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Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltausstellung von 1873
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eine Börse, eine General- Inspection des öffentlichen Unterrichts, eine Handelsschule, ein Blinden- und ein Taubstummen- Institut, ein dramatisches und ein Musik­Conservatorium, eine Academie der schönen Künste, eine Gewerbschule, ein Museum, ein Staats- und ein Militär­Archiv, ein Militär- Museum und viele Bibliotheken.

Es besitzt ebenfalls eine Obere Sanitäts- Behörde, wel­che den Sanitäts- Dienst im allgemeinen beaufsichtigt, eine Impfanstalt mit Verzweigungen in allen Provinzen, ein grosses, nur bei Epidemien geöffnetes Marine- Ho­spital, in bedeutender Entfernung von der Stadt, eine Hafen- Sanitäts- Inspection, Sanitätscorps der Land- und Seetruppen, Privat- Krankenhäuser, Armenhäuser, ein Findelhaus und zwei Waisenhäuser; einen schönen, mit Gas beleuchteten öffentlichen Garten, wo sich viele in­und ausländische Pflanzen vorfinden.

Im Weichbilde, ohngefähr 2 Leguas( 13,2 Kilom.) von dem Centrum der Stadt, liegt der an merkwürdigen Pflanzen reiche botanische Garten, mit grossen Rasen­plätzen, Alleen und Gartenanlagen, und bei demselben eine Ackerbauschule mit einer Anstalt für arme Kinder, eine Chili- Hutfabrik, eine Anstalt für Seidenzucht, alles unter unmittelbarer Aufsicht des Kaiserlichen Acker­bauinstituts von Rio de Janeiro.

Es besteht ein Todtenhaus zur Aufnahme von auf den Strassen oder im Meer gefundenen Leichnamen; fünf ausserhalb der Stadt gelegene Kirchhöfe, nämlich drei den Brüderschaften von S. Francisco de Paula, Carmo und Penitencia gehörige, und zwei öffentliche, der von S. Fran­cisco Xavier und der von S. João Baptista, beide von der Santa Casa da Misericordia verwaltet; und ausserdem ein protestantischer Kirchhof, den Engländern gehörig.