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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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Süden des Reiches nimmt die Hitze fühlbar ab und wird

das Clima sehr kühl. das Clima s

fozaro

Dasselbe findet statt in den Provinzen S. Paulo, Paraná, Santa Catharina, S. Pedro do Rio- Grande do Sul und in einem Theile von Minas- Geraes. In dieser letzten, welche das Central- Plateau des Reiches bildet, und in den gebirgigen Theilen der übrigen Provin­zen bieten sich, im Verhältniss zu den zwischen den entsprechenden Parallelkreisen gelegenen Küstengegen­den, sehr fühlbare Temperaturunterschiede dar.

Herr Em. Liais erkannte durch vergleichende Beob­achtungen, dass eine Erhöhung von 203 Meter( 666 Fuss) einer Temperaturerniedrigung von 1° entspricht.

Das Clima Brasiliens ist im allgemeinen sehr gesund. Mit Ausnahme von einigen Strom- Ufern, niedrigen und sumpfigen Strecken, wo zu gewissen Jahreszeiten Wechselfieber vorherrschen, kommen sonst keine bösar­tigen Krankheiten vor, dergleichen oft stark bevölkerte Orte heimsuchen.

Das behauptet der Verfasser des wichtigen Werkes Du climat et des maladies du Brésil, welcher Brasilien als eine der gesundesten Regionen der Erde betrachtet, und es in dasselbe Verhältniss zum übrigen America setzt, wie Italien zu Europa. Durch eine langjährige Erfahrung belehrt, pflichtet Dr. Lind dieser Ansicht vollkommen bei.

Er betrachtete die Luft in der heissen Zone als gewöhnlich rein, und hielt diese Gesundigkeit für die kostbarste der vielen Gaben, welche der Schöpfer dieser americanischen Region ertheilte.

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In den Küstengegenden ist seit 1850 das gelbe Fieber und seit 1855 die Cholera erschienen. Diese verheeren­den Gäste haben jedoch keinen solchen Schaden ange­richtet, wie sonst in vielen Ländern America's und