Hijab
- GlossareintragDer Hijab ist ein Kopftuch oder ein Schleier, den muslimische Frauen tragen, um Haare, Hals und häufig auch die Brust zu bedecken. Der Begriff Hijab hat seinen Ursprung im arabischen Verb „ḥajaba” (verbergen, abdecken). Der Hijab gilt primär als Ausdruck von Bescheidenheit und religiöser Identität, kann darüber hinaus aber auch soziale, kulturelle oder politische Zugehörigkeit symbolisieren. In zahlreichen islamischen Gesellschaften war der Hijab historisch verbreitete Alltagskleidung für Frauen; koloniale Einflüsse und gesellschaftliche Umbrüche führten jedoch zu Veränderungen in seiner praktischen Anwendung und symbolischen Bedeutung. In einigen Ländern, wie dem Iran, ist das Bedecken der Haare gesetzlich vorgeschrieben. In einigen europäischen Ländern wird das Tragen des Kopftuchs rechtlich geregelt; in Österreich wurde von der Regierung ein Verbot für Mädchen unter 14 Jahren im September 2025 beschlossen. (Stand: 11/2025)
- Weiterführende InformationenDeutsche Islam Konferenz, Koranische Basis des Kopftuchs, 8.11.2017 (10.10.2025).archivierter Link Christina von Braun/Bettina Mathes, Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen, Berlin 2007, 320. Katherine Bullock, Rethinking Muslim Women and the Veil. Challenging Historical & Modern Stereotypes, London 2007, 29. Tatjana Hörnle, Hijab, Niqab, Burka. Die Probleme mit sittsamer Bekleidung, in: Leviathan 45 (2017), 8–19, 9.