Umweltorientalismus
- GlossareintragUmweltorientalismus bezeichnet die Vorstellung, dass Regionen Westasiens und Nordafrikas – insbesondere jene, die in eurozentrischen Diskursen dem „Orient" zugeschrieben wurden bzw. werden – als ökologisch „rückständig“, naturzerstörerisch oder unfähig zu einem aus westlicher Perspektive „angemessenen“ Umgang mit der Umwelt dargestellt werden. Der Begriff des Umweltorientalismus knüpft an Edward Saids Orientalismus-Konzept an und wurde vor allem durch Diana K. Davis weiterentwickelt, die ihn auf umweltbezogene Deutungen und kolonial geprägte ökologische Wissensproduktion übertragen hat. Dadurch wird deutlich, dass Umweltprobleme aus einer eurozentrischen Perspektive oft kulturell, statt strukturell erklärt werden. Außerdem wird sichtbar gemacht, wie umweltbezogene Diskurse Machtverhältnisse und Stereotype fortschreiben: Landschaften des Globalen Südens – insbesondere in arabisch geprägten Kontexten – erscheinen dabei häufig in vereinfachenden Gegensätzen wie Wüste/Oase oder extremer Reichtum/Ressourcenknappheit und werden als „fremdartig“ oder „exotisch“ konstruiert.
- Weiterführende InformationenAlaa Hassan H. Alghamdi, Narrating the Ruins: Eco-Orientalism, Environmental Violence, and Postcolonial Ecologies in Arab Anglophone Fiction, in: Open Cultural Studies 9 (2025), 11–40, 12 f.Diana K. Davis, Introduction: Imperialism, Orientalism and the Environment in the Middle East. History, Policy, Power and Practice, in: Diana K. Davis/Edmund Burke III (Hg.), Environmental Imaginaries of the Middle East and North Africa, Athens 2011, 1–22, 2 ff.
Tagebuch von Alois Negrelli (Suezkanal)
Ägypten, 1851 - 1855