- Glossareintrag
Das M-Wort ist ein Ersatzbegriff für eine rassistische Bezeichnung Schwarzer Menschen. Der Ausdruck „
Mohr” geht auf das althochdeutsche mor zurück, das wiederum vom lateinischen Maurus („Maure“) abgeleitet ist und ursprünglich die Bewohner:innen Mauretaniens bezeichnete. Ab dem 16. Jahrhundert erhielt der Begriff im deutschsprachigen Raum zunehmend eine rassistische Konnotation und wurde beispielsweise zur Bezeichnung Schwarzer Menschen verwendet, die Bedienstete in weißen Haushalten waren. Im 19. Jahrhundert fand der Begriff verstärkt Eingang in kolonialrassistische Kontexte – etwa in Sprichwörtern und Liedern – und wurde um die Jahrhundertwende zunehmend auch in der Werbung für Kolonialwaren wie Kakao oder Kaffee eingesetzt. Der Ersatzbegriff M-Wort wird heute benutzt, um den rassistischen Begriff nicht zu reproduzieren. - Weiterführende InformationenSusan Arndt/Ulrike Hamann, Mohr_in, in: Susan Arndt/Nadja Ofuatey-Alazard (Hg.), Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk, 3. Auflage, Münster 2019, 649–653.Araba Evelyn Johnston-Arthur, „...Es ist Zeit, der Geschichte selbst eine Gestalt zu geben...”. Strategien der Entkolonisierung und der Ermächtigung im Kontext der modernen afrikanischen Diaspora in Österreich, in: Kien Nghi Ha, Nicola Lauré al-Samarai und Sheila Mysorekar (Hg.), re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland, Münster 2007, 438.Postkoloniales Wörterbuch Universität Köln, Mohr (24.9.2025)