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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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Die Handelsgesellschaft ist Willens, mit der Regie­rung einen Contract abzuschliessen, um in dem Börsen­palast auch das General- Postamt und die Amortisations­Kasse unterzubringen, die wegen ihrer vielfachen Han­delsbeziehungen sich im Centrum des Handels befinden müssen, ebenso wie Banken und andere dergleichen anonyme Gesellschaften.

Wenn dieser Plan zur Ausführung kommt, so wird der dritte Theil des Palastes zur Verfügung der Re­gierung stehen, und die übrigen Zwei Drittel werden von der Börse und von Handels- Büreaux benutzt werden.

Das neue Gebäude soll eine Fläche von 4.554 Qua­dratmeter einnehmen, in dem Raume, der zwischen vier Handelsstrassen mit 31 Häusern gelegen ist, deren Desapropriation schon für nothwendig erklärt worden ist, aus Rücksicht auf den allgemeinen Nutzen.

Aehnliche Handels- Commissionen existiren an den Handelsplätzen der Hauptstädte der Provinzen Pará, Ceará, Pernambuco, Alagoas, Bahia und S. Pedro do Rio Grande do Sul, die zu demselben Zwecke einge­richtet sind, aber weniger Mitglieder zählen.

Im Laufe des Jahres 1872 haben sich bei dem Han­delsgericht von Rio de Janeiro acht Firmen, und 154 Kaufleute matriculirt, nämlich 76 Brasilianer und 78 Ausländer. Seitdem das Handelsgesetzbuch in Kraft getreten ist, im Jahre 1851, bis Ende Dezember vo­rigen Jahres, haben sich bei dem Handelsgerichte 413, Firmen und 2923 Kaufleute matriculirt, von denen 1372 Brasilianer und 1556 Ausländer sind.

Bei dem Handelsgericht der Provinz Bahia haben sich in demselben Jahre 60 Kaufleute( 39 Inländer und 21 Ausländer) matriculirt; bei dem von Pernam­buco 13( 7 Brasilianer und 6 Ausländer), und bei dem von Maranhão 18( 6 Inländer und 12 Ausländer).