Nr. 1. Wien, den 1. April 1870. 111. Jahrgang. DAS TELEGRAMM. ORGAN FÜR TELEGRAPHENWESEN. Herausgeber: L. J. Wols chit z. — Verantwortlicher Redacteur: JosefBayer. Redaction: Margarethenstrasse Nr. 7 . Alle Zuschriften sind portofrei an die Re* daction zu richten. Das „Telegramm“ erscheint Unfrankirte Briefe werden nicht angenom- I am 1., 11. Ulld. 21. eines men und Manuscripte nicht zurückgestellt. ' Inserate werden mit 10 kr. österr. W. für I jeden Monates, die zweispaltige Petitzeile berechnet. Abonnements: für Wien: vierteljährig 1 fl.,halbjährig 2 fl., ganzjährig 4 fl. österr. W.; für die Provinz: vierteljährig 1 fl. 20 kr. halbjährig 2 fl. 40 kr., ganzjährig4 fl. 60 kr. Abonnements werden angenommen bei der Expedition, Margarethenstrasse Nr. 7. An unsere verehrten Leser ! Wir erlauben uns hiermit die ergebenste Anzeige zu machen, dass das Fachblatt „Das Telegramm“, von jetzt ab, und zwar nicht mehr halbmonatlich, sondern dreimal im Monate und ohne Erhöhung des früheren Preises wieder erscheinen wird. Getreu dem Programme, welches bei Gründung dieser Zeitschrift in der ersten Nummer des I. Jahrganges derselben aufgestellt wurde, werden wir ehrlich und entschieden bestrebt sein, das „Telegramm“ als ein von keiner Seite beeinflusstes, vollkommen unabhängiges und die öffentlichen Interessen gewissenhaft verfechtendes Organ weiterzuführen, in der Ueberzeugung, dass die Telegraphie, welche sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens einen so ungeheuren Einfluss auf alle politischen, commerciellen und individuellen Interessen erobert hat, einer ganz selbstständigen Vertretung bedarf, und dass es hoch an der Zeit ist, das Wesen, die Wirkungen und den Entwicklungsgang dieses anerkannt wichtigsten Verkehrsmittels dem allgemeinen Verständnisse zugänglicher zu machen, als es bisher geschehen ist. Abgesehen von dieser generellen Aufgabe wird das „Telegramm“ insbesondere den Fachmännern, welche die Fortschritte des Telegrapliemvesens studiren oder ihre eigenen Erfahrungen zur öffentlichen Kenntniss bringen wollen; den telegraphirenden Parteien, die sich über die vortheilhafteste Art der Benützung des Telegraphen zu unterrichten beabsichtigen; den Geschäftsleuten, die für ihre Telegraphen-Erzeugnisse eine Absatzquelle suchen; den Telegraphen-Beamten, die sich in ihrem Berufszweige auszubilden bestrebt sind; den Telegraphen-Verwaltungen, welche von der Presse Gebrauch zu machen in die Lage kommen u. s. f. das Mittel bieten, diese .verschiedenartigen Zwecke am einfachsten und leichtesten zu erreichen. Mit Rücksicht hierauf und nachdem auch die officielle Zeitschrift des deutschösterreichischen Telegraphen-Vereines, das einzige deutsche Fachblatt für Telegraphen- 1 2 1 ) wesen, zu Folge Beschlusses des Telegraphen-Vereines mit Ende des Jahres 1869 zu erscheinen aufgehört hat, eröffnen wir hiermit die Pränumeration auf den III. Jahrgang unseres "Blattes und laden ^gleichzeitig alle Fachmänner höflichst ein, wegen Aufnahme ihrer Publikationen mit uns in Verbindung treten zu wollen, indem wir beifügen, dass wir uiis Von nun an : hicht allein die Vertretung des österreichisch-ungarischen, sondern auch jene des gesammten deutschen Telegraphenwesens zur besonderen Aufgabe machen werden. Wir zeigen ferners zur gefälligen Kenntnissnahme vorläufig an , dass wir- von einem später bekannt zu machenden Zeitpunkte ab mit unserer Zeitschrift eine eigene Beilage für Eisenbahn- und eine Beilage für Postwesen verbinden wollen, welche auch abgesondert werden bezogen werden können, um jenen Abonnenten, die auch für diese Verkehrszweige ein spezielles Interesse haben, die ihrem Berufe entsprechenden Hilfsmittel 'vollständig an die Hand zu geben. Auch in dieser Beziehung bitten wir um gefällige ■ Mitwirkung. Inzwischen wird das „Telegramm“, wie bisher, folgende das Telegraphen wesen betreffende Rubriken umfassen: Mittheilungen über die ’Errichtung neuer Telegraphen-Linien und Stationen unter Darstellung der hierbei zur Anwendung gelangten Sisteme; 'Besprechung fieiter 'Erfindungen und administrativer Einrichtungen ; Vorschläge zur Einführung administrativer'und technischer Verbesserungen; Nachrichten über Telegraphen-Verträge, Gesetze, Verordnungen und Tarife; Telegraphen-Statistik; Notizen aus dem Publicum; Personalien u. s. f. Die auf die telegraphische Correspondenz bezüglichen Vorschriften, die Tarife, die graphischen Darstellungen der Telegraphen-Apparate u. dgl., werden den betreffenden Nummern als besondere, sistematisch geordnete Anlagen beigegeben. In dieser Beziehung machen wir darauf aufmerksam, dass die Erläuterungen zum internationalen Telegraphen-Vertrage vom 21. Juli 1868, insoferne dieselben schon mit dem II. Jahrgange dieser Zeitschrift ausgegeben wurden, neu eintretenden Abonnenten unentgeltlich werden nachgeliefert werden. Das „Telegramm“ wird am 1., II. und 21. eines jeden Monates erscheinen. Der Pränumeratienspreis beträgt : Für Wien: Für Auswärts: Ganzjährig . . . . 4 fl. — kr. Ganzjährig . . . . 4 fl. 60 kr. ’ Halbjährig . . . . 2 „ — „ Halbjährig . . . . 2 „ 40 „ Vierteljährig . . . . 1 „ — „ Vierteljährig . . . . 1 „ 20 „ Wir ersuchen Abonnements-Beträge mittelst Postanweisungen, — und Reklamationen, sowie andere kurze Mittheilungen mittelst Correspondenzkarten an uns gelangen lassen zu wollen. Die Redaktion. ^Anmerkung. Der I. und II. Jahrgang des „Telegramm“ (jeder Jahrgang aus 12 Nummern und zahlreichen Illustrationen bestehend) kann von neuen Abonnenten, so weit der Vofrath reicht,' zusammen 1 hm "den M herabgesetzte* Preis vön 2 fl. ü. 'W. bezogen werden. 3 Inhalt. Text: Ueber die Verwendung der Frauen für den Telegraphendienst. — Die Wiener Privat-Telegraphen-Anstalt. — Das galvanische Element als Telegraphenleitung. — Rundschau. — Eröffnung neuer Telegraphenstationen. — Personalnachrichten. — Inserate. Illustration: Telegraphen-Netz der Wiener Pri- vat-Telegraphen-Gesellschaft. Ueber die Verwendung der Franen für den Telegraphendienst Die im Jahre 1868 zu Wien abgehaltene internationale Telegraphen-Conferenz hat in ihrer 16. Sitzung die Herausgabe eines offiziösen, in französischer Sprache redigirten Telegraphen-Journals beschlossen und mit dem Vollzüge dieses Beschlusses das gleichzeitig in’s Leben gerufene internationale Telegraphen-Bureau in Bern betraut, ln Folge dessen hat das Berner Bureau mit der Publikation das „Journal télégraphique“, von welchem allmonatlich eine Nummer erscheinen soll, am 25. November 1869 begonnen. In der zweiten und dritten Nummer dieses Journals begegnen wir einem Artikel über die Verwendung der Frauen für den Telegraphendienst, welcher einerseits die liberalen Anschauungen des internationalen Bureau’» so deutlich wahrnehmen lässt, und andererseits für die Beurtheilung des Werthes und der Verwendbarkeit der Frauenarbeit so beachtenswerte Momente enthält, dass wir uns freuen, das Wiedererscheinen des „Telegramm“ mit der Reproduktion des fraglichen Artikels einleiten zu können. Der fragliche Artikel lautet : ,,In dem Masse, als in Folge wiederholter Herabsetzung der Telegraphen- Tarife das Durchschnittserträgniss der Depeschen mehr und mehr vermindert wird, müssen die Verwaltungen darauf bedacht sein , Massregeln aufzusuchen, welche — ohne Beeinträchtigung der Interessen des Publikums durch eine allfällige Verminderung der Pünktlichkeit in der telegraphischen Beförderung — geeignet erscheinen, die Kosten des Betriebes weniger empfindlich zu machen. In dieser Hinsicht dürfte es nicht unerwünscht sein, die Erfolge kennen zu lernen, welche durch die Theilnahme der Frauen am Telegraphendienste von Seite derjenigen Verwaltungen erreicht worden sind, welche dieselben zur Mitwirkung beigezogen haben. Obwohl wir nicht, positive Daten für alle jene Verwaltungen besitzen, die an der zu Wien revidirten Pariser Telegra- phen-Conventior/ theilgenommen haben, so haben wir doch von der grossen ^ Mehrzahl derselben über diesen Gegenstand Mittheilungen erhalten, welche uns nunmehr gestatten , diese Frage in einer nahezu vollständigen Weise zu besprechen. Mit Rücksicht auf die Verwendung von Frauen können die Telegraphenverwaltungen in vier verschiedene Klassen eingetheilt werden. In der ersten Klasse wird die Frauenarbeit überhaupt nicht zugelassen; in der zweiten ist die Frau nur eine Hilfsarbeiterin, welche als Glied der Familie des Beamten aufgenommen wird und unter dessen Verantwortlichkeit arbeitet; in der dritten kann sie mit der selbstständigen Dienstleistung in einem Bureau betraut werden , aber ihre Mitwirkung ist beschränkt auf Stationen zweiten Ranges; in der vierten endlich nimmt sie Theil an der Depeschenbeförderung in Stationen jeder Gattung. I. Die erste dieser Klassen begreift derzeit noch die grosse Mehrzahl der europäischen Verwaltungen in sich, und zwar 4 die Verwaltung Oesterreichs*), Spaniens, des Kirchenstaates, Griechenlands, der Niederlande, Portugals, Rumäniens, Serbiens, der Türkei, des indo-europäischen Telegraphenamtes und der A nglo - Mediterranean Company, in deren Bereiche der Dienst noch immer ausschliesslich von Männern versehen wird - II. In die zweite Klasse gehören Baiern, Belgien und Norddeutschland, ln Baiern und Belgien ist die Verwendung der Frauen ausserordentlich beschränkt. Sie findet nicht statt* bei eigentlichen Telegraphenstationen , sondern nur in den mit dem Telegraphen combinirten Post- bureaux, wo der Leiter, welcher ohnedies schon berechtigt ist, sich bei der Ausübung seines Hauptdienstes der Beihilfe eines Familiengliedes und zwar ohne Ausschluss des weiblichen Geschlechts zu bedienen, in gleicher Weise auch Frauen alsGehilfineo für seine Telegraphenarbeit verwenden kann. In Norddeutschland ist die Mitwirkung der Frauen etwas ausgedehnter, indem dieselbe, anstatt auf Stationen beschränkt zu sein, wo der Telegraphendienst nur als Nebendienst anzusehen ist, auch bei selbstständigen Telegraphenstationen Anwendung findet. Das Personal der Verwaltung des norddeutschen Bundes wird grundsätzlich aus ehemaligen Militärs rekrutirt. Allein seit dem 1. Jänner 1869 ermächtigte diese Verwaltung die Vorstände solcher Stationen mit vollem Tagesdienste, wo die Arbeit nicht die beständige Mitwirkung eines zweiten Beamten erheischt, zur Ausübung des Dienstes ein erwach*) In jüngster Zeit sind die Frauen auch in Oesterreich, wenn auch vorerst nur in beschränkter Weise zum Telegraphendienste zugelassen worden. (Vergl. Kundschau.) senes Mitglied seiner Familie und zwar die Frau oder die Tochter heranzuziehen. Der Beamte allein ist der Amtsinhaber, er allein sorgt für den Unterricht der Gehilfen , die er verwendet , er allein bleibt verantwortlich für ihre Arbeit, so dass die Verwaltung hierbei nur insoweit intervenirt, als sie die hierzu nothwendige Ermächtigung zu ertheilen hat. Als Vergütung für die Arbeit dieser Gehilfen erhält der Amtsleiter monatlich einen Beitrag von 6 Thalern (9 fl.), solange die monatliche Arbeit nicht 840 Depeschenbeförderungen übersteigt. Ist dies der Fall, so erhöht sich die monatliche Vergütung um 2 Thaler (3 fi.) für jede weitere Serie von 120 Depeschen. Da diese Massregel erst neuerdings in Ausführung gebracht wurde, so ist die Anzahl der Stationen dieser Art gegenwärtig noc h unbeträchtlich, doch wächst dieselbe von Tag zu Tag. Die Verwaltung des norddeutschen Bundes hebt nicht nur die zufriedenstellenden Resultate, dieser Combination hervor, sondern sie findet dabei auch den Vortheil, dort nur eine jährliche Summe von 70 bis 80 Thalern (105—120 fl.) zahlen zu müssen, wo der Gehalt eines zweiten Beamten wenigstens eine jährliche Ausgabe von 300 Thalern (450 fl.) erfordern würde. Es gibt dies ein Ersparniss von ungefähr 300 fl. ö. W. per Jahr und Station. III. Die Telegraphen-Verwaltungen Italiens, Ungarns und Frankreichs lassen Frauen direkt als Beamte zu und gestatten in ausgedehnterer Weise deren Verwendung für den Dienst. Wir setzen die italienische Verwaltung in diese dritte Klasse, weil sie grundsätzlich eine solche Verwendung der Frauen gestattet. Aber thatsächlich war bis heute deren Theil- nahme daselbst beinahe Null. 5 In Italien begreift das mit der Depeschenbeförderung betraute Personale drei Kategorien: ufficiali (Beamte), commessi (Commis) und incaricati (provisorisch Bedienstete). Diese letztem sind nicht eigentliche Beamte der Verwaltung, sondern fremde Personen, welche, indem sie fortfahren, ihren Geschäften nachzugehen, ihr Gewerbe oder Handwerk zu betreiben, den Dienst der kleinen Stationen gegen Vergütung von 60 Centimes für jede abtelegraphirte Depesehe übernehmen. Die Bedingungen für die Aufnahme dieser Gehilfen sind folgende: die Staatsbürgerschaft, der Nachweis einer guten Aufführung und das Bestehen einer Prüfung über die Elementarkenntnisse der italienischen Sprache, der Arithmetik und Geographie, und der theoretischen und praktischen Telegraphie. Die Personen, welche sich um diese Anstellung bewerben, sind berechtigt, vor Ablegung der vorerwähnten Prüfung in einem Bureau der Verwaltung den Dienst zu erlernen. Die Frauen können nur unter die Gehilfen dieser letzten Gattung aufgenommen werden. Die italienische Verwaltung erkennt an, dass das Institut dieser Hilfsarbeiter gute Resultate geliefert hat, aber sie constatirt auch gleichzeitig, dass es thatsächlich ein Monopol der Männer geblieben ist. Eine einzige Frau wurde in dieser Eigenschaft angestellt; doch hat auch diese, obwohl ihre Dienstleistung in jeder Beziehung zufriedenstellend war, späterhin aus Motiven privater Natur ihre Anstellung aufgegeben. In Ungarn ist die Verwendung der Frauen eine vollständigere, denn einerseits werden sie dort u. z. anfänglich unter Verantwortlichkeit des Amtsleiters, später aber selbstständig als Gehilfinen angestelib andererseits werden sie direkt mit der Leitung von Stationen zweiten Ranges betraut. Im ersten Falle werden diese Gehilfinen wie bei der norddeutschen Verwaltung aus der Familie des | Beamten genommen und angestellt, nachdem sic eine mehr praktische als theoretische Prüfung über die Handhabung der Apparate und die Kenntniss der Verordnungen bestanden haben. Wenn die Korrespondenz beträchtlich genug ist, um zwei Beamten zu beschäftigen, so erhal- temsic, entgegen dem Vorgänge in Norddeutschland, selbstständig und unter ihrer eigenen Verantwortlichkeit die Stelle des zweiten Beamten. Sie beziehen dann einen Jahresgehalt von 300 Gulden. Ausser dieser Verwendung als Glieder der Familie der Beamten, werden die Frauen auch zur selbstständigen Leitung solcher Stationen zweiten Ranges zugelassen, deren Korrespondenz eine sehr beschränkte ist, und welche die ungarische, Verwaltung mittelst Vertrag an Privatpersonen zu übergeben beabsichtigt. Diese Frauen müssen sich, sowie diejenigen, welche als Hilfsarbeiterinen in den von Beamten geleiteten Stationen angestellt sind, nach der zu ihrem Unterrichte nothwendigen Vorbereitungszeit der obenerwähnten Prüfung unterziehen Die ungarische Verwaltung besitzt bishei nur einige Eleven dieser Kategorie, so dass sie nicht in der Lage ist, sich über die Resultate auszusprechen, welche diese Einrichtung hervorbringen wird. Bei der französischen Verwaltung ist die Rolle der Frauen beiläufig dieselbe, wie bei der ungarischen. Da deren Verwendung jedoch seit der Jahre 1863 zugelassen ist, so gestattet eine Erfahrung von mehreren Jahren eine vollständigere und begründetere Beurthei- lung der Massregel. Bei Stationen mit vollem Tagesdienste, bei welchem die Frau flie Aufgabe hat, ihren Mann oder Vater 6 zu unterstützen, erhält dieser für deren Dienstleistung, für welche er verantwortlich bleibt, einen weitern Gehalt von jährlichen 300 Frcs. (120 fl.) Die Zahl der Stationen dieser Art war nie sehr bedeutend und zeigt die Tendenz noch mehr zu sinken, da diese Einrichtung nach und nach in Folge der durch die neuerliche Herabsetzung der inländischen Tarife entstandenen Arbeitsvermeh- rung in der Mehrzahl der Stationen , wo sie bisher bestanden hatte, unhaltbar wird. Die Frauen nehmen in Frankreich daher hauptsächlich als Stationsleiterinen am Telegraphendienste Theil. Nach der jetzigen Organisation der Verwaltung können Telegraphenstationen in Ortschaften, welche nicht die Haupt - orte der Departements sind, und deren Dienst für die Ausnützung des Netzes von keiner Bedeutung ist, anvertraut werden: „ 1. alten Staatsdienern, welche wenigstens 7 Jahre Civil- oder Militärdienste zählen, oder welche — im Falle geringerer Dienstzeit — den Dienst nur in Folge erhaltener Verwundungen oder solcher Gebrechen verlassen haben, die sie sich in Ausübung ihrer Funktionen zugezogen haben; 2. den Frauen, Töchtern oder Schwestern alter Staatsdiener, welche sich in den eben angedeuteten Verhältnissen befinden oder in activer Dienstleistung gestorben sind. Um zur Führung dieser Stationen zugelassen zu werden, müssen die hierauf reflectirenden Candidaten wenigstens 20 und höchstens 33 Jahre alt sein. Sie sind gehalten, ein jährliches Einkommen von mindestens 300 Franken nachzuweisen und sich der Beihilfe eines Gliedes ihrer Familie zu versichern, welches fähig ist, sie im Falle von Abwesenheit oder Krankheit zu vertreten. Wenn sie diese Bedingungen erfüllen, so beschränkt sich die Verwaltung darauf, sie einer Probe in Bezug auf ihre Schrift und Rechtschreibung zu unterziehen, und ermächtigt sie, falls diese befriedigend ausgefallen ist, sich bei einer Telegraphenstation die Kenntnisse der verschiedenen Details des Telegraphendienstes anzueignen. Diese Aspiranten werden nach einer Vorbereitungszeit von beiläufig drei Monaten, während welcher sie keine Entlohnung erhalten, definitiv angestellt, aber nur in der Eigenschaft von Hilfsarbeitern, ohne dass ihre Dienstleistung ihnen ein Recht auf Einreihung in den Personalstand der Anstalt, oder auf eine Pension oder auf einen Ruhegehalt gewähren würde. Die Vortheile, welche diesen Hilfsbe amten zugestanden sind, sind folgende: Sie wohnen unentgeltlich in den Lo kalitäten der Telegraphenstation, die ihrer Leitung untersteht; sie erhalten einen fixen Jahresgehalt von 400 Franken (160 fl.), welcher den gesetzlich vorgeschriebenen Abzügen für Civilpensionen nicht unterworfen ist und durch successive Erhöhungen um 100 auf 800 Frcs. (320 fl.) steigen kann. Sie beziehen ausserdem eine Provision von 10 Centim. für jede abgehende oder ankommende Privat-Depesche, während sie für die amtliche und Dienstcorre- spondenz keine Entschädigung erhalten. Sie empfangen übrigens auch die Beträge, welche den Leitern von Stationen gleicher Bedeutung unter dem Titel von Bureaukosten zugewiesen sind, und haben im Falle der Versetzung aus Dienstesrücksichten Anspruch auf Reisekostenentschädigung und Diäten, wie sie den wirklichen Beamten zukommen. Abgesehen von den Bedingungen, deren Erfüllung für ihre Aufnahme gefordert wird, sind diese Bediensteten noch verpflichtet, eine Caution aus demselben Titel, wie die wirklichen Beamten, zu lei- sten und ohne irgend eine specielle Yer- gütung die Zustellung der Telegramme zu besorgen. Wie wir schon oben erwähnt haben, datirt diese Verwendung der Frauen vom Jahre 1863.Seither wurden ihnen beiläufig 200 Stationen anvertraut und ihre Dienstleistung hat hisher zufriedenstellende Resultate geliefert. Die französische Verwaltung schätzt die jährliche Ersparniss, welche diese Massregel hervorruft, auf 10Q0 Franken (400 fl.) für Eine Station. Wir haben nun noch von jenen Verwaltungen zu sprechen, welche von der Frauenarbeit einen ausgedehnteren Gebrauch machen, und die Frauen zur Theil- nahme an der Arbeit bei Stationen jecjer Gattung berufen haben. Diese Verwaltungen sind jene Dänemarks, Norwegens, Schwedens, des Grossherzogthums Baden und der Schweiz. Wir werden in einem weiteren Artikel über die Art und Weise berichten, wie der Dienst bei diesen Verwaltungen rpit Rücksicht auf die Verwendung dpr Frauen eingerichtet ist. (Fortsetzung folgt.) Die Wiener Privat-Telegraphen- Anstalt. Von befreundeter Hand erhalten wir über die Gründung, Errichtung und den Betrieb der Wiener Privat-Telegraphen- Anstalt den nachstehenden detaillirten Bericht, den wir am Schlüsse durch uösQI'C eigenen Ansichten über dieses einzig in seiner Art dastehende Unternehmer} erläutern werden : Am 3. April 1869 wurde von der k. k. Regierung depi Hof- und Gerichfs- AdvocatenDr. Anton Willner, dem Reichs- j raths-Abgeordneten Dr. Ferdinand Stamm, | dem Direktor der Wiener Handelsbank Edlen v. Lindheim, dem Banquier Mich. Grün bäum und dem Telegraphen-Amtsverwalter Adalbert Kästner eine Conces- sion zu dem Zwecke ertheilt, die Stadt Wien und ihre Vorstädte, dann solche in einer Entfernung von fünf geographisphep Meilen von den Linien Wien’s situirten Orte und Etablissements, in welchen keine k. k. Staats-Telegraphenämter bestehen, unter sich mit Lokal-Telegraphenleitungen zu verbinden, an den betreffenden Punkten Telegraphenstationen zu errichten, den Betrieb derselben auf ihre Rechnung, Gefahr und Kosten bis zum Erlöschen der Cqnce§- sion, d.i. auf die Dauer von 30 Jahre zu besorgen, Aufträge aller Art im telegraphischen Wege anzunehmen und zu bestellen, mittelst ‘Staats- und Bahntelegraphen in Wien einlangendeTelegramme gegen tarif- massige Vergütung den Adressaten zpzu- stellen und beziehungsweise die bei ihren Privatstationen aufgegebenen Depespfien zur Weitertelegraphirung dem Staats- Centralamte in Wien zuzuführen. Den Concessipnären wurde das Recht eingeräumt, eine Aktiengesellschaft zu bilden und zur Aufbringung der Geldmittel auf Ueberbringer lautende Afifien auszugeben, welche nach 30°/ 0 Einzahlung auf den Österreichischen Börsen gebandelt und ämtlich notirt werden dürfen. Das Geschäfts-Capital wurde auf l, 000.000 Guldep ö. W. festgesetzt, welche Summe durch Aktien zuin Nenp- werthe von 200 fl. per Stück aufgebracht werden soll. Hierauf sind bisher 300.000 fl. ö. W., und zwar so eingezahlt werden, dass vqn den hinausgegebenen 3000 Aktien 60 fl. oder 30°/ 0 eingefordert wurden. Nachdem von Seite des k. k. Handelsministeriums der Plan über die herzustellenden Telegraphenleitungen und die zu errichtenden Telegraphenstationen genehmiget, und von Seite der politischen und Tabelle A. Telegraphenlinien von Centralamt. . . . Wienunfer . . . . Schickanedersteg Schleife. Abzweig: Mariahilf, Nevillebrücke . . . Gumpendorf . . . . Nevillebrücke . . . Schlachthausbrücke Abz.: Hietzing. . . Schleife. Abz.: Hietzing Schleife . . . . Abz.: Hernals Abz.: Berggasse . . Schleife. Abz.: Berggasse . . Schleife . Schlachthausbrücke Schleife. Abz.: Kaltenleutgeben Schleife. Neudorf. Schleife. Traiskirchen .... Baden. Schleife. Wienufer. Münzamt. Schleife. Münzamt. Franzensbrücke. . . Praterstern. . Schleife. Centrale. Bürgerspital .... Ecke Plankengasse. Schleife. Ecke Plankengasse . . Trattnerhof. Ecke Milchgasse . . . Staatsamt bis Wienufer . . . Schickanedersteg Wieden .... Abzweig: Mariahilf Margarethen . . Alserstrasse . . Nevillebrücke . Gumpendorf . . Mariahilf. Schlachthausbrücke Abz.: Hietzing Hitzing .... Fünfhaus . . . Penzing .... Abz.: Hernals . Westbahn . . . Hernals .... Dornbach«. . . Abz.: Berggasse . Berggasse .... Abgeordnetenhaus Tulln. Döbling ..... Abz. Kaltenleutgi Mauer. Liesing . . . . Kaltenleutgeben Neudorf .... Mödling .... Baden . Guntramsdorf . Tattendorf. . . Pottenstein . . Leobersdorf. . Münzamt. . . . Simmering . . . Salmgasse . . . Franzensbrücke Taborstrasse. . Praterstern. . . Kaisermühlen . Korneuburg . . Floridsdorf. . . Bürgerspital . . . Ecke Plankengasse Trattnerhof . . Seilergasse . . Ecke Milchgasse Fleischmarkt . . Landhaus . . . Staatsamt .... Abgeordnetenhaus Im Ganzen. . . Doppelsäulen. . Streben .... Stimme. eben SS 0? faß « a Länge der Leitungen abso- lute Drahtlänge £- 3 e« tsj offene unterirdisch in Klaftern 16 178 3560 11 70 962 1 504 630 10 358 4470 2 348 870 1 1622 2027 9 623 7009 1 140 150 1 440 440 8 183 183*0 4 403 1612 1 2526 2620 2 174 435 2 270 540 3 1623 4869 2 210 420 2 157 314 1 2700 2700 2 885 1770 1 1087 1359 2 165 412 1 18060 18060 2 550 1100 4 4545 .18180 2 1140 2280 2 75 150 1 3275 3275 3 3990 11970 2 175 350 2 7600 15200 2 425 850 1 4950 4950 1 10125 10125 2 350 700 5 706 4413 1 2569 3017 2 225 450 3 835 3006 1 560 686 2 366 915 1 1750 1750 1 8644 8644 2 140 280 6 , 237 1422 5 128 800 2 135 338 2 74 185 3 275 1031 1 265 311 1 235 294 2 330 825 1 215 225 873731237 152359 Draht Eisen 3 fl 03 phensäulen n 'S 1 i“M s s J3 sh GQ ‘S fl 05 o :fl Sh cq fl Schrauben K o s t e n f 11 r -G O <05 V Träger Rund 03 fl © c3 73 2 N sä f-> 'S ht) fl s Materi- Bau St .«e £ s O © cl ^2 fl N 4* O aie Arbeiter- Frachten bumme o o t>3 löhne und Diverse 8 t ti c 1 a oo c§ 11. ikr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. 10 2 ' 10 30 . 82 212 10 10 84 976 43 101 8 16 60 1094 11 ♦ 3 3 34 83 33 33 99 26 36 25 3 58 139 9 2 20 2 1*80 36 2 2 47 85 23 94 4 42 75 71 20 29 . 267 6 200 200! . 757 57 169 86 29 86 956 79 • 54 84 92 33 6 4 92 122 90 *27 *27 236 154 . 154 159 80 62 93 12 7 234 80 9 300 6 261 261 992 67 267 34 31 95 1291 96 • * 9 . 9 37 5 70 — 70 15 77 10 *10 *70 57 . 57 43 46 9 15 _ 35 52 96 17 80 80 80 269 _ 64 54 6 26 339 80 17 51 68 68 68 134 16 32 99 18 86 186 1 52 52 3 125 165 55 55 358 88 81 15 66 65 507 39 • • ' 5 19 38 54 45 10 66 3 84 68 99 5 1 5 12 • 36 10 10 66 36 12 53 8 19 97 8 70 70 141 3 226 211 211 445 78 122 81 73 98 642 57 8 8 8 5 21 16 16 30 11 12 87 8 8 51 6 *90 *90 27 54 # 30 99 10 61 5 _ 46 60 1 69 ♦ 160 91 91 340 90 87 2 98 29 526 21 30 30 30 2 93 62 60 60 157 89 54 17 97 88 309 94 5 5 98 5 5 125 41 38 30 11 69 175 40 745 4 4 4 2 Io 8 8 147 5 12 65 1 1 161 71 745 3 130 878 748 748 2399 30 608 80 758 2 3766 12 5 1 5 5 26 62 10 10 118 16 29 66 11 68 159 45 199 3 202 608 7 841 797 12 809 1568 91 412 15 252 57 2233 63 21 41 41 42 4 . 91 83 83 219 68 64 77 45 79 330 3 3 3 2 8 3 3 15 83 4 59 8 1 23 43 142 142 1 2 . 145 143 143 423 65 105 39 141 89 670 93 192 192 383 10 593 675 675 1150 96 310 69 220 77 1682 42 4 *1 4 4 3 . 12 8 8 30 18 10 71 4 16 45 5 224 223 225 3 460 154 454 1297 16 457 16 254 50 2008 82 17 17 17 2 36 34 34 86 99 26 51 16 49 129 99 194 194 . 45 . 239 194 194 670 42 161 86 201 56 833 84 379 379 1 22 402 380 380 1298 77 335 21 388 50 2022 48 14 35 14 14 12 . 40 14 14 76 21 20 42 12 78 109 41 73 3d ' 1 43 140 175 4 35 35 280 1411 80 167 60 19 34 1598 74 73 118 74 74 280 12 82 15 74 30 436 57 • 25 25 26 52 62 10 14 10 4 7 82 27 73 12 52 77 *4 25 25 102 1080 93 101 23 11 57 1193 ’ 1 • 71 71 . 73 60 25 3 7 99 106 62 1 2 1 29 3 2 63 1 2 3 4 123 77 34 77 5 73 164 27 13 58 58 61 58 58 195 8 52 99 60 6 308 306 7 313 30 351 306 7 313 30 1314 67 284 38 316 72 1915 77 4 4 4 4 19 8 8 34 20 8 57 17 56 50 88 13 71 1051 45 729 83 91 93 1873 21 84 74 27 40 5 56 127 70 21 32 44 16 12 81 2 51 59 48 12 33 . 40 28 8 30 2 58 51 16 27 81 114 74 32 17 6 34 153 25 ♦ 34 34 . 29 89 10 81 2 66 43 36 35 42 27 93 9 17 3 29 40 39 ’ 4 8 b 96 122 67 30 35 7 54 160 56 4 i 5 4 4 135 97 8 55 . 40 144 52 52 • 156 77 156 77 . 78 _ 78 188 • 282 — • 282 3118 j 153 0 3028 2071J1304 27617341 1 20 45O8|673|5181|490 21399J63 [■ 5 É 3 T 83 3385 8 30119| 51 1-7 10 Baubehörden, sowie von Seite der betreffenden Gemeindevertretungen die Zustimmung zur Herstellung der Leitungen auf den respectiven Strassenzügen ertheilt worden war, wurde der Bau am 26. Juni 1869 begonnen und am 28. August desselben Jahres beendiget und sofort das aus der Beilage (Taf. I) ersichtliche Telegraphennetz mit 36 Stationen dem Betriebe übergeben. Nachträglich wurden noch weitere 14 Stationen errichtet, so dass sich derzeit 30 gesellschaftliche Stationen im Betriebe befinden. Die Länge der Leitungstrage beträgt 87.373 Klftr. oder 21*84 Meilen, die Länge der Leitungsdrähte 152.359 Klftr. oder 38*09 Meilen. Die Anlagekosten der Leitungen sind in der Tabelle A(S. 8 u. 9) detaillirt und betragen für sämmtliche im Betriebe stehenden Linien 30.119 fl. 54 kr. ö. W. Es kommt demnach die Meile der zumeist in sehr schwierigem Boden errichteten Leitung mit Einem 4 i/ 2 mm. dicken Draht und mit impräg- nirten Holzsäulen auf 792 fl., die Meile Leitung mit Zwei 4 1 j 2 mm. dicken Drähten auf 1056 fl., die Meile Leitung mit Drei 4 i/ 2 mm. dicken Drähten auf 1699 fl., die Meile Leitung mit Vier 41/2 mm. dicken Drähten auf 2030 fl. Die gesammten offenen Leitungen in und unmittelbar umWien in derTracenlänge von 14.436 Klftr. und der Drahtlänge von 47.465 Klftr. kostet 10,903 fl.. Die unterirdischen in Portland-Cement und Ziegel eingebetteten 6 Leitungen in einer Länge von 237 Klftr. kosten 1873 fl. 21 kr. Für die Einrichtung der im Betriebe befindlichen fünfzig Stationen, inclusive der Möbel etc. wurden verausgabt 8531 fl. 8 kr., und es ergibt sich der Kostenaufwand für die Errichtung einer Mittel- oder Endstation im Durchschnitte mit dem Betrage von 170 fl. 72 kr. Die Gesammtkosten für die Herstellung und Einrichtung sämmtlicher Local-Telqr graphenleitungen und Stationen (darunter das Centralamt mit 22 Apparaten), für die Anschaffung hinlänglicher .Reserve-Apparate, für Adaptirungen der Localitäten, Einrichtung der Directionskanzlei und des Depots etc. belaufen sich auf 47.447 fl. 49 kr. In den Stationen ausserhalb Wien verrichten vertragsmässigzumeist Postmeister, Lotto-Collectanten und andere vertrauenswürdige Geschäftsleute den Telegraphen- Manipulationsdienst gegen bestimmte An- theile an den Einnahmen, und zwar erhalten dieselben für die Manipulation eines einfachen Telegrammes von 20 Worten 3 Kreuzer und für jede weiteren 10 Worte 2 Kreuzer mehr; dann für die Zustellung der Depeschen an den Adressaten im Orte 4 Kreuzer, ausserhalb des Ortes aber den fixirten Botenlohn. Bei den Stationen in Wien und den Vorstädten versehen fast durchwegs Individuen des weiblichen Geschlechtes den Dienst gegen eine Besoldung monatlicher 20, 25 bis 30 fl., je nach dem Geschäftsumfange und der Leistungsfähigkeit. Zur Ausbildung dieser Individuen werden Tele- graphen-Curse im Wiener Frauenvereine abgehalten, welchem Vereine auch das Aufsichtsrecht über diese Bediensteten eingeräumt worden ist. Bei mehreren Stationen der Vorstädte und Vororte Wien’s versehen Frauen von Staatstelegraphenbeamten den Dienst zur allseitigen Befriedigung. Unter den Telegraphistinen, deren Zahl sich derzeit auf 40 beläuft, gibt es viele, welche es in einer viermonatlichen Dienstzeit dahin gebracht haben, eine einfache Depesche nebst den üblichen dienstlichen Notizen in der Zeit von zwei bis drei Minuten correct und sehr gut gruppirt abzutelegraphiren. li Als Apparaten-Sistem steht das Morse’sche mit Reliefzeichen in Verwendung; der Betrieb der Leitungen geschieht mit Ruhestrom, welcher vom Centrale aus in alle Linien gegeben wird. Zur Erzeugung des electrischen Stromes sind Callaud’sche Elemente in Verwendung (Zink und Kupfer in einem Glase und ohne Thonzellen in einer aus Kupfervitriol durch Wasserüberguss erzeugten Flüssigkeit). Elemente von Kohle und Zink in, mit einer Alaun- und Kochsalzlösung gefüllten Gläsern, und zwar ebenfalls ohne Thonzelle, bewähren sich vortrefflich und liefern einen noch wohlfeileren electrischen Strom als die ohnehin sehr billigen Callaud’schen Elemente. Mit 12 kleinen Kohlen-Zink-Elementen wird die 5 Meilen lange Leitung Wien- Tattendorf betrieben, in welcher mit dem Centrale 3 Stationen eingeschaltet sind. (Fortsetzung folgt.) Das galvanische Element als Tele- ‘graphenleitung. Vom k. k. Obertelegraphisten Prokop Urban. Im Jahre 1836 habe ich in Pest mit dem galvanischen Plattenpaare einen eigen- thümlichen Versuch vorgenommen, indem ich dasselbe gleichzeitig als Electromotor und als Telegraphenleitung verwendete; zu diesem Zwecke habe ich zwei Drähte, u. zw. einen 1 i j 2 m/m starken Kupfer- und einen 3 m/m starken Eisendraht in nasses Erdreich neben einander in der Weise versenkt, dass sich dieselben in keiner Stelle metallisch berühren konnten. Es bildete sich hierdurch ein galvanisches, circa 10 Klftr. langes Element, welches gleichzeitig als Telegraphenleitung dienen sollte. Die erregbare Flüssigkeit war das nasse Erdreich, in welchem die zwei heterogenen Metalldrähte lagen, die Electromotoren waren der Kupfer- und der Eisendraht. Das auf diese Art zusammengesetzte galvanische Element ergab eine Stromstärke, welche auf zwei an den Enden eingeschalteten Galvanometern, eine Nadelablenkung von 80 Grad bewirkte, und welche auch während der ganzen Dauer dieser Versuche ziemlich constant blieb. Sobald aber diese zwei Drähte an irgend einem Punkte in metallischen Contact gebracht wurden, gingen die Magnetnadeln der Galvanometer von 80 Grad bis auf 20 oder 25 Grad zurück, und wurden jedesmal wieder auf den ersteren Standpunkt abgelenkt, sobald die metallische Verbindung aufgehoben wurde. Die Differenz der auf diese Art erzeugten Stromwirkung war sonach 33 bis 60 Grad und genügend ein statt eines Galvanometers eingeschaltetes Relais auf dem entgegengesetzten Punkte entsprechend zu afficiren und in Bewegung zu bringen, wie bald dort das metallische Schliessen und Oeffnen der zwei Drähte wiederholt wurde. Zunächst lag die Frage vor, ob ein solches aus Kupfer- und Eisendraht hergestelltes Metallpaar, wenn es durch das Einschalten der Galvanometer an beiden Enden geschlossen wird, eine gleiche Stromtheilung eintretcn lasse, d. h. ob auf beiden Galvanometern von gleicher Beschaffenheit auch eine gleiche Ablenkung der Magnetnadel stattfinde; ferner ob der electrische Strom auf den einen Galvanometer kräftiger wirke, wenn das Metallpaar als Batterie auf dem zweiten Endpunkte unterbrochen wird. Die erste Voraussetzung war richtig, die zweite, als die wichtigere und noth- wendigere, hat sich jedoch nicht bestätigt und ich war genöthigt, den Versuch, die Correspondenz durch Stromschiuss und Stromunterbrechung zu bewirken, aufzugeben, und andere geeignetere Mittel zum Zwecke ausfindig zu machen. Nachdem ich in Folge dessen meine Versuche für längere Zeit unterbrechen musste, wurde mir durch die Einwilligung des Hrn. Hofrath es Drechsler im Jahre 1858 die Gelegenheit geboten, in dem im Belvedere-Schlossgarten in Wien befindlichen, circa 60 Klftr. langen Bassin eine solche Leitung auf längere Zeit anzulegen und dieselbe wieder aufzunehmen. Bei dieser Gelegenheit fand ich es für vortheii- haf’t, die Circulation des aus dem gedachten Metallpaare entwickelten electrischen Stromes durch die an den beiden Seiten eingeschalteten Relais nicht zu unterbrechen, welcher sie constant afficirte; wenn sodann die eleetromotorischen Drähte an irgend einer Stelle ausserhalb des Wassers in Contact gebracht wurden, und der grösste Theil des Stromes an der gedachten Contactstclle, die beiden Relais verlassend, vom Kupfer- auf den Eisendraht überging, sind die Hebel des Relais wieder in ihre Ruhelage gebracht worden. Diese Bewegung des Relaishebels ist also nicht durch Stromunterbrechung, sondern blos durch Stromdifferenz hervorgerufen worden. Das Einschaltungsschema war sehr einfach. Die Länge des Teiches mass wie gesagt 00 Klftr,; das Ende des Eisendrahtes war zur Axe, und jenes des Kupferdrahtes zum Anschlagspunkte eines gewöhnlichen Tasters und zugleich zu den Multiplicationsenden des Rolais geführt. Beim Niederdrücken eines oder des anderen Tasters traten die beiden constant afficirten Relais gleichzeitig in die Ruhelage, weil der hier erzeugte »Strom durch den geschlossenen Taster den kürzesten Weg zu seiner Ausgleichung fand; durch das Oeffnen und Schliessen der Taster wurden gleichzeitig die Relais in corrc- spondirende Bewegung gesetzt. Es lag nun nichts mehr im Wege, diesen Versuch im grösseren Massstabc durchzuführen, und ich war eben daran, eine 800 Klftr. lange Leitung in der eben beschriebenen Weise anzulegen, als ich vernahm, dass auch andernorts ähnliche Versuche stattfänden. Ich hielt es desshalb für angemessen, weitere Nachrichten über die bezüglichen Resultate abzuwarten, allein umsonst, ich habe selbst in den Fachschriften seitdem hierüber nichts mehr zu lesen bekommen. im Jahre 1860 habe ich bei Gratz in Steiermark eine fast i/ 4 Meile lange Leitung im gedachten Sinne angelegt. Es zeigte sich bei dieser grösseren Länge, dass der Strom nicht stärker, sondern schwächer geworden sei, auch leistete er nicht mehr in der früheren präcisen Weise die erwarteten Dienste. Es hatte vielmehr den Anschein, als wenn die Electrieitäts- Erregungs-Fläche der Metall drähte, welche im Wasser lagen, die Fähigkeit eingebiisst hätten, gleichzeitig als leitendes Mittel für die in ihnen erzeugte Electricität zu dienen. Beim Schliessen und Oeffnen des Tasters wurde das corrcspondirendc Relais so gering afficirt, dass seine Bewegungen trotz der feinsten Stellung kaum bemerkbar wurden, was sonach dem Fortschritte dieser Aufgabe nicht günstig war. Aber auch diesmal fand ich nach mehreren Versuchen wieder ein Mittel, durch welches ich die Correspondenz endlich ermöglichte. Es wurde nämlich die Fläche des Metallpaares an den beiden Enden durch Kupfer- und Eisenblechplatten verstärkt, und die Kupferplatte überdiess noch in ein grösseres, nach Aussen abgeschlossenes Thongefäss, in welchem sich auch 13 Kupfervitriolkrystalle befanden, gestellt, so dass die ganze Einrichtung in das Wesen eines Danieli’schen. Elementes überging. Die Eisenplatte lag an den inneren Wänden. Das Thongefäss, gefüllt mit Kupfervitriol und darin eingesetzter Kupferplatte, stand in der Mitte einer durchlöcherten Kiste, damit das Wasser leicht eindringen könne. Der Eisendraht -wurde sodann mit den Eisenplatten, und der Kupferdraht mit den beiden Kupferplatten metallisch verbunden. Die weiteren Einrichtungen waren genau so wie jene, welche bei dem früheren Versuche beschrieben wurden. Mit der Bekanntgabe dieser Versuche, auf welche ich mich für jetzt beschränken zu müssen glaube, will ich nur die Frage in Anregung gebracht haben, ob sie nicht vielleicht das Mittel bieten , Ströme und kleinere stehende Gewässer künftig auf billigere Weise als gegenwärtig zu übersetzen. Rundschau. Inland. (Herabsetzung des Telegraphen-Tarifes.) Zu Folge allerhöchster Entschliessung vom 2. März d. Jahres tritt für interne Tele- graphen-Correspondenzen der österreichisch-ungarischen Monarchie vom 1. April 1870 an folgender Tarif in Kraft: 1. für Entfernungen bis zu 10 Meilen 40 Neukreuzer und 2. für grössere Entfernungen 60 Neu- kreuzer per einfache Depesche von 1 —-20 Worten. Diese Gebühren erhöhen sich um die Hälfte für jede weiteren 10 Worte. (Rcgnlirnng der Bezüge der Beamten der k. k. Direktion für Staats-Telegraphen in Wien.) Mit allerli. Entschliessung vom 23. Dezember 1869 wurden die Bezüge der Be- : amton der Telegraphen- Direction in Wien in nachstehender Weise geregelt; j Zahl der DiensteB-Ohavakter. Uesolthmg Qnartiergeld Stellen 1 Directionsrath in der VI. Diätenclasse mit dem Titel und Cliarak- fl. fl. ter eines Regierungs- rathes. 2500 400 1 Directionsrath . . . 2000 350 1 Vorstand des Recli- nungs - Departements, mit Titel und Charakter eines Directions- rathes. 1800 350 1 Secretär . 1600 300 1 Secretär . 1400 300 1 Concipist.• 1000 200 1 Concipist. 900 200 1 Concepts - Adj uuet . . 600 120 1 Concepts-Adjunct . . 500 120 (Ban eines Central -Telegraphenge- büudes i« Wien.) Dem Vernehmen nach sind Verhandlungen im Zuge , um auf den Stadterweiterungsgründeu in Wien und zwar in der Nähe des ehemaligen Schottenthores ein, der jetzigen Ausdehnung der Staats- telegraplienanstalt entsprechendes, eigene- Central-Telegraphengebäude zu erbauen Die Baukosten sollen mit Ausschluss des Baugrundes auf 600.000 Gulden veranschlagt sein. (Gabel Ragnsa-Kalta.) Die am 27. Jän- nsr 1867 ertheilte Concession zur Legung eines Cabels von Ragusa nach Corfu beziehungsweise Malta ist am 27. Jänner d. Jahres erloschen. Wie es heisst, sollen sich mehrere Gesellschaften um die Concessioni- rung eines Cabels von Ragusa nach Brindisi, welches von Brindisi nach Alexandrien weiter geführt werden soll, bewerben, ohne von der österreichischen Regierung irgend eine Garantie z u verlangen. (Iiispectoren - Conferenz.) Im Februar d. J. fand in Wien eine Conferenz sämmt- licher k. k. Telegraphen-Inspektoren statt. Die Berathungsgegenstände waren: 1. Entwurf einer Zukunfts-Netzes der einzelnen Inspectorats-Bezirke mit Berücksichtigung der noch vorzunehmenden Leitungs- Bauten und Stations-Errichtungen, dann der bestehenden, im Ba u begriffenen und pro- jectirten Eisenbahnen und Strassenzüge des Landes; Entwurf einer Linien-Karte. 2. Präliminirung der im Jahre 1870 und 1871 als unumgänglich noth- wendig auszuführenden Neubauten. 3. Festsetzung der zur Umgehung des Hauptkuotenpunktes Wien herzustellenden Transit-Linien. 4. Aufstellung einer Linien- und Betriebs-Ordnung. 5. Regelung der Controlle über die Pri- vat-Correspondenz auf den Bahnbetriebs- Linien. 6. Wahl des besten Apparat- und Batte rie-Sistems. 7. Bestimmung des Bausistems für die Telegraphen-Linien, der Normaldistanz für Haupt- und Seitenlinien, der einheitlichen Montirung derselben u. s f. 8. Zeitweise Untersuchung und Instandhaltung der Leitungen. 9. Eintheilung und Stationirung der Leitungs-Aufseher und Dienstes-Instruction für dieselben. 10. Einführung der Stück - Tantieme für die Depeschenmanipulation. Wir werden nicht ermangeln über die Resultate genauen Bericht zu erstatten. (Zulassung von Frauen znm Staats- Telegraphendienste.) Das k. k. Handelsministerium hat angeordnet, dass jene Frauenspersonen , welche die Postexpeditoren-Be- fugniss erlangt haben und die sonstige vollkommene Befähigung für den Telegraphendienst besitzen, auch zur Verseilung dieses Dienstes bei den mit nicht ärarischen Postämtern combinirten Telegraphen-Neben- stationen zugelassen werden sollen. Derlei Frauenspersonen können, wofern sie sich nicht durch Privat-Unterricht die Befähigung für den Telegraphen-Nebensta- tionsdienst erworben hätten, bei jenen Telegraphenstationen, welche mit der Unterweisung von Postbediensteten sich zu befassen haben, in der Telegraphie unterrichtet werden. Die Prüfung aus dem Telegraphendienste, von welcher keine Aspirantin losgezählt werden kann, wird entweder bei dem betreffenden Telegraphen-Inspectorate oder vor einem Inspectoratsbeamten abzulegen sein. (Herstellung eines neuen Anschlusspunktes «wischen dem österreichischen and schweizerischen Telegrnphennetze bei Mar- tinsbrnck-Fiusterinünz.) Am 1. Jänner 1870 wurde eine neue, von Jnnsbruck in Oesterreich nach Samaden in der Schweiz über Martinsbruck-Finstermünz führende Telegraphenlinie dem Verkehre übergeben. Diese Linie ist vorzugsweise für den gegenseitigen Lokal verkehr der nächstgelegenen österreichischen und schweizerischen Telegraphen-Stationen bestimmt. Als Auswechslungs-Stationen für die betreffenden Correspondenzen gelten österreichischerseits Innsbruck, und schweizerischerseits Samaden. (Bezahlung der Expressgebühren für die mit Post weiter zu befördernden Tele- gramme.) Zu Folge der im Jahre 1868 zu Wien getroffenen internationalen Vereinbarungen im Telegraphenwesen werden die Franc o- undRekomandat ionsgebühr en für die von den Telegraphen-Stationen ab mit Post weiterzusendenden Depeschen weder vom Aufgeber noch vom Adressaten, sondern von der Telegraphen- Anstalt getragen. Mit Rücksicht hierauf hat das k. k. Handelsministerium im Einvernehmen mit dem k. ung. Handelsministerium angeordnet, dass die für solche Depeschen nebstbei zu entricli- tendenExpressbesterll- oder Botengebühren, wenn dieselben, wie dies bei nicht rekommahdirten Telegrammen der Fall ist, vom Aufgeber nicht vorausbezahlt wurden, durch die Postanstalt vom Adressaten hereinzubringen seien. Verweigert der Adressat diese Zahlung, . was er auf der Rückseite des betreffenden Begleitscheines zu bestätigen hat, so wird ihm die Depesche nicht a u s g e f o 1 g t. Die entfallende Gebühr ist alsdann vom Aufgeber hereinzubringen. (Eröifauug einer combinirten österreichischen und norddeutschen Telegraphenstation in Görlitz.) Am 1. Februar d. J. ist zu Görlitz eine combinirte, mit österreichischen und norddeutschen Beamten besetzte Controll- station eröffnet worden, welche alle über österreichisches und norddeutsches Gebiet in das Ausland gehenden, oder von dort kommenden internationalen Correspondenzen zu vermitteln und zu controlliren hat. Eine gleiche Aufgabe haben auch die Stationen Krakau und Breslau erhalten. Die in Oesterreich-Ungarn für •Norddeutschland, oder in Norddeutschland für 15 Oesterreich ~ Ungarn aufgegebenen internen Vereins-Depeschen unterliegen von obigem Zeitpunkte ab keiner Grenzcontrolle mehr, und es wird von den respectiven Aufgabs- und Adresstationen lediglich die Summe der ab- gesandten und eingegangenen Telegramme und der bezüglichen Gebühren-Einlieiten nacli- f gewiesen, so dass eine einfache Vergleichung 'der von der österreichisch-ungarischen und norddeutschen Telegraphenverwaltung gewonnenen diessfälligen Endergebnisse genügt, um das gegenseitige Soll und Haben derselben festzustellen. ([Das lelegraphenamt im Ministerium des Aeussern in Wien) wurde geschlossen. Ausland. Der Electric and International Telegraph Company 73,470.650 Frcs. Der Britisch and Irish Magnetic Telegraph Company 31,088^400 „ Der Reuter’s Telegraph Company 18,150.000 „ Der United Kingdom Telegraph Company 14,056.600 „ Der Universal Privat-Tele- graph-Company 4,610.550 „ Der Loudon and Provincial- Telegraph- Company 1,500.000 „ Zusammen 142,876.000 Pres. (Gebühren-Ermässigung für Depeschen nach Indien.) Am 1. Jänner d. J. trat für die Correspondenz mit Indien eine bedeutende Erleichterung ein, indem für Telegramme bis zu 10 Worten hinsichtlich der aussereuropäi- schen Beförderungsstrecken ein um die Hälfte ermässigter Tarifsatz zugelassen wurde. (Einbeziehung des Fürstenthums Lichten stein in das österreichische Telegraphennetz.) Zu Vaduz im Fürstenthume Lichtensteiu ist eine österreichische Telegraphenstation errichtet worden. Im Verkehre mit Lichtensteiu gelten die für die österreichisch-ungarioclie Monarchie und speziel für Tirol und Vorarlberg festgesetzten Bestimmungen und Tarife. (Einführung des Telegraphen in Montenegro.) Die montenegrinische Regierung hat in Cettinje eine Telegraphenstation eingerichtet, welche mit dem österreichischen Telegraphenamte bei Cattaro in Verbindung gesetzt worden ist. Die Gesammttaxen für Depeschen von 1 — 20 Worten betragen : zwischen Cettinje und Cattaro 20 kr. (50 Centimes), zwischen Cettinje und Dalmatien 40 kr. (1 Frc ), zwischen Cettinje und den übrigen Theilen Oesterreichs und Ungarns 1 fl. (2 Fcs. 50 cts.) Die montenegrinische Terminaltaxe für internationale Correspondenzen wurde auf 20 kr. (50 cts.) festgesetzt. (Chiffrirte und politische Depeschen für Griechenland) werden auf türkischen Linien wieder zugelassen, nachdem sie dortselbst seit de;: letzten politischen Verwicklung zwischen der Türkei und Griechenland von der Beförderung ausgeschlossen waren. (Zwischen Russland und der Moldo-Wa'c- chei) ist eine neue Telegraphenverbindung hergestellt worden. Die betreffende Linie geht von Tatarbunar in Russland nach Ismail in der Moldo-Walachei. Eröffnung neuer österreichischer und ungarischer Vereins - Telegraphenstationen. In der Zeit vom 1. Jänner bis 10. März 1870 sind nachstehende österreichische und ungarische Staats- und Eisenbahn - Telegraphen-Stationen eröffnet worden: Station: mit dem Tarife von (rebernahme der Telegraphenlinien in Grossbritannien und Irland durch die Staatsverwaltung.) Die englische Regierung hat die Linien der in Grossbritannien und Irland bestandenen Privat-Telegraphen-Gesellschaften am 1. Februar d. J. in eigene Verwaltung übernommen, und hierbei folgende Ablösungssummen ausbezahlt: Brezoitz (L) in Böhmen, Pribram. Buschtehrad (F-L) in Böhmen, Prag. Födemes (F-C) in Ungarn, Pressburg. Fülnek (L) in Mähren, Neutitschein. Göd (F-C) iu Ungarn, Waitzen. GrUSSbach (L) in Mähren, Znaim. Joslowitz (L) in Mähren, Znaim. Karolinenthal (C) in Böhmen, Prag. Station : mit dem Tarife von Kttrth (F-C) in Ungarn, Gran, fflöttling (L) in Krain, Gottscliee. Montan Bogsän (L) in Ungarn, Orawitza. Nassereith (L) in Tirol, Imst. Odran (L) in Schlesien, Neutitschein. Revnic (F-L) in Böhmen, Prag. Tschernembel (L) in Krain, Gottschee. Udvard (F-C) in Ungarn, Neuhäusel. Wiesenberg (L) in Mähren, Zöptau. L bedeutet: beschränkter Tagesdienst, C „ voller Tagesdienst. F ,. Eisenbahn-Telegraphenstation. f ersonal-üachrichten. Beförderung: Das h. k. k. Handels-Ministerium hat die bei dem k. k. Telegraphen-Inspectorate in Zara erledigte Inspectorsstelle dem Telegraphen- Commissär Hermann Nagel in Triest verliehen. Auszeichnungen: Seine k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschliessung vom 27. Jänner 1870 dem quiescirten Ober-Telegraphisten Rudolf Rutta aus Anlass des von ihm verfassten Werkes: „Die sieben Schlüssel der geheimen Correspondenz“ die Medaille für Kunst und Wissenschaft, dann mit Allerhöchster Entschliessung vom 15. Februar 1870 in Anerkennung vorzüglicher Dienstleistung dem Obertelegraphisten Sigmund Facholik und Aut. Pfeiffer das goidene Verdienstkreuz mit der Krone, und dem Telegraphisten Josef Danhauser das goldene Verdienstkreuz allergnädigst zu verleihen geruht. Durch die Expedition des „Telegramm“ und durch alle Buchhandlungen ist zu beziehen: Der Hiighes’sche Typendruck-Apparat von Dr. J. Stark. Separat-Alxlruok aus der Zeitschrift „Das Telegramm.“ Preis 1 fl. Ö. W. Die Broschüre ist 5 Druckbogen stark und enthält 6 grosse Tafeln mit der vorderen, oberen und perspektivischen Ansicht des Apparates und seiner Details. Karte des europäischen Telegraphennetzes mit Angabe der Ilauptverhindungen und Anschlusspunkte der internationalen Linien. Herausgegeben von L. J. Wolschitz. Wien, 1869. Die Karte ist 12 Zoll hoch und 18 Zoll breit Preis eines colorirten Exemplares . 35 kr. ö. W. „ „ nicht colorirten „ . 25 kr. ö. W. Wichtig. Mit Rücksicht auf die zufolge Allerhöchster Entschliessung von 2. März 1870 genehmigte Telegrapheu-Tarifherabsetzung berichtigten Allgemeiner Telegraphen-Tarif zur Berechnung der Gebühren für die Beförderung telegrapischer Depeschen nach allen in- und ausländischen Telegraphenstationen nebst den für die Abfassung, Beförderung und Zustellung telegraphischer Correspondenzen geltenden Bestimmungen. Herausgegeben mit Gtenehmbaltung der k. k. Staats- Telegraphen- Direktion. Von L. J. Wolschitz, k. k. Sekretär, ] Mit einer Karte des europäischen Telegraphen Netzes. Druck der k. k. Hof- und Staatsdruckerei in Wien. Selbstverlag von L. J. Wolschitz, Margarethenstrasse Nr. 7. Der „allgemeine Telegraphentarif“ kostet 1 H. 10 kr. ö. W. mit colorirter und 1 fl. ö. W. mit nichtcolorirter Karte. Derselbe ist bei den Stationen der Wiener Privat-Telegraphen-Gesell- schaft eingeführt und durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Unterricht in der Telegraphie Ein Obertelegrapliist, wohnhaft in Wien, ertheilt unter billigen Bedingungen Unterricht in der Telegraphie. Offerte unter der Chiffre „A. Z.“ übernimmt die Expedition dieses Blattes. %Vi£lielni Weimer, Mechaniker, Wien, Wieden, Neumannsgasse Nr. 5, verfertiget alle Gattungen elektrische Telegraphen-Apparate und Batterien, Haustelegraphen, elektrische Uhren, sowie auch Feldtclegraphen- Apparate neuester Form, welche sehr verlässlich sind. Von diesen Apparaten stehen in Russland bereits 48 Stück im Gebrauche. Hiezu eine iilustrirte Beilage. Druck von F. B. Geitier, Albrechtgasse 4, in Wien.