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Mineralische Kohle : (Gruppe I, Section 1) ; Bericht / von J. Pechar, A. Peez
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J Pechar, Dr. A. Peez.

bekannten Kohlenreviere Auftraliens liegen an der Oftküfte in der Nähe der Städte Sydney und Newcaftle, öftlich der Kette, die fich unter dem Namen der Blauen Berge längs der Küfte hinzieht. Die Flöze haben einfchliefslich der Berge­mittel eine Mächtigkeit bis zu 10 Fufs. Die Kohlen ftellen fehr gute Qualitäten dar, bis zur trefflichen Cannelkohle, aus welcher fowohl Gas als auch ein fehr brauchbares Mineralöl gewonnen wird. Auch als Mafchinenkohle, was fehr wich­tig ift für die Dampferlinien, läfst fich diefe Kohle gut verwenden. Nach Verglei­chungen, welche Abel zwifchen Kohlen von Newcaftle in England und der auftralifchen Lambtonkohle anftellte, ergab letztere 45 Percent Afche und 0.55 Percent Schwefel, während die englifchen Sorten 5 bis 7 Percent Afche und 1 bis 2 Percent Schwefel zeigten. An Coken ergab die auftralifche Kohle 64 Percent von leichter und poröfer Qualität.

Die Arbeiterzahl in den auftralifchen Kohlengruben war im Jahre 1869 2012. Die leichte Förderung ermöglicht billige Preife; fie betrugen 7 bis 71/2 s. per Tonne englifch zu einer Zeit, wo zu Newcaſtle in England die Kohle mit 13 bis 14 s. bezahlt wurde. Seitdem mag wohl auch in Auftralien die Kohle etwas höher gegangen, aber gerade dadurch auch ihre Förderung gefteigert wor­

den fein.

Die Kohlenproduction Auftraliens betrug in den erften zehn Jahren ihres Dafeins, das heifst von 1852 bis 1861, zufammen 2: 053 Millionen Tonnen englifch im Werthe von 1'401 Millionen Pfd. St., ftieg aber in dem folgenden Jahrzehnt 1862 bis 1871 auf 7.230 Millionen Tonnen, im Werthe von 3'149 Millionen Pfd. St. Was insbefondere das letzte Jahrzehnt betrifft, fo betrug die Production in den fünf Jahren von 1862 bis 1866 im Durchfchnitte jährlich 563.835 Tonnen im Werthe von 281.998 Pfd St., in den fünf Jahren von 1866 bis 1871 aber 882.272 Tonnen im Werthe von 347.957 Pfd. St. jährlich.

In Folgendem ftellen wir die Zahl der Gruben, die Fördermenge, Werth derfelben und Ausfuhr längs der Küfte und nach dem Auslande und Gefammt­ausfuhr in den Jahren 1860, 1865 und 1869 zufammen:

Im Jahre

Zahl der Gruben

Geförderte Menge Tonnen

Werth in fl. öfterr. W. längs der Silber

Ausfuhr in Tonnen

Küfte

nach dem Auslande

Zufammen

1860 1865 24 1869 33

17

368.862

585.525

919.774 3.534.150

2,312.504 104.383 2,800.633 159.640 201.622

179.453

283.836

302.362

462.002

503.866

705.488

Demnach Zunahme der Förderung von 1860 bis 1869 149'4 Percent, Zunahme der Verfchiffung längs der Küfte 93 1 Percent, Zunahme der weitern Ausfuhr 1808 Percent und der Gefammtausfuhr 148.6 Percent.

Am ſtärkſten iſt fomit die Förderung geftiegen; dann folgt der Export und endlich die Verfchiffung längs der Küfte.

Die letztere richtet fich nach Süd- Auftralien undVictoria( im Jahre 1868 zufam­men 230.300 Tonnen). Der Export geht aber auch fchon weit über Auftralien hinaus und verforgte in 1868 Shanghay( 92.958 Tonnen), Singapore( 26.027 Tonnen), Batavia( 17.806 Tonnen), Hong- Kong( 8000 Tonnen), fowie Mauritius und andere indifche, chinefifche und infularifche Plätze mit Kohle. Nach Neufeeland gingen 92.605 Tonnen und 33.205 Tonnen wurden fogar nach den Vereinigten Staaten verfendet.

Indien.

Das an Naturfchätzen reichfte Land entbehrt, foviel bis jetzt bekannt, eine vollkommen gute Kohle. Auch die Wiener Weltausftellung beftätigte die bereits