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Der Posten liegt sehr hübsch aus einem Hügel über dem Ufer des hier sehr breiten und stark strömenden, aber nicht sehr tiefen Ituri, auf den wir besonders von der Barasa der Messe aus einen schönen Blick genossen. Da das Rüge hier nicht nur weithin über den Fluß, sondern auch noch über ein beträchtliches Stück des Waldes endlich wieder ungehindert schweifen konnte, so atmeten wir wie von einem Druck befreit auf.
Nach drei Rasttagen, am l4. Rpril, schieden wir von dem freundlichen Posten, und da der Weg nach Rvakubi von jetzt ab südlich des Ituri weiter ging, so mußten erst am Morgen die Karawane und ein Teil der Lasten über den Fluß gesetzt werden. Da die hin- und Rückfahrt der Tin- bäume jedesmal 20—25 Minuten in Rnspruch nahm, so dauerte das Übersetzen einige Stunden, trotzdem ein großer Teil der Lasten schon am Tage vorher hinübergeschafft worden war.
Ruf der Strecke Mawambi-Rvakubi wurde das Tierleben reicher. In der Umgebung des ersten Postens muß eine Rrt von Zwergantilopen besonders häufig sein. Sie werden von den Eingeborenen in Schlingen und Fallen gefangen und lebend, aber grausam gefesselt, auf die Station gebracht, wo sie eine wertvolle Bereicherung des Küchenzettels bedeuten. Wir hofften einige dieser reizenden Geschöpfe lebendig nach Europa bringen zu können. Ich ließ die ersten in Mawambi frei in meinem Zimmer herumlaufen und sie wurden rasch so vertraut, daß sie sich füttern ließen. Leider gingen die überaus zarten Tierchen, von denen wir fünf Stück erhielten, trotz sorgfältiger Pflege ein. Eine bemerkenswerte Beute waren zwei von Wiese erlegte Paviane. Bemerkenswert deshalb, weil sie 200 Kni im Waldes- innern angetroffen wurden, denn man hatte ihr vorkommen bisher von der Existenz des Galeriewaldes abhängig gemacht, bezw. angenommen, daß die Grenze des Waldes mit den Feldern der Eingeborenen, deren Früchte ihnen besonders zusagen, ihr eigentliches Revier sei. In einem Lager bekamen wir von den Wangwana eine junge Meerkatze, ein reizendes Tier mit dunklem pelz und einem dreieckigen weißen Fleck aus der Rase. Sie war ganz zahm und auf dem Eßtisch war nichts vor ihr sicher. Dank ihrer geradezu verblüffend mosaischen Physiognomie erhielt sie den Namen Rebekka. In Rvakubi bekamen wir noch einen Gatten für sie und sahen dort einen jungen Schimpansen, der wie ein Greis ausschaute und sich alle Neckereien geduldig gefallen ließ.
Die Vogelwelt des Urwaldes tritt viel weniger hervor, als man