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Bergbau und Hüttenwesen : (Gruppe I) ; Montanproducte mit Ausnahme der fossilen Brennstoffe (Gruppe I, Section 1) ; Bericht / von Franz v. Vivenot
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Montanproducte.

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Gewonnen werden circa 160.000 Centner Eifen, und zwar in den Cantonen Wallis, St. Gallen, befonders aber im Berner Jura, wo ein fehr fchöner Siderit auftritt. Leider genügt diefe Production fo wenig, dafs zur Ergänzung des heimifchen Verbrauches grofse Quantitäten von belgifchem und engliſchem Eifen eingeführt werden müffen.

Auch die Bleiproduction, welche fich auf das Bleiglanz- Vorkommen zu Lötfch( Wallis), Lauterbrunnen( Bern) und an mehreren anderen Orten in Grau­bündten gründet, genügt nicht der Nachfrage.

Noch unbedeutender ift die Gewinnung von Kupfer und anderen Metallen. Salz findet fich in der Alpenregion nur bei Bex im Waadt, dagegen im nördlichen Jura zu Schweizerhall bei Bâle, Kleinfelden, Rybourg im Aargau, doch mufs trotz deren grofser Production ein Theil des Landesbedarfes eingeführt werden.

Asphalt findet fich im Berner Jura und in Neuenburg; der berühmtefte ift jener aus dem Thale von Travers.

Einen aufserordentlichen Reichthum befitzt die Schweiz an Mineralquellen. Nicht weniger als 609 Quellen find bekannt, worunter fich falz-. falpeter-, fchwefel-, eifen-, jod-, gas- und bitumenhältige Quellen befinden.

Bei einer grofsen Anzahl derfelben ift die chemifche Analyfe ihrer Beftand­theile bisher noch nicht vorgenommen worden.

Unter den ausgeftellten Objecten befand fich eine Pyramide von Neuen­burger Asphalt und einige Bergkryftalle, die namhaft zu machen wären. Vom Depar­tement des Innern war eine geologifche Karte der Schweiz exponirt.

Spanien.

Steinfalze von Cordona, Zinnober von Almaden, Bleierze von Linares und Apatite( Spargelfteine) von Jumilla lenkten hier das Auge befonders auf fich. Aufserdem waren zahlreiche Suiten der wichtigften Erzvorkommniffe zur Schau geftellt.

Nachftehende Tabelle, die wir der Generalcommiffion für Spanien ver­danken, gibt ein Bild über die Production und den beiläufigen Werth der Montan­induftrie Spaniens im Jahre 1869

Mineralien:

Eifenerz

Blei

Silberhältiges Blei

Silber

Kupfer

Zinn

Zink

Queckfilber

Antimon

Schwefel

Mangan

Kalkphosphate

Production:

29.314 Kilogramm

3,066.195 metr. Ctr.

Beiläufiger Werth: 846.860 fl. öft. W. Silb.

3,113.453 metr. Ctr. 2,783.736

77

10,578.196

99

334.402

99

3.644.981

99

244.478

21

22,813.948

99

35.700

97

22,696,920

99

58,133.466

59

30.200

59

9,250.592

49

II, 701.250 1,180.000

27

238

99

1,134.846

99

280.838

99

755

29

125.008

99

294.025 180.000

99

99

Brennftoffe circa 6,000,000 Ctr.

Von Kartenwerken wäre zu erwähnen eine geologifche Bergbau- Skizze des Diftrictes Madrid, Darftellung des Bergbaues und ftatiftifche Tabellen des Bezirkes. Cartagena.

Türkei.

Erze, Marmor, Salze, Gyps, Erden u. f. w. bildeten hier die Ausftellungs­objecte. Aufserdem waren Gefteine und Foffilien aus der Devonformation des Bosporus durch Abdullah Bey( Dr. Hammerfchmid) zur Anficht gebracht worden.