet lenkt die Nadel A ab, welche mit ihrem oberen Ende auf das Wort Sonné zeigt und in dieser Stellung verharrt. Wenn nämlich auch nach Authören des Druckes auf B die beiden Federn b und c sich wieder getrennt haben , bleibt doch dem Strome im Apparate noch ein zweiter Weg geboten über den Contactpunkt r zu der an der Nadel befestigten Schleiße g, durch den Metallständer der Nadel und über die mit letzterem verbundenen Schrauben p und q, dann durch den Draht n m in die Spirale des Elektromagnetes und zur Leitung L. Um die Nadel in ihre Ruhestellung zurückzuführen, unterbricht der Gerufene den Strom durch eine am Läutewerke angebrachte Vorrichtung und zeigt dadurch an, dass er das Signal verstanden hat. Den elektrischen Haustelegraphen scheint — wenigstens für kleinere Einrichtungen — ein nicht zu übersehender Rivale in dem pneumatischen Telegraphensysteme von Sparre, ausgestellt von W. Walcker in Paris, erstanden zu sein, welches als Mittel für die Fortpflanzung des Zeichens statt der Elektricität die Verschiebung einer Luftsäule in einem sehr engen Metallrohre verwendet und die immer etwas lästige galvanische Batterie ganz entbehrlich macht. Die erforderlichen Röhren, welche gegenwärtig in England aus einer nicht näher definirten Le- girung von Zinn und Blei ohne Löthung durch Ziehen verfertigt werden, haben einen inneren Durchmesser von 3 Millimeter und lassen sich kalt um ganz scharfe Ecken biegen, ohne Bruchstellen zu bekommen oder ihren Querschnitt wesentlich zu ändern. Wegen seiner geringen Dicke kann das Rohr längs der Mauer mit grosser Leichtigkeit überall verborgen werden und steht da, wo es die Mauer veflässt, mit einem umsponnenen Kautschukrohre in Verbindung, welches in einem birnen- | förmigen Ballon von der Grösse einer i Faust endigt. Am andern Ende der Röhre : befindet sich ein ungefähr gleich grosser Kautschuk-Cylinder mit einer dünnen und deshalb sehr elastischen Bodenfläche, welche sich bedeutend ausbaucht, so oft man den Ballon am andern Ende mit der I Hand zusammendrückt. Diese Bodenfläche 1 schiebt durch Vermittlung eines auf ihr i ruhenden Metallplättchens eine Zahnstange in die Höhe, welche während ihrer Bewe- ! gung in ein Rädchen eingreift und den [ mit letzterem verbundenen Hammer ein- i oder mehrmals gegen die Glocke schlägt. 1 Beim Rückwärtsgange wird die Zahnstange J durch eine Feder ausgelöst und sinkt am j Rade frei herab; das akustische Signal kann durch eine neben der Glocke angebrachte Fallscheibe auch dem Auge ersichtlich gemacht werden. In der beschriebenen Form dient die Einrichtung nur zum Geben von Zeichen nach einer Richtung. Soll dieselbe Röhre auch zur Beförderung eines hör- und sichtbaren Antwortzeichens gebraucht werden, so wird der Ballon ebenfalls durch einen Cylinder ersetzt und eine Weckereinrichtung mit Fallscheibe an beiden Enden des Leitungsrohres angebracht auch gleichzeitig beiderseits die Vorkehrung getroffen, dass man die Luftbehälter mechanisch zusammendrücken kann. Der gegenwärtige Patentinhaber Walcker berechnet für eines dieser Läutewerke nebst Antwortvorrichtung und Fall- 71 scheibe durchschnittlich 25 Francs, für den Meter Metallrohr 0.30 Frcs., für den Meter übersponnenes Kautschukrohr 3— 3 Frcs., für verschiedene Indicatortafeln, um die Signale vervielfältigen zu können, je nach der Eleganz der Ausstattung 18 —30 Frcs. Nach Angabe des Ausstellers fungirt der Apparat mit einem kaum faustgrossen Ballon durch einen leichten Druck der Hand bis auf 200 Meter Entfernung ohne Schwierigkeit. Das beschriebene System befindet sich bereits in häufiger Anwendung in Privathäusern, Werkstätten, auf Dampfschiffen zur Verbindung des Capitäns mit dem Maschinisten und Steuermann u. s. w. In derselben Weise wie in dem Systeme Sparre die Luftsäule, will G. A. Ta- bourin in Lyon in seinem „hydrodynamischen Telegraphen“ die Verschiebung einer Wassersäule anwenden. Da Wasser nicht compressibel ist, so kann es zur Hervorbringung exacterer Signale dienen , als die elastische Luft. Tabourin lässt sein Metallrohr in einem Reservoir, wie am Bourdon’schen Metallbarometer, mit elastischem Deckel endigen, auf welchem ein Fühlhebel ruht. Das andere Ende des Fühlhebels spielt über einen mit den Buchstaben des Alphabets beschriebenen Kreisbogen. Jedes Buchstabenfeld entspricht einer gewissen Wassermenge, welche durch den Druck eines Pistons am anderen Ende der Röhre aus letzterer in das Reservoir hineingepresst wird. Auf den Bahnhöfen der französischen Ostbahn dient als zugehöriges Läutewerk eine Combination von Relais und elektrischem Wecker nach der Construction von Faure und Brdguet. Der verticale Ankerhebel des horizontalliegenden Elektromagneten des Relais macht durch seine Bewegung einen auf ihn gestützten horizontalen Arm abfallen, welcher durch sein Aufschlagen auf eine Contactschraube den Strom der W^eckerbatterie schliesst. Da der erste Strom nur einen Moment zu dauern braucht, so kann der neu eingeleitete auch durch denselben Draht nach der aufrufenden Station zurückgesendet und dort wieder zur Bestätigung des erfolgten Aufrufes verwendet werden. Der Wecker bleibt hierbei natürlich so lange in Thä- tigkeit, bis man den horizontalen Arm wieder in seine Anfangslage auf dem oberen Ende des Relaishebels zurückbringt. Diese Einrichtung ist nur verwendbar bei Glocken von mässigen Dimensionen und reicht nicht mehr aus, wenn das Zeichen auch in grösseren Entfernungen vernommen werden soll. Um auch bei grösseren Glocken das Zwischenmittel eines zeitweilig aufzuziehenden Uhrwerkes zu vermeiden, hat Brdguet mit theil- weiser Benützung einer schon früher von Aubine, sowie von Gaussin und Viney angegebenen Idee, eine Vorrichtung con- struirt, welche es ermöglicht, durch ein * einziges Zeichen eine bestimmte Anzahl von kräftigen Hammerschlägen auf die beliebig grosse Weckerglocke zu führen. Der aus L (Taf. 1, Fig. 3) ankommende Strom gelangtbei der Contactscheibe a in den um C drehbaren Hebel C c, dann in die Windungen des Elektromagneten E und durch dessen Anker bei der Contactschraube b in die Verbindung mit der Erde. Hiedurch wird der Hebel des Elektromagneten einen Augenblick angezogen, welcher bei seinem Rückgänge in die Ruhelage durch den mit ihm verbundenen Sperrhaken das Rad R um einen Zahn dreht, den Hebel Cc von dem Stifte g abfallen macht und durch Vermittlung dieses Hebels nach Aufhebung der Verbindung bei a einen Schluss der Localbatterie B an der Contactschraube d bewerkstelligt. Der Elektromagnet fungirt fortan für den Strom der Localbatterie wie in einem gewöhnlichen Wecker mit Selbst- Unterbrechung, nur mit dem Unterschiede, dass jede Oscillation seines Ankerhebels das Rad R um einen Zahn weiter dreht und so durch die mit dem Rade fest verbundenen Hebedaumen D bei einer ganzen Umdrehung zwei Schläge des Hammers auf die Glocke mit beträchtlicher Hubhöhe veranlasst. Am Ende eines Radumlaufes führt der Stift g den Hebel G c in seine Anfangsposition zurück und schaltet die Localbatterie aus, unter gleichzeitiger Wiederherstellung der Verbindung zwischen Linie nnd Erde. (Fortsetzung folgt.) Der Telegraphen-Apparat Bergmüller. (Fortsetzung.) Aus dem Gesagten ergeben sich vier Hauptvortheile des Telegraphen Bergmüller, nämlich: 1. Eine so leichte Handhabung, dass keine Person, so ungeübt sie auch sein mag (wenn sie nur lesen kann), verlegen sein wird, den Telegraphen zu benützen; 2. die Schnelligkeit der Ueber- tragung der Depeschen; 3. die Gewissheit, welche dem Absender von dem Anlangen seiner Depesche am Bestimmungsorte wird; 4. die Unmöglichkeit einer Verwirrung zweier gleichzeitig aufgegebenen Depeschen, indem ein sehr einfacher Mechanismus verhindert, dass zwei oder mehrere Apparate zugleich functioniren. Die Erfindung dieses genialen Systems macht ihrem Schöpfer die grösste Ehre; aber derselbe hätte das Ziel, welches er sich gesetzt, nämlich der menschlichen Gesellschaft einen wirklichen Dienst zu leisten, verfehlt, wenn die Ausführung seines Telegraphen eine zu grosse Auslage erfordern würde. *') Dem ist jedoch nicht so. Eine einzige Leitung genügt, und die *) Der Telegraph Bergmüller kostet circa 300 fl. ö. W. galvanische Batterie erhält sich Monate lang ohne erneuert zu werden. Sie func- tionirt nur dann, wenn eine Taste berührt wird; sobald die Uebertragung stattgefunden hat, hört der galvanische Strom auf und die Batterie bleibt in Ruhe. Für die Centralstation ist ein Morse-Schreib- apparat mit Wecker nothwendig; es sind ohnedies, seit der Verwendung des Ilug- hes’schen Telegraphen auf den Hauptlinien unseres Telegraphen-Netzes, eine grosse Zahl dieser Apparate ausser Gebrauch gekommen, welche hier ihre geeignete Verwendung finden könnten. Wir bemerken noch, dass der Mechanismus nur wenig Raum einnimmt, weil der Apparat im Sockel eines Cande- labers und selbst in einer Mauerecke ein- geschlossen sein kann, und dass es keinen Ort gibt, wo er nicht sehr leicht und schnell anzubringen wäre. Zur Seite des Bergmüller’schen Telegraphen sieht man einen Wagen, welcher mit einer Winde versehen ist. Auf derselben ist ein Metallkabel von ansehnlicher Länge aufgerollt, welches man den Umständen entsprechend verlängern kann. Dieser Wagen vervollständigt das System. Im Falle eines ernsteren Brandes und der Zerstörung der Leitungen eines Strassen-Telegraphen wäre es z. B. nützlich, den Unglücksort mit einer Kaserne oder dem Centralposten telegraphisch zu verbinden, um in beständiger Communication zu bleiben. Der Telegraphenwagen erfüllt diesen Zweck, er bewegt sich, indem er das Kabel abrollt, und dadurch die Ausgangsstation mit der Ankunftsstation verbindet. Man kann auf diese Art in kurzer Zeit eine telegraphische Verbindung zwischen einem Pompiersposten und einem brennenden Hause errichten. Die Anwendung des von Herrn v. Bergmüller so geschickt entwickelten Pro- jectes würde in allen Ländern von Nutzen sein, und es könnte je nach dem verschiedenen Zwecke, zu dem es verwendet wird, Detail-Modificationen erleiden. Wenn z. B. die Aufstellung eines Municipal-Telegra- phen auf öffentlichem Platze in einem Gas- candelaber oder an einer Hausecke mit Umständen verbunden wäre, so würde doch nichts die Aufstellung desselben in jedem Polizeibureau verhindern. Dies sind jedoch nur Nebensachen, die Anwendung des Princips an und für sich selbst empfiehlt sich in besonderer Weise der Aufmerksamkeit der Behörden, Die Erfindung, mit welcher wir uns beschäftigen, scheint uns die glücklichste Lösung einer schwierigen Aufgabe, welche schon längst Gegenstand des Studiums war. Mehrere Versuche wurden in dieser Richtung gemacht. So haben seit dem Jahre 185S MM. Lelante, du Moncel und Paysant, welche die Sappeur-Pompiers der Stadt Caen commandirten, vorgeschlagen , das Hotel de Ville mit den Wohnungen der Sectionschefs in Verbindung zu bringen, damit bei Feuersbrünsten die Schnelligkeit der Hilfe vermehrt werde. MM. Marqfoy und de Boissac haben ein ähnliches Project für die Stadt Bordeaux combinirt. , Die Anwendung der Telegraphie zur Anzeige von Bränden besteht seit langer Zeit in Berlin, um die Bibliothek zu schützen. Diese ist durch eine Telegraphenleitung mit mehreren benachbarten Posten, unter anderem mit dem Kriegsministerium verbunden, wo sich eine starke Infanteriewache befindet, welche der Minister dem Bibliothekar zur Verfügung gestellt hat. Bei der Pariser Ausstellung wurde dasselbe Vorsichtssystem am Marsfelde mit vielem Erfolge angewendet. Die Hauptsectionen des Ausstellungsgebäudes, wo die Pompiers Wache hielten, waren mit den Posten der äusseren Gallerie und mit der Kaserne der Militärschule in telegraphische Verbindung gebracht. Es ist hier noch eine sehr wichtige Bemerkung zu machen, welche die vortrefflichen Vorth eile zeigt, die mit dem Telegraphen Bergmüller überhaupt bei den zahlreichen Feuersbrünsten erreicht werden könnten; der Thurmwächter, so wachsam und aufmerksam er auch sein mag, signalisirt kaum ein Drittel der in einem Jahre stattfindenden Feuersbrünste, er kann z. B. meistentheils nur Dachbrände und Schornsteinfeuer anzeig’en, welch’ letztere selten gefährlich sind. Wir sprechen nicht von den grossen Feuersbrünsten, welche von Jedermann in der Nachbarschaft gesehen werden können, und die dann auch der Thürmer bemerken muss. Was die Brände im Keller, im Magazin oder überhaupt im Innern der Gebäude anbelangt, so können diese vom Thurmwächter nicht signalisirt werden, weil er sie gewöhnlich nicht sieht, oder er zeigt sie an, wenn das Feuer schon weit um sich gegriffen hat. Unabhängig von den unzweifelhaften Vortheilen, welche der Telegraph Bergmüller sonach für den Dienst der Polizei und für die Sicherheit grosser Städte darbietet, würde dieser Telegraph noch die wichtigste Anwendung für den Militärdienst finden, sei es in befestigten Plätzen, sei es bei den Armeen im Felde, wenn die Umstände den Erfolg von einer zur rechten Zeit angeordneten und ausgeführten Bewegung abhängig machen. Von welchem Nutzen wäre derselbe z. B. in den Bergwerken, wo sich so häufig Unfälle ereignen, und wo schnelle Hilfeleistung so nothwendig ist.*) Es gibt keine Eisenbahnlinie, wo derselbe nicht mit grossem *) Diese Telegraphen werden soeben in den Bergwerken des Herrn Baron Jßothschild bei Ostrau in Mähren eingerichtet, wo sie sehr bald in Thä- tigkeit kommen werden. 74 Vortheile das System der gegenwärtigen Telegraphen ersetzen würde, welches ein eigenes Personale erfordert. Die Einfach- j heit der Handhabung würde auch die sub- j alternen Organe in den Stand setzen, Te- j legraphendienst zu versehen. Das Signal- I Tableau und der innere Mechanismus sind so zusammengesetzt, um alle Unglücksfälle, die vorfallen können, zu signalisi- ren, oder alle nothvvendigen Nachrichten einlangen zu lassen; es würde hinreichend sein, wenn ein Bahnwächter auf die zu der einen oder anderen Depesche gehörige Taste drückt, um oft grosse Unglücksfälle zu verhindern. Welche Dienste würde der Telegraph Bergmüller in den weitläufigen Hüttenwerken, in den grossen industriellen Etablissements, wo Tausende von Arbeitern beschäftigt werden, leisten, da er den Sitz der Direction mit jedem Arbeitsraum in Verkehr setzen, und die Anordnungen mit eben solcher Geschwindigkeit als Genauigkeit überall hin vertheilen würde ? Ist es nicht selbstverständlich, dass es immer werthvoll ist, einen Courier zu seiner Verfügung zu haben, der zehntausendmal schneller ist als eine Kanonenkugel, und welcher dem Drucke des Fingers gehorcht, ohne dass irgend ein Hinderniss ihn unterwegs aufhalten kann? An den Meeresküsten, für den Dienst der Leuchtthürme und der Hafenplätze wäre er ebenfalls von grosser Wichtigkeit, da das Verlangen nach Hilfe im selben Momente erfolgen könnte, wo die Gefahr dieselbe nothwendig macht j die Fettungsmittel würden sich ohne Zeitverlust orga- nisiren lassen, und sie kämen schnell genug an die Stelle, wo sie verlangt wurden, um Schiffsmannschaft dem Tode oder ein Schiff dem Sturm zu entreissen. Wir haben nicht die Anmassung, alle nützlichen Anwendungen erschöpft zu haben, welche mit dem sinnreichen Systeme des Herrn von Bergmüller gemacht werden könnten; aber die Details, in welche wir eingedrungen sind, rechtfertigen gewiss den Wunsch, welchen wir hiermit aussprechen, dass sein Telegraph auch anderswo als in der Ausstellung in Thätig- keit gebracht werde, und dass die Aufmerksamkeit der Behörden grosser Städte auf denselben gelenkt würde, wo er sowohl der Behörde als auch dem Publicum die ausgezeichnetsten Dienste leisten müsste. Töpler’s Influenz-Elektromotor. Töpler hat auf die bekannten Influenz- Phänomene die Construction eines Apparates gegründet, welcher mit sehr geringem Kraftaufwande gespannte Elektricität in viel reicheremMasse liefert, als die gebräuchlichen Elektromotoren. AB Taf. I, Fig. 4 ist eine Glasscheibe von 14 Zoll Durchmesser, welche möglichst senkrecht auf der Axe RR befestigt ist und auf der untern Seite zwei Stanniolbelegungen in Form zweier grosser Kreissegmente trägt, welch e durch einen 2 Zoll breiten nicht belegten Streifen (von e nach f) von einander isolirt sind. Auf der oberen Seite sind halbring- ^ förmige Streifen p q belegt, welche je mit den unter ihnen liegenden Segmenten durch ein über den Rand greifendes Stan- niolstreifchen verbunden sind. Die Axe RR läuft' zwischen 2 feinen Stahlspitzen und kann in sehr schnelle Rotation versetzt werden. Zwei isolirte Conductoren g h tragen an den Enden äuserst zarte Feder - chen fe, welche bei der Drehung auf dem Rande der Scheibe schleifen. Acht Millimeterunterhalb AB ruht auf drei isolirenden Füssen a b c die Metallscheibe A', welche durch Stellschrauben parallel zu AB gehoben und gesenkt werden kann. Ihre Form und Grösse entspricht möglichst ge- 75 - nau den belegten Segmenten auf der unteren Seite von AB, — In der in Fig. 4 angenommenen Stellung sind die Segmente AB isolirt, weil e und f gerade auf Glas schleifen. Bringt man nun die ruhende Scheibe A' durch den Conductor 1 mit irgend einer Elektricitätsquelle von schwacher Spannung in Berührung, während man das Segment A durch Berührung bei q ableitend mit der Erde verbindet, so ladet sich das Plattenpaar AA' wie ein Con- densator. «Wurde mit 1 der —Pol einer kleinen Zamboni’schen Säule verbunden, so wird so viel Elektricität auf A' übergehen , bis auf 1 die Spannung des freien Pols erreicht ist. Wird nun die Scheibe in rasche Rotation versetzt, so wird die auf ihr verdichtete -f-Elektricität frei, kann über h abgegeben und zum Laden einer Flasche benutzt werden. Wird gleichzeitig g mit dem Boden leitend verbunden, so kann sich B, indem es an die Stelle von A tritt, sehr rasch wieder laden etc. Das System verhält sich wie ein in rascher Thätigkeit begriffener Elektrophor, indem die einmal auf A' angehäufte —Elektrici- tät, ohne verbraucht zu werden, fortwährend neue -{-Elektricität aus dem Boden herbeizieht. Die —Elektricität auf A' kann in keinem Augenblick frei werden, indem sie stets unter der Influenz der über ihr bewegten metallischen Flächen bleibt. Wird g nicht mit dem Boden verbunden, so muss dort fortwährend —Elektricität frei werden, während auf h die Spannung der freiwerdenden -}-Elektricität auf die Hälfte herabsinkt; kurz, es verhalten sich mn wie die Pole einer schwachen Säule, was auch ein rascher Funkenstrom zwischen i und k beweist. x In dem Apparat selbst, welchen Fig. S zeigt, ist A' eine Glasscheibe, w t eiche auf ihrer unteren Seite entsprechend belegt ist. Die Quantität der auf A und A' verdichteten Elektricität wächst mit dem abnehmenden Abstande der Scheibe, dieser aber ist begrenzt hauptsächlich durch die Spannung der -{-Elek- tricität, welche auf A in dem Masse frei wird, als Flächenelemente bei der Drehung aus der Wirkungssphäre von A' heraustreten. Bei stärkeren Ladungen würde daher stets schon gegen Ende der ersten halben Rotation ein Entladungsfunke überspringen, und dies soll nun durch die erwähnte Abänderung und auch noch dadurch vermieden werden, dass man die untere Seite von AB mit Firniss dünn überzieht. Vollständig aber beseitigt man den Uebelstand durch die wie Blitzableiter wirkenden Spitzen rs, deren Abstand von einander nur um ein Geringes kleiner ist, als der Abstand der beiden Scheiben. In der,bisher betrachteten einfachen Form des Apparates nimmt die Dichte der Elektricität auf A' rasch ab und um so rascher, je grösser sie Anfangs ist. Man müsste daher fortwährend einen andern Elektromotor zur Hand haben, wenn nicht der Apparat selbst das Mittel böte, abermals durch Influenzwirkung, die einmal auf A' mitge- theilte Elektricität selbstthätig fort und fort zu steigern oder auf einem constanten Mass zu erhalten. Dies geschieht dadurch, dass, wie Fig. 5 zeigt, unterhalb der bisher beschriebenen Vorrichtung, dieselbe sich mit denselben Verhältnissen, nur im verkleinerten Massstabe und um 180° gedreht, wiederholt; ab (8^ Z. Durchmesser) rotirtmit A B und a' ist eine zweite, 8 Millimeter unter a b ruhende Platte; die Conductoren m'n' tragen die Federn eff'. Denkt man sich nun Y mit m, n' mit 1 und endlich n und besonders m' gut leitend mit der Erde verbunden, so steht A' niemals mit der Erde in leitender Verbindung. Ist nun A' mit einer sehr kleinen Menge —Elektricität versehen worden, so wird bei der Rotation der Scheiben auf h und m -{-Elektricität frei werden. Nehmen wir an, es seien m und n nicht leitend ver- 76 bunden und r und s so weit auseinandergeschraubt, dass hier keine Entladung stattfinden kann, so wird ein Theil der -|-Elektricität die Platte a' sehr rasch laden. Auf a b wird daher fortwährend —Elektricität über f'm' herbeigezogen und über e'n' nach 1 und A abgegeben. Es wird somit die Spannung auf A' stetig wachsen müssen. Da aber die + Elektricität von a' nicht verloren geht, sondern lediglich so lange auf a' zu verweilen hat, bis sich a geladen hat, so kann man auch den Strom zwischen mn ausnutzen. Gibt man nämlich ab eine geringe Voreilung in ihrer Stellung gegen AB, so dass e mit B noch in Contact ist, während f' a schon wieder verlassen hat, so könnte man zu Ende jeder halben Rotation B und h entladen. Es würde von a' nur - der Span- nuDgsüberschuss (über a) genommen werden, da sich jetzt a und a' wie eine isolirte leydener Flasche verhalten. Die —Elektricität von a wird später doch an A' abgegeben werden können. Bei der nächsten halben Umdrehung reicht dann sehr wenig -f Elektricität hin, um a' zu laden. Man kann mithin, wenn a y einmal geladen ist, bei fortgesetzter Drehung einen sehr kräftigen Funkenstrom zwischen r und s erhalten, ohne dass die Intensität im geringsten abnimmt. Man kann mit dem Strom zwischen m und n beliebig experimentiren, wenn man nur für einen so grossen Widerstand sorgt, dass auf h noch ein Spannungsresiduum bleibt, und zwar muss dieses so gross sein, dass das untere Plattenpaar noch im Stande ist, die Summe der Verluste auf A' zu decken. Diesen Zweck erreicht man vorläufig am besten dadurch, wenn man bei allen Leitungen von m nach n eine Unterbrechung einschaltet, so dass nur eine Entladung in Funken möglich ist. Verbindet man m mit n dauernd durch einen guten Leiter, so erhält man einen cöntinuirlichen Strom, aber nur auf kurze Zeit. Das untere Plattenpaar wird dann ganz unwirksam, weil sich a y nicht mehr laden kann, und selbst A' wird sich schnell entladen, weil nun a und b bei jeder Umdrehung einen Theil der Ladung bei e' aufnehmen und über f' ableiten. Um daher den Apparat zu einem in allen Richtungen brauchbaren Elektromotor zu machen, hat Töpler ihn noch weiter abgeändert und so hergestellt, dass er in seiner quantitativen Leistung dem kräftigsten Inductionsapparate kaum nachsteht. In Figur 5 ist xy ein Holzrahmen, dessen vorderer Theil der Deutlichkeit halber weggelassen ist; die Rotationsgeschwindigkeit kann durch den Schnurlauf v im Maximum auf 15—18 Umdrehungen pro Sekunde gesteigert werden. Wird der Apparat bei 1 mit der schwächsten Ladung versehen, z. B. mit einer einmal durch die warme Hand gezogenen Harzstange, und stellt man den Funkenentlader auf 3 / 4 —1 Zoll Schlagweite ein, so wächst die Thätigkeit innerhalb 10 —15 Secunden so, dass bei r s ein sehr kräftiger Funkenstrom entsteht. Diese Funken sind durchaus denen kleiner leydener Flaschen ähnlich, die Entladungen gehören in das Gebiet der sogenannten Ladungsströme, was besonders durch Folgendes bewiesen wird. Nähert man den Finger einer Hand nur dem Conductor m, so erhält man kleine röthliche stechende Fünkchen, welche aber sofort länger werden und merkliche Erschütterungen geben, wenn man gleichzeitig mit der anderen Hand n berührt. Eine ziemlich dickglasige leydener Flasche von etwas mehr als 1 Quadratfuss Belegung wird durch einen Apparat von angegebenen Dimensionen in je V* — S U Secunden so stark geladen, dass zwischen rs ein schmetternder Funke überschlägt, wenn auch der Abstand über 3 / 4 Zoll beträgt. Die Isolation verursacht bei 77 diesem Apparate lange nicht so viel Schwierigkeiten als bei der gewöhnlichen Elek- trisirmaschine; völlig verstaubt, wurde er doch stets willig gefunden; er eignet sich sehr gut zur Herstellung der Lichtphänomene im luftverdünnten Raum, und kann man die Geissler’schen Röhren unmittelbar mit m n verbinden. Chemische Einwirkungen Hessen sich leicht constatiren, nicht aber magnetische, weil m und n nicht unmittelbar mit einander verbunden werden dürfen. Erst bei der angedeuteten vollständigeren Form des Apparates sind magnetische Effecte zu erwarten. Man erkennt, dass die Vortheile des Apparates weit mehr durch seine quantitativen Leistungen, als durch Schlagweite begründet sind; die erzeugten Ströme liegen quantitativ zwischen Elektrisirmaschine und Inductions- apparat. (Ergzbl. z. K. d. GL) Anwendung des Magnesiums in der Volta’schen Kette. Magnesium ist in der Volta’schen Kette mit Vortheil statt des Zinks von Bultinck angewandt worden. Indem derselbe einerseits zwei Drähte aus Kupfer und Zink zu einer Kette vereinigte und dieselben in destillirtes Wasser eintauchte, erfolgte ein Ausschlag der Nadel des in die Kette eingeschalteten Galvanometers von 30°, während nach 5 Minuten die Nadel bis auf 10o Ablenkung zurückging; indem nun andererseits ein Magnesiumdraht mit einem Silberdraht, beide von derselben Länge und Dicke wie jene, statt des Kupfer- Zinkelements benutzt wurde, zeigte dasselbe Galvanometer einen Ausschlag von 90° und die Nadel gab nach 5 Minuten eine Ablenkung von 28». Aufgaben aus der Electricitätslehre. Gesammelt und unter Angabe ihrer Lösungen mit- getheilt von J. B. Winkler, k. k. Obertelegraphist. (Fortsetzung.) 10. Aufgabe. (Gegeben bei der Obertelegraphisten-Prüfung im März 1868.) Eine galvanische Batterie vom Widerstande 6 füllt bei Einschaltung eines Gesammt-Widerstandes 10 eine Hohlkugel von 8 Linien Halbmesser in einer Stunde mit Knallgas. Wie viel Cubik-Zolle Sauerstoffgas liefert dieselbe Batterie in einer halben Stunde bei einem äusseren Widerstande 18 ? Lösung: Der Rauminhalt einer Ku- 4 r 3 ar gel ist = —-— , also das Quantum Knall- ö gas, welches die Batterie bei dem ausser- wesentlichen Widerstande 10 in 1 Stunde 4 x 8 3 X 31413 liefert = = 2144-6 Cubik-Linien. Dieses Quantum Knallgas besteht nach den bereits in der vorhergehenden Aufgabe besprochenen Verhältnissen aus 21446:3 = 714 86 Cub.-Linien Sauerstoff 2144-6 x 2 und aus = 1429-38 Cubik- Linien Wasserstoff. Nun verhalten sich aber die Strom- *) Berichtigungen: In Nr. 5 der Aufgaben aus der Electricitätslehre (Nr. 3, Jahrg. 1868, S. 39, Spalt? rechts, Zeile 5 von unten) soll es heissen anstatt: — 11-781 □ mm , = 11781 n mm . Ferner soll es in Nr. 6 derselben Aufgaben (Nr. 3 dieser Zeitschrift, Seite 40, Spalte rechts, Zeile 9 von oben bis Schluss dieser Aufgabe) heissen: (36X3-1415 = 113-094) bekannt, und soll daraus der Halbmesser des kleineren der concentrischen Kreise gefunden werden. Der Flächeninhalt dieses letzteren Kreises ist aber = 113-094 — 10(1.528 = 12-566, woraus r * 2 = 12-566: 31415 = 4 und r = / 4 = 2. Schliesslich ist in Nr. 8 dieser Aufgaben (Nr. 4 dieser Zeitschrift, Seite 56, Spalte links, Zeile 13 von unten) zu lesen, anstatt: Halbmesser 1 ‘/V", Halbmesser 78 stärken (S t S s ), welche die Batterie liefert, wenn der äussere Widerstand einmal = 10, das andere Mal = 18 ist, S -S = _JL. • E ' • * 6 -f 10'6 + 18’ oder da Brüche von gleichen Zählern sich umgekehrt wie ihre Nenner verhalten, Si : S a = 24 : 16 = 3 : 2. Substituirt man in dieser Proportion dem Si das von dieser Stromstärke in 1 Stunde erzeugte Sauerstoff-Quantum, so geht selbe über in 714*86 : S a == 3 : 2, a 714*86 x 2 woraus S 2 = ---= 476*37, d. h. O bei Einschaltung eines äusseren Widerstandes 18 würde die Batterie in 1 Stunde 476*37 Cubik-Linien, also in einer halben 47fi ,f S7 Stunde —^— = 238*28 Cub.-Linien = 238*28 IW liefern. 0*1378 Cubik-Zoll Sauerstoff 11. Aufgabe. , (Gegeben bei der Obertelegraphisten-Prüfung im December 1867.) Eine galvanische Batterie vom innern Widerstande 6 liefert in einem Stromkreise vom Widerstande 37 nach Verlauf einer gewissen Zeit in Folge auftretender Polarisation einen Strom, dessen Stärke nur y 8 des Stromes im Momente der Schliessung ist. Wie viel Widerstand muss aus dem Leiter entfernt werden, um den Strom auf seine ursprüngliche Stärke zurückzuführen ? Lösung: Die Stromstärke im Momente der Schliessung ist ausgedrückt durch S,. E E E 63 *); R -1- r 6 4- 57 die Stromstärke nach dem Eintritte der Polarisation dagegen durch S* E E E ,, 3 (R + rj 18 + 171 i 89 ^ Soll nun durch entsprechende Aende- rung des r in Gleichung 2) S t = S 2 werden, so hat man zu setzen: E E , R -f r “ 3~(R -f x) ’ ° Gr da auch S, : S 2 = 3 (R -f- x) : (R -f- r) ? 3 (R -{- x) = R r, woraus weiter folgt: 3R-f-3x = R + r, 3 x = R — 3R -j- r = r — 2R r - 2 R 57-12 und x = ---= - 5 - = 15, das heisst: um die durch den Einfluss der Polarisation eingetretene Schwächung des Stromes zu paralisiren und letzteren durch Verminderung des ausserwesentlichen Widerstandes r wieder auf seine ursprüngliche Stärke zurückzuführen, müsste r => 15 gemacht, oder es müssten (57 — 15 =) 42 Widerstandseinheiten aus dem Schlies- sungsleiter entfernt werden. In der That erhält man unter Sub- stituirung des für x gefundenen Werthes in Gleichung 2) S a = E 3 (6 4- 15) 12. Aufgabe. (Gegeben bei der Obertelegraphisten-Prüfung im April 1865.) Zwölf galvanische Elemente, deren jedes einen Widerstand 6*5 hat, geben in einem einfachen Schliessungsbogen vom Widerstande 80 die Stromstärke 5; wie viele Elemente derselben Art, aber von dreifacher Oberfläche muss man in demselben Schliessungskreise zu den schon vorhandenen im entgegengesetzten Sinne hinzuschalten, damit bei ungeänderter Stromrichtung die Stromstärke =2 wird? Lösung: Die dem gegebenen Schliessungskreise im entgegengesetzten Sinne zu den schon vorhandenen Elementen einzuschaltenden Elemente müssen offenbar die Stromstärke 3 geben, indem sodann bei ungeänderter Stromrichtung die Stromstärke S = S, — S 2 =5 — 3 = 2 wird. 79 Es ist aber' die Stromstärke der ursprünglich vorhandenen 12 Elemente 12 E 01 12 x 6*5 -f 80 und die Stromstärke der im entgegengesetzten Sinne hinzuzuschaltenden x Elemente von dreifacher Oberfläche s,-- xE x x ~ + 80 3. 5:3, oder Daraus folgt: 12 E x E 12 E (i? x -f 80) : 158 x E = 5 : 3 Dividirt man die beiden Glieder des ersten Verhältnisses durch E, und führt man die angezeigte Multiplication im ersten Gliede dieses Verhältnisses aus, so geht obige Proportion über in: (26 x -j- 960) ; 158 x = 5 : 3. Die Auflösung dieser Proportion ergibt ferner: 78 x -|- 2880 = 790 x, wornach (790 — 78) x = 2880, 712 x = 2880 2880 _ TT2" “ ' und endlich x = Man müsste sonach 4 Elemente von dreifacher Oberfläche im entgegengesetzten Sinne in den Schliessungskreis bringen. Die Richtigkeit dieses Calculs findet in Folgendem ihre Bestätigung: Die Stromstärke S 2 , welche diese 4 Elemente liefern, ist: 4 E 1 9 4 x +80 4 E = 266 = ~ 12 E 266 ’ die Stromstärke Sj der schon vorhandenen 12 Elemente aber: 12 E 12 E “ 12 x 6-5 + 80 ~ 158 ' Daraus folgt: 0 0 12 E 12 E j Sl : S> “ TEä : 266 “ 266 : 158 ° der sehr nahe wie 5:3, woraus sich schliesslich ergibt, dass, nachdem Si = 5 gegeben ist, S 2 = 3 sein muss, wie dies die aus der Natur der Aufgabe fliessende und am Eingänge der Lösung ausgesprochene Bedingung erfordert. (Fortsetzung folgt.) Organisation des Telegraphendienstes in Paris. (Schluss.) 2. Der auswärtige Dienst. Der auswärtige Dienst der Gentral- station umfasst alle Leitungen, welche in die Provinzen oder ins Ausland führen. Diese Stations-Abtheilung übermittelt an die für den internen Dienst bestimmte Abtheilung alleankommenden Depeschen, übernimmt alle abzusendenden Telegramme und dient als Depotstation für die gesammte Transitcorrespondenz. Der Austausch der Depeschen zwischen den zwei Abtheilungen der Centralstation wird von jenen Dienern besorgt, welche den inneren Dienst zu versehen haben. Dieselben tragen die Telegramme von einem Saale in den andern, wobei sie die Weisungen jener Beamten zu beobachten haben, welche die Instradirung der Correspondenz zu bestimmen berufen sind. In dieser Stationsabtheilung werden 94 Apparate verwendet, daruni er befinden sich: 30 Hughes’sche Apparate und I 64 Morse-Apparate. i Die Zahl der manipulirten Depeschen 1 beträgt täglich beiläufig 9000 Stück, näm- I lieh: 80 2500 Depeschen aus Paris . . * 2500 2700 „ für „ . . . 2700 1500 Transitdepeschen, welche eine zweifache Beförderung erheischen d. i. 3000 500 officielle und Dienstdepeschen, welche mit Rücksicht auf Circular- und solche Telegramme, die an mehrere Stationen gegeben werden müssen, etwa ..... 800 Beförderungen nöthig machen. Summe 9.000 Diese Abtheilung der Centralstation steht unter der Leitung eines Direktors, welchem zwei Stationschefs, acht Oberbeamte und zwei Uebersetzer beigegeben sind. Die Beamten, 182 an der Zahl, sind in zwei gleiche Partien getheilt. In jeder Partie sind acht Beamte mit der Registri- rung und Instradirung der Depeschen, und 83 mit dem Apparatdienste beschäftigt, Zehn Diener versehen den innern Bureaudienst. Die Eintheilung der Dienststunden ist dieselbe, wie bei der Centralstation für den inneren Dienst von Paris. Fünfzehn Beamte aus der^Parthie, welche um 6 Uhr Abends den Dienst beendet, sind während der ganzen Nacht anwesend. Dieselben werden von 9 — 12 Uhr Vorm, durch weitere 15 Beamte aus jener Partie, die bis 9 Uhr N. im Dienste ist, verstärkt. ✓ II. Filial-St ationen. Sämmtliche 46 Filialen von Paris sind mit der Centralstation verbunden. Mit Ausnahme derjenigen 7 Filial- bureaux, welche unter sich durch die pneumatische Röhrenleitung communiciren und die Pariser Lokalcorrespondenz ohne Vermittlung austauschen können, corre- spondiren die übrigen Filialen nicht direkt miteinander Die Filial-Station auf der Börse ist Tag und Nacht offen. Zwei Stationen halten bis 12 Uhr 30 Min. Nachts, und 6 Stationen bis 11 Uhr Nachts Dienst, alle anderen werden um 9 Uhr Nachts geschlossen. Die Zustellung der Depeschen nach 9 Uhr Nachts wird für ganz Paris von jenen Bureaux besorgt, welche eine verlängerte Dienstzeit haben. Nach Mitternacht ist dies die Aufgabe der Central- und der Börse-Station. Die Leitung der Filialstationen ist je nach der Wichtigkeit derselben einem Stationschef, einem Oberbeamten oder einem Unterbeamten übertragen. Die Zahl der Beamten und Diener wechselt bei den einzelnen Bureaux je nach der Arbeit und der Ausdehnung des Bestellungsbezirkes von 2 bis 10. Nur die Börsestation erfordert ein grösseres Personale, welches unter der Leitung eines Stationschefs und zweier Oberbeamten steht. Die Dienststunden sind auch hier wie bei der Centralstation geregelt, dagegen sind die Partien dergestalt eingetheilt, dass das dienstthuende Personale in der Mitte des Tages vermehrt werden kann, weil zu dieser Zeit der Depeschenandrang am stärksten ist. Abgesehen von diesen Einrichtungen, welche speciel für die telegraphische Privatcorrespondenz bestehen, gibt es noch ein besonderes Bureau für die officielle Correspondenz. Dieses Bureau, welches sich in dem Gebäude der Centralstation befindet, wac darüber, dass die offiziellen und diplomatischen Depeschen durch die Centralstation richtig und schnell expedirt werden. Es sorgt insbesondere dafür, dass dieselben an die in den Tuilerien und in einzelnen Ministerien errichteten Special- Bureaux telegraphisch weiterbefördert oder durch berittene Expressboten denGesand- schaften und andern öffentlichen, aber mit j keiner eigenen Station versehenen Bebör- 1 den überbracht werden. Die Zahl der von i diesem Bureau behandelten officiellen und ! dienstlichen Telegramme beläuft sich auf ! 500 Stück täglich. Die Besorgung des j Dienstes obliegt hier einem Inspektor, welchem ein mit den Funktionen eines Souschef’s bekleideter Direktor zur Seite steht. Zwei andere Direktoren lösen sich ; alle 24 Stunden ab, derart, das immer einer derselben gegenwärtig ist, der den Geschäftsgang leitet. Ein Stationschef, ein Oberbeamte und 18 Beamte controlliren » c und bedienen die Apparate. Die Dienst- stunden-Eintheilung beruht auf dem für die Centralstation geltenden Sisteme. Vier ; Diener besorgen den inneren Bureaudienst, j Wie hieraus zu entnehmen ist, absor- birt der Telegraphendienst der Hauptstadt zwar einen bedeutenden Theil der Hilfsmittel, welche der französischen Telegraphen-Verwaltung zu Gebote stehen; dafür nimmt aber Paris im telegraphischen Verkehre Frankreichs den wichtigsten Platz ein, da die Depeschenzahl und die Einnamen dieser Stadt mehr als ein Drittel der ganzen französischen Correspondenz betragen. Von Paris aus wird die regelmässige Depeschenbewegung auf allen Linien j des ausgedehnten französischen Telegra- | phen-Netzes regulirt. Ergebnisse des Telegraphenbetriebes in Belgien im Jahre 1867. Die kön. belgische Telegraphen-Verwaltung hat über die Ergebnisse des Telegraphenbetriebes in Belgien im Jahre 1867 folgende Daten veröffentlicht: Depeschenzahl. Einnahme, Fcs. Interne Depeschen 817.652 469.749.60 Internat. „ ' 338.918 407.990.77 Transit „ 132.149 191.332.16 Zusammen 1.288.719 1,069.072.53 Von den aufgegebenen Depeschen waren 99.57% interne und 26.37o/ 0 internationale Telegramme mit Depeschen- Marken versehen. Unter sämmtlichen Telegrammen gab es: interne internat. Dep. v. 1-20 Worten 93.73o/ 0 86.50% - » 21-30 „ . 2-74 8-62 » » 31-40 „ 2-96 3-21 „ „ 41-50 „ 0-20 0.72 „ „ 50u. m. „ 0 37 0-95 Hinsichtlich der Cathegorie zählte man: interne internationale, gewöhnliche Depeschen 94-15o/ 0 99-71 o/ 0 besondere (mit Weiterbeförderung, Antworten, mehreren Adressen etc.) 4'76% _ _ rekommandirte 1*09 0.29 Dem Inhalte nach zerfiel die im Jahre 1867 beförderte Correspondenz in: interne internationale Staatsdepeschen . . . 0*42% 0* 77% Börsennachrichten. . 6-27’ 12-98 Handels-Depieschen . 31‘76 47*45 Zeitungsnachrichten . 2-69 3*20 Privat- und Familiendepeschen .... 58.86 35.60 Die Zahl der Gebühren-ßückerstat- tungen aus Anlass von Verstümmlungen, Verspätungen u. s. f. belief sich bei 100.000 Depeschen auf 4-25. Amtsdepeschen wurden 27*028 und andere Diensttelegramme 334*412 befördert. An Betriebsmitteln, besass Belgien mit Schluss des Jahres 8228 Kilom. interne und 3682 „ internationale Drähte, dann 603 Apparate und 374 Stationen. j Die Auslagen betrugen : i für Verwaltung und Ueber- j wachung. 99.400 Fcs. ! für Erhaltung der Telegra- I phen-Stationen . . 505*600 Ä i für Depeschen-Zustellung 156*000 „ j für den Unterhalt der j Leitungen. 104*000 „ I für Material-Anschaf- | fungen. 122 000 „ Zusammen 987*000 Fcs. i. n : .i 82 — i Ergebnisse d«r Privat- und Staats-Correspondcnz mittelst der k. k. österreichischen Staats-Telegraphen in den ersten eilf Monaten des Jahres 1867. Betriebs-Periode. Anzahl der Staats-Stat. Aufgeg ebene Eingelangte Transit- Eingehobene Beförderungsgebühr in österr. Währ. i interne j Privat- 1 ... i internationale Privat- __ i j -syms t I internatio- | nale Privat- internationale Staats- D e p e sehen Gulden Im Monate September 1867 342 102.203 28.199 16.921 29.985 350 5.076 120.521 Im Monate Oktober „ . . . 334 109.131 31.429 15.285 32.011 461 6.207 137.499 Im Monate November „ . . . 339 97.702 27.470 13.013 27.255 519 5.200 116.397 In den früheren 8 Monaten d. J.1867. 836.918 211.498 147.249 206.041 3.142 51.421| 990.555 Zusammen . . . 1,145.954 298.396) 192.468 295.292: 4472 72.9<î4 344.962 Ind. Zeitv. 1. J. b. Endo November 1866 1062838 173.920 325.586 199.107 6118 84.687 1.174 449 Daher eine Zunahme von . . . 124.676 96.185 160.513 „ „ Abnahme „ . . . . 133.118 . 1646 11.753 . Die österreichische Telegraphenanstalt vor dem Reichsrathe. In der Sitzung des österreichischen Abgeordneten-IIauses vom 27. Februar d. J. stellte der Abgeordnete Dr. lloser folgenden Antrag: „ Das hohe Haus wolle beschliessen f In Erwägung, dass mit der durchgreifenden Herabsetzung des Briefporto’s auf 5 kr. für den ganzen Umfang der Monarchie, sowie auch durch die im Jahre 1867 durchgeführte Ermässigung des inländischen Fahrpostporto’s nicht allein bedeutende Erleichterungen für den Verkehr, sondern auch finanzielle Vortheile erzielt wurden; in Erwägung ferner, dass der elec- trische Telegraph, dem der Verkehr seine heutige Lebhaftigkeit verdankt, zwar die Nachrichten schnell und sicher, aber noch immer nicht so wohlfeil verbreitet, dass derselbe auch dem weniger Bemittelten zugänglich werde; sind auch die Telegraphen-Ge- bühren, wie dies beim Briefporto bereits geschehen ist, zu ermässigen und für den ganzenUmfang der M onar chie ohne Rücksicht auf die Entfernun- gen ein Einheitstarif einzuführen.“ Redner berief sich bei Motivirung seines Antrages auf die Thatsache, dass die Herabsetzung der Gebühren für das Briefporto eine erhöhte Einnahme für das Postgefälle ergeben habe; die Herabsetzung der Telegraphen-Gebühren würde voraussichtlich denselben Erfolg haben. Jedenfalls werde damit, wie durch die Einführung eines Einheitspreises dem Verkehre ein grosser Dienst geleistet werden. Er schlage deshalb vor seinen Antrag dem volkswirtschaftlichen Ausschüsse zur Beratung zuzuweisen. Sofort ergriff Se. Excellenz der Herr Handelsminister v. Plener, der in der Sitzung anwesend war, das Wort und hielt folgende Rede: „Der Gegenstand des vorliegenden Antrages ist so specifisch technischer Natur, dass ich mir zur Präcisirung der Sachlage einige Bemerkungen erlauben will. Als die Einführung des Einheitstarifes und zwar eines möglichst nieder gegriffenen Einheitstarifes bei der Post mit glücklichem Erfolge stattgefunden hatte, so lag der Gedanke sehr nahe, das 83 gleiche Princip auch auf die electrische Beförderung anzuwenden, um durch die Erweiterung des Kreises für die Zugänglichkeit des Telegraphen den allgemeinen Verkehrsinteressen gebührende Rechnung zu tragen. Es bestehen aber einige wesentliche Unterschiede zwischen der post- mässigen und zwischen der telegraphischen Beförderung. Bei der Post und zunächst bei der Briefpost bildet das Briefpaket, sei es grösser oder kleiner, die eigentlich zu manipulirende Einheit, und die Individualität des Briefes, wenn ich mich dieses Ausdruckes bedienen darf, tritt zumeist erst bei der Abgabe des Briefes an den Adressaten hervor. Selbst bei der Fahrpost werden die mehr oder weniger zahlreichen Fahrpoststücke doch immer in einem Zuge gleichzeitig befördert. Bei der telegraphischen Beförderung aber tritt der individuelle Character des Tele- grammes, mit der successiven nach einander stattfindenden Abfertigung und Beförderung vom Momente der Aufgabe bis zur Abgabe als eigentliches Arbeits- und Abfertigungsobject hervor, so dass die Behauptung ziemlich richtig ist, wenn man sagt, dass hundertmal mehr Depeschen eben auch hundertmal so viel die Arbeitskräfte und die Betriebsmittel in Anspruch nehmen. Es wäre aber ein grosser Missgriff, wenn man die Schnelligkeit, die doch Hauptzweck und Hauptbedingung des telegraphischen Verkehrs ist, der Billigkeit opfern würde. Ich erinnere hiebei, dass, als in Paris im Jahre 18S5 bei einer internationalen Vereinbarung die Herabsetzung des Telegraphentarifes beschlossen worden ist, man die wegen der wachsenden Anzahl der Depeschen befürchtete Beeinträchtigung der Schnelligkeit dadurch zu paralysiren suchte, dass man die Dringlichkeitsdepesche mit der doppelten Taxe erfunden hat. Der Speculant, der Geschäftsmann und überhaupt jeder, welchem an der grösseren Schnelligkeit der Correspondenz gelegen war, wählte die Dringlichkeits-Depesche und zahlte die doppelte Taxe. Die Depesche mit einfacher Taxe ging langsamer, verfehlte den Zweck des Telegraphenwesens, nämlich die Schnelligkeit; die Dringlichkeitsdepesche dagegen mit doppelter Taxe war die bevorzugte, aber theurer als früher. Dieses Beispiel war so grell, dass der begangene Missgriff selbst bald abgestellt werden musste. Der einzige rationelle Weg, den man bei der Herabsetzung des Telegraphenporto betreten kann, ist nur der, dass mit der Reduction, welche jedenfalls und unbestreitbar sehr wünschenswerth ist, gleichzeitig auch eine angemessene Vermehrung der Arbeitskräfte und Betriebsmittel Hand in Hand geht. Als man im Jahre 186S in Frankreich eine bedeutende Reducirung des Telegraphentarifsatzes vornahm, von welcher auch der Herr Vorredner erwähnte, war man so vorsichtig, zuerst einen Credit von drei Millionen für die Verstärkung des Telegraphennetzes auszuwerfen. In der Schweiz, wo, wie ich glaube, dieser Gegenstand in zwei Sessionen der Bundesversammlung verhandelt worden ist, hat man im vorigen Jahre den für dieses kleine Land grossen Mehrbetrag von 800.C00 Fcs. zur Verstärknng der Linien votirt, und nachdem diese gestanden sind, ist man mit Neujahr zur Herabsetznng des Tarifes geschritten. Wie sieht es bei uns in Ossterreich aus?Hier haben wir seit den letzten fünf Jahren allmälig beinahe jedes Jahr die Meilenlänge um 300 bis 400 vermehrt, so dass wir gegenwärtig in den durch den Reichsrath vertretenen Königreichen und Ländern cineGesammtdrahtlänge von 4600 ärarischer und 1200 Eisenbahntelegraphenmeilen besitzen. \ 84 Auf diesen wurden in den letzten : Jahren 2.200.000 Depeschen expedirt. Es fragt sich nun, ob wir auf den gegebenen derzeit vorhandenen Betriebsmitteln die durch die Herabsetzung des Ta- rifes zu gewärtigende bedeutende Mehrzahl der Depeschen befördern können, ob ! die gegebenen Mittel für den bedeutenden Zuwachs an Depeschen leistungsfähig wären? Da lehrt nun die Statistik das nicht uninteressante Datum, dass unter , den grösseren europäischen Telegraphen- ! Verwaltungen die österreichische Tele- 1 graphen-Verwaltung es ist, welche ihr | Netz, nämlich ihre Drahtlänge relativ am intensivsten, am meisten benützt und aus- ; beutet. I i Wenn man die Zahl der Depeschen I durch die Drahtlänge dividirt, so erhält j man einen Quotienten, den man technisch ; die sogenannte Meilendepesche nennt, und i diese zeigt, dass in Oesterreich im Jahre 1862 die Meilendepesche 234, im Jahre 1867 aber 481 betrug, dass in Preussen im vorigen Jahre die Meilendepesche nur 292, in Frankreich nur 190 betragen hat, dass wir also mit der relativen Ausnützung s der Drahtlänge am allermeisten voraus j sind. | Ein anderes, auch nicht uninteres- j santes Datum ist die Durehschnittsge- j schwindigkeit bei der Beförderung. j Wenn ich das Beispiel von einer der grössten Kronlandshauptstädte bis nach Wien hernehme, so war in Oesterreich die Durchschnittsgeschwindigkeit im Jahre 1863 noch 50 Minuten; durch die vers mehrte Anzahl der 'Depeschen und die Entwicklung des Telegraphenwesens ist sie im vorigen Jahre schon nur 69 Minuten gewesen, sie hat sich also bedeutend verlangsamt. Es stellt sich also wiederholt heraus dass, um zu einem niederen Telegraphensatze herabzugehen, es nothwendig ist, ; Vorbereitungen zu treffen, dass die Arbeitskräfte und Betriebsmittel in solcher Weise verstärkt werden, um nicht etwa durch einen Abbruch der Schnelligkeit denZweck des Telegraphen zu vereiteln und um jedenfalls- auch bei einer stark anwachsenden Mehrzahl der Depeschen dem Dienste vollkommen genügen zu können. Was nun die Arbeitskräfte und Betriebsmittel betrifft, so kann ich dem hohen Hause erklären, dass gegenwärtig 300 Aspiranten, tüchtig geschulte Männer da sind, welche sich sehr gerne mit den bestehenden Telegraphisten dem Dienste des steigenden Verkehrs widmen würden; dass die telegraphische Werkstätte, die wir habefn, bereit ist, die erforderliche Mehrzahl der Apparate beizustellen; dass auch mit Rücksicht auf die Produktion der inländischen Eisenindustrie die Telegraphenverwaltung in der Lage wäre, in dieser Arbeitscampagne eine Vermehrung von 1000 Meilen in der Drahtlänge zu liefern ; aber wie sich klarergibt, ist es der Kostenpunkt, welcher für die erwähnten Anschaffungen und Vermehrungen hervortritt, auf welchen es allein ankommt. Die Frage ist zuletzt eine finanzielle und sie spitzt sich zu einer Budgetfrage zu; es würde der Regierung sehr angenehm und erwünscht sein, wenn durch die Votirung der erforderlichen Geldmittel jenerZustand herbeigeführt wrnrde, dass der Telegraph in weitern Kreisen benützt und den volks- • wirthschaftlichen und Verkehrsinteressen in nützlicher Weise entsprochen w r erden könnte. Ich glaube schuldig zu sein, dem h. Hause die faktische Sachlage zu entwickeln; ich erkläre aber hiemit, dass die Regierung vollkommen einverstanden ist, dass der Antrag des Herrn Abg. Dr. Roser einem Ausschüsse und beziehungsweise dem volkswirthschaftlichen Ausschüsse zur Berathung und weiteren Antragstellung überwiesen werde, weil die diesfäiiigen