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Mineralische Kohle : (Gruppe I, Section 1) ; Bericht / von J. Pechar, A. Peez
Entstehung
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Mineralifche Kohle.

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Die Geftehungskoften ftellen fich gegenwärtig auf der Halde zu Malöwka auf 2-214 Kopeken per Pud( 1 fl. 97 kr. 2 fl. 22 kr. österr. Währ. per Tonne), in Towarkowo auf 3-32 Kopeken per Pud( 2 fl. 96 kr.-3 fl. 45 kr. per Tonne); die Zufuhr zur Fabrik auf 14-214 Kopeken per Pud( 1 fl. 72 kr. 2 fl. 22 kr. per Tonne), eventuell 1-134 Kopeken per Pud( 98 kr. fl. 72 kr. per Tonne).

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I

Die Kohle des Moskauer Beckens ähnelt in vieler Hinficht der Braunkohle und wurde daher auch oft für folche gehalten, gehört jedoch der älteren Kohlenformation an. Sie ift meift von fchwarzbräunlichem Anfehen, faft glanz­los und brennt mit rother oft fehr langer Flamme.

Die Kohle enthält beträchtliche Mengen erdiger Beftandtheile( fie hinter­läfst daher einen bedeutenden Afchenrückftand) und enthält ferner 3-6 Percent Schwefelkies, wefshalb fie fich in freier Luft leicht entzündet.

Endlich enthält die Kohle auch fehr viel Waffer und verliert, wenn fie einer Temperatur von 100 Grad Celfius ausgefetzt wird, 32.7 Percent von ihrem urfprünglichen Gewichte. Nur wenige Kohlenforten vertragen einen weiten Transport.

Nichtsdeftoweniger läfst fich die Kohle zur Dampffeuerung, zum Puddeln des Eifens, zur Gaserzeugung und zur Locomotivfeuerung verwenden.

Nachftehend theilen wir von den wichtigeren Kohlenforten die chemifchen

Analysen mit:

Chemifche Analyfen von Kohlen des Moskauer Beckens.

Post

Ort der Gewinnung

Kohlen­ftoff

flüchtige Beftand- Waffer theile

Afche

1234507

Borowfk.. Skopin. Malöwka

Ljudinowo Schisdra

Buda. Obidimo.

42'1

37.1

IO 4

IO 4

38.7

28.3

15.9

17 I

32.8

32'1

12.7

224

33.0

42-6

7.0

17.4

50.8

24 I

16.1

9.0

31.3

47.8

7.8

13 I

24.5

49° 1

3 I

20˚I

Von ganz befonderer Güte erfcheint die erft in den letzten Jahren auf­gefundene Kohle zu Murajewna( Gouvernement Rjäfan) und Kurakinfkije- Wuffelki bei Tula. Diefelbe enthält aufserordentlich viel Wafferftoff, eignet fich ausge­zeichnet zur Gaserzeugung, ja ift hinfichtlich der Qualität noch über die schot­tifche Bogheadkohle zu ftellen. Ein Mufter der Kohle von Murajewna war auf der Weltausftellung vertreten.

Von einem gröfseren Abfatzgebiete der Steinkohle Central- Rufslands kann man jetzt noch nicht reden, da die bisher noch fo geringe Production nicht genügt, um jenen Fabriken, welche in den Kohlen producirenden Gouvernements Grofs­Rufslands fituirt find, die benöthigten Quantitäten zu liefern. Faft aller Orten im Becken findet noch das Holz als Brennmaterial Verwendung, ungeachtet der gegenwärtig enormen Holzpreife. Nichtsdeftoweniger aber find fchon gröfsere Partien guter Kohle von den Induftriellen in Moskau und felbft in Petersburg ( Kohle von Cherekowitfch, Gouvernement Nowgorod) unter günftigen Erfolgen confumirt worden. Mit der Zeit dürfte daher die Kohle des Moskauer Beckens felbft in der Newa- Refidenz der englifchen Kohle Concurrenz machen.

Die Grubenpreife der befferen Sorten ftellten fich 1870 auf 3-4 Kopeken per Pud( 2 fl. 96 kr. 3 fl. 95 kr. per Tonne), die Verkaufspreife in Moskau auf ungefähr 11 Kopeken( 10 fl. 87 kr. per Tonne).

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