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Die k. k. Hof- und Staatsdruckerei : 1804 - 1904 ; [zur Feier des einhundertjährigen Bestandes der k. k. Hof- und Staatsdruckerei] / [Text.: Arthur Wilh. Unger...]
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vollständigen Vergütung des Aufwands gleichzustellen, wobei auf musterhafte Ausführung der Arbeiten Bedacht zu nehmen sei*

ar hiemit der Grund gelegt zu einer organischen Regelung der Betriebs- und Dienstverhältnisse, so schien es doch, als ob die Ungunst der Umstände das Institut nicht zur erwünschten Konsolidierung kommen lasse* Die Verbreitung der Lithographie, die Errichtung einer eigenen Druckerei bei der privi- legierten # österreichischen Nationalbank und der mstand, da§ nicht alle Ämter ihren Bedarf bei der Staatsdruckerei deckten, verursachten einen um so empfindlicheren Arbeitsentgang, als das Personal bei dem Zwang, den vorkommenden dringenden Arbeiten gegenüber gerüstet dazustehen, nicht wesentlich verringert werden konnte, so da§ das Gleichgewicht zwischen Regieauslagen und Erträgnissen nicht immer aufrecht zu erhalten war. Doch auch diese Schwierigkeiten, welche im Jahre 1823 so drohende Gestalt angenommen hatten, dafj neuerdings die Frage der Auflösung der Anstalt aufgerollt wurde, sollten durch das energische Eingreifen der Staatsverwaltung, bei der sich die Überzeugung von der Not­wendigkeit des Bestands einer eigenen staatlichen Druckerei sieg­reich Bahn gebrochen hatte, ohne Fährnis überstanden werden. Durch vermehrte Zuweisung von Arbeiten größeren Umfangs, wie jener der Postmanipulations-Drucksorten, und durch Förderung des Absatzes ihrer Druckwerke wurde die Hof- und Staatsdruckerei in die Lage gesetzt, diese kritische Periode zu überwinden und eine £9^8^ wesentliche Besserung ihrer Verhältnisse zu erzielen* 8^29^ ^irektor von Degen, welchem es noch vergönnt war, diesen Erfolg wahrzunehmen, schied am 6* Juni 1827 aus dem Leben* Die Leitung der verwaisten An­stalt wurde dem Direktionsadjunkten Josef Anton vonWOHLFARTH anvertraut. Derselbe war im Jahre 1794 bei der k. k* Bankohofbuchhaltung in

_ _ den Staatsdienst getreten, woselbst er mit den die

Errichtung der Staatsdruckerei betreffenden Agenden beschäftigt war. Der Gefahren wohl bewu§t, welche dem Bestand der Staats­druckerei drohten, war Wohlfarth, dessen Ernennung zum Direktor im Jahre 1832 erfolgte, vor allem bestrebt, den Ertrag der Anstalt nach Möglichkeit zu heben und damit dem Staate eine dauernde Einnahmsquelle zu eröffnen* Die in der Folge aus dem Gewinn der Anstalt abgelieferten Geldsummen zeigen, da§ ihm dies gelungen ist, allerdings nicht ohne Beeinträchtigung der Qualität der pro­duzierten Druckerzeugnisse, welche nicht durchwegs mehr einem

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