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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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In der Umgebung der Residenz ist der Gneiss bald weisslich, wie in Santa Theresa, bald weiss und schwarz gestreift, wie in S. Christovão,( Vorstädte von Rio de Ja­neiro.)

Dykes von buntfarbigem Porphyr und in Gestalt von Dioriten, findet man auf den Abhängen des Cor­covado, auf dem Berge Santos Rodrigues, auf der Fe­stung Villegaignon und sonst in der Umgebung der Residenz. Der aus diesen Felsen und dem in allen Ge­birgen von Rio de Janeiro vorhandenen Diorit gewon­nene Stein dient vorzüglich, wegen des ansprechenden Aussehens, zur Errichtung von ländlichen Mauern.

Für Strassenpflaster eignet sich besonders der gra­nitähnliche Diorit, der grosse Lasten ertragen kann, aber selten, wegen seiner ausnehmenden Härte, für gewöhnliches Strassenpflaster verwendet wird.

Kalksteine.

Es finden sich in vielen Punkten des Landes körnige, grossentheils vulcanische Kalksteine im Gneiss.

Aus den festen Arten von allerlei Farben, die in der Provinz Rio Grande do Sul entdeckt worden sind, verfertigt man jene Arbeiten, welche unter der Be­nennung von Marmores do Rio Grande bekannt sind. Neulich wurde eine Gesellschaft gebildet, um die Stein­brüche am Orte Encruzilhada auszubeuten, unter deren verschiedenen Marmorarten eine grüne durch ihre bunt­farbigen Adern und grosse Härte, und eine schwarze durch ihren ausnehmenden Glanz hervorragen.

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Es ist aber nicht die einzige Provinz, welche einen solchen Reichthum enthält: schöne Marmorarten liefert Minas- Geraes, S. Paulo an verschiedenen Punkten und auch in der Nähe der Hauptstadt, Bahia, Alagoas und anderen. Die bemerkenswerthesten kommen aus dem