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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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Der Director derselben befindet sich gegenwärtig in Europa, mit dem Auftrage der Regierung, tüchtige Arbeiter anzuwerben, welche, indem sie die günstigen Verhältnisse der Fabrik benutzen, daselbst einer industriellen Schule Entstehung geben sollen.

Diese Schule kann man schon einigermassen als bestehend betrachten; denn einige Waisen, so wie freigewordene Sklaven- Kinder, die dorthin geschickt­wurden, lernen schon lesen, schreiben und rechnen, und die grösseren besuchen während gewisser Stunden die Werkstätten der Fabrik.

Was den Absatz der Produkte betrifft, wird die Fabrik zu Ypanema, deren Gebäude für Thon- und Sandmodel­lirung, für Raffinirung, u. s. w. neulich eingerichtet wor­den sind, mit den besten Fabriken Europa's concurriren können, was um so begreiflicher ist, wenn man das ge­ringe Capital für Brennholz in Anschlag bringt, welches in Europa von weit grösserem Werthe sein muss.

Diese Waldungen bilden ein Forstrevier mit einer Ober­fläche von 6.651,5 Hectaren( 1,5 Quadratlegua), welche nicht weniger als 18,9 Tonnen( 15 metrische Tonnen), vollkommen hinreichende Quantität für den Bedarf der Werkstätten und anderer Nebenarbeiten, täglich liefern können.

Ausser den Hochöfen und Werkstätten, hat man neuer­dings im Centrum, wo die Anstalten für die Erzbereitung und die Schmelzöfen angelegt waren, eine Schleuse ein­gerichtet, welche die Betriebskraft erhöhend, das Wasser des Ribeirão do Ferro staut und eine Kraft von 6 Pferden erzeugt.

Jetzt errichtet man einen Brennofen nach dem Muster Schwedens und Russlands, wo man kein so vorzügliches Erz, wie in Ypanema, anwendet; Eisenschienen ver­kürzen den Weg zwischen den Werkstätten und den