6138 Gesch Georgi- Dufour Urkunden zur Geschichte des Suezkanals 1766 rich'sche Verlagsbuchhandlung TMW- Bibl Theodor Weicher, Leipzig 1913 G- 6.138 Urkunden zur Geschichte des Suezkanals veröffentlicht von Geheimem Rat Dr. Georgi Oberbürgermeister von Leipzig a. D. und Albert Dufour- Feronce mit 6 Bildnissen Gesch. 6138 CHA MUSEUM NA Th W1766 Leipzig Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung Theodor Weicher 1913 Beilenguß- Maschinensah und Druck von Oscar Brandstetter, Leipzig. Enfantin. ENFANTIN, Chef supokoine de la Religion& Lemonienne Arlès- Dufour. барчу 1802 burger A. Dufour- Feronce. Drat& T Robert Georgi. Negrelli. * Urkunden zur Geschichte des Suezkanals. Die Geschichte des Suezkanals ist neuerdings aus verschiedenen Gründen wieder Gegenstand der Untersuchung geworden, und sie beginnt allmählich der Mythenbildung entkleidet zu werden, von der sie absichtlich und unabsichtlich verdunkelt war. Besonders bemerkenswert in dieser Beziehung sind Artikel der in Prag erscheinenden Rundschau für Technik und Wirtschaft, die auch als Broschüre im Verlage der Calveschen Buchhandlung in Prag( Preis 1 mark) herausgegeben sind und auf die hier ganz besonders hingewiesen werden soll. Derfolgten diese Artikel aber zum Teile auch rechtliche 3wecke, so wollen die Herausgeber der gegenwärtigen Broschüre lediglich einer Pflicht der Pietät genügen, der Pietät teils gegen die Fran30sen, welche das große Werk von langer Hand her vorbereitet, Gesundheit und Vermögen dafür eingesetzt haben, deren Verdienste aber von Lesseps unterdrückt worden sind, teils aber gegen die Deutschen im Reiche und in Österreich, die in führender Weise an den Vorbereitungen teilgenommen haben. Es ist heute kaum jemand bekannt, daß für diese Vorbereitung eine société d'études und in dieser eine deutsche Gruppe bestand, die ihren Mittelpunkt in unserer Stadt hatte. Ihre Mitglieder für Deutschland wurden durch Männer von anerkannter Stellung gebildet, sie hatten mit weitschauendem Blicke die Bedeutung der Durchstechung des Isthmus von Suez für die Handelsinteressen Deutschlands und Österreichs erkannt, sie hatten dabei tatkräftige förderung seitens der Kgl. Sächsischen Staatsregierung gefunden, und ihrem engen, ja freundschaftlichen Zusammenarbeiten mit dem österreichischen Ingenieur Negrelli ist es wesentlich zu danken, daß dessen Pläne ihre technische Vollendung fanden und so zur Grundlage der späteren Ausführung wurden. Zu den Mitgliedern gehörte auch der Vater des Mitherausgebers dieser Blätter, der Kaufmann, später im Jahre 1848/49 sächsischer Finanzminister, Robert Georgi, der als Mitglied der 3weiten Sächsischen Kammer auf die Wichtigkeit der Kanalverbindung hingewiesen( vgl. Urk. 6) und vielleicht zu wohlwollender Georgi- Dufour, Urkunden. 1 - 2 - Förderung des Unternehmens durch die sächsische Staatsregierung beigetragen hatte; im Vordergrunde aber steht als eigentlicher Leiter der Leipziger Albert Dufour- Feronce, der Großvater des Mitheraus= gebers Albert Dufour- Feronce, dessen Tätigkeit für das große Werk, dessen universellen Blick wir in seinen Briefen mit steigender Bewunderung verfolgen. So haben sich Sohn und bezw. Enkel verbunden, um einen Akt der Pietät gegen ihre Vorfahren zu vollziehen. Sie glauben, damit aber auch eine patriotische Pflicht zu erfüllen, indem sie der Dergessenheit entreißen, was in unserm Leipzig und in deutschen Landen für die unter der Firma Lesseps gehende weltgeschichtliche Tat ge= schehen ist, und welchen geistigen und materiellen Anteil die Deutschen an ihr gehabt haben. Besonderer Dank gebührt aber auch der mutigen und tapfern Tochter Negrellis, Frau Groiß, geb. von Negrelli, welche mit bewundernswerter Beharrlichkeit für das Andenken ihres Vaters eingetreten ist, und der wir die meisten der publizierten Urkunden verdanken. Nach drei Richtungen soll sich unser Dank auch im Bilde darstellen, indem wir die Bilder von Enfantin*), Arlès- Dufour, DufourFeronce, Georgi und Negrelli den Urkunden voranstellen. Die letzteren bedürfen, zumal wenn man die vorerwähnte Broschüre zur Hand nimmt, eigentlich keiner Erläuterung; es mögen nur, da die Suezkanalfrage ein Glied der großen Frage des Verhältnisses der Großmächte zur Türkei bildet, einige kurze Bemerkungen hierüber vorausgeschickt werden. Wenn man die Geschichte der Türkei seit dem Siege der Reform im Jahre 1826, von der Vertilgung der Janitscharen bis zum Tode Machmuds II. und weiter von der Thronbesteigung Abdul Medjids bis zum Pariser Traktat von 1856, wie sie in der Staatengeschichte der neuesten Zeit von Dr. G. Rosen in trefflicher Weise uns erzählt ist, und von da weiter bis zur Gegenwart überblickt, so gewinnt man den Eindruck, daß für die Geschicke der Türkei wesentlich mit entscheidend ist der Kampf der Großmächte untereinander um den be= herrschenden Einfluß auf der Balkanhalbinsel. Am konsequentesten ist dabei zweifellos Rußland immer vorgeschritten, welches seit der Thron*) Die beiden Bilder Enfantins wurden durch die Güte des Geschichtsschreibers Herrn Fund- Brentano, mütterlicherseits Großneffe von Clemens Brentano, Konservator an der Bibliothek beim Arsenal in Paris, uns überlassen. Die Originale befinden sich in einem kleinen Saale, der nur Andenken, Bilder und Büsten von Enfantin enthält, das eine, nach einem kleinen Ölgemälde, zeigt ihn aus seiner ägyptischen Zeit, das andere im Alter. Wir sagen Herrn Fund- Brentano auch hierdurch verbindlichen Dank. - 3- - besteigung des 3aren Nikolaus bald als Feind, bald als wohlwollender Beschützer, aber immer mit demselben 3iele, aufgetreten ist, und dabei die Sphäre seines Einflusses immer weiter ausgedehnt hat. Dagegen ist die Politik der westlichen Großmächte vielfach wechselnd; bald überwiegt der Einfluß Englands, bald der Frankreichs, ihre Haltung wird aber wesentlich bestimmt durch zwei Gesichtspunkte: England will auf seinem Wege nach Indien keine Macht aufkommen lassen, die ihm da entgegentreten könnte, während Frankreich, nachdem es in Algier festen Fuß gefaßt hatte, sich mit der Hoffnung trug, an der Nordküste Afrikas und in Kleinasien ein neues islamisches Reich mit geordneten Verhältnissen entstehen zu sehen, über welches ihm das Protektorat zufallen würde. Darum begünstigte es Mehemed Ali bei seinem Bestreben, aus einem türkischen Beamten sich zu einem erblichen Dizekönig von Ägypten und Syrien zu machen. Trotz der Niederlagen, die die Türken im Kriege mit Mehemed Ali erlitten hatten, zuletzt namentlich bei Nissib, gelang es ihnen doch mit englischer Hilfe, Mehemed Ali wieder aus Syrien herauszudrängen; ein eigenmächtig von Lord Napier mit ihm abgeschlossener Vertrag, der schließlich aber die Genehmigung des Sultans und der Großmächte fand, ordnete die Sukzessionsfrage dahin, daß die Regierung von Ägypten von einem Mitgliede der Familie Mehemed Alis auf das andere übergehen, daß aber der Sultan jedem neuen Nachfolger im Paschalik Ägypten die Investitur geben sollte; dem Vizekönige wurden jedoch gewisse weitgehende Beschränkungen bezüglich seiner Regierungsbefugnisse auferlegt. So war der französische Einfluß, auf den Mehemed Ali gerechnet hatte, aus Ägypten herausgedrängt, das Gebiet wieder auf Ägypten beschränkt und Eng= land konnte seine Herrschaft über den Weg nach Indien um so machtvoller aufrechterhalten. Einen Teil dieser Politik bildet nun auch die Behandlung der Suezkanalfrage. Schon seit Jahren hatte sich für das Londoner Kabinett die Notwendigkeit einer leichteren und direkteren Verbindung mit den ostindischen Besitzungen geltend gemacht, und selbstverständlich mußte in dieser Beziehung die Straße über Ägypten und durch den arabischen Meerbusen in erster Linie in Erwägung kommen. Die wiederholten Anträge aber an den gegen England mißtrauischen Vizekönig führten zu keinem Resultate. Britischerseits glaubte man nunmehr nach einer andern Verbindung zwischen dem Mittel- und den südasiatischen Meeren sich umsehen zu müssen und entschied sich für die Orontes- EuphratLinie. Nach zweijährigen mühsamen Arbeiten erstattete der zur näheren 1* - - 4- Untersuchung ausgesandte Oberst Chesnen einen günstigen Bericht, und im Sommer 1835 erteilte die Pforte den Engländern die Erlaubnis, den Euphrat von Basra bis Bir mit Dampfschiffen zu befahren. Ein im Sommer 1836 mit zwei kleinen Dampfschiffen unternommener Versuch fiel erbärmlich aus, indem eines der beiden Fahrzeuge samt seiner Bemannung durch einen mit Sandhose kombinierten Orkan zu= grunde ging, was von einer weiteren Verfolgung des Gedankens abschreckte. Um so mehr mußte nun die Verbindung über Ägypten in den Vordergrund treten; allein dieselbe begegnete in England großen Bedenken. Es besorgte, daß wenn diese Straße nach vollbrachtem Durchstich des Isthmus dem Seeverkehr aller Nationen eröffnet werden würde, seinen für den Atlantischen Ozean gebauten Kauffahrteischiffen von den leichteren Schiffen des Mittelmeeres der Vorrang abgewonnen und allmählich der Verkehr mit Indien, ein so wichtiger 3weig des Welthandels, dem es vorzugsweise seine Macht und seinen Reichtum verdankte, in diejenigen Bahnen geleitet werden könnte, durch welche im Mittelalter die italienischen Handelsrepubliken zu so großer Bedeutung gelangt waren. Seine Bedenken wurden noch durch den Umstand gesteigert, daß an eine Ausführung des großartigen Unternehmens nur durch die Mitwirkung Frankreichs, des mächtigen und ehrgeizigen Nebenbuhlers seiner Politik gedacht werden konnte. Selber sich in den Besitz des Landes zu setzen und möglicherweise für die Erwerbung blutige, in ihrem Resultate unsichere Kriege zu bestehen, lag dem Kabinett von St. James fern, obwohl es bei Frankreich ein traditionelles Gelüste voraussetzte, sich zum Herrn eines ebensosehr durch Bodenreichtum wie durch seine Lage bevorzugten Punktes der Erde zu machen. Man war sogar in London geneigt, den Durchstich als ersten Schritt zur Erreichung dieses Zieles zu betrachten, und man legte sich demnach die Frage vor, ob es zulässig sei, daß dieser Zugang Indiens in die Hände einer Macht übergehe, welche bei ihrer militärischen und maritimen Entwicklung denselben nach Belieben würde offen und verschlossen halten können. Eine solche Frage nur stellen, hieß sie beantworten, nicht einmal ein kräftig dastehender Vasallenstaat, geschweige denn eine europäische Großmacht war dem britischen Kabinett am Nil genehm; was ihm allein paßte, war eine in der unteren Verwaltung, in der Sicherheitspflege usw. selbständige in allen Beziehungen von höherer und namentlich internationaler Wichtigkeit aber der Autorität der Pforte unterworfen bleibende Regierung. Bei der Erteilung der Investitur an Abbas Pascha war daher auf - - 5 - Betreiben Englands die Bedingung aufgenommen worden, daß zur Einführung von neuen, für die ganze Provinz wichtigen Verbesserungen hinfort die Erlaubnis der Hohen Pforte erforderlich sein sollte ( vgl. hierüber allenthalben Rosen, a. a. O. I, S. 134 f.). Das übrige Europa war nun vor die Frage gestellt, sollte es sich den englischen Interessen unterordnen oder demgemäß auf die Ausführung der Durchstechung verzichten. Für alle am Mittelmeere gelegenen Länder war die Leitung des Weltverkehrs mit Asien durch dieses Meer von zu großer Bedeutung, und mittelbar auch für Deutschland, als daß man diesen Verzicht hätte aussprechen können, und dies um so weniger, als man die überzeugung hegen durfte, daß diese kürzere Verbindung mit Indien auch im wohlverstandenen Interesse Englands liege, und es nur darauf ankomme, Garantien zu schaffen, welche die Beherrschung des Kanals sei es durch eine europäische Großmacht, sei es eine starke türkische oder ägyptische Macht ausschließe. Solche Garantien fand man darin, daß die Vereinigung zur Prüfung und eventuellen Durchführung des Unternehmens einen internationalen Charakter erhielt. Don freiwilliger Seite war ja, zumal in Frankreich, eifrig an der Vorbereitung des Unternehmens gearbeitet worden, eine von Enfantin gegebene Darstellung vom 28. Juni 1845( nr. 1 der Urkunden) gibt darüber nähere Auskunft; sie enthält zugleich die Namen der Männer, welche für diese Vorbereitung gearbeitet haben, und wir erfüllen einen Akt der Pietät auch ihnen gegenüber, wenn wir an erster Stelle diese Namen dem Vergessen entreißen helfen. Es sind viele junge Männer darunter, welche, getragen von Be= geisterung für die große Sache, ihr Leben eingesetzt und in großer 3ahl verloren haben. Die gepflogenen Verhandlungen führten endlich am 30. November 1846 zur Konstituierung der société d'études, worüber wir das Protokoll unter Nr. 9 geben. Getreu dem Grundgedanken, der Gesellschaft einen streng internationalen Charakter zu geben, wurden drei Gruppen gebildet, eine deutsche, eine französische und eine englische; von deutscher Seite waren die Herren Albert Dufour- Feronce und L. Sellier zugegen. Jede Gruppe sollte sich auf zehn Mitglieder durch Zuwachs bringen, und jeder Gruppe wurde ein hervor= ragender Ingenieur zugeteilt, der deutschen Negrelli, der französischen Paulin Talabot, der englischen Robert Stephenson; zugleich wurden Bestimmungen getroffen über die einstigen Gründeranteile an der zur Ausführung des Werkes zu bildenden Aktiengesellschaft. Die deutsche Gruppe ging sofort daran, sich auf die erforderliche Zahl von zehn Mit - - 6 - gliedern zu ergänzen und setzte sich deshalb mit vielen hervorragenden Männern in Verbindung, u. a. mit Alexander von Humboldt( Urfunden Nr. 10, 13 u. 15), mit von Bruck, dem Präsidenten des österreichischen Clond in Triest( Urkunden Nr. 12 u. 12a). Der letztere legte Wert darauf, daß die für Österreich in der deutschen Gruppe reservierten fünf Stellen nicht durch Einzelpersonen, sondern durch Korporationen besetzt würden, während für die in Deutschland noch zu vergebenden drei Stellen die Herren Geheimer Regierungsrat Thieriot, Gustav Harkort und Robert Georgi gewonnen wurden. Die für die deutschen Mitglieder einzuzahlenden je 5000 Fr. wurden von der sächsischen Staatsregierung vorgestreckt( Urkunde Nr. 19) und dem Vorsitzenden die Pflicht auferlegt, von Zeit zu Zeit über den Fortgang des Unternehmens Bericht zu erstatten; das ist befolgt worden, wie aus den Urkunden 58, 66 u. 103, 106 erhellt. Die Berichte des Ingenieurs Jaßnüger, des Unteringenieurs des Herrn Negrelli( Urkunde 29-33), die von den Beauftragten des Herrn Talabot, Ingenieur Bourdaloue, ausgearbeitete Instruktion, sowie die Berechnungen über die aufgewendeten Kosten zeigen, mit welchem Ernste und mit welchem Erfolge die deutsche Gruppe unter der Führung Negrellis und in zweiter Linie die französische sich ihrer Aufgabe unterzogen. Ein verhängnisvoller Schritt war es aber, daß auf Veranlassung von Arlès und Enfantin Lesseps nach Ägypten geschickt war, weil sie bei der Thronbesteigung Said- Paschas, mit welchem Lesseps in Paris sehr befreundet gewesen war, voraussetzten, es werde ihm gelingen, die Konzession für die Erbauung des Kanals von diesem neuen Pascha zu erlangen. Dufour schreibt darüber unter dem 27. Januar 1858( Urfunde nr. 79):„ Dies ist geglückt, und die einl. Abschrift der Punktation zu den Bedingungen ist allerdings sehr günstig." Weiter schrieb Dufour darüber an den Triester Magistrat unter dem 27. Februar 1853 ( Urkunde Nr. 78):„ Die Konzession hat allerdings auf den Namen des Herrn de Lesseps gestellt werden müssen, weil man im Orient nicht gewöhnt ist, dergleichen Berechtigungen an anonyme Gesellschaften zu erteilen, es wird sich aber eine Form finden lassen, um die Übertragung auf unsere kosmopolitische Gesellschaft zu bewirken." Lesseps hat diesen Erwartungen, die zu hegen man ja voll berechtigt war, weil er der Beauftragte der Gesellschaft war, ausgerüstet mit ihren Plänen und ihren Mitteln, nicht entsprochen; es gehört dies den darüber ge= pflogenen juristischen Erörterungen an; es sei hier nur auf zwei Punkte aufmerksam gemacht: Lesseps hat sein Verhalten darauf gestützt, - - 7- - daß die Gesellschaft überhaupt nichts zur technischen Vorbereitung des Werkes getan habe; wie frivol eine solche Behauptung ist, wird durch die hier veröffentlichten Dokumente dargetan, und dann, daß Talabot einen nach Alexandria geführten Kanal mit überbrückung des Nils empfohlen habe. Nach von diesem in der Rev. d. d. mondes veröffentlichten Artikeln war dies aber nur eventuell geschehen, wenn nämlich die Nivellements des Isthmus ergeben sollten, daß dessen Durchstechung ohne Schleußen nicht möglich sei, und es ergibt sich aus dem Briefe Dufours vom 27. Januar 1855, daß Talabot keineswegs die Ansicht der Société vertrat; er schreibt:„ Ich bin vollkommen mit Ihnen einverstanden, daß Talabots einseitige Veröffentlichung seiner Erhebung sehr voreilig gewesen, und daß der Nilkanal, wie er ihn vorschlägt, eine halbe Maßregel sein würde, an welcher ich mich weder mit meinem Namen noch mit meinem Gelde beteiligen möchte. Nur ein großer für Seeschiffe ohne Umladung zu beschiffender Kanal ist das, was dem 3wecke, den wir im Auge haben, entsprechen kann." Auf ein doppeltes möchten wir nur noch die Aufmerksamkeit lenken: das ist einmal der Nachdruck, mit dem Dufour betonte, daß man den Kanal nicht ohne Mitwirkung der Engländer bauen dürfe ( Urkunde Nr. 79), und sodann der weite Blick, mit dem Dufour auf die Gefahren hinweist, die für Europa, zumal England, entstehen müßten, wenn der Panamakanal vor dem Suezkanal gebaut würde; so schreibt er in dem Briefe an Starbuck in London unter dem 16. Juli 1850( Urkunde Nr. 61): If Europe allows the above mentioned works in the United States and the Canalisation of the Isthmus of Panama to be completed before the Suez Canal, the centre of the worlds business is sure to be transferred from London to New York and from Europe to America pp. Wenn es Lesseps schließlich gelungen, die société d'études und die vom Dizekönig festgestellten Gründer zur Seite zu schieben und mit welchen Mitteln dies geschehen, darüber gibt namentlich der Schlußbericht Auskunft, den das Haus Dufour Gebr.& Co. an das Königlich Sächsische Ministerium des Innern unter dem 20. April 1861 erstattete ( Urkunde Nr. 103). Es heißt da u. a.:,,Obgleich niemand Herrn de Lesseps eine anzuerkennende große Energie absprechen kann, so dürfte auch die unverzeihliche Rücksichtslosigkeit, mit welcher er eine wirkliche AktienSubskription auf ein in jeder Hinsicht ungenügend vorbereitetes Unter 8 nehmen eröffnete, das Publikum verleitete, eine Summe von mehreren Hundert Millionen Franken zu unterzeichnen, darauf große Einzahlung einzog, ohne eigentlichen Beweis, daß die Konzession gültig sei, da die Bestätigung des oberen Landesherrn, des Sultans, fehlte, gerechtem Tadel entgehen." Wie diese Subskribenten gewonnen waren, welcher fin= gierten Zeichnungen man sich dabei bedient hat, welche rechtliche Be= deutung die an Lesseps erteilte Konzession gehabt hat, wie er dabei die vom Dizekönig für die Gründer gestellten Bedingungen mißachtet hat, das alles war ja bereits Gegenstand gerichtlicher Untersuchungen und wird es weiterhin sein. Hier kam es nur darauf an, den moralischen Anteil, den die französischen Gründer Enfantin und Arlès und Deutschland durch die deutsch- österreichischen Gründer, namentlich Dufour- Feronce und Negrelli, an dem großen Werke gehabt haben, hervorzuheben und der Geschichtsfälschung entgegenzutreten, durch die Lesseps das diesen Männern gebührende ehrende Andenken zu verdecken gewußt hat. Es erscheint uns das auch als eine patriotische Pflicht, nachdem England vermöge der französischen Feindschaft gegen Deutschland den französischen Einfluß ganz aus Ägypten und dem Sudan zu verdrängen gewußt, die Hand selbst auf diese Länder gelegt hat, und die Orientkrisis immer neue Kombinationen im Gefolge zu haben scheint. Sic vos non vobis, das ist das Schicksal der deutschen Bemühungen und Arbeiten für den Suezkanal gewesen. Man kann nur wünschen und vielleicht auch hoffen, daß nicht dieselbe traurige Erfahrung mit den anatolischen Bahnen gemacht werde. Jedenfalls wird es von Nuzen sein, sich daran zu erinnern, daß im deutschen Volke ein richtiges Verständnis für die in Frage befangenen großen Interessen vorhanden gewesen ist, und daß wenigstens die sächsische Staatsregierung diesen Interessen ihre wohlwollende Förderung hat zuteil werden lassen. Leipzig, Mai 1913. Geheimer Rat Dr. Georgi, Oberbürgermeister von Leipzig a. D. Albert Dufour- Feronce. 约 1 Notes sur Suez et noms des hommes qui ont travaillé à la préparation de l'œuvre Messieurs, Paris, 28 Juin 1845. Je nourris depuis 12 années un projet, auquel est attaché l'avenir commercial et industriel du monde entier. Votre réunion seule témoigne que ce projet n'est plus seulement un grand espoir, mais que l'heure de sa réalisation est venue. J'ai mis sous vos yeux des plans et un mémoire qui indiquent une solution aussi simple que grandiose de ce beau problème et qui montrent jusqu'à quel point cette solution est avancée aujourd'hui. Je dois aux hommes dévoués, qui durant ces douze années ont contribué de mille manières à hâter cette époque, je vous dois à vous- mêmes de vous faire connaître comment cette importante affaire a été préparée. En 1833 je suis parti pour l'Egypte; j'avais alors déclaré publiquement que j'y allais pour m'occuper de la communication des deux mers. Le choix des personnes qui m'accompagnaient ou qui, m'ayant précédé ou suivi, se joignirent à moi, était conforme à une intention de ce genre. Plusieurs d'entre elles, élevés comme moi à l'Ecole Polytechnique; d'autres architectes, dessinateurs, agriculteurs, ouvriers habiles; d'autres encore, médecins et littérateurs instruits, voyageurs intrépides, composaient cette mission, qui apportait à l'Egypte le tribut des connaissances de l'Europe, afin de la préparer à pouvoir accomplir ce chef- d'œuvre du siècle, la jonction des deux mers. Parmi les hommes dévoués, quinze sont morts de la peste, de fatigue, de misère; ils sont morts au champ d'honneur, sachant à quelle tâche ils avaient voué leur vie et nous léguant - 10 - à tous, à moi surtout, le soin d'honorer leur mémoire en poursuivant avec ardeur cette tâche, sous le poids de laquelle ils avaient succombé. En 1833, Méhemet Ali, vice- roi d'Egypte, était préoccupé d'un projet colossal, le Barrage du Nil; il en avait chargé son ingénieur en chef, M. Linant. Plusieurs d'entre nous s'offrirent comme volontaires pour travailler à cette entreprise; leurs services furent acceptés, et c'est sur le chantier même, que s'établit entre Linant et nous cette communauté d'espoir et de travail pour la réalisation de ces deux admirables projets de Napoléon, étudiés par la Commission d'Egypte, la Communication des deux mers Barrage du Nil. et le A la même époque, plusieurs d'entre nous faisaient admettre leurs services, soit comme professeurs dans les écoles, soit comme médecins dans les armées; enfin tous se rendaient utiles et contribuaient, autant qu'il était en eux, à développer la sympathie naissante de l'Egypte pour l'Europe. Les nécessités de la guerre forcèrent bientôt le vice- roi à suspendre les travaux du Barrage et aussi à porter une attention plus sérieuse sur la constitution de ses écoles. Le général Edhem Bey, ministre de l'instruction publique et l'illustre Soliman Pacha, major général des armées égyptiennes, avaient trop bien apprécié, dans l'affectueuse intimité, qu'ils nous avaient accordée, les services, que nous pouvions rendre à l'Egypte, pour ne pas saisir cette circonstance. Sur leur demande les écoles polytechniques et d'artillerie furent fondées et placées sous la direction de Lambert et Bonneau. Le Corps des ingénieurs fut constitué et eut pour chef Linant; l'école de médecine fut réorganisée et Pirou fut mis à sa tête. Depuis 7 années la jeunesse d'Egypte est donc sous la tutelle d'hommes qui portent en eux, Messieurs, la grande espérance, qui vous réunit ici et qui était déjà profondément dans leur pensée, alors qu'elle ne pouvait être, aux yeux de tous, qu'un beau rêve. A cette époque la plupart d'entre nous quittèrent l'Egypte; moi- même je rentrais en France; la terre était suffisamment labourée, préparée, le germe était semé. Il fallait d'ailleurs saisir de nouveau et sous de nouvelles formes l'Europe de cette -- 11 - pensée, certains, que nous étions, de la voir se développer pour ainsi dire toute seule en Egypte, mais sans pouvoir y mûrir, tant qu'elle n'aurait pas été cultivée avec le même soin en Europe. En effet, peu à peu la presse française s'inquiéta de la communication des deux mers comme d'une des plus hautes questions de politique internationale. Un projet de chemin de fer, patroné par l'Angleterre ne tarda pas à éveiller l'attention de l'Autriche et de la France. Des journaux, des livres propageaient, vulgarisaient avec une chaleur dont je vous livre en ce moment le secret, cette grande pensée de l'Union des deux mondes, de l'orient et de l'occident, des musulmans et des chrétiens, qui était le principe même, par lequel nous pouvions atteindre notre but. Nous étions puissamment aidés dans nos efforts par le plus admirable évènement politique du siècle, par cette tentative généreuse que fait la France en Afrique pour unir en une même société des musulmans et des chrétiens, en un mot par l'Algérie. D'un autre côté l'Egypte, s'éveillant de plus en plus au désir de s'initier à la connaissance des sciences, des moeurs, de l'industrie de l'Europe, envoyait à l'occident les jeunes fils des beys, des princes, et cette génération nouvelle sortait des mains de nos amis restés en Egypte à la tête des écoles. En même temps l'un de nous( Duveyrier) faisait en Angleterre et en France une minutieuse enquête sur la partie de la statistique commerciale, qui se rattache à la communication des deux mers. Deux autres( Arlès et Dufour) préparaient en Allemagne les moyens d'aborder, quand le temps serait venu, les principales puissances financières de ce pays. Moimême je pressais sans cesse nos amis d'Egypte de continuer leurs études, d'achever cet avant- projet, que j'ai mis sous vos yeux; et naguère encore un de nos amis( Plichon) partait de France et allait au Caire, hâter la copie et l'envoi de ces précieux matériaux. Tout ceci, Messieurs, a été fait depuis 12 années sans qu'il y ait eu association financière spéciale entre les hommes qui y ont travaillé; sans que ces travaux aient été à charge à d'autres, qu'à celui, qui les faisait, sans qu'il vous soit demandé à vousmêmes de prendre autrement, qu'en considération morale la communication, que j'ai cru devoir vous faire de ces dévoue - 12 - ments aussi généreux, aussi religieux qu'ils ont été obscurs, ou même méconnus ou calomniés. Nous avons la conscience d'avoir préparée cette grande œuvre, comme jamais œuvre industrielle n'a été préparée; il nous reste à l'accomplir avec vous comme jamais grande entreprise industrielle n'a été faite, c'est- à- dire sans rivalités nationales avec le concours cordial de trois grands peuples que la politique a souvent divisés et que l'industrie doit unir. Il nous reste à faire une société industrielle, ce que la diplomatie tenterait en vain sans nous; il nous reste à tracer sur le globe même le signe de la paix et à vrai dire, le trait d'union entre les deux parties du vieux monde, entre l'Orient et l'Occident; non point un chemin, un canal ce serait trop peu pour un tel signe, mais une mer nouvelle. - Messieurs, si par nos efforts depuis 12 ans, le projet de la communication des deux mers n'est pas resté sur le terrain des conceptions philosophiques et religieuses où nous l'avions saisi et soulevé en 1833, si nous l'avons porté depuis plusieurs années dans le domaine de la diplomatie, aujourd'hui nous devons, avec vous, lui donner entrée, lui ouvrir crédit parmi les plus grandes entreprises de l'industrie. Ce n'est plus une théorie philosophique, ou bien une question politique, c'est une affaire. Paris, 28 Juin 1845. Comme ceci en vaut la peine, cher ami, je remets en vos mains l'original de cette note et de l'état de services qui l'accompagne: elle est pour vous et c'est une dette, que j'acquitte pour les morts et pour les vivants de cette liste, quand je vous remets ce titre de noblesse de vos frères, vous qui avez été et qui êtes toujours leur appui vigoureux et dévoué et qui m'êtes depuis bien longtemps et me serez toujours si cher. Qu'Holstein en prenne copie pour lui, et que le cher Brosset la lise, afin de connaître cette branche orientale d'une famille, qu'il a comme en occident et dont il aime le père. Il en est bien, lui aussi, de cette grande famille; il y a longtemps que vous et moi nous en sommes certains et que nous l'avons trouvé de notre sang. - 13 - A vous trois seuls cette lecture; vous sentez qu'elle doit être une nouveauté pour ceux à qui je devrai plus tard la faire connaître. anciens élèves de l'école politechnique. Adieu, chers amis, la grande oœuvre de l'avenir est proche. P. Enfantin. † Hoart, capitne d'Artillerie Lambert, ingén. des mines Bruneau, Capt d'Etat- major Fournel ing. des mines Prax, officier de marine Tourneux, offic. d'Artill Decharmes, ing. des Ponts Drouot, ing. des Ponts Linant, offic. de marine † Lefèvre, minéralogiste † Goudret, Chimiste Javary, Chimiste Joon, mathématicien † Lami, Architecte Mochereau, Dessinateur + Dumolard, forgeron † Alexandre, mécanicien Achard, peintre Rogé, musicien Félicien, David + Alric, sculpteur † Olivier, agriculteur † Busco de Dombaste, agriculteur A. Petit, agriculteur avocat † Fourcade, médecin Lachèze, médecin Jallat, médecin Rigand, médecin Charpin, médecin Péron, médecin † Cogniat, médecin Delon, médecin Latour, médecin vétérin. mort au Barrage du Nil Directeur de l'école politech. de Boulac Directeur de l'école d'artill. de Thora Ing. chef des mines en Algérie Dans le corps des bâtiments civ. d. l'Algérie Ingén. du Genie de Bordeaux Employé en France Employé en France Ing. en chef des Ponts et Chaussées en Egypte mort au Jeunaar mort de la peste rentré en France rentré en France mort de la peste en exécutant les constructions du haras de Choubra Professeur de dessin à l'école de Cavalerie de Gizeh mort de la peste au Barrage du Nil mort de la peste au Barrage du Nil rentré en France attaché à la Chapelle impériale de Russie en ce moment en Allemagne pour y faire aimer l'Egypte mort de la peste après avoir fait le 1er buste du Pacha mort dans une ferme pres d'Alexandrie mort de la peste, s'occupant de la création d'une ferme modele à Choubra cultivateur à Vanzelles pres Chateau- roux mort le premier de la peste au Caire rentré en France rentré en France maire de Pont( Charente) médecin à la Canée( Candie) directeur de l'école de médecine d'Egypte mort en France mort au Caire rentré en France Borrault, homme de lettres Urbain, homme de lettres Duguet, avocat Granal, homme de lettres Colin, homme de lettres Noël, homme de lettres Massol, homme de lettres Marchal, homme de lettres Janin, artiste Combes, voyageur Tamisier, voyageur Holstein, négociant Reboul, négociant Toché, négociant † Genevois, négociant J. Sconerat, négociant Martin, négociant Bernard, négociant - 14 - rédact. au Chef du Courrier français interprète principal en Algérie employé au ministère des trav. publics rédacteur de la Démocratie pacifique orientaliste en Angleterre mort de la peste au Caire rentré en France Consul en Asie mineure rentré en France agent comptable du syndicat des agents de Change à Lyon. mort dans son second voyage du Sennaa établi à l'íle Bourbon mort en Egypte Etabli à Florence rentré en France rentré en France Brief von Dufour an Negrelli. 2 Leipzig, 20. December 1845. Derehrtester Herr! Ihre werthen Zeilen vom 17 ten ds. kommen mir zu meinem Bedauern erst in diesem Augenblicke zu; wenn ich nicht eben jetzt durch mancherlei Verhältnisse gebunden wäre, würde ich sofort nach Prag gereist sein, um Sie aufzusuchen, da dies aber nicht möglich ist, freue ich mich herzlich der Aussicht, daß Sie hierher kommen könnten. Sehr erfreulich ist mir die Nachricht, daß Sie im Östr. Clond und in der Gazetta di Venetia den Suez Canal betreffende Artikel einrücken lassen wollen, an material wird es Ihnen wohl nicht fehlen und auch nicht an jemand, der Ihnen Ihre Ideen in die Form von Ar= tikeln einkleidet, denn Sie selbst sind natürlich zu sehr beschäftigt, um schreiben zu können. Wenn Ihnen daran gelegen sein sollte, einige fertige Artikel zu erhalten so lassen Sie mich es wissen, dann sende ich sie Ihnen; ich würde Sie dann nur ersuchen, anordnen zu wollen, daß mir von allen Blättern, in welchen Suez Artikel erscheinen, zwei Eremplare unter Kreuzband zugeschickt werden, damit ich deren freundliche Besprechung in den französischen und englischen Blättern anordnen könnte. Es wird Ihnen schon durch die öffentlichen Blätter bekannt - 15 - - geworden sein, daß der Herzog von Montpensier, Sohn des Königs von Frankreich, die Landenge in Begleitung unseres Freundes Linant bereist hat und sich mit der Idee des Canals lebhaft beschäftigte. Einer unserer Freunde in Paris schreibt mir am 14. ds. mts.:,,Hier chez le Duc de Montpensier, où je dinais, on n'a parlé que Suez et il paraît que le Roi en rève!" Daß der Canal gemacht wird ist jetzt kaum mehr zu bezweifeln, aber wir in Deutschland müssen uns rühren, daß er nicht ohne uns und zu unserem Nachteil gemacht werde, während er uns unendlich nühen muß, wenn wir bei dessen Benutzung allen anderen gleich stehen. Therefore we must have a finger in the pie! Die Capitalisten sind in England und Frankreich häufiger, mächtiger und daher kühner als bei uns; wenn die nöthigen Geldmittel zu den gründlichen Vorarbeiten, welche etwa 250,000 fr.( franken) betragen könnten, zu dritteln aufgebracht werden sollen, so finden sich die 80/ m fr. die auf die Engländer und Franzosen kommen sogleich, bei uns aber müssen die Regierungen hierfür einschreiten und das Capital den Interessenten vorschießen, sonst kommt diese Summe nicht zusammen und die Deutschen werden aus der Unternehmung herausgedrängt. Die zu diesem Zwecke von der Regierung zu gewährende Summe wäre übrigens nur ein Vorschuß, welcher, wenn der Tanal zu Stande käme wieder erstattet werden würde; die bestätigte Teilnahme Deutscher Staaten würde aber schon eine Gewähr des Gelingens sein. - Ich habe zu hoffen, daß die preußische Regierung sich lebhaft und andächtig für die Sache intereßieren wird und habe Herrn von Römer geschrieben um seinen Einfluß dazu anzuwenden, den Prinzen Waldemar zu veranlassen, auf seiner Rückreise von Indien die Landenge gründlich zu bereisen und durch etwa in seinem Gefolge befindliche Techniker ein Urteil über Herrn Linants Pläne abgeben zu lassen. Solche vorläufige Ansichten dürften nicht ohne Einfluß auf die Entschlüsse des Königs zur Unterstützung der Sache bleiben. An Negrelli. 3 530 M USEUMS Leipzig, 29 ten Dezember 1845. Derehrtester Herr! ઓ Am 20 ten dss. Mts. hatte ich zuletzt die Ehre Ihnen zu schreiben. Eingedenk Ihrer gütigen 3usage für Besprechung der Suez Angelegenheit in den Triester und Venezianischen Blättern sorgen - 16 - zu wollen, erlaube ich mir Ihnen einliegend einen unmasgeblichen Entwurf zu einem Artikel zu überweisen in dem Sinne, wie ich einen in die hiesige Zeitung einrücken ließ, welcher dann in Auszügen in die Frankfurter Blätter überging. Wenn dann in die erwähnten Blätter etwas ungefähr mit dem einliegenden Artikel übereinstimmendes eingerückt sein wird, wodurch das Publikum entnehmen kann, daß der Sache keine unüberwindlichen Hindernisse entgegen stehen, so muß man die großen Vorteile herausheben, welche der Canal für den Welthandel haben muß und besonders für den Handel des Adriatischen Meeres, dem er die Bedeutung wieder geben würde, die er zu der Zeit der Größe Venedig's hatte. Hat sich dann die Presse der Sache bemächtigt und sie vielseitig besprochen, dann ist es Zeit heranzutreten und zu sagen: Hier sind die Früchte 15 jähriger Vorarbeiten, welche ein Verein ,, von Männern aus den drei am meisten betheiligten Völkern ,, gesammelt hat; wollt ihr die große Unternehmung unterstützen " so vereinigt Eure Kräfte die Regierungen sind geneigt unsere „ Bestrebungen zu unterstützen u. s. w." - Vor allen Dingen aber müssen alle guten Köpfe in Europa für die Sache gewonnen werden und dies ist nur durch die Presse zu erlangen auf welche man einwirken muß. Aufrichtig ergeben A. Dufour- Feronce. Oft schon ist die Hochwichtige Frage der Anlegung eines Canales über die Landenge von Suez zur Sprache gekommen, ohne je eine gründliche Erledigung gefunden zu haben. Vor allem kommt es darauf an zu erörtern: a) welchen Einfluß die Anlegung des Canals von Suez auf den Europäischen Handel ausüben würde, b) ob die Anlegung desselben in einem Maasstabe, welcher Schiffen aller Größen ohne Umladung die Durchfahrt ermöglicht, ausführbar sei, c) durch welche Geldkräfte dies großartige Unternehmen beschafft werden könne, d) ob der Augenblick gekommen sei, die Ausführung durch ernstliche Schritte einzuleiten. - 17 - Wenn man die Ausführung einer Verbindung Asiens mit Europa über Suez ins Auge faßt, kann man sich nicht verhehlen, daß es sich um nichts geringeres handelt, als dem Handel die Richtung wiederzugeben, von welcher ihn Vasco da Gama's Entdeckung ableitete; den Häfen des Adriatischen und Mittelmeeres würde dadurch der Handel mit dem Orient und China für das ganze feste Land von Europa direct zufließen. Unsere Fabriken würden die Urstoffe des Orients nicht mehr auf einem ungeheuren Umwege über England beziehen; die deutsche Schifffahrt würde die Bedürfniße des Gesammt= paterlandes in eigenen Schiffen herbeiführen; die Deutschen Fabriken ( wir gebrauchen das Wort deutsch in seinem allerweitesten Sinne) würden den Märkten Ost Indiens und Chinas näher liegen, als die Englischen, statt daß sie jetzt ihre Erzeugnisse diesen Märkten zum großen Teil über England zuführen müßen und daß ihnen durch diesen Umweg die Conkurrenz mit Englischen Fabriken oft unmöglich wird. Obgleich auch England viele der Vorteile des Canals genießen würde, dürfte doch dem Scharfblicke der Engländer nicht entgangen sein, daß dem Continent von Europa relativ noch mehr nutzen aus dieser Anlage ermachsen muß; dem ist es wohl auch zuzuschreiben, wenn diese Unternehmung in England nie recht ernstlich in Anregung gebracht wurde. In Frankreich haben sich schon mehr Stimmen für dieselbe erhoben, aber es verkennt kein denkender Franzose, daß eine Anregung von Frankreich aus, bei dem Stande der französischen Eroberungen in Afrika, so wohl in London als in Cairo bedeutende Besorgnisse erregen und dem Zwecke eher entgegen als förderlich sein dürfte. In der Tat müßte es dem Pascha bedenklich erscheinen, wichtige Englische oder französische Interessen auf seinem Boden Wurzel fassen zu sehen, da dieselben leicht Veranlassung zu bedenklichen Uebergriffen geben könnten. Ganz anders würde sich die Angelegenheit gestallten, wenn sie mit dem Karakter einer commerziellen Speculation aus der Mitte Deutschlands auftauchte und wenn eine Gesellschaft Deutscher Capitalisten, wenn auch mit Hinzuziehung Englischer und Französischer Geldkräfte die Ausführung übernähme. In einem solchen Falle wäre den deutschen Großmächten Veranlassung gegeben, das Protektorat über die Unternehmung zum Schutze der Interessen ihrer Unterthanen zu beanspruchen und die übrigen Großmächte aufzufordern, sich zu diesem Zwecke an sie anzuschließen. Auf diese Weise allein kann der Tanal ins Leben ge= rufen werden und als ein zum Heil aller Europäischen Staaten, ohne Georgi- Dufour, Urkunden. 2 - 18 - Begünstigung irgend einer Flagge, dem Welthandel dienendes Werk dem allgemeinen Verkehr geöffnet werden. In Egypten dürften Anträge von Seiten deutscher Capitalisten unter dem Schutze der deutschen Großmächte mit desto größerer Bereitwilligkeit Anklang finden, je mehr es bekannt ist, daß außereuropäische Gebietserweiterungen nie in den Absichten Deutscher Staaten lagen und je mehr der Pascha in einer Annäherung an die deutschen Großmächte eine moralische Verstärkung seiner Stellung den ihn im Osten und Westen bedrohenden Gebietsnachbarn gegenüber erblicken müßte. Daß die Stimmung des Pascha diesem Plane günstig ist, scheint überdies unzweifelhaft aus einer mündlichen Unterredung hervorzugehen, welche einer unserer Agenten mit demselben gepflogen hat. Die Bildung einer solchen Mitteleuropäischen Gesellschaft zur Herstellung des Canals von Suez dürfte unter gewißen Voraussetzungen nicht außer dem Bereiche der Möglichkeit liegen, und in den Haupthandelsplätzen Deutschlands, Frankreichs und Englands haben sich eine Anzahl Männer vereinigt, die sich mit den Vorbereitungen zur praktischen Ausführung dieses großen Werkes beschäftigen. 4 An Arlès- Dufour. Messieurs et amis! Par la présente j'ai le plaisir de vous présenter Monsieur L. Negrelli, ingénieur en chef de tous les chemins de fer du gouvernement impérial d'Autriche; la charge élevée qu'il occupe et les grands travaux, qu'il a exécutés, sont des titres suffisants, pour lui assurer comme homme de l'art une réception flatteuse de votre part; mais vous trouverez en lui aussi les qualités du cœur et de l'esprit, qui concilient l'amitié autant que ses œuvres commandent l'admiration. Depuis assez longtemps je corresponds avec M. Negrelli au sujet de Suez; c'est surtout à son influence que nous devons le vif intérêt que prend au canal de Suez en Autriche le public et le gouvernement. M. Negrelli se rend à Paris pour y faire la connaissance des personnes s'intéressant principalement à Suez; veuillez lui - 19 - soumettre les plans et les mémoires que vous avez reçus d'Egypte; je n'ai pas encore pu lui faire voir ceux entre mes mains, qui sont en ce moment chez Monsieur Alexandre de Humboldt. Je vous serre la main à tous bien cordialement. Leipzig, 11 mars 1846. Albert Dufour- Feronce Monsieur F. Arlès- Dufour de Lyon, à Paris, Rue du Sentier No. 15. Monsieur Prosp: Enfantin, Sécretaire g. du chemin de fer de Paris à Lyon No. 34. R. d. la Victoire. Messieurs Talabot frères à Paris. An Negrelli nach Zürich. 5 Sehr geehrter Herr! Indem ich mir erlaube, Ihnen mein ergebenes Schreiben vom 15 ten ds. Mts. zu bestätigen, beeile ich mich Ihnen anzuzeigen, daß mein Freund und Verwandter Herr Arlès- Dufour aus Lyon schon den 22 ten ds. Mts. in Paris eintreffen wird und beabsichtigt, den 26 ten nach Lyon zurückzureisen, ich habe ihm aber geschrieben und hoffe, er wird jedenfalls seinen Aufenthalt bis zu Ihrer Ankunft verlängern. Er hat in London Robert Stephenson gesehen und sagt derselbe sei so warm für die Suez Angelegenheit, daß er entschlossen sei, ungeachtet seiner unendlichen Geschäfte doch im October die Reise zur Besichtigung des Terrains zu unternehmen. Sie werden auch in Paris einen anderen hiesigen Freund antreffen, Herrn L. Sellier, der in Wien mit mehreren hochgestellten Männern von der Suez Angelegenheit gesprochen hat und sich schon seit längerer Zeit gleich mir dafür interessiert; er reist den 22 ten von hier ab und wird den 26.- 27 ten dort ankommen. mit bekannter Hochachtung und Ergebenheit der Thrige Albert Dufour- Feronce. Leipzig, 20./3. 46. 2* - 20 - 6 Mitteilungen über die Verhandlungen des sächsischen Landtags. II. Kammer. No. 156. Dresden, den 24. Juni 1846. ( Seite 4489). Fünfhundert und neunundfünfzigste öffentliche Sitzung der zweiten Kammer am 9. Juni 1846. Abg. Georgi( aus Mylau) pp. Indem ich mir über die Handelsund Schiffahrtsverträge des 3ollvereins diese wenigen Worte erlaubte, bitte ich, mir zu gestatten, noch eines Unternehmens zu gedenken, was scheinbar wohl dem 3ollvereine etwas ferner liegt, für Deutschland aber, wie mir däucht, von eminenter Wichtigkeit werden kann. Es ist dies die Verbindung des mittelländischen Meeres mit dem roten Meere mittelst eines Canals durch die Landenge von Suez. Schon seit geraumer Zeit hat man sich mit diesem Unternehmen beschäftigt, nämlich in der Jdee. Allein einerseits haben die Ungewißheit über die techniſchen Schwierigkeiten bei der Ausführung und die Größe des erforderlichen Aufwandes, andererseits die Rivalität der größeren Mächte, welche dadurch entweder Vorteile erhalten, oder verlieren, einen weitern Fortschritt gehindert. In neuerer 3eit hat man über die technischen Schwierigkeiten eine andere Meinung bekommen und es sind hauptsächlich die Untersuchungen die von dem Oberingenieur des Dicekönigs von Egypten angestellt worden sind, welche dartun, daß in ersterer Beziehung diese Canalisierung kaum einer der größern Eisenbahnunternehmungen, welche jetzt ausgeführt werden, an die Seite zu setzen ist. In der andern Beziehung, nämlich auf die Rivalität der größern Handelsmächte, scheint es, daß die hier und da obwaltenden commer= ciellen Rücksichten doch über die Politik das Uebergewicht erlangen und die politischen Bedenken beseitigen; man scheint namentlich der Meinung zu sein, daß, wenn die Ausführung dieses Unternehmens nicht einer Regierung überlassen würde, sondern wenn Private die nötigen Schritte deshalb täten, das Unternehmen wohl auch trotz der politischen Bedenken ausführbar wäre. Es bilden sich deshalb bereits Privatgesellschaften und der Sitz der Gesellschaft für Deutschland wird Leipzig sein. Es ist nicht zu bezweifeln, daß, wenn dieses Unternehmen sich realisiren ließe, für Deutschland ein ganz eminenter Nutzen daraus hervorgehen würde. Deutschland würde dadurch dem südöstlichen Asien näher gerückt werden, die Handelsstraße von England und selbst wohl - 21- - zum Teil von den Vereinigten Staaten von Nordamerika nach Asien würde über Deutschland gehen und es ließe sich wohl denken, daß ein Teil des Handelsflors, dessen sich im Mittelalter die italienischen und mitteldeutschen Städte, wie Augsburg, Nürnberg und andere in so hohem Grade durch den Verkehr des ostindischen Handels über Egypten erfreuten, durch Canalisirung der Landenge von Suez für Deutschland wieder hervorgehen könnte. Im bevorstehenden Herbste werden ausgezeichnete Ingenieure aus England und Frankreich- ich nenne nur den Engländer Stephenson nach Egypten reisen und von Seiten Oesterreichs wird sich wahrscheinlich Herr Negrelli anschließen, um das Weitere an Ort und Stelle über die Ausführbarkeit dieses Unternehmens in technischer Beziehung zu ermitteln. Für den Fall, daß dieses Unternehmen in der Zukunft eine festere Gestaltung gewinnen sollte, erlaube ich mir, es dem Interesse und dem Wohlwollen der Staatsregierung zu empfehlen. - 7 Bericht von Negrelli an Hofkammerpräsident Freiherrn von Kübeck Euer Excellenz! Dem mündlich erhaltenen hohen Auftrage Euerer Excellenz gemäß, beehrt sich Unterzeichneter mit Beziehung auf die bereits vorgelegten Situations- und Niveaupläne über die Errichtung eines schiffbaren Canals zur Derbindung des mittelländischen mit dem roten Meere durch die Landenge von Suez, und über die Art und Weise, wie diese hochwichtige Angelegenheit dermalen betrieben wird, folgende unterthänigste Darstellung ehrerbietigst zu unterbreiten. Allem vor übergehet Unterzeichneter die Darlegung des ohnedem allzu notorischen Umstandes, daß Frankreich und England in Anerkennung der hohen Wichtigkeit, den Weg von Europa nach beiden Indien und China, durch Umgehung des großen Umweges am Vor= gebirge der guten Hoffnung abzukürzen, seit mehr denn zwanzig Jahren mit der Verbesserung der Communications- Mittel über Egypten, den einzigen hierzu tauglichen Punkt an dem afrikanischen Festlande sich befassen; daß jede dieser Großmächte die Suprematie sich hierüber anzueignen sich bestrebt; daß jede sich beim Vicekönig von Egypten darum bewirbt und daß dieser, durch das gegenseitige Bestreben dieser - 22 zwei Großmächte mißtrauisch gemacht, in letzter Zeit die früher von einer englischen Gesellschaft betriebene Postverbindung zwischen Cairo und Prag ganz an sich gezogen hat. Allein so einig als beide Großmächte hinsichtlich des Grundsatzes der Wichtigkeit der schnelleren Verbindung Europas mit beiden Indien und China und der für Handel und Verkehr daraus entspringenden Vorteile an und für sich auch waren, desto mehr weichen ihre Ansichten rücksichtlich der Art und Weise der durch Egypten herzustellenden Der= bindung von einander ab. Denn England, eifersüchtig auf das errungene, fast ausschließliche Monopol der Schifffahrt am atlantischen und indischen Ocean wollte immer die beabsichtigte Verbindung durch die Landenge von Suez mittelst einer Eisenbahn herstellen, während Frankreich immer auf die Errichtung eines selbst für größere Ostindienfahrer schiffbaren Canals lossteuerte. Die gegenseitigen Bestrebungen dieser beiden Großmächte fachten daher statt dem beabsichtigten 3wecke förderlich zu sein, das im Mehmed Ali rege gewordene Mißtrauen und die Eifersucht immer mehr an und machten jede von demselben mühsam erreichte einzelne Begünstigung immer rückgängig. Allein die Ereignisse der letzten Jahre in beiden Indien und China gaben den bisherigen Strebungen eine andere Richtung und der Handelsstand der beiden großen Staaten gelangte zur Ueberzeugung, daß die erstrebte schnellere Derbindung mit jenen Ländern jenseits des Oceans nur durch gemeinschaftliches Wirken zu erreichen und daß diese Verbindung bei den gegenwärtigen Verhältnissen Europas zu einer Notwendigkeit erwachsen sei. Unter solchen Voraussetzungen sind in aller Stille einige der achtbarsten Handelshäuser Englands und Frankreichs dahin übereingekommen, daß das hochwichtige Unternehmen unter dem Gesichtspunkte einer Privat- Unternehmung am ersprießlichsten zu betreiben sein dürfte und alsbald haben sich denselben einige ebenso achtbare Häuser Deutschlands zugesellt. Auch beim österreichischen Clond in Triest, welchem einige mitteilungen darüber gemacht wurden, hat die Sache den lebhaftesten Anklang gefunden und in Egypten selbst wurden wichtige Verbindungen angeknüpft. Mittlerweile wurden zur Erörterung der technischen Fragen drei Techniker bezeichnet, wozu von Seite der englischen Häuser der Ingenieur Robert Stephenson von Seiten der französischen der Ingenieur Paulin Talabot und von Seite der deutschen Häuser der ehrerbietigst Unterzeichnete vorläufig ausersehen, während der seit mehr denn - - 23 - 20 Jahren in Egypten verweilende und im Dienste des Pascha als Ober- Inspector des Straßen- und Wasserbaues befindliche französische Ingenieur Linant de Bellefont mit der Bereitung der einer Prüfung und Beratung obiger Techniker zu unterziehenden Pläne und Kostenberechnung betraut worden ist. Schon im vorigen Jahre wurde, so weit es dem ergebenst Gefertigten bekannt ist, Sr. Durchlaucht dem Fürsten von Metternich durch Alexander v. Humboldt in Johannisberg ein Memoire in dieser Beziehung eingereicht, während seither unter der Hand sowohl in Deutschland als auch in Frankreich und England von den Beförderern des Unternehmens keine Gelegenheit verabsäumt wurde, dem hoch= wichtigen Gegenstande bei allen Classen Eingang und Popularität zu verschaffen. Nach den Nachrichten, welche darüber verlauten, findet die Idee des Canals, besonders seit den letzten Ereignissen in Lahore und am Sutlej immer mehr und mehr Anklang auch in England und ein großer Teil vorurteilfreier Männer fängt an einzusehen, daß mit jedem Schritte womit Englands macht in jenen entfernten und so ausgedehnten Reichen sich ausbreitet, auch die Notwendigkeit für das Mutterland erwächst, für jedes Ereigniß bereit zu sein, und die 100 millionen Untertanen jener entfernten Reiche so wie allfällig unruhige Nachbaren durch schnelle und kräftige Hilfe aus dem Mutterlande im 3aum zu halten. Es dürfte demnach in Bälde die politische Lage Englands gegenüber jener entfernten Reiche, deren Erhaltung für die englische Industrie so wie für den Handel überhaupt zu einer Lebensfrage geworden ist, die bloß commerzielle Rücksicht des Schifffahrtmonopols wohl verdrängen und somit auch England durch die Umstände bald geneigt sein, dem Unternehmen selbst in der Gestalt wie es nun gefördert werden will, kräftig an die Hand zu gehen. Allein auch ohne die unmittelbare Hilfe Englands könnte das Unternehmen in das Leben gerufen werden, denn die Opfer, welche dessen Verwirklichung mit Hinblick auf die Terrainbeschaffenheit erheischen würde, sind keineswegs abschreckend und können vielmehr gegenüber dem für Europa überhaupt und für den Continent insbesondere zu erwartenden Vorteile als geringfügig bezeichnet werden. Wenn Eure Excellenz geruhen wollen die dießfälligen Pläne zur Hand zu nehmen, werden Hochdieselben ersehen, daß nicht die ganze Strecke von Suez bis Tineh, wo der neue Canal in das mittelländische - 24 - Meer geleitet würde, sondern nur zwei etwa 8 Meilen lange Strecken, wovon die eine bei Suez selbst, die andere bei Tineh, zu durchstechen wären; das übrige zwischen diesen zwei Durchstichen befindliche Land war einst ohne Zweifel vom roten meer bis am Birabon besetzt und die dem Plane beigefügten Niveau- Coten zeigen, daß nach bewirkten Durchstichen sich die beiden Meere an diesem Punkte begegnen und die ganze Strecke von Suez bis Tineh durch das Wasser der beiden Meere die Gestalt, welche im Plane durch die Klappe versinnlichet ist, einnehmen würde. Der erste dieser zwei Durchstiche fände an der Stelle bei Suez statt, wo dereinst Moses seinen Rückzug aus Egypten bewirkte, und der zweite wurde schon durch Darius und selbst durch die Ptolemäer wie zahlreiche Ueberreste der dereinst bewirkten Arbeiten bekunden, versucht. Auch die Ueberbleibsel des, von den Pharaonen versuchten Canals zur Verbindung des Nils mit dem roten Meere sind im Plane ersichtlich gemacht und es wurden dieselben dazu benutzt, das Nilwasser bis in die Gegenden von Suez zu leiten, die Sandflächen damit zu befeuchten, und zugleich die Ostindienfahrer in der sichern Bucht am Tiensah- See mit frischem Wasser zu versehen. Der gegen 9 meter betragende Unterschied der Höhe zwischen dem mittelländischen und dem roten Meere würde mittelst zwei Schleußen ausgeglichen und der Zug, den die Wässer vom roten zum mittelländischen Meere bei offenen Schleußen nehmen würden, wäre zugleich das Mittel, allfällige Sandanhäufungen von 3eit zu 3eit auszuspülen. Um die Einfahrt in den sich durch die Durchstiche bildenden Bosphorus von Seite des mittelländischen Meeres aus zu erleichtern und die Anhäufung des Sandes an der Mündung zu verhindern, würde ein Damm gleich dem Molo von Denedig bis zu einer Wassertiefe von 27 Fuß in das Meer vorgeschoben werden, welche Wassertiefe dann bis zum roten Meere als Minimum angenommen ist und somit für alle Gattungen Ostindienfahrer genügend sein würde. Die Summe, welche zur Durchführung obiger Werke erforderlich sein dürfte, kann dermalen und vor dem Zusammentritte der berufenen Experte nicht mit Verläßlichkeit angegeben werden, doch dürfte dieselbe 45 millionen franz. Franken kaum übersteigen. Eure Excellenz mögen daraus ersehen, daß zur Aufbringung dieses Capitals die Hilfe Englands nicht unmittelbar notwendig ist und daß eine Gesellschaft deutscher Capitalisten, wenn auch mit 3uziehung französischer und englischer Geldkräfte, Angesichts der politischen Schwierig - 25 - keiten, welche sich der Ausführung des Unternehmens durch andere Mächte wie bis anhin entgegenstellen würden, zumeist geeignet ist, dasselbe zum allgemeinen und zum eigenen Nutzen ohne Eifersucht zu erregen, in das Leben zu rufen. In einem solchen Falle wäre den deutschen Großmächten Deranlassung gegeben, das Protectorat über die Unternehmung zum Schutze der Interessen ihrer Untertanen zu beanspruchen und die übrigen Großmächte aufzufordern sich zu diesem Zwecke an sie anzuschließen. Auf diese Weise allein dürfte am nächsten zum Ziele zu gelangen sein, zum Heil aller europäischen Staaten ohne Begünstigung irgend einer Flagge ein dem Welthandel dienendes Werk dem allgemeinen Verkehr geöffnet werden können. In Egypten dürften Anträge von Seiten deutscher Capitalisten unter dem Schutze der deutschen Großmächte mit desto größerer Bereitwilligkeit Anklang finden, je mehr es bekannt ist, daß außereuropäische Gebietserweiterungen nie in den Absichten deutscher Staaten lagen, und je mehr der Pascha in einer Annäherung an die deutschen Großmächte eine moralische Verstärkung seiner Stellung, den ihn im Osten und Westen bedrohenden Gebietsnachbarn gegenüber, erblicken müßte. Und in der Tat sollen Eröffnungen, welche bereits dem Pascha darüber gemacht worden sind, mit Gunst und Interesse aufgenommen worden sein. Die Bildung einer solchen Mittel- Europäischen Gesellschaft zur Herstellung des Canals von Suez dürfte unter gewissen Voraussetzungen nicht außer dem Bereiche des möglichen liegen und die in den Haupthandelsplätzen Deutschlands, Frankreichs und Englands vereinigte An= zahl einsichtiger Geld- und Einfluß- kräftiger Männer treffen nun die Dorbereitungen, welche geeignet sein dürften, das Unternehmen seinem Ziele zuzuführen. Welche Wichtigkeit das Unternehmen zu allernächst für Oestreich hat, braucht Unterzeichneter Euer Excellenz nicht auseinanderzusetzen. Am Tage wo der Canal eröffnet würde, hätte die Entdeckung Vascos da Gamas ihre große Bedeutung eingebüßt und Venedigs Größe, nebst dem Flor ihrer neuen Schwester an Adriens Gestade würde von demselben Tage an wieder aufblühen und der Segen des Handels würde erst durch Oesterreich Italien, Tyrol, Kärnten und Krain, kurz durch das weite Gebiet Oesterreichs zu dem Nachbarlande gelangen. - Vorläufig handelt es sich, die vorliegenden Detailpläne und übrigen technischen Fragen zu prüfen und den Betrag der Kosten näher fest= - 26 - zusetzen, um die weiteren Schritte sowol bei Regierungen, als bei Capitalisten so wie gegenüber dem Pascha von Egypten hiernach einzuleiten. Zu diesem Ende ist die Verabredung getroffen worden, daß die bezeichneten Experten auf Ende October ds. Js. zusammen treffen sollen und Paris ist als Versammlungsort bezeichnet. Unterzeichneter hat seine Mitwirkung ohne vorher erhaltene Ge= nehmigung Euer Ercellenz nicht zugesagt, wagt aber mit Hinblick auf die Herrlichkeit des Unternehmens und auf den Erfolg, welches dasselbe für Oesterreich verspricht, die Hoffnung auszusprechen, daß Euer Excellenz nicht abgeneigt sein dürften, ihm zu gestatten, ohne Nachteile für seine übrigen Dienstobliegenheiten, seine im Baufache gesammelten Erfahrungen und geringen Kenntnisse demselben zu widmen und ohne Kosten für den Staat, den Ruf nach Paris auf Ende October d. Js. anzunehmen und den einschlägigen Beratungen keineswegs als beim Staate Angestellter, sondern bloß als einfacher Techniker beiwohnen zu dürfen. Wien, am 9. Juli 1846. An Negrelli. 8 Leipzig, d. 26. October 1846. Verehrtester Herr und Freund! Die Beantwortung Ihrer geneigten Zuschrift vom 16. dss. Mts. ist um einige Tage verspätet worden, weil ich auf einer kleinen Reise nach Belgien abwesend war. mit wahrer Freude vernehme ich, daß Sie nun gesonnen und im Stande sind, die schon so lange beabsichtigte Konferenz Suez betreffend in Paris abzuhalten. Unsere Freunde haben nun den 15. November als den ihnen am passendsten scheinenden Tag gewählt, an welchem wir alle in Paris eintreffen sollten. Obgleich Sie nun den 29. oder 30. November hierzu ersehen, so hoffe ich doch, Sie werden sich mit dem Wunsche der Pariser und Londoner vereinigen können, da Sie die Absicht aussprachen am 9. von Wien abzureisen und einige 3eit in Zürich zuzubringen. Wenn Sie sich nun entschließen, von Wien aus direkt nach Paris zu reisen, die Schweitzer Nordbahn Angelegenheit aber auf Ihrer Rückreise zu besorgen, so würde alles vollkommen 27 passen. Ich bitte nun hierüber um Ihre geneigte Erklärung, damit wir den Tag definitiv festsehen und Stephenson dessen Stunden gezählt sind, auch auf denselben Tag einladen können. Wenn Sie wie ich hoffe, den 15. November als den Tag der ersten Zusammenkunft in Paris genehmigen, erlaube ich mir die ergebene Anfrage, ob Sie dann vielleicht über Prag und Leipzig kommen würden, wo wir dann die Reise zusammen machen könnten; mir gilt es gleich ob wir über Frankfurt und von da per Malle Poste nach Paris reisen, oder von hier nach Hannover per Eisenbahn, von Hannover teils per Eilpost teils auf der fertigen Strecke der Cöln- Mindener Eisenbahn nach Töln und von dort über Aachen Brüssel und von Brüssel nach Paris per Eisenbahn reisen. Letzterer Weg dürfte übrigens doch den Vorzug verdienen, jedoch überlasse ich die Entscheidung, wenn Sie mir das Vergnügen gönnen mit Ihnen zu reisen, ganz Ihnen. Mit der Bitte mich Herrn und Frau von Effinger empfehlen zu wollen und mich bald tunlichst mit einer Antwort zu erfreuen verbleibe ich Ihr Hochachtungsvoll ergebener A. Dufour- Feronce. 9 Entre les soussignés M. Robert Stephenson, ingénieur, anglais, demeurant ordinairement à....... en ce moment logé à Paris, rue Et M. Henry Starbuck, agissant ici tant en leur nom personnel qu'au nom et pour le compte de divers personnages d'Angleterre qu'ils se réservent de nommer en rapportant leur adhésion aux présentes conventions, D'une part M. Louis Negrelli, ingénieur demeurant ordinairement à Vienne, en ce moment logé à Paris, rue Richelieu, hôtel de Paris, M. A. Dufour- Feronce, de Leipzig. M. L. Sellier, de Leipzig. agissant tant en leur nom personnel qu'au nom et pour le compte de divers personnages d'Allemagne qu'ils se réservent de nommer en rapportant leur adhésion aux présentes conventions, D'une seconde part 28 M. Arlès, M. Enfantin, M. Jules Talabot, M. Léon Talabot, M. Paulin Talabot, agissant tous tant en leur nom personnel qu'au nom et pour le compte de divers personnages de France qu'ils se réservent de nommer en rapportant leur adhésion aux présentes conventions, Tous d'une troisième part a été fait, ce qui suit: Les soussignés ont conçu le projet, de former une Société pour étudier les travaux d'un canal destiné à établir une libre communication entre la Mer Rouge et la Méditerrannée en formant, selon les plans de M. Linant, une sorte de Bosphore dans le désert de Suez. MM. Stephenson, Negrelli et Paulin Talabot, tous trois ingé. nieurs, après examen du plan et mémoire de M. Linant, des travaux faits par la commission d'Egypte et des renseignements publiés sur cette question, ont déclaré, être convaincus de la possibilité d'établir une telle communication. Mais en même temps ils ont reconnu, que les études déjà faites étaient insuffisantes et qu'il était nécessaire de procéder avant tout à une étude complète et systématique tant des deux points extrêmes, que du désert même de Suez. Les soussignés ayant adopté ces conclusions, ont cru, qu'il convenait, qu'une entreprise de cette importance, dont les résultats doivent tourner plutôt encore au profit de l'intérêt général que de l'intérêt particulier, fut rendue commune aux grandes nations européennes, et dans cette vue ils ont imaginé de diviser cette société d'études entre trois groupes principaux: Un groupe d'associés anglais ayant pour ingénieur M. Stephenson. Un groupe d'associés allemands ayant pour ingénieur M. Negrelli. Et un groupe d'associés français ayant pour ingénieur M. Paulin Talabot. Ces explications étant données, les soussignés arrêtent de la manière suivante les statuts de leur Société: - 29 - Article I er Il est formé une Société Civile entre les soussignés et les personnes dont les adhésions seront par eux rapportées dans les délais ci- dessus indiqués. Article 2 L'objet de cette Société est l'étude des travaux à faire pour un canal destiné à établir une libre communication entre la Mer Rouge et la Mediterrannée. Article 3 La Société portera le titre de« Société d'Etudes du Canal de Suez.>> Article 4 Le siège de la Société sera à Paris, chez M. Enfantin, rue de la Victoire, 34. Là se centraliseront les opérations de la Société et les relations entre les associés. Article 5 Le capital social est fixé à 150.000 francs, il se divise en trente parts de 5.000 francs chacune. Un tiers du fonds social ou 50.000 frs, représenté par dix parts, sera fourni par le groupe des associés anglais. Pareil tiers par le groupe des associés allemands. Pareil tiers par le groupe des associés français. Article 6 Chacun de ces groupes sera composé d'au moins sept associés et d'au plus dix, non compris l'ingénieur de chaque groupe qui sera de droit membre de la Société avec voix délibérative. Article 7 Chacun des trois ingénieurs apporte dans la Société son temps et ses travaux, mais il ne contribue pas à la formation du capital social. Article 8 Chaque part donne droit à une voix dans les délibérations. Tout associé peut se faire représenter par un autre associé en vertu d'un pouvoir spécial. - 30 - En outre chaque ingénieur est admis par exception à envoyer son vote par correspondance. Ainsi le nombre total des voix admises aux délibérations sera de trente- trois. Et celui des sociétaires sera au minimum de vingt- quatre, et son maximum de trente- trois. Article 9 Toutes les opérations de la Société seront délibérées en assemblée des sociétaires et votées à la majorité des voix. La prochaine réunion déterminera le mode du versement du capital, qui aura lieu à Paris, entre les mains d'un dépositaire choisi par l'assemblée. L'assemblée désignera un ou plusieurs de ses membres pour viser les mandats de paiement délivrés par ses ingénieurs. Article 10 Les associés se réuniront à Paris chez M. Enfantin, le premier lundi de chaque mois. Chaque réunion nommera son président et son secrétaire. Toutes les délibérations seront transcrites sur un registre spécial et signées du président et du secrétaire. Deux réunions par an, celle du premier lundi du mois de décembre et de juin, seront plus spécialement consacrées à délibérer sur les points les plus importants. Article II Toutes les dépenses de la Société devront autant que possible être payées comptant, afin d'éviter tout appel de fonds au- delà du capital ci- dessus fixé. Cependant, si contre toute attente le capital de 150.000 frs. étant épuisé, les études n'étaient point terminées, il sera convoquée une assemblée spéciale à la requête, soit de M. Enfantin, soit de l'un de MM. les ingénieurs. Les avis pour cette convocation seront adressés au moins un mois d'avance. L'assemblée ainsi convoquée décidera à la majorité des deux tiers de voix s'il y a lieu de continuer les études au moyen d'un appel de fonds. Dans ce cas, les associés qui n'auraient pas voté cette continuation des études auront pendant un mois le droit de - 31 - déclarer par lettre adressée à M. Enfantin qu'ils cessent de faire partie de la Société et qu'ils renoncent à tous droits quelconques résultant de leur qualité d'associé et de leurs précédents versements. Article 12 Les études étant terminées il y aura lieu à la dissolution de la présente Société, soit par l'abandon du projet et le partage de ce qui pourra constituer l'actif de la Société d'Etudes, soit par la constitution d'une nouvelle Sociéte destinée à l'exécution même du projet. Cette résolution sera prise dans une assemblée spéciale convoquée comme on l'a dit, article II, mais par avis donné au moins deux mois d'avance. La simple majorité des voix présentes ou représentées suffira pour que le projet et sa mise à exécution soient adoptés. Dans ce cas, quelle que soit la part que la Société d'Etudes obtiendrait dans la Société définitive, cette part sera divisée en cent parties égales et répartie( ainsi que les obligations qui pourraient y être adhérentes) de la manière suivante: 10) Chacune des parts de la présente Société donnera droit à deux parts ou deux centièmes, ce qui fera pour chaque groupe vingt centièmes, ou au total soixante centièmes Ci. 60/100 èmes 2º) Chacun de MM. les ingénieurs aura droit à 5/100 èmes ou pour eux trois 15/100 èmes, ci... 15/100 99 Ensemble 75/100 èmes Quant aux vingt- cinq centièmes de surplus, la Société en fera la répartition suivant les services déjà rendus ou qui seraient rendus ultérieurement à l'entreprise. Sont dès à présent attribués: 121/2/100 èmes à M. Enfantin, tant pour lui que pour les diverses personnes qui se sont occupées avec lui en Egypte de l'étude de cette entreprise et dont M. Enfantin devra fournir la liste à la Société dans un délai de..... Etant bien expliqué, que les bénéficiaires de ces diverses parts devront se soumettre à toutes les conditions et obligations imposées aux autres associés dans la Société définitive, et que - 32 - faute par eux d'y satisfaire, immédiatement quand il y aura lieu la Société rentrerait dans la disposition des partis qui n'auraient pas accompli leurs obligations. Article 13 Dès aujourd'hui les soussignés déclarent souscrire savoir: MM. Stephenson et Starbuck, pour le groupe anglais, dix parts ou 50000 frc. ci MM. Negrelli, Dufour, • • $ 50000 frs. pour le groupe allemand.. . $ 50000" Sellier, MM. Arlès, Enfantin, Jules Talabot, Léon Talabot, et Paulin Talabot, pour le groupe français 50000, Total 150000 frs. Chacun des soussignés fait élection de domicile en sa demeure. Chaque adhésion ultérieure des nouveaux associés devra contenir une élection de domicile. Article 14 S'il arrivait que dans un délai de six semaines, à dater de ce jour, l'un des groupes se déclarât dans l'impossibilité de fournir les adhésions dont il est question ci- dessus, la présente Société sera considérée comme nulle et non avenue. Cette déclaration devra émaner de tous les représentants d'un groupe et être adressée à M. Enfantin, qui préviendra chaque groupe soit de l'annulation, soit de la constitution définitive. A partir du jour où la présente Société sera devenue définitive, chaque groupe jouira d'un délai d'un mois, pour rapporter les adhésions de chaque associé. Chaque adhésion sera accompagnée du versement d'un cinquième du capital de chaque part, de manière à former immédiatement un fonds de trente mille francs. Fait en trente- trois exemplaires à Paris, le 30 novbre 1846. - 33 - 10 A Son Excellence Monsieur le Baron Alexandre de Humboldt etc., Berlin. Notification de la formation d'une Société d'Etudes pour la canalisation de l'Isthme de Suez. Sollicitation à Son Excellence de vouloir accorder son puissant patronage à cette Société. Monsieur le Baron, Leipzig, 10. Decbr. 1846. Il y a environ dix- huit mois, que Votre Excellence a eu la grâce, de m'admettre à Lui présenter un projet de canalisation de l'Isthme de Suez, établi pour un comité, dont je suis membre, par M. Linant, ingénieur en Egypte. En même temps je pris la liberté, d'informer Votre Excellence des démarches faites auprès de S. A. le Prince de Metternich, pour solliciter sa haute protection en faveur de l'entreprise dont l'exécution est notre but. Sans me permettre d'empiéter sur les précieux moments de Votre Excellence par le récit des transactions qui ont eu lieu depuis l'été 1845 je me bornerai à en relater les résultats. Nous avons acquis la certitude, que le Gouvernement Autrichien porte le plus haut intérêt à la construction du canal de Suez, il fera tout, ce qui est en son pouvoir pour contribuer à la réussite; il est convaincu comme nous, que l'affaire n'a de chances de succès qu'en tant qu'elle portera le caractère d'entreprise particulière, afin d'éviter les difficultés que suscitent si souvent en Orient les rivalités diplomatiques. Dans le but d'obtenir sur cette œuvre une opinion technique de poids, nous avons convoqué à Paris, pendant le mois passé, une conférence d'ingénieurs, qu'on peut à juste titre considérer dans leur partie comme les sommités des trois nations les plus intéressées à la construction du canal. L'Allemagne était représentée par M. Negrelli, Inspecteur Général des Chemins de Fer de l'Autriche qui avait Georgi- Dufour, Urkunden. 3 - 34- - entrepris ce voyage avec l'autorisation de son gouvernement, la France par M. Paulin Talabot, l'Angleterre par M. Robert Stephenson. Après examen des travaux de M. Linant, nos trois ingénieurs ont déclaré:« Qu'aucune difficulté insurmontable n'existait qui pût rendre impossible l'exécution du canal.>> En même temps ils ont demandé qu'une étude plus détaillée fut entreprise, tant de l'Isthme que de ses abords du côté de la Méditerranée au nord et au midi du côté de la Mer Rouge. Pour accélérer ces études, le travail en a été divisé entre les trois ingénieurs: M. Negrelli s'est chargé de faire lever le plan de la côte de l'Isthme du nord, du côté de la Mediterrannée, de faire sonder les abords de la mer et de soumettre un projet de jetée et de port assurant à la navigation, à toute époque, une entrée sûre et facile dans l'embouchure du canal. M. Talabot expédiera depuis Marseille à Suez une escouade de niveleurs chargés de vérifier les travaux existant et de les complèter par des sondages de terrains sur toute la ligne de Suez jusqu'à Tineh( l'ancien Pelusium); ces sondages sont indispensables pour l'établissement des devis des ouvrages d'art que nécessite le canal. M. Stephenson s'est chargé de procurer les plans du Golfe de Suez existant à l'Amirauté anglaise, et de faire compléter sous sa direction ce que ces plans pourront laisser à désirer. Après que ces travaux préliminaires seront faits, MM. Negrelli, Stephenson et Talabot se sont engagés à se rendre conjointement en Egypte pour y étudier eux- mêmes les localités et pour arrêter définitivement la direction à donner au canal. Une fois ces plans définitifs signés par les trois ingénieurs entre les mains du comité, le moment sera venu de former une compagnie d'exécution pour la construction du canal. Nos trois ingénieurs s'étant déclaré renoncer à tout salaire pour la coopération à une œuvre, à l'exécution de laquelle ils se font gloire de contribuer, les frais d'étude atteindront à peine 100 à 150 mille francs qu'on a résolu de réunir au moyen d'une société d'études selon l'acte dont j'ai l'honneur d'annexer copie. Cette société se compose: - 35 - d'un groupe allemand, d'un groupe anglais, d'un groupe français. Chaque groupe comprend au moins 7 et au plus 10 membres, chaque groupe s'engage, à contribuer aux frais d'étude jusqu'à la concurrence de 50.000 francs, soit cinq mille francs par membre. Pour éviter de donner prématurément à l'entreprise une apparence de spéculation, on a décidé de ne s'adresser qu'à des personnes dont on est sûr que leur motif en destinant une somme de 5000 francs à une belle œuvre est bien plus l'œuvre elle- même que le bénéfice qui pourrait éventuellement en résulter pour les fondateurs, en supposant une réussite complète. Chargé de la formation du groupe allemand, Votre Excellence sentira combien je dois avoir à cœur de voir la Prusse dignement représentée par celui ou ceux que j'inviterai à attacher leur nom à cette glorieuse entreprise. C'est ce désir qui m'a déterminé à retracer à Votre Excellence la position de l'affaire et à Vous demander si Vous vouliez avoir la grâce de me désigner une ou deux personnes que Vous considéreriez comme qualifiées pour être de dignes représentants de la Prusse dans le groupe allemand de la Société de Fondation du Canal de Suez. Si je n'ose exprimer le désir de voir le nom de Votre Excellence figurer dans notre groupe, désir que tous mes collègues et moi nous ressentons bien vivement, c'est que je crains de paraître trop présomptueux. Et cependant il serait bien beau que Votre Excellence daigne accorder le patronage de son nom à ceux qui s'efforcent maintenant à mettre en pratique une entreprise, dont le génie de Votre Excellence a présenté et recommandé l'exécution dans les œuvres publiées il y aura bientôt un demi- siècle. Daignez agréer, Monsieur le Baron, l'expression des sentiments de haute considération avec lesquels j'ai l'honneur d'être de Votre Excellence le très humble et dévoué serviteur Dufour- Feronce. 3* - 36 - 11 Sr. Hochwohlgeboren Herrn C. L. von Brud, President des Oesterreichischen Lloyd in Triest. Leipzig, 11. Dezbr. 1846. Wenn ich mir erlaube ohne Ihnen persönlich bekannt zu sein diese Zeilen an Sie zu richten, so hoffe ich, daß ich durch den interessanten Gegenstand der mich dazu auffordert in Ihren Augen entschuldigt erscheinen werde. Durch den Herrn Kaiserlichen Rat Negrelli haben Sie schon von Paris aus den Erfolg unserer Bestrebungen zur Bildung einer Gesellschaft deren erster 3weck die Vorarbeiten zu dem Canal von Suez ( Société d'études) sein soll, vernommen. Don dem Central Comité in Paris beauftragt die zehn Mitglieder welche den Groupe Allemand bilden sollen, zu vereinigen und vom Wunsche beseelt hiermit bald tunlichst zu Stande zu kommen ist es mir höchst wichtig baldigst zu wissen: ob Ew. Hochwohlgeboren wie ich es nicht bezweifele, dem Vereine der Begründer dieses wichtigen Werkes definitiv beitreten und ob Sie in Triest noch ein oder zwei andere Personen gefunden haben, welche ebenfalls gesonnen sind, sich unserm Dereine anzuschließen. Es ist mir höchst wichtig über diese zwei Fragen Ihre geneigte Erklärung wo möglich umgehend zu erhalten damit ich wisse wie viele Anteile ich für Triest zu reserviren habe und die andern an geeignete Männer in andern Städten ungesäumt verteilen könne. Es ist sehr wünschenswert, daß so wenig 3eit wie möglich mit Constituierung der Gesellschaft verloren werde, damit nicht die besten Monate für die vorhabenden Arbeiten in Egypten ungenützt ver= streichen. Obgleich ich vermute, daß Ihnen Herr Negrelli Abschrift des Actes über Bildung der Société d'études geschickt haben wird, lege ich Ihnen noch eine Abschrift bei, damit wenn Sie noch keinen haben sollten nicht etwa erst 3eit mit Hin und Herschreiben verstreichen. Mit der vollkommensten Hochachtung und Ergebenheit habe ich die Ehre zu verharren sign. A. Dufour- Feronce. - 37- - Herrn Dufour- Feronce in Leipzig. 12 Triest, den 27. Dezember 1846. Erst heute kann ich mich zum Empfang Ihrer verehrten Zuschrift vom 11. ds. Mts. bekennen. Schon der kais. Rat Negrelli hatte mir den Wunsch geäußert, hier mehrere Mitglieder für die deutschen Gruppen zu finden. Im Einklange mit den Gesinnungen unseres Gouverneuers habe ich die Schritte eingeleitet, daß die drei hiesigen Körperschaften nämlich die Stadt, die Börse und die Handelskammer und der Lloyd als solche beitreten möchten und dagegen so wie ich auch jede andere Individualität entfernt bleiben. Dadurch wird der Sache von hier aus ein größeres Gewicht beigelegt und Triest mit einer solchen Würde vertreten, wie es meiner Ansicht nach einem hoch= wichtigen Unternehmen gebührt. Heute darf ich Ihnen die Hoffnung ausdrücken, daß die Absicht gelingen dürfte und deshalb beeile ich mich Sie davon zu unterrichten, damit Sie in der deutschen Gruppe die drei Stellen einstweilen offenlassen. Ich werde die Entscheidung möglichst beschleunigen aber ich bitte, vorher keinen Gebrauch davon zu machen, da ich doch nicht verbürgen kann, daß der Antrag ganz nach meinem Sinne angenommen werde. In Eile mache ich Ihnen diese mitteilung und hoffe nächster Tage wieder das Vergnügen zu haben, mich mit Ihnen darüber zu unterhalten, indem ich inzwischen die Ehre habe Sie mit Hochachtung zu begrüßen. C. L. v. Brud. 12a Triest, den 29. Dezmbr. 1846. Ew. Wohlgeboren! In Beziehung an mein Letztes vom 27. ds. habe ich heute das Vergnügen, Ihnen zu berichten, daß der Beitritt der hiesigen drei Körperschaften so gut als gewiß und gesichert ist. Es handelt sich nun darum, der Sache eine angemessene Form zu geben und der Gouverneur wünscht daher, daß Sie die Güte hätten, ihm einen Bericht zu machen und ich erlaube mir, Sie darum zu bitten. Jm - 38 - Bericht sagen Sie gefl. blos, daß es Sr. Erlaucht bekannt sei, wie Sie mit Erlaubnis des Hofpraes. nach Paris gegangen, um der Ver= sammlung mit Stephenson und Talabot beizuwohnen; daß der Plan zwar einstimmig ausführbar gefunden worden, jedoch noch weitere Erhebungen nötig seien, wovon Stephenson das rote meer, Talabot das Land und Sie das Mittelmeer übernommen hätten, daß man deshalb vorerst eine Société d'études gebildet nach den beil. Bedingungen, die ich schon beilegen werde. Oesterreich und namentlich Triest sei bei dieser Sache im höchsten Grade beteiligt und deshalb wendete man sich an Sr. Erlaucht damit er veranlassen wolle, daß die Bürgerschaften von Triest an der deutschen Gruppe der Société Teil nähmen. Ein solcher Vorgang würde Sie natürlich befähigen der deutschen Gruppe ein bedeutendes Gewicht in den zukünftigen Beratungen zu verschaffen und vielleicht könnte dadurch angebahnt werden, daß einst Triest zum Sitze der Gesellschaft diene u. s. w. Auf die früheren Mitteilungen an mich wollen Sie nicht hinweisen, um keine Empfindlichkeiten aufkommen zu lassen, da der Gouverneur diesen Bericht dann benutzen wird, um die schriftliche Zusage der Körperschaften einzufordern und Ihnen solche einzusenden. Modus in rebus. Auf diese Art empfangen Sie dann ein Dokument, wodurch Sie vielleicht in den Stand gesetzt werden, die ganze deutsche Gruppe aus lauter Körperschaften zusammen zu setzen. Die 3eit ist nur so kurz, deshalb erwarte ich den Bericht sobald als möglich und ich werde für schnelle Antwort besorgt sein. Den Bericht bitte ich also mir zu senden, um ihn zu übergeben. In Eile grüße ich Sie freundschaftlich T. L. v. Bruck. 13 Sr. Excellenz Herrn Alexander von Humboldt usw., Berlin. Leipzig, 5. Januar 1847. Wenn die ergebenst Unterzeichneten es wagen Ew. Excellenz kostbare Zeit auf einige Augenblicke in Anspruch zu nehmen, so hoffen sie in der Wichtigkeit dieser sie beschäftigenden Angelegenheit einen Grund der Entschuldigung zu finden. Am 11. Decbr. v. J. hatte der mitunterzeichnete Dufour- Feronce die Ehre Ew. Ercellenz anzuzeigen, daß sich ein Cosmopolitischer Verein - 39 - gebildet habe, welcher sich zur Aufgabe macht, die Vorarbeiten zu Erbauung des Canals von Suez herstellen zu lassen und erlaubte sich die Bitte hinzuzufügen, E. E. möchten die Gnade haben, die Zwecke des Vereins durch Ihren Beitritt zu fördern oder wenn E. E. gegen Ihre eigene Mitwirkung ein Bedenken hegen sollten, einige Namen von Männern nennen zu wollen, welche Ihnen angemessene Vertreter Preußens in dem zu bildenden deutschen Zweige des Vereins scheinen würden. Seit diesem Schreiben ist die Bildung des erwähnten deutschen 3weig Vereins von zehn Personen in so weit zur Vollendung gediehen, daß außer den in Sachsen beigetretenen Mitgliedern( die vier Unterzeichneten und Hr. Robert Georgi in Mylau, Mitglied der Sächsischen zweiten Kammer) mehr Anmeldungen von geeigneten Männern und Corporationen besonders aus Oesterreich erfolgen, als wir zu be= friedigen im Stande sind. Wenn wir demohnerachtet uns erlauben die angelegentliche Bitte zu wiederholen E. E. wollen uns hochgeneigtest gestatten, Sie unter den Mitgliedern unseres Vereins zu nennen, so geschieht das in dem Gefühle, daß dadurch unserem deutschen Zweige des Vereins ein Glanz verliehen werde, den die französischen und englischen Zweige, so ehrenwerte Herren sie auch enthalten werden, keinesfalls erreichen dürften. Der Wunsch, E. E. unser ergebenes Gesuch gewähren zu sehen, dürfte dadurch noch mehr gerechtfertigt erscheinen, daß es uns nun nicht mehr möglich sein wird, irgend einen anderen Repräsentanten Preußens die Beteiligung anzubieten. Wir sind so frei dabei noch ergebenst zu bemerken, daß, wenn E. E. vielleicht nicht abgeneigt sein sollten der Sache selbst Ihre Teilnahme zuzuwenden, ohne jedoch zu beabsichtigen ein financielles Interesse daran zu knüpfen, dies kein Hindernis sein darf; es hat nämlich in Folge des Acté de Société, zwar jeder Teilnehmer die Verpflichtung frs. 5000 zu den vorläufigen Kosten beizubringen, aber es steht ihm das Recht zu, diese Summe nach Belieben teilweise oder ganz an andere abzutreten denen eine namentliche Beteiligung nicht eingeräumt werden kann. Da sich nun viele angemeldet haben, denen wir die Aufnahme unter die Zahl der den deutschen Zweigverein bildenden nicht gewähren können, so hat es für uns keine Schwierigkeit über den E. E. zustehenden finanziellen Anteil am Derein mit seinen Lasten und Rechten zu Gunsten anderer zu verfügen. Da der in dem Acte de Société vom 30. November v. J., von welchem sich eine Abschrift in E. E. Händen befindet bestimmte Termin - 40 - von 6 Wochen mit dem 11 Januar abläuft, werden wir in E. E. Augen hoffentlich entschuldigt erscheinen, wenn wir uns erlauben, um eine bald tunlichste hochgeneigte Erklärung ganz gehorsamst zu bitten. Die wir in vollkommenster Verehrung verharren Ew. Excellenz ganz gehorsamste Diener C. Sellier G. Harkort A. Dufour- Feronce Regierungsrat J. B. Thieriot welcher durch Unpäßlichkeit abgehalten war zur rechten Zeit einzutreffen und zu zeichnen. An Negrelli. 14 Leipzig, d. 9. Januar 1847. Mit wahrem Interesse habe ich Ihre geehrte Zuschrift vom 6. ds. Mts. erhalten. Allerdings ist der Erfolg unserer Bestrebungen ein überaus günstiger zu nennen, denn es zeigt sich nun, daß Sie in Oesterreich und wir hier in jeder Abteilung Deutschlands die ganze Gruppe hätten zusammen bringen können. Den 2. Januar habe ich nach Paris die Anzeige gemacht, daß die Gruppe formirt sei und gestern habe ich in einem offiziellen Schreiben an Enfantin als Prèsident de la Section Centrale die erste Einzahlung von 10/ m. Fr. laut§ 14 übermacht, damit kein Schatten eines 3weifels über unsere Constituirung bestehen könne, ihm auch die Gründe auseinandergesetzt, warum wir die Namen nicht sofort nennen können. Da die Leute übrigens in Paris gesehen haben, daß ich mich nicht blindlings in ein Geld Impegno stürzen will, werden sie nach Empfang des Briefes gewiß beruhigt sein, daß ich sicher bin in Beziehung auf die Bildung des Dereins. Ich schicke Ihnen in einigen Tagen die Abschrift meines Briefes an Enfantin. Wenn nun morgen den 11. Humboldt und Bürgermeister Smidt ( Bremen) eine Erklärung nicht gegeben haben, so werden wir ihnen anzeigen, daß wir über die ihnen angestellten Plätze in der Gruppe verfügen müssen. - - 41 - Mehrere Private welche sich beteiligen wollen, unter andern Schletter und Brockhaus habe ich bescheiden müssen. Ich wünschte, daß die fünf Stellen, welche nach definitivem Zutritt der Ihnen früher ge= nannten fünf hiesigen Privaten ganz frei blieben, damit wenigstens ihre fünf Aufnahme finden können. - Diele freundliche Grüße von Sellier und Harkort und Gott mit Ihnen. in einigen Tagen berichte ich Ihnen darüber. Dufour. 15 Sr. Excellenz Herrn Alex. von Humboldt, Berlin. Ew. Excellenz Leipzig, Jan. 1847. sehr geschätzte 3uschrift v. 10. ds. Mts. benachrichtigt uns zu unserm tiefen und gerechten Bedauern, daß Gründe vorwalten, welche E. E. den von uns innig gewünschten Beitritt zu dem Vereine für die Vor= arbeiten des Canals von Suez nicht gestatten; allerdings hätten wir gewünscht, den Namen eines Mannes der bei allen Völkern gleiche Derehrung findet, unter den Beförderern eines so kosmopolitischen Unternehmens öffentlich nennen zu dürfen und es ist uns doppelt be= dauerlich, in dieser Hoffnung getäuscht zu sein, da es sich durch den späten Empfang Ihrer Erklärung gefügt hat, daß überhaupt das Königreich Preußen bei der Angelegenheit nun gar nicht vertreten wird. Es war uns nämlich nur gelungen einen einzigen Platz für den Fall, daß E. E. zu dem Beitritt sich entschließen sollten offen zu halten, als wir aber am 12. Jhre ablehnende Antwort empfingen, war es uns nicht mehr möglich die äußerst ehrenwerten, bestimmten Anmeldungen, welche von Oesterreich vorlagen, länger im Ungewissen zu lassen, zu dem war die Aussicht, daß sich die von E. E. hochgeneigtest in Vorschlag gebrachten Herren beteiligen würden, noch immer unbestimmt und der letzte Tag, an welchem die Erklärung über Bildung des deutschen 3weig Vereins abgegeben werden mußte der 11. Januar. E. E. Beweggründe zu ehren, mußten wir uns allerdings bescheiden und daher darauf verzichten unsere Bestrebungen durch den mächtigen Einfluß Ihres Namens öffentlich unterstützt zu sehen. Dennoch wagen wir uns der Hoffnung hinzugeben, daß wenn auch 42- - Verhältnisse Sie bestimmen von einer ausgesprochenen Teilnahme und Mitwirkung abzusehen, diese dem Vereine doch nicht entgehen werde, wenn in E. E. hoher und vielvermögender Stellung eine Veranlassung dazu sich zeigt, und die Bitte um diese Gunst gestatten wir uns zu wiederholen von Ihrem allbekannten, warmen Interesse für Alles was den Fortschritt der Kultur, wozu die Erleichterung der Verbindungen über alle Teile der Erde als mächtiger Hebel dient, befördern kann, die wohlwollende Gewährung mit Vertrauen hoffend. Der Anklang, den die Sache in Oesterreich gefunden, dürfte am unzweifelhaftesten aus den Namen der achtbaren Corporationen zu entnehmen sein, welche die fünf in Sachsen nicht begebenen Stellen in Anspruch nahmen, so daß für die zahlreichen Privaten die noch aufgenommen zu werden wünschten kein Raum mehr blieb; wir erlauben uns am Fuße dieses das Verzeichnis der zehn Mitglieder des jetzt constituirten deutschen Zweig Vereins ergebenst zu überreichen. Auf diesen günstigen Anfang unserer Unternehmung vertrauend hoffen wir auch auf einen ferneren glücklichen Fortgang. E. E. bitten wir schließlich noch für die geneigten Aeußerungen, mit denen Sie uns beehren unsern verbindlichsten Dank genehmigen, sowie der Belästigung die wir uns erlaubten, gütigst entschuldigen zu wollen, und verharren in tiefster Verehrung Ew. Excellenz ganz ergebenste 16 Pro Memoria. Schon seit vielen Jahren haben sich einige Leipziger Kaufleute im Vereine mit mehreren ihrer Freunde in England, Frankreich und Egypten zur Aufgabe gestellt, ermitteln zu lassen, in wie fern der schon in den ältesten Zeiten beabsichtigte und seitdem so oft wieder auf= genommene Plan: Das rote meer, vermittels eines für Schiffe aller Größen fahrbaren Canals mit dem Mittelländischen Meere zu ver= binden, ausführbar sei. Verbindungen mit einem hochgestellten Egyptischen Techniker Hr. Linant wurden angeknüpft und durch ihn ausführliche Vorarbeiten für den Verein erlangt, von welchen einige dem gegenwärtigen Berichte unter A. beigefügt sind. Aus diesem Vorarbeiten sowie aus vielen anderen auf verschiedenen Wegen eingegangenen Nachrichten, scheint unzweifelhaft hervorzugehen, - 43 - daß technische Schwierigkeiten einer unüberwindlichen Art, dem Unternehmen keinesweges entgegen stehen. Dagegen ist aber nicht in Abrede zu stellen, daß leicht große politische Hemmnisse, besonders durch den Argwohn mit welchem die Europäischen Seemächte gegenseitig ihre Schritte im Orient bewachen und den auch die Orientalischen Herrscher gegen die Europäischen Großmächte hegen, hervortreten dürften. Diese Lage der Dinge begründete bei dem gedachten Vereine die Ueberzeugung, daß der Kanal nur dann in's Leben gerufen werden könne: 1. Wenn der Plan den Charakter rein commerzieller Spekulation trage. 2. Wenn er von einer aus Unterthanen aller dabei hauptsächlich #beteiligten Völker gebildeten cosmopolitischen Gesellschaft in Antrag gebracht werde. 3. Wenn die erste Anregung von Deutschland ausgehe, weil es bekannt sei, daß außereuropäische Gebietserweiterungen nie in den Absichten der deutschen Mächte gelegen und vor allem zu vermeiden sei, die Sache zu einem Gegenstande der Diskussion zu der Presse der beiden ersten Seemächte werden zu lassen. Dieser Ansicht zufolge wurde beschlossen, da Oesterreich bei der Sache ganz besonders beteiligt ist, vor allen Dingen eine geeignete Mitteilung an Sr. Durchlaucht Fürsten v. Metternich auszufertigen, welcher auch vor etwa zwei Jahren die wohlwollendste Aufnahme zu Teil wurde. Ferner sollte die öffentliche Meinung durch geeignete mitteilungen vorbereitet werden, deren nach und nach unter andern in folgenden Blättern erschienen Deutsche Allgemeine Zeitung. Oesterreichischer Clond. Frankfurter Franz. Journal No. 22, 23, 40 u. 94. Schweizer Zeitung. Der Augsburger allgemeinen Zeitung wurde auch Ende des Jahres 1845. ein Artikel zugefertigt. Derselbe blieb aber von der Redaktion unbeachtet. Schon früher hatte Sr. Excellenz Hr. Alex. v. Humboldt und mehrere andere hochgestellte Männer die Suez Angelegenheit be= - 44 - treffenden Eröffnungen mit Wohlwollen und lebhaftem Interesse ent= gegengenommen; da der Verein auch durch seine Verbindungen in Egypten unterrichtet war, daß der Pascha jetzt wahrscheinlich nicht ungünstig gestimmt sein dürfte, wurde beschlossen den ersten Schritt zu wagen, um die Sache von der Stufe der Theorie in das Reich der Praris über zu leiten. Daher wurde beschlossen für den Monat 1846 eine Konferenz der Interessenten in Paris anzusehen, welcher beizuwohnen sich auch die schon früher für den Plan gewonnenen drei bekanntesten technischen Notabilitäten H. Negrelli für Deutschland, Rt. Stephenson für England und Paulin Talabot für Frankreich bereit erklärten. Die Konferenz fand statt und deren Ergebnis war die Bildung einer auf die beiliegend in Abschrift anfolgende Akte begründete Société d'études bestehend aus drei Gruppen, jede von 10 Mitgliedern nach den meistbeteiligten Nationen. Einer deutschen Gruppe mit Hr. Negrelli als Ingenieur, Einer englischen Gruppe mit Hr. Rt. Stephenson als Ingenieur, Eine französische Gruppe mit Hr. Paulin Talabot, Ingenieur. Jede dieser drei Gruppen hat frs. 50,000 zusammengeschossen um die zu den Vorarbeiten erforderlichen frs. 150,000.- 3u bilden, eine Summe welche vollkommen ausreichen dürfte, da die drei Oberingenieurs erklärt haben einer solchen Sache der zu dienen sie sich zum Ruhme anrechnen ihre Mitwirkung ohne alle Geldentschädigung widmen zu wollen. Der Deutsche 3weig- Verein des Comité besteht aus folgenden zehn Mitgliedern und Korporationen: 1. Der Oesterreichische Clond in Triest 2. Die Handelskammer in Triest 3. Der Stadtrat in Triest 4. Der Oesterreichische Gewerbe Derein in Wien 5. Die Handelskammer in Venedig 6. Herr R. R. Thieriot in Dresden 7. Herr R. Georgi in Mylau 8. Die Herren Gustav Harkort 9. L. Sellier 10. A. Dufour- feronce in Leipzig. - - 45 - Die noch im Laufe dieses Winters zu beschaffenden Vorarbeiten sind unter die drei Herren Techniker folgendermaßen verteilt: Hr. Negrelli wird die nördliche Küste der Landenge aufnehmen und die Tiefen des Mittelländischen Meeres bei Tineh( das Pelusium der Alten) sondiren lassen, um den passendsten Punkt für die Ausmündung des Canals zu ermitteln und den Plan zu einem, die Einund Ausfahrt des Canals zu jeder Zeit sichernden Hafen entwerfen. Hr. Paulin Talabot wird von Marseille aus, wo er sich jetzt der Vollendung der Avignon- Marseiller- Eisenbahn wegen aufhält, eine Abteilung Nivelleurs nach Egypten entsenden, welche die früher während der französischen Besatzung auf Befehl des General Bonaparte hergestellten und später durch Egyptische Ingenieure ergänzten Nivellements von Suez am roten bis Tineh am mittelländischen Meere prüfen und nach Befinden vervollständigen sowie die zu Herstellung gründlicher Anschläge erforderlichen Bodensondirungen bewerkstelligen werden. Hr. Rt. Stephenson endlich hat es übernommen, dieselben Arbeiten im Roten Meere zu bewirken, welche Hr. Negrelli im Mittelländischen ausführen läßt, wozu ihm die im Roten Meere von einer Post zur andern lagernden Dampfschiffe der Ostindischen Compagnie, sowie alle in den Archiven der Engl. Admiralität vorhandenen Nachweise über diese Gegend behülflich sein werden. Nach Vollendung dieser Vorarbeiten sind die drei Ober- Ingenieure übereingekommen, sich im Herbste dieses Jahres wieder zu vereinigen und sich im nächsten October gemeinschaftlich nach Egypten zu begeben, die Landenge zu bereisen und gemeinschaftlich mit Herrn Linant auf Grund der dann ihnen vorliegenden gründlichen Ermittelungen, die Richtung, welche dem Canal zu geben sein wird nach persönlicher Prüfung zu bestimmen, die Detailpläne und Anschläge aufstellen zu lassen und so dem Vereine die Arbeiten vorzulegen, welche der Ausführung des Werkes zum Grunde gelegt werden können. Auf Grund dieser unter der Verantwortlichkeit der Hr. Linant, Negrelli, Stephenson und Talabot hergestellten und von solchen Autoritäten unterzeichneten Karten und Anschläge wird dann das Comité das Publikum zur Teilnahme auffordern und einen neuen Derein bilden, dessen Aufgabe sein wird, die zur Herstellung des Werkes erforderlichen Kapitalien aufzubringen, die zur Erlangung der Concession nötigen Unterhandlungen zu betreiben und endlich die Ausführung zu leiten. 46 - 17 Kurze Betrachtungen über die Führung des Canals von Suez. Das rote meer ist bekanntlich ungefähr 10 meter höher als das Mittelländische.( Die irrtümliche Annahme, die durch die Arbeiten der französischen Abteilung berichtigt wurde.) Don Suez ab nördlich ist das Land eine wenig über den Spiegel des roten Meeres erhöhte Sandebene, welche sich 4 Stunden( lieues) weit erstreckt, bis an die sogenannten bittern Seen( lacs amers). Diese bittern Seen sind teils mit SalzwasserLachen und Salzkrusten bedeckte Niederungen, teils wirkliche Seeen, welche in der Mitte der Landenge eine Art Becken bilden( le bassin de l'Isthme). Die Sohle dieses Beckens, welches in allem eine Länge von etwa 15-20 lieues einnimmt, ist fast durchgängig bedeutend tiefer gelegen als der Spiegel des roten und auch des mittelländischen Meeres und dürfte daher fast gar keine Canal- Arbeiten erfordern. Von der nördlichen Spitze dieses Beckens bis an das mittelländische Meer erstreckt sich ein Tal, welches die dem Canal zu gebende Richtung andeutet und den Arbeiten keine unübersteiglichen Hindernisse entgegenstellt. Eine Hauptschleuße würde bei Suez erforderlich sein um die Wassermasse bestimmen zu können, welcher der Abfluß aus dem roten Meere gestattet werden soll, wahrscheinlich eine zweite am nördlichen Ende des Beckens, wo die Canal- Mündung des Tales anfangen würde. Nach Vollendung des Canals von Suez aus bis an die bittern Seeen und von dem Becken der Landenge bis nach Tineh am Mittel- Meer wird das Wasser durch die Schleuße bei Suez anzulassen sein, so daß es das ganze Becken des Isthmus füllt; wodurch sich ein großes Binnen- Meer, eine Art Bosphorus, bilden wird; dieses Binnen- Meer findet auf der Nordseite wieder seinen Abfluß durch den Canal, welcher bei Tineh das mittelländische Meer erreicht. Die Strömung in den zwei Canal- Abteilungen wird etwas stärker sein als im Nil bei den Ueberschwemmungen, da der Fall auf einer kürzern Strecke von Suez bis Tineh, ungefähr derselbe ist wie von Cairo nach Alexandrien. Diese Strömung welche durch Benutzung der Schleußen zu regeln ist, wird zu Beseitigung der Haupteinwendung gegen Anlegung des Canals dienen. Das rote meer sowohl als das mittelländische sind nämlich bei Suez und bei Tineh seicht und das mittelländische Meer ist in jener Gegend gefährlich, weil die Schiffe bei den vorherrschenden Westwinden, wenn sie sich in den Meerbusen bei Tineh befinden, nicht - 47 - wieder heraustönnen und leicht auf Sandbänke geraten. Es ist nun beabsichtigt, auf der Westseite der Ausmündung des Canals einen Damm( Mole) von bedeutender Länge und Stärke in die See zu führen, hinter welchem die Schiffe Schutz gegen die gefürchteten Weststürme finden und gleich, ohne vor Anker zu gehen, in den Canal einlaufen werden. Die Strömung des Canals wird durch den Damm geleitet den Triebsand mit sich wegführen und teils vor sich hin in die tiefere See teils auf die Ostseite ablagern, so daß sich eine gute Einfahrt in den Canal für Schiffe aller Größen ohne kostspielige Bagger Arbeiten von selbst ergeben dürfte. Auf der Südseite wird die Strömung das Fahrwasser ebenfalls vertiefen, den Sand welcher die Anfahrt bei Suez erschwert mit sich fortreißen und denselben in den Niederungen des zu bildenden Binnen- Meeres, wo die Strömung unmerklich sein wird, absetzen. Dem Mangel an trinkbaren Wasser und an allen andern Lebensmitteln für die an den Canal Arbeiten anzustellende Bevölkerung, welcher sehr fühlbar sein wird, da die ganze circa 30 Stunden lange Linie ununterbrochen durch die Wüste gehet, abzuhelfen, ist nicht schwer. Es bestehet nämlich ein alter Canal welcher sich von dem östlichsten Arme des Nils bis an einen, mitten in dem Becken der Landenge gelegenen See Timsah erstreckt dieser Canal ist zwar verfallen, demungeachtet aber auch jetzt während der Ueberschwemmungszeit mit süßem Wasser angefüllt; mit mäßigen Kosten ist der= selbe wieder in Stand zu setzen, so daß er zu allen Zeiten mit Wasser gefüllt und für Kähne schiffbar bleibe. Das mehrerwähnte zu bildende Binnen- Meer wird der natürliche Hafen, in welchem alle Schiffe ankern, sich mit Wasser und Vorräten aller Art versehen, auch die vom innern Egypten kommenden zu verschiffenden Producte laden werden, daher wird der erwähnte Süß- Wasser- Canal der schon während des Baues unabweislich nötig ist nach Eröffnung des Canals über die Landenge von der größten Wichtigkeit bleiben. Einige bedeutende Dammarbeiten werden auf der westseite des Canals und des Bosphorus erforderlich werden um die niederigen Teile Egyptens vor Ueberschwemmungen mit Seewasser zu sichern, besonders im ersten Augenblicke wo das Wasser eingelassen werden wird; diese Eventualitäten sind aber alle mit großer Umsicht vorausgesehen, wozu in Egypten die Mittel auch zur Hand sind wie in den meisten andern Ländern, weil die Ueberschwemmungen des Nils alljährlich beobachtet werden und Erfahrungsmäßig praktische Nivellements der unbekannten Gegenden liefern. - 48. - 18 Canal de l'Isthme de Suez. Etudes Préliminaires. Instructions. Règlem. Géneral. M. le Colonel Bruneau est chargé de tous les rapports avec le Gouvernement et les gens du pays; M. Arthur Enfantin est sous ses ordres et remplira les mêmes fonctions pour les brigades détachées; ils seront aidés au besoin dans ce service par les Egyptiens que M. Linant pourra joindre à l'expédition. M. Bourdaloue est chargé de la direction des opérations de levé de plans et de nivellement, et de recueillir les renseignements sur les localités. Tous les employés niveleurs sont sous ses ordres; M. Pouget est chargé spécialement, sous les ordres de M. Bourdaloue, de la conduite des opérations de triangulations et de levés de plans. M. Bruneau et M. Bourdaloue communiqueront mes instructions à M. Linant de Bellefonds et le prieront de vouloir bien y joindre les siennes. M. Bruneau s'entendra avec M. Linant pour tout ce qui concerne les rapports de l'expédition avec le Gouvernement et les habitants du pays. Il est absolument interdit à tous les employés de l'expédition de discuter avec qui que ce soit la question du canal, ou de donner des détails sur les opérations dont l'expédition est chargée; ils se borneront à dire qu'il s'agit d'une étude scientifique faite par des particuliers et éviteront avec le plus grand soin toute conversation à ce sujet. Je recommande à tous les employés la plus grande discrétion, la tenue la plus convenable et une extrême réserve. Ils éviteront, en se conformant à ces instructions, des difficultés qui pourraient devenir graves, soit pour l'expédition, soit pour eux- mêmes. - 49 - 12 Canal de l'Isthme de Suez. Etudes Préliminaires. Instructions. Les opérations à faire pour l'étude du canal de Suez comprennent les nivellements et levés de plans: 10) Entre le vieux Caire et le canal de l'Ouadée. 20) De la vallée de l'Ouadée, entre Tel el Kibir et les lacs Timsah. 30) De la vallée, qui des lacs Timsah se dirige vers Suez et les environs de Suez. 40) Les deux vallées, qui des mêmes lacs se dirigent vers le Golfe de Péluse. 50) De la plaine et de la côte aux environs de Péluse entre Tineh et les ruines de Gezzah( am diab). Ire Partie. Entre le Vieux Caire, et le canal de l'Ouadée. Je pense que M. Linant pourra nous donner des plans détaillés du Caire et de ses environs et qu'il n'y aura point de levé à faire dans cette partie; s'il n'avait aucun plan meilleur, il faudrait se contenter, afin de gagner du temps et d'éviter un travail inutile, de la carte à 1/ 20.000 ème qui se trouve dans l'atlas de l'expédition d'Egypte. Entre le Caire et l'Ouadée on suivra le prolongement du canal du Caire qui, sur les cartes de M. Linant, porte le nom de Khalyg- Zaffranné, on levera ce canal et on placera les points principaux qui se trouvent dans le voisinage du canal, tels que les ruines d'Héliopolis, Mataziéh, el- Kauquah, Chibin- el- Gandtter, Culbéir, Ahassée. On indiquera la digue de Seneka. On tracera sur le plan la ligne de niveau des hautes eaux du Nil au Nilomètre du vieux Caire( el Mekyas) et on indiquera en détail tous les canaux ou accidents de terrain compris entre le Kahlyg et cette ligne. Le nivellement partira du Nilomètre du vieux Caire( el Mekyas) et suivra le canal du Caire; seulement dans la partie où ce canal traverse la ville, on tournera autour de l'enceinte du Caire de manière à faciliter l'opération; on suivra ensuite le Khalyg- Zaffranné jusqu'à l'Ouadée. Georgi- Dufour, Urkunden. 4 50 - Sur ce profil en long on placera quelques profils en travers en petit nombre et seulement sur les points, où M. Bourdaloue les jugera convenables; ces profils seront poussés jusqu'à la ligne du niveau des hautes eaux au Nilomètre du vieux Caire. 2ème Partie. Vallée de l'Ouadée. Lever le canal de l'Ouadée depuis Ahasjé jusqu'à Ras- elOuadée, et à partir de ce point, les vestiges de l'ancien canal de Suez. Placer tous les points remarquables qui se trouvent dans la vallée, Tel- el- Kibir, Ras- el- Ouadée, Abou- Néchabé, Abou- Keychey, Moukfar, Sahabiar, les ruines d'Héliopolis. Indiquer la ligne de niveau des hautes eaux du Nil au Nilomètre du vieux Caire, mais seulement du côté sud. - Le nivellement en long suivra le canal de Suez on fera les profils en travers nécessaires, qu'on poussera du côté du sud jusqu'à la ligne de niveau des hautes eaux du Caire. A l'extrémité de la vallée de l'Ouadée on lévera avec soin à l'échelle de 1/ 10.000 ème dans sa partie la plus étroite, la gorge, à travers laquelle l'Ouadée Sababiar communique avec les lacs Timsah et on couvrira le terrain de côtes jusqu'à 5 mètres au dessus du niveau des hautes eaux du Caire. Rechercher avec soin les matériaux, avec lesquels pourrait être exécutée la digue à établir en ce point, pour empêcher les eaux salées de pénétrer dans la vallée de l'Ouadée. 3° Partie des Lacs Timsah à Suez. Lever les lacs Timsah et les environs en plaçant les points principaux et déterminant ensuite les détails des côtes par des levés à la boussole exécutés rapidement en négligeant les menus détails. Placer les ruines du canal des Ptolémées et les points remarquables dans le voisinage des lacs, tels que Chaubastum Sheik- Ennadé, Bir- Mourrah, Bir- Tiheh. Lever le bassin de l'Isthme et les vestiges du canal, qui existait autrefois entre ce bassin et la Mer Rouge. Indiquer les points notables: ruines, collines ou mouvements de terrain remarquables, entr'autres les ruines de Sérapeum. - 51 - Indiquer la limite au fond du bassin des eaux. Indiquer la laisse des coquillages, qui caractérise les anciennes limites de la Mer Rouge. Placer la ligne des hautes eaux du Nil au Caire, tant à l'est qu'à l'ouest. Aux abords de Suez prendre pour base le plan à 1/ 20.000 ème de l'atlas et y faire les additions qui pourront être nécessaires. Le plan détaillé du port et de la baie devant être levé par les ingénieurs anglais, le plan de l'expédition d'Egypte suffira pour notre usage. Le nivellement en long en partant de l'Ouadée se divisera en deux branches: La première suivra le tracé de l'ancien canal des Ptolémées et se dirigera vers le bassin de l'Isthme. La seconde suivra au nord les bords du lac Timsah et se dirigera vers le bassin de Kraié. La première branche se divisera elle- même en deux, l'une passant à l'est et l'autre à l'ouest du bassin de l'Isthme, les deux branches se réuniront à l'extrémité de ce bassin; de ce point, le nivellement en long suivra les vestiges de l'ancien canal jusqu'à Suez. A Suez on réparera avec soin et d'une manière sûre et inaltérable les basses et les hautes mers de vive eau, au moyen de renseignements qu'on obtiendra sans doute facilement soit du consul français, soit de M. Linant lui- même. Dans toute cette partie on poussera les profils en travers de part et d'autre juqu'au niveau des hautes eaux du Nil. Dans le bassin de l'Isthme on poussera les profils en travers jusqu'à 20 mètres au dessous du niveau des hautes eaux du Nil au Mékyas du Caire. En revenant sur ses pas, établir un profil en long entre le bassin de l'Isthme et Bir- Abou- Roy en suivant les vestiges de l'ancien canal de Mécos et placer les profils en travers jusqu'à la limite des hautes eaux du Caire. 4° Partie des Lacs Timsah, à Bir- el Devictar B. Lever la vallée de Kraie et le coteau qui la sépare de la direction dont je viens de parler. 4* - 52 - Lever à l'échelle de 1/ 10.000 ème la Gorge d'el Cotta où doit être placée la digue destinée à empêcher les eaux salées de couler dans le lac Menraleh. Lever la vallée à la suite jusqu'à Bir- el- Devictar, indiquer tous les points remarquables. Placer la ligne des hautes eaux du Nil. Lever rapidement les bords du lac Ballah, du moins les points principaux et la ligne de nivellement qui sera établie sur le versant à l'est de ce lac. Le nivellement en long partant des lacs Timsah suivra la vallée de Kraie et ira se raccorder à Bir- Abou- Roq avec le nivellement venant de Suez. En ce point il se divisera en deux branches, l'une dirigée sur Bir- el- Devictar par la vallée intérieure, que M. Linant propose de suivre, l'autre par le versant du lac Ballah. La première branche suivra le fonds de la vallée et sera croisée de profils en travers sur les points remarquables de la vallée. Ces profils seront poussés jusqu'au niveau des hautes eaux du Nil. 53 La deuxième branche suivra une ligne de niveau placée à 7 ou 8 mètres au dessous de la côte des hautes eaux du Nil, les profils en travers seront poussés d'une part jusqu'au niveau des hautes eaux, et de l'autre jusqu'à 20 mètres au dessous de ce niveau. Les deux branches se raccorderont à Bir- el- Devictar. 5. Partie de Bir- el- Devictar à la mer Méditerranée. Lever l'espace compris entre la bouche( ou Gnau) la plus voisine de l'ouest de Tineh, les ruines de Genah- am- diab et Birel- Devictar. Indiquer tous les points dignes de quelque intérêt et tous les mouvements de terrain. Pousser le nivellement en long aussi directement que possible sur le point indiqué par les ingénieurs autrichiens, et placer, sur ce profil en long, des profils en travers, relevés du côté du coteau jusqu'au niveau des hautes eaux du Nil, et poussés de l'autre côté jusqu'à la plaine de Péluse. Etablir un repère solide et inaltérable sur le bord de la mer, auquel on rapportera les côtes des hautes et basses mers de vive eau. 53 - Canal de l'Isthme de Suez. Etudes Préliminaires. Instructions générales. Marche à suivre dans l'Exécution des Opérations prescrites par les Instructions qui précedent. En partant du Caire l'expédition se divisera en deux brigades. La première brigade comprenant une section de géomètres et tous les niveleurs partira du Caire en se dirigeant vers l'Ouadée. La seconde brigade comprenant le surplus des géomètres ira directement s'installer près des lacs Timsah. La première brigade fera sur sa route toutes les opérations de levé et de nivellement prescrites par les instructions, seulement elle sera dispensée de mesurer une base. La seconde brigade s'occupera: 10) de mesurer une base centrale convenablement placée; 20) de la triangulation et du levé de ces lacs et des environs; 3° d'établir un réseau de triangles dans la vallée de l'Ouadée jusqu'à la rencontre du réseau établi par la brigade venant du Caire. Lorsque les deux brigades se seront rejointes, on terminera le nivellement jusqu'au lac Timsah. Pendant ce temps les géomètres se dirigeront vers Suez en deux brigades dirigées des deux côtés du bassin de l'Isthme qui se rejoindront à l'extrémité sud de ce bassin. Les niveleurs suivront d'aussi près que possible les opérations de l'extrémité sud du bassin de l'Isthme; une brigade de géomètres se reportera aux lacs Timsah et complétera les opérations entre ces lacs et Bir- Abou- Roq. Pendant ce temps l'autre brigade de géomètres et celle des niveleurs termineront les opérations jusqu'à Suez, après quoi elles iront joindre la première brigade à Bir- Abou- Roq. De ce point, les géomètres et les niveleurs se diviseront en deux brigades qui se dirigeront vers Bir- el- Devictar, l'une par la vallée intérieure, l'autre par les versants du coteau de Selé. - 54 - Les deux brigades se rejoindront à Bir- el- Devictar et là elles se partageront le travail de triangle compris entre Bir- elDevictar, Tineh et am- Diab ou Gezzah. Les levés seront rapportés à l'échelle de 1/ 20.000 ème, mais tous les carnets seront conservés avec le plus grand soin et tenus avec le plus grand ordre, afin qu'on puisse au besoin rapporter à une plus grande échelle. Les gorges de Sababiaz tel basta, les abords de Suez et ceux de la Méditerrannée, sur une largeur d'un kilomètre de chaque côté du point indiqué par les ingénieurs allemands, seront levés à 1/ 10.000 ème. Le levé sera fait autant que possible par la triangulation, les détails à ajouter seront levés à la boussole, rapidement et en se bornant aux points principaux, l'échelle ne se prètant pas aux détails. Les stations seront autant que possible des points solides et durables, qu'on aura soin de désigner dans les carnets d'une manière claire et catégorique. Pour les points en plaine, où rien de durable ne saurait être établi sans beaucoup de dépenses et de retard, on se bornera à la description aussi complète qu'il se pourra du lieu de la station. Toutefois lorsqu'on aura des pierres à portée on pourra établir un repère en pierres sèches, mais en évitant de perdre du temps pour cet objet. Partout où il existe une ruine ou un village, il sera facile de trouver un repère susceptible d'être reconnu et conservé. Les nivellements en long seront faits suivant les lignes indiquées dans les instructions, sans chaîner et sans piqueter, seulement on aura soin de prendre et d'indiquer bien clairement tous les repères fixes qui peuvent se rencontrer sur la ligne. Il sera nécessaire de chaîner: 1). Dans tous les mouvements brusques de terrain. 2). Pour rattacher les points de nivellement aux lignes relevées par les géomètres. 3). Pour placer les profils en travers, ce qui exige qu'on mesure la distance du point le plus voisin du levé sur l'axe. Les profils en travers en plaine seront simplement mesurés au pas par des employés exercés à ce genre de mesurage et dont la longueur de pas ordinaire aura été vérifiée par des ex - - 55 - périences multipliées. Ce mesurage se fera constamment au pas ordinaire, jamais avec des enjambées d'un mètre, qui sont très sujettes à erreur. On chaînera dans les pentes inclinées, ainsi que sur tous les points importants ou difficiles. Sur toute la ligne on notera avec soin: 10). Les ressources, que présente la contrée en matériaux de toute espèce. Cette recherche devra surtout être faite avec le plus grand soin sur les bords de la Mer Rouge et sur ceux de la Méditerrannée. 20). Les points, où on trouve de l'eau douce et la quantité approximative, que peuvent fournir ces sources. Dans chaque brigade il sera tenu un journal régulier et quotidien de la marche de la brigade, de l'emploi du temps. On notera sur ce journal toutes les circonstances dignes de remarque qui peuvent se présenter, on indiquera le temps, la direction et la forme du vent etc. etc. La brigade principale sera munie, en outre, d'un thermomètre et d'un baromètre qu'on observera matin et soir. 19 Abschrift. An das hohe Ministerium des Inneren, Dresden. prs. am 30. Januar 1847. Mittelst Erlaßes vom 14. Januar a. c. geruht das hohe ministerium des Inneren dem gehorsamst Unterzeichneten zu eröffnen, daß beschlossen worden sei, dem in Sachsen gebildeten, aus den Herren Geheimen Regierungsrat Thieriot in Dresden, Robert Georgi in Mylau, Gustav Harkort, L. Sellier von hier und dem Unterzeichneten, bestehenden Comité zur Herstellung der Vorarbeiten für den Canal von Suez, einen Vorschuß von Fünfundzwanzig Tausend Franken zum Tours von 30 Taler für 300 Frk. mit Sechstausendsechshundertsechs= undsechzig Thaler und 20 Ngr. aus Staatskassen unter der Bedingung zu bewilligen, daß von Seiten des Comités, der, dem Hohen Erlasse beigefügte Revers unterzeichnet werde, durch welchen sich die Mitglieder solidarisch verpflichten, diesen allergnädigst bewilligten Vorschuß, im Fall der Kanal zur Ausführung kommt, zu erstatten, wogegen - 56 - sich diese Verpflichtung wenn die Sache nicht realisiert werde, auf die allgemeine Nachweisung der Verwendung für den angegebenen Zweck und für den Fall, daß nicht alles verwendet worden auf Restitution des verbliebenen Betrags zu beschränken haben würde. Ferner wird dem Comité aufgegeben, die Hohe Staatsregierung fortwährend von den weiteren Fortschritten in der Sache Kenntnis zu geben, um Hochderselben die Möglichkeit zu gewähren, die Angelegenheit bei Realisierung des Plans durch Beteiligung der Regierung, oder sonst für das Land Nutzen bringend zu machen. Wenn nun sämtliche Mitglieder des Comités mit den in dem mehrerwähnten Hohen Erlasse gestellten Bedingungen allenthalben, dankbar einverstanden sind und demnach den übersendeten Revers, der Vorschrift gemäß unterzeichnet haben, um gegen denselben den er= wähnten Betrag von Thlr. 6,666.20 ng. bei der Hauptstaatskasse in Empfang zu nehmen, so bleibt dem gehorsamst Unterzeichneten nur noch die Pflicht in seinem und seiner Kollegen Namen dem Hohen Ministerium des Inneren den wärmsten, tiefgefühltesten Dank aus= zusprechen, für die energische Weise, auf welche das Bestreben des Comité in dieser Unternehmung ermutigt und die große Angelegenheit unterstützt, dasselbe auch in den Stand gesetzt worden ist den größten Teil der erforderlichen Summe sofort durch Rimessen auf Paris und den Rest durch einen offenen Kredit dafür zu beschaffen, was der Ausführung nur förderlich sein kann, da die Hauptarbeiten vor Eintritt der im Monat April in Egypten herrschenden Wüstenwinde be= endigt sein müssen. Wenn daher von den früheren Bestimmungen nach welchen jetzt eine geringere Summe angeschafft werden sollte, abge= wichen worden ist, so ist es im Interesse der Sache und in Betracht der vorgedachten Umstände geschehen sowie auch von dem hiesigen Standpunkte aus um für den sächsischen Zweigverein eine möglichst günstige Stellung den französischen und englischen sowohl, als auch den österreichischen gegenüber zu erlangen und dadurch den ungünstigen Eindruck niederzuschlagen, welcher durch den Vorbehalt des§ 14 erweckt worden war. Möge die Vorsehung diese Unternehmung zum Segen des Daterlandes lenken und in deren Erfolg den hochherzigen Gesinnungen, mit welchen unsere Hohe Staatsregierung die Wichtigkeit dieser Frage ermessen, ein bleibendes Denkmal errichten. Leipzig, 28. Januar 1847. gez. Albert Dufour- Feronce. - 57- - 20 A la société d'études du Canal de Suez No. 34 rue de la Victoire, Paris. Leipzig, le 10 février 1847. Votre lettre du Ict. m'est bien parvenue. J'ai vu avec plaisir que la constitution de notre Société a été declarée à la première réunion officielle du lundi, I er ct. Nous attendons avec un vif intérêt la liste des personnes qui auront été admises à former les groupes anglais et français. M. Stephenson ayant obtenu des cartes si complètes de Suez et des sondages exacts de la Mer Rouge, l'expédition d'ingénieurs sera- t- elle nécessaire de ce côté pour le moment, ou ne suffirait- il pas que ce point fut examiné l'automne prochain quand les trois ingénieurs seront en Egypte voilà une question, qui aura sans doute été examinée à votre conférence. J'ai vu à grand regret, que M. Talabot veut remettre au mois d'août ou septembre l'expédition de son escouade de niveleurs. Tout en appréciant l'avantage qu'il y aura à ce que les niveleurs soient en Egypte en même temps que les trois ingénieurs, je suis sûr que nous regretterons de ne pas avoir fait établir ces travaux cet hiver, si l'on persiste à les remettre. Voici mes raisons: 10). Ce sont les travaux de nivellement qui attireront le plus d'attention en Egypte et qui pourraient facilement être entravés par le gouvernement si des indiscrétions de la presse faisaient prématurément parler de nos plans chez le Pacha. Il convient donc de les terminer le plus tôt possible. 20). Le terrain au nord des Lacs Amers paraît montagneux; ce sera donc la partie la plus difficile du canal. Le terrain déterminera le point où le canal devra déboucher dans la Méditerrannée. Or que voulez- vous que les gens de M. Negrelli puissent faire s'ils n'ont aucune données sur le point ou les points où on pourra faire déboucher le canal? Ils feront leurs investigations et choisiront peut- être un point qu'ils trouveront le plus convenable pour l'établissement d'un port, mais auquel il serait impossible ou très difficile de faire déboucher le canal. - - 58 - - - Il me paraît absolument nécessaire que les gens de Talabot et Negrelli se concertent sur les lieux pendant leurs travaux. 3%). Il avait été arrêté et certainement cela était très bien que les travaux des ingénieurs qui iraient cet hiver seraient remis en trois copies aux trois ingénieurs en chef, afin de les mettre à même de bien étudier la question en Europe, de comparer les travaux faits avec les matériaux d'ancienne date que chacun d'eux se sera procuré en Europe et d'arriver en Egypte l'automne prochain bien familiarisé avec toutes les notices et toutes les vues que leurs précurseurs auraient rassemblés. On m'objectera qu'il sera bon que les ingénieurs en chef aient en Egypte à leurs ordres une escouade de niveleurs. Eh bien, il vaudrait mieux d'y faire retourner en automne prochain les niveleurs avec les ingénieurs en chef que de faire remettre à l'automne toute cette partie du travail, la plus intéressante des trois. alSi par hasard la raison qui fait adopter ce retard était que M. Talabot ne peut pas se passer des hommes nécessaires dans ce moment, je suis sûr que M. Negrelli pourrait disposer de suite d'une escouade convenable et je lui écris aujourd'hui pour le prier de vous informer de sa position à cet égard. Vous me dites que je dois continuer à marcher à l'avantgarde de notre grande entreprise d'avenir: pour réussir prenons pour principe de ne jamais remettre à demain ce que nous pouvons faire aujourd'hui. Sous ce pli je vous remets l'acte d'adhésion de la Chambre de Commerce de Venise, soit le dixième et dernier du groupe allemand. Signé: A. Dufour- Feronce. 21 Monsieur Prosper Enfantin, Paris. Leipzig, le 23 février 1847. don Votre lettre du 17 ct. s'est croisée avec la mienne du 18; le contenu de laquelle vous aura prouvé que je pressentais la léthargie à laquelle votre groupe s'est abandonné. - 59 - Il est clair qu'il n'y a que nous, Negrelli, Sellier et moi qui avons pris au sérieux l'acte signé chez vous. Nous avons communiqué aux personnes que nous avons invitées à se joindre à nous pour la grande œuvre la conviction que nous ressentions nous- mêmes que les trois groupes agiraient simultanément comme un homme. Je vous laisse à penser quel effet nous produirons en annonçant: Que rien de ce qui était arrêté ne se fait! Réussirons nous jamais à rétablir en Allemagne la confiance en faveur du groupe central, dont après tout il n'y a que nous trois qui connaissons le mérite des membres? C'est déplorable! et Talabot a assumé une bien grande responsabilité en ne remplissant pas les engagements contractés. En date du 18 ct. M. Negrelli m'écrit qu'il attend avec impatience les crédits qu'il vous a demandés pour Vienne et pour Alexandrie, afin de mettre en route sa petite expédition. J'espère que ces crédits seront entre ses mains avant que vous receviez la présente; mais si par malheur il y avait aussi eu retard pour cela, je vous supplie en grâce de les lui faire tenir de suite, afin que Negrelli ne soit du moins pas compromis sous ce rapport vis- à- vis du Lloyd autrichien et de ses autres corporations. Je vous serre la main avec le cœur bien serré, car si nous continuons à marcher comme nous débutons, jamais nous ne verrons le canal exécuté. An Negrelli. Signé: A. Dufour- Feronce. 22 Leipzig, 23. februar 1847. Verehrter Herr und Freund! In ergebener Erwiederung Ihrer geehrten Zuschrift vom 18. ds. Mts. muß ich Ihnen meine leise Bekümmernis mitteilen, daß die französische Gruppe definitiv die Landermittlungen solange hinausschiebt. Wie ich von Arlès aus Lyon vernehme, hat sich Enfantin eben so sehr wie ich über Talabots Verfahren in dieser Hinsicht beunruhigt. Da ich wünsche, daß Sie genau von allem was in der Suez - 60 - Angelegenheit vorfällt und Kenntnis sein mögen, sende ich Ihnen Abschrift brio Eines Berichts an den Comité v. 10. Febr. Eines Briefes von Enfantin v. 17. febr. Eines Briefes an Enfantin v. 23. febr. Am 18. Febr. hatte ich an Enfantin einen Brief geschrieben, den ich nicht copieren ließ, in welchem ich mich bitter beklagte, daß wir die Liste der Namen der französischen und englischen Gruppen noch nicht erhalten hätten und in der Tat, ich weiß nicht mehr was ich den Interessenten sagen soll, wenn sie fragen: woran liegt es denn, daß sich die Gruppen nicht bilden? warum haben wir denn in Deutschland so geeilt und uns keinen Tag Bedenkzeit gegönnt, wenn man sich in Paris und London gar nicht an die vorgeschriebene 3eit binden wollte? und wenn die Leute nun auch erfahren werden, daß die französischen und englischen Expeditionen diesen Winter nicht abgehen sollen, werden die unglimpflichsten Urteile über den Central Comité in Paris gefällt werden. Sie erhalten Gegenwärtiges durch Dermittlung unseres gemeinschaftlichen Freundes Sellier, der vielleicht das Vergnügen haben wird es Ihnen persönlich zu übersenden. mit wahrer Hochachtung der Ihrige. Dufour. An Negrelli. 23 Prague, le Ier Mars 1847. Monsieur et ami! En partant de Leipzig j'espérais avoir le plaisir de vous voir à Vienne et de vous remettre moi- même les lettres que vous trouverez ci- jointes, mais arrivé ici, j'ai trouvé tant de capsules faites en magasin, qu'il me faut chercher au plus vite à les écouler à l'étranger pour ne pas être forcé de laisser sans ouvrage une partie de nos ouvrières qui, pendant un hiver aussi rude, ont tant besoin de gagner leur vie. Je n'ajouterai rien aux lettres de l'ami Dufour à l'égard de l'affaire de Suez parce que son opinion est la mienne et que j'espère que tout finira par s'arranger pour le mieux. - 61 Agréez, Monsieur, les regrets que j'éprouve de ne pouvoir vous serrer la main et vous dire combien je m'estime heureux d'être compté parmi les amis d'un homme qu'on ne peut connaître sans l'aimer. Votre affectionné 24 Sellier An Negrelli. Derehrter Herr und Freund! Indem ich hoffe, daß Sie mit Ihrer Frau Gemahlin glücklich in Wien eingetroffen sein mögen, übersende ich Ihnen beifolgend den Brief wegen der Holländischen Verhältnisse. Ich habe ihn absichtlich so geschrieben, als wäre er nur für Sie, können Sie ihn aber in die Hände des Niederländischen Gesandten übergehen lassen und fände sich dieser bereit ihn im Original einzusenden, so geschieht unserm Freunde Harkort damit ein Gefalle. Wegen der bedeutenden Geschäftsverbindungen der Holländischen Handelsgesellschaft mit China, würde es Harkort sehr wichtig sein, durch die Anstellung als Konsul mit der Holländischen Regierung in Berührung zu kommen. Im Interesse des Cosmopolitischen Charakters der Société d'études würde es ungemein wichtig sein, wenn der König der Niederlande entweder direkt oder durch bedeutende in London oder Paris ansäßige Holländer sich bei diesen beiden Gruppen beteiligte; etwa durch einen Labouchère in London oder einen Hope in Paris.- Wir müssen immer suchen, alle Elemente hervorzurufen, durch welche der vorwiegende Einfluß der großen Seestaaten im 3aume gehalten werden kann damit die Parität der Behandlung aller Schiffe erhalten werde. Wenn es darauf ankommen wird, die Geldmittel aufzubringen, wird der Holländische Markt von ungemeiner Wichtigkeit sein.- Allerdings hatten Sie recht zu sagen ich würde Ihrem Geschmack bei Wahl Ihrer Lebensgefährtin Beifall zollen; legen Sie mich der= selben zu Füßen. Wenn Sie nur unseren liebenswürdigen, braven Stephenson auch so glücklich aus seiner Verlassenheit helfen könnten- Er sagt aber: ,, how can I find leisure to look out for a wife!" zu Deutsch: ,, Wo soll ich Zeit hernehmen um mich nach einer Frau umzusehen." Aufrichtig grüßt Sie Ihr ganz ergebener 2./3. 1847. A. Dufour- Feronce. - 62- An Negrelli. 25 Derehrtester Freund! Leipzig, 10. März 1847. Ihre werte 3uschrift vom 6. dss. Mts. habe ich erhalten und sofort Abschrift nebst Uebersetzung derselben an Enfantin geschickt; mir sind die Leute vollkommene Rätsel! Diese Unschlüßigkeit nach solcher Ungeduld wie wir sie von Talabot zu erleben hatten sind doch unerklärliche Gegensätze. Wenn Ihnen bis zum Empfang des Gegenwärtigen von Paris keine Rimessen angekommen sein sollten, welche Sie in den Stand setzten Ihre Brigade abzusenden, so bitte ich den Betrag den Sie zu deren Beförderung brauchen werden 1 Monat dato auf mein Haus Dufour Gebr.& Co. in Leipzig ziehen zu lassen und die Expedition ungesäumt abzusenden, damit wenigstens unsere Groupe nicht ge= hindert werde, die übernommenen Leistungen zu erfüllen. Sie sagen Sie würden die Brigade schon abgesandt haben, wenn wir unsere 10/ m. Fr. nicht nach Paris remittirt hätten, demnach nehme ich an, daß dieser Betrag Ihrer Ansicht nach ausreichen wird und will denselben, um dem kaufmännischen Gebrauch zu genügen, als die Summe nennen, für welche ich Ihnen einen Credit bei meinem Hause eröffne. Wenn Ihre jungen Leute nach Tineh und dem Meerbusen von Pelusium reisen, lassen Sie doch mal einen derselben an Land gehen, um über die Landenge zu reisen und Ihnen einen, wenn auch nur oberflächlichen Bericht über seine Ansicht der Terrainlage abzustatten. Die Sächsischen Minister haben die Pläne gesehen, aber erhalten soll der König noch keinen- es würde mir übrigens aus anderen Ihnen s. 3t. mündlich zu erläuternden Gründen lieb sein, wenn Sie dem König ein Eremplar übersenden, oder vielleicht von Prag aus, vielleicht persönlich überreichen könnten. Ich habe für Hr. Schletter hiesigen Bayerischen Consul ein ausführliches Memorial Suez betreffend ausgearbeitet, es ist auch ein Eremplar Charten bereit und wir haben zur Absendung dieser Sache blos gewartet, bis wir einen Auszug des Memorials von Linant erhalten, welchen Enfantin dort anfertigen und copiren läßt, weil es hier nicht leicht ist, Topisten zu finden, welche correct französisch ab= schreiben. Ob es nun ratsam sein wird, die Eröffnung durch den hiesigen Consul zu unterlassen, wenn Sie eine beabsichtigen, oder ob - 63 - Sie nicht desto wirksamer sein wird, wenn dieselbe von zwei verschiedenen Seiten bewirkt wird, überlasse ich Ihnen zu entscheiden. Das von Ihnen verfertigte Resumé wird mir sehr interessant sein, wenn Sie so gut sein wollen es mir mitzuteilen. Die Angelegenheit mit der Venediger Handelskammer ist in Ordnung. - Es versteht sich, daß wenn Sie Gebrauch von dem oben erwähnten Credite auf mein Haus machen, diese Verhandlung am besten unter uns bleibt meinen hiesigen Kollegen Sellier und Harkort gebe ich Kenntnis davon, aber bei den Corporationen in Oesterreich ist es besser, nicht im Fall zu sein, irgend eine Klage über die Saumseligkeiten des Central- Comités zu führen ,, Il faut laver son linge sal en - famille" wie Napoleon sagte! - دو Wenn Sie nach Prag kommen sehen wir Sie vielleicht auch auf ein paar Tage hier oder in Dresden, wohin ich kommen würde, wenn Sie hin kommen. Der Jhrige A. Dufour- Feronce. Leipzig, 10 Mars 1847. Monsieur Prosper Enfantin, Paris. - - - Ma dernière était du 23 février, je vous priais de faire parvenir sans délais à M. Negrelli les fonds qu'il vous demande pour expédier sa brigade. Voici copie de sa lettre du 6 ct., il n'avait rien reçu ni argent ni nouvelles! Non seulement votre groupe ne fait rien lui- même, mais en retenant les fonds, dont nous avons besoin, il nous empêche de faire ce que nous nous sommes engagés à faire. Quoique bien innocent moi- même je rougis de la position, dans laquelle Negrelli se trouve placé vis- à- vis de ses Ministres et des corporations intéressées. Pour le tirer, autant qu'il est en mon pouvoir, du mauvais pas, dans lequel vous le placez, je lui écris aujourd'hui d'expédier sa brigade et de fournir sur ma maison l'argent, dont il aura besoin; je m'en entendrai plus tard avec vous, quand je dis vous dans cette lettre c'est votre groupe dont je parle et pas vous Prosper Enfantin. Votre groupe central devait se réunir chaque premier lundi du mois. Cette conférence a- t- elle eu lieu? Nous n'en savons rien! Je suis tenté de croire que vous tous, vous renoncez à l'idée de Suez; si cela était, pourquoi ne pas le déclarer franchement, cela vaudrait mieux - -- 64 - que de nous laisser épuiser nos forces en nous abreuvant de déceptions, comme vous l'avez fait depuis 4 mois. Dans votre lettre du 17 février vous me laissiez espérer de m'envoyer la copie du mémoire de Linant ou un résumé de ce mémoire que je vous avais demandé, mis au net d'une écriture et d'une forme digne d'être présenté au Roi de Bavière par Schletter son Consul à Leipzig. Je vous demandais cette copie à mes frais puis- je espérer la recevoir. A. Dufour- Feronce. An Negrelli. 26 Leipzig, 12. März 1847. Wertester Herr und Freund! Auf unsere etwas derben Anregungen an das Central- Comité in Paris erhalte ich endlich eine umstehend in Abschrift erfolgende Antwort Enfantins, durch deren Inhalt sich meine in meinem gestrigen ausgesprochenen Befürchtungen Sie immer noch ohne die erforderlichen Mittel zur Absendung Ihrer Brigade zu sehen, erledigen. Der Beitritt der Lyoner und Marseiller Handelskammer ist gut, aber besser wäre es gewesen, die Französische und Englische Groupe wären aus den schlichtesten Mitgliedern zusammengesetzt worden und die technischen Arbeiten wären voran gegangen, als daß man ein Jahr versäumte, um nach großen Namen von Korporationen und Privaten in England und Frankreich zu angeln. - - In Beziehung auf die Journale hatte ich, gleich nach unserer Rückkehr, zwei passende Artikel für die Illustrirte 3eitung und für die Allgemeine vorbereitet; ehe ich dieselben der Oeffentlichkeit überlieferte, fragte ich bei Enfantin an, und er schrieb mir: ich sollte um Gottes Willen gar nichts drucken lassen. Demnach habe ich die Artikel zurückgehalten ich glaube dies ist ein mißgriff geworden; denn ganz natürlich ist es nicht zu verhindern, daß eine solche Angelegen= heit, welche allgemeines Interesse bietet, in den Zeitungen besprochen werde; jedenfalls wäre es aber besser gewesen, die Presse durch ge= eignete Artikel zu leiten, als sie, wie es nun geschehen ist und ge= schehen mußte, anarchisch verfahren zu lassen. Glücklicherweise scheint der Paschah die Artikel, welche erschienen sind, nicht ungünstig aufgenommen zu haben; oft lenkt ein Zufall die Sache besser als die Menschen. Aufrichtig ergebenst der Ihrige. A. Dufour- Feronce. - 65 - Mon cher Dufour. Paris, le 7 mars 1847. J'ai lu avec une vive peine vos deux lettres des 18 et 23 février; je vous remercie pourtant, de me parler avec cette entière franchise dans vos lettres confidentielles, mais vraiment je suis affligé de la disposition d'esprit, où vous mettent des retards inévitables dans les commencements de toute grande affaire et surtout d'une affaire comme celle- ci. Je vous demande donc en grâce, chaque fois, que vous ne serez pas satisfait de la marche des choses, de commencer par être convaincu, que chacun de nous fait, ce qu'il peut et non pas toujours ce qu'il veut. Je suis parti d'ici le 19 février, je suis de retour d'hier, 6 mars, sur ces 15 jours j'en ai passé 7 en chaise de poste. Nous avons eu à traiter à Lyon et à Marseille, dans des séances de 8 et 10 heures, les questions les plus difficiles, concernant les deux compagnies de Lyon- Avignon et d'Avignon- Marseille. Cela ne nous a pas empêché d'obtenir l'adhésion de la Chambre de Commerce de Lyon à notre société d'études de Suez; quant à la Chambre de Commerce de Marseille, son adhésion n'est plus retardée que par des formalités sans importance. J'envoie demain à Negrelli un crédit de frs. 8000.- sur Alexandrie et une remise de frs. 2000.- sur Vienne. Je remets également, après m'en être entendu avec M. Paulin Talabot et nos collègues, frs. 5000.- à Linant- Bey. Vous avez dû voir, par la publicité incomplète et très prématurée donnée à notre affaire par les journaux d'Allemagne, combien j'avais raison de redouter, au moins quant à présent, le journalisme; mais ce que je craindrais encore plus ce seraient des articles faits dans le but de rectifier ce qu'il y a d'incomplet dans les nouvelles publiées. Linant a été pendant quelque temps fort mal à son aise vis- à- vis du Pacha, quand il n'y avait encore que des bruits vagues circulant à Alexandrie; mais aussitôt que parut un journal de Francfort parlant de notre société formée à Paris par Ordre des Gouvernements le Pacha fit lui- même appeler Linant qui lui expliqua très franchement toute notre Georgi- Dufour, Urkunden. 5 - 66 - affaire. Vous savez que je n'aime pas à déplorer les choses faites et que j'aime mieux chercher le parti qu'il faut en tirer; peut- être convient- il en effet, que la première impression donnée au Pacha, fut, que cette entreprise était concertée entre les gouvernements; aussi a- t- il dit à Linant qu'il était tout disposé à y concourir dans ce cas. Mais comme il est plus que possible que le Consul d'Angleterre dissipe promptement cette illusion, nous devons craindre alors un changement de dispositions dans le Pacha. J'aurais préféré que ces alternatives d'opinion n'eussent eu lieu qu'à l'époque où nos trois ingénieurs auraient été là- bas, c'est- à- dire en novembre. Tout à Vous sig. P. Enfantin. 27 An Negrelli. Werter Herr und Freund! Mit welcher Teilnahme ich aus Ihren werten Schreiben vom 5. dss. Mts. die Nachricht entnahm, daß Sie die Einsamkeit, für welche Sie nicht geschaffen sind, wieder gegen eine, durch eine liebenswürdige Gattin geschmückte Häuslichkeit vertauschen wollen, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen; auch Freund Sellier hat diese Nachricht mit wahrer Freude vernommen, und trägt mir auf, Ihnen seine wärmsten Wünsche darzubringen, möge Ihnen die Vorsehung den reichsten Segen spenden. Die in ihrem Schreiben vom 21. März enthaltenen Eröffnungen wegen der an Sie gerichteten Anfragen eine von Ihnen erbetene Begutachtung unseres Maschinenhauses und eventuelle Besichtigung des Göltschthal Viaducts habe ich dem Geheimen Regierungsrat Thieriot nach Dresden mitgeteilt; dieser hat nun meinen Brief, dem der Eisenbahn Angelegenheiten vorstehenden Geheimen Finanzrat von Ehrenstein, zugestellt, welcher ihm in Antwort das einliegend in Abschrift erfolgende Billet geschrieben hat, woraus Sie den Wunsch der Sächsischen Regierung ersehen, sich in mehreren Eisenbahn Angelegen= heiten Ihren Rat zu erbitten. Nach dem, was mir Thieriot schreibt, hat man in Dresden Bedenken getragen, direkt beim K. K. Ministerium einen Antrag auf Gewährung des Urlaubs für Sie anzutragen, weil, da von jenseits angezeigt worden ist, der Hr. Ing. Job werde zu der Suez- Conferenz kommen, die Befürchtung gegründet schiene, daß Sie - 67 - selbst Abhaltung hätten, oder nicht geneigt seien, auf die in Vorschlag gebrachte kleine Reise nach Sachsen einzugehen. Dielleicht kommen Sie nun doch noch nach Schandau und bedingen sich in Voraus den Urlaub auf einige Tage aus, um unseren Wunsch zu erfüllen. Ihre Nachrichten über Absendung Ihrer Brigade nach Suez habe ich Enfantin übermacht, mögen Ihre Herren Ingenieure recht glückliche Ergebnisse erzielen und mögen keine politischen Ereignisse eintreten, die unsere Bestrebungen auf undenkliche Zeiten verschieben. Ich liebe den Anblick der Dinge in Spanien und Portugal nicht, ebenso wenig die Stellung, welche Frankreich und England einander gegenüber angenommen haben; am wenigsten aber liebe ich die plötzliche Annäherung Rußlands an Frankreich. Der Kaiser Nicolaus in seinem väterlichen Stolze von einer Seite und durch Gewährung der ständischen Verfassung von Seiten Preußens aufs tiefste verletzt, wird nichts unversucht lassen, um Deutschland mit Frankreich in einen Krieg zu verwickeln. Wird Ludwig Philips Friedens Energie dem Reiz der Rhein Provinzen zu wiederstehen vermögen, oder wieder sich auf seine alten Tage zu einem Kriege verleiten lassen, dessen Ende er nicht mehr erleben würde? Das ist die Frage welche man sich nicht ohne gerechte Besorgnis stellen kann! Aufrichtig ergeben verbleibt Ihr Leipzig, 12. April 1847. 28 A. Dufour- Feronce. Abschrift. Werter Herr und Freund! Einliegend ein neuerer Brief an Negrelli. Die Sache geht von dieser Seite ihren ruhigen Gang vorwärts. Obgleich die Franzosen und Engländer durch ihre Krisis abgehalten wurden, so rasch zu handeln als sie gesollt hätten, so schreibt mir doch Arlés von London, Stephenson sei fortwährend enthousiasme" für die Sache und entschlossen im Oktober mit den andern zwei Ingenieuren zu reisen. 28. mai 1847. Aufrichtig ergebener ( gez.) A. Dufour- Feronce. Um gelegentliche Rücksendung der Einlage v. Negrelli bitte ich ergebenst. 5* - 68 - 29 Bericht des Ingenieurs Jaßnüger an Negrelli. prs. am 9. Juni 1847. Alexandrien, den 26. April 1847. Euer Hochwohlgeboren! Mit Beziehung auf mein letztes Schreiben vom 13. April erlaube ich mir Euer Hochwohlgeboren ergebenst anzuzeigen, daß ich nach der Aufforderung Mehemed Ali's am 14. d. mts. Alexandrien mit einem Empfehlungsschreiben von Herrn v. Laurin an den oestreichischen ViceConsul in Cairo H. Champion versehen, verließ. Am 15. kam ich nach Cairo und suchte noch an demselben Tage den Vice- Consul auf, traf ihn jedoch nicht zu Hause. Am 16. traf ich ihn und machte in seiner Begleitung meine Aufwartung bei Herrn Linant Bei. Ich überreichte demselben das Empfehlungsschreiben von E. Hochwohlgeboren und er empfing mich sehr freundlich. Nachdem er nur sehr wenig über die Angelegenheit des Kanals gesprochen hatte, es waren mehrere Herren vom Hofstaate des Dice- Königs gegenwärtig, wendete sich das Gespräch auf allgemeine Gegenstände. Es war Lambert Bei und Ettem Bei, der Präsident der Bildungsanstalten und der Minister der öffentlichen Arbeiten unter den Anwesenden. Beide unterhielten sich längere Zeit über den Nildammbau, auf den sie den höchsten Wert legen. Linant Bei erklärte sich bereit mich in Begleitung des Vice- Consuls der als Dollmetsch dienen sollte, dem Pascha vorzustellen. Am 17. fuhr ich mit den genannten beiden Herren nach Schubra dem Aufenthaltsorte des Paschas. Erlauben Ew. Hochwohlgeboren, daß ich hier ganz aus= führlich werde. Auf dem Wege hatte Herr Linant Bei die Gefälligkeit mich zu unterrichten, wie ich mit dem Pascha zu unterhandeln habe, um ihn für mich zu stimmen. Er versicherte, daß es der unumstößlich feste Wille des Pascha's sei, den Canal selbst zu bauen und daß es wohl niemand wagen dürfe, auch nur mit einem Worte zu erwähnen, daß sich eine Privatgesellschaft gebildet habe, die den Canal bauen wolle, oder daß derselbe von einer Regierung projektiert werde. Jede derartige Voraussetzung brächte ihn in die unserer Unternehmung mißlichste Stimmung. Ich befolgte die Anweisung Herrn Linants und steuerte blos auf die mir von E. Hochwohlgeboren gestellte Aufgabe, die Bewilligung des Pascha's, die Vorstudien vornehmen zu dürfen, Ios. Mehemed Ali war in seinem Gartensalon, und empfing uns sogleich, - 69 - als er uns ankommen sah. Nach den ceremoniellen Begrüßungen wieß er mir einen Stuhl ganz in seiner Nähe an, und nachdem ich bemerkt hatte, daß er zuerst angesprochen werden wollte, nahm ich das Wort, gleich auf die Sache losgehend. Ich sagte, daß gegenwärtig Europa und die ganze Welt darin übereinstimmen, wie wichtig der Durchstich der Landenge von Suez sei, daß die commerziellen Verhältnisse aller Staaten durch dieses Werk eine neue viel günstigere Gestaltung erhalten müßten, daß Handel, Agrikultur und Industrie durch das Inslebentreten des Tanals, einen neuen nicht zu berechnenden Aufschwung nehmen würden. In Berücksichtigung dessen und zur Lösung der Frage, ob ein solcher Canal von Suez bis Tineh ausführbar sei und welche Schwierigkeiten sich demselben entgegenstellen würden, haben sich mehrere technisch hochgebildete Männer vereinigt, um diese wissenschaftliche Frage nach den hierzu nötigen Forschungen an Ort und Stelle zu erörtern. E. Hochwohlgeboren haben in Derbindung mit H. Talabot und H. Stephenson die Beantwortung dieser Frage übernommen und haben mich und meine Begleiter, 3 Ingenieurs, die in Alexandrien meine Rückkunft dahin erwarten, beauftragt, die bezüglichen Studien in Egypten zu machen, um darnach die Entscheidung dieser Frage fällen zu können. Im Vertrauen auf die Gnade Sr. Hoheit der bisher immer die Wissenschaften so kräftig unterstützt, der alles aufgeboten um das Glück seines Volkes zu begründen, so daß sein Name von ganz Europa mit Ehrfurcht ausgesprochen werde, wage ich die ergebenste Bitte, mir die Bewilligung zur Vornahme der Studien über den Canal von Suez zu erteilen und mir seinen hohen Schutz während meines Aufenthalts in Egypten huldvollst angedeihen zu lassen. Nach längerem Stillschweigen erwiderte er, daß wenn Europa von ihm sage, daß er die praktischen Wissenschaften und ihre Förderer ehre, sie immer und überall begünstige, daß das Glück seines Volkes das Ziel seines Lebens sei, so sprechen dafür die vielen Opfer, welche er gebracht um dies 3iel zu erreichen, man lasse ihm sein Recht wiederfahren und es freue ihn die Anerkennung der Welt zu finden. Er habe längst die Wichtigkeit des Kanals erkannt und dessen Ausführung gewünscht, doch hätten sich zu viele seinem Lande ersprießliche nötige Bauten ergeben, deren Ausführung dringend gewesen wäre, um seine Kräfte zersplittern zu wollen. Jetzt aber wolle er auch den Bau des Canals unternehmen, die Finanzen seines Landes haben sich gehoben, über die zum Baue nötigen Leute könne er gebieten. Die Terrainverhältnisse der Wüste kenne er und um diese zu studieren, brauche man wohl nicht gar so - 70 - eminente Techniker, diese Aufgabe sei eine leichte. Schwierig, ja seinem Ermessen nach sehr schwierig sei es, den Platz zum Baue eines Hafens bei Tineh und die günstigste Canalmündung zu bestimmen und die Sondierung des Meergrundes, hier an der Küste sehr variabel, vorzunehmen, zu untersuchen, wo sich Sandbänke an dem anzulegenden Hafen und an der Mündung des Canals befinden, wie und in welcher 3eit sie sich beiläufig bilden und in welcher 3eit sie am schnellsten sich ausdehnen, inwieweit die Ausströmung des Nils bei Hochwasser darauf einwirkt. Endlich wie der Hafen von Suez so zu gestalten wäre, daß auch die größten Schiffe einlaufen könnten und auf welche Art dieser Bau am zweckmäßigsten vorzunehmen wäre. Ich erklärte ihm, daß die Studien, welche wir machen wollten, diejenigen wären, welche die verläßliche Beantwortung der von ihm weise und richtig gestellten Fragen möglich machen. Hierauf erwiderte er, daß er mir mit größter Freude die Be= willigung zur Vornahme der von mir ihm erklärten Studien erteile, daß er mich unter solchen Verhältnissen willkommen heiße und daß er bereit sei, uns in jeder Hinsicht zu unterstützen, daß er selbst alles bieten wolle, was die Förderung eines Unternehmens, wie so wichtige Studien, bezwecken könne. Er würde die Weisung geben, daß man mir in jeder Beziehung gewähre und wünsche mir Glück zum guten Erfolge. Er stellte jedoch die Bedingung, daß man ihm nach vollendeter Arbeit, eine Copia derselben und eine kleine schriftliche Erklärung übergeben müsse. Hier wagte ich keine Antwort zu geben, denn diese Forderung Alis überstieg die mir von E. Hochwohlgeboren erteilten Instruction bei weitem. Ein Blick von Linant Bei, an den ich durch dero Instruction angewiesen bin, bestimmte mich zu handeln. Ich erwiederte daher, daß es mir Ehre sein werde, ihm mit Ihrer Bewilligung, die ich wohl erwarten dürfte, eine Copia unserer Arbeiten vorzulegen. Er erklärte hierauf, daß er unbedingt selbst den Bau des Canals unternehmen wolle und würde, Europa besonders aber Oesterreich solle ihm brave Ingenieure senden, er wolle sie so bezahlen, wie nur immer ein Staat Europas ihre Dienste lohnen könne, aber bauen müßte er selbst. Bevor er den Bau beginnen werde, wünsche er, daß die Großmächte Europas ihm eine Garantie bieten, daß keine Macht derselben von Sonderinteressen je geleitet sein Werk an sich ziehen wolle oder sich ein Monopol zu erstreben suche, sondern daß der Canal der ganzen Welt eröffnet werde, daß jeder nach seinen Verhältnissen einen gleichen Anteil an den Vorteilen die der Canal bieten würde genießen sollte. Der nuken - - 71- - aber der ihm gebühre, den er aus der Unternehmung ziehen wolle, werde gewiß ein nur billiger sein und sein Werk werde das Gepräge der Cosmopolitik tragen. Ich erlaubte mir hier keine Antwort und sprach nur meinen Dank wiederholt für die so gnädige Bewilligung meines Ansuchens aus. Er sagte er hätte sehr unliebsam durch Journale und von andern Seiten erfahren, daß sich in Europa eine definitive Gesellschaftsverbindung gebildet hätte, welche beabsichtige den Canal bauen zu wollen; er könne und wolle dies nicht glauben, da ein solches Derfahren zeige, man wolle versuchen auf was immer für eine Art sich die Baubewilligung zu erzwingen und habe in der Voraussetzung, daß dies möglich sei, voreilig gehandelt. Hege man diesen Glauben, so tenne man ihn und Egypten zu wenig, denn er besitze die Mittel, welche jeden 3wang oder die Erschleichung einer Baubewilligung zurückzuweisen im Stande seien. Linant Bei habe ihn zwar versichert, er glaube durchaus nicht an das Bestehen einer solchen Gesellschaft, er selbst aber verlange von mir zu wissen, ob eine derartige Societé sich gebildet habe oder nicht. Ich versicherte S. Hoheit mit Bestimmtheit daß eine solche Baugesellschaft nicht bestehe und daß für dies nicht bestehen, auch noch der Beweis gelten könne, daß man erst jetzt die Studien machen wolle, ob und wie überhaupt ein Canal von Suez nach Tineh zu führen sei. Der ViceKönig drückte nur seine vollste Zufriedenheit gegen Linant Bei aus und nahm lächelnd mehrere Belobungen die ich mir über den Bau des Nildammes, die Lieblingsidee M. Alis auszusprechen erlaubte, an. Ich erwähnte noch die Ausführung eines Werkes wie der Bau des Canals von Suez, welches die Pharaonen begonnen, dessen Inslebentreten Napoleon im Erkennen von dessen Wichtigkeit beabsichtigt, nur in den Händen S. Hoheit liege und daß ganz Europa die feste Ueber= zeugung hege, daß dieses seit Jahrhunderten größte Werk während seiner tatenreichen Regierung begonnen und zum Nutzen der Welt ausgeführt werden würde, daß die Förderung dieses Werkes ihm den Dank der spätesten Nachwelt sichere, ihn unsterblich machen werde. Hiermit hatte die Audienz ihr Ende und ich wurde sehr gnädig entlassen. Linant, der mit mir nach Cairo zurückfuhr, war so gütig, meine Handlungsweise während der Audienz lobend anzuerkennen und sagte, daß nur so unser Werk gefördert werden könne. Ich habe E. Hochwohlgeboren hier alles umständlich berichtet, habe ich nicht Dero besten Ermessen gemäß gehandelt, so bedaure ich es tief, denn mein Wille war der beste, meine Stellung aber schwierig; habe ich mir Dero 72- - 3ufriedenheit erworben, so fühle ich mich reich belohnt. Ich wage noch die Bemerkung, daß von der französischen und von der englischen Groupe hier direkt noch gar nichts angebahnt worden ist, daß jedoch die vom Pascha erreichte Bewilligung zu den Vorstudien auch für Frankreich und England gelte. Am 18. machte ich einen Besuch bei Linant und überreichte ihm die Instruktionen. Hier traf ich H. Lambert Bei, Vorsteher der technischen Schule in Egypten und Direktor des Fabritwesens. Er ist ein vertrauter Freund Linants und Enfantins und vollkommen in die Angelegenheiten des Suez- Canals eingeweiht und scheint eine Stütze des Unternehmens zu sein. Enfantins Sohn lebte lange in seinem Hause. Nachdem beide Herren die Instruktionen aufmerksam gelesen, fanden sie dieselben trefflich und sprachen den Wunsch aus, daß es uns möglich werde, die durch die Instruktionen gestellte Aufgabe zu lösen. H. Linants Meinung geht dahin, daß wir die Aufnahme bei Damiette beginnen und über Tineh bis auf 2 Meilen östlich von diesem Orte fortsetzen sollen, da es nötig ist, daß man nicht bloß den Ort genau kenne, wo ein Hafen angelegt werde und wo der Canal ausmündet, sondern auch den Teil der Küste, an welchem die Schiffe, welche bei sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen nicht in den Hafen einlaufen können, lavieren, oder vor der Rhede liegen können. Die Ausmündung des Canals bestimmte er an dem Plate, an welchem er in dem von ihm verfaßten Plane bereits bezeichnet ist. Er hat angegeben, daß wir unser Lager nicht auf dem Schiffe, sondern an der Küste bei Tineh aufschlagen sollen, da wir uns hier vor jeder ungünstigen Witterung, besonders vor der drückenden Hize am besten schützen können. Das Wasser müssen wir durch ein zu diesem Behufe bestimmtes Schifferboot aus dem See Manzalek holen lassen, da wir in der ganzen Umgebung in der wir arbeiten werden, kein Wasser finden, das ge= trunken werden kann. Die Gouverneure von Alexandrien, Mansura und Damiette sind vom Pascha angewiesen alles herbeizuschaffen, was zur Förderung unserer Arbeit nötig ist. Bei Beobachtung der Witterungsverhältnisse sollen wir besonders genau vorgehen und diese Beobachtungen sowohl zu Land, als zu mehreren Malen im Meere vornehmen, da zu gleicher 3eit die Witterung auf dem Observatorium in Cairo beobachtet werden wird, um die Differenzen zu eruieren. Uebrigens seien die Instruktionen so verfaßt, daß sie alles enthalten, was er uns nur immer bemerken könne. Der Pascha hat den Befehl gegeben, daß ihm die Instruktionen -- 73 -- vorgelegt werden und Linant Bei wird von demselben( er hat sie bereits von mir ins Französische überseht) eine Vorlage dem Pascha anfertigen lassen. In derselben muß der Punkt 7 ausgelassen sein, der beim Pascha Mißtrauen erwecken und uns nachteilig werden könnte. Der Pascha würde glauben, daß wir unsere Arbeit geheim halten sollen, sich das auch auf ihn beziehe und ein politischer Grund hierzu obschwebe. Ferner bleibt in diesen Instruktionen auch der Punkt No. 15 aus, der nicht minder, als der frühere Punkt vom Pascha sehr ungünstig aufgenommen würde, wir sollen besonders die Forschungen welche in No. 15 d. anbefohlen sind, unterlassen, denn der Pascha ist höchst mißtrauisch und wir haben sehr behutsam zu sein. Alle nötigen Forschungen werde Linant und Lambert mir selbst mit der möglichsten Genauigkeit beantworten, jedoch unter dem Siegel der Verschwiegenheit, da sie sich großer Verantwortlichkeit aussehen. Ich werde daher über diesen Gegenstand gegen jedermann das strengste Stillschweigen be= obachten. Lambert Bei bemerkte hier sehr schlau und vielsagend, ich möchte unsere ganze Stellung Egypten gegenüber, als ein Schauspiel betrachten, das mehrere Akte habe; in den Akten wechseln Personen und Kostüms. Jetzt spiele der erste Akt, und dieser dürfe in jeder Beziehung als befriedigend angesehen werden. Die Zukunft bestimme die weiteren Akte und werde hoffentlich ein schönes Ende bringen. Diese Worte Lamberts wurden in Linants, Bachmanns und meiner Gegenwart gesprochen, aber ich glaube in denselben eine genügende Aufklärung zu finden. Lambert wird nächstens nach Paris reisen, um in Paris Lehrer für die technische Anstalt in Cairo anzuwerben. Er freut sich mit Enfantin zusammen zu treffen. Herr Linant hat mir eine seiner Karten, die er in Egypten verfaßte, zur leichteren Orientierung übergeben. Beide Herren empfehlen sich E. Hochwohlgeboren bestens und freuen sich sehr mit Ihnen in nähere Berührung zu treten. Besonders Linant ist sehr liebenswürdig und sprach mit der größten Hochachtung von E. Hochwohlgeboren. Ich bin überzeugt, Sie werden in ihm den wärmsten Freund finden, wenn Sie die Reise nach Egypten machen werden. Der Konsul, der mich bei Hikekian Bei, Ingenieur im Dienste Sr. Hoheit aufführte, verlangte Briefe, für denselben nach Triest und Wien. Ich war so frei ihm einen Brief an Euer Hochwohlgeboren in Wien und an Herrn v. Bruck in Triest zu übergeben, da Hikekian Bei gegen uns sehr gefällig ist und als Schwager Artim Beis, Minister der auswärtigen Angelegenheiten in Egypten vielen Einfluß nimmt. Er scheint aber kein Freund Linants und Lamberts zu - 74. - sein und reist nach Wien um eine Augenkrankheit heilen zu lassen. Am 23. d. m. kamen die Empfehlungsschreiben vom Pascha aus Cairo an Artim Bei in Alexandrien und an die Gouverneurs von Damiette und Mansura. Der Artim Bei stellt uns eine Brigantine zur Disposition, samt der nötigen Bemannung. Ich werde nun so schnell als möglich die Ausrüstung des Schiffes vornehmen, um mit möglichster Eile an die Arbeit zu gelangen. Herr v. Laurin leitet die Ausrüstung und er selbst mit Artim Bei geben die Gegenstände an, die wir zur Ausrüstung be= nötigen. Ich kaufe nichts an und zahle nichts aus, ohne früher mit Herrn von Laurin darüber beraten zu haben, denn da unser Calcule bezüglich der Kosten der Expedition von den wirklichen Auslagen so bedeutend variiert, fühle ich die schwere Verantwortung, die ich auch in dieser Beziehung E. Hochwohlgeboren gegenüber übernommen habe und ich trachte so viel als möglich zu beweisen, daß ich Ihr Vertrauen nicht mißbrauche. Ich erlaube mir hier den Kredit zu benennen, um dessen Eröffnung auf die in meinem Briefe vom 13. ds. Mts. an= gedeutete Weise ich ergebenst bitte. Ich habe bereits durch Hr. von Laurin 2000 fr. Tour. m3. auf H. v. Bruck ziehen müssen, um nicht in Verlegenheit zu geraten. Ich benenne hier speziell die noch bevorstehenden Auslagen: Die Gagen pro Juni und Juli. . 2400 fr. Reise von Suez nach Cairo für 4 Personen 480 Cairo nach Alexandrien für 4 Pers. Alexandrien nach Wien für 4 Pers. Expedition im Meere und in der Wüste.. " " " " 6 Mann zur Arbeit, als Koch, Figuranten und andere Dienstleistungen, dann ein Dragoman, den wir auf Anraten des Paschas und H. Laurins nahmen Requisiten, als Betten, Waffen, 4 paar Pistolen und 4 Säbel, Holz( hier sehr teuer) Oelfarben a. Deck. Tour. Mz. " 1 " " 140 7.00 600 " " " " " " 600" " " 800" " " • 400" " " Die Gagen vom 20. Juli bis 20. August, wenn die Arbeit und Retourreise sich auf solange Zeit erstreckt. Bereits eröffneter Kredit von. Hiervon Ausgaben · Hiervon verbliebener Rest 1200" 3us. 6720 fr. " " Tour. Mz. . 3822 46 " . 3590 56 " " " " " 231 90 " 11 " 75 - Somit bitte ich um die Eröffnung eines Kredites fr. 6489 Tour. M3. Ich bitte ergebenst mir anzuzeigen, ob ich, da der Pascha das Schiff ganz unentgeltlich stellen wird, das bei diesen Gelegenheiten hier immer übliche Backschisch, Belohnung für Offiziere und Mannschaft, nach dem Anraten des Hr. Laurin geben darf. Wenn wir ein Schiff, das kaum die dringend nötige Bequemlichkeit und Sicherheit bieten würde, hätten mieten wollen, so wäre der geringste Preis für 6 Wochen 3000 fr. Tour. M3. gewesen. Ein billigeres Schiff konnte H. v. Laurin und ich nicht eruieren; an Schiffen ist hier der größte Mangel und die Fracht sehr hoch. Wir sind daher dem Pascha doppelt dankbar für die durch das Schiff gewährte Unterstügung. Die Brigantine ist mit 18 Mann bemannt, Laurin glaubt daher für dieselbe als angezeigtes Geldgeschenk 3-400 fr. und für den Kapitän, Offizier der Marine des Paschas eine goldene Cylinder- Uhr, oder ein schönes Gewehr oder einen Säbel bezeichnen zu müssen. Wenn wir das Schiff benützen, ohne den üblichen Backschisch zu geben, so würde es gewiß Unannehm= lichkeiten nach sich ziehen. Ich habe darüber nichts entschieden und bitte Ew. Hochwohl= geboren dringend mir auch darüber Verhaltungsbefehle zu geben. Dieselbe ergebenste Frage bezieht sich auch auf die Expedition durch die Wüste. Diese Expedition bis Suez rät Linant sehr an und sagt, daß eine gediegene Relation über diese Strecke und den Hafen von Suez sehr anzuraten sei, da es eine gute Kontrolle für die weiteren Arbeiten bilde. Auf die Frage Linants, in welcher 3eit wir unsere Arbeiten vollendet glaubten, erwiederte ich, in längstens 8-10 Wochen. Er sagte dies sei unmöglich, seht einen Termin von 4 Monaten. Ich erlaube mir die Gegenbemerkung, daß ich dafür hafte, längstens in 10 Wochen d. i. bis 15. Juli alle Arbeit vollkommen genügend gestellt zu haben. Meine Begleiter sind jung, kräftig und voll guten Willens und was andere in 4 Monat arbeiten, werden und müßen sie in längstens 10 Wochen beendet haben. Wie verschieden von allen früheren Bestimmungen und Relationen zeigt sich doch hier an Ort und Stelle die Sachlage der Angelegenheiten des Suez- Canals. Ich bitte daher Ew. Hochwohlgeboren darnach gütigst das Urteil über uns fällen zu wollen und nicht zu glauben, daß meine Untätigkeit oder Unkenntnis die Schuld der vielen Zeitverzögerung trage, daß meine Unwirtschaft die Auslagen der Expedition so sehr erhöhen. Ich leiste, beseelt von dem Gedanken mich des Wohlwollens Ew. Hochwohlgeboren für jetzt und für die Zukunft würdig zu zeigen, das möglichste und doch fühle - 76 - ich mich nicht früher beruhigt, bis Ew. Hochwohlgeboren selbst die Güte haben, mir zu schreiben, ob Sie meine Handlungsweise gut heißen, ob Sie mir Ihre Zufriedenheit schenken. Gestern kam der Pascha von Cairo hier an und hat mit Hr. von Laurin über den Canal sehr viel gesprochen. Es hat ihn nicht leicht etwas so hoch interessiert als diese Angelegenheit und er beschäftigt sich immer damit. Auf seinen Wunsch wurden heute die 3 Ingenieurs und ich wiederholt demselben vor= gestellt. Er beharrt bei jeder Gelegenheit auf der Idee des Selbst= baues, doch wird die Zeit und die Schwierigkeit, welche die Vorstudien herausstellen dürften und noch andere Verhältnisse ihn umstimmen. Ich hatte die 3 jungen Herren ersucht sich über die CanalAngelegenheiten nicht ins Detail einzulassen, da es schwer ist, mit dem Pascha, der so schlau und scharfsinnig ist, zu verkehren und oft ein Wort eine schädliche Nachwirkung bringt. Er war während der ganzen Audienz sehr gnädig und entließ uns sehr freundlich. Herr von Laurin bemüht sich für unsere Interessen, und wir verdanken ihm viel. Der Pascha giebt uns bis Tineh und auf der Zurückreise freien Tisch, während der Arbeit und in der Wüste haben wir für uns ganz zu sorgen. Morgen segeln wir ab. Ich verharre mit dem Ausdrucke der größten Hochachtung Nachschrift. Dero gehorsamster Diener ( gez.) Jaßnüger m./p. Ich habe in folge soeben erhaltenen Auftrages von Hr. v. Laurin Empfehlung an Euer Hochwohlgeboren zu melden. Er bedauert die eingetretene Verzögerung beim Beginn unserer Studien und daß der Pascha die feste Idee gefaßt hat, den Canal- Bau selbst zu unternehmen. Er glaubt, daß man sich dadurch beruhigt fühlen müßte, daß der Bau überhaupt unternommen werden würde. Er hat über diese Angelegenheit an S. Durchlaucht Fürst Metternich berichtet. Auch ich möchte gar gerne Manches berichten, um Ew. Hochwohlgeboren einige Aufklärungen zu geben aber ich erinnere mich des Tages da ich bei Ew. Hochwohlgeboren im Bureau war, und ein eröffneter Brief tam. Ich werde leider erst später mündlich berichten können. Ich verharre mit tiefster Verehrung Dero ergebenster ( gez.) Jaßnüger m./p. - 7730 Bericht des Ingenieurs Jaẞnüger an Negrelli. sonis Damiette, am 6. mai 1847. Euer Hochwohlgeboren! Am 1. Mai war endlich die Ausrüstung des Schiffes vollendet, welches uns der Pascha für die Zeit unserer Studien an der Küste von Damiette bis Tineh, angewiesen hat, und wenn auch meine Geduld an der türkischen Langsamkeit oft zu scheitern drohte, so übertraf das Schiff selbst, als ich es zum ersten Male sah, alle meine Erwartungen. Eine Brigantine mit 18 Kanonen und 120 Leute Bemannung, schmuck herausgeputzt und mit jeder wünschenswerten Sicherheit und Bequemlichkeit herausstaffiert. Der Capitän ist ein braver und für eine Expedition ein tüchtiger Seemann. Da die Ausrüstung beendet war, benützte ich denselben Tag zu unserer Abreise um keinen Tag weiter zu versäumen. Ich hatte um 10 Uhr früh meine Abschieds- Audienz beim Pascha, zeigte demselben meine Abreise an und sprach meinen Dank für die uns gewährte Unterstützung und Schutz ergebenst aus. Er versicherte, daß er uns mehr zum Dank verpflichtet wäre, als wir ihm, weil wir uns einer so mühevollen und beschwerlichen Reise und Arbeit zum Nutzen, nicht nur Europas, sondern der ganzen Welt unterzogen hätten. Er entließ mich mehr freundlich und wohlwollend als gnädig. Der H. General- Consul von Laurin war beim Abschied, wie immer sehr fürsorgend und gütig und er hat viel zur Förderung des Unternehmens beigetragen. Der Pascha hegt das größte Interesse für Alles den Suez- Canal betreffende und der Gedanke an die Selbstausführung dieses großen Werkes beschäftigt ihn fortwährend, es ist jedoch nicht zu zweifeln, daß ihm dieser Gedanke erst von dem Augenblicke an belebte, als er in Erfahrung brachte, daß Europa oder eine Privat- Gesellschaft in Europa die Absicht hege, den Tanalbau zu übernehmen, als auf diese Weise seine Eifersucht rege wurde. Der Pascha ist sehr eitel, die Ueber= zeugung, der Bau des Canals, des größten Werkes seit Jahrhunderten könne die Unsterblichkeit seines Namens sichern, schmeichelt diesem Greise zu sehr, um nicht Alles aufzubieten, um seinen Ruhm zu vergrößern. Sollte es nicht möglich sein, ihn zu überzeugen, daß, wie ich schon bei meiner ersten Audienz darauf anbahnte, sein Name die Unsterblichkeit erreichen würde, selbst wenn der Canalbau nur unter -- 78 - seiner Regierung zu Stande käme. So viel steht fest, der Pascha ist zu Allem zu stimmen, wie ich in meinen 3 Audienzen und aus vielen seiner Lebenszüge klar ersehe, nur darf sein immer reges Mißtrauen nicht genährt werden, man muß mit ihm wenigstens etwas offener, ehrlicher und ich möchte sagen, sogar klüger zu Werke gehen, als es die im eigenen Kampfe begriffene Partei, nur von ihren PrivatInteressen geleitet, gegenwärtig tue, die er aber großen Teils durchsieht denn ein seltener Scharfblick muß mehemed Ali unbedingt zugesprochen werden. Ich glaube, daß es auch möglich ist, sein Vertrauen zu erwecken und daß dasselbe mit Vorsicht und Maß gebraucht, den wirklich vielen Unternehmungen den größten Vorteil bringen muß. Da jetzt die Arbeiten meiner Herren Begleiter zu beginnen haben, habe ich die Vorkehrung getroffen, daß dieselben täglich ihre technischen Leistungen selbst in das allgemeine Journal eintragen und zwar jeder seine Relation über die eigene Arbeit und daß jeder diese tägliche Relation unterfertiget. Dadurch wird es leicht bei vorkommenden Fehlern den Schuldtragenden zu eruieren und so kann man die Leistungen eines Jeden am deutlichsten ersehen, was um so nötiger sein dürfte, als die Arbeitskräfte und Fähigkeiten dieser 3 Herren sehr verschieden zu sein scheinen. Ich selbst aber trage in dieses Journal nur das ein, was ich zur Einsicht meiner H. Begleiter u. s. w. als geeignet erachte und erlaube mir Ew. Hochwohlgeboren ein besonderes Tagebuch zu unterhalten, welches ich in Wien ausarbeiten werde. Ich bitte Ew. Hochwohlgeboren mir Verhaltungsbefehle zukommen zu lassen, was nach Beendigung der Expedition mit den nach Hr. v. Laurins Angabe, als nötig erachteten und angekauften Requisiten wie z. B. Matragen samt Polster, Decken, 2 Doppelgewehre, 1 paar Pistolen, 3 Säbel, sehr viele Holzrequisiten, als Aussteckstangen, Bretter zu geschehen habe, ob ich dieselben bis auf weiteres beim Consulate deponiere oder um den bestmöglichsten Preis verkaufen und das dafür gelöste Geld in der Rechnung in Empfang stellen oder ob ich diese Gegenstände nach Wien bringen soll, wobei der Transport unverhältnismäßige Umkosten verursachen würde. Wir gingen vor Rosette, wo der westliche Arm des Nils in das Meer mündet vor Anker, um die vom Pascha erbetenen Forschungen über die Verschlammung und Ver= sandungen vor und seitwärts der Nilmündung vorzunehmen, die mög= lichste Variabilität der gangbarsten Bogasen zu eruieren. Diese Arbeit erforderte 1 Tag und wir kehrten am 3. Mai am Bord unseres Schiffes - 79 - zurück und setzten unsere Reise nach Damiette fort, wo wir aber erst am 6. Mai eintrafen, da wir mit ungünstigen Winden und was noch ärger ist, mit Windstille zu kämpfen hatten. Wir werden morgen unsere Aufwartung beim Gouverneur von Damiette machen, die Nilausmündung untersuchen und wenn möglich noch denselben Tag unsere Reise nach Tineh fortsetzen. Ich werde die Ehre haben Ew. Hochwohlgeboren mit der nächsten Post die weiteren Berichte über unsere Reise und die technischen Arbeiten meiner Begleiter zu übersenden. Mit größter Erwartung Briefen von Ew. Hochwohlgeboren entgegensehend verharre ich mit der größten Hochachtung Ew. Hochwohlgeboren ganz gehorsamster Diener ( gez.) Karl Jaẞnüger. 31 Bericht des Ingenieurs Jaẞnüger an Negrelli. prs. am 2. Juli 1847. Tineh, am 19. Mai 1847. Euer Hochwohlgeboren! Mit Beziehung auf meine früheren ergebensten Berichte erlaube ich mir Euer Hochwohlgeboren anzuzeigen, daß wir am 9. Mai Damiette verlassen haben, nachdem ich mit dem dortigen Consul H. Tahil, die schnellste Expedition der Berichte verabredet hatte und der Gouverneur von Damiette mir die Versicherung gegeben, uns Alles, was wir benötigen sollten, in die Wüste nachzusenden. Ungeachtet der genauesten Forschungen war es mir unmöglich Näheres über Tineh zu erfahren, denn diese Gegend ist für die Bewohner des Landes im wahren Sinne des Wortes terra incognita. Endlich gelang es einen Lootsen zu finden, der früher Fischer war und dieser gab an, daß er die Gegend von Tineh kenne. Ich nahm denselben für kürzere 3eit in meinen Dienst unter der Bedingung, uns ungesäumt an den Ort unserer Bestimmung zu geleiten. Die Entfernung von Damiette bis Tineh beträgt bei 46 See= meilen und die Tiefe des Fahrwassers 8-10 Klafter. Da wir bei Nacht in die Nähe von Tineh kamen und die Bucht dem Tapitän unseres Schiffes unbekannt war, lavierten wir die Nacht über außerhalb derselben. Am 11. dieses Monats gingen wir an der Bucht, 5 Seemeilen von der Küste mit 5 Klafter Meerestiefe vor Anker, verließen das - 80 -- Schiff und fuhren mit der Imbarkation ans Land. Die Ueberfuhr vom Schiffe bis ans Land dauerte 2 Stunden. Tineh ist gar keine Ortschaft, sondern die ganze Gegend um die Bucht und bis auf eine Stunde in die Wüste wird Gun il Thineh( Bucht bei Tineh) genannt. Die Gegend ist durchaus unbewohnt und es kommen nur selten Schiffer und Fischer hierher, welche sich wenige Tage in der Bucht aufhalten. Die Form der Bucht und der Insel, welche nach Herrn Linants Angabe als der Punkt bezeichnet wurde, wo der projektierte Kanal in das Meer münden soll, wird in der von den Ingenieurs zu verfaßenden Karte enthalten sein und wird mit H. Linants Angabe ziemlich genau übereinstimmen. Nachdem die Zelte aufgeschlagen waren, begaben wir uns in das Innere der Wüste bis auf 1 Stunde Entfernung, wo in südlicher Richtung von der Küste die Ruine des alten Pelusium, auf einem die Umgegend etwas dominierenden Punkte liegt. Die einst berühmte Stadt Pelusium ist bereits so zerstört, daß man kaum Spuren findet und es ist nur mehr ein Gebäude, eine dem gänzlichen Verfalle nahe Ruine, dem Baue nach, einst ein Tempel zu sehen. Dieser Ort ist gegenwärtig der Aufenthalt von Hyänen, Schakals, Geiern und anderen wilden Tieren der Wüste. Es zeigt sich, wie notwendig in solcher Nachbarschaft die Bewaffnung unserer Expedition war, um so mehr, als die Hnänen bereits 2 mal von Hunger getrieben, Speise witternd, bis an unser Lager kamen. Als wir die Ruine näher untersuchten, fanden wir einen halbverwesten Leichnam. Die morschen Fehen, welche den untern Teil des Körpers halb bedeckten, schienen der Burmus eines Beduinen gewesen zu sein. Diese Ruine wird es den französischen Ingenieuren sehr erleichtern, die 3 Punkte zu finden, welche den Ort bezeichnen, wo sie ihre Aufnahme der unsern anzuknüpfen haben. Auf Anraten des Paschas und Consuls von Damiette, habe ich dem Beduinenhäuptlinge der Wüste einen Tribut bezahlt, wogegen sich derselbe verpflichtet hat, daß uns alle Horden der Wüste ungestört unsere Arbeit verrichten lassen, ja, im Falle des Bedarfs sogar zu unseren Diensten stehen würden. Jeder Reisende muß sich dieser in Egypten tolerierten Räuberei gutwillig unterziehen, für uns hatte aber das uns nun erwachsende Freundschaftsverhältnis mit den Beduinen noch einen weiteren Vorteil. Diese Söhne der Wüste sind mit allen Teilen derselben ganz vertraut und von ihnen habe ich erfahren, daß 3 Stunden von Pelusium ein See zu treffen ist, der süß Wasser enthält und wenn dasselbe auch nicht so gut -- 81 - ist, ich habe heute einen Versuch gemacht, wie das Nilwasser bei Damiette, so kann es doch gewiß trinkbar gemacht werden. Ich werde nächstens eine Reise zu diesem See unternehmen, um die Gegend genauer zu untersuchen. Außer diesem See soll in der ganzen Wüste kein trinkbares Wasser zu finden sein, das Wasser des See's Menzalek aber ist ganz unbrauchbar. Der See communicirt an mehreren Stellen mit dem Meere und sein Wasser ist ganz gleich dem Meerwasser. Wir müssen unseren Wasserbedarf aus Damiette bringen lassen, was mit Unzukömmlichkeiten verbunden ist und Wasser ist hier das notwendigste Bedürfnis, denn alle leiden fortwährend an kaum zu löschenden Durst. Ich habe die Vorkehrung getroffen, daß nie Wassermangel eintreten könne. Die Sonne geht um 4 Uhr 45 Minuten auf, der Stand des Thermometers ist um diese Zeit durchschnittlich 16 Grad, um 8 Uhr bei 24 bis 26 Grad; um 9-10 Uhr erhebt sich ein kühlender Nordwestoder Nordostwind( die hier beinahe einzigen Windstriche) und um 12 Uhr fällt dadurch die Hitze wieder auf 22-23 Grad und bei Untergang der Sonne um 6 Uhr 30 minuten auf 20-21 Grad. Diese Hitzegrade sind erträglich, doch die Erde, trockener, lockerer Sand, fängt die Strahlen der Sonne auf und macht die Hize sehr fühlbar; der lockere heiße Sand aber ist sehr ermüdend. Die technischen Arbeiten der 3 Ingenieure haben bereits am 14. dieses Monats begonnen und werden mit vielem Eifer fortgesetzt; sie halten sich genau an die von Euer Hochwohlgeboren gegebenen Instruktionen, deren Trefflichkeit sich bei der praktischen Ausführung erweist. Im nächsten Berichte werde ich mich beehren, Euer Hochwohlgeboren einen Rapport, Auszug aus dem Tagebuche, über die bereits fertigen Arbeiten der 3 Herren zu unterlegen; für diesmal würde derselbe, da erst seit einigen Tagen gearbeitet wird, noch etwas schmal ausfallen. Unter Einem hoffe ich sodann die Zeit genau bestimmen zu können, in der unsere Aufgabe gelöst sein wird, ich glaube, wenn die Herren fleißig sind und nicht sehr ungünstige Witterungsverhältnisse eintreten, in den ersten Tagen Juli. Pottika ist, obwohl nicht ernannter Oberingenieur, der Leiter der technischen Arbeiten; er benimmt sich mit vieler Umsicht, arbeitet rastlos und es zeigte sich, daß die Art, wie er die Arbeit angreift, immer am schnellsten das erwünschte Resultat bringt. Junker ist sehr tätig und folgt Pottikas Beispiel, dessen praktischeres Wissen er anerkennt. Maier hatte anfangs, wenn es zu arbeiten galt, immer viel wenn und aber, brachte weitläufige Theorien vor, deren Aus= Georgi- Dufour, Urkunden. 6 - 82 - führung unsern Aufenthalt sehr verlängert hätten und sprach die Meinung aus, wie er es gerne sehen würde, wenn die Aufnahme recht lange dauern könnte. Von den beiden andern jungen Männern überstimmt, trachtet er jetzt mit Eifer, hinter den Leistungen derselben nicht zurückzubleiben. Unter diesen Verhältnissen habe ich mir erlaubt, gewiß im Sinne Euer Hochwohlgeboren, H. Pottika darauf aufmerksam zu machen, welches Vertrauen Euer Hochwohlgeboren besonders in ihn setzen, der das Glück hat, seit längerer Zeit von Ew. Hochwohl= geboren gekannt zu sein und daß besonders er den größten Teil der Derantwortung tragen würde, daß Euer Hochwohlgeboren seine Leistun= gen anerkennen werden, wenn die technischen Vorstudien schnell und Dero Wünschen entsprechend beendet sind. Er wird gewiß Alles aufbieten, um dieser Gnade würdig zu sein. Wieviel wurde noch während meines Aufenthaltes in Wien, sogar von Männern, denen ich wegen ihrer Stellung mehr Wissen zugetraut hätte, über die Unmöglichkeit der Ausführung des Canals von Suez nach Tineh gestachelt(?), welche ans fabelhafte grenzenden Schwierigkeiten erzählte man mir in Triest, Alexandrien, Cairo und selbst noch auf der Reise bis Tineh und wie ganz anders stellten sich gegenwärtig uns, die wir an Ort und Stelle untersuchen und prüfen, die Verhältnisse dar. Die Möglichkeit des Canal- Baues, ja sogar die leichte Möglichkeit, im Verhältnisse zur Großartigkeit des Baues und des unberechenbaren Nutzens, den der Canal meist der ganzen Welt bieten wird, tritt mit jedem Tage klarer hervor. Die Hize ist erträglich und erreicht im ungünstigsten Falle nur in den Monaten Ende Juni, Juli und Anfangs August über 30-34 Grad; woran man sich jedoch hier viel leichter, als im gemäßigten Klima, wie z. B. Oesterreich, gewöhnen kann; in allen anderen Monaten des Jahres ist das hiesige Klima milde zu nennen. Man hatte uns die furchtbarsten Siroccos, hier Tamsin ge= nannt, prophezeiht und seit unserem Aufenthalte in Egypten hatten wir nur 1 mal leichten Camsin, während ich in Cairo war, seit dieser Zeit aber weht immer ein kühlender Nordwestwind und doch ist gerade die jetzige Zeit als die der Camsins bezeichnet worden, mit Ende Mai aber kommen diese Winde gar nicht mehr vor. Statt einer Küste voll Klippen und Gefahren finden wir eine mäßig flache Küste und bisher immer günstigen leichten Nordwestwind und sehr ruhiges meer und ich zweifle nicht, daß die Sandapen an den ungünstigen Stellen auf höchstens 3 Seemeilen die erwünschte Tiefe von 27 Fuß ausweisen. Hierüber hoffe ich nächstens günstig berichten zu können. Geschieht der - 83 - Bau durch den Pascha oder was das wahrscheinlichste ist, im Einverständnis mit dem Pascha, so werden Leute genug zu geringem Arbeitslohn zu bekommen sein, und wer die Genügsamkeit der gemeinen Volksklassen hier gesehen hat, wird einsehen, wie leicht die Herbeischaffung des Proviantes für die Arbeiter ist. Ein Schiffszwieback, ein paar Oliven oder 3wiebel und im günstigsten Falle Reis oder Bohnen und das nötigste Trinkwasser befriedigt alle Bedürfnisse des Arabers. Soeben komme ich von einer Recognoszierung aus dem Inneren der Wüste zurück. Auf 3/4 Meilen östlich von der Ruine Pelusium erhebt sich eine Hügelreihe, welche sich in einer beinahe geraden Linie von Süden gegen Nordosten zieht und am östlichen Ende des Ufers, welches die Bucht von Tineh begränzt, ins Meer ausläuft. Auf diesen Hügeln liegen die Ruinen der Stadt Faramah del Machsan de Karais. Man sieht beinahe durchgehends nur Schutthaufen, welche den Ort bezeichnen, der einst durch den Reichtum seiner Bewohner bekannt war. Noch jetzt findet man 8 schöne Säulen aus demselben herrlichen Granit, wie die Pengeus- Säule in Alexandrien am Boden umgestürzt. Mein Tagebuch enthält detailierte Nachrichten über diesen Gegenstand. Ich erwarte mit großer Spannung Berichte von Euer Hochwohlgeboren, welche mir die Ueberzeugung verschaffen, daß meine bisherige Handlungsweise in den Suez- Canal- Angelegenheiten Dero Ansichten entsprechen kann und die mir Verhaltungsbefehle für die Jukunft bringen. Ich habe leider die letzte Post noch nicht erhalten und sende diesen Bericht durch meinen eigenen Boten nach Alexandrien. Ich habe die Ehre mit besonderer Hochachtung zu verharren Euer Hochwohlgeboren ganz erg. Diener ( gez.) Karl Jaẞnüger. 32 Bericht des Ingenieurs Jaßnüger an Negrelli. prs. am 28. Juli 1847. Tineh, am 1. Juli 1847. Euer Hochwohlgeboren! Mit Beziehung auf meine früheren gehorsamsten Berichte vom 29. März, 14. und 28. April, 7. und 20. mai habe ich die Ehre Ew. Hochwohlgeboren ergebenst anzuzeigen, daß die Landaufnahme 6* - 84 - bereits vollendet ist. Sie erstreckt sich von dem Punkte, den Hr. v. Linant als die Ausmündung des Suez- Canales bestimmte und welcher Punkt sich durch die Nivelette auch als der günstigste herausstellte, auf 3500 restl. Klft., rechts und links desselben, so daß die Länge der ganzen aufgenommenen Strecke 7000 Klafter beträgt. Es wird durch 5 Tischblätter die ganze Bucht von Tineh samt Nivellement im Detail zur Anschauung gebracht. Heute hat die Sondierung des Meergrundes begonnen und ich werde mich im nächsten Briefe beehren, die Resultate Ew. Hochwohlgeboren mitzuteilen; bei günstigen Witterungsverhältnissen hoffen wir die Sondagen mit Ende dieses Monats beschließen zu können. Laut zwei Briefen des Herrn G. K. von Laurin nimmt der Pascha fortwährend den regsten Anteil an den Suez- Angelegenheiten und soll sich erst vor einigen Tagen mit dem Feuer eines Jünglings über diesen ihm hochwichtigen Gegenstand mit H. von Laurin unterhalten haben. Ich sehe mit größten Verlangen den Verhaltungsbefehlen E. Hochwohlgeboren entgegen, da nur diese mir den Weg bezeichnen können, den ich zu gehen habe. Don der französischen und englischen Gruppe hörte man bis heute in Alexandrien noch gar nichts und es ist bisher nur von der deutschen Gruppe mit Eifer und gutem Erfolge gewirkt worden und es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß diese Gruppe, welche unter der Leitung Ew. Hochwohlgeboren zu stehen das Glück hat, ihre erste Aufgabe, die Vorstudien zur Allgemeinen Zufriedenheit beendet haben wird, bevor Frankreich und England den ersten Schritt zum Beginn getan haben. Der Pascha ist für die deutsche Gruppe der Vorstudien sehr eingenommen und ich hoffe im Sinne Ew. Hochwohlgeboren zu handeln, wenn ich diese günstige Stimmung des Paschas für deutsches Interesse zu benützen trachte, insofern ich den Vorschriften, die Ew. Hochwohl= geboren mir erteilen, nicht entgegen handle. Eben erhaltenen Nachrichten aus Europa entnehme ich, daß im Nürnberger Torrespondenten ein Artikel erschienen ist, welcher gegen Ew. Hochwohlgeboren und meine Wenigkeit anzuknüpfen versucht, die Wahl der Glieder unserer Expedition tadelt. Ich glaube mit Recht zu vermuten, daß ich den Verfasser dieses Artikels kenne und Hauptmann Moering als denselben bezeichne. Die glänzende Lösung der Aufgabe in jeder Beziehung soll den Verfasser des Artikels Lügen strafen und das Vertrauen, welches Ew. Hochwohlgeboren in unsere Kräfte zu setzen die Güte hatten, vollkommen rechtfertigen. - 85 - Mit heutiger Post erhielt ich ein Schreiben von Herrn von Bruck, der die Weisung von Ew. Hochwohlgeboren erwartet, um unsere Treditverhältnisse zu ordnen. Mich dem besonderen Wohlwollen Ew. Hochwohlgeboren empfehlend verharre ich mit dem Ausdrucke der Ergebenheit. Ew. Hochwohlgeboren 33 gehorsamster Diener ( gez.) Karl Jaẞnüger. Bericht des Ingenieurs Jaßnüger an Negrelli. Tineh, am 16. Juli 1847. Euer Hochwohlgeboren! Ungeachtet ich mit größtem Verlangen einem Schreiben Euer Hochwohlgeboren entgegensehe, ist meine Hoffnung wenigstens für diesen Posttag leider wieder getäuscht und ich muß eilen, meine Berichte fortzusetzen, damit mein Bote noch vor Abgang des Dampfbootes von Alexandrien nach Europa dort anlangen kann. Die technischen Arbeiten sind soweit vorgerückt, daß sie in 8 Tagen als beendet betrachtet werden können. Die ersten Sondagen, welche östlich von der Tanalmündung vorgenommen wurden, stellte sich nicht als so günstig heraus, wie ich erwartet habe, so daß wir erst auf eine Entfernung von 4000 m. Klafter 27 Tiefe fanden. Je näher wir jedoch der Stelle kamen, wo nach Linant Bei die Ausmündung des Canals projektiert wurde, desto günstiger stellten sich die vorgenommenen Sonden dar, so daß durchschnittlich auf 3 Seemeilen Entfernung und auch bei 100 Klafter darüber 27 Tiefe anzutreffen sind. Eine Seemeile gleich 1000 Klafter. Oestlich von der Stelle der Canalmündung gegen das Cap el Kas vergrößert sich die Entfernung vom Ufer, in der 27 Tiefe anzutreffen sind, auf 3500 bis 3700 Klft. und bleibt sodann constant. Abdachung des Meeresgrundes bis zur Tiefe von 27 verhält sich wie 1: 808, sodaß auf 100 KIfter 9 3oll Gefäll anzunehmen sind. In dem ganzen weitem Halbkreise der Bucht, in der die Sondagen vorgenommen wurden, sind weder Sandbänke noch Felsen und dergleichen anzutreffen und die Abdachung nimmt bis zu dem Punkte der 27 Tiefe, im obgedachten - 86 - Verhältnisse zu. Es ist sehr erwünscht, daß die Arbeiten in der Wüste endlich beschlossen werden, da unsere Eristenz von Tag zu Tag un= angenehmer, ja sogar gefährlicher wird. Die Hize steigt den Tag über bis auf 33 Grad, wodurch sich der Sand bis auf 41 Grad erwärmt und es ist kaum möglich mehrere Minuten auf einem Plaze zu stehen. Aus der Erde, in der, wenn man gräbt, schon auf 3 Tiefe Meerwasser zu treffen ist, dringen in der Nacht feuchte ungesunde Dünste empor, welche die Luft im Zelte verpesten. Da die Hize den Tag über so sehr zunimmt, müssen die Arbeiten schon vor 3 Uhr Morgens begonnen werden. Eine Plage mehr sind die Heuschreckenschwärme, welche der Südwind manchmal bringt und die uns die kurze Nachtruhe, die uns vergönnt ist, rauben. Wir er= freuen uns bis jetzt einer befriedigenden Gesundheit, wenn auch unsere Augen etwas angeriffen sind, doch 2 Figuranten erkrankten so plötzlich, daß einer derselben dem Tode nahe war, denn an eine ärztliche Hilfe ist hier garnicht zu denken. Doch alle diese Strapatzen sind für jetzt überstanden und wir fühlen uns neu gestärkt bei dem Gedanken, die uns durch Ew. Hochwohlgeboren gestellte Aufgabe gewiß zur Zufriedenheit vollkommen gelöst zu haben, der Welt beweisen zu können, daß Ew. Hochwohlgeboren sich nicht täuschten, als Sie uns dieselbe vertrauten. Die Instructionen haben ihre Trefflichkeit bewährt und wurden Punkt für Punkt bis ins geringste Detail befolgt. Das Cap el Kas bildet das östliche Ende der Bucht von Tineh; wenn man dasselbe umschifft, was nur 1 Stunde 3eit erfordert, kommt man in eine zweite Bucht el machadep genannt, in welcher eine durchschnittliche Meerestiefe von 8 Kifter zu treffen ist, sodaß Schiffe hier einlaufen, bis auf 1 Seemeile zur Küste anfahren können und selbst da noch 6 Kifter Tiefe finden. Ich werde hierüber noch nähere Forschungen anstellen. Wenn mir nicht während meines Aufenthaltes bei Tineh bestimmte Ver= haltungsbefehle von Ew. Hochwohlgeboren zukommen, so reise ich mit meinen 3 Begleitern nach Beendigung der technischen Arbeiten über Damiette nach Cairo, wo ich Linant Bei die Pläne vorzeige und die nötigen und versprochenen Auskünfte über Material etc. erhalte. Don da gehe ich nach Alexandrien, um mit dem nächsten Dampfer nach Europa zurückzukehren. Don unseren Arbeiten werde ich weder Mehemed Ali, noch Linant Bei Kopien übergeben, außer Ihr ausdrücklicher Befehl erwartet mich bereits in Alexandrien und ich glaube ohne die geringste Un - 87 - zukömmlichkeit diesen Wunsch des Paschas geschickt zu umgehen. Der= hältnisse, die ich Ew. Hochwohlgeboren mündlich mitzuteilen die Ehre haben werde, bestimmen mich zu dieser Handlungsweise. Ich hoffe den mir erbetenen Kredit bei meiner Ankunft in Alexandrien eröffnet zu finden, da ich das Geld zu den Auszahlungen dringend benötige. Wir werden in den ersten 3 Tagen Augusts in Wien eintreffen und ich tröste mich mit der Ueberzeugung, daß, indem ich diesen Brief absende, bereits Nachrichten für mich in Alexandrien angekommen sind. Ich verharre mit dem Ausdrucke der größten Hochachtung Ew. Hochwohlgeboren ergebenster Diener ( gez.) Karl Jaẞnüger. 34 An Negrelli. Verehrter Herr und Freund! Ihre Mitteilung das lebhafte Interesse betreffend, welches der König der Niederlande an der Suez Angelegenheit nimmt, hat mich gefreut aber nicht überrascht; ich habe nie bezweifelt, daß unser großartiger Plan in Holland die lebhafteste Teilnahme erregen werde, es eröffnet sich ja auf diesem abgekürzten Wege für das Niederländische Reich in Ost- Indien ein sehr großer Absah seiner Produkte im Mittelländischen Meere, für dessen Bedarf jetzt andere concurrirende Länder geographisch günstiger gelegen sind. Ihre Bemerkung ist übrigens sehr richtig, daß die Sache noch nicht reif ist, dem Könige der Niederlande vorgelegt zu werden; ein solcher Schritt würde den Comité sogar compromittiren, da gleich zu Anfange beschlossen wurde, der Königin von England und dem Könige von Frankreich ebenso wenig wie deren beiderseitigen Ministern irgend eine Eröffnung zu machen, ehe die Vorarbeiten vollendet sein werden und die Unternehmung das Stadium erreicht haben wird, wo nicht mehr zu befürchten ist, es mit leeren Projekten verwechselt zu sehen, die nur erdacht werden, um Börsenspeculationen zum Grunde zu dienen. Sehr erfreulich ist es übrigens, einen so hellsehenden Monarchen wie den König der Niederlande für unsern Plan günstig gestimmt zu finden und demnach, wenn zur Ausführung geschritten - 88 - - werden wird, von dieser Seite auf kräftige Unterstützung hoffen zu dürfen. Schade ist es, besonders in einer Beziehung, daß er nicht unmittelbar oder mittelbar bei dem Comite vertreten ist; die Lebensfrage des Canals ist natürlich der ihm beizulegende cosmopolitische Charakter, damit den Schiffen keiner Nation ein Vorrecht vor anderen eingeräumt werde. Natürlich ist Holland, gleich den verschiedenen Staaten Deutschlands, bei Erhaltung dieser gleichmäßigen Behandlung der Schiffe aller Nationen ganz besonders interessirt und man könnte daher darauf rechnen, daß der Holländische Einfluß stets auf Erhaltung dieser wünschenswerten Unparteilichkeit hinwirken würde. - Wie Ihnen bekannt, sind 10 Stellen unserer deutschen Groupe von Korporationen und Mitgliedern übernommen, denen die Ehre, bei Begründung des Suez- Canals mitzuwirken, um keinen Preis feil sein würde; dagegen haben unsere Freunde in Frankreich wegen des ,, embarras du choix" erst 6-7 Mitglieder ernannt und in England hat Robert Stephenson bis jetzt alle Kosten allein bestritten, um sich vorzubehalten, die englische Gruppe später zu bilden. Sollte nun der König schon bei den Vorarbeiten eine direkte oder indirekte pecuniaire Betheiligung wünschen, so bezweifle ich nicht, daß eine desfallsige Anfrage an Enfantin in Paris, oder an Robert Stephenson in London zur Erlangung eines Anteils in einer oder jeder dieser beiden Gruppen führen würde. Wenn es übrigens Sr. Majestät nur darum zu tun ist, stets genaue Kenntniß vom Gange der Sache zu erhalten, so wird sich das ganz natürlich von selbst machen. Dem Vernehmen nach hat sich nämlich Herr Gustav Harkort hier, um das Niederländische GeneralConsulat in Leipzig beworben; da kein qualificirter Holländer hier lebt und da Herr Harkort, wie Ihnen bekannt, in jeder Hinsicht den wohlbegründetsten Ruf genießt, und in allen commerziellen Fragen besser bewandert ist, als irgend Jemand, so bezweifle ich nicht, daß er die Stelle erhält, wo ihm dann die Verpflichtung obliegen wird, auf dem Dienstwege seiner Regierung die gründlichsten Berichte zu erstatten, und hierzu wird es ihm als Mitglied des Comité nicht an Gelegenheit fehlen, da der Suez- Canal in Leipzig mit besonderer Wärme aufgefaßt worden ist und daher auch in unserm kleinen Sachsen fünf Mitglieder der deutschen Gruppe zusammen gedrängt sind. Herr Harkort hat aber außer dem allgemeinen patriotischen Interesse am Gelingen des Canals noch persönliche Rücksichten, die ihm diese Unternehmung be= sonders wichtig machen, da er in China unter der Leitung eines seiner Söhne und eines Herrn von Carlowitz, welchem dem Vernehmen nach - 89 - das Preußische und Sächsische Consulat in Canton übertragen werden soll, in Canton ein Haus errichtet hat, was binnen Kurzem auch einen 3weig in Shanghai haben wird, und dessen Gedeihen der Suez Canal ungemein befördern müßte. Den Brief des Herrn Jaßnüger kann ich Ihnen leider heute noch nicht zurück senden, weil ich ihn Herrn Geheimen Regierungsrat Thieriot geliehen haben, der mir ihn noch nicht zurück gesendet hat, es soll baldigst erfolgen. Aufrichtig ergeben A. Dufour- Feronce. Leipzig, 2. Juli 1847. 34a am 2. August 1847 aaa. erhalten. Verehrter Herr Geheimregierungsrat.*) 3hr Herr Kollege Geheimregierungsrat Thieriot hat mich beauftragt Ew. Hochwohlgeboren während seiner Abwesenheit die an mich kommenden Nachrichten, Suez betreffend, mitzuteilen; daher er= laubte ich mir vorgestern Briefe des Herrn Negrelli, welche ich nach Dresden schickte zu Ihrer Eröffnung zu adressieren für den Fall, daß benannter Freund noch nicht zurück sein sollte. Heute erhalte ich von Herrn Enfantin in Paris ein Schreiben vom 27. ds. Mts. in welchem er schreibt: Le chef de la Brigade de M. Paulin Talabot, M. Bourdaloue, a passé quelques jours à Paris pour recevoir ses instructions. Il est reparti pour préparer son monde. Le capitaine Bruneau et mon fils, qui précéderont la brigade, s'embarqueront à Marseille le 24 août. La brigade s'embarquera le 4 septembre. Les dix jours d'avance de Bruneau et de mon fils leur serviront à tout tenir prêt, pour qu'à l'arrivée de la brigade elle ne perde pas un jour de travail. Linant d'ailleurs est déjà prévenu et fera de son côté tous les préparatifs nécessaires. Enfantin schreibt weiter: Malgré la baisse des grains et la bonne récolte, la crise se prolonge et s'augmente pour les chemins de fer. L'enthousiasme *) vermutlich von Ehrenstein. - 90 - de l'année dernière est remplacé par une peur et un dégoût extrême, d'ailleurs justifiés par intelligence et le mauvais vouloir du Gouvernement et des Chambres etc. Aus diesem erhellet nun, daß endlich die Franzosen Ernst machen, an die ihnen bestimmten Arbeiten, die Suez- Angelegenheit betreffend, zu schreiten. Die traurige finanzielle Stimmung in Frankreich läßt mich weniger bedauern, als es sonst der Fall sein würde, daß durch die Franzosen den Engländern in der Suez- Angelegenheit ein halbes Jahr verloren worden ist. Nun schadet es nichts, denn ehe der finanzielle Himmel in allen den Ländern ganz klar sein wird, kann doch an Bildung einer Société d'Exécution du Canal de Suez nicht gedacht werden und ich fürchte, unsere drei Ober- Ingenieurs werden Zeit haben, ihre Reise nach Egypten im Oktober und November zu machen und deren Ergebnisse in aller Ruhe aufzustellen, ehe die Pariser Börse so weit hergestellt sein wird, auf ein solches Unternehmen als Geschäft einzugehen, wie die Bildung einer Gesellschaft, um den Canal von Suez auf Aktien bauen. Empfangen Sie geehrter Herr Geheimer Regierungsrat die Dersicherung der ausgezeichneten Hochachtung, mit welcher ich die Ehre habe zu sein Ihr ergebenster Leipzig, den 31. Juli 1847. Dufour- Feronce. An Negrelli. 35 Leipzig, 28. Juli 1847. Verehrter Herr und Freund! Ihre geehrten Juschriften vom 15. und 24. dss. Mts. mit den Berichten Herrn Jaßnüger vom 1. und 16. Juni und der Nachricht der glücklichen Rückkehr Ihrer Brigade haben uns alle hier mit Freude erfüllt. Nun wünsche ich nur, daß unsere französischen und englischen Freunde ebenso glücklich sein mögen als Sie und ihre Arbeiten durch tüchtige Leute rasch und gut ausführen lassen. Mit großem Der= langen sehe ich nun den ferneren Berichten des Herrn Jaẞnüger entgegen. - 91 - Mit Bedauern werden Sie ersehen haben, daß Herr Jules Talabot, der älteste der drei Brüder, der welcher immer meinen Vetter ArlèsDufour so viel neckte, in Prozesse verwickelt ist gebe Gott, daß er sich mit Ehren aus der Sache ziehe; es würde sehr unangenehm sein, wenn er wie so viele in Frankreich nicht rein aus dieser Geschichte hervorgehen sollte, und nun ist es doppelt zu bedauern, daß die französische Gruppe nicht wie die unsrige sofort constituirt worden ist; denn wären zehn ehrenhafte Namen aufgeführt, so hätte es nicht viel auf sich, wenn einem unter ihnen ein Makel aufgedrückt wurde; so aber besteht die ganze französische Gruppe bis jetzt aus drei Talabots, Enfantin und Arlès und fällt dem Namen Talabot etwas unangenehmes zur Last, so verliert die ganze Gruppe leicht ihr Gewicht. Wir wollen übrigens das beste hoffen und ich spreche auch nur gegen Sie meine Besorgnis aus, welche ich nicht einmal gegen meinen hiesigen Collegen außer Sellier erwähnte. Der Zustand der Dinge ist aber in Hinsicht auf Corruption so traurig in Frankreich, daß man nie ohne Besorgnis sein kann. Dieser Tage war Richard Cobden der bekannte Verfechter des Freihandels hier; ich bin schon lange mit ihm befreundet und sprach, da er in Egypten gewesen und mit den dortigen Verhältnissen bekannt ist, mit ihm über die Suez Angelegenheit. Er sagt, er sei überzeugt, der Canal sei als technische Arbeit nicht schwer; das bedenkliche sei, daß der Monsoon( ein heftiger Süd Ost Wind) während 6-7 Monaten jährlich alles Auslaufen aus dem roten Meere unmöglich mache, daher glaube er, es werde, auch wenn der Canal hergestellt sei, meistens den Schiffen besser passen, um das Tap der guten Hoffnung zu fahren, als durch das Mittelmeer und den Canal. Ob dies seine eigene Meinung sei oder ob er sie nur anderen nachredet, konnte ich nicht beurteilen; überhaupt vermied er, gründlich auf Erörterung der Suezfrage einzugehen. Ich befürchte, in Cobdens Aeußerungen die Bestätigung von dem zu finden, was ich stets erwartete; nämlich, daß man in England durch den Canal den englischen Handel beeinträchtigt zu sehen fürchtet und daß von dorther dagegen intrigirt werden dürfte. Es wäre sehr wichtig, durch geschickte und sehr vorsichtige Federn in den öffentlichen Blättern die Frage vom Canal mit ihren Vorteilen für alle europäischen Länder beleuchten zu lassen und besonders die günstigen Punkte für England hervorzuheben. Es müßte vor allem die Intention bei dieser Behandlung der Sache verborgen sein. Als Hauptmomente zu Gunsten Englands wäre haupt - 92 - sächlich hervorzuheben, daß manche Artikel Ost Indiens, welche jetzt ihres Volumens wegen die Tonkurrenz mit Erzeugnissen anderer Länder nicht ertragen können, durch den Canal marktgängig werden würden, daß solche Artikel besonders in den zahlreichen Häfen des mittelländischen Meeres viel billiger als bisher zu liefern sein würden; besonders aber wäre der Vorteil zu erwähnen, daß von den Jonischen Inseln und Malta in 4 Wochen engl. Truppen in Ostindien eintreffen könnten, von Gibraltar und England in 6 Wochen, während um das Cap ebensoviel Monate erforderlich wären; durch diese leichtere Zugänglichkeit würde aber für England eine viel größere Sicherheit erreicht, in allen Eventualitäten seinem Ostindischen Reiche rasche und kräftige Hülfe zugehen zu lassen. Können Sie vielleicht einen solchen Artikel im österreichischen Llond veranlassen? Unser ganzes Bestreben muß nun sein, der Suez Angelegenheit in England Freunde zu verschaffen, denn von dorther befürchte ich die einzigen sehr gefährlichen Schwierigkeiten. Die technischen Schwierigkeiten, der Pascha, die Pforte, sind alle mit Geld zu überwinden, aber englische Opposition nur durch Ueberzeugung also müssen wir trachten, auf die Meinung der Engländer einzuwirken, das ist aber nicht ganz leicht, denn es ist nicht zu leugnen, daß ihnen der Canal in manchen Beziehungen zwar unbezweifelten mittelbaren Nutzen durch Einführung des Reichtums ihres Ostindischen Reiches bringen wird, aber in den Augen derjenigen Leute, welche nur die unmittelbaren Folgen beurteilen, manchen Handelszweig gefährden dürfte. - Ist es gegründet, daß Ihre Eisenbahn Anlagen so rasch vorwärts schreiten, daß Sie gesonnen sind ausnahmsweise neue Beziehung von englischen Schienen zu machen? Man sagte mir neulich, die österreichischen Werke könnten den großen Bedarf für dieses Jahr nicht gewachsen sein, und es solle eine Lieferung über Hamburg contrahirt werden. In diesem Falle wollte einer meiner Geschäftsfreunde Anträge wegen Seeschiffe und Elbschiffsfracht stellen. Sie würden mich verbinden, mich wissen zu lassen, ob das besagte Gerücht begründet ist oder nicht und im Falle es begründet wäre, auf welches Quantum sich die Beziehung belaufen dürfte, damit mein Freund seine Berech= nungen anstellen könnte. Aufrichtig ergeben bitte ich mich Ihrer Frau Gemahlin hoch= achtungsvoll zu empfehlen. A. Dufour- Feronce. - 93- 36 An Negrelli. Leipzig, 4. Juli 1847. Indem ich Ihnen mein ergebenes Jüngstes vom 1. ds. Mts. be= stätige, verfehle ich nicht, Ihnen einliegend Herrn Jaßnügers Brief zurückzusenden, nachdem ich denselben abschreiben und bei den andern Mitgliedern des Comité circuliren ließ, bei denen er überall die leb= hafteste Freude erregte. mit hochachtungsvollen Grüßen an Ihre Frau Gemahlin verbleibe ich Ihr treu ergebener A. Dufour- Feronce. Mich betrübt, daß die Direktoren und die Ingenieure der Sächsisch Banerschen Bahn, so weit ich es beurteilen kann, so ungerechter Weise in der Kammer von einigen Oppositions Mitgliedern verunglimpft wurden. Wenn Sie etwas zu deren Gunsten sagen können, und wollen mir gestatten, davon nach Befinden auch allenfalls öffentlichen Gebrauch zu machen, würden Sie dazu beitragen, tiefverletzte Männer zu rechtfertigen und dem aus Kränkung dahin siechenden Kunze eine günstige Wohltat zu erzeugen. Ueberlegen Sie, ob und was Sie tun können, es wäre ein christliches Werk; denn es ist wahrhaftig hart für Männer, die ihre Schuldigkeit nach besten Wissen taten, vor ganz Deutschland, von der Rednerbühne beschimpft zu werden und nicht einmal die Erlaubnis zu haben, durch die Presse zu wiederlegen. Nochmals der Thrige. 37 Auszug aus einem Brief Enfantins. Linant se plaint toujours de quelque chose; cette fois- ci c'est de n'avoir reçu aucune communication de la brigade de Negrelli avant son départ. Linant est un esprit inquiet, qui a éprouvé dans sa vie égyptienne des désappointements par suite de rivalités d'ingénieurs; il a toujours peur, qu'on ne lui passe sous le nez et qu'il n'en soit pour lui du canal comme il en a été du barrage. Vous me feriez plaisir de prier Negrelli de caresser un peu l'amour- propre très susceptible de notre cher ingénieur égyptien. Paris, d. 17. August 1847. - 94 56 An Negrelli. 38 Leipzig, 21. August 1847. Geehrter Herr und Freund! Die Talabotsche Sache scheint sich ganz ehrenvoll abzuwickeln. Gott sei Dank; die Sache hat mich beunruhigt. Neulich hatte ich an Stephenson zu schreiben und habe ihn dann in Erinnerung gebracht, daß Sie sich zum Oktober bereit machen, nach Egypten zu reisen und darauf rechnen, er und Talabot würden auch fertig sein. Ich sende Ihnen umstehend einen Auszug aus Enfantins letztem Briefe. Er scheint zu wünschen, daß Sie Linants gedrückte Stimmung durch einige freundliche Worte der Anerkennung über das Ihren jungen Leuten erwiesene Wohlwollen beruhigen möchten. Jn wie fern Sie hierzu geneigt sind, muß ich Ihrem besseren Ermessen anheimstellen. - mit aufrichtiger Hochachtung verbleibe ich Ihr ganz ergebener A. Dufour- Feronce. An Negrelli. 39 Leipzig, 25. August 1847. Mein letztes war vom 21. ds. Mts. Eben erhalte ich einen Brief von Starbuck aus London vom 20. ds. Mts.; hier ein Auszug aus demselben, den Ihre Frau Gemahlin vielleicht die Güte haben wird, Ihnen zu übersetzen. We have a confirmation of your favourable report from Mr. Negrelli. I much fear that Mr. R. Stephenson will not be able to get away so early as October; his Conway and Menai bridges just now occupy much of his attention and as the former will approach its completion about October, he fears it will be quite impossible for him to leave then. You may not know that he represents Whitby in the present Parliament. Wenn Stephenson im October nicht reisen könnte, so fürchte ich wird er später wegen dem Parlamente noch weniger abkommen! das wäre sehr schlimm, denn wenn kein Engländer mit wäre, dann Adieu cosmopolitischer Derein und alle Folgen, welche wir von diesem Zusammenwirken hofften. -- 95 - Ich habe sofort an Enfantin geschrieben, um ihn zu bitten, Talabot zu veranlassen, seinen Einfluß auf Stephenson zu versuchen, um ihn noch zu bewegen zu reisen. Sollte dieser Versuch scheitern, so sehe ich keinen anderen Ausweg, als daß Stephenson bestimmt einen seiner Assistenten, dem er Vertrauen schenkt, mit Ihnen und Talabot zu senden, auf dessen Berichte könnte er dann die aufgenommenen Pläne unterzeichnen und so dem Unternehmen der europäische Karakter erhalten werden, ohne welchen ich nicht glaube, daß es je zur Ausführung zu bringen sein würde. Bitte erwägen Sie meine Ansicht und beschließen Sie dann entweder sich derselben anzuschließen, oder einen besseren Vorschlag zu machen und teilen Sie Enfantin Ihre Ansicht mit. Die Krisis in England und Frankreich dauert auf eine schreckliche Weise fort, die Verluste welche alle Leute in beiden Ländern an Eisenbahn- Aktien erleiden, haben eine beispiellose Mutlosigkeit verbreitet. Die schreckliche Mordgeschichte in Paris setzt den früheren skandalösen Prozessen vor der Pariser Kammer die Krone auf. Die Ereignisse setzen diese große Corporation, deren Einwirkung in das Getriebe des französischen Staatswesens so notwendig ist, dergestalt in den Augen des Volkes herab, daß ich die traurigsten Folgen befürchte. Der Collier Prozeß war ein Vorspiel zu 93, mögen die Pariser KammerProzesse nicht ein Vorspiel einer sich nähernden neuen Staatsumwälzung sein, an vielen anderen beunruhigenden Symptonen in und außer Frankreich ist ohnehin kein Mangel. Den freundschaftlichsten Händedruck Ihres aufrichtig ergebenen A. Dufour- Feronce. An Negrelli. 40 Leipzig, 8. Octobr. 1847. Verehrter Herr und Freund! Ihre Zuschrift vom 18. ds. Mts. kam mir richtig zu. Allerdings wäre es sehr schlimm gewesen, wenn uns die Franzosen und Engländer im Stiche gelassen hätten, wie ich es vor zwei Monaten befürchtete und schwer, sehr schwer würde es sein, die Sache einseitig durchzuführen; aber wenn sich die Schwierigkeiten häufen, ist auch der Reiz, neue Resourcen zu finden größer und oft findet man sie. Besser ist aber, man braucht diese ungewöhnlichen Anstrengungen nicht. Wie Sie aus bei= - 96 - folgendem Schreiben Hr. Bourdaloues sehen, ist die Sache auch mit der französischen Brigade sehr freundlich gewesen. Mögen nun deren Erfolge so günstig sein, wie diejenigen Ihrer Brigade. Die Mißstimmung, welche bei vielen Engländern gegen den Canal vorherrscht, scheint auch Hr. Galloway geteilt zu haben. Es wird sehr notwendig, daß Stephenson endlich officiell auftrete und durch das Ge= wicht seines Namens, welcher durch seine Wahl zum Parlaments= Mitglied noch gewonnen hat, dieser feindlichen Seite entgegentrete. - Sehr freuen würde es mich und die übrigen Mitglieder der Groupe, welche hier wohnen, wenn Sie uns auf einige Tage ein Exemplar der durch Ihre Brigade in Egypten aufgenommenen Erhebungen zur Ansicht anvertrauen könnten. Enfantin hatte sich durch die etwas derben Aeußerungen über die Saumseeligkeiten der französischen und englischen Gruppen verletzt gefühlt, aber wie Sie aus seinen abschriftlich erfolgenden Schreiben ersehen, hat ihn ein nach Empfang der Nachricht, daß Talabot endlich Hand ans Werk lege, geschriebener Brief wieder beruhigt. Die zweite Einzahlung unserer Groupes habe ich heute in 10/ m. fr. remitirt und ziehe die Quoten der österreichischen Corporationen wie gewohnt ein. Aufrichtig ergeben A. Dufour- Feronce. Lyon, le 1er octobre 47. Copie d'une lettre de M. Enfantin. Je vous remets copie d'une première lettre de M. Bourdaloue, à qui j'ai ouvert les crédits demandés. En conséquence je fais appel en ce moment à tous nos collègues pour le 5 ème versement. Veuillez, je vous prie, m'adresser celui du groupe allemand, soit frs 10.000.-. Vous avez bien raison, de dire à Arlès, que votre dernière lettre a dû effacer la peine, que la précédente m'avait causée. Stephenson et Starbuck sont en ce moment même chez Talabot à Nismes, où ils conviennent de leurs faits et gestes. Je vous en ferai part aussitôt qu'ils m'auront annoncé leur décision. Envoyez à Negrelli copie de la lettre de Bourdaloue. Mille amitiés! Signé: Enfantin. - 97- - An Negrelli. 41 Leipzig, 22. Novbr. 1847. Mein verehrtester Herr und Freund! Seit langer Zeit habe ich nicht das Vergnügen gehabt, mich mit Ihnen zu unterhalten. Innigen Anteil habe ich an dem Verlust ge= nommen, den Sie in Ihrer Familie erlitten haben, niemand kann eine solche Lücke im inneren Kreise besser mitfühlen, als einer, der, wie ich, werte und liebenswürdige Eltern vor der Zeit verlieren mußte, welche die Natur unseren Leben als Grenze bezeichnet hat. Ich würde nach dem Inhalte Ihres werten Schreibens vom 18. ds. Mts. nichts verfehlt haben, Sie in Tetschen aufzusuchen, wenn nicht mein alter Aßocié Herr Hüttner seit einigen Tagen be= denklich krank wäre und mir daher eine Abwesenheit, wenn auch nur auf einige Tage, unmöglich wird. Sehr interessant war mir der Bericht Ihrer Brigade, welchen ich sofort an unsere hiesigen Freunde mitteilte. - Vollkommen einverstanden bin ich mit Ihrem Schreiben an Talabot. Die Lauheit dieses Freundes seit der Krisis ist wirklich zum verzweifeln. Mit Stephenson ist es auch nicht viel besser, doch hoffe ich, sie werden beide ihr Wort noch halten, sollte jedoch wieder Erwarten die Unmöglichkeit eintreten, nach Suez zu reisen, so beschwöre ich Sie, Ihre Drohung nicht auszuführen und sich ganz von der Sache Ioszusagen. Das wäre von allem das größeste Unglück. So sehr ich mit Ihnen einverstanden bin und den Wankelmut Talabots tadele, so muß ich doch einräumen, daß beide Talabot und Stephenson durch die Finanz- Krisis in England und die Wiederspenstigkeit der EisenbahnAktionäre in Frankreich, welche nicht einzahlen, bestehende Compagnien wieder auflösen wollen und ihre Techniker auf eine unerhörte Weise ängstigen und schikaniren, wol einigermasen zu entschuldigen sind, wenn sie jetzt nicht ganz so entschieden handeln, wie wir es unter andern Verhältnissen von ihnen erwarten und verlangen durften. Die Abschrift des Briefes und Arbeits- Rapports des Hr. Bourdaloue, Dertreters der Talabot'schen Brigade, haben Sie ohne 3weifel erhalten; er scheint die Sache sehr gründlich zu betreiben aber sehr langsam und sehr kostspielig. Ein Glück, daß Stephenson seine Auskünfte ohne Brigade erhalten hat, sonst hätten unsere 150/ m. fr. nicht gereicht. Georgi- Dufour, Urkunden. 7 - 98- - Hoffentlich hat Ihnen Enfantin Ihre Auslage von fr. 1265.18 cts. schon ersetzt, wenn es nicht der Fall sein sollte, so bitte ich mir es zu sagen und dann kann ich Ihnen diese Summe bezahlen und an der nächsten Einzahlung fürzen. Enfantin hat auch den Kopf mit der Paris- Lyoner Eisenb., wo die Leute nicht einzahlen wollten, mit der Lyon- Avignon, welche sie auflösen wollen und der Avignon- Marseille, wo mehr Geld, ich glaube 20 millionen, nachträglich gebraucht wird, sehr voll, deshalb sehe ich voraus, daß es nicht unmöglich ist, daß er Ihre Auslagen zu berichtigen vergessen haben könnte. Die Schweizer sind schlimm daran - unter diesen Verhältnissen wird es mit unserer Zürich- Badener Bahn matt gehen? an den Weiterbau bis Basel ist wol jetzt gar nicht zu denken. Aufrichtig ergeben A. Dufour- Feronce. Ich hoffe, Sie vielleicht im Monat December in Wien zu sehen. Wenn Sie meine liebe Cousine Frau von Effinger sehen, bitte ich, mich angelegentlich zu empfehlen. An Negrelli. 42 Leipzig, 1. Dezember 1847. Werter Herr und Freund! Eben erhalte ich den einliegend in Abschrift erfolgenden Brief von Enfantin, enthaltend Abschrift von Talabot's und Stephenson's Briefen an Sie. Talabot schreibt wie ein Ehrenmann, aber man kann nicht verlangen, daß er die Reise jetzt unternehme, denn nach dem, was mir auch Arlès schreibt, würde er sich mit allen seinen EisenbahnDirectorien überwerfen, wenn er eben jetzt nach Egypten reisen wollte und würde seine ganze Zukunft ruinieren, und es fragt sich noch, ob es nötig ist, ihm ein solches Opfer anzusinnen: ich glaube Nein! Man bittet Sie vorläufig, zu der Ihnen passenden Zeit allein nach Egypten zu reisen, um das Avant projet zu entwerfen. T. und St. wollen dann später ebenfalls nach Suez reisen und sich dann mit Ihnen in Wien über die Pläne verständigen. Diese Herren werden aber im März, wo die Witterung ungüstig und sogar zuweilen ge= fährlich ist, wo sich deren Arbeiten zu Hause sehr häufen werden, 99 ebensowenig Zeit finden, zu reisen, als jetzt und vor 8 Monaten. Sie werden froh sein, wenn Sie zurückgekehrt sein werden und Gutachten über die Arbeiten Ihrer eigenen Ingenieure, über die Nivellements der Franzosen und die Pläne und Sondirungen im roten Meere mitbringen, auch ein Avant projet zu der ganzen Anlage vorlegen werden, dann, sage ich, werden sie froh sein, sich Ihren Arbeiten anschließen zu können und des Zeitverlustes überhoben zu sein, nach Egypten zu reisen. - - Wenn Talabot und Stephenson reisen, so ist die Sache ziemlich ebenso als ob Sie alle drei zugleich gegangen wären wenn T. und S. in Europa bleiben und sich Ihren Arbeiten anschließen, so ist es noch besser. Daß man wünscht, daß Sie alle drei den Plan zum Canal entwerfen möchten, geschieht ja nicht, weil man der Meinung ist, Einer von Ihnen könne die Sache nicht ausführen.- Es zweifelt wohl keiner von uns allen, daß Jeder von Ihnen Dreien allein der Aufgabe technisch gewachsen sei. Aber die Absicht war von Anfange an, ein cosmopolitisches Unternehmen zu begründen und um dieses zu erlangen, durfte auch der große Plan nicht das Werk einer Nation sein, sondern durch die solidarische Verantwortung der ersten Notabilitäten der drei Völker vertreten erscheinen. Ob Sie alle Drei persönlich in Egypten gewesen sind, darauf scheint es mir nicht unbedingt anzukommen und es wäre mir sogar recht, wenn Sie allein dort gewesen wären, die Pläne entwürfen und dieselben dann von den Andern 3weien ange= nommen und mit unterzeichnet würden. Dadurch würde die Stellung unsers Deutschen Groupe gehoben, welcher dadurch, daß der Sitz der Gesellschaft nach Paris verlegt worden, ein wenig in den Schatten gestellt worden ist. Das Vorherrschen des französischen Elementes hat aber schon in sofern einen ungünstigen Eindruck gemacht, daß sich eine englische Partei in Alexandrien, welche ihre Privat- Interessen durch den Canal für gefährdet hält, bestrebt, die ganze Canal Angelegenheit für ein von Franzosen in feindlicher Absicht gegen England ausgedachtes Project auszugeben.-! So schade es für Sie sein würde, die Reise allein, statt in Gesellschaft zu machen, so halte ich es doch für höchst wünschenswert, daß Sie sich dazu entschließen, denn aus den angeführten Gründen würde ich den jetzt vorgeschlagenen Weg für den besten im Interesse des Ganzen halten, wenn er auch nicht jetzt durch die Verhältnisse als der einzige mögliche erscheine!- Ich habe die Ueberzeugung, wenn Sie 7* - 100 - jetzt reisen, werden sich die Andern mit Ihren Arbeiten begnügen und die Sache wird im nächsten Frühjahr in Wien, Frankfurt a/ M., Zürich oder Leipzig vermittelst einer Conferenz zwischen Ihnen, Talabot und Stephenson abgemacht; es versteht sich, daß Ihnen die Nivellements der Franzosen und die Karten, die Stephenson hat, vor Ihrer Abreise übergeben werden müßten. Mir wäre es lieb, wenn sich die Sache so gestaltete, weil Ihnen dann die Ehre der Projectirung und wahrscheinlich auch der Nutzen der Ausführung zu Teil werden würde; für die zukünftigen Actionairs aber wäre dies eine unschätzbare Garantie der guten, sparsamen und rechtlichen Ausführung. - mit Verlangen sehe ich Ihrer Antwort entgegen. Wenn Sie vielleicht geneigt sein sein sollten, Ihre Frau Gemahlin mitzunehmen und sie während der Wüsten Expedition in Alexandrien oder in Cairo zurückzulassen, so kann ich Ihnen für dieselbe die allerbesten Empfehlungen an dortige Damen verschaffen durch Lady Anna Arbuthnot, Gemahlin des Sir Robert Arbuthnot, welche Jahre lang in Indien lebte, mehrere Male über Egypten reiste und vorigen Winter während mehrerer Monate dort verweilte, um ihres Mannes und ihrer Kinder Gesundheit, die durch Indiens Klima erschüttert war, durch Egyptens gesunde Luft wieder herzustellen. Die ganze Familie Arbuthnot lebt in Dresden; ich bin mit derselben sehr befreundet und da ich mit ihnen über Suez sprach, so boten sie mir Briefe für mich oder meine Freunde nach Egypten an, wenn ich je deren bedürfte. Aufrichtig der Thrige A. Dufour- Feronce. - - An Stephenson. 43 Vienne, le 3 décembre 1847. Cher Collègue, Je vous accuse réception de vos deux lettres du 15 et du 23 novembre et vous envoie ci- joint la copie d'une réponse que je fais à notre collègue Enfantin au sujet des deux lettres, qu'il m'adressa le 13 et le 18 de ce mois. Vous verrez par cette copie, que je consens à reculer notre départ commun pour l'Egypte jusqu'à la fin de janvier ou jusqu'au commencement de février de l'an prochain, mais que je ne suis nullement d'avis de partir seul pour faire ce voyage. - 101 - Avez- vous en effet bien calculé aux conséquences qu'une telle démarche pourrait avoir?- Tout le public, qui a déjà les yeux fixés sur nous, pourrait croire, que la mésintelligence s'est introduite dans notre camp et que c'est le manque d'accord entre nous, qui est la cause que je pars seul et sans vous. Croyez- moi, ne craignez pas de faire quelque sacrifice pour hâter notre départ; quant à moi, je pense que vous ne m'accuserez pas de mauvaise volonté; je fais presque l'impossible pour vous être agréable. J'espère que les plans et le mémoire ayant rapport aux travaux de ma brigade ne tarderont pas à vous parvenir, envoyez- moi tous les documents, cartes et plans relatifs à la baie de Suez et le gisement des côtes de la Mer Rouge etc. par l'entremise de l'Ambassade autrichienne; ils me parviendront sûrement et promptement. C'est dans la ferme conviction, que ma dernière proposition réunira tous les suffrages, que j'attends votre décision et que je me recommande à votre amitié en vous serrant cordialement la main. L'inspecteur général des routes en fer de l'Etat L. N. An Talabot. Cher Collègue, Je viens de recevoir des lettres de MM. Enfantin et Starbuck. Je vous envoie ci- inclus la copie de ma réponse à Enfantin, dont le postscriptum vous fera connaître, quel est mon avis quant à la proposition de Stephenson de partir, moi seul, et de vous précéder en Egypte. Je suis persuadé que vous partagerez mon opinion et que vous agréerez ma dernière proposition( lisez ma lettre à Enfantin) de partir vers la fin de janvier ou vers le commencement de février, ce qui mettra un terme à nos pourparlers et empêchera surtout que nous agissions séparément, aux yeux du public du moins, lorsque la plus grande union doit régner de fait et même en apparence entre nous, si nous ne voulons pas gâter ce qui a été si bien commencé. L'énergie, avec laquelle votre brigade s'est mise à l'œuvre me fait espérer que nous n'attendrons pas longtemps les résultats de ses travaux et que nous partirons tous les trois pour - 102 - l'Egypte en février au plus tard avec une parfaite connaissance de cause. love sico obb C'est en espérant que vous vous rangerez maintenant en tout point de mon avis que je vous serre cordialement la main. L'inspecteur général des routes en fer de l'Etat. L. N. jom i An Negrelli. inge onion of Leipzig, 18. Dezember 1847. Geehrter Herr und Freund! Ihr w/ Schreiben vom 8. dss. Mts. unterrichtete mich, daß Sie den Entschluß gefaßt haben, die Reise nach Egypten auch ohne Talabot und Stephenson anzutreten; dies ist mir höchst erfreulich, denn dadurch erhalten Sie die Sache im guten Gange und die Entschlossenheit, mit welcher Sie in dieser Angelegenheit auftreten muß unseren Kollegen in England und Frankreich ein ganz besonderer Sporn sein, sobald sie sich aus ihrer jetzigen Krisis, die ihre ganze Energie lähmt, herausgearbeitet haben werden, mit erneutem Eifer für die gute Sache zu arbeiten. Leider ist mein alter Asocié Herr Hüttner eben sehr krank ge= wesen, sonst hätte ich Sie begleitet, so bin ich aber ans Haus ge= fesselt. Wenn Sie über Paris reisen, kommen Sie doch wohl über hier? wo Sie dann von hier aus in 48 Stunden per Eisenbahn in Paris sind, über Hannover, Minden, Köln. aer Job Außer Ihrem eigenen Ingenieur scheint mir sollten Sie sich einen von Talabots und einen von Stephensons Assistent Ingenieurs mitgeben lassen, um der Sache doch den Anstrich des Cosmopolitismus zu erhalten, es hat auch den Vorteil, daß diese Assistenten ihren Chefs manche Frage mündlich beantworten werden, über welche Sie ohne deren Begleitung vielleicht lange schriftliche Erläuterungen zu geben haben würden. Sie sehen, ich gehe immer von dem Gesichtspunkte aus, daß beide Talabot und Stephenson nicht 3eit haben werden, die Reise zu unternehmen, sie stecken zu tief in großen Unternehmungen, bei welchen sie nicht nur die Techniker, sondern die Ingenieurs, kurz alles in allem sind. Die Direktoren dieser Eisenbahnen sind gewöhnlich nur große Actionäre, die sich um nichts bekümmern und ratlos dastehen, wenn sie ihr Ingenieur verläßt. Dies ist übrigens für uns gar nicht 103 - übel; wie Enfantin sagt: c'est providentiel für den Groupe Allemand, dem dadurch eine bessere Stellung wird, als wenn alles sich in Paris concentriert hätte. Es ist ein Glück, daß Ihr Sekretär zugleich Arzt ist, dies wird zur Beruhigung Ihrer Familie und Freunde dienen, obgleich ich hoffe, daß Sie seiner Hülfe nicht bedürfen werden, denn es scheint, daß im Dezember, Januar, Februar in Egypten ein wundervolles gesundes Klima herrscht. Lady Arbuthnot kann die egyptische Winterluft nicht genug preisen. Auf baldiges Wiedersehen der Ihrige A. Dufour- Feronce. Enfantin schickt mir ein neues von ihm verfaßtes, als manuskript gedrucktes Werk Correspondance Philosophique et Religion. Er schreibt dabei: 1999 en Je désirerais que vous partageassiez ce paquet avec Negrelli, à qui je n'en adresse pas, parceque je ne sais pas, comment on se tire en pareil cas des douanes et censures autrichiennes. Je voudrais pourtant bien que le Prince de Metternich en reçût par lui un exemplaire, ainsi que Monsieur de Kolowrath, Vous le prieriez également d'en remettre un à M. de Barande et deux, si celui- ci en désirait un exemplaire pour son Prince. Es sind etwa 10 Exemplare und das Buch ist einen Finger stark. Lassen Sie mich wissen, wie ich es Ihnen zustellen kann. 22. aven anfu Atby step s 45 An Negrellt orium sealing isp Leipzig, 11. Januar 1848. Geehrter Herr und Freund! Gestern habe ich Ihnen zwei No. der Illustrirten Zeitung unter Kreuzband überschickt, in welchen ein langer Bericht des Hr. Jaßnüger über seine Expedition befindlich ist. neid see Schon vor zwei Jahren hatte ich mit der Redaktion dieses Blattes über einen Artikel für dasselbe gesprochen und gründliche Materialien dazu gesammelt; zu jener 3eit aber wollte auf einmal Enfantin gar keine Veröffentlichungen mehr und so lieferte ich der Illustrirten Zeitung den versprochenen Artikel nicht. Nun hat sie die Mitteilungen Jaßnügers aufgenommen, welche zwar im allgemeinen nicht schaden können, aber doch im ersten Abschnitte einige unliebsame Auslassungen - 104 - gegen Enfantin enthalten, die ich mit Bedauern gelesen habe. Es scheint mir nun wünschenswert einen Artikel zu verfassen, in welchem, ohne sich mit Jaßnüger in einen Federkrieg einzulassen, doch einiges berichtigt wird; ich bereite einen solchen Artikel vor und werde Ihnen denselben bei Ihrer Anwesenheit hier vorlegen, um dessen Veröffentlichung nach Beratung mit Ihnen zu beschließen oder zu unterlassen. Aufrichtig ergeben A. Dufour- Feronce. An Enfantin. 46 Leipzig, le 15 janvier 1848. Mon cher Enfantin, M. de Savigny en recevant votre livre, a dit en souriant à M. de Pfordten:« Je le lirai avec plaisir, pourvu que cela ne m'impose pas l'obligation de devenir Saint- Simonien!>> Les nouvelles que me porte votre lettre du 10 ct. sur les résultats de la brigade de Talabot sont très mauvaises. La différence du niveau des deux mers disparaissant, la base des idées de M. Linant tombe, et ce qui est pis, c'est que la confiance en l'exactitude de ses travaux et la justesse de ses vues doit en souffrir. Je vous ai écrit dix fois que toutes les difficultés nous viendraient de l'Angleterre. Mais plus nous sommes convaincus de cette vérité, plus nous devons éviter de faire remarquer que nous croyons faire une chose, qui puisse nuire aux intérêts anglais. L'article du« Journal des Débats» n'était pas heureux. Je sais qu'il a fait un mauvais effet à Londres. Depuis les mariages espagnols et depuis la brochure du Prince de Joinville sur la marine, toute la Grande- Bretagne ne rève que guet- apens et invasion, dressés par Louis- Philippe et M. Guizot. Cette disposition est bien malheureuse pour nos plans. Il faut éviter, tout ce qui pourrait la nourrir. Si Negrelli et Talabot allaient ensemble en Egypte, il est évident qu'on croirait, que Stephenson s'est séparé d'eux, mais il n'a jamais été question de ce voyage à deux, puisque c'était Talabot surtout, qui a déclaré qu'il lui était impossible de s'absenter cet hiver. Or les appréhensions en Angleterre sont surtout dirigées contre Suez, parce qu'on considère l'entreprise comme française. Sous - 105 - ce rapport le siège central à Paris est un mal. Il n'existe en Angleterre ni jalousie ni méfiance contre ce qui se projette en Allemagne. Par conséquent, moins l'élément français est en évidence, plus nous avons de chances de succès. Or en automne prochain Negrelli ne peut décidément pas aller en Egypte. Talabot maintenant a vu par les yeux de Bourdaloue. Il est très incertain que Stephenson puisse y aller en automne prochain. Si donc Negrelli allait maintenant avec un ingénieur anglais de Stephenson, se serait une expédition, où il n'y aurait pas d'élément français et cela n'en vaudrait que mieux. Sur les bases obtenues par Negrelli et l'ingénieur anglais ainsi que sur les travaux des ingénieurs de Bourdaloue, et de Negrelli, on pourrait établir un avant- projet, que Talabot et Stephenson n'hésiteraient pas à signer si en automne ils n'avaient pas le temps d'aller sur les lieux. Au risque de vous paraître entêté, je persiste à croire que Negrelli doit partir maintenant et je ne puis à cet égard que vous référer à votre lettre du 27 novembre, dans laquelle vous avez si bien développé les raisons, qui devaient leur faire adopter cette solution. A. Dufour- Feronce. An Negrelli. 47 Société d'Etudes du Canal de Suez. Dear Colleague, London 8 th. January 1848. Your much esteemed letter of the 30 th ulto. was received yesterday and its contents communicated to Mr. Stephenson; of course he participates sincerely in the deep regret, that must be felt by each, that all three engineers cannot proceed to Egypt together. I have further to thank you for the copy of your letter to Monsieur Enfantin. On conferring with Mr. Stephenson respecting an engineer from England accompanying you, he begs me to say, that he is of opinion, that if Mr. Talabot can arrange for a French engineer of experience to do so, it may be sufficient and thus the additional expense of an English engineer proceeding as from the English group might be avoided in making this sug- -- 106 -- gestion to you he is much strengthened in his feeling on it, as he is already possessor of such detailed charts of the Red Sea, the port of Suez that he thinks having these, all that will be required further on his part, may be accomplished, when he proceeds to Egypt in October next with Mr. Talabot; probably Mr. Talabot and yourself can arrange finally this point. But Mr. Stephenson is quite willing to accede to any arrangement you might make conjointly with Mr. Talabot, supposing it should be decerned requisite that an English and French engineer should accompany you; but probably you may find an efficient French engineer all that is wanted, seeing the accuracy of the surveys of the Red Sea and Suez a series of these in 6 sheets was forwarded to you at Paris yesterday. - Although we are much obliged by your proposal and should be most happy to see you in London, yet under all the circumstances it seems scarcely necessary that you should take the trouble of coming particularly, as you would only have a day or so at your disposal.dmeyen yo ab steel sitoy With the regards of Mr. Stephenson believe me, Dear Colleague, Yours very obediently and sincerely Edward F. Starbuck. Signé: An Negrelli. 1: 8 mobno.I 48 osoba 3101502 bevisser enw Verehrter Freund! Leipzig, 21. Januar 1848. Ihre Briefe vom 15 und 17 ds. Mts. sind mir zugekommen über den ersten habe ich mich gefreut; ich glaubte Sie bei dessen Abfassung schon im Besitze der letzten Nachrichten von Enfantin und Talabot und freute mich, daß Sie demungeachtet beharrten, zu reisen. Untröstlich bin ich über den Inhalt des zweiten, in welchem Sie berichten, nachgegeben zu haben. Sellier und Enfantin auch Thieriot in Dresden teilen meine Ansichten nachdem Sie einmal nachgegeben haben, war es an der Zeit zu beharren und allein zu gehen.-3m October oder November wird jenen wieder etwas da= zwischen kommen und was dann? wenn Sie sich dann zurückziehen, wie Sie es jetzt erklären und wie ich es Ihnen in diesem Falle nicht - - 107 - - - - verdenken könnte, dann zieht sich die ganze deutsche Gruppe mit zurück und dann fällt die ganze schöne Idee zusammen! Wenn es noch zu redreßieren ist, ich meine mit Ihren hohen Staatsbehörden, so bitte ich Sie inständig, reisen Sie jetzt noch vorläufig nach Paris und Nimes, um Kenntnis von Bourdaloues Arbeiten zu nehmen und nach Rücksprache mit den in Egypten gewesenen Technikern um mit Enfantin und Talabots zu entscheiden, ob Sie es für geraten halten, die Reise nach Egypten zu unternehmen oder nicht zu dieser Entscheidung müssen Sie allein kommen, ohne zu viel Gewicht auf Talabots Urteil zu legen. Es ist nämlich in dieser Sache ent= schieden etwas jalousie de metier. Talabot wünscht lieber die Sache verschoben, eventuell vielleicht gefährdet zu sehen, als daß die Ehre des Avantprojet gemacht zu haben, ihm entgehen sollte. so scheint es mir wenigstens und ich wünschte, daß Sie sich selbst durch eine persönliche Unterredung mit den Häuptern der französischen Gruppe überzeugen könnten, ob ich denselben mit diesem Verdachte zu nahe trete. Die Franzosen haben seit Bildung der Société d'études eine schlechte Rolle gespielt und ihre National- Eitelkeit will es nicht zulassen, daß auch unser Ingenieur en chef der erste auf dem Plaze sei. Ich kenne meine Pappenheimer, sie gefährden lieber die ganze Sache, als die zweite Violine dabei zu spielen. - Einliegend erhalten Sie mein Konzept zu der Antwort auf Enfantins letzten Brief; aus diesem ersehen Sie am besten, wie ich denke. Ich würde mich innig freuen, wenn ich Sie erst zu der Reise wenigstens nach Paris und Nimes bestimmen könnte. dan Aufrichtig ergeben A. Dufour- Feronce. An Negrelli. 49 Leipzig, 5. februar 1848. Verehrtester Herr und Freund! Einliegend überreiche ich Ihnen Ihrem Wunsche gemäß den mir mitgeteilten Entwurf zu einem Artikel für die Veröffentlichung, mit welchem ich vollkommen einverstanden bin. Obgleich ich selbst gar kein Bedenken gegen die Veröffentlichung habe, glaube ich aber doch, daß Enfantin und die ganze französische Gruppe lieber sehen würden, wenn jede Besprechung der Angelegenheit für jetzt unterbliebe. Wir brauchen uns zwar an diese Furcht vor der Oeffentlichkeit nicht - - 108 - - - - zu fehren, ich wollte Sie jedoch darauf aufmerksam machen, es Ihren besseren Ermessen anheim stellend, definitiv zu entscheiden. Französische Veröffentlichungen schaden alle male, weil sie immer geeignet sind, englische Eifersucht zu erregen ich bin aber stets der Ansicht gewesen, daß die Anregung der Suez Angelegenheit in allen Deutschen oder Italienischen und Schweizer Blättern ohne alle politischen Anspielungen und mit Dermeidung jedes Wortes, wodurch in England angestoßen werden könnte, nur günstig wirken könne.- Enfantin war entgegengesetter Meinung wahrscheinlich weil er als Franzose teinen Begriff haben kann, wie wir Deutsche uns in der Tagespresse auf den Standpunkt des Cosmopolitismus mit volltommener Entäußerung einer nationalen Partei- färbung zu erheben wissen und wie diese politische Farblosigkeit dem Interesse der Leser keinen Eintrag tut. Die Franzosen und Engländer sind bei Behandlung irgend einer Angelegenheit unfähig sich auf diesem Stand= punkte der Objektivität zu erhalten, da ihr subjektives Nationalgefühl sich stets wieder hervordrängt und daher leicht das Gefühl anderer fonfurrirender Völker verletzt. - Meine Ueberzeugung ist, daß Triest der natürliche Sitz der Central- Direktion des Suez- Canals wäre und ich glaube, es wird früher oder später dazu kommen. Sie werden sich auch entsinnen, - daß ich diese Ansicht vor langer 3eit in einem Schreiben an Enfantin entwickelte. Jetzt aber glaube ich ist das Band, welches unsere drei Gruppen bindet noch zu locker, um darauf hinzuwirken, dieses Ziel zu erreichen. Lassen wir erst die Dampfboot- Linien von Triest nach Alexandrien, sowie die neue jetzt bald in's Leben tretende Overland Mail durch die deutschen Eisenbahnen Wurzel fassen und dann wird sich die Sache von selbst gestalten; das Journal des österreich. Clond zum Organ der deutschen Gruppen zu wählen, scheint mir sehr an= gemessen, nur möchte ich die Leipziger Allgemeine Zeitung, welche warme Verfechterin des freien Handels ist und daher vom Anfange an die Suez- Angelegenheit vertreten hat, für Nord- Deutschland, wo das Journal des Lloyd wenig gelesen wird, zum selben 3wecke empfeh= len. Wenn Sie mir daher in etwa 8 Tagen nichts Gegenteiliges schreiben, würde ich einen dem Jhrigen ähnlichen Artikel in dieses Blatt sehen lassen. Aufrichtig und mit wahrer Hochachtung ergeben A. Dufour- Feronce. - 109 - An Negrelli. 50 Leipzig, 26. Juni 1848. Verehrtester Herr und Freund! Allerdings bin ich großer Saumseligkeit schuldig, Ihre freundlichen Buschriften vom März und April nicht sofort beantwortet zu haben. Ich hoffe, Sie werden mein Stillschweigen nicht als Mangel an Teilnahme an dem freudigen Ereignis auslegen, welches Sie mir mitteilten; ich bin selbst Vater und weiß solche Freuden mitzufühlen; aber die Ereignisse in nah und fern haben sich so überstürzt, daß ich oft nicht im Stande war, andere Gedanken zu fassen als diejenigen, welche die augenblicklichen Verhältnisse eingeben und eben dem Sturm des Augenblickes zu begegnen. Im Geschäft habe ich das Glück gehabt, durch keine anderen Derluste getroffen zu werden, als diejenigen, denen kein Besitzender entgeht, nämlich die teilweise Entwertung alles Eigentums, worin man sein Vermögen angelegt hat; man kann gewiß annehmen, daß die Entwertung wenigstens 25 bis 3313% des Vermögensbestandes auch der vorsichtigsten Leute betrifft, dieser Verlust würde mir aber keine unruhige Stunde verursachen, willig würde ich auch größere Opfer bringen, wenn es das Wohl des Vaterlandes erheischen sollte; leider darf man aber nicht hoffen, aus einer Krisis wie die gegenwärtige mit Geldopfern allein durchzukommen. Unsere Zustände sind zu gründlich unterwühlt, um ohne fernere große Erschütterungen in ein geregeltes Geleise zurückgeleitet werden zu können. Seit Jahren habe ich in meinem engeren Vaterlande Sachsen, für Preßfreiheit, öffentliches Gerichtsverfahren, freies Associations- Recht etc. gekämpft; nun regnen an einem schönen Morgen alle diese Freiheiten mit nie geahnter Schnelligkeit und in nie geahnten Maaße auf uns herab! sollte man nun nicht erwarten, die Menschen würden die so lange ersehnten Rechte nun in Frieden genießen nein! die unsinnigen Menschen wühlen nun noch ärger fort als zur 3eit, wo ihnen alles versagt blieb und sehen die ganze mit schweren Opfern erlangten Freiheiten aufs Spiel, indem sie entweder die Anarchie oder einen in seinen Folgen unabsehbaren europäischen Krieg herbeiführen, dessen Ende aber wahrscheinlich sein wird, einen ehrgeizigen Despoten heranzurufen, der mit eiserner Faust die Ordnung wiederherstellen, die Freiheit aber begraben wird. - 110 - - Sie Dor wenigen Tagen war ich in Frankfurt; das Parlament geht gut. Die äußerste Rechte und die äußerste Linke sind schwach, die große Mehrheit aber für Ordnung und ruhigen Fortschritt werden aber erleben, daß die äußerste Linke, 3iz, Ruge, Blum etc. sobald sie sich bei der jetzt vorliegenden Frage über die Central Gewalt in Minorität befinden werden, durch Vermittlung des StraßenPöbels mit Knütteln und Flinten trachten werden, zu ertrozen, was sie durch Ueberzeugung nicht erlangen konnten! So trostlos die französischen Zustände sind und so wenig Glauben Enfantin und unsere übrigen Freunde an deren Bestand haben, so ist doch Enfantin durch einen vor nicht langer Zeit erhaltenen Brief voller Hoffnung wegen Suez gebe Gott, daß er in seinen Hoffnungen begründet sei. Er scheint mir die Ansicht zu haben, daß Suez in einer vielleicht nicht zu fernen 3eit ein Ziel abgeben könnte, wohin die in Europa schwer zu beschäftigenden Arbeitskräfte der Proletarier abgelenkt werden könnten ich fürchte hierbei nur den Einfluß des Klimas, welches dem Europäer wahrscheinlich nicht gestattet, anhaltend schwere Arbeit zu verrichten. - - Die Handelskammer der jungen Republic von St. Marco scheint mir die auf die letzte Einzahlung für dieselben verlangten fr. 500nicht erstatten zu wollen; wenigstens befindet sich mein Haus dieserhalb schon seit 3 Monaten in Vorschuß und ohne Erwiederung auf mehrere Briefe. Dor einigen Tagen hörte ich von unserem gemeinschaftlichen Freunde Herrn Hirzel, daß Hr. v. Effinger von seinem Posten in Wien abberufen sei, es sollte mir dies, besonders meiner Cousine der Frau von Effinger wegen, ungemein leid tun, da es ihr gewiß sehr schwer werden würde, wenn sie Wien verlassen und in die Schweiz ziehen sollte. Wie geht es denn mit der Schweizer Nordbahn? Die Route von Zürich nach Baden wird auch unter gegenwärtigen Verhältnissen nicht viel nutzen geben. - Aufrichtig der Ihrige Dufour. Ich wünsche Ihnen zu der hohen Stellung im Ministerium von Herzen Glück; jetzt wünsche ich dem Staate mehr Glück zu solchen Beamten wie Sie, als daß ich Männer von Ihrem Werte um die Stellung auch sogar die Minister- Stellung im Staatsdienste beneide. Gott mit Ihnen. -- 111 - 530 ECHN HN MUSEURS 51nat BIBLIOTHEK An Martin Escher, 3ürich, Königl. sächs. Consul. Derehrter Herr! WIEN Leipzig, 29. August 1848. Ich glaube, Arlès hat Ihnen schon ein Wort über den großen Plan gesagt, der uns und eine Anzahl Freunde in Deutschland, Egypten, England und Frankreich schon seit Jahren im stillen beschäftigt hat, der aber jetzt anfängt eine Gestalt zu gewinnen, die bald praktisch werden dürfte, nachdem wir selbst die Sache bisher mehr als einen undeutlichen Traum betrachteten, als das 3utragen des ersten GrundSteines zu einem Gebäude, dessen Errichtung vielleicht unsere Enkel erst erleben würden. Es handelt sich um die Anlage eines Schiffscanals über die Landenge von Suez. Einliegendes kleine Memoire ist ein Auszug der dieserhalb an den Fürst Staatskanzler von Metternich gerichteten Mitteilung, welche auf dem Johannisberg jetzt durch Herrn Alexander von Humboldt bevorwortet wird und bei Rückkunft des Fürsten durch bedeutende in seiner Umgebung befindliche Männer unterstützt werden wird. Herr von Effinger, der Schweizer Geschäftsträger in Wien, ist von der Sache durch einen unserer Freunde, Herrn Sellier, unterrichtet, welchen ich mir erlaubte an ihn zu weisen, weil die Frau von Effinger meine Cousine ist und ich mir daher auch unbekannter Weise er= lauben konnte, mich schriftlich an ihn zu wenden. Mit Herrn von Effinger können Sie daher ganz offen über die Angelegenheit sprechen, mit andern bitte ich die Sache gar nicht oder doch nur sehr vor= sichtig zu berühren, weil man sich wohl hüten muß, dieselbe ans Licht zu bringen, ehe man sich der Protektion der europäischen Großmächte, ohne deren Schutz die Sache unausführbar bleibt, ver= sichert hat. Technisch sind die Vorarbeiten schon sehr weit gediehen. Wir besitzen genaue Risse, Profils und detaillirte Anschläge etc., alle diese Arbeiten sind von Linant, Oberingenieur des Pascha, welcher seinen 18 jährigen Aufenthalt in Egypten zum großen Teil dazu benutzte, diese seine lieblings Idee zur Reife zu bringen. Die Pläne sind Stephenson in England und Talabot in Frankreich vorgelegt worden und beide haben sich mit denselben, in so weit ihnen - 112 - ein Urtheil möglich ist ohne die Lokalität zu kennen, vollkommen einverstanden erklärt. Meiner Ueberzeugung, welche auch meine Freunde teilen, ist: daß der Canal durch die vereinten Kräfte der drei großen Central Europäischen Nationen ins Leben gerufen werden und als ein neutrales unter dem Schutz des Europäischen Völkerrechts stehendes Werk zum Frommen aller Völker ohne Begünstigung irgend einer Flagge bestehen muß. - Dieses in der pecuniairen Bewilligung, wenn es so weit sein wird, leicht zu betreibende, gleiche Interesse an dem Canal, muß womöglich schon in der intellectuellen Anlage der technischen Arbeiten bei den drei Nationen begründet werden, daher wünsche ich, daß sich ein technisches Triumvirat bilde, welche alle in sein Fach schlagende Fragen zu unterstellen wären; Stephenson und Talabot sind zwei würdige Representanten Englands und Frankreichs; in Deutschland haben wir nur einen Mann, der diesen 3weien an die Seite zu stellen ist und der sie in vielen Beziehungen überragt; Negrelli. Dies ist eigentlich der Grund meiner Mitteilung; ich wollte Sie bitten verehrter Herr und Freund subrosa Negrelli einige Eröffnung über diese Angelegenheit zu machen und zu sehen, ob er so wie wir alle von der Wirkung begeistert wird, welche uns die Anlage des Canals von Suez in Aussicht stellt. Wir alle sind überzeugt, daß dieses schöne Werk dem adriatischen Meere den Handel wiederzuführen wird, welcher Venedig die Macht gab, dem Vereinigten- Europa die Spitze zu bieten, daß er den Handel wieder beleben wird, der die Fugger, Welser und Medici'schen Vermögen bildete. Gewinnt diese Ansicht in Ihnen und in Negrelli Grund, so werden Sie gewiß beide nicht ablehnen, Ihre Kräfte mit den Ihren für die Unternehmung gewonnenen Männern zu vereinigen und jeder in seinen Kenntnissen für deren Verwirklichung zu wirken. Indem man 3eit und Arbeit an eine solche Idee verwendet, darf man doch nicht verhehlen, daß man vielleicht gar keine Ergebnisse erzielen wird wenn man aber nie Arbeit an eine große Idee riskieren wollte, so würde auch nie etwas großes in der Welt gemacht werden. Es ist taum zehn Jahre, als wir in Leipzig anfingen, die Leipzig- Dresdener Eisenbahn zu projectieren; man nannte uns Träumer, man wies mit Finger auf uns.- Nicht desto weniger haben wir die Freude, den ersten Anstoß zu dem großartigen Eisenbahnneh gegeben zu haben, welches jetzt ganz Deutschland bald überziehen wird. - 113 - Wenn Sie und Negrelli die Pläne zu sehen wünschen, so könnten wir uns leicht in Prag oder Dresden auf einen bestimmten Tag Rendez- vous geben, die Reise ist ja jetzt nichts mehr-, und da überhaupt die jetzt nur ganz flüchtig angedeutete Sache gründlich durchsprechen. Welcher ungeheuerer Vorteil es für die schweizer und deutschen Fabriken haben würde, über Triest den ganzen Asiatischen, Orientalischen Märkten, für Beziehung ihrer Rohstoffe und für Absatz ihrer Fabrikate weit näher zu sein als England und teilweise Frankreich, ist zu einleuchtend, um Ihnen gegenüber einer näheren Aus= einandersetzung zu bedürfen; ob aber Herr von Effinger, dessen Ansichten durch häufigen Zutritt beim Fürst Metternich wegen, sehr gewichtig sein kann, solche rein Commerziellen Vorteile so leicht be= greift, ist ungewiß, da die Diplomaten sich natürlich weniger mit solchen Fragen beschäftigen; ich möchte Ihnen daher unmaßgeblich raten, ihm diesen Punkt recht klar vorzustellen, damit er als Representant seiner vaterländischen Interessen sich verpflichtet fühle, zu Gunsten der Sache nach Kräften zu wirken. Mit bekannter freundschaftlicher Ergebenheit grüßt Sie bestens Albert Dufour- Feronce. 52 Paris, le 25 octobre 1848. Mon cher Collègue! Je suis privé de vos nouvelles depuis bien longtemps. M. Didier qui vous remettra cette lettre, vous donnera des miennes. Je vous prie de le recevoir comme un ami, certain que je suis, du plaisir que vous aurez de faire sa connaissance et à vous entretenir avec lui des grands intérêts qui agitent le monde. M. Didier est au courant de nos projets sur Suez. Je lui ai lu la dernière lettre que je vous ai écrite le 23 août et je pense qu'il pourra, en s'entendant avec vous dans l'esprit de cette lettre, contribuer au succès de vos démarches. Au reste vous aurez tant d'autres sujets intéressants d'entretien avec M. Didier que je puis bien me borner à l'introduire près de vous et le laisser vous dire lui- même le but de son voyage. Georgi- Dufour, Urkunden. 8 - 114 - J'attends toujours les travaux de Talabot; il doit les apporter lui- même très prochainement; j'espère pouvoir vous les envoyer avant que vous receviez cette lettre. Je vous renouvelle, cher collègue, l'assurance de mon bien affectueux dévouement. Signé: P. Enfantin. A monsieur Louis Negrelli, Conseiller Impérial, Ingénieur chef de la première Section des travaux publics 27 Herrengasse, Vienne( Autriche). An den Fürst Metternich. 53 Durchlauchtiger Fürst! Mächtige Ereignisse haben Europa in seinen Grundfesten erschüttert, seitdem wir, die ergebenst unterzeichneten, die Ehre hatten, im April 1845 ein ergebenes pro memoria zu unterbreiten, betreffend die von einem Kosmopolitischen Comité eingeleiteten Schritte zur An= legung eines Canals über die Landenge von Suez, nichts vermochte jedoch die Erinnerung in uns zu verlöschen, wie Eu. D. die große uns und unsere Freunde begeisternde Idee auffaßten und unterstützten; Daher halten wir uns für verpflichtet, einliegend( folgen auf S. 2-5!) Abschrift eines von Herrn Negrelli an Herrn Enfantin in Paris ge= richteten Schreibens, sowie der Antwort des Lehteren zu überreichen, woraus erhellet, daß aller politischen Stürme ungeachtet die hoch= wichtige Angelegenheit nicht aufgegeben wird und daß dieselben hoffent= lich in nicht zu ferner 3eit mit verjüngter Kraft wieder aufgenommen werden dürfte. Möge diese einfache, aber aufrichtig gemeinte Erinnerung an die von E. D. dem von uns gehegten Plane gewährte hohe Teilnahme Ihnen beweisen, daß in der Welt das Gefühl noch nicht ganz gestorben ist, welches das Gute in dankbarem Andenken bewahrt. In tiefster Ehrfurcht verharren Leipzig, am 15. October 1848. ED. ergebenste Diener Gustav Harkort m./p. Louis Sellier m./p. Albert Dufour- Feronce m./p. - 115 - Copie. 54 Lettre de Mr. L. Negrelli à Mr. Prosper Enfantin à Paris. Cher collègue! Vienne, le août 1848. Voici tantôt deux mois que je vous ai écrit pour vous prier de faire votre possible pour que notre affaire de Suez ne soit pas tout- à- fait oubliée, et vous m'avez répondu à la fin de Juin, que vous engageriez notre collègue Talabot, à nous communiquer les résultats des travaux de sa brigade, et ses idées sur le nouveau plan, que nécessite le dernier nivellement si différent de ceux, qui ont été faits jusqu'ici. Je réitère ma prière avec instance et je vous répète:« Ne perdons pas de vue notre projet de canalisation». Tout a bien changé depuis le nouvel an 1848, où nous parlions de partir le 4 Mars pour l'Egypte; l'époque à laquelle nous avons remis notre départ se passera peut- être aussi sans que nous puissions mettre notre projet à exécution. Le Vice- Roi Méhémet Ali est mort, mais je ne crois cependant pas, qu'il faille renoncer à notre entreprise surtout aujourd'hui que l'Europe a besoin de jeter l'excédant de ses masses ouvrières sur des rives lointaines afin de faciliter la solution de notre réorganisation sociale sans être exposé à sacrifier à chaque instant le sang, l'or et le repos de ses habitants. Pressez donc Talabot de terminer ses travaux et de me les envoyer, afin que j'en puisse étudier les détails. Réfléchissez aussi qu'il ne peut pas m'être indifférent, n'importe quelle soit l'issue de nos nouvelles démarches pour reprendre le fil de cette affaire, de ne pas connaître les résultats de travaux, qui sont pour ainsi dire la suite de ceux, qui ont été exécutés sur les bords de la Méditerranée. - L'ordre des choses est maintenant plus stable en France comme chez nous, les grandes questions ont obtenu une partie de leur solution, quoique je ne veuille pas dire pour cela, que bien des choses ne changeront pas encore, avant que nous ne passions des terrains mouvants, sur lesquels nous nous trouvons, sur une terre solide, capable de porter l'édifice social des siècles à venir. Répondez- moi bientôt, je vous en prie; Talabot et Starbuck ont sans doute déjà pris une décision, qu'ils négligent 8* - 116 - de nous communiquer, parce qu'ils pensent que la tranquillité n'est pas encore complètement assurée. Rappelez- moi à leur amitié et engagez surtout le collègue Talabot à m'envoyer les travaux de sa brigade dans le plus court délai possible. Je partirai sous peu de jours pour Milan en qualité de Commissaire ministériel pour réorganiser dans les états Lombardo- Vénétiens le service des chemins de fer, des ponts et chaussée et des mines. C'est donc à Milan que j'espère recevoir votre réponse, que je vous prie cependant d'adresser sur Vienne. Votre dernière étant du 25 juin, je suis donc rassuré quant à vous et je sais, que vous n'avez pas été en danger; ne tardez cependant pas à me donner de vos nouvelles ainsi que des relations sur la question de la cession de votre chemin de fer au gouvernement, avant même d'avoir reçu les réponses de nos collègues Talabot et Starbuck et comptez sur la sincère amitié de votre tout dévoué collègue et ami Copie. 55 signé: Negrelli. Réponse de Mr. Prosper Enfantin à Mr. L. Negrelli. Cher collègue! Paris, le 23' août 1848. Depuis deux mois notre ami Talabot est sur son lit, il a éprouvé l'accident nommé coup de fouet, c'est, je crois, la rupture du tendon d'Achille. Sans cet accident il serait venu à Paris pour ses affaires du chemin de Marseille et pour s'entendre avec moi sur les nouveaux plans de Suez. Il' espère bien venir pour les premiers jours de septembre. Je lui envoie copie de votre bonne lettre du 15 août. Je crois toujours avec un bien grand plaisir à notre parfait accord sur la manière, dont nous rattachons, vous et moi, l'affaire de Suez au mouvement général de l'Europe. Laissezmoi donc vous dire à ce sujet tout ce, qui m'ést passé par la tête depuis quelque temps, mais surtout depuis que vous m'apprenez que vous partez pour Milan. Il est possible que les grands événements qui remuent l'Europe et la modifient si profondément ne modifient pas aussi la manière, dont nous avions conçu et constitué notre œuvre de Suez. Elle portait - 117 - - - déjà le cachet des trois puissances par la formation des trois groupes et pourtant cette affaire avait le caractère d'une entreprise particulière constituée au profit d'intérêts privés. C'était une spéculation et non pas une œuvre politique. Vous pouvez même vous rappeler, que je craignais à l'origine de mêler trop la politique à notre affaire pensant que le moment n'était pas convenable et que l'intervention des Diplomates de l'une et l'autre puissance pourrait même compromettre notre affaire.- Aujourd'hui je crois au contraire le moment venu à l'instant, où la France et l'Angleterre s'unissent à l'Autriche pour résoudre la question capitale de paix européenne, vous vous trouvez vous- mêmes chargé de la guerre et des négociations.- N'est- ce pas une indication providentielle de la marche, que nous devons suivre aujourd'hui? Ne devons- nous pas au lieu de porter nos études dans les bureaux des Banquiers, les mettre sur la table des Diplomates? Je le crois fermement; j'ai la conviction que les banquiers sont impuissants aujourd'hui pour exécuter, pour patroner une œuvre pareille, et d'un autre côté je crois comme vous que les Diplomates peuvent y voir un moyen puissant de faciliter la solution de notre réorganisation sociale. J'écris en ce sens à Talabot, en lui envoyant copie de vos lettres et de ma réponse et je le presse de vous envoyer directement ce, qu'il aura pu préparer de matériaux pour la solution nécessitée par le dernier nivellement mais en supposant, que ces matériaux vous manquent, il me semble qu'il y aurait encore utilité, à ce que vous saisissiez fortement les Diplomates de l'idée en leur citant les études déjà faites, en leur faisant connaître les bases de notre Société, en réclamant leur patronage, en provoquant leur cordiale entente sur ce sujet, en cherchant à faire de ce travail commun des grandes puissances, une condition du traité de paix qu'elles se proposent de conclure l'occasion me paraît superbe et digne de vous, cher collègue, c'est évidemment à l'Autriche qu'appartient en ce moment, le rôle initiateur pour une pareille œuvre, son intérêt l'y pousse, autant que le sentiment de la gloire, qui serait attaché à ce premier pas dans la voie d'une diplomatie pacifique d'intérêt universel. Comme vous le dites de l'Europe entière, l'Autriche surtout a besoin de jeter l'excédant de ses masses ouvrières sur l'Egypte, comme la France - - - 118 - sur l'Algérie, et il faudra bien que l'Angleterre dans son rôle médiateur donne la main à cette nécessité de pacification européenne; si la diplomatie française et autrichienne perd cette occasion d'associer l'Angleterre à cette expansion de l'Europe vers les rives méridionales, la paix du monde sera pour longtemps retardée et le traité qu'on fera pour la Lombardie ne sera, qu'un armistice de quelques mois. Offrez aux diplomates le fruit de nos travaux et le concours des ingénieurs, qui ont le plus de titre pour mener l'Europe à la conquête pacifique de l'Orient. Faites que nos trois puissances développent le germe, que nous avons conçu et couvé; demandez- leur de nous charger officiellement d'accomplir dans l'intérêt de tous, le beau rêve, que nous avons formé et de nous y laisser pour récompense notre porte de gloire. En termes d'affaires faisons cession de nos études aux puissances et obtenons d'elles les moyens de les réaliser.- - En termes diplomatiques, obtenez d'être chargé par votre gouvernement, de traiter avec les Gouvernements de France et d'Angleterre pour l'ouverture du canal des deux mers, à frais communs et sous la direction des ingénieurs fondateurs. Signé: Prosper Enfantin. An Negrelli. 56 Leipzig, 14. Oktober 1848. Verehrter Herr und Freund! Ihr Schreiben aus Verona vom 3. ds. Mts. hat Freund Arlès bei seiner Anwesenheit hier erhalten und hat mir dessen Beantwortung vorläufig übertragen. Schon zuvor hatte mir Arlès Ihren Brief an Enfantin und die Antwort des letzteren mitgeteilt; der Inhalt dieser beiden Briefe hat mich innig gefreut; ich habe sofort Abschrift derselben an Hr. von Brud in Frankfurt gesandt und von ihm d. d. 11. ds. Mts. die Antwort erhalten, daß er hofft, die Reichspartei werde sich baldigst, wenn sich die gegenwärtigen Stürme nur einigermaßen gelegt haben würden mit Suez beschäftigen. Der schwierigste Punkt bleibt immer England. Wie fängt man es an, dort Interesse für die Sache zu erwecken. Sie wissen, daß F. m. - 119 - [.3t. von unserer Seite ganz im Anfange der Sache geschrieben wurde. Da er die Sache so warm aufgefaßt, haben wir ihm auch nach London einen kurzen Brief geschrieben, in welchem wir ihm Abschrift Thres und Enfantins Briefes schicken und sagen: obgleich Europa erschüttert sei, seitdem wir ihn die ersten Eröffnungen über die Angelegenheit gemacht, so werde die große Angelegenheit, für welche er sich so warm interessiert hätte doch nicht vergessen; wir hielten uns für verpflichtet ihm Bericht zu erstatten als Beweis, daß es noch in der Welt ein Gefühl giebt, welches Gutes im treuen Andenken bewahrt. Nicht nur ist es uns erfreulich, dem Manne, der gewiß viele Beweise von Undankbarkeit erfahren hat, zu zeigen, daß wir, obgleich weit entfernt zu seiner Partei zu gehören, doch dankbar erkennen, was er getan um unsere Pläne zu fördern, sondern wir glauben auch, daß er vielleicht doch irgendwo in England Gelegenheit finden wird seine Stimme zu Gunsten des Canals zu erheben und so vielleicht auch in der Ferne der guten Sache dienen könnte. Mit Zittern erwarten wir die Wiener Briefe! welche schauderhafte Lage! Ich habe der Frau von Effinger geschrieben und sie aufgefordert mit ihren Manne zu uns zu flüchten, wir können sie aufnehmen ohne uns im geringsten zu genieren, wenn Sie in Wien sein sollten, bitte ich Sie, ihr zuzureden meine Aufforderung ohne alles Bedenken anzunehmen. Ich vermute zwar, auch Sie werden nicht in Wien sein. Hier genießen wir vollkommene Ruhe. Unsere National Garde ist vortrefflich und würde einen Krawall wünschen, um Gelegenheit zu finder den Unruhestiftern bitteren Ernst zu zeigen. mit aufrichtiger Ergebenheit der Ihrige Dufour. An Negrelli. 57 Leipzig, 13. März 1849. Geehrter Herr und Freund! Seit recht langer Zeit bin ich des Vergnügens beraubt, von Ihnen Nachrichten zu erhalten. Das in seinen Grundfesten erschütterte Oesterreich scheint dem Phönir gleich mit verjüngter Kraft aus seinen Prüfungen hervor= zugehen. Der Entschluß, die verschiedenen Bestandteile der Monarchie zu einem einheitlichen Staate zusammen zu ziehen ist allerdings ein fühner Schritt; ich hoffe aber, der Erfolg wird ihn rechtfertigen. - 120 - So verschieden die Elemente sind, aus denen Oesterreich besteht, so halte ich die Verschmelzung doch nicht für unmöglich. Frankreich scheint jetzt recht homogen und doch war vor nicht sehr ferner Zeit das jetzt vorherrschende französische Element( die sogenannte langue d'oui der im Süden verbreiteten langue d'ocque gegenüber) sehr schwach. Jede einzelne Provinz mußte nicht nur durch Waffengewalt erkämpft werden, sondern das französische Element hatte einen weit langwierigeren Kampf mit Sitte und Sprache der Provinzen zu kämpfen, Provence, Languedoc, Béarnes, Bretagne, Flandres, Burgund, Elsas, Corsica behaupten bis auf den heutigen Tag eigene Sprache und Sitte neben der französischen und stehen deshalb an französischem National Gefühl den Einwohnern von Paris, Tours und Orléans keineswegs nach, eigentlich die einzigen Teile des Reichs, wo reines französisch die Volkssprache ist. Warum sollten gleiche Erfolge nicht in Oesterreich erlangt werden, sobald der Begriff der österreichischen Regierung nicht mehr, wie es bisher leider der Fall war, in den Augen der Völker als gleichlautend mit Unterdrückung sein wird. Ich habe freudige Hoffnungen für Oesterreichs Zukunft und gebe auch die Hoffnung nicht auf, daß wenigstens in Beziehung auf materielle Interessen Oesterreich und das übrige Deutschland einen Mittel- Europäischen 3oll- Staat von 70 millionen Seelen bilden wird, dessen Handel auf den vier durch Eisenbahnen und Strömen verbundenen Meeren( Nord See, Ost See, Adriatisches und schwarzes Meer) blühen wird. Dann kommt auch Suez wieder an die Reihe. In dieser Beziehung schreibt mir Enfantin am 26. Febr. Je vous adresse une caisse contenant 2 exemplaires de l'Atlas des travaux de la brigade française, 9 exemplaires du mémoire de Talabot. Veuillez partager avec notre collègue Negrelli. Le mémoire est tiré à fort peu d'exemplaires et ne doit pas recevoir en ce moment de publicité. Ich erwarte diese Gegenstände nächstens und erlaube mir die Anfrage: ob ich dieselben bis zu einer passenden Gelegenheit zu Ihrer Verfügung an mich behalten soll? oder ob Sie wünschen, daß ich L sie sofort absende und in diesem Falle an welche Adresse? - Dor nicht langer Zeit hatte ich Gelegenheit, an Herrn von Bruck zu schreiben und versäumte nicht Suez zu erwähnen, um die Erinnerung in seinem Gedächtnisse aufzufrischen. - 121 - Auf unserer gemeinschaftlichen Reise nach Paris hatten wir, Freund Sellier und ich, häufig Gelegenheit zu bemerken, wie gründlich Ihnen Ungarns Verhältnisse und Lokalitäten bekannt sind. Durch die dort bewirkte Umgestaltung der Dinge muß mit der Zeit dieses herrliche Land einer großen Entwicklung entgegen gehen. Wenn die Ruhe durch Oesterreichs Sieg wieder hergestellt sein wird; wenn die bisherige zum Nutzen der Aristokratie eingerichtete Constitution des Grundeigentums beseitigt sein wird; wenn die 3oll Linien, welche Ungarn von der übrigen Monarchie trennten, aufgehoben sein werden; dann wird sich auch der Strom der deutschen Auswanderung nach Ungarn, statt nach Amerika wenden und alle diese Gründe vereint müssen dann einen ungeheuren Aufschwung des Grundwerthes in Ungarn bewirken. Da nun in der jezigen Krisis gewiß viele Liegenschaften zum Verkauf kommen müssen, glauben wir, daß ein Kapital auf Ankauf von Besizungen in Ungarn, welche mit Umsicht gewählt wären, verwendet, sehr gute Ergebnisse liefern müßte. Sellier und ich sind hiervon so fest überzeugt, daß wir große Lust haben, sobald der Friede einigermaßen wiederhergestellt sein wird, eine Rekognoszierungsreise nach Ungarn zu unternehmen, Kapitale in dortigen Länderschaften anzulegen. Sie würden uns sehr verpflichten, uns Ihre Ansichten über vorstehende Andeutungen zu eröffnen; ganz besonders würden wir uns aber freuen, wenn Sie sich entschließen könnten mit uns zu reisen und eventuell der von uns beabsichtigten Spekulation beizutreten. Wenn uns unsere Ansichten nicht täuschen, so dürften unter den in der nächsten 3eit zum Verkaufe kommenden Liegenschaften die aller größesten, die meisten Vorteile bieten, weil sich zu deren Erwerb wenige Competente finden; daher dürfte es in unserer allseitigen Interesse liegen, mit vereinten Kräften aufzutreten. Ich befinde mich hier als Mitglied der sächsischen Kammer, deren radikale Zusammensetzung, jeden Fortschritt der Regierung hemmt. Die Majorität der Kammer will Maßregeln, welche die Revolution in Permanenz erhalten würden. Gott weiß wie es noch werden soll; es ist aber ein sehr unerquicklicher Zustand, das ist gewiß. mit ergebener Empfehlung an Ihre Frau Gemahlin verbleibe ich Ihr aufrichtig ergebener Dresden, 13. März 1849. A. Dufour- Feronce. 29 Lüttichau Str. Abschrift. 122 - 58 An Sr. Exzellenz Herrn Staatsminister von Friesen, Dresden. Der ergebenst Unterzeichnete, unser Dufour- Feronce, wollte sich vor wenigen Tagen die Ehre geben, Ew. Exzellenz aufzuwarten und Ihnen die vor kurzer Zeit eingetroffenen Pläne der Arbeiten der französischen Expedition nach der Landenge von Suez persönlich zu überreichen, da Ew. Erzellenz eben ausgehen wollten, gab er das betreffende Buch ab und ließ die Karten bei der Leipzig- Dresdner Eisenbahn, von wo aus man sie Ihnen zugleich mit Gegenwärtigem und einer Copie in verjüngtem Maßstabe, der von der deutschen Ingenieur- Abteilung unter Herrn Negrelli's Oberleitung im Mittelländischen Meere bewirkten Erhebungen überreichen wird. Die größeren Pläne hat Herr Negrelli zu Vermeidung mehrerer Kosten nur in einem Exemplare anfertigen lassen, welches er an sich behält. Es ist schade, daß diese schönen Arbeiten, der jetzigen Zeitverhältnisse wegen wahrscheinlich lange unbenutzt bleiben werden; untergehen werden sie jedoch nicht wieder und ist es auch uns vielleicht nicht beschieden, die Vollendung des großen Werkes zu erleben, so hat doch die gegenwärtige Generation durch die vorliegenden Ergebnisse ihrer Bestrebungen auch einen Stein zu dem großen Baue beschafft, der einst Europa mit Asien in nähere innigere Berührung bringen soll. Wir benutzen diese Gelegenheit, um Ew. Erzellenz den Auszug der Rechnung über die uns seiner Zeit vom hohen Ministerium des Inneren zur Förderung dieser Angelegenheit überwiesenen Gelder zu überreichen, wonach noch Thlr. 2145.8. zu verwenden bleiben. Die der englischen Ingenieur- Abteilung unter Oberleitung des Herrn R. Stephenson s. 3t. übertragenen Aufnahmen im Roten Meere haben nicht stattgefunden, weil Herr Stephenson erklärte:„ Es seien in den Archiven der Admiralität in London und den Bureaur der Oriental Steam Navigation Company so erschöpfende Aufnahmen des Roten Meeres vorhanden, daß jede neue Arbeit der Art unnük erscheine, da ihm sobald es erforderlich werde Copien des vorhandenen reichen Materials zu Gebote stehen. Das Königliche Sächsische Hohe Ministerium des Innern zu Dresden. in Conto - Corrente mit Dufour Gebr.& Co. in Leipzig. 3insen à 3% für's Jahr von 360 Tagen. Soll Haben Tage Thlr. Ngr. Tage Thlr. Mgr. 1847 Jan. 31. An 3ahlung für den 1. Termin fr. 5000.- à 80% 840 11197 1333 10 31. Saldo " Juni 11. An 3ahlung für den 2. Termin fr. 5000.- à 80% Ottober 8. An 3ahlung für den 3. Termin fr. 5000. à 81% 594 8039 1358 10 1848 April 3. An 3ahlung à Conto d. 4. Termin fr. 2500.- à 8214% 1849 Mai 31. Ausgleichung der 3inszahlen . 417 2856 685 13 23402! 2145 8 709 9451 1333 10 • 1847 febr. 15. Empfangen zur Bestreitung der Kosten der Société d'Etudes zum Bau des Canals als Betrag 2500 fr. zum Tours von 300 fr. für - 80 Thlr. Thlr. 6666.20 Ab für Quittungsstempel und Trägerlohn 6.1849 Mai 31. Für 3insen zu 3% 3ahlen 23402 Divisor 120. 825 54945 6660 20 54945 6855 21 1849 31. Saldo auf's Neue vorgetragen " 3rrtum vorbehalten. Leipzig, am 31. mai 1849. ( gez.) Dufour, Gebr.& To. ། - - 195 15 54945 6855 21 2145 8 - 124 - Wir dürfen in nicht ferner 3eit einem ausführlichen Berichte des Central- Suez- Comité in Paris entgegensehen, durch welchen derselbe Rechnung über die ihm von den drei Gruppen zugeflossenen Geldmittel abstatten und seine Ansichten über die für die Zukunft einzuleitenden Schritte darlegen wird. In tiefster Verehrung verharren wir Ew. Exzellenz gehorsamste Diener ( gez.) Dufour, Gebr.& Co. Leipzig, den 19. Juni 1849. 95 Répasse, I Juillet. Mon cher Dufour, Serait- il possible, par vous ou par Negrelli, de trouver emploi en Allemagne pour notre ancien chef du matériel du chemin de Lyon, Alexis Barsault. Il a fait construire tout notre matériel de Lyon et s'est trouvé sans emploi depuis que le chemin est dans les mains de l'Etat, n'étant pas ingénieur de l'Etat, mais ingénieur civil sorti de l'Ecole des Arts et Manufactures. Vous savez d'ailleurs, qu'il existe entre ces classes d'ingénieurs une rivalité peu favorable aux uns et aux autres et aux affaires en général. Barsault sait l'allemand, l'a parlé dans son enfance( il est de Metz), s'y remettra en fort peu de temps; il a été longtemps secrétaire du comité des fers, il a fait un très beau matériel pour Lyon, a dirigé l'exploitation de Versailles rive gauche quelque temps et a construit plusieurs grandes usines de fer. Il faut dire aussi, qu'il est frère d'Emile Barsault, que vous savez être un de nos anciens amis, mais qui a eu la maladresse de se mettre à la montagne, ce qui n'aide pas son frère, à trouver accès près de nos grands industriels, mais cela n'aurait aucun effet en Allemagne. Si vous vouliez bien, à l'occasion et à défaut d'emploi en Saxe, en écrire à Negrelli, vous me feriez grand plaisir. Barsault est garçon, c'est vous dire qu'il n'aurait pas une très - 125 - grosse ambition d'argent, surtout si la fonction avait quelqué importance d'avenir. Vous savez sans doute par Duveyrier et par Arlès, combien le canal m'occupe et m'attache chaque jour davantage, non seulement par la pensée et les sacrifices, qu'il m'a coûtés et me coûte encore, mais par la satisfaction, qu'il me donne comme influence évidente de préparation des esprits à réaliser de véritables améliorations: quand viendra cette troisième phase inévitable de toute révolution où, après avoir d'abord constaté, ensuite légif éré, on réalise. Cette fois- ci, heureusement, ce ne sera pas comme en 93 la réalisation d'une destruction, ce sera celle d'une création. Là enfin l'heure de Suez sonnera et j'espère bien que cette heure ne se fera pas longtemps attendre; à cette époque les années valent des siècles. Mille amitiés! Signé: P. Enfantin. 60 Paris, le 27 mars 1849. Mon cher Dufour, Je vous envoie aujourd'hui, par les soins de la maison Arlès, 5 nouveaux exemplaires du mémoire de Talabot et un rouleau contenant 10 exemplaires de la grande carte en quatre feuilles; veuillez en faire parvenir 5 exemplaires à Negrelli. Je n'ai pas vu M. Georgi;*) j'ai reçu par la poste le 16 votre lettre du 2 qui m'annonçait son départ; il aura fait en Belgique un séjour plus long que vous ne le pensiez. Je regrette qu'il vienne après le départ d'Arlès, fixé à après- demain, jeudi. Vous savez que le séjour d'Arlès ici est toujours pour moi l'occasion, d'avoir plus de visiteurs, dont la connaissance aurait pu être agréable à M. Georgi; je ferai de mon mieux. J'aurai bien voulu connaître votre opinion sur l'influence, que va exercer en Prusse, chez vous et dans les Etats du Rhin, la marche de la Russie vers le midi. Il me semble que les *) Er war 1849 nach seinem Rücktritt vom Ministerium in Paris, und hat dort Enfantin aufgesucht, auch einmal getroffen. - 126 - idées d'unité allemande aboutissent à couper plus que jamais, d'abord en deux le grand corps germanique et à fractionner les deux morceaux en une multitude d'individualités très distinctes. La venue de la Russie favorisera cette dislocation, quoiqu'elle arrive pour sauver l'Empire de cette même dislocation; les efforts humains obtiennent si souvent le résultat contraire à celui vers lequel ils tendent. En France nous sommes à l'état d'observateurs; c'est évidemment l'Allemagne, qui, dans ce siècle- ci, occupe la scène, comme la France l'occupait durant le 18 ème siècle. Or je ne peux pas croire encore que l'Allemagne joue son rôle révolutionnaire comme nous l'avons fait, avec la guillotine et avec l'épée; elle n'aura ni son Robespierre, ni son Napoléon: quels seront ses armes et ses hommes? si par bonheur elle pouvait échapper aux hommes de robe et aux hommes d'épée, si elle pouvait arriver vite aux hommes de travail et de paix, si elle passait rapidement sur les questions de forme, pour aller au fond, sur la discussion pour la conclusion, sur le droit pour le fait, nous serions bien heureux; mais est- ce possible? - Je ne vous demande pas de m'écrire longuement, je sais combien vous êtes occupé; mais quelques lignes de vous, de temps à autre, me seraient bien agréables; il me semblerait en vous lisant, que je tâte le pouls à l'Allemagne. 2010 Mille amitiés. Signé: P. Enfantin. J'espère que vous lisez toujours avec intérêt notre Crédit. Arlès vous écrira pour vous prier de chercher à faire obtenir à Guervalt, qui fait en général nos premiers paris, une correspondance pour un journal allemand. Guervalt était consul à Jassy sous le dernier gouvernement, autrefois il a été rédacteur des<< Débats>>; c'est un de nos plus anciens et meilleurs amis, il mérite tout votre intérêt, il a une famille nombreuse et pour seule fortune son travail; aidez- le donc à trouver du travail, vous ferez bonne œuvre dont nous vous serons très reconnaissants et dont vous remerciera certainement le journal, avec lequel vous le mettriez en relation. - 127 - Brief an Starbuck in London. My dear Sir, 61 el) Our Suez schemes have been on the shelf for a good while and it was no wonder, for there was work enough in Europe to engross people's undivided attention. The Yankees will take it upon themselves to remind us in Europe, that if we do not defend our preponderance they will soon enough step in our place and let us look how we fare when they will have seized hold of the great thoroughfares of the world. You are aware that the question of a Railway from the Mississippi valley to California and of a Steam Vessel line from California to China is in serious contemplation. You are aware too that our transatlantic competitors are not likely to quake at the boldness of a scheme. Our foolish continental revolutions and the low rate of interest in England have since some years driven so much capital across the Atlantic, that the want of means will not deter them from the execution of the most gigantic works. bus dosidice el conoansiger If Europe allows the above mentioned works in the United States and the canalisation of the Isthmus of Panama to be completed before the Suez Canal, the centre of the world's business is sure to be transferred from London to New York and from Europe to America. The question lies no longer in paltry European jealousies, it is of very little moment whether some small Greek craft may have a preponderance in the navigation of the Red Sea, or some similar petty interests. It is America against Europe! Is Europe to maintain its present proud situation, or to recede from it and to yield the sceptre of trade, of wealth and consequently of political influence to America. On this question all the nations of Europe, with exception of Russia, have the same interest; if America takes the lead, we all go to ruin. Russia alone, resting on quite a different basis than the western and central States of Europe, will found on their ruins a new Asiatic power. dod diu - 128 - Therefore the harmony between the policy of Russia and the United States; it suits them both to see the European States embroiled in difficulties with each other. Lord Palmerston's Policy serves them both to their hearts desire, by the antipathies he raises in all parts of the Continent against England. The political instinct of Russia and America makes them both well aware that the disharmony of the European nations will gradually weaken them all to such an extent, that their rich spoil will sooner or later become a prey to be divided among those two aspiring States. The construction of the Suez Canal, in the way we proposed it, as an European work, would maintain Europe in its present commercial position, giving the same time a proof that the European nations are aware of the solidarity existing between them for the maintenance of their reciprocal position and of their legitimate influence in the general system of European politics, trade and civilization. Money is abundant everywhere, if no new political storms make their appearance; perhaps the time is not distant when our Suez Canal affair can be taken up again. What do you think of it? will you just speak to Mr. Stephenson on the subject and occasionally let me know his views. Believe me, my dear Sir, yours very truly Leipzig, July 16th 1850. 62 A. Dufour- Feronce. An Negrelli. Geehrter Herr und Freund! Aus der Ihnen von Leipzig aus gesandten Abschrift meines Briefes an Starbuck werden Sie ersehen haben, daß wir ungeachtet der Ungunst der politischen Verhältnisse unsere große Suez Angelegen= heit nicht vergessen. Ich habe auch Gelegenheit genommen, Herrn Minister von Bruck und andere K. K. höhere Staats- Diener an diese Sache zu erinnern und habe Ursache, zu vermuten, daß sie auch höheren Orts in Oesterreich - 129 - im Auge behalten wird, da dieselbe in einer von dem hohen Ministerium des Handels unter dem 22. September erhaltenen 3uschrift mit der ihr gebührenden Aufmerksamkeit erwähnt wird. Seit einigen Tagen hier, um Freund Arlès zu besuchen, haben wir diese sehr wichtige Angelegenheit vielfach besprochen und Enfantin, welcher eigens zu dem Zwecke hierher kam, um sich darüber mit uns zu benehmen, trägt mir auf die Einlage zu überreichen, aus welcher Sie seine jetzigen Ansichten entnehmen werden, welchen ich mich vollkommen anschließe. Meiner unmaßgeblichen Ansicht nach, dürfte es gut sein, wenn Sie Gelegenheit nehmen, Herrn min. von Brud Kenntnis von Enfantins Brief zu geben, um vielleicht einen Schritt von der östreichischen Regierung hervorzurufen. Jedenfalls müssen die ersten Schritte von Oesterreich kommen, England wird sie nicht tun und Frankreich wird alles verderben, wenn es an die Spitze treten wollte. Der Oesterreichische Clond muß sich recht fest in den Sattel setzen, um sich in seiner Dampfschifffahrt im Orient zu behaupten, denn wie ich hier vernehme, soll in Marseille in der nächsten Zeit eine sehr mächtige Dampfschiff Compagnie hergestellt werden, deren Zweck ist, allen orientalischen Verkehr von Triest ab nach Marseille abzuleiten; dies Bestreben wird aber dadurch unterstützt, daß die Franzosen nach und nach doch einige Zweige ihrer Eisenb. Linie zwischen Calais und Marseille fertig bekommen und außerdem durch die schöne DampfSchifffahrt von Chalons sur Saône über Lyon bis Avignon unterstützt werden. Es wäre hohe 3eit, daß der schöne Plan, in London und Ostindien Reisebücher für die ganze Reise von Triest nach London und vice versa zu verkaufen zur Ausführung käme, welchen das ver= hängnißvolle Jahr 1848 in Vergessenheit brachte diese Einrichtung sollte mit dem Tage der Eröffnung der Prag- Dresdener Eisenbahn ins Leben treten. Wenn sich Oesterreich und Deutschland nicht lebhaft rühren, so verlieren wir den ganzen Englisch- Ostindischen Verkehr, der anfing sich zu bilden und der richtig gepflegt eine so unermeßliche Wichtigkeit gewinnen könnte. - Morgen reise ich nach Avignon und Marseille um Freund Talabot zu besuchen und Ende dieses Monats gedenke ich wieder in Leipzig zu sein. Mit bekannter Hochachtung ergeben Lyon, 17. October 1850. A. Dufour- Feronce. Georgi- Dufour, Urkunden. 9 - 130 - Brief Enfantins. 63 Mon cher Dufour, Paris, 13 septembre 1850. Nous voilà rentrés chacun chez nous, vous au milieu des préparatifs de la guerre, moi pour entendre un message de paix. Est- ce que vraiment c'est la France qui devient sage et l'Allemagne folle, ou bien ne sont- ce que les apparences? Je crois à notre sagesse, parce qu'il n'y a vraiment pas moyen, pour aucune de nos folies impériales, royales ou sociales de se faire jour, mais j'avoue que je crains un peu votre folie, parce que votre état normal est, d'être sages et qu'évidemment vous n'êtes pas aujourd'hui dans une situation normale. On prétend ici, que vos affaires de Hesse et de Holstein s'arrangeront diplomatiquement; j'en doute fort et si celles- ci se terminaient à l'amiable, il en subsisterait ou il en naîtrait bien d'autres; ce sont les boutons, les éruptions d'une maladie fort grave, qui vous ronge intérieurement et qui a attaqué vos principaux organes. Je crains fort, que vos démonstrations belliqueuses ne soient un motif pour la Russie d'avancer de plus en plus ses armes vers l'Occident; mais peut- être l'Allemagne a- t- elle besoin, comme la France en 1792, de cette menace de l'étranger, pour comprendre et montrer sa force. La mort de Brandenbourg, dans une situation aussi grave, m'a beaucoup frappée, il m'a semblé, que le Roi de Prusse n'avait pas la tête tellement forte, pour qu'on put croire que Dieu, en lui retirant le comte de Brandenbourg, ait voulu lui donner l'occasion de montrer sa prudence et sa sagesse. Sans doute la Russie va offrir à l'Autriche, pour rendre ses troupes de Hongrie disponibles, de garder cette contrée et de faire de tous les Slaves de bons Autrichiens, en les faisant d'abord Russes. Nicolas prêtera bien aussi quelques cosaques à son ami, le roi de Danemark pour tenir garnison dans le Schleswig, et avec une belle armée en Pologne, l'Allemagne se trouvera cernée de tous les côtés. Mais vraiment ce n'est pas là le côté inquiétant de la question allemande. C'est l'état réel de l'intérieur de cette grande - 131 - nation multiple, dont les diverses parties sont gouvernées d'une façon si peu harmonique, et par des princes tels que sont tous nos princes, à peu d'exceptions près, et par des institutions, qui n'ont que quelques jours de date et qui donnent accès à toutes les nouveautés possibles. Voici le roi de Würthemberg très mal à son aise et je crois que votre Roi de Saxe ne doit pas être non plus à la noce; ces malheureux pourront bien payer les frais de tout ce remue- ménage. Faites- moi l'amitié, mon cher Dufour, de m'écrire votre opinion sur, ce qui se fait et se prépare. Nous autres Français nous voyons si facilement trouble dans nos propres affaires, que les vôtres nous sont un mystère impénétrable. J'ajoute que je vous demande votre opinion pour moi et non pour la publier, à moins que vous y trouviez vous- même intérêt. Je crains que la situation actuelle soit peu favorable à une réponse de M. de Bruck; j'attends avec impatience de savoir, ce que nous écrira Negrelli. Présentez mes affectueux hommages à votre chère femme et mes amitiés à vos enfants. An Negrelli. Tout à vous! Signé: P. Enfantin. 64 Leipzig, 21. December 1850. Geehrtester Freund! Ihre werte 3uschrift vom 12. ds. Mts. kam mir gestern zu. Ich entnehme aus derselben, daß Ihnen die meinige mit Abschrift meines Briefes an Starbuck nicht zugekommen ist. Dies trifft mit vielen Klagen überein, die ich höre über häufigen Verlust von Briefen nach Oesterreich; es ist traurig, daß es so ist, man sagt dieser Fall sei be= sonders häufig mit Briefen mit Einlagen, weil die Postbeamten Banknoten darin vermuten. In Ihrer Stellung zu den Staatsbehörden haben Sie vielleicht Gelegenheit an geeigneter hoher Stelle dergleichen Klagen zu erwähnen und dadurch dazu beizutragen, daß einem solchen Unwesen Einhalt getan werde. Was ich Ihnen s. 3t. geschrieben, weiß ich nicht mehr, da ich von dem Briefe keine Abschrift behalten habe, er wird etwa vom 18. oder 20. Juli gewesen sein. Die Abschrift des Briefes an Starbuck finden Sie einliegend. Ich bilde mir ein, daß die Art, wie ich die Suez Frage 9* - 132 - in demselben auffaßte, vielleicht mit dazu beigetragen haben dürfte, Stephenson aus seinem Gleichmut in Beziehung auf diese hochwichtige Frage heraus zu rütteln. Ihre Frau Gemahlin, die ja so vortrefflich englisch spricht und welcher ich Sie bitte meine Ehrfurcht darzubringen, wird gewiß die Güte haben Ihnen den Brief zu verdeutschen. - Es ist schade, daß Sie mit Arbeiten so überhäuft sind, daß es nicht möglich für Sie gewesen die Schweizer Bahnen zu projectiren. Sie kennen das Land so gut, daß Ihnen diese Arbeit viel leichter gewesen wäre als Stephenson. Ich denke wir werden durch Linant oder andere von Enfantins Freunden in Egypten alles Nähere über Stephensons Reise erfahren, er selbst wird nicht viel schreiben, denn er ist wie die mehrsten Engländer ein Feind langer Briefe. Talabot habe ich in Nimes, wo sein Wohnsitz ist, besucht und bereiste mit ihm seine Avignon- Marseiller Bahn; sie ist sehr schön aber für die Kosten auch den teuersten englischen an die Seite zu stellen. Bei Baucaire baut er für die Alais- Nismes- Baucaire Bahn eine sehr schöne Brücke über den Rhone, sie wird eines der größten und schönsten Werke dieser Art in der Welt; der Rhone ist dort sehr breit, sehr reißend und furchtbaren Anschwellungen unterworfen. Sehr bemerkenswert erschien mir die ungemeine Ausdehnung, welche die Dampfschiffahrt auf dem Rhone gewonnen hat. Hunderte von Dampfschiffen befahren diesen mit Sandbänken und Untiefen angefüllten Fluß, den man früher kaum für Dampfschiffe benutzbar hielt. Ein gewißer Bonardel hat die vorwaltenden Schwierigkeiten hauptsächlich überwunden, um den Tiefgang der Schiffe zu vermindern, hat er immer mehr und mehr an der Länge zugegeben bis zu 100-110 und dem Vernehmen nach jetzt endlich bis zu 130 Métres! Auch die sogenannten grapin Boote arbeiten mit Erfolg. Auf demselben ist mitten im Boote etwas mehr nach vorn als die Schaufelräder, das ganze Boot durchbrochen, so, daß ein aus starken, mit Eisen vorgeschuhten Speichen bestehendes Rad, auf welches, wenn das Boot an seichten Stellen auf den Sand gerät, die Dampfmaschine einwirkt, in dieser Oeffnung läuft und den Sand eingreift, wodurch die doppelte Wirkung erlangt wird, daß das Schiff etwas gehoben und auf den Boden fortgeschleppt wird. Diese Einrichtung, die mir neu war, ist Ihnen vielleicht längst bekannt, in diesem Falle bitte ich um Entschuldigung Sie mit dieser Beschreibung belästigt zu haben. - 133 - Mit Sorge und mit wenig Hoffnung blicken wir auf die Dresdener Conferenzen. Das große Wort Napoleons: rien appris et rien oublié fällt einem jetzt alle Tage ein; wie die wahnsinnigen Demokraten es soweit getrieben haben, daß man lieber Rußland zu Hülfe aufruft, als Gefahr zu laufen, unter ihrer Faust zu fallen, so fürchte ich geht man in den Reactionsmaaßregeln, wenigstens bei uns so unbesonnen zu Werke, daß man den Roten für die Zukunft den Weg wieder öffnet. Wie können Oesterreich und Preußen zugeben, daß ein Haßenpflug!! in Dresden neben ihren Gesandten berate. Arlès, Enfantin, Talabot, Sellier, tutti quanti grüßen Sie bestens wie Ihr ganz ergebener A. Dufour- Feronce. Brief Enfantins. 65 Paris, le 12 mai 1851 Mon cher Dufour, Je n'ai reçu de notre collègue M. Stephenson aucune communication officielle sur son voyage en Egypte, mais j'ai tout lieu de croire que les bruits publiés depuis son retour sur les résultats de ce voyage sont vrais; c'est- à- dire qu'il a travaillé pour l'exécution d'un chemin de fer et combattu celle d'un canal, c'est- à- dire encore, qu'il a fait précisément le contraire de ce que nous nous sommes tous proposés, en formant la Société, dans laquelle pourtant il s'est associé avec nous. Talabot qui avait eu avec Stephenson au passage de celuici à Paris un court entretien très peu explicatif, vient de lui écrire pour lui faire sentir la nécessité et la convenance d'une explication officielle avec notre Société. Je pense qu'il serait bien, si d'ici 4 ou 5 jours vous n'aviez ni lettre de moi, ni lettre de Stephenson à ce sujet, non seulement que vous lui écriviez, mais que vous prissiez même, de concert avec nos collègues d'Allemagne, quelques mesures comminatoires. Les journaux ont dit, en parlant de ce nouveau projet de chemin de fer conseillé par Stephenson et adopté par le pacha, que la Russie protestait à Constantinople contre cette solution donnée à la communication des deux mers. Ce doit être vrai. Il ne faudrait pas, que la Russie protestât seule; il faudrait que l'Allemagne et surtout l'Autriche joignent sa voix à la sienne. - 134 - Cette nouvelle leçon, que nous donnent les Anglais de leur manière de procéder en affaires, ne surprend aucun de nous; nous y étions habitués et nous devons nous montrer prêts, à nous garantir de ces procédés britanniques et même à en profiter. Vous savez, combien nous avons attentivement examiné dans le temps, quand il conviendrait de voir intervenir la Russie dans cette affaire; j'aurais préféré qu'elle y intervint directement pour s'associer à nous, mais si notre collègue Stephenson n'a eu d'autre mérite que de l'y faire arriver par réaction contre lui et contre l'Angleterre, tâchons d'en profiter. Si la Russie a fait une démonstration d'opposition, je crois légitime d'en conclure, que le moment est venu de faire arriver cette question dans le domaine de la diplomatie officielle. Nous pensions, avant 1848, qu'elle ne devait y arriver, qu'après être passée par le cabinet des banquiers; ce serait une erreur aujourd'hui et je me féliciterai de l'inconvenant procédé de Stephenson, s'il a pour résultat de nous éclairer sur ce point. M. de Bruck n'a pas cru utile de répondre à votre lettre de Lyon; cela ne doit pas nous empêcher d'appeler son attention sur cette solution anglaise de la question égyptienne. M. de Bruck sait bien, que c'est une solution universelle et non anglaise qu'il faut, pour que l'Autriche y trouve la légitime satisfaction des intérêts, dont elle a confié la garde à notre honorable collègue, ministre du commerce. De son côté Negrelli a tout sujet d'être blessé d'un procédé, que sa loyauté autrichienne ne comprend pas, ce qui laisse l'Allemagne et la France en dehors de l'œuvre, que le génie européen accomplirait en Egypte par l'influence unique et exclusive d'ingénieurs anglais. Il me semble donc, que vous et lui avez à prévenir M. de Bruck et à le prier d'intervenir pour que les intérêts de l'Autriche protestent aussi à Constantinople contre cet accaparement dissimulé de l'Egypte par l'Angleterre. J'ai toujours espéré, moi qui suis aussi conservateur que novateur( et ce n'est pas peu dire) que l'affaire de Suez ne serait faite, que du consentement et sur l'ordre des puissances d'Orient, et non pas seulement par la volonté d'un peuple d'Occident, ou même de tous les peuples d'Occident; s'il en doit être ainsi, le Sultan et le Czar doivent évidemment s'entendre avec l'Empereur, tandis que le parlement anglais et la ré - 135 - publique française ne pourraient aboutir qu'à une inutile bataille semblable à celle de 1840, c'est- à- dire fort indécente. C'est ce qui m'a poussé à toujours vous dire que l'initiative et la direction diplomatique de notre affaire était ou plutôt devait être en Autriche. Quand nous demandions à M. de Bruck de nous entendre, c'était pour lui exprimer cette conviction. Aujourd'hui plus que jamais il serait désirable qu'il en fût pénétré; faites vos efforts avec Negrelli pour l'en convaincre. La protestation de la Russie et de l'Autriche aurait pour effet inévitable de porter la question là où elle doit être traitée par toute la diplomatie européenne, à Constantinople. C'est là que l'Autriche doit amener l'Italie, l'Espagne et la France renforcées de la Russie, de la Prusse et de la Hollande à vaincre l'égoïsme anglais sur une question qui est vraiment le symbole de la civilisation actuelle du vieux monde tout entier d'Orient et d'Occident, et dans laquelle l'Angleterre combat les intérêts de tous. J'attends avec impatience Arlès, je crois que les tristes accidents, auxquels il a été soumis depuis 6 semaines, exigent la distraction et le mouvement du voyage; chaque jour où je ne reçois pas de lettre de lui, j'ai toujours peur, d'apprendre le lendemain, qu'il est malade. Adieu, mon cher Dufour, mille amitiés; j'espère vous voir aussi bientôt. Signé: P. Enfantin. Un bon souvenir à votre chère famille. 66 prs. 16. 8. 51. An das Königlich hohe ministerium des Inneren zu Dresden. Die schuldige Beantwortung des Erlasses Eines Hohen Ministerii d. d. 18. v. mts. ist bis auf heute unterblieben, weil derselbe an unsern eben in England befindlichen A. Dufour- Feronce persönlich gerichtet war; nach dessen gestern erfolgter Rückkehr verfehlen wir nicht darauf folgende Auskunft zu erteilen. Seitdem die Suez Canal Vorarbeiten vor etwa 6 Jahren kräftig in Angriff genommen und die bekannten Erhebungen durch Herrn Negrelli, über die mutmaßlichen Arbeiten im Mittelländischen Meere - 136 - und durch Herrn Talabots Brigade, auf dem Tracte von Suez bis Pelusium stattfanden, auch von Herrn Robert Stephenson die Erklärung einging, daß ihm durch seine Verbindungen in England alle ihm zur Ermittlung übertragenen Auskünfte über das Rote meer jederzeit zu Gebote stünden, kam diese ganze Angelegenheit durch die im Jahre 1848 eingetretenen Verhältnisse begreiflicher Weise in Stillstand und mußte auch wenn die Europäischen Verhältnisse diese Störung nicht herbeigeführt hätten, deshalb ruhen, weil der Regierungswechsel in Egypten alle früher eingeleiteten Verhältnisse in Frage stellte. Neuerlich ist unser mehrgenannter Dufour nicht nur durch Korrespondenz mit dem Kaiserlichen Rat Herrn Negrelli und Herrn p. Enfantin in Paris, sondern auch durch mündliche Verhandlung mit Herrn R. Stephenson in London bestrebt gewesen, ein neues Leben in die Sache zu bringen und hat zwar bei allen Beteiligten denselben Eifer gefunden, auch dieselbe Ueberzeugung, daß der Suez- Canal, be= sonders seitdem der Canal von Panama angelegt wird, eine Euro= päische Notwendigkeit ist; nämlich ohne den Suez- Canal wird nach Eröffnung des Panama Canals der 3entral- Punkt des Welthandels von Europa nach Amerika verrückt, der 3entral- punkt des Verkehrs wird von London nach New York übergehen; demohngeachtet ist die politische Eifersucht zwischen den Europäischen Großmächten gerade in der Egyptischen Frage so rege, daß keine gern die Suez Canal Angelegenheit offen in den Vordergrund stellen will, aus furcht Ursache zu aufregenden Fragen zu geben;( de crainte de donner l'allarme à des susceptibilités, qui grâce à Dieu sommeillent dans ce moment; dies die eigenen Worte eines hochgestellten Mannes, den der Unterzeichner dieses Schreibens in London über die Sache zu sprechen die Ehre hatte). In Oesterreich scheint man diese Befürchtungen am wenigsten zu hegen, daher ist auch Herr p. p. Negrelli am wärmsten für die Sache; in Oesterreich dürfte daher auch mit den besten Aussichten auf Erfolg der Königlich Sächsische Einfluß zu Gunsten des Canals in Anwendung zu bringen sein und die Form, welche die einzige Aussicht auf Erfolg hat, dürfte immerhin diejenige der Privat- Unternehmung bleiben unter dem Schutze der Europäischen Großmächte. Herr von Bruck war vor Jahren schon als Direktor des Oester= reichischen Lloyd ein warmer Freund des Suez Canals, auch nachdem er das Ministerium verlassen hat, dürfte er auf diesem Felde nicht ohne Einfluß sein. Soll Königlich Sächsisches Hohes ministerium des Innern in Dresden. 3insen à 3% für's Jahr von 360 Tagen. Thaler ngr. 1850 Mai 31. An Saldo auf's Neue 1851 " 31. An Saldo auf's Neue Haben Thaler ngr. 2209 18 1849 Juni 1. per Soldo laut m./ Conto Court. vom 31. mai 1849 auf's Neue 1850 Mai 31. per 3insen à 3% für 12 Monate. 2145 8 e 9 64 10 2209 18 2209 18 2275 27 1850 Juni 1. per Saldo obiger Rechnung auf's Neue vorgetragen 2275 27 • 1851 Mai 31. per 3insen à 3% für 12 Monate 1851 Juni 1. per Saldo obiger Rechnung auf's Neue vorgetragen Leipzig, den 1. Juni 1851. ( gez.) Dufour, Gebr.& Co. 2209 18 66 89 2275 27 2275 27 - 138 - Der Saldo des zu den Suez- Canal Dorarbeiten vom Hohen Ministerio s. 3t. gnädigst bewilligten Betrags erhellet aus dem anliegenden Auszuge der Rechnung, wonach 2275 Thaler 27 ngr. verfügbar bleiben. - Mit gebührender Hochachtung und Ergebenheit haben die Ehre zu zeichnen Leipzig, am 14. August 1851. ( gez.) Dufour Gebr.& Co. Brief Enfantins. 66 a Paris, le 7 septembre 1851. Mon cher Dufour, J'ai été assez désagréablement indisposé en revenant de Londres; c'est ce qui m'a empêché de répondre aussi vite, que je l'aurais voulu à votre lettre de 27 août; me voici à peu près remis, je reprends la plume. Vous me paraissez faire trop votre deuil de notre affaire de Suez. Ce n'est pas la première fois que le chemin de fer paraît éclipser le canal, et le chemin de fer n'est pas fait. Dans le cas même où il se ferait, le canal est tellement inévitable qu'il se fera, et peut- être même plus vite après le chemin qu'avant. On peut dire ici, que ce n'est pas affaire d'ingénieur ou de politique, mais de géographie seulement, il n'y a qu'à jeter les yeux sur la carte... Les politiques et les ingénieurs ont empêché et empêcheront toujours la chose de se faire, mais elle se fera; peutêtre, il est vrai, ne se fera- t- elle que parce que les Anglais auront réussi à faire préférer le chemin, mais elle se fera! Quoiqu'en pense Talabot, le sentiment de Negrelli est juste: Stephenson devait nous prévenir et se retirer de notre Société, s'il considère l'exécution du chemin comme contraire au but de notre Société, ou bien s'il ne croit pas l'une des entreprises destructive de l'autre, il devait nous offrir de partager les avantages, qu'il pourrait personellement retirer de l'exécution du chemin, ne fut- ce que pour rembourser les frais d'étude. Je ne comprends pas bien, pourquoi vous concluez à la nécessité dans le cas du canal. - 139 Arrivons aux comptes de notre petite Société. En mars 1848 je vous ai remis une situation avec des comptes détaillés à l'appui. C'était au moment où je réclamais des groupes allemands et anglais la moitié de leur 4 ème versement de 10.000 frcs. Depuis lors notre situation a bien peu varié; j'étais alors en avance envers la Société de fr. 1220,01. La Société est en avance aujourd'hui, c'est- à- dire a en caisse chez moi fr. 2493,46. Les dépenses se répartissent ainsi: Brigade allemande fr. 28587,20 99 Frais généraux " française anglaise " دو 66512,60 1989,45 107 506,54 " 10417,29 fr. 2493,46 وو 110 000,- Ajoutez y le solde en caisse Vous- aurez un total de Somme égale aux versements faits par les différents groupes dans les proportions suivantes: Groupe allemand fr. 35 000 " 99 anglais français " 35000 40000 دو } II0000 Si vous aviez perdu les comptes détaillés de dépenses que je vous ai envoyés en 48, je vous en ferai faire une copie en y ajoutant les quelques dépenses qui ont été faites depuis lors, ainsi que je viens de vous l'indiquer. An Dufour. 67 Mille amitiés! A. Enfantin. Mon cher ami, Vienne, le 21 décembre 1851. En revenant de Trieste, un peu fatigué et beaucoup refroidi, je trouve votre lettre, qui me donne des extraits de la correspondance des deux Arlès, de Lyon et de Paris. Je trouve que le vrai n'est ni dans l'un ni dans l'autre, mais dans les deux à la fin. 140 - Cette manière de voir m'a mis dans le premier moment dans l'impossibilité d'écrire, quoique ce soit à qui que ce fût, si ce n'est à ma femme. Arlès de Lyon sera donc satisfait sous le rapport. J'aurais agi contrairement à ma nature, si dans un moment pareil je m'étais jeté au nez du président. Je n'ai songé qu'à la mission, dont j'étais chargé. Il m'a paru qu'elle acquerrait un plus grand degré d'importance dans la situation nouvelle, où allaient à la fois se trouver Louis Napoléon et le pays et j'ai poursuivi mes recherches avec plus d'ardeur. Je m'applaudis beaucoup d'avoir prolongé mon séjour à Vienne et je crois que les documents et les impressions, que j'ai rapportés auront plus d'utilité que je n'attendais de mon voyage entier en quittant Paris. Mais vous en serez bientôt juge, car le moment de mon retour approche. Je n'ai plus ici qu'à recueillir des pièces et des notes qu'on m'a préparées en mon absence et à faire mes malles. Vous me reverrez donc avant la fin de la semaine qui suivra. En attendant je veux vous donner de suite l'opinion de M. de Bruck sur l'affaire du canal. En me chargeant de vous faire ses amitiés, voici comment il a résumé tout ce que nous nous étions dits sur le sujet. Le chemin de fer, loin de nuire au canal, doit lui être favorable. C'est ainsi qu'il l'a envisagé dès qu'il a été sur le tapis. Aussi n'a- t- il pas poussé le cabinet autrichien à faire de l'opposition à l'Angleterre à Constantinople dans cette affaire. Il croit que l'affaire du canal, pour son plus prompt succès, doit dormir pendant un an, le temps nécessaire pour que les travaux du chemin de fer soient commencés et l'entreprise elle- même assez enracinée dans le sol, pour que l'idée d'en empêcher la conclusion ne puisse entrer dans l'esprit de personne. Alors on pourra recommencer les démarches. Le chemin de fer deviendra un antécédent et un argument également favorable à la communication directe par eau. Maintenant il doute fort, que le canal doive couper l'Isthme de Suez. Le réseau des chemins de fer indiens qui doit couper la péninsule, unir Bombay, Delhy et Calcutta lui paraît changer l'importance des différentes places. Le Gouvernement l'indique déjà en transportant au nord- ouest, en terre ferme, le siège des administrateurs. Il croit que le centre commercial mondien sera aussi déplacé et passera de Calcutta à Bombay. Dès lors la - 141 - route la plus courte n'est plus par la Mer Rouge, mais par le Golfe Persique. Les travaux d'exploration faits par un colonel anglais a prouvé que la canalisation de l'Euphrat jusqu'à la Méditerranée offrirait moins de difficultés que le percement des sables de l'Isthme, surtout depuis que les nouveaux nivellements ont établi qu'il n'y avait pas à espérer la chasse d'eau d'une mer dans l'autre sur laquelle on comptait. On aurait à Suez des difficultés inconnues à vaincre. Celles par l'Euphrat sont connues. Elles ont été vaincues sur une vaste échelle dans le Canal Calédonien. Voilà l'état de son esprit, mais il insiste surtout sur la nécessité de ne rien faire pour le moment. Je ne pense pas, que l'on puisse tirer aucune utilité des démarches, qui auraient le caractère d'une querelle allemande à l'occasion d'une entreprise anglaise. Je ne pense pas que cette manière de voir s'éloigne de la vôtre. Au surplus nous en causerons bientôt. Mille bonnes et tendres amitiés à Madame Dufour et à vos chers enfants. Vous ne me parlez pas du docteur Kaiser. J'espère qu'il aura pu achever les notices que je lui ai demandées par votre entremise. Tout à vous. Signé: Charles Duveyrier. An Negrelli. 68 Leipzig, 14. Mai 1852. Geehrter Herr und Freund! Seit langer Zeit habe ich zu meinen Bedauern nichts von Ihnen vernommen; hoffentlich geht es Ihnen und Ihrer werten Frau Ge= mahlin, welcher ich mich ergebenst zu empfehlen bitte, wohl. Ich war in Frankreich und in England und gehe in einigen Tagen wieder nach London, wo ich ein Geschäft errichte, weil ich England für den einzigen Punkt in Europa betrachte, wo man nicht solchen Ereignissen wie 1848-49 ausgesetzt ist, deren Wiederkehr in schrecklicherer Gestalt ich nicht umhin kann zu befürchten, je mehr ich an vielen Orten sehe, daß man ein Mittel gegen politische Unruhen in gedankenloser Rückkehr zu mittelalterlichen Einrichtungen zu finden wähnt. Auf zwei Monate werden mich Ihre Briefe, wenn Sie mich - 142 - mit Nachrichten erfreuen wollen bei untenbemerkter Adresse antreffen. In London habe ich leider Stephenson verfehlt. Ich sah nur Starbuck, der sich Ihnen empfehlen läßt. Enfantin, Arlès tutti quanti, grüßen Sie bestens. Wir haben viel von Suez gesprochen und sind alle der Ansicht jetzt sei der Augenblick, die Sache wieder aufzunehmen. Geld findet man jetzt zu jedem Bedarf und in Frankreich würde man von Seiten Napoleons jede Unterstützung finden, da er ja gern Alles tut, um seinem Oheim ähnlich zu werden. In England dürfte der Durch= Stich von Panama leicht eine günstige Meinung für Suez erzeugen. Ich wollte an Herrn von Bruck schreiben, aber nach dem ich Ihnen den einliegend in Abschrift entsprechenden Entwurf gemacht hatte unterließ ich es, weil ich dachte Hr. v. Bruck wird jetzt als Finanzminister den Kopf so voll haben, daß ich ihm vielleicht ungelegen tomme. Ich bitte Sie nun den Entwurf zu lesen und denselben nach Gutdünken zu benutzen, sei's daß Sie in Ihrem Namen an Hr. von Bruck schreiben oder meinen Namen benutzen, wenn es Ihnen geraten scheint, ich lege die Sache ganz in Ihre Hand. Mit wahrer Hochachtung und freundl. Ergebenheit verbl. ich der Thrige A. Dufour- Feronce. Beil. Abschrift. No. 18 Addle Street London Aldermanburn Ew. Exzellenz! werden sich ohne Zweifel erinnern, daß im Jahre 1846 und 47 ein Comité zum Zweck die Tunlichkeit zu ermitteln einen Schiffs- Kanal über die Landenge von Suez zu führen, unter Mitwirkung der drei Ingenieure Negrelli, Paulin Talabot und Rob. Stephenson gebildet worden war. Haben auch die im Meerbusen von Pelusium unter Herrn Nunnis Leitung vorgenommenen Ermittelungen und die Nivellirung der Land= enge durch Herrn Talabots Brigade mehr Schwierigkeiten erwiesen als Anfangs erwartet wurden, so wäre doch die große Unternehmung ohne die Ereignisse von 1848 und 49 ohne 3weifel weiter vorge= schritten; aber diese Ereignisse und deren Folgen mußten allerdings diese Vorarbeiten wie manche andere große Unternehmungen wenig= stens zu einem zeitweiligen Stillstande bringen. Nun scheint aber der Augenblick gekommen, die Sache wieder mit Kraft aufzunehmen. - 143 - Die Geldmärkte sind in einem so blühenden Zustande, daß sogar die wildesten Projekte Unterstützung finden, unter diesen Verhältnissen sollte kaum zu befürchten sein, daß es einem Unternehmen von so ungeheurer Tragweite an Anklang fehlen könnte. Dies um desto weniger, da der Durchstich des Isthmus von Panama mit der ruhigsten Energie von den Amerikanern bewirkt wird und Europa sich nicht verhehlen darf, daß der Panama Canal, ohne den Durchstich von Suez vollendet, den Mittelpunkt des Welthandels von Europa nach Amerika versetzen müßte. Dem Suez Canal stehen mancherlei Intriguen entgegen, daher ist er noch nicht hergestellt; er ist leider ein Teil der schwülen orientalischen Frage, die seit 30 Jahren wie des Damocles Schwert über Europa schwebt. Allein vom rechten Standpunkte in's Auge gefaßt, darf der Suez Canal als keine, irgend einen europäischen Einzelstaat betreffende Frage betrachtet werden, es stehet bei dieser Angelegenheit Amerika gegen Europa, es fragt sich lediglich soll der Asiatische- Orientalische Handel statt durch das Mittelmeer nach England zu strömen, ohne Europa zu berühren Amerika allein bereichern? Dem gewaltigen Aufstreben der Vereinigten Staaten gegenüber, in commerzieller wie in politischer Hinsicht, kann bei allen in die Jukunft blickenden Europäern darüber kein 3weifel sein, daß alle Völker Europas an dieser Frage ein solidarisches Interesse haben. Dieses Interesse gebietet ihnen die Verbindung Asiens mit Europa auf dem kürzesten Wege zu erstreben, wenn dies 3iel auch mit den größesten Opfern erkauft werden müßte, zu dessen Erreichung müssen alle entgegenstehenden europäischen Eifersüchteleien in den Hintergrund fallen, sonst werden wir alle von dem übermütigen westlichen Mitbewerber um den Welthandel überflügelt. Der Zweck dieser ergebenen Zeilen ist Ew. Exzellenz gehorsamst zu ersuchen mich hochgeneigtest wissen lassen zu wollen, ob auch Ihnen der Zeitpunkt für den oben erwähnten Komité gekommen zu sein scheint, wieder handelnd aufzutreten. mit tiefsten Verehrungen habe ich die Ehre mich zu nennen Ew. Exzellenz Leipzig, den.... ganz ergebenster Diener. Enfantin a M. de Bruck. - 144- - 69 Monsieur. Paris, le 28 novembre 1853Vous vous êtes associé de cœur au grand projet, pour la réalisation duquel notre société d'études est fondée; permettezmoi donc de vous faire part des idées que la situation générale actuelle m'inspire, et qui se rattachent à ce projet. En formant les trois groupes( allemand, français, anglais) de notre société d'études, nous avions constitué cette société conformément à la situation vraie de l'Europe à cette époque ( 1846), quant à la question de la communication des deux mers. Nous ne nous dissimulions pas cependant qu'en approchant de son but, notre société devrait nécessairement s'entendre et admettre surtout une quatrième puissance européenne, plus intéressée réellement que toutes les autres à l'œuvre que nous nous proposions d'accomplir. Le moment approche, où la Russie devra, en effet, prendre une part active dans la résolution des grandes puissances européennes, dont l'accord unanime est indispensable pour que la communication des deux mers puisse enfin s'effectuer. Votre Excellence ne pense- t- elle pas, que c'est seulement à présent et par cette intervention de la Russie, que les hésitations, où le mauvais vouloir de l'Angleterre à cet égard sera définitivement vaincu? Les événements qui se passent en Orient cette année paraissent tout- à- fait contraires à cette pensée; ils semblent éloigner plus que jamais la Russie d'un concert avec les autres puissances européennes, principalement sur une question, qui intéresse au plus haut point les relations de toute l'Europe avec l'Orient. Néanmoins, je crois que ce serait prendre l'apparence pour la réalité que d'interprêter ainsi la situation politique actuelle. Quelle est en effet cette situation? L'Islamisme est occupé militairement, comme le Catholicisme. Tel est le sens vrai de l'apparition des armées russes sur le Danube, et des flottes anglaises et françaises à Constantinople. - 145 - Autrefois, quand un peuple déclinait, quand une civilisation s'éteignait, un peuple voisin faisait la conquête du peuple déchu, une civilisation jeune et vigoureuse s'emparait de la civilisation épuisée et mourante, et la régénérait en la trempant dans un sang nouveau. Aujourd'hui la chrétienté ne tolère plus cette spoliation de peuple à peuple; elle n'admet plus le droit de conquête. Lorsqu'une nation se décompose et se meurt, la chrétienté l'occupe, au nom de l'intérêt commun; elle délègue à un ou plusieurs de ses membres le soin de présider en armes à ses funérailles, mais aussi à sa renaissance; elle maintient l'ordre et protège la liberté, là où le pouvoir local serait sans force et le peuple sans frein. Les deux occupations successives de la France, en 1814 et 1815, ont inauguré ce nouveau droit international, né de la Sainte Alliance. En ce moment, la France occupe Rome, l'Autriche cerne les Etats romains, parce qu'il faut défendre le catholicisme contre une mort violente et honteuse; parce qu'il faut empêcher que l'Italie ne soit révolutionnée ou conquise; parce qu'il faut protéger, en même temps, le Pape contre ses sujets et l'Italie contre l'envahissement de l'Autriche, ou du Piémont ou même de la France. D'un autre côté, la Russie marche vers le Danube, l'Autriche veille sur la rive droite du Fleuve, la France et l'Angleterre occupent le détroit et les mers, parce qu'il faut que la Turquie d'Europe soit cernée et sauvegardée par tous, afin qu'elle ne soit la proie de personne; et parce qu'il faut aussi que le Sultan soit protégé contre ses sujets, lui qui vient de prêcher à l'Islam la guerre sainte, comme le Pape avait prêché à la chrétienté la liberté. Voici plus de trente ans, que les politiques de journaux et de tribunes affirment que l'islamisme est un cadavre: Ils en concluent que les Turcs doivent être chassés d'Europe, et que l'Empire Turc doit être partagé de concert entre les puissances chrétiennes, ou bien que chacune de ces puissanes s'emparera immanquablement de la portion de l'Empire Ottoman qui est à sa convenance. Georgi- Dufour, Urkunden. 10 - 146 - Des politiques de même force disent aussi que le catholicisme étant mort, le pouvoir temporel du Pape n'a plus de raison d'être, tandis que l'unité politique de l'Italie est prète à se réaliser, soit sous la forme républicaine, soit par la réunion de tous les Etats Italiens en une seule monarchie. La vraie politique n'accepte pas comme des principes ces demi- vérités sur l'état de ces institutions puissantes fondées par les siècles; elle n'admet pas comme un fait la mort et la disparition de l'islamisme et du catholicisme; aussi ne tire- t- elle pas de leur faiblesse actuelle des conséquences aussi absolues et radicales que la conquète, le partage et les révolutions; elle aboutit simplement à l'occupation, qui laisse au temps et à Dieu leur rôle. Je le répète, l'islamisme est occupé militairement par les peuples qui peuvent le protéger contre une décomposition violente, et qui pourtant, à d'autres époques, se seraient disputés à outrance cette proie. Il est occupé par l'Europe entière, qui le défend contre son passé et l'aide à atteindre son avenir. Malheureusement, si cette occupation existe de fait, elle n'est pas encore avouée, consentie, régularisée, limitée. Le droit de conquête est si vieux qu'il a son code, mais le droit d'occupation est si nouveau qu'il n'a pas encore de règles. Toutefois, il me paraît certain que les efforts de la diplomatie n'auront pas d'autre résultat que de consacrer le fait accompli, l'occupation de la Turquie d'Europe par les grandes puissances chrétiennes, en déclarant que cette occupation a pour but de maintenir l'intégrité du territoire ottoman et du gouvernement du Sultan; absolument comme pour Rome et les Etats du pape. Or, pour arriver à cette solution officielle du différend politique actuel, il y aura des négociations, à propos desquelles plusieurs questions, qui intéressent l'Europe et la Turquie seront résolues. Non seulement les questions religieuses, concernant les chrétiens sont de ce nombre, mais bien d'autres encore, relatives à la Grèce, à l'Algérie, au libre parcours du détroit, à la guerre de Circassie et tout particulièrement notre affaire de Suez. Oui, les circonstances actuelles sont merveilleusement favorables, pour faire arriver enfin sur la table des diplomates cette - 147 - admirable entreprise d'intérêt universel, qui doit modifier si puissamment toutes les relations commerciales du monde. L'intervention de la Russie dans les débats relatifs à la communication de la Méditerranée et de la Mer Rouge peut seule faire tomber les obstacles, que l'Angleterre n'a cessé d'opposer à cette œuvre, or, personne ne saurait mieux que Votre Excellence faire comprendre au gouvernement russe l'intérêt qu'il aurait non seulement à intervenir, mais à prendre l'initiative d'une proposition aussi éminemment pacifique, dont la réalisation exige et favorise le remaniement de la question d'Orient, sur une nouvelle base et dans un autre but, que par le passé. Le fait est que du jour, où la jonction des deux mers serait consentie entre toutes les puissances et réalisée par leur concert, les relations de l'Europe et de la Turquie auraient une signification tout à fait nouvelle, beaucoup plus conforme à l'importance du titre, qui les désigne aujourd'hui: question d'Orient. En effet, par là seraient transformées ou entièrement créées à nouveau les relations de toutes les nations européennes, y compris la Turquie, avec l'Inde, l'Afrique Orientale, la Chine et l'Australie. Bien plus, cette attraction invincible, qui entraîne la Russie vers la Perse s'affaiblirait en devenant moins exclusive, et en trouvant un nouveau débouché vers le Sud, par les Dardanelles et la Mer Rouge. La route du Caucase serait enfin jugée telle, qu'elle est réellement, c'est- à- dire la plus longue, la moins coûteuse, la moins sûre. La Mer Noire toucherait ainsi à la Mer des Indes, Odessa à Bombay et la Crimée serait plus rapprochée de la Chine par Canton, qu'elle ne l'est aujourd'hui par Kiachta. Enfin la Russie deviendrait une puissance maritime, elle qui a été jusqu'ici enfermée dans la Mer Noire, lac sans issue comme la Caspienne; et elle s'ouvrirait ainsi d'un seul coup, le triple passage de Constantinople, de Suez et de Gibraltar. Il ne faut pas se dissimuler que, dans cette immense révolution, c'est l'Angleterre qui est atteinte dans plusieurs de ses monopoles. Les Dardanelles ne peuvent pas s'ouvrir à la liberté, sans que le despotisme de Gibraltar n'en souffre, de même que Suez ouvert, détrône en partie le Cap de son privilège. 10* - 148 - Voilà pourquoi ces questions doivent et peuvent s'agiter, au moment où il importe au monde entier de terminer la guerre actuelle, sous peine de la voir devenir générale. J'ose donc prier Votre Excellence d'user de sa haute influence pour que la jonction des deux mers devienne une des conditions d'intérêt universel, sur lesquelles reposera la paix, que l'Europe attend des efforts de la diplomatie à Constantinople; afin que la réalisation de cette entreprise ne rencontre plus nulle part d'obstacle et qu'elle trouve partout, au contraire, appui et concours. Je suis avec la plus haute considération, Monsieur l'Internonce, de Votre Excellence Le très humble et très obéissant serviteur. signé: Enfantin. An Arlès- Dufour. Mon cher ami, 70 Londres, le 7 septembre 1854. Au moment fixé pour mon départ, Heyman et Caesar d'Amsterdam se sont présentés. En même temps je recevais des commissions de Capouette, de Moris et de Waleroy. De plus l'un de mes jeunes gens est malade; j'ai donc dû remettre sine die ma tournée de Hollande. J'ai reçu ta lettre du I er octobre. Ne nous occupons pas de l'affaire Brunet. Ce ne serait que de la théorie, car probablement elle ne se fera pas. La lettre en retard était celle, que tu avais chargé William de me remettre. Je voudrais bien aller à Paris, mais je ne pourrais y aller pour 4 ou 6 jours et il ne conviendrait pas que je m'absentasse dans ce moment pour trop longtemps. Le voyage de Hollande est ce qu'il y a de plus pressant. Mes jeunes gens marchent - 149 - bien. Tout en les laissant faire, il me faut pourtant avoir l'œil sur eux pour les guider quand il y a lieu. Gromont, peu heureux comme Salisman, est parfait pour l'exécution de commissions minutieuses, comme celle des Italiens. Ma famille est pour une quinzaine de jours à Park Hill. Ferdinand a sousloué chez Sults, où je puis aussi demeurer par interim dans les temps où je n'ai pas à Londres d'autres appartements. Que faites- vous pour Suez? Le moment actuel me paraît unique pour reprendre cette affaire. La France, l'Angleterre et l'Autriche alliées; M. de Bruck, le plus chaud partisan de l'affaire, Internonce à Constantinople; avant la guerre et par la guerre, une rareté de navires, qui fait sentir la nécessité de raccourcir le trajet de l'Inde et de l'Australie; les Américains menaçants et plus disposés que jamais, à faire passer le centre du commerce du monde d'Europe en Amérique; enfin une récolte magnifique, qui assure pour l'année courante l'abondance de fonds nécessaires à toute grande entreprise. Je dis les Américains menaçants, c'est- à- dire qu'il se permettent tout, témoin l'affaire de Greytown; je m'attends à quelque chose pour Cuba avant peu et, s'ils terminent le canal de Panama avant que l'Europe ait fait Suez leur présomption et leur jactance n'aura plus de bornes et forcera l'Europe à leur faire la guerre, qui engloutira dix fois plus de millions, que ne coûterait un canal, quelles que doivent être les difficultés. Ici où on recevait il y a 8 ans froidement l'idée du canal de Suez, tout le monde sent maintenant, que le canal est le seul moyen à opposer aux progrès excessifs de l'Amérique. Il faut par le canal nous rapprocher d'une moitié du Globe. Vous avez oublié Suez depuis plusieurs années, comptant que Talabot s'en occuperait. Erreur! Talabot est mathématicien en pratique comme en théorie. Il attaque la besogne qui est prête, mais il n'a ni temps ni envie de s'occuper de celle, qui ne fait que se préparer. Stephenson est dans le même cas. Sur nos trois ingénieurs il n'y a que Negrelli, qui n'a jamais perdu de vue Suez et encore n'est- ce, que parce que, en qualité d'ingénieur du Gouvernement, il a toujours été poussé par M. de Bruck. - 150 - C'était une erreur de notre part de commencer par mêler à Suez les ingénieurs avant que l'affaire ne fût constituée financièrement. Le commencement de l'affaire devait être financier. Ce n'est que quand on aurait eu en main les soumissions pour cinq millions de Livres Sterling, qu'il fallait appeler les ingénieurs. Dans ce moment encore c'est l'affaire des négociants de trouver les fonds, mais c'est surtout ton affaire à toi personnellement, de trouver l'occasion de dire à l'Empereur Napoléon que lui, la Reine Victoria et l'Empereur François- Joseph, doivent attacher leur nom à cette œuvre de paix, qui doit former la conclusion de cette question d'Orient maudite, qui, depuis un demi- siècle, tient l'Europe en émoi. - Ce Trio peut tout ce qu'il veut! Ils doivent vouloir Suez. Mais deux empereurs et une reine, qui en vaut un troisième, ne peuvent pas vouloir un mesquin canot avec transbordement qui serait une demi- mesure sans grande portée comme le chemin de fer. Il n'y a que le grand canal, permettant le passage des plus grands vaisseaux qui puisse répondre aux besoins du monde. A ce sujet je me réfère à ce que je vous ai écrit il y a plusieurs mois. M. de Bruck est l'homme, qu'il faut chauffer. Il faut l'encourager à aller en avant en lui donnant confiance; que lui prépare la chose diplomatiquement, les fonds pour l'exécution ne manqueront pas. De Bruck est seulement« man of business»>, la lettre d'Enfantin était pour lui trop savante, trop théorique, trop prophétique. Il voit dans le canal le moyen d'agrandir Trieste et Venise, de procurer des débouchés aux produits de la Hongrie, qui deviennent si énormes depuis, que ce pays échappe à l'oppression aristocratique, qu'on ne sait, où trouver des marchés pour les placer. Il espère par le canal expédier de Fiume aux Indes la farine etc. qu'y expédient maintenant les Américains. Il voit dans le canal le complément de la libre navigation du Danube, que lui seul avec le jeune empereur a conquise en dépit de toute la Camarille de la vieille Autriche qui, ne suivant que ses souvenirs du Congrès de Vienne, de l'Empereur Alexandre et du Prince de Metternich, n'avait pas le courage, de secouer la honteuse chaîne de la Soulina. On pourrait encore dire beaucoup de cette colossale affaire. A toi maintenant à faire une démarche hardie auprès de l'em 151 - pereur. Ta position doit te permettre de lui en dire un mot et de lui en écrire deux, afin qu'il n'oublie pas ce que tu lui en auras dit. Le Prince Albert est enfin l'homme pour influencer la reine dans la bonne direction. Mon ami, Anvers, le 16 septembre 1854La précédente lettre est restée dans mon portefeuille parce que je voulais y ajouter quelque chose. Piol m'a remis la tienne du 16 ct. Il t'aura dit, que le résultat immédiat de son voyage est nul. A l'avenir cela pourra peut- être mener à quelque chose, cecependant ce sera difficile à cause de la grande intimité qui paraît établie entre toutes les bonnes maisons de Hollande et deux ou trois commissions à Paris. C'est un type distinctif du commerce hollandais d'être des partisans fidèles pour les maisons avec lesquelles il se trouve en relation. C'est étonnant p. ex. de voir combien ils sont tous attachés à Burroughs qui, cependant, depuis plusieurs années, néglige les affaires. Mille choses à tous tes amis de Paris. Tout à toi Je retourne à Londres cette semaine. Albert. 71 An Arlès- Dufour von Dufour- feronce. Mon cher ami, Londres, le 4 octobre 1854. Ta lettre du 29 sept. m'est parvenue. Je suis charmé que nous soyons tous d'accord sur les vues qu'exprimait ma lettre concernant Suez. Talabot et Stephenson voudraient Suez comme une affaire technique, s'ils étaient sûrs d'y avoir profit ou au moins honneur. L'affaire n'est pas pour eux une chose de conviction, comme question de progrès de l'humanité, comme pour nous. Nous la voudrions pour faire marcher le monde; qu'on sache que nous y travaillons depuis des années ou qu'on ignore notre coopéra - 152 - tion, cela ne nous inquiète pas. Certainement le moment est opportun, il faut le saisir. - Tu as raison de dire qu'il faudrait arriver avec une compagnie formée. Je regrette, que dans le temps on n'ait pas suivi le plan d'émettre des scrips ou promesses d'actions n'engageant le porteur qu'au versement de 12% de suite et 1/2% à la première demande. Une pareille Société formée au capital de 5 millions L. Sterl. aurait$ 28000 de versés et la pareille somme à demander, pour appuyer ses plans. Avec cela on aurait pu se présenter. Dans ce moment je crois difficile de former une Société de cette nature, mais crois- moi, c'est la seule manière d'engager peu à peu les gens, à se lier par intérêt à la chose et ce n'est que quand il y aura des gens qui, espérant gagner si l'affaire marche, ou perdre si elle venait à manquer, ce n'est que quand la spéculation s'en mêlera, que Suez se fera. Les Gouvernements ne feront pas Suez, si le public ne le fait pas. Moins que jamais ils ne le feront avec cette maudite guerre sur les bras, que je crains bien ne pas voir finir encore, malgré les revers de Nicolas, qui sait trop bien, que personne n'ira jouer le troisième acte de Charles XII et de Napoléon I. Dans ce moment je suis trop occupé pour voir qui que ce soit au sujet de Suez. J'ai un pied à Greshamstreet l'autre à Addlestreet et ce ne sera pas avant samedi que nous serons bien installés. J'attends le mémoire d'Enfantin. Tu pourras le donner à Ferdinand*), qui te fera une courte visite à Paris dans quelques jours où il passera à son retour de Weinheim où je l'ai envoyé pour quelques jours en holidays, parce qu'il travaille trop pour n'avoir pas besoin de prendre l'air de temps en temps. 72 Lesseps an General- Consul Huber. Caire, le 2 décembre 1854. Monsieur le Consul Général! Je vous ai donné connaissance du projet du Vice- Roi de faire percer l'Isthme de Suez par un grand canal maritime et *) Dater des Mitherausgebers. 153 de concéder cette entreprise à une compagnie de capitalistes appartenant à toutes les nations. J'ai l'honneur de vous transmettre le mémoire, qui m'a été demandé par le Vice- Roi sur la communication des deux mers, ainsi que la traduction des pouvoirs que son Altesse me donne pour constituer et diriger la Compagnie universelle du canal maritime de Suez. - Vous avez déjà apprécié les avantages, qui résulteront pour l'Allemagne, et pour l'Autriche en particulier, d'une œuvre destinée à abréger, pour le bassin de la Mer Noire de plus de 4000 lieues, et pour Trieste de plus de 3620 lieues, la route commerciale de la Mer des Indes. L'honorable représentant de l'Autriche à Constantinople en s'associant il y a dix ans aux travaux d'étude du canal des deux mers, avait montré qu'il comprenait pour son pays toute l'importance d'une telle entreprise. Il y avait en l'agrandissement de Trieste et de Venise, des débouchés infinis ouverts aux produits de toutes les provinces de l'Empire, et du Royaume de Hongrie, on y verra de plus aujourd'hui le complément de la libre navigation du Danube. Je vais dans quelques jours faire un voyage d'exploration dans l'Isthme depuis Suez jusqu'à Péluse avec M. Linant de Bellefont, directeur des travaux publics de l'Egypte, dont les études antérieures ne laissent point de doute sur la possibilité de l'exécution, et avec M. Mongel, Directeur des travaux du barrage, ancien ingénieur en chef des ponts et chaussées. Ce sera à mon retour en Europe vers le mois de janvier, que je m'occuperai de la constitution de la compagnie, dont les principaux éléments sont déjà existants en Allemagne, en Angleterre, en France et en Hollande. Le vice- Roi, dont vous connaissez les bons rapports avec la Porte, ne doute pas de l'acquiescement du Sultan, avec lequel il s'entendra directement. Veuillez agréer etc. signé Ferdinand de Lesseps. eb sul Monsieur de Negrelli, Verone. Commission Impériale de l'Exposition Universelle Secrétariat Général. - 154 73 - Mon cher collègue. Lyon, 20 décembre 1854. Peu de jours après la réception de votre amicale lettre du 27 novembre les journaux vous ont annoncé le grand événement de la concession de Suez à notre ami et associé, M. Ferdinand de Lesseps, qui vous est certainement connu de réputation. Le 15 courant j'ai reçu de cet ami copie de tous les documents, bien en règle, de cette grande affaire. Je ne vous envoie que la copie de la concession, qui est la pièce principale. De concert avec M. Enfantin, nous avons décidé qu'avant de faire aucune démarche, et de faire parler les journaux nous attendrions le retour de M. de Lesseps, qui aura lieu avant fin janvier. Alors nous aviserons nos moyens les plus convenables d'organiser la société universelle. En attendant nous avons écrit à M. de Lesseps de se mettre en relations avec M. de Bruck, qui est dans la meilleure situation pour nous aider à obtenir la sanction du Sultan. tbl m Une fois ce fait accompli, il ne nous restera à solliciter que l'approbation de l'Empereur Napoléon, car celle de l'Autriche est acquise et le gouvernement anglais laisse faire et laisse passer tout, ce qui est du domaine privé. J'espère que l'alliance intime de l'Autriche contribuera beaucoup à abréger la guerre et qu'avant la fin de 1855 nous compterons la Russie parmi nos associés. Il est cruel et triste de penser que si le Roi de Prusse se fut prononcé énergiquement contre la Russie dès le principe, la guerre n'aurait pas eu lieu - 155 - et des milliers d'hommes utiles, français, anglais, russes et turcs, qui sont morts ou vont mourir, vivraient encore! Enfin, Dieu est grand! et nous devons croire, que de ce terrible sacrifice il fera sortir quelque bien, que nous ne voyons pas aujourd'hui, et que nous bénirons plus tard! Pour nous, bénissons- le de ce qu'il va nous permettre de réaliser l'œuvre glorieusement pacifique, que nous pensions avoir étudiée pour nos enfants. Je retournerai à Paris après les fêtes et j'y serai à vos ordres. Je verrai M. de Hübner, à qui il sera bon, que vous fassiez connaître vous- même, ou par vos amis ce, que nous avons fait ensemble avec l'assentiment de votre gouvernement pour Suez. Votre bien dévoué An Negrelli. Société d'Etudes du Canal de Suez. signé: Arlès- Dufour. Lyon, le 5 janvier 1855. Digne ami et cher collègue, Votre lettre du 26 décembre me revient de Paris, où je ne serai de retour que le 12 ou 13 courant; elle s'est croisée avec ma dernière, vous annonçant ma communication à Son Altesse l'Archiduc Maximilien, que j'ai retenue jusqu'à aujourd'hui, voulant attendre l'issue d'une audience promise par l'Empereur à M. Enfantin. Cette audience, qui a eu lieu hier, a été on ne peut plus favorable à Suez, dont l'Empereur comprend et apprécie l'importance et la portée comme nous, qui nous occupons de l'affaire depuis 26 ans. - Je ne crois pas manquer aux convenances en vous donnant copie de ma lettre à S. A. Nous sommes associés et tout doit être commun entre nous. Agréez encore mon bien cordial salut. signé: Arlès- Dufour. Sur l'appel d'Enfantin je me décide à retourner à Paris le 9. - 156 - An Negrelli. 74 Derehrtester Freund! Paris, 28. Juni 1856. 3wei Mal war ich heute früh bei Ihnen und da ich heute Abend abreise, ohne zu wissen, ob ich Sie noch antreffen werde, schreibe ich Ihnen um Ihnen Adieu zu sagen. Die Suez Sache scheint mir in ein gutes Geleise zu kommen und de Lesseps Verdienste um den Fortschritt sind nicht zu verkennen, aber im Finanzpunkt ist die Sache noch ganz unreif, de Lesseps ist auch nicht in der Stellung wie man auf Französisch sagt: de lancer l'affaire dans le monde financier. Ein Geschäft von 2 bis 300 millionen Franken braucht aber einen tüchtigen finanziellen Pathen um zu gedeihen und an der Börse willig aufgenommen zu werden. De Lesseps schwebt in dieser Beziehung in Illusionen er sagt: j'ai plus de capitaux qu'il ne m'en faut; Diele Leute sagen: je prendrai des actions, je prendrai 10 Millions, je prendrai 20 Millions u. s. w. Bis aber die Leute die erste Einzalung geleistet haben kann man auf nichts rechnen, um aber die Einzahlungen hereinzubekommen, giebt es nur zwei Mittel: A. Eine vorläufige Gesellschaft zu bilden, eigentlich eine wirkliche société d'études. Man sagt: wir sehen auf die bisher ge= wonnenen Erfahrungen rund daß 200 millionen Franken ge= braucht werden um die Sache zu vollenden. Wir wollen Aktien Promeßen ausgeben, deren Besitzer s. 3t. die wirklichen Aktien erhalten sollen. Die wirklichen Aktien sollen s. 3. von fr. 500 sein. Wer jetzt 22 Pr. bezahlt erhält eine Aktien Promesse Comité wird seine Einzahlungen einschreiben - - - das wer die ferneren Einzahlungen nicht leistet, verliert das durch die frühern Einzahlungen erlangte Anrecht. - B. Oder aber man hält sich für weit genug vorgeschritten, um sofort zur Ausführung zu schreiten und dann muß man sich gleich constituiren, 6-10 pro Cent Einzahlung fordern um vor der ganzen Welt fertig dazustehen. In beiden Fällen aber muß man ein vollständiges Statut und einen Comité fondateur bereit haben und erstern als Grundlage der - 157 - ganzen Operation, den zweiten aus einer Anzahl bekannter, an den Börsen bekannter Namen, welche dem Publikum Bürge für gute Verwaltung des verlangten Geldes sein könnten. Im Falle A hat man eine million zu Fortsetzung der fernern Dorarbeiten, im Falle B hat man 20 millionen zum Inangriff nehmen der wirklichen Arbeiten. Wenn man die Sache nun wirklich praktisch in die Hand nehmen und der Vollendung ernstlich entgegen führen will, ist aber de Lesseps allein nicht der Mann. Er hat auch Mißgriffe begangen, die ihm an den Börsen geschadet haben 3. B. die Treiirung einer Zeitung für die Sache u. s. w. Talabot ist in diesem Augenblick der Mann für die Bildung einer Gesellschaft( compagnie sérieuse), er ist das Orakel Rothschilds und der übrigen Banquiers des ersten Ranges in Paris. Ich habe heute eine lange Unterredung mit ihm gehabt. Er ist über die ganze Angelegenheit sehr verdrießlich und will gern dabei sein, ohne jedoch gezwungen zu sein, nachgeben zu müßen in Bezug auf seine Ansicht des Nil Canals. - Ich glaube, er ist für die Sache zu gewinnen, wenn Sie ihn zu der Ingenieur Gesellschaft des Comité International ziehen und dies ist auch unbedenklich, wenn Sie ihm sagen, es sollen alle seine Bedenken gegen den direkten Canal noch ein Mal der strengsten Prüfung unterworfen werden, aber allerdings müsse er sich entschließen zu_ver= sprechen, sich auch seinerseits der Entscheidung der Majorität zu unterwerfen. Das letztere wird ihm sehr schwer werden, aber in dieser Beziehung muß er gefaßt sein, sonst tritt er allein Allen entgegen und glaubt, so seinen Eigensinn durchsehen zu können. Suchen Sie den de Lesseps zu überzeugen, daß um einen seinerzeitigen Erfolg der Sache zu gewinnen dieselbe mit Geldmächten in Frankreich Deutschland England abgeschloßen werden muß. In England aber präsentirt durch Rothschild und Baring; In Frankreich durch Talabot mit seiner Association der Banquiers Rothschilds, Hottingen etc. - 158 In Deutschland durch die Wiener Credit Anstalt Leipziger Credit Anstalt Berliner Disconto Gesellschaft Hansemann. Wenn es so angegriffen wird, geht die Emission in die ge= wohnten Bahnen und gelingt seinerzeit ganz bestimmt. Hat sie aber ein mal eine finanzielle Gestalt, so kann man die politische Seite mit Kraft angreifen- jetzt aber steht die Unterhandlung im Stadium eines Projektes, dem es noch an den rechten Pathen fehlt, die ihm den finanziellen Namen geben. Einliegend ein Brief, der mir eben aus 3ürich für Sie zukommt. Wenn ich Sie nicht mehr sehen sollte, empfangen Sie meine herzlichsten Wünsche für glückliches Ereigniß. Aufrichtig der Ihrige Anmerkung. Dufour. 3wei Tage vorher hatte die commission internationale den Plan Negrelli's, direkte Trace, keine Schleußen, in ihrer Sigung vom 24. Juni 1856, definitiv angenommen. 75 An Negrelli. Chemin de fer de Lyon a la Méditerranée. 23 rue Lafitte. Mon cher Collègue. Je sors de chez l'Empereur. Paris, le 4 janvier 1855. Il est impossible de se montrer plus intelligent de l'affaire de Suez et plus désireuse de sa réalisation, mais avec la connaissance des difficultés que cette réalisation peut rencontrer. J'ai reçu d'ailleurs de sa bouche les meilleures indications sur la marche, que nous avons à suivre dès que M. de Lesseps sera de retour. - Je m'empresserai de vous tenir au courant de ce, que nous ferons alors et surtout ce que nous préparerons pour l'époque de l'exposition universelle. - 159 - Je joins mes compliments à ceux d'Arlès pour la gracieuse appreciation que votre Empereur vient d'accorder à vos services et vous renouvelle l'expression de ma bien sincère affection. Eigenhändiges Schreiben. signé: Enfantin. 76 A Monsieur le Chevalier de Negrelli à Verone. Société d'Etudes du Canal de Suez. Mon cher Collègue. Paris, le 23 Janvier 1855. Depuis ma lettre du 4 courant, où je vous parlais de ma visite à l'Empereur, et à laquelle Arlès et moi n'avons pas encore de réponse, nous avons retrouvé auprès du Ministre des Affaires Etrangères et dans tous les bureaux de ce ministère les bonnes dispositions de l'Empereur. D'excellentes instructions ont été données partout, et principalement à Londres et à Constantinople. L'Impératrice, dont Lesseps est parent, s'intéresse vivement à la réussite de notre œuvre, enfin, nous sommes satisfaits, sous tous les rapports, des dispositions, que nous rencontrons partout ici. Notre satisfaction vient de s'accroître encore d'une manière bien sensible, quand nous avons appris l'élévation si méritée, et j'ose le dire, si providentielle de S. Ex. M. le Baron de Bruck au ministère des Finances. Notre illustre collègue vient de faire à Constantinople, nous le savons, la constatation la plus énergique de l'intérêt, que son gouvernement et lui- même portent à l'affaire de Suez, sa pensée continuera à y être représentée avec zèle par son successeur, et lui, il revient à Vienne au moment, où il peut y être le plus utile pour la réalisation des actes diplomatiques, qui doivent assurer l'exécution de notre œuvre internationale. Nous vous prions, cher collègue, Arlès et moi, de faire agréer à S. Ex. M. le Ministre des Finances nos félicitations pour la haute influence, que Son Empereur et Dieu lui ont assignée sur les destinées actuelles, si grandes et si fécondes, - 160 - de l'empire d'Autriche; influence qui se manifestera bien certainement d'une façon toute particulière, dans la réalisation de la jonction des deux mers. La certitude, où nous sommes de l'appui de nos deux gouvernements, de la parfaite identité de leurs intérêts et de leurs actes, quant à l'affaire de Suez, et de leur commune action sur le gouvernement anglais, nous prouve l'extrême justesse de la direction, que l'Empereur Napoléon a bien voulu me donner, lorsqu'il m'a poussé à hâter la constitution de notre Société, afin que son organisation parmi les hommes d'affaires aidât l'action des hommes d'État dans leurs négociations diplomatiques. M. le Ministre des Affaires Étrangères m'a également pressé de procéder activement à cette organisation. J'ai pu également m'assurer que l'Empereur et son gouvernement approuvaient la ferme résolution, que nous avions prise, d'organiser notre Société au- dessus du terrain où se forment d'ordinaire les affaires et les compagnies industrielles, au- dessus de la Bourse, sans exclusion des banquiers, mais en dehors du tripotage, qui trop souvent les entoure, et en conservant au drapeau de Suez toute la hauteur et toute la pureté, que doit avoir un pareil signe de l'association pacifique de tous les peuples. L'Empereur et le Ministre reconnaissent, que cette belle entreprise doit porter par dessus tout l'empreinte de l'intérêt gouvernemental, qui s'attache à elle. En l'absence de M. de Lesseps, dont nous attendons le retour dans les premiers jours du mois prochain, nous n'avons pu que projeter les bases de la constitution du personnel de la Compagnie Universelle du Canal de Suez. Je vous remets ci- joint un tableau, qui vous fera comprendre, dans quel esprit nous avons conçu l'administration d'une telle compagnie. Nous désirons que vous soumettiez ce projet à S. Ex. M. le Ministre des Finances, afin que s'il en adopte l'esprit, il veuille bien désigner lui même les personnes, qu'il jugera convenir le mieux au but, que nous nous proposons. Il importe beaucoup à la marche rapide de notre affaire, que cette constitution administrative soit convenue et arrêtée - 161 - au plus tôt entre la France et l'Autriche, car notre intention est, aussitôt après l'arrivée de M. de Lesseps, d'adresser la circulaire, dont je joins ici le projet, aux personnes que, dans les principales villes de France, d'Allemagne, de Hollande, d'Italie et d'Espagne, devront être les représentants de la Compagnie Universelle pour la réalisation de son capital et de l'envoyer principalement aux membres de ce conseil d'administration, dont je vous remets la composition projetée. Vous verrez que nous laissons dans un très grand vague la constitution du groupe anglais; c'est qu'en effet nous pensons, que nous ne devons aborder l'Angleterre qu'après nous être constitués, entre vous et nous, de telle sorte, que nous puissions dire aux Anglais: Des portes vous sont ouvertes, votre place est réservée, mais nous pouvons nous passer de vous. Répondez- nous, je vous prie, au plus vite, le temps presse, les circonstances sont aussi favorables que possible, sinon à l'exécution, de l'œuvre, au moins à la formation immédiate de la Compagnie. Je joins encore ici copie d'une note confidentielle que j'ai faite pour M. le Ministre des Affaires Etrangères qui me l'avait demandée. Usez en discrètement; vous voyez dans quel but elle est rédigée. Je vous demande la même réserve pour le projet d'organisation du conseil, projet qui n'est encore qu'entre vous et nous deux Arlès, et dont M. de Bruck seul devra avoir connaissance, comme d'une simple idée, sur laquelle nous le consultons. Recevez, cher collègue, la nouvelle assurance de mon bien sincère attachement. Anmerkung. signé: Enfantin. 19 Boulevard Poissonière à Paris. Besonders bemerkenswert an diesem Brief ist, wie vollkommen sicher sich Enfantin wähnte und wie sehr ihn Napoleon und dessen Regierung vorwärts drängten. Beilage: Original der von der société d'études projektierten Organisation. Georgi- Dufour, Urkunden. 11 77 Beilage. Organisation du Conseil d'Administration de France. Allemagne. Présidents Un Prince de la Famille Impériale ou bien S. A. I. 1'Archiduc Maximilien ou bien Mr. le Comte de Morny, Présidt du S. Exce Mr. le Bon de Bruck, Ministre Corps Législatif. des Finances et Son Exce M. le Chev. du Toggenburg Ministre du Commerce. la Compagnie Universelle du Canal de Suez. Honoraires. Angleterre. S. G. Monseig. le duc de Northumberland ou bien Orient. S. A. Mohamed Saïd Pacha ou bien Le Président du Conseil de la Compagnie| Edhem Pacha, Ministre des Affaires des Indes. Etrangères. Conseil Deux Directeurs aux Affaires Etrangères.| Le Ministre de Hollande à Vienne. Un Officier d'Ordonnance de l'Empereur. Le Consul Gal des Pays Bas en Egypte. Le Secrétaire Général de la Comon de M. le Baron de Kubeck. l'Exposon Universelle. Le Président du Lloyd de Trieste. Un Administrateur du Chemin de Lyon M. Dufour- Féronce de Leipzig. à la Méditernée. Un Administrateur de la Cie Gle d'Armements Maritimes. Un Administrateur de la Cie des Paquebots de la Méditernée. Le Président de la Chambre de Commerce de Lyon. Le Président de la Chambre de Commerce de Marseille. Le Président de la Chambre de Commerce de Paris. Le Consul Général de la France en Egypte. 12 Membres. Comité Central. Le Président de la Société Industrielle de Vienne. Le Président de la Chambre de Commerce de Venise. Le Président de la Chambre de Commerce de Hambourg. Le Président de la Chambre de Commerce de Berlin. Le Président de la Chambre de Commerce d'Amsterdam. d'Administration. Le Président de la Société Péninsulaire| S. Exce Soliman Pacha, Généralissime. Orientale. Kónig Bey, Secrétaire intime du Vice- Roi. Artyn Bey. Le Consul Général d'Angleterre en Egypte. Un des Directeurs de la Compagnie des Indes. Le Président de la Compagnie Générale de Navigon. Un Armateur de Liverpool. Péto, Membre du Parlement. Abder Rachman Bey. Lambert Bey. Le Consul Général de Turquie à Paris. 6 Membres. 12 Membres. 12 Membres. Administrateurs Délégués. Administrateurs Délégués. Comité Correspondant. Trois Administrateurs dont. Cinq Administrateurs. Un à Leipzig. Un à Amsterdam. M.M. Enfantin, Admteur délégué du Chin| Mr. Revoltella à Trieste. de Lyon à la Méditerranée. M.M. Arlès- Dufour, Secrétre Gal de la Comon Imple p/ l'Expositon Unvele. M.M. Prince de la Tour d'Auvergne, Offier d'Ordce de l'Empereur. M.M. Benjamin Delessert, Admteur de la Cie Gle d'Arment Maritme. M.M. N... 5 Membres. 3 Members. 3 Membres. Général. 5 Membres. Directeur Mr. Ferdinand de Lesseps ( Concessionnaire) Ministre Plénipotentiaire. Ingé nieurs. | M. R. Stephenson. M. P. Talabot, Directeur de la Cie du| M. le Chevalier de Négrelli. Chin de Lyon à la Méditerranée. Conseiller Ministériel Direct des constructions des chemins de fer dans le Royaume lomb. Vénitien. Linant Bey. 11* - 164 - 78 Leipzig, am 23. Januar 1855. An die wohllöbliche Commune von Triest! Es ist Ihrem verehrten Collegio sicher schon durch Herrn von Negrelli bekannt geworden wie die Commission zu Erbauung des beabsichtigten Canals von Suez dem durch die französische Centralgruppe unseres Comité d'Etudes nach Egypten entsendeten Herrn de Lesseps unter höchst günstigen Bedingungen für die durch unseren Comite zu bildende Gesellschaft erteilt worden ist. Kann nun auch in Folge der Kriegsverhältnisse an die Möglichkeit sofort zur Ausführung zu schreiten nicht gedacht werden, so sind wir doch durch die erlangte Conceßion in den Stand gesetzt, bei hoffentlich nicht in zu ferner 3eit abzuschließendem Frieden das große Werk der Ausführung entgegenzuführen. Für jetzt halten es die in Paris anwesenden Mitglieder unseres Comité d'Etudes für geraten, so viel es in ihren Kräften stehet, zu verhindern, daß sich die Presse mit der Angelegenheit beschäftige, bevor sie der Ausführung mehr entgegen gereift sein wird und auch wir teilen die Ansicht, daß in jeziger Zeit vorzeitige Besprechung der Sache mehr schaden als nützen kann. Es scheint jetzt am ratsamsten, im Stillen die Mittel und Wege vorzubereiten, um sofort nach dem Frieden mit den Ausführungsplänen hervorzutreten. Vorläufig haben die Mitglieder unserer Centralgruppe in Paris, an deren Spitze Herr Prosper Enfantin und Herr François Arlès- Dufour stehen, verschiedene nicht unbeträchtliche Auslagen bestritten, zu deren Deckung wir aufgefordert werden von jedem Mitgliede der„, Groupe Allemand" einen Beitrag von Fr. 1000 einzuziehen. Wir erlauben uns nun die ergebene Anfrage, ob wir für Ihre Rechnung diese Anschaffung machen und 1, 2, oder 3 Monate dato für unsere Auslagen auf Sie erheben sollen oder ob Sie vorziehen uns Fr. 1000.- auf Paris zu diesem Zwecke zu übermachen. Mit der vollkommensten Hochachtung und Ergebenheit haben wir die Ehre zu zeichnen Dufour- Gebr.& Co. Dasselbe Schreiben ist an 1. den Oesterreichischen Clond 2. die Börse - Triest 3. die Handelskammer Venedig 4. den Nieder- Oesterreichischen General Derein 5. die Commune Triest, gerichtet. An Negrelli. - 165 79 Verehrter Herr und Freund! Ihre geehrte 3uschrift vom 23. v. Mts. ist einige Zeit unbeantwortet geblieben, weil ich durch Enfantin erfuhr, daß er Ihnen schon den Zweck von de Lesseps Reise, daß sie auf seine Veranlassung geschehen und welchen Erfolg sie gehabt, direkt geschrieben habe. De Lesseps ist also auf Arlès und Enfantins Veranlassung nach Egypten gegangen, weil sie bei der Tronbesteigung Said- Pascha's, mit welchem Herr de Lesseps in Paris sehr befreundet gewesen war, voraussetzten, es werde gelingen, die Conceßion für Erbauung des Canals von diesem neuen Pascha zu erlangen. Dies ist geglückt und die einliegende Abschrift der Punktation zu den Bedingungen ist allerdings sehr günstig. Seit diesem ersten Erfolge haben unsere Pariser Freunde Audienz beim Kaiser Napoleon gehabt, welcher sich für das Unternehmen sehr günstig ausgesprochen hat. Ich bin vollkommen mit Ihnen einverstanden, daß Talabots einseitige Veröffentlichung seiner Erhebung sehr voreilig gewesen und daß der Nil- Canal wie er ihn vorschlägt eine halbe Maßregel sein würde, an welcher ich mich weder mit meinem Namen noch mit meinem Gelde beteiligen möchte. Nur ein großer für Seeschiffe ohne Umladung zu beschiffender Canal, ist das, was dem 3wecke, den wir im Auge haben, entsprechen kann. In den wenigen Jahren seit 1846, wo wir unsern Comite d'Etudes begründeten, hat sich die Wichtigkeit dieses Canals, allein durch den Aufschwung, den Australien gewonnen hat, verdoppelt, ab= gesehen von allen übrigen Elementen des Erfolgs. In den Vereinigten Staaten wird schon jetzt beabsichtigt, die Post von New- York über Bremen, Triest, Alexandrien und Suez nach Ost- Indien, China und Australien zu befördern und es ist in diesem Augenblicke die Rede davon, durch häufigere Dampfschiff- Verbindung zwischen New- York und Bremen auch den Zug der Reisenden in dieses Geleise zu leiten. Wenn diese Richtung schon jetzt solche Aufmerksamkeit erregt, was stehet dann erst zu erwarten wenn der Canal hergestellt sein wird! Mit Freuden vernehme ich, daß der verehrte greise held Radetzky lebhaften Anteil an dem Canal nimmt, dasselbe kann ich Ihnen von - 166 - dem Greisen- Helden der Naturwissenschaft und Weltkunde Alexander von Humboldt berichten. - In Beziehung auf Robert Stephenson's Eisenbahn teile ich Ihre Ansicht nicht. Die Eisenbahn wird in diesem Falle wie in allen übrigen, den Canal, wenn er sich als ausführbar erweist, nicht entbehrlich machen. Stephenson hat auch nie geglaubt hinterlistig gegen uns zu handeln, indem er die Eisenbahn zu bauen übernahm. Talabot erklärte sich gegen einen Schiffskanal den kleinen Nil- Canal be= trachtete aber Stephenson als eine halbe Maßregel, deren Ausführung den Anforderungen der Welt nicht genügen könne, somit nahm er an, die Sache sei für jetzt schlafen gegangen. Inzwischen trug man ihm den Bau der Eisenbahn an, dessen Ausführung ihm Ehre und Nugen versprach. Er ist Geschäftsmann und wußte, daß sich im Fall er den Bau ablehnte, in und außer England Techniker zu Duhenden gefunden hätten, welche dieses Werk auszuführen geneigt und fähig gewesen wären. Er fand daher keinen Grund den Antrag abzulehnen. Uebrigens steht meine Ueberzeugung fest, daß die Eisenbahn erst recht dazu beitragen wird, den Beweis zu führen, wie nötig der Canal ist. Die Eigentümlichkeit aller Eisenbahnen ist eine Zunahme des Derkehres hervorzurufen, welche nur durch die größesten Anstrengungen bewältigt werden kann; oft aber wie z. B. bei den Königl. Bayerschen Eisenbahnen bei unzulänglichen Einrichtungen gar nicht bewältigt werden kann und in Geschäftsbanquerott endet. Wenn die Eisenbahn fertig sein wird, sind nur zwei Fälle denkbar: entweder sie ist gutgebaut und verwaltet, dann wird sie einen so großen Verkehr hervorrufen, daß die Notwendigkeit des Canals recht in die Augen springend wird, oder ist schlecht gebaut und verwaltet, so bewährt sich ihre Unzulänglichkeit und sie wirkt ebenfalls zu unsern Gunsten. Jetzt betrachte ich als das größeste Uebel, daß in Egypten alle die sich für die Sache unteressiren fast ausschließlich Franzosen sind; zum großen Teil mögen sie auch der Klasse der Aventuriers angehören und es scheint daß in jenem Lande ungeachtet der ,, entente cordiale" der Regierungen und Armeen eine gereizte Stimmung zwischen Engländern und Franzosen fort und fort vorherrscht. Die Canal- Angelegenheit hat dort nicht das Gepräge angenommen, welches wir ihr vom Anfange an zu geben beabsichtigten, nämlich sie erscheint nicht als eine cosmopolitische Unternehmung der größten Völker Europas, sondern als eine ausschließlich französische. Dies ist sehr schlimm, denn es erregt die Eifersucht der Engländer, was sich - 167 - schon in vielen den Gegenstand betreffenden Artikeln der Times wahrnehmen läßt, welche alle als dem Canal mißgünstig erscheinen. Es scheint im englischen Publikum die Befürchtung vorherrschend, Frankreich wolle durch den Canal in Egypten festen Fuß fassen und sich dann dieses Land aneignen wie es mit Algier der Fall gewesen ist. nun kann aber der Canal nie zur Ausführung kommen, wenn England ihn nicht will. - Es ist unglücklich, daß die Conceßion auf einen Mann und nicht auf unsere Gesellschaft lautet, allerdings werde ich in dieser Beziehung von Leuten, die den Orient kennen belehrt, daß man dort immer mit einem Individuum verhandeln wolle und einer nach dortigen Begriffen nicht zu faßenden Gesellschaft nie eine Konzeßion erteilt haben würde. Das mag richtig sein, aber immerhin muß ein Mittel gefunden werden das jetzt ausschließlich französische Gepräge der Sache, in ein cosmopolitisches umzugestalten. Sollte es nicht möglich sein, daß die an Herrn de Lesseps gegebene Konzeßion an die drei Monarchen Königin Victoria, Kaiser Franz Joseph und Napoleon III. gemeinschaftlich abgetreten, von diesen aber unserem, aus den drei Nationen gebildeten Comité oder einer Ausführungs Compagnie übertragen würde? Diese Idee fließt mir so in die Feder im Augenblick, wo ich mich mit Ihnen unterhalte, ich habe sie weder selbst geprüft noch meinen Freunden mitgeteilt und überlasse es Ihnen zu sehen, ob Sie etwas daraus machen wollen oder können. Warum sollten die Monarchen der ersten Länder der Welt nur zu blutigen Kriegszwecken zusammen wirken können und nicht stolz darauf sein, das schönste Werk des Friedens durch den großartigen Einfluß ihrer Namen zu fördern und so ihr Andenken als erhabenste Wohltäter der Menschheit gemeinschaftlich zu verewigen. Herr Baron Baude aus Lyon kenne ich nicht, von Brosset aber weiß ich, daß er nach wie vor ein warmer Anhänger und Fürsprecher des Canals ist. - Jede Mitteilung, die Sie Herrn von Bruck machen werden, billige ich in Doraus, nur die Furcht seine kostbare 3eit zu viel in Anspruch zu nehmen verhinderte mich, demselben von Allem was vorgeht in direkten Briefen Kenntnis zu geben. Wäre Herr von Bruck schon vor 3 Jahren Finanz- Minister ge= worden, so bin ich überzeugt das Gleichgewicht der österreichischen Währung wäre längst wieder hergestellt und diese Verhältnisse sind für die oesterreichische Monarchie der einzige unangenehme Nachhall - 168 - der beklagenswerten 3eiten von 1848/49, aus welchen in jeder andern Hinsicht für diesen Staat so unerwartet große und günstige Ergebnisse hervorgegangen sind. Leipzig, am 27. Januar 1855. An Negrelli. Mit der bekannten aufrichtigsten Hochachtung und Ergebenheit Wertester Freund! 80 Albert Dufour- Feronce. Beiliegend erhalten Sie den deutlich geschriebenen Suez be= treffenden Brief, von welchem Sie beliebigen Gebrauch machen wollen. Ich lege Ihnen außerdem Abschrift des Circulairs bei, welches ich an die s. 3t. durch Ihre freundlichen Bemühungen angeworbenen Mitglieder unseres Comité sendete, um sie zur Leistung eines von Paris aus zur Deckung der Reisespesen ausgeschriebenen Beitrags von Fr. 1000 per Mitglied einzuladen. Da ich mehreren dieser Körperschaften nicht bekannt bin, erlaube ich mir von Ihrem Namen Gebrauch zu machen und bitte ergebenst die Güte zu haben, darauf hinzuwirken, daß die Einzahlungen prompt entrichtet werden damit unser Groupe Allemand in gutem Ansehen bleibe. Hier sind die Einzahlungen unserer Mitglieder auch gesichert. Mit bekannter Hochachtung und Ergebenheit der Thrige 27/ 1.55. An das A. Dufour- Feronce. 81 prs. d. 8. Januar 1855. Hohe Königliche Ministerium des Innern zu Dresden. Seit dem Jahre 1851, in welchem ich zuletzt unter dem 14. August die Ehre hatte über den Stand der Suez- Canal- Angelegenheit zu be= richten, sind in aller Stille die Schritte fortgesetzt worden, um diese große Sache ihrer endlichen Reife entgegen zu führen. Allerdings waren aber die Verhältnisse in Aegypten eben so ungünstig als zum Teil der Stand der Geld- Märkte in Europa, bis endlich das Staatsruder den Händen des jezigen Paschas zufiel. Da nun Herr de Lesseps ein Freund mehrerer Mitglieder des„ Comité d'études du Canal de Suez" zufällig mit Said Pascha während dessen - 169 - Studienzeit in Paris sehr genau bekannt geworden war, entschloß sich der Comite, sofort ihn nach Cairo zu entsenden, um womöglich die Erteilung einer Concession zu erwirken. Dies ist nun geschehen und Herr de Lesseps hat, wie schon durch die öffentlichen Blätter bekannt geworden, eine Concession erlangt, deren Ausführung dem im Jahre 1846 begründeten Comite überlassen bleiben soll. Da jedoch der politischen Verwickelungen wegen der jetzige Augenblick ungeeignet ist, ein so großes Geldmittel erforderndes Unternehmen ins Leben zu rufen, haben die in Paris vor Kurzem zufällig anwesenden Mitglieder des Comites Herr P. Enfantin, Herr Paulin Talabot, Herr Arlès- Dufour und ich beschlossen, für jetzt die Angelegenheit ruhen zu lassen, so viel wie möglich zu vermeiden, daß die Presse sich mit der Sache beschäftigt und die Zeit bis zu Wiederherstellung des Friedens lediglich dazu zu verwenden, die Grundlagen zur Bildung einer großen Europäischen Gesellschaft vorzubereiten, welche sofort ins Leben zu rufen sein wird, wenn die politischen Zustände und der Stand der Geldmärkte einen solchen Schritt rechtfertigen werden. Mittlerweile wird Sr. Exzellenz Herr von Bruck in Konstantinopel von früher her, Mitglied unseres Comites, fortfahren bei der Pforte die Stimmung zu Gunsten des Canals in eine solche Richtung zu leiten, daß von dorther keine Schwierigkeiten in den Weg treten mögen. Herr Enfantin sollte in den nächsten Tagen eine Audienz bei dem Kaiser der Franzosen in dieser Angelegenheit haben, um ihn von allen bisher getanen Schritten in Kenntnis zu setzen und seinen Einfluß zu Gunsten des Unternehmens zu erbitten. Dieses letztere scheint kaum erforderlich, da er sich schon häufig sehr warm für den Tanal ausgesprochen hat und diesen Plan mit aller der Wärme aufzufassen scheint, mit welcher er trachtet, viele Ideen seines Oheim Napoleon I. zu verwirklichen. Bei dem so sehr regen Unternehmungsgeist, welcher in Paris jetzt herrscht, welchem seit der Eisenbahn und Elektro- Telegraphen- Verbindung die große Nähe von London mit seinen ungeheuren Geld= kräften einen großen Rückhalt verleiht, wäre es nicht unmöglich, daß die Aktien des Suez- Canals, wenn der Augenblick ihres Erscheinens gekommen sein wird, Gegenstand der Spekulation würden und daß sie in der ersten Aufregung mit Aufgeld bezahlt würden. Da nun die Königlich Sächsische Staats- Regierung ein Kapital von 6000 Thalern zu den Vorarbeiten verwilligt hat, wovon laut Rechnungs- Auszug meines Handelshauses vom 31. mai 1849 damals - 170 - noch 2145.8 Thaler übrig waren, welche jetzt bald zu den ferneren Dorbereitungs- Arbeiten des Canals zur Verwendung kommen werden; da ferner der Grundsatz s. 3t. festgesetzt wurde, daß die Beisteuer zu den Vorarbeiten ein Anrecht auf dereinstige verhältnißmäßige Be= teiligung bei der Aktien- 3eichnung gewähren soll, erlaube ich mir die gehorsamste Anfrage: Ob und zu welchem Belaufe die Königliche Sächsische StaatsRegierung Willens ist von diesem Rechte seiner Zeit Gebrauch zu machen. Es ist fern von mir, auf diese ergebene Anfrage eine sofortige Erklärung zu erbitten oder zu erwarten, ich halte es aber für Pflicht Veranlassung zu geben, dieselbe in Erwägung zu ziehen und eventuell Beschluß darüber zu fassen, damit die Königlich Sächs. Staatsregierung vorbereitet sei, eine Erklärung abzugeben, wenn die Sache zur Entscheidung reif sein wird. Mit der tiefsten Ergebenheit verharrt Leipzig, den 3. Januar 1855 An Negrelli. ( gez.) Albert Dufour- Feronce Mitglied des Comitee zu Betreibung der Dorarbeiten für den Kanal von Suez. Digne ami, 82 Lyon, le 23 janvier 1855. Je n'ai rien à ajouter à la lettre et aux deux documents de notre collègue, et je veux seulement vous prévenir que je serai demain à Paris où j'attendrais une lettre avec une vive impatience. N'oubliez pas de nous dire si, au besoin, vos grandes occupations vous permettraient de venir nous joindre, même avant l'exposition. En effet, selon que les choses se présenteront, surtout du côté de notre gouvernement à l'arrivée de M. de Lesseps, il pourra se faire que nous soyons forcés de nous mettre à l'exécution immédiatement. Voyez, réfléchissez cher collègue, et dites- nous ce que nous pouvons espérer. Bien à vous. Signé: Arlès- Dufour. An Negrelli. 171 - 83 Leipzig, 5. März 1855. Derehrtester Herr und Freund! Ihre geehrte Zuschrift vom 3. vor. Mts. ist mir richtig zugekommen. Ich bin vollkommen mit Ihnen einig, daß die Central- Gruppe formlos und nicht ganz collegialisch mit uns verfahren ist. Wie Sie aus den beiliegenden Abschriften meines Briefes an Arlès und Enfantin so wie aus den Auszügen der Antwort des Lettern an Arlès ersehen werden, habe ich auch diese Ansicht offen gegen diese Freunde ausgesprochen. Enfantin scheint über meine Auslassungen gereizt gegen mich, ich hoffe aber, dieses Gefühl wird sich bei ruhigerer Ueberlegung wieder geben. Der Unterschied der gegenseitigen Stellung, in welcher wir uns mit der französischen Gruppe und Stephenson, der die englische allein vertreten hat, befinden, bestehet darin, daß wir den Act vom Jahre 1846 als ein bindendes Dokument betrachteten, welches wir unterzeichnet und buchstäblich zu halten hatten. Stephenson, der kein Französisch versteht, hat wahrscheinlich dessen Inhalt nie verstanden und lediglich als eine Geldverpflichtung betrachtet, die Einzalungen hat er auch aus eigenen Mitteln geleistet, die Franzosen haben sich nie buchstäblich an den Contract gehalten; in diesem Augenblicke aber ist Enfantin durch die Erfolge des Lesseps, durch die so sehr warme Theilnahme des Kaisers und besonders der Kaiserin, die für das Unternehmen schwärmt und deren Einfluß viel weiter zu gehen scheint, als man in der Welt weiß, so angeregt, daß er wähnt, allein ohne Deutschland, ohne England den Canal machen zu können; dies ist eine Schwäche, es hilft aber nichts, uns dagegen auflehnen zu wollen. Es wäre leicht, die Pariser Freunde zu überzeugen, daß die in meinem Briefe vom 19. februar gethanen Aeußerungen völlig begründet sind, sie haben diesen Brief auch weder beantwortet noch widerlegt, ihnen zu beweisen, daß es von Enfantin unpaßend ist, uns den Stuhl vor die Thür zu setzen! Aber Sie sind gewiß mit mir einverstanden, daß es uns nicht darauf ankommt Recht zu behalten, sondern so viel in unsern Kräften stehet, zum Gelingen des Canals beizutragen und daher scheint es mir am gerathensten jede Polemik aufzugeben und die Franzosen, die allerdings jetzt das Heft in Händen haben, da die Concession auf de Lesseps Namen stehet und sich noch kein Monarch außer Napoléon für die Sache interessirt hat, ruhig gewähren zu laßen. - - 172 - Um unsere Stellung aber nicht zu beeinträchtigen, ist es nöthig, daß unsere Gruppe ihre Beiträge richtig einzahle, ist dies geschehen, so stehen wir auf dem Rechtsboden in Beziehung auf den Vertrag von 1846 und da unsere Pariser Freunde doch die vollkommensten Ehrenmänner sind, die es gibt, können wir darauf rechnen, daß sie nie etwas ungerechtes gegen uns beschließen würden, wenn wir nicht durch nichterfüllung einer Bedingung des Contractes, so zu sagen, aus dem Vereine schieden. Auf die Einladung die ich an die durch Sie s. 3. angeworbenen Corporationen richtete, hat die Handelskammer von Denedig Fr. 1000 Einzahlung remittirt die auch schon nach Paris übermacht sind. Der Stadtmagistrat von Triest hat ein Schreiben voller Be= denklichkeiten an mich gerichtet, auf welches ich die einliegend in Abschrift erfolgende Antwort erlies. Der Niederösterreichische Gewerbeverein haben noch nichts von Der Oesterreichische Clond Die Börse von Triest sich hören lassen. Für die Beiträge der Norddeutschen Mitglieder des Groupe Allemand sind die Anschaffungen schon längst in meine Hände gelangt. Es wäre nun schade wenn die vier vorgenannten Korporationen mit ihren Beiträgen zurückbleiben sollten; ich hoffe, Sie werden sie be= stimmen, diese Verbindlichkeit zu erfüllen, denn allerdings können wir nur durch pünktliche Erfüllung der von uns laut Contract von 1846 übernommenen Derbindlichkeiten eine gute Stellung in der Sache behalten den Franzosen gegenüber, die durch die Concession und ihren Kaiser so überwiegenden Einfluß gewonnen haben und bei welchen namentlich durch die Herbeirufung französischer Capitalisten zur Uebernahme der österreichischen Eisenbahnen auf einmal die ihnen innewohnende Neigung zu Selbstüberhebung eben jetzt auch bei den Besten unter ihnen stark hervortritt. Vor allem liegt uns jetzt ob die größte Einigkeit mit den andern Comité Gruppen zu erhalten und dann: 1. zu trachten, von Seiten Ihrer Regierung ebenso warme Theilnahme bezeigen zu laßen, wie sie Kaiser Napoleon an den Tag legt; 2. darauf hinzuwirken, daß bald eine Conferenz der verschiedenen Gruppen zusammenberufen werde; 3. wenn diese Conferenz festgesetzt ist, zu erlangen, daß die ver= schiedenen Oesterreichischen Corporationen, welche sich beteiligt haben, durch Höchstgeeignete, thunlichst einflußreiche und auch - 173 - ihrem Aeußern nach imponirende Persönlichkeiten vertreten werden; letzterer Punkt ist in Paris sehr wichtig da dort mehr als irgend wo auf den innern Werth nach der äußeren Erscheinung geschloßen zu werden pflegt. In diesem Augenblicke erhalte ich noch Ihre geehrte zuschrift vom 2. d. mts. Es war mir schon bekannt daß die Oesterreichischen Corporationen, die Sie für den Comité d'Etudes angeworben haben, nur Sie in der Sache kennen, daher hatte ich auch in dem Circular in welcher ich sie zu einer Einzahlung aufforderte, auf Sie Bezug genommen. Mit großer Freude habe ich ersehen, daß Herr von Bruck noch eben so warm für die Sache fühlt als zuvor, gewiß wird es ihm gelingen den Kaiser Franz Joseph zu überzeugen wie es für das Ge= lingen der großen Angelegenheit wünschenswerth, ja sogar nothwendig ist, daß sich der Herrscher Oesterreichs eben so für sie öffentlich ausspreche wie der Kaiser Napoleon thut, damit compacter Einfluß dieser zwei Herrscher den entgegengesetzten Ansichten Lord Palmerston's und der, Gott sei Dank! in England immer schwächer werdenden Zahl seiner politischen Glaubensgenossen siegreich entgegen wirken können. Obgleich die Gesinnung dieser engherzigen Politiker der alten, selbst= süchtigen Schule in England nicht von sehr vielen getheilt wird, sind sie doch nicht ganz leicht zu besiegen, weil es im Orient immer leicht ist, eine Unternehmung, die Tätigkeit erfordert, aufzuhalten, und die Sachen in der Stabilität zu erhalten, die das Element der Orientalen ist und woraus er sich ohnehin nur ungern reißen läßt. Mit bekannter Hochachtung und Ergebenheit gez. A. Dufour- Feronce. 84 M. le chevalier de Negrelli. Commission Impériale de l'Exposition Universelle Cabinet du Secrétaire général. Cher et digne ami. Paris, le 14 avril 1855. Votre lettre du 10 me réjouit et me rassure: Je commençais à être inquiet de votre silence, car vous ne nous aviez pas encore dit, si M. de Bruck et vous approuviez notre projet d'organisation de la compagnie universelle. D'un autre côté, depuis son départ de Constantinople nous n'avons eu de notre ami M. de Lesseps que des nouvelles - 174 - indirectes, qui nous font craindre, qu'il interprète mal les dispositions et démarches, cependant bien réservées, qu'après mûres réflexions, Enfantin et moi avons cru devoir faire sans attendre son retour, et que nous nous sommes fait un devoir de vous soumettre dans tous leurs détails. Dans une 3 ème entrevue qu'Enfantin a eu l'honneur d'avoir avec l'Empereur, à qui, comme vous savez, il avait laissé le tableau résumant notre projet, l'Empereur lui a dit qu'il l'approuvait, et qu'il l'avait remis à M. Drouyn de Lhuys; j'espère donc que notre digne représentant en aura entretenu M. de Bruck et que la réunion providentielle de ces deux hommes éminents contribuera puissamment à faire mettre à l'ordre des conférences cette grande question de paix et de civilisation: nous verrons, si au grand jour, en pleine lumière, l'Angleterre osera continuer son inqualifiable opposition. Ici nous réunissons les documents statistiques de manière, à être prêts à agir dès le retour de M. de Lesseps, qui ne peut beaucoup tarder. En tout cas il est indispensable, que notre réunion projetée ait lieu dans le courant de mai; ce n'est guère que vers le 20 que notre exposition sera complète, et cependant nous inaugurerons le premier. D'après ce que je sais de M. Schwartz l'Autriche y figurera dignement et elle le devra en partie à l'impulsion donnée à la politique commerciale par M. de Bruck. Si je n'étais cloué ici, je profiterais des conférences pour aller faire sa connaissance personnelle; mais j'espère que je la ferai ici car, paix ou guerre, je crois fermement à l'alliance intime des deux empires. Ce que vous me dites de bon sur Drouyn de Lhuys m'a touché et fortifié dans ma foi pour l'alliance. Gott gebe uns Frieden und Ruhe und erhalte Sie und die Ihrigen. Arlès- Dufour. Signé: 85 An Negrelli. Société d'Etudes du Canal de Suez. Lyon, 16 avril 1855. Cher et excellent collègue. Notre ami Arlès me communique votre lettre du 10 ct. qui me cause un vif plaisir. Je regrette seulement de ne pas l'avoir - 175 - reçue ce même jour, 10 ct., où j'ai eu une longue et bonne audience de l'Empereur. Je la lui aurais lue et il l'aurait certainement entendue avec intérêt, préoccupé comme il l'est de la réalisation de notre grand projet, qu'il considère comme un des plus glorieux devoirs et honneurs de son propre héritage. Je tenais à revoir l'Empereur avant son départ pour l'Angleterre, ne fut- ce, que pour déposer dans son esprit un mémento de Suez. Dieu merci, ce memento n'était pas nécessaire: Je suis sorti, après plus de 20 minutes d'audience, convaincu que notre grande affaire allait être traîtée à Londres avec cette ferme et habile volonté, dont l'Empereur a déjà donné tant de preuves. Nous avons bien regretté la démarche tentée à Constantinople. L'Empereur en avait parfaitement compris l'inutilité et les dangers, dès qu'il en avait eu connaissance. C'est une raison de plus pour redoubler l'activité à Londres et à Vienne. Vous devez comprendre, cher collègue, combien je suis personnellement heureux et fier de voir S. E. M. le Baron de Bruck décidé à porter l'affaire dans la conférence et en présence de la Russie. Jamais réunion d'hommes aussi éminents que le Prince de Metternich, M. le Baron de Bruck et M. Drouyn de Lhuys n'a donné plus de garanties du succès d'une grande question politique. Jamais aussi situation plus admirablement sérieuse que celle de l'Empereur à Londres pour triompher de ce préjugé arriéré de la vieille politique anglaise contre la communication des deux mers. J'espère bien, que votre ambassadeur à Londres a les instructions les plus pressantes, pour profiter de cette heureuse circonstance, et que M. le Baron de Bruck a déjà dirigé dans ce sens l'esprit des diplomates Prussiens et Russes, dont le concours peut être fort utile soit à Londres, soit à Vienne. L'intervention du Prince de Metternich m'a causé une vive joie. Il est beau de couronner cette grande vie politique par l'œuvre pacifique et commerciale, qui est le magnifique symbole de la politique de l'avenir. Arlès vous engage de venir vers le milieu du mois de mai à Paris. Peut- être, après le retour de l'Empereur aurons- nous à vous inviter, à y venir un peu plus tôt. Nous nous hâterons de vous prévenir. - 176 - Je termine vite, pressé par l'ouverture de notre section de Lyon à Valence, qui a lieu aujourd'hui. C'est encore un pas de plus vers Suez. Recevez, cher et fidèle collègue( comme vous dites si bien), la nouvelle assurance de mon bien sincère attachement. signé: Enfantin. 86 An Negrelli. Geehrtester Herr und Freund! Gestern ist Kaiser Napoleon hier eingetroffen. Nie habe ich etwas ähnliches von Volks Aufregung und Enthusiasmus gesehen, wie ihn dieser Besuch hervorruft. Es ist eine friedliche Invasion! Windsor ist in eine französische Stadt umgewandelt. Nun Gott gebe seinen Segen zu dieser Zusammenkunft, ich kann mir eigentlich nicht viel Gutes von der Zusammenkunft zweier Männer wie Napoleon und Lord Palmerston denken, welche beide, wenn man ihnen auch große Fähigkeiten nicht absprechen kann, doch in Beziehung auf die Beweggründe, die ihr Handeln leiteten, stets bereit gewesen sind, die unverantwortlichsten Mittel anzuwenden. Nun wir müßen die Folgen abwarten und ich will Sie nicht mit meinen trüben Ahnungen belästigen, die mich in die politische Zukunft ziemlich schwarz sehen lassen. Laut von Paris erhaltenen Berichten ist Napoleon fortwährend für Suez sehr günstig gestimmt und unsere Pariser Freunde bezweifeln nicht, daß er seinen Aufenthalt in London benutzen werde um zu Gunsten dieser großen Sache zu wirken; bei der Stimmung die hier zu Gunsten Frankreichs herrscht, ist der Augenblick sehr passend, ob= gleich Lord Palmerston persönlich sehr feindselich gegen das Tanalproject sein soll. Im Publikum erregt hier die Idee des Canals wenig Sympathien, ich lasse es meine Aufgabe sein, die Leute zu bekehren und einige nicht unwichtige Freunde habe ich der Sache schon ge= wonnen. Unsere fünf norddeutschen Mitglieder des Groupe allemand haben eingezahlt, von den östreichischen die venediger Handelskammer, die Triester Börse, der östreichische Cond; rückständig sind noch der Magistrat von Triest und der Niederöstreichische Gewerbe Derein Es sei denn, daß sie seit einigen Tagen in meiner Abwesenheit eingezahlt hätten. - - 177 - Seit dem unpaßenden Schreiben von Enfantin, welches ich Ihnen in Abschrift mitteilte, habe ich den Pariser Freunden etwas derb geschrieben und gefunden, daß sie wieder ganz ruhige Ansichten gewonnen haben. Ich glaube nach einer kurzen mündlichen Ver= handlung, werden wir uns mit den Franzosen in bester Harmonie bewegen. Mit England wird es schwieriger sein, da Lord Palmerston, der leider immer noch sehr populär ist, geflissentlich Mißtrauen gegen den Canal als einer den englischen Interessen feindlichen Maaßregel, verbreitet. Wir werden diesen Intriguen nur siegreich begegnen können, wenn wir sie durch englische Interessen bekämpfen. Wir müssen trachten die Gesellschaft finanziell in die Hände der großen englischen Kapitalisten und den Bau in die Hände von Leuten wie die großen englischen Contrahenten Pete, Bracy, Tubit us. w. zu spielen. Sind solche einflußreiche englische Geldmächte bei der Sache direkt intereßiert, so setzen sie es schon durch. Könnte denn Oestreich bei den jetzt schwebenden Unterhandlungen, wo man dessen Hülfe so dringend wünscht als Bedingung den Canal nicht mit einfließen lassen? Don Seiten Frankreichs könnte es auf kräftigste Unterstützung rechnen. Herr v. Hübner, der K. K. Gesandte in Paris hat schon vor 10 Jahren, als er noch in Leipzig Konsul war, von mir Mitteilungen erhalten den Canal betreffend, welche Ihm als ich ihn vor einigen Monaten in Paris besuchte noch in frischem Andenken waren. Dielleicht finden Sie Gelegenheit in dieser Beziehung Herrn von Bruck zu schreiben. England gegenüber muß der Canal lediglich so vorgestellt werden als das einzige Mittel zu verhindern, daß die immer drohender als Konkurrenten Europas hervortretenden Der= einigten Staaten von Nord- Amerika einen entschiedenen Vorsprung im Handel mit Asien, Polynesien und der Ost Küste von Afrika gewinnen. Die Furcht vor der steigenden Konkurrenz von Amerika ist der einzige Hebel, den man hier zu Gunsten des Tanals von Suez in den höheren Regionen mit Erfolg anwenden kann und gegen diesen Dor= sprung ist der Suez Canal das einzige mittel. Mit freundlichen Grüßen der Ihrige London, 18. April 1855. Georgi- Dufour, Urkunden. Dufour- Feronce. 19 Gresham Street, West. 12 Copie. - 178 - 87 A Messieurs P. Enfantin u. L. Arlès- Dufour. Mes chers amis. Leipzig, 19 février 1855. Je regrette, que ma lettre à Negrelli n'ait pas eu votre approbation. Je l'ai communiquée à Sellier, qui était d'accord. Quand en 1846 et 1847 nous voulions continuer l'action commencée par le comité vous avez tout assuré. Pendant des années on n'a entendu parler de rien. Tout d'un coup les membres de notre comité sont informés par les journaux, qu'une concession est accordée, et par moi plus tard, que cette concession est entendue pour le comité, dont ils font partie et ils sont requis de verser des fonds pour couvrir les dépenses, que la section centrale a faites sans en avoir informé qui que se soit. Cela n'est pas régulier. Si vous voulez agir en autocrates, il est impossible, qu'on puisse marcher d'accord et collègialement. Une grande erreur est, que le groupe anglais n'ait jamais été constitué. Je crois que le vôtre ne l'est pas régulièrement. Car je ne connais que vous deux et Drosset, du moins jamais vous ne nous avez donné la liste de vos membres. Lisez l'acte de 1846 constituant la Société d'Etudes et vous verrez qu'aucune de ses clauses n'a été littéralement exécutée, excepté la formation du Groupe Allemand, dont la liste vous a été formellement communiquée. Or pour une affaire d'une portée aussi immense, la base devrait être régulière, aussi pour la forme. En Allemagne nous tenons à ce que le canal se fasse, dans un intérêt humanitaire. Nous sommes loin, d'y attacher, les espérances de succès de fortune immense, que vous y attachez. S'ils en résultent, tant mieux, mais n'y comptons, pourvu que le canal se fasse. Or, croyez- moi, le canal ne se fera, que par l'Europe réunie avec l'Angleterre en tête. Il touche directement les intérêts les plus vitaux de cette puissance, il en menace même plusieurs. C'est donc par des influences anglaises, qu'il faut combattre les intérêts anglais menacés. Avec la teinte exclusionnante française, qu'elle a en ce moment, elle est impossible. Si avec cette teinte l'Empereur Napoléon s'entête à faire le canal, la question pourra mener à une rupture avec l'Angleterre, mais le canal ne se fera pas. -- 179 - Souvenez- vous de ce que je vous dis, avec Lord Palmerston à la tête du gouvernement anglais. Vous aurez plutôt la guerre que le canal avec une prépondérance française. Pour réussir il faut former un groupe anglais et vous ainsi, que nous, devez vous résigner à nous effacer tous deux, à prendre une position modeste en seconde ligne. Les Anglais ont la condécence, que le canal est beaucoup plus favorable au commerce de la Méditerranée qu'au leur. Ils savent que d'un seul coup il leur enlève le monopole du commerce de l'Inde. En cas de guerre ils ont à craindre qu'il devienne pour leurs ennemis une route d'attaque plus facile. Il tend évidemment à déplacer une grande partie de la navigation pour les Indes, qui passera de la Marine Marchande Anglaise à celle des Etats Méditerranéens. Il n'y a du point de vue anglais que deux mobiles qui peuvent balancer ces objections. 10) La concurrence de l'Amérique. Voici l'argument: Si l'Isthme de Darien est percé avant celui de Suez, c'est New York qui devient le centre du monde commercial à la place de Londres. 20) L'espoir de faire une grande affaire peut décider les Baring, Masterman, Goldschmidt etc. à entreprendre l'affaire financièrement de concert avec les grands entrepreneurs Pete, Bracy, Cubit et Cie. Même Lord Palmerston ne pourrait résister à une coalition de cette force. Il faut parvenir à échauffer pour l'affaire ces rois de la finance et de la pioche, alors l'affaire est faite. Signé: Dufour- Feronce. 88 Jn ergebener Beantwortung des geehrten Schreibens des ver= ehrlichen Stadt Magistrat Vorstandes d. d. 14. ds. Mts. verfehlen wir nicht die folgenden Notizen über die Angelegenheiten des Comité d'études des Suez Canal's gehorsamst zu unterbreiten. Es wird noch erinnerlich sein, daß im Jahre 1846 beschlossen wurde durch die den Gruppen der drei Nationen angehörenden Ingenieure, Herr von Negrelli für Deutschland, Herr Paulin Talabot für Frankreich, und Herr Robert Stephenson für England, die nötig scheinenden vorläufigen technischen Erhebungen machen zu lassen. Zur Deckung der erforderlichen ausgaben hatte jede Gruppe sich verpflichtet 12* - 180 - Fr. 50,000-3u zahlen und was den Groupe Allemand angeht war dieser Betrag auf zehn verschiedenen Corporationen oder Individuen verteilt, welche je 5000 Fr. zu zahlen übernahmen und unter welche der Comite auch die Ehre hat den Magistrat von Triest zu zählen. Die Arbeiten im Mittelländischen Meere wurden Herrn Negrelli übertragen und von dessen Leuten mit großer Umsicht vollbracht. Die Nivellements von Gun el Tineh bis Suez quer über die Landenge sind von Herrn Talabot's Leuten ausgeführt und seiner 3eit ein umfänglicher Bericht darüber erstattet worden. Die Arbeiten im roten Meere endlich, welche Hr. Stephenson übertragen waren, stellten sich als überflüssig heraus, weil Hr. Stephenson ermittelte, daß über Tiefe, Natur der Grundbildung der Ufer u. s. w. des Golf von Suez so genaue Ermittelungen in den Archiven der Admiralität und der Oriental Dampfschiffahrts Gesellschaft vorhanden sind, daß jede Ausgabe zu deren Wiederholung als Verschwendung erscheinen müßte. So lagen die Sachen, als die Ereignisse von 1848/49 jeden Ge= danken an größere Unternehmungen lähmten und einen gezwungenen Stillstand in die Bestrebungen des Comités herbeiführten. Zudem waren nach dem Tode des Mehemed Aln in Egypten die Verhältnisse nicht günstig für die beabsichtigte Unternehmung, demohngeachtet be= hielten unsere Freunde von der Section Centrale in Paris, namentlich Hr. P. Enfantin und Hr. F. Arlès- Dufour die Angelegenheit ununterbrochen im Auge und suchten im Stillen durch ihre Verbindungen in Egypten fortzuwirken. Im Augenblicke, wo Said Pascha die 3ügel der Regierung ergriff, entging ihnen nicht, daß ein günstiger Augenblick für Wiederbelebung des Projektes eintrete. Es war ihnen bekannt, daß ein einiges Band der Freundschaft zwischen dem neuen Pascha und Hr. de Lesseps, einen ihrer näheren Bekannten bestand, daher entschlossen sie sich sofort Hr. de Lesseps im Interesse des großartigen Unternehmens, welchem sie schon seit 20 und mehr Jahren ihre Aufmerksamkeit zugewendet haben nach Cairo zu entsenden und die Frucht dieser Reise ist die einliegend in Abschrift erfolgende Konzession zum Bau des Canals, welche Hr. de Lesseps für unser Comité erlangt hat. - Die Konzession hat allerdings auf den Namen des Hr. de Lesseps gestellt werden müssen, weil man im Orient nicht gewöhnt ist der= gleichen Berichtigungen an anonyme Gesellschaften zu erteilen, es wird sich aber eine form finden lassen, um die Uebertragung auf unsere cosmopolitische Gesellschaft zu bewirken. Ein Blick auf die Bedingungen dieser Konzession reicht hin, um die ungemeinen Vorteile in's Licht zu - 181 - stellen, welche sie den Unternehmern sichert, wenn nicht unübersteigliche politische oder technische Schwierigkeiten der Ausführung entgegen treten sollten. In Ueberwindung technischer Schwierigkeiten ist man in unsern Tagen so weit gediehen, daß kaum zu befürchten steht, es könne sich von dieser Seite her die Ausführung als unmöglich herausstellen und zwar um desto weniger, da seit Begründung unseres Comité im Jahre 1846 die Wichtigkeit des Canals wenigstens verdoppelt ist, allein durch den ungeheuren Aufschwung, den Australien genommen hat und daher der Kostenpunkt weniger Bedenken zu erregen geeignet ist als noch vor 10 Jahren. Es wird schon jetzt in den Vereinigten Staaten von Nordamerika die Frage in schwerste Erwägung gezogen, die Post von New- York nach Ostindien, China und Australien über Bremen, Triest und Suez zu befördern, zu welchem Ende die Bremer auf namhafte Dermehrung der Dampfschiffverbindung zwischen ihrer Stadt und NewNork hinwirken; wenn diese Richtung schon jetzt solche Aufmerksamkeit erregt, was steht erst von derselben zu erwarten, wenn der Canal hergestellt sein wird. Die durch die Eifersucht der europäischen Mächte bestehenden politischen Schwierigkeiten dürften schwer zu überwinden sein, jedoch sind auch in dieser Hinsicht die Aussichten eben jetzt nicht ungünstig. Der Kaiser Napoleon hat sich in mehreren Audienzen, welche Mitglieder unserer Section Centrale bei ihm hatten, sehr warm für die Unternehmung ausgesprochen, ein gleiches läßt sich von Ihrem für alles Große und Gute begeisterten jugendlichen Kaiser erwarten. Hoffentlich wird es beiden Monarchen gelingen, auch die Königin Dictoria hinreichend günstig für die Sache zu stimmen, um die Vorurteile zu besiegen, welche dem Vernehmen nach bei Lord Palmerston gegen den Canal noch bestehen sollen; Ueberreste des alten Prinzips des politischen Antagonismus, dem es eigen war, anzunehmen, jede große Angelegenheit, die den Nachbarstaaten frommt, müsse dem Vaterlande schaden. Wenn aber zwei Kaiser und eine Königin den Canal wollen, so dürfte wohl dessen Ausführung als gesichert zu betrachten sein. Grundsatz, nach welchem die Sache zu begründen sein wird, ist die Bildung einer Europäischen Ausführungs- Gesellschaft. Die Höhe der Beiträge der Mitglieder des vorbereitenden Comité werden s. 3t. die Berechtigung zur Beteiligung bei Actien 3eichnung begründen. In nicht ferner 3eit wird eine Konferenz der Mitglieder des provisorischen Comité wahrscheinlich in Paris, als dem Centralpunkt zwischen England und Deutschland zu Beratung der für die Zukunft - 182- - zu ergreifenden Maßregeln ausgeschrieben werden; hoffentlich werden sich die bei der Angelegenheit beteiligten Korporationen in Trieſt bestimmen, diese Konferenz zu beschicken, da die Frage des Suez Canals für keine Stadt in Europa so unabsehbar wichtige Folgen haben dürfte als für Triest. - Dies sind die flüchtigen Andeutungen welche uns jetzt zu Gebote stehen und aus welchen ein verehrlicher Stadtmagistrats- Dorstand zu ersehen beliebe, daß zwar die schrecklichen Ereignisse der Jahre 1848/49 den Comitee in seinen Bestrebungen für einige Zeit zu behindern, aber nie in seinem Eifer für die einmal unternommene große Sache zu erkalten vermochten. Wir bitten nun uns geneigtest wissen zu lassen, ob der Stadt Magistrat von Triest nach wie vor bei dem Comite mit dessen andern Mitgliedern ausharren will oder seine bisher eingenommene Stellung in demselben aufzugeben gesonnen ist. Wir haben die Ehre mit Hochachtung ergebenst zu verharren An den verehrlichen Stadtmagistrats- Dorstand zu Triest. 89 Leipzig, den 27. febr. 1855. Dufour Gebr.& Co. Don Arlès- Dufour an Dufour- Feronce. Mon cher ami. Lyon, le 27 septembre 1856. Je ne suis pas surpris de ton silence, car je te sais bien occupé à Dresde, quoique je ne comprenne pas, que le gouvernement saxon n'accueille pas à bras ouverts une institution, qui fera de son pays un centre d'affaires immense, et développera ses ressources générales d'une manière miraculeuse. On dit le Roi Jean très intelligent, mais il n'a pas vu la France depuis 1852, et ne peut se douter de ce que le travail poussé ou soutenu par le crédit public et par l'appui du gouvernement peut produire de prodiges; mais M. de Beust a vu cela et Weinlich aussi et je suis surpris que ces deux hommes intelligents ne lèvent pas les difficultés que les hauts intérêts privés doivent vous susciter. C'est surtout pour le développement des richesses minérales de la Saxe, que le CreditAnstalt serait utile. - - 183 - Thurneyssen que je voulais placer à la tête de la London & Paris Joint Stock Bank est entré au Crédit Mobilier, comme administrateur et il sera heureux, j'en suis sûr de se mettre à ta disposition Duveyrier aussi ne demande pas mieux que de te servir; tu sais sans doute que sa fiévreuse initiative ne s'est pas bornée à faire surgir l'idée du congrès approuvé d'ailleurs par l'Empereur, il a de concert avec M. de Seebach contribué à aplanir d'avance bien des difficultés à l'endroit de la Russie. Il s'est associé comme commanditaire avec Léopold Amocil qui, à côté du Journal des Actionnaires a une agence qui marche très bien. Je vais t'expédier dans la prochaine caisse pour Schletter une lettre d'Enfantin avec tous les comptes de la société d'études du canal de Suez. A ce propos il est bon, que je te répète ce que d'ailleurs tu auras vu par ma correspondance avec Lesseps que, lorsque je t'ai poussé de faire verser le groupe allemand, je croyais de bonne foi, que Lesseps se considérerait comme notre associé, d'autant plus qu'il m'écrivait d'Egypte de payer d'une part une somme de 5 à 6000 frs., et d'autre part de faire plusieurs emplettes en vue de Suez. Non seulement Enfantin n'a pas poussé à ces versements, mais il les voyait à regret, parce qu'il n'avait pas grande confiance en Lesseps. Amitiés chez toi et à toi signé: A. D. Sur l'enveloppe: Monsieur Dufour- Feronce, Leipsic, Saxe. An Negrelli. 90 Leipzig, 24. April 1856. Derehrtester Herr und Freund! Ich habe mich einer großen Nachläßigkeit zu zeihen oder eigentlich nicht einer Nachläßigkeit, denn es ist nicht übersehen worden, Ihnen zu schreiben, sondern es war reine Unmöglichkeit, denn in den letzten 4 Monaten, wo von der Begründung der jetzt ins Leben getretenen Allg. Deutschen Kredit Anstalt die Rede war, habe ich nicht einen Augenblick Muße gehabt, um an Beantwortung irgend eines Briefes zu kommen, dessen Inhalt nicht eine umgehende Erwiederung erheischte. Ihr Schreiben vom 29. Januar ist mir seiner 3eit richtig zu= gekommen und dessen Inhalt hat mich im höchsten Grade überrascht. - 184 - Den Teil, welchen die Gebahrung der französischen Gruppen mit dem Gelde der Unsrigen betrifft, habe ich an Arlès mitgeteilt und darauf nach einiger Zeit die heute an Sie gesandten Nachweise mit einem einliegend erfolgenden allerdings vortrefflichen Rechtfertigungs- Brief Enfantins, welchen ich Sie ersuche in den Suez Akten oder an mich zurückzusenden, um den Akten angehängt zu werden, die ich seit Anfang der Verhandlungen über diese wichtige Angelegenheit geführt habe. Mit Bedauern habe ich in allen den Frieden betreffenden Unterhandlungen nirgends bemerkt, daß vom Suez Canal die Rede gewesen sei. Ich hatte gehofft, es werde dessen Herstellung bei dem Frieden einen Punkt des Vortrags ausmachen. Es scheint, daß Lord Palmerstons und Strafford de Redcliffes Abneigung gegen die Sache hemmend in den Weg getreten ist. Wann werden endlich diese zwei Männer von der politischen Bühne abtreten, auf welcher sie so unsägliches Unheil angerichtet haben. Ist Ihnen bekannt, ob bei dem Pariser Congresse die französischen und österreichischen Vertreter über Suez wirklich ganz geschwiegen haben oder ob sie aus Rücksichten für die gereizte Stimmung Lord Clarendons ihre Anträge zurückgenommen? Schließlich drücke ich Ihnen zwar verspätet jedoch nicht minder herzlich meine aufrichtige Freude darüber aus, daß Ihres jugendlichen Kaisers strenges Gerechtigkeitsgefühl auf so ehrende Weise die Wolken zerstreute, die niederträchtige Neider, Ihre Abwesenheit von Europa benutzend, an dem Himmel Ihrer Erfolge heraufgeschwindelt hatten. Thre zahlreichen Freunde und Verehrer in allen Ländern haben meine Freude über die Ihnen geschehene Genugtuung mit Freude begrüßt. Bringen Sie Ihrer Frau Gemahlin die erneuerte Versicherung meiner Ergebenheit dar und nehmen Sie auch meine Hochachtung und Ergebenheit. A. Dufour- Feronce. 91 A Son Altesse Sérénissme le Prince de Metternich. Prince, Monsieur Koenig Bey, mon ancien précepteur et aujourd'hui secrétaire de mes commandements, profite d'un congé, que je lui ai accordé, pour aller revoir son pays natal et pour visiter les principales capitales de l'Europe. Comme il se propose de revenir en Egypte en passant par Vienne et Trieste, je saisis avec empressement cette occasion pour me rappeler au souvenir de Votre Altesse Sérénissime, et Lui mani - 185 - fester les sentiments de reconnaissance, dont je suis animé envers Elle pour les preuves constantes de sympathie et d'amitié, qu'Elle a bien voulu me donner en toutes circonstances, sentiments qu'il me sera doux d'exprimer de vive voix, à Votre Altesse Sérénissime si, comme on me l'a fait espèrer, Elle se décide à mettre à exécution le projet, qu'Elle a formé, de visiter l'Egypte. Permettez- moi, Prince, en attendant cet heureux jour, de renouveler à Votre Altesse Sérénissime l'assurance de mon profond respect et de mon vif et sincère attachement. Mohamed Said. Alexandrie, le 10 mai 1856. Copie. 92 Rapport à son Altesse Mohamed Said Pacha Vice- Roi d'Egypte. Son Altesse nous a appelé en Egypte pour y étudier la question du percement de l'Isthme de Suez. En nous fournissant les moyens de juger sur le terrain du mérité des diverses solutions proposées, Elle nous a invité à Lui soumettre la plus facile, la plus sûre, la plus avantageuse au commerce de l'Europe. Notre exploration, favorisée par un temps à souhait, facilitée et abrégée par l'ampleur des moyens matériels mis à notre disposition, est terminée; elle nous a fait connaître des obstacles sans nombre, ou, à mieux dire, des impossibilités pour diriger le canal sur Alexandrie, et des facilités inattendues pour établir un pont dans le golfe de Péluse. Le canal direct de Suez vers le golfe de Péluse est donc l'unique solution du problème de la jonction de la Mer Rouge et de la Méditerranée, l'exécution en est facile, le succès assuré, les résultats immenses pour le commerce du monde. Notre conviction à cet égard est unanime, nous devélopperons les motifs dans un mémoire détaillé, appuyé des plans hydrographiques des baies de Suez et de Péluse, des profils donnant le relief du sol et des forages indiquant la nature des terrains traversés par le canal. La rédaction de ce mémoire, celle des plans, profils et forages qui doivent l'accompagner, est un travail de longue - 186 haleine, dont nous allons nous occuper activement en Europe, de manière à pouvoir le soumettre dans quelques mois à Son Altesse; dès à présent nous nous empressons de Lui faire connaître nos conclusions: 1. Le tracé sur Alexandrie est inadmissible aux points de vue technique et économique. 2. Le tracé direct offre toute facilité pour l'exécution du canal maritime proprement dit, avec un embranchement sur le Nil, et des difficultés ordinaires pour la création des deux ports. 3. Celui de Suez s'ouvrira sur une rade vaste et sûre, accessible en tout temps, où l'on trouve 8 mètres d'eau à 1600 mètres du rivage. 4. Celui à créer dans le golfe de Péluse, que l'avant- projet plaçait dans le fond du golfe, sera établi à 10 kilomètres plus à l'ouest, dans la région où l'on trouve 8 mètres d'eau à 2300 mètres du rivage, où la tenue est bonne et l'appareillage facile. 5. La dépense du canal, des deux mers et des travaux qui s'y rattachent ne dépassera pas le chiffre de deux cents millions, portés dans l'avant- projet des ingénieurs du Vice- Roi. Alexandrie, 2 janvier 1856. Les membres de la Commission internationale pour le percement de l'Isthme de Suez: Signé: Conrad, Président. Renand. Liesson, Secrétaire. Negrelli. Mac Leen. 93 Alexandrie, 4 janvier 1856. La commission internationale pour le percement de l'Isthme de Suez vient de terminer ses explorations sur le sol égyptien et de remettre au Vice- Roi les conclusions de son rapport. Partie de Suez le 21 décembre après avoir étudié la rade, elle a traversé l'Isthme, du Sud au Nord, reconnaissant sur sa route les sondages et les nivellements en cours d'exécution depuis trois mois et qui permettront de fixer définitivement - 187 - dans le thalweg de la vallée, le tracé du canal maritime. Elle a campé le 28 décembre sur le rivage de Péluse, où elle s'est embarquée le 31 à bord de la frégate à vapeur égyptienne le Nil. Ce bâtiment était mouillé ou croisait depuis un mois dans la baie avec une corvette à voiles lui servant de magasin de charbon. La commission avait laissé, dès son premier passage à Alexandrie, ses instructions à M. Larousse, son ingénieur de la marine, qui a relevé en détail, avec une activité et une intelligence remarquables, 44 kilomètres de côtes. Secondé par M. Darnaud, ingénieur du Vice- Roi et par M. Cianciolo, ingénieur italien, il a pu présenter un plan détaillé de la baie, dont l'étude lui avait été confiée. Voici les résultats tout à fait favorables et l'on peut dire inattendus, qu'ont fournis les observations: En face des ruines de Péluse les sondages ont donné la profondeur de 8 mètres à la distance déjà connue de 7500 mètres du rivage; mais en se portant vers l'ouest, cette profondeur de 8 mètres se rapproche progressivement de la côte, et elle se retrouve à 2350 mètres seulement sur une ligne continue qui s'étend parallèlement au rivage pendant vingt kilomètres. C'était un immense avantage; les ingénieurs européens ne pouvaient manquer d'en profiter pour déterminer le point où débouchera dans la Méditerranée le futur canal. En se rapprochant de la plage, sur cette ligne de 20 kilomètres s'étendant entre la bouche d'Om- fareg et celle de Czemileh, les sondages ont donné dans des fonds excellents et solides, des profondeurs de cinq mètres à 750 mètres, de six mètres à 1600 mètres et de sept mètres à 2300 mètres. Les profondeurs de 9, 10 et 12 mètres et au delà s'obtiennent successivement à des distances de 3000 à 6000 mètres. Il ressort de ces faits importants, désormais acquis à l'hydrographie, que les jetées du canal dans la baie de Péluse, ne devront pas avoir la moitié de la longueur que l'on comptait d'abord leur donner. Il en sera de même dans la rade de Suez, que l'on connaissait presqu'aussi incomplètement que celle de Péluse. La commission internationale dans son rapport sommaire au Vice- Roi, se prononce pour le tracé direct regardé par elle, - 188 - comme étant l'unique solution du problème de la jonction de la Mer Rouge et de la Méditerranée. Elle a déclaré à l'unanimité que l'exécution en était faite et le succès assuré. Abschrift. 94 v. Negrelli an Staatskanzler Fürsten v. Metternich. E. D.! Herr v. Lesseps ist aus Egypten schon zurückgekehrt und hat mir aus Triest den beiligenden offenen Brief an E. D. zur Zustellung übersendet. Da ich aber von einer Mission nach Frankfurt erst gestern zurückkehrte, konnte ich mich des Auftrages nicht früher entledigen, was nun hiermit ehrerbietigst geschieht. Wenn E. D. Herrn v. Lesseps mit einer Antwort zu beehren geruhen wollen, bitte ich ergebenst mir dieselbe gnädigst zukommen zu lassen, und ich werde mich beeilen, dem hohen Auftrage sogleich zu entsprechen. Den von E. D. gegebenen Fingerzeig über die politische Lösung der Suez- Frage hat sich der Dice- König von Egypten in der Art zugeeignet, daß er persönlich nach Constantinopel gehen will, um sie demgemäß auszutragen. Mit dem Ausdrucke tiefster Ehrerbietung geharret Wien, 3. August 1856. E. D. dankbarst ergebener Diener v. Negrelli m./p. Copie. 95 Ferman de la Porte Ottomane contre les tentatives des Anglais d'établir une circulation de leurs marchandises dans les provinces turques par la mer Rouge et Suez du 1774. Les historiens nous apprennent que les chrétiens, secte artificieuse et entreprenante, ont, dès l'origine des temps, fait usage de la fourberie et de la violence pour exécuter leurs projets ambitieux. Quelques uns d'entre eux s'introduisirent déguisés en négociants, à Damas et à Jérusalem; de la même manière ils sont parvenus à s'introduire dans l'Inde, où les Anglais ont réduit les habitants en esclavage. Dernièrement 189 - aussi, encouragés par les Beys, des gens de la même nation se sont glissés en Egypte; et il est à croire que, quand ils auront levé les cartes du pays, ils reviendront, pour en faire la conquête. Afin de prévenir ces desseins dangereux, sur la première nouvelle des ces opérations, nous avons enjoint à leurs Ambassadeurs d'écrire à leur cour, afin qu'elle eût à défendre aux vaisseaux anglais de fréquenter le port de Suez. Elle a accordé cette demande, et en conséquence, si quelque bâtiment anglais se permet d'y jeter l'ancre, la cargaison sera confisquée, toutes les personnes à bord seront emprisonnées, jusqu'à ce que nous ayons fait connaître notre bon plaisir. ( Martens: Recueil des traités: Vol. 6, pag. 148.) Moralité actuelle à tirer de ce document: L'Angleterre et la Turquie en 1774 et en 1858. - - En 1774. La Turquie, maîtresse exclusive de la Mer Rouge et par conséquent propriétaire incontestée de Perim, clef de l'entrée de cette mer, défendait à l'Angleterre, qui y consentait, de naviguer et de commercer dans la Mer Rouge. En 1858. L'Angleterre qui prétend à la domination exclusive de la Mer Rouge par la prise de possession d'Aden et par son usurpation récente de Perim, non encore acceptée par l'Europe ( grâce au projet du canal de Suez) défend à la Turquie de commercer et de naviguer dans la Mer Rouge en s'opposant à l'exécution du canal de Suez. La Turquie ne peut y consentir et l'Europe, garante de son intégreté, doit la soutenir. Abschrift. 96 Herr v. Negrelli an Staats- Kanzler Fürsten v. Metternich. Euer Durchlaucht! Ich erhielt soeben durch Khalil- Ben aus der Suite Ali Pashas beiliegende Exposé des Herrn de Lesseps über die Suez- Canal- Angelegenheit und beeile mich, ein Exemplar davon E. D. hiermit ehrerbietigst zu unterbreiten. Wien, 18. Juni 1856. E. D. ganz ergebener Diener v. Negrelli m./p. Copie. 190 97 - M. de Lesseps à M. le Chevalier de Negrelli. Trieste, 28 juillet 1856. Mon cher et honorable ami! - Me voici déjà de retour de mon excursion en Egypte le Vice- Roi est toujours très solide à l'endroit du canal et toutes les dispositions sont prises pour commencer à la fin d'octobre les travaux du canal d'eau douce. Je vous envoie ouvert un pli pour le Prince de Metternich je vous prie - - d'en donner connaissance au M. D-? et de le remettre à S. A. Je serais très flatté, si vous me faisiez parvenir une réponse à Paris, où je serai vers le 10 septembre. Venise, Milan, Gênes et Marseille.- souvenirs à Mme. de Negrelli. Votre ami - Je passerai par Mille hommages et Ferd. de Lesseps, m. p. P.S. J'ai été on ne peut plus satisfait de mon séjour auprès du Vice- Roi, qui a été parfait, et qui a signé un meilleur réglement pour les ouvriers, que le gouvernement egyptien doit fournir lors de l'exécution du canal maritime; je vous le ferai connaître plus tard, c'est un document important. 98 Copie d'une lettre de M. de Lesseps à M. le Chevalier de Negrelli. Mon cher ami! Péra, Hôtel d'Angleterre. 15 janvier 1858. Je vous envoie copie d'une note que j'ai remise ce matin au nouveau Grand- Vizir Aali- Pascha avec un projet d'Irade. Vous verrez par là, que je vais toujours vorwärts et que je gagne du terrain. Je suis fort satisfait de l'entretien, que j'ai eu en remettant ma note à Aali- Pacha. J'ai ensuite vu le Ministre des affaires étrangères, dont j'ai été également très satisfait. Je dois prochainement sur la demande du GrandVizir avoir une audience particulière du Sultan, auquel j'avais déjà été présenté il y a trois ans. - Abschrift. - 191 99 - Herr v. Negrelli an Staats- Kanzler Fürsten v. Metternich. E. hochfürstliche D.! Ich beeile mich, die soeben erhaltenen Briefe aus Paris und Constantinopel über die Suez- Canal- Angelegenheit ehrerbietigst zu unterbreiten. Eine noch nicht überwundene Unpäßlichkeit hindert mich daran, diese Schriften persönlich zu überreichen. E. D. werden daraus ersehen, wie in jeder Phase dieser mondialen Angelegenheit Hochdero Ratschläge leitend und maßgebend sind. Herrn v. Lesseps werde ich antworten, sobald mir E. D. hohe Aufträge bekannt sein werden. Mit dem Ausdrucke der höchsten Verehrung Wien, 24. Jänner 1858. - Euer hochfürstlichen Gnaden ganz ergebener Diener v. Negrelli m./p. 100 Copie. Note pour Son Altesse Aali- Pascha, Grand- Vizir. Après avoir commencé mes négociations avec le prédécesseur de V. A. et lui avoir donné verbalement toutes les explications de nature à appuyer les conclusions de mon mémorandum du 29 décembre remis par lui- même, le même jour, entre les mains de V. A., j'avais cru devoir indiquer les points essentiels, qui, suivant ma manière de voir, pouvaient former le texte de l'Irade, dont il se proposait de faire la demande à Sa Majesté Impériale le Sultan. S. H. Réchid- Pacha avait accueilli mes ouvertures avec sa bienveillance ordinaire et, en m'assurant à l'avance de sa sympathie personnelle pour l'entreprise du canal de Suez si longuement et si mûrement préparée, il m'avait remercié des efforts, que j'avais faits depuis trois ans pour conserver intacte la question d'exécution et la remettre à la décision de son Souverain; il m'avait en outre engagé à formuler par écrit le projet, dont je l'avais entretenu. J'ai l'honneur de communiquer à V. A. ce projet. Je me félicite de continuer avec - 192 elle une négociation, à laquelle jusqu'ici elle n'est pas restée étrangère et que son esprit droit et éclairé saura certainement conduire à bon terme. Péra, 15 janvier 1858. Copie. Signé Ferd. de Lesseps. 101 Projet d'Jrade Impérial. M. Ferd. de Lesseps est autorisé à faire exécuter par une compagnie financière siégeant à Alexandrie, dont il est le représentant, les travaux de la canalisation de l'isthme de Suez. Le canal maritime de Suez est déclaré passage neutre, toujours et en tout temps, pour tous navires de commerce, traversant d'une mer à l'autre, sans aucune distinction, exclusion ni préférence de personnes ou de nationalités. Toutes les puissances étrangères, dont les nationaux sont intéressés à obtenir, pour leurs navires de commerce, la neutralité du passage du canal, seront invitées à adhérer à la précédente déclaration et à en garantir le maintien d'accord avec la Sublime Porte, en prononçant, s'il y a lieu, l'exclusion des armements de guerre des dites puissances. Le droit spécial du passage par le canal maritime, à percevoir par la compagnie, pour l'indemniser des dépenses de construction, d'entretien et d'exploitation restera fixé au maximum de 10 francs par tonneau y compris les frais de traction. Il est convenu que, sur le prélévement de quinze pour cent attribué dans les bénéfices nets annuels de la compagnie, au gouvernement de l'Egypte, un tiers sera annuellement versé au trésor de S. M. I. le Sultan. La compagnie s'engage à effectuer, au trésor impérial, avant de commencer l'exécution des travaux du canal maritime, le payement d'une somme de dix millions de francs à valoir sur la part proportionnelle des bénéfices nets, dont il vient d'être question avec la supputation des intérêts à six pour cent. A aucune époque, il ne pourra être établi sur les navires, sur les personnes, et sur les marchandises passant dans les canaux ou séjournant dans les ports, docks et autres établisse - 193 ments construits et exploités par la compagnie, aucun droit, impôt ou taxe quelconque, ayant pour effet soit de diminuer les avantages, auxquels elle aura droit pendant la durée de la concession, soit d'augmenter pour le commerce universel, après l'expiration du privilège de la compagnie, les charges, qui auront pu résulter de l'exercice de ce privilège. 102 Copie d'une lettre du Rn. St. Hilaire à M. de Negrelli. Paris, rue Richepin 9. Très cher et très honorable ami! 18 janvier 1858. J'ai reçu votre lettre du 15 de ce mois et je vous remercie du mémoire de M. le Baron de Czoernig. Il est arrivé encore à temps, pour que je puisse le publier dans notre prochain numéro. J'y reviendrai encore, quand vous m'enverrez l'imprimé. Je vous prie de remercier bien vivement de notre part, M. le Baron de Czoernig. Cette démonstration nous fait le plus grand bien, et elle montre bien clairement, quel immense intérêt l'Autriche porte à cette grande affaire. L'ardeur avec laquelle parle Monsieur le rapporteur en est le témoignage éclatant: M. M. de Bruck et de Toggenburg sont bien aimables d'avoir prêté le secours de leur présence à cette lecture importante. C'est le cachet du gouvernement, qu'ils y ont doublement apposé, quoique le lieu et l'auteur parlassent déjà assez haut. Je suis très heureux de l'opinion de M. le Prince de Metternich sur le nouveau Grand Vizir. C'était aussi l'espoir, que je concevais; car je suis fier de le voir confirmé par le jugement d'un homme, que je regarde dans toute cette affaire comme la sagesse incarnée, sans parler d'une bienveillance qui ne s'épuise jamais. J'ai reçu ce matin une lettre de M. de Lesseps. Elle est du 8 et il connaît la mort de Rechid sans connaître encore le successeur. Il est toujours plein d'espoir et je vois, que l'avènement d'Aali Pacha lui aura fait grand plaisir ainsi qu'à nous. Georgi- Dufour, Urkunden. 13 - 194 - Ici tout va bien et nous comptons sur un assez prompt succès. J'espère que les suites de cet effroyable attentat contre l'Empereur ne nous brouilleront pas avec l'Angleterre. Le ton des journaux anglais est très convenable, et Londres accordera l'expulsion, sans parler de l'extradition s'il est besoin. Le tonnage anglais par le Cap est encore augmenté de 100.003 tonneaux pour 1857. C'est déjà près de 1.900.000 tonneaux en tout. Bien d'amitiés sincères 103 signé: St. Hilaire. An einen Rat im Kgl. Sächs. Ministerium des Innern. Ew. Hochwohlgeboren prs. am 22. April 1861. werden sich erinnern, daß wir im Jahre 1846 von der Königl. Staatsregierung 6000 Thaler zur Förderung der Suez Canal- Angelegenheit erhielten. Diese Sache wurde seiner 3eit vom 3entral- Comité, welcher in Paris Herrn Prosper Enfantin zum Vorsitzenden hatte, wegen der Revolution von 1848 während einiger Zeit zuwartend behandelt. Inzwischen kam der Zwischenfall mit Herrn de Lesseps, der bekanntlich vom Pascha von Egypten eine Concession erlangte und in Frankreich eine Subscription eröffnete, ohne Rücksicht auf den Comité international, welcher 1846 zwischen den Herren L. Negrelli, Robert Stephenson und Paul Talabot begründet worden war. Dieses Auftreten de Lesseps hatte faktisch die ganzen von oben erwähnten Comité international getanen Schritte vernichtet, weil er, Lesseps, sich durch die Concession und durch die ersten Einzahlungen auf die subscribierten Aktien im Besize aller Mittel befand, um die Sache weiter zu führen. Wenn nun außer dieser an sich sehr ungünstigen Lage des Comité international, auch bei den näheren Ermittelungen manche technische Verhältnisse über die Ausführung des Canals hervortraten, welche, den Erfolg der ganzen Anlage als sehr fraglich erscheinen ließen, auch aus Rücksicht auf die in dem de Lesseps'schen Unternehmen beteiligten sehr bedeutenden französischen Interessen, die kaiserlich französische Regierung wenigstens für jetzt den de Lesseps'schen Plan entschieden - 195 - begünstigte, blieb unserm Central- Comite, Herrn Enfantin, nichts übrig als, entweder seine ganzen Pläne fallen zu lassen, oder wenigstens die schon seit längerer Zeit beobachtete zuwartende Stellung beizubehalten, bis sich herausgestellt haben wird, ob de Lesseps die Ausführung des Canals durchsetzen, oder in seinen Bestrebungen scheitern wird. Letzter Fall gehört nicht zu den Unmöglichkeiten, denn obgleich Niemand Herrn de Lesseps eine anzuerkennende große Energie ab= sprechen kann, so dürfte auch die unverzeihliche Rücksichtslosigkeit, mit welcher er eine wirkliche Aktien- Subskription auf ein in jeder Hinsicht ungenügend vorbereitetes Unternehmen eröffnete, das Publikum verleitete, eine Summe von mehreren hundert Millionen Franken zu unterzeichnen, darauf große Einzahlungen einzog, ohne eigentlichen Beweis, daß die Concession gültig sei, da die Bestätigung des oberen Landesherrn, des Sultans fehlte, gerechten Tadel nicht entgehen. Der Erfolg oder das Scheitern der Pläne des Herrn de Lesseps wird die ferneren Schritte des Comité international 1846 bestimmen, sollte der Canal wirklich zur Ausführung kommen, so würde der Hauptzweck mehrgenannten Comité's erreicht sein, der hauptsächlich darin bestand, die Erbauung des, für die Interessen des Handels der ganzen Welt so wichtigen Canals zu befördern. Sollte dagegen Herr de Lesseps in seinen Bestrebungen scheitern, so würde in Erwägung zu ziehen sein, welche neuen Mittel zu ergreifen sind, auf einem anderen Wege, als den von Herrn de Lesseps durch Aktiensubskription, versuchten, den Canal zur Ausführung zu bringen. Nach dieser kurzen Andeutung über den Gang dieser Sache erlauben wir uns Ew. Hochwohlgeboren den Auszug der Rechnung über den, von dem Königl. Ministerium des Innern seiner Zeit an uns eingeschossenen Betrages einzureichen, nach welchem am 1. Januar 1861 ein Saldo von Thlr.: 1307.2. ngr. im Credit der Königl. Staatsregierung auf unsern Büchern verbleibt. Ueber alle mit Herrn Negrelli, Herrn Enfantin und mehreren anderen Personen geführte Korrespondenzen haben wir zwei ziemlich unfängliche Aktenstücke geführt, welche, wenn Ew. Hochwohlgeboren eine Einsicht wünschenswert erscheint, jederzeit zu Ihrer Verfügung stehen. Mit der vollkommensten Hochachtung und tiefsten Verehrung ( gez.) Dufour Gebr.& To. verharren Leipzig, den 20. April 1861. 13* Königlich Sächsisches Hohes ministerium des Innern in Dresden. Conto Torrent bei Dufour Gebr.& Co. Credit Debet Thaler ngr. 1855 März 22. An Remesse fr. 5000.- a/ Paris 7912% u. Courtage 1000 1851 Juni 1. Per Saldo. Thaler Mgr. 2275 27 1326 10 " 1855 31. An Porti u. kleinen Spesen seit 1846 bis März 1855.. 1860 Dez. 31. Per 3insen a/ Thl. 2277.27 93. 7 m. à 3% v. 1. Juni 1851 bis 31. Dez. 1860 654 6 51 10 1860 Dez. 31. An 3insen von Thl. 1377.20 v. 22. März 1855 bis 31. Dez. 1860 5 J. 9 m. 8 Tg. à 3%. 1860/ 1860" 31. An Porti u. kleinen Spesen seit März 1855 bis dato 31. An Saldo auf's Neue. • • 238 17 6 24 1307 2 2930 3 S. E. u. O. Leipzig, den 1. Januar 1861. ( gez.) Dufour Gebr.& Co. 2930 3 1307 2 - 197 Note à l'Empereur. 103a Sa Majesté a daigné recevoir avec intérêt la communication des travaux de la société d'Etudes du Canal de Suez; qu'Elle nous permette d'appeler son attention sur la situation actuelle de cette grande entreprise. L'utilité du percement de l'Isthme de Suez est enfin admise aujourd'hui par l'opinion publique en Europe et le moment ne saurait être éloigné, où les gouvernements ne pourront éviter de s'en occuper. Néanmoins deux grands obstacles s'opposent encore à la réalisation de cette œuvre. D'une part les difficultés politiques de la question ne sont pas encore résolues et la solution diplomatique, qui règlera l'attitude des puissances européennes et leur mode d'intervention, est loin d'être formulée. D'un autre côté au point de vue de l'art on discute encore sur le choix du tracé; la possibilité même de joindre les deux mers par un canal praticable aux navires de premier ordre est mise en question. Les premiers travaux de la société d'études, qui avaient pour objet la communication directe entre les deux mers et qui ont porté exclusivement sur les terrains situés à l'est du Nil, ont eu pour résultat d'établir, que la différence de niveau admise entre les deux mers n'existait pas et d'entraîner par suite l'abandon des projets, qui reposaient sur cette différence de niveau. Aujourd'hui il reste à compléter ces études de manière à établir un projet complet et détaillé, à l'abri de toute objection et toute incertitude. Dans cette situation, notre société d'études a résolu de continuer ses travaux et ses sacrifices afin de compléter, par les soins de ses ingénieurs MM. Robert Stephenson, de Negrelli et Paulin Talabot, qui se rendront prochainement en Egypte, l'examen des questions d'art, et d'arrêter le tracé définitif auquel ils attacheront ainsi la garantie de leur expérience et des grands travaux, qu'ils ont déjà exécutés. Sa Majesté n'ignore pas que notre société d'études, qui existe déjà depuis dix années, qui prend ses racines dans les principales nations de l'Europe et qui porte ainsi un caractère 198 - universel, est constituée de manière à se transformer immédiatement en société d'exécution, dès que les gouvernements européens, d'accord avec la Porte, auront manifesté la volonté, de réaliser cette œuvre internationale et déterminé les garanties de neutralité, de possession et d'intérêt, indispensables pour la sécurité des capitaux consacrés à l'exécution. En continuant ses travaux et ses sacrifices notre société d'études espère, que l'Empereur daignera lui accorder sa protection et son appui auprès du gouvernement ottoman et de S. A. le Vice- Roi d'Egypte. Elle supplie également Sa Majesté de vouloir bien hâter de toute sa puissance le moment, où l'entente des gouvernements européens rendra possible la réalisation de l'une des plus grandes pensées de l'Empereur Napoléon I er. An das 104 Prs. d. 8. 5. 1851. Königliche Ministerium des Innern, Abteilung für Gewerbe und Handel. Wenn wir nicht schon früher Abrechnung über die uns übergebene Summe für Förderung der Suez Angelegenheit erteilten, so liegt der Grund darin, daß wir immer auf Nachrichten hofften, die etwa neue Beziehungen zwischen dem Comite international und Herrn de Lesseps melden mögten. Allerdings entsteht bei jährlicher Conto- Corrente- Erteilung im Laufe der Jahre eine Differenz durch das Interusurium in der Summe des 3insen- Ertrages, bis jetzt haben wir aber stets geglaubt, daß die Berechnung von 3insen auf 3insen lediglich eine kaufmännische Usance sei und daher nicht dafür gehalten sie in unsern Beziehungen zu dem Königlichen Staatsministerie in Anwendung bringen zu müssen, sind übrigens bereit kaufmännische Conto- Corrente nachträglich beizubringen, wenn es gewünscht wird. mit tiefster Verehrung verharren ( gez.) Dufour Gebr.& Co. Leipzig, den 7. Mai 1861. - 199 - 105 Prs. d. 28. 4. 1862. An das Hohe Königlich Sächsische Ministerium des Innern zu Dresden. Ergebenst Unterzeichnete haben die Ehre gehabt, den geneigten Erlaß des Hohen Ministerii vom 14. April d. J. zu empfangen. Hoher Anordnung zufolge erlauben wir uns beigeschlossen den Auszug des Contos des Suez- Canals ganz ergebenst zu überreichen, welchem zufolge dem hohen Ministerio im Saldo von 1359 Thlr. 2 ngr. verbleibt. Indem wir uns beehren zur Begleichung dieser Angelegenheit den Betrag von 1359.2.- anbei baar zu überreichen zeichnen mit der tiefsten Ehrerbietung Leipzig, den 26. April 1862. Eines hohen Ministerii ( gez.) Dufour Gebr.& Co. 788 III. A. 106 Nachdem das Leipziger Handelshaus Dufour Gebrüder und Comp. auf die von hier aus in Verfolg des Jenseitigen geehrten Communicats vom 18. v. m. erhaltene Veranlassung den nach dem Abschluß seiner Contocorrentrechnung von dem wegen Beförderung des Suezkanals aus der Staatskasse gewährten Vorschuße von 6666 Thlr. 20 ngr. noch unverwendet gebliebenen Betrag von eintausenddreihundertneunundfünfzig Thalern 2 ngr. anher eingesendet hat, so steht man nicht an, diese Summe beifolgend an das Finanzministerum andurch ab= zuliefern. Es ist demnach für gedachte 3wecke die Summe von 5307 Thlr. 18 ngr. verwendet worden und wird dem Finanzministerium anheimgestellt, solche definitiv verausgaben zu lassen. Dresden, den 29. April 1862. An das Finanzministerium. Ministerium des Innern. Debet Königlich Sächsisches Hohes ministerium des Innern in Dresden. ° Conto Torrent bei Dufour Gebr.& Co. Thaler Ngr. 1346 8 1861 Jan. 1. Per Saldo auf's Neue 1861 Dez. 31. Per 3insen o/ Thl. 1307.2 ngr. 1 Jahr 3% Credit Thaler ngr. 1307 2 1861 Dez. 31. An Saldo Ihnen 1861 April 24. An Cassa baar - 39 6 1346 8 1346 8 1359 2 - 1862 Jan. 1. Per Saldo Vortrag 114 1534 1346 8 1862 April 24. Per 3insen v. 3ahlen Nr. 1534 à 3% 1359 2 12 24 1359 2 S. E. u. O. Leipzig, am 24. April 1862. ( gez.) ppa. Dufour Gebr.& To. H. Hiersche. EK DES 818. W TECHN Gesch. 6138 TMW- Bibliothek 0040635 2 oooooooooooooooooooooooooooooooo Im gleichen Verlage erscheint: Martens Recueil Martens Recueil, das einzige Quellenwerk, das einen volltommenen Überblick über die diplomatische Staatengeschichte, die Handelspolitik und die rechtlichen Beziehungen der Kulturstaaten in ihrem Bestande und ihrer geschichtlichen Entwicklung gewährt, hat im letzten Jahre die Feier seines hundertzwanzigjährigen Bestehens begehen können. 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