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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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Die Bibliothek steht allen anständig gekleideten Personen jeden Werktag von 9 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags und von 6 bis 9 Uhr Abends offen. Sie hat einen geräumigen Lesesaal für 60 Personen und ist mit Gas beleuchtet.

Die Zahl der Besuchenden ist 1.000-1.300 monatlich. Gegenwärtig giebt die Regierung Rs. 25: 000$ 000 jährlich für die Bibliothek aus. Diese Summe wird jedoch auf mehr als Rs. 60: 000$ 000 erhöht werden, um diese wichtige Staats- Anstalt weiter zu entwickeln.

Es soll auch ein geräumigeres Gebäude für dieselbe gekauft oder ausgeführt werden, um die Lesesäle und Cabinete zu vermehren und die vorhandenen oder neu hinzukommenden Bücher besser unterzubringen.

Es bestehen in der Reichs- Hauptstadt noch andere Bibliotheken, sowohl specielle und öffentlichen Anstal­ten zustehende, als auch Privat- Gesellschaften und Vereinen gehörige.

Unter den ersteren erwähnen wir:

1. Die der medicinischen Facultät, mit 5,200 gebun­denen Büchern und vielen Brochüren.

Sie besteht ausschliesslich aus Werken über die verschiedenen Zweige der Medicin, vorzüglich neuere der besten französischen, englischen und deutschen Autoren.

Sie wird jährlich von ungefähr 3,000 Lesern, gröss­tentheils Professoren und Studierenden der Facultät besucht, doch kann Jedermann mit Erlaubniss des Bi­bliothekars, dieselbe benützen. Die Leserzahl wird natürlich zunehmen, wenn sie auch Abends geöffnet bleibt, wie es schon beschlossen ist.

2. Die Bibliothek der Militär- Schule enthält meistens Bücher und Handschriften über alle Zweige der Kriegs­