Suezkrise (1956)
- GlossareintragDie Suezkrise bezeichnet einen internationalen Konflikt im Jahr 1956, der durch die Verstaatlichung des Suezkanals durch den ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser ausgelöst wurde. Der Konflikt involvierte Ägypten auf der einen Seite sowie Israel, Großbritannien und Frankreich auf der anderen Seite. Trotz der militärischen Niederlage Ägyptens erzwangen die USA und die Sowjetunion über die UNO den Rückzug der Invasionstruppen. Im Dezember 1956 stationierte die UNO eine Friedenstruppe an der Grenze; bis März 1957 war die Krise beendet. Sie hatte erhebliche geopolitische Auswirkungen, insbesondere im Kontext des Kalten Krieges, da sie sowohl die Machtverhältnisse im Nahen Osten verschob als auch den schwindenden Einfluss Großbritanniens und Frankreichs als ehemals dominierende Kolonialmächte in der Region deutlich machte. Während der Begriff Suezkrise in der westlichen Literatur die Krise primär aus westlicher Perspektive beschreibt, wird derselbe Konflikt in Ägypten als „Dreifache Aggression“ (Tripartite Aggression) bezeichnet, was die Wahrnehmung der militärischen Intervention durch Israel, Großbritannien und Frankreich als Eingriff in die nationale Souveränität Ägyptens hervorhebt.
- Weiterführende InformationenMohamed H. Heikal, Cutting the Lions Tail. Suez through Egyptian eyes. London 1986. 145.Derek Varble, The Suez Crisis 1956, Oxford 2003, 5–10.Andrew James McGregor, A Military History of Modern Egypt. From the Ottoman Conquest to the Ramadan War, Westport 2006, 252