Umweltkolonialismus
- GlossareintragDer Begriff „Umweltkolonialismus“ leitet sich vom englischen environmental colonialism ab und wird häufig synonym mit „Klimakolonialismus“ oder „Ökokolonialismus“ verwendet. Er bezeichnet die Ausbeutung und Kontrolle von Ressourcen und Lebensräumen im Globalen Süden durch den Globalen Norden, insbesondere in ökologischen und klimabezogenen Zusammenhängen. Dabei wird betont, dass koloniale Strukturen und Machtverhältnisse bis heute fortwirken, da Umwelt- und Klimaprobleme vor allem ärmere Länder treffen, die nur in geringem Maße zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Der Begriff findet zunehmend in Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit Verwendung, um auf ökologische Ungleichheiten und neue Formen kolonialer Herrschaft aufmerksam zu machen.
- Weiterführende InformationenKarin Fischer, Climate Colonialism – a Travel Guide through Origins, Theory, and Case Studies, in: Andreas J. Obrecht. (Hg.), Energy Transition and the Global South. Knowledge and Development V, Wien/Innsbruck, 2024, 29-38.Anil Agarwal/Sunita Narain, Global Warming in an Unequal World. A Case of Environmental Colonialism, in: New Delhi: Centre for Science & Environment, in: India in a Warming World: Integrating Climate Change and Development, Delhi, 2019, 81-91.Chris O’Connell/Rocio Silva-Santisteban, Environmental Colonialism and Neocolonialism in Latin America, in: Beatriz Bustoz/Salvatore Engel-Di Mauro/Gustavo García-López et al. (Hg.), Routledge Handbook of Latin America and the Environment, Abingdon/New York 2023, 73 –84Farhana Sultana, The Unbearable Heaviness of Climate Coloniality, in: Political Geography 99 (2022), 1–14, 4.