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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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im Bezirke der Residenz zu befördern, wurde durch das betreffende Reglement vorgeschrieben, dass die Schul­lehrer jedes Jahr an bestimmten Tagen zusammenkom­men sollten, um unter dem Vorsitze des General­Inspectors über Schulangelegenheiten zu berathen.

Bei solchen Zusammenkünften pflegen die Schul­lehrer ihre Erfahrungen in der Lehrpraxis, so wie die Ergebnisse ihrer litterarischen Studien mitzutheilen. Die Resultate haben den Erwartungen vollkommen entsprochen.

In den diesjährigen Versammlungen haben die Lehrer im Allgemeinen, Beweise ihrer Fortschritte in theore­tischer und practischer Hinsicht, dadurch geliefert, dass sie werthvolle Arbeiten vorlegten, Reformen und Verän­derungen in Vorschlag brachten, welche die Erfahrung als nothwendig für die Entwickelung des Schulwesens bezeichnete. Einige dieser Arbeiten wurden vom Gene­ralinspector in ehrenvoller Weise zur Kenntniss des Publicums gebracht.

Eine von diesen Versammlungen wurde sogar mit der hohen Gegenwart seiner Majestät des Kaisers beehrt.

Der öffentliche Primärunterricht ist im ganzen Reiche unentgeltlich, und dem Schulreglement zufolge, wird, so bald die Regierung es für zeitgemäss erachtet, der Schulzwang eingeführt werden.

In manchen Provinzen gibt es schon derartige ge­setzliche Verfügungen. shat me ban

Wie in allen civilisirten Ländern, nimmt eine solche Massregel die Aufmerksamkeit der Regierung verdien­termassen in Anspruch; man sinnt bereits darauf, die grossen ihr entgegenstehenden Hindernisse zu beseitigen, die Schwierigkeiten der übermässigen Entfernungen zu yermindern, dem Uebelstande der Zerstreuung der Be­