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Mineralische Kohle : (Gruppe I, Section 1) ; Bericht / von J. Pechar, A. Peez
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J. Pechar, Dr. A. Peez.

dasfelbe ereignen, wie in allen anderen Ländern: erft mit den Eifenbahnen gelangt die Kohle zu ihrem wahren Werthe. Und bisher haben fich die Chinefen bekannt­lich der Einführung der Eifenbahnen noch immer widerfetzt.

Rufsland.*

Ungeachtet fowohl das europäiſche, als das afiatifche Rufsland in feinem Schoofse aufserordentlich reichhaltige Lager von mineralifchen Brennftoffen, namentlich aber von Steinkohle birgt, fo befindet fich doch die Kohlen­induftrie des ruffifchen Reiches trotz des in der letzteren Zeit rege gewordenen Intereffes an der Hebung der unterirdifchen Schätze noch in den erften Stadien ihrer Entwicklung. Wenn man bedenkt, dafs die erfte Gewinnung der Stein­kohle in Rufsland zu Ende des vorigen Jahrhundertes und zwar im Jahre 1791 zu Liffitfchansk im nördlichen Theile des Donez- Diftrictes ftattfand, fo erfcheint die gegenwärtige fchwache Kohlenausbeute Rufslands nur durch die Menge des vorhandenen vegetabilifchen Brennftoffes und den erft in den letzten Jahren theilweife behobenen Mangel an Eifenbahnen, welche die gewonnene Kohle verführen, fowie endlich auch durch den bisherigen Mangel an den erforder­lichen Capitalien erklärlich. Immerhin ift die Kohlenproduction Rufslands( ohne Berücksichtigung derjenigen des Königreiches Polen) in den Jahren 1861 bis 1871 nahezu auf das Vierfache geftiegen und geht unzweifelhaft einer bedeu­tenden Zukunft entgegen, obwohl der rafcheren Entwicklung des ruffifchen Handels und Verkehres im Allgemeinen die abfchliefsende Tendenz der ruffifchen Handelspolitik hemmend in den Weg tritt. Wie die Kohlenproduction des ruffi­fchen Reiches in den letzten Jahren allmälig geftiegen ift, und in welcher Weife die einzelnen Becken an der Gefammtproduction participiren, bringen die folgen­den zwei Tabellen zur Anfchauung.

Gefammtproduction Rufsland's.

Im Jahre

Rufsland

Polen

metrifche Tonnen

1840

8.200

1850

50.000

||

1858

II0.000

1860.

131.040

1861

134.382

1862

141.510

1863

159.062

122.837

1864

168.976

106.867

1865

199.461

1866.

264.455

1867

229.320

1868

200.681

249.310

1869

303.537

298.574

1870.

367.307

328.902

1871

528.161

301.561

1872.

1,097.832

* Bearbeitet von Otto Krebs in Teplitz.