’H»*'* Ni. 9 Wien, des 31. August 1868. 11. Jahrgang. DAS TELEGRAMM. ORGAN FÜR TELEGRAPHENWESEN. Eigentümer, Verleger und verantwortlicher Rédacteur: L. J. Wolschitz. Redaction: Margarethenstrasse Nr. 7. Alle Zuschriften sind portofrei an die Redaction zu richten- Unfrankirte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgestellt. Inserate werden mit 10 kr. österr. W. für die zweispaltige Petitzeile berechnet. Das „Telegramm“ | erscheint am 15. u. letz- j ten eines jeden Monats. Abonnements: für Wien: rierteljährig 1 fl.,halbjährig fl fl. ganzjährig 4 fl. österr. W.; für die Prorinz: rierteljährig 1 fl. 20 kr., halbjährig 2 fl. 40 kr„ ganzjährig 4 fl. 60 kr. Abonnements werden angenommen bei der Expedition, Margarethenstrasse Nr. 7. Inhalt. Text: Eröffnung neuer österreichischer Telegra- phen-Stationen. — Der Telegraph aut der Pariser Industrie-Au Stellung im Jahre 18(57. (Fortsetzung.) — Translation für den Hug- hes’schen Typenapparat. — Bericht der schweizerischen Telegraphenverwaltung für das Jahr 1867. — Statistik des Telegraphenbetriebes in Preussen im Jahre 1867. — Rundschau. — Personal-Nachrichten. — Inserate. Illustration: Tafel'III. Eröffnung neun* österreichischer T elegra phen-St ati onen • In der ersten Hälfte des Monates August 1808 sind nachstehende österreichische Tele- graphen-Stationen eröffnet worden: Königshain (F-L) in Böhmen. *) Trantenau (F-L) in Böhmen. *) Zell am See (L) in Salzburg. L bedeutet beschränkter Tagesdienst F * Eisenbahn-Telegraphenstation. *) Der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn gehörige Betriebs-Telegraphen-Stationen Der Telegraph auf der Pariser Industrie-Ausstellung im Jahre 1867. Nach Berichten deutscher, englischer und französischer Fachmänner. Von C. Rosmanith, k. k. Obertelegraphisten. (Fortsetzung.) Longoni und Dell’Acqua aus Mailand stellten einen Morse Apparat nach Maro- | ni’sPrincip, mit einem elektromagnetischen ! Anker, aus. Im Uebrigen ist der Apparat auf gewöhnliche Weise construirt. Den Elektromagneten bilden zwei vertikale Drahtspulen mit weichen unten verbünde nen Eisenkernen Der Anker besteht aus einer einfachen Drahtspule, welche einen Cylinder aus weichem Eisen umgibt, dessen Enden parallele Verlängerungen von weichem Eisen haben, die gerade über den Polen des Electromagneten stehen. Spule und Kern des Ankers Irehen sich um ihre Achse und bewegen den Schreibhebel. Der Draht der drei Spulen ist in einen einzigen Schliessungsbogen verbunden, so dass die Enden des Ankers jenen des Electromagneten entgegengesetzt magnetisirt werden. Durch dieses System soll eine grössere Wirkung erzielt werden, indem der Anker mit weit mehr Kraft von den Polen angezogen wird, als dies der Fall sein würde, wenn er nicht mitL Draht umwickelt wäre Dieses Princip erscheint auch bei einem von den Gebrüdern Digney in Paris ausgestellten Morso-Apparat angewendet. M. Sortais in Lisieux bringt seinen sieh selbst auslösenden und selbst arreti- renden Morse mit einigen Abänderungen in der allgemeinen Construction des Ap- * 124 parates zur Ausstellung. Derselbe soll dem Uebelstande abhelfen, dass eine abtelcgra- phirte Depesche während der Abwesenheit oder durch Unaufmerksamkeit des Beamten auf der empfangenden Station nicht aufgenommen wird, da hei ihm die Auslösung des Uhrwerkes und somit die Fortbewegung des Papierstreifens durch denTe- legraphisten der gebenden Station bewirkt wird. Die Auslösung ist folgendermassen construirt: die letzte horizontale Achse des Uhrwerkes trägt ein Zahnrad M (Taf. II, Fig. 8*), w elches in eine endlose Schraube p an verticaiem Schafte greift. Eine dünne, stählerne Spiralfeder P ist mit ihrem oberen Ende an diesem Schafte und mit ihrem unteren Ende an einem horizontalen Arme n befestiget, welche sich um diesen Schaft dreht. Ein einziger Daumen n an der Achse des Rades M dreht ein, an einer — an der Seite des Apparates angebrachten Achse drehbares Steigrad G. Dieses Letztere trägt auf einer Seite einen gebogenen Draht h i , und auf der anderen Seite ein an dem Arme h' befestigtes Gegengewicht i von 10 Grammen, welches das Rad immer zu drehen und den gebogenen Draht von dem Arme w, an welchem er anliegt, wegzuheben strebt. Dies wird jedoch durch ein Echappement E verhindert, welches mittelst einer schwachen Feder auf das Rad niedergedrückt wird. An dem Echappement E befindet sich ein Zapfen d, der durch ein Loch in der Seite des Apparates geht und so angebracht ist, dass er vom Schreibhebel getroffen w’erden kann, wenn sich derselbe bewegt. In der Ruhelage drückt der Arm n gegen das Ende i, und die Kraft, mit welcher das Räderwerk den Schaft der endlosen Schraube zu drehen strebt, wird von der Spannung der Spiralfeder P balaneirt. Wird jedoch der Elec- tromagnet von dem Strome einer fernen Station in ThUtigkeit gesetzt, so bewegt sich der Schreibhebel, trifft den Zapfen d, löst das Echappement aus und lässt das Steigrad G mit seinem Gegengewichte herumdrehen, wodurch der Draht i von dem Arm n getrennt wird. Hört der Strom auf, so hält das Echappement jeden Zahn des Steigrades, der von dem Daumen vorwärts geschoben wird, bis der Draht den Gang hemmt und die Rotation des Armes hindert. Die Feder S hat den Zweck, den Daumen m vom Steigrade frei zu machen. Siemens aus London hatebenfalls einen Morse-Apparat mit automatischer Selbstauslösung und Arretirung des Uhrwerkes eingesendet, dessen Mechanismusin vielen Stücken dem eben beschriebenen gleicht. M. Gloesner aus Lüttich verwendet bei seinem Schwarzschreiber zur Erzielung grösserer Empfindlichkeit statt des gewöhnlichen Elektromagneten einen Multiplikator von Draht und eine Magnetnadel. Die Achse der Letzteren trägt zwei, in einem rechten Winkel zu einanderstehende Arme, an deren Enden kleine Schreibrädchen angebracht sind. Der Papierstreifen läuft über die Kante eines rechtwinkligen Prisma und bietet jedem Schreibrädchen eine Fläche dar. Diese Idee scheint keine sehr glückliche zu sein. In der portugiesischen Abtheilung war ein von Hermann modifizirter Morse-Apparat bemerkbar, bei welchem die Punkte und Striche auf den Papierstreifen durch die Spitze eines Metallgriffels eingedrückt werden, der mit einer länglichen Fuge versehen ist, in welche sich die aus einem kleinen Gefässe geschöpfte Tinte ergiesst. Alle die eben aufgezalten Schwarzschreiber unterscheiden sich somit baupt sächlich darin, dass ein Theil derselben mit besonderen Farbgefässen ausgerüstet ist, während der andere Theil die durch einen Filztampon getränkte sogenannte Molette besitzt, an deren Rand der Papierstreifen durch die Wirkung des Schreib- *) Tat. II, siehe Blatt Nr. 7 u 8 . 125 hebels temporär angedrückt wird. Obwohl bei der letzteren Construction ein öfteres Bestreichen der Filzrolle mit Farbe nicht zu vermeiden ist, so scheinen derselben doch die Apparate der ersteren Art in so ferne nachzustehen, als in den Farbgefäs- sen leicht eine Entmischung des Oeles und des in demselben nur suspendirten Farbstoffes und hiedurch öftere Verstopfung der zur Weiterführung der Farbe dienenden Canäle und Oeffnungen eintritt. Betreffs der Reinlichkeit während des Ge- ! brauches kann keiner dieser Apparate mR dem gewöhnlichen mit Stahlspitze verglichen werden. Die ausgestellten Relais waren gewöhnliche, mit vertikalen oder horizontalen Electromagneten, und die von Siemensund Ilalske zuerst angegebenen Polarisationsrelais für gewöhnliche oder induzirte Ströme, welche in den letzten Jahren vorzugsweise Anwendung bei der Herstellung von Translatoren für die Drucktelegraphen von Hughes gefunden haben. Siemens und Halskc haben zu diesem Relais eine, namentlich für den Betrieb mit Inductionsströmen nützliche Beigabe in einer kleinen, auf den Glasdeckel aufgesetzten horizontalen Magnetnadel geliefert, welche an ihren Enden verticale Drähte als Indicatoren der Nadelschwankungen trägt. Relais zur Aufnahme der Zeichen mit dem Ohre allein (sounders) waren ausgestellt von Siemens und Halske, Digney und der Illinois- und Ottaw r a- Telegraph- Company in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Der Apparat von Siemens und Halske besteht aus zwei horizontalen Relais, von welchen der eine mit Hilfe einer Lokalbatterie den anderen, mit kräftigerem Anker und verbreiterten Polflächen versehenen in Bewegung setzt; zwischen beiden Relais ist noch ein Taster angebracht Digney benützt eben falls zwei Relais, hat dieselben aber zur Translation verbunden und jeden auf einen kleinen Resonanzkasten gestellt. Der amerikanische Apparat endlich ist für die Benützung auf einer Linie mit constantem Strome bestimmt und macht sich durch seine fast mikroskopischen Dimensionen bemerklich. Das, einen horizontalen Relais nebst Taster enthaltende Kästchen ist nur 9cm.lang, 5cm, breit und 2i/* cm, hoch, und zugleich mit den erforderlichen Klemmen zur Einschaltung der Leitungsdrähte versehen. Da man bei dieser Einrichtung keine Batterie mit sich zu führen hat, so ist die Bequemlichkeit derselben für die Untersuchung gestörter Linien nicht zu verkennen. Zu vorstehenden Instrumenten kann noch ein Doppelstift-Apparat von Mor£- nes in Madrid gezählt werden, der will- kührlich entweder seine Zeichen auf einem Papierstreifen niederschreiben, oder dadurch, dass man die Schreibhebel gegen zwei verschieden tönende Glocken anschlagen macht, für die Aufnahme der Zeichen mit dem Ohre verwendet werden kann. Nach Angabe des Erfinders soll man mit diesem Apparate 34 Worte in der Minute geben können. Für die Benützung an Unterseelinien haben Siemens und Halske einen vollständigen Apparatencomplex ausgestellt, der sich von den früheren, in der Telegraphen- Vereins-Zeitschrift, Jahrgang 1859, Heft 5—8 beschriebenen durch die Anordnung des Tasters etwas unterscheidet. In den früheren Tastern wurde die temporäre Ausschaltung des Relais aus der Leitung und die Einschaltung der Gegenbatterie dadurch bewirkt, dass man das ganze Tastergestelle vor Beginn des Seibstspreehens zuerst um eine verticale Achse drehte und so die erforderlichen neuen Contacte , herstellte. In dem ausgestellten Apparate — 126 ist neben dem eigentlichen, wieder nur in einer Verticalebene beweglichen Tasterhebel ein in horizontaler Richtung zu drehender Ililfstaster angebracht, welcher vor Beginn der Correspondenz auf die Seite geschoben wird und durch eine hierbei frei werdende Feder die neuenContactebewirkt. Die mechanischen Hilfsmittel zur exac- teren oder schnelleren Abtelegraphirung von Depeschen mit dem Morse-Apparate waren nur durch Instrumente von den Ausstellern Digney, und Siemens & Haiske vertreten. Bei Digney’s Apparat wird die Depesche in einem Papierstreifen ausgeschnitten,, welcher dann mit gleichförmiger Geschwindigkeit zwischen rotirenden Walzen und zwei Hebeln durchgezogen wird, woran zwei leichte Metallfedern befestiget sind, deren Oscilationen zwischen Stellschrauben die nöthigen Contacte und Zeichen in die Linie geben. Die Löcher im Papierstreifen werden in zwei Reihen, nach Punkten und Strichen getrennt, ausgeschlagen. Dasselbe geschieht mittelst eines Tasters mit drei Hebeln. Der erste Hebel schlägt rechtwinklige Löcher für Striche aus, der zweite schiebt blos das Papier weiter und der dritte macht viereckige Löcher für die Punkte Das Papier wird immer vorwärts geschoben, sobald einer der Hebel in die Höhe geht, nachdem er niedergedrückt war; diess bewerkstelligen zwei rauhe Messingwalzen, an deren einer Achse ein Steigrad befestiget ist, in welches an den Hebeln in verschiedenen Distanzen von ihrem Legungs-Centrum angebrachte Sperrha- ken eingreifen. Wird der mittlere Hebel niedergedrückt, so gleitet sein Sperr hacken über einen Zahn und dreht das Rad, wenn er wieder in die Ruhelage zurückkehrt. Beim Punkt-Hebel gleitet der entsprechende Sperrhacken über zwei Zähne und schiebt das Papier beim Zurückkchrcn in die Ruhelage« 7 jv eimah so wert vorwärts. Auf dieselbe Weise wird es beim Strichhebel dreimal so weit vorwärts geschoben. — Die Abtelegraphirung der Depeschen wird mittelst eines Uhrwerkes ausgeführt, das von jenem der gewöhnlichen Morse-Ap- parate nicht viel verschieden ist. Der durchlöcherte Papierstreifen wird zwischen zwei Messingwalzen unter einer Tastervorrichtung mit zwei leichten, die Contactfedern in Bewegung setzenden Hebeln durchgezogen. Dabei fällt der eine oder der andere dieser Hebel durch das Loch und gibt Contact, dessen Dauer von der Länge des Loches abhängt. Nachdem die Contactfedern mit der Linie und Batterie in Verbindung stehen, so ist die Hervorbringung der Zeichen auf der fernen Station erklärt. Mit diesem Systeme sollen in der Minute 35 Worte oder 175 Buchstaben gegeben werden können. Siemens und Haiske haben ausser ihrem bekannten, in der Telegraphen-Vereins- Zeitschrift Jahrgang 1864 Heft 11 und 12 und Jahrgang 1867 Heft 2—5 ausführlich beschriebenen Typentelegraphen für magnet-elektrische Ströme, den sie nunmehr auch für gewöhnliche galvanische Electricität eingerichtet haben, einen Hilfsapparat zum Setzen der Typen ausgestellt. Letzterer besteht aus einem kleinen Clavier mit 14 Tasten in zwei Gruppen, jede Gruppe mit drei unteren und drei oberen Tasten, ferner einer unteren Taste als Schluss der Gruppe. Die Typen sind in ihre Elementartheile, Punkt und Strich zerlegt Jeder Druck auf eine untere Taste bewirkt, dass eine Strichtype, jedes Niederdrücken einer oberen Taste, dass eine Punkttype aus den Trägern des Satzes in das danebenstehende Typenlineal übeigeführt wird. Die Schlusstasten beider Gruppen dienen zum Einschalten der j Buchstaben- und Wortpausen, j Es bleibt in diesem Abschnitte noch einer besonderen Anordnung des Morse- sehen Apparatsystemes mit mechanischen Vorrichtungen zum Abtelegraphiren bestimmter Zeichengruppen zu erwähnen, welche A. von Bergmüller in Wien für den Dienst der Feuerwehr und der Lokalpolizei ausg|stellt hat und dessen wir in Nr. 4 und § unseres Blattes ausführlich gedacht haben. Zweck der Einrichtung ist, dass die Organe der öffentlichen Sicherheit von vielen Punkten der Stadt aus, ohne sich beträchtlich von ihren Posten zu entfernen und ohne vorher Unterricht im Telegraphiren erhalten zu haben, eine Reihe im voraus festgesetzter Meldungen nach einem Centralpunkte machen können 5 jede dieser Meldungen soll zugleich die Linie nur für die Dauer einiger Sekunden in Anspruch nehmen. Nach diesem Systeme werden sämmtliche Apparate der Wachposten mit dem im zugehörigen Centrale befindlichen Apparate durch eine einfache Kreisleitung verbunden; eine Batterie erhält nur der Centralposten, welcher allein auch mit Relais, Schreibapparat mit Selbstauslösung und einem elec - trischen Wecker ausgerüstet ist; die Aus- senposten sind nur mit Boussolen und mit den Vorrichtungen zum Zeichengeben versehen. Die Zeichen sind im Allgemeinen Buchstabencombinationen mit conventio- neller Bedeutung. So sind z. B. die Com- binationen von vier Buchstaben des Alphabetes in Gruppen von 1, 2, 3 und 4 Elementen ausreichend, fünfzehn verschiedene Signale zu geben, welchen am Schlüsse noch die Nummer des Postens angereiht wird. Diese Signale sind in jedem Postenapparat zum Gebrauche fertig vorbereitet und die Abtelegraphirung eines derselben verlangt nur, dass der entsprechende Signalknopf einen Moment niedergedrückt wird. Die Abtelegraphirung selbst erfolgt auf mechanischem Wege durch ein Uhrwerk, welches den niedergedrückten Knopf erst dann wieder in seine Ruhelage zurückkehren lässt, wenn das Signal wirklich gegeben wurde. Durch die Verwendung polarisirter Relais und entgegengesetzter Ströme ist in sinnreicher Weise zugleich vorgesorgt, dass eine Meldung, welche etwa während des Sprechens anderer Stationen gemacht würde, die bereits begonnene Correspondenz nicht stört. Es verharrt vielmehr in diesem Falle der neu niedergedrückte Signalknopf in seiner Lage, bis die im Zuge befindlichen Mittheilungen beendet sind und die Zeichenreihe der neuen Meldung schliesst sich der früheren Correspondenz erst nach dem letzten Zeichen an. In jedem Postenapparate ist übrigens auch ein gewöhnlicher Taster vorhandeu, mit welchem längere Mittheilungen von einem des Tele- graphirens Kundigen in gewöhnlicher Weise gegeben werden können. Schliesslich ist Sorge getragen, dass man von jedem Signalposten aus, die Leitung sofort bis zu einem beliebigen Punkte fortsetzen und auch aus dieser temporären Station Meldungen nach dem Centrale befördern kann. (Schluss folgt.) Translation für den Hnghes’schen Typenapparat; Bisher wurde der Hughes’sche Appa- ^ rat nur für die Correspondenz zwischen Stationen verwendet, die fortwährend in direkter Verbindung stehen, wesshalb man auch nur selten zur Translation seine Zuflucht nehmen musste. Diese wurde erforderlichen Falles mittelst eines gewöhnlichen Siemens’schen Translators bewerkstelliget, den man derart modifizirte, um durch einen Morse-Schreibapparat die Correspondenz coatroliren zu können. Bei dieser Einrichtung wird jedoch die Regulirung schwierig und erfordert eine sehr genaue Aufmerksamkeit von Seite der überwachenden Beamten, welche beim Durchgänge des Stromes nicht zu lesen im Stande sind, da sich die Zeichen nur als Punkte in kleineren oder grösseren Intervallen bemerkbar machen. Nichts destoweniger dürfte diese Translationsweise jedoch immer auf jenen Linien angewendet werden müssen, auf denen abwechselnd mit Hughes- und Morse- Apparat gearbeitet werden soll. Seitdem aber Hughes Typenapparat eine stets steigende Verbreitung findet und nicht blos auf internationalen Hauptsondern sogar auf kleinen Nebenlinien verwendet wird, versucht man den Apparat selbst als Translator und zwar derart zu benützen, um bei der Uebertragung mitlesen zu können und dadurch eine vollständige, in vielen Fällen unerlässliche Contrôle zu haben. Dieses übrigens leichte Problem hat zu gleicher Zeit mehrere Auflösungen erfahren, von denen wir nur jene des Professors Hughes erwähnen, die einfach und sinnreich, die Verwendung seines Apparates auf den kleinsten Seitenlinien gestattet. Der Apparat kann bei dieser Einrichtung als ein neuartiges Relais betrachtet werden, das einen Hilfsstrom in die Linien entsendet, so dass durch die Vermehrung dieser Relais der regelmässige Gang des Betriebes nicht beeinträchtiget wird. Diese neue Translation mit einem einzigen Apparate ist wirklich bewunderns- werth und wird gewiss zur stets zunehmenden Verbreitung des Instrumentes beitragen. Dennoch dürfte sie in den Fällen, als man auf grossen directen Linien die gewöhnliche Entfernung der mittelst dieses Apparates in beständiger Correspondenz befindlichen Stationen vergrössern wollte, nicht ausreichen und dies um so weniger 'wenn diese Linien nicht in vollkommen gutem Zustande sich befinden. E. Lacoine, Chef der technischen Abtheilung der türkischen Telegraphen-Di- rection, hat eineCombinationgefunden, die es ermöglichet, den Hughes’schen Apparat nach Belieben sowohl zur einfachen Verbindung und als Relais mit Hilfsstrom, als auch zur gewöhnlichen Translation zu verwenden. Lacoine befestiget zu diesem Behufe auf der Mitte des Ankerhebels eine dritte Feder, die isolirt und etwas schwächer sein muss, als die beiden andern, und aus dieser Ursache an den Bewegungen des Ankerhebels Theil nimmt, in ihrem Gange jedoch durch zwei auf dem Ständer des Ankerhebels angebrachte, isolirte Schrauben beschränkt wird. Die eine dieser Schrauben, — die Ruheschraube — steht mit einer neuen Terminalklemme Pin Verbindung und stellt die isolirte Schraube eines gewöhnlichen Relais vor; die andere ist mit der Terminalklemme P der Batterie, die isolirte Feder dagegen mit dem zweiten Weibchen des auf dem Apparate befindlichen Gleitwechsels verbunden. Diese Feder bildet den Hebel eines gewöhnlichen Relais und steht mit der Terminalklemme L in Verbindung, sobald man das Männchen des Gleitwechsels auf das zweite Weibchen verschiebt. Schliesslich führt ein Draht von einer neuen Terminalklemme A (Apparat) zum Commutatorbiszu der Stelle, wo die Verbindungen des Ankers, der Feder des Arretirungshebels und des ersten Weibchens, des Gleitwechsels auslaufen. Im Uebrigen sind die Apparatverbindungen dieselben, wie sie von Professor Hughes vor einiger Zeit für alle seine Apparate angegeben wurden (Siehe Telegramm N. 3 ex 1868). Die von Lacoine angegebene Combination begreift somit fünf Klemmen: Lj J, A, T, P, von denen die Klemmen L, T und P stets — 129 mit denselben Punkten, wie bei den gewöhnlichen Apparaten verbunden sind und nur die Klemmen J und A die oben erwähnten neuen Verbindungen bilden.. Um mittelst zweier Apparate Translation zu geben, braucht man blos die Linien, — Erdleitungs- und Batteriedrähte in die betreffenden Klemmen einzuführen und die beiden Apparate unter einander zu verbinden, indem man von der Klemme J des einen Apparates zur Klemme A des anderen Drähte zieht. Bringt man bei demselben Apparate die Klemme J und A direkt in Verbindung, so erhält man die oben besprochene von Professor Hughes angegebene Einrichtung des Apparates als Relais mit Hilfsstrom. Bericht der schweizerischen Telegraphenverwaltung für das Jahr 1867. i. Allgemeine Bemerkungen. Das Jahr 1867 hat sich durch anhaltende Stille und Stockung der Geschäfte im Allgemeinen bemerklich gemacht. Dieser Umstand musste in ungünstiger Weise auf den telegraphischen Vei kehr zurückwirken, so dass wir keine wesentliche Vermehrung der Depeschenzahl nachweisen können, obgleich im Laufe des Jahres eine grosse Anzahl neuer Telegraphenbureaux dem Verkehr übergeben worden sind. So beträgt pro 1866—1867 die Vermehrung der Depeschenzahl im Ganzen nur 5 1 /- Prozent, während sie im Durchschnitt für die sechs vorausgegangenen Jahre je 14 Prozent beträgt; diese Vermehrung von 14°/ 0 per Jahr kann annähernd als die mittlere Normalzahl der Zunahme der Telegraphie unter gewöhnlichen Verhältnissen angenommen werden. Wenn wir das Verhältniss der Anzahl der Bureaux zur Zahl der beförderten Depeschen und dem Ertrage der drei letzten Jahre in Betracht ziehen, so ergibt sich folgendes Resultat: Durchschnt. für ein Bureau. JahrZahl der Depeschen- gang. Bureaux. zahl. Einnahme. 1865 262 2224 Fr. 2883. 19 1866 284 2136 * 2410. 11 1867 333 1924 * 2327. 40 Um so niedrige Durchschnittszahlen wie für 1867 zu finden, müssen wir bis zum Jahre 1862 zurückgehen, ja was die Einnahmen anbetrifft, selbst bis zum Jahre 1864. Der telegraphische Verkehr hat somit für das Berichtjahr den gehegten Erwartungen keineswegs entsprochen. Nichts desto weniger ist das finanzielle Ergebniss ein ziemlich befriedigendes; ganz besonders ist der Ertrag des internationalen Verkehrs weit günstiger als sich voraussehen liess, was nicht sowohl von der Vermehrung der Depeschen herrührt, als vielmehr von der Abrechnung der xVusstände mit dem Auslande, die sich immer um sechs Monate im Rückstand befinden , und auf solche Weise ist der Rechnung pro 1867 eine bedeutende Vermehrung des internationalen und Transitverkehrs aus der zweiten Hälfte des Jahres 1866 zu Statten gekommen. Dies wird durch die Vergleichung erwiesen, dass — auf den gleichen Tarifansatz bezogen — der mittlere Ertrag einer internationalen oder Transitdepesche im Jahre 1866 auf 99 i j 2 Centimen gesunken war und sich pro 1867 auf Fr. 1. 17 j wieder erhob. Auf diese wenigen Zahlenverhältnisse glauben wir uns beschränken zu können, da sie nur zu dem Zwecke hier beigefügt sind, um den allgemeinen Charakter des Verkehrs im abgelaufenen Berichtjahre zu constatiren, der sich kurz so zusam- - 13 j - menfassen lässt: Verkehr sehr stille, finanzielles Ergebniss befriedigend. Im Verlaufe unserer Berichterstattung werden über jeden Specialpunkt die nö- thigen statistischen Nachweise gegeben werden. Wir haben ungeachtet des geringen Aufschwunges der Telegraphie unsere ganze Aufmerksamkeit allen denjenigen neuen Verbesserungen zugewandt, die irgendwie in diesem Gebiete eingeführt werden konnten; ganz besonders suchten wir die Vortheile, welche dieselbe dem Verkehrsleben darbietet, immer mehr der allgemeinen Anwendung und Benutzung zugänglich zu machen durch Herabsetzung der Gebühren, Ausdehnung des Netzes, Vermehrung der Bureaux , sowie durch Belebung des Eifers und der Thätigkeit der Angestellten. Die Ermassigung der internen Taxen und die daraus sich ergebende Erweiterung des Telegraphennetzes bildeten den Gegenstand unserer Botschaft vom 29. Mai und derjenigen vom 2t. Juni 18(17, in Folge welcher die hohe Bundesversammlung mit Beschluss vom 16. Juli die Taxe für ein Telegramm von 20 Worten im Innern der Schweiz auf 50 Centimen festsetzte und mit Beschluss vom 17. Juli der Telegraphenverwaltung einen Kredit zum Ausbau der Telegraphenlinien im Betrage von Fr* 500,000 eröffnete. Dem erstem Beschlüsse nachkommend, erfolgte unterm 6. November eine fernere Botschaft an die Bundesversammlung über die interne telegraphische Korrespondenz, und durch das Bundesgesetz vom 18. Dezember wurde dann dieser Gegenstand endgiltig erledigt. Dieses Gesetz hat insbesondere eine Bestimmung, die wir schon unterm 27. Februar 1867 aufgenommen hatten, bestätigt, nämlich die obligatorische Frankatur der Telegramme vermittelst Telegraphenmarken. Wie wir schon in unserer 'Botschaft | vom 6 November hervorgehoben, hat diese | Bestimmung einen doppelten Zweck. Für’s Erste bietet sie allen denen eine Bequemlichkeit, welche öfters in den Fall kommen, den Telegraphen zu benutzen, und ferner denen, welche nicht in eigener Person ihre Depeschen auf einem Bureau aufgeben, sondern hiezu die Postbeförderung oder einen Boten benutzen. Durch diese neue Vorkehr kann der Absender die Depesche in geschlossenem Briefcouvert an das Aufgabebureau gelangen lassen. Für’s Zweite hat die Verwendung der Telegraphenmarken den Zweck, die Manipulationen der Angestellten bei Annahme und Spedition einer Depesche zu vereinfachen durch Aufhebung der bezüglichen Einschreibung und Rechnungsstellung, wie solches bisher stattgefunden hatte, und Ersetzung durch ein summarisches Register. Der Verkauf der Marken bildet die Einnahme und zugleich eine leichte und sichere Art der Kontrole, welche beinahe keine Schreibereien veranlasst. Dem Geschäftsbericht des Jahres 1868 "wird es Vorbehalten sein, sich über den Erfolg dieses Gesetzes, welches mit 1. Januar 1868 in Wirksamkeit trat, auszusprechen. Die Vermehrung der Bureaux, die wir als unumgänglichnothwendig erachten, wenn den Anforderungen des Landes und dem Bestreben, die Benutzung des Telegraphen auf den höchsten Grad der Vollkommenheit zu bringen, genügt werden soll, musste einestheils aus der Erniedrigung der Taxen entspringen, sowie aus dem grossem Interesse, das nunmehr jede Ortschaft hat, ein eigenes Telegraphenbii- reau zu besitzen; doch glaubten wir andererseits diese Vermehrung noch steigern zu sollen, indem w r ir durch Beschluss vom 1. März 1867 das Minimum der auf | 10 Jahre zu leistenden Unterhaltungsko- ! sten der Gemeinden um die Hälfte redu- 131 zirten. Die Ermässigung der Gemeindebeiträge von Fr. 200 auf Fr. 100 ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass es der Verwaltung gelinge, einen tauglichen Angestellten zu finden, der mit dem fixen Gehalt von Fr. 120 und der Depeschenprovision den Dienst des Telegraphenbureaus übernimmt. Wenn diese Bedingung nicht erfüllt wird und die Verwaltung sich genöthigt sieht, eine höhere Besoldung auszusetzen, so kann von der betreffenden Ortschaft auch ein verhältnissmässig erhöhter Jahresbeitrag verlangt werden, der sich bis zum Maximum von Fr. 200 per Jahr erhebt, wenn de,r fixe Gehalt auf Fr. 240 ansteigt. Auf diese Weise liegt es im Interesse der Gemeinden, sich nach geeigneten Persönlichkeiten umzusehen, welche sich mit einem geringen Gehalte begnügen • sie erreichen damit die gleiche Erleichterung wie wir. (Fortsetzung folgt.) Statistik des Tele^r aphenbrtriebes iu Pmissen im Jahre 1867. Im Jahre 1867 wurden von den preus- sischen Telegraphen-Siationen befördert: a) im internen Verkehre: 1. Staatsdepeschen .... 81360 2. Telcgraphen-Dienstdepeschen 70630 3. Eisenbahn Dienstdepeschen 3260 4. Privat-Depeschen .... 2,344240 zusammen 2,4404110 und zwar: in der 1. Zone • • 1,186;<60 b) im Verkehre zwischen Preussen und den Staaten des deutsch-österreichischen 1 Telegraphen-Vereines : Abgesen- Angekom dete mene Depeschen 1. Baden 37.340 33.100 2. Baiern 64.010 31.800 3 . Meklenburg 18.060 16.130 4. Niederlande 71.040 74.190 5. Oesterreich' 163 390 170.290 6. Preussen (Hohen- zollern) 640 920 7. Sachsen (pro Jän- ner, Februar und März) 9.640 7.930 8. Württemberg 19.240 16.840 zusammen 383.360 371 220 c) im Verkehre zwischen Preussen und Nicht-Vereinsstaaten: Abgesen- Angekoin- dete mene Depeschen 1 . Belcrien O 40.310 33 440 2. Dänemark 29.750 23 020 3. Frankreich 88.910 78.200 4. Griechenland 180 120 3. Grossbritannien und Irland 87.340 1 13.800 6 Jonische Inseln 40 70 7. Italien 8.120 7.830 8. Kirchenstaat 420 390 9 Luxemburg 1.670 2.030 10. Malta 50 90 11 . Moldau und Wa- lachei 2.740 2.130 12. Portugal 380 610 13. Russland 37 280 32 540 14. Schweden und Norwegen 18.310 19.180 1 5. Schweiz 11.240 11.100 16. Serbien 210 230 17. Spanien 1.770 1.490 18 Türkei 880 840 19. Afrika 60 70 20. Amerika 1.400 840 21. Asien 370 300 22. Australien — — zusammen 331.830 350.340 132 d) im Transit durch Preussen: 1. aus den Vereinsstaaten nach andern Vereinsstaaten 31.120 2. aus Vereinsstaaten nach Nicht-Vereinsstaaten 51.710 3 aus Nicht-Vereinsstaaten nach Veteinsstaaten 67.530 4. ausNicht-Vereinsstaaten nach andern Nicht-Vereinsstaaten 322.640 zusammen 473.000 Die Ge sammtzahl der Telegraphen- Stationen belief sich am Schlüsse des Jahres 1867 auf 830, darunter 627 mit der Tost combinirte Stationen. Das Betriebs-Personal der Telegraphen-Verwaltung, ausschliesslich der Beamten der combinirten Stationen, bestand aus 1559 Beamten und 435 Dienern. Die G esammlliingc der Leitungen betrug 2965,41 geographische Meilen Linien und 9762,64 „ „ Leitungsdrähte. _ Rundschau. Inland. (Schluss der internationalen Wiener Telegraphen-Conferenz. ) Die internationale Wiener Telegraphen-Conferenz ist, nachdem sie ihre Verhandlungen am 12. Juni d. J. begonnen und in 20 Sitzungen zu Ende geführt hat, am 21. Juli d. J. geschlossen worden. Als Resultat der Conferenz liegt der re- vidirte internationale Telegraphen- Vertrag d d o, Wien den 21. Juli 1868 nebst Tariftabellenund Dienst- Reglement vor. Wir werden den Wortlaut dieses Dokumentes mit den nötigenErläuterungenalsBeilage zum „Telegramm“ veröffentlichen. Gleichzeitig mit dem internationalen Vertrage wurden von der österreichischenRegierungfolgendeSpecial-Ueber- einkommen abgeschlossen: 1. einUebereinkommen mit Frankreich, der Schweiz und der Türkei wegen Herstellung einer direkten Telegraphenlinie zwischen England und Indien, welche von Bregenz nach Wien, und von Wien einerseits über Pest nach Semlin, andererseits über Graz — Agram nach Alt-Gradisca führen soll; 2. ein Uebereinkommen mit der Schweiz, wodurch der Tarif zwischen Tirol und Vorarlberg und der Schweiz auf 40 kr. Oe. W. und zwischen den im Reichsrathe vertretenen Ländern Oester- reich’s und der Schweiz auf 1 fl. 20 kr. für die einfache Depesche herabgesetzt wird ; 3. ein Uebereinkommen mit Italien, durch welches die Telegraphirungsgebühren, wie folgt, ermässiget werden: A. Von Tirol und Vorarlberg, Illirien und den an der Meeresküste gelegenen Stationen Un- garn’s und der Militärgrenze a) nach Lombardo-Venetien auf . . 80 kr. b) nach dem übrigen Italien auf . 1 fl. 20 ,, B. Von den im Reichsrathe vertretenen Ländern Oesterreichs a) nach Lombardo-Venetien auf . 1 fl 20 kr. b) nach dem übrigen Italien auf . 1 „ 60 ,, 4. ein Uebereinkommen mit Russland über die Errichtung combinirter, d. i. mit österreichischen und russischen Beamten besetzten Gränz- control-Stationen, nebst dazu gehöriger Instruction 5. ein Uebereinkommen mit Russland zur Austragung der älteren Abrechnungsdifferenzen ; 6. ein Uebereinkommen mit Frankreich und der Schweiz wegen Ermässigung des Tarifes zwischen England und Oesterreich-Ungarn u. zw. • auf 2 fl. 80 kr. für Depeschen nach London, und auf 3 fl. 20 kr. für Depeschen nach den übrigen Stationen Grossbritannien’s und Irland’s : 7. ein Uebereinkommen mit allen Contra- henten des internationalen Vertrages (Frankreich und Griechenland ausgenommen) , wornach die postalische Weiterbeförderung der Depeschen für den Aufgeber und Adressaten gebührenfrei stattzufinden hat. (Umgestaltung des deutsch-österr. Te- legraphen-Vereins). Unmittelbar nach der. in- ernationalen Conferenz wurde in Wien eine Ver- eins-Vorconferenz abgehalten, wobei die Grundlage 133 für die demnächst in Baden-Baden zueröffnenden Verhandlungen wegen Umgestaltung derVereins- verhältnisse festgesetzt worden sind. (Auszeichnungen). Aus Anlass der internationalen Telegraphen-Conferenz wurde von Sr. k. k. Apost.Maj estät demTelegraphen-Direktor Carl Brunner - Wattenwyl der Titel und Charakter eines Ministerial-Rathes, dem Conci- pisten L. J. W o 1 s c h i t z der Titel und Charakter eines Telegraphen-Directions-Secretärs und dem französischen Telegraphen Inspektor M. Vigier der Orden der eisernen Krone III. Classe verliehen. Ausland, (Kabel zwischen Malta und Gorfu). Grossbritanien bereitet sich vor, eine neue telegraphische Linie zu legen, welche sich im südlichen Theile Siciliens bei Modica vermittelst eines unterseeischen Kabels mit der Insel Malta, Corfu und Zante verbinden würde, um sich schliesslich den indischen Liuien anzuschliessen, (Semaphoren in Italien.) Der Depu- tirten-Kammer von Italien wurde der Gesetz- Entwurf, die Einrichtung des semaphorischen Dienstes auf den Seeküsten betreffend, mit- getheilt (Gesammtlänge der Telegraphen-Linien.) Zu Ende des Jahres 1867 bestanden auf der ganzen Erde an telegraphischen Linien 28,654 Myriameter, was ungefähr 7 Mal die Peripherie der Erde ausmacht. Die Länge der Linien in den hauptsächlichsten Lindern war folgende: Frankreich 3007 Myriameter; Deutschland 4561; Kussland 3699; Gross-Britannien und Irland 2622; Türkei 1394; Italien 1321; Schweden 564; Belgien 175; Schweiz 347; Canada 812; Vereinigte Staaten 8520. Schliesslich muss man die unterseeischen Linien nicht vergessen, deren Länge 6000 Seemeilen, oder 1111 Myriameter beträgt. Die beiden transatlantischen Kabel sind in dieser Linienlänge mit 3775 Seemeilen einbegriffen. (Die anglo-indische Linie über Russland). Das Mechanics Magazin kommt auf das grosse Projekt einer direkten indo- englischen Linie zurück, welche Kussland durchziehen soll — Die Wichtigkeit Indiens hat, sowohl vom politischen als commerziellen Standpunkte aus gesehen, schon lange die Herstellung schneller Verbindungsmittel mit Europa nothwendig gemacht. Desshalb hatte auch die englische Regierung seit dem Jahre 1859 alle Garantien geboten, um eine unterseeische Linie von Suez nach Bombay zu legen. Unglücklicher Weise wurde dieselbe unterbrochen, bevor sie noch vollendet war. Trotzdem wurde derjenige Theil des Kabels, welcher in Suez mündete, nach Jubal, einer Insel im rothen Meere geführt, nachdem die Linie von Alexandrien nach Malta gelegt war. Es war diess schon ein ungeheurer Fortschritt, denn die von Bombay kommenden Schiffe konnten in Iubal anhalten, und die indischen Depeschen von da auf telegraphischem Wege nach allen Punkten Europas weiter befördern. Seit dieser Zeit hat die englische Regierung ein Kabel im persischen Golfe von Fao an der Mündung des Euphrat bis nach Bushire, am Eingänge des persischen Golfes, legen lassen. Von Bushire gelangen die Depeschen über Mussendom und Gwadur nach Kurrachee, wo sie endlich das indische Netz erreichen. Zu gleicher Zeit war durch die Bemühungen der türkischen Verwaltung eine Linie von Con- stantinopel nach Fao erbaut worden. Diese Linie besteht zwar heute noch, ist jedoch so häufigen und langen Unterbrechungen unterworfen(?), dass man zwischen Russland und Bushire eine andere Leitung hat legen müssen, welche Teheran passirt Diese Linie scheint in Bezug auf Schnelligkeit und Sicherheit der Beförderung der ersteren überlegen. Leider darf diese Linie zu Folge Uebereinkommens mit der türkischen Regierung nicht ausschliesslich für England thätig sein, und ist überdiess ebenfalls zahlreichen Unterbrechungen ausgesetzt. Es liegt in der Natur der Sache, dass Depeschen, welche auf einer so grossen Streeke öfters von solchen Angestellten empfangen und weiter expedirt werden, die verschiedene Sprachen sprechen, häufig Verstümmelungen ausgesetzt, ja manchmal ganz unverständlich sind. Desshalb beschäftigt man sich denn auch seit geraumer Zeit in England damit, durch Europa hindurch eine spezielle Linie herzu- stellen, um England mit Indien zu verbinden. Die Herren Siemens und Halske, Urheber dieses neuen Projektes,haben von verschiedenen Regierungen die Concession erhalten, 2 Dräthe bis Teheran zu führen. Diese Stadt ist, wie bereits gesagt, mit dem Kabel des persischen Golfes verbunden. graphen-Beamten in der Zeit vom 1. bis 15. August 1868. Ernennungen: Zum k. ung Telegraphen-Amis-Verwalter, i r Professor der städtischen Oberrealschule Ludwig Martin in Pressburg, für Pest. Zu prov. Telegraphisten: Josef Chiinanl, II. CI. für Zengg. Klemens (iabrlcb, III. Cl. für Metkovich. Ueberset/.u ngen : Obertelegraphisten: von: nach: Ferdinand Gressler, Pest Wien. Cyprian Müller, Wien Peterwar J.ein. Telegraphisten: von : nach Josef Inger, Zengg Wien. Johann Kykowskf, Budweis Triest. Josef Pokorny, Triest Budweis Dieustes-Entlassuug : Folgender Weg wurde für die neue Linie bezeichnet: Norderney (Tnsel an der hannovranisehen Küste), Hamburg, Berlin, Thorn (an der russischen Grenze),Warschau, Odessa, Poti und Tiflis. Die russischen und persischen Abtheilungen sollen äusserst solid gebaut, und die Drähte an eisernen Stangen befestigt werden. Ein Kabel mit 3 Leitungen wird zwischen Kertsch und Poti in einer Länge von 8 bis 10 Stunden im schwarzen Meere versenkt werden, um den Durchgang durch den Kaukasus zu vermeiden. Das Gesellschafts-Kapital beträgt 11 Millionen Francs. Der Preis einer Depesche wird beiläufig auf 87 Francs zu stehen kommen, und man rechnet für jede derselben nach Abzug der Transitkosten auf einen Reingewinn von 30 Francs. Die Arbeiten sollen in einem Jahre beendet sein, und es ist nur zu wünschen, dass die Herren Siemens und Halske, welche bereits wichtige Linien in Russland hergestellt haben und über ein geübtes Personale verfügen, mit der Ausführung dieses Projektes betraut werden. Personal-Nachrichten. Aenclerungen im Stande der k. k. und k. ung. Staat,s-Tele- Der k. ung. Ober-Telegraphist : Karl fickerl in Szegszanl. kisaaMBHii (15. Aufl.) Methode (15 Aufl.) I oussalnt-Langensckldl. Brieflicher Sprach- und Sprech-Unterricht _ für das Selbststudium Erwachsener. BQ Neunmal in Deutschland, Oesterreich und Belgien nachgeahmt, in Holland zweimal übersetzt, in Amerika nachgedruckt. IAii ol ; l: r*Ji TOn Dr - vau Baien, Oberlehrer am k. ‘ 1 —tyll Kadetten-Korps zu Berlin, Mitgl. der k. Akad. gemeinnütz. Wissensch., Prof. Henry Lloyd. Mitgl. d. Univers, zu Cambridge, u. G. Langensoheidt, Mitgl. der Gesellschaft für neuere Sprachen in Berlin. Eif,„ Ton Charles Toussaint, Prof, de T ldllAUM>tll langue et de littérature française, u. G. Langenschaldt. Wöchentl. I Leot, â 3 < Nkr. Oompl. CursolOâ. Ö. SV. Curs. ! u. 2 zusammen auf einmal statt 20 nur 1 >; fl. ö, W. Brief ! jeder Sprache als Probe- ? 0 Nkr. (Marken.) „Dieser Unterricht ersetzt in jeder Hinsicht einen guten Lehrer. (Allg. Darmst. Schulztg,) — „Etwas Besseres und Praktischeres gibt es gewiss nicht. (Prof. Dr. Koch a d. Universität Berlin.)—„In (Darstellung) der Aussprache haben die Verfasser bis jetzt Unübertroffenes geleistet " (Oe.derr. pädagog Wochenbl.) — Diese Unterrichtsbriefe verdienen die Empfehlung Tollständig, welche ihnen von Seminar-Direktor Dr Diesterweg'. Dir W. Preund, Prof. Dr Herrig 1 , Prof. Dr. Scheler. Dr. Sohmitz. Prof. Städler, Dir Dr. Viehoff und anderen Autoritäten geworden ist " (Allg- Deutsche Lehre,ztg.) — „Wer durch Selbstunterricht sich ernstlich fördern will, dem kann Ref. nichts Vortrefflicheres als diese Biiefo empfehlen “ (Berliner Blätter für Schule und Erziehung.) — . „Zu diesem Zwecke kennen wir kein besseres Werk. Ein anderes von . . müssen wir geradezu,als eine Plünde- rnn g der T -L.’sehen Briefe erklären. (Chronik für das Volksschnlwesf-n. 186 v) „Der wohldurchdachte Plan und die Sorgfalt der Ausführung treten bei Toussaint und Langenscheidt recht auffällig hervor, wenn man die schlechten Nachahmungen vergleicht, welche von der lit< rauschen Industrie auf den Markt gebracht werden". (Biliu'blatt (uv Promit) ) O. Langenscheidt’s Verlagshandlung. Berlin, Hallesche Strasse 17. iür SM)ul- un> fMoat-lffntrrridjt dienen Lehrbuch der franz. Bpraohe. 3 Aufl. Kurs. I ä 60 kr. Kurs II à 90 kr. Hiezu eine illustrirte Beilage (TafelIII) und Seite 1—4 des internationalen Wiener Vertrages, w:— ~ Druck von F. P> GeUlsr. Albreehtgasse 4,